Wohnen für ein langes Leben - Haufe.de

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Mat.-Nr. D6504-513412201265. Jahrgang C 3188NEUER WOHNRAUM DURCH ERWEITERUNGGroßsiedlungder 1960er Jahre8NEUBAU + SANIERUNGSeniorenwohnhäuser als Elementder Quartiersentwicklung24ENERGIE + TECHNIKTechnikunterstütztesWohnen im Alter38MARKT + MANAGEMENTSEPA-Umstellung:Der Countdown läuft82


Ulrike SilberbergChefredakteurinEDITORIALWohnen für einlanges LebenDer demografische Wandel beinhaltet viele Facetten, die direkteAuswirkungen auf die Wohnungswirtschaft haben. Wir werdenälter: So hat ein heute geborenes Mädchen zum Beispiel bereitseine Lebenserwartung von fast 83 Jahren. Und wir bleibenlänger jung: Wer und was als „alt” gilt, verschiebt sich - unddie Lebensstile der jüngeren und älteren Alten verändern sich.Diese Pluralisierung macht uns individueller und umschreibt dieSinglehaushalte der Zukunft, die nicht mehr bei den Studenten zufinden sein werden.Daher wächst der Bedarf an neuen seniorengerechten Wohnformen,die aber bitte nicht so heißen sollen. Auch betreuteWohnprojekte für ältere Menschen spielen eine wichtige Rolle,sind aber nicht immer von den Bewohnern finanzierbar. Wirrasseln in einen Pflegepersonalmangel und wollen doch länger inunseren Wohnungen bleiben. Wir haben eine Pflegeversicherung,die diese Anforderungen in Zukunft nicht finanzieren kann.Und nun?Eine Lösung liegt in den sog. AAL Systemen (Ambient AssistedLiving), mit denen wir uns ab Seite 34 in unserem Thema desMonats befassen. Übersetzt auf Deutsch kann man von assistierendenUmgebungen sprechen - oder von „AltersgerechtenAssistenzsystemen für ein gesundes und unabhängiges Leben“.Die Idee: in der Wohnung sollen technische Systeme, Konzepteund Produkte einen – gewünschten – Teil der Alltagstätigkeitenerleichtern oder übernehmen.Dies entspricht auch dem politisch gewollten Ansatz „ambulantvor stationär“. Doch welche Technik wird von den Mietern akzeptiert?Welche Technik ist ausgereift, also stabil einsetzbar undwelche Technik ist für den Nutzer/Mieter bezahlbar?Darauf gehen wir u. a. in dem Artikel der Joseph-Stiftung Bambergein, die die Steuerung des EU-Projektes „i-stay@home“übernommen hat. Als nächstes Etappenziel ist geplant, bis Januar2013 auf einer internationalen Konferenz in London alle Ergebnisseeiner Mieterbefragung zu präsentieren, um daraus einenKriterienkatalog zu entwickeln (Seite 52).SEPA – Single Euro Payments AreaZum 1. Februar 2014 wird Europa zahlungstechnisch engerzusammenrücken. Dann wird es in den 27 Ländern der EU sowieder Schweiz, Monaco, Liechtenstein, Norwegen und Island keineUnterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitendenZahlungen mehr geben. Was das für die Wohnungswirtschaftbedeutet und welche Schritte unternommen werden müssen, umdie beschlossenen Rahmenbedingungen des vereinheitlichtenZahlungsverkehrsverfahrens und -formates für Lastschrift undÜberweisung umzusetzen, lesen Sie ab Seite 80.Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe und des SonderheftesHolz.HerzlichstIhreUlrike SilberbergChefredakteurin DW Die WohnungswirtschaftKautionsmanagement für Fortgeschrittene.Nutzen Sie die sichere und systemneutrale Kombination aus ElectronicBanking und Kautionsverwaltung, speziell auf Ihre Abläufe zugeschnitten.Die Plug &Play-Lösung bietet vom ersten Moment an alle wichtigenOptionen des modernen Kautionenmanagements. Vollelektronisch undausgereift ergänzt die Profi-Anwendung des Spezialisten für wohnungswirtschaftlicheBankdienstleistungen Ihre Bestandssysteme perfekt.www.aareal-account-kautionen.com


TITEL STÄDTEBAU UND STADTENTWICKLUNG NEUBAU UND SANIERUNG8 820STÄDTEBAUUND STADTENTWICKLUNG4 Meldungen8 Neuer Wohnraum für neue BewohnerErweiterung der Großsiedlung„Gartenstadt Orschel-Hagen“NEUBAU UND SANIERUNG14 Meldungen20 Universal Design: Weniger ist oft mehrPragmatische Lösungen für die altersgerechteAnpassung im BestandQuelle: VSWGQuelle: GWG ReutlingenQuelle: www.ralph-koch-photos.comQuelle: GEWOBAG, Foto: Tina MerkauGroßsiedlung der 1960 JahreDiese Originalaufnahme aus den 1960er Jahrenzeigt die Gartenstadt Orschel-Hagen amFuße der Schwäbischen Alb.Raum für weitere BewohnerIn Reutlingen entstanden vor gut 50 Jahren7.000 neue Wohnungen - und diese Großwohnsiedlungmuss heute erweitert werden.Universal Design: Weniger ist oft mehrBeispiel eines Wohnhauses der GEWOBAG Berlin,das mit kleinen Eingriffen mehr Komfortund Sicherheit für ältere Bewohner bietet.12 | 2012THEMA DES MONATS: WOHNEN FÜR EIN LANGES LEBENIn insgesamt acht Beiträgen geben wir einenumfassenden Überblick zu den unterschiedlichenPilotprojetken, EU-Forschungsfeldern undtechnischen Möglichkeiten, die es zurzeit inDeutschland in der Anwendung/Erprobung zumThema Technik unterstütztes Wohnen für einlanges Leben gibt. Ab Seite 34.2 12 | 2012


STÄDTEBAU UND STADTENTWICKLUNGVERANSTALTUNGSHINWEIS: DIFU-DIALOGEArmut und SegregationAm 5. Dezember 2012 findet in Berlin im Rahmen der Difu-Dialogezur Zukunft der Städte 2012/2013 die Veranstaltung “Armut undSegregation. Wohin steuern unsere Städte?“ statt. Grundlage ist dabeieine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik in 19 deutschenGroßstädten, die zeigt, dass die sozialräumliche Spaltung derStädte zunimmt. Anhand von Indikatoren wie der Kinderarmut lässtsich feststellen, dass Armut sich zunehmend in einzelnen Stadtteilenkonzentriert. In der Veranstaltung werden zentrale Ergebnisse derStudie vorgestellt. Diskutiert werden soll u. a., wie man die sozialeSpaltung der Stadt „misst”, ob Städte der räumlichen Konzentrationsozialer Benachteiligung entgegenwirken können und welche Mittelund Instrumente dafür geeignet sind. Als Teil der Veranstaltung sindu. a. offene Vortrags- und Dialogreihen zu unterschiedlichen Themenschwerpunktengeplant, die sich aus einer Präsentation sowie eineroffenen Gesprächsrunde zusammensetzen.Weitere Informationen:www.difu.deKooperationWohnen und Gewerbe am EichplatzDie Jenawohnen GmbH und die OFB Projektentwicklung GmbH, einTochterunternehmen der Landesbank Hessen-Thüringen, werden imWettbewerb um die Bebauung des Eichplatzes in der Innenstadt Jenaskooperieren. Beide Unternehmen waren mit eigenen Entwürfen Teilnehmerder finalen Runde des bisherigen Investorenauswahlverfahrensum die Bebauung des Eichplatzes. Jenawohnen sieht ihre Aufgabe darin,innerstädtisch attraktive Wohnungen anzubieten, kleinteilige Handels-und Gewerbeflächen zu integrieren und mit einer ansprechendenArchitektur den Jenaer Innenstadtbereich weiter aufzuwerten. Die OFBProjektentwicklung will nicht nur den klassischen städtischen Geschosswohnungsbauals Blockrand ermöglichen, sondern auch Stadthäuser undMaisonettwohnungen anbieten, sodass ein vielfältiger Wohnungsmixfür verschiedene Altersgruppen, Lebens- und Familienformen entstehenkann. Ziel der Zusammenarbeit sei es, gemeinsam eine Verbindung ausinnerstädtischem Leben und Wohnen mit hohem Mehrwert zu schaffen.Im Rahmen des ausgezeichneten Projekts der Gewofag in München sind u. a. vierPassivhäuser entstanden.AuszeichnungStadt bauen. Stadt leben.Bei der Konferenz „Städtische Energien“ im Oktober 2012 in Berlin wurdeder Nationale Preis für integrierte Stadtentwicklung und Baukultur 2012„Stadt bauen. Stadt leben.“ verliehen. Preisträger sind u. a. Projekte derGemeindeverwaltung Bischofsheim und des Quartiermanagements derNH ProjektStadt, der Gewofag Holding GmbH und der RheinwohnungsbauGmbH Düsseldorf. Bei dem Projekt „Altes Trafohaus“ in Bischofsheim entstandein Quartierszentrum, um eine Belebung zu erreichen. Die Gewofagmodernisierte in München eine nicht mehr zeitgemäße Siedlung: Der Umbausowie der Neubau von u.a. vier Passivhäusern schufen Barrierefreiheit.Der Rheinwohnungsbau GmbH Düsseldorf gelang es in dem Projekt„Energetische Quartierserneuerung in Düsseldorf“ durch die Entwicklungdiverser Gebäudetypen auf soziale und demografische Veränderungen zureagieren.Weitere Informationen:www.stadtbauenstadtleben.deStudieStudierende zu „NachhaltigerStadt der Zukunft“ befragtQuelle: GewofagQuelle: jenawohnenDer Eichplatz vom JenaTower aus gesehen.Weitere Informationen:www.eichplatz.jena.deAnlässlich einer im Auftrag der Siemens AG vom Competence Center fürErneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der Hochschule fürAngewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) durchgeführten Studiewurden 5.300 Studierende aus allen Bundesländern befragt, wie sie sicheine nachhaltige Stadt vorstellen und was sie bereit wären, dafür zu tun.Der Generation von morgen will ist eine nachhaltige Umwelt wichtiger alsdie Finanzkrise. Sie ist für den Atomausstieg und bereit, sich persönlichfür die Energiewende einzusetzen. So lauten einige Kernaussagen derUntersuchung. Zudem gaben die Studierenden an, sich bezüglich einernachhaltigen Entwicklung ihrer Städte schlecht informiert zu fühlen.Im Anschluss an die Befragung soll im kommenden Jahr ein Netzwerkgegründet werden, dass die Studienergebnisse auswerten und regionaleNachhaltigkeitsprojekte definieren soll.Weitere Informationen:www.siemens.de4 12 | 2012


Quelle: BGLRegenwasser„Verwendenstatt verschwenden“Der Bundesverband Garten-,Landschafts- und Sportplatzbaue. V. hat den Praxisratgeber„VerantwortungsvollerUmgang mit Regenwasser- Verwenden statt verschwenden”veröffentlicht. DieFachbroschüre stellt verschiedeneMethoden der Regenwasserversickerung,durchlässige Flächenbefestigungen, wassersparendeMaßnahmen und rechtliche Aspekte eines dezentralen Regenwassermanagementsvor. Ferner enthält sie Anregungen aus der Praxis fürGrundstücksbesitzer, Architekten, Ingenieure, Stadtplaner, Bauherrenund kommunale Entscheidungsträger. Ferner stellen Landschaftsarchitektenverschiedene Möglichkeiten zur naturnahen Regenwassernutzungvor, wie z.B. Dachbegrünung. Vor dem Hintergrund der Erhebungvon getrennten Gebühren für die Entsorgung von Schmutz- und Regenwasserkönnen diese Maßnahmen deutliche Kosten einsparen.Weitere Informationen und Bestellung:www.galabau.deExperimenteller Wohnungs- und StädtebauStädtebauliche Nachverdichtungim KlimawandelAnhand des aktuellen ExWoSt-Forschungsprojekt „StädtebaulicheNachverdichtung im Klimawandel“ soll im Auftrag des Bundesinstitutsfür Bau-, Stadt- und Raumforschung untersucht werden, wiesich städtebauliche Nachverdichtung in Zeiten des Klimawandels aufdas bestehende Stadtklima auswirkt. Dabei sollen klimaentlastendeVerdichtungspotenziale bestehender Stadtstrukturen und klimarelevanteGrün- und Freiraumerfordernisse identifiziert werden. Ziel istes, aus den gesammelten Ergebnissen Handlungsempfehlungen für diekommunale Stadtplanung und die Städtebaupraxis abzuleiten. Dafürwerden derzeit Praxisprojekte städtebaulicher Nachverdichtung ausunterschiedlichen Stadtquartiertypen recherchiert und untersucht.Architekten, Kommunen, Verbände sowie Vereine der Bau- und Wohnungswirtschaft,Inge-nieure, Handwerker und Bauherren, die bereitsbei Projekten der städtebaulichen Nachver-dichtung beteiligt warenbzw. hierfür Praxisbeispiele kennen, werden gebeten diese in Formeines kurzen Hinweises (Name, Ort, Ansprechpartner) formlos schriftlichoder per E-Mail bis zum 18. Januar 2013 an das Büro Post Welters,info@post-welters.de zu Händen von Herrn Wahler weiterzuleiten.Beispiele und Informationen zu innerstädtischer Nachverdichtungbietet das Thema des Monats der DW 11/2012.Opa ist der Beste –beim Vorlesen…… aber wenn es um professionelles undeffizientes Abfallmanagement geht,sind wir die Nummer 1.Unsere Leistungen finden Sie im Internet aufder Seite www.innotec-gruppe.de oder Sierufen uns einfach an unter 0800-4 666 832.Weitere Informationen:www.exwost.deInnotec Abfallmanagement GmbHist ein Unternehmen der Innotec Gruppe


STÄDTEBAU UND STADTENTWICKLUNGQuartiersentwicklungKräutergarten als Imagefaktorund AktivierungsprojektRevitalisierungErster Entwurf für das QuartierLübecker StraßeBei einer Schulprojektwoche inLüssum hat die Gewoba AktiengesellschaftWohnen und Bauenzusammen mit der freien WaldorfschuleBremen-Nord einen öffentlichenKräutergarten im nördlichstenQuartier Bremens angelegt.Gewoba-GeschäftsbereichsleiterHans-Hermann Schrader erklärt:Der Kräutergarten in Bremen-Lüssum„Ein Kräutergarten im Wohngebietnimmt gestalt an.ist ein ökologischen Hinguckermit echtem Nutzwert.“ Bereits in der Vahr und auch in Osterholz hat dasUnternehmen einen öffentlich zugängigen Apothekergarten beziehungsweiseKräuterspiralen-Hochbeete eingerichtet. Teil des Konzeptes ist auchdie Beteiligung der Anwohner an der Pflege der Pflanzen.Quelle: GewobaWeitere Informationen:www.gewoba.deIBA-Projekte in Hamburg WilhelmsburgWeltquartier wächst,Quartiersplatz fertiggestelltQuelle: Hähnig GemmekeDie Gestaltung der zumZwecks der Revitalisierungdes StuttgarterStadtteils Hallschlag vorgeseheneNeubebauungsteht nun fest. Die StuttgarterWohnungs- undStädtebaugesellschaftmbH (SWSG) hatte fünfArchitektenbüros eingeladen,Konzepte einzureichen.Zum derzeitigenDas Siegermodell zeigt, wie eine Neubebauung desQuartiers in Stuttgart aussehen könnte.Stand der Planungen gehtdas Unternehmen von einer Investitionssumme von ca. 25 Mio.€ aus. Eswerden zirka 150 Wohnungen entstehen, 20 % davon öffentlich gefördert.Ebenso sind seniorenfreundliche, barrierearme Wohnungen vorgesehen.Der Abriss bestehender, mittlerweile unzeitgemäßer Gebäude ist 2015 geplant.Da im Hallschlag immer wieder Reste römischer Siedlungen gefundenwerden, steht das Gelände ein Jahr lang archäologischen Forschungenzur Verfügung. Die anschließende Bauzeit beträgt rund 22 Monate.Weitere Informationen:www.swsg.deQuelle: Architekten Knerer und LangEnde Oktober 2012 feierte die SAGA GWG Richtfest für 62 öffentlichgeförderte Wohnungen im Weltquartier im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel.Die Wohnungen in den drei Passivhausgebäuden sollen über eineGröße von 45 bis 88 m 2 mit einer Einteilung von zwei bis vier Zimmernverfügen. Insgesamt entstehen im Weltquartier 265 öffentlich geförderteWohnungen im Passivhausstandard. In Wilhelmsburger Bahnhofsviertelwurde im selben Monat auch eine neue Geschäftsstelle der SAGA GWGeingeweiht. Die reine Bauzeit betrug dabei vier Monate, die Gesamtkostenca. 900.000 €. Der zentral gelegene und jüngst ebenfalls erneuerte Berta-Kröger-Platz erfährt durch die neue Geschäftsstelle „eine verdiente Aufwertung,die mit Blick auf die IBA 2013 auch einen großen Mehrwert fürWilhelmsburg Mitte bedeutet“, so SAGA-GWG-Vorstand Willi Hoppenstedt.In der Veringstraße werden nun 62 öffentlich geförderte Wohnungen entstehen.Weitere Informationen:www.saga-gwg.deStädtische EnergienChancen und Herausforderungender StadtentwicklungMitte Oktober 2012 fand in Berlin die internationale Konferenz „StädtischeEnergien“ statt. Sie wurde gemeinsam mit den Partnern der NationalenStadtentwicklungspolitik, den Ländern, dem Deutschen Städtetagund dem Deutschen Städte- und Gemeindebund veranstaltet. BundesbauministerDr. Peter Ramsauer erklärte im Rahmen der Veranstaltung: „DenKommunen kommt bei der Umsetzung der Energiewende eine besondereVerantwortung zu: der schonende Umgang mit der knappen RessourceEnergie und der Aufbaueiner nachhaltigen Energiearchitekturin unserenStädten und Regionen.“Anlass für die Konferenzwar ein Rückblick auf fünfJahre Leipzig-Charta zureuropäischen Stadt, dieBlick in den Saal.2007 unter deutscherEU-Ratspräsidentschaft angenommen wurde. Ergebnis der Konferenz istdas Memorandum „Städtische Energien – Zukunftsaufgaben der Städte“,das künftige Herausforderung benennt und einen Appell zur gemeinsamenUmsetzung integrierter Stadtentwicklung enthält.Weitere Informationen:www.bmvbs.de/staedtischeEnergienQuelle: BMVBS6 12 | 2012


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STÄDTEBAU UND STADTENTWICKLUNGQuelle: GWG ReutlingenDie Gartenstadt Orschel-Hagen in den 1960er Jahren: ein Beispiel für den damaligen Städtebau mit Hochhäusern, Zeilenbauten, Reihenhäusern und Bungalows8 12 | 2012


Neuer Wohnraum für neue BewohnerErweiterung der Großsiedlung „Gartenstadt Orschel-Hagen“Am Fuße der Schwäbischen Alb besteht ein erheblicher Wohnungsbedarf. Reutlingen und die gesamteRegion boomen. Die GWG Reutlingen mbH erweitert daher eine Großsiedlung der 1960er Jahre.Sie schafft dabei aber nicht nur zusätzlich neue Wohngebäude, sondern entwickelt das städtebaulicheKonzept der Gartenstadt behutsam weiter. Insgesamt entstehen bis ca. 2017 gut 250 neue Wohneinheitenin „Orschel-Hagen Süd“.Karl-Heinz WalterVorsitzenderder GeschäftsführungGWG – WohnungsgesellschaftReutlingen mbHReutlingen zählte in der Nachkriegszeit zu denbesonders schnell wachsenden Städten in Baden-Württemberg. Wie fast überall fehlte für die neuenEinwohner geeigneter Wohnraum. So entstandenzwischen 1949 und 1967 rund 7.000 neue Wohnungen.Dies genügte jedoch bei Weitem nicht zurDeckung des längerfristigen Bedarfs. Ende der1950er Jahre wurde deutlich, dass die innerörtlichenBaulandreserven erschöpft waren, ohne dassdem unverändert vorherrschenden Wohnungsmangelabgeholfen gewesen wäre.Die Gartenstadt Orschel-Hagen entstehtIn Zusammenarbeit mit der Stadt Reutlingenentwickelte die GWG Reutlingen mbH, das kommunaleWohnungsunternehmen, im Rahmeneines städtebaulichen Wettbewerbes auf 96 haBrach- und Weideland ein neues Siedlungsgebiet– auf der „grünen Wiese“, 3 km vom Stadtzentrumentfernt.Als Gewinner aus dem eigens dafür ausgelobtenstädtebaulichen Wettbewerb ging Prof. MaxGuther von der Technischen Universität Darmstadthervor. In sieben Bauabschnitten – der erste davonim Rahmen des Demonstrativprogrammes desBundesministeriums für Wohnungsbau (einer ArtVorläufer der späteren ExWoSt-Vorhaben) – entstandnach Professor Guthers Entwurf ab 1960innerhalb eines Realisierungszeitraumes von 10Jahren die Gartenstadt Orschel-Hagen. 3.000Wohneinheiten als Mietwohnungen, Reiheneigenheime,Einfamilienhäuser bieten Wohnraum fürannähernd 10.000 Einwohner. Auch Hochhäuserwurden entsprechend den damaligen städtebaulichenVorstellungen errichtet. Auch die erstenseniorengerechten Wohnungen kamen auf denMarkt. Den Aspekten experimentellen und innovativenStädte- und Wohnungsbaus wurde einhoher Stellenwert beigemessen.Infrastrukturelle Besonderheiten sind ein zentralesFernheizwerk, das den gesamten Stadtteil mitWärme und Warmwasser versorgt, getrennte WegeundStraßennetze für Fußgänger- und Fahrverkehr,eine zentrale Antennenanlage für Rundfunk- undFernsehempfang sowie ein Dienstleistungszentrummit Läden, Praxen und weiteren Einrichtungender täglichen Daseinsvorsorge im Kernquartier desSiedlungsgebiets, dem „Dresdner Platz“.Organische StadtbaukunstMit ihrem schmetterlingsförmigen Grundriss bildetdie Gartenstadt Orschel-Hagen eine grüne Mitteaus, um die sich die Versorgungseinrichtungenund das Ladenzentrum am Dresdner Platz gruppieren.Von dort breiten sich die durchgrünten Wohngebietenach Westen und Osten aus. Die nach denPrinzipien der gegliederten, aufgelockerten unddurchgrünten Stadt angelegte Siedlung mit ihrerruhigen Parklandschaft ist der Gegenentwurf zurhoch verdichteten durchmischten Stadt des 19.Jahrhunderts. Als Faktor urbaner Qualität standnicht die städtebauliche Dichte im Vordergrund.Ruhe, Grün, Großzügigkeit und geschützte Privatsphärewaren die tragenden Elemente.Dieser Siedlungstyp ist heute in Verbindung miteiner wohntechnischen und energetischenDie Siedlung heute – rund 60 Jahren nach Ihrer Entstehung: Der hohe Freiflächenanteil, die parkähnlichenGrünanlagen und die teilweise großen Bäume verleihen ihr eine besondere Qualität.Quelle: www.ralph-koch-photos.com12 | 20129


STÄDTEBAU UND STADTENTWICKLUNGDie Großsiedlung vor den Torender Kernstadt galt in den 1960erJahren als schick. Heute bietetdie gegliederte und aufgelockerteBauweise der Siedlung noch hoheWohnqualität und das Potenzialfür eine Nachverdichtung undErgänzung.Quelle: GWG ReutlingenModernisierung durchaus zukunftsfähig, da erfür Familien mit Kindern ebenso geeignet ist wiefür ältere Menschen – vor allem, wenn es gelingt,die Chancen für eine Aufwertung des Versorgungsbereichsund einer bedarfsgerechten Abrundungdes Wohnungsangebots zu nutzen.50 Jahre danach …Von den typischen Problemen der Siedlungen ausden 1950er und 1960er Jahren ist auch Orschel-Hagen nicht völlig verschont geblieben.Wie in allen neuen Wohngebieten der damaligenZeit sind in die Neubauwohnungen zunächstjunge Familien mit Kindern eingezogen. Aus denursprünglich geplanten 8.000 waren gegen Endeder Ausbauphase im Jahr 1970 bereits 9.400 Einwohnergeworden. Heute leben hier rund 6.600Menschen, denen wesentlich mehr Wohnflächezur Verfügung steht als in den Gründerjahren derSiedlung. Parallel dazu hat sich die Altersstrukturverändert: Aus den Eltern wurden Großeltern, dieKinder sind längst weggezogen. Somit leben inder Gartenstadt heute weit mehr über 65-Jährigeals im Reutlinger Durchschnitt. Nun steht einGenerationswechsel an.Aufgrund der anhaltenden Nachfrage nach Wohnbauflächenbzw. Wohnraum in Reutlingen strebtdie Stadt Reutlingen an, in „Orschel-Hagen Süd“ein neues Wohngebiet auszuweisen, das der oberzentralenFunktion der Stadt gerecht wird. DieModernes Wohnen -damals in der Gartenstadt ...Aufgabe des Entwicklungs- und Erschließungsträgershat die Stadt auf die GWG übertragen.Diese hat zur Ideenfindung den städtebaulichenWettbewerb „Süderweiterung Orschel-Hagen“ausgelobt und durchgeführt.Tragfähiges Konzept für die ZukunftGerade im Hinblick auf den demografischen Wandelist es grundlegend für Orschel-Hagen Süd, einin die Zukunft weisendes Baugebiet zu schaffen.Quelle: GWG ReutlingenIm Zusammenhang mit der Befriedigung derörtlichen Nachfrage nach familiengerechtem,preisgünstigem und generationenübergreifendemWohnen sind die Belange Klimaschutz, Einsatz erneuerbarerEnergien, Wärmedämmung von Gebäuden(z. B. Passivhausstandard), solares Bauenund die Minimierung der Flächeninanspruchnahmeumzusetzen.Da für den Auslober die Entwicklung des Bedarfsan unterschiedlichen Wohnformen undEigentumsstrukturen nur schwer voraussehbarist, wird hier eine Mischung unterschiedlicherBautypologien erwartet und eine modulareVorgehensweise angestrebt. Der Wohnungsbestandsoll zu einem dauerhaft nachgefragtenund wirtschaftlich tragfähigen Marktsegmententwickelt werden, indem neben großzügigenund zeitgemäß ausgestatteten Mietwohnungen(Geschosswohnungsbau) auch selbstgenutztesWohneigentum (Einfamilienhäuser, Doppelhäuser,Reihenhäuser) für junge Schwellenhaushalteangeboten wird.Sowohl die bereits lange hier lebenden Menschenwie auch neue Nachfrager sind die Zielgruppen.Sie sollen in Identität stiftenden Nachbarschaftenattraktive Wohnbedingungen und eine besondereWohnatmosphäre vorfinden können. Vor allem dieChance der Siedlung für familiengerechtes undgenerationenübergreifendes Wohnen im Grünensoll offensiv vermarktet werden.Die Trabantenstädte der 1960erJahre verfügten natürlich über dieentsprechenden Infrastruktureinrichtungen– von der Kirche, überSchulen und Kindergärten bis hinzu Läden für den täglichen Bedarf.Quelle: www.ralph-koch-photos.com10 12 | 2012


Die norddeutsche Art.Wo ist die Wohnungswirtschaft zu Hause?www.q-gmbh.comChancen nutzen:Das Management der Passiva zählt zuden strategischen Erfolgsfaktoren jedesWohnungsunternehmens. Ein optimiertesDarlehens- und Sicherheiten portfoliosowie nachhaltige Hausbankbeziehungensind dabei von zentraler Bedeutung.Wir haben die passenden Dienstleistungs-und Kreditprodukte, zahlreicheReferenzen und ein Geschäftsmodell, indem die Wohnungswirtschaft auch inZukunft fest verankert ist.Interessiert? Ich bin für Sie da:Jens ZillmannLeiter Firmenkunden WohnungswirtschaftTelefon: 0391 589-1539jens.zillmann@nordlb.deKeine Frage: Gute Adressen der Branche bauen auf uns. Denn wenn es darumgeht, die Chancen eines Wohnungsportfolios zu erkennen, sie optimal zunutzen und Risiken zu vermeiden, sind wir seit über 20 Jahren der kompetente,strategische Partner. Und das für Finanzierung, Geldanlage undRisikomanagement. Darüber hinaus beraten wir Sie fundiert zu Standortanalyse,Konzeptentwicklung und Stadtumbauprozessen. Wir kennen dieAnforderungen und Trends der regionalen Wohnungsmärkte und Ihre speziellenBedürfnisse als Unternehmen der Branche – ohne Frage. Mehr unterwww.nordlb.de/wohnungswirtschaft.www.nordlb.de


STÄDTEBAU UND STADTENTWICKLUNGQuelle: www.ralph-koch-photos.comDie Qualitäten der 1960er Jahre sind auch heute noch vorhanden: großzügige Frei- und Grünflächen.Pflege und Weiterentwicklungder Reutlinger BaukulturZiel ist es außerdem, die mit dem ursprünglichenEntwurf von Max Guther verbundene Idee – vonden Bautypologien bis zur Freiraumqualität – alsarchitektonische und städtebauliche Bereicherungder Reutlinger Baukultur zu pflegen undbehutsam weiterzuentwickeln. Im Weiterbau derGartenstadt soll die geschichtliche Entwicklungder Stadt und ihrer prägenden Ensembles präsentbleiben. Orschel-Hagen spiegelt die Baukultur derNachkriegszeit in der Stadt Reutlingen wider. Daranmuss sich die Planung für die Arrondierungdes Siedlungsgebiets messen lassen. „Denn ohnePlanungskultur wird es langfristig auch keine Baukulturim Lande geben“ – so der Präsident des DAIProf. Christian Baumgart in einem unlängst veröffentlichtenStatement.Insbesondere die aus dem Wettbewerbsverfahrenhervorgegangenen drei ersten Siegerentwürfe(1. Preis: Project GmbH Planungsgesellschaft fürStädtebau, Architektur und Freianlagen, Esslingen,2. Preis: ARGE Heller-Luipold, Plochingen,3. Preis: Prof. Dr. Ing. Gerd Baldauf, Stuttgart)haben die Wettbewerbsaufgabe dahingehend interpretiert,neben den harten Fakten der Aufgabenstellungden „großen Wurf“ Max Guthers ausdem vergangenen Jahrhundert weiterzudenken.Dabei wurden die Anforderungen einer modernenStadtgesellschaft, die Individualität neben einerguten Nachbarschaft, die stadtverträglichen Mobilitätals gleichwertiges Element neben der Aufenthaltsqualitätim öffentlichen Raum konsequentund qualitätsvoll herausgearbeitet.BedarfsgerechteWohnungsmarkterweiterungAuf der Grundlage der heutigen Markterkenntnisseund den Möglichkeiten des Wettbewerbsergebnisseswird derzeit vom je hälftigen Bau vonMiet- und Eigentumswohnungen ausgegangen.Letztendlich wird die Wohnraumsituation undNachfrage in der Realisierungsphase die tatsächlicheAnzahl bestimmen. Ähnlich wie an vielenanderen Orten spiegeln sich auch am ReutlingerWohnungsmarkt die infolge des demografischenWandels reduzierten Haushaltsgrößen wider, sodasszurzeit eine deutlich gesteigerte Nachfragenach 2- bis 3-Zimmer-Wohnungen festzustellenist. Für die kommunale GWG ist jedoch ebenfallsein klarer Bedarf an familiengerechten Wohnformenerkennbar. Nach heutigen Planungen sollendaher etwa 40 % aller entstehenden Wohneinheiten4- bis 5-Zimmerwohnungen sowie ReihenundDoppelhäuser werden und den Bedarf dieserZielgruppe abdecken.Im Jahr 2013 sollen die Erschließungsarbeitenbeginnen. Die GWG ist – dank ihrer strategischenGrunderwerbspolitik der Vergangenheit – Eigentümerinsämtlicher Grundstücke im Plangebiet.Sie tritt als alleiniger Entwicklungs-, Erschließungs-und Bauträger auf und hat mit der StadtReutlingen (Träger der Planungshoheit) hierzueinen städtebaulichen Vertrag geschlossen.Stabilisierend auf den Wohnungsbestand, aufBewohnerschaft und das sozial Gefüge sowie aufdie Infrastruktur der Gartenstadt Orschel-Hagenhaben sich bereits in der Vergangenheit zahlreicheMaßnahmen der Bestandsertüchtigung, derNachverdichtung an hierfür geeigneten Randgrundstückensowie ergänzender Investitionenin Infrastruktureinrichtungen ausgewirkt – z. B.die Errichtung eines Pflegeheims in Verbindungmit barrierefreiem Wohnen. Bei den im Zuge derErweiterung zu errichtenden Infrastruktureinrichtungennimmt die Kinderbetreuung eine zentraleRolle ein, ist doch im Bestandsgebiet ein Bedarfan entsprechenden Angeboten schon heute gegeben.Ansonsten soll der aus dem Ursprungskonzept„Gartenstadt Orschel-Hagen“ entwickelte,zentral gelegene „Dresdner Platz“ infrastrukturellgestärkt und auch für die Bedarfe aus dem Erweiterungsgebietertüchtigt werden.Mit der Realisierung des Konzepts für die SüderweiterungOrschel-Hagen um rund 250Wohneinheiten erfährt das Siedlungsgebiet biszum Ende des Realisierungszeitraums im Jahr2017/2018 eine städtebauliche Aufwertung undAttraktivitätssteigerung – ganz im Sinne der LeipzigCharta zur nachhaltigen europäischen Stadt.Quelle: www.ralph-koch-photos.comQuelle: GWG ReutlingenSeit ihrer Entstehungszeit hat sich in der Gartenstadt Orschel-Hagen einiges verändert. So entstanden z. B. in den 1990er Jahrenergänzende Neubauten, wie eine Seniorenwohnanlage, zusätzlicher Geschosswohnungsbau oder Einfamilienhäuser.12 12 | 2012


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STÄDTEBAU NEUBAU UND UND SANIERUNG STADTENTWICKLUNGWohnungsbau auf ehemaligem BahngeländeFrankfurter Projekt Helenenhöfeerhält weitere 5,87 Mio. €Quelle: Ramona MrugallaDer WBG-Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Dr. UIrich Maly,bei seinem Grußwort.NürnbergRichtfest für das Projekt KUB23Die WBG Nürnberg GmbH feiert in Nürnberg Richtfest für das ProjektKUB23 im so genannten Frankenquadrat. In den Gebäuden sollen 23unterschiedlich geschnittene Eigentumswohnungen entstehen. Die Wohnungenvon 85 m 2 bis 183 m 2 verteilen sich auf vier Etagen und verfügenteilweise über große Balkone, zum Teil über Eck, Loggien, Dachterrassenoder Gartenanteile im Erdgeschoss. Einige Wohneinheiten sind über Galerienerschlossen und verfügen über barrierearme Zugänge. Ein Aufzuggeht von der Tiefgarage bis zur Etagenwohnung und zum Penthouse.Insgesamt werden vier Stadthäuser, drei Maisonetten, zwei Penthouse-Wohnungen sowie vierzehn 3- und 4-Zimmer-Wohnungen errichtet.Das Land Hessen fördert den Bau von weiteren 111 Sozialmietwohnungenim Europaviertel-Wohnquartier Helenenhöfe in Frankfurt amMain. Dafür wurde ein Förderbescheid in Höhe von 5,87 Mio. € an dieSahle Wohnen GmbH und Co. KG ausgegeben. Mit den zur Verfügunggestellten Mitteln entstehen 109 Zwei-Zimmerwohnungen mit einerGröße von 43,72 m 2 bis 66,17 m 2 sowie zwei Drei-Zimmerwohnungenmit einer Größe von je 64,72 m 2 . Die Gesamtwohnfläche wird 5.914,96m 2 betragen. Die Anfangshöchstmiete ist auf 5,50 €/m 2 Wohnflächemonatlich festgelegt. Bei der Maßnahme handelt es sich um den zweitenBauabschnitt. Bereits Anfang 2012 wurden für 257 Wohnungen rund21,5 Mio. € bewilligt. Auf dem Gelände eines ehemaligen Rangier- undGüterbahnhofs entsteht ein neuer Stadtteil mit einem Mix aus Miet- undEigentumsobjekten.Ausschnitt der Objektansicht der Helenenhöfe in Frankfurt am Main.Quelle: Sahle Baubetreuungsgesellschaft mbHWeitere Informationen:www.wbg.nuernberg.deWeitere Informationen:www.wirtschaft.hessen.deGütesiegelSicher Wohnen imFrankfurter RiederwaldBUCHTIPPBarrierefreies BauenQuelle: Volks-Bau und Sparverein Frankfurt am Main eGDer Neubau der WohnungsbaugenossenschaftVolks-Bau- undSparverein Frankfurt am Main eG(VBS) in der Rümelinstraße 16im Frankfurter Stadtteil Riederwaldwurde mit dem Gütesiegel„Sicher Wohnen in Hessen“ausgezeichnet. Das Siegel wirdDer Frankfurter Neubauvom Hessischen Innenministeriumund dem Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschafte. V. (VdW südwest) verliehen. Auf diesem Wege werden Präventionsbemühungengewürdigt, durch Quartiersgestaltung, baulich-technischeSicherungsmaßnahmen und geschicktes Sozialmanagement Kriminalitätzu verhindern und die Wohnsicherheit zu steigern.Mehr zum Thema Sicherheit finden Sie in der DW 2/2012.Weitere Informationen:www.vbs-frankfurt.deWie der Aspekt der Barrierefreiheit schon frühzeitig und sinnvoll in diePlanung einbezogen werden kann und wie damit zeitgemäße Lebensräumefür Menschen geschaffen werden können, verdeutlichen 25 in Europarealisierte Projektbeispiele. Expertenessayssowie der vollständige Abdruck der neuenDIN 18040-1 und Illustrationen ergänzendas Handbuch. Ebenso ist ein Abgleich mitder bisherigen DIN 18024-2 Teil des Werkes.Eine Unterteilung nach öffentlichen Räumen,Altenpflegeheimen, Einfamilienhäusern undöffentlichen Bauten erleichtern auch dieNutzung als Nachschlagewerk.Philipp Meuser. Barrierefreies Bauen. Handbuch und Planungshilfe.Dom Publishers. 2012. 408 S. 78,00 €. ISBN 978-3-86922-169-4Buchbestellung unter:www.immo-medienwelt.de14 12 | 2012


FassadenkunstNo stars but stripesin Berlin-LankwitzZusätzlich zu ihren Sanierungsmaßnahmen aneinem Gebäude aus den 1960er Jahren in Berlin-Lankwitz hat sich die GeWoSüd GenossenschaftlichesWohnen Berlin-Süd eG entschieden, die150 m 2 große Fassadenfläche des Wohnungsgebäudesvon der Berliner Künstlerin Sandra Langegestalten zu lassen. Anfang Oktober 2012 wurdedas Werk an die Wohnungsgenossenschaft unddie Öffentlichkeit übergeben. Neben dem optischenEffekt bieten die Acrylfarben auch Schutzvor Algen, die sich häufig an der Westfassade bildeten.Zudem wurde bei der Farbzusammenstellungdarauf geachtet, dass es beim Wechsel vonhellen und dunklen Flächen nicht zu Spannungenoder Rissen durch Aufheizen kommt.Quelle: Urban PRWeitere Informationen:www.gewosued.deIn der Bruchwitzstraße in Berlin-Lankwitz kann das Kunstwerk bewundert werden.Alles bestensgeregelt!Erleben Sie ein ganz neues Raumklimaund sparen Sie ab sofort biszu 12 % Energiekosten mit unseremDynamischen Energie ManagementDEM. Völlig unkompliziert und mitminimalem Aufwand für Neubauund zur Nachrüstung bestehenderFußbodenheizungen per UponorFunk-Einzelraumregelung.Kein manueller Abgleich erforderlichBis zu 25 % schnellere RegelbarkeitInformieren Sie sich jetzt:www.uponor.deUponor GmbHIndustriestraße 5697437 HaßfurtT +49 (0)9521 690-0F +49 (0)9521 690-105


STÄDTEBAU NEUBAU UND UND SANIERUNG STADTENTWICKLUNGQuelle: GGGQuelle: GWG MünchenDiese Gebäude in der Chemnitzer Karl-Liebknecht-Straßesollen 2013 saniert werden.Investitionsprogramm der GGG Chemnitz29,6 Mio. € für 2013Das Chemnitzer Wohnungsunternehmen GGG hat für das Jahr 2013 einInvestitionsprogramm mit einem Volumen von 29,6 Mio. € beschlossen.Damit ist u. a. die Finanzierung von Sanierungen in den Chemnitzer StadtteilenYorckgebiet und Brühl geplant. Im Yorckgebiet soll im Jahr 2013die Sanierung und Modernisierung der fünfgeschossigen WohnhäuserFürstenstraße 144a und 144b ausgeführt werden, im Fokus steht unterBerücksichtigung der Altersstruktur der Mieter vor allem die Schaffungvon barrierearmem Wohnraum. Ferner sind eine Erneuerung der Haustechnikund Fenster sowie eine Wärmedämmung der Fassade geplant. Aufdem Brühl will die GGG ihre Sanierungsarbeiten aus den Jahren 2011 und2012 im kommenden Jahr in der Unteren Aktienstraße und der Karl-Liebknecht-Straßefortsetzen. Entstehen sollen diverse Wohnungstypen fürSingles, Paare oder auch für Familien sowie einzeln anmietbare Zimmerfür Studenten und Azubis mit verschiedenen Inklusivleistungen. Neu sindspezielle behindertenfreundliche Wohnungsangebote.Weitere Informationen:www.ggg.deDie Gebäude in der Maikäfersiedlung entsprechen nach derSanierung dem Standard Effizienzhaus 70.Maikäfersiedlung141 GWG-Wohnungen fertiggestelltIm Münchner Stadtteil Berg am Laim hat die GWG Städtische WohnungsgesellschaftMünchen mbH die Aufwertungsarbeiten ihres alten Wohnungsbestandesin der Maikäfersiedlung beendet. Mit der Fertigstellungvon vier Sanierungsabschnitten entstanden 141 geförderte und freifinanzierte Wohnungen sowie 62 Tiefgaragenstellplätze. Die Bandbreiteder Wohnungstypen reicht von der Single-Wohnung bis hin zur 4-Zimmer-Familienwohnung. Alle Wohnungen sind altengerecht gestaltet und überAufzüge zu erreichen. Die Anordnung von Terrassen, Balkonen, privatenGärten und öffentlichen Freiräumen bietet Rückzugsbereiche, aber auchdie Möglichkeit zum nachbarschaftlichen Austausch. Die Nutzung vonSonnenenergie durch Kollektoren auf dem Flachdach ermöglicht Einsparungenin der Wärmezulieferung. Bestandteil der Siedlung ist außerdemeine Kinderkrippe für 36 Kinder sowie eine Gemeinschaftswohnung fürdie Arbeit eines Frauentherapiezentrums.Die Bauzeit erstreckte sich vonNovemeber 2010 bis November 2012.Weitere Informationen:www.gwg-muenchen.deEine Auswahlkommission des Landes NRW hat dem Projektden Status der „Klimaschutzsiedlung“ verliehen.Quelle: DWGMörsenbroicher CarréeMehrfamilienhausin PassivhausbauweiseDie Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft eG hat im September 2012 mitdem Bau des Projekt „Mörsenbroicher Carrée“ in Düsseldorf-Mörsenbroichbegonnen. Dort sollen 58 Wohnungen im Passiv hausstandard entstehen.Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um das größte Passivhausin Düsseldorf. U.a. eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eineErdwärmepumpe und eine Solaranlage sorgen für einen geringen heizenergieverbrauch.Im Rahmen des Projekts werden auch Seniorenwohnungenmit einem Gemeinschaftsraum sowie moderne Maisonette- und Galeriewohnungen.Die Wohnungen weisen zwei bis vier Zimmer auf. Die Bauzeitwird ca. 20 Monate betragen. Eine Auswahlkomission des Landes NRW hatdem Projekt den Status „Klimaschutzsiedlung” verliehen.Weitere Informationen:www.dwg-online.de16 12 | 2012


Zukunft Wohnen 2012Architekturpreis für „Neue Burg“Die Wolfsburger Siedlung „Neue Burg” der Neuland WohnungsgesellschaftmbH wurde mit dem von der deutschen Zement- und Betonindustrie unddem Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure ausgelobtenPreis Zukunft Wohnen 2012 ausgezeichnet.Das Projekt verdiene besondereWürdigung, da Bauherr und Architekt die vielschichtigen Problemeeiner Großsiedlung der 1960er Jahre souverän gelöst und für die Zukunfttragfähige Lösungen konsequent umgesetzt hätten, so die Jurybegründung.Mehr zu dem Projekt „Neue Burg” lesen Sie in der DW 9/2012.NachhaltigkeitAuszeichnung „Zeitzeiche(n)”Im Rahmen des Netzwerk21-Kongresses wurde die Gesobau AG mit dem„Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis Zeitzeiche(n)“ in der KategorieUnternehmen ausgezeichnet. Beworben hatte sich das Berliner Wohnungsunternehmenmit der Modernisierung von 13.000 Wohnungenim Märkischen Viertel, die warmmietenneutral durchgeführt wird, umzusätzliche Belastungen der Mieter zu vermeiden.Der Preis wird in den Kategorien Initiativen, Unternehmen, Kommunen,Jugend und Internationale Partnerschaften verliehen.Quelle: BetonBildQuelle: Thomas HeymannDie Siedlung „Neue Burg“ erhielt den Preis in der Kategorie „Wohnen im Bestand“.Weitere Informationen:www.architekturpreis-zukunft-wohnen.deIn Erfurt erhielt die Gesobau AG den Nachhaltigkeitspreis Zeitzeiche(n).Weitere Informationen:www.gesobau.deRaum für RaumEnergetisch modernisierenweber.therm InnendämmsystemeInnendämmung – die flexible Sanierungslösung für jeden Anspruchsg-weber.de/innendaemmung


STÄDTEBAU NEUBAU UND UND SANIERUNG STADTENTWICKLUNGNEUES DESWOS-HILFSPROJEKT: HÄUSERBAU FÜR FAMILIEN IN NICARAGUAAuszug aus der WellblechhütteVerlässt man die Kleinstadt Jinotepe, Nicaragua, auf der unbefestigtenStraße in Richtung Südwesten, kommt man unmittelbar an der städtischenMüllkippe vorbei, auf der Erwachsene und Kinder nach brauchbaren Dingenoder Nahrung suchen. Die Menschen sind umringt von großen schwarzenVögeln, Aasfressern, die hier nach Nahrung stöbern. Kurz darauf biegt manin einen langen Hohlweg ein, an dem sich die beiden Ortschaften RomanEsteban und La Pita als Straßendorf hintereinanderreihen. Hier leben weitgehendmittellose Familien unter ärmlichen Bedingungen.Die Einkünfte und Ernte der Kleinbauern und Tagelöhner reichen oft nichteinmal zur Ernährung der Familie. Heftige Stürme und Starkregen richtenin dieser Region immer wieder verheerende Schäden an. Ihre Hütten, einundichtes Flickwerk aus Holz und Wellblech, bieten keinen Schutz gegendie Naturgewalten. Die Bedingungen in diesen Behausungen mit feuchtenLehmböden, Ungeziefer und Schimmel und ohne Toiletten sind vor allemin der Regenzeit unhygienisch und eine große Gefahr für die Gesundheit.Sicherer Wohnraum schützt Leben80 Großfamilien will die DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für sozialesWohnungs- und Siedlungswesen e. V. in den Vororten Jinotepes beim Bauneuer Häuser unterstützen. Sie benötigen dringend sturmsichere underdbebenresistente Häuser, hygienische Toiletten, Waschmöglichkeitenund sauberes Trinkwasser.Ihr Partner vor Ort, die erfahrene Fachorganisation SofoNic, hat technischeLösungen für die erdbebengefährdete Region entwickelt. BewehrteWandfertigteile und Mikrobeton-Dachziegel geben den Häusern besondereStabilität. Ein Brennholz sparender Herd mit Rauchabzug und saubereWasserkrüge zur Filterung und Aufbewahrung des Trinkwassers verbesserndie Lebensqualität der Menschen deutlich.Selbsthilfe: die Familien packen beim Bau mit anJede Familie stellt einen Helfer für die Bauarbeiten. Dies spart Kosten unddie Arbeit am eigenen Haus vermittelt den Menschen, wie sie ihr Zuhauseinstand halten und kleinere Reparaturen selbst vornehmen können.Die Bauteile werden mit Fachkräften aus den umliegenden Dörfern produziert.So schafft die DESWOS Arbeitsplätze, zudem bleiben die Löhnein der Region. Die Familien zahlen, ihren Möglichkeiten angepasst, einenTeil der Kosten für das Baumaterial zurück. Das Geld fließt in einen Fonds,aus dem weitere Häuser für notleidende Familien finanziert werden können.„Ich war im August 2012 in Jinotepe und bin sehr beeindruckt vomgroßen Einsatz der Familien auf der Baustelle und der Qualität der erstenneuen Wohnhäuser“, erklärt der Architekt Winfried Clever, DESWOS-Projektbetreuer Afrika und Lateinamerika.SpendenaufrufWenn auch Sie den Familien helfen möchten, sich selbst zu helfen – folgendeSpendenanteile werden für das Hilfsprojekt in Nicaragua benötigt:• Baumaterial für ein Haus mit 37,6 m 2 Wohnfläche einschließlichWaschhaus: 1.300,- €,• Installation einer Kochstelle mit Rauchabzug: 25,- €,• Workshop zu Gesundheit, Umwelt, Hygiene & Alphabetisierung: 140,- €.SpendenkontoDESWOSSparkasse KölnBonnKonto 660 22 21BLZ 370 501 98Stichwort: DW, Jinotepe, NicaraguaQuelle: DESWOSFachkräfte aus den umliegenden Dörf bauen die Familienhäuser, mindestens ein Familienmitglied arbeitet mit. Beim Bau werden Wandfertigteile undMikrobeton-Dachziegel verwendet.18 12 | 2012


Geberit DuschelementAllesin derWand.Willkommen bei Geberitauf der GET Nord Hamburgvom 22. – 24.11.2012.Halle B7, Stand 540.Die Geberit Duschelemente integrieren den Ablauf bodenebener Duschen elegantin die Wand. Besonders interessant, wenn Bäder generationengerecht und langfristiggebaut oder modernisiert werden. Die Wandelemente für die Installations-die typischen Gewerkeschnittstellen sind clever gelöst. Erfahren Sie mehr über


NEUBAU UND SANIERUNGPragmatische Lösungen für die altersgerechte Anpassung im BestandUniversal Design: Weniger ist oft mehrOb nun eine „graue Wohnungsnot” bevorsteht oder nicht – in Deutschland gibt es viel zu wenigeWohnungen, die den Anforderungen älterer Menschen entsprechen. Auch wenn der Neubau wiederzunimmt, spielt die Anpassung des Bestandes die entscheidende Rolle. Ein Projekt des kommunalenWohnungsunternehmens GEWOBAG in Berlin zeigt, wie ein Wohnhaus mit kleinen Eingriffenseinen Bewohnern im Alter mehr Komfort und Sicherheit bieten kann.Eckhard FeddersenArchitektBerlinAuf den ersten Blick ist das Wohnhaus in Berlin-Mariendorf ein Zeilenbau der 1960er Jahre, wiees ihn in deutschen Städten zu tausenden gibt.Der achtgeschossige Schottenbau steht frei aufeinem baumbestandenen Grundstück. Die lückenloseReihe der Loggien gibt einen Hinweis auf seinebesondere Bestimmung: Die 88 Einzimmerwohnungenwurden bereits 1968 für ältere Menschenkonzipiert. Das Gebäude ist eines von rund 250Berliner Seniorenwohnhäusern, die vor allemMietern mit geringem Einkommen offen stehen.Entsprechend bescheiden sind die Appartementsbemessen. Auf 34 m 2 befinden sich neben einemWohnraum mit Schlafnische eine kleine Küche undein innenliegendes Bad.Altersgerechtes Wohnen anno 1968Zwar überwindet ein Fahrstuhl den Höhenunterschiedzwischen der Eingangsebene und demHochparterre, doch sonst entspricht das Hausnicht den heutigen Standards an altersgerechtesWohnen. In den sehr kleinen Bädern stehen BadeoderDuschwannen mit hohen Rändern, zwischenWohnung und Loggia birgt eine Schwelle die Gefahrzu stürzen und viele Türen sind zu schmal, umsich mit Rollator oder Rollstuhl bequem bewegenzu können.Die GEWOBAG unterhält 40 dieser Seniorenhäusermit rund 3.900 Wohnungen. Eine grundlegendeSanierung ist in den nächsten Jahren ohnehin notwendig,dabei sollen so viele Barrieren als möglichentfernt werden. Gleichzeitig sind Investitionenjedoch enge Grenzen gesetzt.Das Seniorenwohnhaus wird mehrheitlich vonMenschen mit kleinen Renten bewohnt. DieWohnungen sind nicht preisgebunden, allerdingssollen die Mieten durch die Maßnahmen kaum steigen.„Wir wollen unseren Mietern altersgerechtenund bezahlbaren Wohnraum bieten”, unterstreichtKatrin Mahdjour, Referentin für Quartiersentwicklungbei der GEWOBAG MB MieterberatungsgesellschaftmbH. „Dabei geht es nicht nur um einebauliche Anpassung, sondern auch um Hilfen imAlltag. Schon bei geringfügigen Unterstützungenist ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnungnoch lange möglich. Haben die Bewohnerhingegen keinen Ansprechpartner, so sehen sieoft den Umzug in ein Heim als einzigen Ausweg.”Werkzeugkoffer für zukünftige MaßnahmenWie können bauliche Lösungen aussehen, die denMenschen ein längeres selbstbestimmtes Wohnenermöglichen, soziale Angebote integrieren unddabei die Mieten nicht allzu stark steigen lassen?Um diese Frage zu beantworten, beteiligte sich dieGEWOBAG mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg,dem Nachbarschaftsheim Schöneberg e. V.und dem Forschungsinstitut empirica am Bundesmodellvorhaben„Altersgerecht Umbauen” (sieheauch den Beitrag auf Seite 24). Das Büro feddersenarchitektenunterstützte das Projekt in allen architektonischenFragen. Vier Seniorenhäuser im Bezirk(Lichtenrader Damm 51-57, Winterfeldtstraße 70,Ansicht des Seniorenwohnhauses Westphalweg 7Quelle: feddersenarchitekten20 12 | 2012


Der großzügige, lichte und gut ausgeleuchtete Eingangsbereich mit einer unterfahrbarenBriefkastenanlage: Der gezielte Einsatz von Licht und Farben erleichtert die Orientierungund erhöht das Sicherheitsgefühl älterer Bewohner.Bülowstraße 94 und Westphalweg 7) wurden imRahmen einer Studie untersucht (siehe auch DW3/2012, Seite 26).Im Objekt Westphalweg wurden einzelne Bereichebeispielhaft umgebaut. Neben der Sanierung einerWohnung wurde ein neuer Gemeinschaftsraum eingerichtet,Flur sowie Etagenfoyer im Erdgeschossumgestaltet. Das Projekt sollte als Vorlage für dieregulären Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmendienen, die nach und nach in den Beständender GEWOBAG durchgeführt werden sollen. „Wirmöchten unseren Mitarbeitern und Dienstleisterneine Art Werkzeugkoffer an die Hand geben, der diewichtigsten Elemente des altersgerechten Umbausenthält und bei Mieterwechseln und größeren Modernisierungenangewendet werden kann”, unterstreichtKatrin Mahdjour. Für die Umbauten wurde,wenn möglich auf die KfW-Förderung aus dem Programm„Altersgerecht Umbauen” zurückgegriffen.Auch wenn die Maßnahmen die Bedürfnisse ältererBewohner besonders im Blick hatten, sollte keinespezifische „Seniorengestaltung” entstehen,die leicht stigmatisierend wirken kann. Im Sinnedes Universal Designs wird die altersgerechte Anpassungunauffällig, ästhetisch ansprechend undmit mehr Komfort für alle umgesetzt. UniversalDesign bedeutet, die gebaute Umwelt so zu gestalten,dass sie von unterschiedlichen Menschen,gleich welchen Alters oder Fähigkeiten, ohne Hilfezu nutzen ist. Die selbstbestimmte Lebensführungsteht dabei im Vordergrund.Neuer Gemeinschaftsraum und neues FoyerBisher trafen sich die Mieter in einer provisorischhergerichteten Einzimmerwohnung. Als neuerTreffpunkt für die Hausgemeinschaft wird eineetwas größere Wohnung genutzt, die unmittelbarvom Etagenfoyer des Erdgeschosses zugänglichist. Aus dem Badezimmer wurde ein rollstuhlgerechtesWC. Die dafür notwendigen Neuinstallationenkonnten kostengünstig direkt aus demKellergeschoss durchgeführt werden. Eine neueEinbauküche und flexible Möbel bieten vielfältigeNutzungsoptionen für gemeinschaftliche Aktivitätenoder für Beratungsgespräche. Bisher hatte dasNachbarschaftsheim Schöneberg e. V. einen provisorischenGemeinschaftsraum für individuelleGespräche, wöchentliche Treffen und Beratungengenutzt. In den neuen Räumlichkeiten kann diesesAngebot weiter ausgebaut werden.Zwischen Gemeinschaftsraum und Etagenfoyerfand eine unterfahrbare Briefkastenanlage ihrenneuen Platz. Mit ihrer farblichen Zonierung erleichtertsie Menschen mit verminderter Sehfähigkeitdie Orientierung. Sie dient als alltäglicherTreffpunkt, an dem Mieter beiläufig ins Gesprächkommen können und Einblick in den Gemeinschaftraumhaben. Eine Glastür sorgt baulich wiefunktional für Transparenz und gibt den Blick vomfensterlosen Etagenfoyer in den Gemeinschaftsraumfrei.Licht und Farbe für mehr Wohnlichkeitund bessere OrientierungVor der Sanierung machte der Flur einen düsterenund anonymen Eindruck. Mit einer besseren Ausleuchtungkann jetzt in zwei Stufen eine Stärkevon 200 Lux erreicht werden. Die Wandlampenneben den Wohnungseingangstüren werdenüber Bewegungsmelder gesteuert und dienenals Grundausleuchtung. Zusätzlich können manuelldie Deckenleuchten zugeschaltet werden.Farblich unterschiedlich gefasste Paneele oberhalbund neben den Wohnungseingängen machenjedes Appartement zu einer individuellenAdresse und unterteilen den langgestrecktenFlur optisch.Durch diese Gliederungen wird die Orientierunggerade auch für Mieter mit eingeschränktem Sehvermögenerleichtert. Gleichzeitig sind die Paneeleleicht einzeln zu erneuern, wenn die Abnutzungrund um die Schalter sonst einen neuen Anstrichnotwendig gemacht hätte. Der besseren Orientierungdient auch die Zonierung im Bodenbelag. Hierkam ein robuster Nadelfilz zum Einsatz, der denSchall reduziert. Die differenzierte Beleuchtungund die farbliche Gestaltung tragen ebenfalls zueiner wohnlichen Atmosphäre bei. Auf neueMODELLVORHABEN „ALTERSGERECHT UMBAUEN“ ALS IMPULSGEBERQuelle: GEWOBAG, Foto: Tina MerkauDas KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen” unterstützt Eigentümer, Mieter, Kommunen undTräger von Einrichtungen dabei, bauliche Barrieren zu reduzieren und die Wohnverhältnisseälterer Menschen zu verbessern. Zur Begleitung des KfW-Programms beauftragte das BMVBS dasBundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Modellvorhaben zum altersgerechtenUmbau von Wohngebäuden, Wohnquartieren sowie der kommunalen und sozialen Infrastrukturdurchzuführen. 20 ausgewählte Modellvorhaben zeigen beispielhaft auf, wie baulicheAnpassungen der Wohnungsbestände umgesetzt werden können. Ziel war es, mehr Wissen zumaltersgerechten Umbau und den Finanzierungsmöglichkeiten zu vermitteln. Zwischen Frühjahr2010 und Herbst 2012 wurde u. a. ermittelt, welche Gebäude besonderen Anpassungsbedarfhaben, welche Maßnahmen in den Gebäuden unterschiedlichen Baualters notwendig und zuvertretbaren Kosten möglich sind. Auch die Förderbausteine des KfW-Programms und die technischenMindestanforderungen wurden auf ihre Anwendbarkeit in der Praxis untersucht.12 | 201221


NEUBAU UND SANIERUNGHandläufe wurde vorerst verzichtet. Falls die Mieterdiese Hilfen anhaltend vermissen, können siejederzeit nachgerüstet werden.Musterwohnung im Universal DesignGerade in der Musterwohnung galt es, pragmatischekostengünstige Lösungen zu finden, die beieinem Mieterwechsel schnell umzusetzen sind. Inerster Linie sollten Schwellen abgebaut und fürRollatoren ausreichende Bewegungsflächen inKüchen und Bädern hergestellt werden.Im Bestand gab es selbst zwischen den einzelnenZimmern kleine Schwellen, die durch eine Anhebungdes Estrichs ausgeglichen werden konnten.Da die Balkontür nicht ausgetauscht werden sollte,wurde die Schwelle durch eine Anrampung desWohnzimmerbodens gemindert. Auf dem Balkonerhöht ein Holzaufbau das Bodenniveau. In derKüche wurde der ungenutzte Schornstein und dienichttragende Wand zum Wohnzimmer entfernt.Durch diese Öffnung konnte die gewünschte Bewegungsflächevon 1,20 m im Durchmesser vorder Küchenzeile erreicht werden. Der bestehendeInstallationsschacht im Badezimmer zwischen WCund Waschbecken blieb erhalten. Nach der Neuordnungder Sanitärobjekte entsteht auch imBadezimmer eine größere Bewegungsfläche, dieallerdings knapp unter den gewünschten 1,20 mliegt. Wird statt der Badewanne eine bodengleicheDusche eingebaut, findet sogar noch eine WaschmaschinePlatz.Weniger kann auch beim altersgerechtenUmbau mehr seinBereits vor und auch während der Baumaßnahmen,die vom September 2010 bis März 2011Grundriss Foyer und Gemeinschaftsraumandauerten, wurden die Bewohner mehrmalsinformiert und einbezogen. Insbesondere ihreBefürchtung, dass sich die Miete erhöhen wird,konnte entkräftet werden. Gegenüber einer herkömmlichenInstandsetzung verursachte der altersgerechteUmbau rund 20 % Mehrkosten. Da essich um eine vergleichsweise kleine modellhafteMaßnahme handelt, ist bei einer Standardisierungmit einer Verringerung dieser Mehrkostenzu rechnen.Am Beispiel des Seniorenwohnhauses Westphalwegwird deutlich, dass auch mit geringenEingriffen die Wohnsituation älterer Bewohnerwesentlich verbessert werden kann. Pragmatismusist oberstes Gebot. Die starre Anwendungvon Normen ist im Bestand oft nur mit großenbaulichen Eingriffen durchzuführen oder garnicht möglich. Diese sind mit hohen Kosten undmittelbar mit Mietsteigerungen verbunden, dievon vielen Menschen im Rentenalter nicht mehrgetragen werden können.Selbst die technischen Mindestanforderungen desKfW-Förderprogramms Altersgerecht Umbauenwaren teilweise nicht einzuhalten, ohne denRahmen des Projektes zu sprengen. Gleichzeitigwerden entscheidende Investitionen wie bspw. inden Brandschutz, die Beleuchtung oder den Einbaubarrierearmer Küchen nicht gefördert. Da nur dieAnpassung des Bestandes den nötigen altersgerechtenWohnraum schaffen kann, ist auf Seitender Fördergeber mehr Flexibilität und Phantasiedringend notwendig.Quelle: GEWOBAG, Foto: Tina MerkauQuelle: feddersenarchitektenDurchdachte Details und gezielter Farbeinsatzakzentuieren FunktionenFarbliche Paneele oberhalb und neben den Wohnungseingängen machendie Appartements zu einer individuellen Adresse.22 12 | 2012


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NEUBAU UND SANIERUNGQuelle: empiricaNeu errichteter Gemeinschaftsraum im Seniorenwohnhaus Westphalweg.Bundesmodellvorhaben „Altersgerecht Umbauen“Seniorenwohnhäuser als Elementeiner Quartiersentwicklung für Jung und AltDie Anpassung des Wohnungsbestands ist zentrales Element einer Quartiersentwicklung für Jung und Alt.Betreuungsangebote und Maßnahmen zur Stärkung der Gemeinschaft leisten einen wichtigen Beitrag dazu,ein langes und eigenständiges Wohnen im Alter zu ermöglichen. Im Rahmen des Modellvorhabens„Altersgerecht Umbauen“ galt es daher beim Berliner Projekt, auch soziale Bausteine einer altersgerechtenQuartiersentwicklung zu identifizieren. Lesen Sie hier Erkenntnisse aus der Begleitforschung.Annamaria Schwedtempirica agBerlinDie vier Seniorenwohnhäuser des Berliner Modellprojektesbieten ganz unterschiedliche Rahmenbedingungenfür eine solche Konzepterstellung.Vom sehr zentral gelegenen und urbanen Standortin einem quirligen Umfeld bis hin zur randstädtischenLage in einer stark gealterten Nachbarschaftsind verschiedene Typen vertreten. Ebenso variiertdie Bewohnerstruktur in den Häusern je nachSozialgefüge im Umfeld der Standorte erheblich.Jedes Objekt verlangt daher individuelle Lösungen.Sie müssen sich an den Gegebenheiten vorOrt orientieren, die Bedürfnisse und Potentiale derBewohner aufgreifen und an vorhandenen Kooperationsstrukturenim Quartier anknüpfen. Trotzaller Unterschiedlichkeit konnte das Modellvorhabenverschiedene übertragbare Elemente der Bestandsentwicklungfür Jung und Alt identifizieren.Kooperationen mit TrägernTräger als Kooperationspartner sind im Hinblickauf Seniorenwohnhäuser bzw. sonstige Beständemit einem hohen Anteil älterer Bewohner wichtigePartner für die Wohnungswirtschaft. Sie können24 12 | 2012


mittels ergänzender Unterstützung (von der Beratungbis hin zu Pflegeleistungen) dazu beitragen,dass die Bewohner länger einen eigenständigenHaushalt führen können. Pro Objekt sollte nachMöglichkeit nicht mehr als ein hauptverantwortlicherTräger vor Ort anwesend sein. In Ausnahmefällenkann die Historie dazu führen, dass mehreremit unterschiedlichen Angeboten vertreten sind.Dies erfordert einen höheren Abstimmungsbedarfund kann dazu führen, dass personelle Synergieeffektenicht optimal genutzt werden.Um Synergieeffekte nutzen zu können, ist es vorteilhaft,einen Träger aus der Nachbarschaft zuwählen. Dieser hat kurze Wege (Zeit- und Kostenersparnis)und kennt die Rahmenbedingungenvor Ort (Nachbarschaft, weitere Träger alsflankierende Partner u.Ä.). Träger und Vermietersollten in einem engen Austausch stehen. Dies giltsowohl für die Konzeptionsentwicklung als auchals Bindeglied zwischen den Bewohnern und derVermieterseite, da der Träger ein wichtiger Ansprechpartnerfür die Bewohner ist.Ist ein Träger vor Ort, zeigt das Modellvorhaben,dass hierdurch wichtige weitere Impulse entstehenkönnen. Eine Aktion kann weitere Aktionennach sich ziehen. Gleichzeitig ist die Flexibilitätgewährleistet, um auf Veränderungen der Bedarfebei den Bewohnern reagieren zu können.KommunikationDie Kommunikation mit den Mietern - von Veranstaltungenbis hin zu bilateralen Rücksprachen - istentscheidend, um die Bedürfnisse und die Potenzialeder Bewohnerschaft verstehen und passgenaueAngebote entwickeln zu können.Gemeinschaft und NachbarschaftEin wichtiger Bestandteil der Konzepte für die Seniorenwohnhäuserist die Organisation von Gemeinschaft.Eine intakte und aktive Nachbarschaft kannnicht nur der Einsamkeit älterer Menschen entgegenwirkenund die Bewohner aktivieren, sondernauch dazu beitragen, dass gegenseitige Hilfen undUnterstützungen im Alltag leichter zu organisierensind. Das Modellvorhaben hat verschiedene Komponentenfür Gemeinschaft erarbeitet:• Gemeinschaft benötigt Räume: Den Kristallisationspunktder gemeinschaftlichen Aktivitätenin den Häusern bilden die Gemeinschaftsräume.Hierzu gehört eine funktionierende Ausstattunginklusive WC, Mobiliar (Tische, Stühle, Regale,abschließbare Schränke) und Küche.• Gemeinschaft benötigt Regeln: Um Nutzungskonfliktenentgegenzuwirken und einen gleichberechtigtenZugang zu den Gemeinschaftsräumenzu gewährleisten, bedarf es klarer Regeln.Sie sollten in Form einer Gemeinschaftsord-GEWOBAG-Seniorenwohnhaus in der Berliner Winterfeldstraße.nung formuliert und allen bekannt sein. In Anlehnungan die dem Mietvertrag beiliegende Ziel ist es, eine möglichst kostengünstige LösungAnsprechpartner und BetreuungHausordnung sollte es bei gemeinschaftlichen zur Unterstützung der Bewohner einzurichten, vonWohnformen zur Miete daher grundsätzliche niedrigschwelligen Angeboten (z. B. Beratung,Regeln geben, zu der sich die Mieter freiwillig Vermittlung von Hilfen) bis hin zu umfassendenverpflichten.Pflegeleistungen. Im Modellvorhaben gibt es sowohlModelle mit einem“ Kümmerer“ als festen• Gemeinschaft benötigt Organisation: Bei derNutzung von Gemeinschaftsflächen gibt es Ansprechpartner vor Ort (Finanzierung z. B. füreine Reihe organisatorischer Anforderungen, einen Betrag von monatlich 8,50 € pro Bewohner)die gelöst sein müssen. Hierzu zählen z. B. der als auch durch die Integration eines PflegedienstesZugang zum Schlüssel, die Belegungszeiten, die in ein Objekt. Bei Bedarf können ambulant betreuteWohngemeinschaften integriert werden.Reinigung oder auch die Ausstattung z. B. mitToilettenpapier.Einen weiteren Ansatz erprobt die GEWOBAG• Gemeinschaft lebt von Inhalten: Gemeinschaft derzeit in Tegel-Süd (Berlin-Reinickendorf). Sieentsteht nicht abstrakt, sondern anhand von hat dort mit einem Träger aus dem Quartier eineAnlässen. Sie benötigt gemeinsame Interessen Kooperationsvereinbarung getroffen. Dieser bieteteine Gesundheitslotsin für mindestens zehnund Tätigkeiten. Gibt es in einem Objekt bereitseinen aktiven nachbarschaftlichen Kern, Stunden wöchentlich im Quartier an. Die GEWOsokann und sollte man hieran anknüpfen. Ist BAG stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung unddas Zusammenleben bisher eher anonym, ist übernimmt die weiteren Kosten des Trägers, wiezumindest zu Beginn eine Initiative durch Dritte z. B. anteiliger Arbeitslohn, pauschal. Die Gesundheitslotsinist für ein Quartier mit insgesamt runderforderlich.• Gemeinschaft spart Kosten: Gegenseitige 1.800 Bewohnern zuständig. Benötigt jemand Hilfen,sei es im Haushalt, pflegerisch oder in anderenUnterstützung verhindert häufig, dass teureDienstleister in Anspruch genommen werden Bereichen, vermittelt sie weitere Ansprechpartnermüssen.oder ist beratend tätig.• Gemeinschaft benötigt Steuerung und Moderation:Um die o. g. Aspekte umzusetzen, bedarf wählten Mieterbeiräten ist geplant, dass in denAnalog zu den bei der GEWOBAG bereits ge-es einer Moderation des Prozesses von außen. Seniorenwohnhäusern Vertreter gewählt werden,die speziell für die Geschicke des HausesDabei sollten Leistungen von außen (z. B. Beratungen,Aktivitäten im Gemeinschaftsraum Ansprechpartner und gleichzeitig „Motor“ sind.etc.) nicht zur Konkurrenz für bereits vorhandenesEngagement werden, sondern dieses jährlichen Budget auszustatten, das sie nachEs ist vorgesehen, diese Vertreter mit einemsinnvoll ergänzen. Das Modellvorhaben identifiziertefünf Schritte, um geeignete Lösungen Garten verwenden können. Davon kann die Haus-gemeinschaftlichen Beschlüssen für Haus undzu finden: Analyse des Ist-Zustands, Strategieentwicklung,Klärung der Finanzierung, Festle-im Garten vornehmen, Feste selbst organisierengemeinschaft z. B. Spiele kaufen, Bepflanzungengen der Produktkomponenten, Nachjustierung. und Ähnliches.


STÄDTEBAU ENERGIE UND UND TECHNIK STADTENTWICKLUNGGelbes Viertel in BerlinBisher größte PV-AnlageEnde August 2012 haben die Stadt und Land Wohnbauten-GesellschaftmbH und die pv-b Photovoltaik Verwaltungs- und Betreuungs- Aktiengesellschaftmit dem Bau der größten PV-Anlage auf Berliner Wohngebäudenbegonnen. Realisiert wird das Projekt auf rund 60 Dächern des GelbenViertels im Stadtteil Hellersdorf.Die ersten Anlagen gingen nach der Fertigstellung Ende September ansNetz, die letzten sollen bis Ende 2012 angeschlossen werden. Die gesamtePV-Anlage wird künftig 1,6 GWh Strom pro Jahr produzieren. DerStrom wird zu Anfang über den lokalen Netzbetreiber in das öffentlicheStromnetz eingespeist. Im Laufe des Jahres 2013 soll eine Umstellungerfolgen, um einen Teil des Stroms in den Gebäuden selbst zu nutzen. DieMieter können den Strom so günstig beziehen.Die Anlage entsteht auf 60 Dächern in Berlin-Hellersdorf.Weitere Informationen:www.stadtundland.de und www.pv-b.comQuelle: Stadt und LandEnergiesparen ist die Energiequelle der Zukunft. Deshalb setzen wirvon Techem alles daran, den Verbrauch Ihrer Immobilien und damitIhre Kosten zu senken. Mit Produkten, die Verschwendung aufspüren,Systeme optimieren oder Sie beim Energiemanagement entlasten.www.techem.deLegionellenprüfungZu hohe Konzentration in jedersechsten TrinkwasseranlageAm 1. November 2012 jährte sich die Novellierung der Trinkwasserverordnungin Deutschland zum ersten Mal. Aktuelle Ergebnisse zeigen,dass nach wie vor Handlungsbedarf besteht. Die Auswertung von 40.000Proben im Bundesgebiet ergab, dass jede sechste Trinkwasseranlage indeutschen Gebäuden eine zu hohe Legionellenkonzentration aufweist.Insgesamt wurden die Bakterien in mehr als jeder dritten Anlage nachgewiesen.Als Grenzwert gilt der „technische Maßnahmenwert” von 100Legionellen in 100 mm Trinkwasser.RatgeberfilmHeizen, Lüften undSchimmelvermeidungWie heize und lüfte ich richtig? Wie vermeide ich Schimmel? Wodurchlässt sich Energie sparen? Diesen Fragen widmet sich der neue Ratgeberfilmder bauverein AG und gibt Mietern Tipps zum Thema richtiges Heizenund Lüften. Darüber hinaus gibt es Informationen zur Schimmelvermeidung.Damit der Film auch von Mieterinnen und Mietern verstanden wird,die weniger gut Deutsch sprechen, werden alle Informationen auch aufder Bildebene vermittelt. Trotzdem soll der Ratgeber demnächst noch umUntertitel in Türkisch und Russisch erweitert werden.Weitere Informationen:www.legionellenprüfung.deWeitere Informationen:www.bauvereinag.de26 12 | 2012


CalCon ForumWert schaffen. Werte erhalten.In München fand Ende Oktober 2012 das dritte CalCon Forum mit demLeitthema ‚Wert schaffen. Werte erhalten.’ statt. Erörtert wurde, wiedie Immobilienbranche auch in Krisenzeiten zukunftsfähig planen undhandeln kann. Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Immobilienkapital– wertbeständig auch in Krisenzeiten?“ diskutierten die Expertenu. a. inwiefern sich die Immobilienbranche die Automobilindustrie undderen Strategien zur Krisenbewältigung zum Vorbild nehmen könnte. Einweiterer Fokus lag auf dem Thema Energiewende und ihre Folgen. Dabeiwurden auch Ergebnisse einer Umfrage präsentiert, die im Vorfeld unterden Forumsbesuchern durchgeführt wurde. Danach glaubten 47 % derBefragten, dass die Tendenz Instandhaltungsmaßnahmen zu unterlassen,um keine EnEV-Verpflichtungen auszulösen, zunehmen wird.‚Wert schaffen. Werte erhalten.’ war das Motto der Veranstaltung in München.Weitere Informationen:www.calcon.deQuelle: CalConVeranstaltungshinweis: SystemlösungenDrittes InnovationsforumWohnungswirtschaftTagungshinweisWohnungswirtschaft undNachhaltigkeit: alles nur Fassade?Vom 28. bis 29. November 2012 veranstaltet das Europäische Bildungszentrumder Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (EBZ) in Bochumdas Dritte Innovationsforum Wohnungswirtschaft. Ziel ist es, in wenigerals zwei Tagen die interessantesten und wichtigsten Entwicklungen beiSystemlösungen für Modernisierung und Neubau zu zeigen. Themenblöckesind u. a. innovative Energiekonzepte, Heizsysteme, energetischeOptimierung bei Fassadensystemen und innovative Balkon- und Raumerweiterungssystemesowie zielgruppenorientierte Haustechnik sein.Weitere Informationen und Anmeldung:www.e-b-z.deAm 28. November 2012 findet in München der 13. Deutsche Fassadentagdes Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüfteteFassaden e. V. (FVHF) statt. Unter dem Motto „Wohnungswirtschaft undNachhaltigkeit, alles nur Fassade?“ geht es u. a. um „Klimaschutz undEnergiewende. Potenziale der großen Wohnsiedlungen.“ und „Energiewende:Bestandsbauten und Neubauten. Wirtschaftliche Maßnahmen beider Fassadengestaltung“. Ein Ausblick auf das Jahr 2013, die Verleihungdes Deutschen Fassadenpreises und eine Podiumsdiskussion sind geplant.Weitere Informationen:www.fvhf.de12 | 201227


STÄDTEBAU ENERGIE UND UND TECHNIK STADTENTWICKLUNGxxxxxxxxxxxxKOLUMNE TECHNIKNovellenEine Novelle ist eine Erzählung mittlerer Länge, die sich dadurchauszeichnet, dass sie in einem Zug durchzulesen sei. Als ihr Begründergilt übrigens (so sagt zumindest Wikipedia) Boccacio mit demDecameron. Wir haben hier wohl einen deutlichen Unterschied zurEnEV-Novelle.Seit Mitte Oktober ist der erwartete und hinter den Kulissen heißdiskutierte Referentenentwurf der EnEV-Novelle da. Wie heißt esso schön: Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Womitanfangen?Fangen wir mit der guten Nachricht an:Die Macher des Referentenentwurfs zeigen Realitätssinn. Die Mindestanforderungenfür Änderungen an Bestandsgebäuden wurdennicht verschärft. Außerdem wurde die Anforderung an die Innendämmunggestrichen. Die Begründung dazu ist hellsichtig: „Bei derInnendämmung kann mit einer freiwilligen Lösung möglicherweisemehr Energieeinsparung erzielt werden als durch eine Vorschrift, dievon eigentlich sinnvollen Maßnahmen abhält.”Nun zu den schlechten Nachrichten:In Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie wird der Aufwand für dieEnergieausweise erhöht, u.a. ein aufwändiges Kontrollsystem fürEnergieausweise eingeführt, das die Bundesländer umsetzen sollen.Die Modernisierungsempfehlungen werden Teil des Energieausweises,sie müssen an Mieter zur Information zusammen mit dem Ausweisbei Mietvertragsschluss ausgehändigt werden. Wie werden Mieter dieModernisierungshinweise aufnehmen? Die Wohnungsunternehmenwerden viel zu erklären haben, zumal die Energieverbrauchsausweisexxxxxxxxxxxxstatt derzeit einem zukünftig drei Energiekennwerte enthalten sollen.Welcher Mieter versteht z. B. Folgendes: Primärenergieverbrauch 24,Endenergieverbrauch pro Nutzfläche 80, Endenergieverbrauch proWohnfläche 96 kWh/(m 2 a)?Und noch eine schlechte Nachricht:Die vorgesehene Verschärfung im Neubau soll laut Entwurf zu 2,3 %Baukostenverteuerung führen. Sie trifft aber bestimmte Objekte starküberproportional und andere kaum. Und die Frage, zu wie viel höhererMiete die höheren Baukosten führen, ist überflüssig, weil die erzielbareMiete bereits jetzt oft nicht zur Refinanzierung eines Bauvorhabensreicht.Das nächste halbe Jahr wird mit dem Disput über die „richtigen”Anforderungen an das Bauen vergehen. Irgendwann Mitte 2013 wirddie neue EnEV dann wahrscheinlich vorliegen und könnte Anfang2014 in Kraft treten. In einer literarischen Novelle wird übrigens oftein Konflikt zwischen Ordnung und Chaos beschrieben.Ingrid VoglerReferentin Energie, Technik, NormungGdW, BerlinZukunftshäuserSanierung und Modernisierungin BottropIn Bottrop sanieren Vivawest, RWE Effizienz und Bayer MaterialSciencegemeinsam mit dem regionalen Energieversorger ELE ein Einfamilien-,ein Mehrfamilien- sowie ein Geschäftshaus energetisch – mitdem Ziel, diese zu Plus-Energie-Häusern umzuwandeln. Somit werdenunterschiedliche, in den 1960er Jahren gebaute Gebäudetypen durchinnovative Technologien modernisiert. Die Gebäude wurden mit Hilfeeines Wettbewerbs ermittelt, an dem mehr als 60 Eigentümer teilnahmen.Geplante Sanierungsmaßnahmen sind u.a. Dämmung der Gebäudehüllen,Kellerdecken und Dachböden, der Einbau von gedämmten Türenund Fenstern sowie Lüftungsanlagen. Der Start für die Sanierung desEinfamilienhauses erfolgt voraussichtlich im Oktober dieses Jahres. DieArbeiten am Geschäfts- und Mehrfamilienhaus beginnen Ende des Jahresbzw. im Frühjahr 2013. „Wir kommen unserem Bestreben, Bottrop autarkallein auf Basis regenerativer Energien zu versorgen, ein entscheidendesStück näher“, erklärt Burkhard Drescher, Geschäftsführer InnovationCityManagement GmbH.Gewinner des Zukunftshaus-Wettbewerbs (v.l.): Christian und Beate Kewitsch, Gewinnerin der Kategorie Einfamilienhaus, Vivawest-Geschäftsführer Ulrich Küppers,Gewinner in der Kategorier Sanierung des Mehrfamil ienhauses und Oliver Helmke,Gewinner der Kategorie Geschäftshaus.Weitere Informationen:www.icruhr.deEnergetische Modernisierung80 % weniger EnergiebedarfDie Charlottenburger Baugenossenschaft eG, die Berliner Energieagentur(BEA) und anderen Partner haben in Berlin ein Projekt zur energetischenGebäudemodernisierung abgeschlossen. Dabei wurden sieben Wohnblöckemit 146 Wohnungen so umgebaut, dass in Zukunft 80 % weniger Energiezur Beheizung und Warmwasserbereitung benötigt werden soll. Dierestliche Wärmebereitstellung erfolgt aus modernisierten Heizzentralenmit neuen Blockheizkraftwerken oder über Kraft-Wärme-Kopplung. DieDächer erhielten eine PV-Anlage. Die Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmenkonnten kostenneutral für die Mieter durchgeführt werden.Das Investitionsvolumen betrug knapp 10 Mio. €.Quelle: IC RuhrWeitere Informationen:www.charlotte-bau.de28 12 | 2012


Die Zukunft des Bauens20 Mal BAUfünf Jahrzehnte ErfolgD Messe München GmbH . info@bau-muenchen.com . Tel. +49 89 949-11308 . Fax +49 89 949-11309


STÄDTEBAU ENERGIE UND UND TECHNIK STADTENTWICKLUNGBetriebskosten aktuellHerausgegeben vom VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.Ausgabe 4 · Dezember 2012Wartung und InstandhaltungRauchwarnmelder-DIN novelliertIm September 2012 wurde die novellierte DIN 14676 veröffentlicht, dieunter anderem die Wartung und Instandhaltung von Rauchwarnmeldernregelt. Sie hat die gleichlautende DIN vom August 2006 abgelöst.Turnusmäßige Wartung von Rauchwarnmeldern:künftig auch ohne Sichtprüfung möglich?Ja – aber… Bei der Einführung von Rauchwarnmeldern (RWM) wurdevielfach kritisiert, dass die in der DIN 14676 bislang vorgeschriebeneSichtprüfung die Bemühungen der Wohnungswirtschaft durchkreuzt, dieWohnungsverwaltung mieterfreundlicher zu gestalten. So haben vieleWohnungsunternehmen ihre Bestände zur Entlastung von Mietern undVerwaltung mit fernauslesbarer Technik z. B. bei den Heizkostenverteilernund Wasserzählern ausgerüstet.Vor diesem Hintergrund haben verschiedene Marktteilnehmer auf eineKorrektur der DIN 14676 gedrängt. Der bislang in Ziffer 6.1.2 ausdrücklichgenannte Terminus „Sichtprüfung“ sollte gestrichen werden, um denWeg für die theoretisch mögliche Fernwartung freizumachen. Dem trägtdie novellierte DIN Rechnung. Der Begriff Sichtprüfung taucht nicht mehrauf. Damit ist der Weg grundsätzlich frei für alternative Prüfverfahrenwie z. B. eine Inspektionund Funktionsprüfung perFunk.Zwar bietet zwischenzeitlichmindestens einHersteller Rauchwarnmeldermit Fernwartungsmöglichkeitan. Allerdings fehltfür dieses System eineanerkannte Zertifizierung.Rechtliche, technische und organisatorische Grundlagen für dieFernwartung fehlen nochHersteller von Rauchwarnmeldern und auch die einschlägigen technischenPrüfinstitute können erst dann mit der Entwicklung/Zertifizierungfernwartungstauglicher Rauchwarnmelder beginnen, wenn die Anforderungenan die Geräte zweifelsfrei geklärt sind. Dazu ist eine Novelleder DIN 14604 notwendig. Dort sind Anforderungen, Prüfverfahren,Leistungskriterien und Herstelleranweisungen für Rauchwarnmeldergeregelt. Der Normgeber hat die entsprechende Änderung für 2013angekündigt.FazitDie Inspektion und Funktionsprüfung per Funk ist für die Wohnungswirtschaftzwar eine interessante Option. Bis zur abschließenden Klärungder technischen Anforderungen für eine Fernwartung von Rauchwarnmeldernbleibt die jährliche Wartung vor Ort (Sichtprüfung) jedoch daseinzig rechtssichere Verfahren. Mit Blick auf die gerade erst erfolgteErstausstattung des Wohnungsbestandes mit Rauchwarnmeldern, diefehlenden Nachrüstmöglichkeiten in diesen Geräten und eine Standzeitvon regelmäßig 10 Jahren sollte die weitere technische Entwicklungabgewartet und dann entschieden werden.Quelle: KALOGrundlagen verbessertKorrekte Wasser zähler-DimensionierungEnde 2011 hat das Technische Komitee Wassermessung des deutschenVereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) im Beisein von Vertreternder Eichbehörden ein neues DVGW-Arbeitsblatt W 406 „Volumen- undDurchflussmessung von kaltem Trinkwasser in Druckrohrleitungen – Auswahl,Bemessung, Einbau und Betrieb von Wasserzählern“ verabschiedet.Das DVGW-Arbeitsblatt W 406 liefert das maßgebliche Regelwerk für dieDimensionierung des Wasserzählers. In Betriebskosten aktuell 2/2010hatten wir bereits über ein Urteil des BGH zur Austauschverpflichtungüberdimensionierter Zähler berichtet. Bei der Frage der Dimensionierungder Wasserzähler geht es um viel Geld: Je größer der Nenndurchfluss,desto höher die Grund- und Servicegebühren. Auch wenn es nicht für jedenSonderfall ein klares und einfaches Bemessungsschema gibt, stellt das neueDVGW-Arbeitsblatt eine hinreichend nachvollziehbare Arbeitsgrundlage fürdie Zählerbemessung dar. Für Standardfälle enthält das DVGW-ArbeitsblattW 406 eine Tabelle zu Wohn- und vergleichbaren Nutzungseinheiten (s.Tabelle). Im Arbeitsblatt selbst wird ausführlich erläutert, unter welchenWOHN- UND VERGLEICHBARE NUTZUNGEINHEITEN(ALTEN-/WOHNHEIME, LADENGESCHÄFTE, BÜROS)Zahl derWohneinheiten(WE)30 WE30 < 200 WE200 < 600 WE75/33/EWG(Kaltwasserzähler)2004/22/EG(EU-Richtlinie überMessgeräte)Q n Q max Q 3 1 Q 4 22,56101Dauerdurchfluss, 2 Überlastdurchflussin m 3 /hBedingungen die Zählerbemessung nach dieser Tabelle zutrifft bzw. wanneine Abweichung hiervon angezeigt sein kann. Die Eichbehörden empfehlenden Versorgungsunternehmen, von sich aus frühere Bemessungsentscheidungendurch eigene Erhebungen, z. B. Vergleich der Jahresverbrauchsmengendes Kunden, zu überprüfen und festzustellen, ob Gründe für eineNeubemessung vorliegen können. Da § 18 Abs. 2 AVBWasserV ausdrücklichdie Berücksichtigung berechtigter Interessen des Kunden und Anschlussnehmersvorsieht, sollte man auch von sich aus aktiv werden und dierichtige Dimensionierung der Gebäudewasserzähler überprüfen.5122041016512,520Quelle: DVGW30 12 | 2012


BetriebskostenrechtBetriebskostenverordnunggeändertKaum jemand hat es bemerkt: Mit Wirkung vom 10. Mai 2012ist die Betriebskostenverordnung (BetrKV) geändert worden.Grundlage hierfür ist Artikel 4 des Gesetzes zur Änderungtelekommunikationsrechtlicher Regelungen vom 3. Mai 2012(BGBl. I, S. 958, 997). Allerdings ist die Änderung eher marginal.In § 2 Nr. 15b BetrKV wurden die Begriffe „Breitbandkabelnetze“durch „Breitbandnetz“ und „Breitbandkabelanschlüsse“durch „Breitbandanschlüsse“ ersetzt.Damit soll klargestellt werden, dass die Kosten aller leitungsgebundenenBreitbandinfrastrukturen für die medialeGrundversorgung unter diese Betriebskostenart fallen. DieseKlarstellung wurde für notwendig gehalten, weil sich am Marktder Telekommunikations- und Fernsehversorgung in den letztenJahren neue Entwicklungen ergeben haben. TV-Kabelnetzbetreiberbieten Telefon und Internet über Kabel an, währendTelefonanbieter über den Telefonanschluss Fernsehversorgunganbieten. Bei restriktiver Auslegung der bisherigen Regelunghätte die Gefahr bestanden, dass Vermieter einen Wechsel derTV-Versorgung auf eine Breitband-Telefonleitung aus Sorgeum die möglicherweise nicht umlegbaren Betriebskosten nichtvollzogen hätten. Das hätte aus Sicht des Gesetzgebers denWettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern behindert.Mit der Änderung des § 2 Nr. 15b BetrKV ist nunmehr sichergestellt,dass alle Kosten für den Betrieb, die Wartung und diemonatlichen Entgelte für die Grundversorgung mit Hörfunk undFernsehen aller leitungsgebundenen Breitbandinfrastrukturenals Betriebskosten umlegbar sind.Wärmezähler und AltverdunsterEngpässe bei der Umrüstung erwartetAuch wenn von einigen Juristen in Frage gestellt wird, ob § 9 Abs. 2 Heizkostenverordnung(HeizKV) den Einbau eines Wärmezählers auch bei heizkesselversorgtenVerbundanlagen vorschreibt, kann nicht darüber hinweggesehen werden, dass dieHilfsberechnungsverfahren der HeizKV insbesondere bei energetisch modernisiertenGebäuden die tatsächlich auf die zentrale Warmwasserversorgung entfallendeWärmemenge nicht realistisch wiedergeben. Das gilt auch bei verbundenenHeizkesselanlagen. Losgelöst von diesen durch unterschiedliche Lesarten erzeugtenUnklarheiten sollte nicht übersehen werden, dass die Nachrüstfrist bereits am 31.Dezember 2013 endet. Das gilt gemäß § 12 Abs. 2 HeizKV im Übrigen auch für am1. Juli 1981 bereits vorhandene Ausstattungen zur Verbrauchserfassung (Altverdunster).Soweit die erforderlichen Nachrüstungen noch nicht erfolgt sind, bestehtdringender Handlungsbedarf. Darauf hat Peter Gerhardt, Techem Energy Services,in seinem Vortrag „Drei Jahre nach derneuen Heizkostenverordnung“auf der Arbeitstagung desVerbandes norddeutscherWohnungsunternehmen (VNW)im September in Lübeckhingewiesen. Er rechnet mitmarktseitigen Kapazitätsengpässen,da viele Im-mobilienunternehmendie Nach-bzw. Umrüstungder Wärmezähler undAltverdunster bis zum Fris-tablaufschieben.Quelle: TechemPETER KAY – AUFGESPIESSTEnergieberatung gegen explodierende Strompreise?Deutschlands Privathaushalte müssensich auf weiter steigende Strompreiseeinstellen. Schuld daran sind nicht dieEnergieversorger, sondern die für denAusbau der Erneuerbaren Energien vonfast allen Stromkunden aufzubringendeUmlage (EEG-Umlage). Diese ist von 2003bis 2012 um mehr als 500 % auf 3,53 ct/kWh gestiegen und erhöht sich in 2013noch einmal um 47 % auf knapp5,3 ct/kWh! Für einen Durchschnittshaushaltbedeutet das zusätzliche Stromkostenvon 60 € jährlich. Trotz beschlossener Absenkungen der garantiertenEinspeisevergütungen für Photovoltaik und Windkraft ist auch für 2014mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Die Entlastung energieintensiverUnternehmen von dieser Umlage verschärft die Situation noch.Wer immer noch behauptet, die Erneuerbaren Energien seien nicht diewichtigsten Treiber der Strompreise, spricht wider besseren Wissens.Profiteure dieser Politik sind Großinvestoren und die chinesischenHersteller von Photovoltaik-Modulen. Selbst das Bundeskartellamtwarnt davor, dass die Ökostrom-Förderung aus dem Ruder zu laufendroht. Dass die Politik mit einer kostenlosen Energieberatung gegen dieKostenexplosion angehen will, mutet da schon ein wenig hilflos an.Abgesehen davon, dass eine solche kostenfreie Energieberatung vonden meisten Stadtwerken und Regionalversorgern bereits angebotenwird, ist das kein wirklicher Beitrag zur Entlastung vor allem sozialschwacher Haushalte und damit zur Förderung der Akzeptanz derEnergiewende. Wie wär’s denn hiermit? Das von Bayern vehement geforderte,als „Herdprämie“ verschriene Betreuungsgeld wird als echteHerdprämie zur Verschrottung stromfressender E-Herde – besser noch:zur direkten Senkung der EEG-Umlage – eingesetzt.Davon hätten alle etwas.12 | 201231


STÄDTEBAU ENERGIE UND UND TECHNIK STADTENTWICKLUNGBetriebskosten aktuellHerausgegeben vom VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.Ausgabe 4 · Dezember 2012Kosten und FristenLegionellenprüfung und § 35a EStGQuelle: KALONach den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung sind Großanlagen zurTrinkwassererwärmung regelmäßig auf Legionellenbefall zu überprüfen.Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 12. Oktober 2012 beschlossen, denursprünglich jährlichen Turnus hierfür auf einen Drei-Jahres-Rhythmuszu verlängern. Erstmals soll die Prüfung spätestens bis zum 31. Dezember2013 und nicht bis zum 31. Oktober 2012 erfolgen. Es ist davon auszugehen,dass die Bundesregierung den Vorschlägen des Bundesrates folgt.Auf Grundlage der aktuellen Trinkwasserverordnung sind bereits vieleWarmwasseranlagen überprüft worden. Nachdem die Frage der Umlagefähigkeitder Kosten der Legionellenprüfung als Kosten der Wassererwärmunggeklärt ist, stellt sich nun die Frage nach der Berücksichtigung dieserKosten als haushaltsnahe Handwerkerleistungen gemäß § 35a Abs. 3 EStG.Zweifellos gehören die Kosten der Legionellenprüfung zu den „Kostender … Überwachung und Pflege der Anlage, der regelmäßigen Prüfungihrer Betriebsbereitschaft und Betriebssicherheit …“ gemäß § 2 Nr. 4aund 5a BetrKV sowie §§ 7 Abs. 2 und 8 Abs. 2 HeizKV. Sie gelten damit imweitesten Sinne als Wartungskosten. In seinem Schreiben vom 26. Oktober2007 stellt das BMF u. a. fest, dass die Wartung von Heizungsanlagen undWasserinstallationen zu den berücksichtigungsfähigen Handwerkerleistungenzählt. Auch Aufwendungen zur Überprüfung von Anlagen sind danachbegünstigt. Davon ausgenommen sind ausdrücklich Aufwendungen fürtechnische Prüfdienste, da sie nach Auffassung des BMF vergleichbar mitGutachtertätigkeiten sind. Das ist bei der Legionellenprüfung jedoch nichtder Fall. Vermieter, die ihren Mietern die Inanspruchnahme der Steuervergünstigungermöglichen wollen, sollten deshalb von ihren Auftragnehmern„§ 35a EStG“-fähige Rechnungen – d. h. mit Ausweis der Lohn- und Fahrtkosten– verlangen. In der Betriebskostenabrechnung bzw. bei der Aufstellungder begünstigten Aufwendungen sollte der Hinweis nicht fehlen, dasskeine Haftung dafür übernommen wird, ob die Steuervergünstigung vomFinanzamt auch anerkannt wird.BETRIEBSKOSTENWeiterbildung gestartetLange Zeit galten die Betriebskosten in der Wohnungswirtschaft als Themavon untergeordneter Bedeutung. Das hat sich in den letzten Jahrengrundlegend geändert. Das Betriebskostenmanagement steht heute imMittelpunkt der Bemühungen um Effizienz für Ökologie und Ökonomie,für Mieter und Vermieter – letztlich für den Unternehmenserfolg. DerArbeitskreis „Geislinger Konvention“ hat in den letzten zwölf Jahrenein praxisnahes Arbeitsgerüst für ein Benchmarking der Betriebskostenentwickelt. Aus diesem Arbeitskreis wurde nun ein Zertifikatslehrgangzusammen mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) und der BBA Akademie der Immobilienwirtschaft e. V.Berlin entwickelt. Die Ziele dieser Weiterbildung, die über Präsenz- undOnline-Veranstaltungen insgesamt zwei Monate dauert, sind:- Kenntnis der nach der Geislinger Konvention gelisteten Betriebskostenartenund deren Unterkostenarten.- Vermittlung der verschiedenen Unterkostenarten und ihrer Umlagemöglichkeitenauf Wohnen/Gewerbe.- Erkennen der Anteile einzelner Betriebskostenarten an den Gesamt-Betriebskosten sowie Kenntnis der jeweiligen Messgrößen.- Überblick über die durch den Nutzer/Eigentümer beeinflussbarenKosten.- Kenntnis der Einsparpotentiale und möglicher Maßnahmen zur Optimierung.- Fähigkeit zur wesentlichen Senkung derBetriebskosten des Unternehmens.- Vermittlung eines Überblicks über die Entwicklungder Kosten in den letzten 10 Jahrenund der Kenntnis des aktuellen Stands derGesetzgebung.Die Weiterbildungsmaßnahme wird mit einerPrüfung abgeschlossen. Nach erfolgreichem Bestehen erhalten dieTeilnehmer das Zertifikat „Geprüfte/r Betriebskostenmanager/-in nachGeislinger Konvention (HfWU/BBA)“. Der Studiengang wird von denLeitern des Arbeitskreises „Geislinger Konvention“, Dipl.-Ing. SiegfriedRehberg (Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmene. V.) und Prof. Dr. Hansjörg Bach FRICS (HfWU), geleitet.Prof. Dr. Hansjörg Bach: „Mit der Weiterbildung zum geprüftenBetriebskostenmanager erhalten Mitarbeiter aus der Immobilienwirtschaftdie Möglichkeit, sich weiter zu qualifizieren und fundierteGrundlagen für erfolgreiches Betriebskostenmanagement zu erwerben.Das Thema Betriebskosten erhält damit auch dem ihm gebührendenStellenwert im Wohnungsunternehmen.“ Starttermin für den Lehrgangist der 19. April 2013. Er wird sowohl in Nürtingen als auch in Berlinangeboten.Nähere Informationen zum Lehrgang sind erhältlich bei:Gisela Zimmermann, E-Mail: gisela.zimmermann@hfwu.de, Tel.: 07331/22-599Christine Wieland, E-Mail: christine.wieland@bba-campus.de, Tel.: 030/23 08 55-1732 12 | 2012


AbfallsystemeUnterflursystemeund RessourcenschutzWer sich mit dem Thema „Abfallentsorgung“ beschäftigt, kommt an demThema „Unterflurbehälter“ kaum noch vorbei. Sie gelten als platzsparend,geräusch-, geruchs- und barrierefrei und ersparen die Bereitstellung vonAbfallbehältern zur Abholung. Doch unterstützt diese Entsorgungsform auchdie nachhaltige Ressourcenwirtschaft? Seit Juni 2012 ist das neue Kreislaufwirtschaftsgesetzin Kraft, das mit der fünfstufigen Abfallhierarchie auf diepositiven Wirkungen der Getrenntsammlung von Wertstoffen setzt.Im ersten Schritt erfordert dies die Bereitstellung entsprechender Abfuhrbehälterfür Restabfall, Biomüll, Wertstoffe (Plastik, Metall, Verpackungen)sowie Papier, Pappe und Kartonagen (PPK). Unterflursysteme stehenfür diese unterschiedlichen Abfallfraktionen zur Verfügung, allerdingsin den gängigen Varianten nur zwischen drei und fünf Kubikmetern. Beieinem Biomüllvolumen pro Haushalt und Woche von fünf Litern benötigtman bei zweiwöchentlicher Leerung und der kleinsten Containergrößevon drei Kubikmetern eine Wohnanlage mit ca. 300 Wohnungen, umdem Wirtschaftlichkeitsgebot Genüge zu tun. Produzieren die Haushalteallerdings mehr biogene Abfälle, ist eine flexible Vergrößerung derContainer um Mengen unter einem Kubikmeter nicht möglich. Entwederman entscheidet sich für den Einsatz eines Vier-Kubikmeter-Behälters,eines kleineren oberirdischen Containers – oder der Bioabfall landet imRestmüll. Umgekehrt gilt Ähnliches: Wenn ein zunächst erforderlichesRestmüllvolumen von vier Kubikmetern durch konsequente Mülltrennung(z. B. durch eine Kombination von Unterflursystemen mit Müllschleusen,die der individuellen Müllverursachung der Mieterhaushalte Rechnungtragen) auf unter drei Kubikmetern reduziert werden kann, ist eine Um-Quelle: privatstellung des Vier- auf einen Drei-Kubikmeter-Container mittels Stützkonstruktionen(„Distanzstützen“) zwar noch möglich. Dieses Volumen istdann aber fix und eine weitere Reduzierung des Restabfalls lohnt sich fürdie Mieterhaushalte nicht mehr.Weitere Fragen bleiben offen: Wie hoch sind die weitgehend vom Vermieterzu tragenden Investitionen für die Unterflursysteme? Wie könnenFehlbefüllungen der Container erkannt werden? Wie kann verhindertwerden, dass sperrige Gegenstände, die sonst ihren Platz in oberirdischen1,1-m 3 -Containern gefunden haben, auf dem Müllstandplatz deponiertwerden? Hier bedarf es flexibler und unkomplizierter Instrumente, umeinerseits die Sauberkeit der Standplätze sicherzustellen und teuren Fehlbefüllungenvorzubeugen- und andererseits einen effektiven Klima- undRessourcenschutz zu gewährleisten.Gastbeitrag vonSabine RautenbergSachgebietsleiterin Bestands rentabilität SAGA GWGHamburgQuelle: SRHHSCHADENSERSATZBei Abrechungsfehlern greift die Haftungsausschluss-Klausel nichtHeizkostenberechnungsfirmen können sich bei Fehlern nicht auf ihreAllgemeinen Vertragsbedingungen (AGB) berufen, wonach bei Mängelnder Abrechnung Schadensersatzansprüche des Kunden ausgeschlossensind, es sei denn, sie beruhen auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigenPflichtverletzung. Solche Klauseln verstoßen gegen § 307 Abs. 2Nr. 2 BGB, weil sie wesentliche Rechte oder Pflichten, die sich aus derNatur des Vertrages ergeben, so einschränken, dass die Erreichungdes Vertragszwecks gefährdet ist. Das hat das Amtsgericht Krefeld mitUrteil vom 4. Mai 2012 – 6 C 52/12 – entschieden (Das Grundeigentum2012, S. 1100). Danach darf die Haftungsbeschränkung der Abrechnungsfirmanicht dazu führen, dass sie von Verpflichtungen befreitwird, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertragesüberhaupt erst ermöglicht und auf dessen Einhaltung der Kunde regelmäßigvertraut. Dabei besteht die vertragswesentliche Hauptpflichtder Abrechnungsfirma gerade in der ordnungsgemäßen Erstellungder Abrechnungen, die der Kunde zur Abrechnung der Betriebskostengegenüber seinen Mietern weiterverwenden soll. Die formularmäßigeHaftungsfreizeichnung für einfache Fahrlässigkeit bei der Erfüllungdieser „Kardinalpflicht“ würde zur Aushöhlung wesentlicher Vertragspositionendes Kunden führen.Gerade um eine ordnungsgemäße und fehlerfreie Abrechnungsicherzustellen, hatte sich der Kunde der Dienste des Abrechnungsunternehmensals hierauf spezialisierte Fachfirma bedient und hierfürein entsprechendes regelmäßiges Entgelt bezahlt. Da die fehlerhafteAbrechnung der Warmwasserkosten gegenüber den Mietern nicht mehrzu korrigieren war, musste die Abrechnungsfirma den Differenzbetragvon rund 1.400 € gegenüber dem Kunden als Schadensersatz leisten.ImpressumEin Sonderteil der DW Die WohnungswirtschaftVerantwortlich:Michael PistoriusVNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V.Tel.: 040 52011-229Fax: 040 52011-201E-Mail: info@vnw.deHerstellung:Haufe-Lexware GmbH & Co. KGStandort Hamburg12 | 201233


ENERGIE UND TECHNIKQuelle: Joseph-Stiftung34 12 | 2012


THEMA DES MONATSWohnen für ein langes LebenDie Notwendigkeit von AAL-SystemenSelbstbestimmtes Leben im Alter ist eines von sechs zentralen Handlungsfeldern der Bundesregierung,die in der Vergangenheit oftmals nur mit Barrierefreiheit der Wohnung, bestenfalls des Quartiers,diskutiert wurde. Um allerdings das Prinzip „ambulant vor stationär“ umsetzen zu können, kommen„Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben (= Ambient Assisted Living)“zunehmend in den Fokus.Dr. Wolfgang PfeufferVorstandssprecher der Joseph-StiftungBambergGemäß den Grundsätzen der Raumordnung sindim Gesamtraum der Bundesrepublik Deutschlandund all seinen Teilräumen ausgeglichene soziale,infrastrukturelle, wirtschaftliche, ökologische undkulturelle Verhältnisse anzustreben. Dabei ist dieVersorgung mit Dienstleistungen und Infrastrukturenfür alle Bevölkerungsgruppen in den Teilräumenin angemessener Weise zu gewährleisten (vgl. § 2Abs. 2, Ziffer 1 bis 3 Raumordnungsgesetz).Mit ihrer im Oktober 2011 vorgestellten Demografiestrategiehat die Bundesregierung nochmalsdeutlich gemacht, dass sie an diesem hehrenZiel der Raumordnung auch und gerade für dieÄlteren in der Gesellschaft festhält. „SelbstbestimmtesLeben im Alter“ ist folgerichtig einesvon sechs zentralen Handlungsfeldern der Bundesregierung.Wohnungswirtschaftliche RealitätFür die Wohnungswirtschaft ist diese Erkenntnisnichts Neues. Jedes Wohnungsunternehmen weißes aus eigenen Mieterbefragungen: Die Menschenwollen solange wie möglich in der eigenen Wohnungbleiben. Ein Wunsch, der der Branche sehrentgegenkommt, weisen doch gerade ältere Mietereinen überdurchschnittlichen Zufriedenheitsgradauf. Die Kehrseite der Medaille sind jedochzunehmende Ansprüche an die Wohnung, wenn esnicht nur bei Wunschdenken bleiben soll.Wurden in diesem Zusammenhang in der Vergangenheitoftmals nur einseitig Fragen der Barrierefreiheit(oder wenigstens Barrierearmut) derWohnung, bestenfalls des Quartiers, diskutiert,geraten „Altersgerechte Assistenzsysteme für eingesundes und unabhängiges Leben (= Ambient AssistedLiving)“ zunehmend in den Fokus. Denn nurmit Hilfe von AAL-Technologien wird es gelingen,das in der Pflegeversicherung gesetzlich normiertePrinzip „ambulant vor stationär“ umzusetzenund damit der sich öffnenden Schere zwischenPflegebedarf und Pflegekräftemangel wirksamzu begegnen.Die vom demografischen Wandel getriebene Entwicklungvon AAL-Technologien ist geeignet,• die Kostenexplosion im Gesundheitswesen mitaufzufangen,• Infrastrukturlücken in der Daseinsvorsorge periphererländlicher Räume zumindest teilweiseauszugleichen,• steigende Komfort- und Sicherheitsansprücheauszugleichen,• die Mobilität älterer Menschen im direktenWohnumfeld und im Quartier zu erhalten,• die Kommunikation mit dem sozialen Umfeldzu erleichtern bzw. sicherzustellen.Zukunft AALFür einen Durchbruch beim Einsatz von AAL-Technologienim Wohnbereich ist es dabei von essenziellerBedeutung, dass die oftmals noch gegebeneTrennung zwischen ambulant und stationär beider Kostenträgerschaft aufgehoben wird, da dieszu volkwirtschaftlichen Fehlallokationen führt.Ebenso unabdingbar ist es, diejenigen an denKosten für AAL-Technologien in der Wohnung zubeteiligen, die hieraus Nutzen ziehen (Krankenkassen,Pflegeversicherungen, Kommunen etc.).Einsatz und UmsetzungBereits seit dem Jahr 2002 beschäftigt sich dieJoseph-Stiftung, das kirchliche Wohnungsunternehmenin der Erzdiözese Bamberg, mit AAL-Systemenin der eigenen häuslichen Umgebung. DieErfahrungen mit Sophia, unserem in den Jahren2002 bis 2004 vom damaligen Bundesministeriumfür Gesundheit geförderten Modellprojekt,waren ausschlaggebend für die Überführung derProjekterfahrungen in ein tragfähiges Geschäftsmodell.Hierzu haben wir die Sophia FrankenGmbH & Co. KG ins Leben gerufen. Komplementärdieser KG ist unsere Tochtergesellschaft, dieinzwischen unter Sophia living network GmbHfirmiert.Mittlerweile haben wir auf nationaler Ebene fünfweitere AAL-Forschungsprojekte für verschiedeneBundesministerien (BMBF, BMVBS, BMFSFJ)abgeschlossen bzw. in Durchführung. Im April2012 starteten wir als Lead Partner gemeinsammit Wohnungsunternehmen, Universitäten,Technologie- und Consultingfirmen aus Belgien,Deutschland, Frankreich, Großbritannien und denNiederlanden unter dem Akronym „I-stay@home“ein europäisches Förderprojekt im Rahmen vonINTERREG IV B (siehe auch Artikel auf Seite 52).Joseph-Stiftung und SOPHIA living network GmbHhaben sich damit endgültig dem Einsatz anwendungsorientierterAAL-Lösungen verschrieben.Aufruf zum ErfahrungsaustauschWir freuen uns, wenn sich möglichst viele Wohnungsunternehmenbzw. Verbände von der Notwendigkeitvon AAL-Systemen überzeugen ließen.Gerne treten wir mit ihnen in einen Meinungs- undErfahrungsaustausch.12 | 201235


ENERGIE UND TECHNIKQuelle: Gesundheitsstadt BerlinGdW-Präsident Axel Gedaschko sprach sich für ein stärkeres Engagement der Politik bei der Bewältigung des demografischen Wandels aus.THEMA DES MONATSZukunftsforum Langes LebenDie Chancen des demografischen WandelsAls „Demografiegipfel der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft“ bezeichnete Kongresspräsident Ulf Finkdas diesjährige Zukunftsforum Langes Leben. Rund 750 Fachleute aus Wohnungs-, Sozial- undGesundheitswirtschaft sowie Politik trafen sich in Berlin, um über die Herausforderungen und Chancendes demografischen Wandels zu diskutieren.Christian Hunzikerfreier ImmobilienjournalistBerlinAngesichts des demografischen Wandels gehöredie Frage, „wie unser Land ideenreich und innovativbleiben kann, zu den großen Gestaltungsaufgabenfür unsere Gesellschaft“, sagte BundesforschungsministerinProf. Dr. Annette Schavanin ihren Begrüßungsworten. Sie plädierte dafür,die durch die längere Lebensdauer geschenktenJahre „zu einem Gewinn für alle“ zu machen, ohneindes die durch das Alter gesetzten Grenzen zuverschweigen. Um die Potenziale des Alters auszuschöpfen,brauche es eine Politik, die Schrankenzwischen Ressorts und Verwaltungsebenenüberschreite – auch wenn das erfahrungsgemäßschwierig sei.Forderungen der WohnungswirtschaftEine „Art Masterplan Wohnen für ein langes Leben“forderte Axel Gedaschko, Präsident des GdWBundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.Die Wohnungswirtschaft seibereit, ihren Beitrag zur Bewältigung des demografischenWandels zu leisten, sei dafür aber aufUnterstützung von Partnern gerade auch aus derPolitik angewiesen. Dabei appellierte Gedaschkoan den Bund, wieder in die Zuschussförderung desKfW-Programms „Altersgerecht Umbauen“ einzusteigen– und zwar für alle Gebäudeeigentümer(siehe Infokasten). Darüber hinaus sprach er sichdafür aus, telemedizinische Leistungen verstärktin die Leistungskataloge der gesetzlichen Kran-36 12 | 2012


Quelle: Gesundheitsstadt BerlinBundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan betonte die politische Notwendigkeit, ressortübergreifend zu handeln, um die Potenziale des Alters auszuschöpfen.kenkassen aufzunehmen und das ehrenamtlicheEngagement besser zu unterstützen.Dass die Wohnungsunternehmen ein ureigenesInteresse haben, sich um ältere Mieter zu bemühen,unterstrich Gedaschkos Vorgänger als GdW-Präsident, der Gewobag-AufsichtsratsvorsitzendeLutz Freitag, in dem von ihm moderierten Forum‚Wohnungsbestand altersgerecht umbauen’: „Mieterim hohen Alter sind unsere besten Kunden. Siebegehen keinen Vandalismus, produzieren keineGraffiti und zahlen pünktlich ihre Miete.“Die Gewobag hat in ihrem Bestand rund 3.900Wohnungen in Seniorenwohnhäusern, die denheutigen Anforderungen an Barrierearmut nichtmehr genügen.Wie Gewobag-Vorstand Hendrik Jellema ausführte,konnte das Berliner Unternehmen im Rahmeneines Bundesmodellvorhabens aufzeigen, wiesich in diesen Seniorenwohnhäusern barrierearmesWohnen ohne erhebliche Mietsteigerungenrealisieren lässt (siehe den Beitrag auf S. 20). Fürdie Umbauarbeiten gab sie dabei pro Wohnunglediglich 5.000 € aus. Aufgrund des geringen Einkommensvieler älterer Berliner Mieter, erläuterteJellema, dürfe eine Nettokaltmiete von 6,- €/m 2nicht überschritten werden. Eine barrierearmeWohnung allein reiche aber nicht, betonte derGewobag-Vorstand: Wichtig sei auch die Vernetzungim Quartier.Herausforderungfür die PersonalplanungWeitere Schwerpunkte des Demografiekongresseswaren die Möglichkeiten technischer Assistenzsysteme(siehe hierzu die Artikel auf dennachfolgenden Seiten) und die auch für Wohnungsunternehmenrelevante Frage, wie sichder demografische Wandel auf die Mitarbeiterstrukturauswirkt. „Betriebliche Gesundheitsförderung“,sagte dazu Norbert Paland, Leiter derUnterabteilung Prävention im Bundesministeriumfür Gesundheit, „wird gerade in Zeiten des demografischenWandels immer mehr an Bedeutunggewinnen.“IMMOBILIENWIRTSCHAFTLICHE VERBÄNDE FORDERN BUNDESZUSCHÜSSEFÜR DEN ALTERSGERECHTEN UMBAUIn den Jahren 2009 bis 2011 hatte das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung(BMVBS) jeweils rund 80-100 Mio. € für die Zinsverbilligung von Darlehen und fürInvestitionszuschüsse bereitgestellt. Der Anteil an barrierearmen/-freien Wohnungen konnteso um rund 15 % erhöht werden – diese positive Wirkung unterstrich auch der am 17. Oktober2012 vom BMVBS dem Kabinett vorgelegte Bericht über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaftin Deutschland. Für 2012 waren dafür im Bundehaushalt keine neuen Mittel mehrvorgesehen worden. Die KfW hat daraufhin das Programm als Eigenprogramm mit begrenzterenMitteln weitergeführt. Nunmehr werden nur noch verbilligte Kredite vergeben (siehehierzu auch den Infokasten auf S. 50). Am 18. Oktober 2012 verkündete die CDU/CSU-Bundestagsfraktion,im kommenden Jahr wieder frische Mittel in Höhe von 20 Mio. € bereitstellenzu wollen, um direkte Zuschüsse zu Investitionen im KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“zu ermöglichen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) siehtzusätzliche Bundeszuschüsse als wichtigen Anreiz, um den altersgerechten Umbau zu fördern,kritisiert jedoch, dass die geplante Zuschussvariante die gewerbliche Wohnungswirtschaftausschließe. „Für die gewerbliche Wohnungswirtschaft wäre zumindest ein Tilgungszuschusseinzuführen, um Umbauten im Bestand neuen Schwung zu verleihen”, regt Walter Rasch,BID-Vorsitzender und BFW-Präsident, an.12 | 201237


ENERGIE UND TECHNIKQuelle: Deutsche Telekom AGDie 85-jährige Else Schneider führt auf der Abschlussveranstaltung des Projekts SmartSenior vor, wie sie über ein Web-Pad das Serviceportal auf dem Fernseher ansteuert.THEMA DES MONATSAmbient Assisted Living (AAL)Der steinige Weg vom Modellprojekt zum GeschäftsmodellDie stolze Summe von 45 Mio. € nahm das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)2009 in die Hand, um 18 Modellprojekte des Ambient Assisted Living (AAL) zu fördern. In diesenMonaten läuft die Förderung der meisten Projekte aus. Einige von ihnen sollen künftig auch ohneöffentliche Förderung weitergeführt werden – doch ein tragfähiges Geschäftsmodell kann noch kaumeines der Modellvorhaben vorweisen.Christian Hunzikerfreier ImmobilienjournalistBerlinFalls sie aufgeregt sein sollte, so lässt sie es sichnicht anmerken. Ungerührt steht die 85-jährigeElse Schneider inmitten von Journalisten und Vertreternvon Forschungs- und Wirtschaftsinstitutionen.Mit Tablet-Computer und Fernbedienungsoll sie das Projekt SmartSenior vorführen, an demsie zusammen mit 34 anderen älteren Mietern deskommunalen Wohnungsunternehmens Gewoba inPotsdam teilgenommen hat. Ganz leicht fällt esder agilen Seniorin zwar nicht, auf dem Fernsehbildschirmdie Kategorie „zu Hause“ anzusteuern.Ihrer Begeisterung für das Projekt tut das aberkeinen Abbruch: „Ich habe mitgemacht, weil ichetwas für die Zukunft tun will. Und ein bisschenAction brauche ich im Leben!“SmartSenior ist das größte der 18 vom BMBF imRahmen des Förderprogramms „AltersgerechteAssistenzsysteme für ein gesundes und unabhängigesLeben – AAL” unterstützten AAL-Projekte(siehe hierzu auch DW 3/2009 S. 66). 42 Mio. €umfasst das Projektvolumen, wovon das Ministerium25 Mio. € zur Verfügung stellte. Insgesamt28 Partner aus Industrie, Wissenschaft, Dienst-38 12 | 2012


leistung und Wohnungswirtschaft arbeiteten dreiJahre lang an drei Schwerpunktthemen: einer hohenLebensqualität in der Wohnung, einer sicherenMobilität und der Erhaltung der Gesundheit.Kernstück war ein Praxistest mit einem Serviceportal,das per Fernbedienung oder Tablet-PC aufdem Fernsehgerät abrufbar war. Dabei konnten dieSenioren verschiedene Bereiche wie „zu Hause“,„Kommunikation“ und „Gesundheit“ auswählen.Eine Audio-Video-Kommunikation ermöglichteden Austausch mit anderen Projektteilnehmernund dem rund um die Uhr besetzten Assistenz-Center. Zudem konnten die Teilnehmer BlutdruckundGewichtswerte direkt an das Telemedizin-Zentrum der Charité Berlin übermitteln.SmartSenior: Hohe Akzeptanz„Wir haben eine sehr hohe Akzeptanz der Dienstefestgestellt“, sagte Dr. Mehmet Gövercin vonder Charité auf der Abschlussveranstaltung vonSmartSenior. Am häufigsten wurde im Portalder Menüpunkt „Gesundheit“ ausgewählt. ElseSchneider begeisterte sich hingegen vor allem fürdie Audio-Video-Kommunikation. „Das war eineBereicherung“, sagte sie auf der Abschlusskonferenz,„weil ich gerne Kontakte habe und man janicht jeden Tag die Kinder mit Anrufen belästigenkann.“Getestet wurde das Portal im Bestand der Gewobain Potsdam. Die Mieter für das Projekt zugewinnen, war allerdings mit erheblichem Aufwandverbunden. Laut Jörn-Michael Westphal,Geschäftsführer der Pro Potsdam (zu der die Gewobagehört), mussten 755 Gespräche geführtwerden, um 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmerzu finden. Nicht alle, die wollten, durften mitmachen:Voraussetzungen waren unter anderem einMindestalter von 55 Jahren, das Vorhandenseineines VDSL-Anschlusses und eine dauerhafte Anwesenheitwährend der Testphase. Am wichtigstenbei der Ansprache der Mieter, so Westphal,sei gewesen, das Projekt mit „einem Namen undeinem Gesicht“ zu verbinden. Diese Funktion einerKümmererin übernahm die Leiterin des Netzwerks„Schickes Altern“, Gisela Gehrmann. Deren Vertrauenswürdigkeit,bestätigt Mieterin Else Schneider,habe wesentlich dazu beigetragen, dass siesich am Projekt beteiligt habe.Zu Ende ist das Projekt SmartSenior mit Auslaufender Förderung nicht. Laut Michael Balasch,Projektleiter beim Projektkoordinator DeutscheTelekom, plant der Telekommunikationskonzern,in Zusammenarbeit mit den Johannitern einenauf SmartSenior aufbauenden, mit Sensoren arbeitenden„Hausnotruf 2.0“ anzubieten. Auch dieGewoba bleibt an AAL-Lösungen dran: „Das ThemaVideokommunikation wollen wir weiterführen“,In der AlterLeben-Musterwohnung der Wohnungsgenossenschaft „Fortschritt” Döbeln eGzeigt der Monitor, was vor der Tür passiert.sagte Jörn-Michael Westphal auf dem Demografiekongress„Zukunftsforum Langes Leben“ in Berlin.Dafür suche das Wohnungsunternehmen jetzt einenDienstleister, der die Videokommunikation denMietern möglichst zum Festpreis anbiete.AlterLeben und STADIWAMI:Weiterführung geplantPraktische Ergebnisse soll auch das Projekt STA-DIWAMI (Standards für wohnungsbegleitendeDienstleistungen im Kontext des demografischenWandels und der Potenziale der Mikrosystemtechnik)bringen. Geplant sei, die u. a. gemeinsam mitdem DIN-Institut in einem Forschungsprojektentwickelte Service-Plattform James auf denIn die Musterwohnung der Pro Potsdam sind diskretAAL-Lösungen wie Sensoren und nutzerspezifischeBeleuchtungsszenarien integriert.Quelle: Pro Potsdamgesamten Bestand der Spar- und Bauverein eG,Hannover, auszudehnen, sagte GenossenschaftsvorstandReiner Fulst ebenfalls auf dem Demografiekongressin Berlin.Auch ein anderes, in der Wohnungswirtschaftbestens bekanntes AAL-Projekt wird mit Endeder BMBF-Förderung nicht versanden: das vomVerband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften(VSWG) getragene Projekt AlterLeben (vgl. DW8/2012, Seiten 50-52). AlterLeben beruht aufeiner Kombination von baulichen Maßnahmen inder Wohnung, technischen Systemen und sozialenMaßnahmen. „Der zentrale Knotenpunkt desAssistenzsystems ist ein Touchscreen-Monitor, andem alle Informationen zusammenlaufen“, erläutertStefan Viehrig, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft„Fortschritt“ Döbeln eG (WGF), die imJuni 2012 eine mit einem AAL-System ausgestatteteMusterwohnung eröffnete.Diese AAL-Ausstattung ist in den letzten Jahrendeutlich günstiger geworden: Kostete die Umrüstungpro Wohnung zu Beginn des Projekts noch20.000 €, so sind die Kosten mittlerweile auf2.500 bis 5.000 € gesunken, sagt Alexandra Brylok,Referentin Soziales und Projekte beim VSWG.Nach ihren Worten werden diejenigen Genossenschaften,die AAL-Lösungen eingeführt haben,zumindest einen Teil davon auch künftig anbieten.„Zur Unterstützung von Akteuren der Wohnungswirtschaft“,berichtet Brylok weiter, „verfassteder VSWG eine Broschüre, in der wissenschaftlicheund praktische Erkenntnisse zur Implementierungvon baulichen und technischen Funktionalitätenzusammengefasst sind sowie Indikatoren für einzelneGeschäftsmodellbereiche (beispielsweiseLeistungsangebot und -erstellung, Kooperationund Finanzierung) vorgestellt werden.“Quelle: VSWG12 | 201239


ENERGIE UND TECHNIKSophia: Geringe VerbreitungDass es nicht einfach ist, auch technisch ausgereifteAnwendungen in den Markt zu bringen,zeigt das Beispiel Sophia. Dieses bekannte Projektwurde bereits 2002 von der Joseph-StiftungBamberg auf den Weg gebracht (siehe Seite 34).Obwohl die Kosten für das mit einer persönlichenTelefonbetreuung verbundene Notrufsystem mitmonatlich rund 35,- € überschaubar sind, zähltSophia nach Angaben von Anton Zahneisen, Geschäftsführerder Sophia living network GmbH,insgesamt lediglich rund 5.000 Kunden. In Nordbayernmit 1.500 Kunden trage sich das System,sagte Zahneisen auf dem Demografiekongress inBerlin; eine flächendeckende Verbreitung im gesamtenBundesgebiet sei hingegen nicht geplant,da sie sich nicht rechnen würde. Der Hauptgrund:„Die Mehrheit der Menschen, über die wir reden,kann sich AAL nicht leisten.“WohnSelbst:Auf dem Weg zur WirtschaftlichkeitDas ist jedoch nicht das einzige Hemmnis für dieAusbreitung von AAL-Systemen, wie Dr. ArminHartmann, Chef der Hartmann Real Estate und Geschäftsführerder Smart Living GmbH, beim ProjektWohnSelbst (www.wohnselbst.de) feststellte(siehe auch DW 5/2011, S. 68). Bei diesem nochbis März 2013 laufenden, ebenfalls im Rahmen derAAL-Fördermaßnahmen des BMBF unterstütztenVorhaben stehen telemedizinische Anwendungenim Vordergrund. Ausgesprochen schwer fiel es denVerantwortlichen laut Hartmann, die Mieter desProjektpartners GWW Wiesbaden zu begeistern.Viel besser war die Resonanz in der unweit vonWiesbaden gelegenen Gemeinde Taunusstein. „InWiesbaden“, erklärt dies Hartmann, „ist die Notnicht groß, da die medizinische Versorgung sehrgut ist.“ Außerhalb der Großstadt stelle sich diesanders dar. Trotzdem sieht er das Projekt Wohn-Selbst „auf einem guten Weg“ zu einem Geschäftsmodell,das auch ohne Förderung funktioniert:„Wir glauben, dass man daraus ein lokales Gesundheitsportalmachen kann, das sich im ländlichenRaum einsetzen lässt.“ Ein entscheidender Faktorsei die im Frühjahr 2013 zu erwartende Entscheidung,in welchem Umfang telemedizinische Leistungenin den Leistungskatalog der Krankenkassenaufgenommen würden.Grundsätzlich aber ist laut Hartmann bei denAAL-Projekten „die Schwelle zu marktgängigenLösungen noch nicht überschritten“. Den Grunddafür sieht der Fachmann darin, dass die Projektenicht alle zentralen Anforderungen erfüllen: „Esmuss bezahlbar sein; es muss eine einfache, nachträglichinstallierbare Technik sein; und es mussfür den Endkunden ein sofort erkennbarer Nutzenvorhanden sein.“ Grundsätzlich seien AAL-Lösungen,die ja aus der Mikrosystemtechnik kämen, „zutechniklastig, vielleicht zu technikverliebt“. DieEntwickler müssten erkennen: „Es geht um denMenschen, nicht um die Technik.“Das zeigte auch das bis 2009 vom Land Rheinland-Pfalz geförderte Projekt PAUL – der „PersönlicheAssistent für unterstütztes Leben“ bei der BauvereinAG Kaiserslautern (siehe hierzu DW 1/2009, S.70-71). Kernstück des Projekts war ein Tablet-PC,der als intelligente Zentrale für die gesamte AAL-PROJEKTERGEBNISSEUmgebung diente. In Kaiserslautern, stellte Prof.Dr. Annette Spellerberg von der TU Kaiserslauterndamals fest, sei deutlich geworden, „dass Techniknicht die sozialen Kontakte ersetzt, sondern dassein technisches Gerät wie PAUL die Gemeinschaftsbildungfördern kann. Denn PAUL stellt ein verbindendes,neutrales Gesprächsthema dar.“Ähnliches berichtet Seniorin Else Schneider ausPotsdam: Die Technik des Projekts SmartSeniorsei jetzt abgebaut – aber Kontakt zu den anderenTeilnehmern habe sie immer noch.Die Ergebnisse des Projekts AlterLeben sind in einem Bericht zusammengefasst, der für24 € beim Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (verband@vswg.de)bezogen werden kann.Unter www1.smart-senior.de/presse/pressematerialien ist der Projektreport vonSmartSenior kostenfrei zu haben.Weitere AAL-Projekte von wohnungswirtschaftlicher Relevanz:18 Forschungsprojekte gingen 2009 aus der vom Bundesministerium für Bildung und Forschunginitiierten Bekanntmachung „Altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes undunabhängiges Leben – AAL“ hervor. Ein erheblicher Teil davon ist für Wohnungsunternehmenrelevant – u. a. die folgenden Forschungsprojekte:AUTAGEF (www.autagef.de): Das Projekt „Automatisierte Assistenz in Gefahrensituationen– AUTAGEF“ unter Beteiligung der Wohnungsgenossenschaft Aufbau Dresden eG verfolgt dasZiel, in Notfällen automatisch Hilfe herbeizurufen. Erfolgen soll dies, indem Strom-, Gas- undWasserzähler Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf erfassen und gegebenenfalls Alarm auslösen.Das Projekt läuft noch bis Mai 2013.SELBST (www.selbst-im-alter.de): Der Name des von der pme Familienservice GmbH in Berlinkoordinierten Projekts steht für „Selbstbestimmt Leben im Alter mit Mikrosystemtechnik“.Bereits bestehende technische Einzellösungen sollten altengerecht und kostengünstig miteinandervernetzt werden, um älteren Menschen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. ImSeptember 2012 wurde das Projekt abgeschlossen.SmartAssist (www.itm.uni-luebeck.de/projects/smartassist): Die „Plattform zur Unterstützungvon sozialen und gesundheitlichen Aspekten bei der Gestaltung eines altersgerechtenautonomen Lebens“ wird vom Lübecker Wachunternehmen Dr. Kurt Kleinfeldt GmbH koordiniert.Ziel ist ein sozio-technisches Unterstützungssystem, das es Senioren ermöglicht, längerselbständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Dazu werden in der Wohnung drahtloseSensoren installiert, die über Internet mit einem Serviceportal verbunden sind. Das Projekt liefbis Juli 2012. Die letzte Veröffentlichung auf der Projekt-Website datiert von Anfang 2011.TSA (www.aal-tsa.de): Das Projekt „Technisch-soziales Assistenzsystem für Komfort, Sicherheit,Gesundheit und Kommunikation im innerstädtischen Quartier“ läuft noch bis Juli2013. Unter Koordination der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Speyer eG werden in eineminnerstädtischen Quartier der Stadt Speyer Netzwerke zur Unterstützung älterer Menschenaufgebaut – sowohl auf sozialer Ebene (Schwarzes Brett, Integration von Dienstleistern) alsauch auf technischer Ebene (Bewegungsmelder, Kommunikationstechnik).VAMOS (www.vamos-projekt.de; www.sophia.com.de): Das Projekt „Versorgungseffizienzdurch assistive, modulare Technologien in bedarfsorientierten Szenarien“ lief im Juli 2012aus. Ziel war es, ein neues Service-System zu entwickeln, das die Versorgungs- und Betreuungsqualitätvon Pflegepatienten im häuslichen Bereich sichert. VAMOS wurde von der SophiaConsulting & Concept GmbH in Bamberg koordiniert und ist jetzt im Projekt SOPHITAL aufgegangen,das ein umfassendes Angebot in den Bereichen Sicherheit, Gesundheit und Komfortunterbreitet.40 12 | 2012


THEMA DES MONATSInterview zu einem Feldtestvon altersgerechten Assistenzsystemen„So alt bin ich noch nicht”Quelle: FH Frankfurt/MainIm Bestand der ABG Frankfurt Holding in Frankfurt/Main ist der Feldtest „Altersgerechte Assistenzsystemein der Wohnungswirtschaft“ gestartet worden. Wissenschaftlich begleitet wird der Test von Prof. Dr.Barbara Klein, Professorin für Organisation und Management der Sozialen Arbeit, Fachbereich Soziale Arbeitund Gesundheit an der Fachhochschule Frankfurt/Main. Die DW sprach mit ihr über erste Erfahrungen.Frau Prof. Dr. Klein, auf Kongressen zum ThemaAAL hat man als Besucher oft das Gefühl, dasszwischen den Projekten der Fachleute und denWünschen der Nutzer eine erhebliche Diskrepanzbesteht. Teilen Sie den Eindruck?So pauschal kann man das nicht sagen. Ich glaube,dass es vor allem an Information und Aufklärungder Nutzer fehlt. Es gibt auf dem Markt eineganze Reihe von Produkten, die die Menschengar nicht kennen. Selbst an den Hausnotruf, denes seit 30 Jahren gibt, sind in Deutschland nuretwa 400.000 Menschen angeschlossen. Dabeigibt es insgesamt rund 2 Mio. Pflegebedürftige,von denen die Hälfte zu Hause betreut wird. EinHindernis für die weitere Verbreitung von altersgerechtenAssistenzsystemen stellen sicher auchdie Kosten dar.Aber selbst für Pilotprojekte der Wohnungswirtschaft,bei denen die Teilnahme umsonstist, finden die Unternehmen manchmal nur mitMühe genügend Teilnehmer …Die Kosten geben auch nicht allein den Ausschlag.Viele Menschen haben die Einstellung:So alt bin ich noch nicht! Und: Solche Systemebrauche ich noch nicht. Offenbar fällt es schwer,den Nutzen von altersgerechten Assistenzsystemenzu erkennen.Mit Ihrem Feldtest in Frankfurt wollen Sie dazubeitragen, das zu ändern. Was ist geplant?Wir möchten 50 bis 60 Mieterinnen und Mieterder ABG Holding dafür gewinnen, altersgerechteAssistenzsysteme zu testen. Das Projekt findet imRahmen des Programms Loewe (Landes-Offensivezur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischerExzellenz, HA-Projektnr. 338/12-28) statt undläuft über zwei Jahre. Angewendet wird dabeiein Hausnotrufsystem mit erweiterten Sensorlösungen,also beispielsweise einem Fallsensor,der Alarm schlägt, wenn der Mensch stürzt, odereinem Aktivitätsknopf. Den muss man einmal amTag drücken, sonst erkundigt sich die Leitstelle,ob alles in Ordnung ist. Herausfinden möchtenwir mit unserem Feldtest in erster Linie, welcheErwartungen die Teilnehmer an die Geräteund Dienstleistungen haben, welche Geräte undDienstleistungen sie benötigen und nutzen undwie es mit der Handhabung aussieht.Ausgewählt für den Feldtest wurde der StadtteilGallus. Warum gerade der?Es handelt sich um einen interessanten Stadtteilmit einem hohen Anteil an Migranten undLeistungsempfängern sowie einem niedrigenDurchschnittseinkommen. Wir möchten unteranderem herausfinden, wie die Akzeptanz vonaltersgerechten Assistenzsystemen in einemsolchen Umfeld ist.Wie sieht es dabei mit dem Datenschutz aus?Auch das wird in unserem Feldtest untersucht.Zu berücksichtigen ist dabei, dass manche altenLeute sagen: Wenn es mir Assistenzsystemeermöglichen, in der Wohnung zu bleiben, stattin ein Pflegeheim zu gehen, so nehme ich eingewisses Maß an Überwachung und Monitoringin Kauf.Können altersgerechte Assistenzsysteme diemenschliche Pflege ganz ersetzen?Nein, sie sind eine Ergänzung, kein Ersatz. DieSysteme können nicht pflegen. Aber sie erhöhendas Sicherheitsgefühl der Menschen.Frau Prof. Klein, vielen Dank für das Gespräch.Mit Prof. Dr. Barbara Klein sprach Christian Hunziker.12 | 201241


ENERGIE UND TECHNIKTHEMA DES MONATSAssistenzfunktionen in WohnungenTechnikunterstütztes, selbstbestimmtes Wohnen im AlterWerden Senioren gefragt, wo sie im Alter wohnen möchten, steht die eigene Wohnung hoch im Kurs. Wieman ihre Anforderungen erfüllen kann, ist Gegenstand von Debatten und Studien. Die barrierefreie bzw.-arme Gestaltung von Wohnung und Haus regeln verschiedene Normen. Aber reichen Maßnahmen wie gutbeleuchtete Wege, ein rollstuhlgerechter Fahrstuhl im Haus, breite Türen oder rutschfeste Bodenbelägeaus, um Menschen ein längeres, selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu ermöglichen? Muss nicht auch dietechnische Wohnungs- und Gebäudeausstattung helfen, hier Angebote zu schaffen?Quelle: EBZQuelle: Fraunhofer-GesellschaftProf. Dr.-Ing.Viktor GrinewitschusProfessor für Energiemanagementin der Immobilienwirtschaftebz Business SchoolBochumSenioren sind für die Wohnungswirtschaft eineinteressante Zielgruppe. Dem steigenden Bedarfsteht auch eine hohe Motivation auf Seiten der Immobilieneigentümergegenüber, durch Auf- undZentral-Aus-/PanikschalterInformationBewohnerzustand/AktivitätenBenachrichtigungBetreuer/PflegerWohnung mit AssistenzfunktionenAutomatischesNachtoreintierungslichtServiceplattform/KommunikationUmrüstung von Wohnungen hier ein adäquatesAngebot zu unterbreiten. Bei kognitiven Einschränkungenhelfen barrierefreie Ausstattungenjedoch nur bedingt. Die Schwerpunkte des Unterstützungsbedarfessind andere. Die DeutscheAlzheimer Gesellschaft e. V. gibt z. B. seit 2000regelmäßig Orientierungshilfen heraus, welchetechnischen Hilfen für Demenzkranke in der eigenenHäuslichkeit sinnvoll sind. Dabei geht es eherum Funktionen zur Erhöhung der Sicherheit, derNotfallerkennung, aber auch um Hilfsmittel zurVerbesserung der sozialen Kommunikation und desZusammenspiels der Senioren mit professionellenBetreuern. Kombiniert man diese Anforderungenmit den zunehmend am Markt verfügbaren Smart-Zentral-Aus-TasterSchaltbare Steckdosen(Kaffeemaschine, Toaster, …)offenes FensterHeizungssteuerungWassersensor(Wasser abschalten anWaschbecken und Wanne)Herdabschaltung(„Eieruhr“/Rauchmelder)RolladenHome-Lösungen, entstehen Wohnungen, die einenumfassenden Unterstützungsbedarf geben.Die Zeit ist reif für die Diskussion, wie Infrastrukturenin Wohnungen heute beschaffen seinmüssen, um einige wichtige Funktionen bereitsals Basisausstattung zu realisieren, andere beiBedarf gezielt und kostengünstig nachrüsten zukönnen. Die Wohnung oder Immobilie der Zukunftwird assistenzfähig sein. D. h., in Abhängigkeitder jeweiligen Situation, wird der Bewohner informiert,werden Funktionen automatisch ausgeführtoder externe Personen benachrichtigt, wenn miteiner gewissen Wahrscheinlichkeit eine Notsituationerkannt wurde. Wie bei der barrierefreienGestaltung von Wohnräumen gilt auch hier, dassdie Lösungen in vielen Fällen auch geeignet seinsollten, nicht oder nur gering betroffene Menschenim täglichen Leben zu unterstützen.Sicherheits-Assistenzfunktionenin WohnungenIm Folgenden sind Funktionen beispielhaft aufgeführt,die sich auf der Basis der beschriebenenInfrastrukturen realisieren lassen (siehe Grafiklinks):• Abschaltung kritischer Verbraucher (Herd,Bügeleisen etc.) nach Ablauf einer maximalenBenutzungsdauer, bei Rauchentwicklung oderbeim Verlassen der Wohnung,• Orientierungslicht, welches sich automatischbeim Verlassen des Bettes in der Nacht aktiviert,• Notrufschalter am Bett, mit dem Angehörigeoder professionelle Pflegekräfte alarmiert werdenkönnen,42 12 | 2012


• Erkennen kritischer Situationen (Bad nichtverlassen, Fehlen von Aktivität in der Wohnungtrotz Anwesenheit) und Weiterleitung der Informationan Betreuenden.Weitere Assistenzfunktionen, insbesondere für dieNotfallerkennung, aber auch für ´die Erhöhungder Energieeffizienz sind verfügbar bzw. in derEntwicklung. Werden Wohnungen nach dem beschriebenenSchema ausgestattet, können diesein der Regel sehr einfach ergänzt werden.Realisierung von Assistenzfunktionenin ImmobilienFür die Umsetzung von Assistenzsystemen hatsich vor allem die in der Grafik rechts dargestellteSystemarchitektur als grundlegend herauskristallisiert.Die assistive Umgebung entsteht dadurch,dass die beteiligten elektrischen Geräte, Sensorenund Messvorrichtungen so miteinander vernetztsind, dass deren Daten an einer zentralen Stellegesammelt, ausgewertet und zu neuen Funktionenverknüpft werden können. Dazu gehört auch,dass im Bedarfsfall die Technik in der Wohnung mitAngehörigen oder Dienstleistern kommunizierenkann. Mittels einer an die akuten Bedürfnisse desBewohners angepassten Software auf einem sog.Service Gateway erscheint die Wohnung als „intelligentes“System.Für die Realisierung einer solchen intelligentenUmgebung existieren verschiedene Möglichkeiten,die sich im Aufwand für die Verkabelung undden Kosten unterscheiden:BussystemeFür die Elektroinstallation haben sich je nachSegment (Wohngebäude oder Zweckbauten)verschiedene Bussysteme am Markt etabliert.Bussysteme zeichnen sich dadurch aus, dass dieSensoren (Schalter, Bewegungsmelder etc.) undAktoren (Schaltrelais für Licht, Rolladen, Dimmeretc.) mit einer Datenleitung untereinander verbundensind. Die Marktführer in Deutschland sindKNX und LON, daneben existieren einige kleinereSysteme (z. B. LCN). In höherwertigen Immobilienfinden diese Systeme eine steigende Verbreitung,für den breiten Einsatz in der Wohnungswirtschaftwerden die Kosten im Allgemeinen als zuhoch empfunden.Zentrale Steuerungen (SPS-Systeme)In preissensitiven Gebäuden etablieren sich zunehmendSysteme auf der Basis einer Industriesteuerung.Hierbei wird z. B. pro Wohneinheit inder Unterverteilung eine speicherprogrammierbareSteuerung (SPS) eingesetzt. Der Verkabelungsaufwandist etwas größer als bei Bussystemen,dafür kann durch die Verwendung konventionellerSicherheits-LeitstellenGerätewartungSensoren und einer preiswerteren Aktorik die Installationdeutlich preiswerter ausgeführt werden.SPS-Systeme erlauben es aufgrund ihrer Struktur –Kommunikation über das Netzwerk ist Bestandteilder Basiskomponenten – Multimediageräte (Tablet-PC,Smartphone, internetfähiges TV-Gerät)einfach und kostengünstig zu integrieren. So istz. B. in Erlangen eine Seniorenwohnanlage mit einerSPS und AAL-Funktionen ausgestattet worden,die Mehrkosten für Material und Programmierunglagen gegenüber einer konventionellen Installationbei 2.500 € pro Wohneinheit.FunksystemeDie Steuerungstechnik lässt sich grundsätzlichauch unter Verwendung von Funksystemen realisieren.Diese arbeiten meist auf einer Frequenzvon 868 MHz, die Software läuft auf einer Steuerungszentrale,die mit den Aktoren und Sensorenkommuniziert. Hier sind als Marktführer die FirmenEQ-3 (u. a. Zulieferer für das Smart-Home-Systemvon RWE) und die Fa. Enocean zu nennen. Letzterehaben sich darauf spezialisiert, die Komponentennicht über Batterien zu betreiben, sondern die notwendigeEnergie aus der Umgebung zu gewinnen(Solarzellen, Gewinnung von Energie aus der mechanischenBetätigung (Tastendruck, Drehen einesFenstergriffes etc.). Bei reinen Funksystemen ist dieAktorik dezentral angeordnet.MischsystemeRemote-Navigation(Access & Messaging)SmartHome-PlattformSystemarchitektur von AssistenzsystemenLast Mile:ISDNPOTSXDSLPLCGSMUMTSEin interessanter Ansatz ist es, für eine Grundfunktiondie sehr zuverlässigen verkabelten Systemezu verwenden und diese fallweise (je nachAnforderung) mit Funkkomponenten zu ergänzen.Home-NavigationService-GatewayFunkControl & MaintainanceGrundsätzlich ist eine solche Vorgehensweise mitBus- oder SPS-Systemen gleichermaßen möglich,die Programmierkosten für die Software-Anpassungsind bei SPS-Systemen kleiner.Zukunft schon heute?SecurityHomebusPowerlineIntelligente Gebäudetechnik ermöglicht umfangreicheund zunehmend bezahlbare Assistenzfunktionenfür das Wohnen im Alter. Benötigt wird eineInfrastruktur, die sich in Neubauten einfach installierenbzw. in Bestandsgebäuden bei Mieterwechseloder einer Renovierung der Wohnung nachrüstenlässt. Der Nutzen ist ähnlich hoch einzuschätzenwie Maßnahmen für die Barrierefreiheit, Assistenzfunktionenbieten zusätzlich eine Unterstützung beikognitiven Einschränkungen. Daher ist bei Neubauten,aber auch bei Sanierungen zu prüfen, inwieweitsich Infrastrukturen und Assistenzfunktionen in dasBaukonzept aufnehmen lassen.Eine Herausforderung stellen sicherlich immer nochdie für die Wohnungswirtschaft realisierbaren Kosten,die Finanzierungswege außerhalb von FörderoderModellprojekten sowie die rasante technischeEntwicklung bzw. die Unsicherheit über den „richtigen“Zeitpunkt zum Einstieg dar – auch wenn esletzteren, analog zum privaten Computerkauf, niegibt. Eine Aufgabe bleibt bestehen: Die künftigenNutzer (wie auch die Immobilieneigentümer) wissenimmer noch zu wenig darüber, was sie künftigbegehren oder benötigen werden. Anders als beimPKW sind die technischen Möglichkeiten und derMehrwert von Assistenzsystemen im Wohnbereichnoch zu unbekannt. Gleiches gilt für mögliche Geschäftsmodelle,mit denen die Refinanzierung derInvestitionen sichergestellt werden können.FunkMeteringBusinessmodelle:Dienstleistungen Plattform Zugang Gateway User-Interface Netzwerke Geräte12 | 201243


ENERGIE UND TECHNIKAngehörigeEhrenamtKommunale Verwaltung,mobile Verwaltung,SEKOSozialarbeiterBehördenNachbarnDer Tageshilfs- undGesprächspartnerBeratungSozialpädagogischeFamilienhilfeTransport- undReisediensteSoziale EinbindungBegegnungsstätteDie Notrufzentrale24-Std.-DienstServicebüro derWohnungsgenossenschaftKrankenkassePflegekasseKassenApothekenRettungsdiensteÄrztePflegediesnsteGesundheitsdiensteHäuslicheKurzzeitpflege mitAssistentenrufTechnischeDienstleistungenKooperationspartner für Einbau,Qualifizierung, WartungQuelle: Imagebroschüre, www.vswg-alterleben.deAlterLeben: Das Konzept der „mitalternden Wohnung” – hier die wohnbegleitenden Dienstleistungen.THEMA DES MONATSWohnen für ein langes LebenWege zu mehr altersgerechten Umbautenund technisch gestützten DienstleistungenKein immobilienwirtschaftlicher Kongress vergeht ohne mehrfache Verweise auf die langfristig schrumpfendeund kontinuierlich älter werdende Gesellschaft. Zu Recht. Auch wenn manch eine Demografie-Folie aufgrundbekannter Fakten auf Kongressbesucher ermüdend wirken mag - es handelt sich mindestens gleichgewichtigzum Energiethema um die zentrale Herausforderung der Branche und der gesamten Gesellschaft.Dr. Claus WedemeierReferent Wohnen für ein langesLeben, Multimedia und ITGdW, BerlinImmer mehr Wohnungsunternehmen bieten ihrenMietern und Mitgliedern einWohnen für einlanges Leben” an. Sie entsprechen damit demWunsch der Menschen, möglichst lange ein selbstbestimmtesLeben in ihren vertrauten vier Wändenzu führen. Die in den GdW-Mitgliedsverbändenorganisierten Unternehmen haben bei altersgerechtenUmbauten und bei Dienstleistungen eineVorreiterrolle übernommen.Schon heute sind rund 350.000 GdW-Wohnungenbarrierearm oder barrierefrei. Das sind6 % aller GdW-Wohnungen. Zum Vergleich: Bundesweitsind nur rund 1,5 % – 550.000 Wohnungen– bereits in einem solchen Zustand. Zudem könnenMieter in GdW-Unternehmen häufig spezielleDienstleistungen und Pflegeangebote für Ältereabrufen, die zunehmend durch neue technischeAssistenzsysteme ergänzt werden (siehe Seite 38und 48).Rahmenbedingungen schaffenJedes Wohnungsunternehmen geht dabei grundsätzlichin drei Schritten vor:1. Herstellung von barrierearmen Wohnungen undGebäuden,2. Einbau technischer Unterstützungssysteme und3. Angebot oder Vermittlung von Dienstleistungenfür Mieter, die teils technikunterstützt, teilsjedoch auch völlig technikunabhängig erbrachtwerden.So engagiert viele Projekte auch sind, stoßen siedoch in der Praxis auf Hemmnisse, die den Übergangin einen „Massenmarkt” erschweren. Nicht44 12 | 2012


Bauliche Maßnahmen„barrierearm“TechnischeAusstattung(Soziale)Dienstleistungenvernetztes WohnenQuelle: GdWKommunikation/MultimediaanwendungenSicherheitsanwendungenWohnen für ein langesLeben: die drei HandlungsfelderKlassenbester!KomfortanwendungenGestufte Betreuungskonzepte für ältere PersonenGesundheitsdienstleistungen(z. B. im Bereich Prävention und ambulanter Rehabilitation)EnergieeffizienzDimensionen vernetztesWohnen/Ambient AssistedLiving (AAL);-)zufällig handelt es sich bei den anspruchsvollenMaßnahmen im Bereich Technik und Dienstleistungenmeist um zeitlich begrenzte, staatlich geförderteProjekte, die nach Auslaufen der Förderungnicht in jedem Fall fortgeführt werden. Lediglichder barrierearme Neu- und Umbau von Wohnungenwird im Regelfall ohne Förderung finanziert.Fakt ist: Natürlich haben Wohnungsunternehmenselbst klare ökonomische Vorteile, wennMieter länger in ihren Wohnungen verbleibenkönnen. Richtig ist aber auch, dass derzeit dieKombination von Umbauten, Einbau technischerAssistenzsysteme und Dienstleistungen oft nichtwirtschaftlich darstellbar ist. Zusammen mitWohnungsunternehmen wollen der GdW und seineVerbände darum gezielt auf die unterschiedlichenRahmenbedingungen einwirken, die hier dieWirtschaftlichkeit erhöhen könnten.Ansatz ist eine ganzheitliche Betrachtung. Imbaulichen Bereich bedeutet dies beispielsweise,dass barrierearme Wohngebäude von sehr eingeschränktemNutzen sind, wenn es im Quartier aufStraßen und Gehwegen nur von Stufen und Schwellenwimmelt. Folglich muss auch die Kommune indie Überlegungen einbezogen werden. Auch dieden Mietern angebotenen Dienstleistungen werdennur dann nachhaltig sein, wenn im Quartierzumindest ein Basisangebot im Bereich Handel undDienstleistungen zur Verfügung steht.Ein weiterer Aspekt: Wenn auch hochbetagteMenschen nicht in einem Heim, sondern mindestensebenso gut in ihrer Wohnung betreut werdenkönnen, werden die sozialen Sicherungssystemeund Kommunen von den deutlich höheren Kosteneiner stationären Versorgung entlastet. Das bedeutet,neben den Kommunen auch zum Beispieldie Kranken- und Pflegekassen in die Überlegungeneinzubeziehen.Politische und gesellschaftliche AufgabenNach Berechnungen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe(KDA) im Auftrag des BMVBS soll bis zumJahr 2020 der Bedarf an altersgerechten Wohnungenauf drei Millionen Wohnungen steigen. Auchwenn der tatsächliche Bedarf bei Veränderungender Berechnungsgrundlage vielleicht auch etwasgeringer ausfallen könnte. Das Ziel bleibt klar. „Wirbrauchen mehr altersgerechte Wohnungen – unddas geht in entsprechenden Größenordnungennur über Umbauten im Bestand”, erklärte AxelGedaschko, Präsident des GdW – Bundesverbanddeutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen,z. B. anlässlich des Demografiegipfels derBundesregierung im Oktober 2012 in Berlin. Kommunen,Pflegekassen und auch die Menschen seienschon heute finanziell damit überfordert, Ältereund Pflegebedürftige überwiegend in stationärenEinrichtungen unterzubringen.Getreu dem ganzheitlichen Ansatz, wonach auchtechnische Assistenzsysteme sowie individuelleDienstleistungen rund um das Wohnen wichtigeVoraussetzungen für ein selbstständigesFreude am intelligentenBestandsmanagement mit epiqr ® !www.calcon.deeine Ausgründung desIBP


ENERGIE UND TECHNIKUnterstützung bei spezifischen Krankheiten(Demenz u. a.)• Bewegungsmelder, Sturzmelder• Füllstandsmelder (Aqua-Stopp-Systeme)AlterLeben: Das Konzept der „mitalternden Wohnung”– bauliche und technische Maßnahmen.Quelle: Imagebroschüre, www.vswg-alterleben.de60 70 80 Jahre …Einbindung pflegerischer Unterstützungsleistungendes alltäglichen LebensUnterstützung• des Geistes (Informations verarbeitung,Gedächtnis)Unterstützung• der Sinne (Sehen)• des Körpers (Kraft)Unterstützung• der Sinne (Sehen, Hören, Fühlen/Tasten)• des Körpers (Beweglichkeit,Fingerfertigkeit)• des Geistes (Koordination)Leben zu Hause, sind, geht der GdW noch einenSchritt weiter: „Wir brauchen einen MasterplanWohnen für ein langes Leben – und zwar auch fürjede einzelne Kommune”, so die Forderung vonAxel Gedaschko. Ein zentraler Bestandteil einessolchen Masterplans soll die finanzielle Unterstützungkommunaler Demografiekonzepte sein, umauch die kommunale Infrastruktur wie Straßen,Verkehr, öffentliche Gebäude und Dienstleistungenanzupassen.Der Quartiersbezug spielt dabei die zentrale Rolle.So sieht der GdW bei der Anpassung der Quartierespezielle Koordinatoren, sogenannte „Kümmerer”vor Ort, als besonders hilfreich und förderungswürdigan. Zudem bedarf es darüber hinaus einergroßen Pflege- und Gesundheitsreform, die denneuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und den Grundsatz„ambulant vor stationär” auf allen Ebenenberücksichtigt. Auch sollten bestimmte telemedizinischeLeistungen viel stärker in die Leistungskatalogeder gesetzlichen Krankenkassen aufgenommenwerden, um eine ambulante Betreuung aufeine gesicherte finanzielle Grundlage zu stellen,ohne dabei die Kassen überfordern zu dürfen. DiePflegekassen sollten nach den Vorstellungen desGdW vorrangig auch die Übernahme der Kosten fürden Betrieb von Assistenzsystemen in den Wohnungenebenso für Menschen mit Pflegestufe „0”zulassen.Im Bereich der Dienstleistungen setzt der GdWauf eine Stärkung des Ehrenamts. EhrenamtlicheHelfer erbringen eine immense Leistung für dieGesellschaft und werden auch künftig unverzichtbarsein, bezahlbare Dienstleistungen rundum das Wohnen sicherzustellen. Bestandteil des• Vitaldatenüberwachung• Telemedizinische Dienste• Abschaltsysteme (Herd, Licht)• Überwachungssysteme (Fenster, Türen)• Anziehhilfen• Gegenstände zur Orientierung („alte Technik”)• Notrufsystem in Kopplung mit Dienstleistung• Elektronisch verschließbare Fenster und Türen• Telefonausstattung in jedem Raum• Anpassung Lichtbedarf, Farbgestaltung ankörperliche Bedürfnisse (Wahrnehmung desFarbspektrums)• Schallgedämmte Räume, niedrigfrequenteSignaltöne• Unterstützung der Beweglichkeit z. B. durchFahrstsühle, FahrserviceGrundanforderungen sichern:Vorbereitung auf bauliche/wohnliche Veränderungen• Barrierearme Bad- und Küchengestaltung• Barrierearme Zugänge zur/in der Wohnung (Türen, Treppen)• Bewegungsfreiräume durch Änderung des WohngrundrissesMasterplans muss danach sein, steuerliche undversicherungsrechtliche Rahmenbedingungen zuverbessern sowie Anreize für Fortbildungsmaßnahmenzu geben.WEITERE INFORMATIONENDie Wohnungswirtschaft organisiertSozialräume für ein langes selbständigesLeben: Wohnen und Services für ältere undbetreuungsbedürftige Menschen werdenzum entscheidenden Erfolgsfaktor – überdieses und weitere Themen informiert dieWebsite:www.wohnenfüreinlangesleben.deWohnungswirtschaftDienstleisterTechnikanbieterSozialversicherungsträgerMieter /Versicherte /AngehörigeSoziale Dienstleistungen• Kommunikation, geistige Anregung, Organisation Soforthilfe• Wohnungseigentümer• Zugang zu den Medien• Zugang zu den technischen Netzen• (Teil-)Finanzierung technischer Komponenten und Dienstleistungen• Erbringung sozialer, pflegerischer undhaushaltsnaher Dienstleistungen• (Teil-)Finanzierung von Dienstleistungen undevtl. technischen Komponenten• (Teil-)Finanzierung und Bereitstellung technischer Komponenten• Erbringung (technikbezogener) Dienstleistungen• Finanzierung von Dienstleistungen und technischen Komponenten• Zugang zu den Versicherten• (Teil-)Finanzierung von technischen Komponentenund Dienstleistungen• Nutzer von Technik und DienstleistungenVernetzungspartner – die Rollenverteilung definierenKooperationen, Austausch, EvaluationEs wäre jedoch zu kurz gegriffen, allein über dieVeränderung ökonomischer und rechtlicher RahmenbedingungenBestandsumbauten sowie technikgestützteDienstleistungen massenhaft forcierenzu können. Der Austausch von Know-how vonUnternehmen, die bereits über spezifische Erfahrungenverfügen, hin zu anderen Unternehmen isteine weitere Anforderung. So zeigen zahlreicheBeispiele von Wohnungsgenossenschaften undWohnungsgesellschaften, dass entgegen einerverbreiteten Vorstellung ältere Menschen einenZugang zu neuen Techniken haben, auch wenn naturgemäßdie angebotenen persönlichen Dienstleistungenbei vielen Mietern auf noch stärkereAkzeptanz stoßen.Einige Wohnungsunternehmen haben zum Beispiellängst vor Abschluss ihrer mit Bundesmitteln gefördertenProjekte beschlossen, den Einbau unddie Nutzung technischer Assistenzsysteme zusammenmit den entsprechenden Dienstleistungenauch ohne Förderung fortzusetzen. Solche Beispielekönnen anderen WohnungsunternehmenMut machen, ähnliche Projekte anzugehen.Der GdW will daher mit Unterstützung der Wohnungsunternehmenund zweier wissenschaftlicherInstitute in einem Projekt die Ergebnisse mehrererProjekte evaluieren und daraus Handlungsempfehlungenfür alle Wohnungsunternehmenableiten. Das Projekt soll möglichst noch in 2012gestartet werden. Der Abschluss ist in der erstenJahreshälfte 2014 geplant.GeschäftsmodelleQuelle: GdW46 12 | 2012


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ENERGIE UND TECHNIKTHEMA DES MONATSWohnen für ein langes LebenGenerationengerechte GebäudemodernisierungWenn die Wohnung mitdenkt, können Älter länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wändenverbleiben. Doch damit vernetzte Häuser den Alltag erleichtern und im Notfall Kontakt zu Helfernaufbauen können, müssen erhebliche Investitionen erfolgen. Diese lassen sich mit der ohnehin erforderlichenModernisierung der Bestände kombinieren oder beim Neubau realisieren. Neben einer Vielzahlkleinteiliger und nicht besonders kostspieliger Maßnahmen ist der Einbau barrierearmer Elemente undzukunftsfähiger vernetzter Technologien ratsam. Der Artikel zeigt Möglichkeiten auf.Dr. Armin HartmannHartmann Real EstateBochumLaut der Studie „Wohnen im Alter“ des Kuratoriumsdeutsche Altershilfe (KDA) im Auftrag desBMVBS besteht in den nächsten Jahren ein Bedarffür 2,5 Mio. altengerechte Wohnungen. Wie dieseWohnungen entstehen sollen, ist dabei jedochnoch unklar. Klar ist jedoch, dass dies wenigerdurch Neubau als vielmehr durch Änderungenim Bestand zu erreichen ist. Die Branche musskünftig erheblich investieren, schließlich gilt eszwei Herausforderungen zu begegnen: Lösungenfür den demografischen Wandel müssen mit energetischenModernisierungen kombiniert werden.Durch eine Begrenzung der Nebenkosten verbesserndie Unternehmen ihre Wettbewerbssituation,Wohnungen mit niedrigeren Betriebskosten lassensich besser vermieten. Das Umweltargument zähltdagegen wenig – eine Befragung zur Energiewendeergab aktuell: Wohnen und dabei die Umwelt schonenwollen alle, nur dafür mehr bezahlen wolltefast niemand.Um die energetischen Anforderungen zu erfüllen,investieren Wohnungsunternehmen jährlichhohe Beträge in ihre bestehenden Wohnanlagen.Im Zuge dieser Maßnahmen auch Anpassungen andie Wohnwünsche ältere Menschen durchzuführen,bietet sich an. Dabei gilt es aber zu beachten,dass sich bestehende Wohnungen wirtschaftlichnicht barrierefrei nach DIN umrüsten lassen – dieseWohnform bietet sich eher im Bereich von Neubautenan.Die klassische Barrierefreiheit ist vielfach gar nichtnotwendig: Bereits kleine Änderungen lassen dieWohnung „barrierearm“ werden und ermöglichendamit einen längeren selbständigen Verbleib inder eigenen Wohnung; und genau dies ist einerder größten Wohnwünsche älterer Menschen. ImFolgenden werden daher Möglichkeiten aufgezeigt,die sich im Rahmen ohnehin anstehenderModernisierungen einfach und kostengünstiggleich mit erledigen lassen. Positiv ist dabei auchdie Verbindung verschiedener Fördermöglichkeiten.Neben den klassischen Programmen der energetischenModernisierung gilt seit April 2012 dasneue KfW-Förderprogramm 159 „AltersgerechtUmbauen“ (siehe Infokasten Seiite 50). Damitwerden Umbauten, aber auch explizit technischeMaßnahmen gefördert, die älteren Menschen dennotwendigen Wohnraum schaffen.Quelle: SmarterWohnenNRWFingerscan-Öffnungssystem einer im Rahmen der Modellprojekts SmarterWohnenNRWumgerüsteten Wohnung der HWG Hattingen.Maßnahmen „Barrierearmut“Die demografische Entwicklung ist im Zuge von„normalen“ Modernisierungen zu berücksichtigen.Damit bietet sich die Chance, nachhaltigvermietbare Wohnungen für ältere Menschen zuschaffen. Zur konkreten Umsetzung werden dreiHandlungsebenen vorgeschlagen. Die Beispielesollten als Anregungen verstanden werden; sie48 12 | 2012


In einer Modellwohnung der HWG Hattingen wurden verschiedene Systeme des vernetzten Wohnens eingebaut und erprobt –über einen Fernseher können u. a. Bestellservices oder „Schwarzes-Brett“-Funktionen genutzt werden.können erweitert bzw. kombiniert werden. Dabeiwird ein Baukastensystem empfohlen, damit jederMieter die Angebote bekommen kann, welcheer benötigt, und die Wohnung zur „mitalterndenWohnung“ wird.Handlungsebene 1: Innerhalb der WohnungAn erster Stelle sollte hier ein schwellenloseroder schwellenarmer Zutritt zur Wohnung sowieder Balkonaustritt geschaffen werden. Weiterhinwären die Wohnungstür sowie Innentüren im Zugevon Modernisierungen auf mindestens 90 cm zuverbreitern. Wenn bei der Modernisierung auchdie Elektroinstallation erneuert wird, gilt es größere,einfach zu bedienende Schalter zu verwenden.Schalterelemente sollten auf einer Höhe von85-95 cm montiert und damit das Einstecken vonelektrischen Geräten einfacher gelingt, Steckdosenhöher als üblich installiert werden. Auch dieHöhe der Fenstergriffe ist zu beachten: Es kannsinnvoll sein, im Rahmen eines anstehenden FensteraustauschsElemente zu wählen, bei denen derGriff nicht wie üblich mittig, sondern tiefer angebrachtist – das Öffnen wird damit erleichtert.Bezogen auf die Einbauhöhe ist ebenfalls der Türspionder Wohnungstür zu nennen, der auf einerHöhe von 1,50 m zu montieren ist.Fenster und Türen spielen insgesamt eine wichtigeRolle, denn ältere Menschen haben ein erhöhtesSicherheitsbedürfnis. Wohnungen anzubieten, diedarauf eingestellt sind und über entsprechendeElemente verfügen, kann sich daher lohnen. DieWohnungseingangstür sollte über einen Sicherheitsbeschlagverfügen, der sich beim ohnehinanstehenden Türwechsel fast ohne Mehrkostenrealisieren lässt. Gleiches gilt für die Pilzkopfverriegelungund einen „Durchgriffsschutz“ beiFenstern – beide Sicherheitsmerkmale sind beimFenstertausch quasi zum Nulltarif zu bekommen.„Hier wohnen Sie sicher“ ist ein Vermarktungsvorteil,nicht nur bei der Ansprache Älterer. Dieseswird durch den Einbau von Rauchmeldern und Vorbereitungenvon Hausnotrufgeräten oder technischenUnterstützungssystemen noch verstärkt.Handlungsebene 2: Innerhalb des BadezimmersDas Badezimmer stellt eine besondere Herausforderungdar. Speziell die Größe ist im Zuge derModernisierung teilweise anzupassen, da sich derAnspruch an Badgrößen verändert hat. So sindteilweise Grundrissänderungen vorzunehmen,um eine attraktive Größe zu erreichen. Dazu bietenviele Grundrisse der 1950er/1960er Jahre dieChance, die Badwand zu versetzen und auf Kostendes häufig angrenzenden Arbeits- oder Kinderzimmersmehr Raum im Bad zu erreichen. Wichtig istder Einbau von bodengleichen Duschen oder Wannenmit „Einstiegstür“. Sollte ein schwellenloserZutritt zur Dusche ohne Deckendurchbruch nichtmöglich sein, helfen mittlerweile Pumpsysteme(siehe DW 10/2012, Seite 21).Ein Verbrühungsschutz in Badarmaturen ist ebensoanzuraten (und fast ohne Mehrkosten zu12 | 201249


ENERGIE UND TECHNIKrealisieren) wie die Verwendung von rutschfestenBodenfliesen mit Farbkontrast. Von Haltegriffenoder Duschsitzen ist so lange abzuraten, bis diesewirklich benötigt werden, ein vorzeitiger Einbaustigmatisiert sonst. Beim Austausch des WCs kanneine leichte Erhöhung der Sitzhöhe für ältere Menschenjedoch durchaus hilfreich sein. Wenn baulichmöglich, sollte die Badezimmertür nach außenaufgehen und das Schloss von außen auch ohneSchlüssel zu öffnen sein.Quelle: SmarterWohnenNRWSensoren im Fenster können bei Einbruch Alarm schlagenoder beim Verlassen der Wohnung informieren,dass das Fenster noch geöffnet ist.Handlungsebene 3:Im Haus, ums Haus und im QuartierDer Zugang zum Haus ist zentral. Wichtiges Elementim Gebäude ist der Aufzug, dessen nachträglicherEinbau aber kompliziert und teuer ist. EineAlternative sind Rampen ums Haus oder kleine Liftevor Balkonen – beide Optionen sind aber aufwändigund haben den Nachteil, dass damit die Balkontürzur Wohnungstür umgestaltet werden muss.Weiterhin wichtig ist, bei der Zuwegung Stolperfallenzu vermeiden: Fußmatten im Eingangsbereichkönnen versenkt werden, um keine StolperoderRutschgefahr darzustellen. Die Bodenbelägeim Eingangsbereich sind rutschfest auszubilden.Feste Treppengeländer, kontrastreiche Farbenim Hausflur und niedrigere Mülltonnenbereicherunden die Maßnahmen am Gebäude ab. Zudemist für eine gute Ausleuchtung der Wege und einezurückgenommene Bepflanzung zu sorgen. Kellertreppensollten ferner farblich markiert werdenund die Haustür sollte leichtgängig sein.Daneben nehmen Umfeld- und Quartiersmaßnahmeneine gewichtige Rolle ein. Hier ist eine guteVersorgungssituation mit Waren des täglichenBedarfs für ältere Menschen wichtig. Weiterhinkönnen durch das Wohnungsunternehmen Treffpunkteund sonstige Maßnahmen zur Steigerungder Kommunikation organisiert werden. Das sehrumfangreiche Thema der Quartiersmaßnahmensoll hier jedoch nicht näher beschrieben werden.Maßnahmen„Vernetzte Gebäudetechnik und AAL“Neben den baulichen Maßnahmen lassen sichim Rahmen von Modernisierungen auch technischeAssistenzfunktionen mit Zukunftspotenzialeinbringen. Bei leergezogenen Wohnungen wirdhierzu der Einsatz von Bussystemen empfohlen;im bewohnten Zustand kann eine Neuverkabelungnicht erfolgen und es können per Funk vernetzteKomponenten eingesetzt werden. Durch vernetzteGebäudetechnik können vielfältige Funktionenabgebildet werden, die den Nutzern als Baukastensystemzur Verfügung gestellt werden sollten– so kann jeder die Funktionalität bekommen, dieer zur Alltagsbewältigung benötigt und die KostenIm inneren Eingangsbereich der Hattinger Musterwohnungermöglichen Schalter und Symbole dieÜberwachung und Steuerung verschiedener Wohnungsfunktionen.können reduziert werden. Es wird unterschieden inDomotik-Funktionen und Anwendungen aus demBereich Service-Wohnen:• Domotik-Anwendungen sind z.B. Zentral-Aus-Funktionen oder Zeitschalter am Ofen. Weiterhingehört eine Video-Gegensprechanlage zumStandard. Sie kann bei Bedarf das Bild auch aufdas TV-Gerät oder einen Tablet-PC übertragen,wo weitere Steuerungsmöglichkeiten für das Gebäudeangezeigt werden können. Eine preiswerteund hilfreiche Funktion ist bspw. die Koppelungeines Bewegungsmelders in Bettnähe mit einemOrientierungslicht. Damit können nächtliche Orientierungslosigkeitund einhergehende Stürzevermieden werden. Die Liste der hier aufführbarenAnwendungen ist lang, daher erfolgt nureine Beschränkung auf einige Beispiele.Ein Bewegungsmelder unter dem Bett kann z. B. beimnächtlichen Toilettengang das Licht im Flur gedimmtanschalten und so helfen, Stürze zu vermeiden.• Funktionen des Service-Wohnens sind bspw.sog. Smart Living Systeme, die Bestellservicesfür Waren des täglichen Bedarfs ermöglichen,die Kommunikation im Quartier verbessernoder Vitaldaten an Gesundheitsdienstleisterübertragen. Letztere Anwendung ermöglichtdie zukunftsträchtige Option der Telemedizin;die Wohnung wird zum dritten Gesundheitsstandort.Auch der große Bereich „Smart Metering“mit der permanenten Darstellung vonVerbrauchsdaten zählt zum Bereich Service-Wohnen. Auch hier können nur Beispiele aufgezeigtwerden. Bei allen Anwendungen ist aberzu beachten, dass der Kontakt zu Menschen imVordergrund steht und die Technik nur Mittelzum Zweck ist.KostenKFW-PROGRAMM „ALTERSGERECHTER UMBAU“Die Kosten einer energetischen Modernisierung mitbegleitenden baulichen Veränderungen betragen jenach Umfang ca. 600-900 €/m 2 Wohnfläche. EineAuswahl der beschriebenen Maßnahmen zur Barrierearmutverteuert die Modernisierung um ca. 25-30 €/m 2 . Das entspricht bei einer 65-m 2 -Wohnungeiner Investition von unter 2.000 €. Die Modernisierungselbst verteuert sich dadurch aber nur um rund3 % – eine gute Mehrinvestition, wenn dadurch eineverbesserte Vermietbarkeit und zufriedene Mietererreicht werden können. Der Ansatz für vernetzteGebäudetechnik oder das Service-Wohnen liegtebenfalls bei rund 30 €/m 2 . Dazu fallen laufendeKosten von 5 bis 10 €/Monat für die Bereitstellungvon Services und Diensten an.Seit April 2012 gibt es das KfW-Programm Nr. 159. Unterstützt wird der z. B. Abbau vonBarrie ren in bestehenden Wohngebäuden durch zinsgünstige Darlehn bis zu 50.000 € proWohnung. Dabei spielt das Alter der Bewohner oder mögliche Einschränkungen keine Rolle. Sokönnen Wohnungen auch mit Blick auf die Zukunft entsprechend umgebaut werden. Die Förderungkann für Elemente im Gebäude, aber auch für Wohnumfeldverbesserungen und explizitauch für technische Unterstützungssysteme (AAL) in Anspruch genommen werden. Erstmalswerden also auch Einzelmaßnahmen gefördert.Als Eigenprogramm der KfW ist es ausschließlich kreditbasiert, jedoch ist das zur Verfügungstehende Fördervolumen begrenzt. Weitere Informationen unter: www.kfw.de50 12 | 2012


MÜLLIONENGUTER DESIGN-IDEEN.ilco bietet langjährige Erfahrung, hohe Qualität und Top-Design.Seit mehr als 40 Jahren sind wir Spezialist in der Herstellung vonMüllschränken und Müllboxen. Wir entwickeln Lösungen, die sichoptisch hervorragend ihrer Umgebung anpassen – stilvoll undfunktional. Durch permanente Weiterentwicklung bieten wir Ihneneine höchstmögliche Qualität unserer Erzeugnisse.www.ilco-beton.de | illmann@ilco-beton.de | Tel. +49 (0)40 · 7 61 19 78-0Ein Gesellschafter der ELANCIA AG.BetonerzeugnisseILLMANN GmbH & Co. KG


ENERGIE UND TECHNIKQuelle: Joseph-StiftungTHEMA DES MONATSWohnen für ein langes LebenI-stay@home!In der Abteilung „Intelligentes Wohnender Joseph-Stiftung dreht sich alles um ein Thema: Mit welcherTechnik kann man eine Wohnung am besten und am effektivsten ausstatten oder nachrüsten? Sie soll dasLeben zu Hause angenehmer und komfortabler machen, beim Energiesparen helfen sowie speziell Seniorenund Menschen mit Behinderung ermöglichen, auch bei körperlichen Einschränkungen in den eigenen vierWänden bleiben zu können. Ein Bericht zum Status quo der Beteiligung an einem EU-Projekt.Dr. Wolfgang PfeufferVorstandssprecher derJoseph-Stiftungkirchliches Wohnungsunternehmenim Erzbistum BambergDer demografische Wandel schreitet voran, dieMenschen in Europa werden immer älter undmöchten ihre vertraute Wohnumgebung nichtverlassen müssen. Entsprechende Lösungen erprobtunter Federführung der Joseph-Stiftungein ganzes Konsortium aus Nordwesteuropa, dassich unter dem Projekttitel „I-stay@home“ (ICTSoluTions for an Ageing societY) zusammengeschlossenhat. Gemeinsam werden hier Konzepteund Produkte bewertet, die den Anspruch haben,ältere Menschen bei ihrem Leben zu Hause zuunterstützen. Die im Vorhinein nach theoretischenKriterien ausgewählten Produkte werdenanschließend in 180 Wohnungen der neun teilnehmendenWohnungsunternehmen, in DeutschlandWohnungen der Joseph-Stiftung und der RheinwohnungsbauGmbH, auf Herz und Nieren im Alltagder Mieter geprüft.Generell werden Produkte und Dienstleistungenaus den Bereichen Sicherheit, Gesundheit, Komfort,Kommunikation und Energieverbrauch ausgewählt,die ausnahmslos ausgereift und bereitsauf dem Markt erhältlich sind. Sie müssen einfachzu bedienen und zu installieren sein, und vor allemauch erschwinglich, denn alle unsere Projektpartnerfühlen sich einem sozialen Auftrag verpflich-52 12 | 2012


tet. Zu guter Letzt sollen die besten Produkte undDienstleistungen auf einer Internetplattform gelistetund so zugänglich gemacht werden.Das EU-ProjektDas Projekt „I-stay@home“ wird mit 2,6 Mio. €aus dem Programm Interreg IVB der EuropäischenUnion gefördert und hat eine Laufzeit bis September2015. Die gleiche Summe wird nochmal vonden 13 Projektpartnern aufgebracht. Bundesweitist die Joseph-Stiftung das erste Wohnungsunternehmenüberhaupt, das die Steuerung einessolchen EU-Projektes übernommen hat.In der aktuellen Förderperiode IV (2007–2013)wurden bislang für den Kooperationsraum „Nordwesteuropa“224 Projekte eingereicht, wovon allerdingsnur 65 genehmigt wurden.Seit nunmehr gut fünf Jahren bewirbt sich dieJoseph-Stiftung um die Teilnahme an Forschungsprojektenauf europäischer Ebene. Hierbei erwiessich schon allein die Vielzahl der Fördertöpfe alsSubventionsdschungel, den es zu durchdringengalt. Nach vier vergeblichen Anläufen ist die JosephStiftung im April 2011 quasi in letzter Minutein das EU-Projekt mit dem Akronym „ICE-WISH“zum Thema Energieeffizienz aufgenommen worden.nach der Antragsphase nun auch die formalenAnforderungen während des Projektes auf dasUnternehmen zukamen.Start: Anfang 2012 mit einerMieterbefragungAktuell befindet sich das Projekt noch im erstenDrittel des Arbeitsaufwandes. Während der Sommermonatewurden mehr als 200 Mieter in denteilnehmenden Ländern Belgien, Frankreich, denNiederlanden, dem Vereinigten Königreich undDeutschland nach ihren Wünschen, Bedürfnissenund Ängsten hinsichtlich technischer Unterstützungbefragt, um darauf aufbauend die Produkteauswählen zu können. Verantwortlich für diesenTeil des Projektes ist der Partner aus demVereinigten Königreich, die Habinteg HousingAssociation.Die ersten Ergebnisse zeigen, dass die älteren undunterstützungsbedürftigen Mieter in Nordwesteuropaihre größten Defizite in den Bereichen Internetnutzung,Onlinebanking, Haushaltsführungund Mobilität sehen. Außerdem sind sie besorgt,im Notfall nicht rechtzeitig um Hilfe rufen odernicht mehr mit ihren Freunden, Verwandten undNachbarn kommunizieren zu können. Erfreulicherweiseist dabei ein großer Prozentsatz derAnsprüchen der teilnehmenden Wohnungsunternehmenan die Produkte die Zweifel zu nehmenund ihnen ausschließlich bezahlbare Lösungenanzubieten.Alle endgültigen Ergebnisse der Mieterbefragungsowie der Kriterienkatalog, auf dessen Grundlagedie Produkte ausgewählt werden, sollen auf dernächsten großen Konferenz in London Ende Januar2013 vorgestellt werden. Diese Konferenzwird wie schon das Kick-off-Meeting im Mai 2012über zweieinhalb Tage gehen und eine umfassendeöffentliche Veranstaltung beinhalten. Gastgebersind die Kollegen in London. Für den Kriterienkatalogund die rein wissenschaftlichen Teiledieses Projektes konnte die EBZ Business Schoolaus Bochum gewonnen werden. Parallel zu diesemArbeitspaket entwickeln die technischen Partner,überwiegend von Aareon France, aktuell die Internetplattform,auf der die Lösungen einmal zufinden sein werden.Vision: Living LabMit dem Thema „technikunterstütztes Wohnen imBereich AAL“ (Ambient Assisted Living) befasstsich außerdem die Tochterfirma Sophia living networkGmbH. Gemeinsam wird derzeit daran gearbeitet,ein eigenes so genanntes „Living Lab“ inBamberg zu installieren. Dabei handelt es sich umein bewohntes Konzeptgebäude, das mit verschiedenstenKomponenten unterstützender Technikausgestattet wird, ebenfalls zur Unterstützungin den Bereichen Sicherheit, Komfort, Kommunikation,Energieverbrauch und Gesundheit. Außerzu Demonstrationszwecken werden sämtlichetechnischen Lösungen dort im Dauerbetrieb undunter realen Bedingungen getestet.Doch auch das „Living Lab“ wird mit Sicherheitnicht das letztes Projekt der Joseph-Stiftung zudiesem Thema sein.Spielen über den Fernseher: Kugelchaos - ein GeschicklichkeitsspielDies war der Ansporn, es mit einem erneuten Befragten bereit, eine technische Lösung in Betrachtzu ziehen oder zumindest für sich zu testen.Antrag zu versuchen, diesmal im Rahmen vonInterreg, dem EU-Förderprogramm für die transnationaleZusammenarbeit in Europa.ihnen, die derartige Unterstützung ablehnen,Es gibt aber dennoch genügend Skeptiker unterSehr schnell wurde von Seiten der nationalen da es ihnen laut ihrer Angaben schwer falle, sichKontaktstellen in München und Düsseldorf klargemacht,dass die Joseph-Stiftung die Konsor-Aufwand sei es nicht wert, oder befürchten, dassvon alten Gewohnheiten zu lösen. Sie finden, dertialführerschaft in dem Projekt „I-stay@home“, solche Lösungen zu teuer oder der Umgang mitsprich die Rolle des Lead-Partners, übernehmen technischen Lösungen zu schwer zu erlernen sei.sollte. Für einen Neuling auf dem EU-Parkett eine Wenigstens in Bezug auf die letzten beiden Punktenicht zu unterschätzende Herausforderung, da wird gerade versucht, diesen Menschen mit denDas Energieprojekt REMOWie schon erwähnt, hat die Joseph-Stiftung mitdem Projekt „ICE-WISH“ (Demonstrating throughIntelligent Control – smart metering, wirelesstechnology, cloud computing and user-orienteddisplay information –, Energy and Water wastagereductions In European Social Housing) ein zweitesProjekt auf europäischer Ebene in Arbeit. Dieseshat den Schwerpunkt Energie und führt dieArbeitsschritte aus unserem eigenen Energieprojekt„REMO“ (Real time Energy MOnitoring) weiter,da es neben der intelligenten Erfassung undAuswertung von Zählerdaten dem Verbraucherdirekt an seinem Fernseher Tipps zum EnergieundWassersparen anbietet. Aktuell befinden sichdie „ICE-WISH“-Komponenten im Testbetrieb in30 Wohnungen der Joseph-Stiftung.12 | 201253


ENERGIE UND TECHNIKQuelle: Spar- und Bauverein Dortmund eGNeben einer barrierefreien Ausstattung wurde auch Wert auf ein innovatives Energiekonzept gelegt.54 12 | 2012


THEMA DES MONATSGenossenschaftliche Wohnformen für ältere MitgliederBetreut wohnen in der GenossenschaftDer Bedarf nach neuen seniorengerechten Wohnformen wird sich weiter erhöhen, da die Zielgruppe derÄlteren wächst und durch wandelnde Wohnbedürfnisse und -ansprüche gekennzeichnet ist. BetreuteWohnprojekte für ältere Menschen spielen hier eine wichtige Rolle. Gerade Wohnungsgenossenschaftenzeigen Interesse an dieser Wohnform, um ihrer alternden Mieterschaft adäquaten Wohnraum zu bieten.Eine Studie des InWIS-Instituts befasst sich daher mit Wohnmodellen für Senioren in Wohnungsgenossenschaftenund stellt Best-Practice-Beispiele der Organisation betreuter Wohnformen vor.Katrin WitthausInWIS Forschung & Beratung GmbHBochumDas Thema „Seniorenwohnen“ spielt bereits seiteinigen Jahren in der Wohnungswirtschaft insgesamtund bei Wohnungsgenossenschaften imSpeziellen eine verstärkte Rolle. Aufgrund des demografischenWandels ist der Anteil der Älterenan der Gesamtbevölkerung in der Vergangenheitgestiegen und wird auch zukünftig weiter steigen.Diese Personen sind in zunehmendem Maßeauf Unterstützung im Alltag und haushaltsnaheDienstleistungen angewiesen bzw. wünschen sichdiese als Komfortmerkmal. Gleichzeitig sinkt dasfamiliäre Hilfepotenzial aufgrund der immer geringerenZahl potenzieller Betreuungspersonen.Hinzu kommt, dass – ähnlich wie in jüngeren Zielgruppen– bei den älteren Haushaltstypen einefortschreitende Pluralisierung von Lebensformenund Lebensstilen sichtbar wird.Betreutes Wohnen liegt im TrendLetztlich bedingen diese Veränderungen einenWandel in der Wohnungsnachfrage. Aufgrunddes Wachstums der Zielgruppe und der sich wandelndenWohnbedürfnisse und -wünsche entstehtein Bedarf an neuen seniorengerechten Wohnformen.Dabei hat sich in den vergangenen Jahrenneben den traditionellen Formen des „altersgerechtenWohnens“ (altersgerechte Wohnungohne Service und Altenwohnheim) eine Vielzahlvon neuen Wohn- und Lebensformen entwickelt.Das betreute Wohnen gewinnt hierbei immermehr an Bedeutung. Bereits heute gibt es rund200.000 Wohnungen in diesem Segment, womites unter den altersgerechten Wohnformen dengrößten Anteil hat. Kennzeichen dieser Wohnformist die Kombination aus einer barrierefreienbzw. -armen Wohnung und einem ergänzendenDienstleistungsangebot. Dieses wird in der Regelals „Grundservice“ angeboten und kann durchweitere „Wahlleistungen“ ergänzt werden.Quelle: InWISSTARKE GEMEINSCHAFT – STARKE VERSORGUNG:BETREUTES WOHNEN IN GENOSSENSCHAFTENGenossenschaften und ihre MitgliederDas betreute Wohnen wird zunehmend von Wohnungsgenossenschaftenals mögliche Wohnformfür die älteren Mitglieder wahrgenommen. Dabeisind die Bewohner in Wohnungsgenossenschaftennicht nur „Kunde“, sondern auch Mitgliedund damit Miteigentümer am Gesamtbestandder Genossenschaft. Grundlegendes Ziel derGenossenschaften ist es, ihre Mitglieder mit adäquatemWohnraum zu versorgen. Dabei sehensich Wohnungsunternehmen im Allgemeinenund Wohnungsgenossenschaften im Besonderenaufgrund ihrer Historie mit einer stark alterndenMitgliederschaft konfrontiert. Viele dieser Unternehmenhaben insbesondere nach dem ZweitenWeltkrieg eine große Aufbauleistung erbracht undin kurzer Zeit viele Tausend Wohnungen geschaffen,also auch in dieser Zeit die größten Zuwächsean Neumitgliedern erlebt. Da sich vor allem Genossenschaftenoft durch eine starke Kundenbindungauszeichnen, altern ihre Mieterschaften„schneller” als die Gesellschaft insgesamt.Betreute Wohnprojekte stellen demnach für Wohnungsbaugenossenschafteneine attraktiveDie Studie des InWIS liefert Praxishilfen und Best-Practice-Beispielevon Genossenschaften aus NRW. Die Ergebnisse der Studie bzw. diegewonnenen Erkenntnisse sind auch andere Organisationsformenals Genossenschaften übertragbar. Sie können bei der Umsetzungbetreuter Wohnprojekte unterstützen.Bezogen werden kann die Studie u. a. über die Geschäftsstelle desKuratoriums Qualitätssiegel Betreutes Wohnen für ältere MenschenNRW e. V., Springorumallee 5, 44795 Bochum bzw.www.kuratorium-nrw.de.12 | 201255


ENERGIE UND TECHNIK26 %74 %NeinOption dar, ihren Mitgliedern adäquaten und bezahlbarenWohnraum zu bieten. In der Praxis derkonkreten Umsetzung bestehen jedoch häufig konkreteFragen, bei denen es an Erfahrung mangelt,um sie schlüssig beantworten zu können.StudieVor diesem Hintergrund und im Hinblick darauf,dass 2012 von den Vereinten Nationen zum internationalenJahr der Genossenschaften ausgerufenwurde, haben das Kuratorium Qualitätssiegel BetreutesWohnen für ältere Menschen NRW e. V.sowie der Verein Wohnen in Genossenschaftene. V. eine Studie zum Thema „Betreutes Wohnen inGenossenschaften“ angestoßen. Gefördert wurdediese vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation,Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalensowie durch den VdW Rheinland Westfalen.Anhand einer quantitativen Befragung und derqualitativen Analyse von Best-Practice-Beispielensollen mit dieser Expertise die Bandbreite und dieQualität von betreuten Wohnprojekten in Wohnungsgenossenschaftenaufgezeigt werden. Aufein Beispiel sei hier näher eingegangen:Best Practice in DortmundEines der Best-Practice-Beispiele ist das Projekt„Bauerstraße“ der Spar- und Bauverein DortmundeG. Der Neubau mit seinen insgesamt 50 Wohneinheitenstellt eine Ergänzung des bereits vorhandenenWohnungsbestandes der Genossenschaft inDortmund-Brackel dar. Neben einem innovativenEnergiekonzept zeichnet sich das Projekt dadurchaus, dass es in Anlehnung an die DIN 18040 gebautworden ist.Damit hat die Genossenschaft ihren Bestand umein Projekt erweitert, in dem ihre Mitglieder bisins hohe Alter barrierefrei leben können, ohneauf eine integrierte und zentrale Lage verzichtenzu müssen. Denn das Projekt befindet sich zwarin einer ruhigen Nebenstraße, in der unmittelbarenUmgebung sind jedoch alle Geschäfte destäglichen Bedarfs vorhanden und vor allem auchfußläufig erreichbar. Ebenso profitieren die Bewohnervon der guten Nahverkehrsanbindung.Durch die Kooperation mit einem örtlich verankertenDienstleistungserbringer ist das Projektdarüber hinaus auch nicht nur baulich, sondernauch organisatorisch und sozial in das umgebendeQuartier integriert.Die Spar- und Bauverein eG hat sich hier für eineMischfinanzierung entschieden, d. h. es gibt indem Projekt sowohl frei finanzierte als auch öffentlichgeförderte Wohnungen, so dass ein Angebotfür verschiedene Einkommengruppen geschaffenwerden konnte. Nicht zuletzt zeigt sichdie gelungene Gesamtkonzeption auch darin, dassdas Projekt im vergangenen Jahr mit dem QualitätssiegelBetreutes Wohnen für ältere MenschenNRW zertifiziert worden ist.Unterschiedliche Ausgestaltung, ähnlicheHerausforderungen, individuelle LösungenNeben der Bauerstraße wurden noch 10 weitereProjekte in NRW einer eingehenden Betrachtungunterzogen und werden als Best-Practice-Beispielein der Studie (siehe Infokasten Seite 55)vorgestellt. Sie sind über ganz NRW verteilt undunterscheiden sich sowohl im Hinblick auf dieAusgestaltung der betreuerischen Dienstleistungen,die Einbindung in das umgebende Quartier,der baulichen Umsetzung, der KooperationenJabaulich86 %sozialJaNeinJaNeinorganisatorischauf sonstige WeiseFür die Studie Betreutes Wohnen im Quartier wurde u. a. gefragt: Ist/sind Ihr/e Wohnprojekt/e in die Wohnumgebungbzw. das umgebende Quartier integriert? Und wenn ja, wie: baulich, organisatorisch, sozial?64 %36 %14 %50 %86 %50 %14 %mit Architekten, Dienstleistern oder auch anderenGenossenschaften und der vertraglichenRegelungen. Eine Gemeinsamkeit dieser Projekteist jedoch ihr Erfolg: Nahezu alle Projekte warenbereits bei Baufertigstellung voll vermietet undverfügen über längere Wartelisten.Dennoch wurden natürlich auch Herausforderungenund Fragen genannt, denen sich die Genossenschaftenund ihre Kooperationspartner imProjektverlauf stellen mussten. Hierbei handelt essich um die Frage nach dem notwendigen Grad anBarrierefreiheit, die Möglichkeiten der vertraglichenGestaltung bzw. Kopplung von Nutzungs- undBetreuungsverträgen oder auch die Frage nach dempassenden Angebot an Betreuungsleistungen. Angepasstan die lokalen Rahmenbedingungen wurdenjeweils individuelle Lösungen gefunden.FazitAllgemeiner Tenor der befragten Genossenschaftenwar es, dass es Sinn macht, sich von Anfangan darüber Gedanken zu machen, welche Zielgruppeman genau ansprechen möchte bzw. werdenn eigentlich die eigenen Mitglieder sind. Eineweitere wichtige Frage war, ob z. B. Barrierefreiheit„reicht“ oder doch eher eine rollstuhlgerechteAusstattung die richtige Variante ist (siehe hierzuauch unseren Beitrag auf Seite 48).JaNeinJaNeinQuelle: InWISDas Ensemble Bauerstraße der SBV Dortmunderweitert den Bestand der Genossenschaft um50 stark nachgefragte moderne, barrierefreieWohnungen.56 12 | 2012


Von uns können Sie mehrerwarten als nur Energie.gasag.deDie GASAG – Ihr Partner für Energieeffizienz.Unser Kerngeschäft ist die Energie. Wir beliefern Ihr Unternehmen zuverlässig mit Erdgas oder Wärme,und das zu fairen Preisen. Aber wir tun noch viel mehr: Wir sind Ihr Partner für ein effizientes undumweltschonendes Energiemanagement. Wir helfen Ihnen dabei, die Energie in Ihrem Unternehmenoptimal zu nutzen. Ihre Kosten sinken. Ihre Zufriedenheit steigt.Sie möchten Ihre Energieversorgung optimieren? Sprechen Sie uns einfach an.Bernd Ruland – Key-Account-Manager ImmobilienwirtschaftTelefon: 030 7872-1608 . E-Mail: bruland@gasag.de


STÄDTEBAU PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGENSTADTENTWICKLUNGDie Installation an der Außenfassade kann erhebliche Kosten einsparen.Nachträgliche ElektroinstallationLehrrohrsystem für AußenfassadeDas Verlegen neuer Leitungen im Zuge von Modernisierungen ist meistmit Aufwand, Dreck und Lärm verbunden. Dieses System bietet die Möglichkeit,nachträgliche Elektroinstallationen über ein speziell für Fassadenentwickeltes Lehrrohrsystem durchzuführen. Das Produkt besteht auseinem Kunststoffwellrohr aus Polyolefin mit gleitfähiger Innenschichtsowie einer selbstklebenden Klemmschiene. Es kann in Ein-Mann-Installationund ohne zusätzliche Werkzeuge und Befestigungsmittel montiertwerden. Das Rohr lässt sich auch mit einem Wärmedämm-Verbundsystemverbinden. Während der Installation des Systems kann das Gebäude weitervon den Bewohnern genutzt werden.Weitere Informationen:www.fraenkische.comLED-Technik für Dürens Straßen.LichtlösungStraßenbeleuchtung mit LEDDie Stadt Düren steigt bei ihrer Straßenbeleuchtung auf eine umweltfreundlicheLED-Lichtlösung um. Verwendet wird dabei die LeuchtenfamilieEllipse der Firma Hellux Construktions-Licht GmbH Berlin. Die neuenvon der Bundesregierung (BMU) geförderten Klimaschutztechnologienauf LED-Basis sparen nun in Düren mehr als 60 % Energiekosten undstoßen ca. 1.500 t weniger klimaschädliches Kohlendioxid jährlich aus.Vorangegangen war eine internationale Ausschreibung, in der das ModellEllipse durch hohe Effizienz in Sachen Lichttechnik, Wartungsfreundlichkeitund Wirtschaftlichkeit sowie durch hohe Flexibilität im Einsatzbereichder öffentlichen Beleuchtung überzeugte.Weitere Informationen:www.hellux.deOnline-DienstServiceplattform für Fehlercodesund LösungenSeit September sind die Wohnraumlüftungssysteme der Firma Pluggitauf der Serviceplattform Instahelp vertreten. Diese bietet Zugriff aufBedienungsanleitungen, Fehlercodes und technische Daten via Website,App und SMS. Im Internet werden die Gerätedetails, einer Übersicht derFehlercodes und ihrer Lösungen aufgezeigt. Zudem recherchiert das Programmalle für das jeweilige Bauvorhaben relevante Förderprogramme.ZahlungsverkehrsmanagementReduzierung vonVerwaltungsaufwandDurch automatisierte Arbeitsabläufe reduziert Fioport S-Account denVerwaltungsaufwand für die manuelle Führung von Einzelkonten. Mittelsvirtueller Konten werden auf Basis eines Treuhandsammelkontos beispielsweisedie eingehenden Mietkautionen rechtssicher verwaltet.Das Produkt ist webbasiert und plattformunabhängig, sodass keineSoftware-Installation beim Kunden oder Wartungen nötig sind, und bietethohe Sicherheit durch einen SSLverschlüsseltenInternetzugang.Außerdem verfügt die Softwarelösungüber diverse Auswertungsmöglichkeiten,etwa eine Mahnhistorie, taggenaue Zinsberechnungund eine Protokollierung allerVorgänge. Auch die Suche nacheinzelnen Mandanten ist mit derSoftware möglich. Vorteile bestehenaußerdem in der Transparenzder Bestände, der Nutzung vonZinseszinseffekten und einer kostenfreien Kontoführung.Weitere Informationen:www.instahelp.de und www.pluggit.deWeitere Informationen:www.fio.de58 12 | 2012


Der Antrieb kann in unterschiedliche Türblätter eingebaut werden.Die Waschtische sind unterfahrbar und bieten durch Griffe Sicherheit.BarrierefreiheitAutomatische DrehtürenEs gibt einen Drehtürantrieb, der in das Türblatt von Innentüren integriertwerden kann und sie automatisch öffnet und schließt. Das Produkt bietetverschiedene Zusatzfunktionen wie Funktaster, mobile Funkfernbedienungoder akustische Meldungen. Der Betrieb ist im Low-Energy- und imAutomatik-Modus möglich. Bei Stromausfall sorgt ein optionaler Akku fürweitere Funktionalität.Weitere Informationen:www.geze.deWaschtischeStabilisation durch GriffmuldenDie Hewi Heinrich Wilke GmbH bietet unterfahrbare Waschtische mitjeweils zwei Griffmulden, die entweder als Handtuchhalter oder als HalteundStabilisationsmöglichkeit genutzt werden können. Beide Modelle, mitovalem oder rundem Becken, sind aus Mineralguss und bieten Ablageflächenfür Badutensilien. Beide Produkte sind für den Designpreis derBundesrepublik Deutschland nominiert.Weitere Informationen:www. hewi.deKellerfensterNeue Aufstockelementemit KammerprofilDort, wo Kellerfenster so weit unter dem Bodenniveau liegen, dass eingebräuchlicher Lichtschacht nicht mehr ausreicht, kommen Aufstockelementezum Einsatz. Für Aco Therm-Lichtschächte sind nun neue Aufstockelementeerhältlich. Angeboten werden fixe und höhenverstellbareVarianten. Die fixe Ausführung besteht aus einem stabilen Hohlkammerprofil,das bis zu einer Breite von 125 cm sogar befahrbar ist. Es lassensich bis zu drei Elemente übereinandermontieren und mit dem Lichtschachtverschrauben. Zur Anpassung an dieWand kann das Material gekürzt oderausgeklinkt werden. Ein Wandanschlussprofilermöglicht das Verschraubenmit der Außenwand des Gebäudes. Dashöhenverstellbare Element besteht auseinem flacheren, aber Kammerprofil.Es liegt außen vor dem Lichtschachtund variiert in der Höhe von 3-30 cm.Nach der Anpassung wird es mit demDie Elemente sind als fixe undLichtschacht verschraubt.höhenverstellbare Variantenerhältlich.Weitere Informationen:www.aco-hochbau.deENTWÄSSERUNGSSYSTEMEGeräuscharmes Stecksystemfür die EtageEin hydraulik- und schalloptimiertesAbwasser-Stecksystemsteht in verschiedenen Dimensionen,Formteilen und Verbindungsstückenzur Verfügung, umAbwasserleitungen geräuscharmzu stecken. Die Rohre bestehenaus Polypropylen in drei verschiedenenLagen, die eine Ringsteifigkeiterzielt und damit denBeispiel des Stecksystemsrauen Anforderungen auf der Baustelle gewachsen ist. Die Einteilungauf den Formstücken in 30°-Schritten ermöglicht die genaue Ausrichtungbeim Zusammenstecken. Zur hydraulischen und schalltechnischenOptimierung ist etwa der Abzweig 87.5° in den Dimensionen90/90, 110/90 und 110/110 mit Max, einer speziellen Formgebung,ausgeführt. So kann die Anschlussleitung gut ablaufen, auch wennder Fallstrang bereits belastet wird. Der Abzweig mit Innenradius hatzur Folge, dass der Fallstrang höher belastet werden kann.Weitere Informationen:www.geberit.de12 | 201259


STÄDTEBAU MARKT UND UND MANAGEMENTSTADTENTWICKLUNGKOLUMNE FINANZMARKTBERICHTDeutschlandeinig SeniorenlandDeutschland wird immer älter und ist mittlerweile bezüglich desDurchschnittsalters mit 42,6 Jahren auf Platz drei der Weltranglistevorgedrungen. Nur in Monaco und Japan liegt der Altersdurchschnittnoch höher. Auch unsere Politiker haben mittlerweile erkannt, dass essich hierbei um ein gesamtgesellschaftliches Problem handelt, welchesangegangen werden muss. Eigentlich ist es sehr schön, wenn die Menschenimmer älter werden, denn ist ein Zeichen für Fortschritt und dassin Deutschland ein gutes, mehr oder weniger gesundes, aber vor allemein langes Leben möglich ist. Aber was bedeutet das für Immobilieneigentümerin Deutschland, wenn die Mieter immer älter werden?Da eine Investition in ein Gebäude in der Regel allein schon wegen derFinanzierbarkeit auf 30 oder 40 Jahre angelegt ist, muss bereits heutedie Struktur der Nachfrage im Jahr 2030 oder sogar bis ins Jahr 2050berücksichtigt werden. Dabei stellen sich essenzielle Fragen: Wieviele Nachfrager gibt es zukünftig noch, wie alt sind diese und welcheAnforderungen stellen sie an ihre Wohnungen?Die Anzahl der Geburten ist in Deutschland ebenso rückläufig wie dieGeburtenrate, welche aktuell nur noch bei 1,36 Kinder je Frau liegt.Laut Statistik ist aber eine Geburtenrate von 2,1 erforderlich, umdie Bevölkerungszahl konstant zu halten. Dieser Bevölkerungsrückgangkönnte durch Einwanderungen zumindest theoretisch gestopptwerden. In diesem Zusammenhang werden Zahlungsbereitschaftund Zahlungsfähigkeit breiter Bevölkerungsschichten für Miete undNebenkosten zukünftig noch mehr als heute in den Fokus der Betrachtungrücken müssen.Da ein heute geborenes Mädchen bereits eine Lebenserwartung von86 Jahren hat und mit einer weiteren Dynamik beim technischenFortschritt auch ohne Weiteres 100 Jahre alt werden kann, ist beider geringen Geburtenquote die bevorstehende Überalterung derBevölkerung keine Frage, sondern ein Fakt. Die Senioren mit ihrenbesonderen Bedürfnissen werden in den nächsten Jahren die größteNachfragergruppe bilden. Vermutlich werden diese dann mehrheitlichbezahlbare kleine Ein- bis Dreizimmerwohnungen am stärkstennachfragen. Diese müssen dann zumindest altersgerecht sein, sodassGeschosswohnungen ohne Aufzug nur noch schwer bzw. gar nichtmehr vermietbar sein werden.Langfristig gesehen könnte das ein Problem für die Wohnungswirtschaftwerden. Heute sinnvolle Maßnahmen könnten sich bereits in20 oder 30 Jahren als nicht ausreichend erweisen und beachtliche zusätzlicheInvestitionen erforderlich werden. Deren Refinanzierbarkeitüber höhere Mieten ist allerdings wegen der drohenden Altersarmuthöchst fraglich.Herbstfachtagung VdW BayernWohnungsunternehmen im DialogIm Oktober 2012 fand im bayerischen Reit im Winkl die Herbstfachtagung„VdW im Dialog“ statt. Themen der Veranstaltung waren u. a. die Auswirkungender Energiewende, Elektro-Mobilität, der demografische Wandelund die Entwicklung ländlicher Räume. Ferner sprachen der bayerischeInnenminister Joachim Herrmann über den Aufbruch Bayerns, auch imWohnungsbau, und der Verbandsdirektor des VdW Bayern Xaver Kronerüber den Bedarf an mehr Mietwohnungsbau in allen bayerischen Regionen.Weitere Vorträge widmeten sich den Themen Mietrechtsreformen,Prüfung und Reduzierung von Fernwärmekosten sowie Nachhaltigkeit imWohnungsbau.GdW-Präsident Axel Gedaschko als Referent in Reit im Winkl.Weitere Informationen:www.vdwbayern.deIfK-PreisAuszeichnung für „Wohnungsgenossenschaftenund Web 2.0“Für seine Bachelorarbeit mit dem Titel „Wohnungsgenossenschaften undWeb 2.0 – Chancen und Risiken“ hat ein Absolvent des Studiengangs Immobilienwirtschaftder Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) den diesjährigen Preis des Instituts für Kooperationswesen(IfK) erhalten. Die mit 500 € dotierte Auszeichnung wird von vierStuttgarter Wohnungsgenossenschaften gestiftet, der BGC BaugenossenschaftBad Cannstatt eG, der Baugenossenschaft Feuerbach-Weilimdorf eG,der BGZ Baugenossenschaft Zuffenhausen eG und der GWF WohnungsgenossenschafteG, die alle dem Institutsbeirat des IfK angehören.Quelle: VdW BayernSven Rudolph (li.) und Kay SchorschBBT GmbH, BerlinAktuelle Zinskonditionen und weitere Informationen unterwww.bbt-group.de/financial-newsPreisübergabe: Institutsleiter Prof. Markus Mändle und Preisträger David Hummel(Zweiter und Dritter von links) sowie die Genossenschaftsvorstände SiegfriedLorenz, Klaus-Dieter Kadner, Peter Hasmann und Hanns Hub (von links).Quelle: IfK60 12 | 2012


Quelle: vdw Niedersachsen BremenNBank-Vorstand Walter Koch (von links), Zeit-Autor Hanno Rauterberg, MinisterinAygül Özkan, Professor Hans Kollhoff und vdw-Verbandsdirektor Bernd Meyer.11. Wohnungspolitischer KongressDie neue Attraktivität der StadtDer 11. Wohnungspolitische Kongress in Hannover fand Mitte Oktober2012 unter dem Leitthema „Wohnen, arbeiten, leben – die neue Attraktivitätder Stadt“ statt. Die Veranstaltungsreihe wird seit 2002 von derInvestitions- und Förderbank Niedersachsen – NBank, dem vdw NiedersachsenBremen und der Landesregierung ausgerichtet. NiedersachsensSozialministerin Aygül Özkan betonte im Rahmen des Kongresses: „Wirbenötigen in städtischen Ballungsgebieten zusätzliche Wohnungen.Vor allem Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen haben dortzunehmend Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Aberwir haben keine Wohnungsnot.“ Den Besuchern wurden außerdemFachforen zu den Themen „Älter werden im vertrauten Wohnumfeld“,„Wohnen in der Innenstadt“ sowie „Neue Impulse für die Stadtentwicklung“angeboten. Das vom vdw betreute Forum beschäftigte sichmit „Kommunalen Quartierskonzepten“. Zentrale Botschaft: Ohne einNetzwerk engagierter Partner sind die Ziele kaum zu erreichen.GABABAUSTOFFEG B. ...Weitere Informationen:www.vdw-wohnen.deWelt-Alzheimer-TagBündnis für Menschenmit Demenz gegründetAnlässlich des Welt-Alzheimer-Tages gründeten Bundesministerinfür Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, und derBundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr, in Berlin die Allianz fürMenschen mit Demenz. Ziel ist es, bis Ende 2013 konkrete Maßnahmenzu beschließen, um z.B. die gesellschaftliche Teilhabe Betroffener zuverbessern und Erkrankte und ihre Familien zielgerichteter zu unterstützen.Mitglieder dieser Allianz sind neben den beiden MinisterienVertreter der Länder, Verbände und Organisationen, die auf BundesebeneVerantwortung für Menschen mit Demenz tragen, z.B. die DeutscheAlzheimer Gesellschaft e. V. – Selbsthilfe Demenz –, der DeutschePflegerat und die Bundesärztekammer. Der Deutsche Landkreistagbetonte die Bedeutung des Themas für die Kommunen. Dabei nannteSchröder exemplarisch Angebote kommunaler Altenhilfe. Diese tragedazu bei, demenzkranken Menschen ein Leben in ihrer gewohntenUmgebung, ihrem Zuhause, zu ermöglichen.Weitere Informationen:www.wegweiser-demenz.de


STÄDTEBAU MARKT UND UND MANAGEMENTSTADTENTWICKLUNGKOLUMNE: ZWISCHEN DEN ZEILEN LESEN!Warum die öffentliche Rechtsform der Sparkassen strittig istDer deutsche Markt für Wohnungsbaufinanzierungen ist aus Sicht derUnternehmen im Herbst 2012 wundervoll: niedrige Zinssätze und vieleAnbieter. Er umfasst rund 300 Mrd. €, davon fallen etwa 200 Mrd. € aufdie Private Kreditbanken sowie Sparkassen und Kreditgenossenschaften.Hiervon halten Sparkassen etwa die Hälfte der Bestände, privateKreditbanken rund ein Drittel und Kreditgenossenschaften wenigerals ein Viertel. Sparkassen dominieren diesen Markt. In Deutschlandexistieren aktuell 426 Sparkassen. Zehn Jahre zuvor waren es noch527 Häuser und Ende 1948 sogar 887. Fusionen bei Sparkassen (undKreditgenossenschaften) zielen u. a. auf die Vermeidung von Insolvenzen,aber auch auf die Steigerung von Bilanzsummen (und den darangeknüpften Vorstandsgehältern). Insofern kommen „Schieflagen“ vonSparkassen kaum in die Medien.Die Wirtschaftstageszeitung „Handelsblatt“ war Anfang August 2012den Sparkassen auf den Leim gegangen, Sparkassen seien Garanten desdeutschen Finanzmarkts, deren Geschäftsstruktur wäre im Unterschiedzu Großbanken in Ordnung („Deutschland, deine Sparkassen“, inNr. 149, 3.-4. August 2012, S. 52-59).Der Unternehmenszweck öffentlicher Sparkassen ist die Erfüllung des„öffentlichen Auftrags“. Dessen Erfüllung ist jedoch fraglich, weil derdazu notwendige Daseinsvorsorgebedarf innerhalb der Trägerregionenvon Sparkassen nicht mehr existiert. So sind Sparkassen (im Internetzeitalter)kaum notwendig, um die Bevölkerung (vor allem in Ballungszentren)mit Bankdienstleistungen zu versorgen. Sogar der Bundesgerichtshofleitete schon vor 30 Jahren die Tätigkeit der Sparkassen ausder Staatsgewalt ab, als dass sie staatlichen Zwecken diene, sie alsoöffentliche Verwaltung sei, und ordnete diese der staatlichen Daseinsvorsorgezu (vgl. BGH, Urteil vom 10. März 1983).Es gibt eine Vielzahl von Analysen der Gesetzeslage auf Basis unsererVerfassung, insbesondere zu Art. 20, 28 Grundgesetz, dem Kartellrechtund dem EU-Vertrag (vor allem Art. 108). Alles in allem darfdie Existenzberechtigung öffentlicher Unternehmen, wie kommunaleSparkassen es sind, auch nicht allein auf ihre Wettbewerbsfunktionabstellen. Alleinein Gegenbild zu den großen privaten Instituten“(Handelsblatt, s. o.) zu sein, ist keine Begründung der öffentlichenRechtsform (es fordert – bislang – auch niemand öffentliche Hotels alsGegenbild zu Hilton & Co.).Wenn Sparkassen diesbezüglich keinen Nutzen stiften, forcieren sienegative Wettbewerbsverzerrungen für die Privatwirtschaft. Wenn derPreiswettbewerb überstrapaziert wird, schadet es der Bankenbranche,die privatwirtschaftlich agiert und privates Risikokapital investiert.Wenn Verbraucherkonditionen günstiger werden, kann das an sichdemnach keine wettbewerbliche Begründung des öffentlichen Auftragssein – wir gründen schließlich auch keine staatlichen 5-Sterne-Hotels,um die Zimmerraten im Hilton zu drücken!Natürlich sollte ein Wohnungsunternehmen Kreditgeschäfte mitstabilen Instituten eingehen. Geschäftsbeziehungen zu Sparkassen erscheinennachvollziehbar. Sie bleiben jedoch nur unter der politischenDeckung und teilweise massiven Subventionierung des Missmanagementsin einzelnen öffentlichen Häusern (z. B. in Flensburg, Mülheim,Düsseldorf, Köln) stabil. Die Privatisierung von Sparkassen könnte alsoSteuergelder einsparen und mehr Transparenz in den Bankenmarktbringen.Prof. Dr. Markus KnüfermannEBZ Business School, BochumFachgebiet Volkswirtschaftslehre, insb. Mikro- undMakroökonomie und internationale WirtschaftsbeziehungenSchwerpunkt: Banken- und KapitalmärktePERSONALMELDUNGENQuelle: HfWUvhwNeues Mitglied im KuratoriumWeitere Informationen:www.vhw.deProfessor Dr. Hansjörg Bach, Prorektorder Hochschule für Wirtschaft und UmweltNürtingen-Geislingen (HfWU) undProfessor für Immobilienmanage ment,ist Ende Oktober 2012 in das Kuratoriumdes vhw – Bundesverband für Wohnenund Stadtentwicklung e. V. berufenworden.Mieterschutz eG KölnAufsichtsratsvorsitzenderausgeschiedenEnde März 2012 ist der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende derWohnungs- und Baugenossenschaft Mieterschutz eG Heinz Soénius ausseiner Funktion ausgeschieden. Auch zur Wiederwahl als Aufsichtsratsmitgliedtrat er nicht mehr an und verließ den Aufsichtsrat Ende Juni2012. In Anbetracht seiner Leistungen wurde er von der Mitgliederversammlungeinstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt.Weitere Informationen:www.mieterschutz-koeln.de62 12 | 2012


Veranstaltung zum GenossenschaftsjahrHerausforderungen fürGenossenschaftenAnlässlich des Ausklangs des InternationalenJahres der Genossenschaftenfindet am 6. Dezember 2012 imErich-Klausener-Saal des Bundesministeriumsfür Verkehr, Bau undStadtentwicklung (BMVBS) in Berlindie Veranstaltung „Genossenschaften– Innovation mit Tradition” statt.Im Mittelpunkt der Veranstaltungstehen gesellschaftliche Herausforderungenvon der Quartiersentwicklungüber den demografischen Wandel biszum Klimawandel.Weitere Informationen zum Programm finden Sie unterwww.BMVBS.de und www.analyse-konzepte.de.Die Entwicklung der Wohnungseinbrüche in Deutschland von 1998 bis 2011.SicherheitWas können Wohnungsunternehmentun?Zu dieser Leitfrage veranstaltet die BBA Akademie der Immobilienwirtschafte. V., Berlin, am 5. Dezember 2012 die Fachtagung „HerausforderungSicherheit“. Ziel der Veranstaltung ist es, Strategien aufzuzeigen, umSicherheitsproblemen erfolgreich zu begegnen. Zudem sind u. a. folgendeThemen geplant: Bausteine für gutes und sicheres Wohnen, das Erkennenpotenziell gefährlicher Orte, der Aufbau nachbarschaftlicher Netzwerke,die Verhinderung von Graffiti sowie Außenanlagen und Lichtkonzepte.Weitere Informationen und Anmeldung:www.bba-campus.deQuelle: GDVNachrufGerhart Hunger verstorbenAm 17. Oktober 2012 ist der ehemalige Verbandsdirektor des VdWBayern Dipl.-Kfm. Gerhart Hunger nach kurzer, schwerer Krankheit imAlter von 82 Jahren verstorben. Bei seinen zahlreichen Freunden undBekannten aus der Wohnungswirtschaft, den Mitarbeitern des VdWBayern und Vertretern der Mitgliedsunternehmen löste die überraschendeNachricht tiefe Bestürzung aus. Herr Hunger gehörte demVerband bayerischer Wohnungsunternehmen e. V. von 1954 bis 1995an und leitete ihn als Verbandsdirektor und Vorstand vom 1.Januar1981 bis zum 30. Juni 1995.Gerhart Hunger wurde am 27. Januar 1930 in Gunzenhausen geboren,machte 1948 sein Abitur und schloss im Jahr 1952 das Studium derBetriebswirtschaftslehre als Diplom-Kaufmann ab. Nachdem er zweiJahre Berufserfahrung im Bankenbereich gesammelt hatte, kam er am1. Februar 1954 zum Verband Bayerischer Wohnungsbaugenossenschaftenund -Gesellschaften, dem heutigen VdW Bayern.Der junge Prüfungsassistent qualifizierte sich sehr schnell für eine herausragendeKarriere. 1965 erwarb Gerhart Hunger, mit 35 Jahren, dieQualifikation zum Wirtschaftsprüfer und wurde zum stellvertretendenPrüfungsdienstleiter bestellt. Damit war er der erste Wirtschaftsprüferdes bayerischen Verbandes, der aus dem eigenen Personal hervorging.Nur ein Jahr später erfolgte die Ernennung zum Prüfungsdienstleiter.Wegen seiner hohen fachlichen und persönlichen Qualifikation wurdeGerhart Hunger 1980 zum Verbandsdirektor gewählt. Als Vertreter derWohnungsbaugenossenschaften war er von 1982 bis 1995 Mitglieddes Bayerischen Senats. Auf Bundesebenearbeitete Gerhart Hunger vieleJahre als Stellvertreter des GdW-Präsidenten Jürgen Steinert.Seine vierzehneinhalbjährige Amtszeit– er wurde zweimal wiedergewählt– war eine Zeit des Umbruchs.Die Affäre um die Neue Heimat, diewachsende Kritik an der Wohnungsgemeinnützigkeitund schließlichihre Abschaffung sowie die Deutsche Wiedervereinigung erfordertenein Um- und Weiterdenken. Dass die Organisation „Verband“ undder Betrieb „Verband“ den Weg in insgesamt sehr viel schwierigereVerhältnisse unbeschadet nehmen konnte, ist zu einem großen Teildas bleibende Verdienst von Gerhart Hunger. Dazu gehört auch diegroße Unterstützung der wohnungswirtschaftlichen Unternehmen undOrganisationen in Thüringen und Sachsen nach der Wiedervereinigung.Herr Hunger hat sein ganzes Arbeitsleben dem bayerischen Verbandund seinen Mitgliedsunternehmen gewidmet. Leistungsfähige Wohnungsunternehmenund bezahlbares Wohnen für alle Menschen warenihm Verpflichtung. In den vier Jahrzehnten seines Wirkens hat er derbayerischen Wohnungswirtschaft seinen Stempel aufgedrückt.Für seine beruflichen Verdienste wurde Gerhart Hunger mit den höchstenAuszeichnungen geehrt. Er war Träger des Bayerischen Verdienstordens,des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse, der Goldmedaille desGdW und schließlich der Victor-Aimé-Huber-Plakette, der höchstenAuszeichnung der deutschen Wohnungswirtschaft.12 | 201263


MARKT UND MANAGEMENTQuelle: Büro Roman LorenzGut besucht – der Stand der neuen Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland.Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschlandbei der EXPO REAL 2012Mehr Kooperation für eine einheitliche StimmeErster großer Auftritt eines neuen – und doch altbekannten – Akteurs der Immobilienbranche: Bei der EXPOREAL 2012 in München gaben die Verbände der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft mit ihrer erweitertenKooperation, der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland – kurz BID – einsehenswertes Debüt. Großer Andrang am Stand und rege Diskussionen bei den zahlreichen Themenrundenwaren sichtbares Zeichen dafür. Die nun acht Verbände spielen auch künftig eine wichtige Rolle als kompetenterPartner der Politik.Andreas SchichelWissenschaftlicher MitarbeiterGdW, BerlinAls neue Bundesarbeitsgemeinschaft ImmobilienwirtschaftDeutschland präsentierten sich BFW,BVI, DDIV, GdW, IVD, vdp, VGF und ZIA bei derEXPO 2012 erstmals in neuem Gewand und mitneuem Logo. Bei gemeinsamen zentralen Themen– demografischer Wandel, Energiewende und Klimaschutz,Steuerrecht, Finanzierungsmöglichkeitenund Stadtentwicklung – arbeiten die wichtigstendeutschen Immobilienverbände ab sofortnoch enger zusammen. Mit gebündelten Kräftenvertreten sie gemeinsame inhaltliche Positionennoch effektiver in der Öffentlichkeit und stehender Politik weiterhin als starker Partner zur Seite.Auf nationaler und europäischer Ebene stärkendie Verbände so ihre politische Durchschlagskraft.„Bereits in der Vergangenheit haben die Verbändeder Immobilienwirtschaft unbestrittene Erfolgebei der Vertretung der Immobilienbranche verzeichnetund mit ihrem immobilienwirtschaftlichenSachverstand viele Vorhaben in der Politikvorangebracht. Diese erfolgreiche Arbeit soll inder BID fortgeführt werden”, erklärte der Präsidentdes Bundesverbands freier Immobilien- und64 12 | 2012


GdW-Präsident Axel Gedaschko im Gespräch mit demrheinland-pfälzischen Finanzminister Dr. Carsten Kühl.Die BID-Repräsentanten bei der Standeröffnung am ersten Messetag der Expo Real - eine fröhliche Runde (v. l.):Jens Tolckmitt (vdp), Wolfgang D. Heckeler (DDIV), Andreas Mattner (ZIA), Walter Rasch (BFW), Thomas Meier(BVI), Jens-Ulrich Kießling (IVD), Axel Gedaschko (GdW) und Moderatorin Miriam Beul.Einer der zahlreichen Politiker, die den BID-Standbesuchten: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann(2.v. r.).Wohnungsunternehmen (BFW) und BID-VorsitzendeWalter Rasch bei der Standeröffnung.Bezahlbares Wohnen im FokusBezahlbares Wohnen und Wohnungsneubau warenanschließend zwei der bestimmenden Themen ineiner Reihe von Podiumsdiskussionen, bei denensich die Experten der nun acht BID-Verbände sowieihrer Partner-Organisationen über die aktuellenpolitischen und wirtschaftlichen Trends der Brancheaustauschten. Insbesondere in Ballungsgebietenbestehe ein hoher Bedarf an bezahlbaremWohnraum – der dringend notwendige Neubauerfolge jedoch vorwiegend in den oberen Preissegmenten,so die einhellige Einschätzung derDiskutanten.Einen dringenden Appell an die bei der EXPO indiesem Jahr zahlreich vertretenen Politiker richteteAxel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverbanddeutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen:„Der Wohnungsbau in denBallungsregionen muss zielgerichtet gefördertwerden, um eine Wohnungsknappheit und damitauch für viele Mieter untragbar hohe Preise zuverhindern. Sonst drohen erhebliche Problemein den Quartieren bis hin zu sozialer Segregation.”Neben einer Reihe von Bauministern aus den Bundesländernbesuchte auch als erster Bundesbauministerüberhaupt Dr. Peter Ramsauer die EXPOund den dortigen Stand der BID. „Mir ist wichtig,dass Wohnen bezahlbar bleibt. Sanierungendürfen nicht dazu führen, dass Bürger aus ihremWohnumfeld verdrängt werden. Klimaschutzund Wohnungspolitik dürfen nicht gegeneinanderausgespielt werden. Dabei setze ich vor allemauf Freiwilligkeit und Anreize”, so seine treffendeErgänzung der BID-Forderungen, die er dem GdWbereits in einem Vorab-Interview unterbreitete.Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müllerunterstrich in einer Themenrunde speziell zumBerliner Wohnungsmarkt, dass vor allem einkommensschwächerenHaushalten weiterhin Woh-BundesbauministerDr. Peter Ramsaueram Stand der BID beiseinem ersten EXPO-Besuch.12 | 201265


MARKT UND MANAGEMENTQuelle: Büro Roman LorenzGdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser (l.) beiihrem Diskussionsbeitrag zur steuerpolitischen Agenda.Dr. Christian Lieberknecht (GdW, 2.v.r.) bei seinemDiskussionsbeitrag zum Thema Bürgerbeteiligung.Arbeitsformen der Zukunft: Klaus Leuchtmann (EBZ,2. v. r.) spricht über Personalentwicklungsstrategien.nen in der Innenstadt ermöglicht werden müsse.„Der stadtnahe Wohnungsmarkt kann im Moment‚gar nicht genug liefern’”, so die Einschätzung desrheinland-pfälzischen Finanzministers Dr. CarstenKühl bei seinem Standbesuch. Einschlägige Internetportalezeigten eine deutliche Ausdünnung aufder Angebotsseite und den klaren Trend zur hochwertigen– sprich teuren – Eigentumswohnung.Den bayerischen Innenminister Joachim Herrmannstimmte nach eigener Aussage bedenklich, dassbisher ein klares Bekenntnis des Bundes zur ungeschmälertenFortführung der Kompensationsleistungenfür die Wohnraumförderung aussteht.Energiewende, Finanzierungstrendsund SteuerpläneAuch das derzeit alles beherrschende ThemaEnergiewende – und hier insbesondere die erheblichverschärften energetischen Anforderungenan Immobilien sowie deren Auswirkungenauf Neubau und Bestand – wurde am BID-Standintensiv diskutiert. „Um die ambitionierten Klimaschutzzieleder Bundesregierung zu erreichen,ist eine angemessene und verlässliche staatlicheFörderung nötig – und keine weitere Verschärfungder Energieeinsparverordnung”, betonteGdW-Präsident Axel Gedaschko. Einstimmigkeitherrschte in der Gesprächsrunde darüber, dassbereits die Energieeinsparverordnung (EnEV)2009 ein Investitionshemmnis darstelle. Eineweitere Verschärfung der energetischen Anforderungenfür Neubau und Bestandsgebäude imZuge einer Novellierung der EnEV hätte für dieImmobilienwirtschaft daher fatale Auswirkungen.Sich ständig ändernde klimarelevante Gesetze undVerordnungen hemmten zudem die Investitionsbereitschaft,da sie Unsicherheit erzeugten. Umdie umfangreichen und zumeist kostenintensivenSanierungen des Gebäudebestandes zur Umsetzungder Klimaziele von Bundesregierung undEU stemmen zu können, ist aus Sicht der BID einZusammenwirken von Eigentümern, Mietern undöffentlicher Hand erforderlich. Zusätzlich bedürfees eines geeigneten Instrumentenmixes aus demCO 2 -Gebäudesanierungsprogramm, steuerlichenAnreizen, Anpassungen im Mietrecht und derlängerfristigen Bereitstellung angemessenerFördermittel. Grundsätzlich sollte das Augenmerkstärker auf eine Breitenwirkung im Bestandgelegt werden statt auf die Förderung einzelnerkostspieliger Leuchtturmprojekte.Für Diskussionsstoff sorgte auch das Thema Kreditversorgung.Von ihr sei kaum ein Industriezweigso abhängig wie die Immobilienwirtschaft, so dieWohnungsmarktexperten bei einer Debatte überdie Finanzierungstrends für das kommende Jahr.Etwa 55 % aller Kredite in Deutschland werden fürden Kauf und den Bau einer Immobilie verwendet.Eine herausragende Rolle spielen dabei aktuell fürdie Wohnungs- und Immobilienwirtschaft die ThemenBasel III, Solvency II und die AIFM-Richtlinie.„Wir sind als Branche auf ausreichende Finanzierungsmöglichkeitenfür die herausfordernden Investitionsthemender Zukunft angewiesen”, sagteIngeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW:„Deshalb sind wir momentan zufrieden mit demErreichten – also mit der Mittelstandskomponentefür Immobilienunternehmen und der niedrigenRisikogewichtung des Wohnimmobilienkreditsbei Basel III.” Die nächste Baustelle sei nun aberSolvency II, wo die Durchführungsbestimmungenso gestaltet werden müssen, dass die Versichererauch weiterhin wichtige Finanzierungspartner derImmobilienwirtschaft bleiben können.Die allgegenwärtige Energiewende spielte auchbei der Diskussion über die steuerpolitischeAgenda aus Sicht der Immobilienwirtschaft eineübergeordnete Rolle. Das deutsche Steuerrechthalte für den umweltbewussten Immobilieneigentümermanchen Fallstrick mit großer steuerlicherWirkung bereit, lautete eine zentrale Position derBID-Steuerexperten. Damit mehr Energieeffizienzerreicht werden könne, dürfe der Gesetzgeberden Erwerb und eine anschließende aufwendigeenergetische Sanierung nicht bestrafen. Als eineausgesprochene Gefahr für die Wohnungs- undImmobilienwirtschaft wurden die Überlegungenvon vier SPD-geführten Ländern für eine Wiedereinführungder Vermögensteuer gewertet. Solltediese Steuer wieder eingeführt werden, müsse dasBetriebsvermögen – zumindest das betriebsnotwendige– freigestellt werden, so die eindringlicheForderung des GdW. Ansonsten wäre eine Substanzbesteuerungund extreme Einschränkung derInvestitionsfähigkeit der Wohnungs- und Immobilienunternehmendie Folge.ZukunftsthemenDas Thema Bürgerbeteiligung weist – seit „Stuttgart21” – eine breite mediale Wahrnehmungauf und wird zunehmend auch bei Immobilien-BID BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT DER IMMOBILIENWIRTSCHAFTDEUTSCHLANDDer BID gehören derzeit an: Bundesverband Freier Immobilien-und Wohnungsunternehmen (BFW); BVI Bundesfachverbandder Immobilienverwalter; Dachverband DeutscherImmobilienverwalter (DDIV); GdW Bundesverband deutscherWohnungs- und Immobilienunternehmen; Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverbandder Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen; Verband deutscher Pfandbriefbanken(vdp); Verband Geschlossene Fonds (VGF); Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA).Weitere Informationen:www.bid.info66 12 | 2012


projekten notwendig: Die Anspruchshaltungder Bürger hat sich hier grundlegend geändert.Lohnt es sich daher, frühzeitig in einen Dialog zuinvestieren und auf neue Beteiligungsformatezu setzen? Es sei ein „Kernanliegen”, PlanungsundGenehmigungsverfahren zu beschleunigenund Investitionssicherheit basierend auf gesellschaftlicherAkzeptanz zu schaffen, lautete dieAntwort des GdW-Geschäftsführers Dr. ChristianLieberknecht auf diese Leitfrage zur entsprechendenBID-Expertenrunde. Dies gelte nicht nur fürgroße Infrastrukturverfahren und für große ProjektentwicklungenPrivater, sondern auch für diezahllosen kleineren und mittleren Sanierungs-,Neubau- und Quartiersprojekte, bei denen die Akzeptanzder Bewohner Grundlage für den Erfolgder Maßnahmen ist.Zu den Erfolgsgrundlagen bei Wohnprojektengehört eindeutig auch das Thema Vermarktung.Bei einer Debatte über Trends im Immobilienmarketingzeigte sich, dass Wohnungen heute insbesondere„digital” verkauft oder vermietet werden.Zusätzlich sei der Aspekt der Nachhaltigkeit einerder bedeutendsten Vermarktungstrends fürImmobilien. Bauherren bietet hier insbesonderedas Qualitätssiegel „Nachhaltiger Wohnungsbau”des neu gegründeten Vereins NaWoh dieMöglichkeit, bei ihrem Wohnungsneubau gelebteNachhaltigkeit sichtbar zu machen. Innerhalbder verschiedenen auf dem Markt befindlichenNachhaltigkeitsbewertungssysteme für Wohngebäudefokussiere sich dieses System speziellauf die Handlungsmöglichkeiten von Wohnungsunternehmenals Bestandshalter, erläuterte GdW-Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser.WeiterbildungOb Marketing, Steuer- und Finanzierungstrendsoder Wohnungsneubau – in allen Bereichen derImmobilienwirtschaft spielen die Themen Forschungund Experten-Nachwuchs eine nicht zuvernachlässigende Rolle. Zur Tradition am Standder deutschen Immobilienverbände bei der EXPOhat sich daher die Ehrung herausragender Studien-und Forschungsleistungen entwickelt. Sowurden auch in diesem Jahr wieder die drei Jahrgangsbestenim Studiengang M.A. Real Estate Managementder EBZ Business School ausgezeichnet.Im Vordergrund ihrer Forschungsarbeit standenbezeichnenderweise die Themen Nachhaltigkeit,die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortungsowie die Optimierung von Prozessen. Auch dieDeutsche Immobilien-Akademie (DIA) an der UniversitätFreiburg hat erneut ihren renommiertenForschungspreis an drei Nachwuchskräfte verliehen– in diesem Jahr gemeinsam mit dem badenwürttembergischenWirtschafts- und FinanzministerDr. Nils Schmid.Was muss geschehen, dass die Immobilienwirtschaftauch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeberbleibt? – so die nicht minder bedeutende Grundsatzfragebei einer abschließenden Runde zumThema Personalstrategie und Arbeitsformen derZukunft. „Der Wettbewerb um die guten SchulundHochschulabsolventen hat längst begonnenund wird sich verschärfen. Deshalb brauchen wirals Branche eine Marke – einen ‚Brand’”, betonteKlaus Leuchtmann, Vorstandsvorsitzender desEBZ. Sowohl in punkto Unternehmenskultur, beiattraktiven Bildungs- und Karrierewegen als auchder Implementierung von Konzepten des LebenslangenLernens sei mehr Begeisterung gefragt,so die Expertenmeinung. Es gehe darum, die gesamteBranche „demografiefest“ zu machen – einProjekt, das eine Teilbranche für sich alleine nichtschaffen könne. Damit stellt sich ein echtes Zukunftsprojektfür die erweiterte Gemeinschaft derVerbände in der BID.IMMO-MARKETING-AWARD VERGEBENAuf der Expo Real wurde auch in diesem Jahr von der Hochschulefür Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU) derImmobilien-Marketing-Award in mehreren Kategorien vergeben.Prämiert wurden die besten Marketingkonzepte der Immobilienwirtschaft.In der Kategorie „Wohnen“ erhielt das Berliner Unternehmen TPAAgentur für Kommunikationsdesign GmbH die Auszeichnung füreine Markenstrategie für das Wohnungsbauvorhaben „Flora“ mitrund 280 Wohnungen im Stadtteil Berlin-Pankow. Der Vertrieb derWohnungen wurde über eine Steigerung der Popularität des Florakiezeserreicht. Unter dem Motto „Das Mosaik für ein gutes Leben“nutzte die TPA die Authentizität des Kiezes für die Vermarktung.Als „Lieblingsplatz im Florakiez“ sollen die Neubauten die Zielgruppeder urbanen Familien ansprechen.Sieger in der Kategorie „Lower/Small-Budget-Award“ wurde dieMehrWertWohn GmbH mit ihrem Projekt „Hammer-Wohnung“,das sich an Mieter mit mittlerer bis unterer Einkommen richtetund renovierungsbedürftige Wohnungen zusammen mit einemBaumarkt-Gutschein anbietet (siehe DW 8/2012, S. 56).Die Gesobau AG aus Berlin wurde in der Kategorie „Öko-Marketing“für ihre integrierte Nachhaltigkeitskommunikation prämiert. DasUnternehmen übertrug in einer Imagekampagne Themen und Aspekteder Nachhaltigkeit in Alltagsbegriffe, -bilder und -botschaftenund nutzte die Motive für die traditionelle Werbung sowie fürAnzeigen und die Mitarbeitergewinnung.Weitere Informationen:www.hfwu.deDie KIRCHHOF PROWOH(R)Anwenderkreiseim November und Dezember– auch in Ihrer NäheG. Kirchhof GmbHEDV-BeratungGraf-Adolf-Str. 2540212 DüsseldorfE-Mail info@kirchhof.deTelefon 0211 38467 - 888Telefax 0211 38467 - 88412 | 201267


MARKT UND MANAGEMENTTransparenz und wirtschaftliche Handlungsfähigkeit verbessernMarktgerechte Immobilienwertermittlungbei WohnungsgenossenschaftenDie Werthaltigkeit des eigenen Immobilienbestandes ist vielen Wohnungsgenossenschaften oft nichtbekannt. Dies ist auch nicht immer einfach zu bestimmen. Das Wissen über die stillen Reserven desUnternehmens kann die Geschäftspolitik jedoch stark beeinflussen und neue Potenziale aufzeigen.Deshalb veranlasste der Spar- und Bauverein Konstanz eG (SBK) 2011 die Bewertung seines komplettenImmobilienbestands und die Entwicklung eines Verfahrens, das die genossenschaftlichen Besonderheitenangemessen berücksichtigt.Ramona KleistHochschule für TechnikWirtschaft und Gestaltung inKonstanz (HTWG), KonstanzProf. Dr. Uwe RickersHTWG Konstanzdurchführen zu können, da manche Mieter – diebei Genossenschaften gleichzeitig auch Mitentscheidersind – keine Handwerker im Haus habenoder gar vorübergehend ausziehen wollen. Manchenehmen lieber in Kauf, in „minderwertigen“Wohnungen zu leben, als eventuelle Mieterhöhungenaufgrund von Modernisierungsmaßnahmenin Kauf zu nehmen. Damit tritt eine weitere Herausforderungauf die Agenda der Wohnungsgenossenschaften.Wird modernisiert, übersteigendie durchgeführten Modernisierungsmaßnahmenbisweilen den individuell notwendigen Bedarf,Gemäß genossenschaftlichem Förderauftrag bietenviele Genossenschaften ihren Wohnraum ihrenMitgliedern, die gleichzeitig Eigentümer und Mietersind, zu unterdurchschnittlichen Mieten an. Oftliegen diese deutlich unterhalb der ortsüblichenVergleichsmiete. Dauernutzungsverträge habenneben positiven Effekten für die Mieter – Sicherheit,eigentumsähnliche Verhältnisse, stabileNachbarschaften – vor allem für den Vermieterwirtschaftliche Nachteile. Mieten können durchfehlenden Mieterwechsel nicht sprunghaft angehobenwerden. Durch recht seltene Mieterwechselsind Wohnungen oder ganze Häuser mitunter ineinem schlechten und nicht mehr zeitgemäßenZustand.Josef Joachim ReckziegelGeschäftsführendesVorstandsmitgliedSpar- und Bauverein Konstanz eGZuweilen gibt es auch Probleme, angemessene Instandhaltungs-und ModernisierungsmaßnahmenAbschlag vom Liegenschaftszinssatz-0,5 % bis -1,0 %- gute bis sehr gute LageLagebezogene KriterienZuschlag vom Liegenschaftszinssatz+0,5 % bis +1,0 %- geringes bis besonders geringes wirtschaftlichesRisiko des Objektes- Orts- bis Zentrumsnähe- städtisches Gebietbei gegenteiligen Verhältnissen- große Nachfrage- wachsende Bevölkerung- zunehmendes Wirtschaftswachstum(…)Objektbezogene KriterienVermietungssituation- besonders geringes Leerstandsrisikobei gegenteiligen Verhältnissen(…)Nettokaltmiete- besonders niedrig- gesicherte Nachhaltigkeit der Einnahmenbei gegenteiligen Verhältnissen- gute Vermietbarkeit(…)Zu- und Abschläge bei der Festsetzung des Liegenschaftszinssatzes in Anlehnung an Kleiber, Wolfgang (2010),Verkehrswertermittlung von Grundstücken (6. Auflage), Köln: Bundesanzeiger Verlag, S. 1602.Eigenschaften liegen beim SBK im besonderen Maße vor.68 12 | 2012


Quelle: SBKModerne und energieeffiziente Neubauten des SBK in der Bücklestr. 84 a-d. Die fünf Häuser, Baujahr 2003,im Stadtteil Petershausen weisen 40 Wohnungen mit knapp 4.100 m 2 Wohnfläche auf.und die Kosten werden von den Genossenschaftengelegentlich gar nicht oder nur teilweise auf dieMieter umgelegt. Durch die häufig gegensätzlicheVermietungspolitik von Wohnungsbaugenossenschaftenzu gewinnorientierten Marktteilnehmern(marktübliche Mieten, komplette Kostenumlegungauf die Mieter) ergeben sich also erheblicheUnterschiede.Vorhandene BewertungsansätzeDiese Besonderheiten werden in den einschlägigen700.000,00600.000,00500.000,00400.000,00300.000,00200.000,00100.000,0010,000,00gesetzlichen Vorgaben zur Immobilienwertermittlung,allen voran die Immobilienwertermittlungsverordnung(ImmoWertV), kaum berücksichtigt.Hier heißt es, die marktübliche Vergleichsmieteist anzusetzen, vorübergehende Mehr- oder Mindererträgekönnen durch angemessene Zu- oderAbschläge berücksichtigt werden. Im Falle vonGenossenschaften werden aber weder marktüblicheMieten erzielt, noch sind diese Abweichungenvorübergehend. Des Weiteren wäre, wie vorstehendbeschrieben, oft der Ansatz hoher Renovierungs-und Modernisierungskosten notwendig,damit entsprechende Mieten überhaupt realisiertwerden können. Um den Wert genossenschaftlicherImmobilien nicht gleich an zwei Stellen zuVERGLEICH DER AKTUELLEN IST-MIETE BEIM SBKZUR DURCHSCHNITTLICH ERZIELBAREN MIETE IN KONSTANZ5,78547.947,007,00624.028,00IST-Miete pro m 2 und MonatIST-Erträge pro MonatKANN-Miete pro m 2 und MonatKANN-Erträge pro Monatschmälern, nämlich durch den Ansatz geringerMieten bei gleichzeitig hohen Modernisierungskosten,bedarf es einer angepassten Herangehensweise.LösungsansatzDer SBK suchte konkrete Ansätze, um mit ebendiesen Problemen umgehen zu können. Es solltenrund 1.310 Wohneinheiten mit knapp 95.000 m 2Wohnfläche bewertet werden, mit dem Ziel, trotzder besonderen Vermietungspolitik marktüblicheVerkehrswerte zu ermitteln, die den KonstanzerImmobilienmarkt angemessen darstellen.So wurden nicht die marktüblichen Vergleichsmietenangesetzt, deren Höhe völlig unrealistischwäre, sondern die tatsächlich gezahlten Mieten.Um dies adäquat zu berücksichtigen, wurden nichtZu- oder Abschläge vorgenommen, sondern eineandere geeignete Weise gefunden (vgl. § 8 Abs. 3ImmoWertV) – die Anpassung des Liegenschaftszinssatzes.Dieser wurde dem örtlichen Grundstücksmarktberichtentnommen und sodannobjektspezifisch modifiziert. Im Durchschnittwurde ein Abschlag von 0,5 Prozentpunktenvorgenommen. Gründe dafür waren zum einendie geringen Mietansätze, aber auch das geringewirtschaftliche Risiko vor allem durch die großeNachfrage in Konstanz, den geringen Leerstandsowie die gute Vermietbarkeit. Auch in einschlägigerLiteratur wird zu diesen Abschlägen bei denvorliegenden Umständen geraten und in der Praxisoft umgesetzt.12 | 201269


MARKT UND MANAGEMENTSTILLE RESERVEN UND POTENZIALEINNERHALB DES IMMOBILIENBESTANDS DES SBKoben ausgeführten Lösungsansatz marktgerechteund realistische Verkehrswerte ermittelt werdenkonnten.158.270.000,00122.070.000,0054.533.156,79Für den Ansatz realistischer Modernisierungskostenwurden die vom SBK kalkulierten Kostennach notwendigen und überdurchschnittlichenModernisierungsmaßnahmen unterschieden, umjeweils auch nur die wirklich notwendigen Kostenanzusetzen. Je nach Dringlichkeitsstufe und geplantemDurchführungszeitpunkt wurden dieseaußerdem abgezinst, sodass ein realistischer undmarktüblicher Barwertansatz erfolgen konnte.Die daraus resultierenden Verkehrswerte warenmit ortsüblichen Preisen von Objekten in ähnlicherLage, mit ähnlichen Eigenschaften vergleichbar.Insgesamt beträgt der Verkehrswert rund 122Mio. € und 1.289 €/m 2 . Der durchschnittlicheQuadratmeterpreis für Mietwohnungen in Konstanzkann mit rund 1.500 € angegeben werden. Eszeigt sich also, dass die Ergebnisse in der unterenPreisklasse liegen. Daraus resultiert die Fragestellung,welchen Wert der Immobilienbestanddes SBK haben könnte, wäre er zu ortsüblichenVergleichsmieten vermietet und in einem entsprechendguten Erhaltungszustand, also ausreichendmodernisiert.In einem zweiten Schritt wurden nun alle Berechnungenauf der Grundlage durchschnittlicherVergleichsmieten und gutem Erhaltungszustand– also ohne Ansatz von Modernisierungskosten –erneut durchgeführt. Dies ergab eine erheblicheWertsteigerung um rund 36 Mio. € auf 158 Mio. €und einen Quadratmeterpreis von 1.671 €. Umdiesen zukünftigen Wert zu erreichen, würdendie aktuell notwendigen Investitionen dabei rund15 Mio. € betragen.15.000.000,00Buchwert zum 31.12.2010IST-Wert, Stand 01.01.2012Zukunftspotenzialnotwendige Investitionskosten,um Potenzial zu erreicheneine einfache Portfoliobewertung durchgeführt.Hierzu wurden die im Grundstücksmarktberichtausgewerteten Kaufpreise von Eigentumswohnungenherangezogen. Hier werden Verkaufsfällenach Objektausstattung und Lagequalität ausgewertetund dementsprechende Kaufpreiskategorienfestgelegt. Mit einer Einstufung der vorhandenenBestandsobjekte des SBK nach diesenMerkmalen und der anschließenden Multiplikationder entsprechenden Quadratmeteranzahl mit denVergleichspreisen, angepasst an Mietwohnungen(durchschnittlicher Abschlag von 10 %), ergabsich nun ein Gesamtwert des Portfolios. Dieserlag nahe der Summe der ermittelten Einzelwerte.Die Plausibilitätsprüfung zeigte, dass mit demFazitMit dem, in Zusammenarbeit mit der Hochschulefür Technik, Wirtschaft und Gestaltung in Konstanz(HTWG Konstanz) entwickelten, Lösungsansatzwurde nicht nur ein Weg gefunden, dieBesonderheiten eines genossenschaftlichen Wohnungsbaubestandes– der rund 2,2 Mio. Wohneinheitenund damit ca. 10 % des Mietwohnungsbestandsumfasst und mehr als 5 Mio. Menschen einZuhause bietet – angemessen zu bewerten undmit anderen Marktteilnehmern vergleichbar zumachen. Es wurde außerdem aufgezeigt, dassmit durchschnittlichen Modernisierungskostenund einer entsprechenden Mietanpassung eineWertsteigerung des Immobilienbestandes erzieltwerden kann, die wesentlich größer ist als die dafürzu investierenden Kosten.Die Bezifferung der stillen Reserven (Buchwert:ca. 54,5 Mio. €) stellt den SBK nun vor ganz neueAufgaben. Mit diesen Reserven kann Banken nunviel selbstbewusster gegenübergetreten werden.Auch können neue Projekte leichter in Angriff genommenwerden.Nicht zu unterschätzen ist außerdem die Außenwirkungauf die bisherigen und potenziellen Mitglieder.Die großen bzw. nun größeren Sicherheitenkönnen Anleger motivieren, weiter in den SBKzu investieren (Spareinrichtung). Auf diese Weisekönnen neue Mittel für Investitionen gewonnenwerden – ganz mit dem Ziel, den Mitgliedern dasWohnen so angenehm wie möglich zu machen.Quelle: SBKPlausibilitätsprüfungUm die erzielten Ergebnisse zu überprüfen undeine gute Verlässlichkeit nachzuweisen, wurdeEine SBK-Siedlung aus dem Jahr 1922 im Quartier Sierenmoos. Die Einfamilienhäuser in derAllmannsdorferstr. 1-5 haben je 93,8 m 2 Wohnfläche.70 12 | 2012


Auslobung „DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft 2013“Web 2.0 –Digitalisierung in derWohnungswirtschaftSchirmherr:Der Präsident des GdW Bundesverbanddeutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.Web 2.0Die Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft lobt diesen Wettbewerb, dervon der Aareon AG präsentiert wird, bereits zum 10. Mal aus. Die Schirmherrschafthat Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscherWohnungs- und Immobilienunternehmen e. V., übernommen. Die technischeBetreuung liegt, wie in den Vorjahren, beim Verband Berlin-BrandenburgischerWohnungsunternehmen e. V.DW Die Wohnungswirtschaft und Aareon würdigen mit dem Preis herausragendeKonzepte und Projekte, in denen es Wohnungs- und Immobilienunternehmenmit Hilfe des Internets gelungen ist, Verbesserungen für ihrUnternehmen zu erreichen.Gelungene Konzepte und Projekte sollten dabei auf die Verbesserung von Instandhaltungsprozessen, Kundenbeziehungsmanagement(Customer Relationship Management, CRM) oder auch verbesserte Kommunikation mit den Anspruchsgruppendes Wohnungs- und Immobilienunternehmensgerichtet sein.Aber auch andere Nutzungskonzepte für das Internet sind als Einreichungherzlich willkommen. Die Beiträge sollen erfolgreiche, realisierte, innovativeund zukunftsfähige Unternehmenskonzepte und -projekte darstellen.TeilnahmeunterlagenDie Teilnahmeunterlagen finden Sie im Internet unter:www.aareon.com/web, www.diewohnungswirtschaft.de undwww.bbu.deDer Wettbewerb richtet sich an alle Wohnungs- und Immobilienunternehmenunabhängig von Rechtsform, Unternehmenszweck und Verbandszugehörigkeit.Die Teilnahme ist ebenfalls unabhängig von der im Unternehmengenutzten Software.Quelle: Aareon / Foto: Jens Braune del Angel/Frankfurt a. M.DW-Zukunftspreisder ImmobilienwirtschaftDigitalisierung in derWohnungswirtschaftPreiseDie Jury vergibt insgesamt drei Preise.Die Preisträger erhalten zur Preisverleihungeinen professionellen Filmbeitrag.Juryvorsitz und wissenschaftlicheBetreuungProf. Dr. Hansjörg Bach, HochschuleNürtingen-Geislingen, Vorsitzender desFachausschusses „Betriebswirtschaft”des GdWTechnische BetreuungSiegfried RehbergTel.: 030 89781-151E-Mail: siegfried.rehberg@bbu.deZeitplanEinsendeschluss der Wettbewerbsbeiträgeist am 7. April 2013, 9 Uhr.Die Preisverleihung findet im Rahmen desAareon Kongresses am 28. Mai 2013 inGarmisch-Partenkirchen statt. Die Preisträgerwerden nach der Preisverleihungveröffentlicht.Einreichung der BeiträgeDie Arbeiten sollen auf den im Internetverfügbaren digitalen PowerPoint-Vorlageneingereicht werden, per Post an:Verband Berlin-BrandenburgischerWohnungsunternehmen e. V.Bereich TechnikHerrn Siegfried RehbergLentzeallee 107, 14195 Berlin… oder auch per E-Mail an:siegfried.rehberg@bbu.deDer Rechtsweg ist ausgeschlossen.12 | 201271


MARKT UND MANAGEMENTFoto: Christian RichtersVerwaltungsgebäude der Wohn+StadtbauComplianceInformationsfahrten des Aufsichtsrates rechtensViele Unternehmen haben sich strenge Compliance-Regeln auferlegt um rechtskonformes Verhaltenzu gewährleisten. Dass aber das auch nicht vor strafrechtlicher Verfolgung schützt, zeigt ein Beispiel derWohn+Stadtbau, Münster. Hier wurde der Geschäftsführer letztinstanzlich vom OLG Hamm von demVorwurf der Untreue freigesprochen – er hatte Informationsfahrten organisiert, bei denen sichAufsichtsrat und Unternehmensleitung bei anstehenden Entscheidungen Projekte vergleichbareMaßnahmen oder städtebauliche Entwicklungen an anderen Orten ansahen.Katja StockeyAssistentin der GeschäftsführungWohn+Stadtbau MünsterMit einem Freispruch für den Geschäftsführerder Wohn+Stadtbau Wohnungsunternehmen derStadt Münster GmbH (Wohn+Stadtbau) endeteein jahrelanger Gerichtsstreit. Die StaatsanwaltschaftMünster hatte nach einer anonymenAnzeige den Aufsichtsrat der Wohn+Stadtbauwegen durchgeführter Informationsfahrten inden Jahren 2004 bis 2007 ins Visier genommen.Dem Wohn+Stadtbau-Geschäftsführer KlemensNottenkemper war vorgeworfen worden, auf Kostendes Unternehmens Aufsichtsratsfahrten mitFreizeitcharakter organisiert zu haben.Durchführung richtig und zulässigNottenkemper zeigte sich von Anfang an zuversichtlich:„Wir waren uns der Problematik durchausbewusst. Dennoch waren wir der Meinung,dass die Durchführung der Informationsfahrtenrichtig und zulässig war.” Die Informationsfahrtenseien von Wohn+Stadtbau immer mit Blick auf denZweck der Gesellschaft durchgeführt worden – dersicheren und sozial verantwortbaren Wohnungsversorgungfür breite Schichten der Bevölkerung.Die Wohn+Stadtbau betreut, bewirtschaftet undverwaltet – wie viele andere kommunale Wohnungsunternehmen– Bauten in allen Rechts- undNutzungsformen. Sie sei als Maßnahmen- und Vorhabenträgerfür die ordnungsgemäße und zügigeUmsetzung einer städtebaulichen Ordnungs- und72 12 | 2012


WOHN+STADTBAU GMBHGegründet: 1928Eigene Wohneinheiten: 5.122Für Dritte bewirtschaftete WE: 1.022Gewerbeeinheiten: 173Mitarbeiter: 66davon Auszubildende: 6Mod.–Inst.–Investitionen 2011: 8,3 Mio. €Neubauinvestitionen 2011: 20,7 Mio. €Bilanzsumme 2011: 220,4 Mio. €www.wohnstadtbau.deQuelle: Wohn+StadtbauSeniorenwohnprojekt Bremer Stadtmusikanten der Wohn+Stadtbau.Strukturpolitik verantwortlich tätig, erklärt Nottenkemper.Darüber hinaus würden Sonderbaumaßnahmenfür Menschen mit besonderen Wohnraumanforderungenim Bereich der Alten- undBehindertenhilfe sowie besondere Wohngruppenund Lebensgemeinschaften realisiert, für die derallgemeine Wohnungsmarkt keine ausreichendenFlächen anbietet. Besondere Maßnahmen zurEnergieeinsparung, und damit zum Klimaschutzim Gebäudebestand der Wohn+Stadtbau, seienebenso ein unverzichtbarer Teil der Aufgaben deskommunalen Unternehmens.„Für die Erfüllung der vielfältigen und zahlreichenAufgaben von Wohn+Stadtbau ist es erforderlich,dass anstehende Projekte und Maßnahmenauch dadurch transparent und plausibelgemacht werden, dass der Aufsichtsrat sich mitder Unternehmensleitung vergleichbare Maßnahmenund städtebauliche Entwicklungen etc.vor Ort ansieht“, erklärt der Geschäftsführer.Zudem treffe der Aufsichtsrat jährlich Entscheidungenüber Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe.Ziel der Fahrten war es, insbesondereFehler, die andere gemacht haben, zu vermeidenund stattdessen aus deren Fehlern zu lernen.Des Weiteren sollte vor Ort auch mit Nutzernund unmittelbar Betroffenen (z. B. Bewohnern,Nachbarn, in Projekten betreuten Personen etc.)Kontakt aufgenommen oder städtebauliche bzw.Einzelmaßnahmen in ihren konkreten Auswirkungenerfahren werden. Dies sei zentral, umentscheiden zu können, ob und gegebenenfallswie das Projekt in Münster umgesetzt werdenkönne, so Nottenkemper.Freispruch nachvorinstanzlicher VerurteilungNachdem sich das Amtsgericht zuerst dem Vorwurfder Staatsanwaltschaft angeschlossen hatteund Nottenkemper zu einer Geldstrafe von16.000 € verurteilte, ergab die Berufungsverhandlungvor dem Landgericht einen Freispruch.Das Revisionsverfahren beim OberlandesgerichtHamm kam zu dem gleichen Ergebnis und sprachden Wohn+Stadtbau-Geschäftsführer vom Vorwurfder Untreue frei.„Die Reisen sind vom Gericht als projektbezogeneVeranstaltungen gewertet worden“, erklärt der AnwaltNottenkempers, Detlev Ströcker. Nach Ansichtdes Vorsitzenden Richters Johannes Leygraf hättees sogar nie zu diesem Prozess kommen dürfen, soStröcker. Das OLG Hamm bestätigt das Vorgehenvon Wohn+Stadtbau und legt in seinem Urteil dar:„Der Senat folgt der eingehenden Argumentationder Strafkammer, wonach die getroffenen Fest-URTEILEDie Entscheidungen mit den AktenzeichenIII-4 RVs 42/12 OLG Hamm und15 Ns-45 Js 1413/08 Landgericht Münstersind einzusehen unterwww.justiz.nrw.de/Bibliothekstellungen den – rechtlich nicht zu beanstandenden– Schluss erlauben, dass die durchgeführtenFahrten durch sachdienliche Zwecke – Informationund Fortbildung der Aufsichtsratsmitglieder imHinblick auf aktuelle bzw. anstehende Bauvorhaben– dominiert wurden und damit trotz der unverkennbarenbzw. unvermeidbaren touristischenElemente ein gravierender Pflichtverstoß des Angeklagtennicht vorliegt.“ (Urteil des 4. Strafsenatsdes Oberlandesgerichts Hamm vom 21.08.2012;III-4 RVs 42/12 OLG Hamm)Nach Auffassung der Wohn+Stadtbau standen dieKosten für die Informationsfahrten in einem mehrals akzeptablen Verhältnis zu dem Gewinn für dieGesellschaft. Dies wurde u.a. dadurch belegt, dassdie Wohn+Stadtbau im Jahr 2007 in einem Wettbewerbals das wirtschaftlichste WohnungsbauunternehmenDeutschlands ausgezeichnet wurde. Auchdie zahlreichen architektonischen und städtebaulichenPreise legen Zeugnis über die Qualität derArbeit des Wohnungsunternehmens ab.Neben dem Geschäftsführer sind gleichzeitig noch23 Aufsichtsratsmitglieder und leitende Mitarbeiterder Wohn+Stadtbau angeklagt worden. DieKlagen gegen die Mitarbeiter waren relativ raschzurückgezogen worden. Auch die Verfahren gegendie Aufsichtsratsmitglieder sind mittlerweile eingestelltworden, nachdem die Staatsanwaltschaftihre Anklagen zurückgenommen hat. Das Gerichthatte die Bearbeitung bis zum rechtskräftigen Abschlussdes Prozesses gegen Klemens Nottenkemperausgesetzt.12 | 201273


MARKT UND MANAGEMENTInterview mitAnwalt Detlev Ströckerund Wohn+Stadtbau-GeschäftsführerKlemens NottenkemperQuelle: StröckerQuelle: Wohn+StadtbauDetlev StröckerKlemens Nottenkemper„Kriterien und Voraussetzungen, die Informationsfahrtenerfüllen müssen, um nicht beanstandet zu werden, stehenjetzt fest.”Wie sind aus Ihrer Sicht die Prozesse verlaufen?Ströcker: Das Verfahren war im Wesentlichen einKampf gegen Vorurteile …Nottenkemper: … Ein unsinniger Prozess, der vielKraft gekostet hat.Wie erklären Sie sich das Vorgehen der Staatsanwaltschaftund das erstinstanzliche Urteil?Ströcker: Für mich erscheint es oberflächlich recherchiertund von geringem Interesse geprägt,die tatsächlichen Umstände aufklären zu wollen.Hintergründe, die zum Verständnis unabdingbargewesen wären, sind überhaupt nicht von derStaatsanwaltschaft nachgefragt worden: z. B.Welche Aufgaben das Wohnungsunternehmen zuerfüllen hat, welche Rolle der Aufsichtsrat dabeispielt und in welcher Form die Stadt Münster beiden Aufsichtsratsentscheidungen beteiligt ist, warder Staatsanwaltschaft nicht bekannt.Nottenkemper: Vor der Anklageerhebung fehltenz. B. als Beweismittel der Gesellschaftsvertrag,die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates und dieGeschäftsanweisung für mich. Wie kann ein Urteilüber Fahrten und deren Kosten gefällt werden,wenn nicht bekannt ist, was ein Unternehmenmacht und wer dort entscheidet …?Wie haben sich die Öffentlichkeit und die Presseverhalten?Ströcker: Missgunst und Neid verkaufen sich imAugenblick offensichtlich ganz gut. Eine objektiveBerichterstattung hat über lange Zeit leider nichtstattgefunden. Insbesondere für die ehrenamtlichtätigen Aufsichtsratsmitglieder war es eine Zeitdes Spießrutenlaufens.Wie hoch waren die Kosten des Verfahrens?Nottenkemper: Die Kosten aller drei Instanzenfür die Anwälte, Gerichtsgebühren, Gutachtenusw. belaufen sich auf fast 70.000 €. DieWohn+Stadtbau hatte für alle Aufsichtsratsmitglieder,die Geschäftsführung und leitendeMitarbeiter eine Strafrechtsschutzversicherung,die nun die zusätzlichen Kosten z. B. für den zweitenVerteidiger übernimmt. Weil der Freisprucheindeutig war, gehen die Kosten zu Lasten derLandeskasse.Welche Erkenntnisse können andere Wohnungsunternehmenaus dem Prozess ziehen?Ströcker: Die Kriterien, die Informationsfahrtenerfüllen müssen, um nicht beanstandet zu werden,stehen jetzt fest. Bislang gab es nur Urteile, denenzu entnehmen war, was nicht zulässig ist. Jetztgibt es eine obergerichtliche Entscheidung, diedarlegt, welche Voraussetzungen eine Informationsfahrterfüllen muss, um beanstandungsfreizu sein.Würden Sie die Fahrten für den Aufsichtsrat sonoch einmal organisieren?Nottenkemper: Ja, ganz eindeutig. Ich stehevoll hinter Programm und Inhalten. Vor weiterenFahrten möchte ich jedoch die Anweisungen derGesellschafterin, also der Stadt, abwarten. Es istbereits einiges in Vorbereitung. Ich denke, der politischeProzess wird bald in Gang kommen.Raten Sie anderen Wohnungsunternehmen,Besichtigungsfahrten nach Münster zu machen?Nottenkemper: Sehr! Münster hat viel in SachenStädtebau, Architektur und Wohnungswirtschaftzu bieten.Herr Ströcker, Herr Nottenkemper: Vielen Dankfür das Gespräch!Das Interview führte Katja Stockey.74 12 | 2012


„Im WohnungsWirtschaftsOffice Professional von Haufefinden Sie die Muster verträgeund Formulare sowie diewichtigsten Fachbücher undArbeitshilfen des GdW – allesstets aktuell über den Online-Zugriff!“Ingeborg EsserHauptgeschäftsführerin des GdWBundesverband deutscher Wohnungs- undImmobilienunternehmen e.V.Mit Haufe und Hammonia meistern Sie die Herausforderungender Wohnungswirtschaft. Versprochen.Stets aktuell und mit wenigen Klicks abrufbar:> Haufe- und Hammonia-Fachwissen> Mustervorlagen und Arbeitshilfen des GdW> Inhalte vieler Fachtitel wie dem Wohnungs- und Immobilienlexikon> Online-Seminare für die WohnungswirtschaftJetzt 4 Wochen kostenlos und unverbindlich testen.www.haufe.de/wowi


MARKT UND MANAGEMENTQuelle: VdW Rheinland WestfalenMarketing, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind Schwerpunkte der genossenschaftlichen Kooperation, aber bei weitem nicht die einzigen.Internationales Jahr der Genossenschaften 2012Kooperationen und Netzwerke –eine erfolgsversprechende OptionWohl kaum eine Unternehmensform ist so prädestiniert für Kooperationen wie Wohnungsgenossenschaften.Schließlich macht die Zusammenarbeit den historischen Kern von Genossenschaften aus. Eine Kooperationmit anderen Wohnungsgenossenschaften oder Dienstleistern stellt eine Strategieoption dar, um sichgegenüber anderen Wohnungsanbietern besser behaupten, wettbewerbsfähig bleiben und Wettbewerbsvorteilegenerieren zu können. Für die Zukunftsfähigkeit wird das Kooperieren immer bedeutsamer. Daszeigt Teil 11 der DW-Serie zum internationalen Genossenschaftsjahr.Quelle: VdW Rheinland WestfalenDr. Gerhard JeschkeReferent fürGenossenschaftswesenVdW Rheinland WestfalenDüsseldorfDr. Caroline Schmitterwissenschaftliche MitarbeiterinVdW Rheinland WestfalenDüsseldorfDie Voraussetzungen sind klar: Schon heute undverstärkt in der Zukunft wird nicht mehr das ProduktWohnung nachgefragt, sondern vielmehr einPaket „Wohnen”, welches zusätzliche Dienstleistungsangebotedurch die Wohnungsunternehmenfür die Mieter umfasst. Wohnungsunternehmenwerden sich noch stärker vom Wohnungsverwalterzum Immobiliendienstleister wandeln.Um aber den Wünschen der Mieter bzw. Mitgliedernachzukommen, sind vielfach Kooperationen notwendig.Gerade kleinere Genossenschaften könnennicht alles aus einer Hand anbieten. Und auchgrößere Genossenschaften besinnen sich vielfachwieder auf ihre Kernkompetenzen. Kooperationennehmen für kleine und größere Genossenschafteneine wichtigere Rolle ein – zum Beispiel Kooperationenim Bereich des Marketings oder zusätzlicherDienstleistungen. Das breite Spektrum möglicherKooperationen zeigt obenstehende Abbildung.Kooperationen schaffen „Member Value”Um zusätzliche Werte für die Mitglieder zu schaffen– also das so genannte Member Value zu erhöhen– kann eine Kooperation mit einem weiterenUnternehmen oder aber der Eintritt in einNetzwerk von Unternehmen sehr hilfreich sein.Hierdurch kann die Wohnungsgenossenschaftauf neue Anforderungen reagieren und den Mitgliedernweitere Leistungen anbieten, sich abergleichzeitig auf die eigenen Kernkompetenzenkonzentrieren. Gerade für kleinere Wohnungs-76 12 | 2012


genossenschaften sollten Kooperationen nurVorteile mit sich zu bringen. Gemeinsame Aktivitätentragen dazu bei, den Bekanntheitsgrad derGenossenschaften zu steigern. Zudem entstehenauch Kostenvorteile.Die Selbstständigkeit und rechtliche Unabhängigkeitder Wohnungsgenossenschaft bleibt beiKooperationen bestehen. Für alle Wohnungsgenossenschaften– unabhängig von ihrer Größe –gilt es, gerade in den Bereichen, in denen nichtdie Kernkompetenz des Unternehmens gesehenwird, eine Kooperation mit anderen Unternehmenin Erwägung zu ziehen.UmfrageergebnisseZwei Drittel aller genossenschaftlichen Verbandsmitglieder(genau 165) sind aktuell sind in derDatenbank des VdW Rheinland Westfalen zumThema „Kooperationen und Netzwerke“ erfasst.64 % davon gehen mindestens eine Kooperationmit einem anderen Unternehmen ein. Dabei wirdfolgender Trend deutlich:• Vor allem für kleinere Wohnungsgenossenschaftensind Kooperationen im Bereich Geschäftsbesorgungenund Marketing vorteilhaft.• Die großen Wohnungsgenossenschaften engagierensich vor allem in Kooperationen imBereich der Nachbarschaftshilfe und der Stadtteilentwicklung.Von den 59 Wohnungsgenossenschaften, die keinebestehende Kooperation aufweisen können, besitzenknapp zwei Drittel 500 Wohneinheiten oderweniger. Dies ist ein Indiz dafür, dass gerade beiden kleinen Genossenschaften die Strategieoptionder Kooperation noch nicht in dem Maße wie beiden größeren verbreitet ist.Auch bei den Zielen, die mit einer Kooperationverbunden werden, kommt es auf die Größe an. Indem am IfG Institut für Genossenschaftswesen derUniversität Münster durchgeführten Forschungsprojekt„Wohnungsgenossenschaftliche Kooperationspotentiale– eine theoriegeleitete empirischeUntersuchung“ kommt Dr. Bettina Schlelein zufolgendem Ergebnis: „Das breite Spektrum derEinsatzgebiete und Partner spiegelt sich bereits inden zahlreichen, unterschiedlichen Zielen wider,die Wohnungsgenossenschaften mit der Gründungvon Kooperationen verfolgen. Als wichtigste Zielelassen sich folgende identifizieren: Verbreiterungdes Serviceangebots für die Mitglieder, Imageverbesserung,Steigerung der Mitgliederbindungbzw. Neumitgliederwerbung, Reduzierung derLeerstandsquote, Kostenreduzierung, Zugang zuden Kompetenzen des Kooperationspartners sowieSchaffung von Effizienzvorteilen durch gemeinsameRessourcennutzung. Die Bedeutung dieser Zielefindet sich auch in den verschiedenen Größenkategoriender Unternehmen wieder.“ (siehe Tabelle)KooperationsbeispieleWelche Art der Kooperation und welche Kooperationstiefebzw. -intensität sinnvoll erscheint, wirdUnternehmensgrößebis 500 WE 501-1.000 WE 1001-3.000 WE ab 3.001 WE1 Kostenreduzierung Imageverbesserung Imageverbesserung Verbreiterung desServiceangebots fürdie Mitglieder2 Maßnahme zum Erhaltder Selbständigkeitals eG3 Zugang zu Kompetenzendes Kooperationspartners4 Effizienzvorteile durchgemeinsame Ressourcennutzung5 Verbreiterung desServiceangebots fürdie Mitglieder6 Verbesserung derManagementqualitätSteigerung derMitgliederbindungbzw. NeumitgliederwerbungReduzierung derLeerstandsquoteZugang zu Kompetenzendes KooperationspartnersKostenreduzierungVerbreiterung desServiceangebots fürdie MitgliederReduzierung derLeerstandsquoteKostenreduzierungEffizienzvorteile durchgemeinsame RessourcennutzungRealisierung vonGrößenvorteilenZugang zu Kompetenzendes KooperationspartnersWohnungsgenossenschaften verbinden verschiedene Ziele mit Kooperationen. Doch welcheihnen am wichtigsten sind, unterscheidet sich nach Unternehmensgröße.ImageverbesserungZugang zu Kompetenzendes KooperationspartnersReduzierung derLeerstandsquoteEffizienzvorteile durchgemeinsame RessourcennutzungKostenreduzierungQuelle: Bettina Schlelein, IfGimmer von den Begebenheiten und Anforderungenvor Ort abhängen. Einige Beispiele sollen illustrieren,was erfolgreich praktiziert wird:Marketing und ÖffentlichkeitsarbeitWie gesehen, sind vor allem im Bereich des MarketingsKooperationen eine sinnvolle Investitionfür Wohnungsgenossenschaften. Das findetseinen konkreten Ausdruck zum Beispiel in der„Arbeitsgemeinschaft Marketinginitiative TypischGenossenschaften Rheinland Westfalen“. Durcheine solche Marketinginitiative können genossenschaftsspezifischeEigenschaften effizienter nachaußen kommuniziert werden. Neben der gemeinsamenAußendarstellung sind der Austausch vonErfahrungen und die Nutzung von Synergien entscheidend:Die Schaltung einer je zweiwöchigenRadio-Werbekampagne im März und Septemberauf WDR 2 und weiteren Regionalsendern kostetebeispielsweise die beteiligten Wohnungsgenossenschaftenpro Wohnung lediglich 1,30 € undsteigerte, laut einer Forsa-Umfrage, die Bekanntheitder Genossenschaften. Ohne die Arbeitsgemeinschafthätte eine solche Kampagne wederfinanziell noch organisatorisch gestemmt werdenkönnen.Neben dem Marketing ist die Mitgliederkommunikationund Öffentlichkeitsarbeit eine weitereMöglichkeit, mit anderen Genossenschaften zusammenzuarbeiten.So können quartiersweiseMieterzeitungen oder bestands- und genossenschaftsübergreifendMantelmagazine hergestelltwerden. Ein Beispiel ist die Kooperation zwischenzunächst vier und jetzt fünf Gelsenkirchener Wohnungsgenossenschaften(Bauverein GelsenkircheneG, Die GWG – Genossenschaftliches Wohnen inGelsenkirchen und Wattenscheid eG, WohnungsbaugenossenschaftHorst eG, Baugenossenschaft„Wohnungsbau“ eG und GenossenschaftlicherSchalker Bauverein von 1898 eG), die gemeinsameine Mitgliederzeitung erstellen, die für dieeinzelnen Wohnungsgenossenschaften jeweils zuaufwändig gewesen wäre.Management und BewirtschaftungAuch bei der Geschäftsbesorgung arbeiten Wohnungsgenossenschaftenzusammen. Die Geschäftsbesorgungkann die Zukunftsfähigkeitder Wohnungsgenossenschaft sichern und es denGenossenschaften ermöglichen, zeitnah den Veränderungen,die z. B. durch den demografischenWandel bedingt sind, zu begegnen.Üblicherweise findet diese Art der Kooperationzwischen einem großen und einem kleinen Wohnungsunternehmenstatt. Für die Überwachungvon Mietrückständen, das Führen von Mitgliederlistenetc. bleibt bei kleineren Wohnungs-12 | 201277


MARKT UND MANAGEMENTDas Wohnquartier in Dortmund-Scharnhorst wurde in einem gemeinschaftlichen Projekt aufgewertet.genossenschaften oftmals wenig Zeit, da derVorstand seine Zeit in andere, wichtige Projekteinvestieren muss. Durch das Schließen einesGeschäftsbesorgungsvertrags kann Abhilfe geschaffenwerden. Die rechtliche Selbstständigkeitder Wohnungsgenossenschaft bleibt hierdurchbestehen. Für den Geschäftsbesorger bringt dieKooperation den Vorteil der besseren Auslastungder Verwaltung etc. mit sich und der Auftraggeberkann sich fortan vermehrt auf die eigenen Kernkompetenzenkonzentrieren.Weitere Kooperationsmöglichkeiten ergeben sichim Bereich der Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern,der Beschaffung oder dem Regiebetrieb.Zusätzliche Servicesund soziale DienstleistungenDie gemeinsame Mieterzeitung der oben genanntenGelsenkirchener Wohnungsgenossenschaftenwar nur der Auftakt zu weitergehenden Kooperationen.Hinzu kam in einem weiteren Schritt diegemeinsame Einstellung einer Sozialarbeiterin desDiakoniewerkes Gelsenkirchen, seit fünf Jahrenarbeitet sie nun für die Genossenschaften. Zudemführen die Gelsenkirchener GenossenschaftenWeiterbildungsveranstaltungen für ihre Mitarbeiterdurch. All die Maßnahmen haben dazu geführt,dass die Genossenschaften eine positive Außenwirkungerzielten und sie ihren Bekanntheitsgraddeutlich steigern konnten.Auch die Kooperation mit einem Pflege- oderSozialdienst ist vielerorts sinnvoll. Hierdurchkann die Wohnungsgenossenschaft auf den demografischenWandel reagieren, den Mitgliedernbedarfsgerechte und vielfach stark nachgefragteWohnformen bzw. Dienstleistungen (Service- oderbetreutes Wohnen etc., siehe hierzu auch unserThema des Monats ab S. 34) anbieten, sich abergleichzeitig auf die Kernkompetenzen konzentrieren.Eine starke Kooperation mit vielen Dienstleisternhat die Arbeitsgemeinschaft Solinger Wohnungsbaugenossenschaftenumgesetzt. Mit einer speziellenMitgliedskarte erhalten die Genossenschaftsmitgliederbei mittlerweile fünfzig Geschäften undDienstleistern exklusive Sonderkonditionen. Einwirtschaftlicher Vorteil, der je nach Einkauf biszu 20 % Rabatt bedeuten kann. Diese zusätzlicheStärkung von Kundenbindung und -beziehung istnur möglich, weil die Solinger GenossenschaftenSozialarbeiterin Katharina Polonski im Kreise der Vorstände Gelsenkirchener Wohnungsgenossenschaften.Quelle: VdW Rheinland Westfalen/GröhbühlQuelle: Wohnungsbaugenossenschaft Horst eG„KOOPERATIONEN UND NETZWERKE VON WOHNUNGSGENOSSENSCHAFTEN“ArbeitshifeHilfreich für die Planung von Kooperatio nen ist die Arbeitshilfe„Kooperationen und Netzwerke von Wohnungsgenossenschaften“aus dem Jahr 2009. Herausgeber sind derVdW Rheinland Westfalen und der VdW südwest.Sie ist als CD mit zahleichen Praxisbeispielen und Checklisten(ISBN-NR. 978-3-936663-33-4) zum Preis von 21,50 €beim VdW Rheinland Westfalen bestellbar unter:www.vdw-rw.de/veroeffentlichungen-rw/--> SchriftenreiheQuelle: VdW Rheinland Westfalen78 12 | 2012


Mit dieser Mitgliedskarte gibt es bei mehr als50 Geschäften und Dienstleistern Rabatte.gemeinsam auftreten. Sie umfassen rund 13.000Wohnungen und 21.500 Mitglieder. Das bedeuteteinen Anteil von 15 % am Solinger Wohnungsbestandund an der Solinger Bevölkerung. Insofernstellen sowohl die Genossenschaften als Vertragspartnerals auch deren Mitglieder als Kunden durchauseine „Marktmacht” dar. Gemäß dem Slogan:Typisch Genossenschaft – mehr als Wohn-Vorteile!Seit seiner Einführung 2003 macht das Rabattmodellder Arbeitsgemeinschaft Schule: Immer wiedergibt es Anfragen anderer Wohnungsbaugenossenschaften.Zunehmend nutzen lokale Geschäfteund Dienstleister die attraktive Möglichkeit, ihrenKundenkreis im Bereich der Genossenschaften zuerweitern. Die Arbeitsgemeinschaft kann somit ihrRabattangebot laufend erweitern. Auch bei denMitgliedern ist die Mitgliedskarte ein voller Erfolg.Sie rundet die Mitgliedschaft in der Genossenschaftum einen weiteren Vorteil auf: Neben günstigenNutzungsgebühren und attraktiven Sparzinsen lässtsich im täglichen Leben vor Ort bei Einkäufen undDienstleistungen von der Genossenschaft profitieren– und das spricht sich rum.Nachbarschaft und Stadt(teil)entwicklungVielfach haben Wohnungsgenossenschaften Beständein Wohnquartieren, in denen auch andereWohnungsunternehmen Bestände bewirtschaften.Eine Aufwertung des Wohnquartiers oder die Stabilisierungvon Nachbarschaften ist durch eineneinzelnen Vermieter in der Regel nicht zu leisten.Quelle: Spar- und Bauverein Solingen eGVielfach führen aber aufeinander abgestimmteund in enger in Kooperation durchgeführte Aktivitätenzum Erfolg.Ein gelungenes Beispiel ist der Dortmunder StadtteilScharnhorst-Ost, in welchem der Spar- undBauverein eG Dortmund mit drei weiteren DortmunderWohnungsunternehmen (LEG, Ruhr-Lippe,DOGEWO21) rund 5.000 Wohnungen bewirtschaftet.Für die aus den 1960er und 1970er Jahrenstammenden, am Reißbrett als Großsiedlung konzipiertenWohngebäude stand eine nachhaltige,ganzheitliche Quartiersaufwertung an. Die Partner,deren Wohnungsbestände sich in direkter Nachbarschaftbefinden, verfolgen unabhängig von derRechtsform der Unternehmen die gleichen Intentionen.Zielsetzung der projektbezogenen Zusammenarbeitwar neben der notwendigen Imageverbesserungfür den Stadtteil eine Aufwertung derBestände, um diese langfristig zukunftsfähig zumachen und die Vermietungssituation nachhaltigzu verbessern.In einem ersten Schritt wurde eine gemeinsameImagekampagne „Leben in Scharnhorst ist bunt“erarbeitet: Über gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit,unternehmensübergreifende Veranstaltungenund Events sowie mit Hilfe eines eigensentwickelten Logos, Flyers und Internetauftrittswird – weit über die Ziele gängiger marketingundvertriebsorientierter Kampagnen hinausgehend– seitdem für die Vorzüge des Wohnensund Lebens in Scharnhorst geworben. In einemzweiten Schritt starteten die vier Wohnungsunternehmeneine groß angelegte und zwischen ihneneng abgestimmte Modernisierungsoffensive. Miteinem abgestimmten Farbkonzept entstand eineganzheitliche farbliche Choreographie für dieGroßsiedlung. Deutliches Indiz für den Erfolg derkonzertierten Aktion sind durchweg bessere Vermietungsergebnisse.Nach den millionenschwerenInvestitionen wird die Stadtteilkooperation auchin Zukunft fortgesetzt.Für Ihr Engagement erhielten die Unternehmenim Januar 2011 den Preis Soziale Stadt, den AWOArbeiterwohlfahrt Bundesverband e. V., DeutscherStädtetag, GdW Bundesverband deutscherWohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.,GBG Mannheimer WohnungsbaugesellschaftmbH, Schader-Stiftung und vhw Bundesverbandfür Wohnen und Stadtentwicklung e. V.mit Unterstützung durch das Bundesbauministeriumvergeben (siehe DW 2/2011, S. 18 undDW 7/2011, S. 27).Zukunftsbestimmendes ThemaDie Vermittlung des Themas „Kooperationen“ imSinne der Sicherung der Wettbewerbsfähigkeitund Zukunftsfähigkeit der Wohnungsgenossenschaftenist eine wichtige Aufgabe für die Verbände.In diesem Zusammenhang sind die Prüferder Verbände ein mitentscheidender Transmissionsriemen.Gemäß § 53 GenG ist „die Geschäftsführungsprüfungkeine statische Betrachtung zum Prüfungsstichtag,sondern eine Feststellung undBewertung vor allem dynamischer Faktoren …Die genossenschaftliche Pflichtprüfung ist … eineBetreuungsprüfung. Sie stellt den umfassendstenund intensivsten Prüfungstyp dar. Sie ist von denPrüfungsgegenständen her weiter gefasst als dieAbschlussprüfung nach § 317 HGB und bewertetzudem nicht nur einen in der Vergangenheit liegendenPrüfungszeitraum als eine abgeschlosseneEinheit, sondern bringt als Ergebnis der PrüfungErkenntnisse für die weitere Entwicklung der eG“(Lang/Weidmüller: Kommentar zum Genossenschaftsgesetz,35. Auflage, S. 688).Der VdW Rheinland Westfalen hat gemeinsam mitdem VdW südwest im Rahmen einer Arbeitshilfeeine Checkliste (siehe Kasten) für ein Gesprächvon Vorstand und Prüfer entwickelt. So werdendie Genossenschaftsvorstände auch für das Thema„Kooperationen und Netzwerke“ sensibilisiert.Seminar: „Kabelanschluss aktuell“Themen: Marktübersicht Anbieter, Infrastrukturvergleich, Markttrends,technische Voraussetzungen (Hausverteilnetze), u. a.Termine:Teilnahmeentgelt: € 95,-Info und Anmeldung unter:www.wowi-consulting.deoder 040/ 18 29 99 56Optimierung von Kosten, Leistungen und vertraglichen Inhalten:12 | 201279


MARKT UND MANAGEMENTBilanz- und Steuerwissen –Aktuelles aus den Prüfungsorganisationen des GdWDie SEPA-Umstellung bei WohnungsunternehmenFür Wohnungsunternehmen steht im Jahr 2013 die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf das SEPA-Verfahren an. Da es sich um ein komplexes und zeitaufwändiges Thema handelt und Anpassungen in denProzessen notwendig werden, sollte rechtzeitig mit den Vorbereitungen der Umstellung begonnen werden.Der folgende Artikel stellt das neue Zahlungsverkehrsverfahren vor und erläutert notwendigeUmstellungsschritte im Wohnungsunternehmen.WP Christian GebhardtReferent für Betriebswirtschaft/Standardsetting Rechnungslegungund PrüfungGdW, BerlinDie SEPA-Umstellung bedeutet weit mehr als denAustausch von Kontonummer und Bankleitzahldurch IBAN und BIC. Die Auswirkungen für dieWohnungswirtschaft mit ihren langfristigen undimmer wiederkehrenden Zahlungsströmen sindsehr viel weitrechender als z. B. beim Einzelhandel.Die SEPA-Verordnung und ihre Auswirkungenauf den ZahlungsverkehrAm 31. März 2012 ist die europäische „SEPA-Verordnung” in Kraft getreten. Kernstück der Verordnungist die Festlegung eines Enddatums fürdie nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren.Die Verordnung sieht vor, dass für Überweisungenund Lastschriften ab dem 1. Februar2014 nur noch die von der europäischen Kreditwirtschaftentwickelten SEPA-ZahlungsverfahrenWAS VERBIRGT SICH HINTER DEM BEGRIFF SEPA?anzuwenden sind. Die SEPA-Verordnung enthälteine „Kontinuitätsklausel”, nach der bisher existierendeEinzugsermächtigungen ihre Gültigkeitbehalten.Für die Wohnungswirtschaft hat das Lastschriftverfahreneine besonders große Bedeutung.Weit über 90 % der Mieter haben eine Einzugsermächtigungfür ihre Mietzahlungen erteiltund nutzen damit das Lastschriftverfahren.Ohne ein funktionierendes Lastschriftverfahrenwäre der monatliche Liquiditätszufluss nichtgewährleistet.SEPA ist die Abkürzung für Single Euro Payments Area, den einheitlichen Zahlungsverkehrsraumin der Währung Euro. SEPA führt die Harmonisierung des Zahlungsverkehrs inder einheitlichen Währung Euro konsequent fort und wird als weiterer, wichtiger Schritt zurVollendung des europäischen Binnenmarktes gesehen. Neben den Mitgliedstaaten derEuropäischen Union haben sich auch die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums EWR(Island, Liechtenstein, Norwegen) sowie die Schweiz und Monaco für die Einführung der SEPA-Verfahren entschieden. Zahlungen in und aus den Nicht-EWR-Ländern fallen jedoch nichtunter die Verordnungen und Regularien der EU.Überlegungen zum UmstellungszeitpunktEine Umstellung des bisherigen nationalen Lastschriftverfahrensauf das SEPA-Lastschriftverfahrenist grundsätzlich seit dem 9. Juli 2012möglich, ohne dass zuvor neue SEPA-Mandatevon denjenigen Zahlern eingeholt werden müssen,von denen bereits eine schriftliche Einzugsermächtigungvorliegt. Die rechtliche Grundlagefür die Umstellung wurde durch die zum 9. Juli2012 geänderten Lastschriftbedingungen (AGB)der Banken geschaffen.Im Vorfeld der Umstellung müssen Vorbereitungengetroffen werden, um den Umstellungsprozessso reibungslos wie möglich zu gestalten. Dazugehören neben der Einholung von bestimmten Informationen(Gläubiger-Identifikationsnummer,IBAN, BIC) und der Information der Lastschriftgebervor allem, dass das EDV-gestützte Rechnungslegungssystem(ERP-System) SEPA-fähigist, die technische SEPA-Umstellung unterstütztund im Unternehmen die notwendigen Prozessanpassungenvorgenommen wurden.Die entsprechenden technischen Voraussetzungenwerden von den wohnungswirtschaftlichen EDV-Anbietern in der Regel mit den Releases Ende 2012geschaffen. Die SEPA-Umstellung sollte daher inAbsprache mit dem ERP-Systemanbieter vorgenommenwerden. Voraussetzung ist aber, dass dieentsprechende Release-Version auch bereits imUnternehmen installiert oder über eine Rechenzentrumslösungnutzbar ist.Notwendige ProzessanpassungJedes Wohnungsunternehmen steht im Rahmender SEPA-Umstellung vor der Herausforderung,Veränderungen seiner IT-Systeme, verbunden mitder Anpassung der Zahlungsverkehrsprozesse, zueinem fixen Termin zu managen. Die Durchführungder SEPA-Umstellung ist daher in jedem Fall imRahmen eines Projekts zu empfehlen.Die Vorankündigung der Lastschrift, Vorlagefristenund Mandatsverwaltung bewirken über dieeinmalige Umstellung hinaus, dass eine Anpassungder Zahlungsverkehrsprozesse vorzunehmenist. Im Vergleich zum (alten) Lastschriftverfahrenist die SEPA-Lastschrift nicht per Sicht fällig, sondernmuss mit einer entsprechenden Vorlauffristbei der Bank des Zahlers vorliegen und daher auchrechtzeitig durch das Wohnungsunternehmen versandtwerden. Die einzuhaltenden Vorlauffristenvor Fälligkeit sind:80 12 | 2012


MÖGLICHER UMSTELLUNGSZEITRAUMPraktisch möglicherUmstellungszeitraumTheoretisch möglicherUmstellungszeitraum31.03.2012Inkrafttreten derSEPA-Verordnung09.07.2012Änderung der AGBdurch die Banken01.01.201331.01.2014Enddatum für nationaleÜberweisungen undLastschriftverfahrenQuelle: GdW• fünf Bankarbeitstage bei einmaliger Lastschriftoder erster Lastschrift einer Folge von wiederkehrendenLastschriften bei SEPA-Basislastschriftenund• zwei Bankarbeitstage bei wiederkehrendenLastschriften und letzter Lastschrift bei SEPA-Basislastschriften.Überführung von bestehenden (Alt-)Lastschriftenin das SEPA-Lastschriftmandata) Analyse der Einzugsermächtigungen undAbbuchungsvereinbarungenIn einem ersten Schritt ist sicherzustellen, dassdie erteilten Einzugsermächtigungen schriftlichund in reproduzierbarer Form im Unternehmenvorliegen. Einzugsermächtigungen, die nichtschriftlich vorliegen, und Abbuchungsvereinbarungenmüssen gesondert, durch Neuvereinbarungeines Mandates auf die SEPA-Verfahrenumgestellt werden. (Hinweis: Das bisherige Abbuchungsverfahrenbleibt von der SEPA-Umstellunggrundsätzlich unberührt, wird aber zum 1. Februar2014 eingestellt.)b) Ergänzung der MandatsinformationenDie vorliegenden Einzugsermächtigungen müssendurch eindeutige Mandatsreferenzen einmaligangereichert werden (Bereitstellung in der Regeldurch das ERP-System). Weiterhin muss das Datumder Mandatsvereinbarung gespeichert werden.Für Mandate, die aus bestehenden Einzugsermächtigungenerzeugt werden, gilt das Datumder erstmaligen Information über die Umstellungauf das SEPA-Verfahren.c) Information über die Umstellung auf das SEPA-LastschriftverfahrenVor dem erstmaligen Einzug im SEPA-Verfahrenmüssen die im Lastschriftverfahren (Alt-Mandate)angesprochenen Zahlungspflichtigen, alsodie entsprechenden Kontoinhaber, per Brief, dem Zahlungspflichtigen vorab angekündigt werden.Die Vorankündigung beinhaltet Betrag undFax oder E-Mail informiert werden. Aus dieserKorrespondenz müssen folgende Informationen Fälligkeit. Sofern sich der Betrag oder die Fälligkeitändert, ist eine erneute Vorankündigung vor-hervorgehen:• Gläubiger-Identifikationsnummerzunehmen. Für wiederkehrende - vom Betrag und(Gläubiger-ID),Fälligkeit gleichbleibende - Einzüge genügt eine• Mandatsreferenznummer,einmalige Vorankündigung. Die Vorabinformation• Name und Adresse des Zahlers,kann als separate Mitteilung versandt werden oder• IBAN des Zahlers sowie Name und BIC der Bank aber Teil eines sonstigen Dokuments, z. B. einerdes Zahlers,Rechnung etc., sein, in der ein- oder mehrmalige• Name/Bezeichnung und Adresse des Zahlungsempfängersbeträgeund Fälligkeitsdaten angekündigt werden.Belastungen unter Nennung der jeweiligen Einzugs-• Art der Zahlung.Der zeitliche Vorlauf dieser Vorabinformation Fazitvon mindestens 14 Tagen vor dem tatsächlichen Die SEPA-Umstellung sollte in Abhängigkeit vonEinzug ist zu beachten. Sofern Einzugsermächtigungenvon einer dritten Person, also nicht dem tigkeitsfelder als Projekt aufgesetzt werden. Dabeider Unternehmensgröße und Komplexität der Tä-eigentlichen Vertragspartner, erteilt wurden, ist es wichtig, zur Koordination im Unternehmenrichtet sich die Information immer an den Zahlungspflichtigenim SEPA-Lastschriftverfahren, zeitliche Planung der SEPA-Umstellung sollteeinen SEPA-Verantwortlichen zu benennen. Diealso den Kontoinhaber des zu belastenden Kontos. vor dem Hintergrund eines zeitlichen Puffers undd) Vorankündigungeventueller Abhängigkeiten von weiteren ressourcenbindendenProjekten spätestens für das dritteEine Forderung, die durch ein gültiges Mandat imSEPA-Lastschriftverfahren eingezogen wird, muss Quartal 2013 vorgesehen werden.SEPA-UMSTELLUNG BEI WOHNUNGSUNTERNEHMENDer GdW hat die einzelnen Schritte der Umstellung ausführlich inder GdW Information 136 behandelt. Sie stellt zunächst das neueZahlungsverkehrsverfahren dar und erläutert Unterschiede zumheutigen System. Darüber hinaus sind Musterinformationsschreibenzur Benachrichtigung der Lastschriftgeber (z. B. Mieter) beigefügt.Schließlich wurde den gängigen EDV-Anbietern der Branchedie Möglichkeit gegeben, darzustellen, wie sie den SEPA-Prozessumsetzen und unterstützen.Die GdW Information 136 ist über den GdW zum Preis von15,- € (bestellung@gdw.de) zu beziehen.12 | 201281


MARKT UND MANAGEMENTSEPA – Single Euro Payments AreaDer Countdown läuftAm 1. Februar 2014 ist es unumkehrbar: Kontonummer und Bankleitzahl haben ausgedient und werdenvon IBAN und BIC abgelöst. Auch für die Wohnungswirtschaft bedeutet die SEPA-Umstellung eine weitreichendeVerpflichtung. Erstens müssen IBAN und BIC in den Geschäftspartnerdaten der IT-Systeme ergänztwerden. Zweitens muss der Einzug mittels SEPA-Lastschrift jedem Zahlungspflichtigen 14 Kalendertage imVoraus angekündigt werden.Die vielleicht wichtigste Neuerung für alle Arbeitsabläufeund -prozesse aber ist das SEPA-Mandat. Es ersetzt Einzugsermächtigung undAbbuchungsvereinbarung, ist jedoch wesentlichkomplexer als seine Vorgänger aufgebaut. Mitanderen Worten: Die SEPA-Einführung funktioniertnicht auf simplen Knopfdruck. Im Gegenteil:An vielen Stellen müssen neue bzw. angepassteProzesse etabliert werden. Wertvolle Unterstützungleisten hier die wohnungswirtschaftlichenIT-Systeme. Wir haben die wichtigsten Schritteauf dem Weg zu einer erfolgreichen SEPA-Umstellungfür die Wohnungswirtschaft zusammengefasst.Schritt 1: IT-InfrastrukturStephan RohloffDirektor KonzernbereichMarketing und KommunikationAareon AG , MainzIm Mittelpunkt der unternehmensinternen IT-Infrastruktur steht das ERP-System, in dem diewohnungswirtschaftlichen Prozesse abgebildetsind. Hier gilt es zu prüfen, ob die SEPA-Fähigkeitvorhanden ist bzw. ob sie hergestellt werden kann.Im Einzelnen geht es in dieser Phase um einen erstenCheck der technischen Voraussetzungen. Könnendie neuen SEPA-Formate sachgerecht bedientwerden? Existiert zum Beispiel eine Funktion, umzu den bestehenden Geschäftspartner-BankverbindungenIBAN und BIC zu vergeben? Kann einintegrierter IBAN-Konverter für die Umrechnungder Bankverbindung genutzt werden? Bietet dasERP-System eine Toolunterstützung für die Konvertierungaller relevanten Bankverbindungen an?Und beinhaltet das ERP-System die Möglichkeit,bestehende Einzugsermächtigungen in Mandate„umzuswitchen“? Gleichzeitig müssen alle anderenIT-Systeme betrachtet werden, die im Kontextdes Zahlungsverkehrs zum Einsatz kommen, wiebeispielsweise die Lohn- und Gehaltsabrechnungoder Zahlungsverkehrsprogramme für Onlinebanking.Schritt 2: Konvertierung IBAN/BICSchon in dieser Phase ist es wichtig, die Pflegevon IBAN und BIC ab Umstellung für alle neu zuerfassenden Stammdaten sicherzustellen. Gleichzeitiggilt es, die Konvertierung der bestehendenBankverbindungen vorzunehmen. Idealerweiseverfügt das ERP-System über eine entsprechendeToolunterstützung. Dabei ist zu beachten, dassdie Konvertierung nicht durch einen einfachenAlgorithmus erfolgen kann, sondern spezifischeBesonderheiten der verschiedenen Banken berücksichtigenmuss. Die Empfehlung: Nutzung derAngebote des Bank-Verlags zur Konvertierung derdeutschen Kontonummer und Bankleitzahl in IBANund BIC. Dabei sind die individuellen Besonderheitender Kreditinstitute berücksichtigt.Schritt 3: MandatsverwaltungDie Identifikation des Zahlungsempfängers erfolgtdurch eine Gläubiger-Identifikationsnummer, diebei der Bundesbank beantragt werden muss. Für dieWohnungseigentumsverwaltung wird in der Regelje Wohnungseigentum eine Gläubiger-ID benötigt.Die gute Nachricht: Bestehende Einzugsermächtigungen,die in unterzeichneter Form vorliegen,können weiter genutzt werden. Für den Einzug aller„neuen“ Forderungen ist in Zukunft die Erfassungvon Mandatsdaten wie Gläubiger-ID, Mandatsreferenzund Datum der Unterschrift im ERP-SystemPflicht, die in jedem Lastschrifteinzug übertragenwerden. Ebenso muss die Mandatsverwaltung inder Lage sein, einen Verfall von Mandaten zu kontrollierenund automatisch zu erkennen, ob es sichum eine Erst- oder Folgelastschrift handelt. Bei derErfassung der Mandate ist besonders darauf zu achten,ob der Zahler mit dem Vertragspartner identischist, da das Mandat nicht vom Vertragspartner,sondern vom Zahler unterzeichnet werden muss.Idealerweise bietet das ERP-System Werkzeuge zurautomatischen Generierung der Mandate an. Wichtigist, dass die Generierung auf alle aktiven Mietverträgeeingeschränkt werden kann, damit nichtfür bereits ausgezogene Mieter Mandate generiertwerden. Die Vorteile einer Massenaktivierung sindzum einen die schnelle Mandatsbereitstellung fürdas SEPA-Verfahren. Und zum anderen kann indiesem Zusammenhang auch ein Informationsanschreibenzur SEPA-Umstellung an die Debitorenerzeugt werden.82 12 | 2012


Schritt 4: KorrespondenzDie Anpassung der Korrespondenz umfasst imWesentlichen die folgenden drei Blöcke.1. Auf allen eigenen Schriftstücken, E-Mails, Briefen,Informationen etc. sind statt Kontonummerund Bankleitzahl spätestens mit Umstellung desVerfahrens IBAN und BIC zu ergänzen. Auch alleVertragsmuster wie Mietvertrag etc. müssen einenVerweis zum Lastschrifteinzug enthalten.2. Alle Zahlungspflichtigen (Kontoinhaber) sindvor dem erstmaligen Einzug im SEPA-Verfahrenüber die Umstellung zu informieren. Die Informationüber die Umstellung wird einmalig erstelltund dient gleichzeitig als Vorankündigung für zukünftigeLastschrifteinzüge via SEPA.3. Jede SEPA-Lastschrift muss vor dem erstenEinzug mit einer Pre-Notification 14 Tage vorabangekündigt werden. Auch bei wiederkehrendenEinzügen ist bei Änderung des Betrags oder derFälligkeit eine Pre-Notification erforderlich.Sie muss eine Angabe zu Betrag und Fälligkeitsowie einen Verweis auf die Gläubiger-ID und dieMandatsreferenz enthalten. In der Regel reichtes aus, den bestehenden Schriftverkehr zu einerBetragsänderung um die Pre-Notification zu ergänzen.Schritt 5: Kommunikation mit der BankIn Zukunft stellen Sie Ihrer Bank Zahlungsdateienin den neuen SEPA-Formaten bereit. Dabei ist zubeachten: Die SEPA-Zahlungsverkehrsformatestellen für den Verwendungszweck nur noch4x35 Zeichen zur Verfügung – was auch von derkommunizierenden Bank berücksichtigt werdenmuss. Achten Sie auf die Vorlagefristen (für Erstlastschriftenfünf Banktage, für Folgelastschriftenzwei Banktage). Beim Einsatz von Zahlungsverkehrsprogrammenist eine Abstimmung mit dereigenen Hausbank, bei Bedarf auch eine Prüfung,sinnvoll.Schritt 6: Aktivierung des SEPA-VerfahrensNach Abschluss aller Vorarbeiten sind zur SEPA-Aktivierung nur noch drei Schritte erforderlich.Erstens: die Aktivierung der Mandate und Versanddes Informationsschreibens. Zweitens: dieAktivierung der SEPA-Verfahren. Drittens: dererstmalige Lastschrifteinzug unter Beachtungder Vorlagefristen.Die Millenniums-Umstellung und die Einführungdes Euro haben gezeigt: Eine rechtzeitige Planungschützt vor Umstellungsproblemen. Wenndie Planung, Bestandsaufnahme und Organisationnoch in 2012 beginnen und die erste Einführungin 2013 stattfinden kann, stehen die Zeichen gut,dass zum Endtermin am 1. Februar 2014 alles optimalfunktioniert.Herr Dr. Hasse, ist SEPA ein unterschätztesThema in der Wohnungswirtschaft?Wir erhalten sehr viel Resonanz auf unsereVeranstaltungen zum Thema SEPA, die wirgemeinsam mit der Aareal Bank durchführen.Annähernd 1.200 Teilnehmer zeigen, dassviele Wohnungsunternehmen sich dieser Herausforderungbewusst sind. Auch die Zusammenarbeitmit den Verbänden, allen voran demGdW, den wir zum Beispiel bei der Erstellungvon umfangreichen Unterlagen unterstützt haben,unterstreicht, dass das Bewusstsein fürSEPA geschärft ist. Auch in Zusammenarbeitmit den Verbänden werden wir weiterhin daranarbeiten, dass sich die Unternehmen frühzeitigund aktiv mit der Einführung von SEPA und dendaraus resultierenden Konsequenzen auseinandersetzen.Wie groß ist das Thema wirklich?Sicher ist: SEPA ist ein Thema mit großerTragweite, fast vergleichbar mit der Einführungdes Euro. Es handelt sich dabei auf jedenFall nicht nur um die Aktivierung einer neuenFunktion in der IT. Sondern es steckt auchhier, wie so häufig, die Tücke im Detail, dennSEPA hat durchaus auch Auswirkungen auf diebisherige Arbeitsweise. Ich denke hier nur andas Schriftgut oder an die veränderten Fristen.Aber wie bereits ausgeführt, mit dem Themabeschäftigen sich nicht nur wir, sondern auchdie Verbände. Wer also rechtzeitig plant, dieangebotenen Informationen und eventuelleUnterstützung effizient nutzt, wird keine Problemebei der SEPA-Umstellung haben. Dieaktiven Unternehmen werden die Umstellungreibungslos meistern.Quelle: AareonInterview„Was denken Sie zum Thema SEPA?”Nachgefragt bei Dr. Olaf-Rüdiger Hasse (53), seit Juni 2012im Aareon-Vorstand und verantwortlich für das operativeGeschäft in Deutschland.Am Ende reicht also ein simpler Knopfdruck?Als ganz so einfach würde ich es nicht bezeichnen,aber wenn man rechtzeitig plant, gutePartner und eine gute Software hat, dann läuftdie SEPA-Einführung reibungslos. Es muss aberin jedem Fall – je nach Situation des Unternehmens– eine Menge getan werden, damit diesevon A bis Z rund verläuft.Haben Sie einen Tipp parat?Die Wohnungsunternehmen sollten jetzt ihreSEPA-Umstellung planen und dabei die zurVerfügung stehenden Informationen und, woes nötig ist, die angebotene Unterstützung nutzen.Es sollte allen klar sein, dass SEPA deutlichmehr Aufwand bedeutet, als nur die IT-Systemeumzustellen. Der Spielraum ist begrenzt, dennder Gesetzgeber hat klare Fristen gesetzt. Umalles pünktlich umzusetzen, muss man seineProzesse hinterfragen und auch das eine oderandere anders als bisher machen. Dabei begleitenwir gerne.Mit welchen Zielen?Die Intention von Aareon ist es, bei den Wohnungsunternehmeneine sachlich fundierteEntscheidung herbeizuführen, wie und biswann das individuelle SEPA-Projekt realisiertwerden sollte, wo eventuell Fallstricke lauernund wie man diese umgehen kann.Herr Dr. Hasse, vielen Dank für das Gespräch.Das Interview führte Stephan Rohloff.12 | 201283


MARKT UND MANAGEMENTLEG-Wohnungsmarktreport NRW 2012Mieten bleiben in Nordrhein-Westfalen stabilZum dritten Mal in Folge veröffentlichte die LEG in Kooperation mit dem Immobiliendienstleister CBREden LEG-Wohnungsmarktreport NRW. Die Kernaussage: Die Mieten bleiben in Nordrhein-Westfalen stabil.Diese verallgemeinernde Aussage differenziert sich aber erheblich, wenn man die einzelnen Standorte undMikrolagen betrachtet.Manfred NeuhöferPressesprecher, BereichsleiterUnternehmenskommunikationLEG Management GmbHDüsseldorfJens SchönhorstStellv. Bereichsleiter Unternehmenskommunikation,Projektleiter„Wohnungsmarktreport“LEG Management GmbHDüsseldorfDer Wohnungsmarktreport bietet eine Fülle vonDaten und Fakten. Die Studie ist nach wie vor dieeinzige, lückenlos für alle Postleitzahlgebiete desBundeslandes vorgenommene statistische Auswertungvon Wohnungsmarktdaten für Miete, Eigentumswohnungen,Mehrfamilienhäuser und Neubautätigkeit:Der 270 Seiten starke Report enthältje 54 Mietpreis- und Wohnkostenkarten, die die 864Postleitzahlgebiete der 54 nordrhein-westfälischenLandkreise und kreisfreien Städte erfassen.Neben knapp 470.000 Mietangeboten wurdenüber 122.000 zwischen April 2011 und März 2012veröffentlichte Kaufangebote für Eigentumswohnungensowie rund 12.000 Kaufangebote fürMehrfamilienhäuser ausgewertet und mit Datenzur Haushaltskaufkraft ergänzt. Die Wohnungsmarktdatenstammen von der IDN ImmodatenGmbH, die Kaufkraftdaten von der Michael BauerResearch GmbH. Die Leerstände wurden auf Basisdes empirica-Leerstandsindexes ermittelt. Prognosenerfolgten auf Grundlage von Daten desStatistischen Landesamtes Nordrhein-Westfalensowie des Statistischen Bundesamtes.Erstmalig liefert die LEG in diesem Jahr auch einenÜberblick zur Neubautätigkeit in den zwölf Top-Städten der Bundesrepublik. Diese konzentriertesich hauptsächlich auf den Bau von Eigentumswohnungen.„Mit dem LEG-WohnungsmarktreportNRW erhöht die LEG die Transparenz dernordrhein-westfälischen Wohnungsmärkte fürWohnungsunternehmen, Investoren, Mieter undnutzt diesen selbst für die strategische Unternehmensplanung“,bekräftigt Thomas Hegel, Sprecherder LEG-Geschäftsführung (CEO).Verbesserte wirtschaftliche AusgangslageDie Mieten in Nordrhein-Westfalen sind im Vergleichzum Vorjahr nahezu unverändert geblieben.Zwischen April 2011 und März 2012 lag derDurchschnittspreis für eine inserierte Wohnungbei einer Nettokaltmiete von monatlich 5,73 € m 2 .Das sind 3 ct weniger als im Vorjahr. In zehn derzwölf größten Wohnungsmärkte Nordrhein-Westfalenssind die Angebotsmieten jedoch erneutgestiegen. Der mittlere Mietpreis spiegelt damitgerade in den Großstädten die abermals verbessertewirtschaftliche Ausgangslage des bevölkerungsreichstenBundeslandes wider. Die mittlereMietpreisspanne reicht über alle Qualitätsklassenund Lagen hinweg von 4,22 € im Kreis Höxter biszu 8,33 € in Düsseldorf und Köln. HochwertigeWohnungen wurden im NRW-Durchschnitt 10 ctgünstiger als im Vorjahr für monatlich 9,90 €/m 2angeboten, der Preis für Wohnungen einfacherQualität und Lage blieb mit 4,12 € ebenso wiedie Durchschnittsmiete nahezu gleich (Vorjahr:4,13 €).Das Scoring: die Gewinner und VerliererIm Scoring erreichte die Stadt Bonn erneut denersten Rang noch vor den Metropolen München(Rang 2 von 65) und Hamburg (Rang 3). Weiterhinbelegen Münster (ebenfalls Rang 3), Köln und derRhein-Sieg-Kreis (jeweils Rang 5), Düsseldorf undder Rhein-Erft-Kreis (beide Rang 7) die vorderstenPlätze im Ranking und verweisen Großstädte andererBundesländer wie Berlin (Rang 43), Frankfurt(ebenfalls Rang 7), Stuttgart (Rang 19) undDresden (Rang 17) auf die Plätze.Den größten Zuwachs an Scores auf Standortebeneerzielte im Zweijahresvergleich Bottrop mitplus 4 Punkten (Rang 34). Grund hierfür ist diepositive Entwicklung der sozialversicherungspflichtigBeschäftigten sowie des Mietniveausund der Vervielfältiger (Kapitalisierungsfaktorbei der Bestimmung des Gebäudeertragswertes).Der Kreis Lippe (Rang 49) und Stadt Herne(Rang 56) befinden sich mit plus 3 Punkten gleichdahinter.Die größten Verbesserungen konnten im DreijahresvergleichBerlin (einer der Vergleichsstandorte)und der Kreis Minden-Lübbecke mit plus 12Rängen verbuchen, gefolgt vom Kreis Steinfurt(+10 Ränge) und Bottrop (+9 Ränge). Ausschlaggebendfür die Rangverbesserungen waren in:• Minden-Lübbecke: Haushalte, Kaufkraft, Beschäftigte,Vervielfältiger,• Steinfurt: Kaufkraft, Miete, Vervielfältiger,• Bottrop: Kaufkraft, Beschäftigte, Miete.Dreijahresrückblick: Mieten gestiegen –Wohnkostenbelastung gesunkenÜber die vergangenen drei Jahre betrachtet stiegendie Mieten in 40 der 54 nordrhein-westfälischenStädte und Landkreise an. An elf Standortenstiegen sie um mehr als 4 %, am stärksten inMünster (auf aktuell 8,16 €, plus 9,7 %), im Kreis84 12 | 2012


Borken (5,42 €, plus 6,8 %) und in Bottrop (5,85 €,plus 5,9 %). An 34 der 54 Standorte ist der Anteilder Haushaltskaufkraft, der für die Warmmietezurückgelegt werden muss, dagegen gesunken –aufgrund von Kaufkraftsteigerungen, Mietpreisrückgängenoder einer Kombination aus beidem.Besonders stark sank die Wohnkostenbelastungzwischen 2009 und 2011 im Ennepe-Ruhr-Kreisauf 16,1 %, in Essen auf 17,8 % und im Kreis Olpeauf 15,3 %.Großstädte und deren Ballungsräumeverteuern sich für MieterNicht nur die bereits bekannten HochpreismärkteKöln, Bonn, Düsseldorf und Münster werdenfür Mieter und Käufer immer kostspieliger, weilEinwohnerzuwächse den Wettbewerb um (preiswerten)Wohnraum erhöhen. Auch in den meistender unmittelbar angrenzenden Landkreise steigendie Bevölkerungszahlen und Immobilienpreise. EinIndikator dafür ist die diesjährige Verteilung derSpitzenmieten für hochwertigen Wohnraum außerhalbder Top-12-Städte: In 7 von 42 kreisfreienStädten und Landkreisen wurden für eine „Top-Wohnung“ 9 € und mehr gezahlt: im Rhein-KreisNeuss (monatlich 9,93 €/m 2 ), im Rhein-Erft-Kreis(9,69 €), im Kreis Siegen-Wittgenstein (9,53 €),im Rheinisch-Bergischen Kreis (9,20 €), im KreisMettmann (9,19 €), in Leverkusen und im KreisPaderborn (9 €).Die Zahl der Wohnungsmärkte, in denen man fürunter 4 € mieten kann, reduzierte sich von 18 imJahr 2010 auf 14 im Jahr 2011. Die Nachfrageim unteren Mietpreissegment wird – dem Trendfolgend – wohl auch in den kommenden zwei bisdrei Jahren zunehmen, ebenso wie die Nachfragenach Eigentumswohnungen; dies bestätigt sichauch aus Sicht der LEG. Wohnungen in dieserPreiskategorie findet man aktuell nur noch in denStädten Duisburg (monatlich 3,95 €/m 2 ), Hamm(3,93 €), Herne (3,85 €), Gelsenkirchen (3,81 €)und Hagen (3,76 €) sowie in den Landkreisen Höxter(3,14 €), Hochsauerlandkreis (3,50 €), Lippe(3,69 €), Märkischer Kreis (3,72 €), Minden-Lübbecke(3,75 €), Herford (3,77 €), Warendorf undPaderborn (jeweils 3,92 €) sowie Soest (3,98 €).„Die Angst vor höheren Mieten greift jedoch zukurz: Nachhaltig und langfristig agierende Wohnungsunternehmenreinvestieren ihre Mieten inihre Bestände. Davon profitieren zum einen dieMieter selbst durch Sicherung und Aufwertungihrer auch im internationalen Vergleich hohenLEG-WOHNUNGSMARKT REPORTStädteporträtszum kostenlosen DownloadDie komplette Studiekann bei der LEGManagement GmbHzum Preis von 595 €in deutscher undenglischer Spracheerworben werden.Zusätzlich stehen dieeinzelnen Porträtsder Städte und Landkreise im Internetunter www.leg-nrw.de/unternehmen/presse/wohnungsmarktreport/ zumkostenfreien Download bereit. Die vierteAuflage des LEG-WohnungsmarktreportsNRW erscheint im Herbst 2013.Wohnqualität. Die regionale Bauwirtschaft kannmit Auftragseingängen rechnen. Aber auch dieKommunen gewinnen durch die Aufwertung ihrerSiedlungen und die gesteigerte Attraktivität alsArbeits- und Wohnstandort“, erklärt CEO ThomasHegel. In diesem Zusammenhang warnt dieLEG vor politisch regulierten Mietspiegeln; diesewirken kontraproduktiv und verzerren die realeMarktentwicklung.Preise für hochwertigeEigentumswohnungen gestiegenFür die zwölf größten Wohnstandorte Nordrhein-Westfalens wurden zusätzlich zu den Mietmärktenauch die Märkte für Eigentumswohnungen undMehrfamilienhäuser analysiert. Für Eigentumswohnungenlag der durchschnittliche Kaufpreisim Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert bei1.242 €/m 2 . Die Preise für hochwertige Wohnungenin bester Lage stiegen um 5,3 % deutlich von2.561 €/m 2 auf aktuell 2.697 €. Die Kaufpreisefür einfachere Wohnungen stagnierten bei durchschnittlich507 €/m 2 (Vorjahr: 510 €).Die Karte zur Kaltmietenentwicklung für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern in Köln zeigt beispielhaftdie Darstellungsweise im LEG-Wohnungsmarktreport NRW 2012.Quelle: LEG NRWInvestoren setzen aufsichere ImmobilienanlagenInflationsängste lassen die Nachfrage nach Wohneigentumin den als sicher geltenden Ballungsräumensteigen. In Köln, Düsseldorf, Bonn, Münster,Aachen und Bielefeld stiegen die Wohnungspreisezum Teil erheblich. Die deutlichsten Zuwächse beiden mittleren Angebotspreisen für Eigentumswohnungengab es in Aachen mit einem Plus von7,7 % auf 1.466 €, Düsseldorf (plus 6,4 % auf1.963 €), Münster (plus 4,4 % auf 1.796 €) undKöln (plus 3,7 % auf 1.892 €). Hochwertige


MARKT UND MANAGEMENTWohnungen erlebten in Düsseldorf und in Dortmundden kräftigsten Preisschub. Die Kaufpreiselegten in beiden Städten um 12,9 % zu. In der Landeshauptstadtwerden für eine exklusive Eigentumswohnungnunmehr 3.980 €/m 2 verlangt, inDortmund sind es 2.357 €. Auf ein Plus von 9 %mussten sich anspruchsvolle Wohnungskäufer inEssen einstellen. Hier kosten hochwertige Wohnungennun 2.563 €/m 2 . Sowohl in Dortmund alsauch in Essen haben einige hochwertige Neubauprojektedie Jahresstatistik sichtbar beeinflusstund die durchschnittlichen Wohnungspreise ansteigenlassen.Wenig Veränderungen gab es dagegen bei denKaufpreisen für Mehrfamilienhäuser. Sie warenim Durchschnitt für 761 €/m 2 zu haben (Vorjahr:766 €). 1.929 €/m 2 wurden für hochwertige Objekteverlangt (Vorjahr: 1.902 €).Immobilienmarkt-Trends 2012Im Vergleich 2011 zu 2012 bleiben die räumlichenDisparitäten zwischen Düsseldorf, Köln, Bonn undden Universitätsstädten mit ihren positiven Rahmenbedingungengegenüber den strukturschwächerenStädten und den ländlicheren Regionen unverändertbestehen. Nichtsdestotrotz kristallisiertsich Münster mehr und mehr als der „heimliche“Star Nordrhein-Westfalens heraus. Die positivenEntwicklungen bei den Rahmenbedingungen,Mieten und Preisen verfestigten sich hier erneut.Und auch die Rheinschiene bleibt Metropolregiondes Flächenlandes: Als attraktiver Wohn- undInvestitionsstandort ist die Region von Bonn bisDüsseldorf im bundesweiten Vergleich sehr wettbewerbsstark.Neubautätigkeit konzentriertsich auf EigentumswohnungenDie gesonderte Auswertung der Neubautätigkeitzeigt, dass in Düsseldorf, Köln und Bonn, aberauch in Essen, Münster und Bielefeld die stärksteBautätigkeit stattfindet.Mieter profitieren davon allerdings nur wenig,denn größtenteils handelt es sich um Angebotefür Wohnungskäufer. Die Quadratmeterpreisebewegen sich zwischen rund 1.300 € für ein Reihenhausin Gelsenkirchen bis zu knapp 10.000 €für Luxus-Eigentumswohnungen mit Rheinblickin Düsseldorf-Oberkassel. Zahlreiche Projektesind auf eine Kaufpreisspanne zwischen 2.000und 3.000 €/m 2 ausgerichtet. Bei Angeboten, dieunterhalb der 2.000-€-Grenze bleiben, handeltes sich zum Beispiel um Reihenhausprojekte inDortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen undWuppertal.„Man sieht: Bielefeld, Bonn und Aachen werdenzwar ‚nur‘ als B- und C-Standorte gehandelt, könnenjedoch hinsichtlich Eigentumswohnungen undMehrfamilienhäusern mit den größten Preissteigerungenaufwarten. Und auch die Haushaltsprognosenzeigen einen steigenden Trend. Hier liegenChancen! Aus Investorensicht ist es daher ratsam,ein Auge auf ganz NRW zu haben, nicht nur aufdie A-Standorte Düsseldorf und Köln“, erläutertHolger Hentschel, Head of Operations (HOO) derLEG. Auffällig sind außerdem die Wohnungsgrößen:In einigen Projekten werden Einheiten mitweniger als 100 m 2 Wohnfläche gar nicht erstgebaut, 200 m 2 große Neubauwohnungen sindkeine Seltenheit mehr. Bei den Ausstattungskriterienfällt der hohe Anteil an Entwicklungen mitKfW-Energieeffizienz-Standards auf, und auchTiefgaragen gehören mittlerweile zum Standardbei neuen Projekten.Rangfolge und Veränderung der NRW-Kreise und kreisfreien Städte.86 12 | 2012


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STÄDTEBAU MARKT UND UND MANAGEMENTSTADTENTWICKLUNGBEKANNTMACHUNGENANZEIGENSCHLUSSSTELLENMARKTBuchungsschluss fürStellenanzeigen in der DW 1/2013ist am 20. November 2012.Melden Sie sich kostenfrei an unter: www.haufe.de/immobilien/newsletterBekanntmachungJahresabschluß 2011Die GWG Hombruch-Barop e.G. hat am 17.10.2012 den Jahresabschluß 2011 imelektronischen Bundesanzeiger unter der Nr. 3 GnR 414, AG Dortmund, veröffentlicht.Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Hombruch-Barop e. G.Löttringhauser Str. 79, 44225 DortmundBerlin Pilzecker RüßmannVorstandBekanntmachungJahresabschluss zum 31. Dezember 2011Die Gesellschaft hat am 19. Oktober 2012- den Jahresabschluss- den Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers- den Lagebericht- den Bericht des Aufsichtsrates- die Verwendung des Ergebnisses- die Liste der Gesellschafter nach § 40 GmbH-Gesetzbeim elektronischen Bundesanzeiger eingereicht.Sankt Augustin, 19. Oktober 2012Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaftfür den Rhein-Sieg-Kreis mbH– Die Geschäftsführung –STELLENGESUCHESTELLENANGEBOTEPerson: Vorstand einer Wohnungsgenossenschaft,Mitte vierzig, männlichWas ich suche:Ein zukunftsorientiertes Wohnungsunternehmen,das sich Herausforderungen, wie dem demografischenWandel, der Energiewende und der darausresultierenden sozialen Verantwortung offensiv stellenmöchte.Was ich biete:- Studium zum Diplom-Ingenieur der Architektur- langjährige Berufserfahrung als Projektmanagerund Vorstand mit nachweislichen Unternehmenserfolgen- Expertise auf dem Gebiet des energieeffizientenund nachhaltigen Bauens sowohl im Bestand alsauch im Neubau- kooperativer Führungsstil mit Durchsetzungsvermögen- kreative und ergebnisorientierte Arbeitsweisedurch Teamgeist und Verhandlungsgeschick- Belastbarkeit und EngagementMeine Erfahrungen möchte ich gern in Ihr Unternehmeneinbringen und gemeinsam mit Ihnen Zukunftgestalten.Zuschriften bitte unter Chiffre-Nr. 784 an: Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Media Sales, Im Kreuz9, 97076 Würzburg.Wir sind ein seit 1891 bestehendes kommunal angebundenes Wohnungsunternehmenmit 26 Mitarbeitern und einem eigenen undverwalteten Bestand von ca. 3.000 Einheiten in Iserlohn. Unsere Aufgabenschwerpunkteliegen in der Modernisierung und Instandhaltungunserer Objekte sowie in der kundenorientierten Weiterentwicklungunseres Wohnungsbestandes.Im Zuge einer Nachfolgeregelung suchen wir spätestens zum 1. März2013 eine/nGeschäftsführer/-inSie übernehmen als alleinige/r Geschäftsführer/in die strategischeund operative Leitung und tragen die umfassende unternehmerischeVerantwortung. Schwerpunkt wird die Bestandsbewirtschaftungsowie die Ausrichtung der Gesellschaft auf die künftigen Herausforderungendes Wohnungsmarktes sein. Die Gesellschaft ist sowohlmit Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen als auch mitNeubautätigkeiten im Wohnungsbau beschäftigt.Sie haben ein wirtschaftswissenschaftliches Studium oder einevergleichbare kaufmännische Ausbildung mit Immobilienbezugerfolgreich abgeschlossen und verfügen über mehrjährige Führungserfahrungin der Branche. Wir erwarten technisches Verständnis,Kenntnisse im Städtebau und die Fähigkeit, ein engagiertes Mitarbeiterteamzu führen und zu motivieren. Der Wohnsitz des künftigenStelleninhabers sollte Iserlohn und Umgebung sein.Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen und vollständigen Bewerbungsunterlagenunter Angabe der Gehaltsvorstellung bis zum30. November 2012 anIGW-Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbHz. H. Frau AufsichtsratsvorsitzendeRenate BrunswickerNordstraße 21, 58636 IserlohnInternet: www.igw-wohnen.de88 12 | 2012


www.s-immo-aachen.deDie WBG Wohnungsbaugenossenschaft Gottmadingene. G. verwaltet als Eigentümerin ca. 293Wohnungs- und Gewerbeeinheiten und ist nachWEG zum Verwalter für Eigentümergemeinschaftenbestellt. Wir beschäftigen momentan 8 Mitarbeiter.Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eineengagierte und in der Immobilienbranche versiertePersönlichkeit alsHauptamtlichen Vorstand undGeschäftsführer /-inzur Fortsetzung der vielseitigen, erfolgreichen undverantwortungsvollen Tätigkeit.Sie übernehmen als alleinige/r Geschäftsführer/indie strategische und operative Leitung und tragendie umfassende unternehmerische Verantwortung.Schwerpunkt wird die Bestandsbewirtschaftungsowie die Ausrichtung der Genossenschaft auf diekünftigen Herausforderungen des Wohnungsmarktessein. Die Genossenschaft ist hauptsächlich mitInstandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmenbeschäftigt. Auch die Betreuung von Fremdwohnungseigentumgehört zu unserem Tätigkeitsgebiet.Insbesondere gehört zu Ihrem Aufgabenbereich:Rechnungswesen, Buchführung, Jahresabschluss,Miethausverwaltung, Fremdverwaltung (Eigentümerversammlungen),Instandhaltung, Modernisierung,Sanierung, Bautätigkeit und Verkauf,Genossenschaftswesen, ÖffentlichkeitsarbeitSie können eine Ausbildung in der Immobilienwirtschaftsowie mehrjährige Erfahrungen in der Branchevorweisen. Auch sind Ihnen die rechtlichen undsteuerlichen Rahmenbedingungen der Wohnungswirtschaftbekannt. Sie bringen auch ein technischesVerständnis mit. Die Zusammenarbeit mitkommunalen Gremien ist Ihnen vertraut. Sie besitzenferner die Fähigkeit, ein engagiertes Mitarbeiterteamzu führen und zu motivieren.Ihre soziale Kompetenz zeigt sich u. a. im Umgangmit den Mietern. Entscheidungssicherheit, Teamorientierung,Flexibilität und Verhandlungsgeschickgehören zu Ihrer Persönlichkeit.Fragen können Sie gerne per E-Mail an den Aufsichtsratrichten: wbg-aufsichtsrat@online.deBitte senden Sie Ihre aussagekräftigen und vollständigenBewerbungsunterlagen unter Angabeder Gehaltsvorstellung bis zum 20. November 2012an die WBG Gottmadingen, Aufsichtsratsvorsitzender,Herr Guido Marzahl, Hauptstraße 43,78244 GottmadingenGeschäftsführer/inBereich Haus- und WohnungsverwaltungWir sind ein Tochterunternehmen der Sparkasse Aachenund beschäftigen uns mit der Vermittlung von Immobilienin der Städte Region Aachen. Außerdem befassen wir unsmit der Entwicklung und Erschließung neuer Baugebietesowie der Bewertung von Grundvermögen.Zur Abrundung unseres Serviceangebotes „rund um dieImmobilie“ werden wir unser Geschäftsmodell um denBereich Haus- und Wohnungsverwaltung erweitern.Zum Aufbau des Geschäftsbereiches als eigenständigesProfit- Center innerhalb unserer Gesellschaft suchen wirzum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n versierte/n Immobilienspezialistin/enalsGeschäftsführer/inmit fundierter Ausbildung in der Immobilienwirtschaft.Weit reichende Erfahrung in der Haus- und Wohnungsverwaltungund ein ausgeprägtes Akquisitionstalent bei derGewinnung neuer Kunden setzen wir voraus. Hierbei unterstützenSie die Marktbereiche der Sparkasse Aachen.Die Position erfordert ein hohes Maß an Eigenverantwortung,Organisationstalent und Sozialkompetenz. DasGehalt entspricht der Bedeutung der Stelle und wird festeund variable Bestandteile enthalten.Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen mit IhrerGehalts vorstellung bis zum 30. November 2012 an dieSparkassen Immobilien GmbHGeschäftsführungMonnetstrasse 2452146 WürselenVorab steht Ihnen unser Geschäftsführer,Herr Franz Jansen, auch gerneunter 0172 2459072 für ein vertraulichesVorgespräch zur Verfügung.IMMOBILIENSIND UNSERZUHAUSE12 | 201289


STÄDTEBAU MARKT UND UND MANAGEMENTSTADTENTWICKLUNGErstklassige Jobsin derWohnungswirtschaftWir beraten Sie gerne.Anzeigenverkauf: Michaela FreundTelefon: 0931-2791777michaela.freund@haufe.deSTELLENMARKTDW Die Wohnungswirtschaft richtet sich vor allem an kaufmännischeund technische Führungskräfte in Wohnungsunternehmen,die in der DW konkrete Problem lösungen undInformationen für die tägliche Praxis finden.Der DW-Stellenmarkt ist ein wichtiger Indikator für dasMagazin – seine hohe Bekanntheit, das Vertrauen und die zielgruppengenaueVerbreitung im Markt.www.diewohnungswirtschaft.de/stellenmarktMit einem Wohnungsbestand von 1.400 eigenen und 200 fremd verwaltetenEinheiten sind wir eine der größten Baugenossenschaftenin Heidelberg. Unseren Bestand passen wir laufend den gestiegenenAnforderungen an ein zukunftsorientiertes Wohnen an.Wir suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/nSachbearbeiter/inmit einschlägiger Berufserfahrung in den Bereichen Mietenbuchhaltung/ Mitgliederverwaltung / Mahn- und Klagewesen.Sie sollten über eine immobilienwirtschaftliche Ausbildung z. B. alsImmobilienkaufmann/-frau mit umfangreichen Buchhaltungskenntnissenund mehrjähriger Berufserfahrung verfügen. Die sichere Beherrschungvon MS-Office mit umfassenden EDV-Kenntnissen ist für Sieselbstverständlich. Idealerweise verfügen Sie auch über Kenntnisseim Umgang mit der wohnungswirtschaftlichen Software wowi/cs.Sie sind gewohnt, selbständig und zielorientiert in einem Team zuarbeiten. Sie sind belastbar und hoch motiviert. Im Umgang mitunseren Kunden sind Sie freundlich und beraten kompetent.Wenn Sie diesen hohen Erwartungen unserer Mitglieder, Mieter undKunden entsprechen, dann sind Sie der/die ideale Bewerber/in fürunser Team.Wir bieten einen eigenverantwortlichen Arbeitsplatz, eine leistungsorientierteBezahlung und überdurchschnittliche Sozialleistungen.Ihre Bewerbung richten Sie bitte mit den üblichen Unterlagen direktan denVorstand derBAUHÜTTE HEIDELBERG Baugenossenschaft eGSchillerstraße 26/1, 69115 HeidelbergPostfach 101348, 69003 HeidelbergAls leistungsstarke kommunale Gesellschaft sind wir seit über 90 Jahren auf dem Heidelberger Immobilienmarkt aktiv. Neben derBewirtschaftung und Entwicklung der eigenen rund 7.200 Wohnungen verwalten wir rund 1.450 Einheiten für Dritte und nach WEG.Darüber hinaus betreiben wir ein umfangreiches Bauträgergeschäft und betätigen uns als Sanierungsträgerin nach BauGB.Wir suchen zur Verstärkung unseres Geschäftsbereiches Bestandsmanagement zum nächstmöglichen Zeitpunkt einenTeamleiter/in Vermietung und Bestandsentwicklung in VollzeitIhr Aufgabengebiet:Steuerung der VermietungsaktivitätenEntwicklung von Vermarktungsstrategien und -konzeptenMitwirkung an der strategischen BestandsentwicklungMitwirkung an der Erstellung des Investitions- und InstandhaltungsprogrammsOptimierung von GeschäftsprozessenReportingMitarbeit an bereichsinternen und bereichsübergreifenden ProjektenUnsere Anforderungen:abgeschlossenes immobilienwirtschaftliches oder betriebswirtschaftliches (Fach-) Hochschulstudium bzw. eine fundiertewohnungswirtschaftliche Ausbildung mit Zusatzqualifi kationenFührungserfahrung und mehrjährige Berufserfahrungsehr gutes Zahlenverständnis, wirtschaftliches und analytisches Denkenhohe soziale KompetenzKommunikationsstärke, Verhandlungsgeschick und DurchsetzungsvermögenUnser Angebot:Tarifliche und leistungsorientierte VergütungFort- und WeiterbildungsmöglichkeitenSehr gute SozialleistungenBitte richten Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung bis zum 30.11.2012 an die Geschäftsführung,gern auch elektronisch an personal@ggh-heidelberg.de.Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH HeidelbergBluntschlistraße 14, 69115 Heidelbergwww.ggh-heidelberg.de90 12 | 2012


FreiburgerStadtbauVerbundDie Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) ist die größte Wohnungsbaugesellschaft in Südbaden und gleichzeitig Muttergesellschaft des Unternehmensverbundes,welchem die Freiburger Kommunalbauten GmbH & Co. KG (FKB) und die Regio Bäder GmbH (RBG) angehören. Der Unternehmensverbund der Freiburger Stadtbauerreicht ein Umsatzvolumen von rund 80 Mio. Euro bei einem Wohnungsbestand von ca. 11.000 Wohnungen. Es werden jährlich bis zu 70 Mio. Euro pro Jahrinvestiert und damit ein großer Beitrag zur Stadtentwicklung geleistet.Zur langfristigen Sicherung unseres Unternehmenserfolgs suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt einenAbteilungsleiter (m/w) WohnungswirtschaftIhre Aufgaben:In dieser Position übernehmen Sie das aktive Management und die Leitung der Abteilung Wohnungswirtschaft. Zu Ihrer Abteilung zählen unter anderem die BereicheWEG, Mietanpassung, Mahn- und Klagewesen sowie Bau- und Gartenunterhaltung. Darüber hinaus gehören das Vermieten und das Verwalten des Wohnungsbestandessowie das technische und kaufmännische Management zu Ihren Kernaufgaben. Sie sind Ansprechpartner für städtische Ämter, Institutionen undGremienmitglieder sowie in die vorbereitende Gremienarbeit eingebunden. Um die Effektivität Ihrer Abteilung zu gewährleisten, erkennen Sie Optimierungspotenzialeund steuern Verbesserungsprozesse. Diese Position soll bei hervorragender Leistung mit Prokura ausgestattet werden.Ihr Profil:Für diese anspruchsvolle Tätigkeit verfügen Sie über ein Studium der Rechtswissenschaft, der Betriebswirtschaft oder aus den Bereichen Immobilien bzw.Wohnungswirtschaft. Sie verfügen über Erfahrung in den Bereichen des Miet- und Baurechts und kennen sich mit allgemeinem Vertragswesen aus. Durch IhreBerufserfahrung verfügen Sie außerdem über Kenntnisse im Bereich des Objektmanagements und in der Führung von Personal. Ihr Handeln ist führungsstark undvon einer unternehmerischen Denkweise geprägt.Unser Angebot:Wir bieten Ihnen eine interessante, sehr selbstständige Aufgabe in einem modernen Arbeitsumfeld mit großem Gestaltungsspielraum. Außerdem erwartet Sie beiuns eine leistungsgerechte Vergütung mit den üblichen Sozialleistungen des öffentlichen Dienstes.Wir freuen uns auf Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen unter Angabe Ihres möglichen Eintrittstemins sowie Ihrer Referenzen. Diese senden Sie bitte biszum 07.12.2012 an die Freiburger Stadtbau GmbH, Geschäftsführer Herrn Ralf Klausmann, Am Karlsplatz 2, 79098 Freiburg oder per E-Mail (max. 4 MB) anpersonal@fsb-fr.de.Wir weisen darauf hin, dass Ihre Kontaktdaten gespeichert werden und wir uns über Bewerber bei öffentlich zugänglichen Stellen informieren.Besuchen Sie uns auch im Internet unter www.freiburger-stadtbau.deMit einem eigenen Immobilienbestand von über 3.350 Wohnungen sindwir die größte Wohnungsgenossenschaft in München.Für unsere technische Abteilung suchen wir zum nächstmöglichen TerminIhre Herausforderungen: Gewährleistung der Qualitätsstandards in den WohnanlagenIhr Profil:beständen Wir sind eine finanzstarke, familiengeführte Unternehmensgruppebestehend aus Bauträgerunternehmen,Bauunternehmung sowie Hausverwaltung mit ca. 80Mitarbeitern. Bereits in der dritten Generation sind wirals mittelständisches Unternehmen erfolgreich tätig. Inunserem Wirkungskreis Stadt und Landkreis Ansbachsind wir für unser Know-how, unser Engagement und unsere Qualität beider Realisierung von Projekten wie Mehrfamilienhäusern, Supermärkteoder Pflegeheime und Betreute Wohnen bekannt. Unsere Hausverwaltungbetreut derzeit ca. 1.200 Einheiten. Da die Anzahl an zu verwaltendeObjekte jährlich wächst, suchen wir folgende Persönlichkeiten zur Verstärkungunseres Teams:Leiter WEG-Verwaltung (Möglichkeit zur Geschäftsführung gegeben) genzur Neu- oder Wiederbestellung genmit externen Dienstleistern Beschlüssen Mitarbeiter Nebenkostenabrechnung gensowie Anpassung der Vorauszahlungen Profitieren Sie von den Vorteilen, die Ihnen ein anerkanntes und namhaftesUnternehmen mit einem guten Ruf bieten kann. Mehr über dieseattraktiven Positionen erfahren Sie von Catrin Beil. Ihre Bewerbung sendenSie am besten per E-Mail an catrin.beil@beil-bau.de oder schickendiese auf dem Postweg an die Beil Baugesellschaft mbH, Nürnberger Str.38a, 91522 AnsbachWeitere Informationen unter www.beil-bau.de sowiewww.orange-wohnen.de.12 | 201291


STÄDTEBAU MARKT UND UND MANAGEMENTSTADTENTWICKLUNGDie Vereinigte Wohnungsgenossenschaft Braunschweigbesteht seit nahezu 90 Jahren. Für unsereMitglieder bewirtschaften wir 1.334 Wohnungenim Stadtgebiet von Braunschweig.Durch hohe Investitionen im Bereich der Modernisierung,Unterhaltung und energetischenVerbesserung des Wohnungsbestandes und einengagiertes Mitarbeiterteam entwickelte sich dieGenossenschaft zu einem modernen, nach genossenschaftlichenGrundsätzen geführten Dienstleistungsunternehmen.Im Zuge einer Nachfolgeregelung suchen wir zum1. April 2013 oder früher einhauptamtlichesVorstandsmitglied (m/w)das gemeinsam mit einem weiteren hauptamtlichenVorstandsmitglied für die Führung und Vertretungder Genossenschaft verantwortlich ist unddie erfolgreiche Entwicklung des Unternehmensweiterführt.Wir erwarten eine fachlich wie menschlich überzeugendePersönlichkeit mit Entscheidungskompetenz,unternehmerischem Denken und Führungsqualitäten.Eine bautechnische Ausbildung (Bauin- guten kaufmännischen Kenntnissen und ausgeprägteBerufserfahrung in Führungspositionen inder Wohnungswirtschaft setzen wir voraus. Einkooperativer Umgang mit dem Aufsichtsrat sowieden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist für unsselbstverständlich.Wir bieten einen interessanten und vielseitigenArbeitsplatz sowie eine leistungsgerechte Bezahlung.Ihre aussagefähigen, vollständigen Bewerbungsunterlagenmit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellungsenden Sie bitte bis zum 31. Dezember 2012 anGeorg TobiasVorsitzender des AufsichtsratesVereinigte Wohnungsgenossenschaft eGPostfach 47 50, 38037 Braunschweigwww.vwg-braunschweig.deAls Wohnungsbaugenossenschaft mit 120-jährigerGeschichte in Frankfurt (Oder) verfügen wir über einenBestand von ca. 8.200 Wirtschaftseinheiten. UnserZiel ist es, unseren Mitgliedern modernen Wohnraumanzubieten und unseren Bestand attraktiv zu gestaltenum zur Verbesserung des WohnungsstandortesFrankfurt (Oder) beizutragen.Zur Unterstützung unseres Fachbereiches Techniksuchen wir zum nächstmöglichen Termin eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter in Vollzeit alsTeamleiter Technik (Projektleiter)Die Stelle ist direkt dem Vorstand unterstellt, ihr selbstunterstehen 2 Mitarbeiter.Das kleine Team bietet die Möglichkeit eigenständigtätig zu werden und Projekte umfassend zu begleiten.Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Planung, Kontrolleund Koordination von Modernisierungs- undInstandhaltungsmaßnahmen. Dazu gehören nebender technischen Bestandsanalyse und -entwicklungdie Ausschreibung und Vergabe von Architekten- undBauingenieurleistungen mit Übernahme der Bauherrenverpflichtungebenso wie Budgetverantwortung,Kosten- und Terminkontrolle der Projekte und Maßnahmen.Sie überwachen die Verkehrssicherungspflichtenund stellen eine wichtige Schnittstelle zumVorstand dar.Mit Ihrer Ausbildung als Bauingenieur w/m (FH /TH / TU) und Ihrer Führungserfahrung bringen Sienicht nur das technische Know-how für die Aufgabenmit, sondern auch das unternehmerische und strategischeDenken für die Weiterentwicklung des Unternehmens.Idealerweise verfügen Sie über Erfahrungenin der Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung vonBauleistungen gepaart mit betriebswirtschaftlichenKenntnissen. Zusätzliche Erfahrungen mit Plattenbautenund mit dem Rückbau wären wünschenswert. Sieüberzeugen durch gute bis sehr gute EDV-Kenntnisse,einen effizienten Arbeitsstil und zielorientiertem Handeln.Wir bieten Ihnen eine unbefristete Anstellung mitabwechslungsreichen Tätigkeiten bei leistungsgerechterBezahlung.Auf Ihre Bewerbungsunterlagen – gern auch perE-Mail – freuen wir uns. Bitte richten Sie Ihre Bewerbungmit Anschreiben, Lebenslauf / Lichtbild undZeugnissen an dieWohnBau Frankfurtz. Hd. Frau KnippelSophienstraße 4015230 Frankfurt (Oder)Angela.Knippel@wohnbau-frankfurt.de92 12 | 2012


RECHTMIETRECHTINHALTBGB § 558a Abs. 2 Nr. 4Mieterhöhungsverlangen unterBenennung von mehr als dreiVergleichswohnungenWenn der Vermieter in seinem Erhöhungsverlangen weitere Wohnungenbenennt, die nicht die Voraussetzungen des § 558a Abs. 2 Nr. 4BGB erfüllen, so ist das Erhöhungsverlangen weder insgesamt nochteilweise unwirksam.BGH, Urteil vom 28.3.2012, VIII ZR 79/11Bedeutung für die PraxisGemäß § 558a Abs. 2 Nr. 4 BGB hat der Vermieter, der sein Erhöhungsverlangenunter Bezugnahme auf Vergleichswohnungen begründet, dreivergleichbare Wohnungen mit „entsprechenden Entgelten” zu benennen.Eine Erhöhung der Miete auf die verlangte Miete ist nur dann ordnungsgemäßbegründet, wenn der Vermieter mindestens drei Vergleichswohnungenangibt, deren Miete mindestens so hoch ist wie die verlangte Miete. DerUmstand, dass vorliegend der Vermieter eine weitere Wohnung benannthat, bei der die Miete nicht der verlangten Miete entspricht, macht dasErhöhungsverlangen weder insgesamt noch teilweise unwirksam. Insbesondereauch aus dem Sinn und Zweck des Begründungserfordernisses ergebesich nichts anderes. Das für ein Mieterhöhungsverlangen des Vermietersnach § 558a BGB bestehende Begründungserfordernis soll dem Mieterkonkrete Hinweise auf die sachliche Berechtigung des Erhöhungsverlangensgeben, damit er während der Überlegungsfrist die Berechtigung derMieterhöhung überprüfen und sich darüber schlüssig werden kann, ob erdem Erhöhungsverlangen zustimmt oder nicht. Dieser Anforderung werdedas Erhöhungsverlangen gerecht. Es enthält die vom Gesetzgeforderten konkreten Hinweise darauf, dass das Erhöhungsverlangensachlich berechtigt ist.Rechtsanwalt Heiko Ormanschick, HamburgBGB § 573 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 2Zum Eigen- oder Betriebsbedarf„artverwandtes” KündigungsinteresseAuch bei juristischen Personen des öffentlichen Rechts kann eindem Kündigungsgrund des § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB „artverwandtes”Interesse vorhanden sein.BGH, Urteil vom 9.5.2012, VIII ZR 238/11Bedeutung für die PraxisIn der Rechtsprechung ist es seit langem anerkannt, dass ein berechtigtesInteresse an der Beendigung eines Mietverhältnisses vorliegen kann, wenneine öffentlich-rechtliche Körperschaft (vor allem eine Gemeinde) die vonihr vermietete Wohnung zur Umsetzung von Aufgaben benötigt, an derenErfüllung ein gewichtiges öffentliches Interesse besteht. Zugleich sei dergeneralklauselartige Kündigungstatbestand in § 573 Abs. 1 Satz 1 BGBgleichgewichtig mit den in § 573 Abs. 2 BGB genannten Kündigungs-MIETRECHT93 BGB § 558a Abs. 2 Nr. 4Mieterhöhungsverlangen unter Benennungvon mehr als drei Vergleichswohnungen93 BGB § 573 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 2Zum Eigen- oder Betriebsbedarf„artverwandtes” Kündigungs interesse94 BGB § 307 Abs. 1 S. 2Preisanpassungsklausel94 BGB § 536Unterschreitung der vertraglich vereinbartenMietflächeWEG-RECHT94 WEG § 24 Abs. 6Falsch wiedergegebener Beschlusstext95 WEG §§ 23, 24Folgen einer unterbliebenen Einladungeines Wohnungseigentümers95 BGB § 130 Abs. 1; WEG § 23Widerruf der abgegebenen Stimme95 WEG §§ 12, 23, 46; BGB § 891Anfechtungsklage des bloßen BucheigentümersMAKLERRECHT95 BGB §§ 355 a. F., 357 Abs. 1 Satz 1,346 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1, 652Bemessung des Wertersatzesfür Maklerleistung bei WiderrufONLINEVERSIONMusterDr. Olaf RieckeWEG-RechtBaumweg 1, 22589 HamburgTelefon: 040 871683Olaf@Riecke-Hamburg.de, www.Riecke-Hamburg.deRA Heiko OrmanschickMietrechtBlankeneser Bahnhofstraße 46, 22587 HamburgTelefon: 040 866060-0kanzlei@ormanschick.de, www.ormanschick.deDownload:Die Urteile können Sie als Langversion im Internetunter www.diewohnungswirtschaft.de/urteileherunterladen.Nutzung der QR-Codes:1. Laden Sie sich eine QR-Code-App auf Ihr SmartPhone(z. B. barcoo, QuickMark Barcode Scanner, i-nigma).2. Scannen Sie den gewünschten QR-Code mit der App.3. Viel Spaß beim Lesen!12 | 201293


RECHTgründen. Wie der Tatbestand des § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB belege, könne sichein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Auflösung des Mietverhältnissesaber nicht nur aus rechtlichen Beziehungen zu anderen Personen,sondern auch aus familiären oder wirtschaftlichen Beziehungen ergeben.Diese Grundsätze gelten nicht nur für private Vermieter, sondern auch fürjuristische Personen des öffentlichen Rechts. Auch bei diesen kann ein demKündigungsgrund des § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB „artverwandtes” Interessevorhanden sein. Gemessen an diesen Maßstäben diene die vorliegend ausgesprocheneKündigung des Mietverhältnisses nicht nur der Verwirklichungfremder Interessen, sondern auch der Durchsetzung eigener Interessendes Vermieters. Entscheidend sei, dass sowohl der Vermieter als auch dieBetreiberin der Beratungsstelle zum Gesamtkomplex derEvangelischen Kirche gehören und im gleichen örtlichenWirkungskreis kirchliche Aufgaben wahrnehmen.Rechtsanwalt Heiko Ormanschick, HamburgBGB § 307 Abs. 1 S. 2PreisanpassungsklauselEine Preisanpassungsklausel muss nicht zwingend die Möglichkeiteiner vorzeitigen Kündigung des Vertragsverhältnisses vorsehen.BGH, Urteil vom 27.6.2012, XII ZR 93/10Bedeutung für die PraxisMietanpassungsklauseln können grundsätzlich im Wege allgemeinerGeschäftsbedingungen vereinbart werden. Preisänderungsklauseln stellenbei langfristigen Vertragsverhältnissen ein geeignetes und anerkanntesInstrument zur Bewahrung des Gleichgewichts von Preis und Leistung dar.Denn sie dienen dazu, einerseits dem Verwender das Risiko langfristigerKalkulation abzunehmen und ihm seine Gewinnspanne trotz nachträglicherihn belastender Kostensteigerungen zu sichern, und andererseits denVertragspartner davor zu bewahren, dass der Verwender mögliche künftigeKostenerhöhungen vorsorglich schon bei Vertragsschluss durch Risikozuschlägeaufzufangen versucht. Dabei ist das Interesse des Vertragspartnersdes Verwenders einer Preisänderungsklausel daran zu berücksichtigen,vor Preisanpassungen geschützt zu werden, die über die Wahrung desursprünglich festgelegten Äquivalenzverhältnisses hinausgehen. EinePreisanpassungsklausel hält deshalb einer Inhaltskontrolle nach § 307 Abs.1 Satz 1 BGB nicht stand, wenn sie dem Vermieter die Möglichkeit bietet,seinen Gewinn einseitig zu Lasten des Mieters zu vergrößern. Schließlichwird der Vertragspartner des Verwenders auch nicht dadurch unangemessenbenachteiligt, dass ihm für den Fall der wirksamen Ausübung des Leistungsbestimmungsrechtskeine Kündigungsmöglichkeit eingeräumt wird.Eine Preisanpassungsklausel muss nicht zwingend die Möglichkeit einervorzeitigen Kündigung des Vertragsverhältnisses vorsehen. Die Einräumungeines Kündigungsrechts kann bei einer Klausel, die für sich betrachteteine unangemessene Benachteiligung bewirken könnte, einen Ausgleichdarstellen, damit die Klausel der Inhaltskontrolle nach § 307 Abs. 1 BGBstandhält. Wird der Vertragspartner des Verwenders durch eine Preisanpassungsklauseljedoch nicht unangemessen benachteiligt, wird die Klauselnicht deshalb unwirksam, weil sie für den Fall der Ausübungdes Preisanpassungsrechts keine Kündigungsmöglichkeit fürden anderen Vertragsteil vorsieht.Rechtsanwalt Heiko Ormanschick, HamburgBGB § 536Unterschreitung der vertraglichvereinbarten MietflächeBei einer Unterschreitung der vertraglich vereinbarten Fläche bei derGeschäftsraummiete muss eine angemessene Herabsetzung des Mietzinsesdem geringeren Gebrauchswert dieser Räume Rechnung tragen.BGH, Urteil vom 18.7.2012, XII ZR 97/09Bedeutung für die PraxisDie Unterschreitung der vertraglich vereinbarten Fläche ist als Mangel imSinne von § 536 Abs. 1 Satz 1 BGB anzusehen. Dass die in Bezug auf dieBeschaffenheit der Mietsache vereinbarte Nutzfläche mit einem Circa-Maß angegeben ist, steht einem zur Mietminderung berechtigendenSachmangel nicht im Wege, wenn die tatsächliche Fläche mehr als 10% unter der vereinbarten Quadratmeterzahl liegt. Durch die Minderungsoll die von den Vertragsparteien festgelegte Gleichwertigkeit zwischenden beiderseitigen Leistungen bei einer Störung auf der Vermieterseitewieder hergestellt werden. Welche Herabsetzung der Miete angemessenist, richtet sich nach der Schwere des Mangels und der dadurch bewirktenBeeinträchtigung der Gebrauchstauglichkeit der vermieteten Sache. Dieallein vom Anteil an der Gesamtfläche ausgehende Berechnung wird eineran dem Ausmaß der Gebrauchsbeeinträchtigung orientierten Mietzinsminderungnicht gerecht. Sie lässt den generell geringeren Nutzungswertetwa von Kellerräumen außer Betracht und ist daher nicht angemessenim Sinne von § 536 Abs. 1 Satz 2 BGB. Eine Gleichsetzung von Kellerflächenmit der Fläche eines Ladenlokals und Nebenräumen wäre allenfallsgerechtfertigt, wenn die Kellerräume hinsichtlich ihrerNutzung mit dem hauptsächlichen vertraglichen Nutzungszweckgleichwertig sind.Rechtsanwalt Heiko Ormanschick, HamburgWEG-RECHTWEG § 24 Abs. 6Falsch wiedergegebenerBeschlusstextBei jedem Berichtigungsbegehren ist zu prüfen, ob bei einem falschwiedergegebenen Beschlusstext eine Auswirkung auf das Beschlussergebnisbesteht; ist dies – wie bei einem Negativbeschluss – nichtder Fall, ist das Berichtigungsbegehren unerheblich, es fehlt dasRechtsschutzbedürfnis.LG Hamburg, Urteil vom 31.8.2012, 318 S 8/12Bedeutung für die PraxisBeim Negativbeschluss, dem in der Regel keine Sperrwirkung zukommt,ist es weitgehend irrelevant, mit welcher – wie auch immer protokollierten– Antragstellung der Kläger in der Abstimmung unterlegen war. Ermuss beim gerichtlichen Verpflichtungsantrag nur die Vorbefassung derVersammlung mit der Thematik nachweisen können. Wird ein solchesVerfahren aber gar nicht angestrebt, mangelt es amRechtsschutzinteresse für die Berichtigung des Versammlungsprotokolls.Dr. Olaf Riecke, Hamburg94 12 | 2012


WEG §§ 23, 24Folgen einer unterbliebenen Einladungeines WohnungseigentümersDie unterbliebene Einladung eines Wohnungseigentümers zur Eigentümerversammlungführt regelmäßig nur zur Anfechtbarkeit der in derVersammlung gefassten Beschlüsse, nicht aber zu deren Nichtigkeit.BGH, Urteil vom 20.7.2012, V ZR 235/11Bedeutung für die PraxisDer BGH erteilt der strengeren Mindermeinung hier erneut eine Absage:Die unterbliebene Ladung eines Wohnungseigentümers führt nur in ganzbesonders schwerwiegenden Ausnahmefällen zur Nichtigkeit der in derEigentümerversammlung gefassten Beschlüsse, etwa wenn der Wohnungseigentümerin böswilliger Weise gezielt von der Teilnahme ausgeschlossenwerden soll. Es wird nicht in ein unverzichtbaresTeilnahmerecht und in den Kernbereich der Mitgliedschafteingegriffen (so etwa Merle).Dr. Olaf Riecke, HamburgBGB § 130 Abs. 1; WEG § 23Widerruf der abgegebenen StimmeDie in der Eigentümerversammlung abgegebene Stimme kann nach ihremZugang bei dem Versammlungsleiter nicht mehr widerrufen werden.BGH, Urteil vom 13.7.2012, V ZR 254/11Bedeutung für die PraxisBei der Stimmauszählung hat die Frage, bis zu welchem Zeitpunkt eineStimmabgabe widerrufen werden kann, hohe Praxisrelevanz. Nach derAnsicht des BGH ist die einmal abgegebene Stimme quasi bindend. Einetaktische Änderung ist auch bei schriftlicher Abstimmung nach Zugangbeim Versammlungsleiter nicht mehr möglich. Der BGH wendet – gegenbeachtliche Stimmen in der Literatur – § 130 Abs. 1 Satz 1 BGB an, danachwird eine Willenserklärung mit ihrem Zugang wirksam und bindet denErklärenden (vgl. § 145 Abs. 1 BGB), weshalb ein Widerrufder Erklärung nach § 130 Abs. 1 Satz 2 BGB ab diesemZeitpunkt ausscheidet.Dr. Olaf Riecke, HamburgWEG §§ 12, 23, 46; BGB § 891Anfechtungsklage des bloßenBucheigentümers1. Hat derjenige, der im Grundbuch als Eigentümer eingetragenist, das Wohnungseigentum nach materiellem Recht nicht wirksamerworben, so ist er zu der Erhebung einer Anfechtungsklage nichtbefugt; der wahre Berechtigte ist Träger der mit dem Wohnungseigentumverbundenen Rechte und Pflichten.2. Kann die Zustimmung zu der Veräußerung von Wohnungseigentumnach der Teilungserklärung nur aus wichtigem Grund verweigertwerden, wird ein die Zustimmung versagender Beschluss der Woh-nungseigentümer im Regelfall auch dann bestandskräftig, wenn einwichtiger Grund zu Unrecht angenommen worden ist.BGH, Urteil vom 20.7.2012, V ZR 241/11Bedeutung für die PraxisWenn einerseits der im Grundbuch als Eigentümer Eingetragene – fallsz. B. Kaufvertrag und dingliche Einigung infolge einer erfolgreichen Anfechtunggemäß § 123 BGB rückwirkend entfallen sind – nicht gemäß § 16Abs. 2 WEG für die Kosten und Lasten des gemeinschaftlichen Eigentumsaufkommen muss, weil eine unrichtige Grundbucheintragung nicht dienur an die Eigentümerstellung anknüpfende Haftung begründet, so hater andererseits auch kein Mitwirkungs- oder Anfechtungsrecht.Dasselbe gilt für den mangels Verwalterzustimmungzu Unrecht eingetragenen Erwerber.Dr. Olaf Riecke, HamburgMAKLERRECHTBGB §§ 355 a. F., 357 Abs. 1 Satz 1, 346 Abs. 2Satz 1 Nr. 1, 652Bemessung des Wertersatzesfür Maklerleistung bei Widerrufa. Die Bemessung des Wertersatzes, den der Verbraucher nach demwirksamen Widerruf eines Teilzahlungsgeschäfts über Maklerleistungenfür die bis dahin empfangenen Dienste des Unternehmersschuldet, richtet sich nicht nach dem vertraglich vereinbarten Entgelt,sondern nach dem objektiven Wert dieser Leistungen, soweitdieser das vertragliche Entgelt nicht übersteigt.b. Der objektive Wert richtet sich dabei nach der üblichen oder (mangelseiner solchen) nach der angemessenen Vergütung, die für dieVermittlung eines entsprechenden Hauptvertrages zu bezahlen ist,nicht dagegen nach dem konkret-individuellen Wert des Erlangtenfür den Schuldner. Entspricht der vermittelte Hauptvertragnicht den individuellen Bedürfnissen des Auftraggebers und liegtinsoweit eine Beratungspflichtverletzung vor, können dem Kundenallerdings Ansprüche auf Schadensersatz nach § 280 BGB zustehen,die er dem Wertersatzanspruch entgegenhalten kann.c. Der Wertersatz betreffend eine so genannte Nettopolice für eineLebens- und Rentenversicherung wird durch die Kündigung desVersicherungsvertrages nicht berührt.BGH, Urteil 19.07.2012, III ZR 252/11Bedeutung für die PraxisFür die Wertberechnung ist nach den Vorgaben des BGH die marktüblicheProvision zugrunde zu legen, die für die Vermittlung eines entsprechenden(wirksamen) Hauptvertrages zu zahlen wäre. Nicht entscheidend istmithin, inwieweit die Maklerleistung das Vermögen des Maklerkundenvermehrt hat. Auch wenn die Feststellung der üblichen Vergütung kaumohne Sachverständigengutachten erfolgen kann, gibt die BGH-Entscheidungdem Makler aber Gewissheit, dass die Berechnung nicht nach Zeit– oder Sachaufwendungen oder nach dem eventuellen Vermögenszuwachsbeim Kunden –, sondern nach der üblichen Vergütung für Maklerleistungenbei der Vermittlung von Verträgen zu berechnen ist.Rechtsanwältin Ricarda BreiholdtBreiholdt & Voscherau ImmobilienanwälteHamburg12 | 201295


LETZTE SEITE / IMPRESSUMFUNDSTÜCKE AUF DER EXPO REAL 2012Mut zur Lücke?An jedem der drei Messetag fehlten dem Standnachbarndes BID - Serbien - ein andere Buchstabe, oder machte eineHängepartie in der Unterzeile...Quelle: Büro Roman LorenzIMPRESSUM >>> DAS TEAM DER DW DIE WOHNUNGSWIRTSCHAFTUlrike Silberberg (US)Chefredakteurinulrike.silberberg@diewohnungswirtschaft.deTelefon: 040 520103-20Olaf Berger (OB)Redakteurolaf.berger@diewohnungswirtschaft.deTelefon: 040 520103-23Sarah Tekath (ST)Volontärinsarah.tekath@diewohnungswirtschaft.deTelefon: 040 520103-21Heike TiedemannAnzeigenleiterinheike.tiedemann@diewohnungswirtschaft.deTelefon: 040 520103-39Wolfgang BogeGrafikerwolfgang.boge@diewohnungswirtschaft.deTelefon: 040 520103-33Nicole BehrendtRedaktionsassistentinnicole.behrendt@diewohnungswirtschaft.deTelefon: 040 520103-22HERAUSGEBER UND VERLAGHaufe-Lexware GmbH & Co. KGEin Unternehmen der Haufe GruppeStandort Hamburg, Tangstedter Landstraße 83, 22415 HamburgGeschäftsführung: Isabel Blank, Markus Dränert, Jörg Frey,Birte Hackenjos, Jens Köhler, Matthias Mühe, Markus Reithwiesner,Joachim Rotzinger, Dr. Carsten ThiesBeiratsvorsitzende: Andrea Haufe, Kommanditgesellschaft,Sitz Freiburg, Registergericht Freiburg, HRA 4408Komplementäre: Haufe-Lexware Verwaltungs GmbH,Sitz und Registergericht Freiburg, HRB 5557; Martin Laqua,USt-IdNr. DE812398835Redaktionsanschrift: DW Die WohnungswirtschaftTangstedter Landstraße 83, 22415 Hamburg,Telefax: 040520103-12, redaktion@diewohnungswirtschaft.de,www.diewohnungswirtschaft.deFordern Sie unseren wöchentlichen Newsletter an:http://tinyurl.com/newsletter-wohnungswirtschaftVeröffentlichungen: Zum Abdruck angenommene Beiträge undAbbildungen gehen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungenin das Veröffentlichungs- und Verbreitungsrecht des Verlagesüber. Überarbeitungen und Kürzungen liegen im Ermessen desVerlages. Für unaufgefordert eingesandte Beiträge übernehmenVerlag und Redaktion kein Gewähr. Für mit Namen gekennzeichneteBeiträge übernimmt der Einsender die Verantwortung. Honorarefür Veröffentlichungen werden nur an Inhaber der Rechte gezahlt.Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungensind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenenFälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlagesstrafbar. Das gilt auch für das Erfassen und Übertragen in Form vonDaten. Die allgemeinen Geschäftsbedingungen stehen vollständigunter www.haufe.de.Partner in Österreich: Robert Koch, Wohnen Plus,Singerstraße 8/10 · A-1010 WienPartner in der Schweiz: Daniel Krucker, Verlag wohnen,Bucheggstraße 109 · Postfach · CH-8042 ZürichANZEIGENDie neue Anzeigenpreisliste ist gültig seit 1.1.2012.Anzeigenleitung: Heike Tiedemann,heike.tiedemann@diewohnungswirtschaft.deTelefon: 040 520103-39 Telefax: 040 520103-12Anzeigenverwaltung: Monika Thüncher, Telefon: 0931 2791-464,Telefax: 0931 2791-477, daten@haufe.deMediaberatung Stellenmarkt: Michaela Freund,Telefon: 0931 2791-777, Telefax: 0931 2791-477,michaela.freund@haufe.deAnzeigenverwaltung Stellenmarkt: Christine Wolz,Telefon: 0931 2791-472, Telefax: 0931 2791-477,daten@haufe.deABONNENTENSERVICE UND VERTRIEBAboverwaltung: Telefon (kostenfrei): 0800 7234249,Telefax (kostenfrei): 0800 50 50 446, Zeitschriften@haufe.deBezugspreise: Jahresabonnement 118,00 €, einschließlich 7 %Mehrwertsteuer, Ausland inklusive Versandkosten 158,00 € jährlich.Abonnementskündigungen sind nur mit einer Frist von sechsWochen zum Quartalsende möglich und schriftlich an den Verlag zurichten (Preise seit Januar 2012).Erscheinungsweise: monatlichDieses Produkt wurde aufPEFC-zertifizierten Papieren produziert.Druck: rewi druckhaus Reiner Winters GmbH,Wiesenstraße 11, 57537 Wissen / Sieg, druckhaus@rewi.de,www.rewi.de, PEFC/04-31-0829, ISSN 0939-625X96 12 | 2012


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