Farbe - Deutsches Farbenzentrum eV

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Farbe - Deutsches Farbenzentrum eV

Titelbild

2 Matsuo

4 Minde

8 Lerche

13 Mayer'sche

Hofkunstanstalt

18 Hamard-Mäh I man n

20 Schultz

25 AG Farbkontraste/ZOlch

34 ERCO

39 Döring

43 Frieling

46 Mally

47 Hessler

48 Weber

64 Kolbeck

64 Höltkemeier

65 Journal

MItteilungsblatt

Deutsches Farbenzentrum e. V.

Zentralinstitut tor Farbe In Wissenschaft

und Gestaltung -

Bund Deutscher Farbberater e. V. IACC -

Pro Colore.

Schweizerische Vereinigung fOr die Farbe.

Associatlon sulsse pour la couleur -

Fachzeitschrift fOr die Praxis der

Farbanwendung und der Gestaltung

mit Farbe in allen Bereichen

(Innenausbau und Architektur,

Industrie-Design, Textil, Film, Druck.

Beleuchtung, Grafik-Design u. a.)

Informationen Ober Grundlagen und

Anwendung.

Informationen zur Gestaltung mit Farbe aus der Praxis für die Praxis

INHALT

Farbbild von Ryusho Matsuo

sh. Beitrag auf Seite 2 und 3

Farbbilder

Vierdimensionalität der Farbbewegung in der bildlichen Vorstellung

Die raumbildende Kraft der Farbe I Raum-Farbe-Kunst

Gläsernes Kunstzelt in Riyadh

Neon-Kunst: Heinz Kers

Hypnotische Raumkunst

Darstellung von Farbkontrastphänomenen

Die Sonnenschaufel

NCS-Farbatlas - Meter-Konvention fOr Farbe?

Farbe - Philosophie und Pragmatik als aktuelles Problem

Farbe im Wohnbereich

Verwirrung um die Farbe

Der Maler Gottfried Keller

Das Problem der Farbe im Außenraum

Ausstellungsarchitektur

Messen - Wettbewerbe - Veranstaltungen - FARB-INFO '87 -

Informationen - BOcher - Normen - Industrie - Personalien -

Pressemittei lungen

Hereulg8ber: Senator h. c. Hans Kupczyk

Vertll9· FMbe + Design erscheint Im Verlag

Farbe + Design, Fraschstraße 25, Postfach 20,

D 7160 Gaildorf, Ruf 07971/6007·6009,

Telex 74650

Geumtredaktlon: Professor Klaus Palm

Bozener Straße 11-12, D 1000 Bertln 62

Dr. Volker Joos, Schwabenmuster Eurocolorcard

FraschstraBe 25, D 7160 Galldorf

Factndaktlon:

Dr. Heinrich Frleling, Marquartstein:

Medizin, Biologie, Psychologie

Professor Klaus Palm, Berlln:

Bildende Kunst, ArchltekturlStadtgestaltung

Prof. Dr. Klaus Richter, Berlln:

Farbmetrik, Farbreproduktionstechnik

Professor Anton Stankowski, Stuttgart:

Farbe und Design

Gesamtherstellung: H. Schwend KG, Graphischer Betrieb

Schwabenmuster· Eurocolorcard

D 7160 Galidorf/WOrttemberg

Bestellung: Vertrieb Farbe + Design, Postfach 20,

D 7160 Gaildorf, oder beim Buch- und

Zeitschriftenhandel

Schweiz: VerkaufsbOro Stehli, FreudenbergstraBe 87,

CH 8032 ZOrlch, Ruf 01-3636665

Bezugspreis: Jahresabonnement DM 46,­

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eingesandte Beiträge. Nachdruck nur mit ausdrOcklicher

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FARBE + DESIGN 39/40


Die raumbildende Kraft der parll8

Parbräume - Raumfarben

Raum - Farbe - Kunst

Farb-Raum-Arbeiten des Malers Horst Lerche

Schwarzer Holz· und Stoffraum mit blauer Farbzone. Galerie 0 + C Mueller·Roth Stutlgart H!!L.- · 300 m B It 440 l "

, , U1ftf., , re e:, m, ange: 4,55 m

8 FARBE + DESIGN 39/40

Holz· und Stoffraum mit blauer Farbzone. Städt. Kunstsammlung und Kunstverein Gelsenkirchen, Höhe: 3,SO m, Breite: 4,50 m, Länge: 12,00 m

Die Entwicklung vom Bild über das Objekt zum Environment,

von der farbigen Fläche zum farbigen Raum ist nicht nur ein

formaler Vorgang. Es ist gleichzeitig ein Weg aus dem intimen

Bereich des einzelnen in den gemeinschaftlichen Bereich des

Öffentlichen und in einem gewissen Sinne oder gewissen Ausmaße

ein Weg von kommerzialisierter Kunst zur Kunst als gesellschaftliche

Aufgabe. Ein Bild und sogar noch ein Objekt

(bei Lerche aus Brettern, die an die Wand angelehnt sind) wird

zwar von einem Teil der Gemeinschaft betrachtet in Ausstellungen,

übt sicher auch in begrenztem Maße einen gewissen

Einfluß auf die Betrachter aus, aber landet letzten Endes zu

der Wald einer Privatwohnung, in einer Sammlung zur Befriedi·

gung von Bedürfnissen des einzelnen.

Lerches farbige Räume sind allerdings für den öffentlichen

Raum bestimmt. Dort sollen sie der Gemeinschaft dienen, helfen,

sie zu sensibilisieren, eine Atmosphäre zur Besinnung zu

schaffen, zur Kommunikation und zur Meditation. Dazu dienen

drei Elemente: erstens und vorrangig die Farbe selbst - Lerche

faßt sie als Farbe ))zu sich« auf. Als reine Farbe soll sie die

menschliche Psyche beeinflussen, seine Emotionalität erregen,

seine Unterscheidungsfähigkeit stärken - einmal monochrom

in Tönen einer einzigen Farbe, einmal polychrom in

mehreren Farben und ihren Akkorden - , zweitens das Material,

das die Farbe trägt - Holz und Gewebe - , beide organisches,

gewachsenes Material, und drittens wird ein Raum gestaltet,

ein psychodynamischer Bezug vom Raum zum Menschen

hergestellt, der ihn zwangsläufig zum Dialog auffordert.

Diese Kunst wird vom reinen malerischen Problem zur Angelegenheit

der Architektur. Das Experiment ist somit auch ein

FARBE + DESIGN 39/40 9


Raumkasten. Privatbesitz, Höhe: 50 cm, Tiefe: 20 cm, Breite: 65 cm

wichtiger Beitrag in der Diskussion um die sogenannte »Kunst

am Bau" oder besser. gesagt ein Beitrag für die Neugewinnung

der verlorengegangenen Kooperation bildender Kunst und Architektur.

Zu den Wandobjekten

»Vom Bild zum Raum" ist im Fall Lerches nicht einfach ein

Weg, auf dem ein Ausgangspunkt verlassen und ein Ziel erreicht

wird, sondern umreißt das allmählich gewonnene und

stetig erweiterte Spannungsfeld der gestalterischen Aktivitäten.

Dabei nehmen die »Wandobjekte(( eine für die Entwicklung

des Werkes ebenso bedeutsame wie auch für jenes Spannungsfeld

der gestalterischen Aktivitäten charakteristische

MittelsteIlung ein: sie weisen einerseits zurück auf das ältere,

noch eher traditionelle Bildschaffen und andererseits bereits

voraus auf den Gedanken der Raumgestaltung.

Es begann bei Lerche mit andschaftsbildern. nDie Landschaft

Norddeutschlands bedeutete lange Zeit ein entscheidendes

Erlebnis und den Anlaß, Malerei zu entwickeln, die sich

sehr dinglich, somit gegenständlich, mit den Strukturen von

weiten Flächen, Straßen und Flußausschnitten, tiefen Wolken,

auseinanderzusetzen suchte.(( Die in dieser Äußerung zur

Landschaftscharakterisierung verwendeten Adjektiva »weit"

und Htief« machen jenes Landschaftserlebnis als ein bereits

senr prononciertes Raumerlebnis kenntlich. Nicht minder bemerkenswert

im Hinblick auf die folgende Entwicklung sind

aber auch die Begriffe »Struktur« und »Fläche«: sie werden zu-

10 FARBE + DESIGN 39/40

Blauer Holz· und Stoff raum. Kaiser·Wilhelm·Museum, Krefeld, Höhe: 3,75 m, Breite: 7,00 m, Länge: 18,00 m

FARBE + DESIGN 39/40 11


Palmen. Hier sollte ein freies, leichtes, nur llschönes« Zelt geschaffen

werden, das zum Verweilen einlädt. Und auf dieses

Zelt hat nun Frei Otto und seine Tochter, die Künstlerin Bettina

Otto, ganz besonderen Wert gelegt. Sie gestalteten es zum

Kunstobjekt an sich, in dem technische Perfektion, ausgefeilte

Details mit freier künstlerischer Gestaltung zu einer Einheit

verschmolzen werden. Mit der Fertigstellung dieses inneren

Herzzeltes Anfang Juli dieses Jahres ist der Diplomatische

Club insgesamt fertiggestellt, ist ein in jeder Beziehung großartiger

Bau zu Ende geführt.

Das Heart·Tent: Obwohl es das kleinste der vielen Zelte ist, so

haben diesem inneren Zelt die Architekten doch die größte

Aufmerksamkeit geschenkt. So wie die von außen an den Bau

angelehnten Zelte als Zitate aus dem Wüsten· und Beduinenleben

angesehen werden können - die Beduinen errichteten ihre

Zelte gerne im Schutz der Wüstenforts -, so ist das Herzzelt

als ein Zitat früher kultureller Betätigung der arabischen

Völker anzusehen, die ihre Zelte oft schmückten und farbig gestalteten.

Die ursprüngliche Idee Frei und Bettina OUos ging daher auch

dahin, dieses llHeart Tent« farbig und künstlerisch in Textil zu

realisieren. Doch schnell stellte sich heraus, daß Textilfarben

unter der extremen Sonne Saudi-Arabiens sehr schnell verblassen

und vergilben würden. Man suchte also beständigere

Materialien. Mit den gläsernen Zelten des Münchner Olympia­

Geländes hatte Frei atto - in Zusammenarbeit mit Günther

Behnisch - ja große Zeltbauten mit Acrylic-Glasbedeckung

geschaffen. Bei immer intensiverer Befassung mit allen Vorund

Nachteilen, nach vielen Gesprächen mit Gabriel Mayer

14 FARBE + DESIGN 39/40

von der Mayer'schen Hofkunstanstalt in München, nach zahlreichen

Tests entschieden sich schließlich die Architekten, die

Künstlerin und der Bauherr für eine Ausführung, di'e es bisher

noch nie gegeben hatte: die Ausführung mit echten Mineral·

gläsern, die mit keramischen Schmelzfarben in mehreren

Brennvorgängen bemalt und schließlich im besonderen Verfahren

gehärtet wurden. Die komplette Ausführung übernahm

die Franz Mayer'sche Hofkunstanstalt, die alte und erfahrene

Glasmalerei- und Mosaikwerkstätte in München, in engster Zu·

sammenarbeit mit der Künstlerin Bettina Otto. Prof. H. G. von

Stockhausen fungierte als neutraler und objektiver Berater.

Das Gestaltungskonzept Bett i na Ottos besteht darin, das Zentrum

des Gartens oder des »Paradieses« nochmals durch erfundene

und erdachte Pflanzen, Blüten, Gewächse aller Art

und auch Tiere der Lüfte und der Erde zu bereichern (in Akzeptierung

der Regeln des Islam sollte später allerdings auf die

Tierdarstellungen verzichtet werden).

Neben diesem formalen und darstellenden künstlerischen

Konzept hatte Bettina atto ein äußerst durchdachtes Farbkon·

zep erarbeitet. Entsprechend einem der traditionell geschmu02kten

historischen Zelte sollte jedes Segment eine eigene

Grundfarbe besitzen. Die Farben bilden zusammen einen

sehr differerlziert abgestuften Farbkreis: von warmem Rot

über Orange, grünliches Ocker, Olivgrün hin zu immer kälter

werdenden Grün- und Vio!ettönen und schließlich zu kaltem

Rot. Blau kommt nur als Komplementärfarbe in den Bereichen

der warmen Rütfelder vor. Ansonsten ist die hauptsächliche

Komplementärfarbe des jp.weiligen Segmentes der Grundfarbe

des gegenüberliegenden Segmentes entnommen.

Noch bevor der endgültige Auftrag zur Ausführung dieser

künstlerischen Glashaut einer Stahlnetz-Zeltkonstruktion erteilt

worden war, hatte Bettina Otto und die Mayer'sche Hofkunstanstalt

in vielen technischen und künstlerischen Versu·

ehen nahezu die Fläche eines der zehn Segmente bemalt. Man

konnte nunmehr den Weg, man konnte das Wagnis der extremen

Sonnenbestrahlung (Spannungen durch unterschiedliches

Aufheizen der Gläser, Spannungen durch Hitze und Kälte,

Farbbeständigkeit, Einhängung der Gläser in die bewegliche

Stahlnetzkonstruktion, das Arbeiten mit offenen Fugen)

auf sich nehmen.

Die Arbeitsschritte:

Modell: Mit aller Sorgfalt wurde zunächst ein Modell im Maßstab

1 :50 gefertigt, das mit gespannten Textilbahnen belegt

und das bemalt wurde. Die Malerei sollte sowohl nach innen

wie auch nach außen wirken.

Die originalgroßen Werkzeichnungen: In den Ateliers der

Münchner Hofkunstanstalt wurden die kleinen Entwürfe zum

Teil mittels Projektion, zum Teil in freier Malerei auf Papierbahnen

übertragen. Um diese auf Papier gezeichneten Werkkartons

im Ganzen zusammenstellen und überprüfen zu können,

wurden diese Kartons in einer Münchner Schulturnhalle zusammengebracht.

Farb· und Malversuche auf dem Glas: Bettina Ottos ausgeklügeltes

Farb- und Hell-Dunkel-Konzept ebenso wie gestische

Pinselstriehe, die mit ruhigen Hintergrundflächen vereinbart

werden mußten, wurden ausprobiert.

Die Maße, der Glaszuschnitt: Von den Ingenieuren des Buro

Happold in England wurden die einzelnen Glasgrößen mittels

Computer errechnet. Man hatte sich zuvor auf ein grundsätzliches

Rastermaß von 326 mm geeinigt. Zwischen den Gläsern

soliten offene Fugen von 12 mm vorgesehen werden. Als Glas

hatte man 8 mm starkes Floatglas bestimmt. Die von den Inge·

nieuren des Buro Happold in England über Computer berech·

neten Einzeimaße, die cutting patterns, wiesen sowohl die Seiten-

wie auch die Diagonallängen aller einzelnen Glasscheiben

aus. Dem Grundprinzip solcher Stahlnetzkonstruktionen entsprechend

weisen sämtliche Gläser in den Eck· und Randbe·

reichen rhombische Abweichungen von der quadratischen

Grundform aus. Der Zuschnitt der Gläser mußte äußerst exakt

erfolgen (Toleranz +/- 1 mm), die Kanten waren zu säumen.

Werkstatteinrichtung: Das ca. 10 x 6 m große Atelier, das man

für die Durchführung dieses Auftrages in der Mayer'schen Hofkunstanstalt

vorgesehen hatte, mußte so eingerichtet werden,

daß die Malarbeit auf ca. 5 x 1,50 m großen Lichttischen durchgeführt,

daß die weit über 2.000 Einzelgläser, die sich maßlich

kaum erkennbar voneinander unterschieden, in Ordnung gehalten

werden, daß die zahlreichen Farben und Schmelzfarben

immer bereit und »aufgerieben« für den Malprozeß zur Verfügung

standen. Die Einzelscheiben mußten in eigens angefertigten

fahrbaren Regalen zu den Brennöfen transportiert werden

können.

Der Malprozeß: Teile der originalgroßen Werkkartons werden

auf die Lichttische gelegt, darC\uf - in sorgfältiger Ordnung

und unter Einhaltung der exakten Abstände - die Gläser. Nun

überträgt die Künstlerin - zum Teil in Abänderung des Werk·

FARBE+ DESIGN 39/40 15


kartons - die w.ichtigsten Entwurfslinien auf die Gläser. Es

folgt das Auftragen der Segment-Grundfarben, deren Dichte

und Farbintensität von größter Wichtigkeit ist. Die sorgfältig

angeriebenen Schmelzfarben werden sauber »vertrieben", um

ruhige Grundflächen zu erzielen. Nach dem Antrocknen beginnt

der Prozeß des Auskratzens aller Linien und Flächen des

Entwurfs. Die Gläser werden zum ersten Mal bei 630 oe gebrannt.

Danach wird - vorwiegend in den freien und ausgekratzten

Flächen - die Malerei der Pflanzen, Blätter und Blüten

durchgeführt. Auch hier kommt es zum Teil wieder zu l>Radierarbeiten".

Im ungebrannten Zustand dürfen dabei zwei Farben

nicht übereinander gemalt werden. Wo dies erforderlich

ist, muß neu gebrannt werden und dann die nächste Farbschicht

aufgetragen werden. Die reicher bemalten Feldteile

werden insgesamt bis zu drei- und manchmal viermal bei 630 0

gebrannt. - Die Schwierigkeit des Malprozesses liegt insbesondere

darin, daß die Künstlerin mit ihren Glasmaler-Mitarbeitern

die einzelnen Arbeits- und Zeichenvorgänge klar abstimmen

muß, denn schließlich müssen die bemalten Glasfelder

ja ihre künstlerische Handschrift tragen. Eine weitere

Schwierigkeit besteht darin, daß bei dieser besonderen Aufgabe

die Wirkung der Durchsicht (Innenansicht des Glaszeltes)

und der Aufsicht (Außenansicht des Zeltes) immer im Auge behalten

werden müssen. Im Prinzip handelt es sich bei einer solchen

Aufgabe um eine kombinierte Glasmal- und Hinterglastechnik.

Durch das Brennen verändern sich manche Farben. Auswechselung

und Neuanpassung sind erforderlich.

Als nächster wichtiger Arbeitsschritt erfolgt das provisorische

Aufstellen eines gesamten Zeltsegmentes am fast 10 m hohen

Ausstellungsfenster der Werkstätte. Dazu mußten komplizierte

Holzrahmenkonstruktionen aufgebaut werden, in die die

Einzelgläser eingestellt werden. Erst jetzt können die Künstlerin

und die Glasmaler ebenso wie Architekt und künstlerischer

Berater die Gesamtwirkung begutachten. Und es werden nunmehr

die Korrekturen und Verbesserungen durchgeführt und

wiederum in das Gesamtsegment eingebaut.

Als letzter werkstattmäßiger Arbeitsprozeß erfolgt nach Abnahme

und Gutheißung eines kompletten Segmentes das

16 FARBE + DESIGN 39/40

glastechnische Härten, d. h. die schnelle Erhitzung auf 700 oe

und die schnelle Abkühlung auf Raumtemperatur. Während

die normalen Brennvorgänge - um Spannungen und Brüche

im Glas zu vermeiden - jeweils ca. 18 Stunden in Anspruch

nehmen, sind diese Härtungs-Brennvorgänge innerhalb von 15 -

16 Minuten abzuwickeln. Durch die h,ierdurch künstlich erzeugten

Zug- und Druckspannungen innerhalb des Glasgefüges erhalten

die farbig bemalten Gläser unter anderem eine wesentlich

erhöhte Temperatur-Wechselbeständigkeit und Bruchfestigkeit,

so daß die einzelnen bemalten »Glasschindeln((

Wechselbäder zwischen kochendem und Eis-Wasser und Einzelbelastungen

bis zu 400 kg überstanden. Ebenso überstanden

die Gläser entsprechende Hitzebestrahlungen und Abkühlungen,

Die Grundkonstruktion des Zeltes: Die Konstruktion des Zeltbaues,

die von der Firma Stromeyer Ingenieurbau, Konstanz,

realisiert wurde, besteht ausschließlich aus eigens angefertigten

V-2A-Edelstahlteilen und entsprechenden Stahlseilen. Der

zentrale, unglaublich filigran wirkende Tragemast nimmt eine

Last von ca. 7 - 10 Tonnen pro Gratseil auf. Zwischen die einzelnen,

sehr starken Grat- und unteren Begrenzungsseile werden

nun - im Abstand der vorgegebenen Rastermaße - dünnere

doppelt laufende Vertikal- und horizontale Stahlseile eingezogen,

die das Netz bilden und wiederum die 8 mm starken

Glasschindeln tragen. Die Befestigung der Gläser an diesen

Stahldrähten erfolgt über speziell entworfene und gestaltete

Glasklipse aus V-2A-Stahl und Blei. Die Gläser selbst kommen

nur mit Blei in Berührung.

Zeitangaben: Die Ausführung der künstlerischen Verglasung

in der Franz Mayer'schen Hofkunstanstalt in München erfolgte

- ohne Unterbrechung - von Mai 1985 bis Januar 1986. In

dieser gesamten Zeitspanne war die Künstlerin Bettina Otto in

der Münchner Werkstätte tätig. - Die Montage an Ort und

Stelle erfolgte - nach einigen baulichen Verzögerungen - im

Juni und Juli 1986. Fertigstellung am 8. Juli 1986.

Franz Mayer'sche Hofkunstanstalt GmbH

Gabriel Mayer

FARBE + DESIGN 39/40 17


24

Werte erhalten

. dunh Schutz

Stotmeister GmbH

7894 Stühlingen

Tel. (07744) 57-0

Tel. (07744) 57-255

Telex 7921 445 stow d

FARBE + DESIGN 39/40

mit Farbe und Putz

Darstellung von

FarbkontrastPhänomenen

Die hier beschriebene Arbeit wurde während der FARB-INFO

'85 in Bottrop von einer internationalen Jury im Karl Miescher­

Ausstellungswettbewerb zur Farbenlehre mit einem ersten

Preis ausgezeichnet.

Autorenkollektiv: Thorsten Altmann, Angela Böttge, Christine

Bützow, Frank Dieck, Johanna Esser, Damir Gasparovic, Ricarda

Halbina, Sonja Hönes, Martin Holtmanns, Gudrun Kirsch,

Bernd Maske, Thorsten Mayer, Joachim Rzesnizcek, Silke

Salzmann-Bruhn, Jörg Saupe, Konstantin Sieveneck, Martin

Teschner, Uwe Watschounek, Barbara Westkämper und Gabriele

Zimmerbeutel, alle Düsseldorf

Zusammenfassung

Das Autorenkollektiv stellt verbal und visuell Vorschläge zur

Darstellung, Präzisierung und Anwendung des Flimmerkontrastphänomens

vor. An Einzelarbeiten werden Beispiele als

Empfehlung und Anregung für die Entwicklung von interdisziplinärem

designdidaktischem Lehrmaterial gegeben. Ausgehend

von bekannten Bildbeispielen sind unbunte Da.rstellungen

bunten gegenübergestellt, weiterhin Kontrastdarstellungen

verschiedener Autoren vergleichend interpretiert und letztendlich

das Kontrastphänomen an Designbeispielen dargestellt.

Die Farbmuster sind dem 24teiligen Farbkreis nach MIE­

SCHER (1948) entnommen. Die Farbbeispiele der Originalarbeiten

sind aus Qualitätsgründen im Siebdruck ausgeführt.

Maßstäbliche Veränderungen und Raster des Offsetdrucks geben

bei dieser Veröffentlichung nicht in jedem Falle die Qualität

der Originalarbeiten wieder.

Titel und Themen der Einzeldarstellungen:

1. Farbempfindung, Farbwahrnehmung, Druckfarben

2. Gegenüberstellung von Kontrastfiguren, die den Flimmerkontrast

verdeutlichen

3. Darstellung des Flimmerkontrastphänomens an Farben

großer Buntheit

4. Flimmerkontrast und Farbsättigung

5. FI immerkontrast an regulären Quadratrasterstrukturen

6. Experimente mit dynamischen Formen und Flimmerkontrastfarben.

7. Der Flimmerkontrast und )>Vibrierendes Bild«

8. Der Flimmerkontrast und geometrische Flächenkomposition

9. Das Flimmerkontrastphänomen am Beispiel eines geometrischen

Dekors

10. Flimmerkontrastfarben, Texte und typographische Formen

11. Flimmerkontrastphänomen am Beispiel einer scheinräumlichen

Strichrasterkomposition

12. Experimente mit Strichraster und Flimmerkontrasten

13. Darstellung des Flimmerkontrastes an zwei Vergleichsbildern

14. Der Flimmerkontrast. Darstellung an Bildinhalten. Minderund

des Kontrastes durch Konturierung.

Aus Kosten· und PtazierungsgrOnden sind die Texte und das Bildmaterial eingeschränkt wieder·

gegeben.

Farbempfindung, chromatische Abberration

und Akkomodation

Jede Farbe ist durch drei Merkmale charakterisiert: Buntton,

Helligkeit (Dunkelstufe oder Dunkelheit) und Buntheit (oder

Sättigung). Der Buntton oder Farbton kennzeichnet die Farbart

(Rot, Grün, Blau, Braun usw.). Unter Helligkeit wird die Intensität

einer Lichtempfindung verstanden. Sie vergrößert sich z. B.

beim Zumischen einer weißen zu einer bunten Farbe. Die Buntheit

einer Farbe ist der Farbabstand zu einem gleich hellen Unbunt

(Grau). Die Sättigung ist das Verhältnis von Buntheit zu

Helligkeit. ))Kontrast« ist nicht nur auf das Vorhandensein von

Helligkeits- und Bunttonunterschieden zu beziehen. Als Kontrastwirkungen

werden darüber hinaus die Vorgänge im Nervensystem

des Sehorgans bezeichnet, die durch Reizunterschiede

verändert werden (SCHOBER).

SCHOBER spricht vom Flimmerkontrast, wenn beim Betrachten

von angrenzenden unterschiedlichen Farbdarstellungen

die Augen zum schnellen Wechsel der Nah- und FerneinsteIlung

(Akkomodation) angeregt werden. Wie bei allen Sammellinsen

(Bikonvexlinsen) wird auch im Auge kurzweiliges Licht

- blau - stärker gebrochen als langweiliges Licht - rot -

(chromatische Abberation). Das bedeutet, daß die Brechkraft

der Augenlinse der jeweiligen Wellenlänge des einfallenden

Lichts angepaßt (akkomodiert) werden muß. Um einen roten

Wahrnehmungsgegenstand hingegen scharf abbilden zu können,

muß das Auge nah-akkomodieren, für einen blauen Wahrnehmungsgegenstand

hingegen fern-akkomodieren. Rechtsichtiges,

farbtüchtiges Sehen (normale Trichromasie) macht

bei unterschiedlichen Farbdarstellungen, die auf gleicher Ebene

liegen, unterschiedliche Entfernungseinstellungen notwendig,

um einen räumlichen Eindruck in der Entfernung der Farbflächen

zu kompensieren. Die Folge ist die Entstehung des

Flimmerns: ein schneller Wechsel der Nah-Fern-Akkomodation

der Augen. Durch diese Akkomodationsdifferenz erscheint

Blau bei gleicher objektiver Entfernung weiter entfernt als Rot.

Die Krümmung der Augenlinsen entsprechend zu verändern,

und damit die Fähigkeit zu akkomodieren, hängt von den auf

die Linse einwirkenden Muskelkräften und von der Elastizität

der Linse ab. Die Differenz der Brechkraft bei Einstellung des

Nahpunktes und des Fernpunktes heißt Akkomodationsbreite

und wird in Dioptrien (dpt) gemessen. Sie beträgt in jugendlichem

Alter zwischen 11 und 14 dpt. Mit zunehmender Alterung

verliert die Linse immer mehr an Elastizität. Ihre Fähigkeit zur

Brechkraftänderung und die Akkomodationsbreite nehmen da-

-her ab. Sie beträgt bei einem 30jährigen durchschnittlich noch

8,5 dpt, bei einem 40jährigen 6 dpt, bei einem 50jährigen

3,5 dpt und bei einem 60jährigen nur noch 1,5 dpt, wie bei einem

70jährigen. Die physiologische Erscheinung der Alterssichtigkeit

ist der Grund dafür, daß das Phänomen des Flimmerns

mit zunehmendem Alter abnimmt oder nicht mehr wahrgenommen

wird.

FARBE + DESIGN 39/40 25


Kontaktadresse:

Arbeitsgemeinschaft Farbkontraste

z. Hd. Prof. Richard Zülch

c/o Fachhochschule Düsseldorf

Fachbereich Design

Georg-Glock-Str. 15

4000 Düsseldorf 30

Literatur:

Burchartz, Max; Gleichnis der Harmonie

Prestel Verlag München 1949

GOllwitzer, Gerhard; Schule des Sehens, 3. Aufl.

Olto Maier Verlag Ravensburg 1966

Hickethier, Alfred; Das Ein·mal-elns der Farbe

OUo Maier Verlag Ravensburg 1978

Hollwich, Fritz; Augenheilkunde, 9. Aufl.

Georg Thieme Verlag Stuttgart 1979

Farbbild 7: Das Flimmerkontrastphänomen an einer scheinräumlichen Strichrasterkomposition

32 FARBE + DESIGN 39/40

Itten, Johannes; Kunst der Farbe

Ouo Maier Verlag Ravensburg 1978

KOppers, Harald; Farbe, 2. Aufl.

Caliway Verlag München 1973

Leydhecker, W; Augenheilkunde, 21 . Aufl.

Springer Verlag Berlin Heidelberg 1982

Metzger, Wolfgang; Gesetze des Sehens, 3. Aufl.

Verlag W. Kramer Frankfurt/Main 1975

Mieseher, Richter, Valberg ; Farbe und Farbensehen

Farbe und Design, Heft 7, Gaildorf 1977 und Heft 23/24, 1982

Müller, G. Conrad/ Rudolp, Mae; lieht und Sehen, 6. Aufl.

Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1969

Mutter, Edwin; Kompendium der Fotografie (3 Bände)

Verlag für Radio·Foto·Kinotechnik Berlin 1966 . 1965· 1969

Psychology Calendar;

Springer Verlag Berlin Heidelberg New York 1978

Schmidt, R. F./Thews, G.; Physiologie des Menschen, 20. Aufl.

Springer Verlag Berlin Heidelberg 1980

Schober, Herbert/Rentschler, Ingo; Das Bild als Schein der Wirklichkeit

Heinz Moos Verlag München 1972

Farbbilder 8 (a, bund cl: Flimmerkontrasttarben, Texte und typografische Formen

Farbbilder 9 (a, bund cl: Darstellung an Bildinhalten. Minderung des Kontrastes durch Konturierung

b

FARBE + DESIGN 39/40 33


48 FARBE + DESIGN 39/40

An der Sihl

2

Aussicht auf das Limmattal

DER

MALER

GOTrFR/ED

KELLER

Bruno Weber

In jungen Jahren glaubte Gottfried Keller (1819 - 1890) sich zum Maler berufen, was

auf Grund der früh sichtbaren Lust am Zeichnen und Malen wohl möglich schien. Ein

äusserer Anlass zur Künstlerschaft war 1834 die unbegründete Verstossung aus der Zürcher

Industrieschule, wodurch er mit 15 Jahren sich selbst und der Sorge seiner Mutter überlassen

blieb. Das Malerdasein dauerte als Lehr- und Leidenszeit volle neun Jahre (1834

bis 1843) und bildet den Hauptinhalt seines 1850- 1855 in Berlin geschriebenen Romans

Der grüne Heinrich. Eine Art Unterricht bei Peter Steiger und Rudolf Meyer (im Roman

die Meister Habersaat und Römer) war die einzige technische oder formende Hilfe, jeweils

kurz und von beschränktem Nutzen, und bis zum bitteren Ende blieb der fast ungelernte,

aber geborene Künstler ein bedürftiger Autodidakt. Es war ihm 1840 gelungen, mit dem

grossmütterlichen Erbteil nach München, einem Mekka des akademischen Kunststudiums,

zu ziehen, wo er zwei wenig fruchtbare, äusserlich erfolglose Jahre verbrachte und schwere

Krankheit. innere Not, Hunger, [1]

kennenlernte. Aus dem Elend kehrte er im November 1842 zurück, um beim mütterlichen

Herd zu überwintern; mit neuem Geld würde er wieder nach München fahren [2] . Es kam

anders. In der Autobiographie von 1876 schildert der Dichter, wie er in einem für seine

ungeheuren Bildkartons eigens gemieteten Atelier in der Winterkälte sich hinter die un ­

gemalten Bilder verkroch und erste Versuche zum Lebensroman niederschrieb [3] ; im

politischen Frühling des Jahres 1843, mit der plötzlichen Geburt des Lyrikers, starb in

ihm der berufsmässige Maler nach Monaten quälender Ungewissheit eines natürlichen

Todes, und fortan malte der Dichter nur noch gelegentlich als Freundesgabe ein Aquarell.

Seit den Schultagen hatte er nicht aufgehört zu schreiben, und in all den Jahren seiner

Malerzeit befand er sich auf einem sicheren Weg zum dichterischen Ausdruck; mit Bild ­

ideen, Gedichtversuchen und Prosafragmenten fül lte er Skizzen - und Tagebücher. Die

groteske Romantik seiner novellistischen Erstlinge ging zunächst mit einer fratzenhaften

Gestaltung von Baum und Fels in den gezeichneten Studien para llel; da er jedoch mehr

las und schrieb als zeichnete, schoss die Phantasie bald weit über die Grenzen seiner

handwerklichen Möglichkeiten hinaus, und bereits 1837 war eine enthemmte Naturschil ­

derung wie Die Nacht auf dem Uto, im Stile Jean Pauls, nicht mehr malbar: < Es war Mitternacht

geworden, der Mond stand mitten am Himmel und goss sein mildes Licht auf des

Berges Scheitel. auf der ich lag. Ringsherum verbreitete sich die Herrlichkeit des ganzen

Firmamentes. Tausend und tausend Sternbilder strahlten in ewiger Harmonie von ihrer

Bahn ; hoch über mir zog sich die Milchstrasse über den unermesslichen Plan. Ich sprang

auf und wandelte wonnetrunken zwischen den versilberten Fichtenstämmen umher, welche,

auf den hellen Rasen kräftige Schatten werfend, wie Tempelsäulen zum flimmernden Ge ­

wölbe emporstrebten. Feierliches Schweigen ruhte auf der ganzen Natur, kein Wesen

atmete ausser mir; nur aus dem Tale herauf drang ein leises, fernes Murmeln vom vorbei ­

fliessenden Strome, aus welchem der Widerschein des Mondes wie ein Stern aus der

dunklen, verworrenen Tiefe heraufglänzte> [4].

FARBE + DESIGN 39/40 49


50 FARBE + DESIGN 39/40

3

Waldpartie an einem

Sumpf oder Teiche

4

Felsige Wald partie

Unter den vielen bekannten Doppelbegabungen ist Keller, wie Goethe und Stifter,

der bedeutende Einzelfall. Bei zeichnenden und malenden Dichtern zeigt sich als Regel

ein geistreicher Dilettantismus, der nur wenige in die unbekannten Bezirke des Sehens

führt (Sterne, Gogol, Hugo, Strindberg). Manchmal erscheint das künstlerische Talent im

Lichte des Dichters sehenswürdig, einige halten sogar das Gleichgewicht in verschiedenen

Ausdrucksformen (Blake, Busch, Barlach, Arp) ; für Stifter, der nicht wählen konnte, wurde

die eigentliche Doppelbestimmung zum Lebensproblem. Kellers Malerdasein ist aber ein

Stadium, das erste, seiner künstlerischen Entfaltung, welche stets schubweise mit langjährigen

Pausen erfolgte; sein endlicher Entschluss, das Ergreifen des einen und der Verzicht

auf das andere, war als Weg zu sich selbst in harten Jahren schwer errungen. Diese

Phase, die auch dem alten Keller immer bedeutsam erschien [5], hinterliess aber als Umweg

in der Zeit das lebenslange Gefühl einer verpfuschten Jugend. Zahlenmässig ist der sichtbare

Niederschlag dieser Jugend nicht erheblich; der Zeichner Goethe, von dem Keller

übrigens keine hohe Meinung hatte, hinterliess als ein Lebenswerk über 2000, der Maler

Stifter, der manches wieder zerstörte, immerhin über 100 Nummern. Von Keller sind aus

den neun Malerjahren, grösstenteils im Nachlass, erhalten: 15 Gemälde auf Leinwand oder

Papier, davon 11 aus der Münchner Zeit, 39 Aquarelle, Pinselzeichnungen und vorbereitende

Kartons, eine kleinere Anzahl Skizzen und Studien mit Bleistift oder Feder und 15

Kopien aus der Zürcher Zeit, meist nach Rudolf Meyer. Ferner sind 7 Aquarelle aus späteren

Jahren (1849-1873) und bedeutsame Kritzeleien auf Schreibunterlagen und Manuskriptseiten,

auch in den Ratsprotokollen des Staatsschreibers, bekannt. Ein Teil von

unbekanntem Umfang des Hervorgebrachten ging 1842 in München zum Trödler: Keller

verkaufte die Blätter einzeln, zu 24 Kreuzer das Stück, für seinen Lebensunterhalt, wie er

es im Roman beschrieben hat [6] .

Die Welt seiner Malerei ist die ruhende Landschaft Arkadiens: Bäume aller Art,

besonders Eichen, Buchen, Föhren, sodann Gräser, Kräuter, Buschwerk, besonders Doldengewächse,

ganze Laubmassen, Wald und Wurzeln, Steine und Felsen, Bäche oder

stille Gewässer, Täler, Hügel und freundliche Wolken, die ganze helle Tageszeit der grünen

Natur. Diese Gegenstände fand er unmittelbar in der Zürcher Umgebung, am Wolfbach,

an der Sihl, in den sonnenbeglänzten Wäldern des Zürich - und Uetlibergs. In München,

wo er wenig nach der Natur zeichnete, war ihm die ferne Heimat, Wohnraum seiner Seele,

eine Quelle der Inspiration. Er fand aber früh schon Ideen und Vorbilder, welche bewusster

wirkten als die Lehren Meyers oder das wechselnde Antlitz der Natur; als er im April 1840

nach München reiste, packte er in den Koffer, neben anderem, < 2 Bändchen von Goethes

Werken, Diderots Versuch über die Malerei, Gessners Briefwechsel mit seinem Sohne,

1 grosses Portefeuille mit Studien und Kupferstichen, 1 kleines Portefeuille mit Bleistiftskizzen

und kleinem Mist, 1 rotes Portefeuille mit zwei Heften von Calame und der Sammlung

radierter Blätter von Meier> [7] . Als Maler war Keller ungemein lesehungrig. Gessners

Brief über die Landschaftsmahlerey an Herrn Füesslin von 1787 hat er eifrig studiert [8],

und möglicherweise sind ihm auch Neun Briefe über Landschaftsmalerei von C. G. Carus

(1831, 2. Auf!. 1835) nicht fremd geblieben, jedenfalls hat er dessen Mitteilungen über

Friedrich der Landschafter im Cottaschen Kunstblatt vom Oktober 1840 in sich aufgenommen.

Goethes Gedanken über Kunst waren ihm genau bekannt und später für den

grünen Heinrich tiefgründige Offenbarung [9]. Die entsprechenden Werke der Graphik

haben ihn unmittelbar beeindruckt, heroische Landschaftsradierungen der Hollär.der Swanefeldt,

Waterloo, Berchem, Everdingen (alle von Gessner empfohlen), die Blätter Johann

Christian Reinharts, Nachbildungen der grossen Gemälde von Poussin, Claude Lorrain und

Ruysdael, die radierten Werke der Zürcher Landschafter Salomon Gessner, Ludwig Hess,

Heinrich Rieter, Emanuel Steiner, Johann Heinrich Meyer. Vom grünen Heinrich werden

Waterloo, Gessner und Reinhart namentlich erwähnt, als ihm mit den Landschaftsradierungen

in der Mappe des Oheims zum ersten Mal entgegentritt

[10]. Im Nachlass des Dichters zeugen noch zahlreiche solcher Blätter von der

Blickrichtung des jungen Malers auf eine bestimmte enge Tradition: 4 Merian, 1 Waterloo,

1 Eg. Sadeler nach Jan Bruegel,3 Ludwig Hess (Aquatinta), 10 Radierungen von Christian

FARBE + DESIGN 39/40 51


30. 8. - 2. 9. Utrecht

7. 9.-13. 9. Helsinki

16. 9.-21. 9. Mailand

22. 9. -27. 9. Valencia

2.10.-11. 10. Lissabon

15. 10. - 18. 10. Salzburg

21.10.- 25. 10. Hongkong

8. 11. - 12. 11 . Brüssel

Bekleidungswirtschaft

Farbe '87, Köln

Internationale Möbelmesse

HABITARE - Internationale Ausstel lung

für Möbel und Einrichtungen

Italienische Möbelmesse

Internationale Möbelmesse

INT!:RCASA -

I.nternationale MÖbelausstellung

Osterreichische Möbelfachmesse

Salzburg

Modern Home

Internationale Möbelmesse

10. 9. -13. 9.

13_ 9. - 15. 9.

20. 9. - 22. 9.

25. 9. - 27. 9.

4. 10. - 7. 10.

12. 10- - 15. 10.

18. 10_ - 20. 10.

27. 10. - 29. 10.

Stockholm

Zürich

New York

Salzburg

München

New York

Düsseldorf

Frankfurt

Internationale Modemesse

für Herren-, Damen- und Kinderbekleidung

MODEXPO - Internationale Messe

für Damenbekleidung

New York Pret

MODE MADE IN AUSTRIA

MODEWOCHE MÜNCHEN

New York Fabric Show

155. IGEDO

58. Interstoff

Heim- und Haustextilien I Decken·, Wand· und Bodenbeläge

9. 1. -12. 1.

16. 1. -19. 1.

31. 1.- 3. 2.

31. 1. - 3. 2.

19. 2. -22. 2.

20. 2. -22. 2.

22. 2.- 24. 2.

22. 2.-25. 2.

26. 2.-28. 2.

28. 2. - 1. 3.

6. 3. -10. 3.

Florenz

Thessaloniki

Paris

Gent

Kopenhagen

Köln

Amsterdam

Oslo

Madrid

Salzburg

Mailand

Pitti Uomo - Salon für Herrenmode

TEXTILlA - Internationale Messe

für Textilien und Bekleidung

SEHM - Internationale Herrenund

Knaben-Bekleidungs-Fachausstellung

TEXTIRAMA - Internattonale Textilund

Bekleidungsmesse

FUTURE FASHIONS SCANDINAVIA -

Skandinavische Herrenmoden-Messe

Internationale Herren-Mode-Woche Köln

MaDAM - Modefachmesse

MOTEUKEN - Modewoche

IMAGENMODA - Internationale

Damenmodemesse

Internationale Fachmesse

"JIM" - .,ER" - "es"

MODIT -

8. 1. -12. 1.

14. 1. -17. 1.

20. 1. - 24. 1.

Mai

Mai

10_ 5. -14. 5.

24. 5. - 27. 5.

20. 6. -22. 6.

13. 9. -17. 9.

Paris

Frankfurt

Valencia

Mailand

Toronto

London

Paris

Kopenhagen

Utrecht

Internationale Fachmesse

für Teppiche und Bodenbeläge

heimtextil '87 - Internationale

Fachmesse für Heim· und Haustextilien

TEXTILHOGAR - Ausstellung

für Heimtextilien

STAR - Internationale Ausstellung

für Haus· und Heimtextilien

International Kitchen & Bath Expo

INTERIOR DESIGN INTERNATIONAL

PARITEX - Internationale Fachmesse

für Tapeten, Wandbeläge, Dekostoffe

und Gardinen

TEXPO - Fachmesse

für Heim· und Haustextilien

InterDecor - Fachmesse

für Heimtextilien und Bodenbelag

8. 3. -10. 3. New York

Damenoberbekleidungskollektion

New York Pret

Büro, Organisation, Kommunikation und Datenverarbeitung

8. 3. -10. 3. Grenoble SIG - Internationale Messe 4. 3. - 11 . 3. Hannover Hannover·Messe CeBIT

12. 3. -15. 3.

13. 3. -15. 3.

22. 3.- 24. 3.

24. 3.-26. 3.

29. 3. - 1. 4.

30. 3. - 1. 4.

5. 4. - 7. 4.

26. 4. -28. 4.

12. 6.- 15. 6.

3. 7. - 6. 7.

18. 8.-20. B.

21. 8. -23. 8.

27. 8. -30_ 8.

28. 8.-30. 8.

Stockholm

Salzburg

Zürich

London

München

New York

Frankfurt

Düsseldorf

Thessaloniki

Florenz

New York

Köln

Kopenhagen

Salzburg

für Wintersportartikel und Mode

Internationale Modemesse

für Herren-, Damen- und Kinderbekle idung

MODE MADE IN AUSTRIA -

ÖSFA lNTERNATIONAL

MODEXPO - Internationale Messe

für Damenbekleidung

Fashion Fabrex Exhi bition

MODE-WOCHE MÜNCHEN

New York Fabric Show

57. Interstoff

153. IGEDO - Internationale Modemesse

TEXTILlA - Internationale Messe

für Textilien und Bekleidung

Pitti Uomo - Salon für Herrenmode

TAFE - Trimmings, Accessories

& Fabrics Exposition

Internationale Herren-Mode-Woche

FUTURE FASHIONS SCANDINAVIA _

Skandinavische Herrenmode-Messe

und Skandinavische Modewoche

Internationale Fachmesse "JIM" -

6. 4. -11. 4.

5. 5.- 9_ 5.

8. 9. -12. 9.

14. 9.-19. 9.

19. 9.-24. 9.

28. 9. - 3.10.

Oktober

1.10.- 7. 10.

12. 10. -16.10.

19. 10. - 23. 10.

Paris

Wien

Basel

Paris

Mailand

Basel

Luxemburg

Stockholm

Zagreb

München

SICOB - Fachausstellung für Büro.

organisation, EDV, Telekommunikation

ifabo - Internationale Fachmesse

für Büroorganisation

SWISSDATA

SICOB - Internationale Ausstellung

Datenverarbeitung, Telematik, Kommuni·

kationstechnik und Büroorganisation

SMAU - Internationale Messe

für Informationssysteme, Telematik,

Büromaschinen

BÜFA - Fachmesse

für Daten· und Textverarbeitung,

Büroeinrichtung und ·organisation

bureautec - Interregionale Fachmesse

für Bürotechnik und Kommunikation

DATE· BUREAU - Internationale

Büroausstell ung

INTERBIRO - InternatJonale Ausstellung

von Datenverarbeitungsmitteln

und Bürowirtschaft

SYSTEMS '87 -

30. 8. - 2. 9.

30. 8. - 2. 9.

September

Amsterdam

Oslo

Madrid

" ER« - "es« - Fachausstellung

für junge internationale Mode

MaDAM - Modefachmesse

MOTEUKEN - Modewoche

IMAGENMODA - Internationale

18.11.-20. 11 .

22. 11.-27. 11 .

Toronto

Madrid

Computer und Kommunikation

Canadian Computer Show & COhference

SIMa - Internationale Messe

für Bürobedarf und Datenverarbeitung

Damenmodemesse Lehrmittel

September

6. 9. - 9. 9.

Brüssel

Düsseldorf

VESTIRAMA - Bekleidungsmesse

154. IGEDO - Internationale Modemesse

16. 2.-20. 2. Hannover didacta - Die internationale

Bildungsmesse

Im Rahmen der Internationalen Fachausstellung

für Farbgestaltung und -anwendung

- Farbe '87 - , die vom 26. bis

29. März nächsten Jahres in Köln stattfindet,

führt der Hauptverband des deut·

sr!1en Maler- und Lackiererhandwerks

den Internationalen Maler- und Lackiererkongreß

durch.

Kern der Fachmesse wird eine neutrale

Sonderschau zum Thema ,Farbe im Ar·

beitsbereich' sein.

66 FARBE + DESIGN 39/40

78. Internationale

Frankfurter Messe

Frühjahrsmesse '87

vom 21. bis 25. Februar 1987

( , Weltweit bekannte Messe

für Konsumgütertrends

) Rund 4300 Aussteller in neun Hallen

Die Fachmessen der Frühjahrsmesse

'87 sind wie folgt placiert:

- Fachmesse Gedeckter Tisch'

rund 800 Aussteller, Halle 10'

- Fachmesse Küche und Hausrat·

ru nd 450 Aussteller, Halle 9 '

- Fachmesse Kunsthandwerk

und Kunstgewerbe;

rund 810 Aussteller- in Hallen 5 und 6

- Fachmesse Schönes Wohnen;

rund 450 Aussteller, Halle 4

- Fachmesse Wohnraumleuchten;

rund 200 Aussteller, Halle 4

,- Fachmesse Papier, Bürobedarf,

Schreibwaren;

rund 770 Aussteller, Hallen 8 und 9

- Fachmesse Schmuck, Uhren,

Raucherbedarf;

rund 410 Aussteller, Halle 6

- Fachmesse Drogerie-, Parfümerie·,

Friseurbedarf;

rund 280 Aussteller, Halle 3

- Länderbeteiligungen;

rund 180 Aussteller, Hallen 2 und 7

Der Wettbewerb Design Plus wird wieder

vorbildlich gut gestaltete, jurierte Pro·

dukte von Ausstellern sowie von Desi-

WETIBEWERBE

Karl-Miescher-Ausstellungs·

preis zur Farbenlehre

Auf der FARB-INFO '87 (Intern. Farbtagung

vom 8. - 10. akt. 1987 an der TU,

Berlin) wird zum siebenten Mal der Karl·

Miescher-Ausstellungspreis zur Farbenlehre

verliehen. Dieser Preis wurde bisher

an Studenten aus den Bereichen

Farbgestaltung, -metrik, -technik und

-physiologie verliehen. Die Bestimmungen

für die Teilnahme können beim

Deutschen Farbenzentrum angefordert

werden.

Anmeldungen bis spätestens 15. Sept.

1987 an das Deutsche Farbenzentrum,

Bozener Str. 11 - 12, 1000 Berlin 62.

Farb-Design-Preis 1986/87

ausgeschrieben

Für den 3. Internationalen Farb-Design·

Preis werden Farbanwendungen in den

Bereichen Architektur (Fassaden und In·

nenräume) und Industrie-Design und für

den Bereich Didaktik Beiträge zur Gestaltungslehre

gesucht. Der unter der

Schirmherrschaft des design-centersstuttgart

stehende Preis ist mit insgesamt

40.000 DM dotiert, wobei die inter·

nationale Jury die Festlegung für die ein·

zeinen Arbeiten übernimmt.

Zum erstenmal wird im Zusammenhang

mit dem Internationalen Farb-Design·

Preis der Preis der Deutschen Lackindu·

strie ausgeschrieben, der zusätzlich mit

10.000 DM dotiert ist. Hier werden Farbgestaltungen

zum speziellen Thema »Ar·

beitswelt«, also Arbeitsplatzgestaltung,

gesucht. Es bleibt der Jury vorbehalten,

den Preis einer Arbeit bzw. mehreren Arbeiten

zu entsprechenden Anteilen zuzuerkennen.

Teilnahmeberechtigt sind alle Architekten,

Farb-Designer, Industrie-Designer

und Behörden, die Objekte farbig gestalten.

Ausschreibungsunterlagen können

angefordert werden über:

Farb-Design-International e. V.

Dannecker Straße 52

7000 Stuttgart 1

Abgabetermin: 20. Dezember 1986

gnern und Nachwuchsentwerfern vor·

stellen.

Er wird als Doppelwettbewerb für die Bereiche

Tisch und Küche sowie Papier/

Büro durchgeführt. Folgende Themen

sind ausgeschrieben:

- Küche als kreativer Arbeitsplatz

- Gedeckter Tisch

Beleuchtung im Stadtbild

Wettbewerbsinformation für Berlin

Das Berliner Stadtbild wird wie alle

Großstädte in der Dämmerung und in

der Dunkelheit geprägt durch die Be·

leuchtung der Stadt. Neben der Straßenbeleuchtung

und Anstrahlung von wich·

tigen Gebäuden spielen Schaufenster·

beleuchtungen und die Lichtwerbung ei·

ne besondere Rolle. Besonders im inneren

Stadtbereich wird dieser Einfluß

deutlich. Die Häufung gelungener Anla·

gen vermittelt durchaus das Gefühl, wie·

der in der Metropole Berlin der 20er Jah·

re zu sein. Auch heute wird mit der Licht·

werbung der Kunde und Käufer angesprochen

und das Ambiente einer Groß·

stadt erzeugt.

Die Lichtwerbung in Deutschland kann

auf eine lange Tradition zurückblicken.

'Bereits vor der Jahrhundertwende gab

es in der alten Reichshauptstadt Berlin

die erste deutsche Lichtwerbung. Bald

nach dem Auftauchen feststehender Anlagen

wurden auch gesteuerte Reklamen

eingesetzt. Die führende Stellung

Berlins auf diesem Gebiet wurde durch

den Zweiten Weltkrieg beendet, denn die

Stadt konnte ihre einstmals hervorragende

Stellung als Metropole mit der besten

Großraumlichtwerbung nicht zurückerobern.

Trotzdem haben in Berlin nach

dem Kriege viele Unternehmen, viele Designer

durch neuartige Lichtwerbungen

Zeichen für eine moderne, attraktive und

ästhetisch befriedigende Gestaltung gesetzt.

Der Senator für Bau· und Wohnungswesen

wird diese Entwicklung zum Anlaß

nehmen, einen Wettbewerb auszuschreiben,

bei dem gelungene Beispiele von

Lichtwerbung und Schaufenstergestaltung

mittels Licht ausgezeichnet und

veröffentlicht werden sollen. Folgende

Schwerpunkte der Gestaltung einer

Lichtwerbeanlage werden bei der Wettbewerbsentscheidung

beurteilt werden:

1. Die Wirkung der Anlage auf den Betrachter,

sowohl bei Tage wie bei

Dunkelheit

2. Die handwerkliche Ausführung der

Anlage und das verwendete Material

3. Die lichttechnische Qualität

4. Die harmonische Einpassung in die

Umgebung und das städtebauliche

Gesamtbild

- Feiern - Gala, Bankett, Party

- Schreibtisch als Lebensraum.

Die Poster·Edition mit Motiven bekannter

internationaler Künstler wird zur

Frühjahrsmesse '87 fortgesetzt mit einem

eigens für die Messe geschaffenen

Motiv des kanadisch/amerikanischen

Künstlers John Sherlock Hersey.

Wettbewerb »Design

der Zukunft in den Köpfen

der Designer heuteu

Das Ergebnis des vom Internationalen

Design Zentrum Berl in ausgeschriebenen

Wettbewerbs uDesign der Zukunft in

den Köpfen der Designer heute« liegt

jetzt vor. Die Jury wahlte von 33 eingesandten

Wettbewerbsbeiträgen aus dem

In· und Ausland 5 Arbeiten aus, deren

Autoren in das 5. Forum des IDZ Berlin

berufen werden. Weiteren 5 Arbeiten

wurde eine besondere Anerkennung

ausgesprochen.

In diesem Wettbewerb ging es um die Erweiterung

von Theorie und Prax is im gestalterischen

Bereich, um die Suche

nach Modellen, Produkten, Definitionen

und Vorschlägen, die es uns ermögli·

chen sollen, die Sicht auf die Zukunft gestalterisch

zu erfassen und entsprechende

Theorien und Konzepte zu entwikkein.

Angesprochen waren Designer, Architekten,

Kunsthistoriker, Soziologen,

Studenten und eine interessierte Fachöffentlichkeit.

Die Autoren der 5 prämierten Arbeiten

werden ihre Beiträge während des zum

gleichen, etwas allgemeiner abgefaßten,

Thema stattfindenden Forumkongresses

'86, der am 12. und 13. Dezember

1986 mit internationaler Referentenbesetzung

stattfinden wird, in einer Aus·

stellung der Öffentlichkeit vorstellen.

Die mit besonderer Anerkennung ausge·

zeichneten 5 Arbeiten werden ebenfalls

während des Forumkongresses ausgestellt.

Bayerischer Staatspreis

für Nachwuchsdesigner

1. Das Bayerische Staatsministerium für

Wirtschaft und Verkehr stiftet einen

Bayerischen Staatspreis für Nach·

wuchsdesigner fü r die Absolventen von

Designausbildungsstätten der Bundes·

republik Deutschland einschließlich Ber·

lin (West) und für Nachwuchskräfte im

gestaltenden Handwerk.

Dieser Preis wird 1987 erstmals verliehen.

Zweck dieses Preises ist es, den beson·

FARBE + DESIGN 39/40 67


BÜCHER

Ornamente I Ornaments

von Philipp Luidl, Helmut Huber

368 Seiten, 4500 Strichabb.,

Text in Deutsch u. Englisch, Register,

15 x 23 cm, kart.

DM 32,00

Verlag Bruckmann KG, München

Ornamente in Gestalt von Zierleisten, Initialen

und Vignetten gehören zum festen

Bestandteil der Buchkunst. Der

Buchschmuck spiegelt auch die stilistische

Entwicklung der jeweiligen Epoche.

Der in Jahrhunderten gesammelte

Vorrat an gedruckten Ornamenten ist

sehr umfangreich und heute, nach Jahrzehnten

der fast vollständigen Ornamentfeindlichkeit,

wieder gefragt.

Für alle, die sich erneut auf das Ornament

besinnen - Typografen, Grafik­

Designer, Maler, Kunsthandwerker - ,

bietet dieser neue Band in der Fachbuchreihe

novum press eine umfangreiche

Auswahl aus allen Epochen.

Malen - Erziehung zur Farbe

Von Gottfried Tritten

1. Auflage 1985, 294 Seiten mit 328

schwarzweißen und 369 farbigen Abbildungen,

Format 23 x 29,7 cm, gebunden

Preis: DM 112,-

Verlag Paul 'Haupt, Bern und Stuttgart

Im Gegensatz zu seinem Buch "Erziehung

durch Farbe und Form«, in dem

Gottfried Tritten sowohl die graphischen

wie die farbigen Mittel des bildnerischen

Gestaltens darstellt, beschränkt er sich

in seinem neuen Buch nur auf das Ma­

Ien. Der bekannte Kunstpädagoge zeigt

seine Erfahrungen und seine weitschichtige

Auffassung der bildnerischen Arbeit,

die handwerkliches Rüstzeug, logische

Denkprozesse und emotional-intuitive

Grundlagen in einen sinnvollen Zusammenhang

zu stellen sucht.

Aus dem Inhalt:

Ziele - Methoden - Technologie -

Die Farbe in der Malerei - Von der Pinselspur

zur Pinselzeichnung - Untersuchung

des Malvorganges - Untersuchungen

zu einem Thema - Von der

Pinselzeichnung zur Malerei - Vom

Fleck zur Malerei - Farbdifferenzierung

- Von der Umsetzung zum malerischen

Ausdruck - Malerei und Collage - Verschiedene

Malgründe und MaImaterial ien

- Die Malerei als Mittel der Umweltveränderung.

78 FARBE + DESIGN 39/40

Malmaterial und

seine Verwendung

von M. Doerner,

bearbeitet von H. G. Müller

16. Auf!. 1985, 340 Seiten, 80 Abb.,

19 x 27 cm, geb.

DM 68,00

Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart

Zum ll Malmaterial« gehören nicht nur

Malfarben, Pigmente, Malmittel und Bindemittel,

sondern auch Pinsel und Malgründe

vom Papier bis zu den Leinwänden

und zur kalkverputzten Wand. Vor

Aquarellmalerei -

Schritt tür Schritt

von Arthur A. Guptill

2. Auflage 1986, 165 St:!iten

mit 183 schwarzweißen u;ld farbigen

Abbildungen und 29 farbigen Tafeln,

Format DIN A4, gebunden

DM 54,00

Bauverlag GmbH, Wiesbaden

Arthur A. Guptill illustriert in diesem

Buch hervorragend die verschiedensten

Techniken der Wasserfarbenmalkunst

unter besonderer Berücksichtigung der

Aquarelltechnik und erzählt dem Leser

alles, was er über Farbpigmente, Ausrü-

Texti Igesta Itung

von Ingeborg Bohne-Fiegert

1. Auf!. 1986, 264 Seiten, 238 Bilder, davon

14 farbig, 17 x 24 cm, Pappeinband

DM 28,00

VEB Fachbuchverlag Leipzig

Das Buch ist sowohl für Laien gedacht

als auch für Erfahrene, denen an schöpferischer

Tätigkeit liegt. Besonderer

Malen - Handbuch der

bildnerischen Erziehung

von Gottfried Tritten

1. Aufl. 1985, 294 Seiten,

328 schwarzweiße und 369 farbige Abb.,

23,5 x 30 cm, gebunden

DM 112,00

Verlag Paul Paupt Bern und Stuttgart

Sein neuestes Buch llMalen« legt Zeugnis

ab von der langjährigen pädagogischen

Tätigkeit und Erfahrung. Aufgeteilt

in 65 verschiedene Arbeitsbeispiele,

versehen mit einem reichen und sorgfältig

zusammengestellten Bildmaterial,

werden einzelne Arbeiten von Kindern

und Jugendlichen vorgestellt. Die Palette

erstreckt sich von der Einzelarbeit in

der Vorstufe bis zur Gemeinschaftsar-

der Verwendung von Malmaterial ist es

gut, etwas über das Thema "Mal material

und Gesundheitsschutz« zu wissen, und

es ist nützlich, über Lichtechtheitsprü·

fungen und -bezeichnungen, die Herstel·

ler vornehmen, und wie man sie selbst

kontrollieren kann, informiert zu sein.

Viele einfarbige Abbildungen und Farb·

tafeln kommentieren die Ausführungen

über die Herstellung von Malfarben und

-pinseln, das Handschöpfen von Malpa·

pieren und deren Herstellung.

Die 16. Auflage dieses Standardwerkes

spricht für seine Qualität.

stung, Malutensilien, Farbtheorien,

Farbübungen, Malmethoden, Kopieren

von Fotografien, Komposition und Be·

leuchtung, Stilleben- und Landschafts·

malerei, Malen im Freien und im Atelier

u. a. wissen sollte.

In 25 Kapiteln - mit einer Reihe von

Übungsaufgaben - wird jeder Mal·

!=)chritt genauestens beschrieben, so daß

der Malschüler jedes Problem und seine

Lösung nachvollziehen kann.

Der Autor verwendet außerdem viel Zeit

für angrenzende Probleme und Metho·

den, wie Lichtreflexionen, architektoni·

sche und andere Probleme beim Malen

nach der Natur.

Wert wird auf das Kennenlernen der

klassischen Techniken, wie Weben,

Flechten, Knüpfen, Applizieren, Sticken,

Drucken und Färben, gelegt. Es werden

aber auch Möglichkeiten zeitgemäßer

Neuschöpfungen gezeigt, die jedoch auf

traditionelle Herstellungsweise und Materialien

aufbauen. Zahlreiche Arbeitsanleitungen

und umfangreiches Bildmaterial

regen zum Nach- und Weiterdenken

und zur schöpferischen Arbeit an.

beit in der Abschlußklasse. In den Begleittexten

zu den Arbeiten werden die

Planung, das Material, die Durchführung

sowie die Deutung und Auswertung eingehend

besprochen. Hier zeigt Gottfried

Tritten seine Erfahrung und seine weitgespannte

Auffassung der bildnerischen

Erziehung, die handwerkliches Rüstzeug,

logische Denkprozesse und emotional-intuitive

Grundlagen in einen sinnvollen

Zusammenhang zu bringen sucht.

Dem Praktiker wird damit ein Arbeitsinstrument

in die Hand gegeben, das ihm

hilft, seiner kunsterzieherischen Aufgabe

gerecht zu werden.

Das mit zahlreichen Bildern versehene

Buch ist eine hervorragende Grundlage

zur Einführung in die Malerei.

. BÜCHER

Patina

Nutzen und Nachteil der Restaurierung

von Thomas Brachert

1. Aufl. 1985,224 Seiten, 69 einfarb. und

11 vierfarb. Abb., 17,5 x 24,5 cm, Linson

DM 58,00

Verlag Georg D. W. Callwey, München

Der Begriff Patina steht in diesem Buch

als Synonym für Alterungsvorgänge an

Kunstwerken und schließt auch Konservatorisches

mit ein.

In einer Zusammenschau künstlerischen,

wissenschaftlichen und restauratorisch-technischen

Wissens, wie es nur

in langer Praxis erworben werden kann,

gliedert der Autor den Stoff in folgende

Abschnitte:

- Definition des Begriffes Patina. Vom

Patina-Bewußtsei n.

- Kritik der Renovation. Auseinandersetzung

mit der Fragwürdigkeit des

Restaurierungsgedankens.

- Die Patina in der Malerei: Firnisgilbung

und farbliche Veränderungen,

bedingt durch Malmaterial und Technik.

- Die Patina polychromierter Skulpturen:

das Original und seine Verwandlungsstufen,

Patina als Stilmittel.

- Die natürlichen und künstlichen Patinen

von Bronzen, Messing, Kupfer,

Gold und Silber, Zinn, Blei, Zink und

Eisen.

- Die Patinen von Keramik, Terrakotta,

Fayence und Porzellan.

- Glaspatinen

- Steinpatinen

- Die Patina organischer Materialien:

Elfenbein, Bernstein, Textilien und

Papier.

- Die Patina von Möbeln und hölzernen

Musiki nstrumenten.

Der Autor beschreibt die komplexen AIterungsvorgänge

an Kunstwerken und

die wichtigsten Aspekte konservatorischer

Verfahren, somit Nutzen und

Nachteil heutiger Restaurierung und die

durch diese bewirkten Veränderungen

am Kunstwerk. Das Buch wi 11 dabei ganz

besonders auf die Folgen unreflektierter

Maßnahmen am Kunstwerk aufmerksam

machen: was beispielsweise als unumgängliCher

konservatorischer Eingriff

eventuell zu unternehmen bzw. zu unterlassen

wäre. Jeder Restaurierungsversuch

schließt die Gefahr der Manipulation

oder gar der Entstellung des Kunstwerks

ein. Das Buch zeigt Möglichkeiten,

diesen Problemen bewußt gegen­

Überzutreten, sie theoretisch wie handwerklich

zu lösen.

Bildwörterbuch der Kunst

von H. Lützeler

3. Auflage, 448 Seiten, 3232 Stichwörter,

1 240 Zeichnungen, 12 x 18,5 cm, kart.

DM 19,80

Ferd. Dümmlers Verlag, Bonn

Dieses Standardwerk enthält 3232

Stichwörter zu den darstellenden Künsten,

der Architektu r, des Ornaments

und des Kunsthandwerks.

Lützelers Bild-Wörter-Buch veranschaulicht

Stile, Motive und Techniken -

doch nicht nur im Wort, sondern vor al-

Faszination Seidenmalerei

Tips, Tricks und Techniken

von Christian und Renate Bellingrath

1985, 74 Seiten, zahlr. ein- u. mehrfarbige

Abb., DIN A4, kart.

DM 29,00

Bauverlag GmbH, Wiesbaden und Berlin

Einerseits ist die Seidenmalerei eine

spezielle Technik, die im Prinzip von jedem

erlernt werden kann, andererseits

sind mit dieser Technik auch viele

Kunstwerke entstanden, wobei die Sei-

Die Wiederkehr des Schönen

von Richard W. Eichler

2. Auf!., 452 Seiten, 1 040 Abb.,

16 Farbtafeln, 17,5 x 24 cm, Leinen

DM 49,80

Grabert Verlag, Tübingen

Am Beginn des Buches steht die wichtige

Betrachtung, wie Kunst und Leben,

Sinn und Sinnlichkeit zueinander stehen.

Zwar gibt es in der ,modernen

Kunst' viel Ordinäres und Pornographisches,

aber vom Urgrund des bildnerischen

Eros hat sie sich rettungslos entfernt.

Eichler pflügt tief: Er zeigt die reli-

Wahl und Wiederholung

Signifikationsgenetik

und ästhetische Gestaltung

in der urbanisierten Wirklichkeit

von Ralf Bohn

1. Aufl. 1985, 260 Seiten

mit zahlreichen Abb., 15 x 21 cm, kart.

DM 37,00

Verlag die blaue eule, Essen

Die Unterscheidung von künstlerischer

und industrieller Gestaltungsproduktion

kann heute auf der Ebene der Objektivation

von Wahrnehmung und Dinglichkeit

nur genealogisch erfolgen. Der ausschließende

Prozeß der Industrialisierung

und Urbanisierung zeichnet dafür

lem durch 1 240 vorzügliche Zeichnungen.

Dieser zuverlässige Ratgeber berücksichtigt

alle Epochen der Kunst von der

Vorgeschichte bis zu neu esten Kunstrichtungen,

in Europa und der ganzen

Welt.

Die dritte Auflage dieses Handbuches

wendet sich an:

Kunstfreunde, Schüler und Studierende,

Lehrer und Dozenten. Ferner an die vi elen

berufsmäßig mit Kunst Beschäftigten

: Bauzeichner, Künstler, Architekten.

Denkmalschützer, Restauratoren, Galeristen,

Kritiker, Journalisten usw.

denmalerei als Medium eingesetzt wurde,

um bestimmte individuelle Erfahrungen

gestalterisch zu verarbeiten.

Dieses Buch stellt beides vor: Außer der

faszinierenden Technik der Seidenmalerei

auch wundervolle Kunstwerke auf

Seide. Das Gebiet der Seidenmalerei

wird von den Autoren von möglichst vielen

Seiten her beleuchtet. Beginnend mit

der Grundausstattung Seide, Farben

und Zubehör spannt sich der Bogen über

die Technik des Maiens und Fixierens

bis hin zu einzelnen Objekten (Bilder,

Kleidung, Heimtextilien).

giösen, geistigen und stilistischen Entwicklungslinien

auf - von der Frühzeit

bis heute.

Dadurch gewinnt dieses umfassende

Werk geradezu lexigraphische Eigenschaften:

Es ist Kunstgeschichte und

aktuelle Lagebeschreibung zugleich.

Wer den neuen ,Eichler' gelesen hat, der

durchschaut unsere Kulturzustände und

begreift, daß der Tiefstand der ,offiziösen'

Kunst in der Bundesrepublik

Deutschland kein schicksalhaftzwangsläufiges

Ereignis, sondern eine

Folge von Manipulationen ist.

verantwortlich. Walter Benjamin war einer

der ersten, der auf die radikale Identitäts-

und Reproduktionsorganisation der

gestalteten Wirklichkeit als technischer

aufmerksam gemacht hat. Sei ne anhaltende

Aktualität und die subversive Kraft

antiproduktiver Äußerungen an den mikrostrukturierten

RRndern und Zerfallserscheinungen

der Realität werden in

der Arbeit zum Anlaß genommen. der

verschwundenen Differenz auf dem Weg

der Subjektivität nachzufolgen.

Aus dem Inhalt: Der Urban ismus: Kollektivrezeption

und Partikularisierung; das

semiotische Differential; die Restauration

der Anti-Produktion; Variationen des

Bruchs.

FARBE + DESIGN 39/40 79


. BÜCHER

Text im

Kommunikationsdesign

von Dieter Urban

176 Seiten mit zahlreichen ein- und

mehrfarbigen Bildbeispielen, 15 x 23 cm,

kart.

DM 32,00

Bruckmann, München

Trotz der wachsenden Bedeutung von

Text im Kommunikationsdesign fehlte

Zeichen + Signets

Sign + Emblems

Eine Sammlung

internationaler Beispiele

von Erhardt D. Stiebner, Dieter Urban

2. Aufl. 1985, 368 Seiten, '

3000 Strichabb., Text in Deutsch

und Englisch, 15 x 23 cm, kart.

DM 32,00

Verlag F. Bruckmann KG , München

Zeichen dienen der Information und der

Orientierung in einer technisierten Umwelt.

Zeichen brauchen keinen Dolmetscher.

Deshalb fungieren sie immer stärker

als internationales Verständ igungs-

Siedlungen der zwanziger

Jahre in Niedersachsen

Herausgeber Hans-Herbert Möller

1. Aufl. 1985, 217 Seiten, 450 Abb.,

24 Farbtafeln , DIN A4

DM 18,00

Verlag CW Niemeyer, Hameln

Eine ganz besondere Quali tät von St adtbild

entstand in den »zwanziger Jahren«.

die bei allen Unterschieden im Detail

(Funktionalismus, Expressionismus,

Tradit ionalismus) ihren gemeinsamen

Nenner darin fand, nicht nur Wohnraum

zu bauen, sondern mit der Befried ig ung

der Wohnbedürfnisse in möglichst umfänglicher

Weise einem Idealbild vom

menschlichen Leben zu dienen. Di eser

utopische Planu ngsansatz hat trotz

80 FARBE + DESIGN 39/40

bisher eine zusammenfassende Darstellung

zu diesem Thema.

Gutes Kommunikationsdesign, d. h. die

überzeugende Gestaltung von Mitteilungen

und Mitteilungsinhalten. ist in großem

Maß abhängig von dem Können, gesprochene

und geschriebene Sprache

wirksam einzusetzen.

Das vorliegende Fachbuch vermittelt dazu

das theoretische Grundwissen. Texter,

Grafiker, Kommunikationsdesigner

und alle, die sich mit Öffentlichkeitsarbeit

beschäftigen, erhalten hier Kenntnisse

über Textsorten und Textfunktionen

sowie Anleitungen zur zielgerichteten

Textanalyse.

Behandelt werden Texte in der Presse,

Werbung, Politik, verbale Strategien sowie

verbales Design. Diese und viele andere

Schlüsselbegriffe der Design- und

Kommunikationstheorie werden ausführlich

dargestellt und sachkundig erläutert.

Typische Bild- und Textbeispiele

aus der Praxis belegen und vertiefen die

Ausführungen.

mittel in der Werbung, im Verkehr und in

öffentlichen Einrichtungen.

Führende Designer haben für jeden nur

denkbaren Zweck Zeichen geschaffen.

die in diesem Band in einer sorgfältigen

Auswahl von über 3000 Beispielen vorgestellt

werden. Auf der Suche nach

neuen Ideen können hier alle kreativen

Gestalter wertvolle Anregungen erhalten.

Aus dem Inhalt: Was sind Zeichen? -

Symbole, Signets und Signale - Grundformen

- Schutzmarken - Anmutungstest

einer Schutzmarke - Standardisierte

Zeichen - Piktogramme - Leitsysteme.

mancher heute als naiv oder illusionär

eingeschätzten Elemente in vielen Fällen

Konzeptionen hervorgebracht, die

den Vergleich mit dem gegenwärtigen

Wohnungsbau auch bei generell gestiegenen

Ansprüchen an WOhnungsstandards

nicht zu scheuen brauchen.

Mit einem Katalog von 43 Siedlungen

der zwanziger Jahre in Niedersachsen

versucht das Institut für Denkmalpflege,

auf die besonde'ren Qualitäten und Erhaltungserfordernisse

aufmerksam zu

machen. Die Dokumentation zeigt leider

allzuoft bereits einen beträchtlichen

Grad der Zerstörung, den diese Baudenkmale

in den letzten Jahren erlitten

haben. Sie bel egt damit auch die besondere

Gefährdung, der diese Den kmalkategorie

ausge liefert ist: Nicht Abbruch

fü hrt hier 7um Denkmalverlust, sondern

Ignoranz.

Lehrmittel:

Farbenkatalog nach NCS

Als Ergänzung zum NCS-Arbeitsmaterial

ist speziell für die Berufsschulen ein

Lehrmittel entwickelt worden. Beim

»Farbenkatalog nach NCS« handelt es

sich um einen Auszug aus dem Original­

NCS-Farbenatlas. Die komplette Lehrmittelbroschüre

umfaßt 244 Farbmuster

(Größe 24 x 24 mm), dargestellt auf

24 bunttongleichen Dreiecken. Aus methodisch-didaktischen

Gründen wurde

ein System mit beweglichen Farbmustern

gewählt. Das Lehrmittel kann auch

im Baukastensystem aufgebaut werden.

Es beginnt mit der Ausgabe A (8 Farb·

dreiecke mit 72 Farbmustern) und kann

bei Bedarf mit der Ausgabe B (16 Farb·

dreiecke mit 172 Farbmustern) ergänzt

werden.

Der Katalog mit den mobilen Farbm ustern

ermöglicht sowohl dem Fachlehrer

wie Autodidakten. eine Reihe von Farb·

wahrnehmungs-, Farbkombinations- und

Ma!übungen durchzuführen.

Farbkatalog nach NCS, Ausgabe A mit

72 Farbmustern in Kunststoffzeigtaschen

inkl. Ringordner Ei sFr 20,­

Farbkatalog nach NCS, Ausgabe B mit

172 Farbmustern als Ergänzung zu Ausgabe

A in Kunststoffzeigtaschen ohne

Ringordner Ei sFr 40,-

Farbkatalog nach NCS, Ausgabe B, als

Alternative zu obenstehender Ausgabe B

sind die 172 Farbmuster in den Zeigtaschen

nicht geordnet und können aus

methodisch-didaktischen Gründen sei·

ber eingesteckt werden Ei sFr 30,-

Farbkatalog nach NCS, Ausgabe A + B

mit 244 Farbmustern in Kunststoffzeigtaschen

inkl. Ringordner a sFr 60,-

Unterrichts-Lehrmittel für den Ausbilder

mobiles Farbraummodell nach NCS in

Acrylglas (handwerkliche EinzeIanfertigung

auf Bestellung)

Ausgabe A (Grundausstattung), Grund·

platte, Grauachse, 8 Farbdreiecke mit

72 F rblllustern sFr 300,-

Ausgabe B (Ergänzung zu Ausgabe -A).

16 Farbdreiecke mit 172 Farbmustern

sFr450,-

farbige Folien für Hellraumprojektor

Ausgabe A, -B, -V, -G50Y, -R50B, 1 Sort.

a 4 Stück sFr 64,-

Ausgabe B, -B10G , -Y10R, -G90Y, -R90B,

1 Sort. Ei 8 Stück sFr 128,-

Preise + Verpackung

und Versandspesen

Information und Vertrieb:

COLOUR TEAM, Vechigenstraße 58

CH-3076 Worb, Tel. 031 /833610

,. BÜCHER

Referatedienst und

Datenbank Farbe

Die Fachgruppe »Optische Materialeigenschaften

und Farbmetrik« der Bundesanstalt

für Materialprüfung (BAM)

Berlin gibt im Rahmen ihrer Dokumentation

Farbe den Referatedienst Farbe heraus,

der pro Jahrgang zu 4 Heften mit je

150 Referaten und Register mit Autorenund

Schlagwortverzeichnis erscheint.

Die Referate werden von ausgewählten

nationalen und internationalen wissenschaftlichen

Veröffentlichungen auf

dem Gebiet der Farbenlehre und ihrer

Grenzgebiete von den Mitarbeitern der

Fachgruppe erstellt.

Der Preis für ein Jahresabonnement beträgt

hierfür DM 40,- pro Jahr zuzüglich

Versandkosten (Inland DM 10,-).

Außerdem werden von der Dokumentation

Farbe mindestens 12mal im Jahr

Schnellberichte zur Farbenlehre herausgegeben.

Diese enthalten reine Titelaufnahmen

von Veröffentlichungen aus

dem Gebiet der Farbenlehre und ihrer

Grenzgebiete.

Der Preis hierfür beträgt DM 10,- pro

Jahr, zuzüglich Versandkosten (Inland

DM 10,-).

Gestalt, Bewegung, Farbe

Kritik der reinen Anschauung

Von Jürgen Weber

3. Auflage 1984, 248 Seiten,

zahlreiche Schwarzweiß- und Farbbilder,

Format 21 x 26 cm

DM 58

Das Hauptanliegen des Verfassers ist

es, dei n anschaulichen Denken anhand

von Beispielen der Ausdruckskraft von

Form und Farbe zu seinem Recht zu verhelfen.

Die Auseinandersetzung mit dem

Begriff »Kunst«, den es für Weber wesensmäßig

gibt, führt ihn dazu, Gestalt,

Bewegung und Farbe als Einheit zu sehen

. Er plädiert für eine erhebliche Erweiterung

des Kunstunterrichts an den

Schulen, damit das durch Rationalität

übermäßig und einseitig beanspruchte

Gehirn mehr die Qualitäten der sichtbaren

und fühlbaren Welt aufnimmt. Be-

In der Datenbank Farbe sind zur Zeit

9 500 Dokumente bei einem jährlichen

Zuwachs von 600 Dokumenten enthalten,

gezielte und allgemeine Recherchen

nach Autor, Fachgebiet oder Deskriptoren

können innerhalb einer Woche nach

Eingang des Auftrages angefertigt werden_

Der Preis für eine Recherche beträgt

DM 50,- bis DM 250,- .

Das Klassifizierungssystem :

1. Allgemeines

1.1 Nachschlagwerke

1.2 Lehrbücher

1.3 Biographien

1.4 Tagungsberichte

2. Farbreiz

2.1 Farbreiz Allgemeines

2.2 Strahlung

2.3 Lichtarten

2.4 Temperaturbegriffe

2.5 Stoffkennzahlen

2.6 Strahlungsempfänger

2.7 Polarisation

2.8 Fluoreszenz

3. Farbenphysiologie

3.1 Farbenphysiologie Allgemeines

3.2 Farbensehen

3.3 Farbenfehlsichtigkeit

3.4 Farberscheinung

4. Farbmetrik

4.1 Farbmetrik Allgemeines

4.2 Farbvalenzmetrik

4.3 Höhere Farbmetrik

4.4 Farbsysteme

4.5 Photometrie

zeichnend ist die erste Kapitelüberschrift

seines Buches: Sehen ist Urteilen,

Wahrnehmen ist Denken. Das

Schlußkapitel befaßt sich mit der »Entwicklung

der Wahrnehmungsbegriffe

vom Säuglingsalter bis zum Erwachsenen,

Reproduktionsgedächtnis und Identifikationsgedächtnis«.

In diesem Abschnitt

stellt er seine These dar, daß

sich die Theorie vom anschaulichen

Denken auch auf die EntwiCklung der

Kinderzeichnung vom Kritzelstadium bis

zur Pubertät übertragen läßt.

Psychologische Probleme und menschliches

Ausdrucksverhalten kommen besonders

im zweiten Teil dieses Werkes

zur Darstellung. Hier geht der Verfasser

von der Handschrift aus und beschreibt

Architektur und Malerei unter dem Gesamtthema

»Proportion und Symmetrie«.

Im 3. Hauptteil wird die Synthesis

von Bewegung, Gestalt und Farbe gebildet.

"Nur durch die Verbindung von bewegter

Gestalt und Farbe entsteht der

ganze Reichtum der Farbmöglichkeiten.

4.6 Farbmessung

4.7 Meßgeräte

5. Anwendung der Farbmetrik

5.1 Anwendung der Farbmetrik

Allgemeines

5.2 Farbabstandsbewertung

5.3 Farbrezepturberechnung

5.4 Metamerie

5.5 Glanz

5.6 Lichtechtheit

5.7 Weißgrad

5.8 Farbtechnik

6. Farbwiedergabe

6.1 Farbwiedergabe Allgemeines

6.2 Beleuchtungstechnik

6.3 Mehrfarbendruck

6.4 Farbphotographie

6.5 Farbfernsehen

7. Umweltfarben

7. 1 Umweltfarben Allgemeines

7.2 Farbkennzeichnung

7.3 Farbe in der Natur

8. Farbenpsychologie

8.1 Farbenpsychologie Allgemeines

8.2 Farbgestaltung

8.3 Farbe in der Kunst

8.4 Farbe in der Werbung

8.5 Farbentests

9. Farbunterricht

9.1 Farbunterricht Allgemeines

Bundesanstalt für Materialprüfung

Fachgruppe 5.4: Optische Materialeigenschaften

und Farbmetrik

Unter den Eichen 87

1000 Berli n 45

So ergeben sich 2 Farbskalen, einmal

kann der ganze Farbkreis als Verformung

einer einzigen Grundfarbe auftreten,

und zum andern können alle Farben

und Mischtöne als selbständige Eigenfarben

verwendet werden.« Hierzu bringt

der Verfasser seine Entdeckungen über

gegenseitige Veränderungen von Farbe

und Gestalt und zu den Einflüssen der

Lichtwerte in den Bildern. Er führt vor allem

die farbkräftigen Maler Kirchner, Picasso,

Cezanne, Chagall usw. an. Se'ne

Aussage, daß "die abstrakte Malerei

glaubte, ein Gebiet der unbegrenzten

Möglichkeiten entdeckt zu haben, während

sie in Wirklichkeit auch ihre malerischen

Mittel rigoros eingeschränkt hat- .

te«, charakterisiert sei ne Einstellung gegenüber

den Entwicklungsgängen der

Kunst in diesem Jahrhundert. Selbst

wenn man gegenteiliger Meinung sein

sollte, ist das Mitgehen mit diesen

Grundthesen und Phänomenen der Malerei

ein erheblicher Gewinn.

Kurt Görsdorf

FARBE + DESIGN 39/40 81


'BÜCHER

Die Farbe Gottes

Von Hans Jürgen Baden

208 Seiten, Format 12 x 20 cm

Aurum-Verlag, Freiburg

In 3 Abschnitten wird eine »kosmische

Theologie« behandelt:

I. Das Paradies ist kein Traum

11 . Die Mitte der Schöpfung

111. Die Gegenwart des Geistes

Ganz zum Schluß beschreibt der Verfasser

den »Hymnus der Schöpfung, wie er

sich zu Beginl} der Bibel findet« , in der

auch die Farben inbegriffen sind. Die

Entsprechung von Farbe und Ding liege

Die Macht der Farben

Von Harald Braem

228 Seiten, Format 14,5 x 22,5 cm

1. Auflage 1985

Wi rtschaftsverlag Langen·M üller / Herbig

DM 29,50

Das in der sympathischen AntiQua·Garamond-Schrift

gedruckte Werk ist nicht

nur optisch leicht lesbar, sondern auch

leicht verständlich, da es dem (1944 in

Berlin geborenen, ursprünglich als Kommunikationsgestalter

und Werbefachmann

tätigen, künstlerisch empfindsamen)

Autor vortrefflich gelungen ist,

komplizierte und teilweise auch heute

noch nicht völlig geklärte Zusammenhänge

klar, knapp und allgemeinverständlich

darzustellen. Den Nukleus des

Werkes bilden griffig formulierte, weitgehend

praxisbezogene Darstellungen der

psychologischen Charakteristika der

einzelnen Farben. Erfreulicherweise wurden

dabei auch die Farben Gold (als gesteigerte

Erscheinungsform von Gelb)

und Si lber (als glänzende Ausprägung

von Grau oder Weiß) ausführlich beschrieben.

Bei der Beurteilung der individueflen

Sympathie bzw. Antipathie zu

den einzelnen Farben bezieht sich der

Autor weitgehend auf Dr. Heinrich Frieling

und besonders häufig auf Prof. Dr.

Max Lüscher, mit dem er ganz offensichtlich

die Neigung und Begabung zu

(zuweilen geradezu genialer) Vereinfachung

teilt. Das ist seinem Werk auch

meistens recht gut bekommen, lediglich

die auf Seite 213 zitierte »Farbenwahl

von Krankenee präsentiert sich als eine

derart barbarische Simplifikation, daß

man nur dringend raten kann, dieses Kapitel,

das für den mit dem Lüscher-Test

82 FARBE + DESIGN 39/40

Es geht nicht eigentlich um die Darstellung

der Farben an sich, sondern um die

besonderen Farben Gold, Schwarz und

Grün, die Anlaß geben, sich mit der Konkretisierung

des Glaubens zu beschäftigen.

Am Ende treten noch Rot, Braun

und Violett hinzu. Sie »stimmen einen

Kanon an, in dem die Herrlichkeit Gottes

gleichsam farbig intoniert wirdl{. Jürgen

Baden wendet sich allen Geschöpfen

und Dingen zu, so daß der Titel des Buches

verstanden werden kann als ein

stufenweises Hinführen zu den göttlichen

Hintergründen der faßbaren und

nicht-faßbaren Wahrnehmungsdinge.

Die Gemeinde, die der Verfasser anspricht,

ist nicht die der Rationalisten

und der Skeptiker, sondern der hoffnungsvollen

gläubigen Christen.

Kurt Görsdorf

als diagnostisches Hilfsmittel arbeitenden

Mediziner völlig nutzlos ist und bei

jedem mit Farbenpsychologie befaßten

Laien Staunen, Unruhe und Verwirrung

stiften wird, bei der dem durchaus empfehlenswerten

Werk zu wünschenden

Neuauflage einfach wegzulassen, denn

auch eine wissenschaftlichen Ansprüchen

nur in ganz bescheidener Weise gerecht

werdende Fassung würde den

Rahmen des Buches sprengen.

Auch sonst sind die gelegentlichen Abstecher

in das medizinische Gebiet nicht

sehr glücklich verlaufen. So heißt es in

dem sonst ganz ausgezeichneten Kapitel

über die Farbe Blau auf Seite 73: »Lüscher

u. a. stellten fest, daß ein sich

durch Streß dem Herzinfarkt nähernder

Mensch deutlich die Farbe Rot bevorzugt.e(

Das ist nun wiederum so sehr vereinfacht

und so unvollständig, daß man

es schlicht und einfach als falsch bezeichnen

kann : die Farbe Rot, die (nach

Lüschers Statistik) von etwa 29% aller

Menschen bevorzugt wird, ist für sich allein

keineswegs ein Indikator für die Neigung

zum Herzinfarkt. Wesentlicher und

wichtiger als Rot ist die Bevorzugung

der spannungsgeladenen Farbe Grün,

aber auch die Stellung von Grau, Braun,

Schwarz und Blau spielt dabei eine Rolle.

Das Ganze ist bekanntlich mehr als

die Summe seiner Teile. Der auch von

Braem zitierte Berliner Internist Dr. Walter

Eggert hat in seiner inzwischen auch

international bekanntgewordenen Arbeit

»Frühdiagnose der Herzinfarktgefährdung

durch den Farbtest« dieses Thema

erschöpfend behandelt. Hohes Lob und

Anerkennung verdient der Autor hingegen

für seinen Abstecher in die Anatomie

des Gehirns und für die frappierenden

Postulate, die er daran anknüpft.

(Seite 56).

Der Vollständigkeit halber soll noch auf

einige typographische Irrtümer hinge-

im Wesen der Schöpfung beschlossen.

»Die Farbe erwächst nach göttlichem

Plan aus der Substanz der Dinge.1{ Der

Verfasser fragt: »Lassen sich von den

Farben der Schöpfung Schlüsse ziehen

. auf die Farbe des Schöpfers selbst?«

Dieses Schlußkapitel stellt sozusagen

die Steigerung dieser theologischen

Kosmologie dar, mit der der Verfasser

sich vor allem gegen die sinnenferne, ja

sinnenfeindliche Schöpfungslehre wen.

det. Es wird um die Begründung und

Realität der zweiten Schöpfung durch

Christus gerungen, aber diese eigentli·

ehe Rückführung auf den Ursprung sei

das schwierigste, was Menschen sich

vornehmen können, so daß nach den

Zeichen gesucht wird, durch die wir auf

den Ursprung zurück- bzw. vorstoßen

können.

wiesen werden: der auf Seite 174 zitierte

Forscher heißt nicht Becker, sondern

»Becher«; auf Seite 204 muß es »eigenen

Worten« heißen und nicht »einigen War·

ten ee, und auf Seite 180 heißt es fälsch·

!ich ;;Mißverständnis« statt »Mißverhält·

niSI{.

Dieses Mißverhä ltnis ist, nach Braem, so

sp?nnungsvoll, »daß sich hinter ihm mit

Sicherheit ein schwerwiegender Konflikt

verbirgt(!. Diese Feststellung gilt jedoch

keineswegs uneingeschränkt, sondern

nur dann, wenn die trennende Farbe

Grau an 2., 3. oder 4. Stelle der 8·Farbe

Reihe plaziert wird. Auch hier wird durch

übertriebene Vereinfachung bzw. Weg·

lassung relevanter Fakten bei dem nicht

mit der Materie Vertrauten ein unrichtiger

Eindruck erweckt.

Diese kleinen Unebenheiten beeinträchtigen

jedoch nur in sehr geringem Maße

die Qualität des Werkes, das von einem

Praktiker verfaßt wurde und das als po·

pulärwissenschaftliches Lesebuch im

besten Sinne weniger Wert auf Theorie

als auf nachvollziehbare Praxis legt. Die

selbstgestellte Aufgabe, einen Blick hin·

ter die Kulissen der Psyche zu riskieren

und die »geheime Macht der Farben« für

den Laien transparent zu machen, wird

voll erfüllt. Eine bessere Einführung in

die Welt der Farbe ist heute kaum vorstellbar.

Die symbolische, astrologische,

alchimistische, mystische Zuordnung

von Farben, die Lesbarkeit, Bevorzu·

gung, Beliebtheit und die schnelle Wahrnehmung

von Farben, übersichtlich in

Tabellen angeordnet, können auch dem

farbpsychologisch Geschulten als

»Nachschlagewerk« recht nützlich sein.

Vor allem aber ist es der Geist des Strebens

nach ganzheitlicher Erfassung, der

durch dieses Buch weht, der die Lektüre

auch für den erfahrenen Spezialisten zu

einem uneingeschränkten Genuß wer·

den läßt. E.A.C.

. BÜCHER

FACHSCHRIFTEN

DIN-Normen

DIN·Taschenbücher

Herausgeber: DIN Deutsches Institut

für Normung e. V. Berlin und Köln

Beuth-Verlag GmbH, Berlin

DIN-Taschenbücher sind Sammlungen

von DIN-Normblättern zu einem Fachgebiet.

Hierbei sind die Original-Normblätter

um eine DIN-Stufe (von A4 auf A5)

verkleinert und werden gebunden als Taschenbuch

angeboten. Der Vorteil gegenüber

den einzelnen Normblättern ist,

daß man ein Fachgebiet mit allen einschlägigen

Normen in einem Band zusammenhängend

zur Verfügung hat und

der Preis erheblich geringer gegenüber

einer Sammlung der entsprechenden

Einzelblätter ist.

Folgende DIN-Taschenbücher (Format

A5, brosch.) für die folgenden Fachgebiete

sind zur Zeit (als neuere Auflage

1985/1986) beim Beuth-Verlag erhältlich:

Farbe

Farbmittel

Anstrichstoffe und Lacke

Baustoffe

Korrosionsschutz

Kunststoffe

Farben

DIN-Taschenbuch 16

Textilprüfung 3. Farbechthe-it. Normen

DM 82,00

Grundlagen für die Festlegung und

Durchführung der Prüfungen und für die

Bewertung derPrüfergebnisse. Außerdem

enthalten sind technische Grundnormen

Normen zur Probenahme, zur

statischen Auswertung, zur Farbabmessung

und Farbabmusterung und die Verfahren

für die Prüfung der Farbechtheit

Von Färbungen und Drucken auf Textilien.

Korrosionsschutz

Um einen möglichst umfassenden Überblick

über weiterführende Normen und

Unterlagen zu geben, sind eine Reihe

von zusätzlichen Verzeichnissen aufgeführt:

- ISO-Normen und Norm-Entwürfe;

- technische Vorschriften, Verordnungen,

Richtlinien, Merkblätter;

- einschlägige ausländische Normen

und Standards der DDR (TGL);

- genormte in- und ausländische Farbm

W stersam m lungen.

DIN-Taschenbuch 143

Korrosionsschutz von Stahl durch Beschichtung

und Überzüge 1

DM 94,00

DIN-Taschenbuch 168

Korrosionsschutz von Stahl durch Beschichtung

und Überzüge 2

DM 74,00

Bauwesen

DIN-Taschenbuch 33

Baustoffe

Bindemittel, Zuschlagstoffe, Mauersteine,

Bauplatten, Glas und Dämmstaffe.

Normen (Bauwesen 2)

DM 108,00

Bei den Baustoffnormen wurden erstmalig

die DIN -Normen für Beton- und Stahlbetonfertigteile

zusammengefaßt. Ergänzend

zu DIN-Taschenbuch 33 wird

das Taschenbuch 139 »Baustoffe 2.

Dach- und Dichtungsbahnen, Bodenbeläge,

Holz- und Holzwerkstoffe« empfohlen.

DIN-Taschenbuch 129

Bauwerksabdichtungen, Feuchtigkeitsschutz

DM 49,00

Der Inhalt ist gegliedert in fünf Themenbereiche:

Abdichtungen - Fugen

Holzschutz - Korrosionsschutz

Dach- und Dichtungsbahnen.

Farbmittel

DIN-Taschenbuch 49

Farbmittel 1. Grundnormen; Allgemeine

Prüfnormen für Pigmente, Füllstoffe,

Farbstoffe

DM 105,00

DIN-Taschenbuch 117

Band 1: DIN 1306 bis DIN 53 240

Rohstoffe für Lacke und Anstrichstoffe

(Bindemittel, Lösemittel, Weichmacher)

und Prüfverfahren zur Bestimmung physikalisch-chemischer

!


pressemitteilung

SCHWABENMUSTER EUROCOLORCARD in Gaildorf, einer

der führenden europäischen Farbtonkartenhersteller, hat seinen

technologischen Vorsprung weiter ausgebaut: am 11. Dezember

wurde eine computergesteuerte vollautomatische

Farbdosieranlage der Fachpresse und vielen interessierten

Kunden aus dem In- und Ausland vorgestellt.

Die Präsentation bewies, daß es sich bei dieser digitalvolumetrisch

arbeitenden Anlage, die spezifisch nach den Erfordernissen

von Schwabenmuster von einem Schweizer Ingenieurbüro

konstruiert worden war, um eine Pionierleistung hinsichtlich

Präzision, Reproduzierbarkeit und Geschwindigkeit

handelt, die mit herkömmlichen Dosierapparaturen nicht entfernt

zu erreichen ist. Bei einer Absolutgenauigkeit von besser

als 3 Promille und einer Reprodu-ziergenauigkeit von um 1 Promille

dauert die Einwaage einer - auf Diskette gespeicherten

oder direkt eingegebenen - Rezeptur einer beliebigen Farbmenge

zwischen 1 und 30 Litern nur ca. 2 - 5 Minuten, so daß

pro Tag weit mehr als 100 Kundenfarben exakt ausgemischt

werden können.

Wie der Firmeninhaber, Senator Hans Kupczyk, ausführte, ist

damit bei Schwaben muster der Kreis von der spektralphotometrischen

Farbmessung über die Computer-Farbrezeptur zur

vollautomatischen Durchführung dieser Rezeptur geschlossen.

Dank dieser wegweisenden neuen Technologie ist Schwaben

muster künftig noch besser gerüstet, wenn es um die exakte,

ra!?che und kostengünstige Ausmischung vieler Farben für

die Farbtonkarten der Kunden in allen Bereichen der Farbenund

Lack-, Pigment- oder Automobilindustrie geht. Vor allem

88 FARBE + DESIGN 39/40

bei Wiederholungsaufträgen ergeben sich so für den Kunden

erhebliche Vorteile bezOglich Qualität, Lieferzeit und Preis.

Aber auch für die Mitarbeiter der Farbmisch-Abteilung bei

Schwaben muster stellt die neue Anlage einen begrüßenswer·

ten Fortschritt dar, da einerseits durch die geschlossen arbei·

tende Farbdosieranlage die Luftqualität (kaum noch Lösungs·

mitteldämpfe in der Raumluft) erheblich verbessert wird, und

andererseits die Nuanceure jetzt von lästigen Routinearbeiten I

entlastet werden und sich damit ihrer eigentlichen Aufgabe,

der Prüfung und Sicherung der farblichen Exaktheit und Quali· I

tät vom Laborrezept bis zur fertigen Beschichtung in der Produktion,

noch intensiver widmen können. Ferner werden durch

die exakte Dosierung Übermengen vermieden, die nicht nur uno

nötiges Geld kosten, sondern deren Beseitigung auch die Um·

welt belastet.

Die zahlreichen Teilnehmer an der Präsentation konnten sich

anschließend bei einer ausführlichen Firmenbesichtigung von

der enormen Fertigungsbreite - Schwabenmuster bietet eine

Komplettfertigung von Satz und Repro, Druck, Farbmischung

und -beschichtung (sowie Fertigung textiler Muster aller Art)

bis zur buchbinderischen Endverarbeitung - und Kapazität

Oberzeugen. Die geglückte Kombination von Tradition und

Fortschritt, d.h. von liebevoller, qualitätsorientierter Detailar·

beit und Service am Kunden einerseits mit modernsten Produktionsverfahren

andererseits wurde von den Teilnehmern

durchweg positiv und als Garant dafür beurteilt, daß Schwabenmuster

allen, die mit der Präsentation von Farbe zu tun haben,

künftig ein noch leistungsfähigerer Partner sein werde.

sprachgeschichtliches

aus dem Bereich der Malerei

Woher kommen die Fachausdrücke? Das fachliche Feuilleton

Es ist interessant und aufschlußreich, die Entstehung und Entwicklung

der Fachausdrücke, insbesondere aus dem Bereich

der Malerei, zu verfolgen und näher zu ergründen. Man erhält

dann auch einen tieferen Einblick in den Werdegang unserer

Kultur, denn Wortgeschichte ist zugleich Sach- und Kulturgeschichte.

Die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung des

Ursprungs und der weiteren Entwicklung der Wörter einschließlich

der Fachwörter auch aus dem handwerklichen Bereich

befaßt, heißt Etymologie. Im Griechischen bedeutet »etymos«

wahr, wirklich, gewiß, und »logos« wird übersetzt mit

Lehre, Kunde, Darstellung, Beschreibung. Was sagt nun diese

Wissenschaft über die Wörter bzw. Fachwörter aus dem Bereich

des Maiens aus?

Malen, althochdeutsch »malon«, gotisch »meljan«, bedeutete

ursprünglich mit Zeichen, mit Malen versehen, markieren, verzieren,

schmücken, in Farbe darstellen. Im Althochdeutschen

ist ))malari« der Maler. Stammverwandt ist griechisch »melascc

= schwarz und »molynein« = besudeln.

Makulatur geht zurück auf lateinisch »macularecc = beflecken,

llmacu lacc = das Mal, der Fleck. Stammverwandt ist Makel. Farbe

heißt im Althochdeutschen »fawara cc, im Mittelhochdeutschen

»varwecc. Entlehnt ist französisch »fard« = Schminke. Ursprünglich

bezeichnete Farbe nur die Eigenschaft eines Wesens

oder Dinges. Von alters her ist die Farbe Erkennungszeichen.

Noch heute sagt man »Farbe bekennencc. Das heißt soviel

wie sich eindeutig erklären.

Die Herkunft des Wortes Bild als Werk des Malers oder Graphikers

ist unklar. Im Althochdeutschen treffen wir den Ausdruck

))bilidi« = Nachbildung, Abbild, Muster, Beispiel an. Im Niederländischen

ist »beeldcc Gemälde, Bildsäule, Figur.

Graphik hat seinen Ursprung im Griechischen. Hier heißt »graphein«

schreiben, zeichnen, malen, beschreiben. »Graphikoscc

ist die Malkunst, Malerei, "Graphike technecc ist die Kunst zu

schreiben, zu malen, zu zeichnen.

Indigo, der älteste und wichtigste organische, heute synthetisch

hergestellte Farbstoff, war schon den alten Griechen bekannt.

Sie nannten ihn nach seiner ostindischen Heimat »indikon«

= das Indische. Über lateinisch »indikumcc gelangte die

Bezeichnung als ))indickcc ins Mittelhochdeutsche, um jedoch

später der spanischen Lautform »indigo« Platz zu machen, die

sich endlich einbürgerte.

Dem Fachausdruck Kolorit liegt das lateinische »colorare«

= färben zugrunde. Color heißt im Lateinischen die Farbe. Daraus

wurde im Italienischen im 18. Jahrhundert »colorito«. Auch

"Ornament« kommt aus der lateinischen Sprache. »ornareCl

heißt ausstatten, ausrüsten, verzieren, schmücken, und "Ornamentum«

bedeutet Zurüstung, Kostbarkeiten, Kunstwerke.

Palette im 18. Jahrhundert aus dem gleichbedeutenden französischen

)palette« entlehnt, nachdem zuvor schon im 17. Jahrhundert

ein entsprechendes italienisches »paletta« eingedrungen

war. Französisch »palette« und italienisch "palettaCl beruhen

auf einer romanischen Verkleinerungsbildung zu lateinisch

"pala« = Spaten, Wurfschaufel bzw. schaufelartiger Ge-

genstand. Daraus entstand Palette = Malerscheibe, Farbmischbrett

des Malers.

Atelier, Künstlerwerkstatt, ist zu Anfang des 19. Jahrhunderts

dem Französischen entnommen (atelier = Werkstatt). Das altfranzösische

"astelier« bedeutet ursprünglich »Haufen von

Holzspänen«. Man bezeichnete damit speziell den Werkraum

des Zimmerers, in dem Holzspäne anfallen.

Asteie = Splitter, Span im Altfranzösischen, ist entstanden aus

dem gleichbedeutenden spätlateinischen »asteliaCl.

Lack ist im 16. Jahrhundert aus dem italienischen »Iacca« entlehnt.

Lackieren heißt im Italienischen »Iaccare«. Im Französischen

heißt Lack "Iaque cc und im Spanischen »Iacaucc.

Der Ursprung von Fassade liegt im Lateinischen »facies«

= Aufmachung, Gestalt, Aussehen. Daraus wurde italienisch

"faciacc = Vorderseite und französisch »fa9ade(c.

Dekor ist der lateinischen Sprache entnommen. Hier heißt "decorarecc

= schmücken, zieren, "decorus« heißt zierlich, reizend,

schön und »decor(c Anstand, Zierde, Reiz, Schönheit.

Kleister geht zurück auf griechisch llgliac( = Leim, Kleister und

»gloios« = klebrige Masse. Stammverwandt sind Kleie (fette,

zähe Tonerde, schwerer Lehmboden), englisch »clay« = Ton,

Lehm sowie kleben, Kleie, Klette, klettern usw. Im Mittelhochdeutschen

treffen wir für Kleister den Ausdruck ))klister(c an.

Pinsel ist entstanden aus lateinisch llpenis« = Schwanz, »peniculus«

= Schwänzchen. Daraus wurde altfranzösisch »pincel(c,

französisch »pinceau« und mittelhochdeutsch ))bensel,

pinselcc.

In Tapete steckt das griechische »tapisCl = Teppich, Decke. Im

Lateinischen treffen wir die Bezeichnung ))tapetum« an für

Teppiche auf Fußböden, Tischen, Sofas, Wänden. Tapezieren

heißt im Italienischen lltappeZzare« und im Französischen »tapisser«.

Quast heißt im Althochdeutschen llquesta« und im Mittelhochdeutschen

»quast«, niederländisch »kwast« = Büschel, Wedel,

Laubbüschel des Baders. Das Wort scheint bereits in germanischer

Zeit speziell den Laub- bzw. Reisigwedel bezeichnet zu

haben.

Wand, althochdeutsch »want«, kommt von Winden und bedeutet

das Gewundene, das Geflochtene. Wände wurden ursprünglich

geflochten. Das mit Flechtwerk ausgefüllte Zwischenfeld

bei Fachwerkbauten bezeichnete man als Wand.

Pastell ist abgeleitet von italienisch ,)pasta« = Teig, Brei. Die

Verkleinerungsform heißt llpastelloCl. Verwandt ist französisch

llpastel«, ursprünglich Malerstift.

Es gibt noch viele andere Fachausdrücke, die anderen Sprachen

entnommen wurden bzw. die wir bis in die althochdeutsche

Zeit verfolgen können. Interessant ist es zu beobachten,

wie eng alle europäischen Sprachen miteinander verwandt

sind. Viele Ausdrücke haben den gleichen Ursprung.

R. Schütter

FARBE + DESIGN 39/40 89

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