Gestrata Journal Ausgabe 137 (März 2013)

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Gestrata Journal Ausgabe 137 (März 2013)

Schon 1973 avancierte Prade in ‚seiner‘ TEERAG-ASDAG zuerst zum ‚Zentraldirektor‘ und 1984 zudem, was er unter diesem Titel wirklich gewesenwar, zum Generaldirektor. Es ist hier nicht der Ort,Firmengeschichte zu schreiben. Eines sollte aber zurCharakterisierung Prades doch vermerkt sein. Wennman heute in der Presse oft über Managerfehler inverschiedenen Branchen lesen muss, Prade hat sichals Manager durchaus in guten und auch kritischenSituationen hervorragend bewährt. Der Umsatz derFirma vergrößerte sich während seiner Zeit um mehrals das Zehnfache, und das Unternehmen wurde derdamals größte Asphaltbetrieb Österreichs.Prades Firmenengagement hinderte ihn nicht, auchhier am Gemeinsamen zu arbeiten. Die immer höherenQualitätsanforderungen an modernes Asphaltmischgutwaren zunehmend schwerer in den alten,oft noch mobilen Mischanlagen zu erfüllen; ebensodie stetig gesteigerten Umweltauflagen.Seine Frau, mit der er gemeinsam im Krieg schwereAngriffe durchgestanden und die ihm als Sekretärinbeim Aufbau der Niederlassung Kärnten selbstlosgeholfen hatte, war schon früher gestorben.So verließen ihn langsam auch sein einst sprühenderHumor und seine bekannte Geselligkeit, an die sichviele von uns noch erinnern können. Es wurdezunehmend still um ihn, schon vor seinem91. Lebensjahr …Am 8.12.2012 haben wir Robert Prade sehr nachdenklichzur letzten Ruhestätte begleitet. Der füreine ganze Epoche der Nachkriegszeit typischeBauingenieur und Asphaltfachmann hatte inseinem Leben nur wenige Straßenbrücken gebaut.Aber sehr viele Brücken zwischen Menschen…Eduard ZirklerEs nahte die Zeit der industriell gestalten Asphaltanlagen.Die aber sind in einem kleinen Wirtschaftsraumwie Österreich – und damit sei eine Assoziationzu Prades beruflichem Start gestattet – nur ingemeinsamer Anstrengung zu schaffen. Pradegehörte zu den Vorkämpfern für moderne konsortialeMischbetriebe. Sie in Österreich eingeführtzu haben, ist mit sein Verdienst.5Seine Verdienste wurden übrigens vielfach gewürdigt.Vor allem durch die Überreichung des GroßenSilbernen Ehrenzeichens für Verdienste um dieRepublik Österreich am 9.2.1987, durch verschiedeneLänderauszeichnungen und eine besondere Anerkennung:In Klagenfurt gibt es eine Robertstraße, diezu Prade’s Ehren so benannt wurde und an der seineehemalige Niederlassung liegt.Wie es Managern so geht, eilte Prade oft von einerBesprechung zu anderen. Innerhalb der in ganzÖsterreich und im Ausland wirkenden eigenen Firma,zu verschiedenen Gremien und auch im Bereich derGESTRATA. Aber im Gegensatz zu anderen, vielbeschäftigtenManagern, besuchte er auch einzelneBaustellen, nicht um im Detail zu kontrollieren –dazu hatte er andere – sondern um den Kontaktzum täglichen Geschehen nicht zu verlieren und umauch einmal mit einem Arbeiter, einem Polier odereinem Fertigerfahrer ein wenig zu plaudern. Einerdavon hatte seinen obersten Vorgesetzten schoneinmal gesehen. Als Ausländer in Unkenntnis dergeltenden Sprachusancen begrüße er Prade mitstrahlendem Lächeln: „Servus Chef“. Und Pradefreute sich…Mit 74 Jahren darf man schließlich etwas müdewerden. Zumindest allmählich. So verabschiedetesich Prade in unüblich hohem Alter auch nur schrittweiseaus dem aktiven Dienst. 1996 als Vorstandseiner Firma, 1998 als Leiter der Auslandsgeschäfteder TEERAG-ASDAG AG und im selben Jahr alsEhrenvorsitzender der GESTRATA.

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