Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung ... - UNHCR

unhcr.at
  • Keine Tags gefunden...

Handbuch über Verfahren und Kriterien zur Feststellung ... - UNHCR

) Der Prüfer solltei) dafür Sorge tragen, dass der Antragsteller seinen Fall so umfassendwie möglich unter Benutzung aller verfügbaren Beweismittel vortragenkann;ii) sich ein Bild von der Glaubwürdigkeit des Antragstellers machenund die vorgebrachten Beweise würdigen (nötigenfalls unter Beachtungdes Grundsatzes „im Zweifel für den Angeklagten“), um so dieobjektiven und subjektiven Faktoren festzustellen;iii) diese Faktoren im Sinne der in dem Abkommen von 1951genannten Kriterien prüfen, um so eine zutreffende Beurteilung desAntrages des Betreffenden auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaftgeben zu können.C. Fälle mit besonderen Schwierigkeiten bei derTatbestandsaufnahme1) Geistig gestörte Personen206. Wie schon erwähnt, müssen bei dem Verfahren zur Feststellung derFlüchtlingseigenschaft sowohl der subjektive Tatbestand der Furcht als auchder objektive Tatbestand, dass diese Furcht begründet ist, festgestellt werden.207. Häufig wird ein Prüfer mit einem geistig oder seelisch gestörtenAntragsteller konfrontiert, dessen Störungen ein Hindernis für die normaleUntersuchung seines Falles sind. Aber eine geistig gestörte Person kanntrotzdem ein Flüchtling sein; ihr Verlangen kann daher auch nicht einfachunbeachtet bleiben; die Bearbeitung eines solchen Antrages erfordert jedochdie Anwendung besonderer Untersuchungsmethoden.208. Der Prüfer sollte in solchen Fällen, soweit möglich, den Rat einesFacharztes einholen. Der ärztliche Bericht sollte Angaben über Art und Gradder Geisteskrankheit enthalten und Aufschluss darüber geben, inwieweit derAntragsteller in der Lage ist, die Anforderungen zu erfüllen, dienormalerweise an einen Antragsteller bei der Darstellung seines Fallesgestellt werden (s. Absatz 205 a) oben). Die Ergebnisse des ärztlichenBerichts werden für das weitere Vorgehen des Prüfers entscheidend sein.209. Bei seinem Vorgehen wird sich der Prüfer auf die Schwere derBehinderung einstellen müssen; für Fälle dieser Art gibt es keine starrenRegeln. Es muss auch berücksichtigt werden, um welche Art der „Furcht“ essich bei dem Antragsteller handelt und wie stark sie ausgeprägt ist; einbestimmter Grad geistiger Verwirrung ist nämlich häufig bei Personenfestzustellen, die schwere Verfolgung zu erdulden hatten. Gibt es Hinweisedarauf, dass die Furcht, von der der Antragsteller spricht, unter Umständenihre Ursache gar nicht in wirklichen Erlebnissen hat oder dass sie eineübersteigerte Reaktion darstellt, dann kann es, um zu einer Entscheidung60

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine