Schadensmeldungen - Steuer gegen Armut

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Schadensmeldungen - Steuer gegen Armut

Kurzgutachten Peter LanzetSchadensmeldungen!Auswirkungen der Eurokriseauf die EntwicklungsländerEinnahmen aus Finanztransaktionssteuerauch für Entwicklung und Umwelt nutzen


InhaltZusammenfassung 3Einleitung 4Schadensmeldungen 5Die Europäische Finanztransaktionssteuer 5Ansteckungswege der Eurokrise 6Die wirtschaftliche Ausgangssituation 6Schadensmeldung 1: Wachstumseinbruch 7Schadensmeldung 2: Exportrückgang 9Schadensmeldung 3: Währungsverfall und Verlust an Devisenreserven 10Schadensmeldung 4: Kapitalabfluss 11Schadensmeldung 5: Rückgang des Tourismus 11Schadensmeldung 6: Migrantenüberweisungen rückläufig 12Schadensmeldung 7: Rückgang von Direktinvestitionen 13Schadensmeldung 8: Kapitalzuflüsse sinken 15Schadensmeldung 9: Leistungsbilanzverluste 16Schadensmeldung 10: Zunahme der Verschuldung 17Schadensmeldung 11: Einbruch der Entwicklungshilfe 18Fazit 20Fußnoten 21Ressourcen 22Abkürzungen 23Über den Autor 23Impressum:Schadensmeldungen! Auswirkungen der Eurokrise auf die EntwicklungsländerEinnahmen aus Finanztransaktionssteuer auch für Entwicklung und Umwelt nutzenAutor: Peter Lanzet, Redaktion: Peter Wahl, Gestaltung: martinbrombacher.deBerlin, Juni 2013


ZusammenfassungDie Eurokrise hat in den Entwicklungsländern erheblicheSchäden angerichtet. Nachdem die globale Finanzkrisevon 2007 bereits zu schweren Belastungengeführt hatte, kam ab 2010 die Eurokrise dazu undhat ihrerseits die wirtschaftliche und soziale Entwicklungdes Südens gebremst.▶ Die Verluste beim Wirtschaftswachstum für alleEntwicklungsländer betrugen 2012 237,6 Mrd.USD;▶ Afrikanische Entwicklungsländer reagierten miteinem Rückgang von 10% ihrer Exporte auf jedesProzent Wachstumsrückgang in Europa;▶ Währungsverluste:• Ein Drittel der Währungen der Länder Afrikassüdlich der Sahara verloren 2011 10% ihresWertes (Kenia 13%, Tansania 7%, Uganda 18%);• Um dem durch Kapitalflucht verursachten Währungsverfallentgegen zu wirken, mussten dieLänder in Südasien ihre Devisenreserven einsetzen;• Kapitalabfluss ab September 2011 bescherte denWährungen Brasiliens, Mexikos, Chiles und Kolumbienseinen Wertverlust von 10%.▶ Der Tourismus in Afrika südlich der Sahara ging2011 um 3% zurück;▶ 13 Niedrig- und Untere Mitteleinkommensländer,die viele Arbeitsmigranten in die EU schicken,haben Überweisungseinbußen hinnehmen müssen.Bis 2012 wurde das Niveau von 2008 nichtwieder erreicht;▶ Rückgang ausländischer Direktinvestitionen(ADI):• von 2011 auf 2012 ca. 100 Mrd. USD geringereADI Zuflüsse in die Entwicklungsländer, davonca. 23 Mrd. USD pro Jahr (gut 40%) in Afrika;• um 150 Mrd. USD verminderte Zuflüsse vonBankkrediten;• ca. 100 Mrd. USD weniger Portfolio-Zuflüsseauf die Finanzmärkte der Entwicklungsländer;• ca. 250 Mrd. USD mehr Nettokapitalabfluss ausden Entwicklungsländern.▶ Von einer Verlangsamung des Wachstums in Chinakönnen die chinesischen Direktinvestitionen betroffensein. Das kann in Angola, der DR Kongo,Niger, Myanmar, Kambodscha und Laos einenSchock auslösen, da diese Länder 80% der chinesischenInvestitionen in Niedrigeinkommensländernauf sich vereinigen;▶ 13 afrikanische Niedrigeinkommensländer haben2010 ein gegenüber 2007 stark gewachsenes Leistungsbilanzdefizit,acht davon liegen über 10%;▶ Die krisenvorbeugende Aufstockung von Devisenreservenvieler Entwicklungsländer hat Investitionenin die Wirtschafts- und Sozialentwicklunggebremst, da diese Mittel nicht mehr für Entwicklungzur Verfügung standen;▶ Mehrere Entwicklungsländer mussten sich höherverschulden, um allzu große Haushaltsdefizite zuvermeiden;▶ In mehreren Geberländern ist die Entwicklungshilfebereits gesunken, ab 2013 wird sie global stagnieren.Aus all diesen Gründen sind die EU, die Eurozoneund ihre Mitgliedsstaaten in besonderem Maße in derPflicht, zur Abmilderung der Folgen der von ihnenzu verantwortenden Krise auf die Entwicklungsländerbeizutragen. Das Verursacherprinzip kann nichtan den Grenzen der EU Halt machen. Zudem liegt esim Interesse der Europäer, wenn ihr weltwirtschaftlichesUmfeld stabil bleibt. Andernfalls kann eineSpirale nach unten in Gang gesetzt werden, die eineÜberwindung der Eurokrise noch erschwert. Dahermuss ein Teil der Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer,die jetzt im Rahmen der sog. VerstärktenZusammenarbeit von elf EU-Mitgliedsstaaten vorbereitetwird, zur Finanzierung von Umwelt und Entwicklungbereit gestellt werden.3


EinleitungIn den Entwicklungsländern ist noch über Jahrzehnteein solides Wachstum in allen Sektoren der Wirtschafterforderlich. Die Finanz- und Eurokrise hatviele von ihnen ein beträchtliches Stück zurückgeworfen.Jetzt brauchen sie die Unterstützung derjenigen,die• die Möglichkeit dazu haben,• und die eine erhebliche Mitschuld an den Schädenhaben, die durch Finanz- und Eurokrise aufgetretensind.Fast alle Entwicklungsländer wachsen über 5% proJahr. Das ist auch ein Erfolg der Entwicklungszusammenarbeit,die über Jahrzehnte Grundlagen- undAufbauarbeit in allen Sektoren geleistet hat. Afrikahat sein Steueraufkommen von 2002 bis 2011 auf 520Mio. USD verdreifacht. Sieben Länder Südlich derSahara werden in den nächsten fünf Jahren zu den amschnellsten wachsenden Ländern der Welt gehören.Dabei haben auch Länder ohne Öl- oder Goldvorkommengroße Fortschritte gemacht. Das Millenniumsentwicklungszielder Primarschulbildung ist fürAfrika in Reichweite, die großen AIDS-Programmehaben greifbare Erfolge erzielt. 1Gut die Hälfte aller Menschen (3,76 Mrd.) lebt aber weiterhinvon weniger als zwei USD pro Tag, davon 1,29Mrd. auf dem Elendsniveau von unter 1,25 USD. EinigeMillenniumsentwicklungsziele werden 2015 besserals andere erreicht werden. Asien, vor allem China,trägt überproportional zur Zielerreichung bei. Afrikaund Südasien werden auch weiterhin die größten Armutsbevölkerungenbeherbergen.Aus ganz Europa setzen sich seit Mitte der 90er JahreEntwicklungspolitiker, heterodoxe Ökonomen undOrganisationen aus der Zivilgesellschaft für die Einführungeiner Finanztransaktionssteuer (FTS) ein.Jeweils ein Drittel des Aufkommens der FTS soll fürEntwicklungszusammenarbeit und zur Herstellungvon Klimagerechtigkeit zur Verfügung gestellt werden.Die Eurokrise hat zu dramatischen Verwerfungen inden Krisenländern der Eurozone geführt. Griechenland,Portugal, Spanien befinden sich de facto in einerDepression. Auch die Situation in Italien, Irland,Zypern und Slowenien ist äußerst kritisch. Als Ganzessteht die Eurozone 2013 vor einer Rezession undselbst die vermeintlich robusten Volkswirtschaftenwie die deutsche werden günstigstenfalls nur minimalüber der Stagnation liegen. Die Krise der öffentlichenHaushalte vor allem in Südeuropa ist ungelöst.Das bisherige Krisenmanagement konnte die Lagenicht unter Kontrolle bringen. Ein Ende der Problemeist nicht abzusehen.Angesichts der engen Verflechtungen in der Weltwirtschaftund der bedeutenden Rolle, die Europadarin spielt, wirkt sich die Krise auf die gesamteWeltwirtschaft aus. Während andere Industrieländerund einige Schwellenländer über eigene Ressourcenund Instrumente verfügen, die Krise zu bekämpfen,ist dies bei vielen Entwicklungsländern nicht der Fall.Europa ist die wichtigste Exportdestination für nichtwenige der armen Länder. 2 Sie haben zur Entstehungder Krise nicht beigetragen, der Internationale Währungsfonds(IWF) nennt sie in Bezug auf die Krisesogar „zufällig Anwesende (innocent bystanders).“Europa muss daher seine Verantwortung für die Schädenwahrnehmen, die es verursacht hat.Das entscheidende Argument dafür ist das Verursacherprinzip.Abstrakt wird es von fast allen politischenLagern anerkannt. Aber es fehlt das Verständnisdafür, dass dieses Prinzip nicht an den EU-Außengrenzenenden kann. Je enger Entwicklungsländerwirtschaftlich mit Europa verbunden sind, destogrößere Schäden hat die europäische Krise auch beiihnen angerichtet. Es kann eine Spirale nach untenentstehen, in der die endogene Entwicklung der Eurokriseund das internationale Umfeld sich wechselseitigund negativ verstärken. Daher ist es nicht nureine Frage der Verantwortung Europas gegenüberden schwächeren Akteuren in der Weltwirtschaft,wenn die Unterstützung von EntwicklungsländernTeil des gesamten Krisenmanagements ist, sondernliegt auch in dessen Eigeninteresse.Im folgenden Text stehen die ökonomischen und z.T.sozialen Konsequenzen der Eurokrise für Entwicklungsländerim Mittelpunkt. Allerdings wirkt dieKrise auch darüber hinaus auf andere Problemlagen,4 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


wie z.B. die Umwelt. Insbesondere absorbiert die Krisedie Fähigkeit der Entwicklungsländer, die unabhängigund schon lange vor Finanz- und Eurokrisebestehenden Herausforderungen wie Klimawandel,Verlust der biologischen Vielfalt, Wüstenbildung,Verschmutzung von Flüssen und Ozeanen etc. zu bekämpfen.Die Mittel, die dafür zur Verfügung stehen,reichen bei weitem nicht. 3 Die Klimaverhandlungenzur Fortführung des Kyoto-Protokolls stagnieren,während die physikalischen und chemischen Prozesseder Klimaerwärmung unberührt von den Schwierigkeitenmultilateraler Verhandlungen weitergehen unddie Welt sich auf eine Erwärmung um 4 Grad Celsiuszubewegt. Die ungebrochene Degradation der Umweltwirkt auf die soziale und ökonomische Situationder Entwicklungsländer zurück und trifft hier wiederumdie verwundbarsten Gruppen der Bevölkerungbesonders hart. Umwelt und Entwicklung sind deshalbzwei Seiten einer Medaille. Sinken die finanziellenRessourcen – und das gilt gleichermaßen für denStaatshaushalt, den Privatsektor und die Haushalte –so schränkt das die Spielräume für Klimaschutzmaßnahmenweiter ein. Die Verwendung von Einnahmenaus der FTS sowohl zur Armutsbekämpfung alsauch zur internationalen Klimafinanzierung ist dielogische Konsequenz daraus. Wenn in diesem Textvon den ökonomischen und sozialen Problemen derEntwicklungsländer die Rede ist, so sind die ökologischenDimensionen daher immer als integraler Bestandteilmitzudenken.SchadensmeldungDer vorliegende Bericht identifiziert entstandeneVerluste am Entwicklungsfortschritt in den Entwicklungsländernund formuliert Schadensmeldungen.Nach dem Verursacherprinzip müssen Politik undFinanzmärkte Verantwortung für die angerichteten„Kollateralschäden“ übernehmen und einen Beitragzu Ihrer Behebung leisten. Die Ausschüsse für Auswärtigesund Entwicklung des Europäischen Parlamentsbereiten z. Zt. auf dieser Argumentationsbasiseine Resolution für das Europäische Parlament vor.Die Europa-Parlamentarier fordern eine globaleFinanztransaktionssteuer, „die als innovativer Finanzierungsmechanismusfür Entwicklung und zuruniversalen Durchsetzung ökonomischer und sozialerRechte dienen kann.“ 4Frankreich, das bereits 2012 eine unilaterale Finanztransaktionssteuereingeführt hatte, will bis zu 10%der Einnahmen für Umwelt und Entwicklung zurVerfügung stellen. Anfang 2013 hat die EU grünesLicht für die Einführung der FTS im Rahmen derVerstärkten Zusammenarbeit (Enhanced Cooperation5 ) gegeben. Dies ist ein Verfahren, das es einerGruppe von mindestens neun Mitgliedsländern erlaubt,ein Projekt im Rahmen der EU-Regeln durchzuführen,auch wenn die anderen sich nicht daranbeteiligen. Inzwischen haben sich elf Länder derInitiative angeschlossen. 6Die EuropäischeFinanztransaktionssteuerDie EU-Kommission erarbeitete einen Vorschlag, derden Vorstellungen der Zivilgesellschaft recht nahekommt.Er sieht eine breite Steuerbasis vor (Aktien,Anleihen, Derivate), schlägt einen Steuersatz von0,1% für Aktien und Anleihen sowie 0,01% für Derivatevor. Zudem sind weitgehende Maßnahmen gegenSteuerumgehung vorgesehen. Das zu erwartendeGesamtaufkommen der FTS in elf Ländern soll zwischen30-35 Mrd. Euro pro Jahr liegen. 7, 85


Nun ist die Diskussion über die künftige Verwendungder Mittel entbrannt. EU-Parlament und Kommissionwollen die Einnahmen ins EU-Budget fließen lassen.Außer bei Frankreich gibt es dagegen erheblicheVorbehalte bei den anderen Ländern, einschließlichDeutschlands. Frankreich steht der Forderung vonEntwicklungshilfsorganisationen offen gegenüber,bis zu 10% des Aufkommens für die Entwicklungshilfezu nutzen. 9 Frankreichs Präsident François Hollandesprach sich dafür aus, einen weiteren Teil derMittel für den Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit inEuropa auszugeben. Auch die Bundeskanzlerin kannsich vorstellen, einen Teil der Mittel dafür zu verwenden.SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück willmit den Einnahmen aus der FTS teils dringend nötigeImpulse für Wachstum, Beschäftigung und Abbauder Jugendarbeitslosigkeit in Europa setzen, teilsAuffang- und Vorsorgelösungen für Krisen im Bankensektorfinanzieren und Schuldendienste leisten. 10Inzwischen haben sich die drei Oppositionsparteienim Bundestag dafür ausgesprochen, einen Teil derEinnahmen für Entwicklungs- und Umweltfinanzierungzu verwenden. 11 Auch EntwicklungsministerNiebel möchte, dass ein Teil der Steuereinnahmen insein Budget fließt.Ansteckungswegeder EurokriseMit der Globalisierungswelle der letzten Jahrzehntehaben die Verflechtungen in der Weltwirtschaft eineneue Qualität bekommen. Die Verbindungen sindso zahlreich, intensiv und komplex geworden, dassVeränderungen in einem Land oder in einer Regionunweigerlich Auswirkungen auf andere Länder undRegionen haben. Bei größeren Krisen wird die gesamteWeltwirtschaft erfasst, wie beim Einbruch derWeltkonjunktur nach dem Finanzcrash 2008. Dabeihaben die meisten Entwicklungsländer das zusätzlicheProblem, dass ihre Volkswirtschaften gegenüberexternen Schocks besonders verwundbar sind.Untersucht werden im vorliegenden Text insbesonderedie von der Eurokrise verursachten Entwicklungenin den am wenigsten entwickelten Ländern(LLDCs), Niedrigeinkommensländern (LICs) bzw.den Unteren Mitteleinkommensländern (LMICs).Das sind insgesamt 94 Länder auf der Liste des Entwicklungskomiteesder OECD, in denen das Bruttoinlandsproduktpro Kopf 2010 die Summe von 3.750USD nicht übertraf. Das britische Overseas DevelopmentInstitute (ODI) hat im Mai 2012 zur Frage derAuswirkungen der Eurokrise auf die Entwicklungsländereine Studie veröffentlicht, auf die hier u.a. Bezuggenommen wird.Die wirtschaftlicheAusgangssituationDie konjunkturellen Vorhersagen des IWF, derOECD, der UNCTAD oder der UN/DESA spieleneine orientierende Rolle für Wirtschaftsplaner undInvestoren. Gegenwärtig wird sowohl beim IWF alsauch im UN-Spektrum vor einem sehr verzögertenAufschwung bzw. vor den Risiken eines weiteren Abschwungsgewarnt. 12Gleichzeitig sehen IWF/Weltbank und die UN diewirtschaftlichen Aussichten in den Entwicklungsländernals insgesamt ermutigend an. Beim Wachstumdes Bruttoinlandsprodukts (BIP, ermittelt auf USD-Basis) wird von 5,9% ausgegangen, beim pro-KopfBIP (ermittelt auf Basis lokaler Währungen) von3,3%. 13 Unter anderem in der Weltbank diskutierenExperten mögliche Rezessionsszenarien mit Auswirkungenauf die Entwicklungsländer: 14• Ausschluss weiterer europäischer Volkswirtschaften(Zypern, Malta, Spanien, Irland) vom Zugangzu den Finanzmärkten mit negativen Auswirkungenauf die Wachstumschancen in allen Euroländernund darüber hinaus;• Die sich erholende Konjunktur in den USA undanderen Industrieländern wird durch einseitigeund überzogene Austeritätspolitik abgewürgt;• Die hohen Investitionsraten Chinas schmelzenaufgrund von Nachfrageschwächen ab;• Ansteigen der Energiepreise.6 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Schadensmeldung 1WachstumseinbruchGrafik 1: Globales BIP-Wachstum876543210-1-2Advanced economiesQuelle: IMF staff estimatesEmerging and developing economiesWorld2011 2012 2013Grafik 2: Konjunkturaussichten prekärPercentage change54.1 4.1Policy scenario44.04.5Baseline3.832.73.222.2 2.41.41Downsidescenario1.100.2-1-2-2.1-32006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014Quelle: UN/DESATabelle 1: Ländergruppe/ BIP Veränderungen/Jahr2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016Zentral- und Osteuropa 6.4 3.1 -3.6 4.5 5.2 1.9 2.5 3.1 3.4 3.7 3.7Asiatische Entwicklungsländer 10.3 7.9 6.9 9.5 7.7 6.6 7.1 7.4 7.6 7.6 7.6Lateinamerika und Karibik 5.6 4.2 -1.5 6.1 4.5 3.1 3.8 4.0 4.0 3.9 3.9Mittlerer Osten und Nord Afrika 6.2 4.5 2.5 5.0 3.2 5.2 3.6 3.8 4.3 4.4 4.5Afrika südl. der Sahara 6.4 5.5 2.7 5.3 5.1 4.9 5.7 5.5 5.7 5.6 5.7Quelle: IWF/WEO Database 2012Weltkonjunkturdaten: Das UN/DESA (Departmentof Economic and Social Affairs) geht von drei möglichenWeltkonjunkturszenarien für 2013/2014 aus,wobei es die Abschwungrisiken als genauso wahrscheinlichbezeichnet, wie die Chancen des Aufschwungs.Grund ist die starke Abhängigkeit desAufschwungs von der Nachfrage aus den Industrieländern,gerade auch von den Euroländern sowiedie Möglichkeit erheblicher Preisschwankungen fürWirtschafts- und Verbrauchsgüter und bei den Kostenfür Kredite und Kreditausfallversicherungen.Die folgenden Zahlen (Tab.1) verdeutlichen, dass dieWachstumsraten in den Entwicklungs- und Schwellenländerninsgesamt und in den Ländern Afrikassüdlich der Sahara den Stand von vor 2007 auch inden kommenden Jahren nicht erreichen werden.Sie haben als Folge der Finanz- und der EurokriseWachstumseinbrüche von zwischen 1,5 und 4,5%bezogen auf das BIP von 2006 zu verkraften.Tabelle 2: Verlust der Wirtschaftleistung2012 - 2013Die BIP- Verluste 2011 für alle Entwicklungsländerbetragen 237,6 Mrd. USD.RegionBIP-Verlust in USD Mrd.Welt insgesamt -1,168.7Entwicklungsländer -237.6Ost Asien & Pazifik -47.1Europa & Zentral Asien -36.5Lateinamerika & Karibik -25.1Mittlerer Osten NA -47.4Afrika Südl. Sahara -5.3Südasien -61.8Quelle: ODI, 2012:44Auf der Basis von Weltbank-Daten kommen dieAutoren der ODI-Studie für 2011 zu erheblichenBIP-Verlusten, wobei die Verluste der Länder Afrikassüdlich der Sahara noch vergleichsweise gering ausfallenetwa im Vergleich zu Südasien.7


Grafik 3: Handel der LIC/LMIC Länder mit EU, BRICs und ChinaAnteil der LIC/LMIC-Länder in RichtungEU BRICs und ChinaAnteil ihrer Importe% of total export valueLICs403530252015105005 06 07 08 09 10EU 27 BRICs China% of total export valueLMICs252015105005 06 07 08 09 10EU 27 BRICs China% of total export valueLICs252015105005 06 07 08 09 10% of total export valueLMICs2015105005 06 07 08 09 10EU 27 BRICs China EU 27 BRICs ChinaAnfälligkeitsindikatorenHandel: Trotz der zunehmenden Bedeutung desChinahandels der Niedrig- und Unteren Mitteleinkommensländerbehält deren Handel mit der EU nochdas größere Volumen (Daten bis 2010, Quelle ODI).Aber die abnehmende Tendenz ist eindeutig (s. Grafik3).17 Niedrig- und Untere Mitteleinkommensländerwickeln über 25% ihrer gesamten Im- bzw. Exportemit der EU ab und 15 Länder erwirtschaften über 5%ihrer Wirtschaftsleistung durch den Export in die EU(siehe Tab. 3 und Grafik 4).Tabelle 3: LICs/LMICs mit hoher Handelsabhängigkeit von der EUReporting country Group % of totalexports toEU27, 2010Reporting country Group % of totalimports to EU27, 2010Cape Verde LMIC 94.1 Cape Verde LMIC 78.1São Tomé and Principe LMIC 81.5 São Tomé and Principe LMIC 66.8Mozambique LIC 62.4 Morocco LMIC 49.2Morocco LIC 60.1 Moldova LMIC 44.2Cameroon LMIC 59.7 Senegal LMIC 46.5Gambia, The LIC 55.2 Togo LIC 44.2Armenia LMIC 49.8 Egypt, Arap Rep. LMIC 43.6Cote d´Ivoire LMIC 39.1 Cameroon LMIC 39.9Moldovia LMIC 36.8 Ukraine LMIC 32.3Malawi LIC 36.8 Ghana LMIC 31.6Sri Lanka LMIC 35.0 Mozambique LIC 31.4Belize LMIC 31.3 Burkina Faso LIC 30.6Burundi LIC 31.0 Gambia, The LIC 30.2Uganda LIC 31.0 Georgia LMIC 28.4Egypt, Arap Rep. LMIC 30.3 Burundi LIC 28.2Ethiopia LIC 29.5 Armenia LMIC 25.6Quelle: ODI 20128 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Länder, die primär nach Europa exportieren und sichauf einige wenige stark konjunkturabhängige Produktespezialisiert haben, sind den Auswirkungender Eurokrise am schutzlosesten ausgeliefert. In Afrikagehören zu diesen Länder auch die Öl-, Bodenschatz-,Baumwoll- und Kakaoproduzenten (ODI,2012: 4-6).Grafik 4: Länder mit über 5% BIPaus Export in die EUZimbabweBurundiSri LankaMoldovaBelizeMadagascarMalawiCambodiaUkraineCameroonNigeriaGuyanaMoroccoMozambiqueCote d´Ivoire0% 2% 4% 6% 8% 10% 12% 14% 16% 18%Quelle: ODI 2012Die Elfenbeinküste, Mosambik, Marokko, Guyana,Nigeria, Kamerun, Madagaskar, Malawi, Burundi,Zimbabwe, die Kap Verden und Sao Tomé und Principein Afrika sowie die Ukraine, Moldau, Kambodscha,Belize und Sri Lanka können über ihrenAußenhandel von den krisenhaften Entwicklungenin der EU und der Eurozone sehr leicht angestecktwerden.Dabei reagieren Luxusgüterexporte anfälliger aufNachfrageeinbrüche als Güter des täglichen Bedarfs.Außerdem reagiert die globalisierte Wertschöpfungin multinationalen Produktionsketten empfindlicherauf Störungen und Ausfälle als eher traditionelle Formender Wertschöpfung.Schon als Folge der Finanzkrise 2007 war der AfrikanischeHandel um 30% geschrumpft. Vor allemdie nordafrikanischen Länder waren betroffen. Sieschicken 58% ihres Exports in die EU. Auch die Länderder Communauté Financière Africaine (CFA), die36,4% ihres Exports in die EU einführen, mussten einenRückgang ihres Handels hinnehmen. Ähnlichesgilt für Inseln wie die Seychellen, Kap Verden undMauritius, die stark vom Tourismus abhängen. DieAfrikanische Entwicklungsbank sah 2011 afrikanischeHandelsrisiken wie folgt konzentriert:Tabelle 4: Afrikanische Handelsrisikenaufgrund regionaler Konzentration 2011% of total exportsto EU (2008)Export DestinationConcentration tration IndexExport Concen-Index (avg. 2008- (avg. 2008-2010)2010)North Africa 58.1 36.1 45.0CFA Franc Zone 36.4 36.4 23.4West Africa 28.5 39.0 58.6Southern Africa 27.1 48.9 14.1Central Africa 26.9 56.0 83.4East Africa 17.3 39.4 13.6Africa 40.1 42.2 42.1Quelle: AfDB 2011Schadensmeldung 2ExportrückgangMitte 2011 verlieren wichtige afrikanische Exportprodukteerheblich an Wert. Die Afrikanische Entwicklungsbankschätzt, dass ein Prozent BIP-Rückgangin den OECD-Ländern bei Afrikanischen Ländern zueinem 10%igen Rückgang des Exports und 2,5%igenImportrückgang führt.Instabile Währungen:Afrika Südlich der Sahara: 27 Länder haben ihreWährungen eng an den Euro gekoppelt, 13 weiterebinden ihre Währungen z.T. an den Dollar, z.T. anden Euro. Bekannt unter ersteren sind z.B. die sechswestafrikanischen und acht zentralafrikanischenLänder der CFA, die weiterhin eng an die französi-9


Grafik 5: Exportpreise wichtiger afrikanischer Exportprodukte500400300CocoaCotton200100Coffee Arabica0Jan-00Jul-00Jan-01Jul-01Jan-02Jul-02Jan-03Jul-03Jan-04Jul-04Jan-05Jul-05Jan-06Jul-06Jan-07Jul-07Jan-08Jul-08Jan-09Jul-09Jan-10Jul-10Jan-11Jul-11Quelle: AfDB 2011sche Wirtschaft angeschlossen sind und den direktan den Euro gebundenen Franc CFA als Zahlungsmittelverwenden. Wie die Eurozone insgesamt, sokonnten sie die Schwäche des Außenwertes des Euroin 2010 und 2012 für günstigere Exporte von Petroleum,Koka, Kaffee, Erdnüsse außerhalb der Eurozonenutzen.wenn die Nachfrage von dort stagniert. Im Grundegeht es ihnen ähnlich wie den Mitgliedsländern derEurozone, die durch die Einheitswährung ihre Wechselkurshoheitaufgegeben haben. Im Krisenfalle fehltihnen dann, ähnlich wie Griechenland, Portugal,Spanien etc. die Möglichkeit, durch Abwertung ihrenExport zu stützen.Je nach Wettbewerbsfähigkeit ist ihr Export bei einemstärkeren Euro rückläufig und kann nicht durchvermehrte Exporte in die Eurozone ersetzt werden,Schadensmeldung 3Währungsverfall und Verlust an DevisenreservenWegen des Verfalls der Preise für Güter und Dienstleistungenverloren ein Drittel der Währungen inden Ländern Südlich der Sahara 10% an Wert. 2011fiel der südafrikanische Rand um 3,2% aufgrund dergeringeren Nachfrage nach den Bodenschätzen desLandes. Kenia, Tansania und Uganda mussten Wertverlusteihrer Währungen um 13%, 7% bzw. 18%hinnehmen. 15 Die Währungen der Seychellen undvon Mauritius sind vom Rückgang des Tourismusbetroffen. Alle Öl-importierenden Länder musstenaufgrund ihrer wachsenden Ölrechnungen Wertverlustehinnehmen.Südasien: 40% der Exporte aus Südasien gehen indie EU, hauptsächlich nach Deutschland und Frankreich.Bangladesch, Sri Lanka und die Maledivenspüren Marktveränderungen in Europa direkt.Um im Herbst 2011 dem durch Kapitalflucht verursachtenWährungsverfall entgegen zu wirken, musstendie Länder in Südasien ihre Devisenreserven einsetzen,was ihre Währungen erneut schwächte.Lateinamerika und die Karibik exportieren 15%ihrer Außenhandelsgüter nach Europa. Ihre Exportwachstumsratennahmen von 2011 gegenüber 2010nur geringfügig ab. 1610 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Schadensmeldung 4KapitalabflussDie regionalen Börsen verzeichneten ab September2011 einen substantiellen Kapitalabfluss, der denWährungen Brasiliens, Mexikos, Chiles und Kolumbienseinen Wertverlust von 10% bescherte.In Ostasien, insb. in den Philippinen, Malaysia, Indonesienund Thailand reagieren die Volkswirtschaftenebenfalls empfindlich auf Nachfrageeinbrücheder EU. Die Philippinen schicken fast die Hälfte ihrerExporte in drei Märkte, von denen die EU am meistenaufnimmt (20%), während die Exporte nach China(10%) stark vom erwähnten Problem der globalisiertenWertschöpfungsketten betroffen sind.Die Ostasiatischen Währungen mussten in der FolgeKapitalabflüsse hinnehmen. Der Wert des philippinischenPeso, den es am Härtesten getroffen hat, gab17, 18von 2009 bis 2013 um gut 17% nach.Schadensmeldung 5Rückgang des TourismusTourismus: Die Kap Verden, Gambia, Kenia, Tansania,Mauritius, Seychellen, etc. sind diejenigen afrikanischenNiedrigeinkommensländer, die ganz besondersvom Rückgang des Tourismus betroffensind. 19 Über die wirtschaftlichen Auswirkungen diesesRückgangs insgesamt entscheidet dabei auch dieExportstruktur eines Landes. Tansania ist relativ diversifiziert,hat einen relevanten Rohstoffsektor undlandwirtschaftlichen Export. Das Ausbleiben vonTouristen schadet demgegenüber erheblich mehr inLändern, die auf diese Form des Dienstleistungsexportsstark spezialisiert sind, wie z. B. die Kap Verdenoder die Seychellen.Die Verluste nach der Finanzkrise betrugen 2010 beiden Niedrigeinkommensländern 6,2% weniger ankommendeTouristen. Das Bild ist zwar insgesamtpositiv, aber die Schätzungen der World TourismOrganisation gehen für 2011 für Afrika südlich derSahara von einer Verlangsamung des Wachstums desTourismus von 3% aus. 20Tabelle 5: Tourismus inProzent aller ExporteAm wenigstenentwickelte LänderNiedrigeinkommensländerUntere MitteleinkommensländerUntere und MittlereEinkommensländerMittlere EinkommensländerAfrika Südlichder SaharaQuelle: ODI/WDI2006 2007 2008 2009 20105.7 6.5 5.9 7.2 5.511.3 13.5 13.1 13.8 7.66.7 7.0 6.5 7.2 5.35.9 5.9 5.5 6.3 5.05.9 5.8 5.4 6.2 4.97.4 7.4 6.4 7.6 6.911


Schadensmeldung 6Migrantenüberweisungen rückläufigMigranten schicken dringend benötigte Mittel anihre Familien für Konsum, Mieten, Bildungskosten,Anschaffungen und kleinere Investitionen, etc. InNiedrigeinkommensländern wie Bangladesch, Afghanistan,Burkina Faso, Zimbabwe, Mosambik,Mali, Haiti, Nepal, Eritrea, DR Kongo ist der Anteilder Migrantenüberweisungen an der Wirtschaftsleistungdes Landes am höchsten. Für die Kap Verden,Gambia, die Philippinen und Nigeria ist die EU diewichtigste Quelle für Überweisungen ihrer Arbeitsmigranten.Die Weltbank schreibt 2012 in Ihrem Bericht über dieglobalen Wirtschaftsaussichten: 21• Eine Vertiefung der Eurokrise würde in Südasienzu geringeren Migrantenüberweisungen, zu wenigerExporten und zu geringeren Direktinvestitionenführen;• Die Überweisungen der Arbeitsmigranten aus ElSalvador, Jamaika, Honduras, Guyana, Nicaragua,Haiti und Guatemala geraten durch die Rezessionin der Eurozone unter Druck;• Migrantenüberweisungen und Tourismuseinkünftesind wichtige Wachstumsstimuli in Ländernwie den Philippinen oder den kleineren Inselstaaten.Die Rezession in der Eurozone reduziertdiese Einkünfte z.T. erheblich.13 Niedrig- und Untere Mitteleinkommensländer,die viele Arbeitsmigranten in Länder der EU schicken,haben spürbare Überweisungseinbußen hinnehmenmüssen. Nach einer Phase des starken Wachstumsder Überweisungen bis 2008 brachen sie 2009 ein.Sie haben sich bis 2012 nicht wieder auf das Niveauvon 2008 erholt.Tabelle 6: Migrantenüberweisungen2005 - 10 in % des BIPGrafik 6: Länder mit mehr als 5% - AnteilMigrantenüberweisungen am BIPAm wenigstenentwickelte LänderNiedrigeinkommensländerUntere MitteleinkommensländerUntere und MitteleinkommensländerMitteleinkommensländerAfrika Südlichder SaharaQuelle: ODI 2012:92005 2006 2007 2008 2009 20105.4 5.8 6.0 5.3 6.5 6.45.4 6.6 7.3 8.1 7.9 8.04.1 4.1 4.2 4.4 4.3 3.92.0 2.0 2.0 1.9 1.9 1.71.9 1.9 1.9 1.8 1.8 1.61.6 1.9 2.5 2.3 2.5 2.2UgandaBelizePakistanEgypt, Arab Rep.MoroccoCape VerdePhilippinesSri LankaGuatemalaNigeriaBangladeshMoldovaNicaraguaGambia, TheEl SalvadorGuyanaHondurasSamoaHaitiKyrgyz RepublicTajikistanQuelle: ODI 20120 5 10 15 20 25 30 35 4012 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Tabelle 7: Migrantenüberweisungen (in Mio. USD)2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 20121 Algerien 1.2 1.3 1.4 1.4 1.3 1.1 1.1 1.02 Elfenbeinküste 0,4 0,5 0,6 0,6 0,5 0,5 0,5 0,53 Ägypten 2.4 2.9 3.3 3.0 2.7 2.5 2.6 2.64 Äquatorial Guinea 3.0 3.4 3.7 3.7 3.4 3.4 3.6 3.95 Gabun 0,5 0,6 0,6 0,7 0,7 0,7 0,7 0,76 Mosambik 4.5 5.4 6.7 6.8 6.2 6.4 7.2 7.07 Philippinen 1.4 1.8 2.1 2.4 2.4 2.5 2.6 2.88 Rwanda 3.0 3.3 4.7 6.0 5.3 5.2 5.6 5.59 Seychellen .. .. 3.0 2.7 3.9 3.3 3.2 2.710 Slowenien 0,9 1.1 1.4 1.9 1.6 1.5 1.7 1.611 Sri Lanka 7.9 8.8 10.7 11.8 10.3 10.5 11.5 11.012 Tansania 0,4 1.0 1.6 2.5 1.7 2.3 3.0 3.713 Sambia 1.2 1.2 1.3 1.4 1.1 1.5 1.4 1.4Summen 27.4 31.8 41.7 45.5 41.6 41.9 45.4 44.8Quelle: Weltbank 22Schadensmeldung 7Rückgang von DirektinvestitionenUnter den Finanzflüssen spielen die Auslandsinvestitionen(ADI) eine wichtige Rolle. Investitionenstärken die einheimische Währung, erhöhen dieGeldmenge im Lande und den verfügbaren Kredit,verbilligen die Zinsen und erleichtern es dem Staat,im Inland nicht vorhandene Produkte einzuführen.Ein Übermaß an ADI kann allerdings auch die Inflationanheizen, wie nach der Finanzkrise in Brasilienoder Indonesien. Ihr Zu- oder Abnehmen hat dahereinen besonders starken Einfluss auf den Konjunkturverlaufeines Landes.Den Folgen abnehmender ADI aus der EU sind u.a.die sich entwickelnden kleinen Inselstaaten (SIDS 23 )ausgesetzt. Die SIDS finanzieren im Durchschnitt 9%ihres BIP über die ADI, Timor Leste und die Solomonensogar über 30%. Mit je 6% folgen die Niedrigeinkommens-und die rohstoffabhängigen Entwicklungsländer.Unter den Niedrigeinkommensländernsind Liberia, die DR Kongo und Niger mit jährlichenADI-Zuflussraten aus der EU von um die 20% besondersanfällig für eine stockende Wirtschaftsentwicklungin der EU. Europäische Investoren tragen mitzwischen 20% und 30% den größten Anteil der Direktinvestitionenin die Niedrigeinkommensländer.Während die Zuflüsse aus aller Welt nach Ostasien/Pazifik und Lateinamerika zunehmen, haben Südasien,Osteuropa und Zentralasien, der Mittlere Ostenund Nordafrika sowie Afrika südlich der Sahara stagnierendeoder gar abnehmende ADI-Zuflüsse. Dieneueren europäischen Zahlen (s. Tab 8) bestätigendiesen Trend. In den afrikanischen Niedrigeinkommensländernsind die Investitionen 2011 zurückgegangen,verursacht durch die Eurokrise. Ein positiverEffekt ist dabei: Europa investierte etwas weniger inSteuerparadiese.Abflüsse und Transfers: Entwicklungsland zu seinbedeutete in der Regel auch immer per Saldo („Netto“,s. Grafik 9.) mehr Kapital aufgrund von Im-13


8,0007,0006,0005,0004,0003,0002,0001,0000Grafik 7: ADI-Zuflüsse nach Regionen(in Mrd. USD)2005 2006 2007 2008 2009 2010East Asia & PacificEurope and Central AsiaLatin America & CaribbeanSouth AsiaQuelle: ODI 2012:13Middle East & North AfricaSub-Saharan AfricaTabelle 8: Beteiligungen der EU-27 imRest der Welt (in Mrd. Euro)2008 2009 2010 2011Afrika 29.2 37.3 40.4 38.9Südafrika 54.9 72.2 75.6 79.5Südamerika 207.0 229.3 314.4 352.9Asien 496.7 541.4 652.4 728.2Indien 18 27 34.8 46.4Ozeanien 84.9 91.8 127.3 134.2Steuerparadiese 578.8 659.6 730.5 650.7Quelle: Eurostat 2013 24portnotwendigkeiten auszuführen, als Zuflüsse zuerhalten. Das ist einer der Gründe, warum Entwicklungsländersich so sehr um ADI bemühen und bereitsind, entsprechende Kompromisse mit Investoren zumachen. Grafik 8 versteht unter „Netto“ den Abzugvon Steuern und Gebühren für Kapitalzuflüsse in Entwicklungsländer.25Die Zuflüsse in Entwicklungsländer nehmen im Krisenjahr2008 stark ab und erholen sich auch in denFolgejahren unter dem Eindruck der Eurokrise nursehr langsam. Gleichzeitig nehmen auch die Nettokapitaltransfers(2010 insgesamt 859 Mrd. USD)26, 27aus den Entwicklungsländern auf bis zu 900 Mrd.USD zu, fallen wieder auf ca. 500 Mrd., nur um dannEnde 2011 wieder auf gut 800 Mrd. USD anzusteigen.Sieht man diese Entwicklung aus der Perspektiveder Schäden, verursacht durch die Eurokrise,ergeben sich:Grafik 8: Nettokapitalflüsse inEntwicklungsländer (in Mrd. USD)350300250200150100500-50-1002006 2007 2008 2009 2010 2011e 2012f 2013fPortfolio equity inflows Bonds Bank lendingOthersFDI inflowsQuelle: ODI 2012:p37Grafik 9: Nettokapitaltransfer zwischenEntwicklungsländern (in Mrd. USD)7006005004003002001000• ca. 100 Mrd. USD geringere ADI Zuflüsse von2011 auf 2012 und Erreichung des Vorkrisenstands(2007) in 2013;• keine ausgewiesenen Minderzuflüsse bei Anleihenund „anderen“ Zuflüssen;• um 150 Mrd. USD verminderte Zuflüsse vonBankkrediten200.00.0-200.0-400.0-600.0-800.0Billions of US Dollars• ca. 100 Mrd. USD weniger Portfolio-Zuflüsse aufdie Finanzmärkte der Entwicklungsländer;-1.000.02000200120022003200420052006200720082009201020112012• sowie ca. 250 Mrd. USD mehr Nettokapitalabflussaus den Entwicklungsländern.Developing countriesLDCsQuelle: UN/ DESA: 2013 p. viiiEconomies in transition14 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Die Afrikanische Entwicklungsbank bestätigt einenVerlust an ADI von ca. 23 Mrd. USD pro Jahr (gut40%) für Afrika von 2009 bis 2012. Ägypten, Libyenund Tunesien hatten bis dato 35% der in Afrika investiertenADI absorbiert. Aufgrund ihrer Lage alseuropäische Nachbarstaaten sind sie den Folgen einesADI-Rückgangs aus Europa besonders stark ausgesetzt.Als zusätzlicher Effekt kommt die politische Instabilitätinfolge des arabischen Frühlings hinzu. DieEntwicklungsbank zweifelte daran, dass China undandere Schwellenländer diesen Rückgang der ADIabfedern können. 28Übertragung der Eurokrise durch europäischeBanken: Ein wichtiger Übertragungsweg der Krisein die Entwicklungsländer sind die europäischenBanken. Im September 2005 standen ca. 1,5 BillionenUSD ausstehende Kredite an die Entwicklungsländerin ihren Büchern. Bis 2011 hatte sich dieser Betragmehr als verdoppelt auf 3,5 Billionen USD. Amstärksten exponiert sind sie in Osteuropa, Asien unddem Pazifik, viel weniger dagegen im Mittleren Ostenund Afrika. Dennoch machen europäische Bankkrediteetwa 25% aller Ausleihen an den afrikanischenPrivatsektor aus. Sie stellen über die Hälfte des Bankkapitalsin Ländern wie Mosambik, Angola, Ghana,Kamerun, Ruanda, Sambia und Tansania. Insbesondereder Telekommunikationssektor ist starkbeliehen (ODI 2012:15).Schadensmeldung 8Kapitalzuflüsse sinkenIm Falle einer stärkeren Beteiligung der europäischenBanken an der Finanzierung der europäischenStaatsschulden werden die Institute ihre Niederlassungenverkaufen. Für diesen Fall sollten die Eigentumsveränderungenso gestaltet werden, dass sie dieeinheimischen Finanzsektoren nicht in Mitleidenschaftziehen.Anfälligkeit für langsameres Wachstum in China:Besondere Sorge um die Konjunktur in den Entwicklungsländernbereitet ein mögliches Erlahmender Nachfragekraft der aufstrebenden Ökonomiender BRICSAM-Länder (Brasilien, Russland, Indien,China, Südafrika, Argentinien und Mexiko). ChinasWachstum fiel von 10,4% in 2010 auf 9,2% in 2011,eine weitere Reduzierung für 2012 auf 8,2% ist vorhergesagt,bevor 2013 eine leichte Erhöhung auf 8,8%eintreten soll. Der Anteil der Exporte der NiedrigundUnteren Mitteleinkommensländer nach Chinanimmt stetig zu, während er in die EU ebenso stetigabnimmt. Bereits seit 2005 bzw. seit 2008 beziehendiese Entwicklungsländer einen höheren Anteil ihrerImporte aus den BRIC-Ländern als aus der EU, wobeider chinesische Anteil kontinuierlich zunimmt. Eshängen aber weiterhin 17 Niedrig- und Untere Mitteleinkommensländermit 25% bis 95% vom Importoder Export in die EU ab (ODI, 2012:4/5).13 Länder aus dieser Gruppe haben seit 2005 kontinuierlichwachsende Handelsbeziehungen mit China.Die Statistiken zeigen keine Einschränkungen diesesHandels nach der Finanzkrise. Auch seine ausländischenDirektinvestitionen erweiterte China kontinuierlichin dieser Ländergruppe von 234 Mio. USD imJahr 2005 auf 2,74 Mrd. USD in 2010, wobei lediglichin 2008 eine kleinere Erhöhung als in den anderenJahren stattfand. Daraus lässt sich schließen, dasswährend der Krise sowohl der Handel als auch dieDirektinvestitionen Chinas für die Entwicklungsländereine schockmindernde Wirkung entfalteten.15


Schadensmeldung 9LeistungsbilanzverlusteDas langsamere BIP-Wachstum Chinas wird mitdem Nachlassen der Nachfrage nach chinesischenWaren aus der EU erklärt. Von der Verlangsamungdes Wachstums in China werden die chinesischenDirektinvestitionen betroffen sein. Das würden dannAngola, die DR Kongo, Niger, Myanmar, Kambodschaund Laos zu spüren bekommen, weil sie 80%der chinesischen Direktinvestitionen in Niedrigeinkommensländerauf sich vereinigen (ODI, 2012 29 ).Indikatoren der wirtschaftlichenWiderstandsfähigkeitUm der Ansteckung durch eine wirtschaftliche Krisezu widerstehen, ist es gut, wenn ein Land über einenguten Leistungsbilanzüberschuss verfügt, alsomehr exportiert als es importiert und daher auch überausreichend Devisenreserven verfügt. Eine geringeAuslandsverschuldung ist ein weiterer wichtigerIndikator für Widerstandsfähigkeit ebenso wieein komfortabler Haushaltsüberschuss, der Spielraumfür wirtschaftpolitische Alternativen eröffnet.Schaut man aus der Perspektive der durch dieFinanz- und Eurokrise angerichteten Schäden aufdiese vier Faktoren, so ergibt sich ein unterschiedlichesBild. Generell erlebten die Niedrig- und UnterenMitteleinkommensländer ein stetiges und gutesWachstum zwischen 2002 und 2007 und waren2008 daher in der Lage, Einbrüche abzufedern undvom wieder einsetzenden, allerdings schwächerenWachstum 2009 und 2010 zu profitieren. Die Eurokrise2011 traf dann viele Länder in einer Situationgeschwächter Reserven.Die Eurokrise hat in afrikanischen Ländern südlichder Sahara das Leistungsbilanzdefizit von 6% aufüber 10% getrieben (in Liberia und Tschad auf über30% bzw. 40%) in Ostasien und dem Pazifik von2% auf 4% und in Nordafrika auch zum Teil durchden arabischen Frühling bedingt von +4% auf -6%.13 afrikanische Niedrigeinkommensländer haben2010 ein gegenüber 2007 stark gewachsenes Leistungsbilanzdefizit,acht davon liegen über 10% (ODI,2012:18).Devisenreserven: Ihre Höhe wirkt sich stark aufden Wechselkurs eines Landes und seine Importkapazitätaus. Der IWF empfiehlt den Entwicklungsländernden Gegenwert der Rechnungen vonmindestens zwei Monaten Importkosen an Devisenin Reserve („harte“ Währungen, Gold, IWF-Sonderziehungsrechte)zu halten. Die Zahlen legen denSchluss nahe, dass die Regierungen fast 29 aller Niedrigeinkommensländerdie Politik der Erweiterung ihrerDevisenreserven sehr diszipliniert verfolgt haben,denn diese wurden trotz der Krisen in fast allen Ländergruppenund Regionen auf die Höhe der Kosten einervier- bis fünfmonatigen Importrechnung des jeweiligenLandes erweitert (ODI 2012:17-20). Das bedeutet,die Politik dieser Länder hat harte Nicht-Einfuhrentscheidungenoder hohe Importzölle durchgesetztund ihre Devisenreserven für noch härtere Zeitenangespart.Leistungsbilanzen: Die Leistungsbilanzen bildendeninternationalen Handel unmittelbar ab (s. Grafik3). Bei Entwicklungsländern ist nach Vorgaben desIWF ein Leistungsbilanzdefizit von 3% als normal zubetrachten, denn diese Länder werden zur Diversifizierungihrer Wirtschaft i.d.R. höhere Ein- als Ausfuhrenhaben.16 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Schadensmeldung 10Zunahme der VerschuldungÜber die Schäden, die im Rahmen der Aufstockungvon Devisenreserven durch die Nicht-Einfuhr vonMedikamenten, technischen Instrumenten, Öl undEnergie, nicht vorgenommene Krankenhaus- oderInfrastrukturmodernisierungen etc. entstanden sind,liegen keine Daten vor. Legt man aber z.B. die Importrechnungeines Monats aus dem Jahr 2011 vonallen mit der EU besonders verbundenen afrikanischen,karibischen und pazifischen Staaten in Höhevon 37 Mrd. USD oder die Monatsimportrechnungaller Niedrigeinkommensländer in Höhe von 17 Mrd.zugrunde, wird deutlich, welche Opfer diese Ländersich für die Erweiterung ihrer Devisenreserven auferlegen30, 31mussten.Auslandsschulden: Der IWF hält eine Obergrenzevon 60% des BIP für eine tragfähige Schuldenhöhe.Fünf Niedrig- und elf Untere Mitteleinkommensländerlagen 2010 z.T. erheblich über dieser Grenze.Zehn davon sind erst nach 2007 in diese Situationgeraten. Zuvor hatten sie z.T. signifikant niedrigereSchuldenstände.Bei den Komoren, Guyana, Armenien, Mauretanien,Nicaragua, Moldau und der Ukraine ist es offensichtlich,dass sie sich auch aufgrund der Rezession in derEU zu höherer Neuverschuldung gezwungen sahen.Viele Länder haben trotz des ausbleibenden Wirt-schaftswachstums oder eingebrochener Exporte keineneuen Kredite aufgenommen, weil sie sonst in Gefahrgeraten wären, die von IWF und Weltbank eifrig bewachteSchuldentragfähigkeitsgrenze zu überschreiten.Auch hier wird manche Investition in die Infrastrukturoder die Produktivität eines Landes unterbliebensein, weil in der Krise die Voraussetzungendafür fehlten.Haushaltsdefizite: Der IWF verlangt von seinenMitgliedern, ihre Haushalte so zu bewirtschaften,dass sie nicht mehr als 2% Neuverschuldung p.a. aufweisen.2006 erzielten die allermeisten Entwicklungsländereinen Haushaltsüberschuss, ein fast historischesDatum! Diese Situation verschlechterte sich inden Folgejahren für fast alle Entwicklungsländergruppen.Haushaltsüberschüsse konnten einzig vonden kleinen Inselstaaten (12%, 2007 und 2008) sowievon den am wenigsten entwickelten Staaten (zwischen8% und 6%, 2007 und 2008) erwirtschaftetwerden. Die Haushalte der Niedrigeinkommensländerund der vom Rohstoffexport abhängigen Länderschlossen 2009 mit Defiziten von über 4% ab. Ab2010 gelten unterschiedlich starke Verschlechterungenje nach Datenbasis (IWF oder Weltbank) für alleEntwicklungsländer (außer den ostasiatischen Staatenund den Ländern im Pazifik (ODI 2012:23), alsoinsgesamt einer Gruppe von ca. 90 Ländern. DieseGrafik 10: Auslandsschulden ausgewählter Länder 2007 – 2010 (in % vom BIP)LICsLMICsGuinea-BissauComorosKyrgyz RepublicZimbabweGuineaGambiaTogoTajikistan0 20 40 60 80 100 120 140 160Quelle: ODI 2012, WDR 2011Sao/PrincipeUkraineMoldovaGeorgiaLao PDRBelizeNicaraguaMauritaniaArmeniaNew GuineaGuyanaBhutan0 20 40 60 80 100 12017


Tabelle 9: Zunahme der StaatsdefiziteRegion/Land 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013Alle Schwellen- undEntwicklungsländerAlle Schwellen- undEntwicklungsländerStaatseinkommen in % des BIP 28.6 29.4 26.2 27.1 28.3 28.3 27.9Staatsausgaben in % des BIP 27.4 28.6 30.3 29.7 29.5 29.7 29.3Afrika Südlich der Sahara Staatseinkommen in % des BIP 27.7 29.5 24.2 25.3 28.3 27.3 27.2Afrika südlich der Sahara Staatsausgaben in % des BIP 26.5 28.7 29.6 29.0 29.8 29.6 28.4Elfenbeinküste -1 0 -0,2 0,9 -1,5Marokko 0,6 2,5 2 1 -2,5GuyanaNigeria -0,8 -2,1 -1,6Madagaskar -0,4 -2,6 -1,9Kap Verden -1,9 2,1 2,4 -3,6Ukraine -1 -0,9 -1,4 -5,6 -6,5 -2,2Moldau 0,2 -0,3 -0,4 -5,9 -2,5 - 2,5Kambodscha -1,7 -0,8 -0,3 -2,3 -3,7 -4,2Sri Lanka -6,9 -6,5 -6,5 -8,9 -7,2 -6,4* Eigene Berechnungen, Quellen: WB, World Development Indicators 32 , CIA World Factbook 33breite Verschlechterung der Haushalte erklärt sicheinzig aus dem Auftreten der Finanz- und später derEurokrise.Fehlende Haushaltsmittel schlagen sofort auf SozialundEntwicklungsmaßnahmen und auf die Umweltpolitikeines Landes durch. Wie aus Tabelle 8 ersichtlich,nehmen die Defizite 2011 in Prozent des BIPzu, allerdings nicht mehr so stark wie direkt nachder Finanzkrise 2008. Geht man davon aus, dass 100Entwicklungsländer ca. fünf Billionen USD Wirtschaftsleistungerwirtschaften, bedeutet jedes ProzentMindereinnahmen in Höhe von 50 Mrd. USDfür das Staatseinkommen. Tabelle 9 zeigt die Höheder Haushaltsdefizite einiger Länder, die vom Einbruchdes Handels mit der EU besonders betroffensind (s. Tab. 2). Die drastischsten Haushaltsdefizitemussten Sri Lanka, die Ukraine und Kambodschahinnehmen.Schadensmeldung 11Einbruch der EntwicklungshilfeZusätzlich zu den beschriebenen Einschränkungenund Schäden reduziert die Eurokrise die Fähigkeitvieler Geberländer, ihre Ziele zur Mobilisierung vonEntwicklungshilfe zu verwirklichen. In Deutschlandhaben verschiedene Bundesregierungen lange Zeit amsog. ODA-Stufenplan festgehalten, um bis 2015 überschrittweise Erhöhungen 0,7% des BNE für die Entwicklungszusammenarbeitaufzubringen. Und wirklichsind bis 2011 Aufwüchse des BMZ- Etats (s. Grafik11) zu verzeichnen, auch wenn sie zunehmendmoderater ausfielen und das 0,7%-Ziel nicht erreichthätten. Für 2012 und 2013 war jeweils ein Soll vonplus 5,9% und plus 0,9% geplant. Der Entwicklungsetatmusste 2012 aber erstmals eine Reduzierung derursprünglichen Etatansätze um 85 Mio. Euro und für2013 um 124 Mio. Euro hinnehmen. 34 Von 2010 bis2013 ist der Haushalt des BMZ um insgesamt 7,4%gestiegen, in den vier Jahren davor allerdings um38,8%. 2014 soll der Etat um 400 Mio. Euro sinkenund auf diesem Niveau bis 2016 verharren. 3518 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Grafik 11: Trends in der EntwicklungshilfeZuwachsraten des BMZ-Etats (2003 - 2013)Veränderung des BMZ-Haushalts (Einzelplan 23)gegenüber dem Vorjahr (in Prozent)2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012Soll2013PlanTabelle 10: Netto-Entwicklungshilfe1995-2011 (Mrd. USD)1995 -19962000 -20012007 2008 2009 2010 2011Deutschland 7,5 5,0 12,3 13,9 12,1 12,9 14,1Vorjahreslevel-0,1 -0,4 4,9 5,2 17,1 7,8 9,9 4,2 0,9 5,9 0,6Alle €-Länder 24,6 17,9 44,7 51,9 48,5 49,2 49,7EU-Geberländer31,4 25,8 61,5 70,9 67,2 69,6 72,0Total DAC 57,4 53,3 104,2 121,9 119,7 128,4 134,0Quelle: TDH/DWHH 2012Quelle: OECD/DACBei den Euro- und den EU-Ländern bilden die Zahlen(s. Tab. 10) den Einschnitt durch die Krise ab 2008deutlich ab, der außer in 2009 von anderen Geberländern2010/2011 wieder aufgefangen wurde.Prognose der Entwicklung der ODA: Das Entwicklungskomiteeder OECD versucht die Vorhersagbarkeitvon Entwicklungshilfe zu verbessern. Zudiesem Zweck sammelt es Planungsdaten der Gebervon offizieller Entwicklungshilfe. Es konzentriert sichdabei auf die Listung der geplanten Mittel, die aufHoffnung auf mehr ODA – Innovative FinanzierungsmöglichkeitenSeit mehr als einem Jahrzehntsetzen verschiedene Bundesregierungen ihreHoffnung auf innovative Finanzierungsmechanismen,u.a. auf Emissionszertifikate, um zusätzlicheMittel für die ODA bereitzustellen. Der Verkaufvon Emissionszertifikaten hat die Hoffnungen bishernicht erfüllt, die Preise für die Zertifikate liegenz.Z bei ca. 4 Euro. 36 Netzwerke der deutschen Zivilgesellschaftfordern, die Hälfte des Aufkommensaus den Emissionszertifikaten der Anpassung andie Klimaveränderungen und der Entwicklung erneuerbarerEnergien zuzuführen, gegenwärtig sindes nur 18,3%. Die Aufkommensvorhersagen stimmennicht optimistisch. Der Energie- und Klimafonds(EKF) hat zu viele Aufgaben und zu wenigAufkommen, daher ist nicht mit ins Gewicht fallendenBeiträgen für die Entwicklung und Armutsbekämpfungzu rechen. Seit 2006 sind aus demVermögen 475 Mio. Euro freigegeben worden. 37Entwicklungsländerebene zur Verfügung stehen sollen,auch Country Programmable Aid (CPA) genannt.Nach Meinung des Entwicklungskomitees habensich die CPA-Daten als belastungsfähiges Instrumentder Vorhersage erwiesen. Der ehemalige Chef desEntwicklungskomitees der OECD, Brian Atwood,zeigte Mitte 2012, dass bereits 2011 um 2,4% oder 2,3Mrd. USD weniger verfügbare Mittel als geplant aufder Länderebene zur Verfügung gestanden hatten.Er fürchtete, die CPA werden ab 2013 stagnieren. 38Grafik 12 zeigt, dass die Zuwächse bei den CPA bis2012 drastisch zurückgehen und sich 2014 und 2015bei knapp über Null einpendeln. Da die CPA ca. 56%Grafik 12: CPA Höhe undVeränderung 2005 -15Total CPA (2011 USD billion)12010080604025%20%15%10%-5%20-10%0-15%2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2012 2013 2014 2015Quelle: OECD/DACTotal CPA (left axis)Mulitlateral agencies(incl. EU; right axis)U5%0%Percent change fromprevious yearDAC countries (right axis)All donors (right axis)19


Tabelle 11: Die Geber im Vergleich, Anteil ihre ODA am BNEBNE1,11,00,91,02 1,00 0,990,860,80,70,750,60,50,56 0,53 0,52 0,520,46 0,460,40,30,20,10SchwedenNorwegen0,40LuxemburgDänemarkNiederlandeGroßbritannienBelgienFinnlandIrlandFrankreichSchweizDeutschlandAustralienKanada0,350,31 0,310,29 0,29 0,28 0,270,20 0,19 0,180,12 0,11DAC insgesamtder Gesamt-ODA ausmachen, ist von einer Stagnationbei den OECD-Gebern auszugehen. 39 Das ist einebeunruhigende Entwicklung für die Armen dieserWelt, denn sie weist auf eine Trendumkehr hin.Mitte Januar 2013 beschloss der Europäische Ratdie Entwicklungshilfe im EU-Haushalt von 2014 bisSpanienPortugalNeuseelandÖsterreichUSAItalienJapanKoreaGriechenlandQuelle: OECD/DAC2020 um insgesamt 6,3 Mrd. Euro, also 900 Mio.Euro pro Jahr zurückzuführen. Die Finanz- und dieEurokrise haben diese Trendumkehr ausgelöst. Globalwird die Entwicklungshilfe ab 2013 stagnieren.Damit wird erheblicher finanzieller Schaden für dasglobale öffentliche Gut der Entwicklung angerichtet.FazitDer Befund ist eindeutig: Die Krise der EU und derEurozone hat beträchtliche negative Auswirkungenauf die Entwicklungsländer. Zwar konnte infolge desRohstoffbooms und der damit verbundenen hohenWachstumsraten vor 2008 der Schock der Finanzkriseetwas abgemildert werden. Als dann aber dieKrise in der Eurozone 2010 ausbrach, traf sie auf einebereits geschwächte Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaftendes Südens. Auch wenn es zunehmendVerlagerungstendenzen gibt und die Wirtschaftsbeziehungenzwischen den Entwicklungsländern undden BRICs-Staaten – und hier vor allem mit China– auf Kosten der Beziehungen mit der EU zunehmen,ist dies ein schmerzhafter Anpassungsprozess für dieEntwicklungsländer.Da ein Ende der Krise in der EU und der Eurozonenicht absehbar ist, werden die negativen Krisenfolgenfür die Entwicklungsländer anhalten. Deshalb istdie Verwendung der Einnahmen der Finanztransaktionssteuerauch für Umwelt und Entwicklung imSinne des Verursacherprinzips eine Verpflichtung fürEuropa. Die Übernahme von Verantwortung für dieAuswirkungen der europäischen Krise auf Dritte sindzudem kein Akt der Uneigennützigkeit, sondern faireBeziehungen zu den Entwicklungsländern liegenauch im langfristigen Interesse der EU selbst.20 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


Fußnoten:1OECD, Brian Atwood: The Eurozone Crisis and its impact on ODA, Paris 20122ODI 2012: The euro zone crisis and developing countries3Schalatek, Liane/ Nakhooda, Smita Climate (2012): Finance Fundamentals. The Green Climate Fund.London, Washington. http://www.deutscheklimafinanzierung.de/wp-content/uploads/2012/11/CFF11_GCF.pdf4DRAFT REPORT on the impact of the financial and economic crisis on human rights. http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+COMPARL+PE-496.475+01+-DOC+PDF+V0//EN&language=EN5http://europa.eu/legislation_summaries/glossary/enhanced_cooperation_de.htm6Belgien, Deutschland, Estland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal,Slowenien und Slowakei (http://www.consilium.europa.eu/uedocs/cms_data/docs/pressdata/en/ecofin/134949.pdf)7Hätten sich alle 27 EU-Länder dem Vorschlag angeschlossen, hätte man von einem Aufkommen vonbis zu 57 Mrd. Euro ausgehen können, DIW 2012 (Dorothea Schäfer und Marlene Karl): Ökonomischeund fiskalische Effekte der Einführung einer Finanztransaktionssteuer für Deutschland8http://www.handelsblatt.com/politik/international/vorreiter-elf-staaten-schwoeren-auf-eine-finanzsteuer/7784054.html9http://www.euractiv.de/finanzen-und-wachstum/artikel/elf-eu-staaten-wollen-finanztransaktionssteuer-00712810Peer Steinbrück: Vertrauen zurückgewinnen: Ein neuer Anlauf zur Bändigung der Finanzmärkte 25.September 2012 http://www.spd.de/scalableImageBlob/77088/data/20120926_steinbrueck_papier-data.pdf11http://www.steuer-gegen-armut.org/politisches/deutschland/parteien/wahlkampf-2013.html12IWF: World Economic Outlook Update 2013 “Gradual Upturn in Global Growth During 2013” (http://www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2013/update/01/index.htm) und UN/DESA: World EconomicSituation and Prospects 2013 “ The world economy is on the brink of another major downturn” (http://www.un.org/en/development/desa/policy/wesp/index.shtml)13UN/DESA WESP 2013 p.6 (http://www.un.org/en/development/desa/policy/wesp/wesp_current/wesp2013.pdf)14http://blogs.worldbank.org/prospects/global-economic-growth-to-remain-modest-despite-lower-riskof-a-global-downside-event-and-improved-f?page=215http://www.brookings.edu/research/opinions/2011/09/23-african-currency-kamau16ECLAC, Latin America and the Caribbean in the World Economy-Continuing crisis in the centreand new opportunities for developing economies 2011-2012 http://www.eclac.cl/publicaciones/xml/6/47986/Paninsal_ING.pdf17http://www.finanzen.net/devisen/us_dollar-philippinischer_peso-kurs18ODI 2012: 819http://siteresources.worldbank.org/INTPROSPECTS/Resources/334934-1322593305595/8287139-1326374900917/GEP12a_SSA_Regional_Annex.pdf20http://dtxtq4w60xqpw.cloudfront.net/sites/all/files/docpdf/unwtohighlights12enlr_1.pdf21World Bank Global Economic Prospects 201222Remittances and Migration Data http://econ.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/EXTDEC/EXT-DECPROSPECTS/0,,contentMDK:22759429~pagePK:64165401~piPK:64165026~theSitePK:476883,00.html23Small Island Developing States24http://europa.eu/rapid/press-release_STAT-13-11_en.htm25Die Grafik ist kein Resultat von Saldierung, wie Grafik 9. Es lassen sich parallele Entwicklungenaus den Grafiken 8 und 9 ablesen26Global Financial Integrity Report 2012 http://iff.gfintegrity.org/iff2012/2012report.html21


27Die wichtigsten Gründe für den Nettokapitalabfluss aus den Entwicklungsländern sind: a) Inflation(über 10% u.a. in Nigeria, Angola, DR Kongo, Burundi, Äthiopien, Guinea, Sierra Leone, Sudan undSouth Sudan, Tansania), instabile wirtschaftliche und politische Verhältnisse, Investitionsmöglichkeitenzu risikoreich, b) Repatriierung von Anlage- und Investitionsgewinnen, Rückführung von Kapital, c)Ausfuhr von Schwarzgeld aus Korruption, Drogenhandel, Verbrecherprofite aller Art, Steuerhinterziehungd) Abflüsse durch überzogen hohe Rechnungen für Ausgangs- und Zwischenprodukte von Konzernmütternan nationale Töchter für lokale Produktion zur Rechtfertigung legaler Überweisungen.28AfDB Tunis 2011: AfDB Brief, S.829außer Ruanda, Uganda, Komoren, Laos, Nigeria und Indien, (World Bank, 2011 WDI)30http://ec.europa.eu/europeaid/where/acp/country-cooperation/index_en.htm31http://www.wto.org/english/res_e/statis_e/statis_bis_e.htm32http://databank.worldbank.org/data/views/variableselection/selectvariables.aspx33https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/rankorder/2001rank.html34http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/105438235TDH/DWWH 2012, S.636http://www.argusmedia.com/Emissions/Argus-European-Emissions-Markets37http://germanwatch.org/fr/download/2759.pdf38OECD/DAC, Brian Atwood 2011: The Euro Crisis and its impact on ODA39OECD (DCD-DAC, 2012: Development: Aid to developing countries falls because of global recessionRessourcen:1. AfDB Brief: The impact of the US credit rating downgrade and the European debtcrisis on Africa, Tunis 20112. AfDB Tunis 2011: AfDB Brief, S.83. BMF-Website 2012: Verursacher an den Kosten der Krise beteiligen4. Brookings Foundation: brookings.edu/research/opinions/2011/09/23-african-currency-kamau5. Datenbasis der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich6. Datenbank der Weltbank: World Development Indicators7. Datenbasis CIA : World Fact Book8. Datenbasis der WTO: http://www.wto.org/english/res_e/statis_e/statis_bis_e.htm9. Datenbasis der Weltbank: http://siteresources.worldbank.org10. DIW (Schäfer, Karl), Berlin 2012, Finanztransaktionssteuer Ökonomische und fiskalischeEffekte der Einführung einer Finanztransaktionssteuer für Deutschland11. ECLAC, Latin America and the Caribbean in the World Economy-Continuing crisis in thecentre and new opportunities for developing economies 2011-201212. EED/Oxfam-D/Südwind (Hauschild, Lanzet, Morazan, Schäfer),: Blending: A new face inOfficial Development Finance, Bonn 201213. EU Glossar zu „Verstärkte Zusammenarbeit“, http://europa.eu/legislation_summaries/glossary/enhanced_cooperation_de.htm14. EUROPEAN PARLIAMENT, 2012, Draft report on the impact of the financial andeconomic crisis, 2012/2136 (INI)15. Germanwatch: Sondervermögen Energie und Klimafonds, Sept. 201216. Global Financial Integrity Report 201217. IMF: 2012 Spillover Report18. IMF: Regional Economic Outlook, Sub Saharan Africa, 201219. IMF: World Economic Outlook Update 2013 “Gradual Upturn in Global Growth During 2013”20. IMF: World Economic Outlook, 2013 update21. ODI, (Massa, Keane Kennan): The euro zone crisis and developing countries, London 201222. OECD, Brian Atwood: The Eurozone Crisis and its impact on ODA, Paris 201222 Schadensmeldungen | Steuer gegen Armut


23. OECD/DAC, Brian Atwood 2011: The Euro Crisis and its impact on ODA24. OECD (DCD-DAC, 2012: Development: Aid to developing countries falls because of global reces-sion25. Peer Steinbrück: Vertrauen zurückgewinnen: Ein neuer Anlauf zur Bändigung der Finanzmärkte26. Schäuble, Wolfgang, Sept. 2012 Vortrag: Auf dem Weg aus der Krise – Was haben wir gelernt?Was muss sich ändern?“27. Südwind (Morzan, Dr. P): Von der Krise gleich mehrfach getroffen, Siegburg 201228. TdH/DWHH (J. Martens) 2012 : Wirklichkeit der Entwicklungspolitik II, Bonn 201229. UN/DESA: World Economic Situation and Prospects 2013 “ The world economy is on the brink ofanother major downturn”30. UNCTAD Trade and Development Report 201231. UNCTAD, James Zhan: Regional Integration and Foreign Direct Investment, 201332. UNWTU, Tourism Highlights, 2012 Edition33. Weltbank:blogs.worldbank.org/prospects/global-economic-growth-to-remain-modest-despite-lowerrisk-of-a-global-downside-event-and-improved34. World Bank Global Economic Prospects 2012, Daten zu Migration und ÜberweisungenAbkürzungen, Glossar:ADI Ausländische DirektinvestitionenBIP BruttoinlandsproduktBNE BruttonationaleinkommenCFA Communauté Financière Africaine (CFA- Franc) Länder, die den direktan den Euro gebundenen Franc CFA als Zahlungsmittel verwendenCPA Country Programmable Aid, auf der Ebene eines Entwicklungslandesverfügbare Mittel der EntwicklungshilfeEKF Sondervermögen: Energie und KlimafondsEZB Europäische ZentralbankFTS FinanztransaktionssteuerG20 Gruppe der 20 wichtigsten WirtschaftsnationenIWF (IMF) Internationaler Währungsfonds (International Monetary Fund)LIC Low Income Country (Niedrigeinkommensland)LLDC Least Developed Country (Land in der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder)LMIC Lower Middle Income Country (Land in der Gruppe der Unteren Mitteleinkommensländer)ODA Official Develolpment Assistance, EntwicklungshilfeOECD- DAC Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - EntwicklungskomiteeUN/DESA Abteilung für Wirtschaftliche und Soziale Angelegenheiten im Ökonomischen und SozialenKomitee (ECOSOC) der Vereinten NationenUNCTAD United Nations Trade and Development OrganizationUSD US DollarÜber den Autor:Peter Lanzet ist Sozialwissenschaftler und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Entwicklungspolitik.Er arbeitete lange Zeit für den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) in Bonn und hat dort vor allemdie Arbeit der multilateralen Institutionen Weltbank und IWF verfolgt. Er lebte und arbeitete mehrereJahre in Indien und ist heute als Berater für Brot für die Welt tätig.23


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