Prisma 65 - Freie Waldorfschule Schopfheim

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Prisma 65 - Freie Waldorfschule Schopfheim

Prisma 65

Schulzeitung der Freien Waldorfschule Schopfheim e.V.

Johanni 2009

Ein grundlegendes pädagogisches Anliegen des Schauspiels sei,

dem Publikum Ereignisse zu zeigen,

in denen es sonst

drinsteckt.


2 • Johanni 2009

Assoziationen zur (schulischen) Jahreszeit: Klassenspiele und Theater

Die Johannizeit ist im Waldorf-Schuljahr gerne die Zeit der Klassenspiele, und die Schulgemeinschaft erhält herrliche Möglichkeiten,

die Schüler in diesen Projekten wachsend zu erleben. Spielerisch ernsthaft auszuloten, was in einer menschlichen

Existenz möglich ist, ist ein genialer Kunstgriff des Theaterspielens. Und darüber hinaus ist ein "grundlegendes pädagogisches

Anliegen des Schauspiels, dem Publikum Ereignisse zu zeigen, in denen es sonst drinsteckt" – ein konzentrierender Bewusstseinsspiegel

für die sommerlich ausgebreitete Seele. fr

Schauspielprojekt (eins)

Die zwei Kunstausstellungen – De r Me n s c h.

se i n Bi l D und De r Me n s c h. se i n hi M M e l s B i l D

(Prisma 62) – hatten bei den Himmelsbewohnern

auch das Interesse für die dichterischen Werke

der Menschen geweckt.

So dauerte es gar nicht lange, bis ein junger

Regieengel mit leuchtenden Augen vor dem

Schreibtisch Gottes stand und ihn fragte:

„Was ist Ihre Meinung dazu, wenn ich die

Gö t t l i c h e Ko M ö D i e von Dante inszenieren würde?“

Gott staunte etwas, denn ein großer Teil des

Werkes spielt ja in der Hölle, ließ sich aber nichts

anmerken und antwortete dem Regieengel:

„Ich sehe da schon Möglichkeiten und sehe

auch Bedürfnisse, aber wie wollen Sie den

ersten Teil aufführen?“

„Ich hatte mir gedacht, dass wir alle Teile an

den Originalschauplätzen aufführen – natürlich

nur, wenn man dort damit einverstanden ist!“

„Mit anderen Worten: Ich soll um die

Bewilligung nachsuchen, damit Sie in der Hölle

spielen können?“

„Bitte!“

„Gut, ich werde mit ihm sprechen.“

Dem Regieengel zitterten leicht die Knie,

als er Gottes Büro verließ, denn er ahnte langsam,

was da auf ihn zukam.

Nur ein paar Tage später ließ Gott ihm

ausrichten, dass der Aufführung der ganzen

Gö t t l i c h e n Ko M ö D i e nichts im Wege stünde.

Der Regieengel konnte an die Arbeit gehen,

und bald einmal hatte er die Schauspielengel,

die die Sünder und Heiligen, Dante, Vergil und

Beatrice darstellen sollten, zusammen. Und sie

begannen zu proben.

Am Tag der Premiere hielt Gott einen einführenden

Vortrag über Himmel und Hölle und

begrüßte besonders freundlich all die menschlichen

Sünder, die für die Dauer der Vorstellung frei

bekommen hatten und als Zuschauer die Umstände,

die sie sich eingebrockt hatten, von Engeln dargestellt

sahen. Gott beendete seine Rede mit der

Ansicht, dass es ein grundlegendes pädagogisches

Anliegen des Schauspiels sei, dem Publikum

Ereignisse zu zeigen, in denen es sonst drinsteckt.

Die Aufführung ging – etwas salopp gesagt –

gut über die Bühne und stieß auf reges Interesse.

Sie musste mehrmals wiederholt werden, was den

menschlichen Sündern, denen man jedes Mal

freigeben musste, sichtlich gefiel.

Dann aber protestierte der verantwortliche

Abteilungsleiter der Hölle energisch bei Gott.

Das sei kein Arbeiten mehr, wenn da andauernd

Schauspielengel die Arbeit seiner Helfer übernähmen,

und weiter könne er nicht für die

Läuterung der Sünder garantieren, wenn die

immer wieder frei bekämen.

Gott sah ein, dass es so nicht weitergehen

konnte, und das Stück wurde auf sein Anraten

hin abgesetzt.

Für die Zuschauer, die es gesehen hatten,

blieb es in guter Erinnerung, und dadurch, dass sie

oft davon schwärmten, bekam die Aufführung einen

etwas heldischen Glanz, war es doch das erste Mal

gewesen, dass Bewohner des Himmels Bewohner

der Hölle dargestellt hatten.

Prisma (64) Prisma (64)

Text:

Abdruck mit freundlicher

Genehmigung durch den

Autor Balz Raz und

entnommen dem Büchlein

„Himmelsmechanik und

andere Geschichten“

Edition 350, Verlag der

Kooperative Dürnau

ISBN: 3-88861-104-2

Bilder:

Photos des aktuellen

12.Klassespiels

von Jana Ingenfeld

Impressum

Ansprechpartner in der ehrenamtlichen

Prisma-Redaktion sind:

Thomas Gremm-Roloff Tel/Fax 07622 - 5746

Themen aus dem Vorstandsbereich, Werbung

E-mail: prisma@waldorfschuleschopfheim.de

Frauke Roloff Tel. 07622 - 5746

Themen-Vorbereitung, Datenerfassung,

Layout, Lektorat, Druck-CD, Verteiler

E-mail: prisma@waldorfschuleschopfheim.de

Gerhard König Tel. 07622 - 688985

für das Lehrerkollegium

E-mail: ger.art@t-online.de

Claudia Kiefer Tel. 07622 - 6677635

Jutta Bockelmann

Joker

Markus Werges

Korrektur

Photos:

Harry Müller (offizieller Prismafotograf) und

Jana Ingenfeld, Hans Münchhalfen, Gerhard

König, Simone Litschka, Hans-Christian Keil,

Rita Becker-Leeser, Frauke Roloff u.a.m.

Druck:

Hornberger Druck KG

Belchenstraße 8, 79689 Maulburg

Herausgeber:

Freie Waldorfschule Schopfheim

Schlierbachstr. 23, 79650 Schopfheim

Tel. 07622 - 666849 - 0, Fax 07622 - 5268

E-mail: info@waldorfschuleschopfheim.de

Internet: www.waldorfschuleschopfheim.de

-10 Frau Kühner

-11 Frau Pfeil

-12 Frau Schaubhut

-13 Hausmeister

-14 Pforte – Frau Baum

-15 Lehrerzimmer – Besprechungsraum

-16 Lehrerzimmer

-17 Gartenbau

-18 Physik

-19 Küche

-22 Anrufbeantworter

Die Inhalte der Beiträge im Prisma werden von

den jeweiligen Verfassern auch zur Johannizeit

michaelisch mutig selbst verantwortet.

Die Redaktion behält sich dabei vor,

Artikel aus Platzgründen zu kürzen.

In eigener Sache Inhalt

L iebe Leserinnen und Leser

auch für uns ist es immer wieder

spannend zu sehen, wie und mit welchen

Themen sich die Prismaseiten füllen.

Diesmal sind die inhaltlichen Schwergewichte

eindeutig bei Berichten aus

dem Unterricht und dem Schulleben.

Es spannen sich Bögen von der

bewegten ersten Klasse (S. 12f) bis zu

Herrn Mallys Bericht über den Kunstunterricht

der Oberstufe und den dazugehörigen

Prüfungen und Abschlüssen

(S. 22ff), von der zweiten Klasse, bei der

nach der Franziskus-Epoche (S. 14f)

noch ein Franziskusspiel ansteht, über

das Marionettenspiel vom Eisenhans der

siebten Klasse (S. 14f) bis zur zwölften

Klasse, die in ihrem Klassenspiel eine

Bluthochzeit feiert (S. 26f), von der

vierten Klasse, deren Hausbau jetzt –

im Beisein von "Elementargeistern"? –

abgeschlossen wurde (S. 16), bis zu den

Absolventen der FHR-Prüfung, die ihre

Werkstücke präsentieren (S. 28f). Dann

gibt es noch Berichte zu Orchesterkonzerten,

Jahresarbeiten, künstlerischen

Abschlüssen, Monatsfeierbeiträgen...

Menschen, die sich intensiv mit der

Schule verbunden haben und deren

Tätigkeit das Schulleben stark beeinflußt,

kommen zu Wort. Spannend sind die

Antworten der Herren König & Keil auf

neunzehn ganz einfache Fragen (S. 6f).

Herr Elsen ist in seinem Freijahr weit

in der Welt herumgekommen und lässt

uns in stark komprimierter Form daran

teilhaben (S. 30f).

Aber nicht nur die Menschen...

besonders ans Herz legen möchte ich

Ihnen ein Teichhuhn. Sie können es auf

Seite 32 kennenlernen.

Wir wünschen anregende Lektüre

und einen schönen Sommer.

Ihre Prisma Redaktion

Johanni 2009 • 3

Titel • 1

Assoziationen zur Jahreszeit:

Klassenspiele - Theater • 2

In eigener Sache • 3

Impressum • 3

Schule intern

Konjunkturprogrann II • 4

Zweite Klausursitzung • 4

Bericht Mai-MV • 5

Waldorfzahlen • 5

Menschen an unserer Schule

Neunzehn Fragen an König/Keil • 6+7

Aus dem Schulleben

Wichtige Mitteilungen FGK • 8

Musikinstrumentefond • 9

Eindrücke von der Monatsfeier • 10+11

Mendelsohn 1. Sinfonie • 11

Ein Teichhuhn kommt... • 32

Aus dem Unterricht

Bewegtes Lernen (Kl. 1) • 12+13

Franziskus-Epoche (Kl. 2) • 14+15

Hier könnten Elementargeister... (Kl. 4) • 16

Mittelstufenorchesterkonzert • 17

Der Eisenhans (Kl. 7) • 18+19

Jahresarbeiten (Kl. 8b) • 20

Nachgedanken zur Projektwoche • 21

Klassenfahrt nach Nürnberg (Kl. 9a) • 22

Künstlerischer Abschluss (Kl. 12) • 22

Zum Kunstunterricht der Oberstufe

und den staatl. Prüfungen • 22-25

Und was ist... (Kl. 12) • 26

Die Bluthochzeit (Kl. 12) • 27

Ausstellung der FHR-Werkstücke • 28+29

Aus den Kindergärten

Ein Blütenfest im Kindergarten • 33

Aus dem Umkreis der Schule

Von einem, der auszog... • 30+31

Leserbrief / Zur Diskussion

Pflichtabo Erziehungskunst? • 29

Buchbesprechungen

keine

Rätsel

Osterrätsel und Johannirätsel • 9

Kleinanzeigen • 20

Mitteilungen & Ankündigungen • 34+35

Termine & Redaktionsschluss • 36


4 • Schule intern

Bericht der zweiten

Klausursitzung von Kollegium, Vorstand & ELSK (7.5.09)

Im letzten Prisma 64 enthielt der

Artikel „Selbstverwaltung – Quo

Vadis“ auch einen Bericht über die erste

Klausursitzung von Kollegium, Vorstand

und einer ELSK-Delegation im März 09.

Inhalt jener Klausur waren im Wesentlichen

die Fragen nach einer zeitgemäßen

Form der Selbstverwaltung für unsere

Schule.

Diese erste Klausurtagung wurde in

allen daran beteiligten Gremien nachbesprochen

– mit dem Ergebnis, dass

eine weitere gemeinsame Arbeit an

dieser Frage von all diesen Gremien

gewünscht wird. Deshalb fand am 7. Mai

09 eine zweite Klausur in derselben

Besetzung statt.

Nach einem Rückblick auf die erste

Klausur wurden die Fragen erläutert, die

an diesem Abend in den Arbeitsgruppen

bearbeitet werden sollten. Aufbauend

auf Grundvoraussetzungen einer Selbstverwaltung,

wie unternehmerische

Verantwortung und die Wahrnehmung

der eigenen Souveränität im Sinne der

gesamten Schule, sollten u.a. folgende

Fragen bearbeitet werden:

• Wo finden Entscheidungen statt?

• Braucht es ein (kleines) Koordinationsgremium?

• Was muss delegiert werden?

• Wie wird Transparenz gewährleistet?

• Wo ist Elternmitarbeit sinnvoll?

Konjunkturprogramm II beantragten Sanierungsmaßnahmen.

Im Rahmen des aktuellen Konjunkturprogramms

II wird die energetische

Sanierung von Schulen gefördert. Auch

Maßnahmen an Schulen in Freier

Trägerschaft werden hiermit gefördert.

Die Förderung erfolgt in Baden-

Württemberg über einen Pro-Kopf-

Betrag je Schüler. Die Auszahlung der

Fördermittel erfolgt über die Standortgemeinde.

Der Schopfheimer Gemeinderat

stimmte dem am 30.3.09 zu.

Für unsere Schule wurde die

Thematik von Gun-Jörg Kühnel und

Thomas Gremm-Roloff bearbeitet. Sie

führten auch die Gespräche mit der Stadt

und erstellten mit fachlicher Unterstützung

unseres Saal-Bauleiters

Hartmut Lais die erforderlichen Anträge.

In den Pfingstferien kamen nun die

Bewilligungsbescheide für die vier

• Wo werden Zukunftsfragen bewegt? ...

Aus den anschließend stattfindenden

Arbeitsgruppen wurden die Ergebnisse

im Plenum vorgestellt und diskutiert.

Dabei hat es sich gezeigt, dass es neben

den konkreten Vorschlägen zur Strukturierung

der Selbstverwaltung v.a. auch

darum ging, dass an grundlegenden

Fragen, wie z.B. der sozialen Kultur,

.... um die Schule

erstmal

handlungsfähig zu halten ...

gearbeitet werden müsste. Eine erweiterte

Elternmitarbeit (auch durch Eltern

aus dem ELSK) wurde von allen

Gruppen befürwortet.

Im Anschluss an diese Diskussion

wurde der Vorschlag einer Neustrukturierung

der verschiedenen Selbstverwaltungsgremien

dargestellt, der in der Zeit

zwischen den Klausuren von der

Internen Konferenz (IK) entwickelt

worden war. Dieser sieht neben anderen

Veränderungen eine Zweiteilung der

Internen Konferenz am Donnerstagnachmittag

vor, einen Teil ohne und

einen Teil mit Elternbeteiligung – die

genaue Aufteilung der Arbeitsbereiche

innerhalb dieser beiden Konferenzteile

Insgesamt beträgt die Fördersumme

rund 160 000 Euro. Damit wird die

Heizungssteuerung erneuert, moderne

Dachfenster eingebaut und die Wärmedämmung

im Bereich Küche und alter

Speisesaal verbessert.

An dieser Stelle sei auch einmal

die unkomplizierte und transparente

Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung

Schopfheim erwähnt – namentlich die

direkt mit der Thematik befassten Herren

Ludwig, Spohn und Wilholm.

Die Umsetzung der genehmigten

Sanierungsmaßnahmen soll zügig in

Angriff genommen werden.

Thomas Gremm-Roloff

steht auch Mitte Juni 09 noch aus.

Als „Ergebnis“ aus diesem Abend

wurden folgende Vereinbarungen

getroffen:

• Der Vorschlag zur Strukturierung der

Selbstverwaltung aus der Internen

Konferenz wurde akzeptiert, um die

Schule jetzt erst einmal handlungsfähig

zu halten – auf dieser Basis sollte nach

Pfingsten gearbeitet werden.

• Daneben muss an den grundsätzlichen

Fragen weiter gearbeitet werden (als

"Raum" dafür wurde die bestehende

Montagsrunde aus Kollegiums-,

Vorstands- und Geschäftsführungsmitgliedern

vorgeschlagen)

Beides muss dann noch einmal

zusammengeführt werden, um eine

handlungsfähige Selbstverwaltungsform,

die von allen beteiligten Gremien

getragen wird, zu finden.

Auch diese Klausur wird in den

beteiligten Gremien nachbesprochen

werden, der Prozess ist noch nicht

abgeschlossen.

In der IK wurde das Ergebnis der

Klausur bestätigt, die Elternmitarbeit

auch aus dem ELSK könnte beginnen -

wobei eine Verbindlichkeit und die klare

Festlegung auf eine regelmäßige Mitarbeit

für mindestens ein Jahr seitens

der Eltern gegeben sein muss.

Beate Engeser

Prisma (64) Prisma (64) Schule intern • 5

Bericht der

Mai-Mitgliederversammlung (8.5.09)

Diese MV hatte, wie es in den Mai-

Mitgliederversammlungen der

letzten Jahre üblich war, den Schwerpunkt

in den Berichten aus Kollegium

und Vorstand. Diese Mai-MVen dienen

der möglichst umfassenden Information

der Mitglieder und nicht dazu, den

vereinsrechtlichen Notwendigkeiten

Rechnung zu tragen.

Trotzdem wurde dieses Mal eine für

den Verein wichtige Abstimmung durchgeführt:

Herr Helmut Mally wurde mit

großer Mehrheit als zweiter Vertreter

des Kollegiums (neben Frau Freya

Ingenfeld) in den Vorstand gewählt.

Aus dem Vorstand

Ein Teil des Berichts aus dem Vorstand

füllte die Darstellung der aktuellen

Finanzsituation an Hand einer Tabelle

mit der Bilanz des Vorjahres, dem

Budget und der Hochrechnung für das

laufende Schuljahr. Bei einem weiteren

Teil des Berichtes ging es um die

Darstellung verschiedener Zukunftsszenarien

mit Hilfe einer Tabelle, in der

die für die weitere Entwicklung der

finanziellen Ausstattung der Schule

wesentliche Parameter wie Schülerzahl,

Deputatsrahmen, Zuschüsse etc. …

verändert werden konnten. Ziel dieses

Berichtes war es, ein Bewusstsein dafür

zu schaffen, dass Ideen und Konzepte

gebraucht werden, um die für die

langfristige finanzielle Sicherung der

Schule notwendigen Veränderungen

konstruktiv angehen zu können. Die

momentane Finanzsituation lässt es

noch zu, dies in Ruhe und gediegen tun

zu können.

Aus dem Kollegium

Bei den Berichten aus dem Kollegium

ging es zum einen um die aktuelle

Situation in der Selbstverwaltung und

zum anderen um die Situation in der

Unterrichtsversorgung.

Herr König stellte die Entwicklung

der Selbstverwaltung, die ja hohe

Anforderungen an die Kollegiumsmitglieder

stellt, in den letzten Jahren

dar und betonte eine Besonderheit der

Schopfheimer Schule: die umfangreiche

Mitarbeit von Eltern in der Selbstverwaltung.

(Siehe dazu Berichte zur

Klausur von Kollegium, Vorstand und

ELSK zu diesem Thema).

Herr Densch stellte die Unterrichtsversorgung

dar, wobei er den Blick auf

die momentanen und auf die zu erwartende

Engpässe richtete, sowie auf die

getätigten und geplanten Investitionen.

Zum Thema Unterrichtsversorgung

bzw. Transparenz in Bezug auf diese

waren im Vorfeld der MV zwei Anträge

eingegangen. Diese wurden nun im

Zusammenhang mit dem Bericht von

Herrn Densch und der anschließenden

Diskussion dargestellt, von den

Antragsstellern erläutert und diskutiert.

Dabei wurde klar, dass es notwendig ist,

Bewusstsein dafür schaffen,

dass Ideen und Konzepte

gebraucht werden,

um die

für die langfristige finanzielle

Sicherung der Schule notwendigen

Veränderungen

konstruktiv angehen zu können.

umfassender über die Unterrichtsversorgung,

über den Unterrichtsausfall

bzw. die Stundenplangestaltung an der

Schule insgesamt und auch für die

jeweiligen Klassen zu informieren. Dies

wurde schlussendlich als Auftrag aus

der MV an das Kollegium formuliert.

Für weitere Informationen ist das

Protokoll im Büro einsehbar und wird

auch mit der Einladung zur nächsten

Mitgliederversammlung im Juli

verschickt.

Beate Engeser

Einige Zahlen zur Einordnung unserer

Schopfheimer FWS in der Baden-Württembergischen Waldorflandschaft

Jährlich gibt es vom Institut für Bildungsökonomie in Mannheim einen vergleichenden Überblick über die finanzielle Situation

aller deutschen Waldorfschulen. Da die Bezuschussungsregelungen von Bundesland zu Bundesland verschieden sind, ist das

umfangreiche Zahlenwerk nach Ländern gegliedert. Im Vorstand unserer Schule findet das Zahlenwerk immer interessierte und

dankbare Leser. Hier einige interessante Beispiele, die vielleicht behilflich sein können, um über den Tellerrand der FWS

Schopfheim zu schauen.

Öff. Zuschüsse

je Schüler

Elternbeiträge

je Schüler

Zinsbelastung

je Schüler

Lehrer / Schüler-

Verhältnis

Gezahltes

Mitarbeiter-

einkommen

je Schüler

Schopfheim

2006

Durchschnitt

Ba-Wü 2006

Erläuterung

bzw. möglicher Grund einer Abweichung

3346 € 3425 € Der Wert ist abhängig von der Verteilung der Schüler auf die Klassenstufen und

einer ev. Zahlung kommunaler Zuschüsse an einzelne Schulen (in Schopfheim: nix)

1744 € 1694 € Unsere Eltern zahlen anscheinend leicht Überdurchschnitt –

auch auf „freiwilliger“ Basis.

137 € 136 € Da sind wir Durchschnitt.

1 / 14,1 1 / 14,3 Je höher die Schülerzahl,

desto günstiger ist die Situation für die Finanzierung der Schule.

3777 € 3956 € Aus der zugrunde gelegten Liste wird deutlich, dass Schulen mit geringem oder

gar keinem Zinsaufwand und/oder mit hohen Schülerzahlen je Lehrer

überdurchschnittliche Gehälter zahlen.

z.B. Ulm: Zinszahlung: = 0 (!) €, Lehrer/Schülerver. 1/14,4. Einkommen: 4601

oder Tü b i n g e n: Zinszahlung: 1 €, Lehrer/Schülerver. 1/15,2. Einkommen: 4384


6 • Menschen an unserer Schule

19 Fragen an:

Herrn Gerhard König

& Herrn Hans-Christian Keil

Oberstufenlehrer & Unterstufenlehrer

an der Schopfheimer Freien Waldorfschule

Eine von Kindern arrangierte Schneckenparade

auf einem grünen Laubblatt

Prisma: Was hat Sie in letzter Zeit gefreut?

Da die Rubrik „Menschen aus unserer Schule“

im Sommer in der Regel keine neuen Lehrer

vorstellen kann und auch die sechzehn Klassenfotos

des laufenden Schuljahres alle schon gedruckt sind,

kam uns die Idee, einige der uns nun schon

altbekannten Lehrer zu befragen –

und dieses sommerlich leicht und bewusst im Stile

eines feuilletonistischen Interviews gehalten; denn auch

periphere Äußerungen, wie z.B. die Frage nach dem

Lieblingsgericht, könnten Menschen (und gar Kinder

und Schüler!) interessieren und sind längst nicht

bedeutungslos ...

Wir suchten uns also jemanden aus dem Unterstufen-/

Klassenlehrerbereich und jemanden aus dem

Oberstufen-/Fachbereich. Und freuten uns sehr,

als zwei grauhaarige und schon länger mit unserer

Schule verbundene Herren ihre Zusage gaben. fr

Das Klassenspiel der 12. Klasse.

Als ehemaliger Klassenlehrer freut man sich besonders,

wenn etwas so großartig gelingt.

Prisma: Was empfinden Sie als Ihre Stärke?

Meine Kreativität Durch meine 25jährige Tätigkeit als Ingenieur habe ich gelernt zielorientiert,

kostenbewusst und strukturiert zu arbeiten.

Das prägt auch hier an unserer Schule meine Arbeit.

Prisma: Was empfinden Sie als Ihre Schwäche?

Meinen Hang zur Routine Meine nicht so ausgeprägte Dialogfähigkeit.

Prisma: Welche Eigenschaft schätzen Sie bei einem Schüler, bei einer Schülerin?

Zuhören können Unterstufe: wenn die Schüler ihren Lehrer lieben

Mittelstufe: wenn die Schüler ihren Lehrer prüfen

Oberstufe: wenn die Schüler ihren Lehrer schätzen

Prisma: Gab es einmal eine Situation, in der Sie von einem Schüler total überrascht waren?

Täglich! Im Plastizierunterricht! Geniale

Formfindungen!

Ja, die gibt es immer wieder, weil Entwicklung nicht kontinuierlich abläuft und

manchmal Sorge angebracht ist.

Dann ist man total überrascht, wenn der „Groschen fällt“.

Prisma: Was zeichnet in Ihren Augen einen guten Lehrer, eine gute Lehrerin aus?

Humor Unterstufe: Gemütskräfte

Mittelstufe: Kompromissbereitschaft

Oberstufe: Fachkompetenz

Prisma: Wofür sind Sie einmal in der Schule bestraft worden?

Für etwas, was ich nicht getan hatte, und Dafür, dass ich nichts konnte – jahraus, jahrein durch ein schlechtes Zeugnis

für's Quatschmachen

Prisma: Wer ist Ihr Vorbild?

Samuel Jonsson Als Kind: meine Eltern (mein Vater war auch Lehrer)

Als Jugendlicher: der Buddhismus

Heute wechselnd: A. Schweizer, Steiner, Morgenstern, M. Bauer, Mirandola …

Prisma: Welches ist Ihr Lieblingsmärchen?

Das isländische Märchen "Rotkopf" Frau Holle, wegen des Reinkarnationshintergrundes.

Fangfrischer isländischer Seefisch mit

Kartoffeln und einer Tasse Kaffee

Prisma: Was ist Ihr Lieblingsessen?

Chinesische Küche

und natürlich mit Stäbchen essen

Prisma (64) Prisma (64) Menschen an unserer Schule • 7

ORT WO WORT

(Zitat Peer Clahsen)

Prisma: Was ist Ihr Lieblingsort?

Ich lerne gern immer wieder etwas Neues kennen. In den letzten 30 Jahren bin

ich in den Ferien fast nie an den gleichen Ort gereist. Eine der wenigen Ausnahmen

ist Chartres, dort war ich schon 3 Mal und immer gleich eine ganze Woche.

Prisma: Welche Musik hören Sie gerne?

Sigur Ros Als Jugendlicher: Dixieland, russische Folklore

Später: Klassik von Bach – Bartok – Pärt

Barack Obama. Wie ein US-Präsident

gemacht wird. (von W. G. Tarpley),

Zur Dreigliederung des sozialen

Organismus. (von Rudolf Steiner)

Ich habe keinen Lieblingssatz.

Am meisten beeindruckt mich sein

Karmagedanke.

Prisma: Welches Buch lesen Sie gerade?

Das bedingungslose Grundeinkommen (von Götz Werner)

In den Sommerferien: Sonnenkreuz und Lebensbaum (von Markus Osterrieder)

Prisma: Welches ist Ihr Lieblingssatz von Rudolf Steiner?

Als Lehrer:

Es steckt ja im Kind drinnen schon immer ein Gescheiterer als der Lehrer!

Als Kollege:

Jetzt lebt die Menschheit im Beginne eines Zeitalters, wo die Intelligenz

böse werden würde, wenn die menschliche Seelenweisheit sich nicht mit der

Christus-Kraft durchdringen würde.

Als Zeitgenosse: Die Welt, sie drohet zu betäuben

Der Seele eingeborene Kraft;

Nun trete du, Erinnerung,

Aus Geistestiefen leuchtend auf

Und stärke mir das Schauen,

Das nur durch Willenskräfte

Sich selbst erhalten kann.

Prisma: Welches Ziel möchten Sie im Lehrerberuf erreichen?

Dass sich nicht ausgedachtes Zeugs im Dass die Schüler und Schülerinnen mit Freude lernen!

Unterricht abspielt, sondern Wirklichkeit.

Prisma: Was würden Sie an der Schule gerne ändern?

Nachzulesen in meinem kleinen Artikel Die Arbeitsstrukturen und die inhaltliche Arbeit.

zur Projektwoche in diesem Heft Seite 21

Prisma: Wie würden Sie die Waldorfschule auch gerne nennen?

"Schule für Kinder, komische Lehrer, Fröhliche Lebensschule Schopfheim e.V.

Teichhühner & Schneckenparaden"

Prisma: Wohin möchten Sie gerne reisen?

Wohin ich gerufen werde Nach Cornwall und nach St. Petersburg

Ich habe keine Träume,

nur Ziele – eines heißt: Zu treffen

Prisma: Welchen Traum möchten Sie sich erfüllen?

Dass ich gesund bleibe und meine Klasse noch bis zu Ende führen kann.

Prisma: Wir danken für das Interview!

Giovanni Pico della Mirandola (1463 - 1494) schreibt in seiner Rede über die Würde des Menschen:

„So nahm er (Gott) den Menschen als ein Werk unbestimmter Art auf, stellte ihn in die Mitte der Welt und sprach zu ihm wie

folgt: „Dir, Adam, habe ich keinen bestimmten Ort, kein eigenes Aussehen und keinen besonderen Vorzug verliehen, damit

du den Ort, das Aussehen und die Vorzüge, die du dir wünschest, nach eigenem Beschluss und Ratschlag dir erwirbst. Die

begrenzte Natur der anderen ist in Gesetzen enthalten, die ich vorgeschrieben habe. Von keinen Schranken eingeengt sollst

du deine eigene Natur selbst bestimmen nach deinem Willen, dessen Macht ich dir überlasse. Ich stelle dich in die Mitte der

Welt, damit du von dort aus alles, was ringsum ist, besser überschaust. Ich schuf dich weder himmlisch noch irdisch, weder

sterblich noch unsterblich, damit du als dein eigener Baumeister dich selbst in der von dir gewählten Form aufbaust und

gestaltest. Du kannst nach unten in den Tierwesen entarten; du kannst nach oben, deinem eigenen Willen folgend, im

Göttlichen neu erstehen.“ (Auszug aus: Lebenskunst als Lebenskraft von Mario Betti) oder: „Giovanni Pico della Mirandola“, ISBN 3-7235-0346-2


8 • Aus dem Schulleben

Wichtige Mitteilungen aus dem Festgestaltungskreis FGK

Wie jedes Jahr im Januar, wenn der

Martinibazar abgerechnet ist und

der Kassensturz die genauen Einnahmen

aus dem Bazar ergibt, dürfen die Mitglieder

des Festgestaltungskreises (FGK)

darüber diskutieren, für was das hart

verdiente Bazargeld denn ausgegeben

werden soll.

Auch in diesem Jahr sind wieder

zahlreiche Anträge eingereicht worden

und die FestgestaltlerInnen haben es sich

nicht leicht gemacht mit der Verteilung

des Geldes. Da in diesem Jahr viele

Anträge eingegangen sind, bei denen

nicht klar war, ob diese Aufwendungen

nicht schon im Ausgabenbudget der

Schule vorgesehen sind, haben wir in

Rücksprache mit Vorstand & Geschäftsführung

der Schule die Gelder verteilt.

Aus der neben stehenden Tabelle

kann man entnehmen, wohin das Geld,

das in hervorragender Elterninitiative

am Martinibazar eingenommen wurde,

hinfließt. Ein kleiner Bericht aus dem

Instrumentefonds des FGK ist auch

beigefügt.

Um in den kommenden Jahren die

Antragsstellung etwas professioneller zu

organisieren, wird es ab kommendem

Martinibazar Antragsformulare

geben. Man kann sie im Schulbüro

oder bei Vertretern des Festgestaltungskreises

bekommen.

Obwohl der nächste Bazar noch in

weiter Ferne liegt, hat der Festgestaltungskreis

die Klassenaktivitäten

bereits festgelegt. So kann jede Klasse

schon rechtzeitig planen – besonders

diejenigen, die vorbereitungsintensivere

Aktivitäten stemmen müssen. Denn

erfahrungsgemäß ist die Zeit nach den

Sommerferien bis zum Bazar immer

sehr sehr schnell vorbei.Damit jeder

auch schon jetzt weiß, welche Klassenaktivität

auf „seine“ Klasse zukommt,

gibt es bereits in diesem Prisma die

Aufteilung. Bitte daran denken, dass

wir über das kommende Schuljahr

sprechen: also jeweils für die

kommende Klassenstufe schauen!!!

Wer Lust hat, das FGK-Team zu

verstärken, kann ja schon mal vor den

Sommerferien in unser letztes Treffen

schnuppern, das am 8. Juli um 20 Uhr

im Speisesaal stattfindet. Die Termine

werden regelmäßig über den Splitter

bekanntgeben. Denn erfahrungsgemäß

macht es für „neue Festgestaltler" Sinn,

nicht gerade in der Hochphase der

Anträge auf Zuschuss aus den Gewinnen des Martinibazars 08 (10.06.2009)

Verwendung

B = Bau, Sch = Schule, W = waldorfnahe

Verwendung, S = Sozial

Verantwortlich

für den

Antragsteller

Prisma (64) Prisma (64)

Antrag Bewilligung

B Saalbeleuchtung Hr Lessmann-Schreiber 5.000 € 5.000 €

Sch Bibliothek-Bücher Fr Felgenhauer / Vorstand 500 € 1.000 €

Sch Bibliothek / Bücherkarusell 300 Fr Felgenhauer 330 € 330 €

Sch Materialkostenzuschuss

Bibliothek

Fr Felgenhauer 150 € 150 €

Sch Metallophon für 2. Klasse Fr Brandt 285 € 285 €

Sch Kauf Einfach-Pedalharfe Karin Greiner / Spittler 3.500 € 3.500 €

Sch 3 Prospektständer Fr L. Gross / Hr Wehkamp 600 € 600 €

Sch Schreinerei Staubabsaugung /

Maschinenpark

Hr Keil / Fr Bockelmann

(siehe Bericht Prisma 63)

500 € 500 €

Sch Kulturkreis Fr Kühner 2.000 € 2.000 €

W Gästehaus in Polen

Sanitäranlagen Moritz Reichert

S Freunde der Erziehungskunst

Rudolf Steiner e.V. / Spende

internationaler Hilfsfonds

S Leprahilfe Nepal / Spende für

Schule für leprakranke Eltern

Hr Lessmann-Schreiber 4.200 € 500 €

Bärbel 1 € 500 €

Irina Staschewska /

Freiburg

200 € 500 €

S Netzwerk Rafael e.V. (Beschneidung v. Frauen in Afrika) 1.000 € 500 €

S Reiseunterstützung für Besuch

der Christengemeinschaft

Melbourne / Australien

S Erziehungskunst / Ärzte

Soforthilfe im Gazastreifen

Geplante Aktivitäten zur Bazarzeit

Martiniplanung einzusteigen, sondern

in das Organisationsteam wie fast unbemerkt

hineinzuwachsen. Wir freuen uns

über jede Verstärkung, auch Feste

Lucia Liehr 90 € 90 €

Fr Schreiber 200 € 500 €

Summen 18.556 € 15.955 €

Klasse Klassenaktivität zusätzliche Lieferungen

1 Still- & Wickelraum Kinderkaufladen bestücken

Essbares & Schönes für Marktstand

2 Kinderkaufladen Kinderkaufladen bestücken

Essbares & Schönes für Marktstand

3 Kerzenziehen

Suppe Martiniumzug

Salat / Suppe

Essbares & Schönes für Marktstand

4 Kerzenziehen Torten / Salat

Essbares & Schönes für Marktstand

5 Wiener Kaffee / Spüldienst 16 – 20 Uhr

Bücher / Holzarbeiten Herr Keil

Torten und Gänse

6 Wiener Kaffee / Spüldienst 16 – 20 Uhr Torten und Linzertorten

7 Markstand Essbares & Schönes / Gänse / Torten

8 Getränke / Spüldienst 11 – 16 Uhr Torten / Salat

9a Wurststand / Jurte Torten / Salat

9b Wurststand / Jurte Torten / Salat

10a Salatbar & Suppen

Tombola: Durchführen und Preise

Torten und Salat

10b Salatbar & Suppen

Tombola: Durchführen und Preise

11 Hexenhaus (Schüler)

Weihnachtsmarktverkauf (Eltern)

Brote und Getreideküchlein

für die Salatbar

Lebkuchen für Hexenhaus

Torten

12 Transportdienst Torten / Suppen

gestaltende Väter sind uns herzlich

willkommen!!!!

Claudia Kiefer

für den Fest-Gestaltungs-Kreis

Musikinstrumente-Fond: News

Sozusagen in letzter Minute wurde

der Antrag von zwei „Harfen-

Mamas“ zum Kauf einer gebrauchten

Einfachpedal-Harfe bewilligt.

Vor zwei Jahren wurde der Musikinstrumente-Fond

vom Festgestaltungskreis

ins Leben gerufen, letztes Jahr

wurde aus diesen Mitteln ein halber

Klassensatz Kinderharfen für die erste

Klasse angeschafft.

Nachdem der Antrag zum Kauf der

Harfe im FGK rege diskutiert wurde,

mussten vor allem ein geeigneter Standort

(sie wird im neuen Musikraum gut

verwahrt sein) und verantwortliche

Betreuer gefunden werden. Ein riesengroßes

Dankeschön geht hiermit an

Frau Villinger und Herrn Schloß, die

sich hierzu bereiterklärten und somit

die Abstimmung des Antrags überhaupt

erst ermöglichten. Unsere Kinder und

wir freuen uns sehr über die Zusage und

sagen herzlichen Dank dem FGK!

So machen wir uns nun auf den Weg,

ein gebrauchtes Instrument zu finden.

Falls Sie also jemanden kennen, der

zufällig einen kennt, der einen kennt,

der eine Harfe zum Verkauf anbietet …

oder sogar selbst eine hat, dann können

Sie sich gerne bei mir melden.

Wir hoffen, mit der Schulharfe die

Musik-Landschaft an der Schule zu

bereichern und eventuellen Neu-Schülern

die Entscheidung für dieses wunderbare

und vielseitige Instrument der Einfachpedalharfe

zu erleichtern.

Karin Greiner

07765-1306

Anzeigen

Prima Gummibärchen-Prisma-Preis-Rätsel

Es waren diesmal drei Kinder, die alle

267 versteckten Eier im Prisma 64

gefunden haben: xxx aus der 2. Klasse,

yyy und zzz aus der 6. Klasse – und

beim Auslosen gewann zzz das Kilo

Gummibärchen. Gratulation!

Das Sommerrätsel in diesem Prisma 65

ist eine Knobelfrage. Wir wissen nicht

genau, ob sie schwer oder vielleicht

gar zu leicht ist:

?

Ein Mann und eine Frau, die jeder

das Gewicht einer Lastfuhre hatten,

gingen mit ihren zwei Kindern, die

zusammen ebenfalls dieses Gewicht

hatten. Als sie einen Fluss über-

Aus dem Schulleben / Rätsel • 9

?

queren mussten, fanden sie nur

einen Kahn, der das Gewicht einer

Lastfuhre tragen konnte. Wie kann

man die Überquerung durchführen,

ohne dass der Kahn absäuft?

?

Ob das südbadische Waldorfschüler

oder deren Eltern oder gar deren Lehrer

lösen können???

Lösungsvorschläge bitte mit Namen

versehen in den Prismabriefkasten im

Foyer werfen. Und im Herbst sehen wir,

ob jemand aus unserer Schulgemein-

schaft dieser Familie beim Übersetzen

über den Fluss hätte helfen können. fr


10 • Aus dem Schulleben

Eindrücke von der öffentlichen Monatsfeier am 16. Mai

Da sitzen wir nun, die inzwischen

nicht mehr ganz frischgebackenen

Erstklass-Eltern, und sind gespannt wie

ein Flitzebogen auf die erste Monatsfeier

unserer Eltern-Karriere.

Herr König begrüßt die Anwesenden.

Jeans, legere Kleidung. Ach so. Das hier

ist was Lockeres, so eine Art Familienfest

der Waldorf-Familie, sehr sympathisch.

Er kündigt an, dass leider nur

eine Oberstufenklasse anwesend ist

(und die macht leider keinen Beitrag) –

die anderen sind durch Klassenfahrten

oder Theaterprojekte verhindert. Schade,

aber wir freuen uns trotzdem. Er weist

nachdrücklich auf die beeindruckenden

12. Klass-Jahresarbeiten im Foyer hin.

Freude und Stolz, ja sogar Bewunderung

für diese hervorragenden Leistungen

schwingen dabei mit.

Das Unterstufen-Orchester nimmt

seine Plätze ein. Wie erfreulich selbstverständlich

diese Schüler sich vor

vollem Saal auf der Bühne bewegen!

Das stimmt froh. Frau Hochweber

betritt die Bühne und erläutert die

verschiedenen Einweihungsgrade auf

dem Weg zum Oberstufenorchester:

Anfänger-O., Unterstufen-O., Mittelstufen-O.,

Oberstufen- & Freiwilligen-

O. – o, man ahnt, was da für eine stetige

Aufbauarbeit geleistet wird. Mit Sorgfalt

und in aller Ruhe wird vor jedem Stück

der erste Ton gesucht und – das würde

mir Schweißtropfen auf die Stirn

treiben! – Jeder muss ganz allein

seinen Ton präsentieren und wird bei

Unsauberkeit sanft, aber bestimmt

korrigiert. Dann erklingen die Bach-

Menuette – wahrhaftig erstaunlich

sauber und gestaltet.

Nun kommt die erste Klasse, alle

weiß-dunkel mit apricotfarbenem Schal

(ach ja, da hab ich doch mal eine Glosse

drüber im Prisma 61 gelesen!) Hand in

Hand und unerschrocken mit Frau Gross.

„One, two, buckle my shoe...“ Was für

eine schöne Aussprache sie schon haben!

„Ba, ba, blacksheep, have you any wool?“

Klar und schön dringt das Lied in den

Saal. Und schon ist der Auftritt vorbei,

schade, das war wirklich sehr kurz,

aber schön.

Auf tritt die dritte Klasse (sind das

viele!) mit ihrem Seilspring-Programm

aus dem Sportunterricht. 36 Seilspringer,

unerschrocken, mit freudigen Gesichtern

und leuchtenden Augen. Alle können es,

und nicht nur das, sie können sich auch

eingliedern in eine abwechslungsreiche

Choreographie – Donnerwetter, da

haben Frau Reichert und Frau Ingenfeld

ganze Arbeit geleistet.

Die zweite Klasse mit Frau

Jankowsky-Meier bringt anschließend

knuddelige Sprachspiele aus dem rhythmischen

Teil, die lustvoll differenziert

klingen, obwohl man nichts versteht,

und anschließend einen französischen

Kanon. Wieder freue ich mich über die

schöne Aussprache! Wie groß die

Zweitklässler schon sind!

Nun wird der Flügel auf die Bühne

geschoben, einzelne Schüler ergreifen

ein Instrument,und die sechste Klasse,

mit Frau Villinger am Flügel, singt

stimmungsvolle französische Chansons

– es ist, als würden wir Zuhörer gleich

etwas beschwingter und lockerer, sofort

ist französischer Volksgeist im Saal

spürbar. Ein starker Kontrast zu dem

nun folgenden Trymlied der vierten

Klasse mit Herrn Keil. 36 Rabauken

erzählen, nein skandieren aus der Edda

die Geschichte, wie die Götter Thors

Hammer aus der Gewalt der Riesen

zurückbefreiten. Sehr germanisch und

schwergewichtig, noch unterstrichen mit

dem Hammer, den die Jungen brachten.

Dies ist die anstrengendste Kost aus der

bunten Monatsfeier-Speisekarte, nicht

immer verständlich, vor allem aber der

Länge wegen. Aber warum nicht auch

etwas auf diese Weise Forderndes –

vielleicht tut es den Kindern gut, diesen

langen Bogen durchhalten zu müssen?

Die stabgereimte Schwere wird anschließend

durch ein französisches Lied

mit Frau Jankowski-Meier wieder

„aufgeleichtert“.

Nun erscheint die Klasse 8b –

was für ein Sprung! Gegenüber den

vielen Unterstufenschülern, die wir

gesehen haben, wirken sie schon richtig

erwachsen. Plötzlich tiefe Stimmen, die

bunten Schals werden irgendwo hingewickelt,

nur ja nicht brav um den Hals,

jeder findet seinen eigenen Weg mit

diesem offensichtlich mehr oder weniger

beliebten Accessoir. Geführt von „der

kleinen Frau Gross“, wie sie bei den

Erstklässlern heißt, erklingt ein englisches

Gedicht – über den Tod und das

Vermissen nach dem Tod – mit einer

interessanten Choreographie wird es

mehrfach gesprochen. Es bringt herbstliche,

melancholische Stimmung in den

bunten Monatsfeier-Frühlingsstrauß, ein

Prisma (64) Prisma (64)

Aus dem Schulleben • 11

schöner, wohltuend herber Kontrapunkt.

Nun kommt die fünfte Klasse mit

Frau Futterer und rezitiert etwas aus der

Bhagavad Gita – hier wird wieder an

den großen Strom der Menschheitsdichtungen

angeschlossen. Was für

Schätze die Kinder da kennenlernen.

Als Zweites sprechen sie noch „Der

Zwölfelf“ von Christian Morgenstern,

leider sehr schnell, schwer zu verstehen.

Nun wird angekündigt, dass die letzte

Darbietung in Eigenregie der Schüler

entstanden ist, und die Initiatorin aus

der Klasse 8b, Anouschka, kommt

selbst auf die Bühne gesprungen und

Mendelssohn 1. Sinfonie Unvergessliche Aufführung eines Meisterwerks des Jugendgenies

Großer Festsaal der Freien Waldorfschule

Schopfheim am 9. Mai 2009

um 20 Uhr: Ca. 450 Gäste sitzen auf

den rot-schwarz-blau bezogenen Stühlen

in Erwartung auf ein Konzert. Die Erste

Sinfonie Felix Mendelssohns wurde angekündigt.

Ein anspruchsvolles Werk,

das den Spielern eine überaus flexible

und reine Spielkultur abverlangt.

Doch zunächst begibt sich das

Orchester in die Zeit von J. Ch. Bach

mit seinem Ko n z e r t e n e t Mi n e u r f ü r

Vi o l a u n D or c h e s t e r, bearbeitet von H.

Casadesus. Beide stammen aus Musikerfamilien.

J. Ch. Bach war Spross des

großen J. S. Bach und lebte hauptsächlich

in England. H. Casadesus stammt aus

einer Familie von reproduzierenden

Musikern, wie z.B. dem gleichnamigen

weltberühmten Pianisten.

Coen Strouken, der Siebtklässler,

zeigte eine für sein Alter erstaunliche

Reife in musikalischer Linienführung.

Sein voller, reifer Ton und die Souveränität

des Auftritts waren beeindruckend

und vielversprechend. Das Orchester

begleitete einfühlsam, das musikalische

Gespräch war auch in den schwierigeren

Passagen überzeugend.

Überzeugend ebenfalls der Auftritt

von Melanie Sänger, einer Flötistin der

13. Klasse, die Mozarts Ko n z e r t f ü r

fl ö t e u n D or c h e s t e r nr. 2 in D-Du r

(KV 314) interpretierte. Mozart schrieb

dieses Werk 1778, also 22-jährig. Er war

gerade auf Reise durch deutsche Lande,

um nach seiner Kündigung beim Erzbischof

von Salzburg in Fürstenhöfen

musikalische Aufträge zu finden. Es

war jene Reise, bei der er in Mannheim

schließlich seine zukünftige Frau

erzählt von ihrer Begeisterung fürs

Tanzen und der Entstehung ihrer Tanz-

AG, zu der schließlich alle Mädchen

und ein (mutiger!) Junge der Klasse

hinzukamen. Dann folgt der Auftritt –

Musik aus dem Ghettoblaster, schwarz

gekleidete Tänzer mit weißen Masken,

auf ihren T-Shirts prangt die Aufschrift:

„Ich zieh eine andere Saite auf“. Die

Masken fallen, die Schüler tanzen, Disco,

komplizerte, gut einstudierte Choreographie,

phantasievoll, teils richtig

akrobatisch. Die Oma neben mir ist

begeistert, endlich etwas Vertrautes, die

Eltern sind begeistert über den Schwung

Constanze Weber näher kennenlernen

sollte. Dieses Flötenkonzert, das aus

einer reichen und reifen Schaffensperiode

für Instrumentalmusik stammt (seine

großen Opern schrieb Mozart erst in

den 80er Jahren in Wien), wurde von

Melanie Sänger beeindruckend bewältigt.

Die Flötistin spielte mit warmer und

sicherer Tongebung und meisterte auch

die Kadenz mit Bravour. Auch hier zeigte

das Orchester Fähigkeiten zur sensiblen

Zwiesprache mit der Solistin.

Die Leiterin des Orchesters, Frau

Elfriede Hochweber, setzt ganz bewusst

Schüler als Solisten ein. Mit überdurchschnittlichem

Können haben sie Gelegenheit,

sich im solistischen Zusammenspiel

mit dem Orchester zu bewähren. Eine

pädagogisch und künstlerisch sehr anspruchsvolle

Aufgabe – jedoch ist man

jedes Mal erstaunt, wie es ihr gelingt,

dass Schüler ihre Grenzen überschreiten.

Und dann der Beginn der 1. si n f o n i e

Mendelssohns. Beim Zuhören stellt man

sich unwillkürlich die Frage: Stammt

dieses Werk tatsächlich von einem

14jährigen? Dieses durchaus romantische

Werk zeigt gewiss Anklänge an große

Vorbilder wie Bach oder Beethoven,

jedoch ist hier unverkennbar die eigene

Handschrift eines frühreifen Genies

wahrzunehmen. Mendelssohn, der selbst

ein phänomenaler Geiger war, stellte

speziell in diesem Instrumentenpart

höchste Ansprüche in technischer und

musikalischer Hinsicht an die Spieler.

Nicht nur Läufe in hoher Tonlage gilt es

zu bewältigen, von den Spielern werden

ebenfalls feinste Klangkultur und ein

intimes Verweben subtiler Klänge

erwartet.

und Pepp, über die Selbständigkeit, die

darin zum Ausdruck kommt. Die

Jugendlichen freuen sich über die

plötzlich hereingebrochene Zeitgeist-

Stimmung nach so viel Menschheitserbe.

Tosender Applaus. Und Ende. Kein

Versuch, die letzte Darbietung noch

waldorfmäßig einzuhüllen in ein

abschließendes Orchesterstück oder

was auch immer – es würde auch nicht

gehen und bleibt einfach für sich stehen.

Danke an alle Mitwirkenden und

Hintergrund-Arbeitenden für diesen

schönen Unter- und Mittelstufen-

Querschnitt! Christine Arncken

Und an diesem 9. Mai (Todestag

Schillers) zeigte dieses Schulorchester

wiederum sein überzeugendes Können.

Jene von Mendelssohn geforderten

Qualitäten kamen in beeindruckender

Weise zum Tragen und dies mit einer

musikalischen Intensität, die ebenfalls

im Zuhörer Enthusiasmus entzündete.

Im letzten Satz al l e Gro V o n f u o c o

spielte das Orchester schließlich entfesselt,

ohne jemals die musikalische

Linie zu verlassen.

Der Jubel des begeisterten Publikums

forderte eine Zugabe und mit Ovationen

ging dieser beeindruckende musikalische

Abend zu Ende.

Noch einmal wird das Orchester

dieses wunderbare Werk erklingen

lassen. Im Herbst findet eine Tournee

durch Holland statt, mit eben diesem

Programm (für finanzielle Unterstützung

des musikalischen Unternehmens bedankt

sich das Orchester schon jetzt).

Zuletzt gab es nochmals viel Applaus

für das Orchester und Blumen für die

Solisten und die Dirigentin Frau Hochweber,

die mit ihrem großen Enthusiasmus

und ihrer reichen, langjährigen

Erfahrung und ihrem unermüdlichen

Einsatz wieder allen Besuchern ein Juwel

der Musik geschenkt hat. Dank allen

Helfern, Musikern, Solisten und der

Leiterin Frau Elfriede Hochweber.

Helmut Mally


12 • Aus dem Unterricht

Bewegtes Lernen – Lernen in Bewegung (1. Kl.)

Als Lehrerin der ersten Klasse ist es

mir ein zentrales Anliegen, dass

die Kinder meiner Klasse vielfältige

Sinneserfahrungen machen können. Ich

bin der festen Überzeugung, dass neben

einer ausgewogenen Ernährung und

einer spirituell verankerten Erziehung

die Bewegung eine Schlüsselrolle für

die gesunde Entwicklung des Kindes

spielen muss. Das Kind, eigentlich jeder

Mensch, braucht Bewegung! Jeden Tag.

Und zwar, wenn irgend möglich:

mehrere Male an jedem Tag.

Schon bevor ich die erste Klasse

übernahm, habe ich mich intensiv mit

dem Konzept des Be w e g t e n Kl a s s e nz

i m m e r s beschäftigt. Dort fand ich vieles

von dem wieder, was mir schon seit

längerem vorschwebte. Als ich dann

im Rahmen meines erziehungswissenschaftlichen

Studiums an der Akademie

für anthroposophische Pädagogik in

Dornach ein Thema für meine Diplomarbeit

bestimmen musste, brauchte ich

nicht lange zu suchen, denn die genauere

Erforschung der geschilderten Zusammenhänge

interessierte mich nun

natürlich ganz besonders. Auch die

geforderte Praxisforschung kam mir

sehr entgegen, da ich so meine Unterrichtserfahrungen

reflektieren und

problematisieren musste.

Dies wirkte sich auch für meine

Unterrichtspraxis positiv aus, da ich da-

durch immer wieder aufs Neue angeregt

war, das mit den Kindern Erlebte zu

überdenken und zu verändern.

Die Idee des

beweglichen Klassenzimmers

In den 90er Jahren entstand bei einer

großen Anzahl von Pädagogen und

Sportmedizinern die Frage, ob der herkömmliche

Schulunterricht, verbunden

mit stundenlangem Sitzen auf Stühlen

an Schultischen, für die gesamte Entwicklung

von Schülern sinnvoll ist.

Medizinische Untersuchungen

ergaben, dass bereits jedes dritte Kind

Haltungsschäden aufweist. Aus

Münchener Schuleingangsuntersuchungen

geht hervor, dass 20% der Kinder

Übergewicht haben, 60% haben

Haltungsschäden. 44% der 4.-Klässler

klagen über gelegentliche, 8% über

ständige Rückenschmerzen, 40% haben

Koordinationsschwächen. Während

1991 noch 2,1 % der Schüler Verhaltensauffälligkeiten

zeigten, waren es im

Jahr 2000 schon 11,3 %. 1

Bereits Grundschüler verbringen

heutzutage viele Stunden des Tages im

Sitzen, sei es in der Schule (bis zu 20

Stunden wöchentlich), sei es am Computer

oder Fernseher, was für die Kinder

mit Spannung und Spaß verbunden ist,

jedoch keine eigenen Bewegungserfahrungen

ermöglicht. Die kindliche

Lebenswelt hat sich in den vergangenen

Jahrzehnten durch eine zunehmende

Medienorientierung, Konsum von

Fernsehen und vermehrtes Daheimsein

sehr stark verändert („Verhäuslichung“).

Außerdem unterliegen die Sozialstrukturen

einem enormen Wandel:

Immer mehr Kinder leben bei nur einem

Elternteil oder wachsen in so genannten

Patchworkfamilien auf. Viele sind nachmittags

nicht mehr in ihren Familien

aufgehoben, sondern besuchen einen

Hort.

Durch diese insgesamt veränderte

Lebenssituation vieler Kinder kommt

auf die Schule eine besondere Aufgabe

zu, weil die Kinder einen Großteil ihrer

Zeit dort verbringen. Schule muss also

dafür Sorge tragen, dass ausreichende

Bewegungsmöglichkeiten für Schüler

an jedem Schulmorgen verankert

werden. Langes Sitzen auf Stühlen hat

oft eine große Unruhe der Kinder zur

Folge, wodurch das Unterrichten für den

Lehrer oftmals sehr erschwert wird.

So entstanden verschiedene Projekte,

in denen untersucht wurde, wie durch

mehr Bewegungselemente im Unterricht

einerseits der Bewegungsdrang der

Kinder befriedigt werden und andererseits

das Lernverhalten der Schüler

verbessert werden kann.

Erfahrungen mit

Bewegtem Lernen in freier Natur

Ich konnte beobachten, dass fast alle

Schüler meiner ersten Klasse draußen

schnell ins freie Spiel hinein finden.

Im Frühling richteten wir unser

Augenmerk auf:

• sich öffnende Knospen an Bäumen

und Sträuchern,

• die ersten Zwiebelpflanzen,

• den Vogelgesang,

• das Trommeln des Spechts,

• gefrorene und auftauende Pfützen.

An einem Morgen hörten wir immer

wieder den Specht trommeln, konnten

aber nicht ausfindig machen, wo er

klopfte. In der darauf folgenden Woche

entdeckten wir seinen Baum. Der Specht

hatte in einen schon etwas morschen

Baum eine Höhle geklopft. Wir waren

alle sehr beeindruckt von der geleisteten

Arbeit des schönen und fleißigen Vogels.

Voller Spannung erwarten wir jetzt, ob

bald das Gezeter nach Futter von

Spechtkindern zu hören sein wird.

Schnell konnten wir auch schon

Prisma (64) Prisma (64) Aus dem Unterricht • 13

Feuer machen. Nach einiger Zeit waren

fast alle Schüler in der Lage, das Holz

richtig aufzuschichten, und jedes Mal

wurde ein schönes Feuer entfacht.

Einige Mädchen bauten mit Vorliebe

Zelte aus Ästen, die sie an einen dicken

Baumstamm anlehnten. Darinnen

spielten sie Familie und beobachteten

ihre Mitschüler bei ihrem Tun.

Dieses freie Spielen im Wald in der

Natur scheint den Erstklässlern ganz

besonders gut zu tun. Ich merke die

positive Wirkung noch am nächsten Tag

in der Schule. Die Schüler sind dann

ausgeglichener und gehen freundlicher

miteinander um.

Anmerkung 1

Friedrichs, Edgar:

Wie gesund sind unsere Kinder, in:

www.familienhandbuch.de/cmain/f_

Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung/s_1376.html

Kinder beim Aufschichten eines Feuers

Das Feuer brennt!

Klassischer Hauptunterricht und

Bewegliches Klassenzimmer

Fast alle Elemente des klassischen

Hauptunterrichts, wie er sich an den

Freien Waldorfschulen etabliert hat,

sind mit dem Konzept des Beweglichen

Klassenzimmers vereinbar, wenn man

dies will. So bilden der Morgenspruch

und der rhythmische Teil auch hier den

Auftakt, und es gibt ebenso einen

wiederholenden, einen darstellenden

und einen übenden Teil.

Meine eigenen früheren Erfahrungen

an verschiedenen Waldorfschulen und

seit diesem Jahr als Klassenlehrerin

einer ersten Klasse bestätigen die Grundannahmen

der Idee des Beweglichen

Klassenzimmers, verbunden mit Unterrichtsmethoden

wie Gruppen- und

Partnerarbeit, sowie Unterricht in

Bewegung nach dem Motto „Bewegtes

Lernen – Lernen in Bewegung“.

Außerdem ist mir klar geworden,

dass das „Bewegte Klassenzimmer“

nicht, wie von manchen älteren Kollegen

befürchtet, im Widerspruch zum herkömmlichen

Unterricht an Waldorfschulen

zu sehen ist, sondern dass die

Elemente des Beweglichen Klassenzimmers

gut zu integrieren sind und den

veränderten Bedürfnissen der Schüler

entgegenkommen.

Als Ergebnis meiner Erfahrungen

hinsichtlich der Kompatibilität von

klassischem Hauptunterricht und Beweglichem

Klassenzimmer möchte ich festhalten,

dass beides gut miteinander

vereinbar ist. Allerdings muss der Lehrer

im Sinne einer lebendigen Erziehungskunst

phantasievoll mit den hilfreichen

Ideen des bewegten Lernens umgehen.

Auch sollte das Bewegliche Klassenzimmer

nicht als ein fertiges Konzept

verstanden werden, das man buchstabengetreu

umsetzen muss. Sinnvoller ist es,

einzelne Elemente aufzugreifen und

virtuos in den eigenen Unterricht

einzubauen.

Rudolf Steiners Aufforderung aus

der Allgemeinen Menschenkunde, „den

Unterricht zu einem Quell der Freude

und des Genießens“ werden zu lassen,

lässt sich gerade in den ersten Schuljahren

am besten dadurch verwirklichen,

dass die Kinder sich mit möglichst allen

Sinnen betätigen können, dass sie sich

in einigen Unterrichtsteilen bewegen

dürfen und dass sie nur in bestimmten

Phasen still sein müssen. Eine gesunde

Balance zwischen formend-gestaltenden

und lebendig-bewegenden Elementen

immer wieder neu herzustellen, bedeutet

eine tägliche Herausforderung für den

Klassenlehrer. Rita Becker-Leeser, 10.06.2009


14 • Aus dem Unterricht

Franziskus-Epoche (2. Kl.)

Im Jahre 1182 wird dem Kaufmann

und Tuchhändler Pietro Bernadone in

Assisi (Italien) ein Sohn geboren. Schon

um seine Geburt ranken sich Legenden.

So wird erzählt, dass die Geburt sich

verzögerte. Da klopfte eines Abends ein

alter Mann an und sagte, dass das Kind

nicht auf vornehmen Leinen, sondern

auf einem Strohbett geboren werden will.

Die Mutter begab sich alsbald in das

Unterhaus, wo die Bediensteten wohnten

und kurze Zeit später wurde ihr auf

einem Strohbett ein Knabe geboren. Sie

nannte ihn Giovanni, als jedoch der Vater

von der Geschäftsreise heim kam und

von der Geburt des Sohnes erfuhr, so

nannte er ihn Franziskus, nach seinem

geliebten Frankreich. Diesen Namen

behielt er Zeit seines Lebens. Franziskus

wuchs heran. Er war ein lieber, fröhlicher

und geselliger Junge. In seinem Herzen

spürte er schon, dass er einmal etwas

Besonderes werden würde, vielleicht ein

Ritter, der mit Drachen kämpfte und

gefangene Jungfrauen befreite ...?

Dass es ganz anders kommen sollte

und wie auch das Leben des Franziskus

weiterging, haben die 2.Klässler in der

Franziskusepoche gehört, gemalt und

aufgeschrieben. Fünf Wochen lang haben

wir uns mit Franziskus beschäftigt. Auch

haben wir den Sonnengesang, den er

kurz vor seinem Tode dichtete, in deutscher

und altitalienischer Sprache gelernt.

Und nun soll ein Franziskusspiel die

Geschichte nochmals für uns lebendig

werden lassen.

Warum eine Franziskusepoche

in der zweiten Klasse ?

Franziskus lebte ein Leben, in dem er

allem Reichtum entsagte und als Bettler

durch die Lande zog. Nur so fühlte er

sich dem Göttlich-Geistigen nahe. Er

fühlte sich dadurch mit der Schöpfung

Gottes verbunden.

Versucht man sich in dieses Lebensmotiv

hineinzufühlen und es nicht als

Bestreben eines religiösen Fanatikers

abzutun, so kann man vielleicht nachempfinden,

dass diese Sehnsucht nach

dem reinen und dadurch geistigen Leben

– jenseits von allem Reichtum (ich

könnte auch sagen Konsum) – etwas ist,

was viele Menschen auch heute bewegt.

Gibt es nicht eine Möglichkeit zu neuer

Bescheidenheit, um dem Kern des

Lebens wieder näher zu kommen...?

Franziskus hat uns da ein Urmotiv

vorgelebt, welches, so glaube ich, gerade

gegenwärtig in den Menschen als Sehnsucht

schlummert und zukünftig vielleicht

neue Bedeutung erlangen wird.

Franziskus hat sich durch die Art,

wie er lebte, intensiv und gleichzeitig auf

kindliche Art mit der ganzen Schöpfung

verbunden. Er lebt damit in seiner

Biographie etwas, was den Kindern bis

zum 9ten Lebensjahr hin noch selbstverständlich

ist. Auch sie fühlen sich

noch unmittelbar mit der Welt verbunden.

Nur ganz leise beginnt sich schon eine

innere Distanz zu regen.

Franziskus spricht mit den Vögeln

und sie scharen sich um ihn herum. Er

versöhnt sich mit Bruder Wolf, der ihm

die Pfote reicht und die Fische werden

für ihn zum Floß, das ihn nicht nur an

das andere Ufer bringt, sondern auch

seine Füße heilt. Die Verbundenheit mit

der Schöpfung bringt Franziskus am

stärksten in dem einzigen von ihm überlieferten

Lied, dem Sonnengesang, zum

Ausdruck. Er spricht dort von Schwester

Sonne, Bruder Mond und Geschwister

Sterne, von Mutter Erde, Bruder Wind

und Bruder Feuer. Diese Worte des

Franziskus haben fast eine heilende

Kraft für uns Erwachsene. Zweitklässler

können sie unmittelbar nachempfinden.

Franziskus spricht eigentlich die Sprache

der Kinder.

Der Schwerpunkt im Erzählen für

die Kinder lag daher nicht in biographischen

Aspekten, sondern vielmehr in der

Art und Weise, wie Franziskus in tiefer

Verbundenheit mit der Schöpfung lebte.

Seine Begegnungen mit Menschen und

Tieren, mit Sonne, Wind und Feuer, die

in den vielen überlieferten Legenden

zum Ausdruck kommen, standen immer

im Mittelpunkt.

Andrea Timm-Brandt

Prisma (64) Prisma (64) Aus dem Unterricht • 15

Drei freie Nacherzählungen der Geschichte

von Franziskus und dem Wind

Ausschnitte aus dem

Sonnengesang des Franziskus


16 • Aus dem Unterricht

Hier

Das Hausbauprojekt der 3. Klasse ist

wirklich ein Großprojekt gewesen.

Es begann mit der Herstellung von 250

Lehmsteinen. Baumstämme wurden

entrindet und aufgerichtet, gegründet

auf mächtigen Steinen als Fundament.

Das Dach wurde gedeckt und begrünt.

Die vielen Fächer mit den getrockneten

Lehmsteinen ausgemauert, richtig wie

die Maurer. Fenster wurden besorgt,

abgeschliffen und neu gestrichen ... die

Arbeit wollte gar nicht enden. So haben

viele fleißige Hände noch bis jetzt an der

Fertigstellung gearbeitet.

Durch die unermüdliche Arbeit von

Herrn Beidek und so manch fleißigem

Vater haben wir es nun geschafft. Vor

allem die Grundidee, ohne die man kein

Haus bauen kann, verdanken wir Herrn

und Frau Beidek. Bis in den Rosenstock,

das Klangspiel und das aufgeschichtete

Holz für den Ofen, wartet das Haus jetzt

auf die Nutzung.

Elementargeister

könnten

zu Hause

sein.

Ich glaub, sie sind schon da.

Die Viertklässler sind sehr stolz auf

„ihr Haus“ und haben es mit Leben

erfüllt. Gerade jetzt, wenn es so warm

ist, hat das Haus eine angenehme Kühle.

Durch die Schlüsselübergabe wollen

wir nun das Haus an unsere beiden

Gartenbaulehrer übergeben und damit

auch für andere Klassen, vor allem aus

der Unterstufe, zugänglich machen.

(Termine bitte mit Frau Beidek

abstimmen.)

Auch den Eltern möchte ich an

dieser Stelle nochmals sehr herzlich für

den tatkräftigen Einsatz und vor allem

auch die Komplettfinanzierung danken.

Mögen viele Kinder ihre Freude an

dem Haus haben. Eine geschätzte ehemalige

Kollegin meinte kürzlich: „Hier

könnten Elementarwesen zu Hause sein.“

Ich glaube: „Sie sind schon da!“

Hans Christian Keil

Klassenlehrer

Prisma (64) Prisma (64)

Ein Vivaldi und vier Jahreszeiten –

Konzert des Mittelstufenorchesters der FWS

Eine besondere Musikstunde durften

die Schüler und Schülerinnen am

Freitag, dem 19. Juni, und deren Eltern,

Freunde und Bekannte am Samstag,

dem 20. Juni morgens um 11 Uhr im

großen Saal mit dem Mittelstufenorchester

unter der Leitung von

Frau Hochweber erleben.

Es war zum ersten Mal, dass das

Mittelstufenorchester in diesem großen

Rahmen mit einem Konzert sein Können

präsentieren durfte und es ist verständlich,

dass dies mit ein bisschen

Aufregung verbunden war.

Dieses Schuljahr studierten die

Schüler der Klassen 5-9 das vielleicht

bekannteste Werk Antonio

Vivaldis, Die Vier Jahreszeiten, ein.

Mit diesen "Jahreszeiten" hat sich

Frau Hochweber kein einfaches

Werk ausgesucht – aber wenn man

bedenkt, dass viele der Schüler, die

dieses Jahr im Mittelstufenorchester

sind, im nächsten Jahr in das Oberstufenorchester

wechseln, ist dies

natürlich eine sehr gute Vorbereitung

für kommende Aufgaben.

So ist es auch Frau Hochweber

nicht nur ein Anliegen, ein perfektes

Konzert zu präsentieren, sondern

darüber hinaus dem Publikum

einen Einblick in die Orchester-

arbeit an sich zu gewähren. Dafür eignet

sich vielleicht kein Stück besser als

Vivaldis Vier Jahreszeiten, in einer

Schulbearbeitung und mit gegenüber der

Originalfassung gekürzten Hauptthemen.

Zunächst wurden die Zuhörer von

Frau Hochweber erzählerisch auf die

musikalische Reise durch die Jahreszeiten

mitgenommen. Dann wurde

überlegt: Wer war eigentlich Antonio

Vivaldi und in welcher Zeit lebte er?

Frau Hochweber wusste spannend und

Erklärendes Sonett

zu dem Concerto

mit dem Titel „Der Sommer“

von Herrn Don Antonio Vivaldi

Unter der harten Zeit sengender Sonne

leiden Mensch und Herde, und es glüht die Pinie.

Kuckuck erhebt seine Stimme, und bald singen ihr

Einverständnis Taube und Distelfink.

Der sanfte Zephir weht, doch plötzlich

fängt Boreas Streit an mit seinem Nachbarn.

Und der Hirte klagt, denn er bangt

vor dem wilden Sturm und um sein eigenes Schicksal.

Den müden Gliedern nimmt ihre Ruhe:

Furcht vor Blitzen und wilden Donnern

und der Fliegen und Mücken wildes Schwirren.

Ach, wie wahr sind seine Befürchtungen,

es donnert und blitzt der Himmel, und Hagel

bricht das Haupt der Ähren und des hohen Getreides.

Aus dem Unterricht • 17

interessant gerade auch für die Schüler

der Schüleraufführung zu erzählen. Als

wir zuhörend auf unserer Reise in der

Zeit Vivaldis (vor über 300 Jahren!)

angekommen waren, ließen Frau

Hochweber und ihr Orchester die

damaligen und heutigen Jahreszeiten

mit Hilfe ihrer Instrumente in den

Festsaal Einzug halten. Zunächst spielte

jede Instrumentengruppe ihren Part

vom munteren Bächlein oder von

tosenden Gewittern allein, um danach

gemeinsam als ganzes Ensemble

den Frühling, den Sommer und

den Winter aufleben zu lassen.

Um stimmlich eine Einheit

erklingen zu lassen, änderte Frau

Hochweber die Besetzung: So

spielten die sieben Geigen die

Stimme der 2. Geige – die sieben

Querflöten übernahmen den Part

der 1. Geige.

Jedes Instrument hat seinen

eigenen Part in diesem Konzert

der Natur und muss sich doch in

ein harmonisches Ganzes einfügen

– diese große Herausforderung

des Stückes wurde von den

Schülerinnen und Schülern sehr

gut gemeistert. Bravo!!

Claudia Kiefer


18 • Aus dem Unterricht

... so lag da ein wilder Mann,

der braun am Leib war wie rostiges Eisen,

und dem die Haare über das Gesicht

bis zu den Knieen herabhingen.

Sie banden ihn mit Stricken

und führten ihn fort, in das Schloss

Der Eisenhans

Der wilde Mann wird zum stolzen

König und verschenkt seine

Schätze an den, der ihm gefolgt ist in

den wilden Wald – das ist eines der

Hauptmotive dieses Märchens, das mich

bewog, es für diese Klasse auszusuchen.

Auch wenn es für die SchülerInnen

nicht ganz leicht war, so bat ich sie nach

den Pfingstferien um einen Bericht zu

unserer Arbeit am Eisenhans, dessen

Aufführungen direkt vor den Pfingstferien

stattfanden. Hier finden Sie eine

Auswahl.

Als begleitender Lehrer war es sehr

spannend und beeindruckend, wie in

so kurzer Zeit all die vorbereitenden

Arbeiten im Werken, in der Handarbeit

und dann im direkten Proben und Üben

mit den Puppen und an der Sprache

zusammengefügt werden konnten, um

in den Aufführungen zu einem Ganzen

... die Türen gingen auf,

und ein stolzer König trat herein mit großem Gefolge:

„Ich bin der Eisenhans

und war in einen wilden Mann verwünscht,

aber du hast mich erlöst.

Alle Schätze, die ich besitze, die sollen dein Eigentum sein.“

zu werden. Dank der Weitsicht und der

Erfahrung unserer Regisseurin Frau

Nebeling konnten die Siebtklässler vor

allem für die jüngeren SchülerInnen und

die Kindergartenkinder vom Eisweiher,

aus dem Auenland und dem katholischen

Kindergarten ein zauberhaftes und

atmosphärisch dichtes Marionettenspiel

aufführen.

Ich möchte den Berichten der

SchülerInnen nichts weiter hinzufügen,

aber noch einmal im Namen der Klasse

all denen danken, die zum Gelingen

dieses Projektes beigetragen haben, und

mit viel Aufwand und Arbeit im Hintergrund

erst die Aufführungen ermöglicht

haben. Wer das war? Nun: Frau Bockelmann,

Frau Schubert, Frau Timm-Brandt

und Frau Nebeling. Vielen Dank!

Thomas Wehkamp

Prisma (64) Prisma (64) Aus dem Unterricht • 19

Schüler lassen Marionetten tanzen

Die 7. Klasse der FWS Schopfheim veranstaltete

am Mittwoch, den 20. Mai 09

eine öffentliche Aufführung ihres

Marionettenprojektes De r ei s e n h a n s.

Zusammen mit ihrer Regisseurin

Ingrid Nebeling arbeiteten sie zwei

Wochen lang fleißig, und das Ergebnis

konnte sich sehen lassen.

Doch auch schon vorher bauten sie

ihre Marionetten im Werkunterricht

unter der Leitung von Jutta Bockelmann

und nähten die Kleider in der Handarbeit.

Insgesamt teilten sich die 36 Schüler

und Schülerinnen in vier Gruppen ein:

Spieler, Musiker, Erzähler & Beleuchter.

Während die Spieler hinter der Bühne

die Marionetten führten, saßen die Erzähler

vorne und erzählten das Märchen.

In den kurzen Pausen des Umbaues

spielten die Musiker ihre Stücke, die sie

während der Unterrichtsstunden mit

Andrea Brandt einstudiert hatten. Anfangs

gab es zwar einige Probleme, doch

bei der Endaufführung ging alles glatt.

Larissa

Marionetten – Projekt der 7. Klasse

Die Schüler der 7. Klasse haben sich

2½ Wochen mit dem Projekt beschäftigt.

Die Leitung übernahm Frau Nebeling.

Wir wurden in vier Gruppen eingeteilt:

Spieler, Musiker, Erzähler und

Beleuchter. Vorher gab es noch die

Kulissenmaler. Nach einigen Start-.

schwierigkeiten schafften wir es in 2½

Wochen es zur ersten Vorstellung.

Mit Hilfe von Frau Bockelmann

bauten wir die Körper der Marionetten,

was jedoch nicht so einfach war. Mit

Frau Schubert bauten wir die Körper

zusammen, machten Köpfe aus Pappmaché

und bemalten die Gesichter mit

Wasserfarben. Dann kam endlich die

Kleidung dran. Nachdem (fast) alle

Puppen fertig waren kamen, die vier

Gruppen zusammen und probten....

Nach einiger Alberei schafften wir

gute Aufführungen. Aranka

Das Marionettenspiel

Die 7. Klasse der Waldorfschule Schopfheim

übte in den letzten 3 Wochen das

Marionettenspiel „Der Eisenhans“ ein.

Unter der professionellen Leitung von

Frau Nebeling studierte die 7. Klasse ein

sehenswertes Stück ein. Gearbeitet wurde

in verschiedenen Gruppen. Es gab die

Spieler, die Sprecher, die Musiker und

die Beleuchtung. Die Spieler brauchten

in ihren Proben vor allem viel Geduld

und ein ruhiges Händchen. Die Sprecher

versuchten ihre Sprache mit Übungen

zu verbessern und lernten ihre Texte

auswendig. Die Musiker studierten

mit Frau Brandt die nicht immer ganz

leichten Stücke ein und lernten dabei

auf sich zu hören. Die Beleuchter lernten

mit Hilfe von Herrn Nebeling das Stück

zu beleuchten. Am Ende, als alle Puzzle-

teile zusammen gesetzt waren, kam ein

schönes Marionettenspiel dabei heraus.

Fabio

Marionettenprojekt der 7. Klasse

Die 7. Klasse inszeniert das Grimmsche

Märchen De r ei s e n h a n s.

Wir haben uns 4 Wochen in fünf

Gruppen mit der Sprache, dem Führen

der Puppe, der Musik und der Beleuchtung

für das Stück „Der Eisenhans“

beschäftigt. Regie führte Frau Nebeling.

Jeder Schüler baute eine Marionette

aus Holz, nähte Kleider für sie und gab

ihr den richtigen Gesichtsausdruck. Das

Holzgestell bauten wir im Werkunterricht

mit Frau Bockelmann. Die Kleider

und den Kopf mit der Malerei erstellten

wir in Handarbeiten mit Frau Schubert.

Als jeder soweit war und seine

Puppe gebaut hatte, ging es auch schon

an das Aufteilen der Arbeitsgruppen.

Da gab es einmal das Puppenspielen mit

Frau Nebeling, die Musik mit Frau

Brandt, die Beleuchtung, die allerdings

später zu den Puppenspielern dazu kam

und die Sprache, die auch mit Frau

Nebeling geübt wurde.

Als alles sicher war, fügten wir alle

Gruppen zusammen und es bildete sich

ein Marionettenstück. Nun feilten wir

an allen Sachen herum. Nach einigen

Durchlaufproben klappte es schon sehr

gut. Dann kam es auch schon zu der

ersten Aufführung – wir hatten insgesamt

sieben Aufführungen, welche uns

eigentlich sehr gut gelungen sind.

Insgesamt hat es uns eigentlich gut

gefallen und es war sicher eine gute

Übung, sich mal ganz auf eine Sache

zu konzentrieren. Theresa

Marionettenprojekt De r ei s e n h a n s

Zu Anfang wurden die einzelnen Gruppen

festgelegt. Nachdem das gemacht

wurde, hatten wir 2 Wochen Zeit zum

Proben. Es war nicht immer leicht, sich

zu konzentrieren. Die Spieler hatten wie

gesagt 2 Wochen zum Proben und wenn

Frau Nebeling keine Regie geführt und

unseren Sprechern nicht immer gut

geholfen hätte, so hätte das Ganze wahrscheinlich

gar nicht stattgefunden. Dann

war es soweit, die letzten drei Tage vor

den Pfingstferien hatten wir unsere Aufführungen.

An den insgesamt sieben

Aufführungen hat alles gut geklappt.

Julia

Schüler

erwecken Marionetten zum Leben

7. Klässler verzaubern mit ihrem

Marionettenstück Millionen Menschen.

sc h o p f h e i M. Es war jahrelange Arbeit.

Erst wurde das „Skelett“ der Puppe aus-

gesägt, dann die einzelnen „Knochen“

aneinander gehängt, ein Spielkreuz

gebastelt, Kopf, Hände und Füße aus

Pappmaché geformt, die Kleider genäht

und angezogen, die Fäden am Spielkreuz

und an der Puppe befestigt.

Als die Puppen fertig waren, wurde

das Stück „Der Eisenhans“ der Gebrüder

Grimm von einigen Spielern eingeprobt,

einige Schüler lernten Teile des Märchens

auswendig, andere überlegten sich die

Musik und studierten sie ein. Nicht zu

vergessen sind auch die Beleuchter, die

für das richtige Licht sorgten, Kulissenmaler,

die alle Kulissen mit künstlerischem

Elan malten und sich dabei

größte Mühe gaben.

Das Stück soll so bezaubernd

gewesen sein, dass sogar Gäste aus

Australien zu Besuch waren.

Von unserem Reporter Niko Roßkopf


20 • Aus dem Unterricht / Kleinanzeigen

„Die 8b wünscht großes Interesse und lehrreiche Unterhaltung“

Unter diesem Motto wurden die

Jahresarbeiten der SchülerInnen

der Klasse 8b vorgestellt und tatsächlich

war trotz des schönen Sommerwetters

nach einer verregneten Woche jeder

Platz im Kleinen Festsaal besetzt.

Für einige Schüler war es eine

Herausforderung, ihre Arbeit vor dem

Publikum zu präsentieren, andere taten

dies routiniert und unterhaltsam. So

habe ich z.B. noch nie einen so spannenden

Vortrag über Pyramiden und besonders

die Theorien über ihren tatsächlichen

Verwendungszweck gehört!

Auch die bearbeiteten Themen waren

so vielfältig wie die Qualität ihrer Umsetzung.

Während sich einige Schüler

offensichtlich wirklich ein ganzes Jahr

Anzeige

intensiv mit ihrer Arbeit beschäftigt

hatten, mussten andere erleben, dass

man mit einer Vorbereitung von nur

zwei Wochen ein wahres Interesse am

Thema nicht glaubhaft vermitteln kann.

Beim Fingerfood-Buffet in der Mittagspause

herrschte unter den Schülern

deutliche Erleichterung – die Präsentation

der praktischen Arbeiten am eigenen

Tisch am Nachmittag lag doch den

meisten mehr, als der Vortrag vor den

vielen Zuhörern.

Hier konnten die schriftlichen

Arbeiten eingesehen und die Schüler

über ihre Projekte ausgefragt werden.

Deutlich wurde bei vielen, dass die

praktische Arbeit im Verlauf der Zeit

und nach Überwindung diverser innerer

Schweinehunde doch eine gewisse

Eigendynamik entwickelte. So sind doch

viele beeindruckende Werke zustande

gekommen, sei es der Bau eines Modells

der Klopfsäge von Fröhnd (Profiarbeit!),

die Herstellung eines Saxonettes, die

Herstellung von Cremes aus Heilkräutern,

der Bau eines Bogens oder die

kompliziert gefalteten Origami-Gebilde

oder, oder, oder.... Jede Arbeit spiegelte

durch ihre unterschiedlichen Facetten

(Vortrag, Präsentationstisch, Werkstück

und die schriftliche Arbeit) beeindruckend

den Stand des Schülers mit

seinen Stärken und Möglichkeiten.

Lehrreiche Unterhaltung? Sicher war

dieser Tag für alle Beteiligten weit mehr

als das! Claudia Foljanti

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Prisma (64) Prisma (64) Aus dem Unterricht • 21

Nachgedanken zur Projektwoche

Selbstständig arbeitende Schüler sind

der Traum eines jeden Lehrers.

lernen sogar in Kursen bei oder mit

Schülern etwas dazu – Utopie?

Solch traumhafte Schüler und Schüler- Fast so ist die Woche nämlich abgeinnen

konnte man an der Projektwoche laufen. Zum letzteren hat es nicht ganz

(Prisma 64) erleben. Das wäre doch ein gereicht, denn ich hätte unheimlich gern

Konzept für die Schule der Zukunft! den Trommelkurs mitgemacht, wenn ich

Schüler entwickeln selbst, was sie nicht selbst einen anderen Kurs geleitet

lernen wollen und wie sie lernen wollen. hätte. Die Abschlusspräsentation aller

Lehrerpersönlichkeiten leisten nur Arbeitsgruppen war wirklich beein-

Beihilfe, wenn sie gefragt werden und druckend, ein Strauß an neu erworbenen

Nachgedanken allgemeiner Art

Die Prisma-Layouterin bittet immer

um frühzeitige, direkte und wenn

möglich digitale Datenübermittlung an

prisma@waldorfschuleschopfheim.de –

zeitraubende Umwege können damit

umgangen werden. Obiges Fax, am 19.

Juni freundlich aushelfend vom Schul-

büro gesendet, zeigt, dass die meisten

Texte heute eh mit dem Computer geschrieben

sind. Um ein Vielfaches

effizienter könnten diese mit 1 Klick

per Mail weiterverschickt das Prisma

erreichen und ins Layoutprogramm

eingelesen werden. Leider ist zu solch

Fähigkeiten! Was will man mehr?

Oder zu gefährlich für den Berufsstand

der Lehrer? Wir dürfen doch nicht

arbeitslos werden! Also doch nicht so

traumhaft das Ganze?

Die Schule der Zukunft? Einen

kräftigen Windstoß davon konnte man

an der Projektwoche erleben! Gerne

mehr davon!

Gerhard König

einem späten Zeitpunkt (gar nach Redaktionsschluss)

es nicht mehr möglich,

Bilder oder ähnliches zu aquirieren, z.B.

von der Projektwoche, wie oben auf

dem Dokument hinweisend vermerkt ist

– die Redaktion bedauert dies überaus!

Hörte man doch vielerlei Gutes ... fr


22 • Aus dem Unterricht

Klassenfahrt nach Nürnberg (Kl. 9a)

Um unsere sehr kurze Geschichtsepoche

mit dem Hauptthema

Nationalsozialismus etwas zu verlängern

bzw. zu vertiefen, fuhren wir kurz vor

den Pfingstferien, mit Herrn Jost und

Herrn Werges als „Betreuer“, für ein

paar Tage nach Nürnberg.

Wir wohnten in einem Jugendhotel

im Wald außerhalb von Nürnberg,

neben einem kleinen Flugplatz. Von

dort konnten wir zu Fuß in ca. 20 min

oder mit dem Bus in 5 min zur nächstgelegenen

U-Bahnhaltestelle "Ziegelstein"

gelangen.

Am ersten (kompletten) Tag in

Nürnberg machten wir in Vierergruppen

eine „Schnitzeljagd“ in der Nürnberger

Innenstadt. Dabei musste jede Gruppe

zu vier historisch wichtigen Orten wie

dem Henkersteg, der Marktgasse oder

der Lorenzkirche (…) Fragen beantworten,

welche wir am Anfang von Hr. Jost

und Hr. Werges bekamen. Als wir

unsere Aufgaben erledigt hatten, aßen

wir in einer Pizzeria an der Lorenzkirche

zu Mittag, genossen die Sonne

und gingen um 15.30 Uhr wieder zum

Ausgangspunkt unserer ersten Stadterkundung

- zur Kaiserburg.

Die Abende und insgesamt die freie

Zeit im Hotel verbrachten wir mit Tischtennis,

Volleyball, Pokern, Basketball,

Chillen, Filme schauen, PC spielen,

Musik hören, lesen…….

Am nächsten Tag besuchten wir das

Reichsparteitagsgelände, wo wir in einer

Führung von Studenten (Politik und

Geschichte) sehr viel über den Zweiten

Weltkrieg und den Nationalsozialismus

erfuhren, z.B. dass das ganze Reichsparteitagsgebäude

eigentlich aus Backsteinen

erbaut wurde und nur, um Stärke

und Monumentalität zu demonstrieren,

außen mit dünnen Granitplatten ver-

Künstlerischer Abschluss am 30. April

kleidet wurde. Danach besuchten wir

noch den Platz, an dem Hitler in Nürnberg

seine Reden gehalten hatte. Ich war

recht überrascht von der heutigen

Nutzung des Platzes, dort wo früher

riesige Panzer- und Truppenaufmärsche

stattfanden, wo vor gerade mal einem

knappen halben Jahrhundert die

Menschenmenge ihrem Führer zugejubelt

hatte, ohne sich klar zu machen,

dass sie eines der größten Verbrechen

der Menschheit unterstützten – da

befinden sich jetzt einige kleine

Sportplätze. Na ja… ich hätte etwas

anderes erwartet.

Am darauf folgenden Tag besuchte

eine Gruppe den Turm der Sinne und

die andere die Nürnberger Felsengänge.

Dann hatten wir bis zum Abend frei.

Am nächsten Tag fuhren wir wieder

nach Hause.

Lars Roloff, Klasse 9a

Trotz Osterferien, Projektwoche und

diverser Prüfungen nahmen die

Zwölftklässler unter Frau Elsen und

Herrn Kuhle am letzten Apriltag die

einzig verbliebene Möglichkeit wahr,

um Interessierten auf der Bühne des

großen Festsaales der Schule einige

Ergebnisse aus ihrem Eurythmie- und

Musikunterricht zu zeigen.

Nach einem Percussion-Intro waren

aus dem Musikunterricht mehrstimmige

Lieder zu hören, begleitet von Gitarre

oder Klavier – dirigiert von Lehrer Kuhle.

Diese musikalischen Beiträge

wurden immer wieder abgelöst durch

Bearbeitungen aus dem Eurythmieunterricht.

Selbständig und humorvoll

(Lachen war erlaubt!) hatten die Jugendlichen

in Kleingruppen diverse Gedichte

in Bewegung umgesetzt – gesprochen

von Eurythmistin Elsen.

Ein Musikstück von Beethoven in

rotschwarz wurde von allen fünfzehn

Eurythmieschülern gemeinsam als

Abschluss präsentiert – begleitet von

Pianist Klein.

Dann fiel der Vorhang zu – öffnete

sich aber noch einmal, damit man allen

12.Klässlern Applaus spenden konnte. fr

Prisma (64) Prisma (64)

In diesem Artikel sollen waldorfpädagogische

Aspekte des Kunstunterrichtes

sowie Einblicke in die staatlichen

Prüfungen zum Kunstabitur (wie an

unserer Schule versuchsweise angelegt)

gegeben werden, um daraufhin kritisch

beide Ansätze miteinander in Beziehung

zu setzen.

Menschenkundliche Grundzüge

Betrachtet man die geistig-seelische Ent-

wicklung des Jugendlichen im 3. Jahrsiebt,

so wird man einerseits eine

bewusstere Verbindung mit den Gesetzmäßigkeiten

der physischen Gegebenheiten

feststellen, andererseits aber auch

die Bildung eines seelischen Innenraums,

der in seiner Qualität den Charakter der

Emanzipation in sich trägt: Gesetzmäßigkeiten

werden durchschaut und

sind handhabbar. Die Entwicklungslinie

zum aktiven Ergreifen in irdische Verhältnisse

bricht an jenem Punkt zu neuen

Dimensionen durch, an dem diese Verknüpfung

am intensivsten zu sein scheint.

Einschlag eines neuen Bewusstseins

Von der Wahrnehmung des physischen

Erlebens in der 9. Klasse ausgehend,

werden allmählich Gesetze materieller

Wirkungsweisen erkannt und entschlüsselt.

Die unmittelbare sinnliche Beobachtung

dient hierbei als Ausgangspunkt.

Das Entdecken der Gesetzmäßigkeit ist

nicht nur ein eindimensionaler Weg der

Folgerung aus diversen Beobachtungen,

dieses Entdecken von Gesetzen erfordert

vielmehr den Einschlag eines neuen

Bewusstseins. Dieser Einschlag, der

gleichzeitig ein nach Außentreten eines

inneren geistig-seelischen Potentials

darstellt, mündet in einer neuen Sichtweise

der Weltverhältnisse bzw. der

Selbsterkenntnis.

Das Zusammenwirken der Polarität

von innen und außen ist der Motor der

Evolution des Bewusstseins im Jugend-

und zu den

staatlichen Prüfungen

lichen. Diese Evolution wird nach der

Entdeckung materieller Gesetze im

Erkennen geistig-seelischer Verhältnisse

münden.

Die gedankliche Konzeption des

Lehrplanes der Waldorfschule hat diese

Erkenntnis eines sich vertiefenden und

erweiterten Bewusstseins zur Grundlage.

Die altersgemäße Auseinandersetzung

mit den adäquaten Stoffen diverser

Bereiche wie Natur- und Geisteswissenschaften,

Sprachen, Kunst und Handwerk

dient hierbei einerseits als Hebel oder

Brücke, gewährleistet aber auch eine

gesundes Fußfassen in den irdischen

Verhältnissen.

Als Stoffinhalte im künstlerischen

Bereich dienen zunächst Gegenstände

und Räume, Tiere und Menschen in

ihrer konkreten sinnlichen Anschauung.

Entsprechende kunsthistorische Darstellungen

sind ebenfalls sinnvoll. An diesen

Objekten übt man zunächst die Wahrnehmung

bzw. die zeichnerische,

malerische und plastische Umsetzung

von Beobachtungen der Außenwelt, die

sich an diesen Objekten zeigt. Gesetzmäßigkeiten,

Proportionen, Stimmungen

Aus dem Unterricht • 23

Gedanken zum

Kunstunterricht

der Oberstufe

und Flächenspannungen werden erfahren

und künstlerisch bearbeitet.

Gestaltung der Atmosphäre

Mit dem Freiwerden des Seelischen und

der verstärkten Bildung des seelischen

Innenraumes tritt auch eine größere und

individuellere Differenzierung auf. Dies

beginnt zwar in der 10. Klasse, kommt

aber zumeist in der 11. Klasse voll zur

Geltung. Die Thematik geht nun im

zeichnerisch-malerischen Bereich in das

freiere Spiel der Farben, die Gestaltung

der Zwischenräume und der Atmosphäre,

was sich in der Landschaftsmalerei vor

allem sehr gut üben lässt und mündet in

die Gestaltung der autonomen Farbe.

Allgemein lässt sich sagen, dass in

diesem Bereich der Weg schließlich in

die abstrakte Malerei mündet. Auch

in der Portraitmalerei sollte nach Bewältigung

der proportionalen Gesetzmäßigkeiten

eines Kopfes der seelische Ausdruck

durch die Farbe im Vordergrund

stehen.

Im plastischen Bereich findet parallel

Ähnliches statt, jedoch im dreidimensionalen

Bereich. Hier münden die


24 • Aus dem Unterricht

plastischen Übungen in die Gestaltung

von Formqualitäten mittels Bearbeitung

konkaver, konvexer und doppelt gekrümmter

Flächen. In der 12. Klasse

werden die Jugendlichen zudem mit

architektonischen Fragestellungen in

theoretischer und praktischer Hinsicht

konfrontiert.

Nach diesem kurzen Abriss waldorfpädagogischer

Intentionen möchte ich

nun einen Einblick in die staatliche

Prüfung des Kunstabiturs geben, um

danach das Verhältnis beider Intentionen

vergleichend zu betrachten (Seite 25).

Das Kunstabitur

Generell besteht die Basis des Kunstabiturs aus der Bearbeitung von fünf großen Themengebieten. Diese sind zur Zeit:

• Albrecht Dürer (Grafik, Zeichnung, Malerei)

• Lois Bourgeois (Plastik & Installation)

• August Sander (Fotografie)

• Gotik (z.B. Freiburger Münster)

• Frank Owen Gehry & die moderne Architektur (Vitra, Bilbao etc.)

Ausgehend von diesen Grundthemen gibt es drei Prüfungskategorien:

A. Das vierte schriftliche Prüfungsfach, so genanntes Neigungsfach, B. Mündliche Prüfung, C. Hospitationsfach

Ad A – Schriftliches Prüfungsfach

Diese Prüfung gibt es an der Schule seit

drei Jahren. Sie besteht in der Bewertung

zu fünfzig Prozent aus Kunsttheorie und

zu fünfzig Prozent aus der praktischen

künstlerischen Tätigkeit.

Theoretische Prüfung

Der Prüfling erhält drei verschiedene

Themenkomplexe aus obengenannten

Grundthemen. Diese sind mit Bildern

und Darstellungen versehen, die zur

Bearbeitung dienen, z.B.:

• ein Portrait von Dürer in

Kombination mit einer Portrait-

fotografie von August Sander

• eine Plastik oder eine Installation

von Louise Bourgeois

• eine gotische Kathedrale oder ein

Bauwerk von Frank Gehry

(z.B. Museum in Bilbao).

Ziel ist es, in einer vierstündigen

Arbeit eine dieser Aufgaben zu analy-

sieren bzw. den kunsthistorischen

Kontext offen zu legen. Hierbei wird

ein klarer Aufbau und eine klare

Gedankenführung, die nicht nur

phantasievoll, sondern auch aussagekräftig

und beweisbar ist, verlangt.

Vor allem sind analytische Fähigkeiten

notwendig, wobei die Poesie eines

Kunstwerkes natürlich ebenfalls zu

berücksichtigen ist. Ein gut entwickeltes

kunsthistorisches und gesellschaftliches

Hintergrundwissen ist ebenfalls zur

Beantwortung notwendig.

Fachpraktische Prüfung

Der Kunsterzieher legt dem Schulamt

drei Aufgaben vor, die im sinnvollen

Zusammenhang mit den Grundthemen

stehen sollen. Von diesen drei muss ein

Thema im dreidimensionalen Bereich

der Plastik oder Architektur liegen. Das

Schulamt sendet zwei Themen zurück,

eines davon wählt der Schüler.

Nun hat er fünf Stunden Zeit, die

Aufgaben in künstlerisch-kreativer

Weise zu lösen. Voraussetzung für ein

gutes Gelingen sind eine gut entwickelte

technische Grundlage bzw. ein

zielorientiertes zügiges Arbeiten, z.B.:

• Ausgangspunkt: Portraitfotografie von

August Sander. Aufgabe kann es nun

sein, den Ausdruck des Portraits

adäquat zeichnerisch, hell-dunkel

bzw. malerisch zu interpretieren.

Sowohl die fachpraktische als auch die

theoretische Prüfung wird von einer

staatlichen Prüfungskommission mit

beurteilt. Das Endergebnis setzt sich

aus je fünfzig Prozent der theoretischen

und praktischen Leistung zusammen.

Für das Endergebnis zählt nur die

Bewertung der direkten Prüfung, nicht

jedoch die Leistung während des Jahres.

Ad B – Mündliche Prüfung

Die Schüler haben hier – je nach Fächerkombination

– die Möglichkeit, eine

vorbereitete Präsentationsprüfung abzulegen

oder in einem Prüfungsgespräch

einen Fragenkomplex aus den Grundthemen

mündlich zu bearbeiten.

Wie auch bei den anderen mündlichen

Prüfungen ist hier die möglichst

freie mündliche Darstellung, basierend

auf einem wirklichen gedanklichen

Durchdringen des Stoffes, von

entscheidender Bedeutung.

Ad C – Hospitationsprüfung

Diese Prüfung gibt es an der Schule seit

Durchführung des Abiturs. Ausgehend

von den Grundthemen werden wesentliche

kunsthistorische und praktischkünstlerische

Fragestellungen und

Aspekte in zeichnerischer, malerischer,

plastischer oder architektonischer Hinsicht

bearbeitet. Fotografie, Drucktechniken

und Installationen sind ebenfalls

möglich und werden immer wieder

von den Schülern gerne wahrgenommen.

Im Laufe des Schuljahres setzen sich

die Schüler mit einem an einem Grundthema

orientierten Fragenkomplex

auseinander und verwirklichen ihre

künstlerischen Intentionen in einem

Projekt, das sich meistens über einige

Wochen hinzieht. Mit einer abschließenden

Darstellung, bei der die Schüler über

ihre Arbeit reflektieren, ist gleichzeitig

im Anschluss die Ausstellung eröffnet.

Bewertet wird hierbei die Jahresleistung,

wie Einsatz und Können, bzw.

das Projekt, in dem die Schüler ihre

eigene künstlerische Sprache und ihre

Intention zum Ausdruck bringen sollen.

Prisma (64) Aus dem Unterricht • 25

Das Verhältnis

dieser staatlichen Prüfungen in Bezug auf waldorfpädagogische Intentionen der Oberstufe

In meiner über zwanzigjährigen

Erfahrung mit der Hospitationsprüfung

zeigte sich diese als besonders geeignet

für Waldorfschüler. Nicht nur die individuelle

Kreativität ist hier gefragt, es

besteht auch die Möglichkeit, die in der

Oberstufe angelegten künstlerischen

Qualitäten und Fähigkeiten direkt zu

verwerten, da die Themenwahl sehr

variabel sein kann und die Schüler

dadurch auf individuelle Intentionen

zurückgreifen können. Die Schüler verspüren

praktisch keinen Bruch zwischen

dem Kunstunterricht der Oberstufe und

der 13. Klasse.

In der mündlichen Prüfung zählt vor

allem die Fähigkeit zur theoretischen

Auseinandersetzung mit kunsthistorischen

Fragen. Geeignet ist diese

Prüfung für jene Schüler, die gerne

kunsthistorische Werke betrachten bzw.

sich mit kunsthistorischen und kulturellen

Fragen beschäftigen und

diskutieren.

Die schriftliche Prüfung mit ihrer

zweigeteilten Aufgabe der praktischen

und theoretischen Bewältigung stellt

eine enorme Herausforderung dar.

Zumeist sind die Schüler eher praktisch

orientiert, ein gewisser Teil auch in

theoretischer Hinsicht. Hier gilt es aber,

sich auf beiden Gebieten zu bewähren.

Hinzu kommt der erschwerende Umstand,

dass nur die beiden Tage der

theoretischen bzw. fachpraktischen

Prüfung tatsächlich zählen, jedoch nicht

die Leistung des Jahres. Lässt sich die

theoretische Prüfung mit einem Deutschaufsatz

vergleichen, so lässt sich die

fachpraktische Prüfung in ihrer Art mit

der Aufnahmeprüfung an einer Kunstakademie

vergleichen, wenn gleich die

Beurteilungskriterien sich nicht in allen

Punkten decken würden.

Die Erfahrung zeigt, dass im

schriftlichen Prüfungsfach manche

Schüler unter ihren Wert geschlagen

wurden. Die Jahresleistung war bei

einigen Schülern z.T. deutlich besser.

Es kam aber auch vor, dass der eine

oder andere Schüler in der direkten

Konfrontation sich überdurchschnittlich

gut bewährte. Allgemein lässt sich

sagen, dass eine gewissenhafte Vorbereitung

während des ganzen Jahres eine

gut berechenbare Grundlage für ein

gutes Ergebnis darstellt.

Für die Arbeit in der Oberstufe

zeigte sich, dass bei manchen Schülern

doch eine gewisse Notenberechnung

sichtbar wurde, was nicht unbedingt die

Motivation für die Arbeit an und für

sich förderte. Tritt dies ein, so wird der

Bereich Kunst seiner Freiheit beraubt

und dienst quasi als Notenbringer. Doch

berührt dieser Aspekt nicht nur den

Bereich Bildende Kunst, vielmehr drückt

sich hierin eine allgemeine Problematik

des Verhältnisses von staatlichen

Prüfungen und waldorfpädagogischer

Intention aus.

Und so lässt sich nun abschließend

zusammenfassen, dass alle drei

Prüfungsformen gut bewältigt werden

können, wenn im Sinne der Waldorfpädagogik

nicht nur oberflächlich,

sondern tatsächlich auch vertiefend

gearbeitet wird. Jeglicher Abbau

(gemeint ist hier nicht eine konzeptionelle

Änderung), aus welchen Gründen auch

immer, sei es ökonomischer oder

anderer Art, führen nicht nur zu einer

Ausdünnung des Bereiches in waldorfpädagogischer

Hinsicht, sondern auch

zu einem Unterminieren der Voraussetzung

zur Bewältigung der Abitursprüfung.

Letztendlich bedeutet ein

konsequentes Üben und Arbeiten im

Sinne der Waldorfpädagogik ebenfalls

eine gute Voraussetzung für ein gutes

Absolvieren der staatlichen Prüfung.

Helmut Mally


Und was ...

26 • Aus dem Unterricht

... ist ein 'Klassenspiel'?

Als ich versuchte, dem nicht

"Waldorf"-kennenden Anteil

meines Umfeldes zu erklären, wo ich

die letzten Wochen steckte, folgte auf

das halb verwirrte, halb interessierte

„Aha“ früher oder später stets die Frage

„...und was ist ein Klassenspiel?“ Kurz

und knapp erklärte ich dann, dass die

Klasse gemeinsam ein Theaterstück auf

die Beine stellt und spielt. Jetzt hat sich

rückblickend gezeigt, dass es doch nicht

so simpel ist, sondern komplexer und

tiefgründiger.

Die eigentliche Handlung des Stückes

Bluthochzeit ist schnell erzählt: Im

heißen Andalusien hält eine Frau, deren

erster Sohn und Mann einer Familienfehde

zum Opfer gefallen sind, für ihren

Sohn um die Hand einer Frau an, die

jedoch bereits einmal verlobt war. Im

Hause des ehemaligen Verlobten ist von

der einstigen Liebe nicht mehr viel zu

spüren, seine Frau ahnt, dass sich ein

Unglück zusammenbraut. Bei der Hochzeit

passiert es dann; die Braut flieht mit

Leonardo, ihrem ehemaligen Verlobten.

Im Wald kommt es zum Kampf, schließlich

töten sich der Bräutigam und Leonardo

gegenseitig. Gemeinsam trauern

die Frauen um die Verstorbenen. Was in

dieser kurz erzählten Handlung an

Hintergrund, Symbolik, Bildern und

Themen versteckt ist, fütterte das Stück

zu einem zweistündigen Abenteuer.

Doch bevor diese Tragödie auf die

Bühne gebracht werden konnte, gab es

einiges zu tun. Nachdem ein Teil der

Klasse im Vorfeld an den Kulissen gebaut

hatte, ging es am 11. Mai dann

richtig los. In verschiedenen Gruppen

wurden die spektakulären Kulissen

fertiggestellt, die Kostüme besorgt,

umgenäht oder komplett neu angefertigt,

ein Trailer gedreht, das Programmheft

geschrieben, Beleuchtung und technische

Spielereien ausgetüftelt, weiße Vorhänge

genäht, Rosen aus Servietten gebastelt,

Requisiten organisiert, getanzt, gesungen

und nicht zuletzt natürlich auch das

Schauspiel geprobt. Durch mal mehr,

mal weniger ernste, aber immer anstrengende

Proben verwandelte sich die

Klasse nach und nach in das, als was sie

schließlich am 12./13. Juni zu sehen war.

Um 7 Uhr morgens traten wir an,

um mit der Schüleraufführung unsere

Première über die Bühne zu bringen.

Nachdem wir diese mittags im Innenhof

mit einer Grillrunde gefeiert hatten,

folgte zunächst die Abendaufführung

am Freitag und schließlich die Dernière

am Samstag. Schnell ging es vorbei,

jetzt bleiben uns viele Erinnerungen an

das, was wir als Klasse gemeinsam mit

vielen helfenden Händen aus dem Kollegium

und unserem Regisseur Herrn

Matthias Hink geschaffen haben. Und

endlich habe ich auch Worte gefunden,

um ein Klassenspiel zu erklären: Ein

einmaliges Erlebnis, das eine Klasse als

solche, wie auch jedes einzelne Individuum

darin, um eine große Erfahrung

reicher macht.

Moana Menne, 12. Klasse

Prisma (64) Prisma (64)

Unter der Regie des Dornachers

Matthias Hink (ausgiebiges Interview

im inhaltsreichen Programmheft)

brachte die 12. Klasse unter Produzent

& Klassenbetreuer Volker Kleeberg die

Tragödie von Federico Garcia Lorca auf

die große Bühne der FWS Schopfheim.

or t & ze i t: an Da lus i e n, Ge G e n w a r t , so

heißt es im Vorspann des 1930 entstandenen

Stückes. Wir waren gespannt und

der große Festsaal gut gefüllt.

Schon das Bühnenbild bei geschlossenem

Vorhang ließ aufmerken: links und

rechts neben dem Bühnenmund standen

zwei große, 4 1 /2 m hohe Torbögen verschiedener

Häuser – beide schon

gebrochen, der islamisch-maurische wie

auch der christlich-romanische Bogen …

als ob Erdbeben alles verschoben hätten.

Die Vorstellung begann damit, dass

auf dem roten Bühnenvorhang, hinter

dem andalusisch rhythmisches Klatschen

erklang, ein stummes Stierkampfvideo

erschien – im Laufe der sich entwickelnden

Tragödie wurden weitere Ausschnitte

des fortschreitenden Torerokampfes bis

hin zum Sturz des Stieres auf den blutroten

Vorhang projiziert – und man

fragte sich unwillkürlich: wer ist

Matador(a), wer Stier, wer Publikum …

Nun erst erklangen die ersten Sätze.

Die Mutter im rechten Haus, durch eine

Dreifachbesetzung das Muttersein der

Welt darstellend, sprach laut, schnell,

emotional, hart – und sogleich wurde die

Seele des Zuschauers auch hörend auf

das Stück eingestimmt, vorgewarnt und

auf Habacht gebracht. Ihr Sohn ist Bräutigam

der (Blut-)Hochzeit, will sich ein

kleines Klappmesser von seiner Mutter

holen – für die Arbeit im Weinberg ...

Im linken, ärmeren Haus erklangen

weich die ersten Gesänge des an Liedern,

Wechselgesängen und Tänzen reichen

Stückes. Eine Mutter und deren Mutter

sangen einen Säugling poetisch-lyrisch

in den Schlaf. Der Schwiegersohn, vom

exzessiven Reiten heimkommend, ist

Gegenspieler des Bräutigams. Er liebt

auch die Braut, musste aber seine Verlobung

mit ihr vor Jahren aufgeben, da

er sich für eine Ehe mit ihr als nicht

wohlhabend genug erwies, und heiratete

dann eben ihre Cousine …

Als sich dann der Bühnenvorhang

zum ersten Mal öffnete, gab er einen

dritten "Torbogen" frei: hohe archaische

Steinsäulen, grobkantig und uralt. Die

Geschichte spann sich in dieser Kulisse

fort: Brautwerben beim vermögenden

Vater der Braut, Begutachtung der Braut,

Brautgeschenke, die aber nur die Magd

(ein einziger hellblond leichter Ton in

dem schwer dunklen Stück) erfreuten,

dann selbige Hochzeit – herrlich

umtriebig für das Auge links des Tores

gestaltet, während rechterhand diverse

Dialoge dem Ohr sich präsentierten...

Doch plötzlich war die Braut verschwunden

– mit dem Jugendgeliebten

auf dessen Pferd in den Abend hinaus.

Der Bräutigam jagte ihm mit seinen

Burschen nach. Die Gruppe der Hochzeitsgäste

spaltete sich in zwei Parteien,

die Familien der Braut, des Bräutigams.

Giftgrünes Licht von links flutete über

die Bühne vor einem blutrot ausgeleuchteten

Hintergrund. Die Jagd begann.

Dann brach die Dunkelheit herein

und leider auch die Pause. Unvermutet

hatte einen das Stück ergriffen, die

Tragik begann zu wirken, die Inszenierung

griff, die Seele wurde beweglich

und formbar, aufnahmefähig für die

Geschehnisse der "Nacht" – und nun

wurde man freundlich lächelnd aufgefordert,

leicht zu plaudern, etwas zu

essen, zu trinken …

Und als es dann weiterging – der

Stier brach auf dem Bühnenvorhang

zusammen – wechselte die Stimmung

abrupt ins traumhaft Surrealistisch-

Imaginative. Wenn man es denn schnell

geschafft hatte, den seelischen Vorpausenzustand

wieder aufzubauen, verstärkten

sich die Bilder in der Aussage.

Die Bühne war in ein krankes Grün

eines bizarren Waldes getaucht. Streicherklänge

betonten die unheimliche

Stimmung. Holzfäller bangten um die

Flüchtigen, in Finsternis Versteckten,

baten den Mond um milde Verschleierung.

Doch der chorisch rezitierende

Mond verlangte nach einem Herz, nach

der Wärme des springenden Blutes, um

die eigenen fahlen Wangen zu röten …

Eine giftgrüne Bettlerin als schwarz

ummantelter Tod zeigte dem rasenden

Bräutigam und seiner Gier nach Blut-

Die Bluthochzeit

rache den Weg zum Rivalen. Ihre Todes-

schreie drangen aus dem Off, während

Bettlerin Tod wüst ausgreifend eine

gigantische Peitsche auf der nun leeren

Bühne zum harten Knallen brachte –

blutrotes Licht und schemenhaft tauchte

ein Kreuz hinter dem ausgeleuchteten

Schleier auf – und beide großen Haus-

Torbögen fielen laut krachend um. Wie

Leichen wurden diese weggetragen –

und die Todes-Bettlerin lachte, hämisch

hell, satt befriedigt und lange.

Der letzte Schleier fiel in Falten und

das große Kreuz bestimmte imposant

das letzte Bild: hell ausgeleuchteter

Bühnenhintergrund und riesengroß über

den ganzen Prospekt erst schwer herabtropfend,

bald aber stetig und pulsierend

herabfließend dunkelrotes Blut – viele

trauernde Mütter, Töchter, Ehefrauen

formierten sich zu einer chorischen

schwarzen Totenklage, schmerzvoll sich

wiegend und auf Knien klagend um all

die in Blutrache gefallenden Väter, Ehemänner

und Söhne. Die Männer brachten

die Särge und standen unter dem Kreuz

mit dem Rücken zu den am Boden

liegenden lamentierenden Frauen und

blickten in das jetzt dunkelrote Licht

hinter dem gigantischen Kreuz. Und die

verzweifelt den Tod suchende, unberührt

gebliebene Braut stand mit dem blutroten

Hochzeitskleid in den Armen ...

Eine großartige Inszenierung, die

bedrängende Fragen des menschlichen

Daseins mit starken Bildern thematisierte

und die zuschauend teilnehmende Seele

lückenlos durch die Tragödie

führten. Frauke Roloff

PS.:

Dank TandT Productions gab es schon im Vorfeld

einen ziemlich beachtlichen trailer (http://www.

youtube.com/watch?v=fXYfFV0oaus) und kurz

vor den Sommerferien wird eine DVD erscheinen,

welche man für 5 € bei Tobias Bächle (tobias@

baechle1.de) erwerben kann. Die DVD enthält

eine gefilmte Version des Theaterstücks und ein

Making-Of, um hinter die Kulissen zu schauen.

Der genaue Termin für den Verkauf wird im

Splitter zeitnah bekannt gegeben.


28 • Aus dem Unterricht

Ausstellung

der Prüfungs-Werkstücke

(Fachhochschulreife)

Dieses Jahr fand an unserer Schule

zum dritten Mal die Fachhochschulreifeprüfung

(FHR) statt. Im Gegensatz

zu den Vorjahren hatten wir dieses Jahr

eine recht große Anzahl von Schülern –

insgesamt 23, davon 7 von der FWS

Lörrach – von denen sich 22 dazu entschieden

hatten, neben dem schulischen

Teil auch den fachpraktischen Teil im

sc h r e i n e r n zu absolvieren.

Die Prüfung hierzu setzt sich aus

drei Teilen zusammen: dem selbständigen

Entwurf und Bau eines Werkstücks, der

Ausarbeitung und des Vortrags eines

Referats zum Thema „Holz“ und einer

ca. achtstündigen „Handprobe“, bei der

jeder Schüler ein kleines, anhand einer

Zeichnung vorgegebenes, Werkstück zu

erstellen hat. Der Kurs wurde wieder

von Herrn Rödling und Herrn Meuter

geleitet und ich konnte mich als neue

Kollegin in Form von Hospitationen

und der Betreuung des Referats in das

Thema „FHR“ einarbeiten.

Im Anschluss an die fachpraktische

Prüfung (11./12. Mai) fand in Verbindung

mit der öffentlichen Monatsfeier am

16. Mai eine Ausstellung der diesjährigen

Werkstücke im Foyer unserer Schule

statt, die mit großem Interesse wahrgenommen

wurde. Eltern, Verwandte,

Freunde, Kollegen und Schüler aller

Altersstufen bewunderten und begutachteten

die große Vielfalt und den

Ideenreichtum der Entwürfe. Immer

wieder hörte man Kommentare wie

„Dieses Stück würde ich auch gerne

zuhause haben!“, „Das Holz sieht aber

schön aus – wie heißt denn das?“ oder

„Schau mal, das ist ja eine tolle Idee!“

Aber auch den stillen, fachkundigen und

genau prüfenden Besucher konnte man

beobachten, der sicher den einen oder

anderen Fehler fand oder auch unsauber

ausgeführte Holzverbindungen bemerkte

– hierzu sei angemerkt, dass das natürlich

auch den Prüfern aufgefallen ist und

sich in der gegebenen Benotung spiegelte,

die die ganze Bandbreite umfasste.

Doch sollte man auch nicht vergessen,

dass es sich hier um Schülerarbeiten

handelte und nicht um Gesellenstücke,

an die trotzdem einige Werkstücke in

Qualität und Schwierigkeitsgrad fast

heranreichten!

Jutta Bockelmann

Prisma (64) Prisma (64) Aus dem Unterricht / Leserbrief • 29

Leserbrief: Pflichtabo Erziehungskunst?

Ich möchte mit diesem Beitrag als Mitverantwortlicher der „Neuen Erziehungskunst“,

als Mitarbeiter im Bund der Freien Waldorfschulen und als

Elternteil der Schopfheimer Waldorfschule auf den Beitrag von Ilona Gerdes

im letzten Prisma 64 und die damit verbundenen Fragen antworten:

Liebe Frau Gerdes,

liebe Miteltern der FWS Schopfheim.

Ich bedauere sehr, dass im Zusammenhang

mit der Initiative zur neuen

Zeitschrift Er z i E h u n g s k u n s t im Eltern-

Lehrer-Schülerkreis der Begriff

Pflichtabonnement geprägt wurde,

weil er das Kernanliegen der

Anfrage überhaupt nicht trifft.

Die Waldorfschulen haben sich

durch das Engagement Vieler in den

letzten 90 Jahren zu einem aus der

Bildungslandschaft nicht mehr weg

denkbaren Markenzeichen entwickelt

und immer wieder einen wichtigen

Beitrag zur Entwicklung einer Pädagogik

geliefert, die das Individuum

und das Kind in den Mittelpunkt der

Bemühungen stellt. Dabei geht es

nicht so sehr um die Autonomie der

einzelnen Schule, sondern um

Zusammenarbeit und gemeinsame

Entwicklungsaufgaben, für die wir

als Eltern (vertreten durch die

Schule) einen recht hohen Beitrag

(pro Kind etwa 130 € pro Jahr) an

den Bund der Freien Waldorfschulen

überweisen. Neben politischer Interessensvertretung,

Öffentlichkeitsarbeit

und Rechtsberatung wie -vertretung

wird mit diesem Beitrag insb. die

eigene Lehrerausbildung und

Lehrerweiterbildung unterstützt.

Nach der starken Wachstumsphase

in den 80er Jahren und dem

kleinen Wachstumsschub, der durch

die „neuen Bundesländer“ in den

90er Jahren stattfand, steht die

Waldorfpädagogik in den nächsten

10 Jahren nach Auffassung des

Bundesvorstands vor ganz neuen

Herausforderungen, die eine breite

Öffentlichkeitsarbeit nötig erscheinen

lassen. Der Vorstand des Bundes ist

davon überzeugt, dass eine Zeitschrift,

die regelmäßig zu den

Entwicklungen im Bildungswesen

Stellung bezieht und gleichzeitig die

einzelnen Schulen anregt, Neuerungen

und Initiativen von anderen Schulen

auch an der eigenen Schule umzusetzen,

die Gemeinschaft der 80.000

Schüler, der etwa 60.000 Elternhäuser

und der etwa 8.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter aufmerksam machen

kann auf die vielen „Baustellen“,

die die Bildungslandschaft erwartet.

An dieser Stelle möchte ich nur

eine nennen, die auch unsere Schule

immer wieder betrifft. Waldorfschüler

brauchen Lehrer, wie natürlich alle

Kinder auf der Welt. Die augenblickliche

Lehrergeneration (nicht nur an

privaten Schulen) ist keineswegs eine

über alle Jahrgänge von 25 bis 65

Jahre gut verteilte Gruppe, sondern

mit einem starken Schwergewicht

im Alter von 55 +/- gelagert. Wir

wollen auch in dieser „Neuen

Erziehungskunst“ zeigen, dass es

sich durchaus für die eigene berufliche

Entscheidung lohnen kann, Lehrer

– vielleicht sogar Waldorflehrer –

zu werden.

Dies ist eine gemeinsame Aufgabe

aller Schulen. Wir wollen verhindern,

dass eine Schule aufgrund von Lehrer-

oder Kindermangel schließen muss,

denn dies hat Konsequenzen für den

Namen und zum Beispiel auch die

Kreditwürdigkeit aller Schulen.

Wenn durch die „Neue Erziehungskunst"

nur ein Elternhaus in der

Zeitspanne von 12 Jahren auf die

Schule aufmerksam wird und dann

die Schule überzeugend findet, hat

sich die Investition der Schule für

eine Zeitschrift für alle Elternhäuser

schon gelohnt. Wenn zusätzlich

junge und ältere Menschen entdecken,

dass der Lehrerberuf eine besondere

Lebensaufgabe sein kann und dann

den Weg in eine Waldorflehrerausbildung

einschlagen, ist unbezahlbar

viel gewonnen.

Kein Elternhaus soll dazu

gezwungen werden, eine Zeitschrift

zu abonnieren oder gar zu lesen.

Die Schule als Ganzes soll aber einen

Beitrag zu der großen Aufgabe leisten,

indem sie finanziell ein Publikationsorgan

unterstützt und ideell für die

Verteilung dieser Zeitschrift in ihrer

Umgebung sorgt. Wenn Elternhäuser

die Zeitschrift nicht lesen oder an

Freunde weitergeben wollen, hoffen

wir, dass die Schule ihre Exemplare

an die Bibliothek, an Arztpraxen,

in die Gemeindehäuser usw.

verteilen kann.

Christian Boettger


Von einem, der auszog ...

Es ist Juni 09

und die nächste Zukunft entschieden:

wir wandern nicht aus, sondern in

der Umgebung und ich arbeite schon

wieder an der Schule ...

Rückblick 6.10.08

Ankunft in Mount Barker / S-Australia

– windig, regnerisch, 13° = kalte Füße

13.10. - 5.12.08

Ich unterrichte die Klassen 7 bis 11 in

einem der schönsten mir bekannten

Eurythmiesäle.

Fazits: Jonathan und ich lebten bei

einer sehr netten Familie, überhaupt hat

sich der Eindruck vom Jahr davor bestätigt,

dass die Australier offenherzig

sind und das Leben mehr genießen

können als wir. Obwohl viele Schüler-

Innen meiner Art zu unterrichten gegenüber

offen sind, bekomme ich nicht das

Gefühl von „Topf und Deckel“. Das

gleiche gilt für die Schule insgesamt,

obwohl ein goldener Angelhaken lockt...

Ich hatte viel zu oft kalte Füße!!!

nur 40 km von Mt Barker entfernt...

... zufrieden zu werden.

das Kollegium in Mt Barker -

die Art des Fotos offenbart die andere Seite von Oz...

essen

mit

möglichst

wenig

Fliegen

...

7. - 14.12.08

Kanutour mit Klasse 9 auf dem Murray,

einem der längsten Flüsse der Erde.

Fliegen. Sonne. Fliegen und noch mehr

davon. Noch mehr Sonne. Noch mehr

Fliegen... Hauptunterricht (Geologie) zu

Land und zu Wasser...

Die beiden Lehrpersonen beschenken

mich täglich mit der Erfahrung, wie man

so eine Tour gestalten kann, ohne selber

im Stress zu ertrinken: Indem man einzelnes

Fehlverhalten nicht so ahndet, dass

das Ganze dadurch unnötig leiden muss.

15.12.08 - 1.1.09

Mit geliehener Campingausrüstung sind

Jonathan und ich in einem Kombi-PKW

on the road. Frischer Lobster im

Buschcamp – unser erstes Kängeruh –

Dauerregen im trockensten Kontinent und

deshalb nachts 1300 km nach Osten an

die andere Küste – Heiligabend surfend,

danach Glühwürmchen im tiefsten

Busch – Koalas – Sylvester in Sydney

– acht Stunden vor der Oper das Revier

verteidigt – das große Feuerwerk – – –

Schade, dass ich nicht so eine Tour mit

unseren beiden großen Söhnen machte...

Hauptunterricht: da ging es etwa 100 Meter

runter und es war windig...

30 • Aus dem Umkreis Prisma (64) Prisma (64)

Aus dem Umkreis • 31

auf

dem

Fluss –

gegen

alles

geschützt

An Waldorfschulen besteht die Möglichkeit,

nach langen Unterrichtsjahren eine

"Auszeit" zu nehmen, während das Kollegium

den Platz freihält. Nach der Rückkehr freut`s

die Schulgemeinschaft immer sehr, wenn von

den reizvollen Erlebnissen berichtet wird.

Herr König schilderte mit Dias sein Islandjahr,

Herr Mally schrieb über seine Zeit in Spanien

im Prisma 51 & 52, Herr Kern pflegte den

Chauffeur von Rudolf Steiner im Altersheim –

und obwohl seine Auszeit noch nicht zuende ist,

ist Herr Elsen schon wieder aktiv und die

Redaktion dankbar, dass er auf Anfrage hin

uns ein Spotlight-Gewitter seiner weltumspannenden

Erfahrungen zukommen ließ. fr

1.1.09

Abschied auf einem der schönsten

Flughäfen der Welt: Singapore! Aber:

Abschied: Jonathan fliegt nach

Deutschland zurück – Abschied...

Ich hatte Ende November an alle deutschen

Waldorfschulen mein Angebot

eines Eurythmie-ADAC geschickt und

nur eine Rückmeldung bekommen. Ein

Angebot einer Kollegin für eine gemein-

same Arbeit in Thailand blieb mir zu

vage. Die Waldorfschule in Manila

(Philippinen) bekam den Zuschlag...

2.1.09

Ankunft in Manila – laut – Autos –

Menschen – Jeepnies – 24 Stunden laut –

unzählige Autos und zu viele qualmende

Jeepnies – etwa 15 Millionen Menschen

– nette Menschen – liebenswerte Menschen

– Menschen, die nichts haben

außer ihrer positiven Lebenseinstellung

– eine Stadt quasi ohne Müllabfuhr –

rund um die Uhr eine Kakophonie –

90% aktive, gläubige Katholiken...

7.1. - 14.2.09

Unterricht an der Waldorfschule Manila

– sieben Klassen – in Oz war ich Pieter,

Klasse 5 in Manila

Eurythmiesaal in Manila (25 qm)

hier Mister Pieter – der Besuch von

HUs der Klassen 5, 6 und 7 zeigt mir

Unterricht, wie ich ihn seit Jahrzehnten

suche – ich stelle zwei Fünftklässler an

meine Seite, meine Kindergartenplätze,

nach dem Verabschieden der Klasse

stehen die beiden immer noch, wie

angewurzelt, am selben Platz – ein aus

Bambusstäben gebauter, 25 m² „großer“

Abstellraum ist mein Eurythmiesaal –

laufende Mopeds – Hundegebell –

Hühnergegacker – der nachbarliche

Schießstand – über 30 Grad – 90%

Luftfeuchtigkeit – die Hose, das Hemd

klebt, ich kann mich nicht bewegen –

die Kinder lieben Eurythmie – die Lehrer

auch: zweimal die Woche arbeite ich mit

dem Kollegium (in Oz wurde ich nicht

gefragt), niemand sucht eine Ausrede –

der Stundenplan wird so umgebaut, dass

ein Maximum an Eurythmie für die

Kinder möglich ist – ob eine Aufführung

am Ende möglich sei? Ein Ballettsaal

wird gemietet, das Klavier ist kaputt, das

eigene wird transportiert, wir eurythmisieren

gegen die Klimaanlage an und

schwitzen – ein Fest! Abschied, tanzende

Lehrer, sich biegendes Buffet, ein paar

Tränen – Topf und Deckel! – in zwanzig

Jahren habe ich keinen Ort erlebt, wo

die Eurythmie so geschätzt wird – ohne

Familie würde ich bleiben – aber es heißt

Koffer packen und, trotz Heimweh,

noch nicht nach Hause...

7.2. - 21.2.09

Panay – eine von 7107 philippinischen

Inseln, 1.000 km südlich von Manila –

ich bin zum Kurs der philippinischen

Waldorflehrerausbildung eingeladen,

den angehenden LehrerInnen Eurythmie

zu geben – ein kleiner Kurs von hoch-

meine StudentInnen

motivierten jungen Menschen – weil

man nicht so oberflächlich wie die

Waldorfbewegung in Europa werden

will, legt das Konzept den Fokus auf

„selftransformation“ – verordneter und

kontrollierter Schulungsweg – ich äußere

meine Bedenken – nur wenige Stunden

in der 6. Klasse der angrenzenden

Waldorfschule, fast nur Landarbeiterkinder,

beinahe wie die Mutterschule

1919 – die (um uns herum lebenden)

Filipinos feiern gerne, so schlafen wir

fast gar nicht... nachts Besuch von Egon,

meinem megalauten Gecko – Bananen

am Straßenrand – Spinnen – frische

Mangos – Millionen Frösche – Papaya

aus dem Garten – eines Nachts brechen

die Kühe durch das Gatter unter meinem

Zimmer – Krise mit dem Kurs: guten

Willens habe ich die empfindsamen

Filipinoseelen massivst irritiert – Schlafmangel

– guter Abschluss – trotzdem

glaube ich nicht, noch einmal zu

kommen...

22.2.09

Rückflug: Panay-Manila-Singapore-

Frankfurt – endlich wieder zuhause und

meine Familie macht mir das größte

Geschenk: alle sind da!

Insgesamt neun Flüge – 50.000 km –

meine Ökobilanz ist im Eimer...

Ohne Kommentar

Egon...

Eine Woche später

sitzen Liane und ich in der Internen

Konferenz und bieten an zu bleiben,

mein Angebot ist leider mit einem Wermutstropfen

verbunden: Ich möchte die

Möglichkeit haben, bis zu einem Quartal

in Australien / auf den Philippinen zu

sein und wüsste nicht, inwieweit ich an

der Selbstverwaltung künftig teilnehmen

könne, weil ich mich nun weniger ärgern

wolle... nach Beratung nimmt die

Konferenz an.

Seitdem haben wir oft gehört:

„Schön, dass sie bleiben!“ DANKE!!!

Die australische Waldorfschule hat auf

meine Angebote nicht reagiert, Manila

schon; so sind nun drei Monate Abwesenheit

unwahrscheinlich. Das Erleben, wie

rundherum die Arbeitsplätze wegfallen,

hat uns noch einmal deutlich gemacht,

was für einen wundervollen Arbeitsplatz

wir hier haben, und auch ich werde

mich entgegen meiner ersten Aussagen

in der Schule nicht (nur) zurückhalten

(und mich hoffentlich dennoch weniger

ärgern...).

Was bleibt? Ich möchte beim Jammern

auf hohem Niveau so wenig wie

möglich mitmachen, da ich erlebt habe,

dass die Rahmenbedingungen nur sehr

selten etwas verhindern. Meistens bieten

Schwierigkeiten sogar eine bessere

Möglichkeit an, aber das ist im Alltag

oft schwer zu sehen.

Was rumort

zur Zeit in meiner Lehrerseele:

• Sind uns LehrerInnen die Fragen:

"Woher komme ich? Wo stehe ich?

Wo will ich hin?" regelmäßige

Weggefährten?

• Können wir persönliche Befindlichkeiten

und fachliche Bedürfnisse im

Hinblick auf das Ganze relativieren?

• Ist jedem Elternteil bewusst, ob es

vielleicht die Erziehung an uns abgegeben

hat? Sich an irgendeiner Stelle im

Schulorganismus beteiligt? Oder ausschließlich

und permanent kritisiert?

• Sind sich die SchülerInnen eigentlich

im Klaren darüber, dass sie an einer

Schule sind, an der man (fast) alles

ändern könnte, wenn man es denn

nur wirklich wollte?

Leitsprüche & Postscriptum

Mein alter Leitspruch lautete:

„Wer der Vernunft dient, kommt der

Notwendigkeit zuvor.“

Mein jetziger: „Freiwilligkeit ist der

Preis der Freiheit!“

PS: Ich möchte lernen, meine kalten Füße

nicht mehr als unangenehm zu empfinden...

Peter Elsen


32 • Aus dem Schulleben

Ein Teichhuhn kommt selten allein ...

... vor allem, wenn es einen Nistplatz sucht!

Es war im vorletzten März, als Herr

Beidek und ich unabhängig voneinander

in unserem Schulteich uns völlig

unbekannte Schwimmvögel entdeckten.

Sie waren kleiner als Stockenten, hauptsächlich

schwarz, ein wenig weiß, ein

wenig rot, scheu und ziemlich flink.

Nachdem wir unsere Vogelkundebücher

studiert hatten, war es klar:

Teichhühner (Gallinula chloropus)!

Wollten die am Ende bei uns brüten?

Das waren wir nur von den ebenfalls

scheuen Stockenten gewohnt. Wo blieben

diese eigentlich? Das klärte sich bald:

Sie wurden offensichtlich vertrieben –

und zwar von den Teichhühnern!

Gallinula chloropus fing alsbald an zu

brüten, ganz still und heimlich. Aber wo

denn genau? Auf der kleinen Teichinsel

im dichten Schilf, praktisch unsichtbar.

Es war eine ganze Weile ziemlich ruhig

auf dem Gewässer und eines Tages war

sie plötzlich da, die Teichhuhn-Familie.

Unglaublich, wie eifrig diese

höchstens tennisballgroßen Winzlinge

hinter den Alten her paddelten. In den

folgenden Wochen bis in den Herbst

hinein spielte sich die rührende Aufzucht

vor den Augen des aufmerksamen Teils

der Schulgemeinschaft ab – mit allen

interessanten Szenen, wie wir sie von

Tierfamilien kennen.

Ich war beeindruckt von der Umsicht

der Teichhuhn-Eltern, mit welcher sie

die Brut durch den Sommer brachten.

Es sind nach wie vor scheue Wildtiere,

und unser Schulgelände wird ja nun

täglich von Hunderten von Menschen

frequentiert. Offensichtlich ist der

Schulteich mit seinem Futterangebot

und all seinen Versteckmöglichkeiten

trotzdem hervorragend geeignet.

Ich war gespannt, was im Winter

passieren würde. Ziehen sie weg oder

bleibt das Pärchen oder bleiben auch

Junge “daheim”? Wie es aussah, ist nur

das alte Pärchen den ganzen Winter

dem Standort treu geblieben. Zeitweise

schienen sie verschwunden aber dieser

Eindruck täuschte. Das Leben spielte

sich nur im noch Geheimeren ab. Das

hing damit zusammen, dass durch das

verwelkte Schilf viel weniger Sichtschutz

vorhanden war und noch verstecktere

Winkel, die es durchaus gibt,

aufgesucht werden mussten.

Ich stellte alsbald fest, dass die

Teichhühnchen offenbar auch genau

wussten, zu welchem Zeitpunkt viele

Kinder auf dem Schulhof herumlaufen

würden und sie somit bei ihrer Futtersuche

stören würden, denn dann

schienen die Tierchen plötzlich spurlos

verschwunden zu sein ... – bis ich es

eines Tages beobachten konnte: Genau

fünf Minuten vor Beginn der Großen

Pause, wenn also noch gar kein Kind

draußen zu sehen war, verließen die

Hühnchen vorsichtig den Teich und

bestiegen eine Tanne, die einige Meter

entfernt auf Nachbars Grundstück steht.

Die Tarnung war perfekt, die Unsichtbarkeit

gewährleistet. Wieder fünf

Minuten, nachdem das letzte Kind nach

der Pause im Schulhaus verschwunden

und winterliche Stille eingekehrt war,

verließen die Schlaumeierchen ihr

Versteck und waren wieder im Teich zu

sehen. Das hat sich täglich so abgespielt.

Man sieht, gute Gewohnheiten sichern

das Fortkommen im Leben. Merken

wir uns dies.

Nun, inzwischen ist es wieder

Frühling geworden, er wird bald vom

Sommer abgelöst – und welches Bild

bietet sich heute auf dem Teich? Das

Leben nahm seinen rhythmischen Verlauf

und wieder pflügen vier schwarze

Tennisbälle, wie mit einem Motörchen

versehen, im Schulteich herum und sind

sofort verschwunden, wenn der Warnruf

der aufmerksamen Eltern ertönt (kittick).

Dass Teichhühner Hühner sind, kann

man vor allem feststellen, wenn man

frühmorgens vor Unterrichtsbeginn auf

das Schulgelände kommt. Dann laufen

sie wirklich nach Hühnerart eilig auf

den Grasflächen und dem Schulhof

herum, um nach allerlei Fressbarem zu

picken. Dabei haben sie es immer sehr

eilig und verschwinden schnurstracks

im Teich, wenn man sie stört. Ihre

großen grünen Schwimmfüße sehen

dabei besonders witzig aus.

Mir ist es ein besonderes Anliegen,

diesen interessanten Wildtieren auf

unserem Gelände ein dauerndes Bleiben

zu sichern. Leider liegen noch zu oft,

besonders morgens, irgendwelche

Flaschen, Stöcke oder Steine im Teich,

die auch von unseren eigenen Kindern

hineingeworfen werden, manchmal mit

sehr zweifelhaften Absichten, manchmal

nur so. Achten wir doch darauf, Tiere

vergessen nichts und richten sich entsprechend

ein, das kann auch heißen,

dass sie ein Brutgebiet verlassen

müssen. Erweitern wir Menschen doch

unser Fürsorge-Gebiet um ein paar

Quadratmeter und übernehmen eine

Mitverant-wortung für das, was dort

geschieht. Das Teichhuhn wird es durch

seine Anwesenheit danken.

Dass es gewillt ist, bei uns zu

bleiben, hat es ja dadurch bewiesen, da

es bereit ist, sich selbst einer so merkwürdigen

Sache wie einem Stundenplan

anzupassen.

Gerhard König, Mai 2009

Prisma (64) Prisma (64) Aus den Kindergärten • 33

Vom blauen Himmel schickt die

Sonne ihre wärmenden Strahlen

durch das frische Grün der Bäume und

Büsche bis tief hinein in Wiese und

Garten. Zärtlich umspielen sie die aufstrebenden

Stiele und Knospen. Tausend

kleine Sterne und Sonnen erwachen.

Die Pfingstrosen entfalten üppig ihre

prachtvolle Blüte und neigen sich bald,

um ihre farbigen Blätter der wartenden

Erde zu schenken. Etwas wie eine

“Hochzeitsstimmung“ liegt in der

Luft, die Zeit unsres Blütenfestes.

Im Garten beginnt ein Tag: Vögel

halten ihr Morgenkonzert, frisch ist die

Luft. Tautropfen glitzern im Licht, dessen

Kraft die spätere Hitze des Mittags erahnen

lässt. Die ersten Kinder kommen,

bringen Körbe mit Blütenblättern von

Blumen, nicht mehr in voller Blüte und

doch noch nicht verwelkt. Ein kleiner

Junge zeigt stolz sein Körbchen voller

Wiesenknopfblumen und Margeritenköpfchen,

die er emsig Tags zuvor in der

Wiese gesammelt hat. Geschwister

schleppen gemeinsam einen großen Einkaufskorb

mit Pfingstrosen und anderen

eher effektiven Blütenblättern herbei.

Ein weiterer Ankömmling hat schnell

mit seiner Mutter auf dem Weg noch ein

paar Rispen abgezupft und mitgebracht.

Ein Tellerchen mit fein drapierten Stiefmütterchenblüten

wird feierlich überreicht

und ein Kind braucht die Hilfe seiner

Mutter, um zwei überquellende Eimer

hereinzutragen. Was auch gebracht

wird, alles hat besondere individuelle

Bedeutung und findet seinen Platz in

einer Vielfalt an Körben und Gefäßen

rund um den Stamm des Lindenbaumes.

Nach zwischenzeitlichem Spiel

können es einige kaum abwarten, bis

wir jetzt endlich mit dem Legen unseres

Blütenteppichs beginnen: In einem

angemessenen Abstand zum Stamm des

Baumes wird ein zarter Kreis aus roten

Blütenblättern gelegt. Von einem

größeren Jungen wird mehrmals mit

Schnur und Stock maßgenommen, ob er

auch wirklich einwandfrei rund ist. Nun

kann der Teppich nach außen wachsen.

In kleineren Grüppchen nehmen die

Kinder ihre Körbe und helfen mit. Manche

legen Blättchen für Blättchen zu

schönen Mustern, andere streuen eher

leicht darüber hin oder legen in großzügigen

Runden. Der Junge mit Sinn für

Maß & Zahl hütet wachsam den ebenmäßigen

Radius.

Schließlich sind die Körbe leer und

der Teppich ist zu schmal. Da können nur

Ein Blütenfest

im Kindergarten

die Königskinder (also Vorschulkinder)

helfen. Selbständig pflücken sie auf der

benachbarten Wiese eine weitere Fülle

an Blüten von Büschen und Bäumen,

kehren zurück und vollenden den

Teppich. Bunt, weich und und voll ist er

geworden – Zeit zur Stärkung mit Rosenkuchen

und Sonnensaft. Während der

anschließenden Spielzeit finden sich im

Wechsel immer wieder begeisterte Blütenteppichwächter,

die jeden möglichen

Übergriff im Vorhinein wachsam verhindern.

Gegen Mittag wird unser Werk mit

Bänken umgeben, auf denen die Kinder

Platz nehmen. Wer noch nicht barfuß

ist, darf jetzt Strümpfe und Schuhe

ausziehen. In einer Wasserwanne mit

schwimmenden Rosenblättern werden

nacheinander die Füße der Kinder gewaschen

und abgetrocknet. Inzwischen

sind auch die Eltern und Geschwisterkinder

eingetroffen. Eine Mutter stimmt

die Geige, die Kinder kommen zur Ruhe.

Sie hören die kleine Geschichte einer

Blumenelfe in der Irisblüte. Mitangeschaut

hat sie, wie die Kinder die Blüten

gelegt haben, und wünscht sich nun

nichts sehnlicher, als in den Händen der

Kinder darüberhingetragen zu werden.

Ihr Wunsch geht natürlich in Erfüllung.

Die Geige spielt und wir singen mit,

während das erste Kind Schritt für

Schritt über den weichen Blütenteppich

geht, die Irisblüte behutsam in beiden

Händen haltend. Diese wird an das

nächste Kind weitergereicht, sobald das

Geigenspiel innehält. Hier ein zarter

Junge, der immer wieder bemüht ist,

Blütenblätter zwischen seinen Zehen zu

entfernen und doch die Blumenelfe in

Ehren hält, so gut es geht. Dort ein Mädchen,

das manches Mal traumverloren

stehenbleibt, sowie sportlichere Größere,

die schon Wert auf eine gewisse Anzahl

an Runden legen. Ein Zweijähriges hat

gleich eine Beschützerin, die es liebevoll

begleitet ... Jedes Kind nimmt so

seinen Weg.

„Nochmal“ ruft es am Ende und wir

gehen alle hintereinander im „Gänsemarsch“

über den Teppich bis die Geige

uns entlässt. Abschließend nehmen wir

die wundersame luftige Ausdehnung

des Teppichs wahr, die sich mittler-

weile unbemerkt vollzogen hat und

verabschieden uns.

In den folgenden Tagen verblassen

zunächst die Farben unseres Kunstwerkes,

später kräuseln sich die Blätter

und zu guter Letzt sagte ein Kind

treffend: „Schau doch, das war mal

unser Blütenteppich“. Martina Albert

Waldorfkindergarten Rheinfelden-Nollingen

Grüttgasse 6

79618 Rheinfelden

Tel. 07623-62288

www.waldorfkindergarten-nollingen.de


34 • Mitteilungen / Aufrufe

Einladung

Eurythmiesoli (11.Teil)

Nachdem die erste Gruppe Elftklässler

im Januar den solistischen

„Eurythmieabschluss“ (Prisma 64)

präsentierte, kann man sich nun auf die

Aufführung der zweiten Gruppe freuen.

Am Dienstag, dem 28. Juli um 19 Uhr

werden sie auf der Bühne des großen

Festsaales ihre Werkstücke zeigen.

Es wird herzlich eingeladen.

Unterstufen-

Sommerspielefest

D ie 4. Klasse organisiert ein Som-

merfest am Samstag, dem 11. Juli

von 10-12 Uhr auf dem weitläufigen

Schulhofgelände, allerdings ausschließlich

für Schüler der Unterstufe (Kl. 1-4).

Die Eltern aller vier Klassen bringen

etwas zu Essen & Trinken mit, was

dann zu einem günstigen Preis verkauft

wird. Die Spielstände werden von Viertklässlern

(und einem Erwachsenem)

betreut und Drittklässler helfen dabei.

Um 9 Uhr erfolgen Stand- & Buffetaufbau,

um 10 Uhr beginnt das Fest

mit einem musikalischem Auftakt

am Haupteingang.

Folgende Spielstände sind geplant:

Dosenwerfen, Barfußweg, Schubkarrenparcours,

Verkleiden, Sackhüpfen, Tauziehen,

Stelzenlaufen, Fische angeln,

Wackelbrett, Eierlaufen, Ringewerfen,

Wikinger Schach, Flugbälle basteln,

Sinnesgarten, Fühlkiste und „Wackelturm“.

Beim Basketballkorb wird ein

Stand sein, an dem man sich einen

Spielpass kaufen kann, der 9 Felder hat

und mit dem man 9 Spiele machen

kann. An den Spielorten wird jeweils

ein Feld „abgestochen“. Die „abgestochenen“

Spielpässe werden auf der

Rückseite mit Namen & Klasse versehen

und am Spielpassstand in eine

Korb getan. Um 12 Uhr werden dann

aus diesem Korb fünf kleine Gewinne

gezogen.

Die Einnahmen kommen einer

Organisation zu gute, die wir mit den

Freunden der Erziehungskunst gemeinsam

aussuchen (Info am Haupteingang).

Liebe Eltern & Kinder der Unterstufe

(!), Sie sind herzlich eingeladen.

Wir hoffen auf gutes Wetter und rege

Teilnahme.

Hans Christian Keil

Cellofest

Größtes Cello-Orchester des Wiesentals!!!

Am 12. Juli findet um17.00 Uhr im

großen Festsaal eine Benefizveranstaltung

für das Kinderheim ra i n B o w

ho u s e o f ho p e uG a n D a statt. Fünf Cellodozenten

aus der Region – Michaela

Bongartz, Monica Forster-Correa, Dorothea

Scheel, Thomas Himmler und

Ceciel Strouken – haben sich zusammen

getan, um ein riesiges Cello-Orchester

mit ihren eigenen Schülern zu formieren.

Und bis jetzt haben sich ca. 60 Cellisten

angemeldet. Idee ist, dass Kinder für

Kinder spielen.

Das Rainbow House ist ein Schopfheimer

Verein, der direkt in Verbindung

steht mit einer Organisation in Kampala

in Uganda, wo Kinder aus schlimmsten

Verhältnissen von qualifizierten Leitern

aufgefangen werden. Eine der wichtigsten

Tätigkeiten in dem Haus ist das

gemeinsame Musizieren.

Das Cellofest soll ein Konzert

besonderer Art werden: Jeder Lehrer

und jede Lehrerin hat mit den eigenen

Schülern einen Teil des Programms

vorbereitet. Zum Schluss sollen mit allen

Celli zusammen fünf kürzere Stücke

erklingen, unter der professionellen

Leitung von Walter Kösters am Samstag

eingeübt. Es werden diverse Werke für

Sommerprogramm

Kultur.raum Rosenhof

Pilar Buira Vogel läd zu diversen

Veranstaltungen im Rosenhof auf

die Höhen des Kleinen Wiesentales ein:

• 4. Juli, 19.30 Uhr „Don Carlos“

• 11. Juli, 20 Uhr Mondscheinserenade

• Freitag 31. Juli Kulturmarathon I

• Samstag 1. August Open Space I

• Freitag, 7. August Kulturmarathon II

• Samstag, 8. August Open Space II

• 16. - 21. August Sommerprojekt für

Kinder & Jugendl. (Theaterspielen)

Weitere Details und Anmeldeformulare

unter: www.kulturraumrosenhof.de

Pilar Buira-Vogel

07629-9129838 , pilarpilar@gmx.de

Cello-Ensemble zu hören sein von Bach,

The Beatles, Villa-Lobos, Popper u.a.

Die junge Sopranistin Rebekka Breisacher

aus Rheinfelden wird in zwei

Werken für Sopran und Cellobegleitung

mitarbeiten: eine Arie von J. S. Bach

und der Bachianas Brasilieras Nr. 5 von

Heitor Villa-Lobos.

Für das leibliche Wohl in der Pause

will die siebte Klasse sorgen. Sie hat

ja eine besondere Verbindung mit dem

Rainbow House, da sie zwei Kinder in

dem Schulförderprogramm unterstützt.

Wer auch noch Lust hätte mitzuspielen,

aber bei den genannten Lehrern

keinen Instrumentalunterricht hat, kann

sich gerne trotzdem melden – denn:

je mehr Cellisten, desto mehr Spaß!!

Allerdings muss die Probe am Samstag,

dem 11. Juli von 14-16 Uhr besucht

werden, denn ohne Probe läuft nichts.

(Melde dich bei Ceciel Strouken, dann

bekommst du die Noten.)

Mit dieser Einladung erwarten wir

so viel Publikum wie möglich für dieses

ungewöhnliche Konzert, damit wir auch

ganz viel Geld zum RHU nach Uganda

schicken können!!!

Ceciel Strouken, Cellolehrerin

07622-688648

strouken@t-online.de

Einladung

Ehemaligentreff (Abi 95)

Hier meldet sich eine ehemalige

Schülerin (Abitur 1995), mein

Name ist Kathrin Kritzinger (früher

Vollquardsen). Ich hätte eine große

Bitte: Könnten Sie unser erstes Klassentreffen

ankündigen, zu welchem wir

ganz herzlich alle unsere LehrerInnen

von früher einladen möchten?

Das Treffen findet am 2. Weihnachtstag

2009 ab 17 Uhr im Ga s t h a u s lö w e n

in der Gündenhausenerstraße 16 in

Gündenhausen/Schopfheim statt.

Wir würden uns sehr, sehr freuen,

wenn alle unsere Ex-Lehrer, zu denen

noch Kontakt besteht, kommen würden.

Telefonische Anmeldung entweder bei

Frau Verena Ruch (früher Litschka)

unter 07622-6847600 oder bei mir! Ich

grüße Sie herzlich aus Tirol!

Kathrin Kritzinger

0043-512-586252, kathi@saegewerk.org

Prisma (64) Prisma (64) Ankündigungen / Hinweise • 35

Praktisches Malseminar

Auf Spuren van Goghs

Am Samstag, dem 4. Juli 2009 bietet

Helmut Mally von 10 bis 17 Uhr

ein praktisches Malseminar an. Dem

typischen Pinselduktus und der Motivwahl

van Goghs kann in Eigenarbeit und

unter fachlicher Anleitung malerisch

nachgegangen werden, um ein vertieftes

Verstehen der Van Goghschen Malweise

zu ermöglichen.

Es wird eine Teilnahmegebühr von

30 Euro plus Materialkosten (ca. 5 Euro)

erhoben. Die Teilnahmezahl ist begrenzt,

daher wird um Voranmeldung per Mail

beim Projektleiter oder in schriftlicher

Form übers Schulbüro gebeten.

Das Seminar findet im Malatelier

(2. OG) der Freien Waldorfschule statt.

Hemut Mally

h.mally@t-online.de

Einladung zur

Mitgliederversammlung

Am 17. Juli 2009 findet um 20 Uhr

im Kleinen Festsaal die dritte

ordentliche Mitgliederversammlung des

Schuljahres 2008/09 statt.

Schwerpunkte werden sein:

• Darstellung, Diskussion und

Verabschiedung des Budgets für das

kommende Schuljahr.

• Berichte aus dem Kollegium zur

Unterrichtsversorgung im kommenden

Schuljahr und zur weiteren Entwicklung

der kollegialen Selbstverwaltung.

Die genaue Tagesordnung und evtl.

weitere Themen entnehmen Sie bitte

der Einladung. Wir freuen uns auf Ihre

zahlreiche und engagierte Teilnahme! thg

Kurserinnerung

Bothmer Gymnastik

Immer montags von 18.30 bis 19.45 Uhr

bietet Gabriele Hurter sportlich

Interessierten schon seit einigen Jahren

einen fortlaufenden Kurs in Bothmer

Gymnastik an. Diese Gymnastik gehört

eigentlich mit in den Turnunterricht der

Waldorfpädagogik und wird an vielen

Schulen auch praktiziert. Der Kurs ist

für alle Lehrer und Eltern offen.

Gabriele Hurter

07622-6846582.

Ein Leben für die Kunst

Vincent van Gogh

Mit einem öffentlichen Vortrag wird

Helmut Mally, Kunstlehrer der

Freien Waldorfschule Schopfheim, am

Mittwoch, dem 1. Juli 2009 um 20 Uhr

im oberen Musiksaal in das Leben des

holländischen Malers Vincent van Gogh

einführen. Die Stationen und die Wandlungen

dieser Künstlerbiografie sowie

deren Widerspiegelungen in seinen

weltberühmten Werken sollen in ihrem

Zusammenhang deutlich werden. Alle

Interessierten sind herzlich eingeladen.

Um eine freie Kollekte wird gebeten.

Helmut Mally

Neue Initiative:

Flügel-Konzerte

Liebe Musiker und Musikerinnen

unserer Schule, der Flügel im

großen Festsaal braucht unbedingt eine

Überholung – aber wie soll man das

angehen, wenn dazu das Geld fehlt?

Im Kulturkreis wurde eine Idee geboren,

die wir jetzt versuchen, in die Tat umzusetzen:

"Flügel-Konzerte"

Wäre es wohl möglich, mit vereinten

Kräften eine Benefizveranstaltung zu

Gunsten unseres Flügels zu organisieren?

Wer von unseren Musikereltern

hätte vielleicht Lust, mitzuarbeiten an

einem solchen Konzert? Wahrscheinlich

wäre es am besten, erst mal zu inventarisieren,

wer überhaupt mitwirken

möchte. Dann könnte ein Treffen stattfinden,

an dem man die Konzertideen

zusammentragen könnte.

Wenn Sie schnell reagieren, könnte

man schon bald etwas auf die Beine

bringen!!!! Vielen Dank im Namen des

Kulturkreises.

Ceciel Strouken

07622-688648, strouken@t-online.de

Einladung

Mittsommerspiel

Und wieder kann im Juni dem

Mittsommerspiel zur Johannizeit

beigewohnt werden – dieses Jahr schon

zum zweiten Mal auf der großen Bühne.

Alle Interessierten sind eingeladen am

Samstagnachmittag, dem 27. Juni um

17 Uhr mitzuverfolgen, wie Unken und

Mücken den Großen Pan stören und

necken, und wie über 60 Kinder das

Lied der Sonne singen. Ein instrumentales

Schülerensemble sorgt diesen

Sommer für musikalische Begleitung. fr

Open Air Theater

Romeo und Julia

Die 10. Klasse mit Frau Lara Groß

lädt am Freitag, dem 17. und am

Samstag, dem 18. Juli abends um 20 Uhr

in den Innenhof der Freien Waldorfschule

ein. Aus den Shakespeare-Lessons

des laufenden Fremdsprachenunterrichts

entstand ein Theaterstück (Prisma 64)

nach William Shakespeare in englischer

Sprache. Everybody ist eingeladen. fr

Suche

Gastgeber für Brasilianer

Vom 19.09.09 - 23.09.09 wird die

brasilianische te r r a n o Va Eurythmiegruppe

in Schopfheim zu Gast sein.

Es handelt sich um dreizehn Studenten

zwischen 18 und 21 Jahren und drei

(männl.) Erwachsene (Pianist, Cellist

und Beleuchter). Wir suchen nette

Menschen, die bereit sind diese Gäste

aufzunehmen.

Die „Terranova-Gruppe“ findet sich

jährlich neu zusammen und besteht aus

jungen Menschen, die eine Art „Jugendseminar“

mit Schwerpunkt Eurythmie

zwischen Schulende und Berufs- oder

Studienanfang besuchen.

Die Gruppe wird am 21. und 22.09.

Schüleraufführungen und Oberstufenworkshops

anbieten und am Dienstag,

dem 22.09. wird es auch eine öffentliche

Abendaufführung geben (darauf wird

noch einmal gesondert hingewiesen).

Wer einen Gast aufnehmen möchte,

wende sich bitte an mich. Vielen Dank!!!

Liane Elsen

07622-6846811, lianeelsen@aol.com


36 • Termine / Redaktionsschluss

Quartalsübersicht

von Terminen der Freien Waldorfschule

Juni

27.06. Mittsommerspiel

17:00 Uhr

(großer) Festsaal

Volkstanz Rum./Bulg. Tänze

20:15 Uhr

Eurythmiesaal 1. OG

Juli

01.07. Vincent Van Gogh

Vortrag von Helmut Mally

20:00 Uhr

Musiksaal

03.07. Abiturfeier

(großer) Festsaal

04.07. Van Gogh-Seminar

Praxis mit Helmut Mally

10-17 Uhr

Atelier der Schule

11.07. Sommerfest

nur für die Unterstufe

10-12 Uhr

12.07. Benefizkonzert

für Rainbowhouse

Ceciel Strouken

17:00 Uhr

(großer) Festsaal

14.07. Elternabend

kommende Klasse 1

15.07. Elternabend

Klasse 1

17.07. Mitgliederversammlung

20:00 Uhr

Kleiner Festsaal

17.+18.07. Open Air Theater Kl. 10

Romeo und Julia

20:00 Uhr

Innenhof der Schule

23.-25.07. Klassenspiel 8b

(großer) Festsaal

26.07. Abschlussabend Kl. 9b

17:00 Uhr

Grüner Speisesaal

27.07. Abschlussabend Kl. 12

Speisesaal

28.07. Eurythmiesoli Kl. 11

(großer) Festsaal

19:00 Uhr

Berichtsabend Kl. 9a

19:00 Uhr

Kleiner Festsaal

30.07. Sommerferien

- 13.09.2009

22.09. „Terranova“

Brasilianische Eurythmie

(großer) Festsaal

abends

26.09. Volkstanz Walzer

Figuren & Tänze im 3 / 4 Ttakt

20:15 Uhr

Eurythmiesaal 1. OG

15.11. Martinibazar

Schulgelände &- gebäude

11 - 18 Uhr

26.12. Ehemaligentreff

(Jg. Abi 95)

ab 17:00 Uhr

Gasth. Löwen

Gündenhausen

Termine und weiteres

sind auf der Homepage einsehbar:

www.waldorfschuleschopfheim.de

Wochentermine

in Waldorfschule / Vicemooshalle 1

Bei Vermietung von Schulräumen bitte alle Termin- und Raumwünsche mit

Frau Schaubhut im Schulbüro abstimmen: Telefon 07622-666849-12.

montags Eurythmiekurs II

8.00 - 9.00 Uhr

Michaela Trefzer

07621-168928

Schülerbibliothek

11.30 - 14.00 Uhr

Burgl Vogt

07622-65350

Kletter-AG

15.30 - 17.00 Uhr

Harry Müller

0151-50572151

Eurythmie am Abend

19.00 - 20.00 Uhr

Renate Langhammer

07622-64094

Bothmer Gymnastik

18.30 - 19.45 Uhr

Gabriele Hurter

07622-6846582.

dienstags Zirkus

für Kinder in Klassen 3-8

16.30 - 18.00 Uhr

Peter Siebert-Klapprott

07622-6976488

Gymnastik & Spiele

20.00 - 21.30 Uhr

Thomas Trefzer

07622-3448

mittwochs Zweig der

Anthroposophischen

Gesellschaft

20.00 Uhr

Peter Beyer

07622-61424

Eurythmie f. d. Rücken

18.45 - 19.45 Uhr

Astrid Andersen

07627-923605

Sommerfrische von Joachim Ringelnatz

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,

das durch den sonnigen Himmel schreitet.

Und schmücke den Hut, der dich begleitet,

mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.

Weil `s wohltut, weil´s frommt.

Und bist du ein Mundharmonikabläser

Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken

Von dem freigegebenen Wolkengezupf.

Vergiss dich. Es soll dein Denken

Nicht weiter reichen, als ein Grashüpferhupf.

donnerstags Schülerbibliothek

9.30 - 10.00 Uhr

Beate Felgenhauer

07622-63486

Volleyball-AG

18.30 Uhr für Schüler

20.00 Uhr für Ehemalige,

Eltern und Lehrer

Gotthard Jost

07622-6884571

freitags Eurythmiekurs I

8.00 - 9.00 Uhr

Renate Langhammer

07622-64094

Bläserkreis

15.30 - 16.30 Uhr

Carl-Philipp Rombach

0761-2170018

Theater-AG

für Schüler ab 6. Kl.

15.45 - 17.00 Uhr

Paulina Loreth

07629-919121

Freiwilligen-Orchester

18.30 - 22.00 Uhr

Elfriede Hochweber

07621-53579

samstags Artaban-Gruppenstunde

10.00 - 12.00 Uhr

Gero Engeser

07622-672020

Volkstanz

je 2. Sa. des Monats

20.15 Uhr

Fam. Bauer

07622-64043

sonntags Sonntagshandlung

freichristlich

Opferfeier 10.00 Uhr

Kinderhandlung 10.30

Hans-Christian Keil

07622-9019957

Prisma (64)

Ferienkalender

2008 / 2009

Das laufende Schuljahr begann am

Montag, dem 08.09.08 und wird am

Mittwoch, dem 29.07.2009 enden.

Sommer

30.07.09 - 13.09.09

Schulschluss 11:30 Uhr

Ferienkalender

2009 / 2010

Das kommende Schuljahr wird am

Montag, dem 14.09.09 beginnen und

am Mittwoch, dem 28.07.2010 enden.

Sommerferien

30.07.2009 - 13.09.2009

Herbstferien

24.10.2009 - 01.11.2009

Weihnachtsferien

23.12.2009 - 10.01.2010

Fasnachtsferien

13.02.2010 - 21.02.2010

Osterferien

27.03.2010 - 11.04.2010

Brückentag

14.05.2010

Pfingstferien

22.05.2010 - 06.06.2010

Sommerferien

29.07.2010 - 12.09.2010

Die Terminangaben beinhalten jeweils

den ersten & letzten Ferientag. Die

Ferienregelung selbst kann aufgrund

interner Unterrichtsplanung geringfügig

vom Ferienkalender der staatlichen

Schulen abweichen.

Redaktionsschluss:

Prisma 66

22.10.09

Erscheinungsdatum:

25.10.09 als pdf auf der homepage

2.11.09 in gedruckter Form

Bitte liefern Sie Ihre Beiträge so bald

wie möglich; je früher desto sicherer.

Zeitgemäß digitalisiert per E-Mail an:

prisma@waldorfschuleschopfheim.de

oder auf CD bzw. Stick gespeichert:

in den Prisma-Briefkasten im Foyer.

Es dankt Ihnen die Prisma-Redaktion

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