Dezember 2011 - Gornergrat Bahn

matterhorngotthardbahn.ch

Dezember 2011 - Gornergrat Bahn

thema · 4«Künftig verkehren Züge dieser modernen Generation bis nach Fiesch»: Fernando Lehner, Leiter Rollmaterial und Traktion, Matterhorn GotthardNeue Stars in AnfahrtBequemer, schneller, leiser: Die BVZ-Holding verjüngt ihre Flotte. Ab dem Dezember 2013 verstärktneues Rollmaterial im Wert von 106 Mio. Franken den Bahnbetrieb.■ Alle Reisende zwischen Zermatt und Di -sentis profitieren von der aktuellen Rollmaterialbeschaffung:Ab Dezember 2013erweitern fünf neue Komet-Triebzüge undvier Gelenksteuerwagen die bisherigenKompositionen im Mattertal. Sie werdenzu Neunwagenzügen formiert und mit420 Sitzplätzen verkehren.Nicht allein die Gäste gewinnen von dieserAngebotserweiterung: An einem durchschnittlichenArbeitstag benutzen auch2000 Pendler die Matterhorn GotthardBahn.«Wir haben die neuenZüge mitentwickelt.»Fernando Lehner.Häufiger und längerDass die Bahn mehr Sitzplätze benötigt –davon zeugen allein schon die parallel verkehrendenEntlastungsbusse, die an Wochenendeden Freizeitreisenden etwa insAletschgebiet befödern. «Seit der Eröffnungdes Lötschberg-Basistunnels sind die Fre-quenzen überdurchschnittlich gestiegen»,erklärt Fernando Lehner, Leiter Rollmaterialund Traktion. Längere, häufiger verkehrendeZüge sollen dem steigenden Sitzplatzbedarfgerecht werden.Produziert werden die neuen Wagen beimSchweizer Hersteller Stadler Rail. Das Unternehmenhat sich als Einziges auf Wagen fürSchmalspurbahnen mit Zahnrad spezialisiert.«Wir haben die Komet-Triebzüge mitentwickeltund für die Nachbestellung ausFortsetzung Seite 6


thema · 5«Beste Dienstezu vernünftigenKosten»Peter Füglistaler, Direktor des Bundesamtes fürVerkehr (BAV), über die Lobby der Privatbahnenund das fehlende Geld.6 Prozent der bereitgestellten Mittel*.Der Bund sowie die KantoneWallis, Uri und Graubündenengagieren sich stark für den Erhaltund den Ausbau der Bahn -infrastruktur. Dank ihrer Unterstützungkonnte die Bahn in denletzten Jahren wichtige Infrastrukturprojekterealisieren; andereVorhaben stehen vor derUmsetzung. Bezüglich des Lobbyingsder Privatbahnen macheich mir keine Sorgen: Sie habendie Aufstockung der Kreditedurch das Parlament leichterdurchgebracht als die SBB!»Bahn.NiederflurzwischenwagenDieser Wagentyp liegt so tief, dass einebenerdiger Einstieg möglich ist. Andersals die Komet-Triebzüge, die als in sich abgeschlosseneZugseinheiten verkehren,sind Niederflurzwischenwagen mit den bestehendenFahrzeugen einer Kompositionkuppelbar. Zu seinen Vorzügen gehören diebehindertenfreundlichen Toiletten und Rollstuhlplätzesowie die grossen Schwenkschiebetürenzum Ein- oder Aussteigen.Das ist bequem und erhöht die Fahrplanstabilität.Ein weiteres Plus: Monitore informierendie Fahrgäste laufend über dienächsten Stationen, mögliche Anschlüsseoder etwa über die Pistenverhältnisse inden Tourismusstationen.Peter FüglistalerDie SBB fordert vom Bundfür 2011 und 2012 über dreiMilliarden Franken, um denNachholbedarf bei der Infrastrukturzu decken. Wiekann sich eine kleine Bahnwie die Matterhorn GotthardBahn neben solchen Forderungenüberhaupt Gehörverschaffen?«Für die ungedeckten Kostender SBB-Infrastruktur zahlt derBund in den Jahren 2011 und2012 insgesamt CHF 3,462 Mrd.Für die Infrastrukturen der Privatbahnen(KTU) sind es im gleichenZeitraum CHF 1,279 Mrd.,hinzu kommen Kantonsbeiträgevon rund CHF 0,5 Mrd. Aufdie Matterhorn Gotthard Bahnentfallen davon CHF 109 Mio.(Bund: CHF 78 Mio.) oder rundNiederflurwagen im Goms,Halbstundentakt bis Fiesch,obwohl die Züge sehr demsaisonalen Gästeaufkommenunterworfen sind. Ist dasnotwendig?«Die Kundinnen und Kundensollen die bestmöglichste Dienstleistungzu vernünftigen Kostenerhalten. Unter anderem solltedas Rollmaterial den Kundenbedürfnissenentsprechen. In welchemUmfang das heutige Angebotausgebaut und neuesRollmaterial beschafft werdenkann, hängt von den finanziellenMöglichkeiten der beteiligtenKantone sowie der Bahn ab.Der Bund unterstützt die Investition,in dem er den BahnenBürgschaften gewährt. Damitkönnen die Bahnen das Fremdkapitalgünstiger beschaffen.»Fortsetzung Seite 6


thema · 6Ein Knackpunkt ist derAusbau bis 2025: Die Privatbahnenfordern ein Dreifachesder vorgesehenenCHF 320 Mio. Franken.«Das Bundesamt für Verkehr hatden Ausbaubedarf geprüft. Weildie Mittel beschränkt sind, hat esdie Vorhaben priorisiert. Bis 2025stehen für den ersten AusbauschrittCHF 3,5 Mrd. zur Verfügung,davon rund CHF 300 Mio.für die Privatbahnen. Für mehrbräuchte es zusätzliche Finanzquellen.In der Vernehmlassungder Vorlage zur Finanzierung undzum Ausbau der Bahninfrastruktur(FABI) wurden aber keine tragfähigenVorschläge gemacht, wieein grösseres Ausbaupaket finanziertwerden könnte. Gerade dieVorschläge für höhere Beiträgeder Kantone oder die Kürzungdes Pendlerabzugs in der direktenBundessteuer hatten einenschweren Stand. Dabei braucht esdie FABI-Vorlage, um das Bahnsystemweiter auszubauen.»Die Matterhorn GotthardBahn strebt eine Gleichbehandlungmit der SBB bei derInfrastrukturfinanzierung an.Ein frommer Wunsch?So abwegig ist das nicht. Anstelleder früheren Rahmenkredite fürInvestitionshilfen kommen seitdiesem Jahr für die KTU mehrjährigeVerpflichtungskredite zumEinsatz. Für die Jahre 2011–2012wurden – analog zu den SBB –erstmals zweijährige Leistungsvereinbarungen(LV) abgeschlossen.Im Rahmen der Vorlage FABIdiskutieren wir, ob künftig diegesamte KTU-Infrastruktur alleindurch den Bund finanziert werdensoll. Damit könnte bis 2017eine vollständige Gleichbehandlungvon SBB und Privatbahnenbei der Infrastrukturfinanzierungerreicht werden.*Der Bund gewährt der MatterhornGotthard Bahn Geld, um die Infrastruktur,d.h. die Strecke mit Gleis,Fahrleitungen etc. instand zu halten.Das Rollmaterial, genauer die Zügeund Wagen, finanziert die BVZHoldingzusammen mit den Kantonen. >


einfach tag im retour leben · 7Wenn der Vater der grösste Fan istStephan Huber begleitet seit 40 Jahren die Siege und Niederlagen des EHC Visp. Nun flitzt sein Sohnüber das Eis – als Spieler der Moskito Top, der EHC Visp Young Lions. Ein Tag des HR-Managers derMatterhorn Gotthard Bahn zwischen Eis und Eisenbahn.■ «Montags fahre ich Yann-Luca, unseren12-jährigen Sohn, ins Training. Dank gleitenderArbeitszeit hole ich ihn um 16 Uhrdaheim in Susten ab und begleite ihn insTraining nach Visp. Moskito-Top-Spieler betreibenbereits Leistungssport: Bis zu vierTrainings pro Woche und zusätzlich ein biszwei Eishockeyspiele stehen wöchentlichauf dem Plan.Für die weiteren Trainings unter der Wocheübernimmt meine Frau den Taxidienst. An«Bei Auswärtsspielenist eine Familiezuständig für dieKochkiste.»Stephan Huber.den Auswärtsspielen organisieren wir Elternuntereinander die Verpflegung. Eine Familieist jeweils zuständig für die Kochkiste. Nachdem Match sind die jungen Hockeytalenteausgelaugt – entsprechend werden die warmenTeigwaren aus der Kochkiste geschätzt.Vom Bambini-Spieler bis zum Vollblutprofigehören über 300 aktive Spieler zum EHCVisp. Das fasziniert mich seit über 40 Jahren.Ein Hockey-Spiel hat alles: Es ist körperbetont,kraftvoll und schnell. Erst nachdem einSpieler das Schlittschuhfahren erlernt hat,kann er an den Finessen der Skate-/StockundSchusstechnik feilen. Auch Taktik istwichtig – und sei sie schlitzohrig. Zudem bietetdas Spiel Torchancen im Minutentakt.Als Junge hätte ich auch gerne Eishockeygespielt. Doch in St. Niklaus, wo ichaufgewachsen bin, gab es nureinen Fussballclub. Natürlichschürt der Nachwuchs Erwartungenund wünscht sich jederVater einen Nationalliga-A-Spieler. Aber es soll den Jungsin erster Linie Spass machenund Lebensschule sein. Wie vielZeit ich in der Eishalle verbringe?Mein Umfeld behauptet,zwischen Anfang August und EndeMärz sei ich mehr in der Eishalle anzutreffenals zu Hause.Dass der EHC Visp bei den Unternehmender Region Unterstützung findet, ist für einenVerein in der Randregion unerlässlich.Bleibt die 1. Mannschaft so gut unterwegs,schafft sie es unter die vier besten Teams derQualifikation.Daheim fiebern wir aktuell mit Yann-Lucamit. Er wurde für ein dreitägiges Trainingslagernach Leysin aufgeboten. In einigen Tagenwird er erfahren, ob er mit der WestschweizerAuswahl im Februar 2012für zwei Wochen ans Pee-Wee-Turnier nach Quebec/Kanadareisen kann. Dieses Turniergilt als die inoffizielle Moskito-Weltmeisterschaft.Über 10 000 ZuschauernYann-LucaHuber: AmPuck für dieSpitze.verfolgen die Finalspiele. Sollte es mit der Selektionnicht klappen, werde ich ihm erklären,dass die Welt deswegen nicht untergehtund er weiterhin hart für den Erfolg kämpfenund trainieren soll. Das ist Sport – dasBeste aus jedem Entscheid zu machen.» >


am zug · 8Sicher über die BahnBis 2014 saniert die Matterhorn Gotthard Bahn 165 Bahnübergänge. Sie schützt damit Personen,deren Weg über das Bahntrassee führt.■ Ende 2014 wird Jürgen Ruppen, ProjektleiterBahnübergänge, mit 28 Gemeindenzwischen Zermatt und Disentis verhandelthaben. Auf deren Territorienliegen derzeit total 165 ungesicherte oderunzureichend gesicherte Bahnübergänge.Gemäss Eisenbahn-Verordnung müssendiese Sicherheitslücken bis 2014 beseitigtwerden.Die letzten HundertJürgen Ruppen begutachtet jeden der 165Bahnübergänge vor Ort und sucht nach deridealen Lösung. «Manchmal lohnt es sich,einen Übergang aufzuheben und stattdesseneine Flurstrasse bis zum nächsten anzulegen»,erklärt er.Die Situationsanalyse, bei welcher Ruppenvon einer Drittfirma unterstützt wird, bringtes an den Tag: Über 50 der heutigen Bahnübergängewerden aufgehoben. Die andern«Manchmalhelfen kreativeLösungen weiter.»Jürgen Ruppen.je nach Bedarf saniert. Manche erhalten einAndreaskreuz, andere Blinklichtsignalanlage,eine Schrankenanlage oder – die sichersteVariante – eine Unterführung.«Allein in St. Niklaus sollen 32 Bahnübergängesicherer werden. Wir haben für alle eineLösung gefunden.» Das muss nicht zwingendeine Schranke sein. «Schranken kostensehr viel. Sie kommen nur dorthin, wo sienotwendig sind», bekräftigt er.Kreativ handeln vor OrtNur: So einfach auf dem Papier entscheidenlässt sich das nicht. Manchmal sind die Gemeindeverantwortlichenanderer Meinung,manchmal die Grundstückeigentümer oderdie Anrainer. Jürgen Ruppen wird mit allen28 betroffenen Gemeinden und mit den Privateigentümerndas Gespräch suchen, damiter von Anfang an gemeinsam planenkann.Finanziert werden die Sanierungen von derMatterhorn Gotthard Bahn und den Gemeinden,wobei letztere rund 30 Prozent anden öffentlichen Bahnübergängen beisteuern.Für jede Gemeinde fertigt das Projektteamein Plangenehmigungsverfahren (PGV)an.Jenes von Bitsch wurde bereits eingereicht:Ein Übergang wird zukünftig durch eineSchranke gesichert, bei zwei Bahnübergängenkommt ein Andreaskreuz hin und einerwird aufgehoben.Dass am Bahntrassee auch Kreativität gefragtist, illustriert Jürgen Ruppen an einem Beispiel:In St. Niklaus habe es gereicht, die Bäumezu schneiden und so die Sicht auf denBahnübergang erheblich zu verbessern. >


persönlich · 9Kilian Bumann auf dem höchsten Berg, der vollständig in der Schweiz liegt: dem Dom (4545 m).Fit wie ein BergschuhWo unsereins ins Schwitzen kommt, dreht Kilian Bumann erst auf. Der Einkaufsfachmann derMatterhorn Gotthard Bahn liebt überlange Bergtouren.■ Kilian Bumann straft alle Klischees Lügen,die man den Menschen aus dem Saastal zuhält:Sie verstünden sich auf das Geniessenund auf die gemütliche Tour generell, geht imRhonetal die Rede. Anders der Einkaufsfachmannder Matterhorn Gotthard Bahn: Erstwenn er zu Berg geht, kommt er zur Ruhe.Ovo-Prinzip hält fitGepackt hat es ihn als Jugendlichen, der inSaas Grund aufgewachsen ist. Die erste Tourauf das Allalin weckte in ihm eine Unrast, diesich in ihm noch heute regt, sobald er Bergesieht. Da kann es durchaus sein, dass er an einemfreien Tag in aller Früh daheim in Ried-Brigstartet und Mitte Nachmittag bei seiner Mutterin Saas Grund zum Kaffee erscheint – bei beachtlicherRoutenwahl: Von Ried-Brig aus ziehtes ihn aufs Gebidum ob Visperterminen, überden Grat weiter via Kreuzboden zur Almagelleralpund von dort auf dem Panoramaweg zurJazzilücke, alles zu Fuss – eine satte Mehrtages-tour für normale Berggänger. Wie macht erdas? «Ich beherzige das Ovo-Prinzip», grinst erund fügt an: «Nicht besser, aber länger.»Die innere PulsuhrBeim Gehen komme er zur Ruhe, sagt er zumBergvirus. Irgendwann wurden aus den tausendHöhenmetern zweitausend und jedes«Den Damavand imIran haben noch nichtalle bestiegen.»Kilian Bumann.weitere Mal blieb der Anreiz, noch einen Zackenzuzulegen. Dabei geht er nie bis an dieLeistungsgrenze und bei schlechtem Wetterkehrte er auch schon um. «Ich will noch Freudehaben, wenn ich oben ankomme.» Lieberals auf die Pulsuhr hört er auf seine innere Uhr.Im Winter steht er mit ähnlicher Passion aufden Tourenskiern, und, das kommt hinzu, inden Ferien hievt er sich aufs Velo und fährtetwa allein auf dem Jakobsweg in Spanienvon Málaga nach Santiago. «Natürlich verbringeich auch Ferien mit meiner Frau»,lacht er. «Aber wenn sie nicht frei machenkann, reizt es mich, ein neues Land kennenzulernen.»Der Bergsteiger und Langstreckenfahrer siehtsich selber als «fitter Tourengänger» – der dieNatur liebt. Seinen «Hausberg», das Weissmies,habe er über all die Jahre in jedem Monateinmal bestiegen. Manchmal begleitenihn Kollegen, oft zieht er auf eigene Faust los.Das heisst, ganz allein ist der doch nicht: Anseinem Rucksack baumelt «z’Müsi». Sie hatihn bislang behütet. Eines fernen Tages wirdsie ihre Nase vielleicht auch im Iran ausstrecken.Der Damavand (5671 m) geistert alsProjekt in Bumanns Kopf herum. «Den habennoch nicht alle bestiegen.» >


Was wird in Zukunft wichtig sein,,damit Andermatt zu einer,touristischen Attraktion wird?,


andermatt · 11Bänz Simmen, Kiosk 61 – Internet Cafe, Andermatt, sagt:«Eine inneralpine Schneeschuhroute von Fieschnach Disentis, die zusammen mit der MatterhornGotthard Bahn angeboten wird – das braucht es.Als Bergvolk sollten wir über den Pass denken.Die alpine Pilgerroute lässt sichdank der Bahn ideal in Etappen aufteilen.»Li Weingartner, Stammgast in Andermatt, sagt:«Andermatt ist bereits eine Attraktion. Die Kraft derLandschaft stärkt mich für den Alltag –sei es die mystische Schöllenenschlucht oder daswildromantische Realp. Der perfekte Wintertagbeginnt mit dem ‹chüschtige› Brot vonBäcker Baumann und danach schätze ich die gutgespurte Skatingloipe.»Thomas Furger, Hotelier Gasthaus Piz Calmut, Oberalppass, sagt:«Der sonnige Nätschen sollte für Schneesportlerbesser erschlossen werden.Wir zählen auf die geplanten Schneeanlagen.»Bernadette Christen, Geschäftsführerin Andermatt-Urserntal Tourismus GmbH, sagt:«Wir sollten den Charme von Andermattgemeinsam – die Bevölkerung und Beschäftigteder Bahn, der Hotels, der Seilbahnen oderGewerbetreibende – nach aussen tragen.Allein wer den Gästen aus purerFreude verborgene Winkel zeigt, trägt zuspannenden Ferien bei.»


interview · 12Claudio Rossetti, wie lässt sichdas Leben in Fiesch an?Claudio Rossetti ist seit dem Frühjahr 2011 Direktor desSport- und Feriencenters Fiesch. Der Tessiner verleiht demFerienlager einen kulturellen Anstrich.■ Er trat ein grosses Erbe an: Claudio Rossettilöste im Frühjahr 2011 den langjährigen DirektorHerbert Volken ab. Das hindert den48-jährigen Tessiner nicht daran, dem genossenschaftlichenFerienlager einen neuen Anstrichzu geben.Claudio Rossetti, Sie leiteten eineKulturstiftung in Ascona. Wie lässt sichdas Leben in Fiesch an?Ich habe einen kleinen Schatz entdeckt,kannte ich doch diese Gegend zuvor kaum.Der Aletschgletscher mit seiner gut erschlossenenRegion und der Landschaftspark Binntal– das sind touristische Perlen. Ich traf aufoffene Leute und ich fühle mich sehr wohl.Und geschäftlich?Es ist schwierig, ein Ruder zu übernehmen,das eine Persönlichkeit wie Herbert Volkenüber Jahre geprägt hat. Jetzt ist die Zeit reiffür eine Neuausrichtung.Neuausrichtung – wohin?Bislang wurden vor allem die sportlichenAspekte des Feriencenters bedient. Künftigspielen die Natur und ihre Entdeckungsarteneine grosse Rolle. Wir wollen Emotionen wecken.Sport und Kultur gehen Hand in Hand.Wie verstehen Sie das?Indem wir die Geschichte mitvermitteln – et-Auf ein WortFitfaktor: Mehrmals in der Woche aufsBike, im Winter Ski fahren und schwimmen.Mein Favorit-Kunstwerk: HansErnis Sportsujets oder ein Bildzum Thema Frieden vonihm begeistern mich sehr.Der schönste Platz imCenter: Das Hallenbad,vor der offiziellen Öffnungszeit.Schwimmenmit Ausblick tutäusserst wohl.wa den Klimawandel auf einem Wandertrekkingerfahrbar machen. Das Center sollals vielseitiges Ressort im Aletschgebiet bekanntwerden. Nicht allein die Sportanlagen«Sport und Kulturgehen Hand in Hand.»Claudio Rossetti.stehen im Zentrum. Der LandschaftsparkBinntal und das UNESCO-Welterbe gestaltenden Aufenthalt mit. Ich denke an gemeinsameProdukte mit Brigerbad oderTrottinett-Abfahrten und vieles mehr.Dazu sollten die Gäste mobil an- undabreisen können.Die eigene Bahnhaltestelle und der Stundentaktin beide Richtungen sind schon mal gut.Mehr der Nachfrage entspräche der Halbstundentakt,den wir ja in naher Zukunft erhaltenwerden.Knapp die Hälfte der Gäste reist mitdem öffentlichen Verkehr an. Wie bringenSie Ihre Gäste auf die Bahn?Diesen Winter machen wir erstmals beiSnow ’n’ Rail mit: Wir bieten günstige Ski-Kombitickets mit An- und Abreise oder sogarmit Übernachtung in der neuen Jugendherbergean.RailAway-Gästeübernachten inder neuen Jugendherberge.Der Eurokurs liegt im Argen, die städtischeJugend lernt nicht mehr Ski fahren.Was bereitet Ihnen mehr Sorgen?Keines von beiden oder alle beide. Jeder dritteFeriencentergast stammt aus dem Ausland,vornehmlich aus Belgien oder Frankreich.Hier spüren wir den Einfluss des tiefenEuro. Was die Jugend anbelangt: Sport undBewegung sind mehr im Trend denn je – davonzeugen allein die Diskussionen im Kampfgegen das Übergewicht. >


innovation · 13Cleverer Kurzschluss im KopfReto Schumacher hilft der Zugsicherung mit einer Innovation auf die Sprünge. Dafür erhielt derfrischgebackene Elektroniker die Bestnote.■ Die Rollmaterialspezialisten der MatterhornGotthard Bahn testen in regelmässigenAbständen die Zugsicherungsgeräte. Ein Zugenthält bis zu sechs Magnete, die auf der Unterseiteeiner Lokomotive quasi als Empfängerdie Signale der befahrenen Strecke aufnehmen.Um die Geräte zu überprüfen,lösten die Techniker bislang jedes Magneteinzeln von Hand aus.Das sollte doch auch elektronisch möglichsein. Diesen elektronischen Test zu erfindenund zu konstruieren, fasste Reto Schumacher,inzwischen ausgebildeter Elektroniker,als Abschlussaufgabe während seines Praktikumsbei der Bahn.Tücken und TricksEr ahnte von Beginn an, wie er vorzugehenhatte. «Ich habe die Originalunterlagen desHerstellers gelesen und prüfte an einem altenTestgerät, ob meine Idee funktioniert», erklärter. Ihm schwebte ein Gerät mit einem Displayvor. Doch ganz ohne Hindernisse ging es nicht.So fiel, Tücke Nummer eins, die Leiterplatte vielgrösser aus als erwartet. Das brachte Tücke«Am alten Gerätprüfte ich, ob meineIdee funktioniert.»Reto Schumacher.Nummer zwei mit sich: Die Studentenversionder Software war zu beschränkt, um die Leiterplattein gewünschter Grösse herzustellen.«Ein Bekannter lieh mir seine Version – ein purerGlücksfall.» Es gab auch noch eine TückeNummer drei: Ein Mikroprozessor allein reichtenicht. «Ich installierte zwei, musste aber einProgramm entwickeln, damit die beiden untereinanderkommunizieren», erläutert er.Nachts weiterdenkenEin paar Nachtschichten habe ihn diesesAbenteuer gekostet. Pünktlich auf den Abgabeterminhin lieferte Reto Schumacher dasSelbsttestgerät ab. Es wertet die Daten derZugsicherung vollautomatisch aus und simuliertjede erdenkbare Situation auf dem Streckennetzder Matterhorn Gotthard Bahn.Reagieren die Magnete der Zugsicherung darauf,sind sie vollauf funktionstüchtig.Die Bestnote für die Abschlussarbeiten steht alsReverenz, dass sich seine Innovation im Betriebbewährt. Reto Schumacher, der eine «superspannendeZeit bei der Bahn erlebt hat», ziehtes einstweilen weiter. Er würde gerne in derForschung arbeiten. Oder in der Entwicklung.Den Einstand dazu hat er bereits geliefert. > Eine Leiterplatte (Leiterkarte, Platine) ist ein Trägerfür elektronische Bauteile. Sie dient der mechanischenBefestigung und elektrischen Verbindung. Nahezu jedeselektronische Gerät enthält eine oder mehrere Leiterplatten.Reto Schumacher prüft den Anschlussstecker des Zugsicherungsgeräts zum Testgerät (Bild oben) und das Rack-Zugsicherungsgerät(Bild unten links). Das elektronische Testgerät nimmt Form an – Reto Schumacher holt sich damit die Bestnote (grosses Bild).


einfach magazin retour · 14 · 14Gäste am ZugDie Kundinnen und Kunden fahrenzunehmend gerne mit der MatterhornGotthard Bahn, der GornergratBahn und dem Glacier Express.Zunehmend mehr Reisende nutzen den Autoverlad durch den Furkatunnel(Bild: Tunnelausfahrt bei Realp).Mehr und häufigere ZügeDer Autoverlad Furka verkehrt ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2011auch am Montag im Halbstundentakt.■ Die Stammkunden der Matterhorn GotthardBahn schätzen die Pünktlichkeit mit einem Wertvon 3,32 Punkten von maximal 4 Punkten – dasergab die jüngste Kundenbefragung des Bahn -unternehmens. Auch die Gäste äusserten sich sehrzufrieden: Das freundliche Personal (3,78), dieFachkompetenz des Zugpersonals (3,76), diesauberen Wagen (3,5) und die guten Anschlüsse(3,31) wurden höher bewertet als im Vorjahr.Einzig den Komfort des Rollmaterials beanstandetendie Reisenden: Die 3,3 Punkte liegen tiefer alszuvor.Beinahe perfekt unterwegs ist der Glacier Express:Ihm attestieren die Reisenden eine Gesamtnotevon 3,84 von 4 Punkten.■ Die Matterhorn Gotthard Bahn baut das Verlade-Angebot am Furkatunnel aus. Die Reisenden profitierenvon früheren Zügen und häufigeren Verbindungen.Von Freitag bis Montag fährt jede halbe Stunde in Zugin beide Richtungen. Von Dienstag bis Donnerstag istdie Verbindung im Stundentakt sichergestellt.Früher und späterAb dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 verlassendie ersten Verladezüge den Bahnhof Oberwaldbereits um 5.35 Uhr (bisher 6.00 Uhr) Richtung Realp.Die letzte Verbindung nach Realp fährt täglich um21.35 Uhr (bisher: 21.00 Uhr).Richtung Realp-Oberwald startet der erste Zug neuum 6.05 Uhr (bisher 6.30 Uhr). Der letzte Zug ab Realpverkehrt um 22.05 Uhr (bisher 21.30 Uhr). Davon profitierenvor allem auch Wochenendgäste, die am Freitagnach Büroschluss noch ins Wallis reisen.Bequemer bezahlenNeu soll es künftig auch möglich sein, den Autoverladbequem per Kreditkarte an der Schranke zu bezahlen.Die Reisenden können im Fahrzeug sitzen bleiben undgelangen unkompliziert ans Ziel. Die Preise bleibenunverändert. Für Vielfahrer lohnt die neue Punkte -karte für CHF 1250.– (2500 Punkte.)Die Fahrt durch den 15,4 Kilometer langen Tunnel zwischenOberwald und Realp dauert 15 Minuten. Sie istdie schnellste Verbindung zwischen dem Wallis undder Zentralschweiz.Leiser gleiten im GomsAuf der Strecke Niederwald–Biel im Goms verkehren dieZüge nun mit erheblich mehr Fahrkomfort.■ Möglich macht dies eine komplette Sanierung des Gleisober- und Unterbaus. Auf1,32 Kilometern – verteilt auf zwei Streckenabschnitte von 400 Metern und 920 MeternLänge – ist die Gleisgeometrie optimiert worden. In Tag- und vor allem Nachtarbeitenverlegten die Gleisbauer u.a. neue Schienen, erneuten die Fahrleitungen, saniertenzwei bestehende Bahnübergänge, ein weiterer Übergang wurde aufgehoben unddurch eine Strasse parallel zum Gleis ersetzt, und sie machten die Wallibachbrücke fit.Diese bietet nun mehr Sicherheit bei allfälligen Hochwassern. Totalsanierungen in diesemAusmass finden alle 40 bis 50 Jahre statt.


einfach retour rätsel · 15Zermatt topDer deutsche ADAC SkiGuide kürt Zermattzum dritten Mal in Folge zum besten Skigebiet2012 in der Kategorie «Ski alpin».■ 200 Skiregionen wetteiferten um die Spitze – in Zermattstimmt offenbar die Mischung: Für den deutschen AutomobilclubADAC ist das Skiangebot des «Matterhorn ski paradise»das Top-Skigebiet der Alpen schlechthin, und er vergibt ihmdarum den ersten Platz. Gefallen haben den Testern vor allemdie zahlreichen, abwechslungsreichen und länderübergreifendenPisten. Das gilt für die Pisten des «Matterhorn ski paradise»,des Gornergrats, des Rothorn paradise und des italienischenBreuil-Cervinia.Zum guten Image trägt auch die Matterhorn Gotthard Bahnbei: Bereits bei der Anreise in Täsch sei alles straff und gut organisiert,beschreibt der SkiGuide.AgendaBrunch im Zug:An Donnerstagen und Sonntagen ab 15. Januar2012 bis 8. April 2012vom 9. Juni bis 8. September 2011.GourmetfahrtAm 14., 21., 28. April sowie am 5., 12., 19. Mai 2012.Mondscheinfaszination Gornergrat8. Dez. 2011, 10. Jan. 2012, 7. Feb. 2012, 9. März2012, 6. April 201221. Horu Trophy Zermatt 12. Jan. bis 15. Jan.2012, CurlingturnierSurvela Marathon 28./29. Januar 2012Rivella Family Contest 5. Februar 2012Nätschen-Gütsch40. Int. Gommerlauf 25./26. Februar 2012Seppi-Tag 19. März 2012 Sedrun, Gratis Tageskartenfür alle Josefs.5. Zermatt Unplugged 17. bis 21. April 2012Die Matterhorn Gotthard Bahn gratuliertden Gewinnerinnen und Gewinnerndes Rätsels vom einfach retourSommer 2011. Der Hauptpreis ging anDoris Eggel, Brig.Weitere Preisgewinner:2. Preis: Hermine Burgener, Stalden3. Preis: Ruth Welti, WinterthurDiese Angaben sind ohne Gewähr.Lösung zu «einfach retour» 02/101. Preis: Gutschein von CHF 350.– für Erlebnisbahnprodukte der Matterhorn Gotthard Bahn / Gornergrat Bahn.2. Preis: Gutschein von CHF 250.– für Erlebnisbahnprodukte der Matterhorn Gotthard Bahn / Gornergrat Bahn.3. Preis: Gutschein von CHF 190.– für Erlebnisbahnprodukte der Matterhorn Gotthard Bahn / Gornergrat Bahn.Einsendeschluss: 10. Februar 2011. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über dieVerlosung wird keine Korrespondenz geführt.Einsenden an: Matterhorn Gotthard Bahn, «einfach retour», Bahnhofplatz 7, 3900 Brig. E-Mail: info@mgbahn.ch, Betreff: einfach retour.


Illustration: Max SpringDie Matterhorn Gotthard Bahn unterstützt den EHC Visp seit 1997 – mehr auf Seite 7.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine