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FrauBundesministerinUlla SchmidtBundesministerium für GesundheitFriedrichstr. 10810117 Berlin ( Mitte)München, 3.11.2008Nachrichtlich: Frau BM von der LeyenDr. med. A. Köhler, KBV, Dr. med. B. Rochell, BewADringender Regelungsbedarf : Reproduktionsmedizin in DeutschlandSehr geehrte Frau Ministerin Schmidt,wie uns bekannt wurde, wurde die Gleichstellung der Reproduktionsmedizinischen Leistungenbei der Sitzung des Erweiterten Bewertungsausschusses vom 23.10.2008 nichtbehandelt bzw. erreicht.Liegt der Punktwert für die helfenden Ärzte, z.B. in Niedersachsen, heute noch zwischen4,3 und 4,9 Cent, je nach Kassenart, so soll er nach dem irrationalen Willen der Krankenkassenab 1.1.2009 nur noch 3,5001 Cent betragen !Das bedeutet eine Reduzierung um unglaubliche 19 bis 28 % vom Umsatz.Da die Kosten einer solchen hochspezialisierten Praxis, minimal gesehen, mindestens bei65% liegen, gehen die 19 – 28% von den vom Umsatz übrig bleibenden 35% ab. Übrigbleiben einer Praxis somit 16 - 7% vom Umsatz. Der Gewinn vor Steuern wird demnachum dramatische 54 – 80% reduziert. Da diese Reduzierung voll „durchschlägt“, weil diesespezialisierten Praxen nichts anderes tun als kinderlosen Paaren zu helfen – sie machenkeine normalen Untersuchungen, Krebsvorsorgen oder Schwangerschaftsbetreuungen -,machen die Krankenkassen damit die Reproduktionsmedizin in Deutschland schlicht gesagt„platt“ ! Wenn dieser Beschluss des Ausschusses so von Ihnen genehmigt wird, gibtes in Deutschland somit schlagartig keine Reproduktionsmedizin für GKV-Patientinnenmehr.


Sehr geehrte Frau Ministerin, ich glaube Sie können und wollen nicht zulassen, dassKrankenkassen gesellschaftspolitisch massiv in Deutschland eingreifen. Familienpolitiksollte die Aufgabe der Politik oder des Wählers sein und bleiben.Wollen Sie einen weiteren deutlichen Geburtenrückgang in Deutschland verantworten?Wollen Sie wirklich die bereits nach der Reduzierung der 100% Übernahme der reproduktionsmedizinischenKosten durch die GKV um 50% zurückgehenden Geburtenzahlen aufNull drücken? 15.000 Frauenärzte in Deutschland wollen das nicht glauben.Deshalb bitte ich Sie eindringlich, den Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusseszur Neuordnung der Vertragsärztlichen Versorgung im Jahr 2009 in dieser Form nichtzu genehmigen, und die Bewertung der reproduktionsmedizinischen Leistungen im Interesseder vielen verzweifelten Paare, für die diese Methoden die letzte Möglichkeitschwanger zu werden darstellen, auf dem bisherigen Niveau zu belassen.Vertrauensvoll und mit freundlichen Grüßen verbleibe ichBERUFSVERBAND DER FRAUENÄRZTE e.V.Dr. Christian AlbringPräsident

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