WSA 2010 - Bundeskammer der Architekten und ...

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WSA 2010 - Bundeskammer der Architekten und ...

InhaltTeil AArtikel IArtikel IIArtikel IIIArtikel IVArtikel VArtikel VIArtikel VIIArtikel VIIIArtikel IXArtikel XTeil B§ 1§ 2§ 3§ 4§ 5§ 6§ 7§ 8§ 9§ 10§ 11§ 12§ 13§ 14§ 15§ 16§ 17§ 18§ 19§ 20§ 21§ 22§ 23§ 24VorwortZur Entwicklung der Regeln für den ArchitekturwettbewerbGrundsätze zum ArchitekturwettbewerbDer Sinn des ArchitekturwettbewerbsDie Grundsätze des ArchitekturwettbewerbsDer Zweck des Wettbewerbsstandard ArchitekturDie Definition des ArchitekturwettbewerbsDie Arten des ArchitekturwettbewerbsDie Alternativen zum ArchitekturwettbewerbDie Rechtsgrundlagen des ArchitekturwettbewerbsDie Aufgaben der Bundeskammer und der LänderkammernDie Kooperation der Kammern mit AusloberInnenDie Kooperationskriterien der KammernWettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010Teilnahmeberechtigung bei ArchitekturwettbewerbenAusschließungsgründe für WettbewerbsteilnehmerInnenVerpflichtungen und Vorgangsweisen des PreisgerichtsZusammensetzung des PreisgerichtsVorprüferInnen in ArchitekturwettbewerbenStändige Beschlussunfähigkeit des PreisgerichtsKonstituierende Sitzung des PreisgerichtsGeschäftsordnung des PreisgerichtsPreise, Anerkennungspreise und AufwandsentschädigungenEntgelte der PreisrichterInnenAbsichtserklärung der Ausloberin bzw. des AuslobersLaufzeit des ArchitekturwettbewerbsAuslobung und AuslobungstextFragebeantwortung und KolloquiumAbgabe der WettbewerbsarbeitenVorprüfung der WettbewerbsarbeitenAusscheidungsgründe für WettbewerbsarbeitenBeurteilung der WettbewerbsarbeitenEmpfehlungen des PreisgerichtsBekanntgabe des WettbewerbsergebnissesAusstellung der WettbewerbsarbeitenDigitale Veröffentlichung der WettbewerbsarbeitenRücksendung der WettbewerbsarbeitenEigentums-, Urheber-, und Verwertungsrecht56999111112141415161619191920222323242528303031313232333334353536373737


Teil C§ 1§ 2§ 3§ 4§ 5§ 6§ 7Leistungsbild ArchitekturwettbewerbZweck des LeistungsbildsDefinition der GrundleistungDefinition der ZusatzleistungenGeregelte ZusatzleistungenFrei vereinbare ZusatzleistungenPreisgeldsummenbemessungAuslobungsunterlagen3939394040414146Teil D122.12.22.32.42.533.13.23.33.4AnhangBegriffsbestimmungen zum ArchitekturwettbewerbKontroll-Listen Auslobungsunterlagen und PreisgerichtstätigkeitAuslobungsunterlagen: Aufbau und InhaltPreisgericht – Tätigkeiten Vorsitz in konstituierender SitzungPreisgericht – Tätigkeiten Vorsitz im Kolloquium mit TeilnehmerInnenPreisgericht – Tätigkeiten Vorsitz in BeurteilungssitzungPreisgericht – Tätigkeiten Schriftführung in BeurteilungssitzungAblauf-Schemata Architekturwettbewerbe und Verhandlungsverfahren(im Umschlag)offener Architekturwettbewerbnicht offener Architekturwettbewerbgeladener ArchitekturwettbewerbVerhandlungsverfahren und Architekturwettbewerbe5151606061626364


VorwortDer Architekturwettbewerb leistet einen hervorragenden Beitrag zum Entstehenvon Qualitätsarchitektur. Die Architekturschaffenden tragen durchWettbewerbsteilnahmen erheblich zur volkswirtschaftlichen und baukulturellenEntwicklung unseres Gemeinwesens bei. Der Architekturwettbewerbals qualitätsbasiertes und projektorientiertes Verfahren zeigt,dass Beauftragungen von Leistungen nach qualitativen Kriterien gegenübersolchen durch Preiskämpfe unvergleichlich bessere Resultate erzielen.Architekturwettbewerbe bilden eine Basis für Baukultur, sie sind nachwie vor durch keine anderen Verfahren ersetzbar. AusloberInnen haben sodie Chance, aufbauend auf der Kenntnis einer Vielzahl von Entwurfsansätzenunter Mitwirkung eines Preisgerichts die vergleichsweise beste Lösung einerBauaufgabe zu ermitteln. Eine wesentlich höhere Planungsreife der Projekteist die Folge.Der Gesamtwert der Arbeiten, der in Architekturwettbewerben zusammenfließt,beträgt ein Vielfaches der Verfahrenskosten. Somit liegt derwirtschaftliche Vorteil − zusätzlich zum nicht unerheblichen Erkenntnisgewinn− bei den AusloberInnen. Die Aufwände der TeilnehmerInnen beiArchitekturwettbewerben sind dagegen wesentlich intensiver als jene imPreiswettbewerb. Nicht zuletzt dadurch ergibt sich der Anspruch auf dasEinhalten bestimmter Regeln.Erst die Einhaltung der für ArchitektInnen als Teil ihres Berufsverständnisseswahrgenommenen Wettbewerbsgrundsätze und die Anwendungeiner auf älteren Regelwerken aufbauenden, ausgereiften Wettbewerbsordnungkann dem Architekturwettbewerb die Mitwirkung der zuständigenund leistungsbereitesten Fachkräfte sichern. Diese essenziellen, normativenTexte sind nun im Wettbewerbsstandard Architektur zusammengefasst.Der Teil A nennt die Grundsätze zum Architekturwettbewerb, die politischenPositionen der Bundeskammer. Der Teil B, die WettbewerbsordnungArchitektur, adaptiert die bewährte Wettbewerbsordnung 2000 für die neuenRandbedingungen. Der Teil C beschreibt im Leistungsbild Architekturwettbewerberstmals umfassend die Wettbewerbsarbeit und ermöglicht die Bestimmungder Mindestpreisgeldsummen für die gängigen Wettbewerbsarten.Der Wettbewerbsstandard Architektur wendet sich gleichermaßen anöffentliche und private AusloberInnen. Auch auf dieser anspruchsvollenBasis werden Architekturwettbewerbe aber nur produktiv sein, wenn sie imSpannungsfeld von Erfahrung und Erneuerung von einem für AusloberInnenund TeilnehmerInnen balancierten Verfahrensrisiko getragen sind.Arch. Dipl.-Ing. Georg PendlPräsident der Bundeskammer der Architekten und IngenieurkonsulentenArch. Mag. Walter StelzhammerVorsitzender der Bundessektion Architekten5 Vorwort


Zur Entwicklung der Regeln für den ArchitekturwettbewerbEin Regelwerk für Architekturwettbewerbe braucht zu Beginn des21. Jahrhunderts nicht erfunden werden, eine Fortschreibung desBewährten ist eingedenk der Wurzeln sinnvoll. Es gibt eine lebendigeeuropäische Tradition baukünstlerischer Ideenkonkurrenzen undihrer Regulierung. Vereinzelt aus der Antike, zahlreicher aus derfrühen Neuzeit, häufig seit der Ära der Industrialisierung, also seitdem 18. Jahrhundert, sind Verfahren zur nachvollziehbaren Unterscheidungder Qualität künstlerischer Werke, insbesondere in Architekturund Städtebau, überliefert.So weit die Geschichte des Wettbewerbswesens geschrieben ist, kannfestgestellt werden, dass bis in das zweite Drittel des 19. Jahrhundertsinformelle Konkurrenzverfahren vorherrschen: keine eindeutigenAbsichtserklärungen, unklare Teilnahmebedingungen, für den Einzelfallgeschaffene Regeln, intransparente Entscheidungen, gebrocheneAusloberversprechen ohne Rechtsfolgen. Parallel zur akademischenAusdifferenzierung der technischen Disziplinen – etwa löst 1863 derObligatunterricht am 1815 gegründeten Wiener PolytechnischenInstitut die Lernfreiheit ab – reifen im deutschen Sprachraum formalanspruchsvolle Regelwerke für Architekturwettbewerbe.Das Selbstverständnis der Architekturschaffenden in der österreichischenMonarchie verfestigt sich im Vormärz zu Selbstbewusstsein.Konflikte der Baukunst mit der staatlichen Bauverwaltung, in welchem„Style“ konkrete Staatsprojekte zu erscheinen hätten, bleiben nichtaus. Die privat tätigen Techniker beginnen fachspezifische Interessengegenüber der Administration wahrzunehmen: 1842 die Abtheilungfür Baukunst im Niederösterreichischen Gewerbeverein, bald nach derbürgerlichen „Revolution“ von 1848 die erste Berufsvereinigung, derÖsterreichische Ingenieur-Verein, dem sich die Baukünstler 1864 anschließen.Damit sind Foren etabliert, die Forderungen nach Wettbewerbund Wettbewerbsregeln erheben.1849 regelt ein Ministerialerlass erstmals die Concurs-Verfahren fürdie Entwürfe zu öffentlichen Bauten. Am 11. Dezember 1860 billigt dieStaatsministerialverordnung über die Grundzüge für das Zivilingenieurwesen,das „Privattechnikergesetz“, den noch nicht so bezeichnetenfreien Architekten fachliche Befugnis und gesellschaftliche Stellungzu. Die Erfüllung dieses hochwollenden Instituts mit gesellschaftlicherund planungspraktischer Relevanz nimmt freilich noch einhalbes Jahrhundert in Anspruch.So führen Interessensverbände wie der Österreichische Ingenieur- undArchitekten-Verein oder die 1864 in Wien tagende XIV. Versammlung6 Zur Entwicklung der Regeln für den Architekturwettbewerb


der deutschen Architekten und Ingenieure die entscheidende öffentlicheDebatte über erste berufsständische Grundsätze für Concurrenz-Normen. Motiv war die Qualitätssicherung bei Planungen für öffentlicheBauten, letztlich die Wahrung des öffentlichen Interesses an dergebauten Umwelt. Bis heute wegweisendes Regelergebnis sind die 1868in Hamburg von der XV. Versammlung beschlossenen Grundsätze fürdas Verfahren bei öffentlichen Konkurrenzen.Seit 1874 gibt der Österreichische Ingenieur- und Architekten-Verein seineGrundsätze für das Verfahren bei Wettbewerben im Gebiete der Architekturund des gesamten Ingenieur-Wesens heraus. Ab 1910 stellt die 1907als Vertretung der freiberuflichen, nur planenden ArchitektInnengegründete Zentralvereinigung der Architekten Österreichs einschlägigeGrundsätze für Architekturwettbewerbe auf. Das Ingenieurkammergesetzvon 1913 schafft den Zivilingenieur für Architektur und Hochbau,die Zivilarchitektenverordnung von 1924 die BerufsbezeichnungArchitekt. Die Deutungshoheit für die Wettbewerbsregeln bleibt inder Zwischenkriegszeit trotzdem bei der Zentralvereinigung.Erst die seit 1951 in den Österreichischen Ingenieurkammern etabliertenArchitektensektionen geben 1953 eine eigene Wettbewerbsordnungder Architekten heraus. Die 1969 geschaffene Bundes-Ingenieurkammererstellt 1988 die Wettbewerbsordnung der Architekten (WOA 1988), dieseit 1993 bestehende Bundes-Architekten- und Ingenieurkonsulentenkammer2000 die Wettbewerbsordnung Architektur (WOA 2000).Letztere wird seit 2002 vom Bundesvergabegesetz und vom dahinterstehenden EU-Vergaberegime zwar begrifflich relativiert, baukulturellist die WOA 2000 bis zum Erscheinen des WSA 2010 weitgehend dasMaß der besten Praxis bei der Durchführung von Wettbewerben. Dieunübersehbaren Tendenzen zur Verrechtlichung der Auslobungs- undVergabeverfahren legen eine Überarbeitung der WOA 2000 nahe, diewieder das Fachlich-Inhaltliche fokussiert.Der Wettbewerbsstandard Architektur (WSA 2010) popagiert den Architekturwettbewerbfür alle AusloberInnen, weil er die besten Lösungenliefert: Die Öffentlichen werden von der Erläuterung des Architekturwettbewerbs,der im Bundesvergabegesetz nur in Grundzügen normiertist, profitieren. Den Privaten wird der Architekturwettbewerb als bewährteTechnik der Baukultur angetragen. Die historische Gebundenheitheutiger Regelerwartungen der Architekturschaffenden anArchitekturwettbewerbe ist daran zu erkennen, dass die 142 Jahrealten, ersten Wettbewerbsgrundsätze mit dem neuen WettbewerbsstandardArchitektur in weitgehendem Einklang stehen.7 Zur Entwicklung der Regeln für den Architekturwettbewerb


15 |16 |17 |18 |Artikel III1 |2 |3 |4 |Artikel IV1 |2 |3 |4 |effizienz und zu den Lebenszykluskosten, eingesetzt werden. QuantifizierendeSysteme für die Gesamtheit der Beurteilungskriterien dürfen darausnicht abgeleitet werden, weil Preisgerichtsurteile als Fach- und Ermessensentscheidungengrundsätzlich nicht quantifizierbar sind.Den VerfasserInnen der besten Wettbewerbsarbeiten ist der Teilnahmeaufwandin Form von an die Preisränge gebundenen Preisen, von Anerkennungspreisenund pauschalen Aufwandsentschädigungen angemessen abzugelten.Zur abschließenden Festlegung der Wettbewerbsaufgabe ist ein Kolloquiumdes Preisgerichts samt Besichtigung des Wettbewerbsortes abzuhalten, zudem alle TeilnehmerInnen und TeilnahmeinteressentInnen zu laden sind.Durch die Veröffentlichung des Preisgerichtsprotokolls, durch eine temporäreAusstellung aller Wettbewerbsarbeiten und eine dauernde Präsentation derErgebnisse im Internet ist die Öffentlichkeit über einen abgeschlossenen Architekturwettbewerbzu informieren.Der Schutz des geistigen Eigentums ist durch eine eindeutige Erklärung derAusloberInnen über die beabsichtigten Verwertungsrechte sicherzustellen.Der Zweck des Wettbewerbsstandard ArchitekturDer Wettbewerbsstandard Architektur legt die Rechte und Pflichten von AusloberInund Preisgericht gegenüber den Teilnehmenden fest.Der Wettbewerbsstandard Architektur beinhaltet alle der Bundeskammerder Architekten und Ingenieurkonsulenten bzw. den Länderkammern wichtigenGrundsätze und Regelungen zum Architekturwettbewerb.Der Wettbewerbsstandard Architektur erlaubt der Bundeskammer bzw. denLänderkammern die Beurteilung eines Architekturwettbewerbs und gegebenenfallsdie Begründung einer Kooperation mit dessen AusloberIn.Jedem in Kooperation mit der Bundeskammer bzw. einer der Länderkammerndurchgeführten Architekturwettbewerb sind die WettbewerbsordnungArchitektur (WSA 2010 – Teil B) und das Leistungsbild Architekturwettbewerb(WSA 2010 – Teil C) zugrunde zu legen.Die Definition des ArchitekturwettbewerbsArchitekturwettbewerbe sind prinzipiell qualitätsbasierte, projektorientierteAuswahlverfahren.Architekturwettbewerbe sind methodisch gesehen Ideenkonkurrenzen, beidenen geistige Leistungen in Form von Plänen, Modellen, Bildern, Texten etc.in einem formalisierten Verfahren aufgrund einer vorgegebenen Aufgabenstellungund anhand vorweg bekannt gemachter Beurteilungskriterien gegenübergestelltund von einem in seinem Urteil von AusloberIn bzw. Ausloberunabhängigen Preisgericht unter Wahrung der Anonymität beurteilt werden.Die Ausloberin bzw. der Auslober strebt in einem Architekturwettbewerb an,mithilfe des Preisgerichts unter zahlreichen, durch die Preisgerichtsdiskussionverständlich gewordenen und daher vergleichbaren Wettbewerbsarbeitendas relativ beste Projekt zu erkennen.Der Preisgerichtsentscheid muss eine Reihung der Wettbewerbsarbeiten, dieZuweisung der Ränge für Preise, Anerkennungspreise, Aufwandsentschädi-11 Teil A Grundsätze zum Architekturwettbewerb


5 |Artikel V1 |a )b )c )gungen und NachrückerInnen, die Verteilung der Preisgelder und Empfehlungenan die Ausloberin bzw. den Auslober beinhalten.Realisierungswettbewerbe bereiten als Auslobungsverfahren die Vergabevon Planungsleistungen vor. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner ist bei öffentlichenAufträgen zu einem förmlichen Vergabeverfahren zu laden. Bei privatenAufträgen ist die Form der Verhandlung über den Leistungsvertrag frei.Die Arten des ArchitekturwettbewerbsArchitekturwettbewerbe können auf folgende Art und Weise durchgeführtwerden:Unterscheidung nach dem Kreis der TeilnehmerInnenOffener Architekturwettbewerbaa ) Der offene Architekturwettbewerb ist das Regelverfahren des Wettbewerbswesens.Durch öffentliche Bekanntmachung fordert die Ausloberinbzw. der Auslober eine unbeschränkte Anzahl von Teilnahmeberechtigtenzur Vorlage von Wettbewerbsarbeiten auf.ab ) Der offene Architekturwettbewerb steht allen den bekannt gemachtenEignungskriterien genügenden Teilnahmeberechtigten offen.Nicht offener Architekturwettbewerbba ) Der nicht offene Architekturwettbewerb ist ein Ausnahmeverfahren. Erist nur dann zu wählen, wenn, begründet durch eine schwierige Aufgabenstellung,die Ausloberin bzw. der Auslober besondere Anforderungen an dieLeistungsfähigkeit der TeilnehmerInnen stellen will und wenn der mit derDurchführung eines offenen Architekturwettbewerbs verbundene Aufwandim Hinblick auf den Gesamtaufwand des verfahrensgegenständlichen Vorhabenswirtschaftlich nicht vertretbar wäre.bb ) Der Auslober bzw. die Ausloberin fordert durch öffentliche Bekanntmachungeine unbeschränkte Anzahl von TeilnahmeinteressentInnen zurVorlage von Teilnahmeanträgen auf. Die Bewerbung steht allen Teilnahmeberechtigtenoffen. Das Preisgericht wählt anhand der bekannt gemachtenAuswahlkriterien zumindest sechs WettbewerbsteilnehmerInnen aus, diesodann eine Wettbewerbsarbeit vorlegen müssen.bc ) Die Anzahl der zu befassenden ArchitektInnen ist entsprechend demWettbewerbsgegenstand festzulegen; sie muss einen echten Wettbewerbgewährleisten und ist in der Bekanntmachung anzugeben.Geladener Architekturwettbewerbca ) Der geladene Architekturwettbewerb ist ein Ausnahmeverfahren. Füröffentliche AusloberInnen ist er nur im vergaberechtlichen Unterschwellenbereichzulässig. Er ist nur dann zielführend, wenn AusloberInnen über hinreichendeMarktkenntnis zur Beschränkung des Kreises der TeilnehmerInnenbzw. zur Auswahl von leistungsfähigen ArchitektInnen verfügen und wenn dermit der Durchführung eines offenen Architekturwettbewerbs verbundeneAufwand im Hinblick auf den Gesamtaufwand des verfahrensgegenständlichenVorhabens wirtschaftlich nicht vertretbar wäre.cb ) Beim geladenen Architekturwettbewerb wird von Ausloberin bzw. Auslobereine beschränkte Anzahl geeigneter WettbewerbsteilnehmerInnen un-12 Teil A Grundsätze zum Architekturwettbewerb


2 |a )b )3 |a )mittelbar zur Vorlage von Wettbewerbsarbeiten aufgefordert. Die Mindestteilnehmerzahlsoll in Abhängigkeit von der Größe der Wettbewerbsaufgabegewährleistet sein: bei Nutzflächen bis 1000 m 2 zumindest 6 TeilnehmerInnen,von 1000 bis 2000 m 2 zumindest 8 TeilnehmerInnen, über 2000 m 2 zumindest10 TeilnehmerInnen.Unterscheidung nach der WettbewerbsabsichtRealisierungswettbewerbaa ) Der Realisierungswettbewerb ist ein Architekturwettbewerb, der auf dieVerwirklichung der Pläne der Gewinnerin bzw. des Gewinners zielt und beidem daher im Anschluss die Auftraggeberin bzw. der Auftraggeber mit derGewinnerin oder dem Gewinner eine Verhandlung zur Vergabe eines Dienstleistungsauftragesdurchführt.ab ) Ein Realisierungswettbewerb ist nur dann durchzuführen, wenn dieAbsicht besteht, die verfahrensgegenständliche Planungsleistung auch tatsächlichzu vergeben.Ideenwettbewerbba ) Der Ideenwettbewerb ist ein Architekturwettbewerb, bei dem die Ausloberinbzw. der Auslober nicht die Absicht hat, die erstgereihte Wettbewerbsarbeitzu realisieren, aber beabsichtigt, die Wettbewerbsarbeit derGewinnerin bzw. des Gewinners, gegebenenfalls auch andere prämierte Wettbewerbsarbeitenzu nutzen, um weitere Planungsschritte vorzubereiten.bb ) Ein Ideenwettbewerb bereitet keinen Auftrag für eine Realisierungsplanungvor, sondern vergewissert AusloberInnen über den relativ bestenLösungsweg zur Wettbewerbsaufgabe.bc ) Im Ideenwettbewerb können, sofern das Preisgericht das beschlossenhat und die Nutzungsrechte geklärt sind, neben dem Werk der Gewinnerinbzw. des Gewinners von Ausloberin oder Auslober weitere prämierte Wettbewerbsarbeitengegen angemessenes Honorar genutzt werden.bd ) Im Ideenwettbewerb sichert sich die Ausloberin bzw. der Auslober gegenein im Vergleich zu einem Realisierungswettbewerb gleicher Aufgabenstellungverdoppeltes Preisgeld die Option auf die Werknutzung der erstgereihtenWettbewerbarbeit bzw. auf die Werknutzungen der prämierten Wettbewerbsarbeiten.be ) Ist eine Planungsaufgabe nicht so hinreichend beschreibbar, dass einIdeenwettbewerb ausgelobt werden könnte, ist ein alternatives Verfahren,z. B. eine Parallelbeauftragung mehrerer ArchitektInnen, durchzuführen. Solcherartkönnen AusloberInnen die Planungsaufgabe im Verfahren konkretisierenund sich schließlich gegen angemessene Honorare die Nutzungsrechtean den Werken aller TeilnehmerInnen sichern.Unterscheidung nach der Art der DurchführungEinstufigkeitEin Architekturwettbewerb kann einstufig durchgeführt werden, wenn imHinblick auf die Projektgröße, die Bearbeitungstiefe und die Eigenart derWettbewerbsaufgabe die Vergleichbarkeit der Wettbewerbsarbeiten alsVoraussetzung für die abschließende Beurteilung durch das Preisgericht gegebenund der Arbeitsumfang den TeilnehmerInnen zumutbar ist.13 Teil A Grundsätze zum Architekturwettbewerb


)Artikel VI1 |2 |Artikel VII1 |Zwei- oder Mehrstufigkeitba ) Ein Architekturwettbewerb soll in zwei oder mehreren Stufen durchgeführtwerden, wenn bei einstufiger Durchführung durch die Projektgröße,die Bearbeitungstiefe und die Eigenart der Wettbewerbsaufgabe die Vergleichbarkeitals Voraussetzung für die abschließende Beurteilung der Wettbewerbsarbeitendurch das Preisgericht nicht mehr gegeben ist oder derArbeitsumfang den TeilnehmerInnen nicht zumutbar wäre.bb ) In einer ersten Stufe werden TeilnehmerInnen für die nächste Wettbewerbsstufeohne Rangfolge ausgewählt, wobei deren Zahl im allgemeinenTeil des Auslobungstextes festgelegt sein muss und nicht unter zehn liegensollte. In der letzten Wettbewerbsstufe sind stets zumindest sechs TeilnehmerInnenzu befassen. Allen TeilnehmerInnen der letzten Wettbewerbsstufeist der Teilnahmeaufwand abzugelten.bc ) Die VerfasserInnen der in der vorhergehenden Stufe ausgewähltenWettbewerbsarbeiten erhalten das Recht, an der nächsten Wettbewerbsstufeteilzunehmen. Im Fall des Verzichtes oder bei sonstigem Ausfall von zurTeilnahme an der nächsten Wettbewerbsstufe Berechtigten ist die bzw. derNächstgereihte in der Liste der NachrückerInnen zur Teilnahme einzuladen.Das Preisgericht hat eine angemessene Anzahl von Projekten als Nachrückerauszuwählen.bd ) Das Preisgericht erstellt für jede dieser Wettbewerbsarbeiten eineschriftliche Beurteilung und formuliert Anregungen zur Aufgabenstellungder nächsten Wettbewerbsstufe.be ) Analog ist bei weiteren Wettbewerbsstufen vorzugehen. Die Auslobungsbestimmungen,insbesondere das Preisgericht, bleiben für alle Wettbewerbsstufenunverändert. Die Anonymität der WettbewerbsteilnehmerInnenvor dem Preisgericht wird bis zur endgültigen Entscheidung des Preisgerichtsüber das Gewinnerprojekt garantiert. In der letzten Wettbewerbsstufe isteine abschließende Reihung der Wettbewerbsarbeiten vorzunehmen.Die Alternativen zum ArchitekturwettbewerbAlternative Verfahren, die von den unter Artikel V angeführten regelhaftenWettbewerbsarten abweichen, können im Einvernehmen mit der Bundeskammeroder mit einer der Länderkammern entwickelt und gegebenenfallsin Kooperation mit der Bundeskammer oder der befassten Länderkammerdurchgeführt werden.Stets als Ausnahmeverfahren aufzufassende Alternativen zum Architekturwettbewerbsind etwa: die Parallelbeauftragung mehrerer ArchitektInnenzur Teilnahme an einem Workshop, das Verhandlungsverfahren mit vorherigerBekanntmachung, wenn wettbewerbsähnliche Verfahrenselemente(Preisgericht, Anonymität) eingesetzt werden und die Qualität unter den Zuschlagskriterienbedeutend stärker gewichtet ist als der Preis.Die Rechtsgrundlagen des ArchitekturwettbewerbsDie Rechtsgrundlagen eines Architekturwettbewerbs öffentlicher Auslober-Innen sind in nachstehender Reihenfolge:14 Teil A Grundsätze zum Architekturwettbewerb


Artikel VIII1 |_ das Bundesvergabegesetz,_ der Auslobungstext samt ergänzenden Unterlagen,_ die Fragebeantwortung,das Protokoll des Kolloquiums bzw. des Lokalaugenscheins mit den TeilnehmerInnenund TeilnahmeinteressentInnen,__ die Wettbewerbsordnung Architektur (WSA 2010 – Teil B) und das LeistungsbildArchitekturwettbewerb (WSA 2010 – Teil C).2 | Bei nicht öffentlichen AusloberInnen entfällt die Bezugnahme auf das Bundesvergabegesetz.a )b )c )2 |3 |4 |Die Aufgaben der Bundeskammer und der LänderkammernDie Bundeskammer und die Länderkammern nehmen zusammenwirkend folgendeAufgaben gegenüber AusloberInnen wahr:die Beratung der AusloberInnen zu den Grundsätzen des Wettbewerbs- undVergabewesens,die Betreuung der AusloberInnen bei der Vorbereitung und Durchführung einesArchitekturwettbewerbs. Diese umfasst insbesondere:ba ) die Prüfung des Auslobungstextes auf Übereinstimmung mit dem WettbewerbsstandardArchitektur bzw. Feststellung von dessen verfahrensformalerEignung gemäß den in Artikel X genannten Kooperationskriterien,bb ) die Prüfung der Wettbewerbsunterlagen auf Vereinbarkeit mit den Berufsinteressender ArchitektInnen,bc ) die Information der AusloberInnen vom Ergebnis der Prüfung,bd ) die organisatorische Durchführung einer Kooperation,be ) die Benennung von KammerpreisrichterInnen nach eigenem Ermessenbei Kooperationen, samt Begründung der Auswahl der Kammerpreisrichter-Innen, falls die KooperationspartnerInnen dies wünschen,bf ) die Erklärung der Kooperation durch Zuerkennung einer im Auslobungstextbekannt zu machenden Verfahrensnummer.die Dokumentation eines Architekturwettbewerbs und seine Einordnung indas Wettbewerbs- und Vergabegeschehen.Die Beratung von AusloberInnen und AuftraggeberInnen, die in mehr als einemBundesland tätig sind oder die Projekte von besonderer Bedeutung im In- undAusland ausloben, erfolgt generell durch die Bundeskammer.Darüber hinaus können AusloberInnen und AuftraggeberInnen, die in mehr alseinem Bundesland tätig sind oder Projekte von besonderer Bedeutung im InundAusland verfolgen, auf Wunsch auch die Betreuung eines Architekturwettbewerbsdurch die Bundeskammer in Anspruch nehmen. In einem solchen Fallbetreut der Bundeswettbewerbsausschuss das Verfahren im Einvernehmenmit der am Verfahrensort oder am Sitz der Ausloberin bzw. des Auslobers zuständigenLänderkammer. Die Nominierung der KammerpreisrichterInnenwird nach Akkordierung der Kooperation durch die Bundeskammer vom Wettbewerbsausschussder jeweiligen Länderkammer vorgenommen.Die Betreuung von Architekturwettbewerben erfolgt durch die am Verfahrensortzuständige Länderkammer. Ansprechstelle ist der jeweilige Wettbewerbsausschuss.15 Teil A Grundsätze zum Architekturwettbewerb


5 |6 |7 |Artikel IX1 |2 |3 |4 |5 |Artikel X1 |Für die Betreuung der AusloberInnen hinsichtlich des besonderen Teils desAuslobungstexts sind die nominierten KammerpreisrichterInnen zuständig.Die Bundeskammer sorgt für die Information der Öffentlichkeit über dasWettbewerbs- und Vergabewesen mittels ihres Wettbewerbsportals. Die Dokumentationund Kommentierung der Verfahren erfolgt gemäß den in denArtikeln II, IX und X genannten Grundsätzen.Die Redaktion und Wartung des Wettbewerbsportals obliegt der Bundeskammer.Die Einpflege von Architekturwettbewerben und anderen für dieInteressen der ArchitektInnen bedeutsamen Verfahren in diesem Internetportalkann auch von den Länderkammern wahrgenommen werden.Die Kooperation der Kammern mit AusloberInnenDie Bundeskammer und die Länderkammern kooperieren mit AusloberInnenbei der Durchführung von Architekturwettbewerben. Dadurch sinkt das Verfahrensrisikovon AusloberInnen und TeilnehmerInnen und steigt die Ausgewogenheitder von Architekturwettbewerben berührten Interessen.Falls die Auslobungsunterlagen für einen Architekturwettbewerb nach einerBetreuung der Ausloberin bzw. des Auslobers die in Artikel X genannten Kooperationskriterienhinreichend erfüllen, wird der Architekturwettbewerb„in Kooperation“ durchgeführt und im Wettbewerbsportal der Bundeskammerals solcher kenntlich gemacht.Falls die Auslobungsunterlagen für einen Architekturwettbewerb nach einerBetreuung der Ausloberin bzw. des Auslobers die Kooperationskriteriennicht hinreichend erfüllen oder die Auslobungsunterlagen ohne Anfrage derAusloberin bzw. des Auslobers bei der Bundeskammer oder einer der Länderkammernbekannt gemacht werden und die Auslobungsunterlagen dieKooperationskriterien erfüllen, wird der Architekturwettbewerb „ohne Kooperation“durchgeführt und als solcher im Wettbewerbsportal der Bundeskammerkenntlich gemacht. Ein solcher Wettbewerb wird vom Bundeswettbewerbsausschussoder vom Wettbewerbsausschuss der befassten bzw.betroffenen Länderkammer entsprechend kommentiert.Falls ein Architekturwettbewerb ohne Anfrage der Ausloberin bzw. des Auslobersbei der Bundeskammer oder einer der Länderkammern bekannt gemachtwird und die Auslobungsunterlagen die Kooperationskriterien erheblich missachten,oder trotz Betreuung der Ausloberin bzw. des Auslobers die Kooperationskriterienerheblich missachtet werden, wird der Architekturwettbewerbim Wettbewerbsportal der Bundeskammer „mit Warnung“ kenntlich gemachtund vom Bundeswettbewerbsausschuss oder vom Wettbewerbsausschussder befassten bzw. betroffenen Länderkammer entsprechend kommentiert.Die Bundeskammer informiert die Öffentlichkeit in ihrem Wettbewerbsportalüber die in Österreich ausgelobten Architekturwettbewerbe und klassifiziertdiese dabei nach den oben definierten Kategorien der Verfahrensqualität: „inKooperation, „ohne Kooperation“ oder „mit Warnung“.Die Kooperationskriterien der KammernBei jedem Architekturwettbewerb, der in Kooperation mit der Bundeskam-16 Teil A Grundsätze zum Architekturwettbewerb


2 |a )b )c )d )e )f )g )h )i )j )mer oder einer der Länderkammern stattfindet, müssen die Kooperationskriterienerfüllt sein, sodass die gegenseitigen Rechte und Pflichten von AusloberIn,Preisgericht und TeilnehmerInnen nachvollziehbar festgelegt unddie Berufsinteressen der ArchitektInnen gewahrt sind.Die Bundeskammer und die Länderkammern beurteilen die Wettbewerbsunterlagenauf Kooperabilität anhand der folgenden Kooperationskriterien:Die Wettbewerbsordnung Architektur (WSA 2010 – Teil B) wird vollständig alsRechtsgrundlage anerkannt und legt das Verfahren formal hinreichend eindeutigfest.Durch eine umfassende Beschreibung der Aufgabenstellung legt der Auslobungstextdas Verfahren inhaltlich hinreichend eindeutig fest.Die Absichtserklärung legt die Intentionen der Ausloberin bzw. des Ausloberseindeutig fest, insbesondere Art, Umfang und Zeitrahmen der Leistungserbringung.Der Umfang und die Art der Wettbewerbsarbeiten ist dem Leistungsbild Architekturwettbewerb(WSA 2010 – Teil C) folgend in Form der Grundleistungund gegebenenfalls von Zusatzleistungen im Auslobungstext eindeutig festgelegt.Die Preisgeldsumme bzw. die Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerInmuss der Wettbewerbsaufgabe entsprechen. Zur Bemessung der entsprechendenMindestpreisgeldsumme bzw. der Mindestaufwandsentschädigungpro TeilnehmerIn ist die für die gewählte Wettbewerbsart vorgesehene Bemessungsformelim Leistungsbild Architekturwettbewerb (WSA 2010 – Teil C)heranzuziehen. Zudem steht das digitale Rechenwerk der Bundeskammer imInternet zur Verfügung.Der Schutz der Urheberrechte und die Verwertungsrechte an den Wettbewerbsarbeitensind im Auslobungstext eindeutig festgelegt.Die Anonymität der TeilnehmerInnen vor dem Preisgericht wird bis nach dessenEntscheidung zugesichert.Das Preisgericht wird zum Zeitpunkt der öffentlichen Bekanntmachung desArchitekturwettbewerbs vollständig benannt, außer die Ausloberin oder derAuslober sichert die Nennung aus nachvollziehbaren Gründen erst bis zurHälfte der Bearbeitungszeit zu.Die Anzahl der von Ausloberin bzw. Auslober unabhängigen Fachpreisrichter-Innen hat immer mindestens die Hälfte des Preisgerichts zu umfassen. DieKammer muss die Möglichkeit erhalten, jene Anzahl von PreisrichterInnen zunennen, die einem Viertel am nächsten kommt.Zur abschließenden Festlegung der Wettbewerbsaufgabe und der Wettbewerbsregelnist ein Kolloquium mit WettbewerbsteilnehmerInnen und Preisgerichtsowie eine Besichtigung des Wettbewerbsortes abzuhalten, außerdie Aufgabenstellung und die Wettbewerbsregeln erfordern ausnahmsweisekeine Klärung mehr.17 Teil A Grundsätze zum Architekturwettbewerb


Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010§ 11 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |§ 21 |2 |Teilnahmeberechtigung bei ArchitekturwettbewerbenArchitekturwettbewerbe sind unter Beachtung der gemeinschaftsrechtlichenGrundfreiheiten sowie des Diskriminierungsverbots entsprechendden Grundsätzen des freien und lauteren Wettbewerbs und derGleichbehandlung aller BewerberInnen und TeilnehmerInnen durchzuführen.Bei offenen und nicht offenen Architekturwettbewerben sind zur Teilnahmeoder zur Bewerbung grundsätzlich alle in Österreich Planungsbefugtenzugelassen. Analoges gilt für Planungsbefugte aus dem EWR-Raum und der Schweiz. Unterhalb des vergaberechtlichen EU-Schwellenwertskönnen sich öffentliche AusloberInnen auf eine nationale Bekanntmachungbeschränken.Einschränkungen der Teilnahmeberechtigung bei offenen und nichtoffenen Architekturwettbewerben sind öffentlichen AusloberInnen nurmöglich, indem ein durch die überdurchschnittliche Komplexität derAufgabenstellung gerechtfertigtes Mehr an Eignung verlangt wird, dasheißt, es werden über Eignungskriterien zusätzliche Anforderungenan die Leistungsfähigkeit der BewerberInnen oder TeilnehmerInnengestellt.Bei geladenen Architekturwettbewerben haben die AusloberInnen dieTeilnehmerInnen unter geeigneten UnternehmerInnen selbst zu wählenund Ausschließungsgründe zu prüfen. Öffentliche AusloberInnen könnengeladene Architekturwettbewerbe nur unterhalb des vergaberechtlichenEU-Schwellenwerts veranstalten.Die Trennung von Planung und Ausführung muss bei allen Bewerber-Innen oder TeilnehmerInnen unabdingbar gewährleistet sein und istdurch eine entsprechende Verzichtserklärung im Bewerbungsschreibenbzw. im VerfasserInnenbrief sicherzustellen.Bei Gemeinschaften von TeilnehmerInnen müssen alle Mitglieder dieTeilnahmeberechtigung besitzen.TeilnehmerInnen oder Gemeinschaften von TeilnehmerInnen sindnur zur Einreichung einer einzigen Wettbewerbsarbeit berechtigt. EineMehrfachteilnahme zieht den Ausschluss sämtlicher Projekte nach sich,an denen die Verfasserin bzw. der Verfasser beteiligt ist.Varianten von Wettbewerbsarbeiten sind nicht zugelassen.Ausschließungsgründe für WettbewerbsteilnehmerInnenDie Mitwirkung an der Prüfung der Wettbewerbsunterlagen auf Vereinbarkeitmit dem Wettbewerbsstandard Architektur (WSA 2010) und mit denBerufsinteressen der TeilnehmerInnen seitens der Bundeskammer bzw.einer der Länderkammern stellt keinen Ausschließungsgrund für dieWettbewerbsteilnahme dar.Von der Teilnahme an einem Architekturwettbewerb sind ausgeschlossen:19 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


a )b )c )d )e )3 |4 |§ 31 |a )b )c )d )Personen oder Unternehmen, die an der Erarbeitung der Wettbewerbsunterlagenunmittelbar oder mittelbar beteiligt waren, soweit durch ihreTeilnahme ein fairer und lauterer Wettbewerb ausgeschlossen wäre;Personen oder Unternehmen, die an der Erstellung von Vorprojektenfür den Architekturwettbewerb mitgewirkt haben, sofern der in der Vor -arbeit wurzelnde Wissensvorsprung gegenüber den WettbewerbsteilnehmerInnennicht durch das nachweisliche Zugänglichmachen derInformationen, insbesondere durch die Veröffentlichung allfälliger Vorprojekte,egalisiert wird;die VorprüferInnen, Preis- und ErsatzpreisrichterInnen sowie:ca ) deren nahe Angehörige (als solche gelten: Ehegatten, eingetragenePartner, Verwandte oder Verschwägerte in gerader Linie, in der Seitenliniebis zum vierten Grad Verwandte oder im zweiten Grad Verschwägerte,Stief-, Wahl- und Pflegeeltern, Stief-, Wahl- und Pflegekinder sowieMündel und Pflegebefohlene);cb ) deren TeilhaberInnen an aufrechten ZiviltechnikerInnengesellschaften(Büro- oder Arbeitsgemeinschaften, wobei Arbeitsgemeinschaftennur so lange als aufrechte ZiviltechnikerInnengesellschaften gelten, alsProjekte gemeinsam bearbeitet werden);Personen, die zu einem Mitglied des Preisgerichts in einem direktenberufsrechtlichen Abhängigkeitsverhältnis stehen (z. B. Angestellte beiUniversitätsprofessorInnen, die Angehörigen der von diesen geleitetenAbteilungen oder Arbeitsgruppen) bzw. Personen, zu denen ein Mitglieddes Preisgerichts in einem solchen Abhängigkeitsverhältnis steht;Personen, die den Versuch unternehmen, ein Mitglied des Preisgerichtsin seiner Entscheidung als PreisrichterIn zu beeinflussen oder die eineAngabe in den eingereichten Unterlagen machen, die auf die Urheberschaftschließen lässt.Ausschließungsgründe gemäß Abs. 1 und 2, die erst während des Architekturwettbewerbsentstehen, sind jenen gleichzusetzen, die von Anfangan bestanden haben.Ausschließungsgründe gemäß Abs. 1 und 2 werden für TeilnehmerInnenauch dann wirksam, wenn sie sich auf am Architekturwettbewerb mitwirkendeMitarbeiterInnen der Teilnahmeberechtigten beziehen.Verpflichtungen und Vorgangsweisen des PreisgerichtsDurch ihre Tätigkeit bekräftigen die Mitglieder des Preisgerichts,dass sie die Bestimmungen der Wettbewerbsordnung vollinhaltlich undvorbehaltlos anerkennen;dass ihnen keine Gründe bekannt sind, die ihre Unbefangenheit und Unabhängigkeitbeeinträchtigen könnten;dass sie ihr Amt sofort zurücklegen werden, wenn – durch welche Umständeauch immer – die Voraussetzungen im Sinne der lit. b nicht mehrvorliegen sollten;dass sie im Rahmen der durch die Wettbewerbsordnung und durch dieAuslobungsunterlagen festgelegten Bedingungen unabhängig und un-20 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


2 |3 |4 |5 |6 |7 |a )b )c )d )e )f )g )8 |9 |10 |11 |beeinflusst nach bestem Wissen und Gewissen ihr Amt als Preisrichte Inausüben werden.Die PreisrichterInnen verpflichten sich außerdem, dem Preisgericht unverzüglichmitzuteilen, wenn von einer Wettbewerbsteilnehmerin odereinem Wettbewerbsteilnehmer der nachweisliche Versuch unternommenwurde, sie in ihrer Entscheidung zu beeinflussen.Das Preisgericht ist zur Objektivität verpflichtet und trägt diesbezüglichdie Verantwortung gegenüber TeilnehmerInnen und AusloberInnen.Das Preisgericht entscheidet in allen Fach- und Ermessensfragen, insbesonderebei der Wahl des erstgereihten Projekts, der zu prämierendenWettbewerbsarbeiten und der NachrückerInnen unabhängig und endgültig.Die PreisrichterInnen sind verpflichtet, von ihrem Stimmrecht Gebrauchzu machen.Das Preisgericht ist verpflichtet, vor Aufhebung der Anonymität der TeilnehmerInneneine Entscheidung zu treffen, indem es grundsätzlich eineGewinnerin bzw. einen Gewinner ermittelt.Die Aufgaben des Preisgerichts sind insbesondere:die Unterstützung der Ausloberin bzw. des Auslobers bei der Erstellungdes besonderen Teils des Auslobungstextes;der Beschluss der veröffentlichungsreifen Bekanntmachungstexte undAuslobungsunterlagen;die Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten anhand der bekannt gemachtenBeurteilungskriterien;die Reihung bzw. die Auswahl der Wettbewerbsarbeiten;die Zuerkennung der in der Auslobung vorgesehenen Preise, Anerkennungspreiseund Aufwandsentschädigungen sowie die Bestimmung derNachrückerInnen;die Abgabe von Empfehlungen an die Ausloberin bzw. den Auslober aufgrunddes Wettbewerbsergebnisses;die umgehende Information der VerfasserInnen der prämierten Wettbewerbsarbeitenüber die Wettbewerbsentscheidung.Das Preisgericht hat seine Entscheidungen aufgrund von Wettbewerbsarbeiten,die anonym vorgelegt werden, und nur aufgrund der Beurteilungskriterienzu treffen. Der Preisgerichtsentscheid ist der Ausloberinbzw. dem Auslober zur allfälligen weiteren Veranlassung zu überantworten.Das Preisgericht und seine Mitglieder sind weisungsfrei.Die PreisrichterInnen üben ihr Amt in allen Abschnitten des Architekturwettbewerbspersönlich aus.Die Sitzungen des Preisgerichts sind nicht öffentlich. Bis zum Wettbewerbsentscheidsind alle VorprüferInnen und PreisrichterInnen sowiesonstige Personen, die bei den Sitzungen des Preisgerichts, wenn auchnur kurzfristig, anwesend waren, zur strikten Geheimhaltung allerWahrnehmungen im Zusammenhang mit dem Architekturwettbewerbverpflichtet.21 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


§ 41 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |10 |11 |Zusammensetzung des PreisgerichtsDas Preisgericht setzt sich aus den in der Bekanntmachung und im Auslobungstextgenannten PreisrichterInnen oder deren Ersatzpersonenzusammen.Das Preisgericht darf nur aus PreisrichterInnen bestehen, die von denTeilnehmerInnen bzw. von mit diesen aktiv verbundenen Arbeitsgemeinschaftenunabhängig sind.Wird von den WettbewerbsteilnehmerInnen eine bestimmte beruflicheQualifikation verlangt, muss mindestens die Hälfte der Preisrichter-Innen über dieselbe oder eine gleichwertige Qualifikation verfügen.Diese PreisrichterInnen müssen von der Ausloberin oder dem Ausloberunabhängig sein.Die Anzahl der PreisrichterInnen richtet sich nach Art, Umfang und konkretenErfordernissen der Wettbewerbsaufgabe; sie soll aber möglichstgering gehalten werden. Es soll eine ungerade Anzahl von Preisrichter-Innen bestellt werden, mindestens jedoch drei.Vom Preisgericht können im Einvernehmen mit der Ausloberin bzw. demAuslober Fachleute ohne Stimmrecht beigezogen werden.Die PreisrichterInnen werden von Ausloberin bzw. Auslober bestellt. EinViertel der PreisrichterInnen wird von der Bundeskammer bzw. von einerder Länderkammern zur Bestellung durch Ausloberin bzw. Auslobernominiert. Macht dies keine ganze Zahl aus, ist mindestens jene Zahl zubestellen, die einem Viertel am nächsten kommt.Gleichzeitig mit den PreisrichterInnen sind auch ErsatzpreisrichterInnenzu bestellen. Für jede Hauptperson ist eine Ersatzperson namhaft zumachen. Für die von der Bundeskammer bzw. von einer der Länderkammernnominierten HauptpreisrichterInnen ist auch die gleiche Anzahlvon durch die Bundes- bzw. durch eine der Länderkammern nominiertenErsatzpreisrichterInnen zu bestellen.Die Ausloberin bzw. der Auslober hat die Zusammensetzung des Preisgerichtsin der Bekanntmachung und im Auslobungstext zu veröffentlichen.Die PreisrichterInnen sind FachpreisrichterInnen oder Sachpreisrichter-Innen, wobei die Zahl der FachpreisrichterInnen überwiegen muss.FachpreisrichterInnen verfügen über die Qualifikation, die Lösung derWettbewerbsaufgabe basierend auf der Gesamtheit der bekannt gemachtenBeurteilungskriterien beurteilen zu können.FachpreisrichterInnen müssen eine Ausbildung auf dem Fachgebiet Architekturoder Städtebau besitzen, im Feld Architektur oder als ArchitektIntätig sein oder eine Fachstelle im höheren öffentlichen Dienst besetzen.Ausnahmsweise können auch Fachkräfte aus dem Umfeld des verfahrensgegenständlichenFachgebietes (z. B. Stadtplanung; Landschaftsplanung;Geschichte und Theorie der Architektur, des Städtebaus, derPlanung; Design; Psychologie; Soziologie) als FachpreisrichterInnen bestelltwerden, wenn die Aufgabenstellung eines Architekturwettbewerbsdas sachlich rechtfertigt.22 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


12 |13 |14 |§ 51 |2 |3 |4 |5 |§ 61 |2 |FachpreisrichterInnen können nur bestellt werden, wenn sie vorweg gegenüberAusloberin bzw. Auslober verbindlich ihren Verzicht auf jedenAuftrag in Zusammenhang mit dem wettbewerbsgegenständlichen Projekterklären.SachpreisrichterInnen verfügen über die Qualifikation, die Lösung derWettbewerbsaufgabe in Hinblick auf einzelne der bekannt gemachtenBeurteilungskriterien beurteilen zu können.Wurden TeilnehmerInnen für einen geladenen Architekturwettbewerbbenannt, so ist bei der Bestellung der PreisrichterInnen und Vorprüfer-Innen auf die hinsichtlich der WettbewerbsteilnehmerInnen geltendenAusschließungsgründe gemäß § 2 Bedacht zu nehmen.VorprüferInnen in ArchitekturwettbewerbenDie Ausloberin bzw. der Auslober bestellt als VorprüferInnen geeigneteFachleute, die über dieselbe oder eine gleichwertige Qualifikation verfügenmüssen wie die am Architekturwettbewerb Teilnehmenden. VorprüferInnensind im Auslobungstext namentlich anzuführen.VorprüferInnen können nur beauftragt werden, wenn sie vorweg gegenüberder Ausloberin bzw. dem Auslober verbindlich ihren Verzicht aufjeden weiteren Auftrag in Zusammenhang mit dem wettbewerbsgegenständlichenProjekt erklären.VorprüferInnen sind in ihren Gutachten von den AusloberInnen unabhängig.VorprüferInnen eines Architekturwettbewerbs können nicht zu PreisrichterInnenin diesem Verfahren bestellt werden.VorprüferInnen berichten dem Preisgericht gegebenenfalls über Verletzungender Wettbewerbsordnung und untersuchen die Wettbewerbsarbeiten– ausschließlich – auf quantifizierbare Aspekte der Erfüllungder Wettbewerbsaufgabe.Ständige Beschlussunfähigkeit des PreisgerichtsFallen bei kooperativ durchgeführten, offenen oder nicht offenen Architekturwettbewerbennoch vor der konstituierenden Sitzung des Preisgerichtsoder ausnahmsweise bei geladenen Architekturwettbewerbengemäß § 7 Abs. 3 vor der ersten, zugleich konstituierenden Beurteilungssitzungso viele PreisrichterInnen und an deren Stelle getretene ErsatzpreisrichterInnennicht nur vorübergehend aus, dass die Erfüllung derAufgaben des Preisgerichts mangels Beschlussfähigkeit gemäß § 7 Abs. 4zumindest in absehbarer Zeit nicht mehr möglich ist, so hat die Ausloberinbzw. der Auslober das Preisgericht für ständig beschlussunfähig zuerklären und im Einvernehmen mit der kooperierenden Bundeskammerbzw. der kooperierenden Länderkammer neu zu bestellen.Fallen bei kooperativ durchgeführten, offenen und nicht offenen Architekturwettbewerbennach der konstituierenden Sitzung des Preisgerichtsoder ausnahmsweise bei geladenen Architekturwettbewerben gemäß § 7Abs. 3 nach der ersten, zugleich konstituierenden Beurteilungssitzung so23 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


3 |4 |5 |§ 71 |2 |3 |viele PreisrichterInnen und an deren Stelle getretene Ersatzpreisrichter-Innen nicht nur vorübergehend aus, dass die Erfüllung der Aufgabendes Preisgerichts mangels Beschlussfähigkeit gemäß § 8 Abs. 4 und 5 zumindestin absehbarer Zeit nicht mehr möglich ist, so hat die Ausloberinbzw. der Auslober das Preisgericht für ständig beschlussunfähig zuerklären und im Einvernehmen mit der kooperierenden Bundeskammerbzw. der kooperierenden Länderkammer neu zu bestellen. Die WettbewerbsteilnehmerInnensind von Ausloberin bzw. Auslober von der ständigenBeschlussunfähigkeit und den zur Nachbestellung vorgesehenenPreisrichterInnen und ErsatzpreisrichterInnen mittels derselben Informationsmedienin Kenntnis zu setzen, durch die offiziell die Auslobungbekannt gemacht wurde. Alle WettbewerbsteilnehmerInnen sind aufzufordern,binnen einer festgelegten Frist, die 7 Tage nicht unterschreitendarf, eine allenfalls bestehende Unvereinbarkeit ihrer Teilnahme mit derBestellung einer bzw. eines der in Aussicht genommenen Preisrichter-Innen oder ErsatzpreisrichterInnen bekannt zu geben.Unvereinbarkeit liegt nur dann vor, wenn zwischen einer Teilnehmerinbzw. einem Teilnehmer oder dessen Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter undeiner bzw. einem zur Bestellung zu PreisrichterInnen oder ErsatzpreisrichterInnenin Aussicht Genommenen ein Naheverhältnis besteht, welchesgemäß § 2 einen Ausschließungsgrund bildet.Werden Unvereinbarkeiten im Sinne von Abs. 3 geltend gemacht, so sinddiese von Ausloberin bzw. Auslober zu berücksichtigen und neue PreisrichterInnenoder ErsatzpreisrichterInnen zur Nominierung in Aussichtzu stellen. Ausschließungsgründe sind gemäß Abs. 2 erneut abzufragen.Die Nachbestellung der Preis- und ErsatzpreisrichterInnen ist über dieselbenInformationsmedien durch Ausloberin oder Auslober bekannt zugeben.Konstituierende Sitzung des PreisgerichtsDie nominierten Mitglieder und Ersatzmitglieder des Preisgerichts werdenmindestens drei Wochen vor dem Sitzungstag zur konstituierendenSitzung einberufen.Die konstituierende Sitzung des Preisgerichts erfolgt bei offenen undnicht offenen Architekturwettbewerben vor der öffentlichen Bekanntmachungdes Verfahrens.Bei geladenen Architekturwettbewerben kann ausnahmsweise vor demVersand der Auslobungsunterlagen statt der konstituierenden Sitzungdes Preisgerichts eine schriftliche Abstimmung des Preisgerichts überdie Auslobungsunterlagen erfolgen, zu der alle PreisrichterInnen eingeladenwerden müssen. In diesem Fall haben die von der Bundeskammerbzw. der kooperierenden Länderkammer nominierten PreisrichterInnenschriftlich ihre Zustimmung zu den Auslobungsunterlagen zu erteilen,bevor diese ausgesandt werden. Die konstituierende Sitzung des Preisgerichtsmit der Wahl des Vorsitzes und der Schriftführung findet dannunmittelbar vor der ersten Beurteilungssitzung statt.24 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


4 |5 |6 |a )b )c )d )e )f )7 |8 |§ 81 |2 |Bei der Konstituierung des Preisgerichts müssen mindestens drei Viertelaller stimmberechtigten PreisrichterInnen mitwirken und mindestensdie Hälfte der Mitwirkenden stimmberechtigte FachpreisrichterInnensein. Dabei muss es zur Wahl eines oder einer Vorsitzenden, eines odereiner stellvertretenden Vorsitzenden sowie von Schriftführerin oderSchriftführer kommen.Die Funktionen im Preisgericht werden unter Leitung der Ausloberin bzw.des Auslobers oder deren bzw. dessen VertreterInnen aus seiner Mitte bestimmt.Bei der konstituierenden Sitzung abwesende PreisrichterInnenkönnen nicht für den Vorsitz im Preisgericht gewählt werden. Zur bzw.zum Vorsitzenden des Preisgerichts soll eine Kammerpreisrichterin bzw.ein Kammerpreisrichter gewählt werden.In der konstituierenden Sitzung definiert das Preisgericht abschließenddas Wettbewerbsziel und die Aufgabenstellung; es wägt die Wettbewerbsrisikenfür AusloberIn und TeilnehmerInnen ab. Darauf abgestimmtwerden die Bekanntmachungs- und Auslobungstexte zur Veröffentlichungsreifegebracht. Insbesondere ist das Preisgericht um die Klärungfolgender Aspekte besorgt:Arbeitserfordernis der TeilnehmerInnen, zusammengesetzt aus derGrundleistung und allenfalls den für die Beurteilung unverzichtbarenZusatzleistungen gemäß Leistungsbild Architekturwettbewerb (WSA 2010– Teil C);Preisgeldbemessung gemäß Leistungsbild Architekturwettbewerb (WSA2010 – Teil C);Inhalt der Absichtserklärung;auf die Wettbewerbsaufgabe bezogene, in der Reihenfolge ihrer Bedeutungformulierte, nicht gewichtete Beurteilungskriterien;Vollständigkeit der Planungsgrundlagen und -richtlinien;Vollständigkeit der von Ausloberin bzw. Auslober zur Verfügung gestelltenPlanunterlagen.Abschließend fasst das Preisgericht in seiner konstituierenden Sitzungeinen Beschluss über die Auslobungsunterlagen als Voraussetzung fürdie öffentliche Bekanntmachung bzw. die Aussendung an die geladenenTeilnehmerInnen.Über die konstituierende Sitzung ist ein Resümeeprotokoll zu verfassenund allen PreisrichterInnen und ErsatzpreisrichterInnen und gegebenenfallsder kooperierenden Kammer zuzustellen.Geschäftsordnung des PreisgerichtsDie Einberufung einer Sitzung des Preisgerichts erfolgt durch Ausloberinbzw. Auslober. Die Einberufung soll mindestens drei Wochen vor demSitzungstag erfolgen.Der oder die gewählte Vorsitzende eröffnet, leitet und schließt die Sitzungen,erteilt das Wort – wobei Wortmeldungen zur Geschäftsordnung bevorzugtzu behandeln sind –, bringt Anträge zur Abstimmung und stelltdie Abstimmungsergebnisse fest. Vorsitzende sind jederzeit berechtigt,25 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |a )b )c )d )10 |die Sitzung zu unterbrechen. Vorsitzende sind für die Arbeitsweise desPreisgerichts in Übereinstimmung mit dem Auslobungstext, der Fragebeantwortung,dem Protokoll des Kolloquiums und dem WettbewerbsstandardArchitektur verantwortlich.Bei Abwesenheit der oder des Vorsitzenden nimmt diese Funktion deroder die stellvertretende Vorsitzende wahr.Das Preisgericht ist in der ersten Beurteilungssitzung der Projekte beschlussfähig,wenn mindestens drei Viertel aller stimmberechtigtenPreisrichterInnen anwesend und mindestens die Hälfte der Anwesendenstimmberechtigte FachpreisrichterInnen sind. Die bzw. der Vorsitzendeoder die bzw. der stellvertretende Vorsitzende muss anwesendsein.In den folgenden Beurteilungssitzungen ist das Preisgericht beschlussfähig,wenn mehr als drei Viertel der stimmberechtigten Preisrichter-Innen, die an der ersten Sitzung teilgenommen haben, anwesend sind.Mindestens die Hälfte der Anwesenden müssen stimmberechtigte FachpreisrichterInnensein. Die bzw. der Vorsitzende oder die bzw. der stellvertretendeVorsitzende muss anwesend sein.Ist während der Preisgerichtssitzung auf Dauer keine Beschlussfähigkeitmehr gegeben, so gilt das Preisgericht als aufgelöst. Die bis dahin getroffenenPreisgerichtsentscheidungen sind in einem solchen Fall nichtig.Um das begonnene Verfahren fortsetzen zu können, muss die Ausloberinbzw. der Auslober ein dem aufgelösten in Personenzahl und Zusammensetzungentsprechendes, neues Preisgericht bestellen.Jeder Sitzung liegt eine vom Vorsitz bestimmte Tagesordnung zugrunde.Eine Änderung der Tagesordnung kann jederzeit beantragt werden. Überdiesen Antrag ist abzustimmen.Über Antrags- und Stimmrecht verfügen nur die PreisrichterInnen und diegemäß Abs. 13 oder Abs. 14 an ihre Stelle getretenen Ersatzpreisrichter-Innen. Wenn der Antrag auf Schluss der RednerInnenliste gestellt wird,hat die oder der Vorsitzende sofort darüber abstimmen zu lassen. Bei Annahmedes Antrags haben nur noch die vor dem Antrag auf der Redner-Innenliste eingetragenen Mitglieder für eine Rededauer von je fünf Minutendas Wort zu erhalten.Als Formen der Beschlussfassung sind vorgesehen:die offene Abstimmung, in der im Allgemeinen mit einfacher Mehrheitder anwesenden Stimmberechtigten die Entscheidungen des Preisgerichtsgetroffen werden;die geheime Abstimmung, die stattfindet, wenn das Preisgericht das beschließt;die qualifizierte Mehrheit (bei wesentlichen Entscheidungen kann sichdas Preisgericht mit Beschluss das Erfordernis und den Umfang für diesenModus der Beschlussfassung selbst auferlegen);bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der oder des Vorsitzenden(Dirimierungsrecht).Stimmenthaltung im Preisgericht ist nicht zulässig. Beharrt eine Preis-26 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


11 |12 |13 |14 |15 |16 |17 |a )b )c )d )e )f )richterin oder ein Preisrichter auf Stimmenthaltung und stellt sich damitgegen die in § 3 geregelten Vorgangsweisen des Preisgerichts, muss sieoder er aus dem Preisgericht ausscheiden. In diesem Fall ist entsprechendAbs. 14 das Ersatzmitglied heranzuziehen.Neben den Mitgliedern des Preisgerichts ist auch die Anwesenheit vonAußenstehenden wie KonsulentInnen, VorprüferInnen, Schreibkräftenund anderen Personen zur Auskunftserteilung und Versorgung desPreisgerichts zugelassen, wenn dies vom Preisgericht mit einfacherStimmenmehrheit beschlossen wird. Außer bei ausdrücklicher Worterteilungdurch den Vorsitz haben sich diese Personen an der Beratungdes Preisgerichts nicht zu beteiligen.ErsatzpreisrichterInnen können an den Preisgerichtssitzungen jederzeitohne Preisgerichtsbeschluss teilnehmen und bei den Preisgerichtsberatungenohne Antrags- und Stimmrecht mitwirken, auch wenn die vonihnen zu vertretenden PreisrichterInnen ihre Funktion ausüben.Bei vorübergehendem Ausfall einer Preisrichterin oder eines Preisrichterskann diese bzw. dieser in Antrags- und Stimmrecht vom vorgesehenenErsatzmitglied nur vertreten werden, wenn die ausfallende Persondies beantragt hat und die Mehrheit der anwesenden stimmberechtigtenMitglieder des Preisgerichts dem Antrag zustimmt.Bei dauerndem Ausfall einer Preisrichterin bzw. eines Preisrichters tritt,wenn dies möglich ist, das vorgesehene Ersatzmitglied auf Dauer an ihreoder seine Stelle.Erklärt sich eine Preisrichterin oder ein Preisrichter für befangen in demSinne, dass den Vorgangsweisen des Preisgerichts nach § 3 nicht mehrentsprochen werden kann, scheidet diese Person aus dem Preisgerichtaus. In diesem Fall ist entsprechend Abs. 14 vorzugehen.In allen Phasen der Preisgerichtssitzung besteht Protokollpflicht.Von der Schriftführung ist laufend ein Resümeeprotokoll zu führen, daszum Zeichen der Genehmigung von allen PreisrichterInnen vor Ende derPreisgerichtssitzung zu unterfertigen ist. Es hat insbesondere zu enthalten:Ort, Zeit, Dauer und Unterbrechungen der Sitzungen sowie auswärtigeBesichtigungen;ein vollständiges Verzeichnis der Anwesenden, insbesondere der jeweilsStimmberechtigten und der Abwesenden unter Anführung allfällig bekannterVerhinderungsgründe;die Namen der den Vorsitz und das Protokoll führenden Personen;die Darstellung des bei der Beurteilung angewandten Verfahrens in allseinen Phasen;die wörtliche Protokollierung einzelner Verhandlungsteile, wenn diesdie Mehrheit der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder des Preisgerichtsverlangt;die wörtliche Fassung aller zur Abstimmung gebrachten Anträge, dasziffernmäßige Ergebnis der Abstimmungen sowie die gefassten Beschlüsse;27 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


g )h )i )j )k )18 |19 |§ 91 |2 |3 |4 |neben dem ziffernmäßigen auch das namentliche Ergebnis einer Abstimmung,wenn dies mindestens die Hälfte der anwesenden stimmberechtigtenMitglieder des Preisgerichts verlangt;die verbale Beurteilung der Projekte und die Begründung der Entscheidungendes Preisgerichts;das Wettbewerbsergebnis in übersichtlicher Form, gegliedert nach Preisen,Anerkennungspreisen, Aufwandsentschädigungen, Nachrücker-Innen auf Preise, NachrückerInnen auf Anerkennungspreise, samt Höheder auszuschüttenden Preise, Anerkennungspreise oder Aufwandsentschädigungen;die exakte Feststellung der Identität aller WettbewerbsteilnehmerInnenund der zugehörigen MitarbeiterInnen samt Namen, Gesellschaftsform,Adresse der Niederlassung;die Empfehlungen des Preisgerichts zur erstgereihten Wettbewerbsarbeitan die Ausloberin bzw. den Auslober.Der schriftliche Bericht der Vorprüfung ist dem zu veröffentlichendenPreisgerichtsprotokoll beizufügen. Wenn in Ausnahmefällen, insbesonderewegen Mangelhaftigkeit, der Vorprüfbericht nicht veröffentlichtwerden soll, hat das Preisgericht darüber einen mehrheitlichenBeschluss zu fassen und die Entscheidungsgründe im Protokoll anzuführen.Das Preisgericht hat seiner Informationspflicht nachzukommen, indemes durch die Vorsitzende bzw. den Vorsitzenden die Gewinnerin oder denGewinner und die weiteren VerfasserInnen prämierter Wettbewerbsarbeitenunmittelbar nach der Entscheidung des Preisgerichts fernmündlichverständigt oder, wenn das nicht möglich sein sollte, unverzüglichauf schnellstem anderen Weg benachrichtigt.Preise, Anerkennungspreise und AufwandsentschädigungenDie Ausloberin bzw. der Auslober setzt für das Projekt der Gewinnerinbzw. des Gewinners und weitere prämierte Wettbewerbsarbeiten Preise,Anerkennungspreise und Aufwandsentschädigungen in Geld aus. Zusammenbilden sie die Preisgeldsumme.Die Preisgeldsumme ist als symbolischer Gegenwert zur Gesamtleistungder TeilnehmerInnen in einem Architekturwettbewerb zu verstehen.Die Preisgeldsumme ist abhängig von Größe und Schwierigkeitsgrad derWettbewerbsaufgabe, vom Umfang der zu erbringenden Wettbewerbsarbeitund von der Art des Architekturwettbewerbs (Realisierungs- oderIdeenwettbewerb).Die Mindestpreisgeldsummen bei offenen und nicht offenen Architekturwettbewerbenund die Mindestaufwandsentschädigung pro TeilnehmerInbei geladenen Architekturwettbewerben sind über Bemessungsformelnim Leistungsbild Architekturwettbewerb (WSA 2010 – Teil C) geregelt.Bei Architekturwettbewerben, die in Kooperation mit der Bundeskammeroder einer der Länderkammern durchgeführt werden, sind dieseBemessungsformeln gemäß Teil C § 6 Abs. 12 oder das daraus abgeleitete28 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


5 |6 |7 |8 |9 |10 |11 |12 |digitale Rechenwerk der Bundeskammer heranzuziehen. Für hochbaulicheRealisierungs- und Ideenwettbewerbe stehen zudem Diagrammefür Mindestpreisgeldsummen und Mindestaufwandsentschädigungenzur Verfügung.Bei zweistufigen offenen Architekturwettbewerben ist die eine Hälfte derPreisgeldsumme an die TeilnehmerInnen der zweiten Wettbewerbsstufein Form von gleich hohen Aufwandsentschädigungen auszuschütten. Dieandere Hälfte der Preisgeldsumme erhalten die bestgereihten TeilnehmerInnenin Form von Preisen und Anerkennungs preisen, die gemäßAbs. 9 zu staffeln sind.Bei Architekturwettbewerben entspricht der Leistungsumfang einer Wettbewerbsarbeitim Standardfall der Grundleistung gemäß LeistungsbildArchitekturwettbewerb (WSA 2010 – Teil C). Wenn zur Beurteilung weitereInformationen notwendig sind, können diese als über die Grundleistunghinausgehende Zusatzleistungen gefordert werden.Der geringeren Aussicht auf Wertschöpfung bei Ideenwettbewerben wirddurch eine Verdoppelung der Preisgeldsumme im Vergleich zu RealisierungswettbewerbenRechnung getragen.Bei Architekturwettbewerben, bei denen nicht nur die Grundleistung gemäßTeil C § 2 und geregelte Zusatzleistungen gemäß Teil C § 4, sondernauch frei vereinbare Zusatzleistungen gemäß Teil C § 5 verlangt werdenoder bei Architekturwettbewerben, die mehrstufig, also mit mehr als zweiBearbeitungsstufen, durchgeführt werden, ist die Preisgeldsumme imEinvernehmen mit der kooperierenden Bundeskammer bzw. der kooperierendenLänderkammer festzusetzen.Es sind zumindest drei Preise und je nach Größe des Architekturwettbewerbsdrei oder mehr Anerkennungspreise auszusetzen. Die Preise sindim Verhältnis 1 zu 0,8 zu 0,6 zu staffeln. Die Anerkennungspreise sollengleich dotiert sein und die Hälfte des kleinsten Preises betragen. Werdenmehr als drei Preise oder mehr als drei Anerkennungspreise ausgesetzt,erhöht sich die mit dem Formelwerk oder dem Rechenwerk bestimmtePreisgeldsumme um die von AusloberInnen zusätzlich versprochenenPreisgelder.In zu begründenden Ausnahmefällen bleibt es dem Preisgericht vorbehalten,eine andere Aufteilung der ausgesetzten Preise, Anerkennungspreiseund Aufwandsentschädigungen vorzunehmen. Dabei ist aber dieausgesetzte Gesamtsumme in jedem Fall auszuschütten und die ausgelobteAnzahl der zu prämierenden Arbeiten in jedem Fall beizubehalten.Preise, Anerkennungspreise und Aufwandsentschädigungen sind binnen30 Tagen nach der Wettbewerbsentscheidung an die Bezugsberechtigtenauszuzahlen. Zusätzlich zu den als Nettobeträge ermittelten Preisen,Anerkennungspreisen und Aufwandsentschädigungen ist die amOrt der Rechnungslegung vorgeschriebene Umsatzsteuer auszuzahlen.Wenn sich nach Vorliegen des Wettbewerbsergebnisses herausstellt, dassauf ein prämiertes Projekt oder deren VerfasserInnen Ausscheidungsgründegemäß § 17 oder Ausschließungsgründe gemäß § 2 zutreffen und29 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


13 |14 |§ 101 |2 |§ 111 |2 |3 |kein NachrückerInnenprojekt an dessen Stelle treten kann, ist der fürdiesen Rang ausgelobte Preis oder Anerkennungspreis oder die für diesenRang ausgelobte Aufwandsentschädigung zu gleichen Teilen auf alleProjekte der engeren Wahl (gemäß § 18 Abs. 9), die nicht prämiert wurden,aufzuteilen.Wettbewerbsarbeiten, die hervorragende Lösungsansätze zeigen, abereinzelne Beurteilungskriterien in wesentlichen Punkten nicht erfüllen,können nicht mit Preisen, wohl aber mit Anerkennungspreisen oder Aufwandsentschädigungenbedacht werden.Nach Realisierungswettbewerben erfolgt keine Anrechnung des Preisgeldesder Gewinnerin oder des Gewinners auf das Planungshonorar.Entgelte der PreisrichterInnenDen PreisrichterInnen, den auf Anordnung der Ausloberin bzw. des Ausloberstätig gewordenen Fachleuten sowie den VorprüferInnen steht fürihre Tätigkeit ein angemessenes Entgelt und ein Ersatz der Nebenkostenzu.PreisrichterInnen erhalten auf Preisbasis 2006 ein Entgelt für die protokollierteDauer des Preisgerichts von 150 € netto pro Stunde. Der Stundenbetragwird mit dem Erzeugerpreisindex für unternehmensnahe Dienstleistungenfür den Dienstleistungsbereich Architekturbüros (71.11)der Bundesanstalt Statistik Österreich valorisiert. 2006 ist das Basisjahrder Erzeugerpreisindexberechnung. Die endgültigen Indexwertewerden jeweils 6 Monate nach Ende des Berichtsquartals veröffentlicht.Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des WSA 2010 beträgt der Faktor 1,068,(3. Quartal aus 2009). Der aktuelle Stundensatz ist folglich 160,20 € netto.Absichtserklärung der Ausloberin bzw. des AuslobersBei Realisierungswettbewerben erklären die AusloberInnen bzw. AuftraggeberInnenverbindlich ihre Absicht, die Gewinnerin bzw. den Gewinnermit den weiteren Architekturleistungen gemäß dem im Auslobungstextbeschriebenen Leistungsbild zu beauftragen (Leistungsvertrag). Einediesbezügliche explizite Absichtserklärung muss im Auslobungstextenthalten sein.Leistungsverträge öffentlicher AuftraggeberInnen werden mit der Gewinnerinbzw. dem Gewinner eines Realisierungswettbewerbs in einemgesonderten Verhandlungsverfahren geschlossen.Bei Ideenwettbewerben hat die Gewinnerin oder der Gewinner keinenPlanungsauftrag zu erwarten; allenfalls kann die Gewinnerin oder derGewinner mit der Aufbereitung des Wettbewerbsergebnisses befasstwerden. Eine diesbezügliche explizite Absichtserklärung ist in den Auslobungstextaufzunehmen. Ebenso aufzunehmen ist eine entsprechendeFormulierung über den urheberrechtlichen Schutz der Wettbewerbsarbeit,insbesondere hinsichtlich der Nutzungsrechte. Die Preisgeldereines Ideenwettbewerbs können allein keinesfalls die Nutzungsrechtean den prämierten Wettbewerbsarbeiten abdecken.30 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


§ 121 |2 |3 |§ 131 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |Laufzeit des ArchitekturwettbewerbsDie Laufzeit des Architekturwettbewerbs vom Tag der Bereitstellung derUnterlagen bis zum Abgabetermin ist entsprechend der gestellten Aufgabefestzusetzen. Die Mindestlaufzeit einer Wettbewerbsstufe soll achtWochen betragen.Falls das Wettbewerbserfordernis ein Modell vorsieht, ist dafür eine zusätzlicheBearbeitungszeit von mindestens einer Woche nach Abgabe derPläne einzuräumen.Eine allfällige Verlängerung der Laufzeit muss innerhalb der erstenHälfte der vorher geltenden Frist mittels derselben Informationsmedienbekannt gegeben werden, durch die auch offiziell die Auslobung erfolgtist. Gleichzeitig muss die entsprechende Information den namentlicherfassten TeilnehmerInnen gemäß § 13 Abs. 8 per Post oder E-Mail übermitteltwerden.Auslobung und AuslobungstextDie Auslobung des Architekturwettbewerbs wird von der Ausloberin bzw.vom Auslober durchgeführt.AusloberInnen sind im Auslobungstext eindeutig zu benennen und deklarierensich zudem mit einer Verrechnungsadresse (samt ATU-Nummer)zur reibungslosen Verrechnung der Preise, Anerkennungspreiseund Aufwandsentschädigungen.Im Auslobungstext eines Realisierungswettbewerbes muss die Auftraggeberinbzw. der Auftraggeber zusätzlich zu Ausloberin bzw. Auslobergenannt werden.Die Auslobungsunterlagen erstellen die AusloberInnen oder von ihnenbeauftragte VerfahrensorganisatorInnen. Die Auslobungsunterlagenbestehen aus dem in einen allgemeinen und in einen besonderen Teilgegliederten Auslobungstext, aus den sonstigen Auslobungsunterlagenund den Formularen für den BewerberInnen- bzw. VerfasserInnenbrief,für Eignungsnachweise etc.Die Auslobungsunterlagen enthalten alle zur Bearbeitung der Aufgabeerforderlichen Ausarbeitungen. Plangrundlagen sind in demselbenMaßstab beizustellen, wie für die Darstellung der Wettbewerbsarbeitverlangt.Im allgemeinen Teil A des Auslobungstextes ist der Hinweis auf die positivabgeschlossene Prüfung der Wettbewerbsunterlagen und die darausfolgende Kooperation mit der Bundeskammer bzw. einer der Länderkammernunter Anführung der Verfahrensnummer samt Datum undGeschäftszahl des entsprechenden Schreibens aufzunehmen.Die öffentliche Bekanntmachung kann nur auf Basis der vom Preisgerichtin seiner konstituierenden Sitzung beschlossenen Bekanntmachungs-und Auslobungstexte erfolgen.Die Ausloberin bzw. der Auslober verfasst eine Liste, in der die registriertenTeilnahmeinteressentInnen oder die EmpfängerInnen der Auslobungsunterlagengeführt werden.31 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


9 |10 |11 |12 |§ 141 |2 |3 |4 |§ 151 |Der allgemeine und der besondere Teil des Auslobungstexts müssen abdem Zeitpunkt der öffentlichen Bekanntmachung kostenlos zum Downloadim Internet bereitstehen. Eine digitale, kostenlose Registrierungkann für den Zugang zum allgemeinen und besonderen Teil des Auslobungstextesvorgesehen werden.Erfolgt die Übermittlung der gesamten Auslobungsunterlagen über dasInternet, darf die Ausloberin bzw. der Auslober dafür keinen Unkostenbeitragverlangen.Für die Bereitstellung physischer Auslobungsunterlagen (Druckwerke,Datenträger, Modellbauteile etc.) ist die Ausloberin bzw. der Ausloberberechtigt, einen angemessenen, refundierbaren Unkostenbeitrag einzuheben.Dieser Unkostenbeitrag ist allen WettbewerbsteilnehmerInnen, welcheeine Wettbewerbsarbeit einreichen, die nicht wegen eines Ausschließungsgrundesgemäß § 2 oder eines Ausscheidungsgrundes gemäß § 17ausgeschieden wurde, in voller Höhe binnen 30 Tagen nach Vorliegen desWettbewerbsergebnisses rückzuerstatten.Fragebeantwortung und KolloquiumDen WettbewerbsteilnehmerInnen ist Gelegenheit zu verfahrensbezogenenFragen zu geben. Die Fragen sind schriftlich an die im Auslobungstextbezeichnete Stelle zu richten.Das Verfahren der Fragebeantwortung ist von Ausloberin oder Ausloberbzw. der Verfahrensorganisation durchzuführen. Die Antworten sindimmer vom Preisgericht zu erstellen. Die anonymisierten Fragen unddie Antworten sind allen EmpfängerInnen der Auslobungsunterlagenspätestens bis zur Hälfte der Laufzeit des Architekturwettbewerbs untermöglichst gleichen Bedingungen zuzuleiten.Außer der schriftlichen Fragebeantwortung muss am Wettbewerbsortein Kolloquium mit Preisgericht und WettbewerbsteilnehmerInnendurchgeführt werden. Dazu sind alle WettbewerbsteilnehmerInnen bzw.alle TeilnahmeinteressentInnen einzuladen. Gegebenenfalls können bisdahin eingelangte Fragen beim Kolloquium mündlich beantwortet werden.Für die schriftliche Ausfertigung der Antworten sind sieben Tagevorzusehen.Das Protokoll des Kolloquiums muss allen EmpfängerInnen der Auslobungsunterlagenunter möglichst gleichen Bedingungen zugesandtwerden. Bei digitalen Auslobungen sind die Fragebeantwortung und dasProtokoll des Kolloquiums von AusloberInnen wie die anderen Auslobungsunterlagenim Internet zu veröffentlichen.Abgabe der WettbewerbsarbeitenDer Modus der Abgabe der Wettbewerbsarbeiten hat die Anonymitätgegenüber dem Preisgericht zu wahren. Die Anonymität aller Verfasser-Innen ist bis zum Wettbewerbsentscheid zu garantieren. Sie wird erstdurch das Öffnen der VerfasserInnenbriefe aufgehoben.32 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


2 |3 |§ 161 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |§ 171 |Sämtliche Teile der Wettbewerbsarbeit und alle Beilagen sind zur Wahrungder Anonymität mit einer sechsstelligen Kennzahl zu versehen.Der VerfasserInnenbrief mit den Namen der ProjektverfasserInnen undderen MitarbeiterInnen ist in einem undurchsichtigen, verschlossenenBriefumschlag der Wettbewerbsarbeit beizulegen und mit dieser Kennzahlzu versehen. Bei Gemeinschaften von TeilnehmerInnen ist ein Mitgliedals vertretungs- bzw. empfangsberechtigt auszuweisen.Bei Abgabe der Wettbewerbsarbeiten durch Boten ist eine Empfangsbestätigungmit Datum und Uhrzeit auszufolgen.Vorprüfung der WettbewerbsarbeitenDie VorprüferInnen haben die äußeren Verpackungen der Wettbewerbsarbeitenzu entfernen und die inneren Verpackungen der einzelnen Projektemit laufenden Nummern zu versehen. Diese Nummerierung darfnicht einer etwaigen Einlaufliste entsprechen. Sie haben sodann eineListe anzulegen, in die sie jede Wettbewerbsarbeit mit ihrer laufendenNummer und ihrer Kennzahl eintragen.Nach Öffnen aller verpackten Wettbewerbsarbeiten ist die laufendeNummer auf allen Teilen der Wettbewerbsarbeit anzubringen, die sechsstelligenKennzahlen sind durch Überkleben unkenntlich zu machen.Unaufgefordert erbrachte Mehrleistungen einer Wettbewerbsarbeit dürfendem Preisgericht nicht zur Kenntnis gebracht werden, müssen aberim Vorprüfungsbericht festgehalten werden.Die Liste mit den laufenden Nummern und Kennzahlen sowie die ungeöffnetenVerfasserInnenbriefe sind von der Vorprüferin bzw. demVorprüfer einem im Auslobungstext bezeichneten öffentlichen Notariatoder einer anderen geeigneten Stelle zur Verwahrung zu übergeben, bisdas Wettbewerbsergebnis vorliegt.Die eingelangten Wettbewerbsarbeiten sind von den VorprüferInnen ingeeigneten Räumen so unterzubringen, dass eine ordnungsgemäße, vergleichendeBeurteilung durch das Preisgericht möglich ist. Die Räumestellt die Ausloberin bzw. der Auslober zur Verfügung.Die eingelangten Wettbewerbsarbeiten sind auf die formale Erfüllungder Auslobungsbedingungen, insbesondere hinsichtlich des Vorliegensvon Ausscheidungsgründen gem. § 17, zu prüfen. Zudem erfolgt nur einePrüfung der quantifizierbaren Eigenschaften der Wettbewerbsarbeiten.Für jede Wettbewerbsarbeit ist ein Prüfblatt anzulegen, worin das Ergebnisder Vorprüfung festzuhalten ist. Die Prüfblätter sind jedem Mitglieddes Preisgerichts als Vorprüfungsbericht in einfacher Ausfertigung zurVerfügung zu stellen.Die VorprüferInnen haben sich strikt jeder direkten oder indirekt wertendenBeurteilung der Wettbewerbsarbeiten zu enthalten.Ausscheidungsgründe für WettbewerbsarbeitenBei Vorliegen eines der folgenden Verstöße – wie auch wegen eines Aus-33 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


a )b )c )d )e )f )2 |§ 181 |2 |3 |4 |5 |6 |schließungsgrundes gemäß § 2 – muss die betroffene Wettbewerbsarbeitvom Preisgericht ausgeschieden werden:wegen verspäteter Abgabe,wegen Verletzung der Anonymität,wegen des Versuchs der Beeinflussung der Vorprüfung oder des Preisgerichts,wegen mangelnder Teilnahmeberechtigung,wegen fehlender Erklärung zur Trennung von Planung und Ausführung,wegen Vorlage mehrerer Wettbewerbsarbeiten.Bei Vorliegen sonstiger Verstöße gegen Wettbewerbsunterlagen – Formalfehler, Unterschreitung des Erfordernisprogramms – kann die betroffeneWettbewerbsarbeit vom Preisgericht ausgeschieden werden. Das Ausscheidenmuss im Protokoll begründet werden.Beurteilung der WettbewerbsarbeitenDie Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten hat ausschließlich gemäß denin der Reihenfolge ihrer Bedeutung angegebenen, nicht gewichteten Beurteilungskriterienzu erfolgen, die im Auslobungstext genannt sind.Quantifizierende Systeme dürfen für die Entscheidungen des Preisgerichtsbei der Auswahl der Wettbewerbsarbeiten nicht eingesetzt werden.Um die Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten zu erleichtern, könnenaber digital gestützte Nachweisverfahren zu konkreten, quantifizierbarenTeilaspekten des Beurteilungsspektrums, insbesondere zur Energieeffizienzund zu Lebenszykluskosten, verwendet werden.Das bei der Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten vom Preisgerichtanzuwendende Verfahren – Informations-, Auswahl-, Ausscheidungs-,Rückholungsrundgänge, Gesamt- oder Teildiskussionen, synchroneArbeitsgruppen, Vorträge von VorprüferInnen und BeraterInnen, Lokalaugenscheineetc. – ist von der bzw. dem Vorsitzenden vorzuschlagen. Esrichtet sich nach Art und Umfang der Aufgabenstellung, nach der Anzahlder eingereichten Wettbewerbsarbeiten und nach all jenen besonderenUmständen, die aus dem betreffenden Architekturwettbewerb resultieren.Das Preisgericht hat jede einseitige Berücksichtigung von Beurteilungskriterienzu vermeiden. Vielmehr sind die bekannt gemachten Beurteilungskriterienals Ganzes anzuwenden, damit die Wettbewerbszieleumfassend berücksichtigt und die den Wettbewerbsarbeiten zugrundeliegenden konzeptionellen Ansätze erfasst werden können.Unaufgefordert erbrachte Mehrleistungen einer Wettbewerbsarbeit dürfenvom Preisgericht nicht beurteilt werden. Mehrleistungen sind solche,die über die Grundleistung gemäß Leistungsbild Architekturwettbewerb(WSA 2010 – Teil C) und allenfalls darauf aufbauende, im Auslobungstexttaxativ aufgezählte Zusatzleistungen hinausgehen. Das Ausscheiden vonerkannten Mehrleistungen durch das Preisgericht ist im Protokoll festzuhalten.Die Ausloberin bzw. der Auslober behält sich vor, Überarbeitungen von34 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


7 |8 |9 |10 |§ 19§ 201 |2 |jenen Wettbewerbsarbeiten zu verlangen, die für Preise, Anerkennungspreise,Aufwandsentschädigungen oder als NachrückerInnen infragekommen. Solche Überarbeitungen müssen vom Preisgericht beschlossenwerden, die Entscheidungsgründe sind zu protokollieren. Überarbeitungenkönnen nur unter Wahrung der Anonymität und der Kontinuität derim Auslobungstext festgelegten Aufgabenstellung stattfinden. Die Zusammensetzungdes Preisgerichts bleibt unverändert. Während der Überarbeitungist die Preisgerichtssitzung bis zur endgültigen Entscheidungzu vertagen.Den in die Überarbeitung einbezogenen VerfasserInnen sind vom Preisgerichtanonym konkrete Aufgaben bzw. Fragen zu ihren Wettbewerbsarbeitenzu stellen. Der Überarbeitungsaufwand ist gemäß Teil C § 5 Abs. 1und 2 abzugelten.Ex-aequo-Ränge für Preise, Anerkennungspreise und NachrückerInnensind nicht zulässig.Die Entscheidungen des Preisgerichts müssen schriftlich begründet werden.Das Ausscheiden von Wettbewerbsarbeiten in den ersten Rundgängenmuss zumindest zusammenfassend für jeden Rundgang begründetwerden. Dabei ist auf die höchst gereihten Beurteilungskriterien Bezugzu nehmen. Die Projekte der engeren Wahl, mindestens aber die doppelteAnzahl der Projekte, für die Preise und Anerkennungspreise vorgesehensind, sind auf jeden Fall einzeln beschreiben; deren Auswahl istausführlich zu begründen.Das Preisgericht reiht eine entsprechende Anzahl von NachrückerInnen,die an deren Stelle treten, falls auf prämierte Projekte und deren VerfasserInnenAusscheidungsgründe gemäß § 17 oder Ausschließungsgründegemäß § 2 zutreffen. Dabei ist die Reihenfolge des Nachrückens für dieGruppe der Preise und für die Gruppe der Anerkennungspreise separatfestzulegen.Empfehlungen des PreisgerichtsDas Preisgericht ist verpflichtet, klare und umfassende Empfehlungenan die Ausloberin bzw. den Auslober für die weitere Vorgangsweise hinsichtlichder Beauftragung sowie gegebenenfalls zur weiteren Vorgangsweisebezüglich des erstgereihten Projektes zu geben.Bekanntgabe des WettbewerbsergebnissesDer Vorsitz des Preisgerichts ist verpflichtet, die Gewinnerin bzw. denGewinner, alle weiteren PreisträgerInnen und alle VerfasserInnen vonAnerkennungspreisen sowie die kooperierende Bundes- oder Länderkammerunverzüglich nach Vorliegen des Preisgerichtsentscheids zubenachrichtigen.Die Ausloberin bzw. der Auslober übersendet eine schriftliche Mitteilungüber den Wettbewerbsentscheid unverzüglich, jedenfalls binnen acht Tagennach dem Entscheid des Preisgerichts an alle Teilnehmer Innen unddie kooperierende Bundes- oder Länderkammer.35 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


3 |a )b )c )d )e )f )4 |5 |6 |7 |§ 211 |2 |3 |4 |Die schriftliche Mitteilung der Ausloberin bzw. des Auslobers über denWettbewerbsentscheid gemäß Abs. 2 muss folgende Informationen enthalten:die Gewinnerin bzw. den Gewinner;die PreisträgerInnen;die AnerkennungspreisträgerInnen;die NachrückerInnen;das Preisgerichtsprotokoll;Dauer und Ort der Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten.Unmittelbar nach protokolliertem Entscheid des Preisgerichts sind nachden Möglichkeiten der Ausloberin bzw. des Auslobers die Wettbewerbsergebnisseder Öffentlichkeit und der Presse im Rahmen einer entsprechendenVeranstaltung vorzustellen.AusloberInnen verpflichten sich, binnen vier Wochen nach Vorliegendes Wettbewerbsergebnisses im Rahmen ihrer Möglichkeiten eine freizugängliche Veröffentlichung im Internet einzurichten. Dabei sollen zumindestdie prämierten Wettbewerbsarbeiten, der Auslobungstext, dasPreisgerichtsprotokoll samt TeilnehmerInnenliste und, sofern das Preisgerichtkeinen gegenteiligen Beschluss gefasst hat, der Vorprüfungsberichtveröffentlicht werden. Die VerfasserInnen der Wett bewerbsarbeitensind bei jeder Veröffentlichung vollständig zu nennen. Die Veröffentlichungetwaiger von der Beurteilung ausgenommener Wettbewerbsarbeitenist unzulässig.Der Vorprüfungsbericht wird stets von der Ausloberin bzw. vom Ausloberzugleich mit dem Preisgerichtsprotokoll veröffentlicht, außer das Preisgerichthat einen mehrheitlichen gegenteiligen Beschluss gefasst.Die KammerpreisrichterInnen sind verpflichtet, der Bundeskammer undder sie nominierenden Länderkammer Auskunft über den Verlauf unddas Ergebnis des Architekturwettbewerbs zu erteilen.Ausstellung der WettbewerbsarbeitenDie AusloberInnen verpflichten sich, nach Vorliegen des Wettbewerbsergebnisseseine Ausstellung aller beurteilten Wettbewerbsarbeiten untervoller Namensnennung der TeilnehmerInnen durchzuführen. Die Ausstellungetwaiger von der Beurteilung ausgeschiedener Wettbewerbsarbeitenist unzulässig. Der Ort der Ausstellung soll der Art und dem Umfangder Wettbewerbsaufgabe angemessen sein.Die WettbewerbsteilnehmerInnen erteilen durch die Einreichung ihrerWettbewerbsarbeit die Zustimmung, dass diese nach Vorliegen des Wettbewerbsergebnissesunter voller Namensnennung öffentlich ausgestelltwird.Die Ausstellung der Projekte soll unmittelbar nach der Entscheidung desPreisgerichts erfolgen und nach Möglichkeit 14 Tage dauern.Das Protokoll des Preisgerichts muss in der Ausstellung aufliegen. Zudemmuss dort der Vorprüfungsbericht aufliegen, sofern das Preisgerichtkeinen gegenteiligen Beschluss gefasst hat.36 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


§ 221 |2 |a )b )c )d )e )3 |§ 231 |2 |§ 241 |2 |3 |4 |5 |6 |Digitale Veröffentlichung der WettbewerbsarbeitenDie AusloberInnen verpflichten sich im Rahmen einer Kammerkooperation,binnen vier Wochen nach Vorliegen des Wettbewerbsentscheids derkooperierenden Bundeskammer oder der kooperierenden Länderkammerdie zur Veröffentlichung im Wettbewerbsportal der Bundeskammernotwendigen Unterlagen in digitaler Form zur Verfügung zu stellen.Die digitale Dokumentation soll zumindest umfassen:das Preisgerichtsprotokoll;den Vorprüfungsbericht;die TeilnehmerInnenliste;sämtliche Plandarstellungen jeder Wettbewerbsarbeit (PDF-Dokumenteentsprechend den auf Papier abgegebenen Plänen);zumindest ein standardisiertes Modellfoto jeder Wettbewerbsarbeit,ggf. im Einsatzmodell.Diese Unterlagen sollen die Wettbewerbsarbeiten aller Teilnehmer Innenerfassen, zumindest jedoch jene der PreisträgerInnen, der AnerkennungspreisträgerInnenund der NachrückerInnen.Rücksendung der WettbewerbsarbeitenDie AusloberInnen verpflichten sich, nicht prämierte Wettbewerbsarbeitenauf eigene Kosten innerhalb von vier Wochen nach Ende derAusstellung an die VerfasserInnen zurückzusenden oder zur Abholungbereitzuhalten.Alle TeilnehmerInnen werden von Ausloberin oder Auslober schriftlichüber die Frist zur Abholung bzw. die Modalitäten der Rücksendung informiert.Eigentums-, Urheber- und VerwertungsrechtDas sachliche Eigentumsrecht an Plänen, Modellen und sonstigen Ausarbeitungender prämierten Wettbewerbsarbeiten geht durch die Bezahlungdes Preisgeldes auf die AusloberInnen über.Das geistige Eigentum (Urheberrecht) verbleibt bei den VerfasserInnen.Die Verwertungsrechte (Werknutzung) an den prämierten Wettbewerbsarbeiten,insbesondere an jener der Gewinnerin bzw. des Gewinners,gehen nur gegen ein angemessenes Werknutzungsentgelt auf die AusloberInnenüber.Nach Realisierungswettbewerben erhalten AusloberInnen nur unter derBedingung der Beauftragung und der darauf folgenden vollständigenVertragserfüllung das Recht, das Werk der Auftragnehmerin bzw. desAuftragnehmers zum vertraglich bedungenen Zweck zu benützen.Nach Ideenwettbewerben haben AusloberInnen die Verwertungsrechteangemessen abzugelten.Die AusloberInnen besitzen das Recht zur Veröffentlichung der Wettbewerbsarbeiten.Die jeweiligen ProjektverfasserInnen sind stets zu nennen.Dieses Recht steht auch allen WettbewerbsteilnehmerInnen für ihreArbeiten zu, wobei Ausloberin oder Auslober stets zu nennen ist.37 Teil B Wettbewerbsordnung Architektur – WOA 2010


Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb§ 11 |2 |3 |4 |5 |§ 21 |2 |3 |a )b )c )d )e )f )g )h )Zweck des LeistungsbildsDas Leistungsbild Architekturwettbewerb regelt Art und Umfang von Wettbewerbsarbeiten.Dabei wird zwischen der Grundleistung und den Zusatzleistungender WettbewerbsteilnehmerInnen unterschieden.Das Preisgericht definiert die in einem Architekturwettbewerb geforderteWettbewerbsarbeit.Die Wettbewerbsarbeit ist im Auslobungstext bestehend aus Grundleistungund allenfalls aus Zusatzleistungen festzulegen. Damit sollenunverlangte Mehrleistungen der TeilnehmerInnen vermieden werden.Ausgehend von der vollständigen Beschreibung der Wettbewerbsarbeitermöglicht das Leistungsbild Architekturwettbewerb die Bestimmung derMindestpreisgeldsummen für die gängigen Wettbewerbsarten.Das Leistungsbild gibt mittels Bemessungsformeln und DiagrammenAuskunft über die Mindestpreisgeldsummen bzw. Mindestaufwandsentschädigungenin Architekturwettbewerben.Definition der GrundleistungDie Grundleistung muss von den TeilnehmerInnen eines Architekturwettbewerbserbracht werden, damit ihre Wettbewerbsarbeit beurteilbarist.Die Grundleistung umfasst die nachvollziehbare, aufwandsbewussteAusarbeitung einer architektonischen Lösung der Planungsaufgabe, unterBeachtung aller für die Qualität des Wettbewerbsprojekts relevantenVorgaben, insbesondere der Aufgabenstellung und der Beurteilungskriterien.Die Grundleistung umfasst folgende Ausarbeitungen:Lageplan: grafische Darstellung des Projektgebiets und der Umgebung,Maßstab 1:500 oder in kleinerem Maßstab;Grundrisse: grafische Darstellung aller Nutzungsebenen, im Erdgeschossmit Anbindung an die unmittelbare Umgebung, im für die Beurteilungerforderlichen Umfang, im Maßstab 1:200 oder in kleineremMaßstab;Schnitte: grafische Darstellung, im für die Beurteilung erforderlichenUmfang, im Maßstab 1:200 oder in kleinerem Maßstab;Ansichten: grafische Darstellung, im für die Beurteilung erforderlichenUmfang, im Maßstab 1:200 oder in kleinerem Maßstab;Schaubild: eine grafische Darstellung, in einfacher, abstrahierender Ausführung,ohne digitale Bildbeschreibung und Bilderzeugung (Rendering);Motivbericht: textliche Erläuterung zur Wettbewerbsarbeit;Kennwerte: Auswertung der Pläne im für die Beurteilung erforderlich enUmfang, zum Beispiel nach bebauter Fläche, Nutzfläche, Bruttogeschossfläche,Fassadenfläche, Bruttorauminhalt;Verhältniswerte: Auswertung der Kennwerte im für die Beurteilungerforderlichen Umfang, zum Beispiel nach bebauter Fläche zu Grund-39 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


i )j )k )4 |5 |§ 31 |2 |3 |4 |§ 41 |2 |a )b )c )d )e )f )3 |stücksfläche, Bruttogeschossfläche zu Grundstücksfläche, Nutzfläche zuBruttogeschossfläche, Öffnungsfläche zu Fassadenfläche, Gebäudeoberflächezu Bruttorauminhalt;Baumassenmodell: plastische Darstellung des Baukörpers, in abstrahierender,einfacher Ausführung, im Maßstab 1:500 oder in kleineremMaßstab;Eignungsnachweis: Eigenerklärung auf Formblatt;Verfassernachweis: Eigenerklärung auf Formblatt.Die Grundleistungen sind im Auslobungstext taxativ anzuführen.Die Grundteilleistung Schaubild (gem. § 2 Abs. 3 lit. e) kann in Ausnahmefällen,die durch die Aufgabenstellung zu begründen sind, durch dieZusatzleistung Konzept Hochbau (gem. § 4 Abs. 2 lit. c) ersetzt werden.Dazu hat das Preisgericht einen Beschluss zu fassen.Definition der ZusatzleistungenZusatzleistungen dürfen den TeilnehmerInnen nur abverlangt werden,wenn die Beurteilbarkeit der Wettbewerbsarbeiten dies erfordert und derAuslobungstext dies festlegt.Zusatzleistungen sind im Auslobungstext taxativ anzuführen.Von den TeilnehmerInnen können über die Grundleistung hinaus vertiefteAusarbeitungen als geregelte oder frei vereinbare Zusatzleistungenverlangt werden.Werden Zusatzleistungen verlangt, ergibt sich die Preisgeldgesamtsummedurch Addition der Preisgeldsumme für die Grundleistung und derPreisgeldzusatzsummen.Geregelte ZusatzleistungenDie geregelten Zusatzleistungen beschreiben die in Architekturwettbewerbengängigsten Ausarbeitungen, die zur Ergänzung der Grundleistunggefordert werden.Zusätze von 10 % zur Preisgeldsumme, jeweils für eine der Zusatzleistungen:Baukostenschätzung: Ermittlung auf Basis von Kennwerten, ohne Termin-und Finanzierungskalkül, gemäß ÖNORM B 1801-1;Funktions- und Ablaufpläne: grafische Darstellung der Nutzungszonen,als Übersicht im Grundriss;Konzept Hochbau: grafische Darstellung der exemplarischen hochbaulichenLösung eines Bauteils, Erläuterungsbericht;Konzept Einrichtung: grafische Darstellung der Lösung der Möblierungeiner Mustersituation, Erläuterungsbericht;Konzept Gebäudetechnik: grafische Darstellung des haustechnischenSystems, Erläuterungsbericht;Konzept Tragkonstruktion: grafische Darstellung des konstruktiven Systems,Erläuterungsbericht.Zusätze von 20 % zur Preisgeldsumme, jeweils für eine der Zusatzleistungen:40 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


a )b )c )d )4 |a )b )c )d )§ 51 |2 |a )b )3 |§ 61 |2 |Einfaches Schaubild Außenraum: perspektivische Außenansicht, in einfacherAusführung, mit digitaler Bildbeschreibung und Bilderzeugung(Rendering), optional als Montage in vorgegebenes Foto;Einfaches Schaubild Innenraum: perspektivische Innenansicht, in einfacherAusführung, mit digitaler Bildbeschreibung und Bilderzeugung(Rendering), optional als Montage in vorgegebenes Foto;Detail Hochbau: grafische Darstellung der detaillierten hochbaulichenLösung eines Bauteils;Detail Einrichtung: grafische Darstellung der detaillierten Lösung derMöblierung einer Mustersituation oder eines Systemgrundrisses.Zusätze von 40 % zur Preisgeldsumme, jeweils für eine der Zusatzleistungen:Fotorealistisches Schaubild Außenraum: perspektivische Außenansicht,in fotorealistischer Ausführung, mit digitaler Bildbeschreibung undBilderzeugung (Rendering), aufbauend auf 3D-Modell;Fotorealistisches Schaubild Innenraum: perspektivische Innenansicht,in fotorealistischer Ausführung, mit digitaler Bildbeschreibung undBilderzeugung (Rendering), aufbauend auf 3D-Modell;Planung Gebäudetechnik: vertiefte grafische Darstellung des haustechnischenSystems, vertiefter Erläuterungsbericht;Planung Tragkonstruktion: vertiefte grafische Darstellung des konstruktivenSystems, vertiefter Erläuterungsbericht.Frei vereinbare ZusatzleistungenAls frei vereinbare Zusatzleistungen mit Zusätzen ab 50 % gelten alle überdie geregelten Zusatzleistungen nach § 4 hinausgehenden Ausarbeitungen,die als Teil einer Wettbewerbsarbeit verlangt werden.Als frei vereinbare Zusatzleistungen gelten zum Beispiel:Detailliertes Modell: eine plastische Gesamt- oder Teildarstellung desBaukörpers, in anschaulicher, detaillierter Ausführung, Detaildurchbildungim für die Beurteilung erforderlichen Umfang, im Maßstab 1:200oder in größerem Maßstab;Spontane Überarbeitung: nicht geplante, vom Preisgericht zur Vorbereitungdes Wettbewerbsentscheids beschlossene, vertiefende Überarbeitungeinzelner für Preisränge in Aussicht genommener Wettbewerbsarbeitenzur Klärung von fraglichen Aspekten, mit auf den einzelnenWettbewerbsbeitrag bezogener Konkretisierung der Aufgabenstellung,unter Wahrung der Anonymität.Art und Umfang von frei vereinbaren Zusatzleistungen sind von Auslober-Innen im Einvernehmen mit dem Preisgericht festzulegen.PreisgeldsummenbemessungDie Festlegungen zur Preisgeldsummenbemessung gelten für Architekturwettbewerbe,welche in Kooperation mit der Bundeskammer oder miteiner der Länderkammern durchgeführt werden.Die Bemessung der Preisgeldsummen beruht auf Erfahrungswerten zu41 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |den Kosten der Teilleistung Vorentwurf in Abhängigkeit von Größe undSchwierigkeitsgrad der Planungsaufgabe. Das Teilnahmerisiko bei Architekturwettbewerbengeht in die Bemessung ein.Die Preisgeldsummenbemessung liefert Mindestwerte für die Preisgeldsummenin offenen und nicht offenen Architekturwettbewerben bzw. fürdie Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn bei geladenen Architekturwettbewerben,sofern der Wettbewerbsgegenstand einen Arbeitsaufwandverlangt, der die in § 2 definierte Grundleistung nicht übersteigt.Zur Bemessung dienen ein Formelwerk, das in Abs. 12 vorgestellt wird,und ein digitales Rechenwerk, das auf der Homepage der Bundeskammerzur Verfügung steht. Zur überschlagsmäßigen Bestimmung werdenzu einzelnen Wettbewerbsarten auch Diagramme angegeben.Die Bemessung erfolgt mit zwei arithmetischen Formeln für jede derWettbewerbsarten. Die Formeln bilden den Zusammenhang zwischenden in der Aufgabenstellung festgelegten Ausgangswerten − Nutzfläche,Wettbewerbsgebiet, Bebauungsdichte − und der Mindestpreisgeldsummebzw. der Mindestaufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn ab. Dieerste Formel ergibt jeweils die Mindestwerte für einfache Aufgabenstellungen,die zweite Formel die Mindestwerte für schwierige Aufgabenstellungen.Das digitale Rechenwerk, der Preisgeldrechner der Bundeskammer,weist nach Wahl der Wettbewerbsart und Eingabe der Variablen dieMindestpreisgeldsumme bzw. die Mindestaufwandsentschädigung proTeilnehmerIn für einfache und schwierige Aufgabenstellungen aus. Zudemwerden die Höhe der Preisgelder in der Rangfolge und die Anerkennungspreiseangegeben.Zu Architekturwettbewerben mit hochbaulicher Aufgabenstellung werdenjeweils zwei Bemessungsformeln angegeben, wobei die Nutzflächeals Variable eingeht. Die Formeln liefern Mindestwerte der Preisgelderbzw. Aufwandsentschädigungen für einfache und schwierige Aufgabenstellungen.Die Mindestwerte können auch grafisch über entsprechendeKurven bestimmt werden.Zu Architekturwettbewerben mit städtebaulicher oder kombinierterstädtebaulich-hochbaulicher Aufgabenstellung werden jeweils zwei Bemessungsformelnangegeben, wobei die Nutzfläche, das Wettbewerbsgebietund die Bebauungsdichte als Variablen eingehen. Die Formelnliefern Mindestwerte der Preisgelder oder Aufwandsentschädigungenfür einfache und schwierige Aufgabenstellungen.Werden offene Architekturwettbewerbe zweistufig durchgeführt, erhaltendie TeilnehmerInnen der zweiten Wettbewerbsstufe die Hälfte derPreisgeldsumme als Aufwandsentschädigung zu gleichen Teilen. Dasrestliche Preisgeld wird auf zumindest drei Preise und je nach Größe desArchitekturwettbewerbs drei oder mehr Anerkennungspreise aufgeteilt.Die Preise sollen im Verhältnis 1 zu 0,8 zu 0,6 gestaffelt sein. Die Anerkennungspreisesollen gleich dotiert sein und die Hälfte des kleinstenPreises betragen.42 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


10 |11 |NF [m 2 ]WG [ha]BD [1]EPI [1]12 |a )Die Mindestbemessungsgrundlage bei geladenen Architekturwettbewerbenbeträgt 6 TeilnehmerInnen. Ausgegangen wird von folgenden Mindestteilnehmerzahlen:bei Nutzflächen bis 1000 m 2 von 6 Teilnehmer-Innen, von 1000 bis 2000 m 2 von 8 TeilnehmerInnen und über 2000 m 2von 10 TeilnehmerInnen. Werden weniger als 6 TeilnehmerInnen eingeladen,haben AusloberInnen trotzdem das Sechsfache der sich aus denBemessungsformeln ergebenden Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerInzu gleichen Teilen an die TeilnehmerInnen auszuschütten. Ab 6TeilnehmerInnen ist jeder bzw. jedem Geladenen die sich aus den Bemessungsformelnergebende Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerInauszuschütten.Die Bemessungsformeln operieren mit folgenden Variablen:Nutzfläche: Summe aus der Hauptnutzfläche (Summe der Flächen, diedem Verwendungszweck des Bauwerks unmittelbar dienen) und derNebennutzfläche (Summe der mittelbar zweckdienlichen Flächen); dieFunktions- und Verkehrsflächen sind nicht inkludiert. Nach ÖNORMB 1800, wie in der Aufgabenstellung eines Architekturwettbewerbs angegeben.Wettbewerbsgebiet: in der Aufgabenstellung eines Architekturwettbewerbsdefinierte Bearbeitungsfläche.Bebauungsdichte: Verhältnis der Summe der Bruttogeschossflächen zuNettobauland.Erzeugerpreisindex für unternehmensnahe Dienstleistungen, für den-Dienstleistungsbereich Architekturbüros (71.11); die Veröffentlichungder endgültigen Indexwerte durch die Bundesanstalt Statistik Österreicherfolgt innerhalb von sechs Monaten nach Ende des Berichtsquartals.Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des WSA 2010 beträgt der IndexwertEPI = 106,8.Die Bemessung der Preisgeldsumme für die Grundleistung erfolgt mitden angegebenen Formeln in Abhängigkeit von der Wettbewerbsart.Dazu werden die folgenden Wettbewerbsarten unterschieden.offener oder nicht offener Realisierungswettbewerbaa ) Bei hochbaulichen Aufgabenstellungen geht die Bemessung der Preisgeldsummevon der angestrebten, in der Aufgabenstellung genanntenNutzfläche aus.ab ) Bemessungsformeln MindestpreisgeldsummeBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 2 * 45 * NF * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 1,21 * 2 * 45 * NF * EPIac ) Diagramm MindestpreisgeldsummenZur überschlagsmäßigen Bestimmung der Mindestpreisgeldsummenbei offenen oder nicht offenen Realisierungswettbewerben ist auf Seite48 ein Diagramm angegeben.43 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


)c )d )offener oder nicht offener Realisierungswettbewerb Städtebau undHochbauba ) Bei kombinierten städtebaulich-hochbaulichen Aufgabenstellungengeht die Bemessung der Preisgeldsummen von der Nutzfläche, von derGröße des Wettbewerbsgebiets und von der Bebauungsdichte aus.bb ) Bemessungsformeln MindestpreisgeldsummeBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 2 * [ 36 * NF + 134,2 * WG + WG * BD ] * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 2 * [1,21 * 36 * NF + 134,2 * WG + WG * BD ] ** [1,01 + 0,2 * NF / 1000 * ( WG + WG * BD * 15) ] * EPIoffener oder nicht offener Ideenwettbewerbca ) Bei Ideenwettbewerben wird zwischen städtebaulichen oder hochbaulichenAufgabenstellungen unterschieden. Bei Ersteren geht die Bemessungder Mindestpreisgeldsummen von der Größe des Wettbewerbsgebietsund von der Bebauungsdichte aus, bei Letzteren von der Nutzfläche.Da Ideenwettbewerbe keine Beauftragung nach sich ziehen, habenin diesem Fall Preisgeldsummen auch den Charakter einer Honorierungund sind Teil des angemessenen Nutzungsentgelts für die prämiertenIdeen. Die Preisgeldsummen liegen daher beim Doppelten eines Realisierungswettbewerbsmit gleicher Aufgabenstellung.cb ) Bemessungsformeln Mindestpreisgeldsumme StädtebauplanungBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 2 * [268,4 * 0,8 * WG + WG * BD ] * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 2 * [268,4 * 0,8 * WG + WG * BD ] ** [1,01 + 20 * WG * BD / 1000 * (0,8 * WG + 18 * WG * BD) ] * EPIcc ) Bemessungsformeln Mindestpreisgeldsumme HochbauplanungBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 2 * 2 * 45 * NF * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Preisgeldsumme == 2 * 2,42 * 45 * NF * EPIcd ) Diagramm Mindestpreisgeldsummen HochbauplanungZur überschlagsmäßigen Bestimmung der Mindestpreisgeldsummenbei offenen oder nicht offenen Ideenwettbewerben ist auf Seite 48 einDiagramm angegeben.geladener Realisierungswettbewerbda ) Bei hochbaulichen Aufgabenstellungen geht die Bemessung der Aufwandsentschädigungpro TeilnehmerIn von der angestrebten Nutzflächeaus.44 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


e )f )db ) Bemessungsformeln Mindestaufwandsentschädigung pro TeilnehmerInBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * 45 * NF * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * 1,21 * 45 * NF * EPIdc ) Diagramm Mindestaufwandsentschädigungen pro TeilnehmerInZur überschlagsmäßigen Bestimmung der Mindestaufwandsentschädigungenpro TeilnehmerIn bei geladenen Realisierungswettbewerben istauf Seite 49 ein Diagramm angegeben.geladener Realisierungswettbewerb Städtebau und Hochbauea ) Bei kombinierten städtebaulich-objektplanerischen Aufgabenstellungengeht die Bemessung der Aufwandsentschädigung pro Teilnehmer-In von der Nutzfläche, von der Größe des Wettbewerbsgebiets und von derBebauungsdichte aus.eb ) Bemessungsformeln Mindestaufwandsentschädigung pro TeilnehmerInBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * [ 36 * NF + 134,2 * WG + WG * BD ] * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * [1,21 * 36 * NF + 134,2 * WG + WG * BD ] ** [1,01 + 0,2 * NF / 1000 * ( WG + WG * BD * 15) ] * EPIgeladener Ideenwettbewerbfa ) Bei Ideenwettbewerben wird zwischen städtebaulichen oder hochbaulichenAufgabenstellungen unterschieden. Bei Ersteren geht die Bemessungder Mindestaufwandsentschädigungen pro TeilnehmerIn vonder Größe des Wettbewerbsgebiets und von der Bebauungsdichte aus, beiLetzteren von der Nutzfläche. Da Ideenwettbewerbe keine Beauftragungnach sich ziehen, haben in diesem Fall Preisgeldsummen auch den Charaktereiner Honorierung und sind Teil des angemessenen Nutzungsentgeltsfür die prämierten Ideen. Die Preisgeldsummen liegen daher beimDoppelten eines Realisierungswettbewerbs mit gleicher Aufgabenstellung.f b ) Bemessungsformeln Mindestaufwandsentschädigung pro TeilnehmerInStädtebauplanungBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * [268,4 * 0,8 * WG + WG * BD ] * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * [268,4 * 0,8 * WG + WG * BD ] ** [1,01 + 20 * WG * BD / 1000 * (0,8 * WG + 18 * WG * BD) ] * EPI45 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


13 |14 |15 |16 |§ 71 |2 |fc ) Bemessungsformeln Mindestaufwandsentschädigung pro TeilnehmerInHochbauplanungBei einfachen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * 2 * 45 * NF * EPIBei schwierigen Aufgabenstellungen gilt:Aufwandsentschädigung pro TeilnehmerIn == 2 / 6 * 2,42 * 45 * NF * EPIfd) Diagramm Mindestaufwandsentschädigungen pro TeilnehmerInHochbauplanungZur überschlagsmäßigen Bestimmung der Mindestaufwandsentschädigungenpro TeilnehmerIn bei geladenen Ideenwettbewerben ist auf Seite49 ein Diagramm angegeben.Bei allen in Abs. 12 nicht beschriebenen Formen von Realisierungs- oderIdeenwettbewerben, insbesondere bei nicht offenen und geladenen Architekturwettbewerbenmit zwei- und mehrstufiger Durchführung, sinddie Preisgeldsummen bzw. Aufwandentschädigungen im Einvernehmenmit der kooperierenden Bundeskammer oder der kooperierenden Länderkammerfestzulegen. Das Preisgericht hat spätestens bei seiner konstituierendenSitzung die Preisgeldsumme bzw. die Aufwandsentschädigungenzu beschließen.AusloberInnen versprechen in der Regel je nach Größe des Architekturwettbewerbszumindest drei Preise und drei oder mehr Anerkennungspreisezu vergeben. Werden mehr als drei Preise oder mehr als drei Anerkennungspreiseausgesetzt, erhöht sich die mit dem Rechenwerk bestimmtePreisgeldsumme um die von AusloberInnen zusätzlich versprochenenPreisgelder.Das digitale Rechenwerk liefert auch die Verteilung der Preisgelder aufPreis- und Anerkennungspreisränge. Es werden jeweils drei Preise unddrei Anerkennungspreise angegeben. Die Preise sind im Verhältnis 1 zu0,8 zu 0,6 gestaffelt. Die Anerkennungspreise sollen gleich dotiert seinund die Hälfte des kleinsten Preises betragen.Die Bemessungsformeln werden mit dem Erzeugerpreisindex für unternehmensnaheDienstleistungen (EPI-DL) für den DienstleistungsbereichArchitekturbüros (71.11) der Bundesanstalt Statistik Österreichvalorisiert. 2006 ist das Basisjahr der Erzeugerpreisindexberechnung.Die endgültigen Indexwerte werden jeweils 6 Monate nach Ende desBerichtsquartals veröffentlicht. Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens desWSA 2010 beträgt der Erzeugerpreisindex EPI = 106,8 (3. Quartal aus2009).AuslobungsunterlagenAusloberInnen stellen als Voraussetzung zur Erbringung der Grundleistungin jedem Architekturwettbewerb vollständige Auslobungsunterlagenzur Verfügung.Die Auslobungsunterlagen müssen folgende Teile enthalten:46 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


a )b )c )d )Teil A − Allgemeiner Teil des Auslobungstextes: die formalen Verfahrensbedingungen;insbesondere enthaltend die Wettbewerbsordnung unddie Absichtserklärung der Ausloberin bzw. des Auslobers.Teil B − Besonderer Teil des Auslobungstextes: die inhaltlichen Verfahrensbedingungen;insbesondere enthaltend die klare Aufgabenstellungmit eindeutigen Projektzielen zu Qualitäten und Kosten.Teil C − Bearbeitungsunterlagen: die Planunterlagen, Planungsrichtlinienund Vorstudien; insbesondere enthaltend den Lageplan desWettbewerbsgebiets, in digitaler Form mit allen relevanten Planungsgrundlagen(im DXF-Format, gemäß ÖNORM A 6240) und das Raum- undFunktionsprogramm, mit den erforderlichen Angaben über Größe undLage von Räumen oder Raumeinheiten sowie über deren funktionale Beziehungen.Teil D – Ergänzende Festlegungen zum Auslobungstext: Fragebeantwortungmit den anonymisierten Fragen der TeilnehmerInnen und den Antwortendes Preisgerichts; Protokoll des Kolloquiums und der Begehungdes Wettbewerbsgebiets, insbesondere mit den Aussagen des Preisgerichts.47 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


offener oder nicht offener Realisierungswettbewerb (vgl. § 6 Abs 12 lit a)Mindestpreisgeldsummen€ 220.000,–€ 200.000,–€ 180.000,–€ 160.000,–€ 140.000,–€ 120.000,–€ 100.000,–€ 80.000,–€ 60.000,–€ 40.000,–€ 20.000,–02.0004.0006.0008.00010.00012.00014.00016.00018.00020.00022.00024.00026.00028.00030.00032.000m 2offener oder nicht offener Ideenwettbewerb (vgl. § 6 Abs 12 lit c)Mindestpreisgeldsummen, Hochbauplanung€ 450.000,–€ 400.000,–€ 350.000,–€ 300.000,–€ 250.000,–€ 200.000,–€ 150.000,–€ 100.000,–€ 50.000,–02.0004.0006.0008.00010.00012.00014.00016.00018.00020.00022.00024.00026.00028.00030.00032.000m 248 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


geladener Realisierungswettbewerb (vgl. § 6 Abs 12 lit d)Mindestaufwandsentschädigungen pro TeilnehmerIn€ 20.000,–€ 15.000,–€ 10.000,–€ 5.000,–02.0004.0006.0008.00010.00012.00014.00016.000m 2geladener Ideenwettbewerb (vgl. § 6 Abs 12 lit f)Mindestaufwandsentschädigungen pro TeilnehmerIn, Hochbauplanung€ 40.000,–€ 30.000,–€ 20.000,–€ 10.000,–02.0004.0006.0008.00010.00012.00014.00016.000m 249 Teil C Leistungsbild Architekturwettbewerb


Teil D1AnhangBegriffsbestimmungen zum ArchitekturwettbewerbAlternatives Verfahren Ein a. V. ist nur als Ausnahmeverfahren einzusetzen,wenn wegen einer besonderen, nicht hinreichend konkretisierbaren Aufgabenstellungkein Architekturwettbewerb zielführend ist. Der wesentliche Vorteileines a. V. gegenüber Architekturwettbewerben ist der direkte Kontakt zu denArchitektInnen, also der Verzicht auf die Anonymität, der eine Parallelentwicklungvon Problemstellung und -lösung erlaubt. Denkbar als a. V. sind etwadie Parallelbeauftragung mehrerer ArchitektInnen zur Teilnahme an einemWorkshop bzw. zu einer Studie oder das Verhandlungsverfahren mit vorherigerBekanntmachung, wenn wettbewerbsähnliche Verfahrenselemente (planerischeAngebotsteile, Preisgericht, Anonymität) eingesetzt werden und die Qualitätunter den Zuschlagskriterien bedeutend stärker gewichtet ist als der Preis.Ein a. V. sollte nur im Einvernehmen mit der Bundeskammer oder mit einer derLänderkammern entwickelt und gegebenenfalls in Kooperation mit einer dieserdurchgeführt werden.Anonymität Das geschützte In-Erscheinung-Treten von WettbewerbsteilnehmerInnenvor dem Preisgericht, ohne ihre Identität preiszugeben. Die A. istvon AusloberInnen bis zur abschließenden Entscheidung des Preisgerichts zugarantieren. Die A. ist unverzichtbarer Bestand jeder zeitgemäßen Wettbewerbsdoktrin.Das Bundesvergabegesetz besagt, dass Wettbewerbsarbeiten demPreisgericht bei allen Wettbewerbsarten anonym vorgelegt werden müssen.ArchitektInnenwettbewerb Der A. ist ein vergaberechtlich nicht normierter,gemeinhin für Planungswettbewerbe verwendeter Begriff, an dem ausschließlichArchitektInnen teilnahmeberechtigt sind. Der A. ist als Verfahrensbezeichnungnicht mehr gebräuchlich, da er nur eine Berufsgruppe zulässt und damit dem interdisziplinärenCharakter der Architekturarbeit widerstrebt.Architekturwettbewerb Der A. ist ein Planungswettbewerb, bei dem Pläne undPlanungen von ArchitektInnen, aber auch von VertreterInnen anderer Disziplinenin einem formalisierten Verfahren aufgrund einer vorgegebenen Aufgabenstellungund vorweg bekannt gemachter Beurteilungskriterien gegenübergestelltwerden, sodass eine Gewinnerin oder ein Gewinner benannt werden kann.Vergaberechtlich ist der Begriff A. nicht normiert; aber er ist sehr gebräuchlichfür jedes Auslobungsverfahren, dessen Gegenstand überwiegend räumliche Gestaltungsfragensind. Der A. ist methodisch eine Konkurrenz gegen das Versprechenvon Geldpreisen erbrachter, geistiger Leistungen, die von einem von denTeilnehmerInnen unabhängigen Preisgericht unter Wahrung der Anonymität derTeilnehmerInnen in Diskussionen vergleichbar gemacht und beurteilt werden.AuftraggeberIn A. ist jeder Rechtsträger, der vertraglich an Auftragnehmer-Innen einen Auftrag zur Erbringung von Leistungen gegen Entgelt erteilt hat oder51 Teil D Anhang


zu erteilen beabsichtigt. Eine Ausloberin bzw. ein Auslober eines Realisierungswettbewerbesmuss nicht zugleich auch A. sein. Im Auslobungstext müssenimmer AusloberIn und A. benannt werden.Auftragswert Der geschätzte A. ist der von AuftraggeberInnen sachkundigermittelte, voraussichtlich zu zahlende Gesamtwert aller zum Vorhabengehörigen Leistungen ohne Umsatzsteuer. Sehen AusloberInnen Prämien oderZahlungen an BewerberInnen oder TeilnehmerInnen vor, so sind diese bei derBerechnung zu berücksichtigen.Aufwandsentschädigung Im Gegensatz zu einem Preisgeld ist nicht der Erfolgim Architekturwettbewerb, sondern allein die Erfüllung der geforderten Leistungenfür die Zuerkennung einer A. maßgeblich.AusloberIn A. ist jeder Rechtsträger, der die Zusage einer Belohnung für eineLeistung oder einen Erfolg ausspricht.Auslobung Eine A. ist die nicht an bestimmte Personen bzw. Unternehmengerichtete, durch Bekanntmachung verbindliche Zusage einer Belohnung füreine Leistung oder einen Erfolg. Eine Auslobung, die eine Preisvergabe beinhaltet,muss auch eine Abgabefrist beinhalten. Der Begriff A. ist für Architekturwettbewerbegebräuchlich, also für Verfahren über immaterielle Leistungen, die aufeinen Qualitätsvergleich abstellen.Auslobungstext Der A. fasst alle Bedingungen zusammen, die das Verhältnis vonAusloberInnen und TeilnehmerInnen in einem Architekturwettbewerb regeln. Erbesteht aus einem formalen Teil mit den Wettbewerbsbedingungen, insbesondereder Wettbewerbsordnung und einem inhaltlichen Teil, der die Wettbewerbsaufgabebeschreibt.Auslobungsverfahren A. sind solche, die AusloberInnen aufgrund vergleichenderBeurteilung durch ein Preisgericht zu einem Plan oder einer Planung verhelfensollen. A. führen nicht unmittelbar zur Vergabe eines Auftrags.Ausscheidungsgründe Die A. für Wettbewerbsarbeiten definieren die Verstößegegen die Verfahrens bedingungen, um Verzerrungen des Wettbewerbsergebnisseszu verhindern. Die Aufzählung der A. enthält solche, die zum Ausscheidenführen müssen, wie verspätete Abgabe, Verletzung der Anonymität, Versuch derBeeinflussung der Vorprüfung oder des Preisgerichts, mangelnde Teilnahmeberechtigung,fehlende Erklärung zur Trennung von Planung und Ausführung oderVorlage mehrerer Wettbewerbsarbeiten. Bei Vorliegen sonstiger Verstöße gegendie Wettbewerbsunterlagen, etwa Formalfehler oder Unterschreitung desErfordernisprogramms, kann die betroffene Wettbewerbsarbeit ausgeschiedenwerden. Die Ausscheidung von Wettbewerbsarbeiten erfolgt durch das Preisgericht.52 Teil D Anhang


Ausschließungsgründe Die A. für WettbewerbsteilnehmerInnen definierendie Unvereinbarkeiten einer Wettbewerbsteilnahme, um Verzerrungen des Wettbewerbsergebnisseszu verhindern. Die taxative Aufzählung der A. enthält Wissensvorsprüngedurch Vorarbeiten, andere Funktionen im konkreten Architekturwettbewerb,Verwandtschaft, Teilhaberschaft in Unternehmen, beruflicheAbhängigkeit, Versuch zur Beeinflussung des Preisgerichts, Versuch der Umgehungder Anonymität. Die Ausschließung von TeilnehmerInnen erfolgt durch dasPreisgericht.Auswahlkriterien A. sind die von AusloberInnen in der Reihenfolge ihrer Bedeutungfestgelegten, nicht diskriminierenden, auf den Leistungsinhalt abgestimmten,unternehmerbezogenen Kriterien. Nach A. wird bei nicht offenenWettbewerben die Qualität der BewerberInnen beurteilt und die Auswahl derTeilnehmerInnen getroffen.Bekanntmachung Die formalisierte, öffentliche Mitteilung über den Beginneines Auslobungs- oder Vergabeverfahrens in nationalen oder internationalen,analogen oder digitalen Medien wird als B. bezeichnet.Beurteilungskriterien Die B. sind die von AusloberInnen zwingend im Auslobungstextbekannt zu machenden, in der Reihenfolge ihrer Bedeutung festgelegten,nicht gewichteten, nicht diskriminierenden Kriterien, nach welchendas Preisgericht bei Architekturwettbewerben seine Entscheidungen trifft.Der oft gemachte Versuch, B. zu gewichten, also mit Punktesystemen zu hinterlegen,um Preisgerichtsentscheidungen zu beschleunigen oder zu „objektivieren“ist sinnwidrig und scheitert regelmäßig. Der Umgang mit B. kann nur qualifizierendauf Grundlage einer eingehenden Erörterung der Eigenschaften der Wettbewerbsarbeitenim Preisgericht sein. Ein quantifizierender Gebrauch der B.,überhaupt unter Verzicht auf eine Qualitätsdebatte, den Wesenskern des Preisgerichts,ist grundsätzlich falsch.BewerberIn Eine Unternehmerin bzw. ein Unternehmer oder ein Zusammenschlussvon Unternehmen wird als B. bezeichnet, wenn sie bzw. er sich an einemnicht offenen Architekturwettbewerb beteiligen will. Und dazu ihr bzw. seinTeilnahmeinteresse durch einen Teilnahmeantrag oder eine Anforderung bzw.das Abrufen von Auslobungsunterlagen bekundet.Bewertungskommission Ein Gremium, das im Verhandlungsverfahren für dieBewertung der Angebote zusammentritt, wird als B. bezeichnet. In Verhandlungsverfahrennach vorheriger Bekanntmachung über ArchitektInnenleistungen solltedie B., analog zu einem Preisgericht, mindestens zur Hälfte aus Fachleuten, dieüber dieselbe oder eine gleichwertige Qualifikation wie die BieterInnen verfügen,gebildet werden. In Verhandlungsverfahren im Anschluss an einen Architekturwettbewerbmit der Gewinnerin oder dem Gewinner sollte zumindest die oderder Vorsitzende, jedenfalls eine bzw. ein FachpreisrichterIn Mitglied der B. sein.53 Teil D Anhang


Eignungskriterien Als E. sind die von AusloberInnen im Auslobungstext festgelegten,nicht diskriminierenden, auf den Leistungsinhalt, also die Wettbewerbsaufgabe,abgestimmten Mindestanforderungen an BewerberInnen oder TeilnehmerInnendefiniert. Die sinnvollen Mindestanforderungen sind bei jedemArchitekturwettbewerb gesondert vom Preisgericht festzulegen.Einstufigkeit Von E. ist wettbewerbstechnisch die Rede, wenn ein Architekturwettbewerbnur eine Bearbeitungsstufe umfasst. Eine Bewerbungsphase ineinem nicht offenen Architekturwettbewerb wird in diesem Sinne nicht als Stufebezeichnet; es gibt daher nicht offene, einstufige Architekturwettbewerbe. EinArchitekturwettbewerb kann und soll in einer Stufe durchgeführt werden, wennUmfang und Eigenart der Wettbewerbsaufgabe den zumutbaren Bearbeitungsaufwandfür die TeilnehmerInnen nicht über- und die zur Beurteilung durch dasPreisgericht notwendige Bearbeitungstiefe nicht unterschreitet.FachpreisrichterIn Als F. wird die in ein Preisgericht entsandte Person miteiner den TeilnehmerInnen gleich zu haltenden Qualifikation bezeichnet, die dieWettbewerbsbeiträge basierend auf der Gesamtheit der bekannt gemachtenBeurteilungskriterien beurteilen kann. Die Zahl der FachpreisrichterInnen mussjene der SachpreisrichterInnen in einem Preisgericht überwiegen.Funktionale Leistungsbeschreibung Die f. L., wie sie in Architekturwettbewerbenin Form der Aufgabenstellung angewendet wird, legt die Spezifikationenfür das Leistungsziel so hinreichend genau und neutral fest, dass alle für dieErstellung der Wettbewerbsarbeit maßgebenden Bedingungen und Umständeerkennbar sind. Die Wettbewerbsarbeit bzw. die Aufgabenstellung darf abernicht so konkret umschrieben werden, dass bestimmte TeilnehmerInnen Wettbewerbsvorteilegenießen. Die f. L. definiert die Mindestanforderungen vonAusloberInnen bzw. NutzerInnen an einen Wettbewerbsgegenstand.Geistige Dienstleistung Als g. D. bezeichnet man eine D., die bei mehrfacher Erbringungnicht zwingend zum gleichen Ergebnis führt, weil ihr wesentlicher Inhaltin der Lösung einer Aufgabenstellung durch Erbringung geistiger Arbeit besteht.Für derartige Leistungen ist ihrer Art nach zwar eine Ziel- oder Aufgabenbeschreibung,nicht jedoch eine vorherige eindeutige und vollständige Beschreibung derLeistung möglich. Für eine Wettbewerbsaufgabe ist also keine „konstruktive“(detaillierte), sondern nur eine „funktionale“ (prinzipielle) Leistungsbeschreibungmöglich. Die g. D. wurde früher als „geistig-schöpferische D.“ bezeichnet; derheute gebräuchliche Begriff g. D. tut dem unbestreitbaren schöpferischen Anteilder ArchitektInnenarbeit, insbesondere der Wettbewerbsarbeit, keinen Abbruch.GeneralplanerIn Als G. wird ein Unternehmen bezeichnet, das für ein Projekt dieGesamtverantwortung für die Planung und ggf. für die Überwachung der Ausführungübernimmt und der Bauherrschaft alleinige Ansprechstelle ist. GeneralplanerInnenbeauftragen die FachplanerInnen, koordinieren sie und erhaltendafür einen Aufschlag auf ihre ureigene Planungsleistung.54 Teil D Anhang


Generalplanerwettbewerb Der G. ist eine vergaberechtlich nicht normierteBezeichnung für einen Realisierungswettbewerb, bei dem den GewinnerInnenin der Absichtserklärung ein GeneralplanerInnenauftrag versprochen wird.GewinnerIn G. ist die Bezeichnung des oder der vom Preisgericht Bestgereihtenin einem Architekturwettbewerb. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird nacheinem Realisierungswettbewerb sinnvollerweise allein zu einer Verhandlung überden Leistungsvertrag eingeladen. Die Ladung mehrerer GewinnerInnen zum Verhandlungsverfahren,die im Auslobungstext angekündigt werden muss, bedeuteteine erhebliche Risikoerhöhung auf dem Weg zum Zuschlag. Die Begriffe „die Gewinnerin“bzw. „der Gewinner“ sind vom Begriff „die Gewinner“ vergaberechtlichzu differenzieren und diesbezüglich aussagekräftiger als die Begriffe die Preisträgerinbzw. der Preisträger oder die PreisträgerInnen, weil dabei die Träger vonAnerkennungspreisen einbezogen werden, die aber in ein Verhandlungsverfahrennach einem Architekturwettbewerb öffentlicher AusloberInnen nicht geladenwerden können.Grundleistung Die G. muss von TeilnehmerInnen eines Architekturwettbewerbserbracht werden, damit ihre Wettbewerbsarbeit beurteilbar ist. Die G. umfasstdie nachvollziehbare Ausarbeitung einer architektonischen Lösung der Planungsaufgabe,unter Beachtung aller für die Qualität des Wettbewerbsprojekts relevantenVorgaben. Die Grundleistung ist im Leistungsbild Architekturwettbewerbdefiniert.Gutachterverfahren Das G. ist ein veralteter und oft unrichtigerweise zur Bezeichnunggeladener Architekturwettbewerbe eingesetzter Begriff. Da G. nichtanonym abgehalten werden, unterscheiden sie sich von Architekturwettbewerbenfundamental. Ursprünglich meint das G. eine gremiale Auswahlmethodeunter konkurrierenden Gutachten, also in der Regel unter direkt beauftragten,gutachterlichen Untersuchungen zu einer bestimmten Planungsaufgabe.Die Gutach terInnen sind AuftragnehmerInnen und räumen AuftraggeberInnenvorweg ein Werknutzungsrecht ein.Ideenwettbewerb Ein I. ist ein Auslobungsverfahren, das dazu dient, Auslober-Innen insbesondere auf den Gebieten der Raum-, Landschafts-, Stadtplanung unddes Städtebaus einen Plan oder eine Planung zu verschaffen. Dabei besteht keineAbsicht, die Wettbewerbsarbeit der GewinnerInnen baulich zu verwirklichen.Jury Der Begriff J. steht veraltet für Preisgericht.Kooperation Die K. mit AusloberInnen bei Architekturwettbewerben ist Teilder Interessenswahrnehmung der Bundeskammer und der Länderkammern imWettbewerbswesen. K. bedeutet die Betreuung von öffentlichen und privatenAusloberInnen bei der Vorbereitung und Durchführung eines Architekturwettbewerbsbasierend auf den Kooperationskriterien.55 Teil D Anhang


Kooperationserklärung Die K. der kooperierenden Kammer ist ein öffentlichverliehenes Zertifikat für eine standardisierte Auslobungspraxis. Sie informiertdie Wettbewerbsakteure, insbesondere die TeilnehmerInnen, über den formalenund inhaltlichen Status des Verfahrens. Im allgemeinen Teil eines Auslobungstextesist die positiv abgeschlossene Prüfung der Wettbewerbsunterlagen unddie daraus folgende Kooperation mit einer der Kammern durch Anführung derVerfahrensnummer samt Datum und Geschäftszahl der entsprechenden K. zudokumentieren.Kooperationskriterien Die zehn K. müssen bei jedem Architekturwettbewerb,der in Kooperation mit der Bundeskammer oder einer der Länderkammernstattfindet, zur Prüfung der Auslobungsunterlagen herangezogen werden. Sinddie K. hinreichend erfüllt, sodass die gegenseitigen Rechte und Pflichten vonAusloberIn, Preisgericht und TeilnehmerInnen nachvollziehbar festgelegt unddie Berufsinteressen der ArchitektInnen gewahrt sind, wird die Kooperationöffentlich erklärt.Leistungsbild Architekturwettbewerb Das L. A. regelt Art und Umfang der ineinem Architekturwettbewerb geforderten Wettbewerbsarbeiten. Ausgehendvon der vollständigen Beschreibung der Wettbewerbsarbeit ermöglicht dasL. A. die Bestimmung der Mindestpreisgeldsummen bzw. Mindestaufwandsentschädigungenfür die gängigen Wettbewerbs arten.Mehrstufigkeit Von M. ist wettbewerbstechnisch die Rede, wenn ein Architekturwettbewerbmehr als eine Bearbeitungsstufe umfasst. Ein Architekturwettbewerbkann und soll zwei- oder mehrstufig durchgeführt werden, wenn sonstwegen des hohen Bearbeitungsaufwands das Teilnahmerisiko unkalkulierbarund die zur Beurteilung durch das Preisgericht notwendige Bearbeitungstiefenicht erreichbar wäre.Preisgeld Zusammenfassend werden finanzielle Belohnungen für eine erst-,zweit-, dritt-, viertrangige usw. Reihung einer Wettbewerbsarbeit durch dasPreisgericht als P. bezeichnet.Preisgeldsumme Unter P. ist die Summe aller als Preise, Anerkennungspreiseund Aufwandsentschädigungen ausgelobten Nettobeträge zu verstehen.Preisgeldsummenbemessung Die im Leistungsbild Architekturwettbewerbfestlegte P. gilt für Architekturwettbewerbe, welche in Kooperation mit derBundeskammer oder mit einer der Länderkammern durchgeführt werden.Die P. beruht auf Erfahrungswerten zu den Kosten der Teilleistung Vorentwurfin Abhängigkeit von Größe und Schwierigkeitsgrad der Planungsaufgabe.Das Teilnahmerisiko bei Architekturwettbewerben geht in die Bemessung ein.Preisgericht Der Begriff P. meint das Auswahl- und Beurteilungsgremium inArchitekturwettbewerben. Das P. besteht aus PreisrichterInnen, die von den56 Teil D Anhang


TeilnehmerInnen des Wettbewerbes unabhängig sind. Wird von den WettbewerbsteilnehmerInneneine bestimmte berufliche Qualifikation verlangt,muss mindestens die Hälfte der PreisrichterInnen über dieselbe oder eine gleichwertigeQualifikation verfügen. Diese FachpreisrichterInnen müssen zudem vonAusloberin oder Aus lober unabhängig sein. Das P. entscheidet in allen FachundErmessensfragen basierend auf einer qualifizierenden Debatte anhand derBeurteilungskriterien unabhängig und endgültig.Preisgerichtsentscheid Die abschließende Feststellung des Preisgerichts überdie Reihung der Wettbewerbsarbeiten, samt Festlegung der Gewinnerin bzw. desGewinners wird als P. bezeichnet.PreisträgerIn VerfasserInnen der vom Preisgericht mit Preisen und Anerkennungspreisenbe dachten Wettbewerbsarbeiten werden als P. bezeichnet.Im Zusammenhang mit Realisierungswettbewerben ist der dazu einschränkendeBegriff GewinnerIn bedeutsam, der die bzw. den zum VerhandlungsverfahrenEinzuladenden meint.Realisierungswettbewerb R. sind Wettbewerbe, bei denen im Anschluss an dieDurchführung eines Auslobungsverfahrens ein Verhandlungsverfahren zurVergabe eines Dienstleistungsauftrages durchgeführt wird. Realisierungswettbewerbesind nur dann durchzuführen, wenn die Absicht besteht, die verfahrensgegenständlichePlanungsleistung auch tatsächlich zu vergeben.SachpreisrichterIn In ein Preisgericht entsandte Person mit der Qualifikation,die Wettbewerbsarbeiten im Hinblick auf einzelne der bekannt gemachtenBeurteilungskriterien beurteilen zu können.Schwellenwert Der vergabegesetzlich geregelte S. bestimmt, ob Architekturwettbewerbeöffentlicher AusloberInnen im Unter- oder Oberschwellenbereicherfolgen. Überschreitet der geschätzte Auftragswert ohne Umsatzsteuer allerzusammengehörigen Dienstleistungsaufträge den S., muss der Architekturwettbewerbeuropaweit bekannt gemacht werden, darunter genügt eine nationaleBekanntmachung. Geladene Architekturwettbewerbe sind nur unterhalb des S.zulässig.Städtebaulicher Wettbewerb Der s. W. wird meist als Ideenwettbewerb, seltenerals Realisierungswettbewerb durchgeführt. Der s. W. wird auch als Architektur -wettbewerb verstanden, obwohl er auf anderen Maßstabsebenen als der Bauwerksentwurfstattfindet.TeilnehmerIn Der Status als T. setzt die Teilnahmeberechtigung voraus. Imoffenen Architekturwettbewerb ist sie ab der einseitigen Willensbekundung zurTeilnahme gegeben, z. B. durch eine Registrierung oder ein Ansuchen um Übermittlungder Auslobungsunterlagen, im geladenen oder nicht offenen Architekturwettbewerbab der Zulassung.57 Teil D Anhang


TeilnehmerInnengemeinschaft Ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmenzum Zweck des Einreichens einer gemeinsamen Wettbewerbsarbeit wird als T.bezeichnet.Transparenz Die T. eines Architekturwettbewerbs ist dann gegeben, wennInformationen über alle Wettbewerbsphasen öffentlich verfügbar sind.UrheberIn Als U. bezeichnet man die bzw. den SchöpferIn eines Werks, alsoeines geistigen bzw. künstlerischen Erzeugnisses erheblicher Werkhöhe.Überarbeitung Als Ü. wird eine nicht vorgesehene Verfahrensphase in einemein- oder mehrstufigen Architekturwettbewerb bezeichnet, bei der unterWahrung der Anonymität, der Aufgabenstellung und des Preisgerichts gegendas Versprechen einer angemessenen Aufwandsentschädigung eine vertiefendeFragebeantwortung erfolgt. An die VerfasserInnen einzelner, in der engen Wahlstehender Wettbewerbsarbeiten werden vom Preisgericht über ein NotariatFragen gerichtet. Zur Beantwortung der Fragen ist eine entsprechende Frist zusetzen. Eine Ü. muss im Auslobungstext nicht als Option angekündigt sein, umvom Preisgericht spontan eingeleitet werden zu können.VerfahrensorganisatorIn Eine bzw. ein V. erbringt für AusloberInnen die Verfahrensvorbereitung,die administrative Gesamtabwicklung eines Architekturwettbewerbsund eventuell die Vorprüfung.Vorprüfung Die V. ist die vergleichende Aufbereitung der aus den Auslobungsunterlagenabgeleiteten, verfahrensrechtlichen, fachtechnischen, wirtschaftlichenetc. Aspekte der eingereichten Verfahrensbeiträge als InformationsundEntscheidungsgrundlage für das Preisgericht.Wettbewerb Im allgemeinen Sinn ist der W. ein formalisiertes Instrument fürden Leistungswettbewerb zwischen Unternehmen auf einem bestimmten Markt.Im engeren Sinn des Planungs- oder Projektwettbewerbes ist ein Auslobungsverfahrengemeint, das öffentlichen oder privaten AusloberInnen insbesondereauf den Gebieten der Raum-, Landschafts- und Stadtplanung, der Architekturund des Bauwesens einen Plan oder eine Planung verschaffen will. Wettbewerbekönnen als Ideen- oder Realisierungswettbewerbe durchgeführt werden.Wettbewerbsarbeit Die von einer TeilnehmerIn oder einem Teilnehmer unterdem Gebot der Anonymität gegenüber dem Preisgericht eingereichten Pläne,Modelle, Texte usw., werden als W. bezeichnet.Wettbewerbsordnung Der Durchführung von Architekturwettbewerben istimmer eine sogenannte Wettbewerbsordnung zugrunde zu legen, die zumindestüber folgende Punkte Aufschluss geben muss: Vorgangsweise des Preisgerichtes;Preisgelder und Vergütungen; Verwendungs- und Verwertungsrechte; Rückstellungvon Unterlagen; Beurteilungskriterien; Angabe, ob ein oder mehrere58 Teil D Anhang


GewinnerInnen des Wettbewerbes ermittelt werden sollen; im letzteren Fall Angabeder Anzahl der GewinnerInnen; Ausschlussgründe; Termine. Die vorliegendeWettbewerbsordnung Architektur ist als praktisch anwendbares Regelwerk füröffentliche und private Architekturwettbewerbe gedacht.Wettbewerbsportal Die Bundeskammer sorgt für die öffentliche Informationüber das Wettbewerbs- und Vergabewesen mittels ihres Wettbewerbsportalswww.architekturwettbewerb.atWettbewerbsrisiko Das W. besteht aus dem AusloberInnenrisiko und dem TeilnehmerInnenrisiko.Das W. ist am geringsten, wenn die Risiken annähernd gleichauf AusloberInnen und TeilnehmerInnen verteilt sind.Wettbewerbsstandard Architektur Der W. A. fasst die wichtigsten normativenTexte zum Architekturwettbewerb zusammen Die Grundsätze zum Architekturwettbewerbmit den politischen Positionen der Bundeskammer, die WettbewerbsordnungArchitektur als praktisch anwendbares Regelwerk für öffentlicheund private Architekturwettbewerbe und das Leistungsbild Architekturwettbewerb,mit dem die Wettbewerbsarbeit definiert und die Mindestpreisgeldsummenfür die gängigen Wettbewerbsarten bestimmt werden können.Zusatzleistung Eine Z. darf TeilnehmerInnen eines Architekturwettbewerbsüber die Grundleistung hinaus nur abverlangt werden, wenn die Beurteilbarkeitder Wettbewerbsarbeiten dies erfordert und der Auslobungstext dies festlegt.Z. sind basierend auf dem Leistungsbild Architekturwettbewerb im Auslobungstexttaxativ anzuführen. Wird vom Preisgericht eine Z. verlangt, dann ergibtsich die Preisgeldgesamtsumme durch Addition der Preisgeldsumme für dieGrundleistung und der Preisgeldzusatzsumme.59 Teil D Anhang


22.1Kontroll-Listen Auslobungsunterlagen und PreisgerichtstätigkeitAuslobungsunterlagen: Aufbau und InhaltTeil A1 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |10 |11 |12 |13 |14 |15 |16 |17 |Teil B1 |2 |3 |4 |5 |Teil C1 |2 |3 |4 |5 |Teil D1 |2 |Allgemeiner Teil des AuslobungstextesDeckblatt: Wettbewerbsbezeichnung, Wettbewerbsart, AusloberIn bzw.AuftraggeberIn, ggf. anschließendes Verhandlungsverfahren, Schwellenwertbereich,Auftragsart, Abgabetermin, Ort und Datum der Bekanntmachung;Inhaltsverzeichnis: Auslobungsunterlagen Teile A – D;AusloberIn, ggf. AuftraggeberIn: Name, Adresse, Rechnungsadresse;VerfahrensorganisatorIn: Name, Adresse;VorprüferIn, Ansprechstelle, BeraterInnen: Namen, Adressen;Gegenstand des Architekturwettbewerbs;Art des Architekturwettbewerbs, Begründung der Wahl;Teilnahmeberechtigte;Rechtsgrundlagen: insbesondere Wettbewerbsordnung, gemäß WOA 2010;Kooperationserklärung der Bundeskammer bzw. einer Länderkammer;Zusammensetzung des Preisgerichts;Vorgangsweise des Preisgerichts bzw. Verweis auf WOA 2010;Preise, Anerkennungspreise, Aufwandsentschädigungen;Festlegung auf GewinnerIn oder Zahl der angestrebten GewinnerInnen;Absichtserklärung AusloberIn;Termine: Bekanntmachung, Fragestellung, Fragebeantwortung, Kolloquium,Lokalaugenschein, Abgabe;ungefähre Termine: Vorprüfung, Preisgerichtssitzung, Ausstellung.Besonderer Teil des AuslobungstextesAufgabenstellung: vollständige Beschreibung der Wettbewerbsaufgabe;Muss-Kriterien für Wettbewerbslösung: taxative Aufzählung zwingenderinhaltlicher Erfordernisse an eine beurteilbare Wettbewerbsarbeit;Planungshinweise: lösungsrelevante Passagen aus Planungsrichtlinien etc.;Wettbewerbsarbeit: Art und Umfang, gemäß WSA 2010 Teil C § 2 ff;Beurteilungskriterien: aufgabenspezifisch, gereiht nach der Bedeutung.BearbeitungsunterlagenVerzeichnis: von AusloberIn bereitgestellte Bearbeitungsunterlagen;Planunterlagen: in demselben Maßstab wie die Wettbewerbsarbeit;Planungsrichtlinien: Verordnungen, Gesetze, Vorstudien etc.;Planungsunterlagen: bildlicher, textlicher, tabellarischer Art etc.;Formulare: Eignungs-, Verfassernachweise, Kenn-, Verhältniswerte.Ergänzende Festlegungen zum AuslobungstextFragebeantwortung: anonymisierte Fragen, Antworten des Preisgerichts;Protokoll Kolloquium und Lokalaugenschein.60 Teil D Anhang


2.2Preisgericht – Tätigkeiten Vorsitz in konstituierender Sitzung1 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |10 |11 |12 |13 |14 |15 |16 |17 |18 |19 |20 |21 |22 |23 |24 |25 |26 |27 |28 |29 |30 |AusloberIn bzw. Vorsitz hat zu veranlassen:Konstituierende Sitzung zeitgerecht vor der Bekanntmachung;Zusammenkunft der AusloberInnen, PreisrichterInnen, Verfahrensorganisator-Innen, VorprüferInnen, BeraterInnen;Begrüssung durch AusloberIn oder VertreterInnen;Beginn mit Feststellung der Uhrzeit und Anwesenheit;Feststellung der Beschlussfähigkeit: mindestens drei Viertel aller stimmberechtigtenPreisrichterInnen, mindestens die Hälfte der stimmberechtigtenFachpreisrichterInnen; gemäß WOA 2010 § 7;Vorsitz: wählbar nur anwesende PreisrichterInnen, Wahlvorschläge nur ausdem Preisgericht, Diskussion;Wahl der bzw. des Vorsitzenden, sofortige Übernahme des Vorsitzes;Wahlvorschlag stv. Vorsitz: Diskussion und Wahl;Wahlvorschlag SchriftführerIn: Diskussion und Wahl, sofortiger Beginnder Protokollarbeit;Klärung Sitzungsteilnahme: Anwesenheit der nicht Stimmberechtigten;Frage nach Befangenheit der PreisrichterInnen;Belehrung: Verschwiegenheit bis zum Wettbewerbsentscheid;Tagesordnung: Vorschlag des Vorsitzes, Diskussion, Beschluss;Wettbewerbsziel: Bewertung der Übereinstimmung von Projektintention,Bekanntmachungstext und Auslobungstext;Wettbewerbsrisiken: Abschätzung für AusloberInnen und TeilnehmerInnen,Chancen auf Minimierung;Bekanntmachungstext, Auslobungstext, Auslobungsunterlagen: Prüfungauf Veröffentlichungsreife;Prüfung Arbeitserfordernis: ggf. Zusatzleistungen gemäß WSA Teil C § 3 ff;Prüfung Preisgeldsummenbemessung: gemäß WSA Teil C § 6;Prüfung Inhalt der Absichtserklärung: auf Vollständigkeit;Prüfung Beurteilungskriterien: auf konkrete aufgabenbezogene Formulierung,in der Bedeutungsreihenfolge, ungewichtet;Prüfung Planungsgrundlagen und -richtlinien: auf Vollständigkeit;Prüfung Planunterlagen: auf Vollständigkeit;Prüfung Teilnahmeberechtigung: niedrigst mögliche Eignungshürde im Sinneder Risikominimierung für AusloberIn und TeilnehmerInnen;Prüfung Rechtsgrundlagen: Vollständigkeit, Reihenfolge, inklusive VollzitatWOA 2010;Prüfung Terminfolge: frühes Teilnehmerinnenkolloquium mit dem Preisgericht,schnelle Fragebeantwortung, ausreichende Bearbeitungszeit;Prüfung Festlegung: GewinnerIn oder mehrere GewinnerInnen;Bekanntmachungstexte, Auslobungsunterlagen: Beschluss der Änderungen;Lokalaugenschein im Wettbewerbsgebiet;Protokoll: Beschluss, Unterfertigung durch alle PreisrichterInnen;Vertagen des Preisgerichts, mit Feststellung der Uhrzeit.61 Teil D Anhang


2.3Preisgericht – Tätigkeiten Vorsitz im Kolloquium mit TeilnehmerInnen1 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |10 |11 |12 |13 |14 |15 |16 |Der Vorsitz hat zu veranlassen:Zeitpunkt für das Kolloquium: im ersten Drittel der Bearbeitungszeit;Wiederaufnahme der Sitzung nach der Konstituierung;Begrüssung des Preisgerichts durch Vorsitz;Beginn mit Feststellung der Uhrzeit und der Anwesenheit;Feststellung der Beschlussfähigkeit;Erläuterung der Tagesordnung durch den Vorsitz;Vorschlag des Vorsitzes zur Tagesordnung: Diskussion, Beschluss;Begrüssung der TeilnehmerInnen durch Vorsitz;Erklärung des Vorsitzes zu den Auslobungsunterlagen: insbesondere zuAufgabenstellung, Absichtserklärung, Art und Umfang der Wettbewerbsarbeit,Besonderheiten der Auslobungsunterlagen, Terminabfolge;Lokalaugenschein im Wettbewerbsgebiet;Fragen der TeilnehmerInnen und Antworten des Preisgerichts;Verabschiedung der TeilnehmerInnen durch Vorsitz;Frage-Antwort-Katalog: Diskussion, Verfassen der Antworten;Auslobungsunterlagen: Diskussion und ggf. Beschluss von Änderungenoder Ergänzungen;Unterfertigung des Protokolls: durch alle PreisrichterInnen;Vertagen des Preisgerichts, mit Feststellung der Uhrzeit.62 Teil D Anhang


2.4Preisgericht – Tätigkeiten Vorsitz in Beurteilungssitzung1 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |10 |11 |12 |13 |14 |15 |16 |17 |18 |19 |20 |21 |22 |23 |24 |25 |Der Vorsitz hat zu veranlassen:Wiederaufnahme der Sitzung, Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit,Frage nach etwaiger Befangenheit;Belehrung über Verschwiegenheit bis zum Wettbewerbsentscheid;Ausscheidungsgründe: Bericht der Vorprüfung, Antrag, Beschluss;Tagesordnung: Vorschlag, Antrag Vorsitz, Beschluss;Beurteilungskriterien: bestätigende Wiederholung im Preisgericht;Muss-Kriterien: bestätigende Wiederholung im Preisgericht;Individueller Informationsrundgang des Preisgerichts;Besichtigung Wettbewerbsgebiet: gesamtes Preisgericht;Vorprüfung: Entgegennahme des Vortrags und des Berichts;erster Informationsrundgang: mit Vorprüfung, ohne Beschlüsse;BeraterInnen: Entgegennahme von allfälligen Berichten;erster Ausscheidungs- oder Auswahlrundgang: auf Ausscheiden oderWeiterkommen definiert, zusammenfassende Begründung;weitere Informationsrundgänge: zur Klärung von Fragen,evtl. zur Rückholung ausgeschiedener Arbeiten, Antrag, Beschluss;Ausscheidungs- und Auswahlrundgänge: bis Wettbewerbsarbeitender engeren Wahl erkennbar; d.h. etwa die doppelte Zahl der zuprämierenden Ränge; von Rundgang zu Rundgang ausführlichereGruppen- oder Einzelprojektbeschreibung und -begründung;Diskussion Überarbeitung: Wettbewerbsarbeiten der engeren Wahl;Wahrung Anonymität, Antrag, Beschluss; nach Vertagung des Preisgerichtszur Beurteilung der Überarbeitungen;Einzelbeschreibung der engeren Wahl: doppelte Zahl der zuprämierenden Arbeiten, anhand aller Beurteilungskriterien;Auswahlrundgang Preisränge: Festlegung für mind. 3 Preise, mind.3 Anerkennungspreise, immer erster Rang (GewinnerIn), keineex-aequo-Ränge, alle Preisränge vergeben, ausführliche Beschreibungund Begründung jedes Preisranges;Nachrücker: jeweils zwei auf Preis- und Anerkennungspreisränge;Preisgelder: ggf. von Auslobungstext abgehende Verteilung derPreisgeldsumme, Antrag, Beschluss;Empfehlung des Preisgerichtes: zu GewinnerInnen;Öffnen Verfasserkuverts, Prüfen Teilnahmeberechtigung: Verlesender prämierten VerfasserInnen und NachrückerInnen;Telefonische Benachrichtigung PreisträgerInnen: durch den Vorsitz;Veröffentlichung: Veranlassung für Massenmedien und Ausstellung;Protokoll: Beschluss, Unterfertigung durch alle PreisrichterInnen;Veranlassung des unverzüglichen Versands an alle PreisträgerInnen,NachrückerInnen, TeilnehmerInnen, an kooperierende Kammer;Schluss Preisgericht: Dank und Rückgabe Vorsitz an AusloberIn.63 Teil D Anhang


2.5Preisgericht – Tätigkeiten Schriftführung in Beurteilungssitzung1 |2 |3 |4 |1 |2 |3 |4 |5 |6 |7 |8 |9 |10 |11 |12 |13 |14 |15 |16 |17 |18 |19 |20 |Ein Protokoll ist:als Resumeeprotokoll zu führen;von jeder Sitzung bzw. jedem Sitzungstag getrennt zu verfassen;während der Sitzung von jedem Preisgerichtsmitglied einsehbar;unverzüglich nach Wettbewerbsentscheid öffentlich zugänglich.Die Schriftführung hat festzuhalten:Bezeichnung des Wettbewerbs;Ort, Datum und Dauer der Sitzung des Preisgerichts;Verzeichnis der Anwesenden: PreisrichterInnen, Ersatzmitglieder,VerfahrensorganisatorInnen, VorprüferInnen, BeraterInnen, unterAnführung allfällig bekannter Verhinderungsgründe;Namen von Vorsitz und Schriftführung: mit Zeitangabe;Ergebnis der Feststellung über die Beschlussfähigkeit;Ergebnis Frage nach Befangenheit, Belehrung über Verschwiegenheit;Verfahren bei der Beurteilung, in all seinen Phasen, in nachvollziehbarerForm, übersichtliche Darstellung der Rundgänge, Berichte vonVorprüferInnen, BeraterInnen, Anfragen, Debattenbeiträge usw.;Ort, Zeit, Dauer und Unterbrechungen der Sitzungen;wörtliche Protokollierung einzelner Verhandlungsteile, wenn diesdie Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten verlangt;wörtliche Fassung der zur Abstimmung gebrachten Anträge, dasziffernmäßige Abstimmungsergebnis, die gefassten Beschlüsse;namentliches Ergebnis einer Abstimmung, wenn dies mindestensdie Hälfte der Stimmberechtigten verlangt;verbale Einzelbeurteilung von zumindest der doppelten Zahl der zuprämierenden Wettbewerbsarbeiten;ausführliche Begründung der Auswahlentscheidungen bei Preisen,Anerkennungspreisen, Nachrückern auf Preise und Anerkennungspreiseund bei Aufwandsentschädigungen;Wettbewerbsergebnis in übersichtlicher Form;exakte Feststellung der Identität aller TeilnehmerInnen und derenMitarbeiterInnen in übersichtlicher Form;Empfehlung des Preisgerichts zur erstgereihten Wettbewerbsarbeit,bzw. der Wettbewerbsarbeiten der GewinnerInnen, ggf. mit Auflagen;Angaben zur Information der PreisträgerInnen und NachrückerInnenüber das Wettbewerbsergebnis;Orte und Zeiten: Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten,beabsichtigte Informationsveranstaltungen etc.;Genehmigung des Protokolls vor Sitzungsende: Unterschriften allerPreisrichterInnen, mit gedruckten Namensangaben;Schlusswort durch Vorsitz oder AusloberIn, Zeitangabe Sitzungsende.64 Teil D Anhang

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