Binnenschiff-Fahrt - NFM

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Binnenschiff-Fahrt - NFM

NL € 4,–; L € 4,–; DK dkr. 29,79; A € 4,–; B € 4,–; CH sfr 5,86; D € 4,– 22. Jahrgang März 2010 73713

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Container | Trailer | Logistik

AUFSCHWUNG IN SICHT!

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INHALT

Editorial

3 Blick gen Ost!

Tipps & Trends

6 Mehrfacher Führungswechsel

8 Testphase gestartet

10 Umschlag zieht wieder an

12 Mehr Schienenumschlag

14 Projekt bei Birmingham

16 Ergebnis behauptet

Hafen Hamburg

18 Damals & heute

26 Rahmenbedingungen optimieren

28 Effizienter Feederdienst

30 Fortsetzung des Wachstums folgt

32 Erweiterter Fernostdienst

33 Baustart Rethebrücke

34 Von Rohkaffe bis Spezialmaschinen

Damals & heute

36

Binnenschiff-Fahrt

Im Osten viel Neues

40 Fokus: Kreis Wesel

42 Kühler Service fürs Hinterland

44 Jahresergebnis aus Mannheim

46 Positiver Rückblick auf 2009

Container-Logistik

48 Der König E-Kunde

52

Seeverkehre

Ausbau der Hafen-Infrastruktur

54 Verbindendes Binnenmeer

56 „Status verbessern“

58 Kurze Wege über die Ostsee

60 RORO zu Gast in Bremen

Miet-Container

62 Mit der Auftragslage atmen

Die Geschichte der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) nahm am 7. März 1885 ihren Lauf.

Ein Rückblick durch die Zeit zeigt nicht nur die Entwicklungen eines Unternehmens, sondern auch einen

Ausschnitt der Geschichte des Hamburger Hafens und der Seefahrt.

1/2010

64 Vielseitiges Mieteinander

66 Marktübersicht

Miet-Container

67 Seitenladertechnik auf

hohem Niveau

68 Außergewöhnliches ELA-Projekt

70

Umschlagtechnik

Den Überblick behalten

74 Mobiles Containerhandling

76 Grüne Flotte an der Ostsee

Green

78 Ökologisch Spurhalten

Schienenverkehr

80 Xrail Netzwerk startet

81 Impressum

www.contrailo.de

4 NFM 3/2010

18


36

Im Osten viel Neues

Ende Februar hat die Dortmunder

Hafen AG die Jahresumschlagergebnisse

für das vergangene Jahr bekannt

gegeben. Der grundsätzliche

Tenor: Das Gesamtergebnis liegt unter

dem Vorjahresniveau. Allerdings

gibt es in ausgesuchten Segmenten

weniger starke Einbrüche und die Zukunftsplanungen

versprechen wieder

spürbares Wachstum.

Verbindendes Binnenmeer

Gemeinhin heißt es, dass Meere trennen. Auf die Ostsee trifft das nicht zu. Die

Ostsee verbindet und das seit Jahrhunderten. Mit Aufnahme von Estland, Lettland,

Litauen sowie Polen in die Gemeinschaft sind jetzt bis auf Russland alle Ostsee-

Anrainer EU-Mitglieder. Das verleiht dem Binnenmeer eine besondere Bedeutung.

70

54

Vielseitiges Mieteinander

Eine Sonderlieferung nach Shanghai hier, ein Spezialauftrag aus

Nordamerika da – in der globalen Container-Transportwelt sind

schnelle und flexible Reaktionen gefragt. Unverzichtbare Voraussetzung:

passende Container sind verfügbar. Doch wo bekommt

man die vielfältigen Boxen?

64

Den Überblick behalten

Am Container Terminal Dortmund wird ein neues Lagerverwaltungssystem

zur Containerverfolgung installiert, das den Umschlag

und die Effizienz der Logistik erhöht. Dazu muss die Position

aller drei Krane auf einer Kranbahn durchgängig erfasst

werden. Technologieanbieter Symeo GmbH hat hierfür eine nachrüstbare

Sensorikleistung geliefert.


Jubiläum

DAMALS

125 Jahre HHLA

18 ConTraiLo 1/2010


&

HEUTE

Zeitreise in Bildern

Die Geschichte der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) nahm am 7. März 1885 ihren Lauf.

Ein Rückblick durch die Zeit zeigt nicht nur die Entwicklungen eines Unternehmens,

sondern auch einen Ausschnitt der Geschichte des Hamburger Hafens und der Seefahrt.

1/2010 ConTraiLo 19


Fotos: HHLA


Gegründet wurde die HHLA unter

ihrem früheren Namen HamburgerFreihafen-Lagerhaus-Gesellschaft

(HFLG). Sie übernahm den Bau und

Betrieb der Hamburger Speicherstadt als

damals größten Logistik-Komplex.

Aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

stammen auch bereits wesentliche

Grundlagen des heutigen Terminaldesigns

des Container Terminal Altenwerder.

Schon an dem ersten künstlichen Hafenbecken

Hamburgs, dem Sandtorhafen, wurden

sie sichtbar und verzahnten drei wesentliche

Elemente: der Umschlag an der

Kaikante, Transportanschlüsse an verschiedene

Verkehrsträger und Logistik-Anlagen

zum Lagern, Umpacken und Behandeln

von Waren.

Die Verbindung ins Hinterland

Hamburg ist mit seinen Bahnhöfen auf den

drei Containerterminals als Eisenbahnbahnhof

in Europa eine bekannte Größe.

Selbst an dem kleineren Bahnhof am Terminal

Tollerort können gleichzeitig fünf

Ganzzüge abgefertigt werden. Von hieraus

erreichen Sie das Hinterland von Zürich bis

Aserbaidschan. Gelegt wurden die Grundlagen

bereits im 19. Jahrhundert. Die Hafenanlagen

am Sandtorkai waren mit Gleisen

ausgestattet. 1957 transportierte die

Bahn laut HHLA 59 Prozent der in Hamburg

umgeschlagenen Waren, heute sind

es im Fernverkehr etwa 70 Prozent.

Roll-on, roll-off

Heute gehen vom Terminal O’Swaldkai

deutsche Export-Pkw in alle Welt – ein

Großteil per RoRo-Schiff. Vor der Fahrt

in das Schiffsinnere werden die Fahrzeuge

von Mitarbeitern der HHLA-Tochtergesellschaft

Unikai auf die Verschiffung vorbereitet.

Aber auch Fahrzeugtransporte in

Containern können vorkommen, wenn

der Zielhafen nicht auf der Route der Autotransporter

liegt. Früher waren aufwändige

Einzelverladungen mit speziellem Anschlaggeschirr

nötig. Heute können RoRo-Schiffe,

wie die Grimaldi „Grande Colonia“ die

21.500 t an Kraftwagen und Motorrädern

1/2010 ConTraiLo 21


mit wenigen Fahrten bewältigen, die 1936

über den gesamten Hamburger Hafen verschifft

wurden.

Stapler im Wandel

Nachdem die HHLA 1952 den Gabelstapler

im Hamburger Hafen eingeführt hatte, ersetzten

die Flurförderzeuge bald schwere

Handarbeit mit der Sackkarre.

Obwohl noch einheitliche Normen für

Paletten fehlten, warb die HHLA nach eigenen

Angaben für die „Unitarisierung“ im

Güterverkehr und baute Lagerschuppen

um. Gabelstapler werden auch heute bei

der HHLA eingesetzt. Seit 2008 hat Kontrakt-Logistiker

HHLA Logistics Stapler von

STILL mit Wasserstofftechnologie im Testbetrieb.

Der Container betritt die Bühne

Seit Beginn der 60er Jahre revolutionierte

der Container die globalen Transport- und

Logistik-Ketten. Die größten Containerschiffe

der Welt fassen heute etwa 15.000

Stahlboxen und können bis zu 150.000 t

tragen. Um eine solche Ladung zu transportieren,

brauchte man Anfang der 60er

Jahre etwa 15 konventionelle Stückgutfrachter.

Das Löschen, Zwischenlagern und

Laden hätte mit Hafenkranen und Handarbeit

mehrere Wochen gedauert. Moderne

Containerbrücken brauchen dafür nur zwei

bis drei Tage. Wenig später haben Feederschiffe,

Lkw und Bahn die Container in

Deutschland und Europa verteilt.

Die Van-Carrier kommen

Von seinen deutschen Entwicklern wurden

sie noch „Portalhubwagen“ genannt – die

Van Carrier (VC). Nachdem Ende der 60er

Jahre die ersten Container den Terminal

Burchardkai erreicht hatten, wuchs ihre

Zahl rasant. Immer mehr Boxen mussten

im Lager gestapelt, zum Bahnhof oder auf

Lkw gebracht werden. Die niedersächsische

Firma Peiner bot hierfür ihren „Peiner

Portalhubwagen“ (PPH) an. Gemeinsam

mit der HHLA entwickelte der Hersteller

das Fahrzeug weiter. Auch heute kooperiert

die HHLA mit verschiedenen Herstellern.

1/2010 ConTraiLo 23


Die jetzt eingesetzten VC stapeln vier

Container übereinander und bewältigen

Hublasten bis zu 50 t. Moderne dieselelektrische

VC fahren zudem leiser und mit

geringerem CO2-Ausstoß.

Vom Fernglas zu Satelliten

Fuhren zuerst noch Lademeister auf dem

Fahrrad durch das Containerlager und kontrollierten

den Belegungsplan, so übernahmen

bald Computersysteme die Planung.

Fahraufträge wurden per Funk an die VC-

Fahrer übermittelt und das Fernglas half

1976 die kürzesten Wege zu finden. Bald

darauf führte der Burchardkai die satellitengestützte

Positionierung von Containern

ein.

Erschließung Europas

Als 1992 die symbolische grüne Kelle

hochschnellte, begann ein neues Kapitel

im europäischen Güterverkehr. Erstmals

war die HHLA-Beteiligung „Polzug Polen-

Hamburg-Transport GmbH“ als Privatunternehmen

im grenzüberschreitenden Verkehr

Richtung Osteuropa unterwegs. Heute

bieten die HHLA-Intermodalgesellschaften

ein Netzwerk für das europäische Hinterland.

Während Polzug Polen sowie die

GUS-Staaten erschließt, sorgt die HHLA-

Tochter Metrans für die Anbindung Tschechiens,

der Slowakai und Ungarns. Die

Bahngesellschaft TFG Transfracht bedient

über 20 Binnenterminals in Deutschland,

Österreich und der Schweiz.

In der Gegenwart angekommen

Am 25. Oktober 2002 wird das Container

Terminal Altenwerder (CTA) eröffnet. Bis

heute ist der Terminal laut HHLA die Anlage

mit dem weltweit höchsten Automatisierungsgrad.

Nun, im Jahr 2010 angekommen, feiert die

HHLA ihr 125-jähriges Jubiläum. Auf dem

Burchardkai werden weitere Meilensteine

des Investitionsprogramms in Betrieb genommen:

eine neue Generation Containerbrücken

im Verbund mit dem neuen

Blocklagersystem soll die Leistungsfähigkeit

der Anlage erheblich erhöhen.

1/2010 ConTraiLo 25


Hafen Hamburg

Rahmenbedingungen optimieren

Hinterlandverkehr. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und der Eurogate-Konzern wollen

in Deutschland gemeinsam ein Netz von Terminals für den Containerumschlag im Binnenland aufbauen.

Für dieses Vorhaben hat jetzt das Bundeskartellamt grünes Licht gegeben.

26 ConTraiLo 1/2010

Künftige Containermengen beherrschen:

Eurogate und die HHLA planen gemeinsamen

Aufbau von Hinterlandterminals. (Fotos: HHLA)

An dem Joint-Venture halten die Hinterlandgesellschaften

von HHLA und Eurogate, die HHLA Intermodal

GmbH sowie die Eurogate Intermodal GmbH,

jeweils 50 Prozent. In der Startphase hat das Joint-Venture

die Aufgabe, Terminalkonzepte zu entwickeln, Standortkonzeptionen

zu prüfen, Anlagen mit integrierten Depots zu

bauen und gegebenenfalls zu vermarkten. Ziel ist es, die

Rahmenbedingungen für maritime Transport- und Logistik-

Ketten im Hinterland der deutschen Seehäfen nachhaltig zu

verbessern.

Hohe Qualitätsstandards

„Wir stärken mit unserem Konzept die Wettbewerbsfähigkeit

der deutschen Seehäfen, weil wir sie intelligenter und


esser mit dem Hinterland verbinden. Das ist ganz im

Sinne des nationalen Hafenkonzeptes der Bundesregierung“,

so Dr. Sebastian Jürgens, HHLA-Vorstand für die

Segmente Intermodal und Logistik. Sein Kollege Emanuel

Schiffer, Vorsitzender der Eurogate-Gruppengeschäftsführung,

ergänzt: „Wir wollen die hohen Qualitätsstandards

der deutschen Seehäfen auch auf die Hinterland-Terminals

ausweiten. HHLA Intermodal und Eurogate Intermodal

stellen dabei ihr Know-how zur Verbesserung der

maritimen Logistik-Ketten zur Verfügung, von dem die

gesamte Logistik-Branche profitieren wird.“

Während bisherige Hinterland-Terminals vor allem auf

die Bedürfnisse der kontinentalen Verkehre ausgerichtet

sind, sollen die „Full-Service“-Hinterland-Terminals insbesondere

für die heutigen und zukünftigen Anforderungen

des wachsenden Aufkommens im Containerverkehr

in globalen Transportketten ausgelegt sein. Mit integrierten

Depots bieten die Anlagen auch Lagerkapazitäten in

unmittelbarer Nähe zu den Zielmärkten.

Containermengen besser bündeln

„Wir bauen im Hinterland modernste Terminals, mit

denen sich hohe Containermengen noch besser bündeln

lassen“, sagte HHLA-Vorstandsmitglied Dr. Jürgens. „Nur

so erhöhen wir die Chancen für weitere Verlagerungen

von der Straße zur Schiene. Das Potenzial dafür ist groß.“

„Der Seehafen rückt näher zum Endkunden“, so Schiffer.

„Die Transportketten werden planbarer und zuverlässiger.

Planbarkeit und Zuverlässigkeit sind Faktoren, die sich

günstig auf die Transportkosten der Kunden unserer Hinterland-Terminals

auswirken werden.“

Mit Flächen für die Containerlagerung, Abstellgleisen

und Serviceangeboten wie Container-Reparatur entsprechen

die geplanten Terminals dem Bedarf von Operateuren

im Kombinierten Verkehr. So verbessern sie beispielsweise

die Voraussetzungen für die Bildung effizienter

Shuttle-Systeme auf der Schiene zwischen Seehafen- und

Hinterland-Terminal. Durchgängige Informationsketten

ermöglichen eine bessere Abstimmung der Produktionsprozesse

in den Seehäfen und im Hinterland. Dies bedeutet

einen weiteren Schritt in der „Industrialisierung der

Transportkette“ mit einer besseren Nutzung auch bereits

vorhandener Infrastruktur.

Weiteres Wachstum prognostiziert

Im Hinterland der deutschen Häfen herrscht zudem ein

zunehmender Wettbewerb zwischen den europäischen

Häfen. Folglich stärkt eine bessere Verknüpfung zwischen

Seehafen und Hinterland gleichzeitig die Position der

deutschen Häfen weiter.

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Hafen Hamburg

Effizienter Feederdienst

Hafen. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und Eurogate stärken mit dem Ausbau ihrer

neuen Feeder Logistik Zentrale (FLZ) für Zubringerschiffe die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger

Hafens. Die Verkehre sollen damit besser koordiniert werden.

Feederverkehre: In Hamburg setzt man auf die neue Feeder Logistik Zentrale. (Foto: sk)

Nach einem erfolgreichen Anlauf

der FLZ mit dem ersten Kunden

Unifeeder will das Gemeinschaftsunternehmen

nun weiter investieren

und neue Kunden gewinnen. Zugleich

sieht die HHLA eine Stabilisierung bei

den Feederverkehren in Hamburg.

„Mit der FLZ schaffen wir ein Rundum-

Sorglos-Paket für die Operateure von Zubringerschiffen“,

sagte Heinrich Goller,

Geschäftsführer der FLZ und Geschäftsführer

der HHLA Container Terminals.

„Das ist eine Win-Win-Situation für die

Terminalbetreiber und Feederreeder.“ Ziel

der FLZ ist es, die Abfertigung von Feederschiffen

in Hamburg zu optimieren,

zu beschleunigen und damit die Kosten

für die Reedereien zu senken.

Ausgefeilte Logistik

Feederverkehre haben für den Hamburger

Hafen eine große Bedeutung. So ge-

28 ConTraiLo 1/2010

nannte Feederschiffe sammeln Container,

die Hamburg mit dem Überseeschiff

etwa aus Asien oder Amerika erreichen,

an den verschiedenen Terminals ein und

transportieren sie weiter in die Abnehmerländer,

vor allem im Ostseeraum –

und umgekehrt. Das erfordert eine ausgefeilte

Logistik im Hafen. So versorgt ein

Überseeschiff, das in Hamburg entladen

wird, im Schnitt 40 bis 60 Feederschiffe

mit Ladung. Gleiches gilt für das Beladen.

Mit 45 Feederdiensten verfügt Hamburg

über das dichteste und leistungsfähigste

Zubringer- und Verteilernetz in Nordeuropa.

Der Hamburger Hafen zählt bis

zu 160 Abfahrten von Feederschiffen pro

Woche. „Hamburg ist der führende Feeder-Hub

in Nordeuropa für den Ostseeraum“,

sagte Dr. Stefan Behn, HHLA-Vorstand

für das Segment Container. Das

weiß die Kundschaft zu schätzen. „Die

FLZ ist in der Welt einzigartig. Sie stärkt

eindeutig den Feederstandort Hamburg“,

sagte Bernd Bertram, Deutschlandchef

der dänischen Reederei Unifeeder, die die

meisten Feederverkehre für den Ostseeraum

in Hamburg abwickelt. „Die Vorteile

Hamburgs als Transshipment-Hub sind

eine hohe Qualität und Flexibilität in der

Feederschiffsabfertigung unter der Berücksichtigung

der lokalen Bedingungen“,

sagte Bertram.

Optimierter Rundlauf

Die FLZ, die ihren Sitz am HHLA Container

Terminal Tollerort (CTT) hat, steht

mit ihren acht Mitarbeitern in ständigem

Kontakt zu den drei HHLA-Container-

Terminals Altenwerder, Burchardkai und

Tollerort, dem Eurogate Container Terminal

Hamburg und vier weiteren Terminals

in Hamburg. Läuft ein Feederschiff

den Hamburger Hafen an, organisiert die

FLZ den optimalen Rundlauf an den Terminals,

etwa die Anmeldung an den

Liegeplätzen, mögliche Änderungen bei

den Rotationen, Zubuchungen bei den

Ladungen oder Abstimmungen der Arbeitsabläufe.

„Wir vermeiden damit Wartezeiten

und steigern die Produktivität

der Feederoperateure“, sagte Goller.

Enormes Potenzial

Eine Koordination durch die FLZ kann

den Rundlauf eines Feederschiffes beschleunigen.

Verspätet sich beispielsweise

ein Überseeschiff, das den Eurogate-Terminal

anlaufen soll, gibt es dort freie

Kapazitäten für ein Schiff. Die FLZ leitet

das Schiff dann dorthin.


ConTraiLo wird

GRÜN

...in der ConTraiLo-

März-Ausgabe 2010

Logistik Safety

Schiene Schiff-Fahrt


Hafen Hamburg

Fortsetzung des Wachstums folgt

Bilanz. Vor der Kulisse eines ausgesprochen winterlich geprägten Hafens präsentierten die Hanseaten

die Bilanz für das vergangene Jahr. Der Tenor: Die Talsohle im Hafenumschlag ist durchschritten.

Nach einem schwierigen 2009 rechnet Hamburg 2010 schon wieder mit einem moderaten Wachstum.

Mit einem Seegüterumschlag von 110 Mio. t bleibt

Deutschlands größter Universalhafen in dem von der

weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise geprägten

Jahr 2009 rund 30 Mio. t (–21,4 Prozent) unter dem vergleichbaren

Vorjahresergebnis. Diesem Rückgang liegen insbesondere

der starke Rückgang im China-Verkehr und die deutlich geringere

Transportleistung von und nach Russland bzw. teilweise

nach Skandinavien zu Grunde.

Hoher Rückgang

Claudia Roller, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing e. V.

(HHM), präsentierte am 4. Februar auf der Hafen-Hamburg-

Jahrespressekonferenz das Umschlagergebnis 2009. „Mit einem

Gesamtumschlag von 110,4 Mio. t verzeichnen wir in einem für

die gesamte Hafenwirtschaft und Schiff-Fahrt schwierigen Jahr

einen in unserer bisherigen Hafenentwicklung außergewöhnlich

hohen Rückgang. Im Zeitraum Januar bis Dezember 2009

wurden an den Terminals des Hamburger Hafens rund 30 Mio. t

weniger umgeschlagen als im Jahr 2008. Seit dem dritten Quartal

2009 empfangen wir aber bereits erste Signale für eine Stabilisierung

und sehen Anzeichen für eine leichte Aufwärtsent-

wicklung“, erläuterte Roller. „Nach Auswertung des Seegüterumschlags

für das vierte Quartal 2009 können wir feststellen,

dass der Seegüterumschlag im zweiten Halbjahr gegenüber der

ersten Jahreshälfte um 3,7 Prozent zulegte. Die Talsohle ist

durchschritten und der Hamburger Hafen nimmt wieder Fahrt

in Richtung moderates Wachstum auf“, zeigte sich Roller zuversichtlich,

die vorsichtig, ohne konkrete Zahlen nennen zu

können, auch für den Januar positivere Tendenzen als zunächst

angenommen, vermeldete.

Besserung in Sicht

Dass die Weltwirtschaft die härteste Rezession seit Jahrzehnten

schneller hinter sich lässt als noch im vergangenen Jahr angenommen,

prognostiziert in aktuellen Veröffentlichungen auch

der Internationale Währungsfonds (IWF). „Der Hamburger Hafen

wird bereits 2010 als größter deutscher Universalhafen und

wichtigste Drehscheibe der Asien- und Chinaverkehre mit Nordeuropa

und den Ostseestaaten von diesen positiven Entwicklungen

profitieren und kann mit einem Gesamtwachstum um

die drei bis vier Prozent rechnen“, ist Roller überzeugt. Den

beschriebenen Zusammenhang untermauerte auch Hamburgs

Hoffnung auf mehr: Die Elbvertiefung

bringt mehr Megaliner nach Hamburg. (Fotos: HHM, fh)


Optimistisch: Für die nahe Zukunft rechnet der Hafen

Hamburg mit einer Trendwende.

Senator für Wirtschaft und Arbeit, Axel Gedaschko:

„Hamburg kann viel in die Zukunft des Hafens investieren.

Allerdings haben wir dabei keinerlei Einfluss auf die

Entwicklung der Weltwirtschaft. Und die sorgt ja letztendlich

für den gewünschten Warenumschlag bei uns im

Hafen und erfüllt die Investitionen erst mit Leben.“

Einmal mehr betonten in diesem Zusammenhang die

Vortragenden unisono die Notwendigkeit der Vertiefung

der Elbe. So wusste Claudia Roller davon zu berichten,

dass durch einen zu niedrigen Wasserstand in jüngster

Vergangenheit durchaus schon mal Container im dreistelligen

Bereich stehen geblieben wären.

Weichen jetzt stellen

Jens Meier, Vorsitzender Geschäftsführer der Hamburg-

Port Authority, betonte in seinem Statement so denn auch,

dass „jetzt die Weichen für die Zukunft des Hamburger

Hafens gestellt werden müssen.“ Der neue Hafenentwicklungsplan,

den die HPA zurzeit erarbeitet, entsteht unter

anderen Vorzeichen als bisher und bezieht die globalen

Entwicklungen in die Hafenstrategie mit ein. Erste Erkenntnisse

aus dem Untersuchungsbericht einer namhaften

Unternehmensberatung zeigen beispielsweise, dass das

Ausschöpfen des Umschlagpotenzials durch aktivere Ausrichtung

auf Wachstumsregionen ein wichtiger Erfolgsfaktor

für die Hafenentwicklung ist.

Meier sprach in diesem Zusammenhang auch vom „industrieverbundenen

Universalhafen mit Containerfokus“.

Interessant dürfte dabei die offizielle Vorstellung der Ergebnisse

des Markterkundungsverfahren für das Central

Terminal Steinwerder (CTS) sein, das nach Meier bei Industrie,

Reedern, Hafenwirtschaft und Investoren sehr

gefragt gewesen sei.

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Hafen Hamburg

UMWELT

Schwefel-Richtlinie

In den Häfen der Europäischen Union liegende

Schiffe dürfen keine Kraftstoffe

mehr verwenden, deren Schwefelgehalt

über 0,1 Prozent liegt. Diese Regelung

gilt seit Anfang Januar und betrifft Schiffe

ab einer Liegezeit von zwei Stunden.

Damit wurde der Wert von 1,5 Prozent

um rund 93 Prozent verringert. Ausnahmen

sind nur durch den Stopp aller

Motoren und Kesselanlagen oder eine

andersartige Energieversorgung, z. B.

durch Landstrom, möglich. Ist kein

schwefelarmer Treibstoff an Bord, muss

dieser unverzüglich beschafft und verwendet

werden.

Hiermit setzt Hamburg die EU-Richtlinie

2005/33/EG, die so genannte „Schwefel-Richtline“,

mit einem eigenen Gesetz

um. Ziel ist, die Luftverschmutzung in

den Häfen zu verringern.

Herzstück des neuen Gesetzes sind Kontrollen

der Schiffspapiere durch die Wasserschutzpolizei.

Im Zweifelsfall werden

Proben des gerade verwendeten Kraftstoffs

entnommen, die von zugelassenen

Laboren untersucht werden. Wird

eine Überschreitung des Schwefelgrenzwertes

nachgewiesen, droht der Schiffsführung

bzw. dem Schiffseigner ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Saubere Schiffe: Seit diesem Jahr

gilt auch in Hamburg der Schwefelgrenzwert

von 0,1 Prozent für den

Schiffskraftstoff. (Foto: HHM/Hettchen)

32 ConTraiLo 1/2010

Erstanlauf: Kapitän

P. French erhält das

Admiralitätswappen.

(Foto: HHM)

Erweiterter Fernostdienst

Hafen Hamburg in AE-10 aufgenommen

MAERSK hat den Hafen Hamburg in

seinen Liniendienst AE-10 aufgenommen.

Am 12. Februar lief daher das

8500-TEU-Containerschiff MAERSK

SYDNEY erstmals die Hansestadt an.

Der Dritte. Der Liniendienst verbindet

die Häfen Shenzhen (Dachan Bay),

Ningbo, Shanghai, Kaohsiung, Shenzhen

(Yantian), Hongkong, und Tanjung

Pelepas mit dem europäischen

Kontinent. Die MAERSK SYDNEY ist

eines von derzeit zwanzig Containerschiffen,

die in den kombinierten

Containerdiensten AE-10 und AE-1

zwischen Nordeuropa und Ostasien

beschäftigt sind. Die AE-10-Linie bedient

auch die Ostseehäfen Arhus, Gö-

teborg und Danzig. In der Rotation

der AE-1 ist der Hamburger Hafen bereits

enthalten. Beide Dienste sowie

der dritte MAERSK-Fernostdienst AE-2

werden am Eurogate Container Terminal

Hamburg (CTH) abgefertigt.

Willkommen. Aus Anlass des Erstanlaufs

des AE-10 überreichten Bengt

van Beuningen und Axel Mattern (Hafen

Hamburg Marketing e. V.) dem Kapitän

der MAERSK SYDNEY, Peter

French, das Admiralitätswappen des

Hamburger Hafens. Die MAERSK SYD-

NEY wurde von der IHI-Werft in Kure

(Japan) gebaut und ist 335,5 m lang,

42,8 m breit mit maximalem Tiefgang

von 14 m.

DIENST ZWISCHEN HAMBURG UND ST. PETERSBURG

Neuer Feederverkehr gen Ost

Die Nachfrage nach Transportkapazitäten im Feederverkehr ist gestiegen.

Aus diesem Anlass ist Anfang Februar 2010 zwischen dem Hamburger Hafen

und dem russischen Ostseehafen St. Petersburg ein weiterer Feederdienst

gestartet. Wie die Linienreederei Delta Shipping Lines mitteilte, bedienen zwei

Feederschiffe vom Typ Sietas 151 wöchentlich den HHLA Container Terminal


Brückschlag: Die neue Rethebrücke wird laut HPA eine der weltweit

größten Klappbrücken mit voneinander unabhängigen Querungen für Schiene

und Straße. (Foto: Visualisierung Ingenieurbüro Grassel GmbH)

Baustart Rethebrücke

HPA vergibt ersten Auftrag für Neubauprojekt

Die Hamburg Port Authority (HPA)

hat Ende Januar den ersten Auftrag für

den Neubau der Retheklappbrücke im

Hamburger Hafen vergeben. Den Zuschlag

für den Bau der neuen Straßenführung

„Blumensand“ und die geplante

Straßenbrücke „Hohe Schaar“

erhielt das Bauunternehmen Züblin.

Bisher müssen sich Bahn und Straße

die Rethe-Querung teilen. Die neue

Brücke soll den Straßenverkehr über

die bestehenden Bahngleise hinweg

auf die künftige Doppel-Klappbrücke

zuführen.

Planungssicherheit. Der Ersatz der

bestehenden Rethehubbrücke ist eine

wichtige Maßnahme, um die Infra-

struktur im Hafen zukunftsweisend zu

verbessern. „Mit der Neugestaltung der

Brücke, ihrer Zufahrt und zuletzt auch

der Verbreitung der Fahrrinne schaffen

wir Planungssicherheit für die Unternehmen

an der Rethe und stärken

gleichzeitig alle Verkehrsnetze – Schiene,

Straße, Wasser“, so Jens Meier, Vorsitzender

der HPA-Geschäftsführung.

Zeitplan. Die Arbeiten für die Straßenund

Brückenbaumaßnahme sollen

zwei Jahre dauern. Das Vergabeverfahren

für den Bau der Doppelklappbrücke

läuft noch. Nach jetzigem Stand

soll die alte Rethehubbrücke im Jahr

2013 zurückgebaut werden, damit die

Neue ihren Dienst aufnehmen kann.

Altenwerder (CTA), den HHLA Container Terminal Burchardkai (CTB) sowie den

Eurogate Container Terminal Hamburg (CTH) im Hamburger Hafen. In St. Petersburg

werden die Terminals PetroLesPort (PLP) und Neva Metal Terminal

(NMT) angelaufen. Die von der Foroohari Schiffahrts GmbH & Co. KG in Stade

gecharterten Schiffe sind 100 m lang und 18,2 m breit. Sie haben eine Stellplatzkapazität

von 510 TEU und verfügen über 50 bis 60 Anschlüsse für Kühlcontainer.

Bei einer Tragfähigkeit von 5350 t erreichen die Schiffe einen Maximaltiefgang

von 6,60 m und eine Dienstgeschwindigkeit von 15,5 Knoten.

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Hafen Hamburg

Von Rohkaffee

Rohkaffee, Rohkakao und andere

Handelsgüter von Nüssen und

Backsaaten bis zu Spezialmaschinen

und sonstigen Stückgütern – auf

diese Bereiche hat sich die Vollers Hamburg

GmbH spezialisiert. Ansässig ist

das Unternehmen in Hamburg im

Gebiet des Freihafens. Als anerkannte

34 ConTraiLo 1/2010

Container-Packstation sorgt Vollers

Hamburg für die Be- und Entladung

sowie Zwischenlagerung von Importund

Exportstückgütern aus Sammel-

(LCL) und Vollcontainern (FCL). Neben

dem Umschlagequipment sind Gefahrgutlagerbereiche

und Freiflächen

für Projekt- und Anlagenverladungen

Auch für das Lagern von Waren ist bei

Vollers Platz. (Fotos: Vollers Hamburg GmbH)


vorhanden. Ferner bieten die Hamburger

auch ein Containerdepot an, in dem

Voll- und Leercontainer gelagert werden

können. Seit 2004 ist die Vollers

Hamburg GmbH zertifiziert nach dem

International Food Standard (IFS) und

zugelassener Lagerhalter an den Warenterminbörsen

der Euronext.liffe (LIFFE),

der New Yorker IntercontinentalExchange

(NYSE: ICE) sowie der London

Metal Exchange (LME). Die angebotenen

Serviceleistungen decken ein breites

Spektrum ab. So kümmert sich Vollers

beispielsweise ebenso um Lagerung

und Distribution wie um Import- und

Exportabwicklungen. Darüber hinaus

Porträt. Der Name Vollers ist seit langem auch mit dem

größten Seehafen Deutschlands verbunden.

Inzwischen bewirtschaftet das international tätige

Unternehmen hier ca. 100.000 m2 überdachte Lagerfläche an

verschiedenen Standorten.

bis Spezialmaschinen

werden unter anderem Rohstoffe bemustert,

verwogen, gemischt und veredelt.

Für das Bulk-Handling von Kaffee

ist eine eigene Siloanlage verfügbar.

Abgerundet wird die Dienstleistungspalette

mit eigener Kaianlage mit seetiefem

Wasseranschluss sowie einem genehmigten

Begasungsplatz.

1/2010 ConTraiLo 35


Binnenschiff-Fahrt

Den Hafenausbau im Blick

(v. l.): Manfred Kossack

(Vorstand), Markus Bangen

(Generalbevollmächtigter)

und Rainer Pubanz (kaufmännischer

und technischer

Leiter).

Im Osten…

…viel Neues


Hafengesellschaften. Ende Februar

hat die Dortmunder Hafen

AG die Jahresumschlagergebnisse

für den traditionsreichen

Hafen im Osten des Ruhrgebietes

für das vergangene Jahr

bekannt gegeben.

Der grundsätzliche Tenor: Das

Gesamtergebnis liegt – wen

wundert’s – mit etwas mehr als

18 Prozent unter dem Vorjahresniveau,

allerdings – das gehört zu den positiven

Aspekten der Bilanz – gibt es in ausgesuchten

Segmenten weniger starke Einbrüche

und die Zukunftsplanungen versprechen

wieder spürbares Wachstum.

Neben Vorstand Manfred Kossack standen

auf der Bilanzpressekonferenz in

Dortmund der Generalbevollmächtigte

der Dortmunder Hafen AG Markus Bangen

sowie der mit Prokura ausgestattete

kaufmännische und technische Leiter

Rainer Pubanz den anwesenden Journalisten

Rede und Antwort. Das Ergebnis

des Jahres 2009 liegt mit 2,411 Mio. t

18,4 Prozent unter Vorjahresniveau

(2,955 Mio. t).

Der umschlagstärkste Bereich ist mit

758.600 t der der Container, der einen

Kanalhäfen

NRW

Ihre trimodalen

Logistikzentren in

den Ballungsräumen

der Region

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immer höheren Stellenwert im Dortmunder

Hafen einnimmt. Das Container Terminal

Dortmund, eine Beteiligungsgesellschaft

der Dortmunder Hafen AG,

liegt nach Ladeeinheiten (Container und

Wechselbrücken) entgegen dem branchenüblichen

Trend sieben Prozent über

Vorjahresniveau. Mit 647.000 t folgen die

Baustoffe, auf Platz drei mit 570.500 t

schließlich die Mineralöle.

Langsame Erholung

„Unser Vertrauen in die im Dortmunder

Hafen ansässigen Firmen wurde nicht

enttäuscht“, so Kossack. Der Dortmunder

Vorstand weiter: „Natürlich hat es in

einigen Branchen erhebliche Umschlagrückgänge

gegeben. Aber es musste 2009

keine Ansiedlung im Hafengebiet aufgegeben

werden. Die Ansiedlungsstruktur

ist die selbe wie vor einem Jahr, die Auslastung

liegt nach wie vor bei hohen

97 Prozent.“

Im Dortmunder Hafen geht man nicht

davon aus, dass die Umschlagzahlen der

Vergangenheit, die sich in den letzten

Jahren um 3 Mio. t bewegten, innerhalb

der nächsten zwei Jahre wieder erreicht

werden. Neben der Container Terminal

Dortmund GmbH gehören noch die

Dortmunder Eisenbahn GmbH sowie die

DE Infrastruktur GmbH zur Unternehmensgruppe

Dortmund Hafen. Und auch

hier hinterließ die Krise Spuren: Die

Dortmunder Eisenbahn GmbH hat Einbußen

von 33 Prozent der Transportvolumina

von 2008 auf 2009 zu verzeichnen;

wesentlich verursacht durch den konjunkturbedingten

Nachfragerückgang bei

Transportleistungen mit Bezug zur Stahlindustrie.

Die DE Infrastruktur GmbH

weist infolge der gesamtwirtschaftlichen

Entwicklung in 2009 ebenfalls gesunkene

Umsatzzahlen aus. Darüber hinaus

führten notwendige Pensionsrückstellun-


gen dazu, dass die Dortmunder Hafen AG

die DE Infrastruktur GmbH mit fast

1 Mio. Euro unterstützen musste.

Die Kooperation Dortmund-Duisburg ist

nicht zuletzt durch zukünftige Vorhaben

auf einem guten Weg. „Über die Zusammenarbeit

im Tagesgeschäft hinaus

werden bereits einige gemeinsame Projekte

umgesetzt“, führt der Generalbevollmächtigte

Markus Bangen aus.

Glückauf-Express

Neben dem bereits vor einem knappen

Jahr vorgestellten Bahnshuttle Glückauf-Express,

der sich mit deutlich über

Ausbau wird vorangetrieben: Neben

dem heutigen CTD (rechts) soll ein

zweites Terminal links vom Bildrand

entstehen (Bild links).

Stabiler Faktor: Container und Mineralöl

stützen den Umschlag im Dortmunder

Hafen (Bild unten). (Fotos: Dortmunder

Hafen AG/Appelhans, Wassmuth)

den Erwartungen liegenden Transportvolumina

bereits als feste Verbindung

zwischen den beiden Logistik-Drehscheiben

im Rhein-Ruhr-Gebiet etabliert

hat, verweist Bangen auf weitere Projekte.

So wird mit Hochdruck am Projekt

RuhrCargo zum Schiffstransport von

Containern zwischen Duisburg und

Dortmund mit möglichen Zwischenstationen

gearbeitet. Ziel ist die Einrichtung

eines Linienverkehrs.

Im Rahmen der Kooperation wird sich

die Dortmund Hafen AG erstmals auch

auf der Messe transport logistic 2010 in

Shanghai präsentieren. Markus Bangen:

„Zwar spielen die regionalen Transportunternehmen

für uns nach wie vor eine

wichtige Rolle. Dennoch macht es der

globale Handel inzwischen notwendig,

die entsprechenden Verlader in den

Ursprungsländern direkt anzusprechen.

Nicht zuletzt durch zunehmend umweltfreundliche

Konzepte bestimmen immer

mehr die Hersteller die Art des späteren

Transportes. Und da“, so Bangen weiter,

„ist es entscheidend, die gewünschte, logistische

Infrastruktur anbieten zu können

– in unserem Fall eine trimodale.“

Last but not least nutzte Vorstand Manfred

Kossack die Möglichkeit, einen Blick

in die weitere Zukunft zu werfen. So ist

sich auch der Dortmunder sicher, jetzt, in

Zeiten reduzierter Umschlagzahlen, den

Grundstein für das erneute Wachstum zu

legen. Für den Dortmunder Hafen heißt

das konkret, dass man in die Planungen

für ein zweites, eisenbahnorientiertes Terminal

in unmittelbarer Hafennähe eingestiegen

ist, dass die konkrete Umsetzung

allerdings erst dann angegangen wird,

wenn sich in den kommenden Jahren die

Umschlaggrenzen des heutigen CTD eindeutig

abzeichnen.

Zeitvorteile nutzen

Kossack abschließend: „Die Delle der

Wirtschaft hat uns Zeit geschenkt. Wir

werden die Zeit nutzen, geeignete Partner

für das Projekt zu suchen und eine

fundierte Planung des Vorhabens durchführen.

Dabei soll und wird es nicht zu

Kanibalisierungseffekten mit dem bestehenden

Terminal kommen; die neue Anlage

verstehen wir ganz bewusst als Ergänzung

zum CTD.“


Binnenschiff-Fahrt

Fokus: Kreis Wesel

Logistik-Studie. Welche logistischen Finessen bietet

der Standort? Für ein halbes Jahr untersuchte die

SCI Verkehr GmbH diese im Kreis Wesel.

Knotenpunkt: Die Schleuse Emmelsum am Wesel-Datteln-Kanal bietet

Anschluss an den Dortmund-Ems-Kanal, Mittelland- und Rhein-Herne-Kanal.

Kreis Wesel – Fahrtzeitkalkulator – Lkw

Nun fasst eine aktuelle Studie die Ergebnisse in

einer Expertise zusammen. Befragungen und Gespräche

mit Experten im Kreis Wesel gaben Aufschluss

über logistische Aspekte wie Transportzeiten auf

Schiene, Straße und Fluss. Die Ergebnisse dieser Befragungen

wurden in der kostenlosen Broschüre „Was für ein

Kreis: Rundum log(ist)isch“ aufgeführt. „Wir haben keine

klassische Standortuntersuchung durchgeführt, sondern

neue, mehrwertige Aspekte wie die Arbeitsmarktsituation

untersucht“, erklärt der Leiter des Geschäftsbereiches Logistik

bei der SCI Verkehr GmbH, Peter Abelmann.

Logistik-Anteil am Arbeitsmarkt

Das Potenzial auf dem Arbeitsmarkt erfasste SCI gemeinsam

mit der Agentur für Arbeit. Aus der Zahl Arbeitsloser

mit logistischem Ausbildungshintergrund und den Beschäftigten

in der Logistik-Branche, im Kernsektor Logistik

oder logistiknaher Industrie schließt SCI: „dass die

Kompetenzen in dem Bereich bereits sehr hoch sind.

Neuen Unternehmen stehen damit sofort zahlreiche Arbeitskräfte

zur Verfügung.“ Für den Einsatz dieser Kräfte

steht entsprechend Platz zur Verfügung. So wurden von

2004 bis 2008 im Kreis Wesel 918.694 m2 Logistik-Fläche

geschaffen.

„Dazu trugen unter anderem Großprojekte wie ProLogis

in Hünxe und ALDI Süd in Rheinberg bei“, erklärt Michael

Düchting, Leiter der Entwicklungs-Agentur Wirtschaft

(EAW) des Kreises. Im Kernsektor Logistik wurde

so von 2002 bis 2007 im Kreis der Arbeitsmarktanteil

um 5,4 Prozent gesteigert. Derzeit sind noch Flächen

von über 1,3 Mio. m2 frei und ab 2015 sind zusätzliche

1,47 Mio. m2 nutzbar.

Transportzeiten unter der Lupe

In Deutschland liegt fast jeder Standort mehr oder weniger

im Herzen Europas. Vom Lippe-Mündungsraum sind

die innereuropäischen Verbindungen kurz und ein dichtes

Infrastrukturnetz sorgt für die Anbindungen. Hierzu

zählen sechs Autobahnen, drei Bahnlinien, vier öffent-


Wesel ==> Hamburg, Freie und Hansestadt

Fahrtzeit

06:12

Entfernungskilometer

382

Routenplaner: Mit

wenigen Eingabefeldern

ermittelt der

Lkw-Routenplaner

Fahrzeiten und berücksichtigt

dabei

Lenk- und Ruhezeiten

automatisch.

(Fotos: EAW/SCI)

lichen Häfen am Rhein/Wesel-Datteln-Kanal, sechs Flughäfen

in unmittelbarer Nähe und ein Verkehrslandeplatz.

Die Experten schauten aber weiter und ermittelten die

realen Transportzeiten. Im Einzelwagenverkehr der DB

Schenker Rail sind die ARA-Häfen gut erreichbar.

Die Fahrzeit von Wesel zu den ARA-Häfen liegt demnach

je nach Ziel zwischen 21 und 45 Stunden. Der Schienenverkehr

von den ARA-Häfen gelangt über die Spellener

Bahn, einem Bypass zur Strecke Oberhausen–Amsterdam,

zum Knoten Oberhausen-Osterfeld. Binnenschiffer sind

nach den Ergebnissen noch schneller unterwegs und

brauchen zwischen 10 und 13 Stunden. Binnenschiffe jeder

Größe können den Rhein passieren. Auch der Wesel-

Datteln-Kanal ist für Großmotorgüterschiffe mit einer

Länge bis zu 135 m befahrbar.

Kostenloser Lkw-Routenplaner

Das Ergebnis der Lkw-Transportzeiten zeigt, dass innerhalb

von 24 Stunden alle Kreis- und kreisfreien Städte

Deutschlands erreichbar sind. Um die genauen Transportzeiten

schon im Vorfeld zu ermitteln, programmierte SCI

Verkehr ein PC-Tool. „Gibt man eine Strecke zur Berechnung

ein, berücksichtigt es auch die gesetzlichen Lenkund

Ruhezeiten des Fahrers“, versichert Abelmann. „Mit

diesem Lkw-Routenplaner können wir interessierten Firmen

überzeugend darstellen, wie greifbar nah jeder Ort in

Deutschland auf der Straße von Wesel aus ist“, so Düchting.

Der kostenlose Lkw-Routenplaner und die Standortstudie

können bei der EAW in Wesel angefordert werden.

Standort-Fazit von SCI

„Der Kreis Wesel ist im Bereich der Logistik sehr breit aufgestellt“,

fasst Abelmann seine Ergebnisse zusammen. Die

direkte Nähe zum Ruhrgebiet ist ein weiteres Argument

für Wesel als Logistik-Standort. „Das bestätigte sich vor

allem im Gespräch mit Unternehmen vor Ort“, so der

Logistik-Fachmann und ergänzt: „Gerade Kombi-Operateure,

die den Rhein und das Schienennetz nutzen wollen,

wären am Niederrhein gut aufgestellt.“

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Binnenschiff-Fahrt

Kühler Service

fürs Hinterland

Platz zum Andocken:

An dieser Servicestation

ist Platz für bis zu zwölf

Kühlcontainer.

42 ConTraiLo 1/2010

Reefer. Mehrfache Wechsel der

Verkehrsmittel kennzeichnen

Hinterlandtransporte von Containern.

Bei Kühltransporten muss

auch hier die Kühlkette stets

sichergestellt werden, um kostspielige

Schäden zu vermeiden.

Zusammen mit Smith Holland BV

baut die Contargo GmbH & Co.

KG für kühlen Service derzeit ihr

Netz von Reefer-Servicestationen im

Hinterland weiter aus. Im Herbst 2007

war bereits auf dem Basel-MultiTerminal

(BMT) eine Reefer-Servicestation an den

Start gegangen. Gefolgt wurde sie von einer

weiteren am Terminal Ludwigshafen

im Jahr 2008.

Nun sollen auch an den Terminals in

Franfurt und Duisburg professionelle

Reefer-Dienstleistungen des Container-

Logistik-Spezialisten angeboten werden.

Mit den Reefer-Servicestationen im

Hinterland können die geleerten Import-

Kühlcontainer im Inland verbleiben und

dort sofort wieder für den nächsten Exportlauf

vorbereitet werden.

Von Inspektion bis Garantiefall

Die Servicearbeiten übernimmt mit eigenem

Fachpersonal als Subunternehmer

Smith Holland. Das Unternehmen ist

für Spezialdienstleistungen rund um das

Kühlaggregat der Reefer-Container bekannt.

Es bietet seit 1970 seine Serviceleistungen

und die Instandhaltung von

Reefer-Containern und Kühlsystemen

für Schiffe und Klimaanlagen an. Die

Einrichtungen werden von Contargo gestellt.

Zudem sorgt der Container-Logistiker

für Umschlag, Transport, Energie

und andere Ressourcen.

Die Betreuung erstreckt sich von standardisierten

Inspektionen des Kühlaggregats,

der Pre-Trip-Inspection (PTI), über

die Reparatur bis zur Abklärung von Garantiefällen.

Dick Gilhuis, Geschäftsführer

bei Smith Holland: „Durch die Zu-


sammenarbeit mit Contargo sind wir in

der Lage, temperaturgeführte Transporte

im Hinterland noch verlässlicher zu machen.

Viele unserer Reederei-Kunden im

Seehafen haben bereits auf die Ausdehnung

des Reefer-Services ins Hinterland

gewartet.“

Die neuen Servicestationen

Udo Heepe, Leiter des Frankfurt Intermodal

Terminal: „Wir sind froh, seit dem

Februar 2010 ebenfalls einen Reefer-Service

anbieten zu können. Gerade in der

Pharmaindustrie, wo Ansprüche auf Sicherheit,

Überwachung und Betriebssicherheit

des Equipments erheblichen

Einfluss haben und unabdingbare Forderungen

sind, wird unsere Kooperation

mit Smith Holland im Notfall-Management

Zeichen setzen.“ Im Duisburg

Intermodal Terminal wird eine Service-

Station für 20 Reefer eingerichtet. Bei Bedarf

ist sie erweiterbar.

BMT-Geschäftsführer Holger Bochow

blickt auf über zwei Jahre Betrieb der Basler

Reefer-Service-Station zurück: „Seit jeher

transportieren wir namhafte Schweizer

Produkte im Kühlcontainer über

unser Terminal mit dem Schiff. Unterstützt

von Smith Holland vor Ort können

wir im Ernstfall sehr schnell eingreifen

und sichern so eine lückenlose Professionalität

im Kühlcontainertransport des

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Kombinierten Verkehrs. Containereigner

wie Verlader begrüßen den spürbaren Zuwachs

an Qualitätssicherheit.“

Lückenlose Kühlkette

Der Schaden durch Ware, deren Temperatur

vorübergehend nicht eingehalten

wurde, kann schnell Millionenhöhe erreichen.

Unterstützt von Smith Holland,

sorgt Contargo während der Hinterlandtransporte

für das Einhalten der Soll-

Sicher temperiert: Die Standard-Inspektion

PTI soll

den sicheren Betrieb des

Refeer-Containers für die

nächsten Wochen sicherstellen.

(Fotos: Contargo)

Temperatur sowie der Funktionssicherheit

der Kühleinheit.

So kann die Vorlaufzeit verkürzt werden,

die benötigt wird, um den Reedereien

und Verladern die Kühlcontainer zuzuführen.

Zudem können nötige Eingriffe

am Spezial-Equipment umgehend auf

Basis einer 24/7-Verfügbarkeit ausgeführt

werden. Wie schon bisher steht die

Stromversorgung von beladenen Reefern

auf allen Terminals und Binnenschiffen

zur Verfügung.

Die Unternehmen

Mit einer Jahrestransportleistung von

über 1 Mio. TEU gehört Contargo zu den

großen Container-Logistik-Netzwerken

in Europa. Das Unternehmen integriert

den Containerverkehr zwischen den

Westhäfen, den deutschen Nordseehäfen

und dem europäischen Hinterland. Neben

mehr als 18 Container-Terminals in

Binnenhäfen in Deutschland, den Niederlanden,

Frankreich und der Schweiz

betreibt Contargo eigene Schiffs- und

Bahnlinien. Smith Holland hat seinen

Stammsitz in Spijkenisse, Niederlande.

Die Werkstätten und Lager befinden sich

im Hafen von Rotterdam.

Die Nr. 1 – In mehr als 90 Länder geliefert.


Binnenschiff-Fahrt

CONTAINERUMSCHLAG STABIL

Ausgezahlt

Die Wirtschaftskrise hat zu einer starken

Abschwächung der globalen Warenströme

geführt. Trotz erheblicher

Rückgänge in der Montanindustrie, besonders

bei Kohle und Stahl, hat sich

in Duisburg die Investitionsstrategie

der letzten Jahre ausgezahlt, intelligente

Verkehrsvernetzungen zu entwickeln

und den gezielten Aus- und

Aufbau des Logistik-Hubs duisport zu

forcieren. Besonders erfreulich ist die

Bilanz beim Containerumschlag der

drei Verkehrsträger Schiff, Bahn und

Lkw mit 1,82 Mio. TEU – das entspricht

nahezu dem Vorjahresniveau

mit 1,89 Mio. TEU. „Mit den neuen

Zugrelationen, wie z. B. dem Glückauf-

Express durch das Ruhrgebiet oder

das Gateway-Konzept auf logport II,

konnten auch in der Krise neue Güterströme

initiiert werden“, resümiert

Erich Staake, Vorstandsvorsitzender

der Duisburger Hafen AG.

ELBE-SCHIFF-FAHRT

Strategie

Staatssekretär Enak Ferlemann legte

ein klares Bekenntnis ab, die Verlagerung

von Verkehren auch durch die Ertüchtigung

der Elbe zu forcieren. Dies

teilte der Bundesverband Öffentlicher

Binnenhäfen (BÖB) mit. Anlass war die

Pressekonferenz der Arge Elbe der

CDU/CSU-Fraktion. Der BÖB dankt für

die klaren Aussagen. Die Unterhaltung

an der Elbe soll forciert werden, damit

ab dem Jahr 2011 eine garantierte

Abladetiefe von 1,60 m an 345 Tagen

sichergestellt werden könne.

44 ConTraiLo 1/2010

Jahresergebnis aus Mannheim

HGM gibt Statistik für Gesamtumschlag bekannt

Insgesamt 7,9 Mio. t Güter wurden in

den Mannheimer Häfen im vergangenen

Jahr wasserseitig umgeschlagen.

Damit konnte trotz der Finanzkrise

nach Angaben der Staatlichen Rhein-

Neckar-Hafengesellschaft Mannheim

mbH (HGM) ein zufriedenstellendes

Jahresergebnis erreicht werden.

Einige Zuwächse. Während der Gesamtumschlag

um 10,03 Prozent im

Vergleich zum Vorjahr zurückging,

konnten bei einigen Gütergruppen

sogar Zuwächse verzeichnet werden.

10 Mio. t

8 Mio. t

6 Mio. t

4 Mio. t

2 Mio. t

–10,03%

7.867.778 t

Gesamtumschlag Anteil Containerverkehr

FÖRDERPROGRAMM

Hierzu zählten Erdöl und Mineralerzeugnisse

mit einem Plus von 46,95

Prozent auf 715.059 t sowie Erze und

Metallabfälle mit einem Umschlaganstieg

von 33,45 Prozent auf 525.118 t.

Im wasserseitigen Containerverkehr

wurden insgesamt 95.616 TEU geladen

und gelöscht. Dies bedeutet einen

Rückgang um 19 Prozent im Vergleich

zu 2008. Das Monatsergebnis vom Januar

2010 mit 697.938 t beginnt das

neue Jahr mit einem Plus von 10,42

Prozent zum Vergleichsmonat 2009.

–7,03%

Schiffsidentifizierungssystem

Rückgang: Auch

in den Mannheimer

Häfen wurde im Güterumschlag

2009

nicht das Vorjahresergebnis

erreicht.

(Datenquelle: HGM, Grafikautor:

K&H Verlags-GmbH)

2008 2009

Ein neues Förderprogramm zur Erhöhung der Sicherheit und Leichtigkeit

des Schiffsverkehrs hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

aufgelegt. Das Förderprogramm dient der Modernisierung der

Binnenschiff-Fahrt und bietet finanzielle Unterstützung für die Ausstattung

von Binnenschiffen mit typzugelassenen AIS (Automatic Identification System)

Geräten. Unternehmen können eine Zuwendung von maximal 2100

Euro für den Erwerb und die Installation von Inland AIS Geräten pro Binnenschiff

erhalten. Anträge sind spätestens bis zum 1. November 2010 bei

der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West in Münster zu stellen und die

Maßnahme ist bis zum 31. Dezember 2010 zu beginnen.

939.091 t


Rundgang: Kapitän Lothar Barth zeigte der Ministerin

B. Sommer bei ihrem Besuch das Schulschiff

Rhein des AdB in Duisburg. (Foto: AdB)

Lernen an Bord

Ministerin Sommer in Duisburg zu Gast

Volle Fahrt voraus, heißt es am Schulstandort Duisburg.

Am 10. Februar 2010 besuchte hier die Ministerin B. Sommer

das Schulschiff Rhein. Das Schiff ist die Aus- und

Weiterbildungseinrichtung des Arbeitgeberverbandes der

deutschen Binnenschiffahrt e. V. (AdB) in Duisburg. „Das

Schulschiff ist eine seit über 50 Jahren bestehende Einrichtung

des Binnenschiff-Fahrtsgewerbes. Die besondere

Vernetzung der Aus- und Weiterbildung fördert den Austausch

zwischen den Generationen und ist im Hinblick

auf die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens zu begrüßen“,

berichtete Volker Seefeldt, Präsident des AdB.

Rundgang. Während einer Schiffsführung informierte

Kapitän Lothar Barth die Ministerin über das Weiterbildungsangebot

des AdB im nautischen und kaufmännischen

Bereich. Die Ausbildung zum Binnenschiffer bietet

vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten und aufgrund der

Altersstruktur des Sektors laut AdB interessante Aufstiegschancen,

beispielsweise zum Schiffsführer. Nordrhein-

Westfalen ist ein bedeutendes Binnenschiff-Fahrtsland in

der Republik, was sich auch in den steigenden Schülerzahlen

am Schulungsstandort Duisburg spiegelt.

Übergang zwischen Schule und Beruf. Sommer besuchte

zuvor auch das Schiffer-Berufskolleg Rhein, wo sie unter

Anleitung von Schulleiter Hans-Günter Portmann

eine Probefahrt mit dem modernen Flachwasserfahrsimulator

unternahm. Die Ministerin beglückwünschte die

Vertreter des Schiffer-Berufskollegs Rhein und des Schulschiffes

Rhein zu ihrer Kooperation.

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Binnenschiff-Fahrt

BDB BEGRÜSST STRATEGIE

Elbe-Politik

Der Bundesverband der Deutschen

Binnenschiffahrt e.V. (BDB) begrüßt

die Elbe-Politik der Bundesregierung.

In diesem Jahr sollen die Reparaturarbeiten

von Hochwasserschäden an

der Elbe abgeschlossen werden. Ob

und wie darüber hinaus die Elbe ausgebaut

wird, solle zu einem späteren

Zeitpunkt entschieden werden. Laut

Güterverkehrsprognosen können sich

die Güterverkehrsmengen vervielfachen,

sobald ein dreilagiger Containerverkehr

auf der Elbe möglich ist. Dies

hat der Parlamentarische Staatssekretär

im Bundesverkehrsministerium,

Enak Ferlemann (CDU), laut

BDB in Berlin mitgeteilt. Ferlemann

betonte, dass es die erklärte Politik

der Bundesregierung sei, die Elbe als

Schiff-Fahrtsstraße zu nutzen.

HAFENBETREIBER

Woltering ernannt

Dr. Stefan Woltering ist jetzt zum alleinigen Geschäftsführer

der bremischen Hafengesellschaft

bremenports bestellt worden. Er folgt damit Jürgen

Holtermann, der nach neun Jahren an der

Spitze der Gesellschaft ausscheidet. Der Wasserbau-Ingenieur

Woltering wechselte Anfang

2002 zu bremenports, wo er mit den Bremerhavener

Neubauprojekten Container-Terminal 4

und Kaiserschleuse sowie mit weiteren, kleineren

Hafenbaumaßnahmen Gesamtinvestitionen

in Höhe von etwa 800 Mio. Euro verantwortet.

Die Hafengesellschaft ist unter anderem für die

Aufgaben von Hafenentwicklung und -planung zuständig,

betreut und begleitet die anspruchsvollen

Hafenbauprojekte und betreibt und unterhält

die Hafen-Infrastruktur aus Schleusen, Brücken

und vielen anderen Bauwerken.

46 ConTraiLo 1/2010

3 Mio. t

2 Mio. t

1 Mio. t

500.000 t

Verteilung: Der Güterumschlag

für die einzelnen Verkehrsträger

im Blick. (Datenquelle: SBO GmbH,

Grafikautor: K&H Verlags-GmbH)

548.163 t

Binnenschiff Eisenbahn

Positiver Rückblick auf 2009

610.905 t

Binnenhäfen an der Oberelbe meistern Krise

Trotz gesunkener Transportmenge in

Deutschland können die Binnenhäfen

an der Oberelbe auf ein gutes Geschäftsjahr

2009 zurückblicken. Insgesamt

2,62 Mio. t hat der Hafenverbund

umgeschlagen.

Sechs Häfen. Zum Verbund gehören

die Häfen Dresden, Riesa, Torgau, Decin,

Lovosice und Dessau-Roßlau. Der

Güterverkehr per Binnenschiff steigerte

sich um 13 Prozent auf 548.163 t.

Transportiert wurden unter anderem

Schrott, Holzprodukte, Getreide, Anlagen

und Container. Die Sächsische

Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO)

betreibt zusammen mit Transportunternehmen

verschiedene Liniendienste.

Die mit der Elbe-Container-

WINCANTON MIT ERFOLGREICHEM SQAS-ASSESSMENT

Bewertung für Sicherheit

Lkw Gesamt

Das Mannheimer Container-Terminal von Wincanton hat sich einer Sicherheitsund

Qualitätsbewertung (SQAS) des TÜV Rheinland Cert GmbH unterzogen.

Das Bewertungssystem SQAS steht für Safety and Quality Assessment System

und wird nach den Vorgaben des Verbandes der Europäischen Chemieindustrie

(Cefic) durchgeführt. Ziel ist es, die Sicherheit bei Handhabung, Transport

und Lagerung von chemischen Produkten nach einheitlichen und verbindlichen

Richtlinien zu messen. Mithilfe eines Fragebogens wurden verschiedenste Prozesse

von Management bis Sicherung der Anlagen überprüft. Operative Details

Sicherheit: Zu den Einrichtungen gehört auch ein Gefahrgutlagerbereich.

1.457.581 t

2.616.649 t

(Foto: Wincanton)


Linie (ECL2000), der Binnenschiffslinie ETS Elbe (Ecological

Transport Service), aber auch mit der Ganzzugverbindung

Albatros-Express ab dem Hafen Riesa (fünf Abfahrten

pro Woche) transportierten Container trugen

nach Angaben des Verbundes im Jahr 2009 wesentlich

zum Erfolg bei. Insgesamt wurden annähernd 36.000

TEU (Containereinheiten) in den Binnenhäfen umgeschlagen.

Die Häfen Dresden und Lovosice haben sich

weiterhin als Dienstleistungsstandorte für den Umschlag

von Schwerlast- und Projektladungen entwickelt.

Projekte der Häfen. Im vergangenen Jahr investierte der

Hafenverbund für den Ausbau der angebotenen Dienstleistungen

in drei wichtige Projekte: Im Hafen Riesa startete

der Bau einer 16.000 m2 Logistik-Halle für die Goodyear

Dunlop Tires Germany GmbH, die im Mai 2010 fertiggestellt

sein soll. Im Hafen Lovosice hat sich die Firma Bohemia

Logistics s.r.o. mit einer Lagerhalle für Agrarprodukte

angesiedelt. Die Abfuhr der Exportladung wird mit der ETS

Elbe erfolgen. Zudem wurde für die German Pellets GmbH

im Hafen Torgau eine Umschlaganlage zur Lagerung von

Holzstaub in Binnenschiffen errichtet. Anschließend erfolgt

der Transport per Binnenschiff in die Niederlande.

Für das Jahr 2010 sind verschiedene Veranstaltungen geplant.

Darunter z. B. die Europawoche im Mai, zu der der

Sächsische Hafen- und Verkehrsverein e. V. (SHV) nach

Decin einlädt, und der Tag des offenen Hafens 75 Jahre

Industriehafen Roßlau im September.

wurden ebenso abgefragt wie die Auswahlprozesse für

Subunternehmer, die Verfügbarkeit von persönlichen

Schutzausrüstungen und Mitarbeiterschulungen. Die

Ergebnisse der Abfrage können von interessierten Firmen

in der Cefic-Datenbank eingesehen werden. „Wir

arbeiten in Mannheim nach hohen Standards und bieten

zahlreiche Services für Gefahrgutcontainer. In einem

speziellen Terminalabschnitt mit einer Kapazität

von 183 TEU lassen sich beispielsweise Gefahrstoffe

der Klassen 2 bis 6 sowie 8 und 9 unbegrenzt lagern“,

erläutert Konrad Fischer, Niederlassungsleiter des

Container-Terminals der Wincanton GmbH. „Daher

war es für uns wichtig, diese hohe Qualität durch die

SQAS-Bewertung untermauern zu können, insbesondere,

da es noch nicht viele Binnen-Container-Terminals

gibt, die sich dieser Bewertung unterzogen haben.“

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Mobiles Containerhandling

Equipment. Sie haben nicht nur den Transport auf See revolutioniert. Auch auf der Straße

und der Schiene werden im wachsenden Maße Container als Transportbehälter eingesetzt.

Das Handling von Containern setzt beim Be- und Entladen jedoch spezielles Equipment voraus.

Durchdachtes Containerhandling:

MH-Trade ist Spezialist

für den Containerumschlag.

Ohne Krane, Straddle Carrier, Reachstacker oder Containerstapler

bewegt sich hier kaum etwas. Welche

Technik am wirtschaftlichsten ist, hängt von den

jeweiligen Gegebenheiten ab. Ein Unternehmen, das sich mit

den verschiedenen Facetten des Containerhandlings bestens

auskennt, ist die Firma MH-Trade. Der Kunde erhält hier die

ganze Bandbreite an Containerhandlingsystemen. Das beginnt

mit Reachstackern und Leercontainerstaplern, die MH-Trade in

zahlreichen Ausführungen und Ausstattungen anbietet.

Eine Besonderheit im Lieferprogramm sind die Portalhubwagen,

die MH-Trade seit vergangenem Jahr anbietet. Das mobile

Container-Umschlag-System ermöglicht das Absetzen oder Aufnehmen

der Behälter an jedem beliebigen Ort innerhalb von

2 Min. Das Seitenlader-Prinzip kann 20-, 30-, 40- und 45‘-Con-


Hoch gestapelt: Die Portalhubwagen können bis zu drei

Längen übereinander stapeln. (Fotos: MH-Trade)

tainer umschlagen. Es kann selbst 2x-20‘-Container simultan

absetzen oder aufnehmen und benötigt nur einen

befestigten Untergrund. Eine pfiffige Lösung, wenn

zum Entladen kein konventionelles Umschlagequipment

zur Verfügung steht. Die Hubkapazität beträgt 35 t.

Leichtere Straddle-Carrier

Eine weitere Handling-Lösung ist ein besonders leichter

Straddle Carrier. Dieser Portalhubwagen ist ein flexibles

Umschlaggerät für 20- bis 52‘-Container und transportiert

nahezu alle gängigen ISO-Container. Die Tragfähigkeit

beträgt 35 t. Er wird eingesetzt als flexibles Transportfahrzeug

wo Unternehmen zwischen 6 und 200 ISO-

Container pro Woche innerbetrieblich auf ihrem Betriebsgelände

oder Lagerhäusern schnell und kostengünstig

transportieren respektive umschlagen möchten. Großer

Wert wurde bei der

Anzeige

Entwicklung auf niedrige

Handlingkosten

gelegt. Das System ist

deutlich günstiger als

herkömmliche Containerstapler. Achslasten sind ebenfalls

wesentlich geringer als bei einem vergleichbaren

Containerstapler.

Ebenfalls im Produktportfolio befinden sich Containerchassis

mit Seitenladern. Sie machen den Lkw unabhängig

von einer Infrastruktur. Abgerundet wird der Bereich

Container Handling System bei MH-Trade durch gummibereifte

Portalkrane (RTG). Sie wurden als wirtschaftliche

Lösung entwickelt, um mehrere Gleise, Straßen und Container

zu überspannen. Sie bieten maximale Speicherdichte

und minimale Umschlagzeiten.

feuerverzinkt

wartungsarm

robust

7–10 t

Standard-

Tragfähigkeit

(0 46 21) 97 78 40

(0 46 21) 97 78 42

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IBS GmbH • Gemeindewald 4–6 • 86672 Thierhaupten

Tel. +49 (0) 82 71/8176-0 • Fax +49 (0) 82 71/8176-76

info@ibs-technik.de • www.container-filler.de

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