gesunde stadt - Wiener Gesundheitsförderung

wig.or.at

gesunde stadt - Wiener Gesundheitsförderung

Fit mit jedem Schritt: Wie viel Alltagsbewegung bringt

Aktiv in den Frühling – Wien lädt zum gesunden Erkunden

FRÜHLING 2010 Im Einklang: Der Kreislauf zum Wohlbefinden

Gesunde Stadt

DAS MAGAZIN DER WIENER GESUNDHEITSFÖRDERUNG

IN

BEWEGUNG

BLEIBEN


INTERNATIONALER WELTGESUNDHEITSTAG

Wiener Gesundheitsspektakel

Sonntag, 11. April 2010

9.00–18.00 Uhr

Rund um das Burgtheater

Wien macht gesund:

Machen Sie mit uns

den ersten Schritt

GESUNDES LEBEN IN EINER GESUNDEN STADT.

Wien.

Für Dich.

LIEBE LESERIN,

LIEBER LESER!

Alles ist in Bewegung. So auch das

bewährte Magazin „Gesunde

Stadt“, das wir einem Relaunch

unterzogen haben. Es bildet nun die

Vielfalt und die Schwerpunkte der

Wiener Gesundheitsförderung ab:

Die Idee, jede Ausgabe einem

Themenschwerpunkt zu widmen,

behalten wir bei und beleuchten diesen

aus verschiedenen Blickwinkeln.

Ergänzt wird das Heft mit spannenden

Infos zu verschiedenen Projekten aus

der Gesundheitsförderung, gesundheitsrelevanten

Aktivitäten sowie

Neuigkeiten aus den Bezirken und

Infos zu Ausbildungswegen in der

Gesundheitsförderung. Weitere fixe

Bestandteile sind die anregende „Pro &

Contra“-Kolumne

sowie

die Kolumne

von Andreas

Kienzl, die

Ihre seeli -

sche Gesundheit

anregt.

Buchtipps,

ein Terminkalender

und

eine Serviceseite zum Schwerpunktthema

runden das Magazin ab.

Diese Ausgabe beschäftigt sich mit

Bewegung. Die Wissenschaft kann

nachweisen, wie viel Alltagsbewegung

bringt – auch im Vergleich zum Besuch

eines Fitnesscenters. Schade, dass

diese Form der Bewegung im Laufe

der letzten Jahre so abgenommen hat.

Doch das lässt sich ändern, in einer

Stadt wie Wien, die an allen Ecken

und Enden Raum für Bewegung bietet.

Wir wollen Sie mit der „Gesunden

Stadt“ auf jeden Fall bewegen und

vielleicht auch in Bewegung bringen.

Für ein gesundes Leben in einer

gesunden Stadt.

Dennis Beck

Geschäftsführer

Wiener Gesundheitsförderung – WiG

Fotos: Masterfile, Getty Images, Foto-Schuster

INHALT

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14

Mit Bewegung werden

Lerninhalte verankert. S. 20

News auf einen Blick

Interessante Neuigkeiten aus

der Gesundheitsförderung.

Im Alltag fit bleiben

Was tägliche Bewegung bringt

und wie viel davon nötig ist.

„Gesunde Stadt“ fragt nach

Umfrage: Warum haben Sie

die Rolltreppe genommen?

Auf in den Frühling

Reportage: Zu Fuß und per Rad

durch das schöne Wien.

Spielerisch Wissen sammeln

Kinder brauchen Bewegung,

dann macht Lernen Spaß!

Aktive Arbeitspause

Tipps für gesunde Bewegung

am Arbeitsplatz.

Im Zeichen der drei Säulen

Ernährung, Bewegung, Geist:

Wie alles zusammenhängt.

Fit im Alter

So bleibt man auch als SeniorIn

in gesunder Bewegung!

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21

Chancen auf den Top-Job

Immer mehr Junge starten ihre

Karriere im Gesundheitswesen.

Pro & Contra

Kalorien zählen, damit Kilos

purzeln? Eine Diskussion.

Aus den Bezirken

Spannende Veranstaltungen,

Tipps und Einrichtungen.

Bewegtes Lernen

Ein Projekt mit großem Erfolg

und noch mehr Potenzial.

Bewegte Frauen

Kulturelle Vielfalt mit jeder

Menge Action in Favoriten.

22 Termine

Wien, Österreich, weltweit:

Was wo los ist auf einen Blick.

23

Bleiben Sie in

Balance! S. 6

Was ist schon normal?

Humortherapeut Dr. Andreas

Kienzl über Verhaltensregeln.

3


Ernährungsinitiative in Apotheken

GESUNDES GRÄTZL

Der April steht in den Wiener Apotheken

ganz im Zeichen der gesunden

Ernährung. Gemeinsam

wollen die Wiener Gesundheitsförderung

und die Wiener Apothekerkammer

Lust auf gesundes Essen machen.

Basis dafür ist das Bewusstsein, dass

gesunde Ernährung auch gut

schmeckt. Dabei wird nicht mit dem

„erhobenen Zeigefinger“ gearbeitet,

sondern es werden leicht verständliche

Informationen und praxisnahe Tipps

gegeben. Allerdings: Was für Kinder

und Jugendliche gilt, kann sich bei älteren

Menschen ganz anders auswirken.

Deshalb wird im übersichtlich gestalteten

Folder auch bewusst auf die

unterschiedlichen Bedürfnisse Rücksicht

genommen. Unterstützt wird die

Aktion von Gesundheitsstadträtin

Sonja Wehsely, die sich der wichtigen

Rolle der Apothekerinnen und Apotheker

als Drehscheibe bei Fragen der Gesundheit

bewusst ist: „Durch die

Kooperation der Wiener Gesundheits-

förderung mit der Wiener Apothekerkammer

ist für mich sichergestellt,

dass die wichtigen Botschaften zum

Thema Gesunde Ernährung auch wirklich

bei den Wienerinnen und Wienern

ankommen.“ ●

Jenseits von 90-60-90:

Modeschau für jede Frau!

GESUNDHEIT HAT EIN GESCHLECHT

Von 10.000 haben nur sechs Frauen –

das entspricht 0,06 Prozent – die

„Idealmaße“ 90–60–90. Das zeigt

ganz klar: „Normale“ Frauen tun sich

schwer, dem Ideal auch nur nahezu -

kommen. Zumal die perfekten Maße der

Models am Computer zusätzlich

optimiert werden.

Zwei Jungdesignerinnen vom Modekolleg

Michelbeuern haben eine Kollektion

entworfen, die auch Frauen mit Normalfigur,

breiten Hüften und kurzen Beinen

richtig toll aussehen lässt. Mit speziellen

Schnitten und Stoffen entstanden

30 Outfits für Alltag, Business und Ball.

„Wichtige Botschaften zur gesunden

Ernährung stehen im Mittelpunkt.“

Sonja Wehsely, Gesundheitsstadträtin

Im Rahmen der Modeschau „90-60-90 –

Das Idealmaß im Visier“ haben sie ihre

Kollektion präsentiert. „Hoffentlich ein

Trend, der sich auch bei den großen

Designerinnen und Designern durchsetzen

wird“, meint Univ.-Prof. in

Dr. in Beate Wimmer-Puchinger, Frauengesundheitsbeauftragte

der Stadt Wien.

Die Initiative „S-O-Ess gegen ungesunde

Körperideale“ des Wiener Programms

für Frauengesundheit hat die

erfolgreiche Modeschau im Parkhotel

Schönbrunn unterstützt. ●

E-Mail: s-o-ess@ma15.wien.gv.at,

www.s-o-ess.at, www.hbla9.at

ARGE Selbsthilfe

wird zum Verein

SELBSTHILFE

Themenübergreifende Selbsthilfe-

Dachverbände und -Kontaktstellen

haben sich einst im Jänner 2000

zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen.

Dadurch wurden die

Ressourcen aus den verschiedenen Bereichen

verstärkt und gebündelt, mehr

als 1.000 Selbsthilfegruppen und -vereine

in ganz Österreich erhielten ein

gemeinsames Sprachrohr.

Damit sich die einzelnen Sektionen

aktiver einbringen können, wurde

diese „ARGE Selbsthilfe Österreich“

nun zum Verein erklärt. Die einzelnen

Gruppen erhalten dadurch ein eigenes

Stimmrecht und können sich nun noch

besser vernetzen und austauschen. ●

www.selbsthilfe-oesterreich.at

GESUNDE SCHULE

Sophie und David sind ineinander

verliebt: Warum ist Sex trotzdem

so kompliziert? Im neuen Aufklärungsfilm

„Sex, we can?!“ erfahren Jugendliche

im Alter von 14 bis 16 Jahren

alles, was rund ums Thema Geschlechtsverkehr

(und Verhütung)

wichtig ist. Der Animationsfilm begleitet

die Beziehung der beiden Jugend -

lichen vom Kennenlernen über den

ersten Kuss bis zum Sex und zur oft

auch enttäuschenden und von zu

hohen Erwartungen geprägten sexuellen

Erfahrung. Kurze Info-Sequenzen

erklären, warum man während der

Regel nicht absolut vor einer Schwan-

gerschaft sicher ist, dass Pornofilme

nicht der Realität entsprechen und dass

die „Pille danach“ wirklich nur für den

Notfall gedacht ist. Die Inhalte sind mit

Gesünder mit dem Internet:

Neuer Fitnesstest ist online

GESUNDE STADT

„Sex, we can?!“: So macht

Aufklärung richtig Spaß!

Sex und Verhütung:

Teenagern werden

diese Themen auf jugendgerechte

und spannende

Art nähergebracht.

Wie oft in der Woche essen Sie

zumindest eine faustgroße

Portion Obst oder Gemüse?

Wie viel Liter Wasser nehmen Sie

täglich zu sich? Wie häufig trinken Sie

Alkohol? Wenn Sie wissen wollen, wie

fit und gesund Sie wirklich sind,

brauchen Sie nur die fünf Fragen des

„Gesünder leben. Quick-Checks“ im

Internet beantworten. Dieser Test

wurde von ExpertInnen der Stadt Wien

und im Rahmen der Gesundheitsinitiative

von Stadträtin Sonja Wehsely entwickelt.

Nur fünf Klicks – und schon erfahren

Sie, wie es um Ihre Gesundheit

steht und was Sie tun können, um

Ihren Wohlfühlfaktor und Fitnesslevel

einem Schuss Humor gewürzt und vermitteln

die wichtigen Themen unpeinlich

und ehrlich – jugendgerecht eben.

Der sexualpädagogische Aufklärungsfilm

wurde vom Wiener Bildungsserver

ICE und dem Wiener Programm für

Frauengesundheit in Auftrag gegeben

und von der Wiener Gesundheitsförderung

unterstützt. ●

www.sexwecan.at

SELBSTHILFE

Unter dem Motto „Gemeinsam

ExpertInnen in eigener Sache“

bietet die Selbsthilfe-Unterstützungsstelle

SUS Wien, eine Serviceeinrichtung

der Wiener Gesundheitsförderung,

den Selbsthilfegruppen eine einzigartige

Plattform. Von 17. bis

21. Mai werden unterschiedliche Aktionen

gesetzt, um die Leistungen der

Selbsthilfegruppen einer breiten Öffentlichkeit

bekannt zu machen. Denn

kaum jemand weiß, dass es in Wien

260 Selbsthilfegruppen zu 150 verschie-

in gesundem Maße zu erhöhen. Denn:

Geeignete Tipps aus den jeweiligen Bereichen

werden gleich mitgeliefert.

Deckt der Test etwa Mängel bei der Ernährung

auf, bekommt man (leckere

„Mit dem neuen Gesundcheck-Test erfahren

Sie in wenigen Minuten, wie fit Sie sind!“

Sonja Wehsely, Wiens Gesundheitsstadträtin

und trotzdem herzgesunde) Rezepte,

Infos zu saisonalem Gemüse sowie

Kontakte zu Anlaufstellen (z. B. bei Essstörungen).

Bei Bewegungsdefiziten

wiederum bietet das Programm alle

Informationen zu tollen Lauf- und

Mountainbike-Strecken oder dem

Wander- und Radwegenetz in Wien. ●

www.gesundcheck-wien.at

Eine Woche der Selbsthilfe

denen Themen – von Alkohol bis Zöliakie

(Überempfindlichkeit gegen Gluten)

– gibt. 40.000 Mitglieder wurden

bislang gezählt, pro Jahr kommen rund

120.000 Menschen mit dem Thema

Selbsthilfe in Berührung. Die Angebote

im Rahmen der „Woche der Selbsthilfe“

sind so vielseitig wie das Thema selbst:

Sie reichen von einer Wanderausstellung

durch Einkaufszentren über den

„Tag der offenen Tür“ bei den Gruppen

bis zur Fachkonferenz und einem Publikumstag

im Rathaus. Das detaillierte

Programm ist ab April online. ●

www.sus-wien.at

gesunde stadt – frühling 2010

4 5

Fotos: Christian Pichler, Alexandra Kromus/PID, Corbis


Bewegung im Alltag kann richtig Spaß

machen! Auch bei Garten arbeiten steigern

sich Fitness level und Wohlbefinden.

gesunde stadt – frühling 2010

6 7

Fotos: Corbis, Peter Rigaud

Fit mit jedem Schritt:

Bewegt sein im Alltag

REGELMÄSSIGES GEHEN, RADELN ODER GARTENARBEIT REDUZIEREN

DAS RISIKO VON HERZ-KREISLAUF- ERKRANKUNGEN. UND DAMIT FÖRDERT

MAN AUCH DAS WOHLBEFINDEN. Marlene Auer

Treppe statt Lift, Fahrrad statt

Auto, zu Fuß gehen statt in

die U-Bahn zu steigen – es

sind die kleinen Dinge und

Wege im täglichen Leben, die

uns fit halten. Wer sich bewusst

aktiv bewegt, kurbelt Kreislauf

und Blutdruck an, stärkt das Immunsystem

und wird seltener krank.

Studien belegen sogar, dass ein hohes

Maß an Alltagsaktivitäten auf Dauer

vergleichbare Gesundheits- und Fit-

INTERVIEW

Dr. Paul Haber,

Bewegungsmediziner und Buchautor

Wie viel bringt Alltagsbewegung?

Sehr viel! Ohne tägliche Bewegung

werden wichtige Funktionen wie Stoffwechsel

und Kreislauf eingeschränkt.

Die Leistungsfähigkeit sinkt und man

wird schneller krank.

Gibt es ein zeitliches Idealmaß?

Ich rate dazu, täglich eine Stunde lang

zu gehen. Treppe statt Lift, kurze Strecken

zu Fuß bewältigen.

Ist das Fitnesscenter noch nötig?

Ja. Denn Alltagsbewegung kann Training

niemals vollständig ersetzen. Wer

mehrmals pro Woche auch Ausdauer

und Kraft trainiert, ist richtig fit.

nessergebnisse bewirkt wie ein konventionelles

Trainingsprogramm.

Grundsätzlich gilt: Drei bis vier über

den Tag verteilte Bewegungsimpulse,

vor allem ausdauernde Tätigkeiten mit

einer Mindestdauer von zehn Minuten,

führen zu einer Förderung des individuellen

Fitnesslevels und zu einer Verbesserung

der Gesundheit.

Büro- statt Feldarbeit. Doch die moderne,

schnelle Lebenswelt verlockt

Menschen dazu, sich immer weniger zu

bewegen. „Während bis zum Ende des

19. Jahrhunderts die meisten beruflichen

Tätigkeiten schwere körperliche

Arbeit waren, so lassen wir heute die

Schwerarbeit von Maschinen verrichten“,

bringt es der Bewegungsmediziner

und Buchautor Dr. Paul Haber auf

den Punkt.

Ganz klar, die Arbeitswelt hat sich gewandelt:

Damals wurden durch die Arbeit

durchschnittlich 3.500 Kilokalorien

am Tag verbraucht. Physische Arbeit

rückte immer mehr in den

Hintergrund. Die Elektronisierung mit

Computern, Internet, Telefon, Fax und

Co fesselt immer mehr Menschen an

den Schreibtisch. „Das ist der Grund,

warum seit den 50er-Jahren der Kilo -

kalorienverbrauch auf 2.500 zurück -

gegangen ist“, erklärt Haber. „Und er

sackt immer weiter ab.“

Besonders bedenklich ist, dass sich die

Menge der Nahrungsaufnahme nicht

dementsprechend mitverändert hat.

„Viele Menschen nehmen mit der Nah-

rung mehr Energie auf, als sie mit Bewegung

verbrauchen“, weiß der Mediziner.

Der Überschuss wird als Fett in den

Fettzellen deponiert und bietet, bei zu

wenig Bewegung, die Basis für Übergewicht

und Fettleibigkeit. Folgeerkrankungen

des Herz-Kreislauf-Systems

sind nicht selten und es gibt Auswirkungen

auf die Lebenserwartung.

Verlust an Bewegung. Deshalb ist es

unbedingt notwendig, bewusst aktiv

zu sein. Denn Habers Vergleich spricht

Bände: Waren die Menschen vor rund

100 Jahren täglich in Summe noch fünf

bis sechs Stunden in Bewegung, so sind

es heute im Schnitt nur noch

40 Minuten pro Tag! „Machen wir so

weiter, sind die Aussichten schlecht“,

Die Wiener Gesundheits

stadt rätin

Sonja Wehsely:

„Bewegung hält fit

und macht fröhlich.“

legt der Experte die Karten auf den

Tisch. „Dann wird laut Schätzungen in

Österreich ein Drittel der Bevölkerung

übergewichtig, ein weiteres Drittel

sogar krankhaft übergewichtig und

nur ein Drittel normalgewichtig sein.“

Mittel für gute Laune. Sportmuffel

müssen ja nicht gleich Gewichte stemmen.

Dr. Haber rät, sich einen Schritt-


macher zu besorgen und täglich über

den Tag verteilt rund 8.000 Schritte zu

tun. Ist der Körper in Aktion, steigert

sich nicht nur die Fitness, sondern auch

das Wohlbefinden. Gesundheitsstadträtin

Sonja Wehsely weiß: „Bewegung

ist ein wirksames Mittel gegen Depressionen,

fördert die Hirndurchblutung

und sorgt für gute Laune.“ Und all

jenen, die meinen, keine Zeit für

Buchtipp: Ernährung und

Bewegung für jung und

alt/Paul Haber, 24,90 Euro,

Springer-Verlag, ISBN:

978-3-211-29183-2

8.000 Schritte zu haben, nimmt Haber

den Wind aus den Segeln. Er weiß: „Es

ist nachgewiesen, dass man für den

Weg zu einem Standort, der sich in

einem Radius von 1,5 Kilometern rund

um einen selbst befindet, zu Fuß

schneller ist als beispielsweise mit dem

Auto.“ Immerhin muss man erst zum

Parkplatz gehen, dann an Ampeln halten

und schließlich erneut einen Parkplatz

finden. Die Analyse hat ergeben:

Wer direkt von Tür zu Tür spaziert, ist

im Durchschnitt schneller.

Ausdauer- und Krafttraining. Alltagsbewegung

bringt also viel, spart

sogar Zeit und fördert den Energieverbrauch.

Für noch mehr Ausdauer rät

Dr. Haber zusätzlich zu gezieltem Muskeltraining.

Untersuchungen haben

nämlich gezeigt, dass durch regelmäßiges,

zügiges Gehen das Risiko eines

Herzinfarktes um rund 40 Prozent gesenkt

wird. Bei jenen, die regelmäßig

Sport betreiben, sind es sogar 60 Prozent!

„Neben aktiver Bewegung im täglichen

Leben empfehle ich drei Mal pro

Woche Ausdauertraining in Form von

zum Beispiel Joggen oder Schwimmen“,

meint der Medi ziner. Dabei aber

nie ins Keuchen kommen, sondern das

Tempo stets der eigenen Kondition an-

„Warum benutzen Sie die

Rolltreppe statt der Stiege?“

UMFRAGE BEI WIENER U-BAHN-STATIONEN.

„In der Firma arbeite ich

auf drei Etagen und bin

daher stets in Bewegung.

Da bin ich auf dem

Hin- oder Rückweg zu faul

zum Stiegensteigen.“

Marion Koller, 29,

Einzelhandelsangestellte

„Ich lese oft Zeitung, wenn

ich unterwegs bin. Dabei

ist es einfach bequemer,

die Rolltreppe statt der

Stiege zu benutzen.“

Gerald Truzla, 47,

Bankangestellter

passen. Also: Bewegung bewirkt viel in

Körper und Geist. Mit kleinen Schritten

anfangen – egal wie alt man ist. Denn es

ist nie zu spät zu beginnen! ●

„Ich muss die Kleine in den

Kindergarten bringen. Wir

sind spät dran, da ist es

schneller, auf der Rolltreppe

zu stehen als zu Fuß

zu gehen. Kinder können ja

noch nicht so schnell Stiegen

steigen.“

Thomas Nistler, 47, Schauspieler

& Sänger, mit Anna

Marisa, 2 Jahre

Fotos: Corbis, Christopher Klettermayer (3), Michael Rausch-Schott

Aktiv in den

Wiener Frühling

OB MIT RAD, AUF SKATES

ODER ZU FUSS: DIE STADT

LÄDT ZUM GESUNDEN

ERKUNDEN. Isolde Seidl

Dynamisch schwingt sich

Ing. Thomas Berger auf

sein Fahrrad. In die Pedale

tritt er gerne und oft – egal

ob mit dem eigenen

Mountainbike oder dem

Dienstfahrrad der Abteilung für Stadtentwicklung

und Stadtplanung. Die

breiten Fuß- und Radwege, die über die

gesamte Donauinsel führen, kennt er

wie seine Westentasche. Wer sie

erkunden will, kann sich direkt vor Ort

Skates oder Fahrräder ausleihen. „Das

Angebot auf der Donauinsel ist sehr

vielfältig. Für uns ist es aber auch wichtig,

Radfahren im Alltag zu fördern, wir

bauen daher ein immer dichteres Netz

an Radwegen“, erzählt der Experte, der

auch in seiner Freizeit gerne Radtouren

unternimmt. Und er erkennt: Immer

mehr WienerInnen treten auch im Berufs-

und Einkaufsverkehr in die Pedale.

Ein Grund mehr, dass das Radwegenetz

wächst: Hatte es Anfang der

1990er-Jahre noch 190 Kilometer, sind

es heute mehr als 1.000!

Die Stadt zu Fuß erkunden. Neben

dem Trend zum Radeln lässt es sich in

Wien aber auch gut spazieren. Mit dem

Masterplan Verkehr räumt die Stadt, so

FußgängerInnenkoordinatorin Dipl.-

gesunde stadt – frühling 2010

Ing. in Gabriele Steinbach, „dem Fußgängerinnen-

und Fußgängerverkehr

eine hohe Priorität ein.“ Wichtige

Punkte sind etwa die Breite und die

Qualität der Wege, besonders der Oberfläche,

entsprechende Querungshilfen

bei Kreuzungen und Barrierefreiheit.

Wer mehr Bewegung sucht, kann auch

einen der zehn Stadtwanderwege be gehen

(Info dazu siehe unten). ●

Wiens zehn Stadtwanderwege

Alle sind gut beschildert und mit öffentlichen

Verkehrsmitteln erreichbar. Routen für jedermann

– von Familien bis hin zu Sportlichen.

Infos: MA 49, Telefon 01/40 00-49000 oder

www.wien.at/umwelt/wald/freizeit/wandern

INTERVIEW

Ing. Thomas Berger aus der MA 18,

Abtlg. Stadtentwicklung & Stadtplanung

Wie gut ist Wiens Radwegenetz?

Sehr gut! Und es wird innerstädtisch

ständig erweitert. Wir schließen Lücken

sukzessive. Wichtig ist, dass im Verkehr

eine Radfahrkultur entsteht.

Wie viele radeln im Alltag?

Das Angebot wird sehr gut angenommen.

Von 100 Wegen werden etwa fünf

mit dem Rad zurückgelegt. Das klingt

nicht nach sehr viel, aber wir haben tolle

Steigerungsraten.

Treten Sie auch in die Pedale?

Ja, privat sitze ich auf dem Mountainbike,

beruflich auf dem Dienstfahrrad – ein

Beitrag der Abteilung zur Gesundheit der

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

9


Viel Platz für

mehr Bewegung

SCHULFREIRÄUME SOLLEN DEM NATÜRLICHEN BEWEGUNGSDRANG VON

KINDERN JEDEN ALTERS UND GESCHLECHTS ENTGEGENKOMMEN. Claudia Rabl

Damit sich der Körper gut

entwickeln kann, sollten

sich Jugendliche jeden

Tag (!) eine Stunde lang

körperlich betätigen. Für

jüngere Kinder gilt: Zwei

bis drei Stunden Bewegung täglich sind

optimal, um Muskeln und Knochen zu

kräftigen, Beweglichkeit und Geschicklichkeit

zu verbessern und – um einfach

Spaß zu haben. Denn das stärkt die Psyche

und beugt Übergewicht und Depressionen

vor.

Laufen, Springen, Hüpfen und Toben

schulen nicht nur Motorik und Koordination

– auch soziales Verhalten und

Kommunikationsfähigkeit werden so

auf spielerische Art erworben und das

Selbstvertrauen gestärkt.

Action im Unterricht. Da der Nachwuchs

besonders viel Zeit in der Schule

verbringt, ist es wichtig, hier Freiräume

zu schaffen. In vielen Volksschu-

len ist daher das Modell des „Bewegten

Lernens“ bereits fest verankert (mehr

dazu siehe Seite 20).

Auch Schulfreiräume, das sind zum

Beispiel Pausenbereiche, Schulhöfe,

Sportflächen und Vergleichbares, sind

wichtige Bewegungszonen und Orte

der sozialen Begegnung. „Gewalt und

Konflikte werden seltener, weil die Kinder

nicht so unter Spannung stehen.

Power- und Ruhephasen wechseln ein-

„Wenn man Kindern den Raum gibt, sich

auszupowern, stehen sie nicht mehr so

stark unter Spannung. Konflikte kommen

damit seltener vor.“

Mag. a Andrea Rieß, Direktorin VS Pfeilgasse

ander ab“, unterstreicht Mag. a Andrea

Rieß, Direktorin der VS Pfeilgasse, die

Vorzüge.

Nahezu jede Schule verfügt über solche

Freiflächen. Wie sie von den SchülerInnen

genutzt werden, hängt von der Art

Da macht Lernen Spaß!

Direktorin Mag. a Rieß (l.) freut

sich über den Esprit der Kinder.

Buchtipp:

Gesundheits förderung

in der Schule/Wolfgang

Dür, 2008, EUR 29,95,

Verlag Hans Huber

ihrer Gestaltung und der zur Verfügung

gestellten Geräte und Materialien ab.

Aktivität ist eine Platzfrage. Im Zuge

des Projekts „Schulfreiräume und Geschlechterverhältnisse“

der Universität

Wien wurde festgestellt, dass Buben

für ihre Bewegungsaktivität wie etwa

Fußball viel Raum beanspruchen, während

Mädchen sich enger vernetzen

und dabei weniger Platz brauchen.

Um ihre Aktivität richtig zu unterstützen,

bedarf es einer geschlechtergerechten

Gestaltung von Schulfreiräumen.

Wie diese aussehen kann, erarbeitet

derzeit das Team gemeinsam mit

PädagogInnen und SchülerInnen. ●

www.schulfreiraum.com

Fotos: Michael Rausch-Schott, Corbis / Illustration: Markus Murlasits (3)

Arbeitspause –

aber richtig!

KOPFSCHMERZEN, RÜCKENPROBLEME, MANGELNDE

KONZENTRATION – BEWEGUNG AM ARBEITSPLATZ

KANN DEM VORBEUGEN. Nicole Kolisch

Nicht nur Kinder, auch die

Erwachsenen brauchen

regelmäßig Bewegung.

„Speziell wenn man unergonomisch

sitzt, kommt

es zu einer einseitigen

Belastung“, weiß Dr. in Elisabeth Müller-

Vanderspruit. Als Arbeitsmedizinerin

der Stadt Wien ist sie oft mit den Konsequenzen

konfrontiert: Verspannungen,

Muskelschmerzen, Probleme mit

dem Kreislauf.

Hinzu kommen Konzentrationsstörungen

und Kopfschmerzen, weil sich

die Muskulatur im Nacken verspannt.

Und letztlich leidet darunter auch die

Produktivität, weil man in Summe viel

weniger leistungsfähig ist.

Übungen für zwischendurch. Die

Lösung ist so einfach wie notwendig:

Entspannungspausen einlegen!

• Bewegung im Büro! Entlasten Sie Körper

und Geist mit kleinen aktiven

Übungen (siehe rechts).

Schon 90 Sekunden können für eine

kurze, „bewegte“ Pause ausreichen.

• In der Mittagspause aufstehen, nicht

am Schreibtisch die Lunchbox essen.

• Öfters ins Nachbarzimmer gehen,

anstatt mit KollegInnen via Computer

oder Telefon zu kommunizieren.

• Das Wichtigste ist, dass die Sitzposition

oft gewechselt wird. Ab und zu

„lümmeln“ ist erlaubt.

• Sitzauflagen (viskoelastische Sitz kissen)

stundenweise verwenden, sie entlasten

den Rücken.

• Individuelle Angebote der betrieblichen

Gesundheitsförderung nutzen,

ein Programm für eine „bewegte Pause“

erstellen lassen. ●

www.arbeitundgesundheit.at

Strecken und dehnen

Sie sich! Vor allem bei

Schreibtischarbeit will

der Körper zwischendurch

bewegt werden.

Nachmachen

empfohlen

„Wadenpumpe“: im Wechsel

auf Zehen und Fersen stellen.

Aufstehen, in die Hocke gehen und

eine imaginäre Wand wegschieben.

Malen Sie im Geist eine liegende

Acht. Das löst Denkblockaden.

10 11


Der Kreislauf

zum Glück

BEWEGUNG, ERNÄHRUNG UND SEELISCHE GESUNDHEIT – DAS SIND DIE

DREI SÄULEN FÜRS GESUNDBLEIBEN. WER NUR AN EINEM RÄDCHEN

DREHT, WIRD NICHT ERFOLGREICH SEIN. Marlene Auer, Christine Oberdorfer

Beim Zähneputzen auf

einem Bein stehen, kann

Ihr Leben verändern! Diese

kleine Übung ist nur eine

Möglichkeit, in den Kreislauf

einzusteigen, der zu

einem gesünderen und glücklicheren

Leben führt. Denn eines ist klar: Bewe-

Mehr Tipps zum Thema Gesundbleiben

gibt’s im neuen Ratgeber von

Prof. Hademar Bankhofer!

Ihre Gesundheit liegt mir am Herzen:

400 Seiten, EUR 15,

Südwest Verlag 2009,

ISBN: 978-3517085036

gung, Ernährung und seelische Gesundheit

hängen unmittelbar zusammen.

Experte auf diesem Gebiet ist Prof.

Hademar Bankhofer. Und wer ihn sieht,

weiß: Dieser Mann lebt, was er predigt.

„Nur wer alle drei Säulen pflegt, kann

körperliche und geistige Gesundheit

aufbauen“, erklärt der Experte.

Alle Säulen sind gleich bedeutsam.

Er bringt es auf den Punkt: „Leben ist

Bewegung – Bewegung ist Leben. Ein

wesentlicher Teil des Lebens ist ausgewogene

Ernährung, die uns mit Vitaminen,

Spurenelementen, Enzymen

und Bioaktivstoffen versorgt. Ohne

diese Nährstoffe haben wir nicht genug

Energie für Bewegung. Wenn Bewegung

und Ernährung stimmen, fühlen

wir uns wohl und schaffen die Basis für

seelische Gesundheit.“ Aber ganz klar,

nicht jeder Körper ist gleich. Kinder

und Jugendliche sind leichter zum

Sport zu motivieren, tun sich aber

schwer mit gesunder Ernährung. Bei

älteren Menschen ist das umgekehrt.

Und auch mit dem seelischen Gleichgewicht

kann es in der Pubertät schwierig

werden. Bankhofer: „Um das persön -

liche Ziel für Bewegung, Ernährung

und seelische Gesundheit zu erreichen,

muss man individuell herangehen.“

Benzin oder Diesel? Genauso wie es

einem Auto nicht egal ist, mit welchem

Kraftstoff es betankt wird, reagiert

auch unser Körper empfindlich auf

„falsche“ Energiezufuhr. Was gesund

ist, weiß man mittlerweile: weniger Fett

und Zucker, mehr Obst und Gemüse

und alles grundsätzlich in Maßen genießen.

Wichtig ist auch, sich bewusst

für das Essen Zeit zu nehmen. Ein

schnelles Essen im Stehen ist zwar eine

vollwertige Mahlzeit, der Körper

nimmt sie aber nicht so wahr – und meldet

bald wieder Hunger. Also: Wenn’s

ein Leberkäse-Semmerl sein muss,

dann genussvoll und im Sitzen.

Das sportliche Wochenprogramm,

das Hademar Bankhofer im Rahmen

der Gesundheitsinitiative von Stadträtin

Sonja Wehsely zusammengestellt

hat, ist ein guter Einstieg in ein gesundes

Leben. Beginnen Sie den Montag

mit Badezimmer-Fitness: Kniebeugen

und auf einem Bein stehen, kann man

gut neben dem Zähneputzen erledigen.

Der Dienstag wird zum „liftfreien“ Tag

erklärt – 100 Stufen sollten täglich zu

schaffen sein. Am Mittwoch wird Rad

gefahren – vom Fernsehsessel aus fünf

Minuten strampeln! Schönes Wetter

am Donnerstag? Eine Stunde spazieren

gehen steht auf dem Programm. Alternativ

dazu: 30 Minuten rückenschwimmen.

Am Freitag versuchen Sie, zwischendurch

immer wieder aufzu stehen

und ein paar Schritte (z. B. beim Telefonieren)

zu gehen. Turnen am Samstag:

Statt „normaler“ Liegestüt ze versuchen

Sie „Stehstütze“: Stellen Sie sich

in den Türrahmen, legen Sie die Handflächen

an diesen und machen Sie dieselbe

Abstütz-Bewegung wie sonst im

Liegen. Wenn Sie am Sonntag ausgeschlafen

haben, stellen Sie sich neben

das Bett und wippen auf den

Zehenspitzen auf und ab. Und noch

was: Gehen Sie doch mal tanzen! ●

Wer sein Leben aktiv

gestaltet, findet z. B.

auch in der Partnerschaft

das Glück.

WASSER IST LEBEN

Unser Körper besteht zu

70 Prozent aus Wasser. Damit Stoffwechsel

und Kreislauf funktionieren,

muss ständig Flüssigkeit

nachgeliefert werden.

Und wenn wir durstig sind,

ist das bereits ein Alarmzeichen

des Körpers. Wer sich

bewegt und schwitzt,

braucht noch mehr Wasser.

Am besten eignet sich

pures Wasser zum Auffüllen

der Speicher. Während

des Sports gilt: nie große

Mengen durch die Kehle

jagen. Der Körper verliert beim Schwitzen

nicht nur Wasser, sondern auch

Salze und Mineralstoffe. Das ideale

Getränk enthält ausreichend Mineralstoffe

und Vitamine, aber wenig bis gar

keinen Zucker. Gute Durstlöscher sind

stark verdünnte Fruchtsäfte mit einer

Messerspitze Salz.

TREIBSTOFF FÜR

DEN KÖRPER

Bis drei Stunden vor der sportlichen

Aktivität sollte keine „richtige Mahlzeit“

mehr gegessen werden.

Eine halbe Stunde vor

Trainingsbeginn sind etwa

Bananen, verdünnte

Fruchtsäfte oder kleine

kohlenhydrathaltige

Snacks und Riegel empfehlenswert.

Die zuletzt aufgenommene

Nahrung sollte

fettarm, kohlenhydratreich

und leicht verdaulich sein, damit

die Energie direkt in die sportliche

Aktivität fließen kann. Ideal: Äpfel,

Birnen, Bananen, Trockenfrüchte,

Studentenfutter oder einfache Müsliriegel

– ohne extra Zuckerzusatz!

gesunde stadt – frühling 2010

12 13

Fotos: Bankhofer, Getty Images (3)


Get moving!

Fit bleiben im Alter

14

BEWEGUNG KANN DAZU BEITRAGEN, FIT ZU BLEIBEN UND SICH RUNDUM

WOHLZUFÜHLEN. DABEI GEHT ES NICHT UM SPORTLICHE HÖCHSTLEISTUN-

GEN, SONDERN UM AKTIVITÄT IM ALLTAG. Isolde Seidl

Wer rastet, der rostet.

Alltagsbewegungen

tragen zum gesünderen

Leben bei.

„Geh jeden Tag mit

dem Hund hinaus,

auch wenn du keinen hast“, rät Univ.-

Prof. Dr. Michael Kolb vom Zentrum für

Sportwissenschaft und Universitätssport

der Universität Wien. „Patentrezept“

gibt es aber keines, da SeniorInnen

verschiedene Fitnesslevel haben.

Geraten wird, täglich mind. 30 Minuten

aktiv zu sein. Für EinsteigerInnen ideal

sind „Lebensstilaktivitäten“. Man verbindet

Bewegung mit Alltag, geht etwa

zu Fuß einkaufen. Besser täglich moderat

als ein Mal pro Woche intensiv.

Alle Generationen in Aktion. In

Wien leben rund 370.000 Menschen,

die älter als 60 Jahre sind. Die Stadt

bietet vieles für ein aktives und gesun-

des Altern – etwa im Generationenpark-Kagran.

Die Infrastruktur der Anlage

nimmt auf die Bedürfnisse aller Altersklassen

Rücksicht. Vergleichbare

Einrichtungen findet man im Rudolf-

Bednar-Park, im Kabelwerk- und im

Wilhelm-Neusser-Park.

Wien ist Vorreiter. Im Rahmen des

Projekts PASEO („Physical Activity

among Sedentary Older People“) erarbeitet

eine Projektgruppe des Instituts

für Sportwissenschaft der Uni Wien in

Kooperation mit der Wiener Gesundheitsförderung

und ExpertInnen aus

vielen Bereichen Maßnahmen zur Förderung

der Bewegungsaktivitäten für

ältere Menschen. Ziel ist, Strukturen

zwischen Organisationen zu vernetzen

sowie Kooperationen und Infrastrukturen

auszubauen. Das beginnt mit kleinen

Dingen, etwa die Spazierwege

abends besser zu beleuchten. ●

INTERVIEW

Ausflüge Ausflüge an der

frischen Luft halten

nicht nur nur gesund,

sondern tun auch

der Seele gut!

Dr. Michael Kolb vom Wiener Zentrum für

Sport wissenschaft & Universitätssport

Wie viel Bewegungsaktivitäten

empfehlen Sie älteren Menschen?

Täglich mindestens 30 Minuten – etwa

durch zu Fuß gehen, Stiegen steigen

oder Ausflüge unternehmen.

Wie animiert man SeniorInnen?

In Wien gibt es viele Angebote. Ziel des

PASEO-Projekts ist, diese bekannter

und zugänglich zu machen. Dass Bewegung

wichtig ist, wissen die meisten.

Wer arbeitet bei PASEO mit?

Eingebunden sind etwa auch Bildungsanbieter,

Sportverbände und Magistratische

Abteilungen. Der Plan soll in den

nächsten Jahren umgesetzt werden.

Foto: Corbis

BEWEGUNG:

TIPPS & TRICKS

Kursangebote von F. E. M:

Yoga, Pilates, Nordic Walking oder

Latin Dance: Das Kursprogramm von

F. E. M., dem Gesundheitszentrum

für Frauen, Eltern und Mädchen in

der Wiener Semmelweisklinik, lässt

sportlich keine Wünsche offen.

18., Bastiengasse 36–38,

Telefon 01/476 15-5771, www.fem.at

„Fit für Österreich“

Jeder Mensch soll die Möglichkeit zu

regelmäßiger Bewegung haben – im

Alltag genauso wie in Schule und

Beruf, in Simmering genauso wie in

der Donaustadt oder in der Wiener Vorstadt.

„Fit für Österreich“ informiert,

wann und wo Aktivitäten wie Klettern,

Qigong oder Schwimmen stattfinden.

www.fitfueroesterreich.at

„Mach mit“-Events

Kostenlose Bewegungsangebote locken

zum unverbindlichen Mitmachen.

Darunter: Night-Skaten oder

Frauenlauf-Treffs.

www.wien-event.at/bewegungFindet

Stadt/kostenloseEvents.cmi

Nordic Walking

Es beeinflusst Muskeln, Gelenke

und Organe in positiver Weise. Infos

zu dem gesunden Sport gibt es auf der

„Nordic Walking Organisation“-

Homepage.

www.nwo.at

Stürzen und Brüchen vorbeugen

Am Institut für Physikalische Medizin

und Rehabilitation des Sozialmedizinischen

Zentrums Sophienspital werden

ärztliche Erstuntersuchungen durchgeführt,

dabei Stürze analysiert, womit in

Folge Brüche vermieden werden können.

Mo–Fr 8–12 Uhr (Terminvereinbarung),

7., Apollogasse 19, Tel. 01/521 03-3408

gesunde stadt – frühling 2010

Das beste Rezept zur Gesundheit

Übergewicht oder erhöhter Blutdruck:

Risiko-PatientInnen können sich über

das Projekt „Bewegt gesund“ ab sofort

im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung

von ihren ÄrztInnen Bewegung

„verordnen“ lassen. „Bewegt gesund“

entstand auf Initiative der Wr. Gebietskrankenkasse

und „Fit für Österreich“.

Tel. 01/601 22-3800, www.bewegtgesund.at

Wiens Generationenspielplätze

In Wien gibt es vier so genannte Generationenspielplätze

sowohl für Alt wie

auch für Jung. Mit Fitness-Stationen,

farbenfrohen Kleinkinderbereichen,

spannenden Kletternetzen & Co sind

sie Orte der Begegnung, der Kommunikation

und der Ruhe.

2., Rudolf-Bednar-Park,

4., Wilhelm-Neusser-Park,

12., Kabelwerkpark,

22., Generationenpark-Kagran,

Garten-Telefon 01/ 40 00-8042

Buchtipp: „Die Heilkraft des Sports“

Rosi Mittermaier und Christian Neureuther

stellten mit dem Sportmediziner

Bernd Wolfarth ein Programm mit

leichten Übungen zusammen, bei dem

die heilende Kraft im Vordergrund

steht. Ebenfalls enthalten: mehrere Fitnesstests

und wertvolle

Tipps zur Motivationssteigerung.

EUR 15,40, 144 Seiten,

gebunden, Verlag

Nymphenburger,

ISBN 978-3485011297

Buchtipp: „No Sports!“

Wie man den Alltag „beweglicher“

gestaltet, zeigt der Bestsellerautor

Rudolf Nagiller in

seinem Buch

„No Sports!“.

EUR 9, 90, 159 Seiten,

Verlag Orac,

ISBN 978-3-7015-

0506-7

SERVICE

www.wien.at/umwelt/wald/freizeit

Mountainbiking im Wienerwald, wandern

in der Lobau oder spazieren gehen auf der

Donauinsel: Nur wenige Städte locken

mit so vielfältigen und attraktiven Freizeitmöglichkeiten

in der freien Natur wie Wien.

Tipp für LäuferInnen: Viele Laufstrecken in

Wiens Wäldern enthalten mit so genannten

„Running-Checkpoints“ nützliche Informationen

und Kilometermarkierungen.

www.tanzschulen.at

Tanzen ist ein Ritual, ein Brauchtum, eine darstellende

Kunstgattung, eine Berufstätigkeit,

eine Sportart, eine Therapieform oder schlicht

ein Gefühlsausdruck. Und es hält Körper und

Geist auf Trab. Also ab in die nächste Tanzschule

und Boogie-Woogie lernen!

www.wien.at/verkehr/radfahren

Ob günstiges Verkehrsmittel für den Alltag,

attraktives Freizeitgerät oder Konditions trainer:

Radfahren ist in jedem Fall gesund.

Deswegen investiert die Stadt auch laufend

in den Ausbau und Erhalt des Wiener Radwegenetzes,

das bis dato bereits mehr als

1.000 Kilometer (!) lang ist.

15


Top-Studium mit

besten Jobchancen

PUBLIC HEALTH UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG BOOMEN UND BIETEN NEUE

MÖGLICHKEITEN: EINE MODERNE AUSBILDUNG MIT PRAXIS IST DER ERSTE

SCHRITT ZU EINEM BERUF MIT ZUKUNFT. Peter Bernthaler

Auch Berufe entwickeln

sich dynamisch: Mit dem

sechssemestrigen Bachelor-Studiengang„Gesundheitsmanagement

und

Gesundheitsförderung

wird am Studienzentrum Pinkafeld der

FH Burgenland seit September 2002

eine moderne Ausbildung mit besten

Jobchancen angeboten. Die AbsolventInnen

finden ein breites Aufgabengebiet

in öffentlichen oder privaten

„Unsere Absolventinnen und Absolventen

können in der Gesundheitsförderung auch

Projektleitungen übernehmen.“

Prof. (FH) Mag. Dr. Erwin Gollner

Unternehmen des Gesundheits- und

Sozialwesens vor. Praktikumsplätze

und Jobangebote bringen die qualifizierten

AbsolventInnen in Einrichtun-

gen wie z. B. die AUVA, weitere Versicherungen

oder in psychologische Teams.

Diese profitieren von ihrer hohen fachlichen

Qualität. „Denn Studentinnen

und Studenten dieser Ausbildung erwerben

nicht nur spezifische inhalt -

liche Gesundheitsförderungs-Kompetenzen,

sondern verfügen auch über

Management- und betriebswirtschaftliches

Know-how“, weiß Studiengangsleiter

Prof. (FH) Mag. Dr. Erwin Gollner.

Große Nachfrage. Nur die Besten kommen

durch. Den 40 Studienplätzen pro

Jahr stehen rund 200 BewerberInnen

gegenüber. Wer den Reihungstest besteht,

wird zum Bewerbungsgespräch

eingeladen und muss eine Präsentation

halten sowie ein Motivationsgespräch

führen. Doch es lohnt sich: Die Hälfte

der bisherigen AbsolventInnen trat direkt

nach der dreijährigen Studienzeit

in die Berufswelt ein, die andere Hälfte

Praxisorientierte

Ausbildung bedeutet

lebendiges Lernen

und günstige Job-

Perspektiven.

wählte aufbauend das Master-Studium

„Management im Gesundheitswesen“.

Ausbildungsplus. Speziell bei der Gesundheitsförderung

ist die Ausbildung

sehr praxisnah angelegt. Dabei werden

Projekte für bestimmte Zielgruppen

oder Bevölkerungsschichten in unterschiedlichen

Settings wie zum Beispiel

Familie, Schule oder Grätzl entwickelt

und angeboten.

Studiengangs-AbsolventIn nen können

auch als Projektverantwortliche oder

MitarbeiterInnen diverser Einrichtungen

tätig werden. ●

www.fh-burgenland.at

Studienschwerpunkte

Gesundheitsförderung und

Gesundheitsmanagement

Wirtschafts- und Rechtswissenschaften

Gesundheitswissenschaften

Methoden und Umsetzungstechniken

WER WILL, DASS KILOS PURZELN, MUSS AUF DIE ERNÄHRUNG

ACHTEN. DOCH IST ES SINNVOLL, BEI JEDER MAHLZEIT KALORIEN ZU

ZÄHLEN? ZWEI PROFIS, ZWEI MEINUNGEN.

PRO

Eveline Hejlek,

Gründerin und

Gesellschafterin der

Weight Watchers in

Österreich

Nur wenn mehr Kalorien

verbraucht als zugeführt

werden, kann

abgenommen werden.

Beim Weight-Watchers-Programm

hat jede Zutat einen POINTS-

Wert, der auf der Menge an Kilo kalorien, Fett und

Ballaststoffen basiert. Wer wie viel und was essen

darf, wird individuell nach Alter, Geschlecht,

Körpergröße, Lebensstil und Ausgangsgewicht

bestimmt. Generell ist es wichtig, langfristig auf

eine ausgewogene und gesunde Ernährung zu

achten, bei der der Körper mit Obst und Gemüse,

Eiweiß, komplexen Kohlenhydraten und zu

einem geringen Anteil auch mit Fett versorgt

wird. Dabei gibt es einige kalorienreduzierte Produkte,

die Abnehmwil ligen das Leben erleichtern

können – aber auch Naschen ist erlaubt.

Denn wer auf Dauer Gewicht reduzieren will,

muss lernen, diese „Schmankerln“ ganz bewusst

einzuplanen. Das Stück Schokolade etwa soll genossen

und ohne schlechtes Gewissen ins

POINTS-Programm eingetragen

werden. Abnehmen sollte,

wer sich in seiner Haut nicht

mehr wohlfühlt, aufgrund des

Gewichts bereits

gesundheitliche Prob leme

hat und natürlich die

Gewichts tabelle der WHO

nicht unterschreitet.

www.weightwatchers.at

Prof. Bernhard Ludwig,

Psychologe, Erfinder des

Seminarkabaretts und

„Magermassenmanager“

CONTRA

Wenn einem unsagbar

langweilig ist, kann

man natürlich jede

Mahlzeit penibel

notieren. Ich finde

aber, dass man sich auf sein Gehirn verlassen

kann. Der Körper weiß, was er braucht. Es gibt ja

auch keine gesunden und ungesunden Nahrungsmittel,

nur eine bedarfsgerechte Ernährung.

Also: Was schmeckt mir, wie vertrage ich es

und wie steht’s mit meiner Verdauung? Ganz

wichtig ist da auch, das Essen zu genießen und

sich nicht vollzustopfen. Bei meinem Programm

„10in2“, dieses ist keine Diät, sondern ein Lebensstil,

ist Abnehmen ganz simpel. Einen Tag

lang wird gegessen, einen gefastet. Vorteil: Obwohl

man gerne und viel isst, nimmt man an Körperfett

ab und an Lebensalter zu. Außerdem

muss man sich jeden zweiten Tag keine Gedanken

übers Einkaufen und Kochen machen und

hat mehr Zeit für Sex – oder Minigolf für

die Zölibatjunkies. Und weg mit der Waage! Ob

jemand zu dick ist, hat nichts

mit dem Gewicht zu tun,

sondern mit Bauchumfang,

Kleidergröße und Blutwerten.

Versuchen Sie es erst gar

nicht mit Diäten. 100 Prozent

dieser „Kuren“ sind dumm –

genauso wie Light-Produkte!

Info und Termine:

www.seminarkabarett.com

gesunde stadt – frühling 2010

16 17

Fotos: Corbis (2), Michael Godowitsch, Prof. Ludwig Rusch

Kalorien zählen

zum Abnehmen?


AUS DEN BEZIRKEN

5. MARGARETEN

Nachhaltigkeitstag

Unter dem Motto „Margareten, die

Zukunft, Nachhaltigkeit im Umweltmusterbezirk“

lernen Interessierte

alles über den verantwortungsvollen

Bezirksvorsteher Kurt Wimmer und interessierte Kids

beim Nachhaltigkeitstag in Margareten.

18

Umgang mit Energie, dem Wiener

Wasser, der Umwelt und unserer Gesundheit.

Es gibt u. a. eine Verkostung

von hochwertigen Bio-Produkten und

mehrere Ausstellungen – zum Beispiel

über gesunde Ernährung.

8. April 2010, 17–21 Uhr

polycollege, Stöbergasse 11–15

6. MARIAHILF

Beratungsstelle COURAGE

Die PartnerInnen-, Familien- und

Sexualberatungsstelle COURAGE ist

die erste im Sinne des Familien beratungs

förderungsgesetzes und der

Stadt Wien anerkannte Anlaufstelle für

gleichgeschlechtliche Lebensweisen.

Kostenlose und anonyme Beratung vor

allem für Lesben, Schwule, Bisexuelle,

TransGenderPersonen & Angehörige.

Mo bis Do, 9–15 Uhr,

Windmühlgasse 15/1/7, Tel. 01/585 69 66,

www.courage-beratung.at

9. ALSERGRUND

Walken am Donaukanal

Bereits zum dritten Mal findet in

diesem Frühjahr die Veranstaltung

mit Bezirksvorsteherin Martina Malyar

statt. Termin: Samstag, 17. April.

Treffpunkt: 10 Uhr am Vorplatz der

U4/U6-Station Spittelau, keine

Anmeldung erforderlich.

Pionierarbeit am Alsergrund

Seit mittlerweile elf Jahren steht die

Lokale Agenda 21 in Wien für die

Entwicklung und Umsetzung lokaler

Projekte unter Beteiligung der BürgerInnen.

Im 9. Wiener Gemeindebezirk

wurde dieses Modell jetzt unter dem

neuen Titel „Agenda 21 Plus“ bis zum

Jahr 2012 verlängert. Bei der neuen

Initiative gestalten BewohnerInnen

ihre Lebensräume im Alsergrund

wieder aktiv mit. Zahlreiche Projekte

wurden seit Beginn der basisdemokratischen

Mitbestimmung im Jahr 1998

schon umgesetzt, weitere Ideen und

Planungsvorschläge sind aber jederzeit

willkommen.

www.la21wien.at

10. FAVORITEN

Mädchen- und Frauenschwimmen

Das Amalienbad (siehe Bild rechts

unten) erfreut sich auch in diesem Jahr

wieder jeden Sonntag großer Beliebtheit

bei Mädchen und Frauen. Das

Schwimmareal ist an diesen Abenden

nämlich exklusiv für interessierte

Wienerinnen von 18–21 Uhr zum Mädchen-

und Frauenschwimmen geöffnet.

Die Rettungsschwimmerinnen des

Wiener Jugendrotkreuz sorgen für

die Sicherheit der Teilnehmerinnen.

„Eine tolle Sache“, findet Bezirksvorsteherin

Hermine Mospointner.

Preise: Erwachsene 4 Euro, Jugend liche

2,50 Euro, Kinder 1,50 Euro.

Amalienbad, Reumannplatz 23

Telefon 01/607 47 47

15. RUDOLFSHEIM-FÜNFHAUS

Feel Good – Gesundheitsvorsorge

Diese Aktion ist ein niederschwelliges,

mehrsprachiges Angebot im Gesundheitsvorsorgebereich.

Junge Menschen

erhalten Beratung zu Bewegung,

Lebensstil und Ernährung. Bezirksvorsteher

Gerhard Zatlokal und die Stadt

Wien kommen gemeinsam für die Finanzierung

des Projekts auf.

Mehr Infos: Verein Zeit!Raum

Sechshauser Straße 68–70

Telefon 01/892 74 00

E-Mail: office@zeitraum.org

SOPHIE – BildungsRaum

für Prostituierte

Krisenintervention, Rechtsbeistand,

gezielte Sozialbetreuung. Migrantinnen

in der Prostitution bekommen

spezifische muttersprachliche Unterstützung

und Beratung, besonders

in Fragen des Aufenthalts und des

Arbeitsmarktzuganges.

Bildungsangebote, Berufsorientierung

und Unterstützung bei einem etwaigen

Umstiegsprozess folgen im

Rahmen der zur Verfügung stehenden

Ressourcen.

www.sophie.or.at

16. OTTAKRING

FEM Elternambulanz

Spezialambulanz für Frauen mit psychischen

Krisen während der Schwangerschaft

im Wilhelminenspital.

Es werden Orientierungsgespräche,

Fotos: Bezirksvorstehung Margareten, Ludwig Schedl, Corbis, Andreas Urban

Diagnostik, Krisenintervention, Entlastungsgespräche

zu Schwangerschaft,

Geburt und Elternschaft

angeboten. Es gibt auch ein

türkischsprachiges Angebot.

Kontakt: Mag. a Franziska Pruckner

Information unter Tel. 0650/546 30 66

Medizinische Plattform Ottakring

Die Vortragsreihe soll aufgrund der

großen Nachfrage und Beliebtheit

unter FachärztInnen bereits im

Sommer 2010 fortgesetzt werden.

Ziel ist es, ein aktives Kommunikationsforum

für MedizinerInnen in

Ottakring zu schaffen. So kann die

Kooperation zwischen Wilhelminenspital

und niedergelassenen ÄrztInnen

gefördert werden.

Infos: Sabrina Firmkranz,

Telefon 01/40 00-16129

Neugestaltung Yppenplatz

Der 4.500 Quadratmeter große Platz

im Herzen des Bezirks wird seit dem

letzten Herbst umgestaltet. Der Grünanteil

wird erhöht und gleichzeitig

bekommt die Fläche ein Wasserspiel,

das besonders in Sommermonaten für

Spaß und Abkühlung sorgen soll.

Ein neuer Bodenbelag, die Erneuerung

des Ballspielplatzes, bunte Sitzgelegenheiten

und die Gestaltung des

Kinderspielplatzes im Marktstil sind

die weiteren Baumaßnahmen. Die Eröffnung

ist für das Frühjahr geplant.

20. BRIGITTENAU

Neues Spielgerät

Ein Wunsch der Sprösslinge wurde am

Allerheiligenplatz wahr. Schon Ende

September 2009 wurde das „Toboggan“

im Allerheiligenpark durch

Bezirksvorsteher Hannes Derfler

eröffnet. Zum Frühlingsbeginn wird

jetzt der sieben Meter hohe Turm

wieder zum attraktiven Spielplatz für

Kinder. Das Projekt entstand übrigens

im SchülerInnenparlament „word

gesunde stadt – frühling 2010

p

up!“, in dem Attraktionen für Jugendliche

diskutiert wurden.

Standort: Allerheiligenpark

21. FLORIDSDORF

Erlebnisradweg

„Dampfross und Drahtesel“ ist ein

besonderer Radweg zwischen Stammersdorf

und Pillichsdorf. Wo einst

die Lok fuhr, können Erlebnishungrige

heute in die Pedale treten. 14 Kilometer

mit neun spannenden Stationen erinnern

an die Zeit der „Dampfrösser“.

Rastplätze, wie der Dornröschenkeller

in der Stammersdorfer Kellergasse,

machen es müden FahrerInnen leichter.

Am Rendezvousberg können sie

neue Kraft tanken.

Mehr Infos: www.wien.at/stadtent

wicklung/projekte/erlebnisradweg

22. DONAUSTADT

Donaustädter Lachclub

Muskulaturlockernd und schmerzhemmend

– Lachen hat dieselbe

Wirkung wie 45 Minuten Meditation.

Der Körper schüttet dabei Glücksstoffe

aus und baut gleichzeitig Stresshormone

ab. Die Veranstaltungsreihe ist

eine Kooperation der HTL Donaustadt

und der Volkshilfe Donaustadt und

wird von Monika Müksch geleitet.

Die Teilnahme ist kostenlos und eine

Herzhaft lachen kann man wieder im Donaustädter

Lachclub. Merke: Lachen ist gesund!

Anmeldung nicht notwendig.

Termine: Dienstag, 27. April,

Donnerstag, 27. Mai. Beginn: 18 Uhr

HTL Donaustadt, Donaustadtstraße 45

Mehr Infos: www.einherzfuerwien.at/

veranstaltungen/LachClubs.html

23. LIESING

SeniorInnen gestalten mit

Unter diesem Titel läuft seit vergan genem

Herbst unter der Leitung von

Bezirksvorsteher Manfred Wurm eine

Aktion zur Mitbestimmung für die

ältere Generation. Die SeniorInnen

sollen bei der Gestaltung von Parks

und Grünanlagen eingebunden werden

und ihre Vorschläge zur Beseitigung

von Hindernissen auf Gehwegen

und in Bezug auf die Sicherheit an die

Bezirksvorstehung richten.

Ideen an: Telefon 01/40 00-23 114

E-Mail: post@bv23.wien.gv.at

Der neue Spielturm gefällt Jung und Alt.

19


„Bewegtes Lernen“

auf dem Stundenplan

GESUNDE SCHULE

STILL SITZEN IM KLASSENZIMMER WAR EINMAL. SPIELERISCH WISSEN

SAMMELN MACHT KINDERN LUST AUF LERNEN – UND FÖRDERT NOCH DAZU

IHRE FITNESS! EIN WIENER PROJEKT ZEIGT, WIE ES GEHT. Nicole Kolisch

Auf Buchstabenteppichen

hüpfen, geometrische Figuren

durch MitschülerInnen

darstellen oder

Sätze aus Wörter-Tafeln

legen – bei der Initiative

„Bewegtes Lernen“ wird Kindern

„Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen

der Haltung runden das Projekt ab. Dafür

steht ein eigenes Team an Orthopädinnen

und Orthopäden bereit.“

Dipl.-Päd. in Marina Thuma

spielerisch Lesen, Rechnen, Schreiben

und mehr nähergebracht. Dipl.-Päd. in

Marina Thuma (MBA) setzt

das vom Institut für Bewegtes

Lernen ins Leben gerufene

Konzept seit mittlerweile

zehn Jahren erfolgreich um.

Die gemeinsame Zielvereinbarung

des Instituts und der

Wiener Gesundheitsförderung

wurde einst im Rahmen

des Gesundheitsförderungsprogramms

2000 mit dem

Schwerpunkt „Prävention

und Haltungsschäden“ getroffen.

Körper und Geist sind fit.

Die VolksschülerInnen aus

bereits 180 Klassen in Wiener

Schulen werden von eigens

geschulten PädagogInnen

unterrichtet und haben, im

Vergleich zu Regelklassen,

eine Turnstunde mehr pro Woche. „Das

ist aber noch nicht genug“, meint

Thuma, „wir bieten Bewegung in jeder

einzelnen Schulstunde an. Der aktive

Unterricht dient als Ausgleich, zur Prävention

von Haltungsschäden und zur

Konzentrationssteigerung.“

Aber damit nicht genug: Inhalte, die

auf diese Art gelernt werden, verankern

sich tief im kindlichen Gedächtnis.

Weiters werden die sportmotorischen

Fähigkeiten gefördert und das Zusammengehörigkeitsgefühl

gestärkt. Abgerundet

wird das Projekt durch die

Kooperation mit OrthopädInnen der

Stadt Wien, denn schon von klein an

Lerninhalte verankern

sich tief im Gedächtnis,

wenn sie mit Bewegung

verbunden werden.

Comicbroschüre 8 „Bello & Co“

für 6- bis 12-Jährige:

Methoden zum spielerischen

Lernen, kindgerecht aufbereitet.

Zu bestellen unter:

http://auva-schulmedien.info

sind Vorsorgeuntersuchungen für eine

gesunde Körperhaltung wichtig.

Hinter den Kulissen. Neben den ProjektträgerInnen

unterstützen etwa

Stadtschulrat, Pädagogische Hochschule

Wien, Sportministerium sowie

MA 15, MA 51 und MA 56 das Projekt. ●

www.bewegtes-lernen-wien.at

gesunde stadt – frühling 2010

20 21

Fotos: Masterfile, Wr. Gesundheitsförderung – WIG

Ergreifende

Begegnungen

AB APRIL GEHT ES LOS! DANN STARTET IN FAVORITEN DAS PROJEKT

„BEWEGTE FRAUEN“. SPASS AN BEWEGUNG FÜR MIGRANTINNEN WIRD

DABEI GROSSGESCHRIEBEN. Claudia Rabl

GESUNDES GRÄTZL

Männer haben keinen

Zutritt. Dafür sind

Frauen aller Nationalitäten

eingeladen, ein

Mal pro Woche in

einem angenehmen

Umfeld gemeinsam Bewegung zu machen.

Vermittelt werden einfache

Übungen für Körperwahrnehmung,

Haltung, Ausdauer und Kräftigung.

Auch der eine oder andere Tanz kann in

Grundzügen erlernt werden.

Vor allem geht es darum, den Frauen die

Grundideen von Bewegung näherzubringen,

ihre Körperwahrnehmung zu

stärken und somit ihr allgemeines Gesundheitsbewusstsein.

Vorkenntnisse

sind nicht notwendig. Mitzubringen ist

nur die Bereitschaft, sich zu bewegen

und Spaß daran zu finden. Angesprochen

sind alle Frauen zwischen 18 und

50 Jahren mit Migrationshintergrund .

Potenzial zum Wachsen. „Im Bereich

Gesundheits- und Bewegungsförderung

für Migrantinnen gibt es bisher

noch viel zu wenig Angebot“, meint

Mag. a Birgit Wesp von der Wiener

Gesundheitsförderung. Deshalb ist das

langfristige Ziel des Projekts „Bewegte

Frauen“, das von der Wiener Gesundheitsförderung

in Kooperation mit

FEM Süd auf die Beine gestellt wird,

diese Kurse in Kultur institutionen und

Sportvereinen zu institutionalisieren.

„In einem Pilotprojekt aus dem Jahr

2007 konnte festgestellt werden, dass

die Frauen das Angebot mit Freude und

Begeisterung annehmen, wenn das

passende Umfeld für sie bereitgestellt

wird. Auf Dauer sollte also eine Auswahl

an bewegungsfördernden Kursen

für Migrantinnen selbstverständlich

werden“, wünscht sich die Expertin

und sieht viel Potenzial in dem Projekt.

Schulungen möglich. Für besonders

motivierte und talentierte Teilnehmerinnen

besteht die Möglichkeit, sich als

Multiplikatorinnen schulen zu lassen.

Dabei lernen sie, wie sie Bewegungs -

Buchtipp: Frauen. Gesundheit.

Soziale Lage/H. Wolf, M.

Endler, B. Wimmer-Puchinger,

EUR 19,90, ISBN: 978-3-7089-

0542-6

inhalte und Übungen weitergeben und

gegen geringe Bezahlung in ihrer Community

sogar unterrichten können. So

wird nicht nur Körper-, sondern auch

Selbstbewusstsein gestärkt, es ist ein

wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit

und gelebter Integration.

Für alle erschwinglich. Bewegung ist

der beste Zugang zur allgemeinen Gesundheitsförderung.

Mit dem Kursan-

„Auf Dauer soll eine Auswahl an

Bewegungskursen für Migrantinnen

selbstverständlich werden.“

Mag. a Birgit Wesp von der Wiener

Gesundheitsförderung

gebot sollen möglichst viele Frauen erreicht

werden – und der Beitrag von

einem Euro pro Einheit ist für alle erschwinglich.

Die Kurse werden einheitlich

in deutscher Sprache geführt. ●

www.einherzfuerwien.at, www.fem.at


TERMINE

22

WIEN

Sonntag, 11. April

Wiener Gesundheitsspektakel

Anlässlich des Weltgesundheitstags

lädt die Wiener Gesundheitsförderung

zu Aktiv-Stationen, der „Genusstafel“

und mehr von 10 bis 18 Uhr rund um

das Burgtheater.

www.einherzfuerwien.at

Freitag, 16. April

4. Wiener Schmerztag

Schmerz muss nicht sein! Infos von

Top-MedizinerInnen und kostenlose

Gesundheitsangebote wie Wirbelsäulencheck,

Sehtest, Elektro-Akupunktur

und vieles mehr.

Veranstalter: Krankenhaus der Barmherzigen

Brüder Wien und CONTRA

DOLOREM. Eintritt frei.

Ort: Rathaus, 10–18.30 Uhr

www.schmerztag.at

22. bis 23. April

Leben in Bewegung

Bewegungsspezifische Strategien der

Gesundheitsförderung im Rahmen der

12. Österr. Präventionstagung des

Fonds Gesundes Österreich.

Teilnahmegebühr: 35 Euro.

Ort: 22., Tech Gate Vienna

Anmeldung: www.evotion.at/fgoe

Mittwoch, 28. April

7. Wiener Diabetestag

Erste Anzeichen, Tipps für Betroffene,

Show-Cooking und mehr. Fortbildungs-

und Publikumsevent.

Veranstalter: Krankenhaus Hietzing

mit der Österr. Adipositasgesellschaft

und der Österr. Diabetesgesellschaft.

Eintritt frei. Ort: Rathaus, 10–17 Uhr

www.conventiongroup.at

Freitag, 7. Mai

Jugend-Talkrunde

City & Life, das Jugendmagazin der

Stadt Wien, veranstaltet eine neue

Jugend-Talkreihe für SchülerInnen.

Erstes Talk-Thema: Schönheit.

www.cityandlife.at

Donnerstag, 27. Mai

Gesundheitsförderung

macht Schule

Strategien und Methoden;

Ort: Tagungszentrum Schloss

Schönbrunn. Veranstalter ist der

Fonds Gesundes Österreich.

www.fgoe.org

21. bis 25. Juni

Kinder-Gesundheitswoche 2010

Kinder (8–14 J.) werden u. a. durch

Workshops und eine Ausstellung gesundheitsbewusster.

Eine der HauptsponsorInnen

ist die Wiener Gesundheitsförderung.

Nur für Schulklassen.

www.kindergesundheitswoche.at

ÖSTERREICH

16. bis 18. Juni

EUFEP Kongress 2010

Beim Europäischen Forum für evidenzbasierte

Prävention sprechen Profis

über entsprechende nationale und

internationale Programme.

Ort: Congress Casino Baden

www.eufep.at

8. bis 10. April

9. Tagung der Österreichischen

Gesellschaft für Psychologie

ExpertInnen diskutieren über Entwicklungen

und neue Erkenntnisse.

Veranstalter: Fachbereich Psychologie

der Paris-Lodron Universität Salzburg.

Anmeldung notwendig.

Ort: Paris-Lodron Universität Salzburg

www.events.sbg.ac.at/oegp2010

17. bis 19. Juni

„Leben in Beziehung“

Dialoge zur Lebensqualität

Begegnungsraum für Fachleute und

Interessierte aus der Gesundheits-,

Sozial- und Bildungslandschaft.

Veranstalter: Forum Lebensqualität

Österreich. Anmeldung bis 30. April.

Ort: Schleedorf und Mattsee/Sbg.

www.jetzt-lq.com

INTERNATIONAL

8. bis 11. April

6 th World Congress on

Prevention of Diabetes

Maßnahmen zur Diagnose, Behandlung

und Prävention werden vorgestellt.

Ort: Dresden, Deutschland

www.wcpd2010.com

5. bis 7. Mai

Social and Health Benefits

of Balanced Diet

The role of fruit and vegetables,

veranstaltet von „aprifel“ mit Unterstützung

der Europäischen Kommission

und dem französischen Ministerium

für Erährung, LWS und Fischerei.

Ort: Europ. Kommission, Centre Albert

Borschette, Brüssel, Belgien

www.egeaconference.com

6. bis 8. Mai

Adapted Physical Activity

Over Life-Span

Bei dem europäischen Kongress treffen

sich Profis und sprechen über Trends.

Ort: Jyväskylä, Finnland

www.eucapa2010.org

IMPRESSUM & OFFENLEGUNG gemäß § 25 Mediengesetz: Gesunde Stadt; Heft 1/2010; Medieninhaber und Herausgeber: Wiener Gesundheitsförderung gemeinnützige GmbH – WiG,

Treustraße 35–43, Stg. 6, 1200 Wien, Tel. 01/40 00-76 925. Geschäftsführer: Dennis Beck. Verleger: Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m. b. H. & Co. KG, Leberstr. 122, 1110 Wien.

Geschäftsführer: Dr. in Gabriele Ambros, Gerhard Milletich. Redaktion: Leberstr. 122, 1110 Wien, Tel. 01/740 32-0. Verlags-Chefredaktion: Mag. Helmut Widmann, Christoph Berndl (Stv.).

Chefin vom Dienst: Marlene Auer. Magazinkoordination: Marlene Auer, Franziska Renner. Inhaltliche Koordination des Schwerpunktthemas: Mag. a Birgit Wesp. Layout: Qarante, Wolfgang

Krimmel. Grafik: Mag. a Maria Lechner. Fotoredaktion: Marion Batty. Lektorat: Carina G. Divischek, Mag. a Daniela Oberhuber. Coverfoto: Corbis. Druck: Wograndl Druck, 7210 Mattersburg.

Verlags- und Herstellungsort: Wien. Erscheinung: vier Mal jährlich.Grundlegende Richtung der Zeitschrift: Das Magazin kommuniziert als Botschafterin die Gesundheitsförderungs-

Projekte und -Aktivitäten der WiG und der Stadt Wien sowie die Kernthemen der Wiener Gesundheitsförderung an relevante ExpertInnen und MultiplikatorInnen.

Foto: Kienzl / Illustration: Tim Maresch

„Sind Sie normal?“

KOLUMNE

Dr. Andreas Kienzl über Verhalten,

Regelbrüche und den Mut zur Verrücktheit.

„Bin ich normal?“ Das ist eine sehr

häufig gestellte Frage in der Therapie,

wenn KlientInnen einmal niedergeschlagen

sind oder völlig begründete

Ängste haben – Zukunfts- und Existenzangst

ist für viele Menschen ein

aktuelles Thema.

Bin ich normal, wenn ich aus gutem

Grund traurig bin oder nachts Hunger

habe, mich zu viel oder zu wenig bewege?

Wie schnell wird der Begriff

Hypochonder verwendet, wenn man

öfter zum Arzt oder zur Ärztin geht

oder gar eine Vorsorgeuntersuchung

macht. Andererseits, wie schnell wird

man verurteilt, wenn man nicht rechtzeitig

alle Möglichkeiten der modernen

Medizin nutzt?

Tabuthema Bettspiele

Das Thema Sexualität wird noch

immer für viele Menschen zur Qual,

weil ein dümmlicher Normalitätsbegriff

– trotz der so genannten „sexuellen

Revolution“ – ihnen suggeriert, abartig

zu sein. Ich könnte Seiten füllen

mit unzähligen Beispielen und den

erschreckenden Auswirkungen der

so genannten Normalität. Aber das,

was abweichend scheint, ist in den

gesunde stadt – frühling 2010

meisten Fällen eine durchaus normale

Spielart des Menschlichen. So einfach

ist die Angelegenheit nicht, denn was

vermeintlich als normal gilt, ist in

Wahrheit oft krankmachend und hat

schon viele menschliche Tragödien

verschuldet.

Wann gilt man als irre?

Von der Wiege bis zur Bahre hören wir,

dass Normalität das Maß aller Dinge

ist. Wenn die Geburt nicht in einem

sterilen Kreissaal, sondern in einer der

alternativen Geburtseinrichtungen

oder sogar zu Hause gewünscht wird,

dann ist das doch nicht normal. Wenn

bei einem Begräbnis der „klassische“

Ablauf durch außergewöhnliche, vielleicht

entlastende Praktiken ersetzt

wird, dann ist die Empörung groß.

Und so ist es doch eigentlich am

besten, dass Sie zwischen Geburt und

Tod nur ein einziges Ziel haben, unauffällig

und angepasst zu leben und das

zu machen, was gerade „normal“ ist.

Und wehe, Sie versuchen, das Terrain

der Normalität zu verlassen, sich unangepasst

oder auffällig zu verhalten,

dann gelten Sie schnell als verrückt!

Wer anders sein darf

Das heißt, ob jemand als gestört oder

krank gilt, ist in vielen Fällen nichts

anderes als eine Frage willkürlicher

Definitionen, die zumeist wissen-

schaftlich untermauert sind und einer

überzogenen Psychologisierung in

unserer westlichen Welt entspringen!

Anders dürfen nur wenige in der Massengesellschaft

sein. Das ist dann nur

durch eine bewusst „anormale“ Selbstinszenierung

möglich, wie uns das die

High-Society-Sendungen jeden Abend

vorführen. Und das allgemeine Bedürfnis

danach ist groß, wie die Einschaltquoten

zeigen.

Der Mut zum Verrücktsein

Es gibt aber tatsächlich einen Königsweg,

sich den pathogenen Zwängen

der Normalität zu entziehen – nämlich

den Mut zu haben, dann und wann

verrückt zu sein, auch wenn es gegen

alle Vernunft spricht. Wir brauchen

doch ganz dringend „verrückte“

Menschen. Schauen Sie sich doch an,

wohin uns die Normalen gebracht

haben! Sind Sie normal? ●

Dr. Andreas Kienzl ist

Humortherapeut und leitet

das Institut für Vital Empowerment

in Baden (NÖ).

Infos: www.ive.at

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……

DIE WIENER GESUNDHEITSFÖRDERUNG:

GESUNDES ALTERN

GESUNDER BETRIEB

GESUNDES GRÄTZL

GESUNDER KINDERGARTEN

GESUNDES LEBEN IN EINER GESUNDEN STADT.

GESUNDES KRANKENHAUS

GESUNDE SCHULE

SELBSTHILFE

……

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