23.01.2006 - 29.01.2006 … am 23.01.2006 ... - tinnitus-taube.de

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23.01.2006 - 29.01.2006am 23.01.2006 wurde ich in das Krankenhaus eingeliefert. Nach Aufnahme, div.Vorgesprächen und abschließenden Untersuchungen bleibe ich dann da und bineinem netten 2-Bett-Zimmer untergebracht.Abends kommen dann noch der Chirurg und der Audiologe (letzterer kümmerte sichschon um die Voruntersuchungen, Procedere, und wird dann mein „Hörenlernen“betreuen). Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil ich mit beiden schon in denVorgesprächen sehr gut klar kam. Hier kann ich noch die letzten, mir wichtigen,Fragen zu Schmerzmitteln, OP usw. loswerden und die beiden Herren verlassenmich in der Gewissheit, dass alles gut würde.So richtig Muffensausen hab ich erst am Dienstag, als ich dann in den OP gefahrenwerde. Dort werde ich in ne Decke eingemummelt, zur Narkose gefahren undnachdem Kanüle 1 in meiner linken Hand steckte, hab ich nix mehr gemerkt. Das wargegen 8 Uhr… So ca. 16 Uhr bin ich aufgewacht und dachte: Oh schön,überstanden.Dann hab ich gemerkt, dass ich im Wachraum war... sehr winziger Raum und sechsBetten drin... wie ne Säuglingsstation… nur eben für Erwachsene. Hab ich dochgleich als erstes gefragt, ob denn nun alles vorbei wäre, so beduselt wie ich bin…und wieder n Schmerzmittel bekommen, was mich weiter dösen lässt. Da mir ja u.a.gesagt wurde, dass es u.U. zu einer Gesichtsnervverletzung und damit zu einemhängenden Mundwinkel kommen könnte, hab ich erst mal gegrinst und an mir imGesicht rumgetastet. Pühhhhhhhhh! Alles paletti und übel ist mir auch nicht.Sooooo... hm... was nur dumm ist, mein Herz galoppiert mit 135 Stundenkilometernrum, statt sonst mit 80. Nun hab ich eben Monitoring und Beobachtung am eigenenLeibe erfahren. Jedenfalls liege ich nun da, so im Gitterbettchen, Decke vom OP undmeine Bettdecke und das Herz will einfach keine Ruhe geben. So gegen 18 h sinddann meine Mutter und mein Freund nacheinander mal kurz in den Wachraumgekommen, so dass wir prima reden können. Später haben mir die Schwestern beideDecken mal weggenommen und mir nur Bettlaken als Decke gegeben, was michschon aufatmen lässt. Und Durst habe ich. Leider darf man ja wegen derAspirationsgefahr direkt nach der OP nichts trinken... schnüff… aber Feuchtigkeithabe ich bekommen. Dann nach einer Flüssigkeit durch den Tropf wird es etwasbesser, reicht aber bis 21 h nicht aus, um wieder auf die Station zu kommen.So bin ich dann mit Blutdruckmanschette, Urinkatheter auf die Intensivstationverfrachtet worden. Ich „empfehle“ das jedem, der helle Nächte haben möchte…Aber ich muss sagen, alle haben sich rührend um mich gekümmert, auch was dieVerständigung anging (Aufschreiben oder deutlich und kurze Sätze). Angst habe icheigentlich nicht, ich bin guten Mutes, dass alles wieder gut wird. Nur weiß ich ebennicht, wie ich liegen soll und der Druckverband mit eingebauter „Nackensperre“ tutsein übriges dazu… und eben das ganze übrige Überwachungszubehör dazu. Aberich bin trotzdem ganz froh, dort zu sein, weil ich doch immer was brauche…undendlich meinen Durst stillen kann…aufatm*


Nachts um eins werde ich dann endlich wieder in mein Zimmer befördert und binmehr als erleichtert. Die Nachtschwestern haben mich dann wieder zu einemfunktionierenden Menschen gemacht, bis auf die Kanülen in der Hand. Dann darf ichendlich mal aufs stille Örtchen, natürlich mit Hilfe der Schwestern. Mensch, Leute, istmir schwindelig. Ein „super“ Drehschwindel... aber das wusste ich ja schonvorher…oioioi!Die Nacht vergeht schon besser, aber das Schlafen ist bis zu meiner Entlassungimmer n Krampf. Ich bin immer froh, wenn der Morgen graut und die Lichter vonBerlin…(prima Aussicht auf SONY CENTER, Bundestag usw.) schwächer werden.Zudem schlafe ich ja auch etwas höher, damit ich mich nicht verschlucke, weil durchdie Beatmung mit dem Tubus die Speiseröhre/Luftröhre in Mitleidenschaft gezogenwurde. Und so wie ich sonst schlafe, geht´s auch nicht… irgendwas stört michimmer. Aber ich brauche auch kein Schmerzmittel nach der OP bzw. es hat michalles doch nicht so richtig gestört, weil ich weiß, das geht vorbei und so ist es dannauch…Am Morgen habe ich endlich dann was essen dürfen… möönsch, habe ich Hunger.Und zu meiner Freude sind auch die Geschmacksnerven voll in Ordnung. Dafürklappt es mit dem Schlucken nicht so gut, so dass ich meistens nur „Gemantsche“gegessen habe und beim doch nicht so ganz weichen Fleisch nach einem Tischmixermit Batteriebetrieb gerufen habe. Grins*. Lecker auch das Kompott, passiert, mitKartoffeln, weil die Soße schon aufgegessen war..Ich bekomme meistens Besuch von meinem Freund und meiner Mutter und amDonnerstag abend schaut kurz meine Freundin vorbei. Und dann stehen nur 1Kontrollröntgen am 1. Tag danach, Verbandswechsel ab dem 3. Tag, 3x täglichlecker Antibiotika intravenös, um halb sechs morgens zusammen mit Fiebermessenund Thrombosepieks, 2 Besuche von Weißkittel-Geschwadern an.Dadurch, dass mir ja schwindelig ist, darf ich die Station nicht verlassen. Aber dieSchwestern sind alle sehr nett und auch mir gegenüber sehr aufgeschlossen, wegenmeiner Schwerhörigkeit. So hab ich mich nicht ausgeliefert gefühlt. Ich hab aberjeden Tag, nachdem ich mich frisch gemacht hatte durch den Flur bewegt... immereine kleine Runde gedreht und mich an den „Ballettstangen“ (Stangen an der Wandzum Festhalten)...wie n Seemann auf Landgang…danach bin ich erst mal ziemlich„foxi“ und hab mich nach dem Frühstück weiter ausgeruht.Auch wurde ich sehr erfinderisch: ..hui, was ich nicht alles für „Sportarten“ gelernthab: einhändig waschen und anziehen, wenn was runtergefallen war, schönrückenfreundlich gerade runter, (weil sonst das CI gedrückt hätte) mit der einen Handsich festhalten, mit der anderen dann nach dem Objekt fischen…), in ungemütlicherLage schlafen, linke Hand irgendwie deponieren… (mein „Boxhandschuh“…..!!!),Der Drehschwindel hält bis Samstag an, dann wird es besser, auch weil ich vielrumgelaufen bin. An diesem Tag darf ich dann auch zusammen mit meiner Mutter indas KH-Cafe, das sich im Erdgeschoss befindet.Einen Überraschungsbesuch bekomme ich auch. Mein Kumpel, der auch wegen CIoperiert wurde, hat mich dann am Freitag und Samstag besucht. War ich aberperplex, wie er und seine Frau mit meinem Freund zusammen in der Tür stehen. Sie


haben dann bei uns übernachtet (so hat auch mein Freund ein wenig Ablenkung)und sind Sonntag, bevor ich heimkomme, zurück nach Hannover gefahren. Und siesind alle auch pro Besuch nur ca. 1 – ½ Stunden geblieben. Es ist doch ganz schönanstrengend, nur mit einem Hörgerät zu verstehen.In der Zeit, wo sie dann bei mir zu Hause sind, haben sie mit meinem Freundzusammen einiges für mich gemacht, am PC und was fürs TV (Ringschleife). Damitich es schön hab beim Verstehen. War ich ja sehr gerührt... Nun ja, ich hab mir dasmit dem CI bei meinem Kumpel angeschaut und bin sehr gespannt, wie es sich beimir entwickeln wird.29.01.2006 - 21.02.2006Nach der OP war ich ja dann endlich wieder daheim und ich habe es sehr genossen,in den eigenen Wänden zu sein. Im Krankenhaus durfte ich ja ab Samstag wiederduschen, was mich immer vor Freude ganz früh wach werden ließ....bevor dieSchwestern auftauchten, war ich schon "unterm warmen Regen". Zu Hause war esetwas mühsamer, da ich eine Badewanne habe, aber mit Hilfe von meinem Freundund einer kleinen Haltestange ging alles.Die Heilung ging problemlos vonstatten, ich trug brav das "verrutschte Käppi" aufdem Ohr und war bei der HNO-Ärztin wegen Krankschreibung, Kontrolle des Ohresusw.Ich fühlte mich auch immer noch sehr schlapp, schlief auch viel, hauptsächlich nachdem Mittagessen und vor dem Mittag ging ich meistens mit meinem Freund raus, ummich zu bewegen. Fühlte mich aber sehr unsicher mit nur einem hörenden Ohr undhielt mich immer an meinem Freund fest, auch weil in den ersten beiden Wochenmeine Schrittsicherheit noch zu wünschen übrig ließ und das Glatteis mich nochmehr verunsicherte.Besuch (aber auch Post und e-mails) bekam ich auch viel, meistens (wie gewünscht)nur von einer Person, was mir nach ca. 1 -2 Stunden sehr zu schaffen machte, da iches nicht gewöhnt bin, nur mit einem Ohr zu hören. Da habe ich manches Mal an dieBetroffenen gedacht, die nur ein funktionierendes Organ wie Ohren oder Augenhaben und mich damit getröstet, dass es bei mir bald wieder anders sein würde.Denn ich hatte mir gedacht, sowie sich mein Gehirn an die Töne gewöhnt habenwürde, dass ich auf dem anderen Ohr das Hörgerät weitertragen würde, weil ichdann das linke Ohr weiterhin trainieren kann. Aber auch das werde ich auf michzukommen lassen.Was mir nur etwas zu schaffen machte, dass die "Strippe" am Ohr langsam nervigwurde, je weiter die Heilung voranschritt. Irgendwie fühlte ich mich so wie neMarionette, kaum bewegte ich meinen Kopf, ziepte es...Und was mich auf der einen Seite beruhigte, war auf der anderen Seite nervig: "DasHeilungsjucken"..und niiiiicht kratzen....püh!. Hab ich mir eben damit beholfen, aufder anderen Seite zu kratzen!


Als dann nach einer Woche der Termin zum Fadenziehen ansteht, bin ich soaufgeregt, dass ich schon ganz früh wach bin. Kicher! Bis ich dann dran bin, dauertes auch ca. 30 Minuten und wenn ich nicht meinen Freund dabei gehabt hätte, hätteich die Durchsagen gar nicht verstanden. Und das schimpft sich HNO-Abteilung!Genauso wenig gibt sich der junge Arzt Mühe beim Sprechen. Na ja, ich bin nur froh,dass der Faden entfernt wurde und dann wieder gegangen.Zu Hause bin ich überglücklich, endlich den Kopf mal wieder nach unten bewegen zukönnen, nach oben war es noch problematisch. Noch drückt das CI! Nix da mitAnhimmeln von großen Leuten!*grins*Und am Samstag bin ich wieder vor Vorfreude ganz früh wach. Es mag albernklingen, aber ich darf endlich nach ca. 2 Wochen wieder Haare waschen. Hab ichalles im Sitzen gemacht, so geht es recht gut. Bin ich danach aber doch rechtgeschafft und sehr zufrieden, dass mein Schopf wieder sauber war.Danach wird es besser mit meinem Wohlbefinden, die Spaziergänge bzw.Erledigungen wurden länger, wenngleich ich mich auch des öfteren noch hinsetzenmusste. Auch schlafe ich nun auf dem rechten Ohr, wenngleich ich nach den erstenMalen noch Druckschmerzen habe. Aber auch das gibt sich im Laufe der Zeit!Unterdessen recherchiere ich im Internet wegen CI und Erfahrungen und hole mirInformationen ein. Ist auch sehr interessant, was andere Betroffene erlebten, bzw.wie sie mit der Erstanpassung und der Zeit danach umgingen.Meine Erstanpassung soll am 21.2.06 sein.21.02.2006 - 22.02.200621.2.06Hab die Nacht schlecht geschlafen und bin freudig aufgeregt. Ich weiss, dass ichkeine große Erwartungen hegen darf, aber die Spannung bleibt.Mit meiner Mutter treffe ich in der Klinik ein. Der Audiologe und ich grinsen uns anund schon werde ich an den PC und den verbundenen CI Prozessor angeschlossen.Erst werden, wie ich als bei mir in der Kindheit, als es darum ging, herauszufinden,ob ich schwerhörig bin, Töne vorgespielt.Hier muss ich sagen, wie angenehm laut ich sie empfinde und dann, ab wann ich siehöre. Dann kommt etwas ganz Schlimmes für mich. Musste aber sein, damit derHörnerv „aufwacht“, weil er 36 Jahre „geschlafen“ hatte. Es werden alle Töne, die ichzunächst einzeln hörte, gleichzeitig eingespielt. Dies stellt dann das Umweltgeräuschdar, das auch Hörende wahrnehmen. Ich hab nur AUA geschrieen und schlecht wirdmir deswegen auch. Und ziemlich fertig bin ich auch, weil die Ersteinstellung immeram längsten dauert, wegen der Grundeinstellung, also dem Austesten, was für micherträglich ist. Danach läuft das Programm in etwas verminderter Lautstärke weiter,bis ich mich an den „Krach“ gewöhnt habe. Als ich dann den eigenen Prozessor


aufgesetzt bekomme, wird mir schwindelig wegen der ungewohnten Lautstärke. Esdauerte ca. 1-2 Minuten, dann hab ich mich an die neue Lautstärke etwas gewöhnt.Mit dem Magneten, der die Spule hält, gibt s Probleme. Er ist zu schwach. Daherrufen wir von zu Hause den Hörgeräteakustiker an, der uns am selben Tag auchzurückruft Wir fahren hin und ich bekomme den stärkeren Magneten. Ich muss nocherwähnen, dass ich von 9-13 h den Prozessor trug und dann nach dem Akustiker (18h) bis nach der Tagesschau. Danach reicht es mir erst einmal.Die Eindrücke sind recht grausam, wenngleich ich es vorher schon wusste. Alle Tönesind gleich, es klingelt in einem fort...so wie 10 x Ladenbimmeln zusammen.Jedoch muss ich feststellen, dass ich nach dem Akustiker nicht nur allein denMagneten „anklatschen“ kann, sondern auch das Gefühl habe, mich etwas darangewöhnt zu haben J.Und nun kommen die ersten Geräusche. Mit Besteck am Geschirrklappern...päng...hab ich gleich meinen Freund mal daraufhin gewiesen, er solle malnicht so Krach machen. Haben wir beide gelacht! Na ja, jedenfalls sind die Tönewenig zu erkennen, aber wenn es laute oder hohe Töne sind, meldet sich das CI miteinem Ping oder Päng!Abends chatte ich mit meinem Freund, der auch das CI hat. Beim Tippen denke ich,an einer alten Registrierkasse zu sitzen, weil das Getippe nun für mich mit neuenund vor allem hohen Geräuschen verbunden ist, was mich aber sehr glücklich macht.Der Anfang ist gemacht....*aufatm*.22.02.06Mit einem freudigen Gefühl wache ich auf und denke nur so: Die Welt ist voller Töne.Mit gemischten Gefühlen fahre ich zum Termin der zweiten Einstellung, weil ich einbisschen Schiss vor dem „Umweltgeräusch“ habe. Aber der Audiologe hat mir schonprophezeit, dass es nicht so schlimm wie am ersten Tag werden würde. Auch das„Anziehen“ des CI’s erweist sich als problemloser und der Schwindel hält sichbesser in Grenzen, weil etwas Gewöhnung eingetreten ist. Außerdem setz ich michbeim „Anziehen“ hin.Zur weiterem Erläuterung: Wenn ich das CI "anklebe" (an den Magneten), höre icherst einmal wie beim Xylophon so ein Tondurcheinander, aber eben sehr laut und nurdie hohen Töne. Bis mein Ohr sich daran gewöhnt hat, dauert es auch in dennächsten Tagen weiterhin 1-2 Minuten, wobei mir weiterhin kurz schwindlig wird.Aber dann bin ich erst mal gewappnet ....In der Klinik angekommen, geht´s wieder andas dasselbe „Spiel“ wie gestern, aber es kommen 2 Kanäle dazu.Ich muss dazu sagen, es ist ein Programm, wo die Töne entsprechend des Patienteneingestellt werden und bei jedem Anpassungstermin werden immer mehr Töne undLautstärken zugeschaltet, sprich, die eben erwähnten 2 Kanäle kommen heute dazu.


Auch frage ich den Audiologen wieder verschiedenes. Ganz wichtig ist für mich dieAussage, dass es nicht schlimm ist, dass es bei mir länger dauern wird. Dadurch,dass ich so lange ertaubt war, muss der Hörnerv erst einmal trainiert werden.Demzufolge würde es auch mit der Logopädie und Hörtraining erst in 2-4 Wochenlosgehen. Vorher hätte es keinen Sinn, weil ich nichts definieren kann. Dabei erfahreich auch, dass ich länger als 6 Wochen zu Hause bleiben werde, damit ich in Ruhedas Hören lerne bzw. mich an die neue „Hörwelt“ gewöhnen kann.Weiterhin erfahre ich die Adresse eines guten HNO Arztes, zu dem ich wechselnwerde, nachdem ich mit der CI Anpassung durch bin, weil ich mit meiner jetzigenHNO Ärztin nicht zufrieden bin.Dieses Mal finde ich alles nicht mehr so anstrengend und wir sind nach 45 Minutenfertig. Dadurch, dass 2 Kanäle hinzugekommen sind, empfinde ich die Hörkulisse alsbunter.Die S-Bahn ist irre laut, die Türen gehen mit Ton zu, nur das Sprechen empfinde ichimmer als Bum (=Wort)- Bum (=Wort)- Bum (=Wort)--Bum.Zu Hause angekommen, behalte ich den Sprachprozessor bis um 14 h an und legemich dann zu einem erquickenden Schläfchen hin. Von 16 bis 19.30 h hab ich dannden Sprachprozessor weiterbenutzt. Das „Anziehen“ war nicht mehr so schlimm.Interessant ist dann, dass wenn mein Freund spricht, ein klitze kleines bißchenKlangfarbe in sein Gerede dazukommt J. Ansonsten bleibt die Geräuschkulissegleich..ping-ping-pänk...aber einige weitere Geräusche unterscheiden sich zumVortag ein wenig, insbesondere was die Klangfarbe anbetrifft...JJ...Z.B.Wasserrauschen: zischhhhhhh; Knistern mit Alufolie: raschelknister.Auch interessant, dass ich nun mit dem CI zum Leisetreter werde. Ich raschele inmeiner „Prozessor-Pause“ etwas mit einem Paket und mein Freund meint nur, ob ichdas CI bitteschön wieder verwenden könnte, ich wäre nicht so leise...haben wirwieder was zum Lachen.Hochzufrieden und mit einigen Freudentränchen beende ich meinen 2. Tag mit demCI.23.02.2006 - 28.02.200623.02.06Seit heute trage ich das CI schon mindestens 6 Stunden am Tag. Es ist aber nochsehr anstrengend und jeder Ton ist ein PIEPS, jedes Wort ein BUM. Wird schon. Ichfreu mich, wie bunt die Welt trotzdem ist, wenngleich Worte zu verstehen nur mitAblesen geht und ansonsten noch so ziemlich alles gleich und ungewohnt klingt.Telefonieren fällt nun flach, es sei denn, ich benutze mal links das Hörgerät. Will abernicht...will üben mit rechts. Denn, wenn ich das Hörgerät benutze, überlagert esderzeit, alles was das CI hören soll, daher..


Nun übe ich eben alles mögliche und komm mir vor wie ein Kleinkind, das Geräuscheproduziert, um zu wissen, was sich wie anhört...24.2.06Morgens sind wir wieder bei der HNO Ärztin, die noch immer null Ahnung hat, dannum 14 h bei der erneuten Anpassung.Mittlerweile kenn ich das Verfahren: erst Töne testen, dann das „Umweltgeräusch“,letzteres ist aber weiterhin unangenehm. Dieses Mal ist mein Freund dabei, der dasalles zum ersten Mal erlebt und auch viele Fragen an den Audiologen hat, die er allebeantwortet bekommt.Ich bekomme wieder 2 Kanäle dazu (es fehlen noch 6 von 22), es ist alles lauter unddemzufolge auch alles ungewohnter. Satzmelodie wird besser erkennbar, wenngleichdie Verständlichkeit noch zu wünschen übrig lässt, zumindest wenn es OHNEAbsehen stattfindet. Mit geht’s wie immer besserJ.Auch der Magnet macht mir keine Probleme mehr Da ich seit halb neun morgens dasCI nonstop trage, mag ich ca. 16.30 h nicht mehr und gönne meinem Öhrchen einePause. Ca. 18.30 h geht’s weiter. Boah.......sehr laut. Aber es wird. Auch wenn diehohen Töne nun zunehmen und ich damit zu kämpfen habe, freu ich mich über jedenTon und sende Gott ein Danke!Heute schreibe ich an den Steffen Seibert, Moderator der „heute-nachrichten“. Mir istes ein Bedürfnis, ihm u.a. mitzuteilen, dass seine Aussprache mir sehr hilfreich istund dass ich bei seiner Moderation fast keine Untertitel benötige.25.2.06Abends sind wir bei meiner Mutter zu viert beim Essen. Es ist alles sehr nervig, vorallem empfinde ich jedes Geräusch als höllisch laut, aber neu ist, dass ich dieleiseste von allen bin.26.2.06Wenn Andi meinen Namen ruft: A-ja!Außerdem wächst seit einigen Tagen meine Verunsicherung, wann ich zu laut, wannzu leise bin. Jedes Geräusch hat für mich dieselbe Lautstärke, auch wenn es fürmeinen Freund leise ist (z.B. „normales“ Abstellen der Kaffeetasse). Beim Einräumendes Geschirrschrankes ist mir das eigene Poltern zu laut, obwohl ich jeden Tellereinzeln oder den Stapel Teller mit beiden Händen in den Schrank stelle.27.2.06Seit heute trage ich das CI den ganzen Tag Außerdem ist ab heute ist das„Anklatschen“ des CI nicht mehr so schmerzhaft, der Schwindel ist fast weg.


Das Programm 2 benutze ich ab nachmittags, als wir bei meiner Tante zumGeburtstagskaffee sind (ca. 3 Stunden). Dieses Mal sind wir 6 Personen, aber nurFamilie! Danach hab ich Kopfweh. Die Lautstärke war wohl zu hoch!Nachts schlaf ich wegen dem Kopfweh nicht gut und hab Schiss vor dem nächstenAnpassungstermin, weil mir alles zu laut ist.Neue Geräusche des Tages:• Knistern von Cellophan unterscheidet sich von Aluknistern• Autos brummen UND rauschen.28.2.06Schon wieder Kopfweh nach der ersten halben Stunde. Beschließe ich dieLautstärke zu drosseln. Im Handbuch für den Sprachprozessor die Anleitungnachgelesen. Versehentlich aktiviere ich erst die Telefonspule, dann klappt es, dieLautstärke zu regeln. 10 Minuten später habe ich kein Kopfweh mehr.14 h neue Anpassung:Nicht so schlimm, wie befürchtet! 3 Kanäle fehlen noch.Dann, sagt mir der Audiologe, hab ich alles, was ich zum Spracheverstehenbenötige. Peu a peu!Es werden 2 neue Programme eingespielt. Eins davon kommt mir so vor, wie ichfrüher mit Hörgeräten gehört hab. Ich soll alle drei durchprobieren.Am Freitag wird dann das, was ich am angenehmsten empfinde, weiter ausgebaut.Nach einer Pause zu Hause ohne CI stell ich die Lautstärke von 9 auf 6 runter. Nunist gut.Neue Geräusche des Tages:• Klickern der Pfennigabsätze trotz Straßenlärm• Rattern des Warenwägelchens bei Aldi wird diffiziler• Ansage der S-Bahn: Rathaus Steglitz -> Rat-au-Stäk-litz• Drucker, Fax und Telefongeräusche (wenn ich weiß, was es ist)• Andis Jacke (Knistern/Rascheln)02.03.2006 - 09.03.200602.03.06Morgens bei Augenärztin gewesen. Stelle fest, sie hat ne hohe Stimme.


Wenn Andi meinen Namen ruft: Anja -> annnnnniia. Was schmerzhaft ist, ist a) dasnachhallende n (nasaler Ton) und das j, das sich irgendwie zum langen iverselbstständigt.Abends teste ich das Telefontuten an meinem Telefon Audiophon 5. Die Lautstärke,die ich für den Hörer einstellen kann, setze ich auf die leiseste Einstellung. Nunempfinde ich diese als freundlich, so laut wie früher mit dem Hörgerät ist mir das sehrunangenehm. Da ich weiß, dass es mit Verstehen noch nicht weit her ist, rufe ichkeinen an.03.03.06Freu mich eh immer an jedem Morgen, dass ich das CI hab. Auch wenn es nochGeräuschesalat ergibt, möchte ich es nicht mehr missen. Auch bin ich nach wie vordankbar, dass ich auf dem Weg bis hierher kompetente und umsichtige Fachleutekennen lernen durfte und insbesondere mir meine Mutter und mein Freund zur Seitestehen. Hinzu kommt aber auch, dass ich viel Zuspruch aus Bekannten- undKollegenkreis bekomme. Nur so erkläre ich es mir, dass mein Optimismusungebrochen ist.JNeue Anpassung. Letzte 3 Kanäle sind geschafft. Wie schon erwähnt, ist einProgramm dabei, das mir so vorkommt, wie ich früher mit Hörgeräten gehört hab.Dieses ist mir am angenehmsten und wird daher ausgebaut. Nun sind wir bei aufder Geräuscheskala für das Einstellen des CI-Sprachprozessors bei mittellaut. Wirdschon. JAnsonsten schalte ich auf Lautstärke 7 runter. Andi ist das Wochenende nicht da.Bin dann bei meiner Mutter. Pauline, der Dackel, bellt mich an. Nun höre ich die sehrhohen Freudenquiekser bei ihr. Und meine Mutter ist mir zu laut. Lachen wir beide,als ich sie bitte, nicht zu poltern. Die Verhältnisse haben sich umgekehrt. Auch fürmich eine neue Erfahrung.Zu Hause ist es mir zu ruhig. Teste ich also das Radio. Nun hör ich das wie früher mitdem Hörgerät, also: hören, dass geredet wird, aber nicht verstehen. Abends bin ichgenervt, weil mir selbst die leiseste Einstellung beim TV zu laut vorkommt und ichnicht mehr weiß: Was ist nun laut und was ist leise?04.-05.03.06Fühle mich weiterhin ohne meinen Freund als „Barometer“ für laut und leise sehrunsicher.Ich höre weiterhin Radio, aber die Worte wollen noch nicht zu mir durchdringen.Da ich allein bin, besuche eine Freundin und gehe außerdem mit meiner Mutter unddem Hund spazieren. Noch geht die Kommunikation nach wie vor nur mit Ablesen.Neues Geräusch: Tickern der Nordic Walking Stöcke im Wald. In dem Moment ist esrecht ruhig. Daher kann ich schnell orten, woher das Geräusch kommt.


Am Nachmittag ist meine Mutter bei mir, wir quatschen ein bisschen und ich zeig ihreiniges zum Thema CI am PC, da sie keinen hat. Es ist schon beeindruckend, wassich über das Internet auch zu diesem Thema findet.Dann lass ich mir „verraten“, wie laut ich den TV einstellen kann. Abends schau ichdann fern (mit Zuschaltung von Untertiteln) und übe weiter mit dem Geräusche-“haschen“. Trotzdem: Gut, dass es Untertitel gibt.Eine Mail schreibe ich an den Chirurgen. In dieser teile ihm u.a. mit, dass ich das CInicht mehr missen möchte, auch wenn die Geräuschkulisse für mich derzeit noch ein„Salat“ ist und danke ihm noch einmal. Die Antwort kommt ein paar Tage später*freu*.06.03.06Morgens sitz ich am PC und lasse nebenbei das Radio laufen. Auch wenn ichweiterhin nichts verstehe, ist es trotzdem angenehm, das „Gebrabbel“ klarer als vor 2Tagen wahrzunehmen.Zum Mittag hab ich Besuch. Draußen lärmt ein Fahrzeug, dass den Winterstreu aufder Straße verteilt. Da mir dieses Geräusch zu unangenehm ist, auch weil ich leichtermattet bin, schalte ich das CI ab. Das Hörgerät bleibt in Betrieb, da ich meinenBesuch verstehen möchte. Merkwürdigerweise hab ich das Gefühl, auf dem linken(Nicht-CI-Ohr) Ohr das zu hören, was sonst das CI hört bzw. die Töne lauter sind, alsich es in Erinnerung habe.Danach bin ich am Bahnhof Zoo, meinen Freund abholen. In der U-Bahn auf demHeimweg tauschen wir die Wochenenderlebnisse aus. Sehr vertieft in unserGespräch, achte ich nicht auf die Durchsagen und verstehe doch: „Einsteigen“,“Aussteigen“ und mitten in einer längeren Ansage höre ich ganz klar „RathausSteglitz“.Abends schauen wir fern. Erst einen Film, der nicht untertitelt ist. So mitten in einerHandlung versteh ich: „Das ging aber schnell“, obwohl der Schauspieler nichtdeutlich redet und für mich auch nicht gut zu sehen ist. Hab ich mich bei meinemFreund vergewissert, dass es richtig rübergekommen ist und dann freuen wir unsbeide. Zeigt es sich also, dass Radiohören bzw. einfach nur Radio laufen lassen einkleines gutes Training ist.Zwischendurch probier ich wieder, den Freiton am Telefon zu hören. Dieses Mal hörich es schon recht klar, wenngleich noch leise. Nach Wählen einer Telefonnummer,bei der ich das Tickern der einzelnen Zahlen (zwar nicht in der Anzahl, aberimmerhin) höre und somit sich vom Tuten deutlich unterscheidet, vernehme ich nunauch das Freizeichen, ebenfalls ganz leise und trotzdem klar.07.03.06


Morgens muss ich mich erst wieder an die Geräuschkulisse gewöhnen, wenn nochjemand da ist. Aber dann stört es mich nicht mehr so, wie vor drei Wochen,geschweige denn vor vier Tagen (als mein Freund wegfuhr).Wir fahren wieder zur Anpassung. Wie immer dasselbe „Spiel“... Auch das„Umweltgeräusch“, das mir zum Schluss vorgespielt wird, vertrage ich immer besser.Was neu ist: dieses Mal behalte ich die Lautstärke länger bei, die der Audiologe mirvorgibt, und schalte erst später runter. J. Ein zweites Programm mit einer etwaslauteren Stärke bekomme ich extra, das ich testen soll, wenn ich meine, dass michdas aktuelle Programm unterfordert.Am Nachmittag habe ich noch einen anderen Arzttermin und komme auch dort mitdem CI gut zurecht, wenn ich das Hörgerät nicht verwende und wenn derGesprächspartner weiß, worauf es ankommt. Da der Arzt mich kennt, ist es alsorecht problemlos.Danach bin ich beim Postamt und staune, dass ich trotz des Stimmengewirrs dasGespräch am Nachbarschalter zumindest höre.09.03.06Da mir das Besteckklappern beim Legen in die Besteckschublade gewaltig auf die„Ohrnerven“ geht, leg ich diese mit einer Lage Haushaltsrolle aus...na also!10.03.2006 - 14.03.200610.03.06In den nächsten Tagen seit dem letzten Tagebucheintrag passiert nicht viel.Ansonsten wollen die Worte weiter nicht zu mir vordringen. Ich übe trotzdem weiterRadio lauschen..Dafür telefoniert mein Freund lauter, als ich das Radio höre. Dieses Mal muss ichzum ersten Mal die Wohnzimmertür schließen, damit ich im gegenüberliegendenZimmer Radio hören kann.Dafür bin ich schön leise und mein Freund freut sich mit mir. Es ist ja auch für ihneine Entspannung. Dafür hör ich nun immer genauer, ob er im Bad oder in der Kücheist.Auch erkenne ich seit einigen Tagen, dass im Wohnzimmer der Fernseher oder dasRadio läuft, sowie ich das CI eingeschaltet habe und ohne das Gerät zu sehen. Ichkann nur noch nicht auseinanderhalten, was eingeschaltet ist, da das „Gebrabbel“für mich recht ähnlich klingt.


Seit dem Vortag höre ich nun auch mich reden und staune, dass ich doch keinedumpfe Stimme habe, wie ich immer dachte. .... sondern eben eine Frauenstimme,wie mein Freund so sagt. Ach so J!Und: ich fange an, mich nun der Lautstärke, die um mich herum ist, anzupassen. Istes auf der Straße laut, rede ich auch lauter. Früher bin ich bei derselben leisenRedelautstärke geblieben, egal, wie laut es um mich herum war.Bei der HNO-Ärztin werde ich weiterhin krankgeschrieben. Mit einer Kollegintelefoniere ich und kündige meinen Besuch für nächste Woche an. Will mich malblicken lassen. Dann ist es auch einfacher für alle, weil Telefonieren noch einseitigverläuft. Außerdem möchte ich mit meinem Vorgesetzten über die weitereKrankschreibung sprechen.Von Steffen Seibert, dem Moderator der „heute-Nachrichten“, erhalte ich Antwort aufmein Schreiben vom 24.2.06. Sogar mit Autogrammkarte! J Bin ich perplex! Vorallem, weil ich wirklich nicht mit einer Antwort gerechnet habe und diese speziell aufmein Schreiben eingeht.Die Krankenkasse meldet sich. Mittlerweile bin ich länger als 6 Wochenkrankgeschrieben und bekomme nun Krankengeld. Das bedeutet, wieder einweiteres Formular ausfüllen und von der Ärztin ausfüllen lassen, bevor ich es an dieKrankenkasse schicke. Wie es so schön heißt: Von der Wiege bis zur Bahre..nurFormulare, Formulare! Diese Bestätigung erfahre ich in den nächsten Wochen öfter.13.03.06Keine weiteren großen Veränderungen. Nur kann ich nun beim Radiohören besserSprache von Musik unterscheiden und auch bei der Musik teilweise schon denRhythmus erkennen.Morgens räume ich die Spülmaschine aus und bin leise, obwohl ich kein Hörgerätund CI trage. Es zeigt sich, dass das Gedächtnis nun anfängt zu begreifen, welcheBewegungsabläufe welchen Geräuschepegel erzeugen können.Mittags bin ich im Büro und staune, dass mein Chef eine Stimme hat. Früher hatte erfür mich das Stimmchen des Erfinderchen von Daniel Düsentrieb: bsbsbsbsbsbs!Jetzt hat er für mich sogar eine Modulation in seinem Reden und ich höre ihn so wiefrüher mit der Mikroportanlage. Ui J.Auch die anderen Kollegen erkenn ich stimmenmäßig auch nicht alle und wenn,dann nicht gleich, wieder......aber freuen tun wir uns alle. Nach einem ausgiebigenGespräch mit den engsten Kollegen und anschließend einem kurzen mit meinemVorgesetzten wegen meiner weiteren Krankschreibung geh ich wieder heim und binziemlich müde.14.03.06


Neue Einstellung. Irgendwie scheint meine Tagesform heute nicht so dolle zu sein,sicherlich, weil ich privat etwas Kummer hab, der mich indirekt, aber doch betrifft. Nurbei den hohen Tönen verändert sich etwas. Mir ist eh alles zu laut, auch weil ich dasProgramm 2, dass ich vor fast einer Woche auch bekommen habe, erst seit gesterngetestet habe. Komisch: Immer, wenn ich mich gerade mal an ein Programmgewöhnt habe, geht´s zur nächsten Einstellung *Seufz*. Auf der anderen Seite ist esgut, so trainiere ich eben weiter. Das ist mir ganz wichtig.30.03.2006 - 13.04.200630.03.06Die Tage rasen vorbei. Einstellungen sind wie immer. Ich bekomme nunverschiedene. Insgesamt sind es 4 Programme, davon 2 in stärkerer Lautstärke, dieanderen 2, wo die „Lautstärkespitzen abgeschnitten“ sind, also sind letztere für michkleine Schonprogramme. Diese benutze ich morgens oder wenn ich müde bin.Mit dem Verarbeiten der Höreindrücke geht’s langsam weiter, auch wie immer.Mittlerweile erkenn ich aber Zahlen auch ohne Mundbild (so geschehen nach derletzten Anpassung). Auch bin ich bei einigen Geräuschen nicht mehr genervt bzw.sie gehören nun zum Alltag dazu. Dafür irritieren mich andere, weil ich sie nun ineiner anderen Lautstärke erlebe.Auch erlebe ich nun noch einmal , wie es sich nur mit dem Hörgerät anhört. Es warreiner Zufall. Ich musste morgens schnell etwas verstehen und habe nur dasHörgerät benutzt. Hab ich aber sehr gestaunt, wie viel mir in den Jahren entgangenist. Alles ist sehr leise, nicht einmal das Umgebungsrauschen höre ich. Als ich dannin Ruhe das CI wieder „anhab“, bin ich so froh, all die anderen Geräusche zu hören,die ich mit dem Hörgerät nicht wahrgenommen habe.Auch regele ich nun konkret meinen Wiedereinstieg in das Berufsleben.Am 10.04.06 will ich wieder anfangen, nach dem „Hamburger Modell“ zunächst mit 4Stunden.Einen Monat später will ich dann mit 6 Stunden weitermachen. Was ich dazubenötige, ist ein Formular für sog. „Hamburger Modell“ und eine Empfehlung derCharite hierfür. Alle Papierchen habe ich am 28.3.06 zusammen. Am Tag danachfahre ich wieder ins Büro und kläre alles mit meinem Vorgesetzten und demPersonalreferat. Auch halte ich ein kleines Schwätzchen mit 2 Kollegen.Danach geht’s zur Krankenkasse, um mir das korrekte Ausfüllen bestätigen zulassen. Alles o.k. Dafür erfahre ich dort , dass ich während des „Hamburger Modells“weiterhin Krankengeld bekomme und werde wieder mit Formularen „ausgestattet“.Danach liefere ich bei der HNO-Ärztin die “Durchschrift für den Arzt“ des Formularsab. Der Vormittag ist rum....


Nun freu mich schon, bald wieder arbeiten gehen zu können.In der Zwischenzeit seit dem letzten Tagebucheintrag war ich nun auch schon einmalbeim Hörtraining. Hier übe ich nun das Verstehen von kurzen Sätzen ohne Absehenund ich lerne zu begreifen, wie verschieden sich manche Wörter anhören, obwohl dieSätze ähnlich strukturiert sind. Bsp.: Guten Morgen-Guten Appetit oder wie ähnliches sich anhört: Guten Mor-gen/Guten-A-bend.....Klappt schon ganz gut. Nur merkich, dass ich doch noch sehr auf das Absehen angewiesen bin. Aber das wird schonwerden.Nun wird nach der Anpassung auch im Anschluss immer das Hörtraining stattfindenund darauf freu ich mich. Zwar nur 10 x, aber das wird sicherlich schon helfen.07.04.06Die Abstände zwischen den Eintragungen in mein Tagebuch werden größer. Espassiert für mich auch nicht mehr jeden Tag etwas. Wie schon mein Kumpel mit demCI immer sagt: FINE-Tuning!..Also größere Abstände, aber dafür dann gleich einenriesigen Satz nach vorn in der Hör-/Sprachentwicklung!Bei der erneuten Einstellung war ich inzwischen auch wieder. Dieses Mal bekommeich zum zweiten Mal drei verschiedene Programme. Das vierte wird auch belegt,jedoch auf meine Bitte hin, mit der Möglichkeit, die Telefonspule hinzuschalten zukönnen und damit z.B. die Ringschleife für den Fernseher und später auch dasTelefon besser nutzen zu können. An dem Abend schalte ich das Programm 4 auchbeim Fernsehen zu und stelle fest, dass es angenehmer, die Fernsehgeräuschewahrzunehmen ist, auch wenn ich noch nichts verstehe.Das Hörtraining ist dieses Mal für mich etwas anstrengender, weil die Therapeutinmich nun richtig „rannimmt“ und mit mir verschiedene Sätze und Konstellationen übt.Alles ohne Absehen..gut so! Es klappt auch schon ganz gut, weil sie sehr deutlichredet und ich recht gut kombinieren kann. Sehr lustig ist auch, dass ich sie ertappe,dass sie nicht aus Berlin ist. Nach kurzem Raten fällt mir auch ein, woher. AusMitteldeutschland. Klar, aus Thüringen! Da mein Freund auch aus dieser Gegendstammt, musste mir das ja bekannt vorkommen.Wegen dem „Hamburger Modell“ und dem Krankengeld bekomme ich wiederFormulare und pendele zwischen Arbeitgeber und Krankenkasse hin und her. Es sollja alles seine Ordnung haben!Von der Krankenkasse bekomme ich auch ein Schreiben, in dem mir die Otoplastik,d.h. das Ohrpassstück, für das CI-„Hörgerät“ (=Sprachprozessor) genehmigt wird.Am Tag danach bin ich dann dort. Mir wird gesagt, dass ich es eine Woche späterabholen kann. Oh schön, dann kann ich nach´m Bus rennen, ohne dass ich denSprachprozessor und Spule festhalten muß.10.04.06


In der Nacht zu Montag schlaf ich vor Aufregung schlecht, weil ich gespannt aufmeinen ersten Arbeitstag nach sooo langer Zeit bin. Mich empfängt ein lieber Zettelvon mir 2 sehr lieben Kollegen und ein netter Blumengruß von meinem Vorgesetzten.Und alle freuen sich, dass ich wieder da bin und umgekehrt geht’s mir auch so.Auch halt ich an diesem Tage eine Menge Gespräche ab, und ich freu michungemein, mich wieder im Arbeitsprozess zu befinden. Es gibt viel zu tun, gutso..also nichts wie ran. Die Lautstärke war heute zu ertragen, obwohl ich Bauklötzestaune, was mir früher alles entgangen ist. Aber das macht nichts....die Welt ist lautund ich lerne jeden Tag dazu. Die Kommunikation ist so wie immer mit Ablesen, nurdass ich eben die Stimmen der Kollegen lauter empfinde und somit eher merke,wann angefangen wird, zu sprechen und auch ein wenig, aus welcher Richtung derSprecher redet.Nach vier Stunden geh ich wieder nach Hause, was mir sehr komisch vorkommt,aber dann doch ganz hilfreich ist, denn, kaum bin ich zu Hause, überfällt michplötzlich die Müdigkeit.13.04.06Huch, die erste kurze Woche ist rum. Nun hab ich mich ans zeitige Gehengewöhnt*grins*, dafür wundert sich mein Gehirn jeden Tag, was es allesmitbekommt. Manchmal ist es wirklich sehr laut, da ich mit einigen KollegenDurchgangszimmer habe und dementsprechend viel „Verkehr“ ist. Den einen Tag.kommt mir selbst mein „Getöse“ gewaltig laut vor. Neue Geräusche; Papierblättern,Kratzen des Füllers auf Papier, Telefonklingeln 2 Zimmer weiter, wenn die Türenoffen sind J..Beim Hörtraining melde ich mich über Frau Willkomm, Vorsitzende des CI-VereinsBerlin-Brandenburg an und bin sehr gespannt, wenn ich am 22.4.06 dann weiterdazulerne. Zu Hause entspann ich mich meistens und bin einfach nur happy.14.04.2006 - 30.04.200614.04.06 – 17.04.06Langes Osterwochenende: Ich teste den MP3-Player mittels der integriertenTelefonspule und stelle fest, Musikhören ist noch nicht mein Ding. Ein Hörbuchversuch ich zu verstehen. Geht auch noch nicht. Muss ich mir also daher das Buchdazu beschaffen, um die ersten Male mitzulesen und den Wiedererkennungswert derWörter zu steigern.Dafür versteh ich mehr beim Fernsehen, auch wenn nicht immer deutlich gesprochenwird.


Und...ooops..eben ist das Nudelwasser übergekocht. Hat das aber merkwürdiggezischt... J....danke, liebes CI, dass ich dank Dir mehr höre...und auf dem Herdnicht mehr so viel „schwimmt“ wie früher, wenn etwas übergekocht ist.Bisschen später:Den einen Tag sind wir bei meiner Großmutter, zu dritt führen wir ein angenehmesGespräch, das mich nicht so ermüdet wie vor der CI-Zeit. Auf dem Weg dahin stehenwir an der Bushaltestelle und ich höre ein gewissen „Quietschen“...als ich beimeinem Freund nachfrage, stellen wir fest, dass ich trotz Straßenlärm dasVogelgezwitscher höre. Auch bin ich verblüfft, weil ich nun weiß, was das für einGeräusch ist und vermeine, das schon öfter gehört zu haben, ohne zu wissen, wases war...J.Den anderen Tag sind wir bei meiner Tante zum Frühstück, dieses Mal 7 Personen.Der Geräuschpegel macht mir trotz „Schonprogramm“ zu schaffen und erzeugt beimir Kopfweh, das erst am nächsten Tag verschwindet. Abends bin ich totalüberdreht. Was trotzdem interessant ist, dass ich, obwohl ich mich nur einemGespräch unter drei Personen zuwende, manchmal Wörter aus dem anderenGespräch mit dem Rest der Tischrunde, das am selben Tisch läuft, aufschnappe.Nun muss ich lernen, einen gewissen Geräuschpegel zu unterdrücken. Irgendwiekomm ich mir so vor, als wenn ich zwischen 2 riesigen Lautsprecherboxen sitze.Leiser stellen mag ich nicht, weil ich a) lernen will, auch solche Situationenauszuhalten und b) ich bei geringerer Lautstärke keine Worte aus demGeräuschebrei filtern kann.18.04.06 – 21.4.06Die Woche geht gut los. Ich bin echt erfreut, dass ich nun nicht mehr so angestrengtjedes Gespräch verfolgen muss. Außerdem kommt die Gesprächslautstärke bei miran, auch wenn ich dem Sprechenden nicht auf dem Schoß sitze. Bei einer kleinenFeier im Büro genieß ich es, nun alle lauter zu hören und kann mich nichtentscheiden, wo ich zuhöre...*Schnüff* Auch meinen Chef höre ich über den halbenRaum. Sagte ich ja schon öfter, aber da bin ich am meisten erstaunt. Auch fällt mirdass ich nicht immer auf die Lippen schauen muß, sondern den Anfang auch ohneschaffe.Auch hab ich aufgrund des Gefühls, dass ein kleiner Knoten geplatzt ist, eineBomben-Laune und lache permanent und singe viel vor mich hin. Auf der Straßelachen mich deswegen viele mir fremde Personen zu....Nachts schlafe ich unruhig,weil ich so voller Freude bin. Außerdem habe ich das Gefühl, dass ich ausgeruhterbin, auch weil ich nun weniger Energie brauche. Genau das habe ich mir am meistenvon dem CI gewünscht: nicht mehr soviel Energie für das akustische Verstehenaufwenden müssen, sondern diese zum Verstehen des Inhalts nutzen.Irgendwie bin ich völlig high vor lauter Freude und finde alles soooo prima!Beim Hörtraining bin ich auch wieder und die Therapeutin und ich freuen uns übermeine Fortschritte. Dieses Mal sind die Vokale dran. Ich stelle fest, mit dem e und iund dann mit dem o und u hab ich Probleme. Aber, nachdem ich mich eingehörthabe, läuft es laut Therapeutin schon super und ich wird ganz verlegen vor lauterFreude.Auch zu Hause wird es für meinen Freund immer angenehmer. Manchmal bekommter nicht mehr mal mit, dass ich in der Küche den Geschirrspüler ausräume, währender im Wohnzimmer sitzt. Und ich höre sogar, wenn er vor sich hinschimpft, weil derPC nicht das macht, was er will...*kicher*


Bei einer Freundin bin ich auch. Die Gute staunt auch, dass ich schneller reagiereund auch hier merke ich, dass ihre Stimme für mich sich anders anhört und auchlauter.....also Entspannung auf beiden Seiten...juchuuuu!JAm Freitag bin ich beim Hörgeräteakustiker, das besagte Ohrpassstück abholen.Kaum betrete ich den Laden, werde ich von 2 Akustikern besonders begrüßt.Nanu...es stellt sich heraus, dass eine ältere Dame gerade wegen der Entscheidungfür ein CI oder auch nicht beraten wird. Ich werde bei der Beratung miteinbezogenund die Akustikerin überlässt mir und der älteren Dame das Feld bzw. hört nur zu.Eigentlich wollte ich ja nur mein Ohrpassstück abholen, aber nun auch bei einerBeratung mitzuwirken.....ist mir etwas unangenehm. Immerhin will ich mich nichteinmischen. Aber es scheint gut anzukommen: die ältere Dame freut sich darüberund ich nehme an, sie ist dadurch etwas weniger ängstlich gestimmt und wird nunanders darüber nachdenken. Auch schön, in einer kleinen Mission unterwegs zusein.Mein Ohrpassstück hat nun kein Dorn und 2 große Löcher ( sieht nun aus wie einSchweizer Käse mit 2 großen Löchern). Ohne Dorn fühlt es sich sehr luftig an....alswäre es gar nicht da. Aber das ist Gewöhnungssache.Am frühen Abend spielen wir Federball. Prima, der Prozessor, also das Hörgerät,fällt nicht mehr runter und wir können uns auch über die Distanz, die man beimSpielen hat, unterhalten. Ich bin überglücklich und knuddele meinen Freund gleichöfter mal, statt zu spielen.Mit Musik und Radio übe ich weiter, Musik hör sich aber noch weiterhin blechern an...22.04.06Aus lauter Vorfreude bin ich schon 5.30 h wach und ca. 10 h unterwegs. Bin ich jamal gespannt, was so passiert beim Hörtraining. Hier ist es recht anstrengend fürmich, da ich die „Kleinste“ von den CI-Trägern bin. Wir üben Gedichte undWortspiele, was für mich sehr anstrengend ist, auch weil eben alles noch nur überAblesen geht und die Texte von 1941 oder so ähnlich sind . Es ist sehr interessant,die anderen Teilnehmerinnen kennen zu lernen. Beim anschließenden Imbissquatschen wir noch, es läuft alles recht gut (also hörgeschädigtengerecht (zumindestempfinde ich das so)) und wir haben viel Spaß miteinander. Auch tauschen einigevon uns e-mail Adressen aus. Über eine Teilnehmerin freu ich mich sehr, dass ich siekennen lernen kann, da ich nach meiner OP auch mit ihr Kontakt aufgenommenhabe. Da es aber einfacher ist, sich auszutauschen, wenn man sich kennt, find ichdas nun schön, sie auch persönlich zu kennen. Auch wird ein neuer Terminfestgelegt, in 2 Monaten. Danach fahr ich beschwingt heim, hole meinen Freund abund wir fahren zu einer Einladung. Dort sind wir 5 Personen und haben uns viel zuerzählen. Um 22 Uhr (also 5 Stunden später) gehen wir heim und ich staune, dassder Tag mich nicht mehr so anstrengt, wie es in meiner „grauen Vor-CI-Steinzeit“meistens der Fall war. Zu Hause angekommen, überfällt mich schlagartig dieMüdigkeit und ich glaube, ich schlafe schon, bevor mein Kopf das Kissen erreicht.23.4.06Oh.....2 Mails von den beiden Frauen aus der gestrigen Gruppe habe ich bekommenund gleich beantwortet. Auch schau ich nun wieder und gezielter bei anderenHomepages zum Thema CI rein und trage mich auf einigen Gästeseiten ein, da ichnun Kontakt zu anderen Gleichgesinnten herstellen möchte. Es tut sich auch einigesin meiner Mailbox und das freut mich ungemein.24.04.06 bis 30.04.06


Die Woche vergeht im Fluge. Einerseits im Büro, wo es viel zu tun gibt und die vierStunden nicht ausreichen. An die Geräuschkulisse gewöhne ich mich nun undbrauche nicht mehr zwischen den Programmen hin- und herzuschalten. Allerdingsbin ich nach Feierabend doch immer sehr erschossen, dass ich nach demMittagessen so richtig klaftertief schlafe. Am Nachmittag chatte ich viel mit Freundenund Betroffenen und/oder surfe im Internet zwecks Infos und Lesen, wie es anderenergangen ist. Oder aber mein Freund und ich unterhalten uns oder der Haushalt ruftoderoderoder. Dadurch, dass nun neue CI-Träger auch auf mich zukommen und ichviel mehr Zeit am PC verbringe, weil der Austausch sooo spannend ist, komme ichnicht so recht zum Tagebuch schreiben. Mein Freund freut sich sehr mit mir, dass ichneue Kontakte gefunden habe. Außerdem vermisst er meine Tagebucheinträge undneckt mich damit, dass er wohl im Internet nachschauen muss was es Neues von mirgibt. Darüber kichern wir eine ganze Weile....Eine neue Einstellung erfolgt am Dienstag. Dieses Mal ändert sich lt. Audiologennicht viel, aber doch etwas..erzähle ich gleich.J Danach hab ich wieder Hörtraining,das trotz des geöffnetem Fenster recht gut läuft. Gut so, so lern ich, Störquellenauszublenden. Dann wird das Radio eingestellt und ich soll sagen, ob es sich umeine Männer- oder Frauenstimme handelt. Anschließend spielt sie mir Musikvor...langsame Popmusik. Ich denk erst: „Bah, das wird wieder so scheußlichesGeräusch geben“.......und bin dann wie vom Donner gerührt und bitte dieTherapeutin, das Radio weiterlaufen zu lassen. Warum? Weil...ich nun die Musik alssolche erkenne und das blecherne Geräusch bei den höheren Tönen wenigergeworden ist. Bin ich aber platt. Püh...JZu Hause sitz ich, weil es sonniges Wetter ist, dann unten im Garten, der zumMietshaus gehört und träum vor mich hin. Der Verkehr brandet an der Hauptstraßeund ich denke so bei mir, was mir mit Hörgeräten entgangen ist, weil ich nun denGarten nicht mehr als Ruhe-Oase empfinde. Dafür mag ich nun lieber die „Rote-Ampel-Phasen“.Auf einmal höre ich, wie mein Name gerufen wird. Bis ich orten kann, woher daskommt, dauert es noch weitere 2 Male. Aber dann hab ich es...mein Freund ruft michaus der dritten Etage, wo wir wohnen. Bin ich aber stolz auf mich..huch! Mein Freundsagte mir hinterher, er wollte mal probieren, ob´s schon klappt und da ich schon beimersten Mal reagiert hätte, hätte er auch weiterprobiert. Hier bin ich wieder unendlichdankbar, mit Menschen zusammenzusein, die auch die Geduld haben, mit mir zuüben, mit mir alles zu erleben....Abends hab ich dann die Idee, über den Discman, Hörhilfe und T-Spule desProzessors zunächst einmal meine Lieblingsgruppe Foreigner zu hören. Klappt nochnicht ganz. Aber dann hör ich die Beatles „Yellow Submarine“ und „Obladi-Oblada“...2 ziemlich einfache Lieder, aber für mich erst mal sehr hilfreich. Hier les ichden Text mit und finde mich recht gut zurecht. Ah...ist das Leben mega-cool. OhneMusik war das so furchtbar für mich. Vor lauter Freude heule ich erst mal einerichtige Runde bei meinem Freund und er hält mich lieb im Arm und freut sich mit.Bei einer Freundin, die Tagesmutter ist, und eine Tochter von 9 Jahren hat, besucheich nun auch wieder. Die Kinder spielen draußen, so ist die Geräuschkulisse für micherträglich, obwohl wir wegen Aufpassen in der Nähe sind. Dennoch versteh ich aufeinmal auch die Kinder, auch wenn sie sehr hoch sprechen und es klappt noch nur,wenn ich Ablesen kann. Der eine Kleine stellt sich bei mir mit Namen vor und willdann wissen, wie ich heiße*kicher. Mit der Tochter führe ich nun mein erstesrichtiges Gespräch und sie erzählt mir, was sie alles in den Sommerferienvorhat...boah, bin ich baff und freu mich soooo, dass ich ihr auch so antworten kann,


wie es bei einem Gespräch eben so ist ! Auch für die Kleine ist es toll, dass sie nunmir alles erzählen kann und anschließend spielen wir eine Runde Frisbee.Hochmotiviert probier ich in der Woche meinen ersten Hörtext von Erich Kästner:Sachliche Romanze. Auch wieder mit Hörhilfe und Text. Ui...bis auf die Stellen, woHerr Kästner etwas leiser spricht, kann ich alles verfolgen und auch den Anschlussfinden. Mit Musik probier ich mich auch weiter. Es ist meistens noch recht blechern,insbesondere wenn es für mich neue Stücke sind. Bei Udo Lindenberg hab ichNOCH das Problem, dass seine Stimme für mich hinter der Musik verschwindet. Wieich mir hab sagen lassen, singt er auch recht „schnodderig“, was ja den Reiz beiseinen Liedern ausmacht. Nur: für mich klingt es NOCH recht spannungslos, aberich freu mich über jeden Hörfortschritt und nehm´s relax, wenn es noch nicht aufAnhieb klappt. „Wird schon!“Was ich bislang noch nicht erwähnte: Dadurch, dass ich mich ja nun selbst höre, habich mehr Modulation in meiner Stimme, wie mir auch einige Kollegen bestätigen undich würde flüssiger reden. Früher hab ich mich ja nicht reden gehört bzw. immer das„Niemandslandgefühl“ gehabt. So fühl ich mich ja auch sicherer. Nunkommt´s...früher hab ich ja auch gern mit gesungen, nur haute das nie hin, weil ichdie Tonlage nicht „begreifen“ konnte. Nun klappt das schon ein wenig bei den beidenoben erwähnten Beatles-Liedern. Mein Freund freut sich da auch mit und unterstütztmich, wenn es noch nicht ganz stimmt. So macht es nun richtig Spaß, etwaswiederzugeben, und es auch zu hören, wie ich singe oder sage. Und dann stimmt´sfür mein Hörempfinden auch..Mit dem Telefonieren trau ich mich noch nicht. Irgendwie hab ich immer noch Schiss.Was aber mir schon die ganze Zeit auffällt, dass offensichtlich mein linkes Ohr, aufdem ich nach wie vor das Hörgerät trage (weil dann die Geräuschkulisse sich fürmich runder anhört) durch das rechte Ohr, dass mit dem CI versorgt wird, mittrainiertzu werden scheint. Denn: als ich mit meiner Großmutter telefoniere (wie immer nochmit dem linken Ohr), telefonieren wir länger und qualitativ besser wie noch nie zuvor.Sonst hab ich bei Terminen, die ich per Telefon mit ihr ausgemacht habe, entwederlänger gebraucht oder jemand dazu holen müssen! Sie konstatiert das auch mitFreude und mein Freund meint nach dem Telefonat nur noch grinsend, dass wir wohlbald eine weitere Telefonleitung für ihn legen müssen., damit er auch zumTelefonieren kommt..Als ich das nächste Mal nur zum Hörtraining da, klopfe ich trotzdem beim Audiologenund präsentiere ihm, was ich Neues kann, nämlich das Musikhören. Er freut sich somit mir mit und das ist so schön für mich, dass wir alle den Weg zusammengehen...01.5.06 - 21.5.0601.05-14.05.06Udo Lindenberg probiere ich eine Woche später noch einmal. Wieder mit Text undHörhilfe, und siehe da..es klappt besser. Auch ist das quäkende Geräuschverschwunden. Am liebsten habe ich hier die Lieder: „Sie liebten sich gigantisch“ und„Sternenreise“ und „98 Luftballons“. AahhJ.....


Mit einem Klavierkonzert versuch ich mich auch. Klappt suuuuuuuper! Auf Anhieb.Meistens höre ich abends Musik auf dem Balkon (die Sommerzeit ist endlichangebrochen) und vergieße einige Freudentränchen.Ahhhhh..dann kann ich ja in der Vorweihnachtszeit wieder in meine Klassikkonzertegehen, wenn das so weiter geht*vorfreudequiek*Ein Ehepaar treffe ich, das mich nur mit Hörgeräten kannte. Beide sind begeistert,dass ich nun viel entspannter bin und auch besser verstehe. Und dadurch, dass ichflüssiger rede, versteht der Mann mich nun zum ersten Mal richtig gut*juchhhhuuuJDie Geräuschkulisse wird von Tag zu Tag weiterhin bunter. Mittlerweile nervt michsogar das Geräusch des Kopierers, wenn er doppelseitig kopiert. Dieses Knackenfind ich ätzend L. Meine Kollegen freuen sich auch immer mit mir, wenn ich mitleuchtenden Augen berichte, was ich so alles erlebe.. Zu tun gibt es genug, auch die6 Stunden verkrafte ich recht gut, besonders was die Geräuschkulisse angeht, undfinde sie entspannender als die 4 Stunden. Auch bin ich wieder unendlich dankbar,es an meinem Arbeitsplatz sehr gut zu haben und echt nur liebe Leute um mich zuhaben JDadurch, dass ich ja nun besser verstehe, bekomm ich sehr viel mehr von dem„Geschwafel“ meiner Umwelt mit und verstehe nun, warum von den Hörenden derSpruch kommt, dass sie manchmal lieber nix hören wollen, weil es wirklich mitunternervig ist.Dafür geht’s im Hörtraining immer weiter und besser. Die Therapeutin weiß nun, dassich gern mehr üben und lernen will, staunt über meine Sicherheit, mit der ganzenProblematik umgehe und freut sich gleichzeitig mit mir. Außerdem „triezt“ sich michweiter. Gut so. Auch bleibt das Fenster während unseren Sitzungen geöffnet. Wieschon erwähnt: Ich will das so, denn kein Gespräch ist ohne Geräuschehintergrund.So blendet auch mein Gehirn die Störgeräusche aus. Wenn das Störgeräuschkonstant bleibt, hab ich weniger Probleme, als wenn es sich plötzlich ändert. Dannkommt es schon mal vor, dass ich das Gespräch unterbreche und dem Ton fasziniertlausche. Bei dem einen Termin stellt sie mir mit CD Player verschiedene Geräuschevor. Das eine erkenne ich nach einer Weile als Wasser und da es für mich so extremrauscht, frag ich, ob das der Niagara-Wasserfall ist. Wir lachen beide und sie erklärtmir, dass es NUR ein starker Wildbach ist.JAuch das abendliche Sitzen auf dem Balkon wegen der Geräuschkulisse ist für michein Hörtraining. Mir fällt auf, dass die Vögel abends irre laut sind und stell mir vor,dass die Vogelkinder dabei einschlafen sollen...hihi.Die Neueinstellung nach einer Woche zeigt, dass sich wieder minimal was geänderthat und die Empfindlichkeit, auf Geräusche genervt zu reagieren, wieder etwasweniger geworden ist. Wie ich schon sagte, jetzt geht’s millimeterweise voran, aberdann mit einer Hammerwirkung.JJJAm 06.05.06 treffe ich mich mit anderen CI Trägern im Tierpark. Wir quatschen mehrals das wir Tiere bewundern, aber auch kein Löwe brüllt für uns.L Es ist wohl zuwarm. Dafür höre ich ungemein viele Vögel in einer Reinheit, da es nicht mitStraßenlärm gemischt ist. Nur kann ich sie leider nicht unterscheiden, aber immerhin..schöööönJ...und OHNE Quietschen!


Auch treffe in dieser Gruppe ich ein Ehepaar, wo die Eltern hören und beide KinderCI Träger sind. Die Kleine ist 2 und mit 8 Monaten implantiert worden. Ich staune,was sie für ein soo kleines Ohrpassstück hat und sooo kleine Hörgeräte trägt. Ist jabei mir auch alles gewesen, aber nun seh ich das ja selber. Nach einem kurzenGespräch mit dem Vater erfahre ich, dass die Kleine in der Sprachentwicklung keineRückstände hat. Der vierjährige Sohn wurde mit 2 ½ Jahren implantiert und muss,wenn ich das richtig verstanden habe, etwas aufholen. Aber immerhin..die Technikverschafft den hörgeschädigten Kindern von heute einen guten Start und das freutmich ungemein JJJ.Da ich so unendlich dankbar bin, beschließe ich, dem Chirurgen einenÜberraschungsbesuch in der CI-Sprechstunde (nach Rücksprache mit demAudiologen) abzustatten. Mir ist es ein Bedürfnis, auch dem Chirurgen auch aufpersönlichem Wege einiges mitzuteilen und nicht nur schriftlich, was ich oft mache.Zu dritt führen wir ein super Gespräch und ich glaube, der Chirurg freut sich auchsehr mit mir und auch dann, als er mich mit dem MP3-Stick sieht! Das wusste er jaauch noch nicht, dass es bei mir schon mit dem Musikhören klappt.Mein Fazit bis jetzt: Das Leben war schön, nun ist es MEGACOOL!Am Wochenende bin ich dann mit leuchtenden Augen bei Mediamarkt und kaufe mirdie CD von Lindenberg „ Panik mit Hut“. Nun such ich mir hier wieder die Songtextezusammen und versuch mich, am Erkennen der Worte. Es klappt wieder nicht gleich,aber wenn ich das die nächsten Tage weiter probiere, wird es schon werden.Mit meinem Freund lauf ich die belebte Straße runter und wir stellen mit Freude fest,dass die Unterhaltung angenehmer läuft. Als ich mich bei meinem Freundvergewissere, ob´s an dem so ist, kichert er nur und meint, er gewöhne sich nun anden Komfort, dass er auch weniger Stress hat, wenn er unterwegs mit mir redet. Aja!J. Auf dem Balkon schnappe ich auch immer mehr auf, was mein Freund sagt, auchwenn es nicht immer mit Mundbild ist. Aber dann dürfen es nur kurze Sätze sein!Dann versuch ich mich am Sonntag morgen mit Udo Jürgens. A-ja..wenn es nichtzuviel Mischmasch an Geräuschen ist, versteh ich ihn echt gut, wenn ich denSongtext mitlese, wie z.B. „Griechischer Wein“ oder „Siebzehn Jahr...“. Bei meinemLieblingslied „Ich weiß, was ich will“ hab ich Probleme. Muss ich mal meinen Freundbitten, den Songtext mitzulesen und mir zu zeigen, wo Herr Jürgens gerade ist. Istmanchmal ganz schön schwer, sich durch den „Geräuschedschungel“durchzukämpfen..aber morgen ist auch ein Tag, morgen probier ich es noch einmal.Mit einigen CI-Trägern und Schwerhörigen chatte ich weiter...es ist immer sehrinteressant und lustig und an den DCIG schreib ich auch, wegen einer eventuellenMitarbeit.15.05.06 bis 21.06.06Da mir noch einiges entfallen ist, trage ich nun nach:


a) Kann ich nicht immer Ohrringe tragen, da das Gehänge mitunter zu einemDauerklimpern ausartet, egal welches Material es ist.L...b) Wünsch ich mir manchmal so n „Fellplüschteil“ fürs übers Mikrofonstülpen (Sowie bei der Wettervorhersage in windigen Gegenden, denn wenn der Wind reinpfeift,hör ich nichts anderes mehr. Seufz*.c) Zum ersten Mal hab ich nicht sofort gemerkt, dass die Batterie für mein linkesHörgerät alle war. Ich wunderte mich nur, dass ich mich nicht mehr so„anhörte“..huch...ob ich bald auf das verzichten kann???d) Auch vermeine ich nun, weniger Gleichgewichtsprobleme zu haben, denn dasBalancieren fällt mir nicht mehr so schwer. Dennoch: es bleibt ein Kraftakt, aber nichtmehr so schlimm wie früher.e) Kurze Sätze bei vertrauten Personen versteh ich auch ohne Mundbild, auch imBüro oder wenn mich jemand von hinten anspricht.f) Wenn mein Freund in der Wohnung nach mir ruft, versteh ich bei kurzenSätzen sogar, was er will. Ich soll nämlich mal kommen. Aja---manchmal antworte ichaber, dass ich keine Lust hab. So muss der arme Kerl sich doch zu mirbewegen*kicher*g) Im Büro höre ich nun immer, wenn das Telefon klingelt, sofern es 1 bis 2Zimmer weiter ist und alle Türen geöffnet sind. Und auchwenn jemand am Kopierereine Etage tiefer steht und sich dort unterhält.Beim der nächsten Einstellung zeigt es sich, dass sich wieder minimal etwasgeändert hat. Ahhhh..bin ich dann aber erleichtert, als die Töne wieder etwas lauterbei mir ankommen. Offensichtlich merkt das Gehirn nun, wann es wieder neuen„Saft“ braucht. Auch das Hörtraining wird immer besser, obwohl ich dieses Mal sehrmüde bin, weil es an diesem Tag es sehr warm ist und ich irgendwie vom Arbeitstaggeschafft bin.Nun bin ich in Sachen Logopädie, also Sprachtherapie, unterwegs. Wie ich ja schonsagte, hör ich mich ja selber reden und bin trotzdem unsicher, ob das mal alles sorichtig ist. Meine Logopädin, die ich sonst auch immer hatte, kontaktiere ich. Beieinem kurzen Vorgespräch stellt sich heraus, dass meine üblichen Schwachpunktevorhanden sind, nämlich das Endungs-s und –t, sowie das „sch“,.aber das wird nieso richtig werden. Nur meine ich, damit sich mein Gehirn soweit wie möglich alles guteinprägt und noch möglichst am Anfang, möchte ich eben die Logopädie in Anspruchnehmen. Ein Termin wird festgelegt, ich bin dann noch bei der HNO-Ärztin wegen derVerordnung für die Logopädie..und wooo bin ich noch?...bei der Krankenkasse, umwieder das Formular für das Krankengeld abzugeben.Neuerdings benutze ich nach wie vor die Telefonspule, wenn ich fernsehe, undschalte die Untertitel nur als „Krücke“ zu, denn noch macht das Öhrchen nach 10Minuten schlapp, weil es noch seeeehr anstrengend ist. Und abends möchte ichdoch entspannt fernsehen und nicht zusätzlichen Stress haben. An dem einenAbend schauen wir gemeinsam fern und aus Quatsch mach ich einige Geräuscheoder, wie etwas gesagt wird, nach und mein Freund staunt, wie nahe es demwirklichen Geräusch kommt. OHJ.....und dann freuen wir uns beide wieder..und dasist soo schön!Ganz neues EVENT!


In dieser Woche trau ich mich nun endlich mal, zu telefonieren und rufe meine Mutteran. Die ersten Schritte am Telefon....äh.....ich versuche es beim ersten Mal nur mitdem Mikrofon, also OHNE Telefonspule. Hier hört es sich (wie erwartet) noch quäkigan, aber trotzdem mittendrin klar. Zu Hause am Abend rufe ich sie noch einmal an,dieses Mal mit meinem hörgeschädigtengerechten Telefon Audiophon. Einmalversuch ich es ohne Mikrofon, wie am Vormittag noch quäkig, trotzdem verständlich.Beruhigt mich sehr, denn wenn es mal schnell gehen muss, versteh ich es auch. Ichmuss hinzufügen, dass das Umstellen auf Telefonspule etwas Zeit braucht, wasmanchmal hinderlich sein kann. Dann schalte ich während des Gespräches aufTelefonspule um....und es geschieht ein Wunder, ich höre alles sehr klar und dieStimme meiner Mutter ist zwar dieselbe wie vom „Hörgerätegedächtnis“, aber sehrviel diffiziler...ohoh...Die nächsten Tage ruf ich dann fast ganz Deutschland an, um mal zu testen, wie esnun klappt. Alles mit Telefonspule. A-ja! JBei einer ehemaligen Kollegin, die ich noch nie mit dem Sprachprozessor gehört hab,weil sie vor meiner OP aus dem Dienst ausgeschieden war, versuch ich es auch. Ichglaube, wir telefonieren eine HALBE STUNDE!!!! Zur Erklärung: Ich muss sagen,auch wenn ich eine ganze Menge erzählt habe, hab ich sie aber für das erste Malsehr gut verstanden. Allerdings war es hilfreich, dass sie langsam spricht und dabeirecht kurze Sätze verwendet und ich auch ein bisschen wusste, um welches Themaes ging. Und danach bin ich auch nicht so foxi wie sonst mit den Hörgeräten. Und vorlauter Aufregung und Freude hab ich ganz rote Wangen. Aber immerhin, der Anfangist gemacht*strahl*Mit dem Kumpel, der für mich in Ausstellungen immer den Audioführer macht,telefoniere ich auch und erkenn seine Stimme nur bei für ihn typischenAussagen/Redewendungen wieder, aber dann ganz GENAU! *Ts*...Mit meiner Großmutter versuch ich mich auch noch einmal, siehe da, auch hier wirdes millimeterweise besserJ.Zweite NEUE Feststellung:Ich hab mich nun so an meinen Sprachprozessor gewöhnt, dass ich mir nun wirklicheingestehen muss, dass ich die Stille nicht mehr ertrage!!!!Wie ich sicher schon erwähnte, war das Leben mit den Hörgeräten eher eineWattewelt ohne diese diffizile Möglichkeit, Geräusche zu unterscheiden, wie es mitdem Sprachprozessor möglich ist. Daher hatte es mich auch oft nicht gestört, nichtszu hören und von Stille umgeben zu sein.Gut, wenn ich noch nicht ganz wach bin, find ich wunderschön, akustisch „offline“ zusein, aber wenn ich dann meine, nun kann es es losgehen...zack, Sprachprozessoranklatschen und ich bin wieder dabei.Mein Kumpel (der mit dem CI), spricht mich darauf hin an und dann wird mir dieserUmstand erst richtig bewusst!22.05.06 - 04.06.06


22.05 bis 04.06.06In der ersten der beiden Woche ist Himmelfahrt. An diesem Feiertag bin ichzusammen mit meinem Freund bei einer Freundin von mir eingeladen. Zunächst sindwir 8 Personen beim Brunchen, anschließend (also ca. 3 Stunden später) bei ihr zuHause. Wer feiert, tut´s zünftig, nä? Da ich den Geräuschpegel in der Gaststätteschon beim Eintreten als ziemlich laut empfinde, stell ich die Mikrofonlautstärkeherunter. Es stellt sich heraus, dass das goldrichtig war, denn so kann ich die ganzeZeit an den Gesprächen teilnehmen, ohne wie sonst nach spätestens 2 Stunden dieGaststätte verlassen zu müssen, einmal weil ich wegen der Lautstärke Kopfwehbekomme, aber auch demzufolge dann nichts mehr mitzubekommen. AhJ! Andiesem Tag bestehe ich die Feuerprobe, 8 Stunden bei Gesprächen dabei zu sein,ohne so schnell ermüdet zu sein. Ich muss aber dazu sagen, dass alle sich sehrgefreut haben, dass ich dabei war und auch mir in den letzten 2 Stunden besondersgeholfen haben, mir mehr zu übersetzen, als die Ermüdungserscheinungen dochzunehmen. Ich bin überglücklich, nun das erste Mal endlich den ganzen Tagmitfeiern zu können und bin abends trotz Überdrehtheit sehr müde.Nun muss ich einen Nachtrag machen, der schon lange überfällig ist. Das liegt aberdaran, weil ich glaube, an diesem Tage die Lösung gefunden zu haben.Mir fällt auf, dass besonders abends, wenn ich dann richtig müde werde, die Stelle,wo das CI unter der Haut liegt, immer richtig anfängt zu kribbeln und jucken.Als wir in der Gaststätte nun die dritte Stunde sind und mein Gehirn auch eifrig damitbeschäftigt ist, die Geräuschkulisse zu unterdrücken und gleichzeitig die an unseremTisch laufenden Gespräche zu verfolgen, fängt es trotz Herunterdrehen derMirkofonlautstärke wieder an zu kribbeln. Als wir dann bei meiner Freundin zu Hausesind und bereits erwähnte Geräusche wegfallen, hört es schlagartig wieder auf unddas sogar, obwohl ich die Mikrofonlautstärke wieder auf den vorherigen Wert setze.Ich erkläre es mir im Nachhinein mit einer Art Überreizung der Nerven, weil ja denganzen Tag elektrische Ströme hindurchfließen. So in etwa, als wenn man denganzen Tag Gewichte heben würde.Außerdem habe ich seit dieser Woche nun die Telefonitis und telefoniere viel mitanderen, mit großer Freude auf beiden Seiten. Es läuft sehr viel besser und auch ichkann mich entspannt hinsetzen und muss nicht mehr so viel nachfragen. Wieder einStück weiter zur hörenden Normalität. Dadurch wächst auch mein Zutrauen, es auchdann zu probieren, wenn ich etwas müde bin.Beim CI-Stammtisch bin ich auch wieder. Dort treffe ich einige Frauen vomHörtraining wieder. Mit der einen sitze ich ziemlich dicht zusammen und wirunterhalten uns schön leise. Dafür krakeelen die anderen über den Tisch...für micheine neue und unerträgliche Situation. Gott sei dank kommen aber alle kurz danachauf die Idee, sich so zusammenzusetzen wie wir, so dass dann eine ruhigereSituation entsteht*aufatm*.In der folgenden Woche habe ich ein größeres Programm. Zum einen habe ichwieder Hörtraing, wo ich nun Texte in Kurzform verstehen und die wesentliche


Inhalte wiedergeben soll. Bei Gedichten ist es sehr schwierig, weil hier die Reimformund auch Sprache etwas „altertümlich“ ist, bei kurzen aktuellen Zeitungsartikelnweniger.Auch ein anderes Ereignis zeigt mir, wie sehr ich mich schon in den drei MonatenSprachprozessor an meine neue Hörwelt gewöhnt habe. Wir sind mit meiner Mutterkurz beim Eisessen. Auf einmal hört sich alles unheimlich dumpf an bzw. so wiefrüher in meiner grauen „Vor-CI-Steinzeit“. Mich selber hör ich auch nicht mehrsprechen. Mich überfällt Panik, auch weil ich erst 2 Tage später zur Einstellung geheund am Tag davor zum ersten Mal zur Logopädie mit CI. Hmpf!..Es macht mir auchkeinen Spaß und dann gehen wir schnell heim. Zu Hause teste ich erst neueBatterie-Fehlanzeige. Dann ist die Telefonspule dran. Alles ganz sauber wie immer.Aja.....der „Täter“ scheint wohl das Mikrofon zu sein. Als ich dann in der riesigenKiste mit dem Zubehör „wühle“, finde ich auch die Mikrofonabdeckungen. Es ist zwaretwas merkwürdig, dass nach 3 Monaten das Mikrofon verschmutzt ist, aber evtl.liegt es an der Pollenzeit und dem damit verbundenen Blütenstaub. NachKonsultation des Handbuchs für den Sprachprozessor und vorsichtigemAuseinandernehmen dessen bekommt das Mikrofon eine neue Abdeckung. Danachplumpst mir ein Riesengebirge von Herzen und ich hab schlagartig wieder guteLaune. Ich glaube, dass muss man sich so vorstellen, wie wenn man Schnupfen hatund dadurch die Ohren verstopft sind.Außerdem habe ich 2 Tage später wieder Neueinstellung und anschließendunterzieht mich der Audiologe auf meine Bitte hin einem Hörtest mit demSprachprozessor, weil ich gern mal wissen möchte, ob mein subjektives Gefühltäuscht oder nicht. Es zeigt sich, dass ich bei Tönen recht gut höre (ohneSprachprozessor leider ja nicht), und dass auch bei Worten und Zahlen dieVerständlichkeit für mich enorm zugenommen hat. Ich hatte ja schon mal erwähnt,dass ich mit dem anderen Hörgerät nicht so viel aufnehme, ich mir also erklärenkonnte, dass ich früher in einer Wattewelt gelebt habe.Auch muss ich noch etwas erklären, um die folgende Situation gut darstellen zukönnen. Ich hab ja das Modell Nucleus Freedom von Cochlear und das Aktuellste,das es auf dem Markt ist. Auf dem Display lässt sich u.a. ablesen, ob die Batterienleer sind. Bislang hab ich den leeren Batteriestatus immer deshalb feststellenkönnen, weil es auf einmal etwas leiser wurde bzw. ein prüfender Blick auf dasDisplay mir den aktuellen Stand verraten hat. Dieses Mal ist es eine putzigeSituation. Nach dem o.g. Hörtest unterhalte ich mich noch mit dem Audiologenwegen dem Ergebnis und mitten in seinem Satz macht es zum ersten Mal leise„Piff“...und ich steh akustisch im Dunkeln. Wir haben dennoch beide darüber gelacht,auch weil ich grinsend gesagt hab: „ Wie so immer, wenn ich’s nicht gebrauchenkann, sind die Batterien alle“. War bislang öfter mal so. Hier zeigt es sich, wie sehrich doch auf die Technik angewiesen bin. Aber da ich eh immer Batterien dabeihabe (so wie die Raucher ihre Zigaretten), bin ich paar Minuten später wieder„ansprechbar“*aufatm*Auch telefoniere ich das erste Mal mit dem Hörgeräteakustiker, um neueMikrofonabdeckungen zu bestellen. Da ich noch etwas verzagt bin, ob ich allesverstehe, hole ich meinen Freund dazu, damit er im Notfall helfend eingreifen kann.Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Freund steht daneben, wie bestellt und nichtabgeholt. Es klappt wunderbar, obwohl Rückfragen von Seiten des Akustikers


stattfinden und er nebenbei am PC nach dem gewünschten Artikel sucht. Denn ichhöre das Klicken der Tastatur. Außerdem führt er etwas Selbstgespräche und dieerkenn ich daran, weil diese etwas leiser stattfinden und keiner Rückfrage bedürfen.Bin ganz stolz auf mich, dass nun auch hier meine Selbstständigkeit etwas größerwird.An einem Abend verfolge ich wieder die „heute-Nachrichten“. MeinLieblingsnachrichtensprecher ist wieder da! Da ich einfach mal probieren möchte, obich ihn nun ohne Mundbild und Untertitel verstehe, schließe ich meine Äuglein undkonzentriere mich auf das Gesprochene. Wie immer höre ich mit Telefonspule, wasden Effekt von Kopfhörern hat, also das Männlein im Ohr. Ich bin selber ganz baff,dass ich 10 Minuten lang so fast alles erfassen kann, obwohl bestimmt einige Wortenoch durchs Raster fallen. Danach schau ich lieber wieder richtig hin und entspannemich gleich. Aber immerhin*strahl...Ich muss aber auch bei allen positiven Empfindungen hinzufügen, dass es mirmanchmal nicht ganz geheuer ist, was ich alles akustisch aufnehme und es mitunterein klitzekleines bisschen beängstigend ist. Insbesondere, wenn ich mich sprechenhöre oder wenn ich unheimlich viel verstehe, wie bereits erwähnt, bei denNachrichten. Es ist aber nicht negativ gemeint, wenn ich schreibe, dass es manchmalfür mich beängstigend ist, nur ist es dann so n „Boah“- Effekt..und denke dannimmer, was ich alles die 36 Jahre versäumt habe.Die Logopädie bei meiner Therapeutin macht mir immer Spaß. Wie ich ja bereitserwähnte, hab ich etwas Schwierigkeiten mit einigen Buchstaben immer schongehabt. Nun hab ich aber ein neues Problemchen. Da ich mich ja nun selbst höre,knallen mir bestimmte Endungslaute wie s, t, k und auch die Zischlaute unheimlich im„Ohr“. Da ich aber nun bei der Aussprache nicht schludern will, lasse ich mir erklären,wie ich die noch mir „weh-tuenden“ Laute aussprechen kann, um sie einerseitsdeutlich und andererseits für mich recht schmerzfrei auszusprechen. Da wir uns jaschon lange kennen, such ich mir meistens aus, wie wir die Übung gestalten.Entweder lese ich Wörter vor, die die kritischen Buchstaben erfassen oder aber wirspielen Memory, in dem Worte mit s,t, sch usw. vorkommen.05.06.06 - 16.06.0605.06.06 – 16.06.06Als meine Mutter dann wieder im Krankenhaus ist, benutze ich ihren Peugeot 106Diesel. Was da auf mich zukommt, ahne ich nur. Ja, Diesel ist laut.L). Ich denke, ichsitz auf nem Traktor. Genauso höre ich nun bei jedem Schalten jedesZahnrad*autsch. Als ich ein bisschen Musik laufen lasse, trau ich mich, mal wieder„lässiger“ zu schalten, weil ich nun nicht mehr jedes Mal das Getriebe höre.Eine weitere für mich putzige Situation: Vorab eine kurze Info. Bekannt ist, dass derBlinker eine Art Tickern abgibt, eine sog. Geräuschkontrolle. An den Tagen, womeine Mutter im Krankenhaus ist, kümmere ich mich um ihren Hund. Der Dackel sitzt


während der Fahrt auf der Rückbank, ziemlich hinter mir, also in der Mikrofonnähe.Als ich dann den Blinker betätige, tickert es. Nach Abbiegen um die Ecke springt der„Blinkerschalter“ wieder in die „Aus“-Stellung. Dennoch tickert es weiter. Ich prüfe,woran es liegt, aber es gibt nichts, was es sein könnte. Als ich dann am nächstenTag mit meinem Freund fahre und wir gerade losgefahren sind, ertönt wieder dasGeräusch. Nach Rückfrage an meinen Freund weiß ich nun, was es ist: Der Dackelhechelt.J...lach*Als ich den Hund von Freunden von meiner Mutter (die mich auch lange nichtgesehen haben, also vor ca. 15 Jahren und mit Hörgeräten) abhole, weil er dort für 2Tage einquartiert wurde, da ich an den beiden Tagen keinen Urlaub nehmen konnte,staune ich, wie gut ich die beiden verstehe. Und: Der Ehemann meint, ich würdeteilweise wie meine Mutter reden, was die Modulation angeht, außerdem teilweiseauch Gestik und Mimik. Kicher* Irgendwo muss das ja herkommen. Ich freu mich nur,weil es mir zeigt, dass sich selbst zu hören viel ausmacht....und dass esoffensichtlich Fortschritte in meiner Art zu reden gibt.Auch bin ich in dieser Zeit seit meiner OP richtig schön erkältet, aber dem Hören tutdas keinen Abbruch. Früher hätte ich gar nichts mehr verstanden, weil die Ohrenrichtig schön „zu“ waren. Selbst das Telefonieren klappt recht gut, wenngleich ich einwenig Mühe hab, wegen verstopfter Nase zu reden.Als das Eröffnungsspiel der FIFA stattfindet, findet noch etwas statt, was bei mir inmeiner Wohngegend echt alle Jubeljahre stattfinden wird: Es ist total still, nur 1-2Autos fahren in der Spielzeit vorbei. Da hab ich den Balkon wieder richtig gutgenossen*grins*Bei der Logopädie geht es besser mit dem Üben, es tut mir auch nicht mehr jederBuchstabe weh. Hatte ich ja bereits erwähnt, welches neue Problemchen ich hatte.Aha, Übung macht den Meister. Und so hab ich auch Spaß, schön ssssssauberrr zusprechen!In einer Gaststätte, wo ich mit meiner Freundin draußen sitze, versteh ich dieKellnerin auch, wenn sie ein zwei Tische weiter ist. Meine Freundin ist etwas irritiert,weil sie das von mir nicht kennt, dass ich auch nebenbei Gespräche führen kann.Auch staunt sie über meine Erfolge beim Telefonieren. Mit ihr hab ich noch nichttelefoniert, aber wir haben uns es ganz feste vorgenommen.Verstehen ohne Mundbild hängt von Tagesform ab und auch vom Sprecher. Wennich viel verstehe, bin ich auf der einen Seite sehr happy, aber auch sehr erschrocken,was ich alles verstehe....huch*Eine Bekannte kommt uns besuchen, die mich mit dem CI nur einmal gesehen hatund konstatiert auch weitere Erfolge*vorfreudequiek*: Sie meint, die Aussprachehätte sich wieder verbessert, auch die Ermüdungsphase kommt sehr viel später. Inmeiner grauen „Vor-CI-Steinzeit“ war ich ab 18 h nicht mehr zu gebrauchen. DiesesMal ist es nicht nur 18 h, sondern auch irre heiß (ca. 30 Grad) und wir sitzen draußenauf dem Balkon (Straßenlärm) und ich halte die knapp vier Stunden ganz gut durch.Danach bin ich noch etwas überdreht, dass ich eine halbe Stunde am PC sitze, bevorich in den Schlaf finde.


17.6.06 - 30.6.0617.06.-30.06.06Dieses Mal ist der Abstand zu dem letzen Tagebucheintrag etwas größer. Esverändert sich nicht mehr viel, dafür intensiviert sich einiges, ohne dass ich esGLEICH merke. Nach der letzten Einstellung ist mir wieder besonders aufgefallen,dass mein Hörnerv recht gut trainiert ist und ich es bald nicht noch lauter brauche.Nun werden meine Eintragungen bunt gemischt dargestellt, da ich nur nochbestimmte Ereignisse, Erfahrungen aufschreibe.Durch die Erkältung und durch innere Anspannung bin ich circa 3 Wochen ziemlichgeräuschempfindlich und könnte bei jedem Ton schreien! Auch im Büro bin ichmanchmal von dem Krach sehr genervt und ziehe mich zurück. Es ist für mich nachwie vor wunderschön, dass ich mich für das CI entschieden habe, aber die erstenpaar Tage nach einer Neueinstellung oder Befindlichkeitsstörungen machen mir nochsehr zu schaffen, weil mir alles zu laut ist und ich sehe dann immer zu, dass dieseunangenehme Phase schnell vorbei geht.Hinzu kommt, dass die FIFA auch in Berlin kräftig gefeiert wird. Deutschland gibt sichMühe und spielt gut, nur feiern die Fans in ganz Berlin danach sehr laut weiter. :-(.Selbst auf dem Balkon, wo ich sonst nur die normale Geräuschkulisse erlebe, ist esmir nun zu unerträglich, da nach Spielen, bei denen Deutschland mit ihm Spiel ist,unermüdlich auf der Straße skandiert wird: "Deutschland wird Weltmeister" und ein"Trötenkonzert" oder Autohupen folgt. Auch in der S-Bahn auf den Bahngleisen wird"getrötet" und gegröhlt und in dem U-Bahn-Tunnel hallt alles. An an einem TagschaIte ich bei diesem für mich unerträglichen Krach den Sprachprozessor aus,damit mir nicht der Kopf dann auch noch weh tut. Ich muss noch erwähnen: Ich magFußball eh nicht und finde das ganze überflüssig, obwohl ich die Stimmung, dass allevereint vorm TV sitzen und feiern einfach cool finde.. Gottseidank findet das alles am09.7.06 sein Ende. Zwar gewöhne ich mich an das ganze Towahu und kaufe mirsogar einen Hut, der wie n Fußball aussieht. DER ist PRAKTISCH, weil er dengesamten Sprachprozessor abdeckt und damit die Kulisse dämmt. Dafür schwitze ichdarunter...Dann stelle ich fest, dass das Display vom Sprachprozessor etwas defekt zu seinscheint, da die Anzeige nicht mehr exakt übermittelt wird, z.B. was für ein Programmes ist. Nach Rücksprache mit dem Audiologen erfahre ich, dass es sich wohl um eineArt Produktionsfehler handelt und der Sprachprozessor demnächst ausgewechseltwird, aber ansonsten keine weiteren Auswirkungen hat*a-ja*guuuut*aufatm.Bei meinem Hörgeräteakustiker kann ich die Abdeckungen für das Mikrofon abholenund freue mich, Ersatzteile zu haben, so dass ich eine ähnliche Situation, wie bereits


eschrieben (verschmutztes Mikrofon) beim nächsten Mal gelassener handhabenkann.Hatte ich schon erwähnt, dass ich mir einen Sonnenhut gekauft habe? Im Sommerwird es ja auch in Berlin sehr heiß und manchmal sitze ich in der Sonne. Damit dieSpule und auch der darunterliegende CI-Magnet nicht heißläuft, setz ich michmeistens der Sonne abgewandt hin oder mir den Sonnenhut auf.Auch etwas Neues kommt noch dazu. Dadurch, dass die Spule am oberen Teil desKopfes sitzt, kann ich nun nicht mehr so "chic" meine Sonnenbrille nach obenschieben oder dort lassen. Nun sitzt die Brille, wenn ich sie nicht auf der Nase habe,eben etwas schief auf dem Kopf, aber das ist mir wurscht!:-)Und: sich im Freibad den Kopf rechts aufstützen geht auch nicht mehr. Dann fälltimmer die Spule abWas ich nur mit den beiden Erfahrungen sagen will, ist, dass bestimmte Bewegungeneben nicht mehr so in dem Maße möglich sind, sondern umdenken angesagt ist, bises so ist, wie ich es mir vorstelle. Aber das ist das geringere Übel.Dafür fühle ich mich den einen heißen Tag im Büro so richtig dooooooof!. Anbesagtem Tag ist es nicht nur irre heiß, sondern auch sehr schwül, was sich aufmeinen Kreislauf auswirkt. Hinzu kommen dann Kopfschmerzen und ......der Magnetjuckt wieder! Das Phänomen hatte ich ja bereits erklärt. Also hab ich mich selbst ins"akustische Off" begeben, und beide Hörgeräte (ja, links trage ich nach wie vor dasandere Hörgerät) beiseite gelegt. Wieder habe ich festgestellt, dass ich die Stille nunabsolut grässlich finde und mich sehr gefreut, als ich nach 30 Minuten wieder unterden "akustischen Lebenden" weile. Danke, liebes CI!Der Sommer kommt mit heißen Tagen daher, ich verbringe meine Freizeit häufig imFreibad oder Strandbad (zusammen mit meinem Freund). Mit im Gepäck ist nunnicht nur die Batterien, sondern auch das Etui für den Sprachprozessor, wo auch dasandere Hörgerät gut mit rein paßt. Einmal die Woche wird der Sprachprozessor inden "Trockenautomaten" gelegt, so kann nichts passieren, falls doch einige TropfenWasser in den Sprachprozessor gelangt sind. Aber laut der Firma Cochlear ist derSprachprozessor Nucleus Freedom spritzwassergeschützt*oi*schön!. Schwimmenohne Hörgeräte macht mir nichts aus, da ich im Wasser in meinem Element bin. MeinFreund schaut dann immer ganz fasziniert zu und steht dabei am Beckenrand oderim Wasser oder am Strand wie ein Bademeister.Das Hörtraining in der Charité neigt sich auch dem Ende zu. Mit der Therapeutin übeich nun, einen längeren Text zu verstehen und behalten. Das klappt noch nicht ganzso gut, weil zu lange Texte manchmal eben doch noch ganz schön schwierig ist.Aber wir haben wie immer viel Spaß miteinander.Im November will ich ja im Rehabilitationszentrum für Hörgeschädigte einHörtrainingsseminar machen (1 Woche). Ich denke mir, dass es ganz hilfreich seinwird, weil ich ja nun keine weitere ambulante Reha habe. Was noch ansteht, sind dielogopäischen Stunden und die Neueinstellungen. Auch bei den Einstellungen werdendie Abstände viel größer und der Audiologe überlässt mir die Entscheidung, wann ich


wieder "geupdatet" werden möchte. Er empfiehlt mir, trotzdem in spätestens 3Wochen wieder vorbeizuschauen.Von der Charité bekomme ich auch eine Art "Empfehlungsschreiben", das ich dannzusammen mit der Anmeldung für das Hörtrainingsseminar bei der Krankenkasseabliefere. Ich unterhalte mich mit dem mir am meisten bekannten Sachbearbeiter. Erteilt mir mit, dass dieser Vorgang noch geprüft werden müsse und er dies nichtentscheiden könne. Aber er zeigt Verständnis für mein Anliegen und meint, dass ichden Antrag mehr als vollständig gestellt hätte. Es bleibt also abzuwarten, wann dieEntscheidung fällt.Ab 03.07.06Was mir schon seit geraumer Zeit aufgefallen ist und mir auch mein Kumpel mit demCI bestätigt hat, ist, dass wir beide (und sicher auch andere CI-Träger) nunmehr dieverkrampfte Haltung beim Zuhören ablegen können. In der grauen "Vor-CI-Steinzeit"sass ich ja eher immer nach vorn gebeugt, was mit einer anstrengenden Kopf- undRückenanspannung verbunden war. Dazu kommt dann noch die Kopfhaltung, dieetwas dieser nahekommt, wenn man stundenlang am PC sitzt, also "glotzmäßig".Diese Haltung hilft heute nicht mehr, besser zu verstehen, da die Lautstärke ja beimir ankommt. Insofern kann ich mich seit der Anpassung mit dem Sprachprozessornun endlich locker hinsetzen. Demzufolge kann ich dem Gespräch länger folgen,wenngleich es trotzdem mitunter anstrengend ist, je länger ich aufpassen muss.Wichtig ist nur, dass ich Blickkontakt zu dem/n "Hauptsprechenden" habe.Dasselbe gilt für das Telefonieren. Ich kann auch hier die Beine lässig lang machenund entspannt meine Telefonate führen. Ich trau mich nun, weitere Personen ausmeinem Bekanntenkreis anzurufen und überall freut man sich für mich mit. Der eineerstaunte Kommentar war: "Mit Dir kann man ja sogar telefonieren!"....Da hab ichdoch einige Freudentränchen am Telefon "verdrückt".Unter anderem spreche ich mit dem Leiter des Rehazentrums für Hörgeschädigtewegen dem Hörtraining und bitte ihn um Unterstützung, falls Rückfragen von derKrankenkasse kommen. Da ich ihn bereits vor ca. 4 oder 5 Jahren in der obigenEinrichtung, da ich dort an einer Reha für Schwerhörige teilgenommen habe,kennengelernt habe, war es für mich sehr interessant, wie sich nun seine Stimmeanhört. Das einzige, was ich 100 %-ig wiedererkenne, ist sein Lachen! Alles andereist mir nicht erinnerlich bzw. Neuland, weil der Sprachprozessor ja viele Stimmenanders wiedergibt....., nur dass ich ihn nach wie vor sehr gut bzw. sogar nochbesser..und ich stelle außerdem staunend fest: "Oh, hat er aber eine tiefe Stimme".Als ich ihm meine Eindrücke schildere, lachen wir beide.Und mit dem Audiologen telefoniere ich auch. Ich wollte einfach mal probieren, wiees hier klappt. Da ich eh einen neuen Einstellungstermin brauche, nutze ich dieGelegenheit. Auch hier klappt es gut, die Stimme ist mir ja schon bekannt und es hörtsich wie eine Märchenstimme an. Auch hier muss ich trotzdem sagen, ich weiß nicht,ob ich derzeit seine Stimme (oder auch andere) auch ohne Bezug wiedererkennenwürde*zweifelnd.schau*. Kann ja noch kommen..schau´n mer mal!Wer mit Hörgeschädigten beruflich (und auch privat) viel zu tun hat, entwickelt einebestimmte Art zu reden. Ich glaube, das nennt man sowas wie "Übungssprache",


aber ich bin mir nicht ganz sicher. Und dabei ist es nicht nur wichtig, deutlich undlangsam zu reden, sondern auch eine gewisse Melodik und ein gewisses Tempobeizubehalten. Man muss sich das ein wenig vorstellen, als wenn man versucht, imTempo des Metronoms zu reden. Es ist deswegen wichtig für Hörgeschädigte, dassein gewisses Redetempo beibehalten wird, weil es sonst auch für Hörgeschädigteermüdend wird. Denn, zu schnell gesprochen, können wir den Sinn nicht erfassen.Wird dagegen zu langsam gesprochen, zerfällt der Satz und da wir Hörgeschädigteuns nicht nur auf das "Gerede" konzentrieren müssen, sondern eben auch denSatzinhalt behalten wollen, wird das auch sehr ermüdend! Besser ist es in jedemFalle, einfach etwas langsamer zu reden und dabei etwas deutlicher zu reden. Aberdas ist meistens ungewohnt und demzufolge anstrengend für diejenigen, die nichtviel mit Hörgeschädigten zu tun haben.Lange Rede, kurzer Sinn. An beide Herren mein grroooooooßes Kompliment: Siesprechen für mich GENAU RICHTIG!:-):-). Es ist einfach schön für mich, dass ichanrufen oder mit ihnen sprechen kann, verstanden werde, aber auch im großen undganzen verstehe!*ahhhh*...Unterm Strich ist es für mich eine Erholung trotz vielemAufpassen.Neulich habe ich sehr über mich gelacht. Als wieder ein Deutschlandspiel ansteht,wird abends kräftig gefeiert, auch mit Trillerpfeifen. Am nächsten Tag denke ich:"Haben die immer noch nicht zu pfeifen aufgehört?". Als ich meinen Freund frage,woher denn dieses "Trillerpfeifengeräusch" kommt, grinst er nur und erklärt mir, dassdas ein Vogel ist. Oh...ob der Vogel auch fußballsüchtig ist und mitfeiert? DieserGedanke kommt mir nur deswegen, weil für mich sich dieses Trillern so ähnlich wiedas Trillerpfeifengeräusch anhört Jedenfalls weiss ich ab dem Moment, dass eskeine Fans sind, sondern sich die Natur meldet.*a-ja*Ich sagte ja schon öfter, dass der Magnet öfter mal "juckt", insbesondere wenn essehr heiß ist. Den einen Tag kratze ich mich wohl zu ausgiebig, jedenfalls ist dieStelle etwas wund. Gottseidank lässt sich dem aber mit Bepanthen Wundsalbe,Haarewaschen mit Babyshampoo und kurzen Pausen OHNE Sprachprozessorabhelfen. I-gitt...diese Stille.Auch stelle ich nach ca. 4 Monaten fest, dass ich doch immer noch etwasEingewöhnungszeit brauche, wenn ich den Sprachprozessor länger als 5 Stundennicht benutze. Dann ist ca. 5-10 Minuten alles unerträglich laut, aber danach weißmein "Birnchen", wie es die Informationen verarbeiten soll. Genauso ist es, wenn dieLautstärke unvermittelt anschwillt, wenn z.B. im Kollegenkreis alle gleichzeitiglachen. Ein anderes Beispiel: 2 Leute stehen hinter mir stehen und reden angeregt.Dadurch, dass das Mikrofon ja nach hinten liegt, bekomm ich dann nicht nur dieLautstärke der hinter mir Stehenden mit, sondern auch jedes Mal kurz einen Schreck.Bei der Logopädin übe ich schön weiter meine "Lieblingsbuchstaben" -sch und -s.Nun stellen wir verstärkt fest, dass wenn ich zuviele Wörter hintereinander mit -schoder -s oder -z usw. übe, wird das nichts. Daher üben wir anders: 10x Wörter mit -sch usw., dann etwas vorlesen oder erzählen, und danach wieder üben. Ich glaube,wenn Hörende 10x den Satz "Fischers Fritze fischte frische Fische" sagen würden,würde das demselben Effekt nahekommen. Der Mund scheint dann zu "labbern"…


Auch habe ich weiterhin ein anderes "Problemchen". Wenn ich Wörter mit dem -schoder -schp ausspreche, muss ich es mir irgendwie doch immer zurechtlegen. Auch inmeiner "Vor-CI-Steinzeit" hab ich entweder weiter genuschelt oder eben kurz vordem "gefährlichen" Wort eine Pause gemacht, damit ich meinen Mund dazubringe,das z.B.- sch so weitgehendst wie möglich richtig auszusprechen. Ist ja eigentlichkein Problem, aber ich glaub, ich bin im Kopf noch nicht so weit, dass es mir nichtunangenehm ist, eben dann eine kurze Pause einzulegen und dann wie ne kleineDampflokomotive ...sch.... zu machen!01.07.06 - 06.08.06Berlin verwandelt sich in ein "Minikalifornien", was die Temperaturen angeht, und ichbin weiterhin fast jeden Tag schwimmen. Bedingt durch die irre Hitze schlafe ichnachts aber wenig oder schlecht und bin dann mitunter von mir selber genervt, weilich nur noch müdedede bin. Auch juckt die Hautstelle, unter der der Magnetliegt, weiterhin und immer mal wieder*seufz*. Leider hilft nun gar nichts mehr:vorsichtig kratzen, Babyshampoo, öfter als sonst Haare kämmen (damit sie nicht soschwer aufliegen), akustisches "Offline-sein".Nun fällt mir nur noch ein, dass ich die Spule reinigen könnte. Die Insider wissen,was ich meine. Für die anderen versuche ich es so gut wie möglich zu erklären. DieSpule ist verbunden mit dem Sprachprozessor. In der Spule selbst ist ein Gewinde, indas der Magnet, der auf den unter der Haut liegenden "geklatscht" wird,eingeschraubt wird. Mit Hilfe eines Centstücks lässt sich der Magnet heraus- bzw.wieder hineinschrauben. Wie ich ja schon in den ersten Tagen sagte, gibt esverschiedene Magnetstärken (daher die Möglichkeit, den Magneten heraus- bzw.hineinschrauben zu können). Nachdem ich dann die Spule mit einem feuchtenKosmetiktuch abgewischt habe und schön trocknen lasse, schraube ich denMagneten wieder rein. Sehr putzig ist, dass das Centstück wie von Geisterhand amMagneten klebt und ich nur noch "schrauben" muss. Dann fällt mir ein, ich könnte jamal den Magneten nicht so weit rausschrauben wie sonst. Heureka: Nun "klebt" dieSpule zwar nicht so festam Kopf wie sonst, aber ich habe auch kein "Aua" mehr. A-ja! Das bedeutet nur,dass ich ein bisschen aufpassen muss, dass die Spule nicht so schnell abfällt, wennich versehentlich mit der Hand "drankomme" oder so. Demzufolge werde ich beikühleren Temperaturen die Schraube wieder so einstellen, dass die Haftung desMagneten größer ist.Auch muss ich noch nachtragen, dass ich nach wie vor das Programm verwende, wodie Lautstärkespitzen "abgeschnitten" sind. Den einen Tag versuche ich, dasselbeProgramm zu verwenden, das aber mit der Option "mit Lautstärkespitzen", also "vollePulle", eingerichtet wurde. Das fühlt sich nun sehr komisch an. Mal abgesehendavon, dass alles sich noch intensiver anhört und ich mitunter mal vor Schreck dieLuft anhalte oder das Gesicht ungewollt verziehe, weil es mir noch zu unangenehmund zu laut ist. Was neu ist: Die Impulse arbeiten sehr kräftig und es piektrichtiggehend an der "Magnet-Hautstelle". Eventuell kommt das dem prickelndenGefühl im sog. "Stangerbad" nahe? Mein Kumpel mit dem CI meint nur noch dazu:


Der Magnet darf niemals an der Kopfhaut anliegen, sondern muss immer min. 1-2mm weg sein. Also lass ich es an diesem Tage mit dem Superlauthören und stellemein "Schonprogramm", also das, was ich vorher hatte, wieder ein und atme ersteinmal tief durch.Und dann fällt mir ein, dass ich hierbei einen Vorteil gegenüber den Hörenden habe:Ich kann mir die Lautstärke so einstellen, wie ich es ertragen kann bzw. mich ins"akustische Offline" begeben. Auch wenn ich schon mehrfach sagte, dass ich dieStille nicht ertrage, ist es trotzdem für mich gut, wenn mein Kopf nachts oder beimPäuschen mal Ruhe hat, sonst bin ich nur noch überdreht!An einem Tag muss ich für mich eine Grenze des Verstehens erkennen. Bereits inder "grauen Vor-CI-Steinzeit" konnte ich keiner Diskussion oder Gespräch folgen,wenn es eine grosse Runde ist und demzufolge die Gespräche durcheinanderlaufen.In einer kleinen Arbeitsbesprechung (ca. 7 Personen) werden Hinweise zurSachbearbeitung erläutert. Obwohl eigentlich nur einer spricht, habe ich trotz Zettelzum Mitlesen (den alle haben), ganz viel Mühe, dem Sachverhalt zu folgen. Ichglaube, das liegt daran, weil ich zuhören und gleichzeitig den Inhalt (der auch fürmich für die Sachbearbeitung wichtig ist) verstehen will. Klar, dass ich mich daungewollt unter Druck setze und mich also verkrampfe. Wie viele Hörgeschädigtekann ich nicht beides gleichzeitig machen, nämlich einem Sachverhalt (der meistensauch länger gestaltet ist und in mehrere Punkte untergliedert ist) folgen und darausdie richtigen Schlüsse ziehen.An dem Tag bin ich doch etwas traurig und muss mir eben eingestehen, dass esmanchmal eben halt Grenzen geben wird. Auch wenn ich das von Anfang an wusste,dass das Hören mit dem CI nie dem naturgemäßen Hören nahekommt, ist esmanchmal für mich schwierig, das zu akzeptieren. Sicherlich auch, weil ich bislangbißchen "erfolgsverwöhnt" bin....*seufz.Eine Nacht drüber geschlafen, sehe ich es eben so, dass ich eben nicht allesmachen kann und spreche am nächsten Tag mit einer meiner liebsten Kolleginnendrüber. Wir einigen uns darauf, dass es wie früher eben so gehandhabt wird: ich binbei den Runden dabei (immerhin versteh ich ja besser als früher) frage hinterhernach, damit ich meine "Hörlücken" und den daraus resultierenden Wissenslückenauffüllen kann. Bin ich froh, dass auch im Kollegenkreis mir entsprechende Hilfezukommt! Danke*Auch kommen wir darauf zu sprechen, warum ich bei privaten Gesprächen in einerkleinen Runde recht gut folgen kann. Das liegt daran, weil ich nicht alles verstehenmuss, demzufolge entspannter bin und dann auch mir nicht der Zusammenhang sofehlt, wie bei dem o.g. Fachgespräch.Allerdings muss ich noch erwähnen, dass auch bei privaten Gesprächen, wo sehrviel durcheinander gesprochen wird, ich auch den Kürzeren ziehe. Aber ich sag mireinfach, ich hör zu und versuche zu verstehen und kann eh immer mal nachfragen,weil meine Leutchen es nicht stört, da sie wissen, dass ich nur mithalten möchte.Dann klappt es auch besser und ich bin glücklich, länger als früher dabei sein zukönnen, wenngleich ich danach auch ganz schön erledigt bin.


Von der Krankenkasse erhalte ich wegen meinem geplanten Hörtraining Post. Siehat meinen Vorgang an die BfA weitergeleitet. Mit dem Leiter des Rehazentrumskontaktiere ich noch einmal, um das weitere Procedere abzuklären.Die Logopädie wird auch fortgeführt. Das "Dampfmaschinchen" (also ich) hat auchnicht immer die Puste, alles richtig auszusprechen. Ich merke selber, sch+l odersch+u....uah, das wird nix. Seid so lieb und nicht so "sch-träng" mit mir, wenn es hiernie so richtig klappen wird.Im Juli machen wir eine Pause, da die Logopädin in Urlaub geht, im August werdeich noch einige Stunden "ableisten". Finde ich gar nicht mal so schlecht, dann kannich noch etwas trainieren.Mit meiner Mutter telefoniere ich auch öfter. Ich stelle nun mit Begeisterung fest, dassich seit dem letzten Mal auch ihr Kichern höre. Und an einem Tag erzählt sie mir,was sie alles erledigt hat. Es sind bestimmt mindestens 6 Punkte und sie spricht nichtmal besonders langsam und trotzdem verstehe ich ALLES! :-)...äh, naja...ich glaub,ich hab bei ein, zwei Wörtern nachgefragt..aber ansonsten bestätigt mir meineMutter, dass es auch für sie einfacher geworden ist, mit mir zutelefonieren:JUHUUUUUUUUU!!. Es war ja früher...(mensch, 5 MonateSprachprozessor und ich rede von früher, als wenn es Anno dazumal wäre......) fürmeine Mutter auch nicht einfach. Sie hatte dann immer nur einfache Sätze benutzenkönnen oder auf Umwegen zu dem gewünschten Ergebnis kommen können. Nurmuss auch sie langsamer reden. Doll, wa? Auf der einen Seite versteh ich zwarenorm viel und viiiiiiiel mehr, aber dennoch bin ich auf gemäßigtere Sprechweiseangewiesen, insbesondere, wenn es OHNE Mundbild ist.An einem Tag wird für mich in begrenztem Umfang ein kleiner Traum wahr! MeineMutter ruft an und möchte gern eine Information aus dem Internet. Das bedeutet, ichmache an dem Tag zum ERSTEN Mal in meinem Leben etwas, was für Hörendenormal ist: Telefonieren und verstehen, was mein Gesprächspartner möchte, undgleichzeitig eine andere Aktion durchführen, die die Lösung herbeiführen soll.Es klappt recht gut und ich bin so erstaunt, mit welcher Leichtigkeit es im Gegensatzzu früher mir gelungen ist, beides zu bewältigen, dass ich erst hinterher begreife, wasda abgelaufen ist.. Aber immerhin...erst Minuten später, als mir bewußt wird, was icheben erlebt habe, stolpere ich ganz freudig zu meinem Freund und erzähle ihm allesganz aufgeregt. Er bestätigt mir auch wieder, dass das Telefonieren sehr vielflüssiger klingt, auch wenn er nicht den Inhalt erfasst. So laut rede ich am Telefonnun auch nicht...! Dennoch bin ich mir bewußt, dass es sicherlich eher mit mirvertrauten Personen gelingen wird.Was auch konstant geblieben ist: Ich rede nach wie vor sehr leise und merke das nuran den Reaktionen meiner Gesprächspartner. Es hat sich nichts geändert. Es liegtweiterhin daran, dass ich alle anderen als so laut (aber nicht unangenehm) empfinde,dass es mir dann in den Ohren wehtut, wenn ich dann für meine Verhältnisse lautrede.Dafür steht wieder eine Neueinstellung an. Bin ich ja mal gespannt, ob sich dort vonden Einstellparametern viel geändert hat und ob einige für mich neue Nuancenhinzukommen. Schau´n mer mal...


07.8.06 - 21.8.06Ich stelle mit Schrecken fest, dass ich mein Tagebuch etwas vernachlässigt habe.Am 21.08.06 sind es GENAU 6 Monate, seitdem ich den Sprachprozessorbekommen habe. Es kommt mir manchmal so vor, als wenn es gestern gewesenwäre, manchmal wieder, als wenn ich das ewig hätte. Noch immer ist jeder Tag einkleines Abenteuer, der mir manchmal wie ein Monat, manchmal wie ein Jahrvorkommt.Schön finde ich auf der anderen Seite, dass das Leben mit dem CI nun trotz allenneuen Erfahrungen und Hör-Abenteuern selbstverständlicher geworden ist und iches mittlerweile ganz normal finde, dass ich beim Fernsehen (mit Hilfe derTelefonspule) schon besser verstehe. Das Telefonieren liebe ich mittlerweile undrenne inzwischen immer ans Telefon, weil ich UNBEDINGT wissen will, was ist.Meistens sind die Gespräche eh für mich. Nur einmal habe ich meinen Freund dochdazu holen müssen, weil es ein "Gewinnanruf" war, der für mich absolut nicht zuverstehen war. Auch bei anderen offiziellen Telefonaten bleibe ich weiterhinmanchmal auf Hilfe angewiesen, auch wenn ich nach wie vor selbst versuche underst dann an meinen Freund weitergebe, wenn ich kapitulieren muss.Auch übe ich weiter das Verstehen ohne Mundbild. Es wird alles besser, es wirdtrotzdem nicht einfacher. Denn ich werde mich nach wie vor immer anstrengenmüssen, um das Gesprochene zu entnehmen.Das Musikhören habe ich zwischendurch etwas vernachlässigt. Das liegt daran, weilin Berlin 7 heiße Wetter-Wochen sind, in denen ich auf Hörtraining und ähnlichemkeine rechte Lust habe. Als ich dann wieder mal Musik höre, nehme ich mir vor,wieder intensiver zu üben, weil es sich die ersten Malen doch wieder recht plärrigklingt! Ich muss dazu sagen, ich höre nach wie vor über das Audiokabel. Es ist fürmich ein sauberer Klang.Als ich Ende Juli dann eine kleine Geburtstagsparty steigen lasse, staune ich selber,wie ich das Verstehen nehme, nämlich recht locker (denke ich mal!). Wir sind ca. 8Personen, davon mit mir 3 CI-Träger. Die anderen beiden CI-Träger bleiben andiesem Wochenende bei mir und wir verleben ein schönes Wochenende. Der eineCI-Träger ist mein Kumpel mit dem CI, die andere ist die Teilnehmerin vom CI-Hörtraining, die ich bereits erwähnte. Ganz viel unterhalten wir uns über uns und dasCI und tauschen Erfahrungen aus. Auch die Frau meines Kumpels und mein Freundsind mit dabei und teilen ihre Meinungen zu uns mit.Da ich ja weiterhin Hörtraining betreiben will (also auch Hörbücher) und nicht immermeinen taschenfüllenden Discman mit mir "rumschleppen" will, kaufe ich mir einen i-pod nano und bin überglücklich. Nicht nur, weil das "Ding" sehr formschön und kleinist, sondern auch, weil es 4 GB Speicher hat (seeeeehr wichtig für Hörbücher!) undder Klang für mich gut ist. Also bin ich die nächsten Tage erst einmal damitbeschäftigt, den i-pod kennenzulernen und mit Musik zu füttern.Mitte August haben wir Besuch von den Kindern meines Freundes. Da sie inSüddeutschland wohnen und daher ihren Vater nicht so oft sehen, bleiben sie 2 1/2


Wochen bei uns. Wir holen sie am Samstag Abend am Hauptbahnhof ab. Wer denHauptbahnhof kennt, kennt die Geräuschkulisse. Dennoch ist hier dieLautsprecherdurchsage sehr viel klarer als ich es sonst gewohnt bin. Nur bekommeich nicht gleich mit, dass die Durchsagen einmal auf Deutsch, einmal auf Englischdurchgegeben sind (hat mir dann mein Freund erklärt!). Aber immerhin kann ichentnehmen, dass die eine Durchsage nicht für den Zug gilt, den wir erwarten*strahl*.Hier fällt mir auf, dass ich nun dasselbe wie die Hörenden mache, dass man nur solange zuhört, bis die Information eines Zuges fällt. Wenn sie nicht für einen wichtigist, ist Schluß mit Zuhören!Die beiden Jungs sind im Alter von 12 und 18 Jahren und ich hatte sie vorher nur 2xan einem Wochenende erlebt. In meiner "grauen Vor-CI-Steinzeit" habe ich an denTischgesprächen nicht gut teilnehmen können, weil es a) für mich immer sehr leiseablief und alle schnell sprechen und b) insbesondere der "Kleine" keine besondersgute Artikulation hat, wie das eben in dem Alter so ist. Ein richtigerGrinsejunge!*zwinker* Mit dem "Großen" klappt das echt super, auch weil er sichecht Mühe gibt! Danke!Mittlerweile kann ich auch diesen Gesprächen schon besser folgen, auch wenn es füralle Beteiligten sicherlich mitunter etwas anstrengend ist, sich deutlicher zuartikulieren, als sie es normalerweise tun. Ich bin aber sehr dankbar, dass sie es tun,weil ich glaube, dass ich trotzdem besser mithalten kann. Fällt mir zwar erst hinterherein, aber das liegt daran, weil ich meistens mit den Gesprächen beschäftigt bin undmich auch rege beteilige, aber dann freue ich mich soooo!Am Tag danach füllt sich meine Wohnung um drei weitere Personen. Der Bruder vonmeinem Freund macht mit seiner Frau und Tochter in der Nähe von Berlin Urlaubund alle drei statten uns einen Besuch ab. Da mir die Geräuschkulisse doch sehr zuschaffen macht, drehe ich die Mikrofonlautstärke für die Außengeräusche herunter(eine ähnliche Situation beschrieb ich am 25.05.06). Was mich ungemein freut: ichhabe den ganzen Tag wieder kein "Lärmkopfweh" und kann dem ganzen recht gutfolgen. Wir laufen den Tag über in Berlin herum und schauen uns einiges an. Amfrühen Nachmittag sind wir wieder zu viert und ich doch erledigt. Aber nicht so sehrund nur wegen dem Hören wie früher, sondern außerdem wie alle, wenn man denganzen Tag auf den Beinen war. Abends relaxen wir alle vor dem Fernseher und ichschlafe eine kleine Runde, obwohl der Krimi recht spannend ist.Den kleineren Sohn (12 Jahre) versteh ich nicht immer sehr gut, weil er dochundeutlicher spricht, als ich am Anfang vermeinte. Aber immerhin wiederholt erund/oder ich frage meinen Freund. Ich frage deswegen manchmal meinen Freund,weil der Kleine teilweise mit vielen "Äh´s" redet (auch in der Wiederholung) und dasmacht mir das Verstehen genauso schwer, wie wenn jemand überdeutlich spricht. Zuletztem Punkt hatte ich bereits Erläuterungen abgegeben.Das einzige, womit ich nicht gut zurecht komme, ist, wenn das Gesprochenemehrerer Personen zu einer Geräuschkulisse anschwillt.Dadurch, dass in diesem Zeitraum auch im Dienst eine Menge passiert, weil wir inden Umzugsvorbereitungen stecken und demzufolge eine Menge Gespräche laufen,bei denen ich höllisch aufpassen muss, um nichts zu versäumen, bin ich sehrangespannt. Außerdem sind am Nachmittag/frühen Abend die Kinder da und da


auch wieder "geplappert" wird, meldet sich mein Implantat mit dem bereits bekannten"Jucken". Außerdem fühlt sich mein Kopf etwas "irre" an und ich plumpse abends inmein Kissen oder schlafe nach 2 Buchseiten ein*boing*Wie ich bereits sagte, kann ich mich beim Sprechen besser hören. Es ist dennoch fürmich nach wie vor ein Kraftakt ist, so ordentlich wie möglich zu sprechen, denn wennich hundede bin, habe ich nicht mehr die Energie, zu artikulieren. Das merke undhöre ich sogar selber!*huch*Mit dem Telefonieren geht es auch immer weiter. Mittlerweile telefoniere ich auch mitPersonen, die ich nicht kenne, wie z.B. Handwerker für meine Wohnung. Es hat sichwohl schon rumgesprochen, dass ich hörgeschädigt bin, weil alle ganz lieb auf micheingehen oder mich den Termin wiederholen lassen, damit auch nichts schief geht.Auch wenn es vielleicht etwas albern klingt, aber ich bin dann furchtbar stolz auf michund sende Gott, was ich öfter mache, ein "Danke!Als wir dann zu viert fernsehen, stelle ich meinen Prozessor auf T-Spule, damit ichgut verstehe und merke gar nicht, dass nebenbei Gespräche laufen. Aha!....es zeigtsich auch hier wieder, dass das Hörgerät wirklich eine "Wattewelt" darstellt, denn ichverstehe nur mit dem Hörgerät auch nicht mehr viel, aber das liegt daran, dass ichmich nun teilweise an die laute Welt gewöhnt habe.Mit einer Kollegin spreche ich auch über meine Fortschritte und ich staune wieder,dass ich mich im Bus mit ihr locker unterhalten kann, obwohl es mehrere Faktorengibt, die eigentlich nicht kommunikationsfördernd sind. Aber sie schaut mich beimReden an und dann verstehe ja eh! Sie war ja damals (*äh*...vor sechs Monaten!) dieerste, die mir sagte, dass sich meine Artikulation und Modulation verbessert hätte,auch was die Stimmlage angeht. Hörgeschädigte reden vielfach mehr aus demKehlkopf heraus, so dass sich die Stimme dann dumpf anhört. Nun sei meineStimme laut ihrer Aussage etwas weiter oben im Rachenraum angekommen*freu:-)...Auch werde ich öfter auf ein 2tes CI angesprochen, doch meine Antwort lautetderzeit "Nein". Die Gründe habe ich bereits erwähnt. Es ist aber auch gut so, dennich fühle mich manchmal wirklich überhaupt nicht sattelfest, obwohl es vieleErfolgserlebnisse gibt. Und da ich so glücklich bin, genügt mir derzeit das eine CI.Auch stelle ich fest, dass mein Unmut bzw. Frust bei Unterhaltungen reichlichgeschwunden ist und ich mich nun regelrecht freue, wenn sich einige Leutchenanfinden und wir uns unterhalten. Sicherlich gelten nach wie vor Regeln, die ichbereits erwähnte, aber ich fühle mich nicht mehr so ausgeschlossen. Dabei fällt mirder Satz ein, dass der Mensch ein kommunikatives Wesen ist und ohnekommunikative Möglichkeiten seelisch verkümmert oder so ähnlich.:Das geht mir manchmal durch den Kopf, wenn ich mich unterhalte. Dann bin ichwieder einmal erleichtert, dass mir das CI die ersehnte Lebensqualität gegeben hat!Ich habe mich ja schon vor der Operation sehr gern unterhalten, aber nun ist es dochein Unterschied wie Tag und Nacht!Alle meine Wut-/Frustgefühle, weil ich mal wieder nicht mithalten konnte, sind fastweg, es sei denn, es ist eine Situation, in der ich mich überfordert fühle. Das kannvon verschiedenen Faktoren abhängen, u.a.


• Verständnis des Gesprächspartners• Lichteinfall• eigenes "Fitsein"• Thema bekannt?Ab dem 11.09.2006Bin mal wieder bei der Einstellung. Dieses Mal bekomme ich neue Programme bzw.einige Änderungen werden vorgenommen.Zum einen behalte ich nur noch das Programm, wo die Lautstärkespitzenabgeschnitten sind. Da es sich nun abzeichnet, dass mir das Programm „mit vollerPulle“ weiterhin zu schaffen macht, wird das nicht mehr einprogrammiert. Dafürbekomme ich vorsorglich dasselbe Programm mit mehr Lautstärke auf einemweiteren „Programmplatz“ im Sprachprozessor mit, wieder, wenn ich meine, dass dieaktuelle Einstellung mir zu leise wird. Außerdem wird mir das „Whispering-Programm“ zum ersten Mal eingestellt. Hier kann ich dann angeblich besser dasGewisper verstehen. Da kommt mir der alberne Gedanke: Eventuell höre ich danndie Souffleuse im Theater, wenn ich in der ersten Reihe sitze?In diesem Monat und ausgerechnet, als es noch schön warm ist, fange ich mir eineschöne dicke Erkältung ein, mit allem, was dazu gehört: Gliederschmerzen, Halsweh,Schnupfen, Husten.Da ich inzwischen von der BfA wegen dem Hörtraining nichts höre/sehe und solangsam die Zeit drängt, bitte ich meine Freundin, als sie einen Nachmittag bei mirist, dort anzurufen und nach dem Stand der Dinge zu fragen. Ein paar Tage späterbekomme ich dann Post von der BfA. Leider ist es immer noch nicht dieGenehmigung, sondern ein dreifaches Formular für den „Ärztlichen Befundbericht“Schade, dass meine ersten Unterlagen, die ich sogar selber zur BfA gebracht habe,nicht ausreichen. Außer dem Antrag hatte ich begefügt: eigenes Anschreiben, Flyerdes Hörtrainings des Rehabilitationszentrums für Hörgeschädigte in Rendsburg,Anschreiben der Charité, in dem die Teilnahme befürwortet wird und einunterschriebenes Formular meiner HNO-Ärztin. Werde ich sie also wieder besuchengehen.Am 5.9. bin ich in Braunschweig. Mein Kumpel mit dem CI holt mich ab. Wir fahrenzur AOK und dort hält der Leiter des Rehazentrums für Hörgeschädigte einenVortrag. Das Thema kenn ich schon, aber ich freu mich, ihn und meinen Kumpel mitdem CI und seine Frau wiederzusehen (bei den beiden bleibe ich bis Donnerstagfrüh) und andere Hörgeschädigte kennenzulernen. Dadurch wird der Tag sehr lang.An diesem Tage bin ich um 5 h früh wach und abends ca. 23 h im Bett... Dennächsten Tag reden wir über vieles und freuen uns über unser Wiedersehen.Auch wenn es ein sehr schöner und doch kurzweiliger Besuch ist, da ich Dienstagnach der Arbeit wegfahre und Donnerstag vom Bahnhof zur Arbeit fahre undeigentlich recht ruhig abläuft, bin ich Donnerstag Nachmittag echt erledigt, auch weilmich die Erkältung weiterhin quält. Da der heiße Sommer, die Kinder und dieseVeranstaltung mich wohl doch gefordert haben, beschließe ich, ein ruhigesWochenende nur mit meinem Freund zu verleben. Das sieht dann so aus, dass wir


viel gegammelt haben. Abends verkrümele ich mich aufs Sofa mit bequemen Sachenund einer Kuscheldecke. Außerdem schlafe ich ab und an mal auf dem Sofa ein undwir haben bis spät nachts TV geschaut. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dassich mich wohl doch ein wenig überfordert habe. Da es weiterhin alles so spannendmit Unterhaltungen ist, vergesse ich echt, mir eine Pause zu gönnen. DiesesWochenende hat mir dann auch eine Menge Energie wieder gegeben.Am Sonntag machen wir eine kleine Dampferfahrt in Tegel, einer Gegend, die meinFreund noch nicht kennt. Es ist ein herrlicher Septembersonntag, fast wieAltweibersommer. Als ich dann kurz den Sprachprozessor abnehme, fällt mir auf,dass im Kabel zwischen Stecker und Spule ein Riss ist. Begeistert bin ich natürlichnicht und überlege, wobei das passiert sein könnte.Da der folgende Tag ein Werktag ist, beruhige ich mich wieder. Außerdemschmerzen mir die Ohren. Da ich sowieso am nächsten Tag zur HNO-Ärztin möchte,werde ich sie fragen, ob sie meine Ohren saubermachen kann. Hierzu möchte ichnoch etwas erklären. Normalerweise werden die Ohren bei Hörenden ja gut belüftet,so dass sich nicht so schnell Ohrschmalz bildet. Bei den Hörgeschädigten sind dieOhren wegen der Ohrpassstücke (Otoplastik) meistens gut abgedichtet, so dass öftereine Kontrolle durch den HNO-Arzt notwendig ist.Am Montag rufe ich zuerst den Hörgeräteakustiker an, um den Schaden zu meldenund hinterlasse meine Diensttelefonnummer. Am Nachmittag bekomme ich einenAnruf, dass ich die neue Spule abholen kann..juhu! J Da ich am selben Tag erst zurHNO-Ärztin möchte, verschiebe ich es auf Dienstag.Außerdem maile ich dem Audiologen, um ihn um eine Änderung der Einstellung zubitten. Wie ich bereits erwähnte, telefoniere ich und schaue fern mittels derinduktiven Spule im Sprachprozessor (bzw. im konventionellen Hörgerät). Bei derletzten Einstellung wurde mir die Telefonspule in Kombination mit dem Mikrofoneingestellt. Das bedeutet, dass ich die Nebengeräusche beim Telefonierenmitbekomme. Zum anderen merke ich beim Umstellen auf Mikrofon/Telefonspulenicht gleich, ob es umgeschaltet ist, da es sich für mich fast gleich anhört, wie wennich normale Einstellung habe. Aber das ist das geringere Übel. Eher stört mich, dassich beim Telefonieren die Nebengeräusche mitbekomme. Sicher ist es einfacher,wenn mir jemand etwas sagen möchte, was ich meinem telefonischenKommunikationspartner mitteilen soll, aber mich irritiert es dann zusätzlich.Außerdem bin ich es von früher gewöhnt, dass ich beim Einschalten derTelefonspule „Kopfhörer“ aufhabe bzw. das „Männlein/Weiblein im Ohr“. Jedenfallsschlägt mir der Audiologe einen Termin für Dienstag vor, was mir sehr recht ist.Da mir schon schwant, dass meine HNO-Ärztin nicht so recht wissen wird, was sie inden Befundbericht schreiben wird, rufe ich den Leiter des Rehabilitationszentrums fürHörgeschädigte an und frage ihn, in welcher Hinsicht ich das formulieren soll. Gut,dass ich gefragt habe. Es geht um den Punkt, dass ich das Hörtraining alsunterstützende Rehabilitationsmaßname nach der CI-Operation benötige. A-ja!Am Montag gehe ich mit besagtem Formular zur HNO-Ärztin. Sie reagiert tatsächlichso, wie ich es mir gedacht habe. Aber da ich am Dienstag zur Charité gehe, bleibeich gelassen, weil ich mir denke, dass mir „mein“ Audiologe auch einigeFormulierungshilfen wird.


Dafür lohnt sich der „Hausputz“ in meinen Ohren und es tut mir auch nichts mehrweh*aufatm*..Ist ja fast wie beim Auto....damit alles funktioniert!Am Dienstag habe ich einen für mich anstrengenden Tag. Nach der Arbeit fahre icherst in die Charité und bekomme die Telefonspule ohne Mikrofon eingestellt. DenBefundbericht formuliere ich mit dem Audiologen vor und bin wieder unendlichdankbar, dass ich immer Unterstützung bekomme.Als ich dann die Charite verlasse, rufe ich gleich meinen Freund an, umauszuprobieren, ob es nun besser geht. Ah..ich habe wieder mein „Männlein im Ohr“und werde auch gut verstanden. Gut zu wissen! Denn es kann ja immer mal eineSituation geben, wo ich in einer lärmigen Umgebung telefonieren muss..also wiederein Stück weiter zur akustischen Selbstständigkeit. Mein Freund freut sich auch übermeine Fortschritte, denn so kann man sich sprechen und das ist viiiel schöner alsSMS schreiben.Anschließend fahre ich dann zu meinem Hörgeräteakustiker und bekomme die neueSpule. Dadurch, dass der Schaden in der Garantiezeit auftritt, wird er beim Herstellerreklamiert und geht nicht zu Lasten der Krankenkasse. Nun bin ich sehr erleichtert,dass ich nicht mehr so vorsichtig sein muss, weil in der Zwischenzeit das Kabel beimweiteren Abnehmen des Sprachprozessors weiter aufplatzte. Weil alles zu meinerZufriedenheit verlaufen ist, bin ich zu Hause etwas albern. Ich stelle fest, ich bin andiesem Tage ca. 14 Stunden auf den Beinen gewesen. Später spüre ich denanstrengenden Tag und bin bald im Bett.Am Mittwoch habe ich nichts weiter vor und genieße die Sonne auf dem Balkon. Den„Ärztlichen Befundbericht“ bereite ich vor und bin gespannt, was meine HNO-Ärztindazu sagt und hoffe, sie unterschreibt gleich, damit ich alles abschicken kann.Donnerstag bin ich wieder bei der HNO-Ärztin und nach kurzer Besprechungunterschreibt sie alles und ich schicke die Unterlagen an die BfA.Am Nachmittag chatte ich wieder mit meinem Kumpel mit dem CI und telefoniere mitmeinem Kumpel, der bei den Museumsbesuchen den Audioführer macht. Auch hiergeht es wieder besser.Mit meiner Mutter telefoniere ich inzwischen jeden Tag. Haben wir früher auchgemacht, aber die Qualität ist eine gaaaanz andere. Auch wenn es vielleicht albernklingen mag, aber ich vergewissere mich dann bei den Telefonaten immer, wie tolldas jetzt ist und verdrücke öfter mal Freudentränchen. Meine Mutter freut sich auchsehr, dass sie mir nun viel mehr auch von sich erzählen kann und ich richtig reagiere.Ab Oktober 2006Eine weitere Einstellung in der Charite steht an. Irgendwie klappt es trotzdem nichtund mir ist alles zu laut, auch nach 2 Wochen. Erst denke ich an schwankendeTagesform und Herbst, aber dann mag ich es nicht mehr aushalten. BekommeEindruck, wie es ist, wenn man sich dem akustischen nicht entziehen kann. Als ichdann erneut in der Charite bin, geht es an die Feinjustierung. Der Audiologe ist wie


immer sehr geduldig und probiert mit mir alles mögliche aus, bis ich zufrieden bin.Aber wie! Danach geht’s mit meiner Laune bergauf und ich hämmere begeistert imBüro auf den Tasten rum, bis es mir auch zuviel wird. Mir wird auch anhand dieserEinstellung wieder klar, dass es künstliches Hören ist und ich eben so langeprobieren muß, „bis alles schön ist“.Seit Mitte Oktober höre ich nun das dreifache Piepen, das der Sprachprozessor vonsich gibt, wenn die Batterien zur Neige gehen.Den einen Tag bin ich bei Lidl und höre zum ersten Mal das SMS-Piepen meinesHandys. Ich muss dazu sagen, dass a) es sein kann, dass die Tasche etwas offenstand , b) ich das Geräusch schon kenne, weil ich öfter SMS bekomme und c) auchbei mir das SMS-Piepen ein anderer Ton als das Handytelefonklingeln ist.Ich wage mich weiter, auch mir fremde Personen anzurufen. Manchmal ist es nochsehr schwer, manchmal geht es ganz gut. Es hängt wie immer von meinerTagesform, aber auch vom Sprechenden ab.Die Krankenkasse und auch die BfA weigern sich weiterhin, mir das Hörtraining zubezahlen. Noch gebe ich nicht auf und lege Widerspruch bei der BfA ein. Zeitgleichwende ich mich wieder an meine Krankenkasse und lege auch hier Widerspruch einund kläre weiterhin mit einer sehr kompetenten Sachbearbeiterin, wie ich nun dasganze gelöst bekomme.Beim erneuten Schreiben an die BfA lege ich auch eine Bescheinigung meinesArbeitgebers bei. Uff* so langsam habe ich den Dreh raus. Dabei fällt mir ein, dassdas alles meine Mutter früher für mich erledigt hat und ich danke ihr im Stillen.Im Dienst steht der Büroumzug an. Ein fürchterliches Unternehmen. Vor allemdeshalb, weil wenn man 3 Kollegen fragt, fragen die wiederum drei und soverselbstständigt sich das ganze. Zum anderen werde ich ganz nervös, weil ich nunaufgrund dessen, dass ich (danke, liebes CI) viel mehr verstehe, auch was den„Flurfunk“ angeht, insbesondere was den Umzug angeht. An einem Tag sind einigePunkte, was den Umzug angeht gültig, am nächsten Tag nicht mehr. Dabei kommtmir wieder der Gedanke, wie wenig ich früher verstanden hätte…und bestimmt nochverwirrter gewesen wäre.Was mir aber ganz fürchterliche Angst macht, ist das die kollegialeZusammensetzung aufgehoben ist. In unserem neuen „Bürozuhause“ hat jeder (bisauf mich und noch eine andere Kollegin) ein Zimmer und die beiden mir am liebstenKolleginnen sind bisschen weiter weg. Natürlich sage ich mir vom Kopf, einfach malabzuwarten, doch leider reagiert mein Körper mit Angst- und starkenNervositätszuständen. Dazu kommt, dass mal wieder Vollmondzeit ist und ich fürmeine Verhältnisse miserabel und sehr wenig schlafe. Also bin ich außerdem sehrunruhig und überdreht, was sich in einer Überaktivität beim Packen entlädt.Interessanterweise juckt der Magnet aber weniger, weil es auch nicht mehr so warmist.Nun sind die Abende dunkler und ich versuche mich vorm Fernseher zu entspannen.Das einzige, was etwas stört ist, dass der Sprachprozessor und die Spule drücken,wenn ich rechts drauf liege. Also liege ich auf der linken Seite oder aber ich sitze imakustischen Dunkeln und genieße die Untertitel und für eine Stunde auch die Stille.


Außerdem scheine ich in den Winterschlaf zu fallen, weil ich unendlich müde ab 19 hbin.Was auch ganz neu ist: Wenn es ganz, ganz still ist, höre ich auch das Ticken desZeigers.Pauline, der Dackel meiner Mutter, steht an 2 Wochenenden wieder unter meinerObhut. Unter der Woche geht sie zu einer Freundin meiner Mutter. An einem Tagrufe ich die Freundin an, weil ich klären möchte, wann ich Pauline abholen kann undhabe den Ehemann am Apparat. Für das erste Mal geht es recht gut und am Tagdanach hole ich den Dackel ab.Mit dem Auto fahre ich auch wieder. Ich schrieb ja schon, dass ich beim Dieselimmer das Gefühl habe, auf einem Traktor zu sitzen. Was außerdem auch gebliebenist, dass mich die vielen Geräusche irritieren. Durch die mangelnde Übung fehlt mirdie ersten Tage auch noch etwas den Überblick, so dass ich erst einmal allein fahre.Nach einigen Tagen fühle ich mich wieder sicher und dann nehme ich auch meinenFreund mit. Er merkt aber auch, dass ich nun sicherer fahre, weil ich mehr höre.Insbesondere fällt ihm das beim Schalten auf, dass ich gleich hoch schalte, wenn derMotor röhrt. Früher hab ich mich ja nur nach dem Drehzahlmesser richten können.Nun habe ich zwei Dinge, an denen ich mich orientieren kann. Schön! Außerdemhöre ich öfter, wenn sich ein dröhnendes Motorrad nähert.Das einzige, was wirklich blöd ist. Ich kann beim Fahren kein Fenster aufmachen.Zum einen ist es mir zu laut und zum anderen höre ich nichts anderes, wenn derFahrtwind ins Mikrofon bläst. Also lasse ich Fenster zu und schwitze etwas. Dafürhabe ich dann keine Beschwerden durch „Zug“!Ach ja: Ich wollte noch erwähnen. Wenn der Wind in meinen Sprachprozessorreinpustet, höre ich nichts anderes mehr. Dann wird es schon ein „Problem“, wennmir andere hinterher rufen. Aber nun habe ich einen Eindruck, wie es sich anhört,wenn in einem Buch steht: „Der Wind heulte ums Haus“.......so hört es sich für michan: „hhhhhuuuuuuuhhhhhhhhhh!An einem Tag hab ich unvorhergesehenen Megastress und bin nach Feierabend nuram Telefon und dann lange mit dem Auto unterwegs. Was mir auffällt: Als ich dannendlich wieder zu Hause bin, bin ich zwar sehr geschafft, habe aber gleichzeitig dasGefühl, dass der Stress von mir abfällt. Ich würde mal behaupten, dass das mirdieses Mal sehr bewusst auffällt. Trotzdem verschwinde ich nach einer kurzen Zeitvorm Fernseher im Bett *boing*.Auch stelle ich mit Schrecken fest, dass das linke Ohr nicht mehr so tüchtig arbeitetwie früher. Oder anders rum: Ich habe das Gefühl, dass es noch schwächereLeistung bringt. Auch das Telefonieren ist mit dem linken Ohr schwieriger. Abersicherlich liegt es daran, dass ich nun auf dem rechten Ohr alles ganz laut höre. Mitdem Audiologen rede ich auch darüber und denke ernsthaft darüber nach, mir ein2tes CI „legen“ zu lassen. Da der Nucleus Freedom schon circa 2 Jahre auf demMarkt ist, müsste ich beobachten, wann der Nachfolger oder andere Modelle„erscheinen“, was sie können usw. und mich dann entscheiden. Ein weitererGedanke kommt von meiner Freundin, was die Gesundheitsreform angeht. Aberdarüber denke ich jetzt erst einmal nicht weiter nach.


Meine Freundin ruft mich auch an und sie selber sagte mir am nächsten Tag, dasssie es immer noch nicht fassen kann, dass wir „ganz“ normal miteinandertelefonieren können. Schön, was?Als ich dann wieder richtig gut im Autofahren bin, kommt meine Mutter wieder und ichhole sie vom Flughafen ab. Zum ersten Mal mache ich etwas, was ich noch niegemacht habe. Ich fahre Auto und meine Mutter erzählt mir ein bisschen etwas ausihrem Urlaub. Leute, ich war so was von baff, dass ich nach vorne beim Autofahrenschaue und trotzdem fast alles verstehe, was sie mir erzählt. Ich muss aber nochdazu sagen, dass die Straße mir gehörte (war ja schon nach 23 Uhr) *“yeahyeah“und es auch sonst sehr ruhig war...uuund was noch? Klar: Die Stimme meiner Mutterkenne ich. Aber immerhin *strahl*Es steht wieder einmal ein Handwerkertermin an, den ich unter anderem auchtelefonisch abklären muss. Oh! Es klappt ja immer besser und ich zwick mir malwieder in den Arm, weil ich es manchmal immer noch nicht fassen kann, obwohl esnun schon 9 Monate nach der Erstanpassung vergangen sind.Die „heute“-Nachrichten verfolge ich immer gespannt, wenn Herr Seibert moderiert.Seine Stimme ist mir nun sehr bekannt und ich schaue manchmal nicht zumFernseher, weil ich doch besser verstehe, wenn ich mich nur aufs Hören konzentriereund mich nicht durch die Bilder ablenken lasse. Ich muss wirklich sagen, alsSprecher hat er eine für mich sehr angenehme Stimme. Für ein normales Gesprächwäre mir das Sprechtempo zu langsam, aber bei den Nachrichten ist es ein superHörtraining. Das ganze wie immer mit der Ringschleife, so sind alle Nebengeräuscheabgeschaltet.Ende November bin ich wieder beim Hörtraing, dass ich ja bereits 4 Monate nachmeiner Operation besuchte. Dieses Mal bin ich selbst zufrieden und die Leiterinstaunt auch, wie gut es schon klappt. Mit den Teilnehmerinnen unterhalte ich michviel und erfahre auch, dass eine von ihnen das 2.te CI per Anwalt „durchgeboxt“ hat.Gut zu wissen.November 06……die Hörwelt erschliesst sich mir immer mehr durch ganz kleine, leiseSchritte ….Dieser Monat ist von vielen Erfolgen gekrönt. Oben schreibe ich, dass sie auf ganzkleinen Schritten herankommen. Das bedeutet, es passiert nicht mehr jeden Tagganz viel und spürbar, sondern es zeichnet sich wirklich ab, dass der Alltag auch imHören eintritt. Dennoch möchte ich wieder einiges erzählen.Eine neue CI-Selbsthilfegruppe wird eröffnet und ich gehe auch hin. Schön ist, dassich viele Leute vom Hörtraining wiedersehe und wir beschließen, uns weiterhin zutreffen. Hier finde ich es gut, dass geplant ist, u. a. Erfahrungsaustausch zu betreibenund uns durch Fachleute informieren zu lassen.Im Dienst übe ich weiter Stimmen erkennen. Den einen Tag habe ich meine Bürotürauf und höre, wie sich zwei Kolleginnen unterhalten. Auf einmal merke ich auf, weil


mir die eine Stimme recht bekannt vorkommt. Schnell flitze ich um die Ecke, um zuschauen, ob ich mich irre. Nein, ich habe mich nicht geirrt. Es ist die eine Kollegin,mit der ich am Tage öfter spreche. Ich muss noch dazu sagen: ich kann noch nichtunterscheiden, ob sie die erste oder zweite Sprechende war, aber immerhin habe ichihre Klangfarbe beim Sprechen erkannt. Als ich so angewetzt komme, staunen beide,was ich denn möchte und als ich ihnen das erkläre, freuen sie sich mit mir.So in etwa muss man sich vorstellen, wie mein Gehirn lernt, Zuordnungenvorzunehmen: Ich höre den ganzen Tag erst einmal Geräusche, Stimmen usw. Wennich mit jemandem viel zu tun habe, bildet sich erst einmal eine „Form“, wie jemandspricht , in meinem Kopf. Dann, wenn ich die Stimme höre, ohne zu wissen, wer daspricht, sie mir aber bekannt vorkommt, überlege ich erst einmal, wer das seinkönnte und vergewissere mich anschließend, wenn es möglich ist. Ich komm mirdann immer so vor wie ein PC, und hier lautet die Frage: „Ist das die Stimme von x?“.Ich bestätige dann im Kopf mit der „Ja“ und damit ist der Eindruck abgespeichert.Fertig!*lach*. Nur muss ich dann immer wieder auf „Stimmenfang“ gehen, damit derEindruck auch bleibt. Auch hier ein Beispiel, dass ich mich nicht auf den Erfolgenausruhen darf, sondern dran bleiben muss.Abends sitze ich meistens vorm TV, zur Entspannung. Auch hier gibt es ein gutesBeispiel, wie ich hören lerne. Derzeit läuft eine „Alltours“-Werbung. Auch wenn diemeisten sie sicherlich kennen, beschreibe ich die Szene kurz. Eine Familie mit 2Kindern sitzt am Tisch und berät über Ferienziele. Der Junge meint: Mallorca. (Ichmeine, er sagt Mallorca und nicht Majorka?)..Das Mädchen sagt: „Ich will nachPodonesien“. Und die Mutter: “Ohne mein Alltours sage ich nichts“. Die ersten Male,als ich das Mädchen sprechen höre, empfinde ich die Stimme als „natschig“ und ichhöre nur „Po..nähsien“. Da bei Hörgeschädigten das Kombinationsvermögenausgebildet ist, komme ich gleich auf Polynesien. Als ich die Werbung dann öfterhöre, wundere ich mich, dass es sich nicht wie Polynesien anhört. Nach dem 5. Malgebe ich dann auf und frage meinen Freund, was sie denn sagt. Aha!*Bingo*Po-donesien.Mal tief ausatme…ist doch manchmal ganz schön schwer*ächz*Und bei der Mutter versteh ich nur: „Ohne mein.. A…..sag ich nichts“. Prompt hab icheinen anderen Satz im Gehirn „Ohne meinen Anwalt sag ich nichts“. Dadurch, dassich immer den Satz dann im Kopf habe, komme ich nicht auf das „Alltours“, bis ichwieder meinen Freund frage…püüüüh!Auch hier möchte ich etwas erklären: Eigentlich (und so versuche ich es auch, seitdem ich schwerhörig bin, auch wenn es mir nicht immer gelingt) soll es so sein, dassman als Hörgeschädigter erst einmal zuhört und nicht gleich meint, etwas zuverstehen, was vielleicht gar nicht gesagt wird. Die Folge ist nämlich dann, dass dergesamte Satzzusammenhang verschütt geht und/oder bei beiden GesprächspartnernIrritationen auftreten. Am obigen Satz der Mutter habe ich ein sicherlich typischesBeispiel gebracht.Ein anderes Beispiel, um aufzuzeigen, dass mein Gehirn schon in der Lage ist, auchmir fremde Stimmen zu erkennen, hier: Ist es eine Kinderstimme oder die einesErwachsenen? Bei der „Schüco“-Werbung ist dies der Fall. Kommt mir zwar bisschenwie die Werbung mit den Mainzelmännchen vor (was den Ton angeht), aber nacheinigen Malen erkenne ich dann eine Kinderstimme.Auch wenn ich es sicherlich schon erwähnt habe: Seit der CI-Operation habe ichauch lernen müssen, Geduld zu haben. Ich glaube, das Wort GEDULD zieht sich wieein roter Faden durch das Hörenlernen. Da ich mich ja vor der Operation mit dem


Thema Hörenlernen für meine Begriffe recht genau befasst habe, wusste ich, dassich mich auf ein Abenteuer einlasse, wo das Mantra heißt: „Lass die Worte kommen!“Und so habe ich mich neu orientiert, wie Ihr alle bisher gelesen habt. Entspannterklappt eh alles besser. Nur passiert eben schon mal ein Malheur, wenn ich unbedingtwas verstehen will, weil ich dem Höreindruck nicht traue. Aber auch das gehört dazu!Mit dem Telefonieren ist es nun für mich ein Traum und für die meisten ist es einUnterschied wie Tag und Nacht, aber wunderschön. Auch mit meiner einen amliebsten Kolleginnen telefoniere ich manchmal. Ich meine, ich könnte ja zu ihr gehen,aber ich will üüüüüben! Der „Stimmenfang“!!! Die eine Freundin von meiner Mutter,die ich auch schon von meiner Kindheit kenne, staunt auch immer wieder und da sieneben dem Arzt wohnt, mit dem ich das aller erste Gespräch hatte, erzählt sie ihm indiesem Monat auch von meinen Telefoniererfolgen. Wie sie mir sagte, hat er sichriesig gefreut.In diesem Monat ist meine Mutter noch einmal krank und wieder im Krankenhaus.Gott sei dank ist es dieses Mal nicht so weit weg von mir, so dass ich immer malschnell hinfahren kann. Da es ihr aber nicht so gut geht, kann sie manchmal nicht sodeutlich reden und hier bin ich wieder HEILFROH, dass ich das CI habe, weil so dasVerstehen (Telefon/normales Gespräch) unkomplizierter ist als vor der OP. Auch dieÄrzte verstehe ich, wenn ich sie im Halbprofil sehe, weil sie sich bei einerUntersuchung, der ich beiwohne, mit meiner Mutter unterhalten (ich glaube, sogarnicht mal besonders laut) Wenn ich daran denke, wie viel anstrengender es damalswar…*Schauder*Auch hier fällt mir was ganz neues auf. Es ist egal, was ich vorhabe. Ich seheFreizeittermine, die mit Kommunikation zu tun haben, meistens als Entspannung an.An dem einen Tag fahre ich wegen meiner Mutter in 2 Stunden am Vormittagziemlich viel rum, um einiges zu erledigen und am Nachmittag bin ich (und meinFreund auch) eingeladen. Ich bin nach den Erledigungen ziemlich erschöpft, kommeaber im Dienst wieder zu Kräften und freue mich auf die Einladung. Dort ist es auchsehr angenehm, aber ab 20 Uhr gehen wir dann auch, weil der nächste Tag auch einArbeitstag ist. Nur zur Information: Da mein Freund und ich meistens um 5 haufstehen, sind wir auch früh im Bett. An diesem Tage war ich schon so 04.30 hwach und kurz nach unserer Rückkehr um 20.30 h bin ich im Reich derTräume*plopp*. Der Magnet juckt wieder und durch die Anspannung piekt es an derStelle ein wenig. Aber da ich nun weiß, womit das zusammenhängt, bin ich nichtweiter beunruhigt.Am Tag danach besuche ich nicht meine Mutter im Krankenhaus (sie hat mir„freigegeben“..*hihi) und ich genehmige mir einen Schwimmbad- und anschließendenSolariumbesuch. So habe ich das Gefühl, einen Kurzurlaub gehabt zu haben und binzu Hause noch zwei Stunden fit, bis ich auf einmal vor der „Tagesschau“ schoneinschlafe.Mit meiner Mutter telefoniere ich noch und ich bin sehr beruhigt, dass sie sich fürmich schon wieder ganz normal anhört. Danach telefoniere ich mit der Frau meinesKumpels mit dem CI. Auf einmal merke ich, dass der Telefonhörer weitergegebenwird und ich habe meinen Kumpel das erste Mal dran. Hui. Das Telefonat ist für michetwas anstrengend, weil ich immer Angst hab, dass er mich nicht versteht: Wir„tasten“ uns langsam mit Wiederholungen und langsam-reden durch das Gespräch.


Eigentlich klappt es schon ganz gut und als er eine Weile redet, erkenne ich seineStimme, so wie sie mir vom Gespräch erinnerlich ist, wieder. Wir unterhalten unsnoch eine Weile über unser Leben, also kein Small-talk, und dann habe ich wiederseine Frau am Apparat. Hochzufrieden beende ich diesen Tag!Weitere Höreindrücke:Wenn eine SMS eintrifft, höre ich manchmal das vorausgehende „Knattern“. Aberauch nur, wenn das Handy bei mir in der Hörnähe auf dem Tisch liegt.Das Auto fahren macht mir keine Probleme mehr, was die Geräuschkulisse angeht.Nur ist es abends früh dunkel, so dass ich mich an veränderte Lichtverhältnissegewöhnen muss, weil ich ja nicht so oft Auto fahre. Aber dafür entdecke ich, wie derMotor sich anhört. Kurz, bevor meine Mutter im Krankenhaus war, gingen einigeGlühkerzen kaputt, so dass der Motor beim Starten sich sehr „hustend“ anhörte. DieReparatur erfolgte schnell. Nun empfinde ich das Startgeräusch wieder als einen„satten“ Ton. Als ich meine Mutter frage, ob es an dem so ist, bestätigt sie mir dasund freut sich mit mir mit.Mittlerweile benutze ich auch die anderen Funktionen im Sprachprozessor. Die eineist die BEAM Funktion, das bedeutet, wenn ich mit jemandem allein spreche, ichdann eine genaue Richtungspeilung habe. Genaueres werde ich erzählen, wenn ichim Dienst die nächste Mitarbeiterbesprechung habe und dann mein Vorgesetzter dasWort hat.Die Whispering-Funktion habe ich noch nicht weiter ausprobiert.Dezember 06: „Besinnliche“ Weihnachtszeit?Dieser Monat ist geprägt durch ein Auf und Ab meiner Hörerfolge. Wie ich bereitserwähnte, hat mich die Winterschlaffheit wie jedes Jahr eingeholt. Das heißt, zumJahresende werde ich immer müder und geh immer früher schlafen, auch weil michnicht nur die Dunkelheit, sondern auch die vielen Termine (Arzt, Einstellung usw.) biskurz vor Weihnachten anhalten und ich demzufolge lange am Tag unterwegs bin.Daher freue ich mich um so mehr auf meinen 3-wöchigen Urlaub, der ab dem24.12.06 beginnen soll*hach*.Aufgrund der Müdigkeit ist meine Tagesform meistens nicht so besonders und ichhöre/verstehe nicht so gut. Auch verspüre ich wenig Muße, Hörtraining zu betreibenund nehme mir das ganz fest vor, ab dem Urlaub mal wieder bewusst mir dafür Zeitzu nehmen. Auch meine Lieblingsbeschäftigung, das Chatten, lenkt mich nicht sorichtig ab und ich sitze meistens weniger Zeit dran, obwohl es wie immer spannendist, was mir meine Freunde zu erzählen haben. Was mir auch weiterhin Sorge machtund mich auch beschäftigt, ist die Arbeitslosigkeit meines Freundes, obwohl er sichum einen Job bemüht.Was auch noch dazu kommt: So um den Monatsanfang habe ich im Dienst einenKreislaufkollaps, der mein implantiertes Ohr so richtig zum Brummen bringt und meinWohlbefinden auf einen Freitag durcheinanderbringt. Da ich an diesem Tage dasAuto meiner Mutter dabei habe, traue ich mich nicht gleich heim und lasse mich vonden Kollegen aufpäppeln, was sie alle ganz lieb machen. Mir wird an diesem Tageklar, dass irgendwas zuviel war/ist, einmal die Sorge um meine Mutter (kann ichleider nicht abschalten) und hinzu kommt, dass mein Freund und ich uns auch nicht


mehr so gut verstehen, ich also nicht so entspannt bin. Als ich um 13.30 h dann nachHause gehe, zwar mit entsetzlichen Kopfschmerzen, rufe ich schnell im Dienst an,dass ich wohlbehalten daheim angekommen bin.Hinzu kommt, dass wohl der Sprachprozessor nicht ganz in Ordnung ist. Irgendwiegibt es immer mal wieder einen Aussetzer und auch die Warntöne, wenn dieBatterien zur Neige gehen, bleiben aus. Nach Rücksprache mit dem Audiologenkümmert er sich um Ersatz.Die Beam-Funktion habe ich nun öfter ausprobieren können, auch in einem Cafe. Daich den Begriff Beam-Funktion etwas irreführend finde, taufe ich diesen in einenanderen um ->“Cafehaus-Programm“. Ich muss sagen, es hört sich dann zwar nichtso voluminös an wie das Programm, was ich sonst benutze. Ist ja klar, weil einigeFrequenzen fehlen und damit die Geräuschkulisse etwas gedämpfter ist. Dafürkommt die Stimme des Gesprächspartners direkter rüber, erscheint mir auch klarer.Dennoch: wenn es in der Umgebung sehr laut ist, verschwindet auch hier die Stimmedes Sprechenden.Was ich sicherlich ab und an mal am Rande erwähnt, aber nicht weiter ausgeführthabe: Mittlerweile stört es mich, dass ich auf dem linken (also nicht-implantiertenOhr) immer weniger aufnehme und demzufolge für mich ein Gefühl entsteht, alswenn ich rechts eine leichte und links eine schwere Einkaufstüte trage. Nach langenÜberlegungen und einem Termin mit dem Chirurgen und Audiologen in der CI-Sprechstunde entscheide ich mich, dass ich mir ein 2tes CI legen lasse. Bis ich michzu dieser Entscheidung durchgerungen habe, habe ich mich in einigen stillenMomenten gefragt, ob ich das wirklich will. JA, ich will! (aber bitte nicht vormTraualtar). Es ist nämlich so, dass ich nun wieder das Gefühl habe, ein wenigSchwerstarbeit zu leisten, weil rechts viel und links immer weniger ankommt. DiesesPhänomen ist bei vielen CI-Trägern, mit denen ich sprach, vorhanden. Bin ich jaschon mal froh, dass ich mit diesem Gefühl nicht allein bin.Mit dem Audiologen spreche ich öfter sehr konkret darüber und ich erhalte alsInformation, dass er mir Bescheid sagt, sobald bekannt ist, wie viele Implantationendie Charite durchführen kann und welche Untersuchungen ich noch durchführenmüsste, wenn überhaupt. Denn, wenn die Operationen zeitlich nicht zu weitauseinander liegen, sind die Voruntersuchungen, die im Vorfeld der 1. CI-Operationdurchgeführt wurden, ggf. nicht mehr notwendig. Da fällt mir ein, dass dann dieKrankenkasse um diese Kosten herumkommt und mir vielleicht eher die Operationbezahlen würde. Auch hier würde mir die Charite wieder eine Empfehlung schreiben.Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin froh, mich entschieden zu haben. Das ist ja ersteinmal das Wichtigste. Und da ich ja nun weiß, was mir „blüht“, hätte ich erst malnicht solche Beklemmungen.Was mich aber sehr überrascht. Im Dienst bekomme ich nun per Zufall in einerWoche 3 Anrufe von Firmen, die mit mir wegen der Vorgänge, die ich bearbeitethabe, sprechen wollen. Mir rutscht meistens erst das Herz in die Hose, aber dannschaffe ich es ganz gut, das Gespräch zu bewältigen. Ich behelfe mir meistens damit,dass ich nach dem Geschäftszeichen frage (denn die Firmennamen und Namen desAnrufenden versteh ich NOCH nicht) und mir dann den Vorgang beim Telefonierenheraussuche. Dennoch habe ich Glück, dass alle drei Anrufer eine für mich„Telefonstimme“ haben und damit das Gespräch für beide Seiten zufrieden stellendist. Ich komme nicht dazu, zu sagen, dass ich schwerhörig bin. Nur bei dem einen


Telefonat erwähne ich es zum Schluss, auch weil es ein etwas kompaktererZusammenhang ist. Da ich vermeiden will, dass mir Informationen entgehen,erwähne ich, weil es dann passend ist, meine Schwerhörigkeit und bitte um einekurze Mail. Als diese eintrifft, fällt mir ein Gebirge von Herzen. Bis auf den Namender Anrufenden hatte ich ALLES verstanden!*huch* Nach jedem Gespräch glühe icherst einmal und freue mich dann in mich hinein.Kurz nach diesen Erfolgserlebnissen passiert für mich etwas ganz Schreckliches: ichhöre und verstehe immer weniger. Noch schiebe ich es auf die Müdigkeit undversuche, dem ganzen nicht allzu viel Bedeutung beizumessen.Als es dann nicht besser wird, kontaktiere ich den Audiologen. Bei dem Termin(22.12.06) stellen wir fest, woran das subjektive Gefühl liegt. Es sind drei Kanälenicht mehr so mit Strom „versorgbar“ und werden abgeschaltet. Da ich schon an demTag mit Entsetzen merke, dass alles sich nicht so anhört wie sonst, vereinbaren wirfür den 02.01.07 einen Termin. Der Audiologe hat zwar auch Urlaub, bietet mir aberan, trotzdem noch einmal mit mir alles zu testen, auch weil ihm das selber nichtgeheuer ist. Einige Tränchen vergieße ich, weil wir ja mehrere Möglichkeitenansprechen, u.a. OP...*uääh* einen Tag später maile ich dem Audiologen noch, umihm zu danken und er teilt mir mir, dass am 04.01.07 die Firma Cochlear (meineImplantatfirma) zu einem Funktionstest nach Berlin kommen wird. Puh*Als Information für die Insider: Es sind die Kanäle 18,20 und noch einer, derdanebenliegt. Und das sind die, die in der Schnecke ganz unten sind. Für dieExtemen: Das sind die Kanäle, die ich u.a. für das Telefonieren brauche und auchfür das differenzierte Hören. Auch werden noch andere Werte umgewandelt, aber ichhabe dann das Gefühl, wie mit den Hörgeräten zu hören, also ganz dumpf. Zumanderen hat JEDES Wort einen scheußlichen Nachhall und besonders die Zischlautesind scchhhhhhhhhhhh****. Demzufolge leistet mein Gehirn eigentlich nur Arbeit, diees normalerweise nicht in der Form und schon gar nicht permanent leistet, nämlichdauernd was zu unterdrücken. Ich glaube, dass es für die Hörenden noch amehesten damit zu vergleichen ist, wenn den ganzen Tag Krach ausgeblendet werdenmuss. Hinzu kommt meine Angst, dass das Implantat kaputt ist und ich evtl. nocheinmal operiert werden muss. Ich weiss, es ist doof, soweit zu denken, aber es sindeben meine Befürchtungen, weil ich immer alle Möglichkeiten in Betracht ziehe.Außerdem wird es mal wieder fürchterlich anstrengend, alles zu verstehen.Inzwischen verwechsele ich wieder Wörter wie Mytologe und Politologe oder vomMundbild ähnliche Konstellationen und finde die Unterhaltungen so anstrengend wievor der OP. Telefonieren fällt nun auch flach, auch alles wie früher...die Wortekommen nicht an bzw. durch ein Meer von schwammigen Begriffen. Nun wird miraber ganz anders und ich bin wieder unendlich verunsichert und sehr nervös.Weihnachten und die Feiertage verlebe ich in einem Auf-und-Ab der Gefühle undversuche, meiner Familie gegenüber nichts anmerken zu lassen, damit sie dieFeiertage genießen können. Es reicht ja, wenn ich selber schon sehr genervtängstlich-traurig-ungewißbin. Ich hab mir nur gefragt: Warum muss das jetztpassieren und nicht früher? Ich habe mich aber nie gefragt: Warum ich? Eventuellliegt es daran, dass ich immer versuche, einen Ausweg zu finden, aber sehr klein ausAngst bin ich schon...Am Heiligabend sind wir in der Kirche und ich sitze in der ersten Reihe und habe zumersten Mal kein Hilfsmittel dabei. Es klappt schon ganz gut, aber hinterher bin ichdoch sehr müde (auch wenn es keiner gemerkt hat), weil eben die ganze Akustiknicht so die beste ist. Aber ich bete in einer stillen Minute und danke dem „Herrn da


oben“ für alles, was in diesem Jahr war und bitte ihn um Unterstützung, was kommenmag.Hinzu kommt, dass mein Freund und ich uns auch nicht mehr so gut verstehen wiefrüher und wir viel Streit haben. Zum Jahresanfang 07 trennen wir uns, da wir leiderfeststellen mussten, dass wir zwar gerne zusammenleben möchten, aber es dochnicht so hinbekommen.Als ich nun diese Zeit des Bangens durchlebe, versuche ich nur, bestimmte Dingepragmatisch zu sehen. Oder anders rum, ich halte wieder öfter ein Gebet undversuche, darin Kraft zu finden. Und paar philosophische Gedanken kommen mirauch noch, z.B. „Ok., wenn ich doch noch mal operiert werden muss, dann sollte esso sein, manches im Leben geht erst im 2ten Anlauf besser“. Gut, dass ich viel mitmeinem Kumpel mit dem CI reden konnte, aber auch mit meinem Freund. Auch mitmeiner Freundin rede ich und alle sind betroffen und drücken mir die Daumen für den02. und 04.01.06. Trotzdem fühle ich mich sehr doof und hilflos und mir wird , wiederbewusst: Technik ist gut, CI ist cool, aber wenn es nicht funktioniert, sitz ich auf demTrockenen. Also, was mir da alles durch den Kopf gegangen ist....Silvester haben wir hier eine Mini-Party, insgesamt sind wir vier Leute und es fälltsogar meinem Besuch auf, dass ich mich nicht ganz wohl in meiner Haut fühle. Klar,war ja schon mal anders. Am Brandenburger Tor sind wir auch, aber ich lassemeinen Sprachprozessor zu Hause, weil ich das Gefühl habe, ich werde dasGeknalle nicht aushalten. Denn: als wir noch zu Hause sind, üben alle schonbumbum-machen und so habe ich einen Eindruck, wie es draußen sein wird. Sowandere ich eben nur mit dem Hörgerät links durch die Botanik, finde die Akustikschlimm, weil ich ja links immer weniger höre, bin aber froh, dass ich rechts keinHörgerät habe, weil wir auf der Festmeile vor dem Brandenburger Tor bin und alleWelt einen Höllenlärm macht*uäääh*. Außerdem werde ich von einem „Bekloppten“so richtig feste umgerannt, dass mir der Bauch und anschließend auch noch der Kopfwehtut. Gut, dass ich den Sprachprozessoren nicht mithatte.Das Jahr endet für mich mit folgendem Satz:Gott helfe mir, die Dinge zu akzeptieren die ich nicht ändern kann, die Dinge zuänder, die ich nicht akzeptieren kann und gebe mir die Weisheit zwischen beiden zuunterscheiden.Dezember 06: „Besinnliche“ Weihnachtszeit?Dieser Monat ist geprägt durch ein Auf und Ab meiner Hörerfolge. Wie ich bereitserwähnte, hat mich die Winterschlaffheit wie jedes Jahr eingeholt. Das heißt, zumJahresende werde ich immer müder und geh immer früher schlafen, auch weil michnicht nur die Dunkelheit, sondern auch die vielen Termine (Arzt, Einstellung usw.) biskurz vor Weihnachten anhalten und ich demzufolge lange am Tag unterwegs bin.Daher freue ich mich um so mehr auf meinen 3-wöchigen Urlaub, der ab dem24.12.06 beginnen soll*hach*.Aufgrund der Müdigkeit ist meine Tagesform meistens nicht so besonders und ichhöre/verstehe nicht so gut. Auch verspüre ich wenig Muße, Hörtraining zu betreibenund nehme mir das ganz fest vor, ab dem Urlaub mal wieder bewusst mir dafür Zeitzu nehmen. Auch meine Lieblingsbeschäftigung, das Chatten, lenkt mich nicht so


ichtig ab und ich sitze meistens weniger Zeit dran, obwohl es wie immer spannendist, was mir meine Freunde zu erzählen haben. Was mir auch weiterhin Sorge machtund mich auch beschäftigt, ist die Arbeitslosigkeit meines Freundes, obwohl er sichum einen Job bemüht.Was auch noch dazu kommt: So um den Monatsanfang habe ich im Dienst einenKreislaufkollaps, der mein implantiertes Ohr so richtig zum Brummen bringt und meinWohlbefinden auf einen Freitag durcheinanderbringt. Da ich an diesem Tage dasAuto meiner Mutter dabei habe, traue ich mich nicht gleich heim und lasse mich vonden Kollegen aufpäppeln, was sie alle ganz lieb machen. Mir wird an diesem Tageklar, dass irgendwas zuviel war/ist, einmal die Sorge um meine Mutter (kann ichleider nicht abschalten) und hinzu kommt, dass mein Freund und ich uns auch nichtmehr so gut verstehen, ich also nicht so entspannt bin. Als ich um 13.30 h dann nachHause gehe, zwar mit entsetzlichen Kopfschmerzen, rufe ich schnell im Dienst an,dass ich wohlbehalten daheim angekommen bin.Hinzu kommt, dass wohl der Sprachprozessor nicht ganz in Ordnung ist. Irgendwiegibt es immer mal wieder einen Aussetzer und auch die Warntöne, wenn dieBatterien zur Neige gehen, bleiben aus. Nach Rücksprache mit dem Audiologenkümmert er sich um Ersatz.Die Beam-Funktion habe ich nun öfter ausprobieren können, auch in einem Cafe. Daich den Begriff Beam-Funktion etwas irreführend finde, taufe ich diesen in einenanderen um ->“Cafehaus-Programm“. Ich muss sagen, es hört sich dann zwar nichtso voluminös an wie das Programm, was ich sonst benutze. Ist ja klar, weil einigeFrequenzen fehlen und damit die Geräuschkulisse etwas gedämpfter ist. Dafürkommt die Stimme des Gesprächspartners direkter rüber, erscheint mir auch klarer.Dennoch: wenn es in der Umgebung sehr laut ist, verschwindet auch hier die Stimmedes Sprechenden.Was ich sicherlich ab und an mal am Rande erwähnt, aber nicht weiter ausgeführthabe: Mittlerweile stört es mich, dass ich auf dem linken (also nicht-implantiertenOhr) immer weniger aufnehme und demzufolge für mich ein Gefühl entsteht, alswenn ich rechts eine leichte und links eine schwere Einkaufstüte trage. Nach langenÜberlegungen und einem Termin mit dem Chirurgen und Audiologen in der CI-Sprechstunde entscheide ich mich, dass ich mir ein 2tes CI legen lasse. Bis ich michzu dieser Entscheidung durchgerungen habe, habe ich mich in einigen stillenMomenten gefragt, ob ich das wirklich will. JA, ich will! (aber bitte nicht vormTraualtar). Es ist nämlich so, dass ich nun wieder das Gefühl habe, ein wenigSchwerstarbeit zu leisten, weil rechts viel und links immer weniger ankommt. DiesesPhänomen ist bei vielen CI-Trägern, mit denen ich sprach, vorhanden. Bin ich jaschon mal froh, dass ich mit diesem Gefühl nicht allein bin.Mit dem Audiologen spreche ich öfter sehr konkret darüber und ich erhalte alsInformation, dass er mir Bescheid sagt, sobald bekannt ist, wie viele Implantationendie Charite durchführen kann und welche Untersuchungen ich noch durchführenmüsste, wenn überhaupt. Denn, wenn die Operationen zeitlich nicht zu weitauseinander liegen, sind die Voruntersuchungen, die im Vorfeld der 1. CI-Operationdurchgeführt wurden, ggf. nicht mehr notwendig. Da fällt mir ein, dass dann dieKrankenkasse um diese Kosten herumkommt und mir vielleicht eher die Operationbezahlen würde. Auch hier würde mir die Charite wieder eine Empfehlung schreiben.Lange Rede, kurzer Sinn. Ich bin froh, mich entschieden zu haben. Das ist ja erst


einmal das Wichtigste. Und da ich ja nun weiß, was mir „blüht“, hätte ich erst malnicht solche Beklemmungen.Was mich aber sehr überrascht. Im Dienst bekomme ich nun per Zufall in einerWoche 3 Anrufe von Firmen, die mit mir wegen der Vorgänge, die ich bearbeitethabe, sprechen wollen. Mir rutscht meistens erst das Herz in die Hose, aber dannschaffe ich es ganz gut, das Gespräch zu bewältigen. Ich behelfe mir meistens damit,dass ich nach dem Geschäftszeichen frage (denn die Firmennamen und Namen desAnrufenden versteh ich NOCH nicht) und mir dann den Vorgang beim Telefonierenheraussuche. Dennoch habe ich Glück, dass alle drei Anrufer eine für mich„Telefonstimme“ haben und damit das Gespräch für beide Seiten zufrieden stellendist. Ich komme nicht dazu, zu sagen, dass ich schwerhörig bin. Nur bei dem einenTelefonat erwähne ich es zum Schluss, auch weil es ein etwas kompaktererZusammenhang ist. Da ich vermeiden will, dass mir Informationen entgehen,erwähne ich, weil es dann passend ist, meine Schwerhörigkeit und bitte um einekurze Mail. Als diese eintrifft, fällt mir ein Gebirge von Herzen. Bis auf den Namender Anrufenden hatte ich ALLES verstanden!*huch* Nach jedem Gespräch glühe icherst einmal und freue mich dann in mich hinein.Kurz nach diesen Erfolgserlebnissen passiert für mich etwas ganz Schreckliches: ichhöre und verstehe immer weniger. Noch schiebe ich es auf die Müdigkeit undversuche, dem ganzen nicht allzu viel Bedeutung beizumessen.Als es dann nicht besser wird, kontaktiere ich den Audiologen. Bei dem Termin(22.12.06) stellen wir fest, woran das subjektive Gefühl liegt. Es sind drei Kanälenicht mehr so mit Strom „versorgbar“ und werden abgeschaltet. Da ich schon an demTag mit Entsetzen merke, dass alles sich nicht so anhört wie sonst, vereinbaren wirfür den 02.01.07 einen Termin. Der Audiologe hat zwar auch Urlaub, bietet mir aberan, trotzdem noch einmal mit mir alles zu testen, auch weil ihm das selber nichtgeheuer ist. Einige Tränchen vergieße ich, weil wir ja mehrere Möglichkeitenansprechen, u.a. OP...*uääh* einen Tag später maile ich dem Audiologen noch, umihm zu danken und er teilt mir mir, dass am 04.01.07 die Firma Cochlear (meineImplantatfirma) zu einem Funktionstest nach Berlin kommen wird. Puh*Als Information für die Insider: Es sind die Kanäle 18,20 und noch einer, derdanebenliegt. Und das sind die, die in der Schnecke ganz unten sind. Für dieExtemen: Das sind die Kanäle, die ich u.a. für das Telefonieren brauche und auchfür das differenzierte Hören. Auch werden noch andere Werte umgewandelt, aber ichhabe dann das Gefühl, wie mit den Hörgeräten zu hören, also ganz dumpf. Zumanderen hat JEDES Wort einen scheußlichen Nachhall und besonders die Zischlautesind scchhhhhhhhhhhh****. Demzufolge leistet mein Gehirn eigentlich nur Arbeit, diees normalerweise nicht in der Form und schon gar nicht permanent leistet, nämlichdauernd was zu unterdrücken. Ich glaube, dass es für die Hörenden noch amehesten damit zu vergleichen ist, wenn den ganzen Tag Krach ausgeblendet werdenmuss. Hinzu kommt meine Angst, dass das Implantat kaputt ist und ich evtl. nocheinmal operiert werden muss. Ich weiss, es ist doof, soweit zu denken, aber es sindeben meine Befürchtungen, weil ich immer alle Möglichkeiten in Betracht ziehe.Außerdem wird es mal wieder fürchterlich anstrengend, alles zu verstehen.Inzwischen verwechsele ich wieder Wörter wie Mytologe und Politologe oder vomMundbild ähnliche Konstellationen und finde die Unterhaltungen so anstrengend wievor der OP. Telefonieren fällt nun auch flach, auch alles wie früher...die Wortekommen nicht an bzw. durch ein Meer von schwammigen Begriffen. Nun wird miraber ganz anders und ich bin wieder unendlich verunsichert und sehr nervös.


Weihnachten und die Feiertage verlebe ich in einem Auf-und-Ab der Gefühle undversuche, meiner Familie gegenüber nichts anmerken zu lassen, damit sie dieFeiertage genießen können. Es reicht ja, wenn ich selber schon sehr genervtängstlich-traurig-ungewißbin. Ich hab mir nur gefragt: Warum muss das jetztpassieren und nicht früher? Ich habe mich aber nie gefragt: Warum ich? Eventuellliegt es daran, dass ich immer versuche, einen Ausweg zu finden, aber sehr klein ausAngst bin ich schon...Am Heiligabend sind wir in der Kirche und ich sitze in der ersten Reihe und habe zumersten Mal kein Hilfsmittel dabei. Es klappt schon ganz gut, aber hinterher bin ichdoch sehr müde (auch wenn es keiner gemerkt hat), weil eben die ganze Akustiknicht so die beste ist. Aber ich bete in einer stillen Minute und danke dem „Herrn daoben“ für alles, was in diesem Jahr war und bitte ihn um Unterstützung, was kommenmag.Hinzu kommt, dass mein Freund und ich uns auch nicht mehr so gut verstehen wiefrüher und wir viel Streit haben. Zum Jahresanfang 07 trennen wir uns, da wir leiderfeststellen mussten, dass wir zwar gerne zusammenleben möchten, aber es dochnicht so hinbekommen.Als ich nun diese Zeit des Bangens durchlebe, versuche ich nur, bestimmte Dingepragmatisch zu sehen. Oder anders rum, ich halte wieder öfter ein Gebet undversuche, darin Kraft zu finden. Und paar philosophische Gedanken kommen mirauch noch, z.B. „Ok., wenn ich doch noch mal operiert werden muss, dann sollte esso sein, manches im Leben geht erst im 2ten Anlauf besser“. Gut, dass ich viel mitmeinem Kumpel mit dem CI reden konnte, aber auch mit meinem Freund. Auch mitmeiner Freundin rede ich und alle sind betroffen und drücken mir die Daumen für den02. und 04.01.06. Trotzdem fühle ich mich sehr doof und hilflos und mir wird , wiederbewusst: Technik ist gut, CI ist cool, aber wenn es nicht funktioniert, sitz ich auf demTrockenen. Also, was mir da alles durch den Kopf gegangen ist....Silvester haben wir hier eine Mini-Party, insgesamt sind wir vier Leute und es fälltsogar meinem Besuch auf, dass ich mich nicht ganz wohl in meiner Haut fühle. Klar,war ja schon mal anders. Am Brandenburger Tor sind wir auch, aber ich lassemeinen Sprachprozessor zu Hause, weil ich das Gefühl habe, ich werde dasGeknalle nicht aushalten. Denn: als wir noch zu Hause sind, üben alle schonbumbum-machen und so habe ich einen Eindruck, wie es draußen sein wird. Sowandere ich eben nur mit dem Hörgerät links durch die Botanik, finde die Akustikschlimm, weil ich ja links immer weniger höre, bin aber froh, dass ich rechts keinHörgerät habe, weil wir auf der Festmeile vor dem Brandenburger Tor bin und alleWelt einen Höllenlärm macht*uäääh*. Außerdem werde ich von einem „Bekloppten“so richtig feste umgerannt, dass mir der Bauch und anschließend auch noch der Kopfwehtut. Gut, dass ich den Sprachprozessoren nicht mithatte.Das Jahr endet für mich mit folgendem Satz:Gott helfe mir, die Dinge zu akzeptieren die ich nicht ändern kann, die Dinge zuänder, die ich nicht akzeptieren kann und gebe mir die Weisheit zwischen beiden zuunterscheiden.Januar + Februar 2007


Januar 2007: Was drei Kanäle ausmachen…..Neujahr erwache ich wie jedes Jahr am Neujahrsmorgen mit einem leichtwehmütigen Gefühl, das auch durch das trübe Wetter verstärkt wird. Außerdem sindnun mittlerweile meine Nerven sehr angespannt und ich habe Angst. Am 2.1.07 treffeich mich mit dem Audiologen und wie durch ein Wunder sind alle drei Kanäle wiedereinsetzbar….und ich höre wieder alles!!!!!!! Uns ist das beiden nicht ganz geheuer,aber wir atmen erst einmal tief durch und ich sende ein „Danke“ nach oben…Gleich,wie ich die Charite wieder verlassen habe, telefoniere ich mit meinem Freund und derFrau vom meinem Kumpel mit dem CI*püüüüüüüh*…es hört sich alles wieder wieAnfang Dezember an und ich bin so erleichtert. Zu Hause telefoniere ich weiter undverkünde die frohe Botschaft.Am 4.1.07 bin ich dann beim Funktionstest durch die Implantatfirma in der Chariteund sehr aufgeregt. Er dauert in etwa eine Stunde, ich werde teilweise verkabelt.Einige Töne hören sich so an, wie beim Hörnerv-Test, beunruhigen mich aber nichtweiter, sondern es freut mich, dass ich sie wahrnehme. Der Audiologe erklärt mirauch, dass die Techniker der Implantatfirma sich die Werte angeschaut haben undes keine plausible Erklärung für das „Aussetzen“ der drei Kanäle gibt, weil dieAussetzer nicht regelmäßig sind. Dann fragt er mich, ob es bei mir Stress gäbe oderirgendwelche Vorkommnisse, die mir aufgefallen sind. Wie schon bei derHörschädigung, so ist es auch bei der CI-Schwerhörigkeit so, dass die Tagesform,Stress und ähnliche Formen eine große Rolle spielen. Da kommt mir dannsiedendheiß in den Sinn, ob der Kreislaufkollaps Anfang Dezember damitzusammenhängen könnte. Nach Prüfen des Zeitraumes gibt es hier einen möglichenkausalen Zusammenhang. Das Schlussplädoyer fällt zu meiner abgrundtiefenBeruhigung aus, dass nicht das Implantat kaputt ist, sondern möglicherweise eherder Kreislaufkollaps das Hören mit dem CI total durcheinander gebracht hat. Da inAustralien (oh, ein Känguru schaut sich meine Werte an*grins) die endgültigeAuswertung durchgeführt wird, wird mir der Audiologe in ca. einem Monat denendgültigen Befund mitteilen. Diese Erkenntnis macht mich nun sehr nachdenklichund ich komme zu dem Schluss, dass ich bestimmte Dinge in meinem Leben ändernmuss, damit ich nicht wieder umfalle, weil ich mit Stress nicht gut umgehenkann*mist*. Auch dem Audiologen fällt n Steinchen von Herzen und ihm bin ichsoooo dankbar, dass er alles für mich geregelt hat.Beschwingt hüpfe ich nach Hause und ich atme die nächsten Tage immer wieder auf.Es ist eine solche Befreiung für mich, dass ich die nächsten Tage das Hören„extrastark“ genieße.Mit der Frau von dem Kumpel mit dem CI telefoniere ich an dem Tag länger und sieerzählt mir, dass sie einige Tage vorher so stark erkältet war, dass ihre Ohren total„zu“ waren. Sie sagt, es war für sie grauenvoll und sie kann sich nun besservorstellen, wie es uns Hörgeschädigten geht, wenn wir aufgrund der Erkältung nichtsverstehen und sozusagen „zugestöpselt“ sind. Einige Tage später ist ein Ohr bei ihrwieder frei, so dass sie auch einen Eindruck gewinnt, wie es ist, unterschiedlich zuhören, also wie bei uns CI-Trägern, die einseitig implantiert sind. Was ich nur damitschreiben will, ist, dass es mich freut, dass ich nun ein gutes Beispiel habe, dieUnsicherheit beim Hören zu beschreiben. Normalerweise achtet man ja als Hörendernicht auf diese Feinheiten, aber mir ist es wichtig, dies gezielt aufzuzeigen, weil esauch mir manchmal schwer fällt, zu erklären, was Hören bedeutet.


Dafür nimmt der Stress mit meinem Freund zu, so dass wir uns darauf einigen, dasser sich eine eigene Wohnung nimmt. Er hat Glück und findet bald eine, so dass wirdie letzten Urlaubstage mit dem Erledigen der Formalitäten und Bestellen vonMöbeln verbringen. Da wir aber uns auf freundschaftliche Art bislang gut verstehen,regeln wir alles gemeinsam. Auf den letzten Meter passiert noch etwas Schönes. Abdem 15.01.07 hat mein Freund auch eine Arbeitsstelle gefunden und damit sind zweiweitere Sorgen verschwunden: a) kein Hartz VI und b) finanziell unabhängig.Wegen dem ganzen Chaos habe ich mich nicht weiter um die Angelegenheit mit demHörtraining gekümmert und schreibe am 09.01.07 eine Mail an meine künftigeTherapeutin. Sie empfiehlt mir, mich noch einmal an die Krankenkasse zu wenden.Gesagt, getan. Ich nehme meinen Freund mit und wir sind auf einen Freitag da.Schriftlich dauert mir zu lange, ich finde mündlich besser. Dort erfahren wir, dassnunmehr der Vorgang bei einem Vorgesetzten der Krankenkasse liegt und am15.01.07 eine Entscheidung fallen soll. A-ja…bin ich ja nun froh, dass der Vorgangendlich bei meiner Krankenkasse stehen geblieben ist und harre gespannt der Dinge,die da kommen mögen.Am 15.01.07 bin ich auch wieder im Dienst und es gibt einiges zu tun. Da aber amMontag noch nicht all meine Kollegen da sind, mit denen ich zusammenarbeite,erledige ich Kleinigkeiten, die vorm Urlaub liegen geblieben sind. Außerdem habeich wieder einen Auszubildenden, das erste Mal nach meiner CI-Operation. Ichversteh ihn recht gut, obwohl er nuschelt. Auch telefoniere ich mit einem Kollegen,den ich noch nie am Telefon hatte. Erst habe ich gar nicht daran gedacht und ganzselbstverständlich zum Hörer gegriffen und dann bin ich wiederüberglücklich…*roteWangenbekomm*.Ach ja, Ende des Jahres 2006 werde ich gefragt, ob ich für eine christliche Zeitungein Interview geben möchte. Es gibt in dieser Zeitung auch eine Rubrik „Anfänge“(oder so ähnlich)und dort soll jemand mit einem CI berichten. Ich sage zu und habeauch bald Kontakt mit der Interviewerin. Wir einigen uns, am 18.01.07 zu treffen undich bin sehr gespannt*huuuch*. Sie kommt wegen dem Interview extra nach Berlin.Das Interview verläuft sehr entspannt. Außerdem habe ich bei der Frau auch dasGefühl, dass sie sich wirklich dafür interessiert und ernsthaft recherchiert hat, dennsie hat mein Tagebuch im Internet gefunden. Darauf bezieht sie sich auch teilweiseund wir führen ein angenehmes Gespräch. Ein Foto soll noch gemacht werden, hierwerde ich dann per Mail informiert.Am 19.01.07 habe ich Post von der Barmer Ersatzkasse. Ganz aufgeregt öffne ichdie Post und muss mich dann erst einmal setzen. Ich bekomme 40 StundenHörtraining zugestanden, juchuuuuuu*. 40 Stunden!. In einer Rundmail verkünde ichdiese Botschaft und es freuen sich alle wieder mit mir mit. Es zeigt sich, nichtaufzugeben, ist die Devise, auch wenn es wirklich manchmal sehr, sehr enervierendist. Mensch! ☺☺☺. Meine Therapeutin maile ich an. Nun warte ich auf ihren Anpfiff.Mittlerweile ist alles wieder wunderschön mit dem Hören. Da ich nun mittlerweile mirauch eine Pause „verordne“, wenn ich kann (besonders im Dienst), aber auch zuHause (mal fix hinlegen, auch wenn ich nicht lange oder gar nicht schlafe), habe ichdas Gefühl, dass das Hören stabil bleibt.


Mein Kumpel mit dem CI ist diesen Monat zur Kur im Rehazentrum in Rendsburg.Daher ist er nicht so oft am PC, aber seine Frau. Mit ihr telefoniere ich trotzdemmeistens, ist einfacher*soso*. Das geht schon recht gut, und ich halte 20 Minutenaus. Aber dann streikt das Öhrchen…Als sie dann auch eine Woche im Rehazentrumin Rendsburg zu Besuch ist, telefonieren wir auch. Den einen Abend benutzt meinKumpel Kopfhörer und das hört sich anders an, quäkiger. Aber trotzdem ist es wiederein gutes Telefonat und besser als das erste, das ich mit ihm führte.Mit meinem Audiologen telefoniere ich auch öfter, er will ja wissen, wie es mir„hörenmäßig“ geht und wir vereinbaren jetzt mehr Telefon-Termine als“ Einstell“-Termine. Ende des Monats bekomme ich eine Stellungnahme der Charité, die ich fürmeinen Antrag an die Krankenkasse benötige, um mein 2tes CI zu beantragen. DerAntrag geht Ende des Monats an die Krankenkasse.Mit meiner Therapeutin für das Hörtraining kontaktiere ich auch, und sie gibt mir zweiTermine. Der eine ist morgens um 9 Uhr, der andere eine Woche später um 15 h.Gut so, ich will mal ausprobieren, ob es für mich besser ist, wenn ich taufrisch erstzum Hörtraining und anschließend zur Arbeit gehe oder umgekehrt. Jedenfalls freueich mich darauf!Februar: Das Vogelgezwitscher hat ja eine Melodie!Anfang Februar trifft sich wieder die Selbsthilfegruppe der CI-Träger. Es ist wieimmer spannend, zu hören, wie es den anderen ergangen ist. Die eine Teilnehmerinübernachtet bei mir, da sie von außerhalb kommt und nach einem angenehmenFrühstück fährt sie wieder nach Hause.Ziemlich schnell bekomme ich eine Eingangsbestätigung der Krankenkasse mit derMitteilung, dass mein Antrag an den Medizinischen Dienst der Krankenkassengegangen ist. Nun bin ich ja sehr gespannt, wann ich die Kostenzusage bekommeund wie es bis dahin laufen wird.Mein Freund hat inzwischen seine Wohnung bezogen, so dass ich die Abende dannallein bin. Da ich aber noch sehr zerschlagen bin, bin ich ganz froh, mich einfach insBett begeben zu können, wann ich möchte.In diesem Jahr ist der Winter sehr mild, was bereits Ende letzten Jahres zur Folgehatte, dass die Vögel wie im „richtigen“ Frühling zwitschern. Mittlerweile erkenne ichdas Geräusch sofort, höre es aber bis Mitte Januar als folgende recht monotoneTonfolge: tchip-tchip-tchip. Anfang Februar stehe ich im Dienst auf dem Gelände undhöre wieder das Gezwitscher. Aber etwas ist anders: Auf einmal höre ich eineMelodie und nicht nur das „tchip-tchip-tchip“. Also mehr in Richtung: tirili-tschiptschiiiiep-tirili-tirili….alsomelodischer. Demzufolge bleibe ich ganz verzückt stehenund lausche dem „Ruf der Natur“. Ist zwar recht kalt, aber die Temperatur merke ichin dem Moment gar nicht.Dann habe ich noch etwas entdeckt. Zur Zeit haben wir einen Auszubildenden, denauch ich unter die Fittiche nehme. Er erzählt mir, dass er im Rahmen der Ausbildungauch einen Film für das Bundesverwaltungsamt herstellt und führt ihn mir vor. Es


wird viel gesprochen und da der Laptop keine sehr guten Lautsprecher hat, ist dasganze für mich mehr als ein quäkiges Gerede zu hören. Als ich mich bei demAuszubildenden vergewissere, ob ich das auch richtig empfinde und er mir dasbestätigt, erzähle ich ihm, dass ich am Anfang meines Hörenlernens es genausogehört habe. Darauf entfährt ihm nur: „Oh mein Gott!“. Ich will damit nur sagen, dassich mich gefreut habe, etwas gefunden zu haben, was mein erstes Hörempfinden(auch für Hörende nachvollziehbar) darstellt. Am folgenden Tag bringe ich meinAudiokabel mit und verstehe nun viel besser, auch wenn mir einige Wörterdurchrutschen.Als ich das erste Mal Hörtraining habe, bin ich aufgeregt wie ein Erstklässler bei derEinschulung. Die Stunde vergeht aber sehr schnell und ich lerne schon ganz viel.Zuerst hat mir die Therapeutin auf Teilen vom Xylophon Töne vorgespielt. Sie will jaherausbekommen, was ich schon hören kann und was ich noch lernen muss. Siespielt mir also immer hohe und tiefe Töne in verschiedenen Kombinationen vor. Eszeigt sich, dass ich die Töne nicht immer nach hoch und tief unterscheide, sonderneher nach Kürze oder Länge. Das würde auch erklären, wieso ich die einzelnenPersonen (noch) nicht am Sprechton, sondern an der Art, wie sie reden, erkenne,also an der Satzmelodie. Als ich das der Therapeutin so erkläre und ich ihr auf ihreBitte hin vormachen soll, wie ich die Töne höre, versteht sie auch, warum ich nichtbeispielsweise nicht hoch-tief-hoch, sondern kurz-lang-kurz sage.Dann nehmen wir verschiedene Wortkombinationen vor, von denen mir schonandere CI-Träger berichteten, die Hörtraining hinter sich haben.Hier geht es um verschiedenartige Wortkombinationen, die ich ohne Mundablesenerkennen soll. Einige Beispiele: ada, aga, ata, ama, ana, asa, ara……Wie immer istes reine Konzentrationssache, die ersten fünf Variationen klappen, danach wird’sstressig.Ein Beispiel: ada, aga, ata.Wenn man sie deutlich ausspricht, hört man das „Verschlussknacken“, das je nachWortkombination an verschiedenen Stellen des Kehlkopfes sitzt. Demzufolge höreich zwar das Knacken, muss aber noch die Feinheiten lernen, das „d“ in „“ada““ von„g“ in „“aga““ und „t“ in „“ata““ zu unterscheiden. Zum Schluss bin ich doch ganzschön geschafft, aber ich sage mir: „Das war der Anfang und nun kann es nur nochbesser werden“. Außerdem macht´ s uns beiden Spaß und wir freuen uns schon aufdie nächsten Übungen.Im Internet und im Austausch mit anderen CI-Trägern setze ich mich schon etwas mitdem bilateralen Hören auseinander. So Iangsam muss ich mir selbst eingestehen,dass der „akustische Schatten“ auf dem linken, nicht implantierten Ohr regelrecht„nervt“.Ein Beispiel, was für viele steht: In der Mittagspause, wenn ich mit Kollegen zu viertan einem Tisch sitze, bekomme ich links nichts mehr viel oder nur noch sehrerschwert etwas mit. Irgendwie fühlt sich es links „tumb“ an. Als dieser Punkt in einerMittagspause zur Sprache kommt, sind alle sehr betroffen. Am nächsten Tag bin ichja erst sehr verblüfft, aber dann sehr gerührt, als der eine Kollege zu mir sagt, ersetze sich mir gegenüber, damit ich besser verstehe*huch*. Gut, wir sind an diesemTage nur zu dritt, aber so habe ich die anderen beiden mitessenden Kollegen mirgegenüber.


Meinen Vorgesetzten setze ich diesbezüglich des 2.ten CI´s in Kenntnis und zeigeihm auch die Stellungnahme der Charite. Ich muss noch erwähnen, dass mein Chefauch Mediziner und somit mit den Fachtermini vertraut ist. Wir sprechen kurz übermein nächstes „Projekt“ und er unterstützt mich wieder. Er meint, wir arbeiten alle,aber das Privatleben ist auch wichtig. Und jeder solle auch das erreichen, was er fürsich wichtig finde. Da bin ich wieder unendlich dankbar, dass ich einen solchenVorgesetzten habe.Weitere positive Erlebnisse stellen sich ein.An einem Tag ruft mich mein Vorgesetzter das erste Mal (!) an und bittet mich, zuihm zu kommen. Wir unterhalten noch etwas, und als ich dann bei ihm bin und in seinZimmer gehe, frage ich ihn freudestrahlend: „ Ist das nicht schööööön, dass wirtelefonieren können?“ Im ersten Moment lacht er auch, weil ich das so „vor Freudequiekend“ vorbringe, aber dann freut er sich mit mir mit. Die Woche darauf ruft ermich wieder an und er sagt gleich als erstes, dass er es so schön findet, dass er nunauch mit mir telefonieren kann.Mittlerweile bin ich etwas übermütig, weil sich seit einer gewissen Zeit sich daseinstellt, was ich mir schon ganz lange gewünscht habe: Einfach sich sicherer fühlen,weil mehr im Ohr bzw. im Gehirn ankommt. Und wenn ich dann bilateral hörensollte….dann wäre das so wunderschön.Da ich schon seit einer geraumen Zeit keine Musik mehr gehört habe, „peppe“ ichden i-pod mit anderen Liedern auf und genieße.Ende Februar fahre ich zu meinem Kumpel mit dem CI und seiner Frau und wirverbringen ein schönes Wochenende. Von ihm erfahre ich immer technischeMöglichkeiten, mit ihr quatsche ich mehr über Gott und die Welt, dennoch führen wiraber auch gute Gespräche.. Auch zeigt es sich, dass das Verstehen untereinanderbesser geworden ist, es ermüdet mich nicht mehr so.Dann erfahre ich, wie es ist, mit Kopfhörern Musik zu hören. Dadurch, dass bei demSprachprozessoren des CI´s die „Rückkopplung“ nicht mehr gegeben ist, d.h. dasshier nichts mehr pfeift, wie beim Hörgerät, wenn ich es zu laut einstelle, stören alsodie Kopfhörer überhaupt nicht mehr. Als ich dann über den Kopfhörer Musik hören,bekomme ich tellergroße Augen, weil das echt n irrer Klang ist und ich noch mehrFeinheiten im Gesang mitbekomme. Seid mir nicht böse, wenn ich das jetzt hier nichtso beschreiben kann, aber ich denke, Ihr Lesenden wisst, was ich meine. Ich habenatürlich erst einmal wieder die beiden Beatles-Lieder benutzt und stelle mitEntzücken fest, dass ich beim Gesang noch mehr Schwingungen ausmachen kann.Nun muss ich nur mal wieder Texte zum Mitlesen verwenden, um für mich neueGruppen verstehen zu lernen. Auch Hörbücher habe ich mir aus der Bibliothek geholtund werde das dann in Angriff nehmen.Dann darf ich Kopfhörer testen, die für das Telefonieren verwendet werden (also mitMikrofon), z.B. wenn über den PC telefoniert wird. Auch hier stellen wir fest, dassauch eine CI-Schwerhörigkeit individuell ist. Mein Kumpel versteht mit einem dermodernsten Modelle sehr gut und schwärmt von dem „Ding“. Ich dagegen teste dannnoch ein anderes. Hier meint mein Kumpel, es wäre ihm zu „dunkel“. Es würde sichanhören, wie als wenn er mit der Telefonspule telefoniert.Anmerkung von mir: Da ich ja eigentlich immer schon (früher mehr schlecht als recht)mit Telefonspule telefoniert habe, liegt mir das Hören mit diesem Kopfhörer, der in


meinen Augen etwas einfacher ist, etwas mehr. Aber das war bei mir immer schonso, dass ich mit den einfacheren Systemen besser zurechtgekommen bin.Übrigens: diesen Kopfhörer habe ich dann behalten und nur noch einen Verstärkerbestellt. So kann ich dann weiter trainieren zu telefonieren, damit mir nicht immergleich das Herz in die Hose rutscht, wenn jemand mir Unbekanntes anruft.Was ich nun mehr noch üben sollte, ist das Telefonieren OHNE Telefonspule. Fürmich hört sich das Gerede immer noch wie ein quäkiges Gebrabbel an, wenngleichmanche Wörter schon als solche zu erkennen sind!!! Aber wir finden auch hier dieErklärung, woher dieses „momentane Unvermögen“ kommt. Mein Kumpel hat früherimmer OHNE Telefonspule telefoniert, was mir nie möglich war, weil dazu meinGehör zu schwach war. Demzufolge hat er sich an den Ton im Telefonhörer OHNETelefonspule gewöhnt, was ich bislang nicht kann. O.k, .o.k….ich werde „heimlich“üben und dann wieder berichten! Vielleicht ist das Hören mit dem Telefonkopfhörerhier eine gute Möglichkeit.Seine Frau muss an diesem Wochenende mehrfach als „Telefonopfer“ herhalten,was sie aber nicht aus der Ruhe bringt. Auch hier bin ich auch wieder sehr froh, dasses solche Personen in meinem Leben gibt, die einem weiterhelfen.:-)Dafür testet mein Kumpel das Telefonieren mit „meiner“ „Schleife für das Nokiahandyund ist wie ich begeistert über den guten Klang. Wir sind beide der Meinung, die„Schleife“ von Nokia ist bislang die beste auf dem Markt.Auch ist seine Mutter (auch mit CI) den einen Nachmittag zu Besuch da und somitsind wir dann 3 CI-Träger und tauschen eifrig Erfahrungen aus. Wir reden auch überandere Themen, aber irgendwie kommen wir immer wieder auf unsere „schöne neueHörwelt“ zurück.Als ich an dem Abend zurückfahre, höre ich wieder Musik über den i-pod und zuHause noch etwas Radio. Irgendwie mag mein „Öhrchen“, als ich dann zu Hause bin,wohl nicht so recht. Es „mault“ nämlich. Im Klartext, alles was ich vor demWochenende als normal laut empfunden habe, ist mir nun zu laut, manchmal schonunangenehm. Sogar beim Telefonieren, weil ich mich ja zurückmelde, dass ichwieder zu Hause bin, halte ich den Hörer bei allen Gesprächen etwas vom Ohr ab.Aber ich mache mir einfach keine Sorgen mehr, da ich ja weiß, dass mein Implantatin Ordnung ist.Am nächsten Morgen ist es derselbe Höreindruck und ich schalte in der Lautstärkeeinen Gang runter. Da außerdem der Verschluss für Eingang für das Audiokabel (amBatteriefach) nicht mehr richtig schließt, rufe ich am Tag danach, also am Montag,den Audiologen an und frage ihn, ob ich mich wegen dem kaputten Verschluss anihn oder an den Hörgeräteakustiker wenden kann. Ich kann beides machen, aber daich eh zum Akustiker will, gehe ich am Nachmittag zu diesem, auch weil ich ihneiniges fragen will. Dann befrage ich den Audiologen wegen meinem Höreindruckund er rät mir, dass ich einfach soweit runterschalten solle, bis es für mich angenehmist. Beruhigend ist ja doch, dass auch er meint, das sei die „berühmte Tagesform“.Als ich dann das mache, was er mir auch geraten hat, bin ich dann wieder ganzgelassen und atme auf. Und bin so froh, das CI zu haben und auch hierRegulierungsmöglichkeiten zu haben.Was ich ja schon einmal erwähnt hatte (ist aber schon länger her), dass mir an einerStelle immer im Ohr „innendrin“ was wehtut, also an der Stelle, wo der Brillenbügel„fasst“. Dieses Mal „puckert“ es noch einige Stunden leicht an dieser Stelle. Aber eshört auch wieder auf und dann fällt mir lange nach dem Telefonat mit demAudiologen ein, dass das „Symptom“ möglicherweise immer nach längerem


Musikgenuss auftritt. Vielleicht ist es mir deswegen dann alles zu laut? Kann sein,muss aber nicht. Muss ich also mal beobachten und wenn es zutrifft, dann kann ichmich nicht stundenlang, sondern nur noch in Maßen „berieseln“ lassen und solltenicht zuviel von einer Aktivität, was das Hören angeht, machen. Da fällt mir ein, dassin verschiedenen Studien Jugendliche sich stundenlang exzessiv und übermäßig lautmit Musik „zudröhnen“ lassen und die Folgeschäden leider erst später in diversenFormen von Schwerhörigkeit erkennbar sind.März: Das große WartenAnfang des Monats bin ich wie elektrisiert wegen der Entscheidung derKrankenkasse. ICH bekomme ohne großes Theater ein weiteres CI! Innerlich jubeleich und bin so glücklich wie selten in meinem Leben. Noch steht der genaueOperationstermin aus. Trotzdem: Es hat doch was für sich: ALLES NEU MACHTDER MAI! Und: ich bin dann nicht mehr in der kalten Jahreszeit. Denn nun weiß ichja in etwa, was mir blüht und ich stell mir vor, dass ich dann nach der Operation auchauf einer Parkbank sitzen kann, ohne dass mir kalt ist. Denn sicher werde ich michdie ersten Wochen zu Hause schlapp fühlen, aber es bleibt abzuwarten, ob eswirklich dem so ist. Aber merkwürdig finde ich es schon. Man denkt immer, imKrankenhaus hat man ja seine Ruhe, liegt viel und ist demzufolge ausgeruht.Pustekuchen, zu Hause fühlt man sich wie ein Sandsack.Eine Woche später wage ich zu fragen, ob schon ein Termin vorliegt. JAAAAAAA!Am 11.05.07 (ist ein Freitag) werde ich operiert, am Tag davor rücke ich wieder ein.Und Anweisungen, wie der Text für den Einlieferungsschein für das Krankenhausauszusehen hat, bekomme ich auch. Gut gerüstet, werde ich erst einmal gelassenund zähle doch (heimlich) die Wochen bis zum Termin aus. Nur mal ganz schnellzählen…immerhin ist es ja für mich das große zweite Abenteuer. Auf der einen Seitefreue ich mich riesig auf die Zeit nach der Erstanpassung, nur vor der Operationgraust es mir und ich bin froh, wenn ich die mit allem drum und dran hinter mir habe.Im „Stern“ liegt in diesem Monat für 4 Hefte jeweils eine Hörbuch-CD zum Buch„Maria, es schmeckt ihm nicht“ von Jan Weiler bei. Das Buch kenne ich und hab esmehrfach verschlungen, das Hörbuch habe ich schon etwas begonnen. Ich binentzückt über die Stimme von Herrn Weiler, der das Buch vorliest, und habe wenigSchwierigkeiten, dem Text zu folgen. Aber wie immer, erst mitlesen, dann probiereich es ohne diese „Krücke“. Trotzdem: es bleibt anstrengend, nach zwanzig Minutenstreikt mein Öhrchen. Egal, es geht ein Stück weiter und ich bin glücklich.Dadurch, dass ich ja nun allein lebe, ist es sehr ruhig am Abend, wenn ichheimkomme. Also mache ich meistens doch das Radio an. Und zwar in derLautstärke, dass ich auch dann etwas verstehe, wenn ich z.B. chatte. Aber dann binich doch meistens foxi, da ich nachmittags keine Ruhe finde und/oder unterwegs bin.Komisch, erst hatte ich mich an den Gedanken gewöhnt, allein zu sein, abermanchmal finde ich es doch ganz schön doof.Mein I-pod streikt in diesem Monat auch, ich bringe ihn zur Reparatur. Da ich michaber nun daran gewöhnt habe, morgens mich etwas „bedudeln“ zu lassen, benutzeich nun mein Handy, das auch ein integriertes Radio besitzt. Wie beim Telefonierenbenutze ich die „Schleife“ und bin verblüfft, dass ich sehr viele Nachrichten verstehe,aber auch diese Talkshows. Manche Sendungen wiederholen sich nach einander, sodass ich schon manchmal verwundert schaue, dass derselbe Text schon wieder dran


ist. Einmal schalte ich doch (wie Hörende) entnervt ab, weil der eine Interviewpartnermir zu „doof“ ist. Meine Güte, was ist mir in all den Jahren entgangen!!!!Allerdings bin ich auf der anderen Seite doch dankbar, dass die Wiederholungen inkurzen Abständen folgen, weil ich so mich durch den „Wörterdschungel“ kämpfe.Denn: Bis zu einer bestimmten Stelle verstehe ich alles (das merke ich mich auch),ab der Stelle danach versuche ich dann beim darauffolgenden Hören, das nächstezu verstehen. Also so ein bisschen, wie wenn der PC eine CD „abtastet“.In diesem Monat geht es auch mit der Hörerfolgen auf einer anderen Basis weiter.Ich habe endlich den Verstärker für den Kopfhörer bekommen! :-)…. mit Online-Hilfemeines Kumpels mit dem CI schließe ich das Telefon und den Hörer an denVerstärker an. Ist erst mal für mich nicht ganz einfach, aber als ich dann dieFunktionstüchtigkeit des Kopfhörers und dem Mikrofon teste, habe ich wiedertellergroße Augen. Was ich absolut toooooolllll finde, ich habe die Hände frei undkann mich auf dem Stuhl fläzen. Und was noch? Ich brauche KEINE Telefonspule!Das erste Testtelefonat mache ich mit meinem Kumpel mit dem CI, an den darauffolgenden Tagen telefoniere ich mal wieder mit halb Deutschland und justiere nochdas Mikrofon. Denn das sollte ja doch nicht zu dicht am Mund sitzen. Wieder einStück weiter zur hörenden Normalität*strahl*.Da ich nun so motiviert bin, übe ich weiter hören. Dieses Mal ist das Hören von Musiküber den Subwoofer, ein Verstärker für den PC, dran. Damit ich die armen Nachbarnnicht aus Versehen nerve, wenn es doch zu laut werden sollte, höre ich über dasAudiokabel, das an meinen Sprachprozessoren angeschlossen wird. Dieses Malversuche ich mich an dem Lied „A-lalallalalong“ von der Gruppe Inner Circle. Auchhier das übliche Verfahren: Songtext suchen und mitlesen. Es ist ein ziemlichschnelles Lied. Einige Strophen kann ich doch noch nicht ganz mitverfolgen, abernach dem zweiten Mal bin ich schon zufrieden mit mir.Der Frühling bricht aus, es wird schön warm und was mache ich wieder? Ich gönnedem Öhrchen fast jeden Tag im Dienst eine Pause. Es juckt nämlich wieder an derMagnetstelle. Nun weiß ich es ja und nehme es gelassen. Danach ist es jedes Malwieder besser. Dieses Mal fällt mir bewusst auf, als ich eine Prozessorpause einlege,dass ich das Hörgerät auf der noch nicht implantierten Seite nur noch übersteuertsein müsste (es piiiiiiiiept), damit ich überhaupt was hören kann, und rechts ist es stillund erst einmal ungewohnt, weil ich ja sonst immer etwas wahrnehme und genießedie Stille dann doch sehr. Auch meine Kolleginnen haben dafür Verständnis undtippen mich notfalls an und/oder reden deutlich. Aber auch hier: wird dasLippenablesen schwieriger. Und nun warte ich sehr ungeduldig auf den Mai.Von einer anderen Kollegin, die die Tante eines kleinen Jungen mit 2 CI´s ist, erfahreich auch, dass nunmehr auch bei ihm die Sprachentwicklung wohl recht altersgerechtbeginnt, nämlich das Brabbeln. Da freue ich mich so sehr für ihn mit, dass ich docheinige Tränchen verdrücke. Wie gut, dass die Entwicklung schon so weitvorangeschritten ist.Mein Interview in der Zeitung „Chrismon“ liegt nunmehr vor und immer mehr Leutelesen ihn und im Bekannten- und sonstigen Kreisen werde ich positiv daraufangesprochen. Was ich mir wünsche ist, dass auch noch mehr Leute, die sich mitdem Gedanken, ein CI „zuzulegen“, befassen, diesen Artikel lesen und sich dadurchin der Entscheidung gestärkt fühlen.


Wie gesagt, der Frühling bricht aus und das Wetter wechselt öfter zumStimmungshoch. Das scheint auch meinen Öhrchen zu gefallen, denn die blühenrichtig auf. OHNE mir etwas einbilden zu wollen, höre ich jetzt noch mehrKleinigkeiten…also, SUPER FINE TUNING:.....*aua*..manchmal tut das schon füreinen kurzen Moment weh, aber dann sagt mein Öhrchen: „Au ja“*strahl*.Weitere Erfolge: Im Dienst „lästern“ wir viel und da ich mich phasenweise mit einigenKollegen öfter unterhalte, höre ich nun immer besser bei ihnen heraus, ob einspottender Unterton dabei ist und weiß, dass ich die Aussagen nicht so ernstnehmen muss. Vor lauter Freude darüber, dass ich nun endlich das wahrnehme, wasdie Kommunikation auch ausmacht, kichere ich manchmal auch bei unpassendenStellen und als die Kollegen dann wissen, warum, freuen sie sich auch mit.Beim Hörtraining wird es dieses Mal richtig anstrengend, aber gut so. Auf meinenVorschlag hin erzählt mir die Therapeutin erst einmal etwas, damit ich mich wieder inihre Stimme einfinde. Dann nehmen wir die Übung vom letzten Mal durch, hier ginges um Wortpaare, die ähnlich klingen wie z.B. Sehne-Lehne und zum Schluss wirdgemischt.Auch werden mir Begriffe genannt, die ich wiederholen muss und die Therapeutinentfernt sich immer mehr. Bis zu 6 m Distanz schaffe ich es dieses Mal.Als wir dann die Einsilber vornehmen, streike ich, weil ich zu dem Zeitpunkt schonetwas groggy bin. Aber das nächste Mal wollen wir sie gleich als erstes„durchnehmen“. Und als letzte Übung sagt sie mir drei Begriffe, die ich allewiederholen soll. Es geht hier darum, dass ich aus dem Kurzzeit-einLangzeitgedächtnis machen soll. Noch ist es für mich nicht das entspannte Hören.Ich glaube, man kann es damit vergleichen, wenn man eine Fremdsprache lernt undversucht zu übersetzen, weil das Zuhören ohne Verstehen nicht gleich klappt.Jedenfalls vergesse ich immer das erste Wort. Wird schon.Auch in diesem Monat fahre ich wieder zu meinem Kumpel mit dem CI. Das liegtdaran, dass er 40 wird. Wir feiern zwar nicht, genießen aber das Wochenende, auchwenn es einige Aufregungen gibt. Dafür nehme ich mir das Hörbuch von HerrnWeiler vor und es klappt für eine Viertelstunde mit Hilfe von Mitlesen schon ganz gut,aber dann will mein Gehirn sich wieder entspannen und Musik hören.Den I-pod habe ich wieder dabei. Dieses Mal bin ich gewappnet wegen demmöglichen Puckern im Ohr. Ich stell die Musik nicht so laut an, es ist also mehr eineUntermalung. Auch gut.Dafür probieren mein Kumpel und ich ein neues Hilfsmittel aus. Es ist einAnsteckmikrofon, das wie das Audiokabel für den i-pod in den Audioausgang desSprachprozessoren gesteckt wird. Nach Einstellen des Anschlusses gehe ich wiederauf „Geräusche-Jagd“. Sehr hübsch ☺.. Wir machen viel Quatsch und halten z.B.das Mikrofon an den Kochtopf…“brzbrzzisch“….antwortet mir da was. Und dieStimmen hören sich sehr sauber an, wenngleich die Nebengeräusche auchungefiltert ins Mikrofon gelangen Als mein Kumpel das ausprobiert, staunt er auch,weil sich selbst das Kleiderrascheln ganz anders anhört. Gut zu wissen, dass dieses„Teil“ auch nützlich sein kann, wenn keine anderen Hörhilfen wie z.B.Mikroportanlage oder ähnliches dabei sind und in einer kleinen Runde ein Gesprächstattfindet. Das Kabel ist zumindest so lang, dass man beim Gespräch nicht


„angebunden“ ist. Komisch nur, dass wir erst sehr viel später darauf gekommen sind,es mal zu testen. Aber besser spät als NIE!. Es gibt ja noch so vieles zu entdecken☺☺☺…es bleibt spannend und das ist gut so.Wieder zu Hause empfängt mich ein lieber Anruf auf dem Anrufbeantworter. Ichmuss sagen, dass das für mich ein „Modellanruf“ ist. Denn: erst wird der Namegesagt, anschließend eine Pause. Und alles wird schön langsam und in nicht zulangen Sätzen gesagt. Trotzdem muss ich mir den Anruf noch zwei weitere Maleanhören, bis ich ihn ganz erfasst habe. Stück für Stück….Es ist zwar noch eine ganze Weile bis zur Operation. Ich versuche es auch immer,mein mulmiges Gefühl (obwohl ich mich sehr freue, dass die Operation baldgeschafft ist) am Tage vor mir weg zu schieben. Es lässt sich nicht immer vermeiden,dass ich nicht daran denke, auch weil die Zeit nun voranschreitet, ich mich daraufeinstellen möchte und viele mich auch auf die Operation ansprechen. Trotzdempassiert es mitunter, dass ich nachts aus einer Art Alptraum hoch schrecke, weil mirdie erste Operation noch gut in Erinnerung ist. Aber dann denke ich daran, wie allerührend besorgt bzw. lieb zu mir waren und dann schlafe ich meistens schnell wiederein. Auch wenn ich nun nicht mehr mit meinem Freund zusammen bin und das auchnicht schlimm finde, fehlt mir gerade in solchen Momenten jemand, bei dem ich michmal schnell ankuscheln könnte. Denn immer „groß“ zu sein, ist auch nicht immereinfach. Auch wenn mir oft gesagt wird, dass ich eine starke Frau bin und vielesgemeistert habe, was andere evtl. nicht geschafft hätten, fühle ich mich nachtsmanchmal ganz klein…In einer Mittagspause fällt mir auf, dass ich entspannter mit anderen spazieren gehe.Wir sind zu dritt, ich geh meistens in der Mitte. Ich habe das sozusagen eingeführt,weil ich so nur nach links und rechts schauen muss, um den Sprechenden auchvisuell wahrzunehmen. Und mittlerweile werde ich sogar von den Kollegen dann indie „Mitte“ genommen, wenn ich nicht gleich dort bin, wenn wir losgehen. Nun ja,jedenfalls trippeln wir so dahin und eine Kollegin erzählt was und ich schaue bewusstmal auf den Boden und….es fällt mir nicht mehr so schwer, dem ganzen zu folgen,obwohl mir einige Worte durchrutschen. Nicht schlimm!Auch fällt mir auf, dass ich nicht mehr so frustriert bin, wenn ich in bestimmtenSituationen nichts mitbekomme. Bei einer kleinen Feier brabbeln natürlich alledurcheinander. Ich glaube, es haben sich 3 Gruppen mit unterschiedlichen Themengebildet. Ergebnis für mich: Ein lautes Stimmengewirr, das ich nicht gut wegdrückenkann. Also gehe ich wie immer früher, aber es wurmt mich auch nicht mehr so wie inder „grauen Vor-CI-Steinzeit“. Klar, ich kann ja auf anderen Ebenen besser mithalten.Demzufolge bin ich entspannter. Das freut mich selber, weil es auch mir das Lebenvereinfacht.April: „..und die Stunden, sie heben die Füße kaum..“...(frei nach Erich Kästner)Endlich hat nun der April begonnen. Nun ist es ja wirklich nicht mehr lange hin………und ich hole mir ganz schnell noch einen gültigen Einweisungsschein für dasKrankenhaus. Nun bin ich „formularmäßig“ ausgestattet.


Diesen Monat lerne ich eine Menge neue Leute kennen und mit einigen führe ichvorab Telefonate. Die ersten Kennenlern-Telefonate seit 39 Jahren!!!! Ich bin nachden ersten so sehr verblüfft, dass für beide Seiten recht gut verläuft und vor Freudequieke ich wieder in mich hinein. Das längste Telefonat führe ich an einemDonnerstag, nach einem für mich anstrengenden Tag. Dennoch rufe ich an, weil esso verabredet ist. Als ich dann doch öfter anfange, nachzufragen, was gesagt wird,stellen wir fest, dass wir schon eine Stunde telefoniert haben und es ist kein Problemfür uns, das Telefonat zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen. Allerdings habe ichdanach rasende Kopfschmerzen. Demzufolge sollte ich wohl anstrengenden Tagenbis auf weiteres mich weiterhin etwas schonen und Telefonate auf andere Tageverschieben. Egal, es ist ein angenehmes Telefonat gewesen. Dennoch gehe ichbald schlafen und am nächsten Tag ist mein Köpfchen wieder fit.Beim Hörtraining geht dieses Mal alles glatt, die Therapeutin staunt, dass ich siesogar bei verminderter Lautstärke verstehe. Die Übungen zum Trainieren desLangzeitgedächtnis laufen besser ab, sicherlich weil ich besser drauf bin und auch,weil ich weiß, wie es abläuft. Dafür sind die Einsilber anstrengend! Hilffeeee! Dafürübe ich, meine Therapeutin zu verstehen, auch wenn ich sie nicht anschaue. Siesagt selber aus Spaß, dass ich ja nun „reichlich unhöflich“ wäre, weil ich sie beimSprechen nicht anschaue, findet meine Methode aber o.k. Sie weiß ja, was ich damitbezwecke. Aber wie immer, ich muss mich erst 10 Minuten einhören, dann klappt es!Ostern nehme ich mir auch eine Menge vor, da ich keine Lust habe, allein„rumzuhängen“. Es läuft bei Freunden und Verwandten entspannt ab, insbesonderewas die Kommunikation angeht. Mittlerweile ist es auch so, dass ich bei Quer-überden-Tisch-reden(wenn es 2 Personen sind) nicht mehr viel nachfragen muss undnicht unbedingt auf das Mundbild angewiesen bin. Es geht easier…..hurrraa! Auchbei meiner Mutter, die verreist ist, schaue ich nach dem Rechten und da ich mit ihrtelefoniere, bittet sie mich, ihren Telefonanrufbeantworter abzuspielen*huch*..ichverstehe ja fast alles. Besonders die Ansage der Anruferzeiten fallen mir leicht, beiden darauf gesprochenen Nachrichten rutscht mir das eine oder andere Wort durch,aber da ich ja eh nur vorspielen sollte, ist es nicht schlimm. Trotzdem freuen sichmeine Mutter und ich darüber.Nach Ostern wird es ganz lustig, was Unternehmungen angeht. Dennoch lenkt michnichts mehr so richtig ab und ich bin teilweise sehr daneben oder überdreht, weil……a) das Wetter mir sehr zu schaffen macht, auch was den Kreislauf angehtb) Was dann noch richtig blöd ist, dass meine Augenärztin bei mir auf dem linkenAuge Eintrübungen auf dem Glaskörper feststellt. Gott sei dank ist dieNetzhaut wohl nicht beschädigt, aber ich habe immer das Gefühl, wie durcheine schmutzige Scheibe zu sehen. Ist also nicht so dolle mit dem Gucken .Gott sei dank höre ich wenigstens gut auf dem rechten Ohr.c) Auch wenn ich auf der einen Seite versuche, die Operation und das ganzedrumherum gelassen zu sehen, gelingt es mir ab Mitte April nicht mehr so gut.Bei Gesprächen über diesen Punkt sind viele meiner Bekannten/Freunde derAnsicht, es wäre nun leichter für mich, weil ich weiss, was „operationsmäßig“auf mich zukommt. Als ich ihnen dann erkläre, dass ich Bammel wie vor derersten Operation habe, versetzt dieser Punkt viele in ein Erstaunen. Ich bin sofroh, dass ich mich den Operationstermin im Mai entschieden habe und sehne


diesen herbei……Es kennt bestimmt jeder das Gefühl, dass man an der Uhrdrehen möchte….d) Das rechte Ohr „muckt“ öfter mal. Entweder dröhnt es innen drin für einige Zeit(ob nachts, ob tagsüber) oder es ist mir alles zu laut, auch wenn nur meineBürokollegin, die mit mir das Zimmer teilt, mit mir redet*aua*. Im Dienst arbeiteich verstärkt meine Vertretung ein, und ich habe ein gutes Gefühl, dass ichmich dann während meiner Abwesenheit zurücklehnen kann.Gottseidank*püh*. Das einzige, was noch gut geht, ist das Musikhören…. Unddamit ich mich wieder an einen gewissen Geräuschpegel gewöhne, lasse ichtagsüber das Radio laufen.e) es für mich nicht so schön ist, ohne Partner zu sein.Ein weiteres Erlebnis. Im Büro nehme ich an einer Informationsveranstaltung teil undbenutze das Mikrofon, von dem ich neulich erzählte. Dadurch, dass die Referentenam Ende der in U-Form angeordneten Tische sitzen und dort auch bleiben, setze ichmich mit dem Mikrofon ihnen gegenüber und kann dem ganzen eigentlich folgen.Hilfreich ist der Einsatz des Beamers. Nur: (hatte ich auch schon erwähnt), eswerden alle anderen Nebengeräusche auch verstärkt und dadurch, dass es ebennicht sehr ruhig zu geht, bin ich bald vom Geräuschpegel überfordert und heilfroh, inder Pause und nach der Veranstaltung meinem Gehirn eine Pause zu gönnen. Aufder einen Seite freue ich mich, weil ich auch Teilnehmerbeiträge besser als frühermitbekommen habe, sofern sie in unmittelbarer Nähe sind, aber auf der anderenSeite sehe ich mich in meinem Wunsch bestärkt, doch eine neue Mikroportanlage fürdienstliche Zwecke zu beantragen. Den Kostenvoranschlag habe ich mir bereits vomHörgeräteakustiker geholt, die Beantragung gehe ich nach der Operation an. In dennächsten Tagen informiere ich mich wegen dem Procedere der Beantragung.Den einen Tag bin ich wieder in der Charité, weil ich die Impedanzen prüfen lassenwill. Ich sagte ja schon, dass mir wieder alles zu laut ist. Jedenfalls schaut derAudiologe nach und gibt Entwarnung. Püh*bin ich aber beruhigt. Dann führen wirzwei Sprachtests durch und ich sehe an dem einen, dass meine Tagesform nicht sotop ist. Kommt vor, beunruhigt mich also nicht weiter. Und da ich nun weiß, dassmeine Werte in Ordnung sind, sage ich meinem Kopf, dass alles o.k. ist, und sieheda, am Tag danach empfinde ich es nicht mehr so unangenehm laut. Sicherlich ist esdie Nervosität, da nun der ersehnte Operationstermin näher rückt. Es ist manchmalganz schön schwer, sich selbst unter Kontrolle zu haben. Aber: seitdem ich dasErlebnis im Dezember hatte, sage ich mir nun immer: "Wenn das Wichtigste nichtkaputt ist, dann muss ich versuchen, für mich das andere auszuschalten, weil es"Nebenerscheinungen" sind (wenngleich sie manchmal doch etwas bedrückendsind!). Man lernt nie aus, nicht wahr?Mit vielen Kollegen telefoniere ich, alle drücken mir die Daumen und von einigenbekomme ich sogar Karten mit "alles Gute"....*huch*bin ich aber gerührt.ich sagte ja schon, dass es für mich nicht so schön ohne Partner ist. Es ist aus einemanderen Grund auch noch etwas schwieriger für mich. Dadurch, dass es zu Hausedann leise ist bzw. ich mir die Lautstärke vom Radio und anderen Geräten soeinstelle, dass es für mich angenehm ist, habe ich keine Übungsmöglichkeit mehr,auch Lärm, der von anderen produziert wird, zu ertragen. Vielleicht ist das AUCH einGrund, warum ich derzeit auf Krach so empfindlich reagiere. Mit der Musik und dem


Mitlesen mache ich mitunter weiter, muss aber mir mal andere Songtexteheraussuchen, damit ich auch andere Lieder verstehen übe. Früher mochte ich diedeutschen Sänger nicht so, aber nun finde ich die mitunter gar nicht so schlecht undzum Verstehen lernen ist es super. Ob ich mal wieder zu Mediamarkt gehe und dortmir einige neue CD´s kaufe?Auch telefoniere ich nun öfter am Abend und bin hinterher ziemlich foxi und findeschwer in den Schlaf. Himmel...Bei einem Lehrgang, der um 8 Uhr beginnt und um 15 Uhr endet, staune ich selbst,wie gut es dieses Mal klappt, sicherlich, weil einige begünstigende Faktoren dabeisind. Ich suche mir einen Platz am Fenster, so dass ich das Licht im Rücken habe.Die meisten, die mich kennen, wissen warum: Als Hörgeschädigter ist es für dasVerstehen (sei es Lippenablesen, Erkennen von Mimik/Gestik) einfacher, wenn manden Gesprächspartner nicht im Dunkeln hat, sondern dieser von mir "geblendet" ist.Nun ja, dann hat die Referentin eine durchgehend laute und doch klare Stimme, sodass ich dem ganzen recht gut folgen kann. Dadurch, dass ich sie vor demLehrgang in Kenntnis gesetzt habe, dass ich schwerhörig bin und sie gefragt habe,ob es sie sehr stört, wenn ich manchmal nachfrage, klappt es ganz gut. Wie jederbeim Reden weiß, wird man zum Satzende hin leiser (oder sollte man es), so dassmir dann doch die Worte durchrutschen. Manchmal erscheint es mir wichtig, dannfrage ich nach, manchmal lasse ich es. Es zeigt sich, dass ich trotzdem denAnschluss nicht verliere. Kurz vor der großen Mittagspause habe ich Kopfweh,danach geht es wieder. Dieses Mal habe ich das Ansteckmikrofon wie in der Wochedavor nicht benutzt. Ich wollte mal probieren, ob es auch ohne geht. Und siehe da:Dadurch, dass (wie bereits erwähnt) die Dozentin eine laute Stimme hat UND eswesentlich ruhiger zugeht als beim vorherigen Seminar, habe ich dieses Mal keinungutes Gefühl danach, aber ab 14:30 Uhr auch so keine Lust mehr. Es ist einspannender Stoff, aber irgendwann ist die Aufnahmekapazität begrenzt. Geht Euchdoch auch so, oder?Mit meiner Freundin kläre ich die letzten Angelegenheiten wegen meiner Operation,dann bin ich beruhigt, was diesen Teil angeht. Um mich in den letzten 2 Wochenkomplett abzulenken, nehme ich mir viel vor und ich bin so dankbar für jedes Treffenoder aber ich erledige auch noch einiges.Ende April/Anfang Mai steht wie meistens ein langes Wochenende bevor, dass ichmit verschiedenen, mir wichtigen, Leuten verbringe. Das Wetter spielt mit, esherrschen sommerliche Temperaturen, so dass die Unternehmungen draußenstattfinden oder ich oft im Garten, der zu dem Mietshaus gehört, in dem ich wohne,sitze.Juni: Ein bisschen bi......lateral schadet nie!Am Wochenende vor der Ersteinstellung bin ich wieder gut abgelenkt und trotzdemhabe ich einen Riesenbammel vor der Ersteinstellung. Vor allem vor dem „Urknall“und bete zu Gott, dass es dieses Mal nicht so schlimm wird. Wie ich ja bereitserzählte, war die erste Einstellung für das rechte Ohr grausam, da ich das Gefühlhatte, einen Elektroschock zu bekommen und alles unerträglich laut war. Wie mir der


Audiologe auch sagte, wären dieses Mal Abiturienten dabei, die mich dann mitmeiner Erlaubnis filmen wollen, da sie es für das Abitur brauchen. Ich sage gerne zu,da ich der Meinung bin, wenn es hilft, das Cochlear Implant bekannter zu machen,nur zu!01.06.07Als ich dann in der Charité ankomme und in den Raum komme, wo dieEinstellungen stattfinden, sieht´s wie in einem Filmstudio aus. Ich nehme Platz unddasselbe Spiel wie letztes Jahr (same procedure as last year) findet statt.Auszug aus dem Tagebuch von 2006 „..... werde ich an den PC und denverbundenen CI Prozessor angeschlossen. Erst werden, wie ich als bei mir in derKindheit, als es darum ging, herauszufinden, ob ich schwerhörig bin, Tönevorgespielt. Hier muss ich sagen, wie angenehm laut ich sie empfinde und dann,ab wann ich sie höre. Es werden alle Töne, die ich zunächst einzeln hörte,gleichzeitig eingespielt. Dies stellt dann das Umweltgeräusch dar, das auchHörende wahrnehmen. Die Ersteinstellung dauert immer am längsten, wegen derGrundeinstellung, also dem Austesten, was für mich erträglich ist. Danach läuft dasProgramm in etwas verminderter Lautstärke weiter, bis ich mich an den „Krach“gewöhnt habe....“Also noch einmal: Erst werden mir einzelne Töne vorgespielt und ich muss sagen,wie laut ich sie empfinde und ab wann ich sie höre. Da ich ja nun weiß, dass dasUmweltgeräusch sehr unangenehm sein wird, lasse ich mir die Töne für´s erste Malnicht so laut einstellen. Dabei werde ich gefilmt und vergesse das manchmal. Alsdann der spannende Moment des Einschaltens kommt, gerate ich ein bisschen inPanik und der Audiologe beruhigt mich. Mir bricht der Schweiß aus und ich haltemich am Stuhl fest. Als ich dann denke:“ Nanu..“, kommt das Umweltgeräusch undmir bleibt erst einmal die Luft weg. Die Abiturienten staunen auch, da sie als Physikernoch nie gesehen haben, was in der Praxis passiert. In der Theorie ist ja immer allesso schön einfach, aber dass der Mensch das nicht so verkraftet, sehen sie nun.Jedenfalls war es beim ersten Mal rechts so, dass es IRRE laut war, mir gleichschwindlig wurde und alle hohen Töne mir so vorkamen, als wenn beim Xylophonalles gleichzeitig eingespielt wurde. Dieses Mal ist es ein Geräusch, das ich schonkenne. Es hört sich wie das Brummen beim Straßenlärm an. Zwar auch enorm lautund dann ebbt es ab. Als dann der Audiologe über das Mikrofon seine Stimmedazuschaltet, kommen mir die Tränen, weil mich die Gefühle überwältigen und ichatme erst einmal tief aus. Außerdem habe ich das Gefühl, wenn er redet, zischt allesnebenbei. Den rechten Sprachprozessoren darf ich dann dazuschalten und es hörtsich alles sehr unbeschreiblich an. Der Audiologe fragt mich zwar, ob er mal kurzausschalten soll, damit einen Moment Ruhe ist, aber ich will NICHT! Es liegt daran,weil ich gemerkt habe, „An-Aus“ ist bei mir nicht so gut. Ich glaube, das kann mandamit vergleichen, als wenn man selbst geweckt wird, indem jemand anders dasLicht im Wechsel an-aus macht. Außerdem will ich mich gleich an das Geräuschgewöhnen. Ich bitte den Audiologen, weiter zu erzählen, damit mein Gehirn schonmal einen ersten Eindruck gewinnt. Er staunt selber, dass ich mich nach ca. 10Minuten etwas eingewöhnt habe, obwohl ich nicht so glücklich schaue, aber das istbei der Ersteinstellung immer so.


ICH HAB´S GESCHAFFT!!! ☺Als ich dann nach Hause gefahren werde (Madame hat ja einen Chauffeur ☺), rufeich erst schnell mit dem rechten „Ohr“ meine Mutter und meine Freundin an undschalte dann den rechten Sprachprozessoren aus. Nun staune ich, was passiert.Wenn ich weiß, dass gesprochen wird, höre ich die Sprache ganz weit weg und eshört sich an wie „.wou wou“ oder „quah quah“, also noch weit weg und„undisqualifiziert“. Und abends brabbele ich mal vor mich hin und höre michzumindest reden, wenngleich ich noch nichts verstehe. Am Telefon höre ich nochkeinen Freiton, auch Musik kommt noch nicht an. Nicht schlimm. Ich will ja nur malwissen, was schon möglich ist und was nicht. Der Sprachprozessor sitzt nun locker,weil ich den Magneten wegen einer möglichen Hautreizung nicht allzu fest„geschraubt“ habe und weil ich ja noch kein Ohrpass-Stück habe.Auszug aus dem Tagebuch von 2006 „....Dann fällt mir ein, ich könnte ja mal denMagneten nicht so weit rausschrauben wie sonst. Heureka: Nun "klebt" die Spulezwar nicht so fest am Kopf wie sonst, aber ich habe auch kein "Aua" mehr. A-ja! Dasbedeutet nur, dass ich ein bisschen aufpassen muss, dass die Spule nicht so schnellabfällt, wenn ich versehentlich mit der Hand "drankomme" oder so. ..“Mit dem Hörgeräteakustiker kläre ich alles ab und vereinbare einen Termin. In derfolgenden Woche bin ich dann dort. Wie ich ja schon beim ersten Mal festgestellthabe, ist das Ohrpass-Stück doch eine gute Halterung.Ach ja, der Audiologe gibt mir zu der aktuellen Einstellung noch eine weitere dazu,nämlich etwas lauter, weil die Eingewöhnung meistens recht schnell vonstatten geht.Am Montag soll ich wiederkommen und mich weiter „tunen“ lassen ☺.02.06.07 – 03.06.07Am Wochenende finde ich alles wieder irre laut. Noch weiß ich manchmal nicht, obmein neues Ohr nun mitarbeitet oder nicht. Aber als dann die Tastatur wieder wieeine alte Registrierkasse klingelt, das Besteck am Geschirr kreischt, dasGeschirrpoltern sehr hoch klingt, weiß ich, ES TUT SICH WAS! Und vergießemanchmal Freudentränchen.Am Samstag Vormittag wird meinem neuen Ohr langweilig und ich schalte das 2.teProgramm ein. Es dröhnt erst einmal richtig schön laut. Wie schon beim ersten Malmuss ich mich auch immer erst einmal setzen, wenn ich mir den neuenSprachprozessoren „anklatsche“ und dann nach tiefem Ausatmen geht´s besser.Aber nun ist die Geräuschkulisse bunter und besonders Kindergerede auf derEinkaufsstraße meldet sich penetrant. Aber ES WIRD!Dafür tut es mir besonders an der Magnetstelle weh und als ich mich mit meinemKumpel mit dem CI darüber unterhalte, meint er nur, dass evtl. die Wunde noch nichtganz abgeheilt ist und die beiden Magneten sich gegenseitig ein „Duell“ liefern.Prompt habe ich mit meiner Fantasie das Gefühl, die beiden Magneten machen„Armdrücken“....und mein Kopf ist dazwischen.Auch gibt mein Kumpel mir den Tip, als ich ihm erzähle, dass ich alles so laut undungewohnt empfinde, dass ich rechts mal runterschalten soll, weil es sich ja nun aufbeide Ohren verteilt. Gesagt, getan. Huch...sogar Musik brauche ich nun nicht mehrso laut einzuschalten.


Sonntag ist es irgendwie nicht so mein Tag und ich bin ein bisschen „gnatzig“. Aufder anderen Seite freue ich mich, dass es so schnell voran geht und versuche,wieder fröhlicher zu sein. Als ich Mittagsschlaf halte, müssen die Sprachprozessorenauch ruhen. Als ich dann denke, ich sollte nur den rechten Sprachprozessorenbenutzen und links „Siesta“ machen, fehlt mir etwas. Wieder „rundum ausgestattet“,fühle ich mich besser ☺04.06.07Heute geht’s nun weiter mit dem Tuning und ich bin so gespannt, wie sich nun dasUmweltgeräusch anhört. Dasselbe Verfahren...*dröööhhhnnnn* und der Audiologeredet mit wieder mit Zischen; es geht aber schneller vorbei als beim ersten Mal. Unddann, als ich den rechten Sprachprozessoren dazuschalte, hört es sich runder an,wie bereits erwähnt. Da die nächste Einstellung erst eine Woche später stattfindet,wird das aktuelle Programm um weitere lautere Einstellungen ergänzt, die ich dannbenutzen kann, wenn ich meine, dass mich die aktuelle unterfordert. Nun bin ich jamal gespannt.Den großen Karton mit dem Zubehör bekomme ich auch, zu Hause schaue ich miralles an und stelle fest, das die Neuerungen dabei sind. In einer Präsentation werdeich Euch alles noch aufzählen.Ich sagte ja schon, dass mein Sprachprozessor etwas locker sitzt und mittlerweilestört es mich, dass ich dauernd aufpassen muss. Dann fällt mir ein, dass beim erstenSprachprozessoren beim Zubehör ein Clip für Kinder dabei war, der an dem einenEnde mit dem Sprachprozessor verbunden und am anderen Ende amKleidungsstück befestigt wird, damit sie das gute Stück nicht verlieren. Gesagt,getan....nun habe ich alles gesichert und bin ruhiger.07.06.07 – 08.06.07Nun wird es sehr anstrengend und auch spannend. Alle zwei Tage schalte ich einProgramm weiter, demzufolge ist es auch lauter. Es hört sich nach wie vor sehrmerkwürdig an und es verteilt sich noch nicht richtig. Auch dröhnt es morgensweiterhin beim „Anziehen“.


Die „Kindersicherung“ erweist sich als ein Juwel, undalle denken, das ist ein Kabel für den Walkman oderso. Als dann das Dumbo- Elefantenbild auf dem Clipgesehen wird, sorgt das für allgemeine Erheiterung,aber alle verstehen meine Beweggründe.Im Büro lasse ich mich auch kurz blicken und alle müssen erst einmal ganz leisesprechen, so laut ist das für mich. Ingesamt bin ich zwei Stunden da, auch weil ichmit meinem Chef über meine weitere Abwesenheit spreche. Bei einer kleinenZusammenkunft sind wir 15 Kollegen und ich halte die Geräuschkulisse nur 20Minuten aus, dann flüchte ich. Zu Hause angekommen, falle ich nach einem kleinenImbiss total erschöpft ins Bett und versinke in einen klaftertiefen Schlaf.Als ich dann Musik wie immer über das rechte Ohr höre, merke ich, dass ich ja garnicht mehr so den Genuss habe wie sonst, denn links höre ich nun, was um michherum passiert. Das freut mich ungemein, weil es nun losgeht ..hurra...nur bin ichdoch erst einmal reichlich angespannt, weil ich damit zu tun habe, das Laute zuverarbeiten. Also fast genauso, wie beim ersten Mal. Nur das Gute ist, ich habe KEINLärmkopfweh. Aber dafür halte ich mich jetzt immer beide Ohren zu...und wenn essehr laut ist, wird mir erst einmal vor Schreck leicht übel.Mir ist auch gar nicht langweilig. Tagsüber bin ich manchmal am PC, nebenbeischreibe ich Dankesmails oder Briefe, lese, esse, höre Musik, bekomme viel Besuchund genieße es auch, wenn ich die Stille (beide Sprachprozessoren sind in Betrieb)für mich habe. Manchmal laufe ich ja nur mit dem linken Sprachprozessoren rum, ummal zu schauen, was passiert. Oder aber ich gehe einkaufen und staune z.B. überdas Rattern der Einkaufswägelchen und wie viel bei mir auf dem linken Ohrankommt, wenn ich höre, dass die Leute was sagen. Nur dringen die Worte nochnicht so richtig durch, aber es ist schon besser geworden. Noch schaffe ich es janicht, das ganze gelassen zu sehen. Aber ich sage mir: DAS WIRD! Und jeden Tagkommt der Freiton vom Telefon näher. ☺. Was auch immer aktuell ist, ist derPapierkram, da ich eine neue Mikroportanlage beantragen will und mit dem Akustikerbeschäftige ich mich auch, weil ja nun auch andere Dinge noch zu bedenken sind.Es gibt ja z.B. nun auch Batteriefächer für 2 statt wie bisher für 3 Batterien. Da ichdas bislang nur für den neuen Sprachprozessoren habe, möchte ich wissen, ob ichdas für den bereits vorhandenen auch bekommen kann.Die Fenster habe ich auch viel offen und staune über die Geräuschkulisse um meineWohnung herum*Autsch*. Andererseits freue ich mich natürlich darüber; nur allerAnfang ist schwer. Und der Freiton am Telefon kommt auch schon etwas durch,bislang noch OHNE Telefonspule. Aber telefonieren links mache ich noch nicht undrechts ist es etwas schwieriger geworden, vorübergehend...denn: Rechts telefoniereich wie gehabt und höre mich links reden, worüber ich noch sehr irritiert bin ....Ab dem 09.06.07


Ab Freitag stelle ich fest, dass die neue Welt mir nichtmehr so wehtut und ich stürze mich auf den I-Pod. Mittelsdem Y-Adapter, an den ich beide Audiokabel für dieProzessoren anschließe, probiere ich nun das Musikhören.Hier sieht man den Ipod, den „Y-Adapter“ und beide Kabel,die in die externen Ausgänge der Sprachprozessorengesteckt werden.Zu meiner großen Verwunderung, die mit Freude vermischt ist, höre ich links schonTöne, Melodien. Wie bereits beim ersten Mal benutze ich Lieder, deren Texte ichkenne und dann klappt das schon recht gut. Auch vermeine ich, zu hören, wie esgesungen wird, auch wenn es sicherlich noch etwas aus der Erinnerung des erstenOhres mitschwingt.Neue Einstellungen, neues Glück. Bei der dritten Einstellung sitze ich da und warteund warte und warte .......und KEIN Dröhnen und kein Zischen beim Reden ist fürmich zu hören. Wow! ☺Dennoch. Auf der neuimplantierten Seite ist es noch zu leise, also die berühmteWattewelt, fast wie mit den Hörgeräten. Dafür bekomme ich immer einen Schreck,wenn ich erst die linke, dann die rechte Seite einschalte. Es ist noch zuungleichgewichtig. Wird schon.Dafür muss ich mitunter die Zähne reichlich zusammenbeißen, um nach jederNeueinstellung die laute Umgebung zu verkraften. Meine Freundin, die ichzwischendurch treffe, fragt mich hierzu, ob ich denn nicht mal zwischendurchabschalten will. „Nein“, lautet meine Antwort. Denn es wird für mich schwieriger,wenn ich den Schongang einlege und dann irgendwann auf laut umschalte. DiesenEffekt habe ich bereits, wenn ich mich mittags ins Offline begebe und das genügt mir.So ist es zwar sicher der härtere Weg, aber es zeigt sich, nach zwei Tagen geht esbesser und ab dem dritten Tag werde ich wieder ruhiger und zucke nur noch bei denüblichen Geräuschen, die ich eh als unangenehm empfinde, zusammen. Dennoch istes dann noch einige Tage sehr anstrengend, aber jeden Tag wird es besser und ichimmer glücklicher.Was sich nun einstellt. Wenn ich in der Küche stehe und mein Freund in einemanderen Zimmer, dann versteh ich schon sehr schnell, was er etwas möchte. Wichtigist noch, dass ruhig ist und es kurze Sätze oder ein kurzer Sachverhalt sind. Wasauch ganz neu ist, manchmal werden ja Selbstgespräche geführt...und die versteheich auch. Oder aber ich schnappe etwas auf, das ich erst einen Moment später richtigerfasse..so nach dem Motto: Der Euro fiel centweise. Eine weitere neue Erfahrung:Wir besuchen eine Freundin von mir, die auch bilateral versorgt ist. Da sie eintechnisches Problem hat, verziehen sich mein Freund und sie an den PC und ichbleibe im Nebenzimmer. Nun staune ich Bauklötze. Warum? Weil ich das Gesprächmitverfolgen kann, ohne mich groß anstrengen zu müssen. Au, ich „spanne“..☺...Gut, es ist natürlich so, dass mein Freund mit meiner Freundin deutlich redet und wiewir Hörgeschädigte es eben brauchen, aber immerhin. Sicherlich ist daserstimplantierte Ohr noch das führende, aber trotzdem vermeine ich, dass das linkeOhr (also das neuimplantierte) reichlich mitarbeitet.20.06.07


Heute ist es wieder ein ganz besonderer Tag.Morgens bin ich beim Hörtraining. Wir üben wieder alles mögliche, auch zweistelligeZahlen als Dreierkombination. Bei der sechsten oder siebten kann ich auch nichtmehr. Und das, obwohl ich beide Öhrchen benutze.Damit mein Gehirn Abwechselung bekommt, üben wir Dreierkombinationen mitWörtern. Hier ist es eine besondere Übung: Zwei Wörter passen zusammen, ich sollnur das dritte, das nicht in diese Reihe gehört, benennen. Beispiel: Auto, Beere,Lastwagen. Das klappt schon ganz gut.Dann frage ich, ob ich mal den rechten Sprachprozessoren ausschalten darf, weil esmich interessiert, was das linke Ohr macht. Dieselbe Übung....Wir staunen beide, wieviel schon ankommt. Die Therapeutin fragt freudig, ob ich denn wirklich den rechtenSprachprozessoren ausgestellt habe. Trotzdem ist es anstrengend für mich, dieWörter tauchen für mich aus dem Nebel auf. Anschließend liest mir die Therapeutineinzelne Wörter aus dem Obstsortiment vor. Einige Wörter wie z.B. Kirsche verstehich ganz gut, den Begriff Birne höre ich wie Beere, bei dem Wort Melone hab ichnoch Probleme. Und Banane höre ich wie: Ba-a-e. Jetzt fällt mir auch auf, was/wieich auf dem linken Ohr derzeit höre. Es ist fast wie auf dem rechten Ohr, nur dassnoch einige, aber entscheidende Frequenzen fehlen. Und sehr viel dumpfer, es halltnach...Vielleicht ist das eine Erklärung, warum ich den Buchstaben N bei Bananenoch nicht höre, weil das N ein nasaler Ton ist und für mein linkes Ohr dem dumpfenHall-Ton nahe kommt..... also wirklich: es erinnert mich tendenziell an das Hören mitHörgeräten, eine gewisse Wattewelt. Und demzufolge ist es auch noch sehranstrengend, aber es wird...jippiiieeeeh!☺Ein anderes Beispiel: Marianne Rosenberg: Lied „Mr Paul Mc Cartney“: ...ohne einWort von Dir bin ich einsam...“. Rechts höre ich es wie „einsaaaaaaam“ und eineNuance höher als den übrigen Text. Links höre ich es dumpfer, eher wie monotones„einsahm“ und keine hohen Töne.Beim Hörgeräteakustiker bin ich auch. Endlich bekomme ich mein Ohrpassstück.Erst ist es ungewohnt, da ich seit ca. acht Wochen ohne ausgekommen bin, aber alsich dann nach dem Bus rennen muss, zeigt es sich, wie schön es ist, dass ich nunnicht mehr aufpassen muss...zumindest nicht so doll. Als ich mich erkundige, wie derStand der Dinge wegen meiner Nachfrage zu dem 2-er Batteriefach ist, erfahre ich,dass der Kostenvoranschlag bei der Kasse eingereicht wurde. Als ich den Preis höre,wird mir klar, warum der Sprachprozessor so teuer ist und bin wieder so unendlichdankbar, dass wir hier in Deutschland die Möglichkeiten haben, die Hilfsmittel bezahltzu bekommen, was das Cochlea Implantat angeht.21.06.07Heute ist ein schwüler Tag und ich laufe den Tag wenig mit den Sprachprozessorenrum. Die Quittung bekomme ich abends. Egal, was mein Freund oder ich sprechenoder andere Geräusche gemacht werden. Es ist mir alles zu laut, wie sonst dieersten Stunden am Tag. O.k., dann werde ich ab morgen früh gleich wieder beideSprachprozessoren einsetzen, damit mir nicht immer die Spucke wegbleibt.


Mit meinem Vorgesetzten telefoniere ich auch, weil ich wegen dem HamburgerModell eine Unterschrift, also einen Termin mit ihm, brauche und er freut sich so,dass er mit mir telefonieren kann. Außerdem neckt er mich, weil er sagt: „Wenn Sieso weitermachen, was das Telefonieren angeht, dann können Sie in einemCallcenter anfangen..“...darüber lachen wir beide und wissen, wie es gemeint ist. Esist ja so, dass ich bei Personen, die nicht in meinem „Empfangsbereich“ liegen, aucham Telefon meine Probleme haben werde, aber der Kreis, mit dem ich telefonierenkann, ist größer geworden und das ist soooo schön! ☺22.06.07 bis 23.06.07Wie ich gestern schrieb, „O.k., dann werde ich ab morgen früh gleich wieder beideSprachprozessoren einsetzen, damit mir nicht immer die Spucke wegbleibt „.Gesagt,getan. Beide Sprachprozessoren gleich wieder ans Köpfchen, als ich michfertiggemacht habe und es zeigt sich, nun ist es wieder gut und ab Mittags dieSchmerzgrenze überwunden.Eine weitere neue Erfahrung. Ich versteh manchmal schon ganz gut, wenn meinFreund und ich nebeneinander liegen und er mir was in Kurzform erzählt. Es isteinfach schön, auch die Augen zuzumachen und sich nur auf das gesprochene Wortzu konzentrieren. Früher musste ich ja immer Sichtkontakt und Augenaufhalten...sehr anstrengend und da hatte ich mir früher öfter mal gewünscht, michauch beim Zuhören entspannen zu können.Eine weitere Einstellung folgt, 2 Programme habe ich. Das eine wie immer dasaktuelle, das zweite etwas lauter.Aber: die Welt ist laut .... Manchmal schüttelt´s mich richtig und ich überlege, ob icheinige Parameter an den Sprachprozessoren runtersetze. Für die Insider: Es betrifftdie Mikrofonempfindlichkeit (aktuelle Einstellung: 9-10) und die Lautstärke (aktuelleEinstellung 6). Für die „Externen“: Der Audiologe stellt mir die Programme ein, aberich kann trotzdem selbst regulieren, wie laut ich z.B. das Knistern der Chipstütehören möchte. Das ist der Parameter für die Mikrofonempfindlichkeit. Und dieallgemeine Lautstärke ist auch wichtig, da es aufgrund der berühmten TagesformMomente gibt, wo ich das Laute nicht so „abkann“, wie an anderen Tagen. Dasbedeutet auch, dass ich an solchen Tagen manchmal selber so leise spreche, dassandere „hä?“ sagen..weil ich mich selber als zu laut empfinde.An einem Abend telefoniere ich mit meiner Mutter und benutze den Kopfhörer, denich bereits im März erwähnte und auch benutzte. Hui, das erste Mal stereotelefonieren. Da ich ja mit den Kopfhörern OHNE Telefonspule telefoniere unddemzufolge nicht nur die Stimme meiner Mutter so höre, als wenn sie mirgegenübersteht, höre ich mich aber auch sprechen, was mich am Anfang nochirritiert. Aber dann geht es super und wir freuen uns beide und ich bin wieder soerleichtert, dass es einen gewaltigen Schritt weitergegangen ist.Als dann die Batterien auf der linken Seite zu Hause zur Neige gehen, stürze ichmich auf das Zubehör und „baue“ den Sprachprozessoren für die linke Seite um,indem ich nun das 2er-Batteriefach anklemme. Hach, hab ich jetzt einen schnittigenKleinwagen am Ohr? Ich weiß, ich bin etwas albern, aber es macht sich für michschon bemerkbar, ob ich drei oder zwei Batterien am Ohr rumschleppe. Wäre ja


schön, wenn ich das für die rechte Seite auch bekäme. Klar, ich muss dann öfterBatterien wechseln, aber mich stört es nicht.24.06.07Heute ist es ein MEGAbesonderer Tag. Ich schalte das „etwas-lautere“ Programmzu und verziehe erst einmal das Gesicht. Dann befasse ich mich mit beidenSprachprozessoren und stelle die Parameter, die ich vorhin erwähnte, relativ gleichein. Als ich dann so nach zehn Minuten mit dem „Gefummel“ fertig bin, erlebe ich denSUPER-GAU!!! Es hört sich schon recht gleich auf BEIDEN Ohren an....☺☺...Nebenbei bemerkt, falls jemand wissen will, welche Parameter ich eingestellt habe:die Mikrofonempfindlichkeit (aktuelle Einstellung: 9-10) und die Lautstärke (aktuelleEinstellung: 6).Als ich dann wieder versuche, nur den linken Sprachprozessoren zu verwenden, istdas Ergebnis noch etwas „mau“..dennoch scheint´s mir so, als wenn einige dumpfeTöne verblassen. Egal...es geht weiter und manchmal muss ich mich doch selbst malin den Arm zwicken, weil es noch nicht einmal ein Monat vergangen ist und dieErfolge sich jetzt schon einstellen.25.06.07 bis 29.06.07Jaaaa....es wird immer besser. Am Dienstag drauf ist wieder „Tuning“ angesagt.Dieses Mal stellt es sich heraus, dass nicht mehr soviel Unterschied zu derEinstellung der letzten Woche besteht. Das heißt also auch, dass so langsam wohlschon bald Ruhe mit den regelmäßigen Einstellungen ist. Jedenfalls bekomme ichwie immer eine etwas lautere Einstellung mit. Dieses Mal unterhalte ich mich mit demAudiologen über die bereits erwähnten Parameter und stelle gleich den linkenSprachprozessoren auf diese ein. Als ich dann die nächsten Tage versuche, damit„klarzukommen“, geht´s mir gar nicht gut damit. Erstens zuck ich bei JEDEMGeräusch zusammen, auch wenn ich meine Geräte schon den halben Tag trage.Zum anderen habe ich das Gefühl, dass meine Zähne unter Spannung stehen undda irgendwie meine Hörnerven überreizt sind, klappere ich leise mit den Zähnen, sodass es immer klirrt. Als ich abends Eis esse, denke ich, ich bin beim Zahnarzt, wenner seinen „Kältetest“ macht.Am Tag danach habe ich Hörtraining. Auch der Therapeutin fällt auf, dass mir alleszu laut ist und redet ziemlich leise. Wir üben dieses Mal Begriffe, die z.B. in derBürowelt vorkommen, wie Datumsangaben. Aber so richtig gemaiiin...also nicht nur26.07.67 oder 26. Juli 67, sondern 26. Juli 1967....also, es ist eine erweiterte Übungzu der, die ich erwähnte, nämlich aus dem Kurzzeit- ein Langzeitgedächtnis zumachen. Auch hier ist ziemlich schnell Sense..*uff*. Anschließend übt sie mit mir das„offene Verständnis“. Das bedeutet, dass sie mir Fragen „quer durch die Botanik“stellt und anhand der Antworten, die ich gebe, merkt, ob ich es verstanden habe odernicht. Auch hier staune ich selber, wie viel mir das zweite Ohr hilft. Trotzdem brummtmir dann nach dem Training der Kopf, denn auch wenn es leichter geht, Stress trotzviel Spaß ist es alle Male.Am Donnerstag morgen mag ich nicht mehr den Krach aushalten und stelle links dieParameter noch weiter runter. Als ich dann bei den Werten 8 und 6 angekommenbin, klappere ich nicht mehr mit den Zähnen und fühle mich insgesamt entspannter.


Das merke ich bereits 2 Stunden später, als ich wieder bei mir im Büro bin und mitmeinem Vorgesetzten spreche. Auch stören mich die anderen Stimmen nicht mehrso, man erinnere sich, als ich vor 2 Wochen hier auftauchte, was das für ein Problemfür mich war. Nachmittags bin ich wieder in der Charité und spreche auch kurz mitdem Chirurgen. Er freut sich auch über meine Fortschritte und dann fahre ich wiedernach Hause.Bislang habe ich ein Thema etwas vernachlässigt. In meinem ersten Tagebucherwähnte ich Lärmkopfweh, das mich das erste halbe Jahr nach der Erstanpassunghartnäckig begleitet hat. Bei dem jetzigen ist es nicht so schlimm, bei weitem kaumzu spüren. Dennoch habe ich manchmal ein komisches Gefühl. Am Anfang habe ichdas immer auf meine Wetterfühligkeit geschoben oder eben auf die Tagesform. Alssich dann aber nach der vorletzten Einstellung neben den bereits erwähntenSymptomen wie Zähneklappern und Durchhalten dann doch jeden Tag ein leichtesKopfweh, auch in der Nähe des Implantates, einstellt, geht´s mir manchmal auchnicht so gut. Den einen Abend lege ich mich auf die Couch und leiste meinemFreund Gesellschaft, bin aber akustisch offline, weil ich das Gefühl habe, im Kopfvöllig überdreht zu sein. Es ist gut, dass ich zu dieser Massnahme gegriffen habe,weil ich etwas warm bin. Als ich am nächsten Morgen dann aufwache, ist alleswieder gut.Zum anderen stellt sich ein anderes Symptom ein, von dem ich in ähnlicher Form ineinem CI-Forum gelesen habe. Dort wird von metallartigem Geschmack nach derOperation berichtet. Bei mir ist die Zungenspitze taub. Also, ein Knutschfleck kann esja nicht sein, verbrannt habe ích sie mir auch nicht (passiert ja jedem mal, wenn mannicht warten kann, bis das Essen auf eine angenehme Temperatur herabgesunkenist). Den Chirurgen spreche ich auf diesen Umstand an und er erklärt mir, dass esschon Nerven sein können, ich mir aber keine weiteren Gedanken machen müsse.Diese Information genügt mir.Am letzten Juniwochenende habe ich wieder Besuch, dieses Mal auch einneunjähriges Mädchen, die Tochter meines Freundes. Als mein Freund und ich amPC sitzen, weil wir beide uns mal kurz entspannen wollen, kommt sie mit ihremNintendo an und setzt sich zu uns. Da sie in der Mitte von uns sitzt, wird mir ganzgenau das Nintendospiel erklärt und welche Namen die Teilnehmer haben undimmer muss ich mitschauen. Jedenfalls „kaut“ mir das Kind das Ohr ab und ich binglücklich. Einerseits, weil sie mich einbezieht und andererseits ich doch recht vielverstehe. Es ist ja für mich eine hohe Stimme. Als sie dann vor sich hinbrabbelt, weilsie das Spiel kommentiert, kann ich mir ein Kichern manchmal nicht verkneifen, abernachher „verdonnere“ ich sie doch zu temporärem Schweigen, weil mir dieDauerbeschallung manchmal zuviel ist. Scheint sie aber nicht weiter zu ärgern, weilich ihr auch erkläre warum und dann sitzen wir alle einträchtig jeder vor seiner„Kiste“.Juli 07: I am a bigbig girl in a bigbig world!Nachträge zu diversen Gedanken:Musikhören:


Musik höre ich nun auch mit dem Subwoofer und mit BEIDEN Ohren, und übe Liederzu erkennen. Meistens doch mit Text, danach nur mit Zuhören. Eigentlich ist es egal,ob es in englischer oder deutscher Sprache gesungen wird, aber ich entdecke eineVorliebe für die deutsche Musik.Das Hörbuch von Jan Weiler „Maria, es schmeckt ihm nicht“ höre ich nun auch nachlängerer Zeit wieder und dieses Mal ohne Buch. Mein Freund, der mithört, lacht auchdarüber und ich freue mich, dass ich doch vieles wieder erkenne/verstehe. Dennochhat der Sprecher eine sehr beruhigende Stimme für mich, so dass ich ab und an maleinnicke. Nicht, dass er langweilig ist. Gott bewahre. Die Geschichte ist wirklich superund ich könnte stundenlang zuhören, aber er erzählt so schön sanft und gleichmäßig,was sich offensichtlich auch auf mein Nervensystem sehr beruhigend auswirkt*hups*.Auch mal eine ganz neue Erfahrung, dass selbst ich dabei einschlafe.Ach ja, einen ähnlichen Effekt hatte ich im Krankenhaus. Davon hatte ich noch nichtberichtet, weil ich es wieder vergessen hatte. Ich hatte ja in meinemKrankenhausbericht Nr. 2 geschrieben, dass ich mit dem Musikhören denWundschmerz ein wenig ausschalten konnte. Abends konnte ich meistens nicht soschnell einschlafen, weil ich nicht so richtig müde war. Also habe ich dann Musikgehört....*lalelu.....*schnarch*....bis ich eben halt aufgewacht bin und alle Gerätchenabgemacht habe, um nicht am nächsten Morgen mit einem wunden rechten Ohraufzuwachen, weil das Ohrpassstück drückt. Was ich mit dem ganzen nur sagen will,dass ich noch eine Erfahrung gemacht habe: Zu laut darf es nicht sein, weil ich sonstwach bin, zu leise aber auch nicht, weil ich sonst doch lausche, statt zu schlafen.Also brauche auch ich eine mittlere Lautstärke, die mich einduseln lässt. Doll, was?Den einen Abend machen mein Freund und ich einen gemütlichen Musikabend undich benutze nur den linken Sprachprozessor. Nach ca. 2 Stunden habe ich denEffekt, wie früher mit den Hörgeräten, also so richtig Geräuschebrei. Eigentlich habeich um 22 Uhr keine Lust, ins Bett zu gehen, aber wie es sich am nächsten Tag zeigt,war das schon gut so, denn mein Kopf ist freier, als wenn ich es richtig übertriebenhätte.Und was ganz neues stelle ich fest, wie gesagt: ERST seit dem zweiten CI. Ichertrage die Stille nun überhaupt nicht mehr. Morgens mag ich es schon, wenn leisedas Radio dudelt. Oder wenn ich allein bin, lasse ich es als Hintergrundgeräuschlaufen. So kann ich z.B. auch das Tagebuch besser schreiben. Nicht, dass ichspeziell hinhöre, aber es ist für meine Verhältnisse doch so laut, dass ichBruchstücke von Nachrichten mitbekomme. Und ich stelle wieder fest, der Spruch„Auch die Stille hat ihre Geräusche“ hat was für sich. Ganz komisch ist für mich einneues Gefühl: Manchmal sagt mir manchmal jemand, ich soll mal erkennen, was dasfür ein Geräusch ist und dann ist es still. Irgendwie bekomme ich dann immerBeklemmungen (so ein bisschen wie in den Krimis, wenn so unheilschwangere Stille„gezeigt“ wird), bis dann die Stille wieder von ihren eigenen Geräuschendurchbrochen wird. Und dann geht’s mir wieder besser.Gut, wenn ich sehr müde oder überfordert bin, genieße ich die „prozessorfreie“ Zeit,weil ich sonst völlig überdreht bin, aber sooonst???...nenenenene....ich will allesmiterleben.Eine andere Erfahrung beim Musikhören: Als nähere Erklärung: Nun ziert dasWohnzimmer auch eine Dolby Surround Anlage. Als mein Freund aufdreht, um zu


sehen, wie viel Lautstärke ich schon verkraften kann, erwischt er leider in demMoment ein Lied mit hohen Frequenzen. So schnell habe ich mir BEIDE Magnetennoch nie „abgerissen“. Auch wird mir dann gleich wieder übel. Am nächsten Tagtesten wir das noch einmal, (einfach mal ausprobieren), und trotz Vorwarnung saustmein Magen wieder nach unten und ich reiße mir wieder reflexartig die Magneten ab.Es scheint aber wohl nur den Hochfrequenz-Bereich zu betreffen. Oder wie mancheiner sagt, dass er Operarien zum K***** findet. Ich auch, aber nur, weil es so hochgesungen wird...Andere Eindrücke:Dafür wird mir die Umgebung um meine Wohnung immer unangenehmer. Es zeigtsich immer wieder, wenn z.B. das Martinshorn um die Ecke saust, mache ich immernur den linken Magneten ab, niemals rechts. Irgendwie scheine ich rechts schonsattelfester zu sein. Auf der anderen Seite fehlt mir links gleich von der erstenSEKUNDE was, wenn ich nur rechts online bin.Auch stelle ich an dem Wochenende verstärkt fest, an dem die Tochter meinesFreundes da ist und wir mit ihr auf dem Spielplatz sind, dass ich extremschwindelanfällig geworden bin. Ich glaube, das habe ich noch nicht erwähnt. Mitdem rechten (das erstimplantierte Ohr) ist es mir zwar aufgefallen, aber habe es nichtalso so schlimm empfunden. Dieses Mal stelle ich fest: Wenn ich auf verschiedenenSchaukeln oder Hängematten sitze oder liege, darf ich nicht zu heftig geschaukeltwerden, sonst wird mir gleich so komisch. Hat es mit beiden Operationen zu tun oderweil die neue Operation noch nicht so lange her ist ....... oder werde ich etwaalt????Und was ich nun gar nicht ab kann, ist der Wind. Ich glaube, das sagte ich in meinemersten Tagebuch schon, aber nun wird mir auch immer schwindelig, wenn es sehrstürmisch ist. Da stellt sich mir die Frage: Ist es das Innenohr, das tangiert wird? Ineinem großen CI-Forum lese ich, dass ich mit der Empfindung, den Wind nichtabzukönnen, nicht allein bin und zur Benutzung von Kopftüchern geraten wird. EinLink zu der vertreibenden Firma bekomme ich auch und ich studiere die nächstenTage die verschiedenen Modelle und Farben. Das würde erklären, warum mir besserist, wenn ich dann insbesondere links den Sprachprozessor oder besser gesagt dieMikrofone mit der Hand abdecke. Aha...na, mal ausprobieren! Zur weiterenErläuterung: Wie ihr in dem Foto erkennen könnt, hat jeder Sprachprozessor 3Mikrofone, die alle „durchgepustet“ werden.Mit meinem „schnittigen Kleinwagen am Ohr“ bin ich nach wie vor zufrieden, nurstelle ich den einen Tag fest, dass an diesen „Aufsatz“ kein externes Kabel wie z.B.zum Musikhören angeschlossen werden kann ! Ok, dann ist das schicke Teil nurzum Ausgehen da, und wenn ich wie immer Musik hören will, ist doch der„Dreibatterienaufsatz“ dran...egal, ich bin zufrieden und muss halt nur daran denken,wann ich was benutze.Meiner Mutter lasse ich meine neuesten Tagebuchaufzeichnungen zukommen Siefreut sie sich nicht nur mit mir, sondern staunt auch über den rasanten Aufstiegmeiner Erfolge. Außerdem sagt sie mir, dass sie so froh ist, dass damit ihre kühnsten


Wünsche/Träume übertroffen wurden, seitdem bei mir im Alter von knapp 2 Jahrendie an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit festgestellt wurde. Ich habe auch schondaran gedacht. Dieses Jahr „nulle“ ich zum vierten Mal und ich habe das erreicht,was ich mir immer schon und sehnlichst gewünscht habe. Ist das nichtwunderschön? Bei dem Gedanken könnte ich die ganze Welt umarmen...und denkewieder einmal an meine sehr geliebte Urgroßmutter, die bereits seit vielen Jahrenverstorben ist, wie sehr sie sich freuen würde, wenn sie das alles miterleben könnte.Mein Gefühl der „verbrannten“ Zunge ist nach einigen Tagen erst einmal vorbei, aberes fühlt sich pelzig an. Außerdem muss ich mir eingestehen, dass ich nun immereinen trockenen Mund seit der zweiten CI-Operation habe. Ist es, weil mir von denganzen Eindrücken die Spucke wegbleibt oder was?Tagebuch geht weiter:Erste Juliwoche:In der ersten Juliwoche bin ich trotzdem wieder voll abgenervt, weil das linke Ohrimmer noch meckert und ich einfach nicht zur Ruhe komme. Auch der Straßenlärmnervvvvttttt! Manchmal denke ich, ich sollte die Wohnung wechseln, weil ich nicht zurRuhe komme. Es ist für mich auch keine Lösung, die Sprachprozessorenabzumachen.An dem ersten Mittwoch des Monats habe ich pralles Programm: erst bin ichmorgens erst beim Hörtraining, dann kurz zu Hause, danach zur Einstellung in derCharite und anschließend zum Essen verabredet.Beim Hörtraining habe ich auch noch etwas anderes gleich richtig umgesetzt. Ich sollbei einer Übung mit Sprichwörtern erkennen, wo es falsch ausgesprochen wurde.Beispiel:Richtig: Reden ist Silber, Schweigen ist GoldIn der Übung: Fegen ist Silber, ...weigen ist Gold.Ich erkenne sofort, wie es richtig heißen muss, nur kann ich nicht sagen, was dennnun falsch gesagt wurde. Hier zeigt es sich wieder, dass ich mir anders behelfe. Andem obigen Beispiel ist es einmal die Satzmelodie, die mir weiterhilft, aber auchbestimmte „Signalworte“, die sich in meinem Kopf zu dem obigen Satz bilden.Sicherlich auch eine gute Methode, denn auf ALLES zu hören, würde meineakustischen Kräfte einfach übersteigen. Aber ich denke, dass Hörende es auch ineiner ähnlichen Form machen, oder?


In der Charité: Als ich den Audiologen auf den Umstand anspreche, dass mir es dochzu laut ist, meint er, dass wir eventuell einen Schritt zu schnell sind und stellt mir dasProgramm etwas leiser ein. Das Ergebnis zeigt sich kurz danach.Essen gehen: Denn nach der Einstellung bin ich in einem Lokal. Da es gut gefüllt ist(kein Platz), sitze ich mit meinen beiden Begleitern draußen auf der belebten Straße.Hier fällt mir nun zum zweiten Mal seit der Erstanpassung des linken Ohres auf, dassich sehr wohl essen und gleichzeitig zuhören kann. Es fällt auch schon derKommentar: „Du bist ja ruhig heute“. Als ich dann beiden erkläre, dass es für mich soein beglückendes Gefühl ist, auch nur mal zuzuhören und nicht immer selber redenzu müssen...............Natürlich grinse ich auch in mich hinein, weil das Gespräch sehrlustig ist und ich glaube auch, als ich dann ab und an auch meine „Einwürfe“anbringe, aber nicht so oft als Frage, weil ich was nicht verstanden habe, sondernweil ich mitmache, sind sie passend und nicht wie früher, daneben gegriffen, weil ichetwas falsch verstanden hatte oder erst verspätet darauf reagiert habe. Auch findeich es schön, dass ich nun am Gespräch teilnehmen kann, OHNE das Gefühl zuhaben, immer hinten an zustehen und demzufolge das Gespräch durch viel Redensteuern zu müssen, wie es in der Vergangenheit meistens der Fall war. Wie ichschon sicherlich öfter erwähnt habe, bin ich nicht mehr so traurig darüber, dass ichnicht alles verstehe, denn so das meiste verstehe ich und den Rest muss ich nichtmitbekommen– basta! Hier merke ich auch wieder, wie viel Gelassenheit mir dasneue Hören gibt, insbesondere jetzt, wo ich beide Ohren benutze.Dann überlege ich schon im voraus wegen der Logopädie. Da ich immer schonbestrebt war, meine Aussprache zu pflegen, habe ich das meistens 10 x im Jahr,meistens im Herbst/Winter, durchgeführt. Werde ich wohl dieses Mal auch somachen, weil ich denke, dass dann die Termine wegen Einstellungen wenigerwerden. Es wird mir sonst auch ein wenig zu zeitaufwendig, 3 Termine in der Wochenur wegen des CI´s zu haben: Hörtraining, Einstellung und Logopädie. Nun überlegeich nur, ob ich mir Logopädie mit Schwerpunkt auf CI suche. Denn: ich rede echtleise und da ich das immer schon gemacht habe, fällt es mir auch noch unendlichschwer, auf längere Sicht für mich lauter zu reden, was für die Hörenden die normaleLautstärke ist. Vielleicht kann ich mir da auch helfen lassen. Im Internet finde ichauch eine Logopädin in meiner Wohnortnähe und kontaktiere sie zwecks Informationper Mail.Wie Ihr seht, gibt es nach der Operation immer viel zu tun und ich bin froh, dass ichZeit habe, das alles anzugehen. Es wird sicherlich wieder einiges an Papierkram zutun sein, aber ich lasse alles auf mich zukommen...Zweite Juliwoche:Am 09.07.07 gehe ich wieder arbeiten. Wie beim ersten Mal nutze ich das„Hamburger Modell“. Also erst einmal vier Stunden. An dem ersten und zweiten Tagbin ich sehr müde und habe viel Kopfweh, aber dennoch verkrafte ich die lauteUmgebung schon besser, als ich dachte. Zu Hause versinke ich nach demMittagessen wie immer in einen klaftertiefen Schlaf. Am Montag Nachmittag bin ichbei der HNO-Ärztin, um mir wegen dem Bezug des Krankengeldes eine Unterschriftgeben zu lassen. Dann geht´s zum Briefkasten, damit meine Krankenkasse dasSchreiben bald bekommt. Das mit dem Krankengeld wird nun auch eine Weile lang


so gehen. Also Formular ausfüllen, Ärztin unterschreiben lassen, an Krankenkasseschicken und aufs Geld warten.Wegen der neuen „Mikroportanlage“, hier SMARTLINK, spreche ich meinenVorgesetzten an, da er eine Bescheinigung für den Antrag unterschreiben muss,danach geht das ganze ein paar Tage später an das Integrationsamt. Wegen dergenauen Formulierung höre ich mich um. Bin ich ja mal gespannt, wie das abläuft. Esist ja eine teure Angelegenheit, es bleibt also abzuwarten, wie hier entschieden wird.Es geht auch zwischen dem Integrationsamt und mir eine Weile hin- und her, am23.7.07 gehen dann die letzten gewünschten Unterlagen raus*uff.Auch plane ich nun konkret, eine Reha für CI-Träger zu beantragen. Von eineranderen Teilnehmerin der SHG hörte ich von einer guten Klinik. Mit dieser Klinikhabe ich bereits im Vorfeld kontaktiert und mir auch Unterlagen schicken lassen.Auch hier lasse ich mir wegen einer genauen Formulierung helfen und frage in derCharité wegen einer Bescheinigung nach. Die Bescheinigung bekomme ich indiesem Monat und der Antrag geht anschließend raus, auch am 23.7.07.Ich bin auch in den letzten Tagen gefragt worden, ob ich es bereue, diesen Schrittgewagt zu haben, weil es ja manchmal noch „sauschwer“ ist. Nöööööö. Und dann binich wieder unendlich dankbar, dass ich mein Leben nun richtig schön finde. Nur: eineweitere Operation muss ich mir nicht antun....auch wenn ich dieses Mal wusste, dasses hinterher einfacher wird, war der Weg auch dieses Mal so schwer und hat auchviel Kraft, Selbstdisziplin, Gedanken, Arbeit an mir selbst gekostet.Was mir noch durch den Kopf geht:Wie gestalte ich nun mein neues Leben? Es ist bei mir immer so, wenn ich einProjekt in Angriff nehme, lebe ich erst mal dafür, weil es mich wie in diesem Fall auchsehr viel Energie gekostet hat und es auch noch tut, auch wenn es nun wunderschönist. Dennoch kreisten seit Mai 2005, als ich anfing, der Ursache meines Schlechter-Hörens nachzugehen, mehr oder weniger meine Gedanken um die Lösung desProblems.Und wie es so schön heißt: Das Problem an der Problemlösung ist der leere Raumdahinter.Ich werde sicherlich wieder zum Sport in Maßen zurückkehren. Also: Fitness-Studio,Radfahren und vielleicht Walken.Ach ja, einen Helm werde ich mir auch noch kaufen, damit mein sündhaft teurer Kopfgeschützt ist. Wegen einem Helm hatte ich mich schon in dem großen CI-Forumbelesen und weiß nun, welche Marke auch 2 Sprachprozessoren gut abdeckensollen, ohne zu drücken. Werde ich also auch bald losgehen und probieren. Als ichdas in die Tat umsetzen will, klappt das nicht, so wie ich will. Denn die Überträger,also die Spulen, drücken, wenn der Helm gut sitzt oder die Kabel zur Spule werdenplattgedrückt und es gibt nur wenige Modelle. Also frage ich wieder im besagtengroßen CI Forum nach, wer gute Fahrradhändler kennt und es dauert nicht einmaleinen Tag und ich bekomme nicht nur eine Adresse, sondern staune auch, wie jederdas Radfahren sieht, also mit/ohne SP, dann geht das noch weiter zum Benehmenvon Rad- und Autofahrern usw..*lach*was halt so aus einer Frage wird. Aberinteressant ist es alle Male, weil es ja so etwas wie Erfahrungsaustausch ist. Da ich


doch noch viel zu tun habe (dienstlich/privat), vertage ich den Helm-Test auf dienächste ruhige Woche, also ab August.Die nächsten Arbeitstage der zweiten Woche gestalten sich zunächst auch ruhig, ichzwinge mich dazu, nicht alles mit einem Mal abzuarbeiten. Aber dann wird´s dochetwas eng, weil nicht alles in den vier Stunden zu schaffen ist, ich auch meistensdanach nicht mehr kann und ich auch nicht länger bleiben soll.Dienstag bin ich nach der Arbeit bei meiner Freundin, die mir die Haare schneidet.Dieses Mal bin ich so 5 Stunden da. Sie ist ja auch Tagesmutter und ich komme inden Genuss, die beiden Tages-Kinder zu erleben. Zu meiner Freude verstehe ich sieganz gut und als ich dann denke, ich kann mal abschalten und Musik hören, weil allebeschäftigt zu sein scheinen, stehen beide Kinder vor mir: Die Kleine klettert zu mirauf den Schoß und der etwas Größere setzt sich neben mich und quatscht mich zu.Da ich mich so sehr freue, dass sie meine Nähe suchen und ich recht viel verstehe,beschäftige ich mich mit ihnen, bis sie von den Eltern abgeholt werden.Abends bin ich dann zu Hause, völlig überdreht und irgendwie in Tränen aufgelöst.Da wird mir wieder klar, dass ich wirklich alles noch langsam angehen lassen mussund NOCH viel Pause zwischendurch brauche. Und eben auch mal eine Kur. Einfachmal weg von zu Hause und so...denn ambulantes Hörtraining oder andere Terminewie Einstellung, Ämter mit An- und Abfahrt usw. sind auch anstrengend. So schönund hilfreich, wie es ist. Es soll sich bitte nicht „meckerig“ anhören, aber manchmalist es mir vom Zeitaufwand halt zu viel! Und bald soll bitte ein für mich ganz normalesLeben für mich beginnen, das nicht unbedingt von Arzt-Terminen bestimmt ist.Mittwoch findet im Dienst eine Arbeitsbesprechung statt. Da ich noch keine Hilfsmittelhabe, hör ich einfach nur zu und staune, wie viel schon allein von der Lautstärke beimir ankommt, auch wenn mir sicherlich noch einige Fakten durchrutschen. Ab 12 Uhrbin ich wieder zu Hause und OHNE Termine. Das genieße das auch. Erst bin ichnicht müde und dann ganz schnell im Schlummerland.........nachmittags mache ichden Haushalt, telefoniere mit dem Akustiker wegen verschiedenen Dingen(Fachtermini für bestimmte Verordnungen durch den HNO-Arzt. Ich will das so, weilich hoffe, dass damit unnötige Rennerei vermieden wird). Was ich brauche, ist fürmeine Lichtklingelanlage ein neuer Empfänger und für den Sprachprozessor dasMini-Batteriefach (letzteres sagte ich ja schon Anfang Juni). Später: Mein Freund undich sitzen einträchtig nebeneinander am PC. Was mir diese Stunden auch geben!Einfach nur zusammen sein. Nicht immer reden müssen. Trotzdem findet eineMenge Kommunikation statt: Wir reden miteinander. Manchmal mündlich, manchmalper Chat. Mal gucken, was auf dem anderen PC passiert. Oder selber im Internetrecherchieren. Ach, ist das Leben schön! ☺☺Donnerstag und Freitag habe ich ruhige Tage und absolut kein Lärmkopfweh. Dasmotiviert mich. Und beschwingt wie ich bin, schaffe ich eine ganze Menge imHaushalt. Auch gut. Die Wohnung blinkt wieder*lach*. Nebenbei chatte ich auch miteinigen Leuten und entspanne mich etwas.Zu meiner Freude hat die Krankenkasse mir schon das Krankengeld überwiesen, sodass mein Konto wieder gut aussieht*uff*. Nun muss ich eben wieder eine Wocheabwarten, weil die Krankenkasse mir mitgeteilt hatte, dass sie ausBearbeitungsgründen kein Krankengeld unter zwei Wochen auszahlt.


Dritte Juliwoche:Diese Woche habe ich wieder pralles Programm: Treffen mit der Logopädin,Hörtraining und Neueinstellung.Bei dem Termin bei der Logopädin klären wir die Formalitäten. Es ist einangenehmes Gespräch und wir planen, im Herbst zu beginnen. Außerdem erfahreich die Adresse eines anderen HNO-Arztes, zu dem ich im nächsten Quartalwechseln werde, weil ich es einfach leid bin, bei meinem jetzigen Ärztin immerbetteln zu müssen. Bereits bei der letzten Verordnung für die Logopädie hatte sieAngst um ihr Budget gehabt und erst als ich begründende Unterlagen von derLogopädin, die ich damals hatte, mitbrachte, ging es mit Hängen und Würgen. Unddie künftige Logopädin hat mir den Arzt empfohlen, weil sie zufrieden ist. Als ich denAudiologen eine Woche später nach seiner Meinung befrage, bestätigt er mir denpositiven Eindruck.Das Hörtraining ist wie immer lustig, ich lerne auch dazu. Es geht wieder um dasauditive Gedächtnis. Dieses Mal wird mir eine Geschichte vorgelesen und ich mussFragen dazu beantworten. Klappt gut. Dann soll ich jeden Satz Wort für Wortwiedergeben. Das ist schon eher ne Aufgabe für mich. Da scheint mein Gehirn zuHöchstform aufzulaufen, kommt mir so vor. Trotzdem bin ich sehr müde, da ichhitzebedingt die Nacht davor nur 2 Stunden geschlafen hatte. Hätte ich eher mal neParty besuchen sollen und damit mehr von der Nacht gehabt*lach*.Mit meinem Kumpel mit dem CI spreche ich über den „Oldenburger Satztest“. Hiersind es Sätze, die immer aus 5 Wörtern bestehen (Substantiv, Verb, Zahlwort,Adjektiv, Substantiv). Ein Beispiel findet Ihr weiter unten. Aus einer Sammlung von50 Wörtern werden Sätze gebildet, die nicht wiederholbar und damit nicht lernbarsind. Dazu kommt dann noch der Störschall, hier ein penetrantes Rauschen, dasauch noch abgeschaltet wird, bevor der nächste Satz anfängt. Wie ich schon malerwähnte, ist für mich An-Aus nervig. Aber bei dem Satztest finde ich dieSinnlosigkeit der Sätze schlimmer als das Rauschen. Oder meint Ihr, dass Sätze wie„Peter kauft sieben nasse Sessel“ so unheimlich sinnig sind?Bei der Neueinstellung am Freitag dauert es dieses Mal länger. Das liegt daran, weilich den Audiologen darauf hin anspreche, dass mir das rechte Ohr etwas saft- undkraftlos vorkommt, also auch getunt werden sollte. Es ist ja seit Januar nicht mehr„gepflegt“ worden, aber bislang hat mir auch nichts gefehlt. „Wir“ schauen nach undsiehe da, mein Gefühl hat mich nicht getäuscht. Rechts fehlte ein klitzekleinesbisschen was, beim linken etwas mehr. Also das gewisse Etwas! Nun hört es sichrichtig rund an, aber nur zusammen. Wie gesagt, links fehlt insgesamt immer nochetwas, aber da noch nicht mal zwei Monate seit der Erstanpassung des linken Ohresvergangen sind, ist mir klar, dass das ja noch nicht sein kann. Als der Audiologedann dieses Programm speichert und auf dem nächsten „Programmplatz“ dasselbeProgramm etwas lauter macht, ist es für mich in dem Moment noch auszuhalten, ichbeisse mir trotzdem auf die Unterlippe. Also werde ich letzteres Programm wiedereinsetzen, wenn ich meine, dass mich das aktuelle unterfordert..same procedure asever. Auf dem dritten „Programmplatz“ wird das erste Programm eingestellt, aber mit


gekappten Lautstärkespitzen. Ich erwähnte das ja schon mal. Und auf dem viertendas „Cafehausprogramm“.Gut, dass danach Wochenende ist. Irgendwie bekommt mir die neue Lautstärke nochnicht, wie nach jeder Einstellung. Auch bin ich die beiden Tage danach sehrdünnhäutig und breche ab und an mal in Tränen aus, auch wenn mein Freund mirwas ganz lieb oder aus Spaß sagt. Aber er nimmt es mir auch nicht übel, weil erweiss, womit das zusammenhängt und darüber bin ich sehr froh.Samstag früh haben wir noch einiges in der Wohnung zu tun, am frühen Abendfahren wir zu einem See und gehen baden. Eine willkommene Erfrischung und meinKopf ist wieder klar. Danach sind wir in einem Westernrestaurant was essen und aufden See gucken und per Zufall erleben wir ein Konzert mit. Dieses Mal schalte ichgleich auf beiden Seiten das „Cafehaus-Programm“ ein und belasse es auch bei denvoreingestellten Parametern (für die Insider: S=6; V=9). Ich stehe etwas weiter hintenim Raum, schaue den Tanzenden zu und staune mit tellergroßen Augen. Und binglücklich. Es hört sich richtig klasse an, fühlt sich an, als wenn auf beiden Ohr-Seitendasselbe ankommt und ich vergieße heimlich ein paar Freudentränchen. Wir habenuns aber nicht lange aufgehalten, aber für den ersten NEUEN BILATERALENEindruck bin ich perplex.Sonntag früh herrscht Schönwetter in meinem Kopf und ich finde alles wiederprimaprima ☺☺. Wir sind auch ein bisschen unterwegs. Dieses Mal besuchen wir einkleines Museum mit dem Thema Heinrich Zille, in dem auch in einem Film seinLeben gezeigt wird. Prompt sitze ich wie gebannt dort, weil ich wieder probieren will,wie viel ich verstehe. Wie es sich zeigt, ist es noch nicht das entspannte Hören, ichverstehe auch noch nicht alles, aber wenn ich daran denke, dass ich in der grauen„Vor-CI-Steinzeit“ ohne Mundbild absolut gar nichts verstanden habe, klappt es dochwiederum sehr gut*stolzguck*.Vierte Juliwoche:Hm, diese Woche werde ich älter. Ich freu mich sehr, dass ich auf der Party netteLeute um mich herum haben werde. Die Vorbereitungen für meine Party amSamstag laufen auf Hochtouren an. Leider sagen einige ab, aber das lässt sich nichtimmer verhindern.In der letzten Juliwoche habe wegen meinem Geburtstag sehr viel zu tun, auchweil ich traditionsgemäß am Samstag nach meinem Geburtstag eine Gartenpartyfeiere. Mein Geburtstag fällt dieses Mal auf einen Donnerstag. An diesem Tagemache ich es richtig gemütlich und nur mit meiner Mutter und meinem Freund. AmSamstag haben wir etwas zu tun, da es regnet und wir daher die Wohnungpartygerecht herrichten. Dank geschickter Positionierung passen auch 12Personen ins Wohnzimmer, später sind wir nur noch 9 und nur ein Kreis. Leiderhab ich doch immer wieder Probleme, in der großen Runde zu verstehen. Hier wirdmir wieder die Grenze bewusst und auch der Umstand, dass ich trotz CIhörgeschädigt bleibe. Um Mitternacht sind die meisten weg.


Am Montag bewaffne ich mich dann mit den Gutscheinen, die ich mir zumGeburtstag gewünscht habe, und kaufe mir eine Menge CDs. Dieses Mal sind eineMenge CDs aus der Sparte der deutschen Popmusik dabei und ich freue michsehr.Weitere Hörerfolge:Jeder kennt die Situation, dass man zusammen am Tisch sitzt und der eine nocheinmal aufsteht, um etwas zu holen. Manchmal bekommt man ja hinterher gerufen,was noch mitgebracht werden soll. Da ich meistens aufstehe, übe ich also wiederund manchmal klappt das auf Anhieb, manchmal erst beim Nachfragen. Aber daswas gesagt wurde, höre ich immer!Oder wir unterhalten uns in der Wohnung. Wie immer kurze Sätze, manchmalklappt das sofort, manchmal erst im zweiten Anlauf. Oder versteh ich nur die Hälfteund/oder bin mir nicht ganz sicher, ob ich es richtig verstanden habe und lasse mirden Rest dann doch von Angesicht zu Angesicht erzählen.Was mich sehr verblüfft, dass nun der Zustand beginnt, dass vielesselbstverständlicher wird, was das Hören angeht. Ein anderes Beispiel: MeinFreund muss was an der Spüle reparieren. Ich soll, da ich daneben stehe, als Testdas Wasser einlaufen lassen und bei seinem Stoppzeichen als Wort denWasserhahn wieder zu drehen. Hier ist es eine ungewohnte Situation, da meinFreund mich nicht ansehen kann, ferner das Wasserrauschen ein Störschall ist unddas Wort „Stopp“ kurz ist und demzufolge ich höllisch aufpassen muss. Das ganzemachen wir dreimal..und es klappt schon ganz gut. Denn: aus dem Störschalletwas herauszufiltern, kann ich noch nicht so gut, aber das werde ich sicherlichbald im Hörtraining auch üben. Aber dann merke ich doch etwas die AnstrengungAuch finde ich es ganz gut, dass mein Freund es manchmal vergisst, dass ichhörgeschädigt bin, denn so kann ich üben. Und wenn das mit dem Verstehen nichtso klappt oder er es dann total vergessen hat, bitte ich ihn, zu wiederholen. Manmuss sich eben zusammenraufen.Im Dienst ist es weiterhin ruhig, viele Kollegen sind im Urlaub. Daher habe ich nichtdie übliche Geräuschkulisse. Allerdings lasse ich wie immer das Radio laufen,denn es zeigt sich, dass es besser für mein Gehirn ist, eine kleine Beschallung zuhaben. Denn: ist es ganz ruhig und es kommt ein Geräusch, zucke ich richtigzusammen. Irgendwie habe ich dann das Gefühl, als wenn der Hörnerv dann einbisschen eingeschlafen ist.August 07: Eine neue Selbstverständlichkeit beginnt sich für mich aufzutunIm Dienst staune ich Bauklötze. Kurz erklärt. Ich teile mit einer Kollegin das Zimmerund wir sitzen sozusagen Rücken an Rücken. Oft ertappe ich mich dabei, dass ichsehr wohl arbeiten und gleichzeitig verstehen kann, was sie am Telefon sagt. Erstfällt mir das gar nicht auf und dann passiert folgende Situation: Sie redet mit einerKollegin und sagt ihr, dass sie sie gleich besuchen geht. Nachdem dieses Telefonatbeendet ist, sagt mir meine Kollegin, dass sie zu der anderen geht, und ich antworte:“Ja, hab ich schon gehört!“ Erst da fällt mir auf, dass ich etwas noch nieDagewesenes erlebe und meine Kollegin freut sich so sehr mit mir mit. Sie ist auchnie sauer, wenn ich „spanne“, da sie weiß, dass ich damit übe.


Beim Hörtraining habe ich es nun schwerer, hier geht es um zweistelligeZahlenkombínationen als Vierergruppe. Da meint meine Therapeutin wieder, dasssie so froh ist, dass sie das nicht machen muss, weil das nämlich ganz schönanstrengend ist. Oder aber Dreierkombinationen aus bestimmten Wortgruppen, wieSchal, Slip, Bluse. Allerdings habe ich mit den kurzen Wörtern noch Probleme. DenAnfang machen wir wie immer mit beiden Ohren, nach einer Weile schalte ich denrechten Sprachprozessor ab und dann geht es los. Wie soll ich das nun beschreiben,wie ich mit links höre? Hm..auf jeden Fall ist es noch etwas weit weg. Manchmalstelle ich mir das im Vergleich so vor, wie als wenn jemand aus der Narkose erwachtund die Worte erst langsam ins Gehirn vordringen. Als ich den Vergleich meinerTherapeutin erzähle, kann sie das nun etwas nachvollziehen. Jedenfalls sind 2Sitzungen etwas frustrierend für mich, weil das nicht so hinhaut, wie ICH will, aberdann sage ich mir: GEDULD! Anfang September klappt das dann wiederfantastisch*strahl*. Es ist wie immer die Tagesform oder andere kleineUnstimmigkeiten, aber da gebe ich nun nicht mehr viel drauf und warte einfach ab.Mitte August haben wir dann die Tochter meines Freundes für 10 Tage zu Besuch.Es ist der erste längere Aufenthalt von ihr mit uns zusammen. Ich gehe arbeiten, weilich ja noch im Hamburger Modell stecke und bin nachmittags manchmal ganz schöngeschafft. Aber durch die „Kleine“ (9 Jahre) habe ich auch gute Motivation und wirsind viel draußen. Trotzdem müssen wir uns zusammenraufen und das geht nichtimmer ruhig ab, so dass ich auch in den „Genuss“ von Kindergebrüll komme. Und ichstaune, dass ich dabei noch ziemlich viel verstehe und entsprechend reagieren kann.Gott sei Dank kann ich wohl diesen Stress trotzdem recht gut ab, weil dieImpedanzen nicht ausschlagen*püh*. Es gibt aber auch ruhige Tage, wo wir lustigeGespräche führen und viel Spaß miteinander haben. Manchmal verstehe ich auchnichts mehr, aber dann verlegen wir das auf einen späteren Zeitpunkt, weil ich sonstauch überfordert bin. Und die schwüle Hitze macht mir auch etwas zu schaffen...Manchmal sitze ich am PC und die Kleine lümmelt sich auf ihrem Bett hinter mir.Spielt Nintendo und ich höre dann immer die dollsten Geräusche. Aber nachdem ichweiß, dass es das „Nintendodingsda“ ist, schalte ich insofern ab, dass ich diese Tönenicht mehr höre und bin voll konzentriert auf den PC.


Nach den 10 Tagen fahren wir an die Ostsee und ich sehe eine neue EckeDeutschlands. Und noch viel mehr passiert.....An der Ostsee lerne ich ein neues Geräuschkennen:Das Brechen der ganz kleinen Wellen.Als ichwieein.Als wirdaszu haben. Und fühle mich richtig gut.auf einer Bank relaxe, stelle ich nun fest,beruhigend dieses gleichmäßigeGeräusch ist und dusele ein bisschendann wieder zu Hause sind, habe ichGefühl, einen längeren Urlaub gemachtAuch benutze ich nun zum ersten Mal diebesagten „Kopftücher“, die ich im Juli erwähnte.Ich habe mir ja zwei gekauft. Das blaue mit demSchirm ist ein prima Sonnenschutz. Das andereist eher ein Stirnband. Bei beiden sitzt der Stoffschön stramm, so dass die Prozessoren nichtrunterfallen, z.B. beim Sport oder am Strand.


Auf dem Bild sieht man die Tochtermeines Freundes und meine Wenigkeit(Für die Veröffentlichung habe ich mir das OKmeines Freundes eingeholt).Im Dienst entdecke ich was NEUES. Das doppelseitige Kopieren, sprich, dasKnacken, stört mich nicht mehr☺. Da habe ich schnell eine Kollegin angerufen, zuder ich mich früher immer gerettet habe, weil ich das Knacken nicht ertrug. Sie freutsich auch sehr mit mir mit ☺...Mittlerweile studiere ich Liedtexte wie eine Besessene und höre ganz viel Musik.Trotzdem ist es für das linke Ohr allein noch sehr anstrengend. Ich berichtete jaschon oben. Jetzt habe ich ein neues Lieblingslied. Die Gruppe heißtZweiraumwohnung und das Lied „36 Grad“. Der Therapeutin für Hörtraining spieleich dieses Lied vor, um ihr zu zeigen, was für mich verstehbar (wenngleich mit Textmitlesenist). Sie sagt dazu, dass das Lied übersichtlich ist. Also Frauenstimme, erstder Text, dann die Musik im Wechsel. Ein krasses Gegenstück ist der Sänger FarinUrlaub. Da geht ja alles unter und ich hab echt zu tun, aus der Musik seinen Gesangherauszuhören. Oder wie man akustisch auch sagen könnte. Oh Mann, ist das nStörschall.Bei den Einstellungen bin ich nun alle 2 Wochen, nichts neues, wie immer dieselbeProzedur.Ich sagte ja schon, dass ich eine neue „Mikroportanlage“, hier Smartlink, beantragthabe. Da es sich um ein Hilfsmittel für die Arbeit handelt, läuft das ganze über dasIntegrationsamt. Auch hier geht es eine Weile hin und her und dann ruft eineMitarbeiterin bei meinem Vorgesetzten an, da sie mit mir ein Gespräch führen undsich meinen Arbeitsplatz anschauen möchte. Da wird mir schon etwas bänglichzumute, aber die Mitarbeiterin ist sehr nett, weiß auch richtig gut Bescheid und sagtmir bereits nach 15 Minuten die Kostenübernahme zu! Oh☺! Danach statten wirmeinem Chef einen Besuch ab und anschließend zeige ich ihr noch zwei großeRäumlichkeiten, in denen ich die Smartlink einsetzen will.


Zum Monatsende wird es dann noch einmal spannend. Unterdessen habe ich wegenmeiner geplanten Kur einen Kampf mit der Krankenkasse und der BfA auszustehen.Erst fühlt sich die BfA zuständig, dann ist es die Krankenkasse und umgekehrt. Beider Formulierung für eine Art von Widerspruch lasse ich mir auch wieder helfen undschicke je ein Exemplar an die BfA und an meine Krankenkasse. So langsam nervtes mich, dass ich wegen jedem Antrag immer Anstrengung habe, obwohl ich mich jabemühe, der Operation Rechnung zu tragen und etwas daraus zu machen. LangeRede, kurzer Sinn. Kurz bevor ich mich selber als kurreif empfinde, bekomme ichPost von meiner Krankenkasse und plumpse auf meinen Stuhl: Das Ding istgenehmigt!!! In einer Rundmail verkünde ich beide frohe Botschaften und ichbekomme viel Resonanz, auch dass viele mir sagen, dass sich meine Hartnäckigkeitgelohnt hat*uff*.September 07: So muss das Leben sein!Bei meinem Hörgeräteakustiker bin ich auch wieder zugange. Ich teile ihm mit, dassdas Integrationsamt die Kosten für die Smartlink übernimmt und kläre, wie wir das mitder Bezahlung regeln. Denn eigentlich müsste ich ca. 3.800 € verauslagen, um esmir dann vom Amt erstatten zu lassen, aber im Bescheid steht auch, dass derGeldverkehr direkt mit der Lieferfirma erfolgen kann. Gottlob!☺ Oder hat jemandzufälligerweise soviel Geld auf der hohen Kante? Ein paar Tage später bekomme ichBescheid, dass die Anlage da ist*jubel. Als der Übernahmebescheid dann bei mirlandet, schließe ich mich mit der Akustikerin kurz und alles geht schmerzlos über dieBühne*aufatm*Außerdem hatte ich ja bei der Krankenkasse das 2er Batteriefach für den rechtenProzessor beantragt. Von dem Hörgeräteakustiker erfahre ich, ohne Moos, sprichVerordnung, nix los. Aha..na schön, und da ich keine Lust auf lange Diskussionenmit der HNO-Ärztin habe, schreibe ich ihr einen Brief und kann mir dann am Tagdanach die Verordnung abholen, oha! Die Verordnung schicke ich am Tag danachan den Akustiker und hoffe, dass die Krankenkasse mitspielt.Dann denke ich noch: Fortuna sei mir hold..und ich danke schnell dem Herren daoben, dass derzeit im Endeffekt alles „flutscht“. Vielleicht soll es so sein, was mansich erarbeitet, schätzt man mehr, als wenn man es in den Schoß gelegt bekommt.Ein paar Tage später ruft mich die Akustikerin an und teiltmir mit, dass die Kostenübernahme auch für das 2erBatteriefach vorliegt, und dann kann ich mein Glück garnicht fassen, wo ich doch nicht mal eine Begründung habevorlegen müssen. Ein paar Tage später hole ich das guteStück ab und staune, was alles dazu gehört.Links oben und unten:Beige und bunte AbdeckkappenRechts: der untere Teil des Sprachprozessoren (Display), das 2erBatteriefach und 2 weitere ErsatzbatteriefächerWas ich bestellt hatte, ist rot eingekreist


Von der Klinik erfahre ich den „Antrittstermin“. 23.10.07 für 3 Wochen. Da ich diebeiden Tage danach Urlaub habe, informiere ich vorab meinen Vorgesetzten per Mailund kläre dann am nächsten Tag die Modalitäten. Wie immer: Von der Wiege bis zurBahre....Und dann erfahre ich auch, dass ich meine ganzen (nebenbei bemerkt:riesigen MRT und andere) Röntgenbilder und auch die ganzen Kabel und was allesan Zubehör geliefert wurde, mit nehmen soll, was mir klar ist, denn alles benötige ichja zum Üben und so....Dennoch rufe ich jetzt schon nach einem Kofferträger....Alsoneeee...*zwinker.


In diesem Monat bin ich auch stunden mäßig wieder voll dabei und es gibt viel zutun. Dennoch habe ich irgendwie auch ein Schlafproblem, das sich nach 2 Wochenlegt und sich ins Gegenteil verkehrt. Außerdem fange ich mit dem Walken an undlaufe nach Hause. Mit Musik ist alles super und ich merke die Strecke wenig. Auchstehen neuerdings viele Fortbildungen für mich auf dem Plan, aber ich habe auchwieder mehr Lust, diese wahrzunehmen, weil ich ja nun besser verstehe. Dennochbin ich nach 2 Stunden meistens geschafft. Aber nach einer Pause regeneriere ichmich recht gut. Auch eine Tagesveranstaltung, die Mitte des Monats stattfindet,schaffe ich ganz gut, nur die letzte Stunde ermüdet mich und danach bin ich aberwieder wachhhh!An dem Mittwoch, an dem ich dann anfange, habe ich danach Hörtraining. EinePraktikantin ist dabei, es ist ganz lustig, aber zum Schluss für mein linkes Ohr dochwieder anstrengend und als ich merke, dass sich in meinem Kopf wieder Kopfwehanbahnt, frage ich, ob wir eine andere Übung machen können, was die Therapeutinvoll versteht. Eine Woche später fällt das Hörtraining aus, so dass ich dann vierWochen KEIN Hörtraining habe, weil die Therapeutin dann Urlaub hat,. Na, ich bin jamal gespannt, ob es das bemerkbar macht.Was noch alles in diesem Monat passiert:Die Hörerfolge beginnen, selbstverständlicher zu werden. Und überhaupt schnappich viel mehr auf und merke mir das unbewusst, denn manchmal wird später nocheinmal darüber gesprochen und ausführlicher und dann fällt bei mir der Groschen!Allerdings dröhnt bei mir an einem Tag das rechte Ohr gleich zweimal, so ausheiterem Himmel. Das erste Mal am Morgen, obwohl ich mich wunderprächtig fühle.Und das andere Mal, als ich von draußen nach drinnen komme, Aber ich merkeschon, dass es nur das Dröhnen vom Kreislauf ist und dann sag ich mir, das gehtvorbei! Danach höre ich so unheimlich gut. Ich erkenne an einem Tag die Stimmeeines Kollegen wieder, obwohl er mit einem anderen auf dem Flur redet. Dennocherkenne ich ihn nur an der Art, WIE er redet, nicht unbedingt an der Stimme selbst.Am selben Tag erkenne ich noch ein anderes Geräusch. Das Knattern der großenAußenrollos bei mir am Institut (Arbeitsplatz)*stolzguck*Oder aber ich muss mich mit meinem Freund nicht mehr so anstrengen muss. EinBeispiel. Wir müssen auf die Auffahrt zu Aldi rauf. Er sagt zu mir so nebenbei:“Schaubitte mal nach Radfahrern“. In meiner grauen Vor-CI-Steinzeit wäre das gar nichtgegangen, weil ich das gar nicht gehört hätte und wenn, dann wäre der Moment zumGucken vorbeigewesen und der Fahrer verärgert, weil ich nicht hätte so mitwirkenkönnen.Ein anderes Beispiel. Den einen Tag machen wir einen Transport und ich sitze hintermeinem Freund. Es ist ein kleines Auto, Benziner, Samstag und die üblichenVerkehrsgeräusche. Trotzdem verstehe ich auf Anhieb bzw. durch kurze Rückfrage,dass mein Freund von mir wissen möchte, wo er genau auf die Stadtautobahn muss.Und dann auf der Autobahn möchte er noch wissen, ob er nach links oder nachrechts muss. Mann, bin ich aber froh☺...Und dann fällt mir noch ein, dass ich jaimmer gesagt habe, es ist gut, dass ich die Sache mit den CI´s vor ca. 2 Jahrenangeleiert habe und bereue weder diesen Schritt noch den Zeitpunkt. Trotzdem geht


mir anhand der beiden obigen Beispiele doch manchmal durch den Kopf, ob meinLeben entspannter verlaufen wäre, wenn ich schon früher die CI´s gehabt hätte?Egal, jetzt ist es wunderschön. Und noch was: Mein Freund vermisst, dass ich vonden Lippen ablesen kann. Das klappt nämlich nicht mehr so gut. Das habe ich schonmal erwähnt, glaube ich.Dafür juckt meine Kopfhaut so richtig dolle. Erst denke ich an Anspannung, weil imBüro viel los ist, was aber auch sehr viel Spaß macht, dann an falschesHaarwaschmittel. Mein Kumpel mit dem CI rät mir zu „Guhl“, mit dem ich mich einenTag später auch wasche. Es fühlt sich schon vieeel besser an ☺!Nachdem ich nun die Smartlink vom Akustiker abgeholt habe, testen wir das guteStück, indem ich damit über Handy meinen Freund anrufe. Hier funktioniert es überBluetooth*hui* Zu meinem Entzücken verstehe ich ihn recht gut, wie in den seltenenFällen, wenn mein Freund nicht seinen Bluetooth-Empfänger im Ohr hat, sondernden Telefonhörer am Ohr hat. Irgendwie klingt für mich seine Stimme immer dannanders, wenn er mit seiner Bluetooth-Einrichtung telefoniert. Oder im Klartext: DieStimme am Hörer klingt für mich, wie wenn er mir gegenüber steht. Die Bluetooth-Einrichtung scheint für mich die Sprache zu verfremden. Nun ja, also, was ich sounheimlich super finde, wenn ich die Empfänger am Sprachprozessoren habe, binich als Hörgeschädigte nicht mehr erkennbar. ☺ Und das Mikrofon ist kleinergeworden.Auf den nächsten Seiten folgen Bilder, die hoffentlich für alle etwas verständlich sind.Einmal ist es die Anlage, die ich bislang verwendet habe, also nach Beendigung derAusbildung, dann folgt die Smartlink!


Auf dieser Seite seht Ihr die Anlage, die ich bislang verwendet habe:Sennheiser PLL 2013Empfänger mitAudioschuhen(damals noch fürHörgeräte)Im Bild steckt er imAufladegerätAufladegerät mit NetzteilSender mit Mikrofon


Und nun VORHANG auf für die Smartlink!FunkempfängerEtui mit Clipfür dasMikrofonMikrofonEtuiAntenne und gleichzeitigUmhängekordel(Reichweite bis 30 m)Eine kurze Antenne gibtes auch. Reichweite bis 10m. Interne Antennereicht bis 3 m.Verbindungskabel zuTV und Audio (3,5Klinkenstecker)Ein externes Mikrofonkann auch angeschlossenwerdenAdapter mit Anschlüssen zuNetzstecker, Audiokabelund externem MikrofonAuf der nächsten Seite geht’s noch weiter.


Ich habe das Mikrofon der Smartlink mal neben das Handy gelegt, so als Größenvergleich.Auf der Rückseite des Mikrofonssind drei Knöpfe. Diese dienenzur Einstellung der Richtung, ausder die Sprache kommt.Einige Seiten vorher erwähnte ich schon: Was für mich absolut super ist, dass ich mitder Smartlink via Bluetooth telefonieren kann. Also gut zum Üben!!! Das bedeutet,die Funkempfänger müssen am Sprachprozessoren dran sein, aber ich brauchekeine Telefonspule, keine Induktionsschleife und es gibt keine Störungen zwischenSprachprozessor und Handy. Wie Ihr in dem Bild des gesamten Zubehörs auf dervorherigen Seite sehen könnt, ist das Mikrofon bereits auf Bluetooth-Funktioneingestellt (Symbol rechts neben der Anzeige für den Batteriestatus). Das Handy unddas Mikrofon werden dann miteinander gekoppelt und los geht’s.Ganz links: 3er Batteriefach mitFunkempfänger in schwarzMitte: 3er Batteriefach mit 3 BatterienIn schwarzRechts: 2er Batteriefach in beige


Ich wurde auch gefragt, wie ich sonst mit dem Handy telefoniere.....Eine Induktionsschleife wird an dasHandy angeschlossen.Die Schleife wird um den Hals gelegt.Über die T-Spule im Sprachprozessorenhöre ich dann via Induktionsschleifeden Teilnehmer.Das ist das Mikrofon, in das ich hineinspreche.Damit habe ich freie Hände.Dezember 07Der Dezember zeigt sich am Monatsanfang mit regenreichen Tagen. Den erstenAdvent verleben wir in Familie bei einem Kaffee, doch ich empfinde unsere Familienach wie vor als laut und sehr lebendig. Und das, wo ich nun die CI´s habe.Irgendwie wird es mir aber ziemlich schnell zuviel, sicherlich, weil ich es nichtgewöhnt bin, lange in einer größeren Runde auszuhalten und zum anderen, weil ichschon wieder merke, dass ich trotz Kur immer noch nicht ausgeruht bin. In der Nachtzum Montag nach dem 1.ten Advent wache ich aus einem Alptraum auf und wunderemich noch, was da so dröhnt. Mist, mein rechtes Ohr meldet sich und das Dröhnenbzw. die Nachwirkungen davon halten mich drei Stunden, die ich eigentlich schlafenkönnte, wach. Daher melde ich mich am nächsten Morgen im Büro krank und begebemich zum Arzt. Er kann nichts feststellen, meinte aber, dass es nicht ungewöhnlichist, dass in dieser Jahreszeit Ohrenschmerzen auch nur subjektiv feststellbar sind.


Und eine Empfehlung gibt er mir mit. Wärme fürs Ohr. Dabei habe ich doch immer neMütze auf. Nein, er meint, dass ich mein Ohr auf eine Wärmflasche betten soll. Achso. Na, wenn es hilft?! Ich bleibe auch den Dienstag zu Hause, weil sich auch meinKopf so komisch anfühlt und begebe mich dann wieder ab Mittwoch ins Büro.Mein Freund übt weiter mit mir alles mögliche. Manchmal redet er auch mal mitvollem Mund, und selbst das verstehe ich besser. Oder eben das Unterhalten überzwei Räume.Bei der Logopädin und auch beim Hörtraining bin ich das letzte Mal in diesem Jahr,die letzten Wochen des Jahres gestalten sich Gott sei dank ruhiger. Ich genieße nunauch die Abende und vor allem die Filme, die mit dem digitalen DVD-Recorderaufgenommen wurden. Es sind viele dabei, die ich mit Untertiteln anschaue. Es istnach wie vor entspannender. Auch der Harry Potter Film ist dabei und ich schließenun die „Bildungslücke“, was diese Sparte angeht.Manchmal versuche ich auch zu telefonieren, ohne Hilfsmittel. Es ist aber nach wievor quäkig. Ich nehme mir vor, das bei nächster Gelegenheit mehr zu trainieren,denn es kann ja vielleicht sein, dass ich auch ohne Hilfsmittel das kann?Den einen Abend schlafe ich mit dem rechten Sprachprozessoren ein und wunderemich nachts, dass es nicht ruhig ist. Da denke ich einen Moment: „Nanu, kann ichetwa wieder richtig hören?“..und dann merke ich, dass ich noch „online“ bin. Unddann bin ich wieder einmal mit einem Gebet dabei, das meine Dankbarkeit, derhörenden Welt nähergekommen zu sein, ausdrückt. Als ich dann der nächtlichenGeräuschewelt zuhöre, empfinde ich sie noch nicht als so einschläfernd, aber dasliegt einmal daran, weil ich ja sonst beim Schlafen immer „im Dusteren“ bin und zumanderen nun auf jedes Geräusch horche. Also mache ich mir den Sprachprozessorendoch ab und bin kurz danach eingeschlafen.Ansonsten passiert nicht mehr viel auffällig Neues. Oder der Fortschritt ist so kleinund dabei so gewaltig, dass ich so damit beschäftigt bin, dass ich den neuen Schrittschon wieder vergesse bzw. was daran so neu ist.Von einer weiteren Mitpatientin, die ich auf der Kur kennengelernt habe, erfahre ichper Telefon, dass sie Anfang 2008 mit einem zweiten CI versorgt wird. Wirtelefonieren noch einige Male und ich bin sehr gespannt, wie es ihr ergehen wird.Besagte Bekannte, die ich im letzten Monat erwähnte (2tes CI) besuche ich imKrankenhaus und sie wird bereits nach 2 ½ Tagen entlassen. Als ich sie am Tagnach der Operation besuche, ist sie schon so fit wie ein Turnschuh und hat wenigerProbleme als nach der ersten Operation. Wie bei mir. Es scheint sich abzuzeichnen,dass die 2te Operation nicht mehr so ganz beschwerlich ist. Danach haben wir perPC, da sie nicht in Berlin wohnt, wieder mehr Kontakt, so dass ich den Fortschritt beiihr besser verfolgen kann.Allerdings bin ich irgendwie wieder empfindlicher geworden, was das Hören angeht,und schalte die beiden Werte im SP um 2 Einheiten runter. Nun ist es besser.Dadurch bleibe ich bei dem aktuellen Programm, finde es aber nicht weiter schlimm,dass es dabei bleibt. Ist eben so. Mir fällt auch öfter mal auf, schwillt ein Geräusch


an, ertrage ich es nicht, erst als es ein gewisser kurzer Dauerton ist. Beispiel:heranfahrender Bus*Aua*fährt er an mir vorbei*ok*fährt er weg*super...Um die Jahreswende ist wieder die Tochter meines Freundes da. Wir lernen unsweiter kennen, und unterhalten uns auch viel. Du meine Güte, welche Fantasie dochKinder haben und was sie alles unbedingt sofort und immer wieder erzählen müssen.Ich steck das ganze am Tage relativ gut weg und werde nur abends gnatzig, weil ichnicht zur Ruhe komme bzw. die Kleine immerzu was möchte und es noch nicht aufdie Reihe bekommt, mich mal Luft holen zu lassen.Am 29.12.07 findet „Am Schloss“ ein Feuerwerk statt, dem wir auch beiwohnen. Ichteste, das ganze mit dem aktuellen Programm auszuhalten. Es geht, aber Silvesterhabe ich meine CI-Ohren doch geschont. Berichte ich gleich.Silvester sind wir zu viert, mein guter Freund, der auch letztes Jahr dabei war, istauch dieses Jahr wieder beim Raclette dabei. Eigentlich wollten wir noch weg, aberdann sind wir um Mitternacht doch ziemlich müde und jagen draußen nur nochKinderböller in die Luft und verziehen uns dann wieder in die Wohnung. Ach ja, ichhabe mein „Cafehaus-Programm“ eingestellt, also das Beam-Programm, und kanndamit das Geknalle gut ab (für mich jedenfalls).In einer stillen Minute danke ich dem Herren da oben und beschließe das Jahr miteinem Text von Dietrich Bonhoeffer: „Von guten Mächten wunderbar geborgen,erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist mit uns am Abend und am Morgenund ganz gewiß an jedem neuen Tag!“

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