Menschenrechte sind nicht selbstverständlich Die Schüler ...

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Menschenrechte sind nicht selbstverständlich Die Schüler ...

Gehst du weg? Kommst du an?Bleibst du hier?In welchem Rahmen ist dieAusstellung entstanden?Die Ausstellung „Station Berlin – Gehst du weg? Kommst du an?Bleibst du hier?“ entstand im Rahmen eines Menschenrechtsprojektesmit Hauptschüler/innen der Rudolf-Diesel-Oberschule inBerlin-Wilmersdorf.Gegenstand des Projektes war das Menschenrecht auf Asylsuche(Art. 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte). An Projekttagenin der Schule und während einer Exkursion durch dieflüchtlingspolitische Szene Berlins setzten sich die Schüler/innenmit dem Thema Flucht und Asyl und mit der Lebenssituation vonFlüchtlingen in Deutschland auseinander.Die Schüler/innen untersuchten dabei auch, welche geschichtlichenErfahrungen – vor allem aus dem Nationalsozialismus – denBeschluss eines solchen Menschenrechtes notwendig machten.Menschenrechte sind nichtselbstverständlichDass ein Menschenrecht nicht einfach „da“ ist, nur weil esvor über 60 Jahren einmal beschlossen wurde, wurde beider Erarbeitung deutlich. Es kommt darauf an, ein Menschenrechtauch umzusetzen und anzuwenden. „Was könnenwir tun, um die Lage von Flüchtlingen zu verbessern?“war eine Frage, die sich die Schüler/innen gestellt haben.Die Schüler/innengruppeAuch die eigenen Erfahrungen der jugendlichenAusstellungsmacher/innen mit Migration undFlucht konnten häufig einfließen. Viele Jugendlicheaus der Wilmersdorfer Gruppe stammenaus Familien, die ursprünglich nicht in Deutschlandlebten. Einige der Schüler/innen kamen erstvor kurzem selber als Flüchtlinge in unsere Stadt.Berlin ist für sie heute ihre Heimat.Um den biografischen Hintergrundder beteiligten Schüler/innen undihrer Familien kennen zu lernen,haben wir die Schüler/innengebeten, Fragebögen über ihreLebenswelt und ihre Einstellungenauszufüllen und einen Stern zuzeichnen, an deren Enden sie Dingevon sich erzählen, die ihnen fürsich wichtig sind. In stilisiertenKörpersilhouetten teilen dieSchüler/innen von sich mit, was siesich wünschen, was sie gut können,woher sie kommen und wie sie sichihre Zukunft vorstellen.


Die Lebenssituation vonFlüchtlingen in DeutschlandKein Mensch flieht freiwillig:FluchtursachenHäufige Fluchtgründe sind Kriege oder religiöse,ethnische oder politische Verfolgung. Weiterhin gibtes frauenspezifische Fluchtursachen, wie Zwangsheirat,Genitalverstümmelung sowie Vergewaltigungals Kriegsmittel. Auch das Vorenthalten von Gerichtsverfahrenoder die Anwendung von Folter sind Gründe,die eigene Heimat zu verlassen. All diesen Punktenliegt eine Verletzung der Menschenrechte zu Grunde.Es gibt auch Menschen, die aus sozialer Not undPerspektivlosigkeit oder nach Umweltkatastrophenaus ihrem Land fliehen.Rechtsstatus und aufenthaltsrechtlicheStellungenWie wir sehen, gibt es viele unterschiedliche Fluchtgründe. Je nach dem,aus welchen Gründen sie ihr Ursprungsland verließen, teilt das deutscheAusländerrecht die Menschen in verschiedene Gruppen („Rechtsstatui“)ein, die mehr oder weniger Chancen haben, eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungzu erhalten. Ein Flüchtling, der nach einer Rückkehr in dasUrsprungsland mit Verfolgung, Haft, Folter oder der Todesstrafe zu rechnenhätte, bekommt z.B. eher eine solche dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungals ein Mensch, der vor der Armut flieht und keine individuellen Verfolgungsgründedarlegen kann.Lebensbedingungen von Asylbewerber/innenin DeutschlandDie Schüler/innen beschäftigtensich intensiv mit den Geschichtenvon mehreren Flüchtlingen,die in den letzten Jahren ausDie unterschiedlichen rechtlichen Stellungen derFlüchtlinge führen auch zu unterschiedlichen Rechtenund zu unterschied lichen Lebensbedingungen, dieder Staat den Flüchtlingen zugesteht. Das Projekt hatsich vor allem mit der Situation von Asylbewerber/innenbeschäftigt.Asylbewerber/innen haben mit folgenden eingeschränktenLebensbedingungen zu kämpfen:• Keine freie Wahl des Wohnortes. Die Asylbewerber/innen werden Landkreisen und dort oft bestimmtenAsylbewerberheimen zugewiesen. Die Ausstattungder Heime sind meist sehr schlicht und den Menschenstehen nur sehr wenige Quadratmeter persönlicheWohnfläche zu (Mindestanforderung 6 qm) – unddas oft in Mehrbettzimmern mit Menschen, die siesich nicht aussuche können.• Kein freie Bewegungsmöglichkeit („Residenzpflicht“):die Asylbewerber/innen dürfen den Landkreis, in demsie untergebracht sind, nicht verlassen.• Keine Arbeitserlaubnis: im ersten Jahr nach ihrerAnkunft dürfen die Asylbewerber/innen nicht arbeiten.Danach können sie eine Arbeitserlaubnis erhalten,wenn das Jobcenter ihnen eine gibt.• Kaum Geld: die Asylbewerber/innen erhalten höchstens40,90 Euro im Monat als Taschengeld. In manchenBundesländern erhalten die Menschen auch fürihren Unterhalt kein Bargeld ausgehändigt, sondernSachleistungen (Essenspakete) oder Gutscheine fürbestimmte Läden, in denen sie einkaufen müssen.ihren Ursprungs län dern nachDeutschland geflohen sind. Siefragten nach den Flucht ur sachendieser Menschen und nach ihrenjetzigen Lebensbedingungen hierin Deutschland. Über jeden dieserFlüchtlinge erstellten die Schüler/innen ein Portrait, mit dem siesich dessen Geschichte gegenseitigvorstellten.


Spiele zu MenschenrechtenEin Schritt nach vorn1). Macht Euch mit Euren Rollenkartenbekannt. Welche Person sollt ihr darstellen?Versucht, Euch in Eure Rollehinein zu versetzen.2). Zeigt niemandem Eure Rollenkarte.Konzentriert Euch auf Eure Rolle.3). Stellt Euch auf die Startlinie.4). Wenn Ihr auf die folgenden Fragenmit „Ja“ antworten könnt, dürft Ihreinen Schritt weiter gehen. Wenn nicht,dann bleibt stehen.5.) Wo steht Ihr am Schluss? Wo stehendie anderen?6.) Was war das für ein Gefühl vorwärtszu kommen – bzw. zurück zu bleiben?Refugee ChairWelche Länder nehmen wie viele Flüchtlingenauf und wie ist der Reichtum zwischenden Kontinenten verteilt?Phase I WeltbevölkerungBeantwortet bitte folgende Frage: wiehoch ist die Bevölkerungsanzahl auf denjeweiligen fünf Kontinenten? (Für Gruppen:versucht, Euch auf eine von Euchgeschätzte Zahl zu einigen)Phase II Verteilung des Reichtums:Beantwortet bitte folgende Frage: wie istdas Welteinkommen auf die jeweiligenfünf Kontinente verteilt? Wie viel Prozentam Welteinkommen entfällt auf den jeweiligenKontinent?(Für Gruppen: versucht, Euch auf eine vonEuch geschätzte Prozentzahl zu einigen)Aktiv für Menschenrechte !Phase III Flüchtlinge:Beantwortet bitte folgende Frage: Wieviele Flüchtlinge fliehen in welche Länder?Schätzt die Anzahl der Flüchtlinge aufdem jeweiligen Kontinent!(Für Gruppen: versucht, Euch auf eine vonEuch geschätzte Zahl zu einigen)1). Vor Euch liegen Kärtchen, die Ausschnitte vonBiographien von MenschenrechtlerInnen zum Inhalthaben.2.) Lest Euch die biographischen Ausschnitte derMenschenrechtlerInnen durch.3). Welcher Ausschnitt gehört zu welchem Menschenrechtsaktivisten?Was gehört zusammen undwas nicht? Versucht die Ausschnitte zuzuordnenund in die richtige Reihenfolge zu schieben.KreuzworträtselFlüchtlinge in BerlinPROTESTANTEN, SCHILLER, ARBEITSKRÄFTE, WELTKRIEG, ENVERHOXHA, WEIMAR, ASYL, WEBER,VIETNAM, HANDWERKER, FLÜCHTLINGE, NEUKÖLLN, KOSOVO, CAPANAMUR, ALBANIEN, GOEBBELS,BOATPEOPLE, HUGENOTTEN, RUSSENDieses Kreuzworträtsel beinhaltetBegriffe, denen wir im Laufe einerflüchtlingspolitischen Stadterkundungdurch Berlin begegnet sind.Füllt die waagrechten Zeilen und diesenkrechten Spalten mit den Antwortenauf die untenstehenden Fragenaus. Als Hilfestellung findet ihrdie richtigen Begriffe oben.Waagerecht1. 200000 verließen um 1700 Frankreich4. Verursachte eine riesiege Fluchtwelle in Mitteleuropa6. Fluchtziel Schillers7. Kann man als Flüchtling erhalten8. Beruf der Böhmen in Berlin10. Auch die Franzosen waren meistens...12. Eine böhmische Gemeinde befand sich in...14. Schiffsname16. Propagandaminister17. Leute, die sich mit dem Schiff retten wollen18. Französische Protestanten19. Auswander in den 20iger JahrenSenkrecht2. Berühmter Militärflüchtling3. König Friedrich Wilhelm wollte welche haben5. Name des albanischen Präsidenten9. Land in Südostasien11. Leute, die ihr Land verlassen müssen13. Albaner leben dort15. Viele flüchteten ab 1990© Norbert WeitelSprachbarriere1). Ihr seid Flüchtlinge und wollt einen Antrag auf Asyl stellen.Füllt deshalb das Asylantragsformular aus.2). Legt Euer Antragsformular dem Asylsachbearbeiter vor.3). Wie habt Ihr Euch beim Ausfüllen des unverständlichenFormulars gefühlt?4). Was sind die Folgen für Jemanden, dessen Asylantragabgewiesen wird?5). Warst Du selbst schon einmal in einer Situation, in der Dudie Sprache nicht beherrscht hast und was waren die Folgen?


Begleitung und Unterstützung fürFlüchtlinge: Was können wir tun?Engagement für FlüchtlingeBerlin ist nicht nur ein Ort, an dem viele Flüchtlingeankommen und leben. Hier gibt es aucheine ganze Reihe unterschiedlicher Projekte undInitiativen, die die Situation von Flüchtlingen inDeutschland verbessern wollen.Auf einer dreitägigen flüchtlingspolitischen Exkursiondurch Berlin haben wir einige dieser Initiativenbesucht und dabei Menschen kennengelernt, die uns über ihre Arbeit berichtet unduns ermutigt haben, auch nach Möglichkeiten zusuchen, wie wir selber aktiv werden können, umFlüchtlingen das Leben hier in Deutschland vielleichtein bisschen leichter zu machen.Die Stationen auf unserer flüchtlingspolitischenExkursion• Im Übergangswohnheim Trachenbergring (InternationalerBund e.V.) wohnen Flüchtlinge und werden durch dieSozialpädagog/innen dort begleitet.• Der Verein Asyl in der Kirche organisiert Kirchenasyle,bei denen Flüchtlinge vor ihrer drohenden Abschiebungbewahrt werden.• Die Initiative gegen Abschiebehaft macht auf dieschlechten Lebensbedingungen der Flüchtlinge, diedort inhaftiert sind aufmerksam und organisiert Besuchebei den Flüchtlingen.• Das Beratungszentrum BBZ unterstützt junge, unbegleiteteFlüchtlinge in sozialpädagogischen, sozialpsychologischenund rechtlichen Fragen. Welche Möglichkeitenstehen jungen Flüchtlingen in Berlin offen?SchülerantwortenÜbergangswohnheim Trachenbergringin MarienfeldeWas wird hier für Flüchtlinge gemacht?• Eine Wohnungsunterkunft für Flüchtlinge• Man hilft ihnen bei Problemen, z.B. Streit• Es gibt Fernseher, einen Fitnessraum undeinen Kindergarten.• Es wird ihnen Geld gegeben.• Sie können zur Schule gehen• Sie werden versorgt, ernährt und bekommenein Zuhause.Mit welchen Problemen sind die Flüchtlingehier konfrontiert?• Die Zimmer sind zu klein.• Die Toiletten sind dreckig und zu klein.• Mit den Räumen• familiäre Probleme• Gedanken an den Krieg im eigenen Land• Dass sie kein Zuhause mehr haben oderKrieg in ihren Ländern herrscht.Was hast du bei dem Besuch Neueserfahren?• Wie Flüchtlinge leben• Dass dort auch Familien wohnen• Dass viele Leute das gleiche Problem haben.• Ich habe Neues über Flüchtlinge erfahren,wie es ihnen geht und wie sie leben. Undihre Geschichte der Flucht.Was ist mir besonders aufgefallen?• Dass es einen Kindergarten, einen Fitnessraumund einen Fernseher gibt. Das gibt esso in anderen Einrichtungen nicht.• Dass es für kleine Kinder einen Kindergartenin diesem Wohnheim gibt.• Die Leute hatten sehr viele Probleme undwollten schnell Deutsch lernen.SchülerantwortenWas können wir tun, um Flüchtlingendas Leben hier leichter zumachen?Die einzelnen Station der flüchtlingspolitischenExkursion sind auf der Berlinkarte eingetragen.Die Schüler/innen haben von den besuchtenEinrichtungen und Initiativen Info-Broschürenund Selbstdarstellungen erhalten, daraus habenwir eine Projekte-Collage erstellt.• Unterkunft für die Asylanten• Spenden• Essensvergabe• bestimmtes Essen für die Religionen• Veranstaltungen für Asylanten• beim Visum helfen• Kinderbetreuung• Deutschkurse anbieten• Lesen und Schreiben beibringen• Bei der Einbürgerung helfen• eine Schule für die Kinder finden• die Asylanten arbeiten lassen• sie sollten sich deutschlandweit freibewegen können• Sie sollten in ihrer eigenen Wohnungleben können• Kontakt aufnehmen• Probleme, diese Jugendliche habenansprechen• Sie zu Behörden begleiten• Gemeinsam in die Schule gehen, Nachhilfe,Übungsgruppen• Ins Kino gehen• Gemeinsam die Stadt erkunden, damitsie Orientierung bekommen• Spazieren gehen• Mehr und besseres Essen, das nichtabgelaufen ist• Mehr Hygiene (mehr Toiletten) und fürjeden Asylbewohner eine kleine FlascheDesinfektionsmittel• Auf die gleiche Sprache achten, damitman sich unterhalten kann• Gemütlichere Einrichtung in denZimmern


Was ist Berlin für dich?„Station Berlin – Gehst du weg?Kommst du an? Bleibst du hier?“ …… haben wir unser Ausstellungsprojekt genannt. Von den beteiligtenSchüler/innen sind manche in Berlin geboren, manche nicht. Manchesind hier aufgewachsen, andere erst kürzlich hier angekommen. Feststeht: alle wohnen heute hier. Aber fühlen sich alle hier zuhause?Wann fühlt man sich „zuhause“? Wie sehen sie Berlin? Was mögensie an der Stadt, was nicht? Wer will sein Leben lang Berliner bleiben?Und wer will lieber woandershin?„Was ist Berlin für mich“ haben sichdie Schüler/innen gefragt und dasaufgeschrieben. Ihrem persönlichen Bildvon Berlin haben sie außerdem einenRahmen gegeben: „Das ist mein Berlin“.SchülerantwortenWas ist Berlin für mich?Berlin ist für mich eine ruhige Stadt. Es gibt keine Terroristenund keinen Krieg.Berlin ist für mich eine schöne Stadt mit guten und schlechtenLeuten. Und so viele Straßen!Berlin ist schön. Mir gefällt es am Alexanderplatz, am PotsdamerPlatz, am Brandenburger Tor, am Hauptbahnhof, amWannsee, im Zoo. Mir gefällt Berlin nicht, wenn ich die Pennerin der S-Bahn sehe, die immer Drogen nehmen.Berlin ist eine Stadt, die alt ist und viel Geschichte zu entdeckengibt. Berlin ist geprägt von vielen unterschiedlichenMenschen, die verschiedene Sprachen sprechen und vieleunterschiedliche Kulturen in die Stadt bringen.Berlin ist für mich eine gute, große und schöne Stadt. Ich magBerlin, weil ich hier meinen Spaß haben kann. Ich denke, dassmeine Zukunft gut wird und ich eine Frau und Kinder undFamilie haben werde. Ich hoffe, dass ich Arbeit und Zukunfthaben werde.Berlin ist die beste Stadt, ich liebe sie. Die Welt ist schönerohne Krieg.Berlin ist für mich eine schöne Stadt. Ich bin in Indien geboren.Ich bin nach Berlin gekommen, weil meine Eltern hierwaren. Ich finde Berlin ist eine gute Stadt.Berlin ist mir vertraut, weil meine Familie hier ist. Ich gehegern mit Freunden am Alexanderplatz spazieren. Berlin istdie Stadt, in der ich eine Ausbildung zur Krankenschwestermachen möchte.

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