BAUSTELLE DES MONATS Spektakuläres ... - Bauhandwerk

bauhandwerk.de

BAUSTELLE DES MONATS Spektakuläres ... - Bauhandwerk

BAUSTELLE DES MONATS Spektakuläres Halbrund aus Holz Seite 42

STEILDACH

Schieferdach

schützt historisches

Kleinod

Seite 16

FLACHDACH

Schweißauto­

maten retten

Zeitplan

Seite 20

SOLAR +

PHOTOVOLTAIK

Das PV­Dach

finanziert sich von

selbst

Seite 26

HOLZBAU

Sanierung mit

Profi­Elektrowerkzeugen

Seite 52


Kann auch ohne Wind Energie gewinnen.

Der FORD TRANSIT, jetzt noch effizienter.

Mit den neuen Duratorq TDCi-Dieselmotoren, dem Energie-Rückgewinnungs-

System und dem Start-Stopp-System wurden Verbrauch und Emissionen deutlich

gesenkt und dabei die Leistung erhöht. Als ECOnetic sinkt somit der CO2-Ausstoß auf

gerade mal 178 g/km. Und dank dem verlängerten Serviceintervall auf 50.000 km

bzw. 2 Jahre haben Sie lange Freude an Ihrem neuen Kollegen.

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Rüdiger Sinn, verantwortlicher Redakteur

(ruediger.sinn@bauverlag.de)

Foto: Bernd Fetzer

für die Zimmerleute und Dachdecker

beginnt mit dem Winter die garstige

Zeit auf dem Bau. Und das in mehrerlei

Hinsicht: die Architekten drängen, dass

noch schnell das Dach dicht gemacht

und die Baustelle im Allgemeinen winterfest

gemacht werden soll. Zum anderen

zwingt einen das Wetter oftmals

in die Knie. Beides Faktoren, die für den

Chef und die Belegschaft zum Stressfaktor

werden können. Die Betonung

liegt auf „können“, denn ebenso dient

die kommende dunkle Jahreszeit auch

dazu, anderen Tätigkeiten nachzuge-

EDITORIAL

verbunden. Die Amortisation kommt

bekanntlich erst nach ein paar Jahren,

aber genau das gilt es herauszustellen.

Mit Ihrem Fachwissen und der Hilfe

eines fachkundigen Artikels in der Zeitschrift

dach + holzbau, die Sie in den

Händen halten. Das TOP Thema auf

Seite 12 widmet sich ausführlich dieser

„Wintertätigkeit“. Klicken Sie für weitere

Informationen zu diesem Thema

auch ins Internet. Unter www.bau

handwerk.de im eMagazin der dach+

holzbau steigen wir noch tiefer ins Thema

ein.

Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist

Pflicht und Sie können dabei punkten!

hen. Die Dämmung der oberen Geschossdecke

zum Beispiel könnte sich

in diesem Winter als Selbstläufer entpuppen.

Der Gesetzgeber hat laut

EnEV 2009 vorgesehen, dass bei der

Nutzung des Speichers als Wohnraum

eine Dämmung Pflicht wird. Und falls

der Speicher nur als Abstellraum genutzt

wird, muss zumindest die oberste

Geschossdecke gedämmt werden.

Egal, ob nun das komplette Dach gedämmt

wird oder nur die oberste Geschossdecke,

die Umsetzung ist eine

sinnvolle Maßgabe, bei der Sie punkten

können: Wie wäre es zum Beispiel mit

einem Rundschreiben an Ihre Kunden,

bei dem Sie auf die Gesetzesänderung

aufmerksam machen und im gleichen

Mailing natürlich sofort eine Lösung

anbieten!? Es wird sicherlich nicht jeder

Hausbesitzer vor Freude aufschreien,

schließlich ist eine Sanierung vordergründig

erst einmal mit Kosten

Damit wir Ihnen diese und weitere interessante

Neuigkeiten in einer entsprechenden

Ausführlichkeit darstellen

können, gibt es für das kommende Jahr

noch eine wichtige und gute Nachricht:

Die Zeitschrift dach + holzbau wird nun

sechs Mal im Jahr erscheinen, nachdem

wir bislang vier Mal für Sie da waren.

Die Redaktion freut sich, Ihnen noch

mehr Themen und interessante Inhalte

präsentieren zu dürfen und noch aktueller

zu berichten.

In diesem Sinne: kommen Sie gut durch

den Winter, gönnen Sie sich ein paar

ruhigere Tage im Dezember, wir lesen

uns im neuen Jahr!

Frohes Schaffen wünscht Ihnen

4.2011

1

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INHALT

� PANORAMA

Meldungen 4

TOP-Thema

Dämmung der obersten Geschossdecke wird Pflicht 12

Werkstatt + Betrieb

Dachdeckerportal für bessere Internetpräsenz 14


DACH

Baustelle des Monats

Schieferdach schützt historisches Kleinod 16

Baubericht

Dachschweißautomaten retten knappen Zeitplan 20

Büros in historischer Hafenumgebung mit 24

passender Deckung

Ausführung + Montage

Das PV-Dach finanziert sich selbst! Interview über 26

die Chancen für das Dachdeckerhandwerk

Einbau von Flachdachgullys: Das müssen Sie beachten! 28

Praxistipp

Windsogsicherung: Mit wenigen Klicks zur 30

richtigen Klammer

Die Blätter fallen: Clevere Ideen gegen das Herbstlaub 32

Energetische Steildachsanierung: 34

Teil 2 – Sanierung von außen

Produkte 37

Web-Service

2 4.2011

Audio

Podcast, Interview

Film

Montageanleitung

PDF

Prospekt, usw. ...

Text

Liste, Text, usw. ...

Diagramm

Vergleich, Übersicht

Foto

Bilddokumentation ...

Tabelle

Datenvergleich ...

Zeichnung

Grundriss, Schnitt ...

12

26

46

52

Dämmen ist sinnvoll – Zusatzgeschäft

im Winter sichern!

Interview: PV-Anlagen als

Dachersatz

Energieeffizientes Bürogebäude

in Holzbauweise

Profi-Elektrowerkzeuge für die

Sanierung

40

Produkte Spezial: Dachfenster

und Lichtkuppeln


4.2011 Baustelle des Monats Spektakuläres Halbrund aus Holz . STEILDACH Schieferdach schützt historisches Kleinod . FLACHDACH Schweißautomaten retten Zeitplan . SOLAR + PHOTOVOLTAIK Das PV-Dach fi nanziert sich von selbst . HOLZBAU Sanierung mit Profi -Elektrowerkzeugen

� PRODUKTE SPEZIAL

INHALT

Lichtkuppeln und Dachfenster 40

� HOLZBAU

Baustelle des Monats

Stadthalle Bielefeld: Halbrund mit nicht 42

brennbaren Holzzementplatten

Baubericht

Bürogebäude aus Holz mit Energie-Plus 46

In doppelter Hinsicht nachhaltig: Die Bundesgarten- 50

schau in Koblenz

Ausführung + Montage

Dachstuhlsanierung mit Profi-Elektrowerkzeugen 52

Praxistipp

Akku-Schrauber mit Drehmoment-Vorsatz im Profi-Test 55

Produkte 58

IMPRESSUM 63


ZÜNFTIG

Auf der Walz

Musikalisch zünftige Zimmersleut 64

BAUSTELLE DES MONATS Spektakuläres Halbrund aus Holz Seite 42

STEILDACH

Schieferdach

schützt historisches

Kleinod

Seite 16

FLACHDACH

Schweißautomaten

retten

Zeitplan

Seite 20

SOLAR +

PHOTOVOLTAIK

Das PV-Dach

fi nanziert sich von

selbst

Seite 26

HOLZBAU

Sanierung mit

Profi -Elektrowerkzeugen

Seite 52

Titelbild:

Ein Zimmermann arbeitet mit dem

Akku-Bohrschrauber BS 18 LTX

Quick von Metabo

Foto: Metabo

4.2011

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PANORAMA Meldungen

Bronze für Zimmerer Philipp Stich

Große Freude über Bronze: „Ich wollte auf jeden Fall eine Medaille holen“ Ein Kämpfer bis zur letzten Sekunde: Philipp Stich holt Bronze bei der Berufs-

Fotos: ZDB

weltmeisterschaft

Philipp Stich, Mitglied der Zimmerer-Nationalmannschaft

von Holzbau Deutschland und

Vize-Europameister 2010, hat

bei der Berufsweltmeisterschaft

„WorldSkills 2011“ in

London die Bronzemedaille geholt.

Gold ging nach Korea, Silber

an Frankreich und Japan.

In 22 Arbeitsstunden an vier

Wettbewerbstagen mussten die

Zimmerer einen Holzpavillon

mit Dachstuhl bauen. Der Thüringer

kämpfte neben dem Zeitdruck

mit einer Erkältung und

Zahnschmerzen. Dazu kam ein

Fehler am ersten Tag, der ihn

ins Mittelfeld zurück warf.

„Philipp Stich hat nicht aufge-

Wissen für Profis

Das neue Trainingsprogramm der Braas-

Akademie startet. Die Schulung „Basistraining

für Einsteiger und Aufsteiger“

wird an den Braas-Standorten in Monheim,

Mainburg, Obergräfenhain und

Petershagen sowie in Heusenstamm angeboten.

Das Angebot ist vielfältig: Zwei technische

Trainer und zehn weitere Dozenten schulen

Verarbeiter, Händler und Architekten.

4 4.2011

geben, sondern hat bis zur letzten

Sekunde weitergemacht,

weil er auf das Podest wollte.

Am Ende hat er durch präzises

Arbeiten überzeugt“, berichtet

Ullrich Huth, Vorsitzender von

Holzbau Deutschland, der die

letzte Tage in London mitgefiebert

hatte. Mit der Bronzemedaille

hat Stich sein Ziel erreicht.

Als er 2008 Deutscher

Meister wurde, hatte er formuliert:

„Erst EM, dann WM – jeweils

eine Medaille, Farbe

egal!“ Intensiv hat sich der 22jährige

fast drei Jahre vorbereitet,

hat viele Trainings mit der

Mannschaft absolviert und in

Opas alter Werkstatt trainiert.

Die Zimmerer-Nationalmannschaft

wird von den Leistungspartnern

von Holzbau Deutschland

unterstützt.

Mit 944 Teilnehmern aus 51

Ländern in 46 Berufsdisziplinen

war „WorldSkills 2011“ der

größte Berufswettbewerb, der

jemals ausgetragen wurde. Insgesamt

haben über 200 000

Besucher die Teilnehmer beim

Wettbewerb der beruflichen

Fähigkeiten beobachtet. Selbst

der britische Premierminister

David Cameron zeigte sich

beim Besuch begeistert und

verkündete bei der Siegerehrung

per Videobotschaft: „Was

Ihr hier geleistet habt, hat ei-

Mit den thematischen Schwerpunkten

Produkte und Technik, Marketing und

Verkauf, Regeln und Recht sowie drei zusätzlichen

Expertenforen zu den Themen

Energieeffizienz, Denkmalpflege sowie

nachhaltiges Bauen sollen sämtliche

Fachgebiete abgedeckt weden. Alle Trainings

sind auf den individuellen Kenntnisstand

und das Berufsfeld der Teilnehmer

ausgerichtet. So richtet sich die

nen unglaublichen Vorbildcharakter

für viele andere junge

Menschen. Was ich gesehen

habe, macht mich optimistisch

für unsere Zukunft.“

Die nächste Berufsweltmeisterschaft,

die WorldSkills 2013,

findet in Leipzig statt. „Wir

freuen uns darauf, denn die Berufsweltmeisterschaft

ist eine

beeindruckende Leistungsshow

von Handwerk und Industrie.

Besser als auf einer solchen WM

mit diesen Dimensionen kann

man nicht für Berufe im Handwerk

und Industrie werben!“,

sagt Ullrich Huth mit Blick auf

die WM im eigenen Land. www.

holzbau-deutschland.de

Veranstaltung „Windsogsicherung nach

den neuesten Regeln der Technik“ zum

Beispiel an Dachhandwerker, Zimmerer

und Händler; das „Basis-Verkaufstraining

für Dachhandwerker“ gibt Inhabern und

Meistern sowie Mitarbeitern, die aktiv in

der Kundenbetreuung tätig sind, die richtigen

Verkaufsstrategien an die Hand.

Anmeldung und Informationen unter

www.braas-akademie.de


Neues Fassadenkleid sahnt Preise ab

Die Anton Ambros GmbH aus

Hopferau ist für die „TES Energyfacade“,

an der das Ostallgäuer

Holzbauunternehmen

maßgeblich beteiligt ist, zweifach

ausgezeichnet worden:

zunächst mit dem Deutschen

Holzbaupreis in der Kategorie

„Komponenten und Konzepte“,

dann mit dem „Schweighofer

Prize“ – einem Innovationspreis

als die wichtigste Auszeichnung

der europäischen

Forst- und Holzwirtschaft.

Bei dem TES-System werden

vorgefertigten Fassadenelemente

mit integrierter Wärmedämmung

an die Gebäude montiert.

So können Altbauten in

kürzester Zeit selbst auf Passivhaus-Niveau

getrimmt werden.

„Unter Vermeidung von

Fortschritt ist Programm

Energieeffi zienz

und Design –

jetzt auch auf

Maß!

Die im Werk vorgefertigten Fassadenelemente

werden Stück für Stück an

das Gebäude montiert und werten so

das Gebäude energetisch und auch

optisch auf

Foto: Ambros

Roto Designo R8/R6 MR

Austausch unabhängig von

Baujahr, Hersteller und Größe

Einfacher Einbau von innen; keine

Brech-, Putz- und Folgearbeiten

Lieferung in 8 Arbeitstagen

Schmutz und Lärm wird so aus

einem Ölschlucker, der 25 oder

mehr Liter Heizöl pro Quadratmeter

im Jahr zum Schornstein

hinausgepustet hat, ein hochenergieeffizientes

Gebäude,

dessen Heizenergieverbrauch

bei umgerechnet 1,5 Litern pro

Quadratmeter im Jahr liegt“,

sagt Firmenchef Josef Bucher.

Die Hülle sitzt bei der TES Energy

Facade wie ein maßgefertigtes

Kleid über dem Gebäude

und vermindert zum einen den

CO 2 -Ausstoß, zum anderen

speichert es CO 2 in Form von

Holz. „TES Energy Facade ist

ein vollkommen neuer Ansatz

für die thermische Gebäudesanierung

und hat ein großes Potential,“

so die Jury in ihrer

Begründung.

Meldungen PANORAMA

Das ausgezeichnete System,

das in Zusammenarbeit mit der

Technischen Universität in

München sowie Forschungsinstituten

in Finnland und Norwegen

entstanden ist, eignet

sich dabei nicht nur für Wohnhäuser,

sondern ist inzwischen

auch mehrfach bei Schulhaussanierungen

angewandt worden.

Unter anderem hat die Ambros

GmbH die Realschule und die

Hauptschule in Buchloe neu

verkleidet, damit optisch aufgewertet

und fit für den Klimaschutz

gemacht.

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PANORAMA Meldungen

Digitale Mischanleitung per Smartphone

Fotos: Triflex

Triflex unterstützt seine Verarbeiter

mit einem App, um jederzeit die fachgerechte

Anwendung seiner Systeme

und einzelner Systemkomponenten zu

gewährleisten. Per Smartphone kann

der Verarbeiter die digitale Mischanleitung

unter www.triflex.com/app

aufrufen. Genau angepasst an Außentemperatur

und gewünschte Produktmenge

ermittelt die Triflex-App die

richtige Katalysatorzugabe zur Basiskomponente

sowie Topf- und Aushärtungszeit.

Zur Ermittlung dieser Daten

hatte Triflex in der Vergangenheit

die sogenannte „Katalysator-Drehscheibe“

eingesetzt.

Seit dem Sommer konnten Hand-

werker mit einem Bild von sich so-

wie einem originellen Bekenntnis

zu Mineralwolle-Dämmstoffen mit

ECOSE-Technology bei der Knauf

Insulation Aktion „Wohlfühler des

Jahres“ mitmachen. Seit Anfang November

läuft nun die Abstimmung

darüber, wer die Wohlfühler des Jahres

werden. Die Gewinner werden

2012 bei einer weiteren Knauf-

Werbekampagne für Mineralwolle-

Dämmstoffe mit ECOSE Technology

ihr Gesicht zeigen. Zudem erhalten

die Ausgewählten neben der Teilnahme

an dem Foto-Shooting für das

eigene Unternehmen individuelle

Werbepakete.

6 4.2011

Die Triflex App-Mischanleitung ist in

Deutsch und Englisch verfügbar.

Neben der Nutzung über den mobilen

Web-Browser steht die App im Download-Bereich

für Android- und Blackberry-Smartphones

sowie für iPhone

und iPad bereit. Darüber hinaus kann

die Triflex App in allen gängigen App-

Stores kostenfrei heruntergeladen

werden.

Mit einem Klick den Wohlfühler wählen

Foto: Knauf Insulation

Bis zum 30. November können im

Internet unter www.wohlfuehlerdes-jahres.de

die zehn originellsten

„Wohlfühler“ mit wenigen Klicks

gewählt werden.

www.knaufinsulation.de


Ingenieurbau-Messe 2012

Wir schreiben das Jahr 2011, aber das

Rad der Zeit dreht sich unvermindert

weiter. So möchte die Messe Freiburg

schon auf das Messejahr 2012 hinweisen

und kündigt die econstra – Fachmesse in

Europa für Ingenieurbau an. Das Spannende

daran: auch für den Holzingenieurbau

dürfte diese Messe interessant

werden. Wenn man weiß, was bereits

heute aus Holz gebaut wird, darf dieses

Themengebiet nicht fehlen.

Seminarprogramm 2011/2012

Die sich ständig verändernden Regeln

und Anforderungen sowie deren

Umsetzung in die Praxis erfordern

eine regelmäßige Fort- und

Foto: Ursa

Meldungen PANORAMA

Brücke Sneek II: Holzin-

genieurbau in Vollendung

Foto: Schaffitzel /

Weiterbildung. Ursa bietet diese im

Seminarprogramm 2011 / 2012 an.

Dabei finden sich Schulungen zu

technischen und bauphysikalischen

Themen sowie den Anforderungen

der geltenden und zukünftigen

Energieeinsparverordnungen und

zu den Fördermöglichkeiten der

KfW. Ein wichtiger Teil der Schulungen

beinhaltet auch eine Einführung

in die Nutzung der aktualisierten

Software Ursa U-Wert. Sie

bietet erstmals ausführliche Vorlagen

zur Unternehmererklärung.

Neu im aktuellen Schulungsjahr

sind Basisseminare vor Ort, in

denen Grundlagen der Bau-

physik und der Dämmung vermittelt

werden.

Infos: Tel. Nr. 0341 / 5211-100

oder unter www.ursa.de

4.2011

Miebach

Daneben sollen die Bereiche Infrastruktur,

Tunnelbau, Brückenbau,

Grundbau, erneuerbare Energien

sowie Rückbau und Entsorgung

abgebildet werden.

Die europaweit erste Fachmesse

für Ingenieurbau und Bauwerksinstandsetzung

findet an drei Tagen,

vom 25. bis zum 27. Oktober 2012,

in Freiburg statt.

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8

PANORAMA Meldungen

In 20 Jahren 500 Holzhäuser

Von Null auf 500 in 20 Jahren:

auf diese Bilanz an realisierten

Holzhäusern kann die M&M

Holzhaus GmbH im Jahr 2011

verweisen. Der Allgäuer Anbieter

für baubiologisches und

ökologisches Bauen plant, projektiert

und baut seit 1991 Einfamilien-

und Doppelhäuser in

der Holzbauweise. In den vergangenen

fünf Jahren realisierte

das Unternehmen aus Nesselwang

zusammen mit der

Schwarzwälder Partnerfirma

Ökohaus Ibach mit seinem 30-

Bürogebäude aus Holz

köpfigen Team konstant über 40

Foto: M&M Holzhaus

Häuser pro Jahr. Der Unternehmensverbund

zählt nach eigenen Angaben tin Müller, einer der Geschäftsführer. Da-

zu den größten Herstellern von handwerkmals lag der Anteil von Holz- und Fertiglich

und zimmermannsmäßig gefertigten häusern in der Bundesrepublik bei zwei

Holzhäusern in Süddeutschland.

Prozent, heute sind es bereits – je nach

„Als wir uns vor 20 Jahren selbständig ge- Region – 15 bis 30 Prozent und wenn es

macht haben, wurden wir noch ausgelacht. nach Martin Müller ginge, ist auch bei uns

Meine Studienkollegen meinten: ,Holzhäu- eine Entwicklung wie in Österreich mögser

in Deutschland, das wird doch nie was‘“, lich. „Hier haben die Holzhäuser die 30

erinnert sich Diplom-Holzingenieur Mar- Prozent-Marke überschritten.“

Gerüstbau in Vollendung

Für die Dacharbeiten am neuen

Terminal des künftigen

Flughafens Berlin / Brandenburg

Willy Brandt erstellte die

B+P Gerüstbau GmbH eine

Kombination aus Raumgerüsten

und Hängegerüsten mit

einem flexiblen Allround-System

von Layher.

Herzstück des neuen Flughafens

wird das 220 Meter lange,

180 Meter breite und 32 Meter

hohe neue BER-Terminal sein.

Die Montage des Terminaldaches

dauerte acht Monate.

Die großzügige Halle wird von

einer filigranen Stahl-Glas-

Konstruktion überspannt.

Das Gerüst war für die Arbeiten

an der Dachkonstruktion

notwendig. Da der Boden des

Terminals nicht vollständig

4.2011

Foto: Layher

als Gerüst-Aufstellfläche eingesetzt

werden konnte, wurde

die Arbeitsplattform teilweise

als Hängegerüst ausgebildet.

Insgesamt erstellten die Ge-

rüstbauer mit dem Allround-

System von Layher rund

850 000 Kubikmeter Raumgerüst

mit circa 50 000 Quadratmeter

Grundfläche sowie etwa

8500 Quadratmeter Hängegerüst.

Das Gerüst war freistehend,

da eine Befestigung am

Bauwerk nicht möglich war.

Der Aufbau der Gerüstkonstruktionen

erfolgte in mehreren

Teilabschnitten und war

sehr komplex. Bei der Montage

der Hängegerüste kamen den

Gerüstbaumonteuren – bis zu

hundert Mann waren gleichzeitig

auf der Baustelle, um die

Terminvorgaben hundertprozentig

einzuhalten – die eigens

für die Baustelle konzipierten,

synchron-gesteuerten Elektrokettenzüge

zugute. In Teilab-

M&M Holzhaus entwickelte

sich weiter und im Jahr 2005

seine „Energiesparwand“. Die

damit erstellten, sogenannten

Natur-Plus-Häuser haben eine

bis 50 cm dicke Wandkonstruktion

und sind aus baubiologischen

sowie ökologischen

Gesichtspunkten konzipiert. Je

nach Stärke der Energiesparwand

werden die einzelnen Förderstufen

der Energieeffizienzhäuser,

die die Kreditanstalt

für Wiederaufbau (KfW) vorgibt,

erreicht beziehungsweise

sogar noch übertroffen.

Einen Wunsch hat die Unternehmensleitung

zum 20-jährigen Geburtstag

auch: „Wir würden gerne mal ein größeres

öffentliches Gebäude wie ein

Altenheim oder Schulgebäude oder auch

ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus in

Holzbauweise bauen, das wäre eine ganz

besondere Herausforderung“, sagt Geschäftsführer

Müller.

www.holzhaus.de

schnitten von ungefähr 200

Quadratmetern wurde die

Hängegerüstkonstruktion am

Boden vormontiert, an die entsprechende

Stelle befördert

und mit den Anschlüssen der

Stahlbinder verschweißt. Als

„Finish“ bekamen die letzten

fünf Meter der Gerüstkonstruktion

eine Einhausung mit

einer schwer entflammbaren

B1-Folie, damit die Arbeiten

am Dach auch in den Wintermonaten

weitergehen konnten.

Die Belagebene erhielt

zudem eine Schutzabdeckung

aus OSB-Platten. Dank dieser

Schutzvorrichtungen konnte

die Arbeitsfläche konstant

zwischen acht und zehn Grad

Celsius beheizt werden.

www.layher.com


Siedlungsprojekt mit Holzhäusern

Das Kärntner Siedlungswerk, eine

gemeinnützige Bauvereinigung, und

das Unternehmen Griffner, spezialisiert

auf die Planung und das Bauen

von Häusern aus Holz, haben mit dem

sogenannten „Griffen Green“ ein ökologisches

Vorzeigeprojekt in Österreich

realisiert. Gefördert vom Land

Kärnten, sind auf einem 3200 m²

großen Grundstück in Griffen zwei

Sozialwohnbauten mit insgesamt 18

Wohnungen entstanden, die energieeffizient

und aus natürlichen Baumaterialien

gefertigt sind.

„Für mich ist das Projekt etwas Besonderes“,

sagt Thomas Lenzinger,

Vorstandsvorsitzender der Griffnerhaus

AG. So seien das Qualitäts- und

Markenbewusstsein aus dem Einfamilienhausbau

erfolgreich auf den

mehrgeschossigen Wohnungsbau

übertragen worden. „Das ist der Beweis

dafür, dass eine energieeffiziente

und ressourcenschonende Holzbauweise

technisch problemlos

machbar und preislich wettbewerbsfähig

ist. Energieautarkie ist zumindest

im Gebäudebereich keine Utopie

mehr, sondern bereits heute machbar“,

so sein Resümee.

Die Wohnanlage wurde nach den

neuesten Erkenntnissen im Hinblick

auf nachhaltiges Bauen realisiert

und damit gesunder und leistbarer

Wohnraum für die Bevölkerung geschaffen.

Die Wände sind aus ökologischen

Materialien wie Holz, Zellu-

Meldungen PANORAMA

Ökologische Wohnanlage: in Griffen sind zwei Sozialwohnbauten mit insgesamt 18 Wohnungen

entstanden, die energieeffizient und aus natürlichen Baumaterialien gefertigt sind

Foto: Griffnerhaus AG

lose und Kork gefertigt, trotzdem

sind die geforderten Schallschutzwerte

erreicht worden.

Mit einem U-Wert von 0,12 W/m²K

besitzen die Wände nicht nur sehr

gute Dämmeigenschaften, sie tragen

auch zu einem gesunden Raumklima

bei, weil der natürliche Feuchtigkeitsaustausch

gewährleistet ist.

Alle Anschlüsse sind wärmebrückenminimiert.

Fenster mit Dreifachverglasung

lassen viel Licht hinein,

halten aber im Winter die Wärme im

Haus. Die solaren Wärmegewinne

der Gebäude decken 44 Prozent der

Transmissionswärmeverluste. Das

Energiekonzept der Anlage beinhaltet

eine kontrollierte Wohnraumbelüftung

mit integrierter Wärmerückgewinnung.

Diese Anlage sorgt für

eine konstante Frischluftzufuhr und

reduziert nebenbei den Heizbedarf

auf 11,04 kWh/m²a. Alle Wohnungen

sind mit Fußbodenheizung über eine

Pelletszentralheizung ausgestattet.

Eine 82 m² große Solaranlage kombiniert

mit einer Photovoltaikanlage

mit 5,52 kWp versorgt beide Gebäude

mit Strom, Warmwasser und Wärme,

die anderen drei Flachdächer

sind begrünt ausgeführt. Die Stromversorgung

reicht aus, um den Energiebedarf

der allgemeinzugänglichen

Räume zu decken. Überschüssiger

Solarstrom wird in das öffentliche

Netz eingespeist.

www.griffner.com

4.2011

9

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Fertigung und Montage

Die Fertigung der Platten erfolgte auf der

universitätseigenen robotischen Fertigungsanlage.

Zu fräsen waren 850 geometrisch

unterschiedliche Bauteile aus

Birkensperrholz mit mehr als 100 000 frei

im Raum angeordneten Zinken. Im Anschluss

an die robotische Fertigung wurden

die Sperrholzplatten an den Fingerzinkenverbindungen

zu Zellen gefügt,

grundiert und lasiert. Die Montage dieser

vorgefertigten Module erfolgte kontinuierlich

auf dem Campus Stadtmitte der

Universität Stuttgart.

Mehr unter: http://icd.uni-stuttgart.de?

tag=researchpavilion201

10

PANORAMA Meldungen

Der Seeigel als Forschungsvorbild

Einen weiteren Versuchspa-

werden. Auch die Vervillon

aus Holz (Grundfläche

bindung der Holzteile mit

72 m² /Rauminhalt 200 m³)

Fingerzinken ist dem Seei-

hat die Universität Stuttggel

nachempfunden: Das

art seit Kurzem auf ihrem

Schalenskelett dieses Lebe-

Campus stehen, wenngleich

wesens ist aus Segmenten

auch nur für kurze Zeit. Das

zusammengesetzt, die finge-

Institut für Computerbarähnlich

miteinander versiertes

Entwerfen (ICD) und

zahnt sind

das Institut für Tragkons-

„Im Gegensatz zu klastruktionen

und Konstruktisischen

Leichtbauweisen,

ves Entwerfen (ITKE) haben

welche nur auf belastungs-

einen bionischen Versuchsoptimierte

Formen angebau

zusammen mit Lehwendet

werden können, ist

renden und Studierenden

das neue Konstruktions-

entworfen.

Beim Bau des Versuchspavillons arbeiteten Studierende und Lehrende zusammen prinzip auf beliebige Trag-

Das Projekt erforscht die Fotos: ICD/ITKE Universität Stuttgart

werksgeometrienanwend- Übertragung biologischer

bar. Daraus ergibt sich ein

Strukturbildungsprinzipien der Plattens- typen angewandt. Damit soll die Leis- hohes Leichtbaupotential “, sagt Dipl.-Ing.

kelette von Seeigeln in die Architektur. Die tungsfähigkeit biologischer Strukturen in Tobias Schwinn von der Uni Stuttgart.

Umsetzung geschieht mit computerbasier- architektonischen Entwürfen integriert Mit diesem Prinzip lässt sich die Zukunft

ter Entwurfs- und Simulationsverfahren werden. Mit diesem Prinzip (nach der Ana- gestalten: Die Wandstärken der Sperrholz-

sowie computergesteuerter Fertigungsmelyse des Plattenskelettes einer Seeigelart platten messen bei dem gesamten Pavillon

thoden für die bauliche Umsetzung. konnte eine Baustruktur für den Pavillon nur 6,5 mm. So muss der Pavillon, der noch

Bionische Prinzipien (das heißt, die Vor- erarbeitet werden) konnte eine hohe Ge- bis Ende November 2011 auf dem Campus

bilder kommen aus der Natur) wurden bei samtsteifigkeit des Pavillons erzielt und an der Keplerstraße steht, nur gegen Ab-

dem Bauwerk auf verschiedene Geometrie- damit auch die Wandstärken reduziert heben durch Windsog gesichert werden.

Der temporäre Bau ist bis Ende

November auf dem Campus der Uni

Stuttgart zu bestaunen

4.2011

Im Internet finden Sie im eMagazine der dach+

holzbau weitere Bilder von der Arbeit an dem Versuchspavillon.


Schöne Ausblicke mit begehbarem Dach

Das doppelgeschossige Aussichts-

und Ausstellungsgebäude

auf der Bundesgartenschau ist

ein Hingucker. Hoch oben auf

der Festung Ehrenbreitstein

direkt über dem Rheinsteg installiert,

gewährt es atemberaubende

Ausblicke. Nach der

BuGa wird die Aussichtsplattform

in den künftigen Landschaftsgarten

integriert.

Für die Konstruktion ist Douglasienholz

aus Deutschland

verwendet worden. Um den

Wettereinflüssen standzuhalten,

wurden die der Witterung

ausgesetzten Untergurte der

BSH-Träger mit Zinkblechen

abgedeckt. Die Holz-Stahl-Verbindungen

sind so ausgeführt,

dass das komplette Objekt von

allen Seiten umlüftet wird. Als

Endbehandlung des Holzes

wurde nur ein farbloser Anstrich

gegen Bläue verwendet.

Um den unteren Ausstellungsbereich

vor Regen zu schützen

und das Dach begehbar zu machen,

musste die Dachfläche

des Objektes allerdings noch

abgedichtet werden.

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Wir wissen nicht, wie das Haus der Zukunft aussieht. Aber wir haben schon das Dach dafür.

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Verarbeitet wurde eine mehrschichtige

Dach- und Dichtungsbahn

aus Kunststoff auf

der Basis von PVC-P (VEDA-

FOL V 15). Das Produkt ist

laut Hersteller reiß- und wetterbeständig

und hat eine hohe

Alterungsbeständigkeit.

Meldungen PANORAMA

Hoch über dem Rhein mit Ausblick auf

Koblenz: das Aussichtsbauwerk der

Landesforsten Rheinland-Pfalz

Foto: Vedag GmbH

Die Dachbahn wurde zunächst

mechanisch auf einer Holz-

Tragschale befestigt. Auf diese

wurde dann (mit einer dazwischen

liegenden Trennlage aus

Polyestervlies 300g/m²) eine

Holzkonstruktion aus Kanthölzern

mit einer Höhe von 15 bis

20 Zentimetern aufgebracht.

Hierauf erfolgte die Installation

des Laufweges in Form einer

Brücke. Abschließend wurde

die komplette Holzkonstruktion

mit eingedichtet.

Über weitere Objekte der BuGa

2011 lesen Sie im ausführlichen

Nachbericht auf Seite 50.

www.buga2011.de

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PANORAMA TOP-Thema

Dämmen wird zur Pflicht!

Die Dachflächen des Hauses zu dämmen, ist aus Energiespargründen immer sinnvoll. Wenn der begehbare

Dachboden nur als Lagerraum gebraucht wird, ist nun auch zumindest die oberste Geschossdecke zu dämmen.

Bei Nutzung als Wohnraum muss sogar das gesamte Dachgeschoss gedämmt werden.

Von Achim Zielke

Über unzureichend

gedämmte Bauteile

geht viel Raumwärme

verloren. Mit einer Auf-,

Zwischen- oder Untersparrendämmung

lässt

sich diese Energieverschwendung

reduzieren

Fotos: VHD e.V., Wuppertal;

www.holzfaser.org

12 4.2011

Die Bundesländer sind verpflichtet, die Energieeinspar-Verordnung

(EnEV) umzusetzen; ab 2012

gelten deshalb neue Vorschriften. War es bislang so,

dass im Altbau das Dämmen der Dachfläche weitgehend

im Ermessen des Eigentümers lag, so wird nun

entweder – bei Nutzung des Speichers als Wohnraum

– eine Unter-, Zwischen- oder Aufsparrendämmung

Pflicht oder – bei Nutzung als Speicherboden – zumindest

die Dämmung der obersten Geschossdecke. Der

Gesetzgeber will damit den unkontrollierten Wärme-

Der Wärmeverlust lässt sich durch die fachgerechte

Dämmung um drei Viertel mindern

Welches Dämmprodukt passt?

Hilfestellung bei der Argumentation, welches Dämmprodukt

für welches Gebäude zur Verwendung im

Dachbereich am besten geeignet ist, leisten die Anbieter

von Holzfaserdämmstoffen; ihre Kontaktadressen

finden sich auf der Website www.holzfaser.

org im >Herstellerverzeichnis


Das Gesetz beruht auf die EnEV 2009

Die Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) schreibt

vor, dass begehbare Geschossdecken zum bislang

ungedämmten Speicherboden ab 1. Januar 2012 über

einen Wärmeschutz verfügen müssen, der die Transmissionsverluste

auf U = 0,24 W/m²K begrenzt. Bei

Eigentumsübertragungen gilt: Erwerber bestehender

Wohnhäuser haben maximal zwei Jahre Zeit,

ihren Dämmpflichten nachzukommen.

aufmerksam machen, indem sie für den Einsatz von

Holzfaserdämmplatten im Haus kräftig die Werbetrommel

Bestandskunden und auch potenzielle Neukunden

sind die Zielgruppe.

Keine Regel ohne Ausnahmen

Die Dämmpflicht für oberste Geschossdecken gilt

nicht, wenn der Eigentümer sein Ein- oder Zweifamilienhaus

am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat oder

die erforderlichen finanziellen Aufwendungen nicht

durch die Energieeinsparung innerhalb einer angemessenen

Frist erwirtschaftet werden können – was

zum Beispiel bei Ferienwohnungen oder -häusern der

Fall sein kann (weitere Ausnahmeregelungen siehe

Web-Service unter www.bauhandwerk.de).

Eine Dämmung ist immer sinnvoll

Eine zusätzliche Holzfaserdämmung auf die oberste

Geschossdecke aufzubringen, kann dennoch nicht

schaden, zumal der Energiebedarf des Hauses durch

die sofort spürbare Verminderung des Wärmedurchgangs

ins unbeheizte Dachgeschoss deutlich verringert

wird und somit im ureigenen Interesse jedes

Hausbewohners liegen sollte.

Autor

Achim Zielke ist freier Journalist und auf Baufachthemen spezialisiert.

Eines seiner Themengebiete ist die energetische Gebäudesanierung.

Wie gehe ich vor, wenn bei der Sanierung mehrere

Eigentümer beteiligt sind? Welche Ausnahmeregelungen

gibt es? Wer kontrolliert die Umsetzung?

Im Internet im eMagazine der dach+holzbau gibt es

Antworten auf Ihre Fragen.

TOP-Thema PANORAMA

Unterschiedliche

Hersteller bieten

Dämmsysteme für die

Dämmung der obersten

Geschossdecke an

Links: Oberste Ge-

schossdecken sind bis

Jahresende aufzudämmen,

schreibt die EnEV

2009 verbindlich vor

Die Dämmplatten werden

entweder in zwei

Schichten versetzt verlegt

oder aber in einem

Dämmpaket mit Nutund

Feder-Verbindung,

um Wärmebrücken zu

vermeiden

4.2011

13


PANORAMA Werkstatt + Betrieb

Dachdecker-Portal optimiert Netzpräsenz

Jeder Handwerker weiß das: die Gestaltung des Internetauftrittes ist wichtig für die Neukunden-Akquise und

entscheidet oft über einen Auftrag. Trotzdem wird dieses Medium oft vernachlässigt. Ein spezielles Online-

Portal für Dachdecker hilft dem Handwerker und hinterlässt eine gute Visitenkarte im Netz.

Von Frederike Pollner

Online-Visitenkarte

mit multimedialen

Elementen zur seriösen

Präsentation des

Dachdeckerbetriebes im

Internet

Foto: Dachdecker.com

14 4.2011

Dachdeckermeister Sebastian Jepp gründete seinen

Dachdeckerbetrieb im Jahr 2008. Momentan beschäftigt

er in seinem Unternehmen drei Mitarbeiter und

einen Auszubildenden. Mit dem Motto „Jung, dynamisch,

erfolgreich“ setzt der Fachbetrieb auf konsequente

Weiterbildung, um immer auf dem neuesten

Stand der Technik zu sein. Dazu gehört auch, sich neue

Vertriebskanäle zu erschließen. Vorigen Winter hat sich

der junge Dachdeckermeister deshalb verstärkt mit

dem Thema Onlineakquise und dem Internet auseinandergesetzt

und seine neue Homepage auf den Weg

gebracht. Damit war er seinem Ziel, die Außenwirkung

zu verbessern, einen Schritt näher gekommen.

Hellhörig wurde er, als er kurze Zeit später ein Sonderrundschreiben

des Berliner Dachdeckerverbandes

Große Reichweite

Mit 120 000 eindeutigen Besuchern, über 60 000 bei

Google indexierten Seiten und über 25 000 in Suchmaschinen

auffindbaren Schlüsselwörtern kann das

Portal eine Sichtbarkeit im Netz aufweisen, die für

die Homepage eines einzelnen Betriebes nur schwer

zu erreichen ist.

erhielt, in dem eine TV- Sendung zum Thema Internetpräsenz

angekündigt wurde. In dem Fernsehinterview

traten der Geschäftsführer des Dachdeckerhandwerks

Berlin und einer der Geschäftsführer von

Dachdecker.com auf, um das Geschäftskonzept des

Online-Portals zu erklären. So würden – erfuhr Sebastian

Jepp – online-Visitenkarten mit multimedialen

Elementen (Bildergalerien, Videos) Dachdecker-

Betrieben eine professionelle Darstellung im Internet

ermöglichen und damit auch einen neuen Vertriebskanal

zur Neukundengewinnung öffnen.

Das Konzept kommt an

Die Idee, Fachbetriebe über Unternehmensmerkmale

und unter Einsatz von Multimedia im Internet zu präsentieren,

hat Dachdeckermeister Jepp sofort angesprochen,

zumal er das Portal für seriös hielt: „Hier

gibt es kein Preisdumping und nur seriöse Anbieter

und Aufträge“, berichtet der Handwerker. Dachdecker.

com sei mehr als ein Eintrag in einem Adressverzeichnis,

wirbt der Online-Anbieter.

Multimediale Online-Präsenz

Dachdecker.com bietet auf seinen Online-Visitenkarten

einen individuellen Informationstext über den


Betrieb und Angaben zu selbst definierten

Spezialisierungsrichtungen. Darüber hinaus

gehört auch die multimediale Präsenz

zum Service. Das Premiumprofil kann zusätzlich

mit Fotos vom Betrieb oder Referenzarbeiten

ergänzt werden. Und über

individuell produzierte Firmenvideos bekommt

der Endkunde mehr Informationen

als beim herkömmlichen Branchenbucheintrag.

Wird nun eine Anfrage für eine Bauleistung

gestellt, kommt zuerst das Expertenteam

des online-Portals ins Spiel. Das

heißt: alle eingehenden Auftragsanfragen

werden manuell überprüft und mit den

Spezialisierungsangaben der regionalen

Betriebe abgeglichen. So wird sichergestellt,

dass die Anfragen der Kunden auch

in das Leistungsspektrum des gelisteten

Meisterbetriebs passen.

Neukundengewinnung mit der Online-

Visitenkarte

Wenn ein Dachdecker-Betrieb eine Online-

Visitenkarte gebucht hat, lassen auch die

Aufträge nicht lange auf sich warten. Das

verspricht zumindest Dachdecker.com und

Leistungen von Dachdecker.com

Werkstatt + Betrieb PANORAMA

Dachdeckermeister Sebastian Jepp

hat seit Februar 2011 eine Online-Visitenkarte

bei Dachdecker.com

Foto: Dachdecker.com

diese Erfahrung hat auch Sebastian Jepp

gemacht: „Nach drei Wochen kam der erste

lukrative Auftrag. Und nach einigen

Monaten Arbeit mit dem Portal ist er auch

weiterhin zufrieden mit seiner Entscheidung:

„Ich erhalte im Monat etwa fünf Aufträge.

Toll, dass das wirklich so gut funktioniert.“

Den Überblick behalten

Wichtig ist für Herrn Jepp außerdem, dass

sein Werbebudget nun messbar geworden

ist. „Der Überblick über die Werbeausgaben

am Ende des Monats gefällt mir gut. Denn

so kann ich direkt sehen, was ich investiert

habe und ob sich diese Investition gelohnt

hat“, sagt er. Eine weitere Unterstützung

nimmt der Dachdecker gerne in Anspruch:

Der Kundenservice steht für Rückfragen

zur Verfügung.

Investition hat sich gelohnt

Für Herrn Jepp hat sich die Investition bei

diesem Internetdienst bereits gelohnt.

Denn er hat mit seinem Profil auch seine

Bekanntheit als Dienstleister erhöht und

erhält jetzt auch Aufträge aus seinem Berliner

Bezirk. Die lokale Suche im Online-

Portal funktioniert also nicht nur für Endkunden,

die auf der Suche nach

Qualitätsarbeit in ihrer näheren Umgebung

sind, sondern auch für die Dachdeckerbetriebe.

Autorin

Frederike Pollner ist bei der DS Digitale Seiten verantwortlich

für Öffentlichkeitsarbeit und den Social

Media Bereich.

� Auflistung des Betriebs mit Adresse und Kontaktdaten

� Generierung von hochwertigen Kundenanfragen aus dem gesamten Bundegebiet

� Manuelle Prüfung der Anfragen und Weiterleitung an die entsprechenden Betriebe

� Weiterempfehlungsfunktion der Betriebe an andere Kunden

� Hochwertige Darstellung im branchenaffinen Umfeld (spezielle Firmendaten,

Portfolio, Firmentext, Bilder, Videos)

� Spezifische, auf den Betrieb und seine Zielgruppe zugeschnittene Suchmaschinenoptimierung

� Produktion, Präsentation von zielgruppenorientierten Imagevideos

� Referenzbildergalerie für den Kunden

� Erstellung eines seriösen Auftritts im führenden sozialen Netzwerk Facebook

zur Eröffnung eines weiteren Kundenkanals

4.2011

15

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DACH Baustelle des Monats

Schieferdach schützt historisches Kleinod

Die Villa Gericke steht unweit der russischen Siedlung Alexandrowka in Potsdam. Ihre Gestaltung weist tra-

ditionelle Züge einer nordisch-russischen Bauweise auf. Nach der Komplettsanierung – das Dach mit Altdeut-

scher Deckung und Bischofsmützen – erstrahlt das reich verzierte Bauwerk wieder in ganzer Pracht.

Von Gerard Halama sowie Ulrike und Martin Schmiechen

Filigrane Holzarbeiten

schmücken alle Giebel.

Bei der Sanierung wurden

fehlende Teile ersetzt,

beschädigte Teile

restauriert

Fotos: Rathscheck

Schiefer

16 4.2011

Ein Kleinod der Handwerkskunst:

Villa Gericke

in Potsdam

„Ich hab gebaut nach meinem Sinn, und wem das Haus

nicht gefällt, der bau es besser für sein Geld, Anno

1863“. So steht es an einem Erker der Villa Gericke in

Potsdam. Das mit vielen dekorativen Elementen versehene

Gebäude wurde 1892 vom Architekten F. Gericke

errichtet und soll, so heißt es, eine Kopie der

Villa Ende sein, die vorher im Berliner Tiergarten

stand. Teile dieser Villa, die wegen einer neuen Bahnlinie

abgerissen werden musste, sind hier verbaut. Das

Denkmal ist eine Backstein-Holz-Architektur mit reichen

Laubsägedekorationen, steilen Dächern und wie

gedrehte Säulen aussehenden Schornsteinen.

Die Außenarchitektur ist inspiriert durch

die Antike und das Mittelalter

Komplettsanierung war notwendig

Nach der Deutschen Einheit war das Bauwerk im

Herzen Potsdams hochgradig sanierungsbedürftig. Als

bourgeoise Architektur in der ehemaligen DDR verpönt,

hatte die Villenarchitektur wenig Fürsprecher

im Arbeiter und Bauernstaat. Die Dächer waren ungepflegt

und undicht. Bewohnt war die Villa nur in

den unteren Räumen. Im Jahr 2005 erstand dann ein

international tätiges Anwaltsehepaar die Villa. Das

Dach war zu diesem Zeitpunkt undicht und unvollständig,

der Dachstuhl schadhaft. Feuchtigkeit fand

sich vielerorts, die Bausubstanz war durch Hausschwamm

stark angegriffen. Wer einen solchen Bau

als Privatmann angeht, muss sein Konto im Auge

behalten. Das tat der Bauherr und behielt gleichzeitig

seine Handwerker im Auge. Er wählte sie persönlich

aus. Der Dachdecker war eine Empfehlung, der Zimmermann

ebenfalls.

Der Bauherr ist quasi selbst ein Bauprofi. Er hat schon

viele alte Häuser weltweit saniert, gilt als sachkundig,

kann genau zuhören und drückt die Preise nicht; er

fordert aber die Ehre des Handwerks.

Im Detail der Außenarchitektur sind Antike und Mittelalter

gleichermaßen zu finden. Die Ornamentik der

Holzarbeiten, das sind insbesondere die Schwebegiebel

an allen vier Hausseiten – mit den Krabben auf

den Ortgängen – Ranken, Vielpaßbögen und Dolorien

sind sowohl von normannischer wie skandinavischer

und Schweizer Vorbildern inspiriert. Die Reliefs auf

den Brüstungen darunter sind dagegen antikisch aufgefasst.

Auffallend dabei ist die Farbigkeit der Architektur,

hier die Farben gelb und rot, die das Ganze überziehen.

Die Reliefs sind themengestaltet und über den Fensterstürzen

sind vereinzelt noch Verse zu erkennen, die

besonders häufig an Häusern der Neugotik zu finden

sind. Insbesondere solchen Häusern, die durch ihren

ausgeprägt malerischen Charakter auffallen.


Die aufwändige Sanierung dauerte mehrere Jahre

Dieses Haus galt es unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten

zu sanieren. 2005 begannen die Bauarbeiten,

2006 wurde das Gebäude komplett mit einem

Gerüst mit Überdach (inklusive Blechdach) eingehaust.

Die Dachdecker rissen die alte Dachdeckung ab und

zeichneten dabei die Details des Daches auf. Die Dachdeckung

bestand zum Teil aus Altdeutscher Deckung

und zum Teil aus Bischofsmützen. Der Turm hatte

keine Turmspitze mehr. Hier wurde nur noch die

Flachdach-Notdeckung abgerissen. Im Zuge der Abrissarbeiten

wurden Schäden an sämtlichen Anschlüssen,

Ortgängen, Kehlen und Giebeln festgestellt.

Dann kamen die Zimmerer. Sie bargen sämtliche Giebeldreiecke

und restaurierten sie in der Werkstatt.

Fehlende Teile wurden ersetzt oder vollkommen zerstörte

Details passgenau eingesetzt und somit originalgetreu

wiederhergestellt.

Tragwerkskonstruktion musste erneuert werden

Dann wurde die Vollschalung rückgebaut und das

Holztragwerk untersucht. Die Konstruktion musste

weitgehend erneuert werden. Der Turm erhielt wieder

ein Kegeldach. Dabei wurde das Dach, zwischen den

14er-Sparren gedämmt und innen mit einer Dampfbremse

versehen. Dann wurde das gesamte Dach wieder

komplett verschalt und für die Schieferdeckung

mit einer diffusionsoffenen Vordeckung vorbereitet.

Im Zuge der Dacharbeiten fanden die Handwerker auf

dem Dachboden verschiedene alte Dach-Bauteile. Zum

Beispiel alte Firstverzierungen, Schornsteinteile oder

Teile einer aufgelegten Rinne. Sie wurden vom Bauherren

genauestens in Augenschein genommen, für

die anstehenden Baumaßnahmen genutzt oder im

Baustelle des Monats DACH

Der kleine Turm trägt

eine Altdeutsche

Deckung ohne Gebindesteigung,

dafür aber

mit Gegengebinden alle

fünf Reihen

Der Turm hatte vor der

Sanierung keine Turmspitze

mehr. Diese wurde

mit der Renovierung

wieder aufgebaut

4.2011

17


DACH Baustelle des Monats

Während der Sanierung

war das gesamte Objekt

eingehaust, um auch bei

schlechter Witterung

immer arbeiten zu

können

Fotos: Zimmerei

Schmiechen & Grüber

Der Dachstuhl war

schadhaft und durch den

Hausschwamm stark

angegriffen

18 4.2011

Auftrag des Bauherren in den benötigten Stückzahlen

nachgebaut

Bischofsmützen und Altdeutsche Deckung

Im Januar 2007 begannen die Arbeiten am Schieferdach.

Nach eingehender Sichtung alter Unterlagen

und alter Bilder stand fest, dass die Satteldachflächen

im Ursprung mit Bischofsmützen gedeckt waren.

Es wurden für die Satteldächer Bischofsmützen

der Größe 50 x 25 cm gewählt. Die Schiefer lieferte

Rathscheck Schiefer aus Mayen. Die Firste bekamen

wieder ihre alten Verzierungen und an allen Enden

jeweils Zierspitzen. Auch die schlanken Satteldachgauben

krönt jeweils eine Zierspitze aus Titanzink.

Für Firste und Traufen kamen entsprechende Zubehörschiefer

als Rechtecker zum Einsatz. Die Regenrinne

wurde wie einst als aufgelegte Rinne ausgeführt.

Der Kegelturm erhielt eine Altdeutsche Deckung aus

Moselschiefer. Nach einer alten Schwarzweißbild-Vorlage

ist die Altdeutsche Deckung hier waagerecht,

ohne Gebindesteigung gedeckt. Nach jeweils fünf

rechts gedeckten Reihen folgt ein links gedecktes

Gegengebinde. So entstehen vier waagerechte Felder

zu je fünf Deckreihen und drei Gegengebinde. Die Kegeldeckung

des Turmes entspricht auf diese Weise mit

seinem Streifenmuster wieder exakt dem historischen

Vorbild.

Orientierung an alten Zeichnungen und Bildern

Nach vorgefundenen Zeichnungen und alten Bildern

wurden auch die Anschlüsse an Kehlen, Gauben,

Ortgängen und Traufen mit Blechen (mit Wasserfalz)

gelöst. Dabei verwendeten die Dachdecker 0,7 mm

dickes Titanzink. Abweichend vom Originalzustand

wurden mit Zustimmung der Denkmalpflege in zwei

von Außen nicht einsehbare Dachflächen zwei Dachflächenfenster

eingebaut. Ansonsten folgt das gesamte

Dachbild dem historischen Vorbild. Das gelungene

Dach ehrt den Handwerker und bestätigt die Vorgehensweise

des Bauherren.


Bautafel (Auswahl)

Objekt Villa Gericke, Potsdam (Bezug: 2009)

Bauherr Privatinvestor

Bauzeit 2005 bis 2009

Dachdecker Dachdeckerei Thomas Bernhardt,

14557 Wilhelmshorst, www.dachdeckerei-bernhardt.de

Zimmerer Schmiechen & Grüber GmbH,

14558 Nuthetal, www.schmiechen-grueber.de

Material Rathscheck Schiefer, Bischofsmützen

50 x 25 cm, InterSIN und Altdeutsche Deckung,

Moselschiefer, www.rathscheck.de

Bedächtige Vorgehensweise der Handwerker und des

Bauherren

Ähnlich konsequent ging der Bauherr auch bei den

Mauerwerks- und Fassadenarbeiten vor. Bei dem Innenausbau

wurde das Mauerwerk in Teilbereichen

mittels Injektage und durch Fluten mit einem

Schwammsperrmittel behandelt. Die Kassettendecken

und das bleigefasste Fenster erhielten eine sorgfältige

Überarbeitung und Restaurierung. Die Wendeltreppe

im Turm ist aus dem Bestand des Bauherren und wurde

hier zur Erschließung des Spitzbodens montiert.

Die noch vorhandene Altdielung wurde werkstattmäßig

aufgearbeitet und wieder verlegt. Einige Räume

im Dachgeschoss erhielten eine neue Kieferndielung.

Im Spitzboden wurde eine historische Altdielung aus

Fichtenholz mit Friesbrettern verlegt.

Nach der Renovierung glänzt die Villa Gericke mit

einem neuen Schieferdach mit besonderen Details wie

der Altdeutschen Deckung und den Bischofsmützen.

Zudem prägen ungewöhnlich reizvolle und liebevoll

vollendete Holzarbeiten und Mauerwerksdetails die

Villa.

Autoren

Gerard Halama ist Fachjournalist und betreibt ein Büro für Fachpublizistik

in Bremen. Martin Schmiechen ist Zimmermeister. Sein

Betrieb ist auf Sanierungsarbeiten spezialisiert. Seine Frau Ulrike

schreibt und koordiniert Objektberichte von den Baustellen.

Im Internet finden Sie im eMagazine der dach+

holzbau weitere Bilder von der Renovierung der Villa

Gericke.

Baustelle des Monats DACH

Schwebegiebel an allen

vier Hausseiten: die

Holzverzierungen sind

sowohl von normannischen

wie skandinavischen

und Schweizer

Vorbildern inspiriert

Das Anwesen in Potsdam

vor der Sanierung

4.2011

19


DACH Baubericht

Dachschweißautomaten retten Zeitplan

Trotz eines frühen Wintereinbruches konnte der dreigeschossige Holzbau in Massivholzbauweise in Büchen-

beuren (Hunsrück) fristgerecht fertig gestellt werden. Einen Beitrag leisteten drei auf die Arbeitsbedingungen

abgestimmte Schweißgeräte für die Aufbringung der Dachbahnen auf dem leicht geneigten Satteldach.

Von Klaus Bucher

20 4.2011

Mit der Inbetriebnahme des Gesundheitszentrums

Büchenbeuren in der Nähe des Flughafens Frankfurt-

Hahn im Hunsrück im April 2011 wurde eine Vision

Wirklichkeit, die für viele Bereiche als Leuchtturm

des planerischen, architektonischen, ökologischen und

ökonomischen Handelns gelten kann.

Ohne die Dachschweißautomaten wäre ein homogener

Verbund der Schweißung nicht möglich gewesen

Mit dem Doppelschweißautomaten

Belton P

konnten beide Seiten

des Trägerprofils in

einem Arbeitsgang

mit der Dichtungsbahn

durchdringungsfrei aufgeschweißt

werden

Foto: Herz

Gesundheitszentrum Büchenbeuren, wie es sich heute präsentiert:

moderne Architektur, gebaut mit vorwiegend nachwachsenden Rohstoffen,

perfekte Eingliederung in die Landschaft

Foto: SLB, Boppard (Architekten, Projektentwickler)

Das Gesundheitszentrum knüpft zudem an das an, was

die Politik fordert: die Erhaltung der Grundversorgung

im ländlichen Raum. Bei den Planungen weitete sich

das Projekt immer weiter zu einem „gesunden“ Vorhaben

aus, bei dem den Gesundheitsdiensten (Ärzten,

Apotheke, medizinische Dienstleister), der Bevölkerung

und der gesamten Region ein zusätzliches Plus an Ökologie

und Energieeinsparung gegeben wurde. Hinzu

kommen neue Beschäftigungsmöglichkeiten in der Re-

gion. In diesem Zusammenhang wurde konsequent auf

nachhaltiges, ökologisches Bauen, Energieeffizienz und

die Verwendung des Baustoffes Holz aus heimischen

Wäldern gesetzt.

Leuchtturmprojekt im ländlichen Raum

Mit Brettsperrholzelementen, gefertigt in der Region

(Firma Eugen Decker, Morbach), deren gute Dämm-

eigenschaften und geringe Wärmeleitfähigkeit bekannt

sind, wurde ein dreigeschossiges, kubisches

Gebäude mit rund 13 x 52 m errichtet. Die moderne

Architektursprache ließ sich dabei perfekt mit dem

Werkstoff Holz umsetzen.

In sich abgestimmtes energetisches System

Das Flachdach (als leichtes Satteldach mit 3 Grad

ausgeführt) ist mit der breiten Seite nach Süden ausgerichtet,

hier erzielen die Solarkollektoren einen sehr

guten Wirkungsgrad. Zusätzlich leisten die Aufdach-

Luft-Wasser-Wärmepumpen ihren Anteil an dem Konzept

des energiesparenden Bauens. Weiterhin tragen

30 qm Warmwasserkollektoren an der Südfassade zur

Gebäudeheizung und Brauchwassererwärmung bei.

Positiv für die Energiebilanz ist die Wärmerückgewinnung

bei den Lüftungsanlagen. Durch das Niedrigtemperatur-Heizsystem

(Fußbodenheizung) wird auf

diese Weise Energie eingespart.

Abgerundet wird das ganzheitliche Energiekonzept

durch eine 70 kWp Photovoltaik(PV)-Anlage auf dem

Flachdach, auf die die Solarmodule ohne Durchdringung

der Dachhaut aufgebaut werden konnten. Sie

produziert rechnerisch 20 Prozent mehr Energie als

beim Betrieb selbst verbraucht wird. Es entstanden

vier große Felder mit insgesamt 389 Modulen über

eine Fläche von 680 Quadratmetern.


Klug durchdachtes Energiekonzept

Das Dienstleistungszentrum übertrifft die Anforderungen

der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2009

deutlich und wird durch die Anrechnung der PV-Anlage

in der Gesamtbilanz zu einem Plusenergiegebäude.

Das Gebäude unterschreitet den erforderlichen,

spezifischen Transmissionswärmeverlust HT um

30 Prozent.

Öffentliche Förderung und Zeitplan

Um Mittel der öffentlichen Förderung fristgerecht

erhalten zu können, war der Realisierungszeitplan

äußerst knapp bemessen. In weniger als neun Monaten

sollte der Bau fertig gestellt werden. Allerdings

kam ein langer Winter, der von Dezember 2010 bis

Januar 2011 mit langen Perioden von Eis, Schnee und

Kälte die Bauarbeiten behinderte. Zwischen dem Spatenstich

(September 2010) und dem Richtfest Anfang

Dezember 2010 lagen nur zehn Wochen.

Deshalb blieb auch der Firma Karl Schlösser Bedachungen

aus Neuwied nur ein Zeitfenster von neun

Tagen für die Dacheindeckung und rund drei Wochen

für die Installation der PV-Anlage.

Das Dach, Garant für Energieeffizienz

Dem Generalunternehmer für die Bauausführung

(Neubauer Ingenieurholzbau aus Dörth) oblag auch

die Unterkonstruktion und Dämmung des Flachdachs.

Die Ausführung als Flachdach wurde zum einen gewählt,

um die PV-Anlage flach aufbringen zu können,

zum anderen, um die mögliche Gebäudehöhe optimal

zu nutzen und auch dem dritten Geschoss ebene

Raumdecken mitzugeben.

Die Unterkonstruktion wurde aus Gipskartonplatten

(unterhalb der Sparren), der Foliendampfsperre Isover,

einer Zellulose-Dämmung als Zwischensparrendämmung

(Sparrendicke = 300 mm) und einer OSB

4-Platte als luft- und winddichten Abschluss ausgeführt.

Der Wärmedurchgangskoeffizient des Daches

beträgt 0,15 W/m²K.

Der Neuwieder Dachdecker-Meisterbetrieb Karl

Schlösser führte dann die eigentlichen Arbeiten auf

dem Dach aus. Als Trennlage fungierte ein 600 Gramm

Baubericht DACH

Mit dem Dachschweißautomaten

Laron wurden

die Dachdichtungsbahnen

mit konstanter

Temperatur, Geschwindigkeit

und Anpressdruck

geschweißt, um

eine gleichbleibend

hohe Qualität der

Verschweißung zu erreichen

Speziell für Detailarbeiten

in Rand- und

Anschlussbereichen ist

das Handschweißgerät

Rion geeignet

4.2011

21


DACH Baubericht

Die Bedachungsfirma

war auch für die Projektleitung

und Montage

der PV-Anlage zuständig,

die über ein Renolit-

Tragschienensystem in

Verbindung mit Würth-

Schienen aufgebracht

wurde

Fotos: Herz

Mit Dachschweißautomaten,

die spezielle

Aufgaben lösten, konnte

die Verschweißung der

Dachbahnen fristgerecht

erfolgen

22 4.2011

schweres Polyesterflies, abgedeckt mit einer 2 mm

Alcorplan in einer Bahnbreite von 110 cm. Die Fixierung

erfolgte über Tellerbefestigungen im Bereich der

Nahtüberdeckungen, die dann anschließend homogen

verschweißt wurde.

Dachschweißautomaten retten Zeitplan

Um bei dem Energieplushaus mit seinem innovativen

Konzept auch das Dachgewerk fristgerecht fertig zu

stellen, setzte der Handwerksbetrieb auf ein System

von Dachschweißautomaten der Firma Herz. Bei den

Flächenarbeiten konnten Dachbahnen mit dem Dachschweißautomaten

Typ Laron Meter für Meter in

konstanter Geschwindigkeit verschweißt werden.

Hierbei waren die optimale Einstellbarkeit der drei

Schweißparameter Temperatur, Geschwindigkeit und

Druck sowie das praxiserprobte, ergonomische Handling

der Maschine von entscheidender Bedeutung.

Mit seinem robusten, baustellengerechten Design, der

Anfahrautomatik und bei einem Gewicht von 35 kg

wird die Schweißnahtbreite von 40 mm mit Temperaturen

bis 620 Grad in kontinuierlicher Qualität erzielt.

Für die Dachränder, -ecken und -anschlüsse setzte das

Bautafel

Objekt Gesundheitszentrum Büchenbeuren

Generalunternehmer / Bausführung Neubauer Ingenieurholzbau,

Dörth

Brettsperrholzelemente Eugen Decker, Morbach

Bedachung / PV-Anlage Karl Schlösser Bedachungen,

Neuwied

Dachschweißautomaten Herz, Neuwied

Solarmodule Sunconcept GmbH, SCP 180 M5-50,

Monokristalin

Architekt / Bauleitung Stadt – Land + Bahn, Hachenberg

& Roll GbR, Boppard

Bauherr GZB-Projekt GmbH + Co. KG, Boppard

Schlösser-Team auf das Handschweißgerät Typ Rion,

das mit seiner ergonomischen Form und seinem Gewicht

von 1,3 kg sehr handlich ist.

Um die Verschweißung der Dachbahnen im Bereich

der Trägerprofile sicherzustellen, fiel die Wahl auf das

Herz-Gerät Belton P. Mit dem Doppelschweißautomat

konnte gleichzeitig auf beiden Seiten des Trägerprofils

der Solarpanele die Verschweißung erfolgen. Gerade

die enge Zeitvorgabe im Rahmen der Errichtungsphase

im Verbund mit dem heftigen Wintereinbruch mit

Kälteperioden von über 20 Grad minus ließen den

Projektleiter der Schlösser-Bedachungen, Thomas

Meuter, ein eindeutiges Fazit ziehen: “Ohne die Herz-

Dachschweißautomaten, als Selbstfahrgeräte, mit

dieser Schweißkapazität, wäre ein homogener Verbund

der Schweißung nicht möglich gewesen.“

Die fristgerechte Übergabe an den Bauherrn (die GZB-

Projekt GmbH & Co. KG in Boppard) konnte so noch

vor Weihnachten 2010 vollzogen werden.

Autor

Dipl.-Betriebswirt Klaus Bucher betreut verschiedene Firmen bei

der Pressearbeit und ist spezialisiert auf Themen der Gewerke

auf dem Bau.


Katrin Mayer, 34

Zimmerin und

Dipl. Bauingenieurin (FH)

Kulmbach

Das

Original

ELUX

Weil die beim

Austausch keine halben

Sachen machen.

Manche empfehlen beim Fenstertausch die

alten Dachanschlüsse beizubehalten. VELUX

hingegen empfiehlt den zeitgemäßen Komplett­Austausch,

inklusive neuer Dämmung

und Innenverkleidung – für eine Modernisierung

auf dem neuesten Stand.

Schöne Aussichten

für Ihr Geschäft.


DACH Baubericht

Büros am Wasser mit sicherer Deckung

Wo innerstädtische Hafenanlagen ihre wirtschaftliche Bedeutung verlieren, bieten sich besondere städtebau-

liche Chancen und Herausforderungen. Am Berliner Westhafen wurden alte Speichergebäude aufwändig sa-

niert und in moderne Büroräume umgestaltet. Die Hochwertigkeit zieht sich bis zum Dach hinauf.

Von Michael Scheklies

Gilt auch in Berlin als

schick: Arbeiten am

Wasser, Hafenflair inklusive

24 4.2011

Neues Leben in alten

Speichern: das langgestreckte

Gebäude

Westhafenstraße 1 in

Berlin wurde komplett

zu Hochwertbüros umgenutzt

Fotos: Creaton / HS

Die Westhafenstraße 1 im Berliner Stadtteil Moabit

ist eine gute Adresse geworden. Das 126 Meter lange

und 23 Meter breite zweigeschossige Speichergebäude

aus rotbraunen Klinkersteinen mit dunklem Walmdach,

durch drei Giebel gegliedert, stammt aus der

Für die Dachfläche kamen 50 000 Flachdachziegel

zusammen

Bauzeit des Hafens zwischen 1914 und 1923 und steht

unter Denkmalschutz. Welche Dacheindeckung hier

zum Einsatz kommen durfte, war daher mit der Denkmalpflege

abzustimmen. Im Original waren die Gebäude

im Westhafen mit anthrazitfarbenen Flach-

dachpfannen eingedeckt gewesen. Der Dachziegel

Premion des Herstellers Creaton in der anthrazit engobierten

Nuance-Ausführung kam dem alten Dachbild

am nächsten. Nachdem die Denkmalpflegebehörde

schon bei einem früheren Bauabschnitt für den

Premion grünes Licht gegeben hatte, schrieb Architekt

Tom Keller vom Architekturbüro stars von Alvensleben,

Keller & Partner für die Westhafenstraße 1 aufgrund

dieser guten Erfahrung von vorneherein diesen

Ziegel aus.

Massivdach als Untergrund für weitere Arbeiten

Für die Ausführung der Dacharbeiten ging der Zuschlag

an die Glock & Co. Kirchmöser Bau GmbH aus

Brandenburg-Plaue. Die Dachdeckerabteilung unter

Leitung von Bauleiter Frank Schulz erhielt den Auftrag,

die 4000 m² große Dachfläche komplett zu erneuern

und energetisch auf den Stand der aktuellen EnEV

zu bringen. Eine Besonderheit des Gebäudes: Es gibt

keinen klassischen Dachstuhl aus Holz, sondern ein

Massivdach aus Beton, bei dem Betonrippen die Lattung

ersetzen. Auf diesen Untergrund wurden 120 mm

dicke kaschierte PU-Wärmedämm-Elemente verlegt

und anschließend Lattung und Konterlattung aufgebracht.

Mit den Premion- Flächen-, First- und Ortgangziegeln

hatten die Dachdecker schon bei früheren

Objekten gute Erfahrungen gemacht. Die jeweils drei

Giebel und vier Schleppgauben auf jeder Seite des

Firstes boten handwerklich keine Schwierigkeiten –

die einzige Herausforderung war die große Fläche, auf

der ein sauberes Deckbild zu erzielen war. Bei einem


Bautafel

Objekt Umbau Speichergebäude Westhafenstraße 1,

Berlin

Bauherr BEHALA Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft

mbH, Berlin

Architekt Dipl.-Ing. Tom Keller, Architekturbüro

„stars von Alvensleben, Keller & Partner“, Berlin/

Mailand

Ausführung Glock & Co. Kirchmöser Bau GmbH,

Brandenburg

Produkte Premion Nuance anthrazit engobiert

(Fläche 4000 m²), „Signum“-Dunstrohrhauben

Hersteller Creaton AG, Wertingen

Ziegelverbrauch von 11,9 Stück auf einen Quadratmeter

kommen immerhin fast 50 000 Flachdachziegel

zusammen. „Mit einer verarbeitungsfreundlichen flexiblen

Deckbreite von 6 mm und einer Decklänge von

9 mm war das aber kein Problem“, so Bauleiter Frank

Schulz. Keramische Signum-Dunstrohrhauben von

Creaton, im gleichen Design wie die Flächenziegel,

komplettierten das harmonische Bild in vollkeramischer

Qualität.

Ausgeklügelte Kopf- und Fußverfalzung

Dass die Wahl auf den bei über 1100 °C im sogenannten

Keralis-Verfahren hergestellten und durchgefärbten

Premion fiel, war nicht nur eine Entscheidung für

ein Deckbild mit optisch ansprechender weicher Linienführung.

„Wir wollten ein besonders langlebiges

Premium-Produkt mit höchster Widerstandsfähigkeit

gegen Witterungseinflüsse“, so Bauleiter Frank

Schulz. Selbst starkem Frost kann der Ziegel – wie in

einem externen Prüfverfahren nachgewiesen wurde

– mühelos widerstehen.

Die ausgeklügelte Kopf- und Fußverfalzung in Labyrinthtechnik

verleiht diesem Flachdachziegel eine

effektive Wind- und Wasserführung auch bei starkem

Winddruck und somit eine hervorragende Regeneintragsicherheit.

Die ist sogar bis zu einer Dachneigung

von nur 10° gegeben. Eine Eigenschaft, die sich am

Westhafen vor allem bei den extrem flach geneigten

Schleppgauben bewährte. Schließlich gilt Arbeiten

und Leben am Wasser nicht nur in der Hauptstadt als

schick. Aber nur, solange das Wasser vor der Tür bleibt

und ein sicheres Dach das Gebäude auch „vor Wasser

von oben“ schützt.

Autor

Michael Scheklies ist Fachberater bei Creaton und betreute das

Projekt Dachsanierung Westhafenstraße 1.

Baubericht DACH

Drei Giebel gliedern das

langgestreckte Gebäude.

Die anthrazit engobierten

Flachdachziegel

ergeben einen schönen

farblichen Kontrast zum

warmen Rot der Klinkerfassade

Harmonisches Bild:

Der Dachziegel Premion

gibt der Dachfläche

eine lebendige Oberflächenstruktur

mit

ansprechender weicher

Linienführung

4.2011

25


DACH Ausführung + Montage

„Ein Dach, das sich refinanziert“

Mit dem In-Dach-System Solarwatt Easy-In wird die bisherige Dacheindeckung ersetzt und zugleich umwelt-

freundliche Sonnenenergie zur Stromerzeugung genutzt. Eine Möglichkeit, dem sich das Dachdeckerhandwerk

nicht verschließen sollte. Im Interview erklärt Michael Neumann die Besonderheiten des Systems.

Michael Neumann ist

Vertriebsingenieur und

hat Easy-In mitentwickelt.

Der 30-jährige ist

bei der Solarwatt AG für

den Bereich Indachsysteme

verantwortlich

Komplett integriert:

auch Dachfenster lassen

sich problemlos in das

System einbinden

Fotos: Solarwatt

26 4.2011

Was macht das Easy-In System interessant für

Ihre Kunden?

Das Easy-In System ist ein sogenanntes In-Dach-System.

Ein Bauherr profitiert davon gleich doppelt – zum

einen, weil das Solarsystem die herkömmliche Dacheindeckung

ersetzt. Die Kosten dafür entfallen also.

Zum anderen erzeugt Easy-In umweltfreundlichen

Sonnenstrom, der selbst genutzt oder in das Netz eingespeist

werden kann. Dafür erhält der Betreiber einer

solchen Solaranlage eine Vergütung entsprechend dem

Einspeisegesetz (EEG).

Kann der Betreiber die Investitionskosten steuerlich

geltend machen?

Ja, er profitiert von der steuerlichen Gleichbehandlung

von Indach- und Aufdachanlagen, denn er kann

die Investitionskosten für eine In-Dach-Anlage über

20 Jahre abschreiben, und nicht, wie früher üblich,

über einen Zeitraum von bis zu 50 Jahren. Ein Bauherr,

der sich für Easy-In entscheidet, erhält damit ein

Dach, das sich selbst refinanziert.

Für welche Dachformen eignet sich das Easy-In System?

Es handelt sich um ein Solarsystem speziell für

Schrägdächer mit Holzunterbau. Es eignet sich für

viele unterschiedliche Dachtypen und Neigungswinkel

von 22 bis 65 Grad. Das System erfüllt alle technischen

Normen für Brandschutz, Regensicherheit sowie die

Einwirkung von Wind, Schneelasten und Hagel. Und

es ist deutlich leichter als eine „klassische“ Dachhaut.

Eine herkömmliche Ziegeleindeckung wiegt pro Quadratmeter

über 40 Kilogramm; soll darauf noch ein

Solarsystem montiert werden, kommt dazu noch das

Gewicht der Solarmodule und des Befestigungssystems.

Unsere Solarmodule hingegen bringen lediglich

15 Kilogramm pro Quadratmeter auf die Waage und

damit auch auf das Dach.

Sprechen Sie mit Ihrem System denn die Elektroinstallateure

beziehungsweise Solarteure an oder den

Dachdecker?

Sowohl als auch. Bei der Installation einer Indachanlage

wird das Fachwissen beider Gewerke benötigt.

Deshalb wurden schon bei der Entwicklung des Easy-

In von Solarwatt über unseren Partner cms-Energiesysteme

Elektroinstallateure und Dachdecker einbezogen.

Auch die praktische Umsetzung funktioniert

bestens: Entweder besitzt der Installateur als Solarteur

entsprechende Fachkenntnisse auf beiden Gebieten

oder Dachdecker und Elektroinstallateure arbeiten

Hand in Hand. Besonders im Bereich der

Dachanbindung der Photovoltaik-Anlage zum Restdach

ist das Fachwissen des Dachdeckerhandwerks

von großer Bedeutung.

Was unterscheidet Easy-In von anderen Systemen auf

dem Markt?

Im Unterschied zu allen anderen In-Dach-Solaranlagen

benötigt unser System kein zusätzliches Gestellsystem.

Diese Funktion ist schon in den Modulrahmen

integriert, der mit Sogsicherungen an der Dachlattung

verschraubt wird. Das Modul fungiert sozusagen als

Dachersatz.

Wie erfolgt die Montage?

Die Montage ist sehr einfach: Die Module werden mit

dem oberen Modulrahmen in die Dachkonstruktion

eingehängt und dann über eine Nut-Feder-Verbindung

ineinander geschoben, dann noch verschraubt, fertig.

Man benötigt wenig Werkzeug und spart Material,

Montagezeit und Kosten. Das gesamte Modulfeld wird

in die Dacheindeckung wie ein Dachfenster durch Einblechen

eingebunden.

Wenn die Sonne auf ein solches Dach scheint, dann erwärmt

sich die Dachhaut. Bei Solarmodulen ist das nicht

erwünscht, denn bei steigenden Modultemperaturen

sinkt der Stromertrag. Gibt es Abhilfe?

Unser Solarsystem ist gut hinterlüftet. Hinter den Solarmodulen

erwärmt sich die Luft und steigt nach oben,

wo sie über den sogenannten Lüftungsfirst entweichen

kann. Dadurch entsteht ein Sog, der beständig kühlere


Ausführung + Montage DACH

Ein Monteur setzt zur Verbesserung der Wärme und Kondensat

abführenden Hinterlüftung spezielle Lüftungsziegel ein

Luft durch Lufteinlässe traufseitig nachströmen lässt.

Diese herkömmliche Hinterlüftung wird außerdem

durch zusätzliche Hinterlüftungsöffnungen im Modulrahmen

optimiert, so dass die Effizienz und somit die

Stromausbeute noch einmal erhöht werden.

In welcher Form ist das Easy-In System erhältlich?

Wenn gewünscht, kann der Dachdecker das System

natürlich selbst konfigurieren. Aber wir bieten das

neue In-Dach-System auch als Komplettpaket inklusive

aller notwendigen Teile, Wechselrichter und Kabel

an. Diese Pakete gibt es in drei Größen – 3 kWp, 5 kWp

und 10 kWp, das entspricht zwölf, 20 und 40 Modulen.

Die Pakete beschleunigen die Lieferung und verringern

den logistischen Aufwand.

Easy-In System gibt es in drei Grundvarianten – mit

polykristallinen ebenso wie mit den leistungsstärkeren

monokristallinen Modulen sowie in der ästhetisch

anspruchsvollen Version Black, bei der das komplette

Modul in Schwarz gestaltet wird. Und weil Dachflächen

begrenzt sind, verfügen die Solarmodule über

eine hohe Leistungsdichte von bis zu 144 Watt pro

Quadratmeter.

Gibt es Schulungen für die Montage des Systems,

beraten Sie die Dachhandwerker?

Monatlich bieten wir im Unternehmen Schulungen

sowohl für Elektroinstallateure als auch für Dachdecker

an. Die kostenfreien ganztägigen Veranstaltungen

vermitteln theoretische Kenntnisse, Höhepunkt

ist jedoch die Mustermontage des Solarwatt-Easy-In

an einem originalgroßen Dachmodell. Dazu gibt es

ergänzende Informationen zu Themen wie Blitzschutz

oder Photovoltaik-Versicherungen.

Speziell zur Beratung von Dachdeckern kooperieren

wir mit dem Landesbildungszentrum des Sächsischen

Dachdeckerhandwerks in Bad Schlema. Die Mitarbeiter

dort unterstützen stets mit fachlichem Rat, beantworten

aber auch während der Schulungen vor Ort

Fragen beispielsweise zur Unterdachkonstruktion

oder Dachanbindung.

Herr Neumann, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

4.2011

27

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Neu!

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Ausland auf mehr als 70.000 m 2 und ein

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Wir freuen uns auf Sie!


DACH Ausführung + Montage

Einbau von Gullys mit Aufstockelementen

Hitze, Kälte, Windsog und Schwingungen – Gullys mit Aufstockelement müssen vielen Belastungen standhal-

ten. Fachgerecht eingebaut, tun sie dies auch. Aber mit den immer dicker werdenden Dachschichtenpaketen

kommen neue Herausforderungen auf die Produkte und den Verarbeiter zu.

Von Rainer Pieper

Nie ohne Winkeldichtring!

Wird er vergessen

oder schief eingesetzt,

droht Undichtigkeit

im Anschlussbereich

des Gullytopfes

Rechts: Nie ohne mechanische

Fixierung!

Auch der Kragen des

Anstauelementes muss

mechanisch in der Unterkonstruktionbefestigt

werden

28 4.2011

Um die geforderten Energieeinsparungen zu erfüllen,

werden die Dämmschichten auf Dächern immer dicker.

Flachdachgullys hat man deshalb mit Aufstockelementen

versehen, aber es gibt – bei immer größeren

Längen – oft Schwierigkeiten beim Einbau. Nur durch

fachgerechte Verarbeitung auf allen Ebenen kann

vermieden werden, dass der Gesamtaufbau „ins

Schwimmen kommt“ und Gullys mit Aufstockelement

in Schieflage geraten – mit den entsprechend unerwünschten

Folgen.

Gerät der Gully aus dem Lot, gibt

es Probleme

Dachschichtenwanderungen unterbinden

Ein häufiger Grund für Undichtigkeiten und Fehlfunktionen

bei Gullys mit Aufstockelement sind die

sogenannten Dämmstoffwanderungen. Kommen

Dachschichtenpakete ins Wandern, können sie ungeheure

Kräfte entwickeln. Und wenn sie wandern, dann

in der Regel zum Mittelpunkt des Daches, weil dies

der Punkt der größten Schwingung ist. Auf ihrer unerwünschten

Reise nehmen sie den Gully samt Aufstockelement

einfach mit, da er alle Relativbewegungen

des Daches mit macht beziehungsweise

mitmachen muss. Der Gully gerät in Schieflage, womit

seine Funktion und Dichtigkeit aus dem Lot geraten.

Dachschichtenwanderungen muss daher von Anfang

an, also schon bei der Montage, vorgebaut werden. In

der Regel erfolgt die fachgerechte Befestigung des

Dämmstoffpaketes durch sorgfältiges Verkleben.

Gullys brauchen Halt

Der ordnungsgemäße Aufbau des Dachschichtenpaketes

ist eine gute Basis für dichte Gullys. Aber auch

der Gully selbst muss solide fixiert werden, wenn er

nicht zum Sorgengully werden soll. Das Problem ist

nicht unbekannt und wird daher in den unterschiedlichsten

Regelwerken thematisiert. Auch die DIN

18531, Teil 3, Pkt. 8.5, die sich auf ungenutzte Dächer

bezieht, lässt hier keinen Interpretationsspielraum.

Sie fordert: „Dachabläufe und Notüberläufe sind so

einzubauen, dass sie sich durch Relativbewegungen

zwischen Dachuntergrund und Dachabdichtung nicht

so weit schräg stellen oder verschieben, dass eine Beeinträchtigung

der Entwässerungsfunktion entsteht.

Der Grundkörper muss mit dem Untergrund verbunden

werden.“ Das Phänomen des schief gestellten

Gullys tritt statistisch gesehen öfter bei ungenutzten

Dächern auf, die in Leichtbauweise erstellt wurden.

Betondächer scheinen Unachtsamkeiten während des

Einbaus leichter zu verzeihen, was aber nicht dazu

führen darf, hier die Fachregeln zu missachten.

Richtige Befestigung von Verstärkungsblechen ist Pflicht

Tauchen Probleme auf, sind sie oft auf die gleichen

Ursachen zurückzuführen. Pauschal lässt sich sagen,

dass es sich in der Regel um mangelnde Befestigung

handelt. Bei Stahltrapezprofil-Unterkonstruktionen

ist der Einsatz eines Verstärkungsbleches im Durchdringungsbereich

ein absolutes Muss. Deshalb weist

die Sita Bauelemente GmbH in ihren allgemeinen

Einbauhinweisen und Planungsunterlagen noch einmal

ganz deutlich auf diesen so wichtigen Stabilisierungsfaktor

hin. Damit das Verstärkungsblech ganze

Arbeit leisten kann, muss es gemäß DIN 18077 mit


Ausführung + Montage DACH

der Unterkonstruktion verschraubt werden. Ebenso wichtig ist

es, das Loch im Verstärkungsblech sorgfältig der Gullygröße anzupassen.

Ein zu großer Ausschnitt im Verstärkungsblech kann

Gullytopf und -kragen keinen richtigen Halt geben. Ist der Gully

eingepasst, muss auch er mechanisch fixiert werden. Zugelassene

Schrauben, die durch den PUR-Kragen in das Verstärkungsblech

geschraubt werden, sichern die dauerhafte Verbindung.

Alles fest – alles dicht

Ist die Dampfsperre mit dem Flansch oder der Anschlussmanschette

des Dachgullys verklebt, beziehungsweise verschweißt,

kommt der nächste für die Reklamationsfreiheit wichtige Arbeitsschritt:

das Einsetzen des Winkeldichtrings. Dieses Dichtungselement

zwischen Gully und Aufstockelement ist entscheidend für

die Rückstausicherheit des Gullyaufbaus. Es lohnt sich, diesem

Arbeitsschritt volle Aufmerksamkeit zu schenken. Der Winkeldichtring

wird so in den Gullykörper eingesetzt, dass die obere

überstehende Lippe absolut plan auf dem Kragenrand aufliegt.

Jetzt kann die Wärmedämmung aufgebracht werden und im Bereich

des Gullytopfes die Kontur des Aufstockelementes ausgeschnitten

werden. Um eine optimale Wärmedämmung zu erzielen,

sollte darauf geachtet werden, ein passgenaues Negativprofil des

Aufstockelementes zu erstellen.

Befestigung des Aufstockelementes

Wird jetzt das Aufstockelement in den Gully eingesetzt, so ist darauf

zu achten, dass es so tief eingeschoben wird, dass es mindestens

bündig mit der Unterkante des Winkeldichtrings ist. Mangelnde

Überlappung der beiden Gully-Elemente geht zu Lasten der Stabilität

und Dichtigkeit. Aber Achtung bei abgewinkelten Gullys! Wer

hier des Guten zu viel tut und sie zu tief einschiebt, der versperrt

den Abfluss. Der freie Abfluss, beziehungsweise der Abflussquerschnitt

des Basisgullys, muss erhalten bleiben. Um die Konstruktion

fest zu verankern, wird jetzt auch der Kragen des Anstauelementes

mechanisch in der Unterkonstruktion befestigt.

Fazit: Fachgerecht arbeiten, damit nichts schief geht

Komplexe Dachaufbauten sind als Gesamtprodukt zu sehen. Verarbeiter,

die sich auf allen Ebenen gewissenhaft an die anerkannten

Regelwerke und Vorschriften halten, bekommen die

größtmögliche Sicherheit, dass sich nichts mehr schief stellt. Es

lohnt sich, vor Beginn der Dacharbeiten einen Blick in die Arbeits-

und Planungshilfen zu werfen, die die Industrie zur Verfügung

stellt. Wer hier ein wenig Zeit investiert, kann es sich sparen, sich

später mit lästigen Reklamationen zu befassen.

Autor

Rainer Pieper ist Prokurist und technischer Leiter der Sita Bauelemente

GmbH.

Gully in Schieflage:

hier wurde der Gully

von einem wanderndenDämmstoffpaket

mitgerissen

und in eine Schieflage

gebracht, in der

er seine Funktion

nicht mehr richtig

erfüllen kann

29

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Das Allzweck-

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mit extremer

Klebkraft

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DACH Praxistipp

Windsogberechnung Schritt für Schritt

Seit diesem Jahr gilt die neue Fachregel für das Dachdeckerhandwerk zur Windsogberechnung. Um dem

Handwerker das Leben leichter zu machen, wurden von verschiedenen Anbietern Software-Tools entwickelt.

Der Artikel zeigt, wie sich der Handwerker mit einem dieser Tools online zurechtfinden kann.

Von Hans Jürgen Krolkiewicz

Windzonenkarte

Deutschland

Grafik: FOS

30 4.2011

Seit dem 1. März 2011 gibt es nun die entscheidende

Ergänzung zum Regelwerk des Deutschen Dachdeckerhandwerks.

In der Fachinformation „Windlasten

auf Dächern mit Dachziegel- und Dachsteineindeckungen“

wurden die Windlasten neu definiert, die Dachbereiche

neu eingeteilt und die Anforderungen an die

Befestigungen enorm erhöht. Mit der neuen Fachinformation

müssen nicht nur wesentlich größere Teilflächen

der Steildächer verklammert werden, sondern

zudem auch Dächer, die sich in den Windzonen 1 und

2 befinden.

Das Thema ist für viele Handwerker neu

Viele Verarbeiter müssen sich zum ersten Mal mit

diesem Thema auseinander setzen und es stellen sich

dadurch viele Fragen. Wann und wie viel muss geklammert

werden? Welche Sturmklammer ist für das jeweilige

Objekt zugelassen? Worauf muss ich bei der

komplizierten Windsogberechnung achten?

Der Hersteller von Befestigungssystemen zur Windsogsicherung

von Dach und Fassade,

Fr. Ossenberg-Schule +

Söhne GmbH + Co KG (FOS),

macht es dem Vera-rbeiter

einfach. Auf www.fos.de

bietet der Hersteller ein

Berechnungstool, mit dem

fast jeder auf dem Markt

erhältliche Dachziegel

oder Dachstein in Kombination

mit den

passenden Sturmklammern

berechnet

werden kann. Dies ist

möglich, weil FOS seit

Jahrzehnten die vielen

unterschiedlichen Dachpfannen in

Kombination mit den neuesten

Sturmklammern auf eigenen

Testanlagen prüft und die

Ergebnisse in eine Datenbank

einspeist. Die riesige

Datenbank berechnet sogar

selten verlegte Formen oder

Altdeckbaustoffe. Im Einzelfall

bietet FOS an, auf Anfrage auch

für ausländische Sonderformen, eine fachgerechte

Berechnung zu liefern.

In nur drei Schritten und mit wenigen Eingaben bekommt

der Nutzer alle nötigen Angaben, um fachregelgerechte

Sturmklammern auswählen und sie nach

dem entsprechenden Verlegeschema einsetzen zu

können.

1. Im ersten Schritt sind folgende Angaben nötig:

� Name des Dachpfannenherstellers oder Dachpfanne

� Dachziegel / Dachstein

� Lattung

Ergebnis: Nach Eingabe der oben genannten Daten

werden alle für die Dachpfanne zugeordneten Klammern

angezeigt. Auf der rechten Seite zeigt eine Ampel

an, in welchen Windzonen die Klammer eingesetzt

werden kann.

Durch das Anklicken des Buttons der gewünschten

Klammer jeweils über der Ampel kann nun eine Einzelfallberechnung

durchgeführt werden.

2. Im zweiten Schritt sind folgende Eingaben

erforderlich:

� PLZ, Ort oder direkt die Windzone


Eine Kennzeichnung, wann sich das Objekt im Binnenland

oder an der Küste oder über 800 m über NN

befindet

Screenshots: FOS


Praxistipp DACH

� die Dachform

� Dachneigung und Art der Deckunterlage

� die Gebäudehöhe

Ergebnis: Nach Eingabe der Daten wird das Verlegeschema

für jeden Dachbereich angezeigt. Wem das

bereits ausreicht, kann dieses Ergebnis mit dem Namen

des Bauvorhabens abspeichern und als PDF ausdrucken.

3. Der dritte und letzte Schritt bringt den größten

Nutzen. Hier ...


... klickt der Nutzer auf Dachbereiche / Stückzahlen

und gibt die Giebel- und Trauflänge ein

Ergebnis: Jetzt wird ihm ein ausführliches Klammerschema

inklusive genauer Dachbereichseinteilung

und der jeweiligen Klammerstückzahlen pro Dachbereich

angezeigt. Auch dieses Ergebnis kann als PDF

abgespeichert und ausdruckt werden.

Fazit: Mit dem Berechnungstool geht es einfach

Anstatt Zeit und Nerven am Schreibtisch zu lassen,

kann der Verarbeiter das komplizierte Rechnen anderen

überlassen und dafür mehr Zeit auf dem Dach

verbringen.

Autor

Hans Jürgen Krolkiewicz ist Sachverständiger, Buchautor, lebt in

Köln und publiziert als freier Journalist Themen aus dem Baubereich.

4.2011

31


DACH Praxistipp

Clevere Ideen gegen Herbstlaub

Der Herbst ist da und damit fallen die Blätter. Und auch wenn es schön aussehen mag, für Hausbesitzer (und

auch für Dachdecker) bedeuten fallende Blätter meist viel Arbeit. Handelt es sich im Garten vor allem um ein

kosmetisches Problem, können von verstopften Dachrinnen und Fallrohren echte Gefahren ausgehen.

Von Tanja Schwarz

32 4.2011

Laubschutz-Produkte

ersparen gefährliche

Reinigungsarbeiten

Foto: istockphoto / Sharon

Meredith

Die Probleme kommen mit dem Blätterfall. Zum einen

für die Gesundheit – Hausbesitzer, die mit der Leiter

versuchen, die Blätter aus der Rinne zu holen, können

sich bei einem Sturz von der Leiter verletzten – zum

Vor Montage der Laubschutz-Produkte müssen

die Regenrinnen gereinigt werden

Stabile, rostfreie und

witterungsbeständige

Laubschutzgitter aus

Edelstahl

Foto: Grömo

anderen sind sie technischer Natur, denn durch überlaufende

Dachrinnen kann es zu kostspieligen Schäden

an der Bausubstanz kommen, sollte sich das Regenwasser

einen Weg ins Gebäude suchen. Die Folgen

können verschmutzte Fassaden oder gar Schimmelbildung

in den Wohnungen und Häusern sein. Gefährlich

kann es auch bei Frost werden, wenn sich zwar

schöne, aber bedrohliche Eiszapfen bilden, die eine

Verletzungsgefahr darstellen.

Das Dach winterfest machen

Wer Regenrinnen und Fallrohre also nicht vom unerwünschten

Laub befreit, riskiert zeit- und kostenintensive

Gebäudeschäden, die anschließend aufwändig

ausgebessert werden müssen. Für diejenigen, die Dachrinnen

und Fallrohre nicht regelmäßig von Hand reinigen

möchten, gibt es professionelle Laubschutz-Produkte,

die ein Eindringen des Laubes in die Dachrinne

verhindern. Führende Dachentwässerungsspezialisten,

wie beispielsweise Grömo, bieten verschiedene Produkte

im Fachhandel an, die sich einfach und schnell

vom Handwerker montieren lassen.

„Wir arbeiten kontinuierlich an einem durchdachten

System, das wir Handwerkern an die Hand geben können,

um Hausbesitzern ideale Lösungen zum Schutz

von unerwünschtem Laub in Regenrinnen und Fallrohren

anzubieten“, sagt Roland Jürgens vom Produktmanagement

bei Grömo. So würden sich Laubschutzgitter,

Rinnenseiher sowie Fangkörbe in

Fallrohren einfach montieren lassen und böten einen

optimalen Schutz vor fallenden Blättern, Ästen und

andrem Schmutz. Das gesamte Laubschutz-Sortiment

ist über den Fachhandel erhältlich.

Bevor geeignete Laubschutz-Produkte zum Einsatz

kommen können, sollten die Regenrinnen und Fallrohre

vom Schmutz befreit werden. Dies lässt sich am einfachsten

mit einer runden Gartenschaufel machen, die

sich durch ihre Form der Dachrinne anpasst.

Dabei sollte stets darauf geachtet werden, dass der angehäufte

Schmutz nicht in die Fallrohre gelangt. Das

Entfernen des Schmutzes sollte daher immer in entgegengesetzter

Richtung des Fallrohres erfolgen. Vor der

Montage des Laubschutzes müssen die Regenrinnen

und Fallrohre mit ausreichend Wasser gespült werden,

um den reibungslosen Einbau zu gewährleisten.


Einfache Montage der Laubschutzgitter: zuschneiden, einlegen und unter der

Wulstfeder einschnappen lassen

Laubschutzgitter aus Edelstahl bieten sicheren Schutz

Wartungsfreie Lösungen auf dem Dach, die einen dauerhaften

Schutz vor Laubschäden bieten, gibt es mit

Laubschutzgittern aus Edelstahl. Sie behalten im

Sommer wie im Winter ihre Form (witterungsunempfindlich)

und sind rostfrei. Kunststoffvorrichtungen

hingegen sind oft zu leicht, halten stärkeren Belastungen

durch Äste, Schnee oder ähnlichem nicht Stand

und neigen dazu, bei starkem Wind aus der Regenrinne

zu rutschen. Zudem gewährleistet das filigrane

Edelstahldrahtgitter, dass auch bei starkem Laubfall

eine hohe Wasserdurchlässigkeit möglich ist. Edelstahl-Produkte

lassen sich mit allen Dachrinnenmetallen

kombinieren, haben eine hohe UV-Beständigkeit

und somit eine längere Lebensdauer als Produkte

aus Kunststoff.

Unkomplizierter Einbau

Die Wirkungsweise ist simpel: Blätter, die vom Dach

in die Regenrinne rutschen oder hineingeweht werden,

bleiben auf dem Laubschutzgitter liegen, trocknen und

werden vom Wind wieder fortgeweht. Einfach ist auch

der Einbau: die angebotenen Laubschutzgitter eignen

sich für alle gängigen Regenrinnen und lassen sich

ohne großen Aufwand auf die gewünschte Länge zuschneiden

und anschließend einlegen.

Doch nicht nur die Regenrinnen sollten vor dem herabfallenden

Laub geschützt werden, sondern auch die

Fallrohre. Als Lösung bietet Grömo Rinnenseiher an,

die sich schnell, einfach und problemlos in die Einhangstutzen

oder Fallrohre einstecken lassen. Die

Rinnenseiher passen in alle gängigen Stutzen mit

einem Durchmesser von 75 bis 150 Millimetern. Erhältlich

ist der Rinnenseiher sowohl aus filigranem

Edelstahl als auch aus hochwertigem Kupfer.

Praxistipp DACH

Herabfallendes Laub wird vom Wind vom Laubschutzgitter wieder weggetragen

Fotos: Grömo

Herausnehmbare Laubfänger

gegen das Verstopfen

Als Lösung für alle, die nicht

aufs Dach steigen und die Wartung

lieber vom Boden aus

ausführen möchten, gibt es so

genannte Laubfänger, die vom

Handwerker an einer leicht

zugänglichen Stelle im Fallrohr

eingebaut werden. Dort

filtern die Laubfänger Regenwasser

und sammeln anfallendes

Laub und sonstigen

Schmutz in einem integrierten

Fangkorb. Zum Reinigen wird

dieser Fangkorb mit Hilfe des

Klappmechanismus herausgenommen

und entleert.

Auch hier sollte man darauf

achten, dass der Laubfänger aus

dem richtigen Material ist und

zur vorhandenen Dachentwässerung

passt. Er ist aus Zink

oder Kupfer erhältlich. Denn nur

wenn gleiche Materialien kombiniert

werden, verspricht das

eine lange Lebensdauer.

Autorin

Tanja Schwarz ist PR-Redakteurin bei der Bamberg Kommunikation

GmbH.

Die Fangkörbe lassen

sich zum Leeren einfach

aus dem Fallrohr entnehmen

4.2011

33


DACH Praxistipp

Sanierung des Daches – Teil 2: von außen

Angesichts ständig steigender Energiekosten entscheiden sich viele Bauherrn, ihr Dach im Zuge einer Sanie-

rung auch energetisch optimieren zu lassen. Wie aufwändig dies wird, hängt im Wesentlichen von der Aus-

gangssituation ab. Der zweite Teil des Artikels beleuchtet die Sanierung des Daches von außen.

Von Heinz-Peter Raidt

Vor Verlegung der

Aufdachdämmplatten

muss die Dampf- und

Luftsperre rundum

angeschlossen sein.

Auch enge Schlitze (z.B.

zwischen Sparren und

Giebelwand), müssen

gedämmt werden

Fotos: Dörken

34 4.2011

Wenn bereits ein Innenausbau vorhanden ist, gilt im

Prinzip das Gleiche wie bei der Sanierung von innen,

jedoch mit dem Unterschied, dass in aller Regel der

alte Innenausbau und eine gegebenenfalls vorhandene

Wärmedämmung demontiert werden müssen, bevor

mit der eigentlichen Sanierung begonnen werden

kann. Konsequenterweise müssten auch alle Einbauten

entfernt werden, die Einfluss auf die spätere

Energiebilanz des Dachraumes haben. Geschieht dies

nur in Teilen – zum Beispiel weil eine Kniestock- oder

Drempelwand stehen bleiben soll – so ist dieser Altbestand

nicht nur nachzudämmen. Vielmehr ist genau

zu überlegen, in welcher Form die Luftdichtheit auch

in diesem Bereich hergestellt werden kann. Bestehen

Zweifel in Bezug auf die Luftdichtheit der Wand, so

sollte im Zuge der Dämmmaßnahmen die Luftdichtheitsfolie

auch über diese Fläche gezogen werden.

Denn grundsätzlich gilt: nur verputztes Mauerwerk

ist luftdicht.

Wirtschaftlich wird die Dachsanierung dann, wenn sowieso

eine neue Dacheindeckung notwendig wird

All diese Maßnahmen sind natürlich nur dann durchführbar,

wenn die Bewohner während der Sanierungsarbeiten

in andere Räume umziehen können. Da dies

nicht immer möglich ist und die Umbaumaßnahmen

meist auch mit einer erheblichen Schmutzbelastung

einhergehen, werden viele bereits ausgebaute Dächer

von außen saniert. Wirtschaftlich wird diese Form der

Sanierung besonders dann, wenn sie mit einer ohnehin

erforderlichen Erneuerung der Dachdeckung verbunden

wird.

Verschiedene Möglichkeiten der Dämmung von außen

Auch in diesem Fall besteht die Aufgabe zunächst darin,

einen geeigneten Dämmstoff in der richtigen Dimensionierung

einzubauen. Bei ausreichender Sparrenhöhe

wird in aller Regel der gesamte Zwischenraum

bis zur Sparrenoberkante mit Dämmstoff gefüllt.

Reicht die Sparrenhöhe dabei nicht aus, um die Anforderung

der EnEV zu erfüllen, sollte man die Vor-

und Nachteile der folgenden Alternativen gründlich

abwägen.

Alternative 1

Man belässt es bei der Dämmung des Sparrenzwischenraums

und zieht zur Begründung den Abs. 4.1

e) aus Anhang 3 der EnEV heran: „Wird (…) der Wärmeschutz

als Zwischensparrendämmung ausgeführt

und ist die Dämmschichtdicke wegen einer innenseitigen

Bekleidung oder der Sparrenhöhe begrenzt, so

gilt die Anforderung als erfüllt, wenn die nach anerkannten

Regeln der Technik höchstmögliche Dämmschichtdicke

eingebaut wird.“ Damit verschenkt man

allerdings die Möglichkeit, mit relativ geringem Mehraufwand

die Energiebilanz deutlich zu optimieren.

Alternative 2

Man baut zusätzlich eine so genannte Unterdämmbahn

ein. Diese drei Zentimeter dicke Kombination

aus Unterdeckbahn und Wärmedämmung verbessert

nicht nur den U-Wert; sie entschärft zugleich

auch Wärmebrücken, die planerisch oft nicht

genügend beachtet werden, die Energiebilanz

aber empfindlich beeinträchtigen können.

Das Risiko von Wärmebrücken besteht

im Dachbereich – wie bereits erwähnt – bei

Ortgang- und Innenwänden oder Traufenausmauerungen.

Eine über die vorhandenen Sparrenoberkanten

geführte Unterdämmbahn überdeckt

auch diese Mauerkronen und entschärft diese potentiellen

Wärmebrücken deutlich. Im Idealfall wird die

Bahn am Ortgang sogar noch ein Stück an der Giebelwand

nach unten geführt, sofern nicht im Zuge der

Sanierung auch die Fassade gedämmt wird.


Alternative 3

Eine Alternative zur wärmedämmenden Unterdeckbahn

ist die Auffütterung. Dabei wird der Sparren mit

einem Brett oder einer Latte auf die Höhe gebracht, die

den Einbau einer Zwischensparrendämmung in gewünschter

Höhe erlaubt. Nachteil dieser Methode ist,

dass das Holz, das zur Auffütterung verwendet wird,

einen relativ schlechten Dämmwert hat. Um die gleiche

Wirkung zu erzielen wie bei einer Unterdämmbahn,

muss die Auffütterung deshalb höher ausfallen.

Alternative 4

Zusätzlich zur Zwischensparrendämmung kann eine

zweite Dämmschicht oben auf die Sparren gelegt wer-

den. Dabei ist allerdings zu beachten, dass bei aufeinander

liegenden Dämmstoffschichten die Dampfsperre

immer ganz unten sein sollte. Wird die Folie zwischen

die Dämmlagen gebracht, besteht das hohe Risiko der

Kondenswasserbildung unterhalb der Folie.

Alternative 5

Die letzte Möglichkeit ist die reine Aufsparrendämmung.

Hiermit lassen sich Wärmebrücken am besten

vermeiden. Der Nachteil ist jedoch, dass die gesamte

Konstruktion deutlich angehoben wird, wodurch Anschlussprobleme

zum Beispiel an Gauben oder Kaminen

entstehen können. Bei Reihenhäusern wird zudem

die Optik einer einheitlichen Dachlinie gestört.

Praxistipp DACH

Auch bei der Aufsparrendämmung

muss

zunächst die Luftdichtheitsschicht

fachgerecht

verlegt sein, bevor die

Platten aufgelegt werden

können

Eine Unterdämmbahn

wird über die Mauerkrone

und die Sparren

verlegt und verhindert

somit Wärmebrücken

Links: Bei der Sanierung

von außen sind

Sanierungsdampfbremsen

mit variablem

Diffusionswiderstand

inzwischen Standard

4.2011

35


DACH Praxistipp

Rechts: Die unge-

dämmte Mauerkrone

am Ortgang lässt den

Schnee schmelzen, ein

Zeichen für hohe Energieverluste

Fotos: Dörken

Eine über die Sparrenoberkanten

geführte

Unterdämmbahn überdeckt

auch die Mauerkronen

und entschärft

diese potentiellen Wärmebrücken

deutlich

36 4.2011

Luftdicht, aber wie?

Für alle genannten Maßnahmen bei der Sanierung

von außen gilt natürlich auch die Verpflichtung zur

Herstellung der Luftdichtheit. Denn die Forderung

der DIN 4108-2 Abs. 4.2.3, dass Außenbauteile nach

den allgemein anerkannten Regeln der Technik luftdicht

ausgeführt werden müssen, gilt grundsätzlich

und nicht nur für den Neubau. Für die Alternativen 1

bis 4 sind so genannte Sanierungsdampfbremsen mit

variablem Diffusionswiderstand inzwischen Standard.

Der Grund: Wenn vorhandene Innenbekleidungen

erhalten bleiben sollen, wird die Luft- und Dampfsperre

nach dem Ausräumen der Sparrenfelder in aller

Regel schlaufenförmig über Sparren und Innenbekleidung

verlegt. Da sie dabei auch die Außenseite des

Sparrens überdeckt, entsteht bei kälteren Außentemperaturen

zwischen Holz und Bahn ein Tauwasserausfall.

Dieser kann sich bei Bahnen mit konstantem

s d -Wert aufaddieren und zur Schädigung der tragenden

Dachkonstruktion führen. Luft- und Dampfsperren

mit flexiblem s d -Wert dagegen gewährleisten

Mit der strukturviskosen Masse können auch komplizierte Anschlüsse

der Dampfbremse beziehungsweise Dampfsperre oder

auch Details an schwer zugänglichen Stellen sicher ausgebildet

werden

die Standsicherheit des Dachs. Eine solche Bahn hat

einen Wert zwischen 5,00 und 0,20 m. Den niedrigeren,

deutlich als diffusionsoffen geltenden s d -Wert, nimmt

die Bahn in Bereichen erhöhter Feuchtigkeit an, also

etwa im oberen Drittel des Sparrens, der Region des

Tauwasserausfalls.

Hilfe bei schwierigen Detailarbeiten

Bei der Aufdachdämmung erscheint die Verlegung der

Luft- und Dampfsperre auf den ersten Blick einfacher,

da sie nur glatt über die Sparren gezogen werden

muss. Aber auch hier steckt der Teufel im Detail, was

bedeutet: Die Anschlüsse an den Rändern müssen

dicht ausgebildet werden. Dafür muss zunächst jedoch

eine Grundlage geschaffen werden. So ist raues Mauerwerk

mit einem Glattstrich zu versehen, bevor daran

angeschlossen werden kann. Auch an der Traufe

ist der Anschluss nicht leicht herzustellen. Wenn man

sich nicht zur Radikalkur entschließt und alle Sparren

bündig mit dem Außenputz abschneidet, müssen alle

Sparren und Pfetten, die die Luftdichtheitsschicht

durchdringen, allseitig luftdicht eingebunden werden,

um die oben liegende Folie mit dem unten liegenden

Mauerwerk zu verbinden.

Speziell für solche schwierigen Details wurde eine

Funktionsbeschichtung entwickelt, mit der nicht nur

der Glattstrich entfallen kann, sondern auch die Folieneinfassungen

der durchdringenden Bauteile. Mit

der strukturviskosen Masse ist es möglich, auch komplizierte

Anschlüsse der Dampfbremse beziehungsweise

Dampfsperre oder auch Details an schwer zugänglichen

Stellen sicher auszubilden. Aufwändige

Folienmanschetten und komplizierte Bänderverklebungen

werden damit nahezu überflüssig.

Autor

Heinz-Peter Raidt ist Leiter der Anwendungstechnik bei der Dörken

GmbH & Co. KG.


Modern und klassisch

Dunkle Dacheindeckungen

liegen im Trend. Mit dem neuen

Dark FalZinc von Kalzip

lassen sich moderne Dachflächen

alternativ in dunkler

Metalldeckung ausführen.

Die zeitlos-elegante Anmutung

klassischer Naturmaterialien

bleibt dabei erhalten.

Mit der Metalldeckung lassen

sich Kontraste inszenieren

oder Akzente bei der Gestaltung

setzen. Kombiniert zum

Beispiel mit einer weißen

Putzfassade wirkt das dunkle

Dach wie ein moderner Kontrapunkt.

Kalzip Falzbares Aluminium

ist ein Bauprodukt, das speziell

für Dachdeckungen und

Fassadenbekleidungen in tra-

Eine Sanierungsmethode für alte Bitumendächer

kommt aus dem Hause Luxmetall

mit Metalldachplatten in Ziegeloptik.

Der Vorteil: die Ziegel werden über

das noch vorhandene Bitumendach verbaut,

das alte Dach muss also nicht entsorgt

werden. Das funktioniert auch bei

Faserzementplatten, sofern sie nicht asbesthaltig

sind. Möglich wird diese Methode

durch das geringe Gewicht des Metalls,

das außerdem dafür sorgt, dass alte

Dachstühle nicht extra verstärkt werden

ditioneller Klempnertechnik

entwickelt wurde. Neben

Dark FalZinc stehen die Oberflächenvarianten

FalZinc,

falzbares Aluminium mit vorbewitterter

Zinkoberfläche,

und TitanSilber, falzbares

Aluminium mit elegantem

Silberton zur Verfügung. Das

seewassserfeste Aluminium

besitzt laut Hersteller eine

extrem hohe Korrosionsbeständigkeit.

Kalzip GmbH

56070 Koblenz

Tel.:0261/9834-0

germany@kalzip.com

www. kalzip.com

Ohne Entsorgungskosten sanieren

Das Luftdichtsystem Rockfol

für die Innenanwendung – bestehend

aus Dampfbremsen,

Klebebändern und Dichtklebern

– ist eine Komplettlösung

mit aufeinander abgestimmten

Komponenten. Mit einem sd-

Wert von 0,25 m bis über 10 m

hat die Folie eine in allen Klimabereichen

wirksame Variabilität

des Diffusionswiderstands.

Die Dampfbremse Rockfol PE

ist nahezu dampfundurchlässig

mit einem sd-Wert > 100. Zur

Verklebung der Überlappungen

der Dampfbremsen wird das

müssen. So können Altbauten oder zum

Beispiel denkmalgeschützte Gebäude kostengünstig

saniert werden. Das Metall-

Machen Sie den Kuli zu Ihrem Gehilfen!

Außer Transportieren und Abrollen nun auch noch maßgenau ablängen!

Kuli Transport- und Abrollgerät mit Schere und Längenmeßeinrichtung.

Produkte DACH

Systemlösung für Luftdichtung

Klebeband Rockfol KB 1 verwendet.

Das ebenfalls einseitig

wirkende, allerdings dehnbare

Klebeband Rockfol KB 2 dient

der Verklebung von Anschlüssen.

Der Anschluss an bestehende

Bauteile und Mauerwerk

erfolgt mit der dauerelastischen

Klebemasse Rockfol DK.

Rockwool Mineralwoll GmbH

45966 Gladbeck

Tel.: 02043/408-0

info@rockwool.de

www.rockwool.de

dachsystem ist laut Hersteller einfach zu

montieren, witterungsbeständig, kratz-

und korrosionsfest. Die Metallziegel gibt

es in einer großen Auswahl an Formen

und Farben.

Luxmetall Deutschland GmbH

12589 Berlin

Tel.: 030/656607-0

info@luxmetall.de

www.luxmetall.de

K.N.O.L.L Metall- und Spenglertechnik · Tel +49 (0)7305 932873 · D–89185 Hüttisheim · www.knoll-spenglertechnik.de

4.2011

37


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DACH Produkte

Historisches mit modernen Mitteln

Erlus hat in seiner historischen Themenwelt

eine Auswahl an passenden Tondachziegeln für

das individuelle Sanierungsvorhaben zusammengefasst.

Die Ergoldsbacher Mönchpfanne

hat sich auf zahlreichen Kirchendächern bewährt.

Der Fränkische Rinnenziegel eignet sich

besonders für historische Dachflächen mit Regionalcharakter

und kann trocken verklammert

oder traditionell mit Mörtel gedeckt werden. Der

Ergoldsbacher Mönch- und Nonnenziegel ist mit

seinem Licht- und Schattenspiel ideal für individuelle

Dachgestaltungen und Mauerabdeckungen.

Es gibt sechs unterschiedliche Modelle

und auch Sonderformen wie zum Beispiel für

Kegeldächer. Der Ergoldsbacher Biberschwanzziegel

ist der Klassiker unter den historischen

Ziegeln. Er ist in Normal- und Sinterbrand erhältlich

und zeichnet sich durch eine hohe Flugschneesicherheit

aus.

Erlus AG

84088 Neufahrn

Tel.: 08773/180

info@erlus.com

www.erlus.de

Modulares Aufdachsystem

Das modulare Aufdachmontage-SystemGermanClick-Baukastensystem

besteht aus

pulverbeschichteten Aluminium-Profilen

und lässt sich mit

wenigen Befestigungspunkten

montieren. Bei dem System

werden zwei oder drei Module

in Reihe oder aber parallel angeordnet.

Die Montage gelingt

auf den unterschiedlichsten

38 4.2011

Dacheindeckungen. Für die

Verbindung mit dem Untergrund

stehen hierfür verschiedene

Formen an Ankern zur

Verfügung. Da die Module eine

geschlossene Oberfläche bilden,

bietet sich durch die Kaminwirkung

eine optimale Hinterlüftung.

Das modulare System

wurde speziell für Germansolar-Module

entwickelt.

Der Ergoldsbacher Biberschwanzziegel ist der

Klassiker der historischen Dachziegel

Foto: Erlus

Gelebter Denkmalschutz

Die klassischen historischen Dachziegelmodelle

sind der Mönch-Nonnen-Ziegel, der Krempziegel,

die Hohlpfanne und der Biberschwanzziegel.

Im Laufe der Zeit bildeten sich aus diesen

vier Grundformen zahlreiche Varianten heraus.

Die ersten drei Modelle lassen sich entwicklungsgeschichtlich

auf den römischen Leistenziegel

zurückführen; der Biberschwanz hingegen

ist von der Holzschindel abgeleitet.

Doch nicht alle Formen bleiben so lange erhalten

wie zum Beispiel der alte Biberschwanz. 1841

stellte der Falzziegel eine Wende in der Ziegelproduktion

dar. Mit ihm begann die industrielle

Fertigung. 1930 folgte die Flachdachpfanne als

Reaktion auf den Bauhaus-Stil als moderner

Dachziegel für das flach geneigte Dach. Im Verlauf

der letzten 100 Jahre sind mit dem Verschwinden

von über 98 Prozent der einst existierenden

Dachziegeleien auch viele Dachziegelmodelle

wieder vom Markt verschwunden. Erlus verfügt

über ein umfangreiches Standardprogramm historischer

Ziegel und fertigt zudem spezielle,

originalgetreue Nachbildungen.

Germansolar AG

03051 Cottbus

Tel.: 0355/494943-0

info@germansolar.com

www.germansolar.com


Mit einem Klick

Mit dem System Futura Siplex

führt die Donauer Solartechnik

vormontierte Kreuzverbinder

und Modulklemmen ein, die

mit speziellen Clips in die

Querträger eingeklickt werden

und automatisch einrasten. Die

Querträger zeichnen sich durch

ein geringes Gewicht aus, sind

aber trotzdem sehr stabil. Das

System kann mit sämtlichen

Dachbefestigungen von Donauer

kombiniert werden, es

lässt sich mit M10 Schrauben

und Muttern auf die vorhandene

Dachbefestigung montieren.

Alle Klemmen werden als vormontierte

Sets aus Klemme,

Moderne Dächer in Form und Farbe

Inbusschraube mit Vierkantmutter

und Siplex-Clip geliefert.

Besonders einfach ist die

Montage auf Ziegeldächern, da

hier auf dem Dachhaken der

Profilclip schon vormontiert ist.

Der Hersteller spricht von einer

Montage-Zeitersparnis von

20 Prozent gegenüber vergleichbaren

Systemen.

Donauer Solartechnik

82205 Gilching

Tel.: 08105/7725-0

info@donauer.eu

www.donauer.eu

Produkte DACH

Sanierungsziegel statt Asbest

Wenn der Dachstuhl noch in

Ordnung ist, die Eindeckung

aber nicht, sind Sanierungsziegel

mit entsprechenden

Verschiebebereichen gefragt.

Die Dachziegelwerke Nelskamp

stellen mehrere Dachziegelmodelle

mit großem

Verschiebespiel her. Die

sogenannten S- und Ü-Ton-

Dachziegel – S für Sanierungsziegel

und Ü für Überdecker

– verfügen über eine

variable Decklänge. Sie unterscheiden

sich in Form, Farbe

und Größe. Viele Asbest-belastete

Dächer stehen derzeit

immer noch zur Sanierung an,

hier empfiehlt Nelskamp den

Dachziegel Nibra DS 5. Er

passt in der Regel auf dieses

Dach, ohne die Lattung ändern

zu müssen. Und durch

sein geringes Gewicht von nur

ca. 6,8 kg werden von dem

Großflächen-Tondachziegel

auch keine besonderen Anforderungen

an die statische

Dachkonstruktion verlangt.

Dachziegelwerke Nelskamp

GmbH

46510 Schermbeck

Tel.: 02853/9130-0

vertrieb@nelskamp.de

www.nelskamp.de

Stark

Schon

..

Leicht

Onduline GmbH

Ostring 11 . 65205 Wiesbaden

Tel. ++49- 61 22 - 990-0

www.onduline.de


40

PRODUKTE SPEZIAL Lichtkuppeln und Dachfenster

Planungshinweise für Dachoberlichter

Die neue Arbeitsstätten-Richtlinie ASR A3.4

„Beleuchtung“ fordert, dass alle Arbeitsstätten

möglichst ausreichend mit Tageslicht

versorgt werden. Wie der Fachverband Tageslicht

und Rauchschutz e.V. (FVLR) mitteilt,

lässt sich diese Forderung bei Räumen

oder Hallen, die direkt unter einem Flachdach

liegen, durch den Einbau von Dach-

oberlichtern in Form von Lichtkuppeln oder

Lichtbändern leicht erfüllen. Sie leuchten

im Vergleich zu Fenstern auch Räume mit

großer Grundfläche und Raumtiefe gleichmäßig

aus, verursachen weniger Blendung

und werden in ihrer lichtspendenden Wirkung

durch die Verbauung umliegender

Gebäude weniger beeinträchtigt.

Allerdings sollten bei der Projektierung

von Dachoberlichtern einige Regeln beachtet

werden:

Mehr Sicherheit bei Lichtbändern

Insbesondere Lichtbänder, die ohne zusätzliche

Aufsatzkränze und -zargen auf

einer Ebene mit dem Dachwerkstoff eingebaut

werden, stellen eine einfache Möglichkeit

dar, in Well- und Trapezdächern

aus Metall oder Faserzement Lichtöffnungen

zu schaffen. Die transparenten

Lichtplatten aus Kunststoff werden überlappend

im Verbund mit den nicht transparenten

Well- oder Trapezplatten eingebaut.

So entsteht ein einheitliches

Profilbild, das jedoch hinsichtlich der Tragfähigkeit

ein Risiko darstellen kann.

Weniger Risiko bei Arbeiten auf dem Dach

lässt sich mit dem Einsatz von durch-

4.2011

1. Das Verhältnis von lichtdurchlässiger

Oberlichtfläche zur Raumgrundfläche

soll mindestens 1:10 (entspricht rund 1:8

der Rohbaumaße), für höhere Sehanforderungen

bis 1:5 betragen, um ausreichend

Tageslicht am Arbeitsplatz zur

Verfügung zu stellen.

2. Für eine gleichmäßige Beleuchtung des

Raums mit Tageslicht ist es wichtig, dass

die Dachoberlichter gleichmäßig verteilt

sind. Pro 100 m² sollte mindestens ein

Dachoberlicht angeordnet sein. Mehrere

kleinere Dachoberlichter bewirken eine

bessere Lichtverteilung als Lösungen

mit wenigen großen. Die unmittelbaren

Dachrand- und Eckbereiche sollten ausgespart

werden, um die Dachoberlichter

nicht erhöhten Windlasten auszusetzen.

sturzsicheren Lichtbändern realisieren.

Als besonders geeignet erweisen sich hier

biaxial gereckte Licht- und Bauplatten als

Trapez- und Wellprofile des Herstellers

3. Damit eine zu große Wärmeeinstrahlung

im Sommer verhindert wird, sollte die

lichte Breite von Lichtbändern immer

kleiner als die halbe Raumhöhe sein.

4. Ein Mindestabstand von einem Meter

zwischen den einzelnen Dachoberlichtern

ist vorzusehen, damit der Dachdecker

ausreichend Platz zwischen den

Bauteilen hat, um diese fachgerecht eindichten

zu können. Durch diese Lösung

werden auch unzugängliche Schmutzecken

vermieden.

Die Mitgliedsunternehmen des FVLR bieten

Architekten und Planern kompetente

Unterstützung bei der Projektierung von

Lichtkuppeln und Lichtbändern an. Die

Liste der Mitglieder ist unter www.fvlr.de

einsehbar.

Renolit Ondex. Sie bestehen aus Hart-

PVC (Polyvinylchlorid hart) und sind aufgrund

des speziellen Herstellungsverfahrens

besonders zugfest und schlagzäh.

Damit sind sie dauerhaft hagelsicher und

gewähren auch nach Jahren noch ein hohes

Maß an Durchsturzsicherheit.

Vertrieb über Wilkes GmbH

58332 Schwelm

Tel.: 02336/9370-0

mail@wilkes.de

www.wilkes.de


Energetisch hochwertig

Zwei neue Lichtband-Systeme

des Herstellers Essmann

zeichnen sich durch umlaufendeKunststoff-Grundprofile

aus, die in Kombination

mit Lastaufnahmeböcken sowohl

für eine thermische

Trennung als auch für eine

sehr gute Lastabtragungen

und hohe Stabilität sorgen.

Durch dieses Zusammenspiel

ist zum einen die Gefahr der

Kondensatbildung für eine

Vielzahl von Anwendungsfällen

deutlich minimiert und

zum anderen werden die

Lichtbänder durch die gezielte

Lastabtragung gestiegenen

statischen Anforderungen gerecht.

Eine Sichtblende auf

der Innenseite sorgt auch im

Innenbereich für eine homogene

Ansicht.

Alle Lichtbänder i und ih in

gewölbter Form werden je

nach Verglasungsausführung

und Spannbreite in Stichhöhen

von 1/5 oder 1/9 der Lichtbandbreite

ausgeführt. Die

Oberlichter können in jeder

Breite zwischen 1 und 6 Meter

in endloser Länge hergestellt

werden. Je nach statischer

Anforderung oder Ausführung

sind Sprossenabstände der

Tragkonstruktion von 530,

703 und 1060 Millimetern

möglich.

Essmann GmbH

32107 Bad Salzuflen

Tel.: 05222/791-0

info@essmann.de

www.essmann.de

Hoher Lichteinfall, gute Wärmedämmung

Das Oberlicht-Glaselement

F100 von Lamilux mit verglastem

Oberteil, einem Rahmenprofil

aus Kunststoff und

einem fugenlos gefertigten

Aufsatzkranz aus faserverstärktem

Kunststoff hat einen

Wärmedämmwert (Wärmedurchgangskoeffizient

U) von

0,62 W/(m²K). Es ermöglicht

einen großzügigen Tageslichteinfall

und damit eine energiesparendeRaumausleuchtung

mit natürlichem Licht.

Das Glaselement lässt sich

über Fernbedienung öffnen.

Mit einem Klappensystem

kann es so zur natürliche Be-

und Entlüftung eingesetzt

werden. Gegen die Überhitzungen

von Räumen und zum

Schutz vor Blendeinwirkungen

kann der Lichteinfall durch

ein auf das Oberlicht aufgesetztes

Verschattungssystem

dosiert werden. Auch die Verschattung

ist per Fernbedienung

ansteuerbar.

Lichtkuppeln und Dachfenster PRODUKTE SPEZIAL

Energieeffiziente Kuppel

Für den erhöhten Anspruch an

die Energieeffizienz nach EnEV

2009 hat die Jet-Gruppe ihr

Produktprogramm durch die

Lichtkuppel Jet-Top 90 Plus

ergänzt. Sie besteht aus zweischaligem

PMMA und einer

innenliegenden PC-Stegsiebenfachplatte.

Das Zusammenspiel

der thermoplastischen Kunststoffe

sorgt dabei für einen

U N,LK -Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)

=1,17 W/m²K und

einen U w -Wert (Gesamtenergie-Durchgangswert)

von 0,76

bis 1,26 W/m²K. Die in die Kuppel

integrierte PC-Platte ist in

opaler und klarer Ausführung

erhältlich. Die opale Ausführung

ermöglicht einen Lichttransmissionsgrad

der Kuppeln

von bis zu 38 Prozent und einen

Gesamtenergiedurchlass von

bis zu 54 Prozent. Bei klarer

Das Oberteil ist auf einen um

fünf Grad, horizontal geneigten

Aufsatzkranz montiert.

Durch den leicht schrägen

Einbau reinigt sich das

Tageslichtelement von selbst:

Ablaufendes Regenwasser

wäscht Staub und Verunreinigungen

von der Glasscheibe.

Unterstützt wird dieser Effekt

durch eine Spezialbeschichtung

der Verglasung.

Ausführung beläuft sich der

Lichttransmissionsgrad auf bis

zu 48 Prozent und der Gesamtenergiedurchlass

auf bis zu 56

Prozent. Gebäudeenergetische

Berechnungen an einem Modellgebäude

mit 10 000 Quadratmetern

Grundfläche belegen,

dass mit dieser besonderen

Ausführung der Lichtkuppel

eine Einsparung von bis zu 10

Prozent des Gesamt-Primärenergiebedarfes

eines Gebäudes

erzielt werden kann. Zudem

wird ein Luftschalldämmmaß

von R W =28 Dezibel erreicht.

JET Tageslicht & RWA GmbH

32609 Hüllhorst

Tel.: 05744/503-0

info@jet-gruppe.de

www.jet-gruppe.de

Lamilux

Heinrich Strunz GmbH

95111 Rehau

Tel.: 09283/595-0

information@lamilux.de

www.lamilux.de

4.2011

41


Nicht brennbares Halbrund

Mit einem eindrucksvollen Dach wurde die Ausstellungshalle der Stadthalle Bielefeld in Szene gesetzt. Das

spektakuläre Bogendach wurde mit 15 Meter langen, vorgefertigten Dachelementen aus Holz erstellt. Um das

Brandschutzkonzept zu erfüllen, wurden spezielle, nicht brennbare Holzzementplatten beim Bau verwendet.

Von Gerald Muntendorf

42

HOLZBAU Baustelle des Monats

4.2011

Der markante Erweiterungsbau

der Stadthalle

Bielefeld ist multifunktional

nutzbar und bietet

Platz für bis zu 5000

Besucher

Fotos: Stefan Sättele /

www.stefansaettele.com

Die Stadthalle Bielefeld liegt im Zentrum der nordrhein-westfälischen

Stadt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof.

Mit dem angeschlossenen Hotel ist sie ein

attraktiver Veranstaltungsort für Tagungen, Messen

oder Konzerte und wird seit ihrer Eröffnung im Jahr

1990 intensiv genutzt. Da nicht nur der Platzbedarf bei

den verschiedenen Veranstaltungen kontinuierlich zunahm,

sondern auch die Anforderungen an die Gestaltungsmöglichkeiten

der Ausstellungsflächen, wurden

2008 die Architekten von Gerkan, Marg und Partner

mit dem Entwurf einer neuen Halle beauftragt. Die

Hamburger Architekten entwickelten für den ausgewählten

Standort zwischen Hotel und Stadthalle einen

markanten Erweiterungsbau. 18 Bogenträger aus

Brettschichtholz überspannen 40 Meter stützenfrei die

3400 Quadratmeter große Veranstaltungsfläche, die

Platz für 5000 Besucher bietet.

18 Träger aus Brettschichtholz überspannen

ein Halbrund von 40 Meter

Gemäß Versammlungsstättenverordnung (VStättV),

sind bei derart großen Räumen strenge baurechtliche

Vorgaben zu beachten. Neben einem feuerhemmenden

Dachaufbau in F30, dürfen nur nichtbrennbare Materialien

für die Bedachung zum Einsatz kommen. Die

von den Architekten gewünschte Holzkonstruktion

wäre mit gängigen Holzwerkstoffplatten, die lediglich

normal entflammbar B2 sind, nicht möglich gewesen.

Die Wiehag GmbH aus Altheim, die die Dachelemente

fertigte, empfahl die Holzzementplatten Duripanel

A2. Erst mit dem Einsatz dieser nicht brennbaren

Platte von Eternit konnte das hohe Schutzziel erreicht

und gleichzeitig alle Vorteile der ökologischen Holzbauweise

genutzt werden. Aufgrund ihrer hohen Materialdichte

trägt die Holzzementplatte zudem zu einer

deutlichen Verbesserung der Raumakustik bei.

Vorteile der Vorfertigung

Die 15 Meter langen Dachelemente der eindrucksvollen

Dachkonstruktion wurden bei Wiehag vorgefertigt

und per Tieflader zur Baustelle nach Bielefeld geliefert.

„Die Vorfertigung im Werk garantierte eine kurze

Bauzeit unter optimalen Bedingungen und bringt

die Vorteile des Holzbaus voll zum Tragen“, erläutert

Alexander Leidorf von der Wiehag GmbH. Die leicht

gewölbten Dachelemente bestehen im Kern aus jeweils

fünf Vollholzbalken mit Querausfachung, ausgedämmt

mit 200 Millimeter starker Mineralfaserdämmung

(Hersteller Isover). Innenseitig erfolgte die Beplankung

mit einer 18 Millimeter dicken Holzzementplatte

Duripanel A2. Dank ihrer aussteifenden Wirkung

verleiht sie der Konstruktion besondere Stabilität. Von

außen wurden 22 Millimeter starke Duripanel Platten

auf die gebogenen Elemente geklammert. „9000 Quadratmeter

Holzzementplatten wurden so witterungsunabhängig,

zügig und präzise verarbeitet“, fast Projektleiter

Leidorf die Vorteile der Vorfertigung

zusammen. Dabei war zu beachten, dass die verwendeten

Klammern den Anforderungen nach DIN

1052:2008 entsprechen und gleichmäßig im Winkel

von 30 Grad zur Faserrichtung, bündig mit der Plattenoberfläche,

eingetrieben werden. Zum Schutz vor


Bautafel

Projekt Erweiterung Stadthalle

Bielefeld

Bauherr BBVG Bielefelder

Beteiligungs- und Vermögensverwaltungs-GmbH

Architekt gmp Architekten

von Gerkan, Marg & Partner,

Hamburg

Verarbeiter Wiehag GmbH,

Altheim

Produkt Eternit Holzzementplatte

Duripanel A2

Dämmung Isover

Dachdichtungsbahn Bauder

Metallbedachung Zambelli

40 Meter stützenfrei spannen die 18 Bogenträger

aus Brettschichtholz. Die vorgefertigten Wiehag-

Dachelemente wurden mit den nichtbrennbaren

Eternit Holzzementplatten Duripanel beplankt

Baustelle des Monats HOLZBAU


44

HOLZBAU Baustelle des Monats

Um die riesigen Holzrahmen zügig beidseitig zu beplanken, wurden die Duripanel-Platten

auf die Unterkonstruktion geklammert. Dass jeder Rahmen für die

halbrunde Dachstruktur eine leichte Wölbung aufwies, stellte für die Befestigung

der Holzzementplatten kein Problem dar

Fotos: Wiehag GmbH

Vorteile nach starken

Regenfällen während

der Bauphase: durch

die diffusionsoffene

Struktur der schimmelund

feuchteresistenten

Holzzementplatte

wurde das vollständige

Austrocknen der

Dachelemente

sichergestellt

4.2011

Feuchtigkeit wurden die Dachelemente außen schließlich

mit einer diffusionsoffenen Dachdichtungsbahn

(Hersteller Bauder) belegt.

Auf der Baustelle brachte ein mobiler Kran die Dachelemente

auf den 18 Leimholzbindern in Position, die

ebenfalls von Wiehag gefertigt wurden. 600 Millimeter

lange Holzbauschrauben verbinden die Dachelemente

kraftschlüssig. Der Dachaufbau wurde mit einer zweiten,

25 Millimeter dicken Lage Mineralwolle und der

abschließenden Metallbedachung (Hersteller Zambelli)

fertiggestellt. Die halbrunde Dachkonstruktion

wird von zweischaligen Beton-Technikspangen getragen,

die die Kräfte ableiten. In diesem Bereich bietet

eine Galerie den direkten Anschluss an die 1990 vom

gleichen Architekturbüro fertiggestellte Stadthalle.

Das Erscheinungsbild des Innenraumes bestimmen

die sichtbaren Brettschichtholzträger sowie schallabsorbierende

Akustikpaneele mit holzfarbenen Oberflächen.

Diese schmalen Akustikelemente dienen als

Bekleidung der Holzzementplatten und betonen durch

ihre horizontale Ausrichtung die Länge der Halle.

Zeitsparend und witterungsgeschützt wurden die Elemente im Werk des Holzbauunternehmens

Wiehag vorgefertigt. Die 15 Meter langen Dachelemente bestehen

aus jeweils fünf Vollholzbalken mit Querausfachung, ausgedämmt mit 200

Millimeter starker Mineralfaserdämmung

Brandschutz: Strenge Vorgaben für den Holzbau

Die Schalenkonstruktion verleiht der Ausstellungshalle

nicht nur eine markante Form mit einem hohen

Wiedererkennungswert, sondern erfüllt auch alle

funktionalen Anforderungen. So stellen die Dreigelenkbögen,

als leichte Holzbauweise im Vergleich zur

Massivbauweise mit Beton, ein statisch optimales

Tragsystem für die notwendige Auskragung und Überbrückung

des U-Bahn-Tunnel-Aufgangs zum Hauptbahnhof

dar. Zudem nutzen sie innerhalb der Abstandsflächen

die größtmögliche Breite aus. Die

aufgelegten Holzrahmenelemente sind die Grundlage

für die Blechdachhaut und beinhalten Wärmedämm-

und Schallschutzfunktionen. Während oberhalb der

Mineralfaserdämmung Duripanel Holzzementplatten

vor Wassereintritt schützen, bieten diese unterhalb

der Dämmschicht und der variablen Dampfbremse

konstruktiv Sicherheit. Denn die nichtbrennbaren

Eternit-Platten entsprechen dem geforderten F30

Dachaufbau, der gemäß MVStättV nötig ist.

Anforderungen an den Brandschutz

Die Bielefelder Ausstellungs- und Veranstaltungshalle

wird entsprechend des § 2 Musterbauordnung

(MBO) als Sonderbau eingestuft und muss

folgende Anforderungen erfüllen:

� Das Dachtragwerk, das den oberen Raumabschluss

bildet, muss feuerhemmend sein.

� Die Bedachung – ausgenommen Dachhaut und

Dampfsperre – muss aus nichtbrennbaren Baustoffen

hergestellt sein.


Dämmstoffe müssen aus nichtbrennbaren Baustoffen

bestehen.


Die Eigenschaften der Holzzementplatten überzeugen

Duripanel von Eternit wurde ausgewählt, da die Holzzementplatten dank ihrer Zusammensetzung aus Zement,

Holzfasern und Wasser für tragende und aussteifende Zwecke geeignet sind. Auch die Wölbung der halbrunden

Dachstruktur stellte für die 3100 x 1250 Millimeter großen Platten kein Problem dar. Duripanel konnte sich

ohne Beeinträchtigung der statischen Eigenschaften optimal dem erforderlichen Radius von 20 Metern anpassen.

Aufgrund der hohen Materialdichte trägt Duripanel auch zur Verbesserung der Raumakustik bei.

Zudem behält die Platte durch das Bindemittel Zement auch bei außerplanmäßiger Feuchte wie beispielsweise

Baufeuchte, Tauwasser oder Befeuchtung während der Montage seine mechanische Belastung bei und

verhindert mit einem hohen alkalischen pH Wert von 12 auf natürliche Weise das Wachstum von Schimmelpilzen.

Mit einer Umwelt-Produktdeklaration (EPD – Environmental Product Declaration) nach ISO 14025 des

Instituts Bauen und Umwelt e.V. kann Eternit die Ökobilanz der Platte vorlegen. Die Werte aus dem freiwilligen

Prüfverfahren sind ein Hauptbestandteil des neuen Zertifizierungssystems der Deutschen Gesellschaft für

Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Nichtbrennbare Holzzementplatten brachten die Lösung

Die gebogenen Brettschichtholzbinder und die lastverteilenden

und aussteifenden Dachelemente, beplankt

mit Holzzementplatten Duripanel A2, erfüllen

die geltende Anforderung der Feuerwiderstandsklasse

F30 (feuerhemmend) nach DIN 4102-2. Die Anforderung

nach „nichtbrennbaren Baustoffen“ schloss

einen Einsatz herkömmlicher, normalentflammbarer

Holzwerkstoffplatten, wie beispielsweise OSB oder

Spanplatten aus. Auch gipsgebundene Platten waren

aufgrund der geringen Stabilität und der temporären

Befeuchtung nicht einsetzbar. Innerhalb des Dachaufbaus

weichen die Holzrahmen von der Anforderung

der Nichtbrennbarkeit zwar ab, dass Schutzziel, eine

schnelle Brandweiterleitung über das Dach zu verhindern,

wird jedoch durch die Segmentierung der Dachelemente

und die Feuerwiderstandsfähigkeit der Beplankung

mit Duripanel A2 in ausreichendem Maße

sichergestellt.

Autor

Baustelle des Monats HOLZBAU

Dipl.-Ing. Gerald Muntendorf ist Marketingmanager bei der

Eternit AG.

Die 18 Holzbinder (Länge

40 Meter) wurden

auf den zweischaligen

Beton-Technikspangen,

die die Kräfte in den Untergrund

weiterleiten,

kraftschlüssig montiert.

Danach befestigten

die Zimmerleute die

15 Meter langen Rahmenelemente

mit den

Holzbindern

Mit einem mobilen Kran

wurden die 15 Meter

langen Dachelemente

auf der Baustelle in

Position gebracht. Zum

Schutz vor Feuchtigkeit

wurden diffusionsoffene

Dachdichtungsbahnen

außen auf die Duripanel-Platten

aufgebracht

4.2011

45


46

HOLZBAU Baubericht

Bürogebäude mit Energie-Plus

Einer der führenden Projektentwickler für Erneuerbare-Energien-Anlagen baute seine Firmenzentrale kom-

plett in Holzbauweise. Die Holzskelettkonstruktion sowie die mit Gipsfaser-Platten beplankten Wandtafeln

wurden vorgefertigt. Das ausgeklügelte Energiemanagement macht das Gebäude zum Plusenergiehaus.

Von Rita Jacobs

Die Firmenzentrale von

Juwi sollte ein besonderes

Gebäude sein, das

besonderen Ansprüchen

an Energieeffizienz

standhält. Die Bauten

werden komplett in

Holzbauweise realisiert

Foto: Juwi

4.2011

Als zukünftiges Plusenergiehaus

soll die Juwi-

Zentrale mehr Energie

erzeugen als es durch

den Betrieb verbraucht

Foto: Juwi

Das Unternehmen Juwi ist einer der weltweit führenden

Komplettanbieter im Segment der erneuerbaren Energien.

Das Geschäft boomt. 2008 bezog das Unternehmen

ein neues, exakt auf den Unternehmensbedarf zugeschnittenes

Quartier in Wörrstadt, südwestlich von

Mainz. Es wurde in den beiden folgenden Jahren vergrößert

und bietet mittlerweile Platz für über 700 Mitarbeiter.

Gleichzeitig soll der Neubau nach der kompletten

Fertigstellung 2012 die Vision einer rein regenerativen

Energieversorgung erfüllen. Unternehmensangaben

zufolge wird die Juwi-Zentrale dann das energieeffizienteste

Bürogebäude der Welt sein, ein Plusenergiehaus,

das mehr Energie erzeugt als es verbraucht.

Die Holztafelwände wurden alle mit

Zellulose gedämmt

Für den Bau der neuen Firmenzentrale waren vor

allem nachhaltige Gesichtspunkte bestimmend. Entstanden

ist im ersten Bauabschnitt ein aus drei Gebäudeteilen

und sieben Staffelebenen bestehendes

Bürogebäude mit 8500 m². Es wurde durch zwei weitere

Gebäude mit Größen von rund 2800 m² beziehungsweise

5700 m² ergänzt. Neben Holz kommen in

allen drei Bauabschnitten Fermacell Gipsfaser-Platten

zum Einsatz.

Konstruktion

Der Keller des gesamten ersten Bauabschnitts sowie

der Mittelteil des zweiten Gebäudes – die beiden anderen

Gebäudeteile sind nicht unterkellert – besteht

aus Betonfertigteilen. Ebenso wurden aus Gründen

des vorbeugenden Brandschutzes die Treppenhäuser

massiv mit Stahlbetonfertigteilen ausgeführt.

Bei allen drei Bauabschnitten erfolgte der Aufbau der

Bürogebäude nach dem gleichen Prinzip: Zunächst

wurde die tragende Holzskelettkonstruktion erstellt,

anschließend wurden Brettsperrholzplatten als Decken

montiert. Sie bleiben im Wesentlichen auch nach

Fertigstellung der Gebäude sichtbar. Es folgten die

geschosshohen Fassadenelemente, die auf Konsolen

vor die Skelett-Konstruktion gehängt und verschraubt

wurden. Der Raumabschluss wurde mit raumhohen

Wandelementen ausgeführt.

Für die Holzskelettkonstruktion sowie für die vorgefertigten

Wandtafeln wurde zertifiziertes und unbehandeltes

Nadelholz eingesetzt, die Beplankung erfolgte

mit Fermacell. Insgesamt kamen bei den

Juwi-Verwaltungsgebäuden in den drei Bauabschnitten

3940 m³ Holz und 40 200 m² Gipsfaser-Platten zum

Einsatz.

Die Außenwände wurden als 38,5 cm dicke Holztafelwände

ausgeführt. Dabei wurde die 20 cm dicke Tragkonstruktion

raumseitig mit Zellulose gedämmt und

mit OSB-Platten geschlossen. Es folgte eine ebenfalls

mit Zellulosedämmung versehene Installationsebene,

die dann zum Raum hin einlagig mit einer 12,5 mm

dicken Fermacell Gipsfaser-Platte beplankt wurde. Zur

Außenseite hin wurde die Konstruktion mit einer diffusionsoffenen

Holzwerkstoffplatte mit Unterspannbahn

und der Fassadenbekleidung geschlossen. Die

Fassaden wurden teilweise als Putzfassade auf Naturkorkplatte

ausgeführt, zum Teil auch als hinterlüftete

Fassaden und – sofern keine Solarelemente integriert

sind – mit Lärchenholz bekleidet. Insgesamt erreicht

die Konstruktion einen U-Wert von 0,18 W/(m²K).


Für die Holzskelettkonstruktion sowie

für die vorgefertigten Wandtafeln wurde

zertifiziertes und unbehandeltes

Nadelholz eingesetzt

Foto: Griffnerhaus AG

Bautafel (Auswahl)

Baubericht HOLZBAU

Objekt Juwi-Hauptverwaltung, Wörrstadt

Investor/Bauherr Juwi Holding AG,

Wörrstadt

Nutzung Bürogebäude

Planung Griffner Commercial, Harald

Sauer, Leitung Abteilung Architektur

Holzbau/Generalunternehmer Griffnerhaus

AG, Griffen, Österreich

Technische Beratung Günter Grube,

Fermacell GmbH

Produkt 20 000 m² Fermacell Gipsfaser-

Platten im 1. Bauabschnitt / 6700 m²

Fermacell Gipsfaser-Platten im 2. Bauabschnitt

/ 13 500 m² Fermacell Gipsfaser-Platten

im 3. Bauabschnitt


48

HOLZBAU Baubericht

Die Innenwände wurden

mit einer beidseitig

einfachen Lage aus

12,5 mm Gispfaser-Platten

und Zellulose-Dämmung

im Wandhohlraum

ausgeführt

Foto: Griffnerhaus AG

4.2011

Die Innenwände wurden mit einer beidseitig einfachen

Lage aus 12,5 mm Fermacell Gispfaser-Platten und

Zellulose-Dämmung im Wandhohlraum beplankt. Die

Konstruktion erreicht Schalldämmwerte von 42 dB.

Schnelle Bauzeit durch hohen Vorfertigungsgrad

Sämtliche Teile der Holzskelettkonstruktion sowie die

Fassaden- und Wandelemente wurden in den Werkstätten

der Griffner AG in Kärnten, die sich auf energieeffizientes

ökologisches Bauen mit hohem Designanspruch

spezialisiert hat, vollständig vorgefertigt,

per LKW zur Baustelle geliefert und dort vor Ort montiert.

Durch den hohen Vorfertigungsgrad war eine

schnelle und reibungslose Abwicklung auf der Baustelle

gewährleistet. Dies setzte sich für den Innenausbau

fort, da die Elemente spachtel- und malerfertig

angeliefert wurden.

Die Kombination von Holzskelettbauweise

und Gipsfaserplatten bewährte sich

Insgesamt wurden pro Bauabschnitt für die Produktion

sämtlicher Holzbauelemente im Werk rund sechs

Wochen benötigt. Nach nur sechs Monaten war das

8500 m² große Gebäude des ersten Bauabschnitts fertiggestellt.

Damit erfüllte die Griffner AG, die das

Projekt als Generalunternehmer betreute, die zeitlichen

Vorstellungen des Bauherrn. Beim zweiten und

dritten Bauabschnitt mit 2800 m² beziehungsweise

5700 m² konnten durch weitere Optimierung von Arbeitsabläufen

die Vorgaben mit knapp fünf Monaten

noch einmal deutlich unterschritten werden.

Baustoff-Vorteile

Die Vorfertigung im Griffner-Werk erfolgt unter kontrollierten

Bedingungen. Der grundsätzliche Einsatz

von diffusionsoffenen Baustoffen und der Verzicht auf

Dampfsperren in den Wänden leisten einen positiven

Beitrag zum Raumklima. Mit dem Einsatz von Fermacell

Gipsfaser-Platten konnte dieses ökologische

Konzept rationell, schnell und kostengünstig realisiert

werden, ohne die Qualität zu mindern.

Da die Material- und Verarbeitungseigenschaften dem

Holz sehr ähnlich sind, stellt Fermacell eine gute Ergänzung

zur Holzunterkonstruktion dar. Der Baustoff

Energiedaten und Energie-Prognosen des Firmenstandorts

Wörrstadt (Quelle: Juwi-Gruppe)

Die Juwi-Gruppe ist mit Planung und Bezug der neuen

Firmenzentrale in Wörrstadt angetreten, eines

der weltweit energieeffizientesten Bürogebäude zu

betreiben. Derzeit besteht der Firmenkomplex aus

zwei Bürogebäuden mit jeweils 8500 m² Bürofläche,

einer Lagerhalle mit Bürofläche (rund 1500 m²) sowie

einem Showroom mit Werkstatt und ausgiebigen

Parkflächen mit solaren Carports. Auf Grund des

schnellen Wachstums seit Juli 2008 – jährlich beginnen

rund 400 neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

bei Juwi, davon rund 250 am Standort Wörrstadt –

wurden zusätzlich Bürocontainer (circa 500 m²) installiert,

deren Energieeffizienz allerdings leider zu

wünschen übrig lässt. Diese werden in der Regel

elektrisch beheizt, was negative Auswirkungen, vor

allem auf die benötigte Strommenge, hat.

Der Energieverbrauch der genannten Einrichtungen

betrug im Jahr 2010 in der Summe rund 1,06 Mio.

Kilowattstunden (kWh); davon entfallen rund 75 Prozent

auf den Strom- und etwa 25 Prozent auf den

Wärmebedarf. Dabei ist zu berücksichtigen, dass

folgende, für den „klassischen“ Bürobetrieb untypischen

Einrichtungen zu den Hauptverbrauchern

gehören: Die oben genannten Bürocontainer, die Kantine

für rund 700 Mitarbeiter, zahlreiche Sporteinrichtungen

(inklusive Sanitäreinrichtungen) sowie

die Elektrofahrzeuge, die unter den solaren Carports

geladen werden. Zudem war das Jahr 2010 durch

umfangreiche Bautätigkeiten zur Erstellung des Gebäudes

2 sowohl im Innenbereich als auch im Außenbereich

geprägt.

Die am Firmengelände installierte Energiekabine

erzeugte im Jahr 2010 auf der Basis von Holzpellets

und Solarthermie rund 280 000 kWh Wärme. Die am

Firmensitz installierten Photovoltaik-Anlagen kamen

im Jahr 2010 auf eine Jahresproduktion von rund

340 000 kWh Strom. Berücksichtigt man die Verbrauchs-

und Erzeugungswerte, so ergibt sich in etwa

ein Energiebedarf von rund 35 bis 40 kWh / m².

Nach Fertigstellung des dritten Gebäudeteils im

Frühsommer 2012 und Abschluss aller Bauarbeiten

sowie der Installation weiterer Photovoltaikanlagen

am und auf dem Gebäude sowie den benachbarten

Parkplätzen (die neuen solaren Carports werden die

regenerative Stromerzeugung um rund 800 000 kWh

erhöhen) wird sich die Energiebilanz des Gebäudekomplexes

weiter verbessern. Das Verhältnis von

solarer Stromerzeugung zum Stromverbrauch wird

dann in etwa beim Faktor 2 liegen. Im Jahr 2012 sind

zudem der Wärmebezug aus einer bereits geplanten

Biogasanlage in unmittelbarer Nähe sowie die Kühlung

des neuen Gebäudes durch eine Geothermie-

Anlage geplant. Da die Juwi-Gruppe auch Windstrom

aus dem firmeneigenen Windpark in Wörrstadt bezieht,

wird das Unternehmen nach der endgültigen

Fertigstellung am Standort Wörrstadt vier regenerative

Energiequellen nutzen und somit eine autarke

Energieversorgung rund um die Uhr ermöglichen.


Baubericht HOLZBAU

Alle Gebäude sind bautechnisch und architektonisch identisch und

auf Offenheit ausgelegt, um die Kommunikation innerhalb des

Unternehmens sowie der einzelnen Abteilungen untereinander zu

unterstützen

Foto: Juwi

ist durch die Faserarmierung (recycelte Papierfasern)

zudem sehr fest und verfügt über eine hohe mechanische

Beanspruchbarkeit. Durch entsprechende

werkseitige Imprägnierung, mit der alle Platten standardmäßig

ausgerüstet sind, konnten auch die

Feuchträume mit Fermacell ausgebaut werden.

Brandschutz

Sämtliche Gebäude wurden mit einer Sprinkleranlage

ausgestattet. Zusätzliche Sicherheit im Brandfall

bieten die nichtbrennbaren Oberflächen aus Fermacell

Platten. Sie sind zugelassen nach ETA-03/0050 und

entsprechen der Klasse A2-s1 d0 nach EN13501-1 und

somit der Baustoffklasse A nach DIN 4102 (nicht

brennbar). Bereits mit der 10 mm dicken Fermacell-

Platte sind Brandschutzkonstruktionen in F30 bis

F120 möglich.

Durch eine Kombination von Holzskelettbauweise und

Gipsfaser-Platten entstand in Wörrstadt die Hauptverwaltung

eines Komplettanbieters für erneuerbare

Energien. Durch die Vorfertigung der Systemelemente

unter idealen Bedingungen in der Werkstatt konnten

die Vorgaben der Bauherren nach kurzen Bauzeiten

und entsprechend schnellen Nutzungsmöglichkeiten

realisiert werden.

Autorin

Rita Jacobs arbeitet als freie Fachjournalistin. Sie führt ein PR-

Büro, das auf die Schwerpunkte Bauwirtschaft und Architektur

spezialisiert ist.

Im Internet finden Sie im eMagazine der dach+

holzbau neben weiteren Bildern auch einen Film

über den Bau der Juwi-Firmenzentrale und die Philosophie

von Energie-Plus-Häusern von Griffner.

4.2011

49

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50

HOLZBAU Baubericht

In doppelter Hinsicht nachhaltig

Mitte Oktober ging die Bundesgartenschau in Koblenz zu Ende. Die Veranstalter zogen eine positive Bilanz:

Drei Millionen Besucher konnten gezählt werde und positiv ist auch das Veranstaltungskonzept aus Holzbau-

hinsicht: Alle Holz-Pavillons werden nach der großen Garten- und Landschaftsbau-Schau weitergenutzt.

Von Robert Mehl

Beim Pavillon der

HWK bilden fünfeckige

Module das konstruktive

Tragsystem. Gegliedert

wird es mit baumartigen

Stützen

Fotos: Robert Mehl

4.2011

Das Objekt „Haus der Landschaft“ soll

das temporären Wohnen im Alpinen

Raum thematisieren. Wohl nicht von

ungefähr erinnert es an eine abgestellte,

hölzerne Seilbahngondel

Anders als in den vorangegangenen Gartenschauen,

ging man in diesem Jahr von einem revitalisierenden

Gestaltungskonzept aus. Für die Bundesgartenschau

(BUGA) 2011 nutzte und sanierte man die schon lange

bestehenden Grünanlagen dreier historisch, wie

touristisch bedeutsamer Bauten: die des Koblenzer

Stadtschlosses, die der Festung Ehrenbreitstein sowie

das bauliche Umfeld des Deutschen Ecks, dem großen

Denkmal unmittelbar am Zusammenfluss von Rhein

und Mosel. Architektonisch beeindruckend war, wie

diese einzelnen Bereiche miteinander verbunden und

wie diese Gärten mit der angrenzenden Bebauung

verzahnt wurden. Hervorzuheben ist die hierfür geschaffene

Gondelseilbahn, die das Stadtzentrum direkt

mit dem Hochplateau der Festung verbindet.

Nach dem Ende der BUGA wird sie mindestens noch

zwei weitere Jahre erhalten bleiben.

Die Pavillons wurden aus heimischen

Hölzern erstellt

Neben dem historischen Bestand fielen den Besuchern

die zahlreichen Pavillons ins Auge. Ausnahmslos erstellt

aus heimischen Hölzern, vornehmlich aus Douglasien,

überwiegend aus Rheinland-Pfalz.

Pavillon der Handwerkskammer an der Kastorkirche

Der Bau stammt von Holger Hoffmann, Professor für

Digitales Entwerfen im Fachbereich Architektur an der

Fachhochschule Trier.

Das Gebäude ist konzipiert als „treehugger“ und modular

angelegt. Diese Bauweise hat sowohl den Aufbau

unter den Bäumen erleichtert und gleichzeitig eine

stimmige Umsetzung der komplexen Geometrie gestattet.

Dabei bilden punktsymmetrische, fünfeckige

Module das konstruktive Tragsystem sowie ein räumliches

Ornament, das mit seinen baumartigen Stützen

den Innenraum gliedert. Diese entwickeln sich wie

Stalaktiten aus der Dachstruktur und verzahnen jenes

homogen mit dem Fußboden.

Obwohl er in seiner Ausführung ungemein aufwändig

und bedingt durch die maßgeschneiderten Aussparungen

für den alten Baumbestand weniger mobil

erscheint, stand seine weitere Nutzung nie in Frage.

Tatsächlich soll es der aus natürlichem Material bestehende

Gebäudeteil eines neuen Ensembles werden,

welches gerade von de IHK in Koblenz im Stadtteil

Moselweiß errichtet wird. Dort wird der Holzpavillon

einmal das Zentrum für Ernährung und Gesundheit,

kurz ZEG, bilden.

Haus der Landschaft, basierend auf dem Fincube

Das Haus der Landschaft ist eine Modifikation eines

hölzernen Fertighauses, das von Werner Aisslinger

entworfen wurde und von dem Südtiroler Unternehmer

Josef Innerhofer angeboten wird. Das Objekt ist

zum temporären Wohnen im Alpinen Raum ersonnen

worden und erinnert wohl deshalb nicht von ungefähr

an eine im Grünen abgestellte, hölzerne Seilbahngondel.

Die formal sehr stark gliedernden Horizontallamellen

dienen sowohl der Aussteifung der äußerlich

angeordneten Tragkonstruktion wie auch dem passiven

Sonnenschutz. Aufgrund seiner frei positionierbaren

Innenwände ist der Pavillon in vielfältiger Weise

nutzbar. Der Fincube wurde von den beiden

Südtiroler Handwerksbetrieben Zimmerei Lobis und

Möbeltischlerei Prast gefertigt.


Der temporäre Bau wird nach der BUGA nach Hamburg

geschafft und auf der dort 2013 stattfindenden

Internationalen Gartenschau (IGS) wieder das Haus

der Landschaft sein.

„Echolot“-Pavillon der FH Koblenz

Der Fachbereich Bauwesen, der aus den Studienfächern

Architektur und Bauingenieurwesen besteht,

hat diesen temporären Bau auf Basis bionischer Prinzipien

entwickelt. Besuchern wird er durch seinen

optisch wie akustischen Verweis auf die Ortungsmethoden

von Fledermäusen in Erinnerung bleiben. Die

bemerkenswerte Form, dieses Iglu-artigen Bauwerkes

beruht auf einem dreidimensionalen Modell der

Schallwellenausbreitung eines Fledermausrufes.

Um die Konstruktion in Holz auszuführen, wurde die

ermittelte Volumenhüllfläche in ein Gebilde aus Stäben

zerlegt. Dabei wurde eine Konstruktion aus räumlich

angeordneten Stäben gewählt. In der Natur kennt

man solche räumlich stabilen Dreiecks- und Sechseckraster

etwa von Bienenwaben, von Kieselalgen oder

etwa von bestimmten Blütenformen. Nach der BUGA

2011 wird dieser Pavillon als konstruktives Lehr- und

Anschauungsobjekt auf dem Gelände der Fachhochschule

im Stadtteil Karthause wieder aufgebaut.

Aussichtsbauwerk und Pavillon

Nahe dem oberen Ausstieg der Seilbahn befindet sich

das hölzerne Aussichtsbauwerk der Gartenausstellung.

Errichtet auf einem leicht hervorragenden Sporn,

hat man hier ein spektakuläres Stadtpwanorama.

Entworfen wurde das Gebäude mit seinen geschosshohen

Fachwerkträgern von dem Architekten Daniel

Dethier aus Lüttich. Gebaut hat es Mohr Ingenieur-

Holzbau aus Trier.

Im Gegensatz zu allen anderen temporären Bauwerken

wird dieses Objekt nach der Schau nicht zerlegt,

sondern bleibt in seiner Funktion erhalten.

Entsprechend ist das gesamte Objekt auf Langlebigkeit

angelegt und seine Details wurden in Hinblick

auf einen konstruktiven Holzschutz entwickelt. Alle

konstruktiven Anschlüsse erfolgten grundsätzlich von

Holz auf Stahl. Direkte Holzverbindungen wurden

vermieden. Und, obwohl als Holzschutz nur eine wasserlösliche

Lasur gegen Schimmel und Bläue aufgebracht

wurde, geht Uwe Hallmann von der zuständigen

Projektgruppe der Forstverwaltung hier von einer

zehn bis 15-jährigen Lebenszeit aus. Lediglich bei den

Dachflächen rechnet er mittelfristig mit einer gewissen

Verwitterung, da diese ebenso direkt dem Wetter

ausgesetzt sind.

Fazit

Nicht nur für Koblenz war die BUGA 2011 ein Gewinn.

Sie war auch ein gelungener Ort zu zeigen, wie nachhaltig,

wie hochflexibel und wie dauerhaft mit Holz

gebaut werden kann.

Autor

Robert Mehl ist Architekturfotograf und Journalist. Er lebt und

arbeitet in Aachen.

Im Internet finden Sie im eMagazine der dach+holzbau

weitere Bilder der Bundesgartenschau in Koblenz.

Der temporäre Bau

„Echolot“ ist auf Basis

bionischer Prinzipien

entwickelt worden. Die

Schallwellenausbreitung

des Fledermausrufes

stand Pate für die

Form des Iglu-artigen

Bauwerkes

4.2011

51


HOLZBAU Ausführung + Montage

Dachstuhlsanierung mit Profiwerkzeugen

„Morsches“ Holz – also Holz in fortgeschrittenem Zersetzungsstadium – kann den statischen Belastungen

eines Bauwerks nicht standhalten. Damit herrscht Gefahr für Leib und Leben, weshalb eine schnelle und vor

allem sachkundige Sanierung mit geeigneten Elektrowerkzeugen notwendig ist.

Von Andreas Buck

4.2011

Die Zersetzung von Holz über Pilze ist ein normaler

und notwendiger Kreislauf in der Natur um dem Boden

die erforderlichen Nährstoffe zurückzuführen.

Findet dieser Prozess allerdings in Gebäuden statt,

liegt ein ernsthaftes Problem vor.

Hölzer in Gebäuden müssen vor der Sanierung durch

Sachverständige begutachtet werden

Der Dachstuhl der

Martinskirche in Filderstadt-Sielmingenmusste

saniert werden

52

Im Dachstuhl der Martinskirche in Filderstadt-Sielmingen

bei Stuttgart hat die oben beschriebenen Holzzersetzung

den Dachstuhl angegriffen. Zudem haben

verschiedene An- und Umbauten sowie Kriegsschäden

mit kleinen Brandstellen ihre Spuren hinterlassen.

Undichte Stellen in der Dacheindeckung führten im

Bereich der Schwellen des Dachstuhls, der im 14. Jahr-

hundert als Kombination aus Hänge- und Sprengwerk

errichtet wurde, zum Pilzbefall und damit zur Zersetzung

des Holzes. Mit der Zeit wurden die Zugverbindungen

an den Mauerköpfen so stark geschädigt, dass

der Dachstuhl die Kirchenmauern auseinander drückte.

Um eine weitere Schädigung des Gebäudes zu vermeiden

wurde deshalb eine umfangreiche Sanierung

in Auftrag gegeben.

Den Auftrag, Sparren, Schwellen und Balkenköpfe

oberhalb des Kirchenschiffes auszutauschen, bekam

das Unternehmen Holzbau Kleiner aus Wolfschlugen.

Dabei war Zimmermeister Christoph Deyle für die

Baustelle zuständig.

Nach DIN 68800 Teil 4, Abs. 2 müssen Hölzer im Gebäude

vor der Sanierung durch Sachverständige begutachtet

und das Untersuchungsergebnis in schriftlicher

Form festgehalten werden. In dem Gutachten

sind alle sanierungsbedürftigen Bereiche erfasst und

bilden somit den „Sanierungsfahrplan“ und die Checkliste

zugleich. In diesem Fall forderte das Gutachten,

dass alle schadhaften Stellen entfernt werden. Der

Austausch von Balken, Schwellen und Sparren erfolgte

bei diesem Projekt in enger Zusammenarbeit

mit dem Statikbüro Schilling+Kallenbach in Stuttgart.

Für jede Einbausituation gab der Statiker eine

exakte Vorgabe hinsichtlich Holzquerschnitt, Blattausführung,

Verdübelung aber auch über notwendige

Abstützungen um einen etwaigen Einsturz des Dachstuhls

zu verhindern.

Das Statikbüro begleitete die Bauausführungen

Durch Vorgaben des Denkmalschutzes sollte bei der

Martinskirche möglichst viel historische Bausubstanz

erhalten werden. Daher wurde zunächst der geschädigte

Bereich unter Einhaltung der Abstandsmaße

rechtwinklig ausgetrennt. Hierfür gibt die DIN 68800

Teil 4 genaue Vorgaben, welche Zonen über die schadhafte

Stelle hinaus entfernt werden müssen. So ist

zum Beispiel beim Hausschwamm für den sogenannten

„Gesundschnitt“, ein Bereich von einem Meter über

den Befall hinaus zu entfernen. Bei dem Hausporling,

wie im vorliegenden Fall, sind 30 cm ausreichend.

Danach wird längs zum Bauteil ein Blatt eingeschnitten,

welches eine einfache Verbindung von neuem und

altem Holz, sowie eine perfekte Übertragung der

Schublasten ermöglicht. Vorgaben, wie das Blatt ausgeführt

werden muss, kommen vom Statiker beziehungsweise

sind in der DIN 1052 definiert. Danach


wird das Gegenstück vom Blatt aus neuem Holz gefertigt

und eingesetzt. Damit die Verbindung formschlüssig

ist, das heißt die beiden Blätter perfekt aufeinander

passen, sind exakt winklige Schnitte

notwendig.

Einsatz von Profi-Elektrowerkzeugen bei der Sanierung

Der Zimmerermeister Christoph Deyle nutzte hierfür

die UniverS von Protool, eine Kombination aus Kettensäge

und Kreissäge. Durch den Führungstisch und

bei Bedarf der passenden Schiene sind exakt winklige

Schnitte – auch Gehrungsschnitte bis 60° – möglich.

Ausführung + Montage HOLZBAU

Die Maschine ist trotz 200 mm Schnitttiefe mit 7,5 kg

sehr leicht und damit auch in den kniffligsten Sägesituationen

noch gut zu beherrschen. Darüber hinaus

kann die UniverS auch zur Bearbeitung von druckfesten

Dämmstoffen wie Holzfaser- oder PUR/PIR-

Platten eingesetzt werden.

Die Verdübelung der beiden Blätter erfolgt bei diesem

Objekt mit Holzdübeln mit bis zu 28 mm Durchmesser.

Hierfür werden im Bereich der Überblattung Löcher

nach den exakten Vorgaben des Statikers hinsichtlich

Anzahl und Position gebohrt, PU Leim eingebracht

und die Dübel eingeschlagen. Da für die Bohrungen

Bohren der Dübellöcher

an einer Schwelle mit

der Winkelbohrmaschine

Fotos: Protool

Pilzbefall im Schwellenbereich:

die schadhafte

Stelle muss unter Einhaltung

der Vorschriften

der DIN 68800 Teil 4

entfernt werden

Rechts: Winkliges

Austrennen des Blattes

mit der Schwertsäge

UniverS

4.2011

53


54

HOLZBAU Ausführung + Montage

Verbindung von altem

und neuem Sparren mit

Holzdübeln und PU Leim

Fotos: Protool

Rechts: individuelles

Einbringen einer Kerve

in den zukünftigen Balkenkopf

Interview mit dem Autor, Andreas Buck

„Sanierungen sind sehr individuell“

dach + holzbau: Herr Buck, gibt es Sanierungskniffs, die allgemein Gültigkeit

haben?

Andreas Buck: Sanierungen sind immer sehr individuell. Leider gibt es daher

kaum allgemein gültige Kniffs oder Regeln, die immer Anwendung finden

können.

Aber hinsichtlich des Maschineneinsatzes gibt es doch sicher einen Tipp

von Ihnen, oder?

Was zählt ist Leistung und Flexibilität. Leistung, da im Sanierungsfall häufig

Hartholz anzutreffen ist. Flexibilität vor allem deshalb, damit die Maschinen

in verschiedensten Arbeitssituationen eingesetzt werden können. Die Qua-

Drill und QuaDrive Maschinen von Protool eignen sich hierfür besonders,

denn die Maschinen sind nicht nur Bohrmaschine oder Schrauber, sondern

bieten durch das Schnellwechselsystem die Möglichkeit die Maschinen werkzeuglos

in gleich fünf verschiedene Typen umzubauen und das in Sekundenschnelle.

Gibt es bei Sanierungen von denkmalgeschützten Häusern wichtige Dinge

zu beachten?

Die zentrale Aufgabe bei der Denkmalsanierung ist Erhaltung von möglichst

viel historischer Bausubstanz. Die Bestimmung sanierungsbedürftiger Bauteile

obliegt dem Statiker.

4.2011

der Dübellöcher vorwiegend zwischen dem Gebälk

oder im Schwellenbereich direkt unter der Dachfläche

gearbeitet werden musste, stand zu wenig Platz für

herkömmliche Bohrmaschinen zur Verfügung. Für

solche Zwecke hat die Zimmerei Kleinert die DRP 20

von Protool seit Jahren im Maschinenbestand. Das

Gerät ist je nach Bedarf eine normale Bohrmaschine

oder eine Winkelbohrmaschine. Das Bohrfutter kann

werkzeuglos abgenommen und durch den Winkelkopf

ersetzt werden. Für Christoph Deyle gibt es bei Arbeiten

in Engstellen keine bessere Maschine. „Das Gerät

ist durchzugsstark und flexibel, damit komme ich

überall hin“, sagt der Zimmermeister.

Exaktes Arbeiten mit der Schwertsäge

Die Schwellen im Dachstuhl liegen schräg um die

Dachneigung gekippt auf der Balkenlage der Decke

auf. Das heißt die Kerven sind nicht im Sparren sondern

in der Balkendecke eingelassen. Damit musste

beim Austausch eines Balkenkopfes neben dem Blatt

noch eine Kerve in das einzusetzende Stück Holz eingebracht

werden. Hierfür wurde wieder die UniverS

genutzt. Das Schwert steht im 90° Winkel zum Führungstisch

und erlaubt damit – auch dank der präzisen

Schnittanzeiger – ein exaktes Aussägen der Kerve und

damit individuelles an- und einpassen des neuen

Bauteils.

Alle neuen Holzbauteile beziehungsweise mindestens

der erste Laufmeter vom Schnitt aus, müssen mit

einem vorbeugenden Holzschutzmittel gegen holzzerstörende

Pilze nach DIN 68800 Teil 3 (Prüfprädikat

„P“) behandelt werden.

Aufwändige Arbeiten – kein Balken wie der andere

Die Arbeiten in der Kirche waren sehr aufwändig und

wurden im Oktober abgeschlossen. „Kein Arbeitsschritt,

kein Sparren, keine Schwelle und kein Balken

war wie der andere“, erzählt Zimmermeister Deyle

rückblickend. Eine Sanierung solchen Ausmaßes erfordert

vom Zimmerer großes Fachwissen, Geschick

und Improvisationsvermögen. Die Kosten für den Auftraggeber

sind beträchtlich, aber notwendig um das

Gebäude und ein gutes Stück historische Handwerkskunst

vor dem Verfall zu bewahren.

Autor

Andreas Buck ist Produktmanager bei Protool.


Ein Vorsatz im Akku-Einsatz

Praxistipp HOLZBAU

Die Akku-Technologie ist nicht neu, wohl aber die Dimension, in die manche Akku-Schrauber vordringen. Mit

einem Drehmomentaufsatz lassen sich extrem lange Gewindeschrauben butterweich in Weichholz eindrehen

– ohne Vorbohren. Wir präsentieren den Baustellentest mit dem Bohrschrauber BS 18 LTX Quick.

Von Martin Egenrieder

Ein Bauteil nach dem anderen schwebt am Ladekran auf die Baustelle

Fotos: Metabo

Am frühen Mittwochmorgen sieht es auf der Baustelle

in Seebronn bei Rottenburg am Neckar noch seltsam

karg aus: Rund um eine Fundamentplatte steht ein

zwei Stockwerke hohes Baugerüst – sonst ist nichts zu

sehen, was an ein Haus erinnert. Die Zimmerleute der

Firma Willi Mayer Holzbau aus Bisingen werden das

allerdings bald ändern. Um sieben Uhr trifft mit den

fünf Handwerkern auch der erste Sattelzug voller Holz

und Fertigteile ein. Wände, Balken, Deckenteile, Pfeiler

– ein Teil nach dem anderen schwebt am Kran vor

einem strahlend blauen Himmel auf die Baustelle.

Je höher es hinauf geht, desto praktischer

ist die Akku-Technik

Akku-Technologie mit Kraft

Dann beginnt der Hausbau und es wird aufgerichtet,

die ersten Wände „ins Wasser gesetzt“, Verstrebungen

verschraubt, gebohrt und gehämmert. Mit dabei ist

der Bohrschrauber BS 18 LTX-X3 Quick von Metabo.

Den hat Zimmermann Stefan Ruiz seit einigen Wochen

als Testgerät im Praxistest auf der Baustelle mit dabei.

„Wir hatten die Maschine zum ersten Mal im Einsatz

als wir auf einem Blechdach eine Photovoltaik-Anlage

installiert haben“, berichtet Ruiz. „Dafür ist der Akku-

Bohrschrauber super. Kabelgeräte sind bei solchen

Arbeiten sehr hinderlich. Und die Akkulaufzeit bei der

mobilen Maschine ist wirklich ordentlich.“ In Seebronn

allerdings zum ersten Mal im Einsatz ist der

Drehmomentvorsatz PowerX3. Mit der Kraft von bis

zu 120 Newtonmetern im weichen Schraubfall (zum

Beispiel Fichtenholz) können Handwerker mit dem

Vorsatz Holzbalken ohne Vorbohren mit 12 x 600 mm

Vollgewindeschrauben aufschrauben. Mit Vorbohren

packt die Maschine sogar Vollgewindeschrauben bis

zu einer Größe von 16 x 800 mm.

Lange Kraft für große Schrauben

Schrauben solcher Größenordnung hat Ruiz zwar

nicht dabei, von den verwendeten 8 x 320 mm Schrauben

lassen sich mit einer Akkuladung dafür problemlos

zehn oder mehr eindrehen. „Normalerweise bohren

wir alle Löcher vor“, erklärt Ruiz. „Dann lassen sich

die Schrauben auch ohne Drehmomentvorsatz eindrehen.

Aber es kann natürlich immer mal sein, dass irgendwo

noch eine zusätzliche Schraube rein muss, wo

es kein Loch gibt. Außerdem ist das ein Arbeitsschritt

mehr und wir brauchen immer zwei Maschinen.“ Gerade

bei Dachbalken oder Wandelementen für die

oberen Stockwerke, wo es weit und breit keine Steckdose

gibt, sei ein Akku-Gerät mit viel Kraft besonders

praktisch, sagt Ruiz.

Wandelemente verschrauben:

Für den

BS 18 LTX Quick mit

PowerX3 kein Problem

4.2011

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56

HOLZBAU Praxistipp

Mehr als zehn der 8 x 320 mm Schrauben dreht der

Metabo Bohrschrauber mit einer Akkuladung ein

Fotos: Metabo

4.2011

Mit dem verlängerten Handgriff hält Stefan Ruiz die Kraft

von bis zu 120 Newtonmetern im Zaum

Wand für Wand, Balken für Balken

Doch so weit oben sind die Zimmerer in Seebronn noch

nicht. Die kurze Frühstückspause verbringen sie noch

auf dem Fundament – aber immerhin schon innerhalb

von drei Wänden. Die vierte Außenwand besteht bislang

nur aus einem Rahmen und muss noch verkleidet wer-

Bei einer Ladezeit von nur rund einer Stunde

kann quasi durchgearbeitet werden

Der hohe Vorfertigungsgrad

und Profi-Werkzeuge

sorgen dafür,

dass das Holzhaus in

wenigen Tagen steht

den. Dann kommen die Deckenbalken. Die vorgefertigten

Teile passen perfekt ineinander und die Zimmerer-

Kollegen arbeiten Hand in Hand. Als am späten

Vormittag die Holzdecke das Erdgeschoss abschließt,

Steckdosen sucht man ab einer gewissen

Höhe vergeblich – da ist eine Akku-Maschine

mit Power gefragt

schwebt auch schon die fertige Treppe, gefertigt von

Schreiner Kunibert Sauer, in die vorgesehene Lücke.

Die Kollegen auf dem Bau kennen sich – bis zur Schlüsselübergabe

arbeitet die Firma Willy Mayer meist mit

den gleichen Firmen zusammen – und deshalb darf

auch Schreiner Sauer die Metabo-Maschine mal testen:

Mit Begeisterung verschraubt er innerhalb kürzester

Zeit die Treppe fest in Boden, Wand und Decke.

Zugkräftige Lösung

„Akku-Werkzeuge sind für uns auf dem Bau sehr wichtig“,

betont Zimmermann Ruiz. „Je höher wir kommen,

desto mehr sind wir auf gute mobile Maschinen angewiesen.“

Und zugkräftige Lösungen gibt es jetzt auch

in der Akku-Variante. Mit dem Drehmomentvorsatz

lassen sich beispielsweise Wandelemente miteinander

verschrauben oder Dachsparren befestigen – „das packen

ohne Vorbohren bislang nur Kabelgeräte“, zeigt

sich Ruiz beeindruckt. Einen Punktabzug gibt es von

dem erfahrenen Zimmermann für die Geschwindigkeit.

Weil das Getriebe, das vor den Bohrschrauber

gespannt wird, einen guten Teil der Drehzahl in Drehmoment

umwandelt, läuft die Maschine insgesamt

zwar mit deutlich mehr Kraft, aber eben auch langsamer.

Dafür spart das sogenannte Quick-System Zeit beim

Wechseln der Aufsätze. „Bei vielen Arbeiten müssen

wir häufig zwischen Bohren und Schrauben wechseln.

Da ist so ein System wirklich praktisch“, findet Ruiz.

Ob Drehmomentvorsatz oder Winkelschraubaufsatz

– alles ist mit wenigen Handgriffen montiert.


Eine Holzbaufirma mit Tradition

„In der Holzbau-Branche spüren wir deutlich, wie

rasant sich die Akku-Technologie in den vergangenen

Jahren entwickelt hat“, sagt Ruiz. „Früher mussten

wir die Stromkabel kreuz und quer über die ganze

Baustelle ziehen.“ Ganz zu schweigen von den Anfängen

des Unternehmens, als gerade mal die ersten

Elektrowerkzeuge auf den Markt kamen: Vor 82 Jahren

startete Willi Mayer mit einem klassischen Zimmerer-Betrieb.

Nach und nach kam dann der Holzbau

dazu. Aus den anfangs 15 Mitarbeitern sind inzwischen

42 geworden – darunter Architekten, Bauzeichner,

Bauleiter, Technische Einkäufer und natürlich

Zimmermänner. „1995 haben wir das erste Haus in

Holzrahmen-Bauweise schlüsselfertig übergeben“,

sagt Ruiz. Der Ablauf ist meist der gleiche – wie auch

jetzt in Seebronn: „Es gibt einen kleinen Vorentwurf,

die Detailplanung übernimmt dann aber schon einer

unserer beiden hauseigenen Architekten. Anschließend

folgt der übliche Prozess von Änderungen, Abstimmung,

Genehmigungen, Statik und so weiter.“

Ein Zimmermeister begleitet jedes Projekt von der

ersten Planung bis hin zur Schlüsselübergabe. Etwa

40 Häuser zieht die Firma Willi Mayer Holzbau im

Jahr in Holzrahmen-Bauweise hoch. Das klingt viel

– wundert einen aber nicht mehr, wenn man sieht,

wie schnell das Haus in Seebronn wächst. Unter anderem

auch, weil hochwertige Maschinen zum Einsatz

kommen.

Qualität aus dem Ländle

Das schwäbische Holzbau-Unternehmen setzt auf regionale

Qualität – in jeder Hinsicht. „Wir bekommen

im Durchschnitt täglich einen Sattelzug voll Holz von

der Ostalb. Das wird von der FMPA Stuttgart güteüberwacht“,

sagt Ruiz. Die kurzen Wege sind ein Teil

der Firmenphilosophie. „Wer mit Holz baut, setzt auf

Nachhaltigkeit. Und wenn die Rohstoffe aus der Region

kommen, umso besser“, bringt es Zimmermann

Ruiz auf den Punkt. Bei den Elektrowerkzeugen setzen

die Bisinger ebenfalls auf lokale Produkte. „Metabo

ist ein Hersteller aus der Region und da passt

einfach die Qualität.“

Am Ende des Tages haben die Zimmermänner auf

der Baustelle in Seebronn mit dem Bohrschrauber

BS 18 LTX Quick unzählige Schrauben in Deckenbalken

gedreht, Wandelemente verbunden und Verbinder

fixiert. Eine Pause mussten die Handwerker

wegen der Akku-Technologie nicht machen. Die flexiblen

Akkupakete passen für viele Werkzeuge von

Metabo, die auch auf der Baustelle zu finden sind:

beispielsweise die Akku-Schlagbohrmaschine SB 18

LTX Impuls, die Säbelsäge ASE 18 LTX, die Akku-

Handkreissäge KSA 18 LTX oder die Stichsäge STA

18 LTX. Die Ladegeräte sind für alle Akkus geeignet

und die Ladezeit für einen 18-Volt-Akku beträgt nur

etwa eine Stunde, also kurz genug, um durchzuarbeiten.

Deshalb ist auch schon ein Baufortschritt zu

sehen – wo am Morgen noch ein Gerüst um ein leeres

Fundament herum stand, sieht das Ganze nun schon

fast wie ein fertiges Haus aus.

Praktisch: mit dem Quick Schnellwechselsystem wird aus dem

Drehmoment-Schrauber im Handumdrehen eine Bohrmaschine

Autor

Martin Egenrieder ist Produktmanager und Leiter des Kompetenz-

Centers „Akku“ bei Metabo.

Praxistipp HOLZBAU

Fotos: Metabo

4.2011

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HOLZBAU Produkte

Natürlich dichten bei Blockhäusern

Als traditionelle Bauweise ist

die Rundholz- oder Blockbohlentechnik

seit Jahrhunderten

bekannt. Für die Abdichtung

der für diese Bauart typischen

Eckverkämmungen und Sattelkerben

zwischen den Blockbohlen

oder Rundhölzern ist die

Systemlösung Thermo-Hanf-

Tierische Klimaanlage

Wer gerne Schafwoll-Pullover

anzieht, kann den Werbetext

für Schafwoll-Dämmung für

den Hausbau sicherlich verstehen.

„Schafwolle ist wie

eine natürliche Klimaanlage“,

steht dort geschrieben. Und

wirklich. In einem Schaf-

woll-Pullover lässt es sich im

Sommer wie im Winter gut

aushalten. Das Feuchtigkeit

regulierende Prinzip des Naturprodukts

hat auch das Unternehmen

Isolena erkannt

und produziert Dämmstoff

aus reiner Schafwolle.

Der Dämmstoff wird auf Rollen

geliefert und lässt sich

seitlich an die Sparren antackern

und damit fixieren. Das

CO 2 -neutrale Produkt kann

bis zu 33 Prozent seines Eigengewichts

an Feuchtigkeit

aufnehmen. Ein Grund dafür

ist auch die regionale und damit

umweltfreundliche Verfügbarkeit

des Dämmstoffes.

Die Schafwolle lässt sich für

das Dach, für Zwischenwände,

4.2011

Block geeignet. Je nach Kerbtiefe

kommt hier das Produkt

als Dichtungsstreifen in einer

Dicke bis zu 80 mm zum Einsatz.

Das Material ist schimmelresistent

und schließt die

Fugen zwischen den Hölzern.

Die Dicht- und Dämmstreifen

werden für die Montage einfach

vor der Verlegung der Hölzer

mit einem Klammergerät fixiert,

das Rundholz wird dicht

eingepasst, fertig.

Hock GmbH

86720 Nördlingen

09081/80500-70

nachschauen@thermo-hanf.de

www.thermo-hanf.de

Installationsebenen und die

Fassade verwenden.

Isolena

Naturfaservliese GmbH,

A-4730 Waizenkirchen,

Tel.: 0043/(0)7277/2496-0

office@isolena.at

www.isolena.at

Web-Service

www.bauhandwerk.de

Im Internet finden Sie im eMagazine

der dach+holzbau einen

Film über die Verarbeitung von

Schafwolle im Hausbau.


Feuerfeste Trockenbau-Platte

Europaweit werden für öffentliche

Gebäude im Trockenbau

zunehmend Platten mit der

Baustoffklasse A1 gefordert.

Fermacell hat deshalb seine

klassische Gipsfaser-Platte

weiterentwickelt. Mit der neuen

Brandschutzplatte Firepanel

A1 werden die hohen Anforderungen

erfüllt. Möglich

wurde die Entwicklung durch

eine neue Rezeptur und die Verwendung

von nichtbrennbaren

Fasern. Gleichzeitig bleiben

dabei die bekannten Eigenschaften

der Gipsfaser-Platte

im Trockenbau erhalten.

Fermacell Firepanel A1 Platten

sind der europäischen Baustoffklasse

A1 nach DIN EN

13501-1 (national nach DIN

4102-1) zugeordnet. Entsprechend

können sie überall dort

eingesetzt werden, wo für den

baulichen Brandschutz Platten

der Baustoffklasse A1 gefordert

werden.

Fermacell GmbH

47259 Duisburg

Tel.: 0203/60880-0

info@xella.com

www.fermacell.de

EGGER EUROSTRAND ® OSB � TOP

FORMALDEHYDFREI VERLEIMT

IHR VORSPRUNG IN ÖKOLOGIE UND TECHNIK

Produkte HOLZBAU

EGGER EUROSTRAND ® OSB � TOP ist für die Ausbildung von Scheibentragwerken (Dach, Decke, ggf. Wand) mit großen Spannweiten geeignet. Sie ist in 30 mm Stärke mit Nut

und Feder in zwei Formaten erhältlich. Brandschutzanforderungen F30-B nach DIN ����-� für Decken und Dächer mit sichtbarer Balkenlage können sicher erfüllt werden. Mehr

Informationen zum Produkt erhalten Sie über unsere Technik-Hotline: +49 3841 301 21260 oder im Internet: www.egger.com/holzbau.

EGGER Holzwerkstoff e Wismar GmbH & Co. KG · Im Haff eld 1 · 23970 Wismar · Deutschland · � +49 3841 301-0 · � +49 3841 301-20222 · info-wis@egger.com

Verbesserte Feuchteregulierung

DuPont stellt eine neue

Dampfbremse vor, die speziell

als Teil des Innenausbaus zur

luftdichten Verlegung unter

der Wärmedämmung innerhalb

von Dach- und Fassadenbauteilen

entwickelt wurde.

Die Vorteile sind eine verbesserte

Feuchteregulierung, die

Luftdichtigkeit und eine Verbesserung

des Raumklimas.

Damit soll die Dampfbremse

AirGuard Sd 23 (Sd-Wert =

23 m) auch die Energieeffizienz

von Holzrahmenkonstruktionen

verbessern. Mit

der hohen mechanischen Festigkeit

und ihrer grau-transparente

Farbe ist sie speziell

für Einblasdämmstoffe (zum

Beispiel Zellulose) geeignet

und unterstützt luftdichtes

Bauen. AirGuard Sd 23 ist in

Standardgrößen mit Rollenbreiten

von 1,50 m und 2,80 m

erhältlich.

DuPont de Nemours

63263 Neu Isenburg

Tyvek Hotline 0800/6633990

info@tyvek.de

www.tyvek.de

PROFESSIONAL

www.egger.com/holzbau

4.2011

59


60

HOLZBAU Produkte

Jacke für kalte Tage

Eine neue Gore-Tex-Jacke von

Snicker Workwear verspricht

die richtige Kleidung für extreme

Einsätze zu sein. Die

gut belüftete Jacke aus strapzierfähigem

3-Schicht Gore-

Tex-Material ist laut Hersteller

100 Prozent wasser- und

winddicht. Die Jacke hat große

verschließbare Taschen, eine

integrierte Kapuze und wasserdichte

Reißverschlüsse.

Die Jacke gibt es in den Größen

XS bis XXXL und in den Farben

schwarz und gelb /schwarz.

Zudem gibt es die Jacke als

2-Lagen-Variante in den Farben

schwarz, olive /schwarz

und stahlgrau /schwarz.

Cleveres Transportsystem

Die SYS-ToolBox von Protool ist ein Transportsystem,

das die Verbindung zwischen

Elektrowerkzeug und Handwerkzeug

schafft. Die Box verfügt über zwei geräumige

offene Fächer, durch die offene Bauweise

ist lässt sich Werkzeug einfach und

zeitsparend verstauen.

Neu ist das Koppelsystem: die Boxen können

mit wenigen Klicks miteinander verbunden

werden. Aber auch das Koppeln mit

den Systainern T-Loc von Protool ist möglich.

So können Werkzeug, Kiste, und Ver-

Sichere Luftdichtheit:

Klebeband PAVATAPE FLEX

für luftdichte Anschlüsse

Leistungsstark für Wärmedämmverbundsysteme:

PAVATEX DIFFUTHERM

4.2011

Hultafors

Group Germany GmbH

Snickers Workwear

32602 Vlotho

Tel.: 05228/957-0

info@hultaforsgroup.de

www.hultaforsgroup.de

Effi ziente Sanierungslösung:

Luftdichtbahn PAVATEX LDB 0.02,

PAVATHERM-PLUS

Holzfeuchte-Messung

Die Hydrometten Blue Line

H40 und HT70 sind für Präzisionsmessungen

von Schnittholz

bis maximal 180 mm

Holzstärke geeignet. Die

Messbereiche von 5 bis 40 beziehungsweise

70 Prozent

Holzfeuchte in Verbindung mit

der integrierten Holztemperaturkompensation

erlauben

dem Anwender äußerst genaue

Messungen von Schnittholz,

Spanplatten und Furnieren.

Durch die Speichermöglichkeit

von bis zu 10 Messwerten

kann der Anwender die für

ihn wichtigsten Messwerte

separat im Gerät speichern.

Optional können je nach Ge-

rätetyp bis zu

fünf anwenderspezifische

Kennlinien einprogrammiert

werden. Zudem

kann zwischen

Holzfeuchte

und Wassergehalt

gewählt werden.

Gann Mess- und

Regeltechnik GmbH

70839 Gerlingen

Tel.: 07156/4907-0

info@gann.de

www.gann.de

brauchsmaterial auf einmal getragen werden.

Die SYS-ToolBox schlägt damit die

Brücke im gemeinsamen Transport von

Elektrowerkzeug, Verbrauchsmaterial und

Hilfsmittel.

Protool GmbH

73240 Wendlingen

Tel.: 07024/804-24010

vertrieb@tooltechnicsystems.com

www.protool.de

Dämmen und

Dichten im System

Diffusionsoffen dämmen und

luftdicht bauen – das schaffen die

neuen Dämmsysteme von PAVATEX.

Sie bringen die luft dichte

Gebäude hülle mit

nachhaltiger

Holzfaserdämmung

zusammen.

Anz_PAVATIGHT_Haus2_186x63_sw.indd 1 28.10.11 09:16

www.pavatex.com


Mit doppelter Kraft

Durch einen maximalen Betriebsdruck

von 22,5 bar – üblich sind lediglich

8 bar – widmet sich Makita

einer neuen Drucklufttechnologie.

Durch die damit geringere Baugröße

sind die Maschinen rund 30 Prozent

leichter als solche, die mit 8 bar

betrieben werden. Weitere Vorteile

sind das rückstoßarme und leisere

Arbeiten, zudem ist der Luftverbrauch

durch die hohe Kompression

geringer, die Einschlagstärke allerdings

höher.

Zum Programm gehören neben dem

Kernstück des Systems, dem

Kompressor AC320H, verschiedene

Coil-Nagler, ein Dachpappe-Nagler,

Klammernagler, Stiftnagler, Stauchkopfnagler

sowie ein Schnellbauschrauber

und ein Betonnagler.

Der Kompressor verfügt über 2 Niederdruckanschlüsse

mit maximal

10 bar zur Versorgung herkömmlicher

8 bar-Geräte sowie zwei regelbarenHigh-Pressure-Anschlüs-

Produkte HOLZBAU

Die Zimmerei-Kettensäge ZSX-TWIN Ec von Mafell ermöglicht die mobile

Bearbeitung von groß dimensionierten Hölzern, auch im Längsschnitt, mit

einer maximalen Schnitttiefe von 400 mm. Zwei 3000 Watt starke Motoren

treiben das 20 kg-Gerät an. Die Motoren werden über einen 400-Volt-Anschluss

mit Strom versorgt.

Mit der Hartmetall-Längsschnittkette wird bei einer maximalen Schnitttiefe

von 400 mm eine Schnittgeschwindigkeit von bis zu 3 Meter in der Minute

im Längsholz erreicht. Die Säge ist auf der dem Motor abgewandten Seite

bis 60° schwenkbar, auf der Motorenseite bis 15°. Damit sind auch schräge

Schnitte möglich.

Die mobile Kettensäge ist für Massivholzwände,

verleimte Hölzer und Leimholzbinder geeignet,

die in immer größeren Längen

und Stärken gefertigt werden und bei

denen die bislang eingesetzten Kreisoder

Kettensägen an ihre LeistungsgrenLeistungsgrenze

stießen.

Mafell AG

78727 Oberndorf

Tel.: 07423/812-0

mafell@mafell.de

www.mafell.de

Mehr Druck

sen mit 22,5 bar. Je nach gewähltem

Betriebsmodus können an allen

vier Anschlüssen gleichzeitig Maschinen

betrieben werden. Alle Modelle

werden im Koffer mit Öl,

Schutzbrille und weiterem Zubehör

ausgeliefert.

Makita Werkzeug GmbH

40885 Ratingen

Tel.: 02102/1004-0

info@makita.de

www.makita.de

4.2011

61

Fühl Dich

zu Hause...

mit dem NEUEN

Flachdachziegel

Jacobi Tonwerke GmbH

37434 Bilshausen

Telefon 05528/910-0

Walther Dachziegel GmbH

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Verschiebebereich von 30 mm


62

HOLZBAU Produkte

Zusammenzieheffekt auch beim Innenausbau

Die Schraubenfamilie Unix des Herstellers

Heco hat Zuwachs bekommen: Ab

sofort gibt es die Vollgewindeschraube mit

Zusammenzieheffekt auch mit kleinem

Linsenkopf für den Einsatz als Dielenschraube.

Die veränderliche Gewindesteigung

bewirkt, dass Holzbauteile trotz

Einsatz eines Vollgewindes beim Einschrauben

zusammengezogen werden.

Diese Eigenschaft kommt auch der Fußbodenbefestigung

zugute. Die Schraube

zieht die Holzbauteile zusammen und fixiert

sie gleichzeitig axial über das Gewinde.

Dies erlaubt nicht nur eine schnelle

und kostensparende Montage, sondern

Holzöl gegen Bläue und Pilze

Die Geräte der AS-Allzwecksauger Serie

von Starmix sind sowohl für die Trocken-

als auch für die Nassreinigung geeignet.

Die Sauger sind leicht, kompakt und wendig,

aber trotzdem robust. Sie sind in vier

verschiedenen Ausführungen und unterschiedlichen

Behältergrößen erhältlich.

Alle Varianten verfügen über eine Leistung

von 1200 Watt. Die Filter mit 3600

Quadratzentimeter Filteroberfläche halten

laut Hersteller bis zu 99,9 Prozent der

Staubpartikel zurück. Mit einem Gerätegewicht

zwischen fünf und sieben Kilogramm

– je nach Modell – lassen sich die

Sauger auch bequem tragen, wenn die

Rollen einmal nicht zum Einsatz kommen.

4.2011

verhindert auch zuverlässig lästiges

Knarzen des Holzbelages am Schraubenschaft.

Da die Lasten durch das Gewinde

übertragen werden, dient der Kopf nur

noch zur Aufnahme eines Antriebes und

Auf Nadelholz-Fassaden bei

Holzhäusern, Carports und

Balkonen erzielt der Handwerker

mit dem Holzöl Gori 29 von

Dyrup eine schützende und

wasserabweisende Oberfläche.

Das Holz wird zudem gegen

den schädigenden Einfluss von

Bläue und holzzerstörenden

Pilzen geschützt.

Allzwecksauger für alle Fälle

Gori 29 ist in den Farbtönen

Lärche und Bangkirai sowie in

leicht pigmentiertem Farblos

verfügbar. Es lässt sich sowohl

im Streich-, Tauch- und Flutverfahren

und mit einem Bürstenapparat

aufbringen. Dabei

reicht ein Liter (je nach Oberfläche)

für rund 12,5 m 2 . Das Öl

ist nicht filmbildend, platzt also

kann demzufolge sehr klein ausgeführt

werden. Eine präzise Verbindung der Profilhölzer

ist gewährleistet.

Zudem reduziert die Bohrspitze der Heco-

Topix die Spaltwirkung, so dass der Einsatz

in dünnsten Querschnitten mit geringen

Randabständen möglich ist.

Heco-Schrauben GmbH & Co. KG

78713 Schrammberg

Tel.: 07422/989-0

info@heco-schrauben.de

www.heco-schrauben.de

Zwei getrennte Luftkreisläufe für Kühl-

und Arbeitsluft ermöglichen das Saugen

von Flüssigkeit und eine optimale Kühlung

des Motors, was eine extrem lange

Lebensdauer des Gerätes garantieren soll.

Eine pneumatische Wasserstandserkennung

sorgt dafür, dass der Saugstrom

unterbrochen wird, sobald die Füllhöhe

im Auffangbehälter erreicht ist.

Electrostar GmbH

73262 Reichenbach/Fils

Tel.: 07153/982-300

info@starmix.de

www.starmix.de

später nicht ab. Es ist in den

Gebindegrößen 0,75; 2,5; 5 und

20 Liter erhältlich.

Dyrup GmbH

41199 Mönchengladbach

Tel.: 02166/964-6

info@dyrup.de

www.dyrup.de


Absolut natürlich

Mit der flexiblen Holzfaserdämmplatte

holzFlex Mais

hat Homatherm seine Dämmplatte

holzFlex weiterentwickelt.

Als Bindemittel für den

Dämmstoff wird eine textile

Faser aus Maisstärke verwendet.

Die Holzfaserplatte ist

damit im wahrsten Sinne des

Wortes „bis in die kleinste Faser“

ein absolut natürliches

Produkt und frei von jeglichen

fossilen Bestandteilen.

Die flexible Dämmplatte eignet

sich für die passgenaue

Dämmung zwischen Sparren

oder Ständern und damit für

eine leichte, saubere Verarbeitung.

Gleich ob bei Neubau

oder Sanierung, als Innen-

www.bauverlag.de

dach+holzbau

Das Profimagazin für

Dachdecker und Zimmerer

ist ein Sonderheft der Fachzeitschrift

Bauhandwerk

Das Profimagazin für

Ausbau, Neubau und Sanierung

32. Jahrgang 2010

www.bauhandwerk.de

ISSN 0173-5365

Bauverlag BV GmbH

Avenwedder Straße 55, Postfach 120

33311 Gütersloh, Deutschland

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Dipl.-Ing. Roland Herr

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ruediger.sinn@bauverlag.de

oder Außendämmung. Die

gewohnt guten Eigenschaften

– sommerlicher Hitzeschutz

beziehungsweise Energieeinsparung

in der kalten Jahreszeit

sowie guter Schall-,

Brand- und Feuchteschutz –

kann die ökologische Platte

ebenso vorweisen.

Erhältlich ist holzFlex Mais

für alle Anforderungen in

Dicken zwischen 30 mm und

200 mm.

Homatherm GmbH

06536 Berga

Tel.: 034651/416-0

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Dach – Ausbau, Neubau und Sanierung erscheint

mit 4 Ausgaben pro Jahr. Jahresabonnement (inklusive

Versandkosten und ggf. inklusive BauNetz Bau-

Katalog):

Inland Euro 39,00

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Ablauf eines Halbjahres schriftlich kündbar.

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Zum Abdruck angenommene Beiträge und Abbildungen

gehen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen

in das Veröffentlichungs- und Verarbeitungsrecht

des Verlages über. Überarbeitungen und Kürzungen

Produkte HOLZBAU

Verbinder in neuen Abmessungen

Das BiLO-UBt-Verbindersystem

von Bierbach ist in neuen

Größen erhältlich. Bierbach

liefert das Stecksystem für den

konstruktiven Holzbau nun

auch in den Maßen 46 x 45, 46

x 195 und 114 x 195 mm an. Die

Materialstärke beträgt 4 mm.

Das UBt-System ermöglicht

unsichtbare, langlebige und

flexible Holzkonstruktionen

bei schneller und damit kostensparender

Verarbeitung. Das

Einsatzgebiet reicht von der

Realisierung von Balkenkonstruktionen

bis zur Fixierung

von Wandverbindungen im

Holzrahmenbau, dem Einhängen

von vorgefertigten Fixelementen

im Innenausbau oder

Podesten im Balkonbau.

Der Verbinder kann Lasten in

Einhängerichtung, quer zur

Einhängerichtung, quer zur

Anschlussfläche und entgegen

der Einschubrichtung aufnehmen.

Anwender können damit

horizontale Anschlüsse unter

90 Grad, horizontal schräge

Anschlüsse und vertikal geneigte

Anschlüsse bei Balkenkonstruktionen

realisieren.

Ergänzend dazu gibt es die systemkonformen

Schrauben.

Bierbach Befestigungstechnik

GmbH & Co. KG

59425 Unna

Tel.: 02303/2802-0

info@bierbach.de

www.bierbach.de

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4.2011

63


ZÜNFTIG Auf der Walz

Musikalisch zünftige Zimmersleut

Das Zimmermannshandwerk hat eine lange Tradition. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich regional

unterschiedliche Bräuche. Dabei spielte die Musik auch immer eine bedeutende Rolle. Diese wurde in Musik-

kapellen gepflegt. Das Zimmermannsorchester „Ballas“ aus Halle pflegt diese Tradition seit fast 50 Jahren.

Von Lutz Reinboth

Die „Ballas“ spielen zu

allen möglichen Anlässen,

hier zum Geburtstag

eines langjährigen

Mitglieds

Foto: Günter Kurz

64 4.2011

Zimmermänner sind bisweilen lustige Gesellen und

so entstanden bei der Wanderschaft oft zünftige Lieder,

die bei verschiedenen Anlässen gemeinsam gesungen

wurden. Nach der deutsch-deutschen Teilung wurden

in der DDR diese Bräuche weiter gepflegt. 1966 gründeten

25 Lehrlinge des damaligen Bau- und Montagekombinats

Chemie Halle ein Zimmermannsorchester.

Heute ist diese Musikkombo das einzige

zunftunterstützende Orchester des Bauhandwerks in

der Bundesrepublik und Mitglied im BZGD „Bündnis

zünftiger Gesellen Deutschlands“ sowie im „Landesmusikverband

Sachsen-Anhalt“.

Das Zimmermannsorchester „die Ballas“ hat seinen

Namen von einem systemkritischen DDR-Film

Einer der Höhepunkte in der Anfangszeit war der Auftritt

bei der Uraufführung des Filmes „Spur der Steine“

nach dem gleichnamigen Roman von Erik Neutsch.

Dieser Film wurde kurz danach verboten, da er sich

mit den Verhältnissen in der ehemaligen DDR zu kritisch

auseinander setzte. Durch Nachahmung von

manchen Streichen aus dem Film bekam das Orchester

bald den Beinamen „Die Ballas“.

In folgenden Jahren spielten die musikalischen Zimmerleute

bei verschiedenen Gelegenheiten in der DDR,

wie zum Beispiel bei Jugendtreffen oder bei der Einweihung

des Palastes der Republik. Nach der politischen

Wende begann dann eine Zeit mit vielfältigen

Problemen, zum Beispiel flossen keine Fördergelder

mehr, auch waren die Probebedingungen schwierig

und der Verein verlor Mitglieder. Trotz dieser Widrigkeiten

konnten die Musiker das Orchester vor der

Auflösung bewahren. Heute hat die Zimmermannskapelle

wieder bundesweit Auftritte. 2011 spielten sie

beim Gesellentreffen in Blankenburg und traten beim

traditionellen Salzfest in Halle auf. Seit der Gründung

hatten die Musiker über 1400 Auftritte, rund 600 Mitglieder

bekamen eine Ausbildung an den unterschiedlichsten

Instrumenten.

Nachwuchs gesucht

Mit zünftigen Märschen, Walzerklängen, Polkas sowie

manche Stimmungstitel begeistern die Musiker das

Publikum. „Ein Problem aber ist der Nachwuchs“, sagt

Vereinvorsitzender Eckhart Schumann. Es sei in Halle

relativ schwierig, musikbegeisterte und traditionsbewusste

junge Menschen für das Orchester zu finden.

Eine weitere Hürde: die Musiker müssen Zimmermänner

sein.

Allerdings ist das Interesse in der Bevölkerung an dem

Zunftorchester ungebrochen und spiegelt sich bei Auftritten

und in zahlreichen Beiträgen in der Presse und

im Hörfunk wider. „Von dem her sollte das genügend

Ansporn für den Nachwuchs sein“, sagt der Vereinsvorsitzende

Schuhmann zuversichtlich.

Autor

Lutz Reinboth ist Bauingenieur und interessiert sich vor allem für

historische Begebenheiten am Bau.

Spenden erwünscht!

Zimmermannsorchester Halle e.V. 1966 „Die Ballas“

c/o Eckart Schumann

06132 Halle (Saale)

Tel.: 0345 / 7705794

www.zimmermannsorchester-halle.de

„Die Ballas“ – zünftig und traditionell

Das Zimmermannsorchester bietet auch eine eigene

CD an: Einige Titel können auf der Internetseite

downgeloadet und bestellt werden.


Ein kleiner Schritt für uns, ein riesiger für Sie!

Wir kennen die Entscheider. Ab sofort nennen wir sie auch.

Interesse? Dann wählen Sie jetzt

Tel.: 0800 - 3344355

Stichwort: Mondlandung

kundenservice@ibau.de

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WIR ARBEITEN MIT HOCHLEISTUNG FÜR

INTELLIGENTE INNOVATIONEN.

Was nutzen Innovationen, die niemandem nützen? Deshalb ist es für uns als Trendsetter am geneigten Dach von größter

Bedeutung, Lösungen zu entwickeln, von denen alle Beteiligten in höchstem Maße profitieren. Ob es um die Verbesserung

einzelner Produkte, die intelligente Erweiterung des Sortiments oder den Einsatz neuester Technologien geht: Fortschritt

geschieht bei uns niemals nur um seiner selbst willen, sondern muss auch immer positiv zum Ganzen beitragen. Denn nur

so wird aus einem Dach und seinen einzelnen Komponenten ein komplettes Dach-System, das auf intelligente Weise unser

gesamtes Know-how in sich vereint.

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