Kopplungsanalyse zur Lokalisation des genetischen Defektes in einer

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Kopplungsanalyse zur Lokalisation des genetischen Defektes in einer

15 EINLEITUNG

Darmkommensalen oder Pathogenen erlauben, die eine chronisch-entzündliche Reaktion

initiieren und erhalten können (Hammarström und Smith, 1999). Bis zu 60% der unbehan-

delten CVID Patienten entwickeln Diarrhoen, wobei Giardia lamblia als häufigste Ursache

auftritt, allerdings können auch andere bakterielle Pathogene, wie Salmonellen, Schigellen

und Campylobacter die Symptomatik auslösen (Sneller, 2001). Helicobacter pylori

Infektionen scheinen einen wichtigen Aspekt bei der Pathogenese von Dyspepsie und

chronisch aktiver Gastritis darzustellen (Cunningham-Rundles, 2001). Eine schwedisch-

dänische Studie ermittelte eine 10fache Zunahme von Magenkarzinomen bei CVID Patienten

im Vergleich zur Normalbevölkerung (Mellemkjaer et al., 2002). Bei circa 12% der Patienten

zeigten sich signifikante Leberfehlfunktionen bedingt durch primär biliäre Zirrhose, granulo-

matöse Erkrankungen, virale Hepatitiden oder unbekannter Ätiologie (Cunningham-Rundles,

2001).

CVID Patienten können nur unzureichend Antikörper gegen Mikroorganismen bilden,

behalten allerdings die Fähigkeit, Autoantikörper zu formieren. So leiden 20 bis 25% der

häufiger weiblichen Patienten unter verschiedenen Krankheiten autoimmuner Genese. Am

häufigsten sind autoimmunhämolytische Anämien und die idiopathische thrombozyto-

penische Purpura (ITP), aber auch Neutropenien, die perniziöse Anämie, autoimmune Schild-

drüsenerkrankungen, rheumatoide Arthritiden, der systemische Lupus erythematodes (SLE)

oder das Sjögren Syndrom treten gehäuft auf (Sneller et al., 1993).

Lymphoproliferative Erkrankungen häufen sich ebenfalls bei CVID Patienten und

können sich in verschiedenen Formen manifestieren. So ist die Inzidenz maligner Lymphome

erhöht, allerdings ist das exakte Ausmaß dieser Zunahme noch unklar. Eine Studie in Groß-

britannien zeigte eine 30fach erhöhte Lymphominzidenz bei CVID Patienten im Vergleich

zur Normalbevölkerung (Kinlin et al., 1985). In einer separaten U.S. Studie zeigte sich im

Vergleich zu altersadaptierten Erwartungswerten eine 400fache Inzidenzzunahme maligner

Lymphome bei weiblichen CVID Patienten (Cunningham-Rundles et al., 1987). In einer

neueren Studie mit Daten von 176 CVID Patienten aus Schweden und Dänemark war das

Lymphomrisiko allerdings nur 12fach erhöht (Mellemkjaer et al., 2002). Häufiger als maligne

Lymphome sind jedoch benigne lymphoproliferative Erkrankungen. Schätzungsweise 30%

der CVID Patienten weisen eine Splenomegalie, eine diffuse Lymphadenopathie oder eine

Kombination beider auf (Sneller et al., 1993). Histologisch kann diese lymphoide Hyperplasie

verschiedene Ausprägungen annehmen. Bei der reaktiven follikulären lymphoiden Hyper-

plasie ist die Lymphknotenarchitektur erhalten, wohingegen sie bei der atypischen reaktiven

lymphoiden Hyperplasie durch ein polymorphes lymphozytisches Infiltrat zerstört ist.

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