Angel Contact 2/2009 - Business Angels Club Berlin eV

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Angel Contact 2/2009 - Business Angels Club Berlin eV

AngelsBusinessContactINHALTBACB INTERNWeb Angels Club 2.0 2Das Magazin des Business Angels Club Berlin-Brandenburg e.V. | Juni 2009NetzwerkBACB-UMFRAGESo bewerten Gründerden BACB 3B U S I N E S S A N G E LIM INTERVIEWJörn Lubkoll 3KÖPFE FÜR BERLINWachstumsimpulse für Berlin 4TERMINEDer TU Gründungsserviceinformiert:3. und 4. Dezember 2009:Konferenz „UnternehmerischeUniversitäten“3. Dezember 2009:Alumni Angel Abend mit Pitchesvon Gründerinnen und Gründerndie einen Business Angel suchen.Beide Veranstaltungen werden ander TU durchgeführt und vom BACunterstützt. Für weitere Informationennehmen Sie bitte Kontaktzum Gründungsservice der TU auf:www.gruendung.tu-berlin.deKONTAKTBusiness AngelsBerlin-BrandenburgGeschäftsstelle Berlin:Bundesallee 171 · 10715 BerlinTelefon: +49 (30) 2125 4884E-Mail: info@bacb.deGeschäftsstelle Potsdam:Steinstraße 104-10614480 PotsdamTelefon: +49 (331) 660 1260E-Mail: Potsdam@bacbb.deDie InnovationsmaschineGibt es ein Entrepreneur-Gen?Fördern Zufälle, Fehler und KrisenInnovationen? Sind wirklicheEntrepreneure immer auch Regelbrecher?Wie wichtig sind Musenfür Unternehmer?BACB-Vorstandsmitglied BerndMonitor ist mit diesen Fragendem Mythos „Innovation“ aufder Spur – mit überraschendenErgebnissen!Innovation und Entrepreneurshipsind längst als sicherer Treiber fürwirtschaftliches Wachstum undWettbewerbsfähigkeit identifiziert.Es gibt kaum eine Universität, dienicht versucht, aus vergnügungssüchtigenStudenten weitsichtigeund innovative Unternehmer zu machen– heute geht ohne Lehrstuhlfür Entrepreneurship nichts mehr.Jedes größere Industrieunternehmenverfügt über kilogrammschwere Innovationshandbücher,Forschungseinrichtungensuchen nach demEntrepreneur-Gen im Menschen. DerBund gibt in Deutschland alleine fürdas Zentrale InnovationsprogrammMittelstand „ZIM“ 450 MillionenEuro aus.Grundlage all dieser Aktivitäten istdie Idee, Innovationsprozesse systematisierenzu können. Da werdenStudien erstellt, tausende Managerbefragt und die Ergebnisse in Programmeund Strategien umgeformt,in der Hoffnung, dass Fließbandinnovationenentstehen oder manzumindest Faktoren isolieren kann,die Innovation befördern. Aber wirdso Innovation gefördert? Oder wirdsie nicht eher behindert?Bionade, Google und Skype:Erfolg trotz erster MisserfolgeWoher kamen denn die bahnbrechendenInnovationen der letztenJahre? Da werkelte zum Beispiel einBraumeister über Jahre im Badezimmerder Familienwohnung, setzteden Familienfrieden aufs Spiel undbraute etwas zusammen. Das Ergebnis:Das erste gebraute alkoholfreieErfrischungsgetränk. Man suchte Lizenznehmer– vergeblich. Also gingman notgedrungen in den Eigenvertrieb.Für den Erfolg war dann mitverantwortlich,dass ein Spediteurversehentlich für Ungarn bestimmteFlaschen mit ungarischem Etikett inHamburg ablieferte (also ein FEH-LER!). Plötzlich hatte die HamburgerSzene ein neues Kultgetränk, derBeginn des Bionade-Siegeszugesdurch Deutschland.1995 begegneten sich die beidenInformatik-Studenten Larry Pageund Sergey Brin an der Stanford-University. Sie entwickelten einenneuen Algorithmus, mit dem sichdas gerade entstehende WorldWideWebeffizient durchsuchen ließ.Fortsetzung auf Seite 2Darum kooperieren wirmit den Business AngelsFür den Standort Berlin-Brandenburgals wichtigen Wissenschaftsstandortin Deutschland,sehe ich es von elementarer Bedeutung,Netzwerke zu pflegenund auszubauen. Eine Kooperationzwischen dem IndustrieclubPotsdam und den BusinessAngels bringt Alt- und Jungunternehmeran einen Tisch undbietet ihnen die Möglichkeit, sichauszutauschen und voneinanderzu lernen. Zudem können unsereMitglieder gegenseitig interessanteVeranstaltungen undScreenings besuchen und dabeimöglicherweise Anregungen sowieneue Arten der Beteiligungfinden. Besonders gefragt ist imIndustrieclub das Expertenwissender Business Angels in denBereichen Finanzierung, Turnaroundund Nachfolge. Zusammenkönnen wir den Nutzen fürBerlin-Brandenburg erhöhen undgleichzeitig den Einstieg für neueMitglieder attraktiver machen.Gerhard LehmannVorstandIndustrieclub Potsdam„Christian Peter Wilhelm Beuth“ e.V.


Business AngelsBerlin-BrandenburgBACB intern Fortsetzung von Seite 1Web Angels Club 2.0www.bacb.deAm 1. März ging der neueInternetauftritt der BusinessAngels online und hat zu einerErhöhung der Besucherzahlenvon durchschnittlich 3.000 auf10.000 pro Monat geführt.Neu ist nicht nur das kräftigeDesign mit breitem Rahmen,stark kontrastierenden Schriftgrößenund mit einem gleitendenNachrichtenkopf auf derEingangsseite, innovativ ist vorallem der technische Aufbauhinter dem Design. Denn dieInternetseite fußt auf einemBaukastenprinzip für Weblogsdes Anbieters wordpress.com.Youknow Media hat für dieBusiness Angels ein eigenesInterface für die Wordpress-Plattform entwickelt und implantiert.Die Inhalte werdenüber Artikelkategorien undStichworte referenziert.Der größte Vorteil für den Club:Interessierte Mitglieder erhalteneinen eigenen Zugang, mitdem sie jederzeit eigene Beiträgeverfassen und auf derSeite veröffentlichen können.Dadurch ist der neue Internetauftrittaktueller und dynamischerals sein Vorgänger.Neben den öffentlich einsehbarenSeiten gibt es für ClubinterneInformationen auch einengeschützten Bereich.Zur Zeit pflegen VorstandsmitgliedBernd Monitor undPresseansprechpartner OliverNumrich wöchentlich neueBeiträge ein – der Kreis deraktiven Blogger soll aber gerneerweitert werden.Auch sie versuchten die Technologiezu lizenzieren – aber keiner war anden Ergebnissen ihrer Arbeit interessiert.So waren auch sie gezwungen,selbst ein Unternehmen zu gründen:Google.2003 gründeten der InformatikerNiklas Zennström und der SchulabbrecherJanus Friis ein Telefonieunternehmen.Die beiden warenvorher schon durch ihre Aktivitätenbei KaZaA aufgefallen, eine damalsrechtlich sehr umstrittene Musiktauschbörse.2005 wurde das Telefonieunternehmenfür 1,9 MilliardenDollar von ebay übernommen. DerName: Skype.Wenn wir uns die drei Beispiele betrachten,passen sie nicht wirklich indie gängigen Paradigmen von Innovationsförderung.Also was brauchtdenn Innovation?Es lässt sich mit Bestimmtheit sagen,dass Krisen die Innovationbefördern. So gab es in den USAals Antwort auf die Große Depressionin den 30ern den von FranklinD. Roosevelt initiierten „NewDeal“ – eine Verdreifachung derForschungsbudgets. Man vermutet,dass hier die Grundlage für diespätere Technologieführerschaft derUSA gelegt wurde.Echte Entrepreneuremüssen Regeln brechenMorton Lund, Entrepreneur und einerder Frühinvestoren bei Skype,vielgebuchter und unkonventionellerRedner bei Web 2.0- und Venture-Capitalveranstaltungen schreibt inseinem Facebookprofil über sich:„Ich lebe Opportunismus, ich handleeinfach, ich versuche, … ich hoffe,dass ich einen Unterschied macheund ich habe Spaß dabei.“Man sagt, dass wirkliche Entrepreneure„Rule-Breaker“, also Regelbrechersind. Warum das? EineInnovation ersetzt immer etwas Bestehendesoder hat zumindest gravierendenEinfluss auf das Bestehende.Das Rad verdrängt den Schlitten.Das Automobil verdrängt die Kutsche.Der Elektromotor verdrängtvielleicht den Verbrennungsmotor.Das ist ein Grund, warum man miteiner Produktinnovation nicht zu jemandengehen sollte der dort schonim Geschäft ist. Als erstes gefährdetdie Innovation nämlich sein althergebrachtesGeschäftsmodell.Und darin liegt eine grundlegendeProblematik von allen Innovationsförderprogrammen,sie bauen immerauf den Erfahrungen der Vergangenheitauf. Eine wirkliche Innovationbricht aber mit den Paradigmender Vergangenheit. Oder in anderenWorten: Bei Innovationsförderungwird Innovation nach den Kriterienbeurteilt, die in der Vergangenheitfür Innovation galten. Und damit bewahrenwir schon wieder das Bestehende,wir verhindern Innovation.Erfolg hat, wen die Muse küsstBasis von Innovation ist Kreativität.Doch wie werden Menschen kreativ?Dadurch, dass sie gesagt bekommen:„Sei doch mal kreativ!“?Wenn es einen garantierten Weggeben würde, Menschen kreativ zumachen, große Unternehmen würdenMillionenbeträge zahlen.In der Kunst sagt man, der Künstlerwird von der Muse geküsst. Aber wiewird man von der Muse geküsst?Wie werde ich für Musen attraktiv?Was sind Orte wo sich Musen gerneaufhalten? Leider ist in Deutschlanddie Musenforschung nicht besondersweit entwickelt, aber Wikipediahilft weiter: „Der Begriff Muse gehtauf die Musen in der griechischenMythologie zurück. In der antikenMythologie sind die Musen Quellnymphen– neun Schwestern, dievom griechischen Vatergott Zeus mitder Quellgöttin Mnemosyne (Göttinder Erinnerung) gezeugt wurden.Die Musen gesellen sich um Apoll,den Gott der schönen Künste, der siedirigiert und mit ihnen auf dem griechischenBerg Helikon (lateinisch:Parnass) dem Zeus huldigt.” Undweiter: „In der Neuzeit begann man,auch Personen aus Fleisch und Blutals Musen zu bezeichnen – meistFreundinnen von Künstlern, vereinzeltauch Männer. Sie inspirierendie Künstler durch ihren Charakter,ihre Ausstrahlung, ihre menschlicheZuwendung, durch eine erotischeBeziehung, meist durch eine Kombinationall dieser Faktoren.Einige dieser als Musen wirkendenFrauen, die häufig auch selbst Ruhmals angesehene Künstlerinnen erlangten,sind in die Geschichte eingegangen…“Innovatoren brauchenkein Entrepreneur-GenKreativität scheint also etwas zusein was ZWISCHEN Menschenentsteht. Dann braucht es keine AssessmentCenter, um Entrepreneuerezu finden, denn die fokussierenauf vermutete „persönliche Eigenschaften“und so gibt es auch keinEntrepreneur-Gen.Der Erfolg des klassischen Innovatorsund Entdeckers, ChristopherColumbus, basiert auf Fehlern. Hatteer doch bei seiner Entdeckungvon Amerika fest vor, nach Westensegelnd, das asiatische Festlandzu entdecken. Vielleicht wäre ernie aufgebrochen, hätte er nicht„gewusst“, dass nur ein Siebtel derErde mit Wasser bedeckt ist und dieDistanz zwischen dem europäischenFestland und dem östlichen EndeAsiens gering ist. Er verfügte überfehlerhaftes Kartenmaterial – übereinen fehlerhaften Businessplan. DieGeschichte von Christopher Columbuserinnert daran, dass Erfolg undScheitern sehr nahe beieinanderliegen und das wir nicht gut darantun, „gescheiterte“ (dieser Begriffkommt wirklich aus der Seefahrerei)Gründer als „Looser“ auszugrenzen.Innovation ist kein linearer Prozess.Noch ein Hinweis. Berlin ist unwidersprochenin den letzen Jahreneine der Kulturhauptstädte der Weltgeworden. Wie kam das? Im zweitenBerliner Kulturwirtschaftsberichtgibt es eine Antwort: Berlin hat denKünstlern „Raum gegeben“. Vielleichtden Raum, wo sich Musengerne aufhalten. Bernd Monitor2 | www.businessangels-berlinbrandenburg.de


BusinessAngels ContactBACB-UMFRAGESo bewerten Gründer den BACBIm April 2009 wurde der Abschlussbericht zur Befragungder durch den BACB betreuten Gründer vorgestellt.Bewertet wurde der Zeitraum 2005 bis Ende 2008.Hier die wichtigsten Ergebnisse:• Die durchschnittliche Dauerder Zusammenarbeit zwischenBusiness Angels und denbetreuten Unternehmen liegtbei 12,5 Monaten.• 73% würden nochmals mit demBACB zusammen arbeiten.• 79% würden den BACB weiterempfehlen.• 34% der befragten Unternehmergaben an, dass ihre Erwartungen„weit übertroffen“ bzw. „übertroffen“wurden.• 84,4% bewerten die „Vermittlungbetriebswirtschaftlicher Grundlagen“mit „sehr gut“ bzw. „gut“.• 84,8% bewerten die Beratungzu „Marketing und Vertrieb“ mit„sehr gut“ bzw. „gut“.• 48,8% bewerten die „Vermittlungvon Kontakten und Einführung inNetzwerke“ mit „sehr gut“ bzw.„gut“.• 64% der Befragten sehen einenZusammenhang zwischen ihremUnternehmenserfolg und derArbeit mit den Business Angels.• Durch den BACB konnten fürdie Unternehmen Finanzmittelvon ca. 2.700.000 Euro bzw.ca. 3.450.000 Euro akquiriertwerden. Dieser „Hebeleffekt“stellt einen besonderen Gewinnbei der Arbeit des BACB dar.Weitere Informationen sowie detaillierte Zahlenangabenerhalten Sie auf Anfrage bei der BACB-Geschäftsstelle.BACB internBACB-Vorstand erweitertIn der Mitgliederversammlungvom 24. April 2009 wurdenzwei neue Vorstandsmitgliedereinstimmig gewählt:Prof. Birgit Wilkes und MichaelKottysch unterstützen künftigdie Arbeit von BernhardBöhm (1. Vorsitzender) WolfKempert (Stellvertreter) undBernd Monitor (Stellvertreter).Birgit Wilkes istProfessorin an derTFH Wildau (StudiengangTelematik)und künftig verantwortlichim BACBfür „Kooperationenmit Universitäten“.Michael Kottyschist Unternehmer(Bereich IT/ITK)und übernimmt denBereich „KooperationenMittelstand,Sponsoring“.BUSINESS ANGEL IM INTERVIEWHerr Lubkoll, Sie sind seitAnfang des Jahres Mitgliedbei den Business Angels –herzlich willkommen im Club!Wie ist Ihr erster Eindruck?Ich bin von dem breiten Spektruman Kompetenz in den verschiedenstenFeldern sehr beeindruckt.Selten findet man so viel Erfahrungso fokussiert zusammenarbeitend.Wie viel Zeit nehmen Sie sichim Monat für die BusinessAngels und wo fehlt die dann?Derzeit – in meiner erst kurzenLaufbahn als Business Angel –summiert sich das in etwa aufeinen Tag in der Woche. Da die„Einsätze“ aber weitestgehendflexibel planbar sind, lässt sich dasgut darstellen.Wo liegen Ihre Stärken?Ich bin seit fast 20 Jahren erfolgreicherUnternehmer im Netzwerkbzw.Internet-Bereich. Das gibt mirgutes Handwerkszeug, um neue Geschäftsmodellegenauso zu entwickelnund zu verwirklichen wie existierendean die Erfordernisse unserer Zeit anzupassen.In welchen Bereichen einesCoachings sind Sie unnachgiebig?Meiner Überzeugung nach ist einGeschäft nur dann eines, wenn vonAnfang an klar ist, wie man damitGeld verdienen will. Insofern halte ichnicht viel von Geschäftsmodellen oderDiensten, die keine klare Monetarisierungsstrategiehaben und mache darausauch keinen Hehl.Wen würden Sie gerne alsBusiness Angel begleiten undwarum?Ich wäre gerne mal bei einemStartup- oder einem „Old-Economy“-Unternehmen dabei,wenn die Sicherheitskonzepte,die in der IT Industrie mittlerweilein großer Bandbreiteexistieren, auf andere Industrienübertragen werden, z. B. dieAutomobilindustrie.Jörn Lubkoll (38)Geschäftsführer der Inter.net Germany GmbH, die Internet-Zugangs-, Sicherheits-,und Hosting-Dienstleistungen für Geschäfts- und Privatkunden anbietet.Foto: Sigbert Georgi, blaetterwald.orgJuni 2009 | 3


KÖPFE FÜR BERLINWachstumsimpulse für BerlinTechnologieparkentwickler und BusinessAngel Hardy Schmitz spricht über Adlershofund den „Campus Charlottenburg“Hardy Rudolf Schmitz (58)Seit 2002 Geschäftsführer des Wissenschafts-und WirtschaftsstandortesAdlershof, dem größten WirtschaftsundTechnologie-Cluster Deutschlands.Herr Schmitz, spüren Sie inAdlershof die Auswirkungender Wirtschaftskrise?Derzeit haben wir wenig Probleme,denn Adlershof wächst jedes Jahr umfünf bis acht Prozent und bekommtauch 2009 viele positive Impulse.Das funktioniert nur, weil wir eine bekannteAdresse sind, mit einer hervorragendenGründerumgebung undeinem klaren Fokus für unsere Märkte.Wir bieten Investoren einen großenPool wissenschaftlicher Talenteaus universitären und außeruniversitärenInstituten. Die Investitionen inHardware wie Straßen und Gebäudeund Software, also die wissenschaftlichenund industriellen Netzwerke,zahlen sich aus und haben nach wievor eine große Anziehungskraft aufInvestoren. Aber natürlich kann unsdie Wirtschaftskrise noch die eineoder andere Havarie bescheren.Ihr neuestes Entwicklungsprojektheißt „Campus Charlottenburg“.Machen Sie sich damit nichtselbst Konkurrenz?Die Frage wird mir immer wiedergestellt, aber das ist überhaupt nichtder Fall, denn Berlin braucht deutlichmehr Wachstumsimpulse, als Adlershofallein bieten kann. Adlershofkann dem Berliner Bruttoinlandsproduktvielleicht drei Prozent hinzufügen.Aber Berlin ist gegenüberanderen deutschen Großstädten wieHamburg oder München 30 Prozentim Rückstand. Deshalb können wirnoch viele weitere Wachstumskerneum die Wissenschaft gebrauchen.Was wird der USP des„Campus’ Charlottenburg”?Das Hauptasset des „Campus’ Charlottenburg“wird Informationstechnik,Kommunikationstechnologieund Engineering-Umfeld in der Verbindungmit den Gestaltungskompetenzender Universität der Künstesein. Das Ganze ist kein klassischesInfrastrukturprojekt, sondern eherein Stadtteilveränderungsprojekt, beidem wir den Standort profilieren undseine Stärken hervorbringen wollen.Wir haben in Charlottenburg dasPhänomen, dass im Umfeld von zweiUnis, vier Fraunhofer Instituten undder Physikalisch-Technischen Bundesanstaltkeine kleinteiligen, flexibelanzumietenden Gewerberäumevorhanden sind – obwohl sehr vielfreier Platz vorhanden ist. Und dasmitten in der Stadt.Da sowohl die Technische Universitätals auch die Universität der Künsteein reger Quell von Unternehmensgründungensind, untersuchen wirderzeit, wie man die wirtschaftlicheAktivität anregen kann, zum Beispieldurch den Aufbau eines ortsnahenGründerzentrums und von flexiblenFlächen für Kooperationspartner.Denn in Clustern lässt es sich leichtergründen, das ist statistisch nachgewiesen.Die Entwicklung in Adlershofzeigt, dass das Wachstum in Berlinsehr stark von Gründern und jungenUnternehmen mitgetragen wird.Wie weit ist der „CampusCharlottenburg” zurzeit?Wir haben sechs Monate für dieEvaluationsphase eingeplant und18 Monate für die Umsetzung. Wirsind jetzt im fünften Monat schwangermit dem Projekt, am 10. Juni istdie nächste Lenkungsausschusssitzungund danach geht es richtig los.Wie können sich Business Angelsin den Campus einbringen?Unser Ziel ist es, mit dem „CampusCharlottenburg“ ein Gründungs-oder Kooperationszentrumzu schaffen. Denn insbesondere dieTU kooperiert bereits mit einer Mengekleiner und großer Firmen, die inder Nähe angesiedelt sind und sichfast wie Gründungen verhalten undausdehnen. Und die Business Angelsals Residents auf dem Campus zuhaben – das wäre traumhaft!Sie selbst sind Mitglied imBusiness Angels Club Berlin-Brandenburg. Wie stark ist derClub denn bereits in Adlershofeingebunden?Die Business Angels bringen sichvereinzelt in Adlershof ein, da müssteeigentlich noch mehr passieren. Ichglaube, dass die hier ansässigentechnisch orientierten Start-upsganz spezielle Märkte bedienen undda braucht man viel Glück, um einenfachkundigen Berater zu finden, derdie Geschäftsidee versteht und sichengagieren will. Ich selbst habein ein Unternehmen in Adlershofinvestiert, das Technologie im touristischenBereich anbietet. Das istunmittelbar einleuchtend, das kannauch ich irgendwie verstehen. Aberoft haben wir hier Nischenprodukteund da ist es schwer, bei den generalistischarbeitenden Business AngelsBegeisterung zu wecken.Wie könnte die Zusammenarbeitin Zukunft intensiver werden?Natürlich kenne ich kein Patentrezept,man muss einerseits die richtigenBusiness Angels finden, dienaturwissenschaftliches Verständnismitbringen. Und andererseits sollteman versuchen, noch mehr Leute,die hier im WISTA verankert sind, alsMitglieder zu gewinnen. Was mir sehram Herzen liegt, ist, dass die BusinessAngels selbst einen Weg finden,wie sie aus ihrer vergleichsweisenUnsichtbarkeit herauskommen undaktiv mit den Unternehmern auftreten,die sie coachen. Wir sollten imBusiness Angels Club Menschen zusammenfassen,die vor allem auchmal mitinvestieren und Unternehmertumweitergeben können.Sie engagieren sich auchin der Initiative „OrganizingSchöneweide“. Was macht die?Ich bin dafür, dass Berlin sich intensivum die Wirtschaft in den Eckenkümmern muss. Adlershof rückt jetztmit Autobahn und Flughafen deutlichmehr ins Zentrum des Interessesund genießt das.Aber Berlin bräuchte mindestens fünfOrte gebündelter Anstrengung, andenen es Wachstumsimpulse setzt.Wo haben wir der Welt tatsächlichetwas zu bieten? Wo können wir einensichtbaren, leuchtenden Clusteraufbauen? Schöneweide eignet sichdazu, denn die Initiative hat guteVorarbeit geleistet und für Vernetzunggesorgt. Ich bin dabei, weil ich jadurchaus ein paar Aufbauerfahrungengemacht habe. Das ist, wenn Sie sowollen, Nachbarschaftshilfe. Außerdemmacht es mir einfach Spaß.Interview: Ingrid Abel, Oliver NumrichIMPRESSUMHerausgeber: Business Angels ClubBerlin-Brandenburg e.V.Bundesallee 171 · 10715 BerlinTelefon: +49 (30) 2125 4884E-Mail: info@bacb.deRedaktion:Bernhard Böhm (V.i.S.d.P.),Ingrid Abel, Claudia Mattheis,Oliver NumrichLayout: mattheis-werbeagentur.de© TU Berlin /Weiß4 | www.businessangels-berlinbrandenburg.deBusiness AngelsBerlin-BrandenburgPartner:

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