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2. Halbjahr 2009KISS INFOChemnitzer Zeitschrift für SelbsthilfeSelbsthilfe - MigrationKo n t a k t - u n dInformationsstellefür Selbsthilfe


AktuellesKünstlerischePräsenzChemnitzerSelbsthilfegruppenimSächsischenLandtagLandtagspräsident Erich Iltgeneröffnet die Ausstellung„Selbstbewusst durch Selbsthilfe–gemeinsam sind wir stark“.Im Hintergrund zwei titelloseExponate der ehemaligenChemnitzerin Dagmar NikolovIn der vorderen Reihe v. l. n. r.Christine Clauß, Sozialministerin,Erich Iltgen, Landtagspräsidentund Susann-C. Koch,Leiterin der KISS Chemnitzund der LAG derKontaktstellen SachsenVom 3. März bis 7. April war das Bürgerfoyer imSächsischen Landtag in eine Galerie verwandelt. Zubetrachten gab es Bilder, Wachsmalereien, Fotografien,Seidenarbeiten, Skulpturen und Schmuckartikel. DieKunstwerke sind das Ergebnis kreativen Schaffens vonMenschen mit körperlichen, psychischen oder sozialenProblemen aus ganz Sachsen. In der Kunst haben sie fürsich eine Ausdrucksform der Problembewältigung entdecktund in der ihnen gemäßen Selbsthilfegruppe(SHG) einen Ort gegenseitigerErmutigung gefunden. Beides wurde vonErich Iltgen, Präsident des SächsischenLandtages, bei der Eröffnung der Ausstellung„Selbstbewusst durch Selbsthilfe -gemeinsam sind wir stark“ betont. Voretwa 250 Besuchern, darunter SozialministerinChristine Clauß, Steffen Flath,Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag,und weiteren Abgeordneten, umrisser das Ziel der Ausstellung mit den Worten:“ Sie willMenschen ermutigen, in schwierigen Situationen nichtaufzugeben, sondern an ihre Fähigkeiten zu glauben.Möge sie noch mehr dazu anregen, sich zum eigenenNutzen und für andere zu engagieren, denn die Selbsthilfeist angesichts großer gesellschalicher Veränderungenheute unverzichtbarer denn je.“Der Landtagspräsident würdigte in demZusammenhang die Initiative der ChemnitzerKISS und ihrer Leiterin Susann-C.Koch, die zugleich der LandesarbeitsgemeinschaSachsen mit derzeit sechsKontaktstellen vorsteht, bei der Organisationder Ausstellung. „Es bedure keinergroßen Überzeugung, um die Vertreterder Kontaktstellen aus Zwickau, Dresden,Leipzig, Bautzen und Hoyerswerda zumMitmachen zu bewegen. Im Gegenteil: Es wurden soviele kreative Arbeiten eingereicht, dass wir eine Auswahltreffen mussten.“, freute sich die Organisatorinüber die erfolgreiche Kooperation mit allen Partnern bishin zum Landtag. Die Ausstellung hae ihre Vorgeschichte.Geschrieben wurde sie von der aus MS-Kran-ken bestehenden Gruppe „Offensiv“unter Leitung von Karla Brümmer,einer der mehr als 200 hiesigenSelbsthilfegruppen. „1994 bildetenwir eine Bastelgruppe. Später veranstaltetenwir eine erste erfolgreicheAusstellung. In der Chemnitzer KISSfanden wir einen Verbündeten. Davonzeugte die Ausstellung ’Kunststärkt die Seele’ anlässlich des 15-jährigenBestehens der ChemnitzerKontaktstelle 2005, an der sich eine ganze Reihe vonChemnitzer SHG beteiligten“, erinnert die Gruppensprecherinmit dem Ehrentitel „Botschaerin für Wärme“an diesen Auakt. Von da führten mehrere Wanderausstellungenin Chemnitz schließlich nach Dresden,womit eine neue Dimension in der Breite erreicht war.„Ich habe hier im Landtag schon eine Vielzahl vonAusstellungen eröffnet, aber keine mit derart vielen Besuchernwie heute“, so der Landtagspräsident. Eine Bestätigungfür die Richtigkeit des in Chemnitz begonnenenWeges, der sicher seine Fortsetzung finden wird…Dr. Roland WinklerDer Leiterin der Chemnitzer KISS, Susann C. Koch,wurde am 13. Juni 2009 in Dresden die SächsischeVerfassungsmedaille verliehen. In der Laudatio hieß es:„Die Sozialpädagogin Susann C. Koch wird für ihr engagiertesWirken für das Gemeinwesen geehrt.… Dem Anlie-gen der Selbsthilfe,sich an deneigenen Stärkenaufzurichten unddamit auch anderen Betroffeneneine Stütze zusein, hat sich Sus- ann-C. Kochmit allen Kräenverschrieben.Zugleich trägt sie alsSprecherin derLandesarbeitsgemein-scha der SelbsthilfekontaktstellenSachsen e.V. den Gedanken derSelbsthilfe in die Öffentlichkeit.“ Herzlichen Glückwunsch!(Silvia Stegner, i.A. des Redaktionsteams)AktuellesVicky Benduhn aus Chemnitz,zeit ihres Lebens an denRollstuhl gebunden. Die 21-Jährige lädt ein zur Betrachtungihres Bildes „Die australischeIdylle“.Fotos (S. 4-5) Dr. R. WinklerHohe Ehrung fürSusann-C. KochDie Sächsische Verfassungsmedaillewurde1997 in Erinnerung andie friedliche Revolutionim Herbst 1989 vonLandtagspräsident ErichIltgen gestiet. Seitdemwird sie jedes Jahr anPersönlichkeiten verliehen,die sich in besondererWeise für Demokratieund Freiheit in Sachsenengagieren.KISS•4 KISS-Info - Zeitschri für Selbsthilfe 2. Halbjahr 2009KISS•5


TitelthemaSelbsthilfe beiMigrantInnenin Chemnitz aufgutem WegMigration:von Migratio: Wanderung– ist jeder längerfristigeWohnortwechselim geografischen undsozialem Raum aufGrund von familiärenoder wirtschalichen Ereignissenwegen religiöseroder rassistischer Diskriminierung,politischerVerfolgung, Umwelt-,Naturkatastrophen, Kriegoder VertreibungMigrantInnensind Menschen, dieaußerhalb der BundesrepublikDeutschlandgeboren wurden und nunin Deutschland lebenImmer mehr Menschen aus dem Ausland ließen sichin den letzten Jahrzehnten in Deutschland und auchin Chemnitz nieder, sei es aus familiären, beruflichenoder politischen Gründen. Nach Aussage des Sozialamtessind 4% der Chemnitzer Bevölkerung Migranten,welche zur kulturellen Vielfalt in der Stadt beitragen.Genau wie die Einheimischen haben auch diese Menschengesundheitliche und soziale Probleme. Aber esgibt viele Barrieren, sich in der Selbsthilfe zu organisieren.In anderen Kulturen existieren Hemmschwellen,über Probleme außerhalb der Familie zu sprechen, esbesteht häufig ein anderes Verständnis über Krankheitund Gesundheit, Möglichkeiten der Selbsthilfe sindnicht bekannt oder werden aus Angst vor bürokratischenAbläufen nicht in Erwägung gezogen. Als größtesHindernis erweisen sich allerdings die mangelndenKenntnisse der deutschen Sprache, so dass Migrantennur selten den Anschluss an deutschsprachige Selbsthilfegruppensuchen.Erfreulich ist, dass es in Chemnitz viele Ausländerleben, denen diese Barrieren bewusst sind, die von ihrenpositiven Erfahrungen berichten und den Selbsthilfegedankenmuersprachlich an ihre Landleute herantragenkönnen. Dadurch angeregt gibt es immer neueErstkontakte mit der KISS, die im günstigsten Falle zurGründung einer neuen Gruppe führen. Obwohl die Inhaltedieser Gruppen sehr unterschiedlich sind, so sinddie Ziele klar. Einerseits sollen den Mitgliedern Möglichkeitenzur besseren Integration in die neue Heimatgeboten werden, z.B. durch das Erlernen der deutschenSprache oder Hilfe im Umgang mit Ämtern und Institutionen,daneben bieten einige Gruppen auch der einheimischenBevölkerung die Gelegenheit, in fremde Kulturenund Traditionen Einblick zu nehmen.Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen solcheGruppen vor. Sie leisten einen bedeutenden Beitragzum besseren Verständnis für ihr Andersein und zurÜberwindung von Grenzen in unserer Stadt.(Silvia Stegner)Wenn Heimat das ist, wo man sich zu Hause fühlt,dann sind wir in unserer 1998 gegründetenSelbsthilfegruppe in der glücklichen Lage, nicht nureine Heimat zu haben. Wir führen ein binationales undbikulturelles Leben, was heißt „ein Leben im Transitraumzwischen zwei oder sogar mehreren Kulturen“.Ein solches Leben resultiert aus der Partnerscha vonDeutschen und Ausländern, die in Deutschland oder imAusland leben. Es kann sich aber auch um Ausländerderselben oder unterschiedlicher Kulturen handeln, diein Deutschland eine neueHeimat gefunden haben. Einsolches Leben ist kulturellund emotional reich, aberauch von Komplikationen geprägt,die von außen schwernachvollziehbar sind.Binationale Familien undPartnerschaen sind in einerbesonderen gesellschalichenSituation. O befinden siesich im Schnifeld zwischendeutschem Recht und Ausländergesetz.Im Alltag ist das die Schnistelle zwischendeutscher Mehrheitsbevölkerung und ethnischerMinderheit. Gelebt wird nicht allein der deutsche Alltag,sondern auch der des ausländischen Partners/ derPartnerin. Bei dieser Vielschichtigkeit stoßen binationaleFamilien und Paare nicht selten auf Unverständnisoder gar Ablehnung in ihrem Umfeld.Mit unseren regelmäßigen Gruppentreffen wollenwir dazu beitragen, dass binationale Familien und PartnerschaenRaum zur Selbstentfaltung finden und Hilfefür die Lösung ihrer Probleme erhalten. Dazu dienenThemen wie „Die spezifische Situation für binationaleFamilien und Partnerschaen und sich daraus wie ausFormen der Diskriminierung ergebende Probleme“,„Stärkung des Selbstwertgefühls aller betroffenen Personenin binationalen Familien und Partnerschaen“oder „Vorteile und Probleme mehrsprachiger Erziehung“.Aus dem hilfreichen Gedankenaustausch ergebensich mitunter Anregungen für gruppenoffene Ver-TitelthemaSelbsthilfegruppe„BinationaleFamilien undinterkulturellInteressierte“stellt sich vorFoto Krappmann:Frau Heidemarie Lüth,Bürgermeisterin für Sozialesspricht zur Eröffnung derInterkulturellen Woche 2008 inChemnitzKISS•6 KISS-Info - Zeitschri für Selbsthilfe 2. Halbjahr 2009KISS•7


TitelthemaTitelthemaAnsprechpartnerin:Iris Tetzel-Machute,Leiterin der „Lila Villa“Kaßbergstraße 2209112 Chemnitz,Tel. 0371/ 02678e-Mail:lilavilla@onlinehome.deTreffpunkt:jeden 2. Freitag imMonat, 19 Uhr im Frauenzentrum„Lila Villa“Auch RussischsprechendeSehbehindertehelfen sich selbstKontakt:Verein Soziale Rehabilitierungfür Ausländer e.V.Lija EydelmanZöllnerstr. 2409111 ChemnitzTel.: 0371/4504461www.sehbehinderte-auslaender-chemnitz.dee-Mail:info@sehbehinderteauslaender-chemnitz.deanstaltungen, die auch für Außenstehende von Nutzensind. Damit leisten wir einen Beitrag zum Abbau vonVorbehalten gegenüber anderen Kulturen. So nehmenwir Einfluss auf die Entwicklung einer Gesellschaohne Grenzen und Ausgrenzung.Wir beteiligen uns engagiert an den InterkulturellenWochen der Stadt Chemnitz und an Veranstaltungendes Frauenzentrums der „Lila Villa“. Engen Kontakthaben wir auch zum Verband binationaler Familienund Partnerschaen mit Hauptsitz in Frankfurt/M undder hiesigen Regionalstelle, die sehr um die stärkereBerücksichtigung der interkulturellen Lebenswelten inder Sozial- und Bildungspolitik bemüht ist.Wir betrachten unsere Arbeit als einen Baustein aufdem Weg zur friedlichen Globalisierung und stehen mitunseren Erfahrungen den Gremien und Institutionenwie Einzelpersonen gern beratend zur Seite.(Iris Tetzel-Machute, red. gekürzt)Wir sind sehbehinderte Migranten aus verschiedenenRegionen der früheren Sowjetunion, die inChemnitz eine neue Heimat fanden. Die Integration ineine neue Lebenswelt ist ein schwieriger und langwierigerProzess, besonders schwer aber für Ältere und Menschenmit Gebrechen, darunter Sehbehinderte. Um geradeihnen zu helfen, sich in dem neuen Lebenzurechtzufinden, wurde 2003 die Selbsthilfegruppe„Sehbehinderte mit Russisch als Muersprache“ inChemnitz gegründet. Dieser Gruppe gehören zurzeit 24Mitglieder im Alter von 34 bis 82 Jahren an.Im Mielpunkt unserer Arbeit steht das Erlernen derdeutschen Sprache. Zu diesem Zweck begannen wir bereits2004 mit einem Sprachkurs, der einer auf Sehbehinderteabgestimmten Methode folgt. Dabei spielendas ständige Nachsprechen und Hören deutscher Wörterund Phrasen eine besondere Rolle.In kultureller Hinsicht ist vor allem die von uns geschaffeneöffentliche Bibliothek mit 600 russischsprachigenTiteln zu nennen. Die vorrangige Aufgabe der Bibliothekbesteht darin, den blinden und sehschwachenMenschen zu helfen, Neues zu begreifen, ihren Hori-zont zu erweitern und sie beim Knüpfen von Kontaktenzu unterstützen. Anlässlich des 3-jährigen Bestehensunserer Selbsthilfegruppe inszenierten und spielten wirin deutscher Sprache ein Theaterstück nach Motivenvon Anton Tschechow. Außerdem gab es ein Konzertunter Teilnahme von Fanny Bui. Im Juni 2007 begannder Klub „Ich will alles wissen“ seine Arbeit. Er will dieRussisch sprechenden Zuwanderer u. a. mit dem Lebenberühmter Menschen und mit wissenschalichen Fragestellungenbekannt machen.Im April 2009 drehten wir einen kleinen Videofilmmit persönlichen Erinnerungen eines unserer Mitgliederan den II. Weltkrieg. Jetzt arbeitet unsere Gruppe aneinem Film mit dem Titel „Uns gibt es 6 Jahre“, in demwir über die Gründung unserer Gruppe, unsere Erfolgeund Zukunspläne berichten wollen.Neben der SHG „Sehbehinderte mit Russisch alsMuersprache“ gibt es seit 2006 eine Gruppe für sehbehinderteArbeitslose, die heute 40 Mitglieder zählt. DieMitglieder erhalten Hilfe bei der Erstellung verschiedenerUnterlagen im Zusammenhang mit Arbeitssucheund Ausbildung. Wer dabei helfen kann, ist zur Mitarbeitebenfalls eingeladen. 2007 legten wir darüber hinausunter dem Titel „Von der Idee zur Realisierung“ einProgramm für ehrenamtliche Tätigkeit Russisch sprechenderMigranten auf. Es zielt auf Verbesserung ihrerpsychischen Befindlichkeit und gibt den Beteiligten dieMöglichkeit, ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in derPraxis anzuwenden.Die Mitglieder beider Gruppen nehmen aktiv teil anSeminaren zu rechtlichen, sozialen, medizinischen undanderen Themen. Als Referenten konnten wir Fachleutegewinnen. Die Arbeit auf diesem Gebiet wird in dankenswerterWeise von der Vereinigung „Glücksspirale“unterstützt.Kontakte zu deutschen Organisationen wie „WeißerStock“, KISS, „Wir aus Sachsen“ und Rund- Tische helfenuns bei der ständigen Verbesserung unserer Arbeit.(Lija Eydelman)MigrantInnengruppen-Verein der Angolaner e.V.-SHG der Brasilianer inChemnitz-„El Iraker Treff/Multakae.V.“-SHG Jüdische Frauen-Vereinigung derMosambiquaner-Verein „Hoffnung-Nadeshda“ e.V.-Vereinig. d. Vietnamesen-Amistad – Freunde derspanischen Sprache-Türkischer Kulturverein-SHG Aussiedlerinnen-SHG „ChemnitzerArbeitslose mit russischerMuersprache“-SHG „ Sehbehinderte mitrussischer Sprache“-SHG „Russischsprechende Zuwanderermit Hautkrankheiten“-SHG „Schlafstörungenbei älteren Menschen mitrussischer Muersprache“-Binationale Familien undinterkulturell interessierteMenschen-SHG „Frauen ausbinationalen Familien“-Afrikanische GemeinschaChemnitz e.V.-Amizade e.V.- Freundeder Kultur portugiesischsprachigerLänder-Nigerianischer Verein-Verein der FreundePalästinas-Vereinigung derKongolesen in Chemnitze.V. „Lisa Lisi“KISS•8 KISS-Info - Zeitschri für Selbsthilfe 2. Halbjahr 2009KISS•9


TitelthemaEndeckungeigener Stärkenim Verein„Esparanca e.V.Chemnitz”Fotos KISS:Verein „Esperanca e.V.Chemnitz“„Unser deutsch–mosambikanischer Verein„Esparanca e.V. Chemnitz”befindet sich aufdem Sonnenberg in derJakobstraße 39 b. Hiersoll ein Treffpunkt derKulturen und Generationenentstehen, mitdem die interkulturelleOffenheit und Begegnungzwischen Migrantenund Deutschen gefördertund Berührungsängsteabgebaut werden”, so dieVision der VereinschefinSteffi Alberto.Viele unserer Mitglieder und Gäste, Familien und Alleinstehendeunterschiedlicher Herkun leben aufdem Sonnenberg und nutzen unsere Einrichtung alsBegegnungsstäe. Mit unterschiedlichen Projektenmöchten wir positiv im Sinne der Gemeinscha unddes Integrationskonzepts wirken und damit zur Entschärfungder Grundsituation auf dem Sonnenberg beitragen.Beim Männer-Treff wird auch die Politik desHeimatlandes diskutiert undso ein Stück Verbindung zuMosambik (wieder) hergestellt.Für die deutschen Frauen undafrodeutschen Kinder der mosambikanischenMänner gibtes ansonsten wenige Möglichkeitensich auszutauschen,ohne nicht sofort als „Exoten“wahrgenommen zu werden –daher ist der Verein Esperanςaauch ein Schutzraum, in dem Themen wie Diskriminierungund Empowerment diskutiert werden können.Auch die deutsch-mosambikanischen Jugendlichenmöchten wir bewusst in die Arbeit mit einbeziehen. Beiuns können sie (auch einmal) unter sich sein und inKontakt mit dem mosambikanischen Teil ihrer Herkunskulturtreten. Wichtige Projekte sind Computer-Kurse und Bewerbungstrainings für arbeitslose Migranten,besonders für Mosambikaner. Hierzu sindPC-Arbeitsplätze mit fachlicher Betreuung geplant, umHilfe suchende Personen im Umgang mit Ämtern undInstitutionen zu unterstützen. Hierfür wünschen wiruns Kooperation mit anderen sozialen Trägern bzw.dem Arbeitsamt.Für alle Chemnitzer Bürger möchten wir uns als „Informations-und Begegnungszentrum”, auch mit einer“Bürgerbibliothek”, zu Themen des südlichen Afrikaspositionieren. Kinder unseres Vereins und der Stadt sollensich hier zusammenfinden, wo sie Kinderlieder,Tänze und Gedichte lernen und in Gemeinscha übenkönnen. Für all unsere Projekte möchten wir auch Kontaktezu anderen lokalen Akteuren herstellen.(Steffi Alberto, red. gekürzt)Jeden 1. Freitag im Monat treffen sich 15 bis 18 Frauender SHG „Aussiedlerinnen” in der Begegnungsstäe„EVA”. Die Gruppe wurde im April 1995 auf Initiativevon Valentina Förster, Sprecherin der Gruppe, und mitHilfe der KISS gegründet. Ziel war und ist es, den Aussiedlerinnen,die zu ihren Wurzeln zurückgekehrt sind,das Einleben in der neuen Heimat zu erleichtern. Dasbedeutet vor allem, eine fruchtbare Begegnung zur einheimischenBevölkerung aufzubauen und damit Ängsten,Unsicherheiten und der sozialen Isolierung entgegenzuwirken.Milerweile sind die Frauen so selbständig,dass sie in eigener Regie für die SHG arbeiten. Sie fühlensich in der SHG geborgen. Frau Becker meint: „Hier könnenwir frei und ohne Scham über alle Probleme des täglichenLebens sprechen, was uns bewegt und was unsauf dem Herzen liegt. O haben wir es mit Vorurteilenzu tun und das macht uns traurig. Doch es gibt auchschöne Momente, z.B. wenn wir anderen Aussiedlerinnenunsere Erfahrungen weitergeben können und siedann davon profitieren.” Die Aussiedlerinnen möchtenauch ihre neue Heimat noch besser kennen lernen, dasbetri nicht nur die geografischen Orte, sondern auchdie Literatur und die Kunst. Die Palee der Veranstaltungen,die in der Begegnungsstäe angeboten werden, istgroß. So kann man Fachvorträge, Sprachkurse, Wanderungen,Seminare, kreative Kurse u.v.m. besuchen. Wichtigfür die Frauen ist auch, dass sie gemeinsame Veranstaltungenin anderen Einrichtungen der Stadt besuchen.Dabei lernen sie die verschiedenen Aufgaben und Betätigungsfelderder Begegnungsstäen kennen. Durch dasMiteinander finden die Frauen Halt und Hilfe und könnensomit für sich und ihre Familien viele schwierigeAufgaben des täglichen Lebens bewältigen. (C. Roscher)TitelthemaDie Selbsthilfegruppeist fürAussiedlerinnenein Stück HeimatgewordenFotos C. Roscher:Frauen der SHG„Aussiedlerinnen“Kontakt:Frauen- und Familienbegegnungsstäe„EVA”Straße Usti nad Labem 3709119 ChemnitzAnsprechpartnerin:Frau Valentina FörsterTelefon: 0371/213930KISS•10 KISS-Info - Zeitschri für Selbsthilfe 2. Halbjahr 2009KISS•11


Selbsthilfe liveliveSelbsthilfebei LupusErythematodesTreffen:jeden 1. Montag imMonat, GesundheitsamtChemnitz Raum 434Zeit: 15.30-17.30 UhrTeilnahme ohneVoranmeldung möglichAnsprechpartnerinIrene Herz (Regionalleiterin),Tel.: 0371/ 3342231e-Mail: chemnitz@lupusrheumanet.orgBundesweiteGeschässtelleLupus ErythematodesSelbsthilfegemeinscha e.V.Döppersberg 2042103 WuppertalTel.: 0202 / 496 87 97Fax: 0202 / 496 87 98e-Mail:lupus@rheumanet.orgWir sind Mitglied der bundesweiten Lupus erythematodesSelbsthilfegemeinscha e.V., die sich mitden Erkrankten und dem Krankheitsbild des Lupuserythematodes befasst. Es handelt es sich um eine Erkrankungdes Immunsystems, das sich gegen den eigenenKörper richtet. Entzündlich erkranken können insbesonderedie Haut, innere Organe, das Muskel- undNervensystem, Gelenke sowie Gefäße. Darüber hinauskann es zu Veränderungen des Bluteskommen.Ziel unseres Vereins ist die Hilfe zurSelbsthilfe von Menschen, die an LEoder ähnlichen Erkrankungen leiden. Wirversenden aller 3 Monate unsere vereinseigeneZeitschri „Schmeerling“ analle Mitglieder der Selbsthilfegemeinschasowie an Förderer und mitarbeitende Ärzte.Fachärzte aus dem gesamten Bundesgebiet fördern dieArbeit der Selbsthilfegemeinscha. In Zusammenarbeitmit der Deutschen Gesellscha für Rheumatologie wurdeeine Patientenschulung für Lupus Erythematodesauf wissenschalicher Grundlage entwickelt. Regelmäßigfinden im gesamten Bundesgebiet Vorträge sta. Beidiesen Veranstaltungen halten ÄrztInnen sowie andereFachleute Referate über die verschiedenen Aspekte desLupus Erythematodes, die nicht heilbar ist. Darüber hinausveranstalten wir bundesweit Workshops, Seminareund Fortbildungen sowie Patientenschulungen. Leidersterben auch heute noch Menschen an Lupus, auchnicht selten auf Grund zu spät erkannter Symptome,die an eine Virusinfektion erinnern. Besonders derÜbergriff auf die inneren Organe stellt eine große Gefahrbei Lupus dar. Er kann einen Schlaganfall auslösenoder die Nieren so schädigen, dass der Patient dialysepflichtigwird.Wir initiieren, fördern und beteiligen uns an umfassendenStudien zur Erforschung des Lupus erythematodesund aller anderen Fragen rund um den LE. Im März2000 wurde von uns erstmalig ein Förderpreis für dieLupusforschung vergeben. (Irene Herz)Der morgendliche Gang zum Bäcker, Straßenbahnfahren oder Smalltalk mit einem Bekannten– alltägliche Situationen, die in einem Menschen mitsozialer Phobie große Ängste auslösen können. Esist die Angst vor Beobachtung und Bewertung; vorden Blicken und Urteilen der Anderen, die für dieBetroffenen zum Ausschluss aus bestimmten sozialenGruppen und Begebenheiten oder gar zur totalenVereinsamung führen kann. Dabei äußert sich diesoziale Phobie o in sehr verschiedenen Formen – vonstarker Schüchternheit in konkreten Situationen bis zuAngst- und Panikaacken bereits beim Verlassen derWohnung.Unsere Selbsthilfegruppe Soziale Phobie – bestehendseit dem Frühjahr 2009 – ist daher ein Anlaufpunktfür alle Betroffenen zum Meinungsaustausch, Schulensozialer Kompetenzen und geselligem Beisammensein.Gerade für Phobiker, die sich bereits in einerambulanten Therapie befinden, kann unsere SHGeine gute Ergänzung sein, um Therapiefortschrie mitanderen Betroffenen zu diskutieren und weiter an undmit seinen Ängsten zu arbeiten. Willkommen sind abernatürlich alle, die sich durch diesen Text angesprochenfühlen und ihre Ängste überwinden möchten.(Vincent Bonnofsky)Wir sind eine Gruppe junger und jung gebliebenerFrauen, die ihre Erfahrungen mit Krebs machenmussten und sich zum Ziel setzen, durch Aulärungund Information Frauen aller Altersstufen aufzufordern,für ihren Körper und ihre Gesundheit die Verantwortungzu übernehmen. Wir wollen, auch durch öffentlichkeitswirksameAktionen, das Bewusstsein füreine Krebserkrankung fördern. Durch Verdrängen diesesThemas sinkt das Risiko an Krebs zu erkrankennicht. Leider ist diese Erkenntnis noch nicht im Bewusstseinaller Frauen angelangt.Hilfe bei den genannten Krebserkrankungen findetman durch ein kompetentes Ärzteteam, durch Betroffenemit ihrem Wissen sowie durch die Selbsterfahrung.(Steffi Krönert)SelbsthilfeSelbsthilfe liveSoziale Phobie –Die Angst vorMenschenTreffpunkt:Jeden 2. + 4. Freitag imMonat um 18 Uhr in derKISS ChemnitzKontakt:Vincent BonnofskyTel.: 0371 / 2834076Vincent_Deluxe@yahoo.dewww.sozphobie.deFrauenKontra KrebsWenn DU betroffen bist,dann komm einfachvorbei, auch wenn Dunur zuhören willst.Wir treffen uns jedenletzten Donnerstag imMonat ab 18.00 Uhr inder medizinischen Berufsfachschulefür Gesundheits-und Krankenpflegedes DRK KrankenhausesChemnitz / Rabenstein.KISS•12 KISS-Info - Zeitschri für Selbsthilfe 2. Halbjahr 2009KISS•13


Selbsthilfe liveliveNeue SelbsthilfegruppenimAufbauBinge Eating/EsssuchtSelbstverletzendesVerhaltenSHG hochbegabtesVorschulkindEinladungInformation/Anmeldung:Henning RichterTel. (0371) 2392-4444Mobil: 0178 82 13 561wandlunges geht weiter ...(Anais Nin)Menschen, die an öers wiederholenden undunkontrollierbaren Essaacken ohne anschließendesErbrechen leiden, sind von der noch nicht sehrbekannten Krankheit „Binge Eating Disorder“ betroffen.Interessierte können sich zum Auau einer Selbsthilfegruppein der KISS melden. Ziel der Gruppe soll es sein,sich gegenseitig zu stärken und auszutauschen.Eine neue Selbsthilfegruppe mit dem Thema „selbstverletzendesVerhalten“ soll ins Leben gerufen werden.Ziel der Gruppe ist es, sich über Erfahrungen imUmgang mit der Erkrankung, insbesondere mit Therapiemöglichkeiten,auszutauschen.Sie haben ein entwicklungsschnelles/hochbegabtesKind im Vorschulalter und suchen den Erfahrungsaustauschzu Problemen im Alltag, der Kindertagesstätteoder dem bevorstehenden Schulbesuch. Ab Septemberwollen wir einmal monatlich ein Elterncafe anbieten.Die Kinder werden in dieser Zeit betreut. Interessiertebie in der KISS melden.zur Gründungsveranstaltung einer Selbsthilfegruppefür körperbehinderte Menschen zwischen 40 und 60Jahren am Samstag, 03. Oktober 2009 von 14.00 - 17.00Uhr im „Club Heinrich“, Heinrich-Schütz-Straße 90,09130 Chemnitzund es kam der tag,da das risiko, in der knospezu verharren, schmerzlicherwurde als das risiko zu blühen....auch wenn es manchmal nicht so scheint.Das leben findet immer einen weg und blühtPlötzlich da wieder auf, wo man es amWenigsten erwartet.Gemeinsam mit dem Aphasiker-Zentrum Südwestsachsene.V. führte die KISS im Juni ein Seminar mitdem Thema „Neuer Schwung für Selbsthilfegruppen“durch. Reinhold Richter aus Bayreuth, ein Krankenpfleger,welcher vor einigen Jahren ein Schädel-Hirn-Trauma(SHT) erlien hae, leitete das Seminar. Als Aphasiker(Aphasie = erworbene Sprachstörung infolge einesSchlaganfalls, SHT usw.) engagiert er sich in der Selbsthilfebewegung.Die Mitglieder der SHG äußerten sich zuerst zur Situationin ihren Gruppen, wobei auch Probleme dargelegtwurden. Vor allem wurde ein Konsumverhaltenbeklagt; ein oder zwei Mitglieder – meist der Kopf derSHG – alles machen und der Rest zeigt eher wenigEinsatz. Eine Darstellung der bisherigen Aktivitätenwie Tagesfahrten, Feiern, Vorträge, Urlaube sollteanstecken und als Anregung dienen.Reinhold Richter führte anhand seiner PowerpointPräsentation durch das Thema und ging auf Rahmenbedingungenfür die Treffen ein, zeigte Möglichkeiten,ein Schrumpfen der Mitgliederzahl zu vermeiden undneue Mitglieder zu gewinnen, die Aufgabenverteilungin den SHG zu verbessern, Konfliktsituationen zulösen.Die Teilnehmer erhielten ein Handout und äußertensich durchweg positiv. Sie wollen mit den Anregungenfür neuen Schwung in ihren Gruppen sorgen.(Sylke Wohlrab, Aphasiker-Zentrum Südwestsachsen e.V)SelbsthilfeSelbsthilfe liveSeminar sorgtefür neuenSchwung in derSelbsthilfeAphasiker-ZentrumSüdwestsachen e.V.:Nachsorgeeinrichtung fürMenschen mit erworbenenHirnschädigungen,baut seit April 2009 eine„Erste Mobile Akademievon und für Menschenmit Behinderung imFreistaat Sachsen“ auf, inder Betroffene im Rahmenvon Workshops, Seminarenund Vorträgen dieReferentenrolleübernehmen.Foto Sylke Wohlrab:Seminar „Neuer Schwungfür Selbsthilfegruppen“in der KISSKISS•14 KISS-Info - Zeitschri für Selbsthilfe 2. Halbjahr 2009KISS•15


Selbsthilfe liveSelbsthilfe liveIm Rolli mobilmit Busund BahnFoto S. Stegner:Treffen zwischen CVAGund Mobi im BetriebsbahnhofAdelsbergIm Frühjahr trafen sich RollifahreInnen mit Mitarbeiternder CVAG und der Mobilen Behindertenhilfe imBetriebshof Adelsberg, um Straßenbahn und Bus aufihre Barrierefreiheit testen. Einer kurzen Einführungdurch Frau Förster von der CVAG folgte der Praxistest.Straßenbahn: Die Bahnsteinkanten sind standardisiert,ein fast ebenerdiges Befahren ist möglich. Allerdingsist zwischen Kante und Bahn ein ca. 7 cm breiterSchlitz, so dass Handrolli-Fahrer besonders auf die Stellungder kleinen Räder achten müssen. Vorrangig sollteder erste Wagen benutzt werden. Es ist Platz für zweiFalt- oder einen E-Rolli. In den Niederflurbahnen gibtes keinen Sonderknopf für Rollifahrer. Deshalb ist manauf die Hilfe anderer Fahrgäste angewiesen, wenn manaussteigen möchte. Die alten Tatra-Bahnen sind selbstständigwegen der Stufen nicht nutzbar.Bus: Man muss die Tür vor der„Ziehharmonika“ nutzen. DerBusfahrer legt dort eine im Bodenbefindliche Plae um, die alsRampe dient. Rollinutzer ohneKopfstütze sollen sich rückwärtsan die hohe gepolsterte Plae stellen,damit bei einer Notbremsungder Kopf geschützt ist. Der nebender Tür befindliche Knopf signalisiertdem Busfahrer, wenn derAusstieg gewünscht wird.Beide Verkehrsmiel: Sind dieStellplätze schon belegt, heißt esWarten auf die nächste Bahn,denn es besteht kein Rechtsanspruch auf vorrangigeMitnahme! Unbedingt sollte man die Bremsen feststellen,sich an einer Haltestange festhalten und einen Haltegurtanlegen.Fazit: Zumindest bei der ersten Fahrt ist ein Begleitersehr hilfreich, denn es kostet ein wenig Mut undÜberwindung, ganz alleine diese Verkehrsmiel zunutzen. Absolute Barrierefreiheit besteht nicht, doch dieMitarbeiter versicherten jegliche Hilfestellung. Undauch hier gilt: Gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnishaben oberste Priorität. (Silvia Stegner)KISS•16KISS-Info - Zeitschri für Selbsthilfe

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