Rucksack in der Grundschule - Essen - Metropole Ruhr

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Rucksack in der Grundschule - Essen - Metropole Ruhr

Rucksack in der Grundschule – Evaluation –Stadt Essen – RAA/Büro für interkulturelle Arbeit1 Kurzzusammenfassung der ErgebnisseDer Grundgedanke des Programms „Rucksack in der Grundschule“ ist die Aktivierung von Eltern zurStärkung ihres Eigenengagements für eine erfolgreiche Bildungsbiografie ihrer Kinder. Dazu werden anden jeweiligen Grundschulen einzelne Mütter dazu gewonnen, nach entsprechender Qualifizierung undVorbereitung die Rolle einer interkulturell sensiblen, zweisprachigen Eltern-Anleiterin (einer so genannten„Stadtteilmutter“) zu übernehmen und Müttergruppen anzuleiten. Dadurch wird eine tragfähigeBrücke gebaut, die hilft, die Distanz zwischen Elternhaus und Schule zu überwinden.Die Einführung des Programms „Rucksack in der Grundschule“ begann im Schuljahr 2003/04 an zehnEssener Grundschulen. Vorausgegangen war ein Erprobungsjahr an sieben Grundschulen, während demdie Materialien entwickelt und konzipiert wurden. Das Programm wurde in den Jahren 2004 bis 2006begleitend im Rahmen einer formativen Evaluation bewertet und im Sommer 2008 abschließend evaluiert.Im Schuljahr 2007/08 waren es zwölf Kooperationsschulen, die das Programm umsetzten. Insgesamt414 Mütter mit ca. 600 Kindern waren am Rucksackprogramm beteiligt, in die Evaluation wurden135 Mütter mit 350 Kindern einbezogen.Nach einer Einführungsphase ist die Umsetzung des Programms nun auf eine feste Grundlage gestellt.Die aktuell beteiligten zwölf Kooperationsschulen betrachten das Rucksackprogramm als einen unverzichtbarenBestandteil ihres Schulprogramms. Durch das Angebot der wöchentlich stattfindenden21 Müttergruppen konnten Hemmschwellen abgebaut und so eine Präsenz von Müttern in den Schulengeschaffen werden. Darüber hinaus erhalten die Schulen, die nicht über geeignete Alternativen verfügen,ein Konzept, das es ihnen ermöglicht, Familien mit einer Zuwanderungsgeschichte in die gemeinsameArbeit von Schule und Eltern einzubinden.Durch die gezielt vermittelten Bildungs- und Informationsinhalte aus den Bereichen Schule, Erziehungund Gesundheit finden die Familien Anschluss an die grundlegenden Anforderungen, die in den Schulenan sie gestellt werden. Mütter, die am Rucksackprogramm teilnehmen, unterstützen ihre Kinderdurch das erworbene Sachverständnis konstruktiv. Dies kommt dem einzelnen Kind in seiner schulischenEntwicklung zugute.Von 135 Müttern überwiegend türkischer (67%) und arabischer (18%) Herkunft, die im Rahmen derAbschlussevaluation befragt wurden, hat die Hälfte ihre eigene Schulzeit und die Zeit ihrer beruflichenAusbildung im Herkunftsland verbracht, bevor sie nach Deutschland kamen. Nur die Hälfte aller Mütterhat eine Berufsausbildung abgeschlossen, und insgesamt 84% aller waren zum Zeitpunkt der Befragungnicht erwerbstätig. Unter den erwerbstätigen Müttern geht ein Drittel geringfügig qualifizierten5

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