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Ökotherapie – kann uns die Erde retten? - Hagia Chora Journal

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Ökotherapie – kann uns die Erde retten? - Hagia Chora

Ö K O L O G I EÖkotherapie –kann uns die Erde retten?Von der Therapie des Individuums zur Heilung der GemeinschaftSiegfried Prumbach, Gandalf LipinskiNach der Veröffentlichung der Studien zum Klimawandel hates Gaia erstmals auf den Titel der BILD-Zeitung geschafft, unddie Großkonzerne geben sich zumindest in Europa als Saubermänner.Doch steht dahinter ökologisches Bewusstsein?Siegfried Prumbach und Gandalf Lipinski appellieren an einwahrhaft ganzheitliches Ökologieverständnis.A N S E L M S P R I N GAuch wenn der Klimawandel in allerMunde ist – der Verbrauchertrendzeigt, was die Deutschenwirklich interessiert: Je billiger einkaufen,um so besser. Kleidung, Essen, Konsumgüteroder Flüge – am liebsten alles vom Discounter.Doch immerhin sind in der Ökobrancheim letzten Jahr mehr als 100 000neue Arbeitsplätze entstanden – Grund zurHoffnung? Steht dahinter tatsächlich einneu erwachtes Umweltbewusstsein? Spätestensseit der Geldwertminderung durchden Euro und die anschließende Wirtschaftskriseschien das Ökobewusstsein inDeutschland arg zu verkümmern.Prince Charles, königlicher Öko-Aktivist,hatte Anfang Dezember 2006 im Rahmenseiner Kampagne „Costing the Earth– The Accounting for Sustainability“, wasfrei übersetzt etwa „Kostbare Erde – eineBilanz für die Nachhaltigkeit“ zu einemForum in den St. James Palace in Londondie Crème de la Crème aus Wirtschaft undKultur eingeladen. Sogar der Generaldirektorvon BP (British Petrol), Lord Browne,kam, um die Umweltkampagne zu unterstützen.Und wenn man dann hört, dass wenigeTage zuvor Jeroen van der Veer, der Spitzenmanagervon Shell, auf dem Arab StrategyForum in Dubai verkündete, dass fürShell die Debatte über CO 2 vorbei sei undman sich nun der Lösung des Problemswidme, brauchen wir nur noch ein Zitatvon Bundesumweltminister Sigmar Gabrielhinzuzufügen: „Es geht hier um vieletausend Milliarden Euro und um die ökonomischenLeitmärkte, die das 21. Jahrhundertbestimmen“, sagte er in Berlin beider Vorstellung eines Strategiepapiers letztenOktober. Spritsparende Autos, saubereKraftwerke oder Recycling-Technik müsstenals boomende Zukunftsmärkte erkanntund von deutschen Firmen besetzt werden,forderte Gabriel. Der Minister schlug ein„Industriekabinett“ vor, das Anreize fürÖko-Innovationen schaffen solle.Während den Alternativen langsam dieÖkopuste ausgeht, nehmen sich diejenigender ökologischen Katastrophe an, die siemit verursacht haben. Oder ist die größteUmweltverschmutzung in der GeschichteAlaskas im März 2006, als eine Million LiterRohöl aus maroden BP-Pipelines austraten,schon vergessen?Auch die Rolle von Shell in Nigeria istmehr als unrühmlich, und die Hinrichtungvon Ken Saro-Wiwa, dessen einziges Vergehender friedliche Widerstand gegen diekorrupte Zentralregierung und die Zerstörungdes Nigerdeltas durch internationaleÖlkonzerne wie Shell war, ist wohl kaumdurch die neue Strategie, die Umweltzerstörungzum Motor der Imagepflege undzur Erschließung neuer Märkte zu benutzen,wieder gutzumachen. (siehe http://www.weltpolitik.net/print/913.html)Von der Umwelt zur MitweltDie Klimaerwärmung durch fossile Brennstoffewie Erdöl ist nur ein Teil der ökologischenSchieflage des Planeten. Krankheiten,Armut, Migration, Hunger,Konflikte, Korruption, Chemiegifte, Bodenversalzung,Süßwassermangel und dieZerstörung der Atmosphäre durch elektromagnetischeFunkwellen brauchen zuihrer Bekämpfung mehr als innovativeWirtschaftsunternehmen, denen es darumgeht, aus der Katastrophe den größtmöglichenGewinn zu ziehen. Es braucht Menschen,die bereit sind, ihre Seele nicht zuverkaufen, sondern die Zeichen der Erdezu hören und wahrzunehmen.Die Erde ist mehr als ein Gesteinsbrockenim All. Sie ist ein Lebewesen. Umweltschutzkann weder als rein technischeAufgabe an die Politik noch an die Wirtschaftdelegiert werden. Es geht um mehrals Imagepflege, es geht um einen grundlegendenParadigmenwechsel hin zu denseelisch-geistigen Ebenen der Schöpfung.Dann kann Heilung geschehen zwischender Erde und uns allen wie zwischen jedemvon uns.Die moderne Tiefenökologie, die vonden technischen und politischen Macherndes etablierten „Umweltschutzes“ nochfast gänzlich ignoriert wird, weist seitrund zwanzig Jahren auch auf die geistig-seelischenEbenen der ökologischenKrise hin. Und zwar im doppelten Sinn:Zum einen beim Versuch, die tieferen Ursachenzu verstehen, die geistig-seelischeVerfassung einer Kultur zum Beispiel, dieRaubbau, Vergiftung, Atomtechnologie,chemische und gentechnologische Manipulationenu. a. überhaupt erst ermöglichtbzw. hervorgebracht hat. Zum anderenaber auch beim Blick auf das großeökologische Gesamtsystem, das wir gerademit voller Kraft ruinieren, unseren Heimatplaneten.James Lovelock zum Beispiel hat in seinerGaia-Hypothese die Erde als ein riesigesLebewesen dargestellt. Doch auchseine These ist nur eine im wachsendenKonzert der Stimmen, die Seele und zumTeil auch Geist in der Natur wieder erkennen.Philosophen wie Arne Naess, DavidAbram oder Jochen Kirchhoff, Psychologenwie Theodore Roszak, christlich- undbuddhistisch inspirierte Tiefenökologen,Wissenschaftler, Schamanen und Naturreligiöse,Therapeuten und Geomanten sinddarin vereint, unser Verhältnis zu unsererUmwelt in eines zur „Mitwelt“ zu transformieren.Gaia, die Erde, wieder als ein Lebewesenzu erkennen, hat aber nicht nur Einflussauf die Art und Weise, wie wir mit ihrumgehen. Wenn wir Seele und Geist auchin der Natur erkennen, dann versöhnenwir im Gegenzug auch Geist, Seele undNatur in uns selbst.Es ist hohe Zeit, ein paar unhaltbar gewordeneVorbehalte zwischen Politik undHeilungsarbeit aufzugeben. Genauer: zwischendenen, die die Welt verbessern oderretten wollen, und denen, die sich um dieGesundheit von Seele und Geist im Menschenbemühen. Denn nur noch die Zusammenschaudieser scheinbaren Polewird künftig nachhaltige Heilungsarbeitwie auch nachhaltig demokratische Gesellschaftsgestaltungermöglichen.Gemeinschaft begreifenSelbstverständlich ist es richtig, wenn wirerkennen, dass nur der Wandel im individuellenBewusstsein einzelner Menscheneinen globalen Wandel im ökologischenVerhalten unserer Spezies erhoffen lässt.Genauso stimmt es aber auch, dass erstein umfassendes Erkennen des lebendigenCharakters unserer Mitwelt die andereHälfte der Wirklichkeit erhellt.Ohne Heilung der Erde kann auch unser„Wir“, die Gesellschaft, nicht gesund werden.Und ohne gesundes Wir bleiben letztlichauch alle Mühen um ein gesundes Ichauf hochzerbrechlicher Basis.Wie wir es auch wenden, ob wir unsvom Individuum her auf die lebendigeErde zubewegen oder ob wir von der lebendigenErde her auf das Individuumschauen, immer begegnen wir dazwischeneinem „Wir“! Dieses Wir ist aber nicht nurdie Berührung von Erde und Ich, es hat eineigenes Leben und eine ganz eigene Dynamik.In diesem Sinn brauchen wir eineneue Soziotherapie. Heute bezeichnet dieserBegriff schlicht die ambulante Versorgungpsychisch kranker Menschen. Dochwäre nicht „Patient“ einer ihren Namenverdienenden Soziotheraphie die Gruppe,die Gemeinschaft, eine Kultur, eine Gesellschaft?Heute täten wir gut daran, eine solchesoziotherapeutische Dimensionen in Heilungund Politik nicht nur wiederzuentdeckensondern ihren Gemeinschaftsbegriffzu erweitern. Dolores LaChapelle, eine derBegründerinnen der modernen Tiefenökologie,bezieht in ihre Definition von Gemeinschaftausdrücklich ein: Eine überschaubareGruppe von Menschen, die aneinem Platz leben, den Platz selbst und dieweiteren dort lebenden Wesen (materiellerund immaterieller Natur).Bei den Therapien, die sich auf dieses„Wir“ beziehen, greifen die konventionellenKategorien nicht mehr. Um diesoziotherapeutische Ebene stärker zu fokussieren,brauchen wir heute mehr den jedie ökotherapeutische Ebene. Ökotherapieheißt weder, dass wir allein unsere vielenkleinen „Iche“ heilen sollen, noch dass wirdie Erde heilen, noch dass die Erde die vielenkleinen Iche heilt, sondern eine Inte-52 Hagia Chora 26 | 2007Hagia Chora 26 | 2007 53

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