Auf der Flucht - Jesuitenmission

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Auf der Flucht - Jesuitenmission

Hilfe für Ostafrika InhaltAuf der Flucht vor Dürre und Hunger ➜ 4Angelika Mendes vom Jesuitenflüchtlingsdienst Ostafrikaschreibt über aktuelle HilfsmaßnahmenUnsere Spendenbitte ➜ 10Hilfe für die Kinder in Dolo Ado„Die Armen vor Ort stärken” ➜ 11Ein Interview mit P. Johannes Müller SJSteinerne Ernte ➜ 12Schwester Sumati Das kennt das harte Lebender Steinbrecher am indischen Fluss BalasonTitel Äthiopien:Ein somalisches Flüchtlingsmädchenin Addis Abeba.Rücktitel Indien:Ein Steinbrecher am Fluss Balasonbelädt einen Lastwagen.„Schüchtern und bartlos“ ➜ 16P. Alfred Welker SJ sprengt alle SchubladenPilger der Trostlosigkeit ➜ 18Eine Meditation von P. Joe Übelmesser SJMusik zum Jubiläum! ➜ 20P. Karl-Edmund Prier SJ prägt mit seinem Zentrumseit 40 Jahren die indonesische KirchenmusikGoodbye Kakuma! ➜ 24Peter Hochrainer hat als Freiwilliger in einemkenianischen Flüchtlingslager gearbeitetMissionare fallen nicht vom Himmel ➜ 26P. Oskar Wermter SJ aus Simbabwe schreibt über seine MutterDer erste Cowboy ➜ 28Vor 300 Jahren starb P. Eusebio Kino SJ im heutigen MexikoEin strahlender Engel ➜ 29Ein Nachruf aus Macau auf P. Luis Ruiz SJweltweit notiert ➜ 30Aus der Jesuitenmission: Nachrichten, Termine,Rückblick und Leserbriefeweltweit 3


Hilfe für OstafrikaIm kenianischen FlüchtlingslagerKakuma hatdiese somalische Muttermit ihrem Kind Schutzgesucht.Auf der Fluchtvor Dürre und HungerDer Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) ist seit vielen Jahren in Ostafrika aktiv.Angelika Mendes vom JRS-Regionalbüro in Nairobi/Kenia schreibt überaktuelle Hilfsmaßnahmen.Somalia und das Horn von Afrikastehen zur Zeit im Zentrum einerder schlimmsten humanitären Katastrophen.Jahrelanger Konflikt undregelmäßig wiederkehrende Dürreperiodenhaben über ein Viertel dersomalischen Bevölkerung zur Fluchtgezwungen. Betroffen von der gegenwärtigenDürre sind mehr als 12 MillionenMenschen in Somalia, Keniaund Äthiopien. In fünf Gebieten Somaliashaben die Vereinten Nationendie Situation offiziell als Hungersnoteingestuft. Viele Flüchtlinge sind längerals eine Woche unterwegs, um Hilfeauf der anderen Seite der Grenze zusuchen. Manche überleben den Wegnicht. Viele derer, die es schaffen, nehmenin den Flüchtlingslagern jenseitsder somalischen Grenze die erste nahrhafteMahlzeit seit Wochen zu sich.Die Hälfte der Kinder, die die Lagerin Äthiopien und Kenia erreichen, istunterernährt. Viele sterben.Überfüllte LagerDringender Bedarf besteht nicht nuran Nahrungsmitteln, sondern auch an> Isak, ein einfacher Bauer, ist 20 Tagelang gelaufen. Sein Weg war von totenTieren, leeren Dörfern, verhungerndenMenschen und Leichen gesäumt. Erwacht am Bett seines sechsjährigenSohnes, der dem Tod nahe ist.4 weltweit


Hilfe für Ostafrikakoordiniert werden; dafür sind wir zuklein. Aber in kürzester Zeit werdendie Menschen in den Lagern mehrbrauchen, um ein würdiges Leben zuleben. Sie brauchen Hilfe in ihrer seelischenNot und die vielen Kinder undJugendlichen brauchen Schulen.“Hilfe in NairobiIn der kenianischen Hauptstadt Nairobierhalten besonders bedürftigeFlüchtlinge vom JRS Nahrungsmittel,Decken, psychologische Beratungsowie finanzielle Hilfe für medizinischeVersorgung und Mietzahlungen.Flüchtlingskinder können ihre Schulbildungmit Hilfe von Stipendienfortsetzen. Es heißt, dass 43% dergeschätzten 100.000 Flüchtlinge inNairobi Somalis sind. „Die in diesenTagen nach Nairobi kommen, sind tagelanggelaufen und mussten Umwegemachen, um al­Shabaab Milizen zumeiden. Viele Kinder sind unterwegsgestorben“, erklärt Irene Waweru,JRS­Projektleiterin in Nairobi.> Hassan ist vor zehn Jahren aus Somaliageflohen, nachdem bewaffnete Milizenseine Eltern umbrachten und seineSchwester entführten. Er lief zehn Tagezu Fuß und erreichte dann auf einemBoot Kenia. Er lebt jetzt im FlüchtlingslagerKakuma.mit seinen Hilfeleistungen etwa 8.000Flüchtlinge in Kakuma. Bildung istdabei eine Priorität und seitdem derJRS Universitätskurse in Zusammenarbeitmit amerikanischen Jesuitenuniversitätenanbietet, können einigeSomalis sogar studieren. Außerdemschult der JRS in Kakuma psychologischeBerater, unterstützt Flüchtlingemit Behinderungen und bietet FrauenSchutz, die Opfer von sexueller Gewaltgeworden sind.Hilfe über PfarreienDa auch Kenia selbst von der Dürrebetroffen ist, hat die ostafrikanischeDer JRS organisiert inNairobi die Verteilungvon Lebensmitteln anbesonders bedürftigeFlüchtlinge.Hilfe in KakumaIm kenianischen Flüchtlingslager Kakumaleben 80.000 Menschen, davonsind 55.000 Somalis. Ursprünglichwaren die Aktivitäten des JRS in Kakumaauf sudanesische Flüchtlingeausgerichtet, für die das Lager zunächsterrichtet wurde. Aber seitdemSomalis die Mehrheit der Bevölkerungbilden, hat der JRS seine Projekte angepasst.„Somalis haben eine völligandere Kultur, Sprache und Religion.Die Alphabetisierungsrate unter ihnenist extrem niedrig und Zugang zuBildung ist dringend nötig“, erklärtHezekiah Ombiro, JRS­Projektleiterin Kakuma. Bisher erreicht der JRSweltweit 7


Projekt X56810 BalasonAuf beiden Seiten fällt der Blick aufeine unendliche Ausbeute an Sand,Steinen, Geröll und Kies. Es ist eineErnte, die die Natur hoch oben in denBergen „wachsen“ ließ und die vonden Fluten heruntergetragen wird aufihrem Weg in das Meer.Auch die Kinder derSteinbrecher müssenmithelfen beim „Ernten“der Flusssteine.„Gott hat uns verlassen!“Als ich zum ersten Mal hinuntergingzum Flussbett, um mit den Frauenin Kontakt zu kommen, die dort inder Sonne sitzen und vor Urzeitenentstandene Steine klein schlagen, dawusste ich noch nicht, wen oder wasich eigentlich finden würde. Die ersteFrau, die ich kennenlernte, kam ausBangladesch. Sie ist eine von Tausenden,die über die nahe Grenze schlüpfen,um in Indien Arbeit zu finden.Bald nachdem wir zu reden begonnenhatten, rief sie aus: „Ich glaube, Gotthat uns verlassen!“ Als Hindu hattesie im muslimischen Bangladesch keinleichtes Leben, wurde wegen ihrerReligion als Außenseiterin betrachtet.Vor vier Jahren verließen sie und ihrMann ihr kleines Stück Land und kamennach Indien – in der Hoffnungauf ein besseres Leben für sich undihre drei Kinder.Bleierne EintönigkeitErfüllt hat sich die Hoffnung nochnicht, denn dieser Alltag am trockenenFlussbett oder mitten im wogendenWasser wird kaum „besser“ sein.Unter der gnadenlos brennendenSonne Stunde um Stunde, Tag fürTag mit nichts als einem Eisenstößelaus widerspenstigen SteinbrockenKies zu schlagen oder im fließendenWasser die steinerne Ernte mit grobenStunde um Stunde undTag für Tag schlagendiese Frauen Steine vonHand zu Baukies.weltweit 13


Projekt X56810 BalasonMisstrauen in DörfernWir fühlen uns in dieser Arbeit selbstbeschenkt und gesegnet, wenn wir sehen,wie das Selbstvertrauen und dieZuversicht der Frauen wachsen. Wiesie ihre Lebenssituation mit eigenenSchritten verbessern, auch wenn dieseSchritte oft nur klein sind. Sie schaffenes, etwas Geld zu sparen, über das sieselbst und nicht ihre Männer verfügen.Sie besuchen unsere Kurse über Frauenrechte,HIV/AIDS, Gesundheitsvorsorge, Hygiene und setzen das Gelerntein ihrem Alltag um. Aber auchunsere Arbeit hat ihren Preis: In entlegenenDörfern stoßen wir manchmalauf Ablehnung, weil die Leute fürchten,es ginge uns nur darum, sie zumChristentum zu bekehren. Das ist demütigendund entmutigend.Lebens-FundamenteAber die Not der Steinbrecher ist einetägliche Herausforderung für uns, diewir in ihrer Nähe leben, und zwar unterbesseren Bedingungen, als dieseMenschen vermutlich in ihrem Lebenjemals erreichen werden. Mit unsererArbeit legen wir Lebens­Fundamente,davon sind wir überzeugt, und wirmüssen daran glauben, dass die Steine,der Sand und der Kies, die auf denLastwagen abtransportiert werden,Zeichen für eine bessere Zukunft sind– nicht nur für das Land, in dem überallneue Stadtviertel, Straßen und Fabrikenentstehen, sondern auch für dieMenschen, die hoffentlich von diesemIndien der Zukunft profitieren werden.Schwester Sumati DasAlles mühsame Handarbeit:Auch das Beladender Lastwagen mitSteinen und Schotter.Sozialarbeit für Steinbrecher1998 wurden die Schwestern der Kongregation von Unserer Lieben Frau von der Mission(RNDM) von den Jesuiten in Darjeeling eingeladen, mit ihnen in der Sozial- undPastoralarbeit zusammenzuarbeiten. Sie begannen mit Alphabetisierungsklassen fürKinder und Nähkursen für Mädchen und wandten sich dann dem Aufbau von Selbsthilfegruppenfür Steinbrecher zu. Mittlerweile haben die Schwestern auch die Leitungder Jesu Niketan Schule übernommen, die Jesuiten für die Kinder von Steinbrechernund Leprapatienten gegründet haben. Die Sicherung der finanziellen Mittel für dieseverschiedenen Projekte obliegt nach wie vor den Jesuiten. Sr. Sumati Das (Foto rechts),Autorin des Artikels, ist gebürtige Bengalin, Mitglied der Kongregation Unserer LiebenFrau von der Mission und Koordinatorin der Sozialarbeit.P. Wilfred Lobo SJweltweit 15


Porträt„Schüchtern und bartlos“P. Alfred Welker SJ sprengt alle SchubladenDer Mann, der im bayerischenUnterhaching vor mir steht,könnte pensionierter Filialleitereiner Sparkasse sein. Glattrasiert,akkurater Kurzhaarschnitt,gepflegter dunkler Anzug. Ichmuss zweimal hinschauen,um es wirklich zu glauben: Eshandelt sich tatsächlich umAlfred Welker, den in Kolumbienalle Padre Alfredo nennen.Kampf gegen die HölleVor genau dreißig Jahren, imHerbst 1981, hat der damals42­jährige Jesuit Alfred Welkerin Aguablanca, dem größtenSlum im kolumbianischenCali, seine Zelte aufgeschlagenund mit seiner Arbeit für dieKinder von Cali begonnen.Seine ersten Eindrücke aus dieserZeit verschickt er in einemRundbrief mit dem Titel „100Tage in der Hölle von Cali“.Er kämpft gegen Überschwemmungen,gegen sinnloses Morden,vermeidbare Kindstode,Gewalt in kaputten Familienund gegen die trostlose und entwürdigendeArmut. Er schreibt:„Für mich ist am schwersten zubegreifen, dass das Volk, dasim Dunkeln sitzt, den Zugangzum Licht schon verloren hat;der Blinde will gar nicht sehen;so dass die Sehenden, die Herrschenden,jeden Blödsinn verzapfenkönnen. Trotzdem gebeich die Hoffnung nicht auf, sieist ja ein Wesensmerkmal derchristlichen Religion: auch injedem Sumpf gibt es Sumpfblumen,so versuche auch ich hierlangsam einige Blumen zu säenund in kleinen Frontabschnittenden Kampf gegen die ‚Hölle‘aufzunehmen.“Als Kaplan ins NoviziatAlfred war bereits Kaplan in derErzdiözese Bamberg, als er mit26 Jahren in den Jesuitenordeneintritt. Pater Joe Übelmesser,der damalige Missionsprokuratorerinnert sich: „Auf einemAusflug ins Schwäbische meldetesich Alfred eines Tages imNoviziat der Jesuiten in Neuhausen.Ein Novize, der damalszufällig an der Pforte stand,schildert Alfred aus damaligerSicht so: ‚Er war schüchternund bartlos.‘ Ich verstand zunächst:schüchtern und harmlos.Aber alle, die ihn kennen,werden mir beipflichten, wennich sage, dass Alfred sich in allendrei Adjektiven ‚schüchtern,harmlos und bartlos‘ stark verbesserthat.“Geist der FreiheitNach dem Noviziat wird AlfredJugendpfarrer in Regensburg.Klaus Kobler kennt ihn aus dieserZeit: „Alfred prägte und begeisterteuns mit seinem demokratischenLeitungsstil. SeinGeist war von Freiheit bestimmt,die keine ‚arriviertenDeppen‘ leiden konnte. BeimBischof in Ungnade gefallen,musste er 1974 Regensburgnach äußerst erfolgreichemWirken verlassen.“ Von 1974 bis1982 leitet Alfred die Jugendarbeitim Caritas­Pirckheimer­Haus in Nürnberg, ebenfallseine „wilde Zeit“. Aber dannwird ihm Nürnberg zu eng.Und bald darauf auch Deutschland.Er geht nach Kolumbien,um konsequent mit den Armenzu leben.Radikal und frechAnpacken können und untereinfachen Bedingungen leben,das hat Alfred schon als Kindin seinem Heimatdorf Stiebarlimbachin Oberfrankengelernt. Rosa Welker, seinejüngere Schwester, beschreibtihren Bruder so: „Ein Dickschädelwar Alfred nicht immer.Im Gegenteil: Früher warer sehr schüchtern. Erst bei denJesuiten hat er sich radikal geändert.Unsere Mutter sagteoft: ‚Ich möchte bloß wissen,woher du das hast, dass du sofrech bist.‘ Er selber sagte dann:‚Selbst bei den Jesuiten kommtman nicht weiter, wenn mannicht frech ist.‘ Auch so radikalin seinen Einstellungen wurde16 weltweit


30 Jahre Kinder von CaliPater Alfred Welker SJ und sein WerkDer von Klaus Väthröder herausgegebene112-seitige Bildbandlässt in Fotos und Textendie 30-jährige Geschichte der„Kinder von Cali“ aufleben undgibt Zeugnis von der beeindruckendenPersönlichkeit des PadreAlfredo.Das Buch erscheint im September2011 im EOS-Verlag. An alleFreunde und Förderer von PadreAlfredo schicken wir es kostenlosals Dankeschön für Ihre Treue!Bestellungen bitte an die Jesuitenmission,Tel. (0911) 2346-160,prokur@jesuitenmission.de01_Endfassung_Umschlag_Einzelseiten.indd c 01.07.11 16:24er erst in der Nürnberger Zeit.Unsere Eltern waren ganz armeLeute. Wir hatten einen kleinenBauernhof. Da mussten wir vielmithelfen, auch er. Zum Beispielbeim Dreschen; das warimmer die schlimmste Arbeit.Er scheute keine Arbeit undkeinen Dreck. Sonst hätte erdas da drüben nicht ausgehalten.Dass er in ein so gefährlichesLand gegangen ist, war vorallem für unsere Mutter sehrhart. Sie sagte immer: ‚Na ja,er hat es so gewollt.‘ Aber mankann schon sagen: Er sucht seinenNächsten in Südamerikaund seinen direkten Nächstensieht er nicht. Wir hätten ihnauch oft brauchen können.“Ein echter MannMaria Elsa Rodriguez Ortiz istim kolumbianischen ArmenviertelAguablanca aufgewachsenund für sie ist Padre Alfredoein Vorbild: „Padre Alfredo istein echter Mann, denn trotzVerfolgung und zweier Mordanschlägehat er seine Missionfortgesetzt: das Leben aller zuverbessern und Liebe, Glaubeund Hoffnung zu säen. Ihm genügtes, ein Paar Sandalen, zweiHemden und drei Hosen zubesitzen. Wegen seines Lebensstilsnannten viele ihn einenVerrückten. Ich nenne ihn Prophet,weil er in seinen Predigtendie Wahrheit verkündet, für dieChancengleichheit der Ärmstenkämpft, weil er auf der Seite derSchwächsten steht.“Alfredo wird wieder AlfredDreißig Jahre ist das Sozialwerk„Die Kinder von Cali“ nunalt mit seinen Kindergärten,Schulen und vielen anderenProjekten. Die erste Generationder Kinder von Cali istlängst erwachsen geworden undso ist jetzt auch für das Werkdie Zeit gekommen, ohne seinenVater, ohne Padre Alfredoklarzukommen. Nach dreißigJahren in Cali ist Alfredo ausgesundheitlichen Gründen nachDeutschland zurückgekehrt undwieder zu Alfred geworden. Ersieht nicht mehr so aus wiefrüher: kein Bart, keine langenHaare, keine abgewetzte Jackeund Schal, die er selbst in dergrößten Hitze nicht abgelegthat. Alfred lebt jetzt im Altenheimder Jesuiten in Unterhaching.Er hat sich gut eingelebtund bekommt die Pflege, die erbraucht. Verwandte und Freundeaus alten Zeiten besuchenihn und wenn Joe Übelmessermit ein paar Mitbrüdern zumKartenspiel kommt, freut ersich ganz besonders. Und wirddann wieder frech wie Alfred.Judith Behnenweltweit 17


Unruhig trippeln ihre Füße,als wüssten sie nicht mehr wohin.Aufgewirbelt von den langen Wegenklebt Staub an ihren Beinen,vom Schweiße festgebacken.Und stets die Angst im Nackenund Durst in ihren Kehlen.Unruhig trippeln ihre Füße,als wollten sie nur eines,immer weiter gehen, weitermit immer kürzeren Schritten.Nur leise schlägt die Hoffnungden Takt zu der Verheißung:am Ende unseres Weges wartet Brot.Joe Übelmesser SJweltweit 19


Projekt X61560 Priertraditionellen Gesänge, bis das Liedein Gesicht bekam. Wir nahmen dieMusik auf, schrieben die Noten undbegutachteten mit der ganzen Gruppedas Ergebnis. Erstaunlich, was dabeiherauskam: Gesänge ganz neuer Art,gemächlich dahinfließend wie diebreiten Flüsse Borneos, mit Symbolenaus dem Leben am Fluss und imUrwald und dennoch echt liturgisch,also geeignet für die Verwendung imGemeinde­Gottesdienst. Rund 50Expeditionen dieser Art haben wir inzwischendurchgeführt, landauf undlandab, auf großen und kleinen Inseln,mit kriegerischen Bergvölkern Papuasund sangesfreudigen Florinesen undTimoresen, unterwegs zu Fuß, mitdem Jeep, Einbaum, durch Sümpfeund über schwankende Hängebrücken.Und jede Reise brachte nichtnur neue Gesänge, sondern auch tiefeEinblicke in das Leben und die Kulturder Menschen.Die Musik weitergebenAber es genügt nicht, hunderte vonneuen Gesängen zu komponieren undzu sammeln. Die Musik soll ja auchin den Gemeinden erklingen. Dazubilden wir seit 1971 Organisten undChorleiter aus. Jährlich starten etwa50 Jugendliche und Erwachsene unserenZweijahreskurs. 120 Kinder imAlter von 6­12 Jahren singen jedenMittwoch begeistert unter der Leitungvon Paul Widyawan. Mehr als dieHälfte der Kinder erhält auch Unterrichtim Orgelspiel. Die Teenager von12­15 Jahren, die oft weniger gernesingen, können neben der Orgel auchtraditionelle Instrumente erlenen. Vorallem das javanische Gongorchester(Gamelan) und das Angklungorchest ermit einer Vielzahl von Bambusinstrumentensind sehr geeignet, den Musikgeschmackder Kinder zu schulen.Über unseren eigenen Musikverlagverbreiten wir unsere Arbeitsergebnissegedruckt oder in Form von CDsund DVDs. Unser Hauptrenner istimmer noch das Gesangbuch MadahBakti, von dem bisher mehr als dreiMillionen Exemplare verkauft wurdenund das wir im Jahr 2000 um 240neue Gesänge bereichert haben.Weiterhin gute Fahrt!Unsere große Jubiläumsfeier im Sommerwar Ausdruck der Freude über dasgemeinsam Erreichte. Als Festsymbolhatte man ein traditionelles Schiff gewählt,das vielen verschiedenen PassagierenPlatz gibt, das in den letzten 40Jahren offensichtlich neue Ufer erreichthat und dessen Weiterfahrt man getrostdem Segen von oben anvertrauen darf,wie es der indonesische JesuitenprovinzialPater Riyo Mursanto zum Ausdruckbrachte. Weiterhin gute Fahrt!Karl-Edmund Prier SJAuftritt des Kinderchores,der jeden Mittwochunter der Leitung vonPaul Widyawan probt.weltweit 23


SimbabweMissionare fallen nicht vom HimmelP. Oskar Wermter SJ, der in Simbabwe in der Gemeindeseelsorge und alsPublizist arbeitet, schreibt über seine Mutter, die „Wanderpredigerin“.Flucht in den WestenDer Partei, die bald den „ArbeiterundBauernstaat“ gründen sollte, entgingdas Organisationstalent meinerMutter nicht. Sie wollten sie zur Leiterinder örtlichen kommunistischenFrauengruppe machen. Sie entschied,dass ihre Familie hier keine Zukunfthatte. Im April 1949 gingen wir in einerstürmischen, regnerischen Nachtheimlich über die deutsch­deutscheGrenze. Dies war ihre eigene Entscheidung.Unser Vater war in der Kriegsgefangenschaftgestorben.Hellsichtig und ungeduldigin ihrer kritischenLiebe für die Kirche:Christel Wermter hatauch darin ihren SohnP. Oskar Wermter SJsehr geprägt.Zwar heißt es, dass die Kirche vonMännern geführt und von Frauengefüllt sei, doch meine Mutter ergriffschon sehr früh in der Kirche die Initiativeund das Wort. Es gehört zumeinen frühen Erinnerungen, dass ichihr in einem Dorf in Thüringen half,den Altar für den Gottesdienst vorzubereiten,den sie selber leitete, wennder Priester in seiner ausgedehntenLandpfarrei an manchen Sonntagennicht kommen konnte. Die Teilnehmerwaren verstreute Flüchtlinge ausden Ostgebieten, die sich hier neu alsKirche versammelten. Viele Jahre spätererlebte ich eine ähnliche Situationin Afrika, wo der Priester in riesigenländlichen Gemeinden die verstreutenOrtsgemeinden monatlich besucht,mit ihnen die Eucharistie feiertund der „kleinen christlichen Gemeinde“Licht und Leben gibt.Bildungsarbeit in KölnDie Kirche im traditionell­katholischenKöln war Heimat für die Neuankömmlingeund doch ungewohnt.Die Diaspora­Erfahrung meiner Mutterbeeindruckte einen führendenGeistlichen, der gerade eine Mitarbeiterinsuchte. So bot ihr das ErzbistumKöln Arbeit im Bildungsbereichfür Frauen an. Jeden Tag war sie nununterwegs, jeden Tag woanders. Baldkannte sie die meisten Kölner Pfarrgemeindenund Pfarrer. Sie hielt Vorträgeüber Ehe­ und Familienfragen,über religiöse Erziehung und Fragendes Glaubens, auch Fragen der Geburtenplanungund „verantworteterElternschaft“ wich sie nicht aus. Priesterwaren es noch nicht gewohnt, sichmit einer Frau zusammenzusetzen undseelsorgliche Probleme zu diskutieren.Manch einer lernte da das Staunen.26 weltweit


SimbabweSelber berufstätig, verteidigte sie „dieBerufstätigkeit und größere Selbständigkeitder Frau, die dieses Jahrhundertihr gebracht hat, gegen Klage undablehnende Kritik“, wie sie in der Zeitungdes Kölner Katholikentages 1956schrieb. Sie forderte die Kirche auf,„die Frau in ihrem Wandlungsprozesszu unterstützen, wie auch sie helfenwird, die Kirche zu stützen, ganz besondersdie ‚Kirche im Kleinen’, dieFamilie.“ Kirche war für sie nichtnur Apparat, sondern biblisch „BrautChristi“. Sie liebte die Kirche als Bildder wahren christlichen Frau. Aber dasschloss Kritik an Kirchenleuten unddie Notwendigkeit ständiger Reformder Kirche für sie nicht aus.Hilfsaktion für FlüchtlingeIm Jahre 1965, fast sechzig Jahre alt,nahm sie Abschied von ihrer Berufstätigkeit.Mittlerweile hatte ich meineArbeit in der Sambesi­Missionder Jesuiten im damaligen Rhodesienbegonnen. Der Guerilla­Krieg in densiebziger Jahren brachte große Not.Zusammen mit vielen Helferinnenund Helfern in ihrer Pfarrgemeindeschickte meine Mutter Hunderte vonPaketen nach Afrika. Nach der UnabhängigkeitSimbabwes im Jahre 1980kam diese Hilfe dann vor allem denFlüchtlingen aus dem NachbarlandMosambik zugute. Flüchtlingsnotsprach sie besonders an, da sie ja selbervom Krieg entwurzelt worden war.Ein offenes Haus für AfrikaSie fuhr nie nach Afrika, aber Afrikakam zu ihr. Missionare und afrikanischeOrdensfrauen empfing sie mit großerWärme und Herzlichkeit. SchwesterTheresiana Muteme, eine temperamentvolle,übersprudelnde Novizen meisterin,war ihr besonderer Liebling. Meine Mutterkonnte gut zuhören, trotz des etwasmangelhaften Englisch, und guten Ratgeben. Sie verglich oft die Situationafrikanischer christlicher Gemeindenmit dem, was sie als freiwillige Gemeindehelferinin der ostdeutschenDiaspora erlebt hatte.Hellsicht und UngeduldDafür kam meine Schwester Maria häufigernach Simbabwe. Unsere Leute freuensich immer, wenn sie erleben, dass Missionareauch Familie haben und nichteinfach vom Himmel fallen. Dankbarkeitist eine Grundtugend der afrikanischenKultur und so nahm Maria den Dank derLeute für die Hilfsaktion meiner Mutterentgegen. Dann kam auch dieser Einsatzzu einem Ende. Die Kräfte ließennach und an ihrem 89. Geburtstag starbsie. Bei der Auferstehungsmesse hieß es:„Mit der Hellsicht der Liebe sah ChristelWermter viele Mängel der Kirche schärferals andere und litt an dieser Hellsicht.Die Nähe zum Herrn gab ihr Einsicht indas, was Kirche sein könnte und sollte,und sie war ungeduldig, dass sie es nochnicht war.“Oskar Wermter SJSimbabwische Frauenfeiern einen Gottesdienst.Wie an vielenOrten der Welt ist esauch hier so, dassFrauen das Rückgratder Kirche sind.weltweit 27


NachrufEin strahlender EngelAm 26. Juli 2011 ist P. Luis Ruiz SJ (97) gestorbenAls ich Pater Ruiz vor sechs Jahrendas erste Mal traf, flickte ereine Unterhose. „Vor fünfzigJahren war Macau sehr arm“,erzählte er mir damals. „Ichhatte zwei Unterhosen. JedenTag konnte ich eine waschenund die andere anziehen. EinesMorgens entdeckte ich, dassmir jemand meine Unterhosevon der Wäscheleine gestohlenhatte. Ich lief durch ganz Macauund sagte allen: Ich brauchediese Unterhose, damit ich weiterhinfür euch arbeiten kann.Noch am selben Nachmittag hatteich meine Unterhose wieder.“Er füllte Mägen und HerzenPater Ruiz Lebensprinzip war:„Was man von Gott erhaltenhat, ist nicht für einen selbstbestimmt, sondern will geteiltwerden. Nichts macht glücklicherals andere glücklich zumachen.“ Als 28­jähriger spanischerJesuit kam Luis Ruiz1941 nach China. Unter denKommunisten wurde er erstinhaftiert und dann des Landesverwiesen. Er ging nach Macau.Tausende Menschen warenwie er auf der Flucht. Vielewaren krank, allein, hungrig.Auch Pater Ruiz war arm undkrank. Aber er hatte wenigstenseine Ordensgemeinschaft, dieihn unterstützte, ein kleinesHaus zum Wohnen und einigeFreunde, die ihm halfen,Essen zu beschaffen. Sofortbegann er, anderen zu helfen.Er teilte seinen Reis mit allen,die an seine Tür klopften. Under füllte nicht nur ihre Mägen,sondern auch ihre Herzen. Erwurde zum Gründer der CaritasMacau. Er lernte, dass aufGott vertrauen auch hieß, aufandere Menschen zu vertrauen.In jedem von uns steckt derWunsch zu helfen, egal wie armwir sind, uns muss nur die Gelegenheitdazu gegeben werden.Pater Ruiz wurde ein Expertedarin, Mitarbeiter, Freunde undWohltäter zu gewinnen.Er wurde ihr bester FreundMitte der achtziger Jahre, alsPater Ruiz schon in den hohenSiebzigern war, traf er ausgestoßeneLeprapatienten auf derchinesischen Insel Tajin. DieseBegegnung war der Beginn desSozialwerkes Casa Ricci. SeineArbeit führte ihn in die entlegenstenEcken Chinas. 140Zentren für Leprakranke bauteer auf. Er wurde ihr besterFreund. Und sie wurden seinebesten Freunde. Sein strahlendesLächeln öffnete ihreHerzen. Und ihre strahlendenGesichter öffneten sein Herz.Schnell fand er Weggefährtenfür seine neue Mission. In wenigerals zehn Jahren entschiedensich 90 Ordensschwestern,das Leben der Leprakrankenzu teilen. Zehn Jahre spätergeschah das Gleiche, als PaterRuiz die Arbeit mit HIV/Aids­Betroffenen in China begann.Taxifahrer wissen sehr viel überihre Stadt. Einer erzählte mir,dass Pater Ruiz der Engel vonMacau ist. In der Bibel hat jederEngel ein besonderes Attribut,das zu seiner Mission passt.Ich denke, Pater Ruiz ist einstrahlender Engel.Fernando Azpiroz SJ,Direktor Sozialwerk Casa Ricciweltweit 29


NachrichtenKonferenz WeltkircheNeues Gremium soll weltkirchliche Arbeit stärkenJahresbericht Weltkirche 2010hrsg. von der Konferenz WeltkircheMissionsprokurator P. Klaus Väthröder SJ ist in die „Konferenz Weltkirche“berufen worden, in der die wichtigsten Akteure aus der internationalen Arbeitder Kirche in Deutschland zusammenwirken. Leiter dieser Konferenz istder Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz,Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg. Die Deutsche Bischofskonferenzhat das neue Gremium zum 1. Januar 2011 zunächst für fünf Jahre eingerichtet,um die Zusammenarbeit in der weltkirchlichen Arbeit in Deutschland zustärken und zu koordinieren. Zu den Mitgliedern zählen die Leiter aller kirchlichenHilfswerke sowie Vertreter der Diözesen und Ordensgemeinschaften.Hinweis: Den aktuellen Jahresbericht Weltkirche finden Sie unter www.dbk.de.Aktion der NovizenMit 100 Broten gegen den Hunger in OstafrikaJeden Tag beten die Novizen,die ihr Ausbildungshaus inNürnberg haben, im Vaterunserdie Worte „Unser täglichesBrot gib uns heute“. FelixPolten, einer der jungen Jesuiten,sah sich von dieser Bitteherausgefordert: „Ich kommegerade zurück vom Pilgern,da bin ich 30 Tage ohne Gelddurch Deutschland gelaufenund weiß, was es heißt, wenndas tägliche Brot nicht mehrselbstverständlich ist. Jetztkann ich einfach nicht zuschauen, wenn jeden Tag Menschen in Ostafrika sterben,weil ihnen das Nötigste zum Überleben fehlt!“ Gemeinsam starteten dieNovizen eine Hilfsaktion. „Unsere Idee ist einfach, aber zeigt große Wirkung“,erklärt Novize Leopold Stübner: „Wir verschenken Brote und informieren dabeiüber die Hilfsprojekte der Jesuiten in Ostafrika. Ich bin mir sicher: Wenndie Menschen von der guten Arbeit hören, die unsere Mitbrüder schon seit langemdort machen, sind sie gerne bereit, diese Arbeit mit einer Spende großzügigzu unterstützen.“ Leopold Stübner sollte Recht behalten: 100 Brote, die vonder Nürnberger Bäckerei Albert für die Aktion gestiftet wurden, erbrachten bisdato eine Spendensumme von 7.135 Euro. Ein herzliches Dankeschön an allefür diese tolle Aktion!30 weltweit


TerminePrograma por la PazFriedensarbeit in KolumbienDer Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis geht dieses Jahr an denkolumbianischen Journalisten Hollman Morris. Im direkten Vorfeld der Preisverleihunggibt es eine Internationale Konferenz zur Meinungs­ und Pressefreiheit(22.­24. September im Caritas­Pirckheimer­Haus, Programm und Anmeldung:www.cph­nuernberg.de). Als Referentin mit dabei ist Carolina Tejadavom jesuitischen Zentrum CINEP in Bogotá. CINEP dokumentiert Menschenrechtsverletzungenund leistet Friedensarbeit. Über dieses „Programa porla Paz“ berichtet Carolina Tejada in einer eigenen Abendveranstaltung, zu derwir Sie herzlich einladen: Am Mittwoch, 21. September, 19.30 Uhr in derJesuitenmission, Königstr. 64, 90402 Nürnberg.Carolina Tejada ist stv.Direktorin von CINEP.Mit Gottvertrauen in die ZukunftInformationen zu Vorsorge, Patientenverfügung und TestamentWie kann ich Vorsorge treffen, wenn ich später vielleicht meinen Willen nichtmehr äußern kann? Woran muss ich denken, wenn ich mein Testament verfasse?Frau Dr. Susanne Lamby, Fachärztin für Innere Medizin, und Herr HaraldSpiegel, Rechtsanwalt, erläutern notwendige Überlegungen aus medizinischerund juristischer Sicht. Die Moderation übernimmt P. Joe Übelmesser SJ, der inder Jesuitenmission den Bereich Erbschaften und Nachlässe betreut.Die Kooperationsveranstaltung der Freunde der Gesellschaft Jesu, der Jesuitenmissionund der Akademie CPH findet statt am Dienstag, 4. Oktober, 19 Uhrim Caritas-Pirckheimer-Haus, Königstr. 64, 90402 Nürnberg.P. Joe Übelmesser SJführt durch den Abend.Jetzt aber richtig! Lehren aus den aktuellen WeltkrisenFachtagung zu einem neuen WohlstandsleitbildDie Grenzen aktueller Leitbilder und Wohlstandsindikatoren sind seit der erstenStudie des „Club of Rome“ (1972) bekannt, dringen aber erst seit der Nahrungsmittelkrise(2008), der Weltfinanzkrise (2009) und zunehmenden Wetterextremenins allgemeine Bewusstsein. Die Frage nach komplementären Wohlstandsindikatorenund ­maßstäben wird immer drängender: Wie kann ein sozial­ökologischnachhaltigesUmsteuern in die Wege geleitet werden?Fachtagung in Nürnberg am 4./5. November unter Leitung vonP. Dr. Jörg Alt SJ und Samuel Drempetic. Weitere Informationen,Tagungs ablauf und Referenten: www.centrum­fuer­globales­lernen.deweltweit 31


RückblickVor 30 Jahren in SimbabweP. Oskar Wermter SJ schreibt über die Zeit kurz nach dem Guerilla-KriegAn einem Sonntagmorgen kurz vor der Heiligen Messe landet unangemeldetein Hubschrauber auf der St. Albert’s Mission. Der Kommandeur der ZANLA­Guerilla­Armee, Rex Nhongo, Reporter und Kameraleute des SimbabwischenFernsehens und eine junge Dame steigen aus. Letztere entpuppt sich als einefrühere Küchenangestellte der Mission, die 1973 zusammen mit 250 Schülernder Mission entführt worden war. Sie schloss sich damals den Entführernan und ist jetzt Parteifunktionärin. Zweck des Hubschrauberfluges: an Ort undStelle soll der Hergang der Entführung, eines der mehr spektakulären Unternehmenin der Frühzeit des Krieges, für das Fernsehen rekonstruiert werden.P. Weichsel, selber Augenzeuge der Entführung im Juli 1973, schaut interessiert zu.Aus drei Magazinen istweltweit entstanden:Sambesi, Nr. 33, 1981Vor 50 Jahren in JapanP. Johannes Bezikofer SJ sinniert über die Wege zu GottDie Wege zu Gott sind nicht verschlossen in Japan. Sind es aber nicht zu wenige,die sie gehen? Stellen wir uns einmal vor, wir sollten uns von unserer Welt undvon den Überzeugungen und Vorstellungen unserer Väter trennen und ganzneu denken und glauben! Wenn ein Missionar im Jahre auch nur zwanzig Menschenzu Christus führen kann, sind das nicht ebenso viele Wunder der Gnade,und ist dann seine Jahresarbeit nicht reichlich belohnt? In den vielen Mühendes Missionars bereitet sich das Kommen des Reiches Gottes vor. Gott kannzuwarten, er plant auf Jahrtausende.Aus dem Lande der aufgehendenSonne, Nr. 54, 1961Vor 40 Jahren in NürnbergP. Joe Übelmesser SJ entschuldigt sich bei den WohltäternSollte, ja müsste ich mich nicht einmal entschuldigen für die vielen Zahlkartenund Bettelbriefe, die Sie immer wieder von uns erhalten? Aber da taucht schonein weiteres Problem auf: Eine Entschuldigung ist nur echt, wenn man denfesten Vorsatz hat, es nicht wieder zu tun. Und ich bin ganz ehrlich: an diesemVorsatz hapert es schwer. Nun möchte ich sagen warum: 20 unserer deutschenMissionare arbeiten in Indien Seite an Seite mit 256 einheimischen Mitbrüdern.In Indonesien sind es 22 unter 283. In Pakistan sind es nur drei, die noch studierenund das kostet auch etwas. In Afrika sind es 8, aber die fangen erst anund aller Anfang ist schwer. Dazu kommen noch viele andere Missionare ausVietnam, Südamerika und von überall. Können Sie deshalb verstehen, warumdie Zahlkarten nicht aufhören? Warum die Missionsprokur sich verhält wie eineSchar wildgewordener Bettelmönche? Wie ein Fass ohne Boden?Missio, Herbst 1971weltweit 33


ImpressumHerausgeber: Klaus Väthröder SJRedaktion: Judith BehnenGestaltung: Katja Pelzner, dialogDruck auf zertifiziertem Papier aus nachhaltigerForstwirtschaft: EOS St. OttilienISSN 1860­1057, erscheint vierteljährlichAusgabe: 3/2011 – Herbstweltweit – die JesuitenmissionÜberall auf der Welt leben Jesuiten mit den Armen,teilen ihre Not, setzen sich für Gerechtigkeit undGlaube ein. Über dieses weltweite Netzwerk fördertdie Jesuitenmission dank Ihrer Spenden rund 600Projekte in mehr als 50 Ländern. Sie leistet Unterstützungin den Bereichen Armutsbekämpfung,Flüchtlingshilfe, Bildung, Gesundheit, Ökologie,Menschenrechte und Pastoralarbeit.weltweit – das Magazingibt viermal im Jahr einen Einblick in das Leben unddie Arbeit unserer Missionare, Partner und Freiwilligen.✂Ja, schicken Sie mir weltweit – das Magazinder Jesuitenmission ab der nächsten Ausgabebitte kostenlos zu. (Für neue Abonnenten)Bildnachweise:Angela Hellmuth/JRS (Titel,S.5,S.7,S.9,S.18­19,S.25,S.32), Sauerbeck (S.2), Vodvarka/JRS (S.4),Mendes/JRS (S.8), Balleis SJ (S.6,S.10,S.20,S.34),IGP München (S.11), Kurmann SJ (S.12,S.15,S.29,S.35,Rücktitel), Behnen (S.13­14,S.27,S.31),Prier SJ (22­23), Hochrainer (S.24), Wermter SJ (S.26),Casa Ricci (S.29), Stübner (S.30), Archiv (S.31),Kunstarchiv (S.32), San Ignacio de Moxos (S.32)Leserbriefe bitte an:Redaktion weltweitKönigstraße 64, 90402 NürnbergTel. (0911) 23 46­160, Fax ­161weltweit@jesuitenmission.dewww.jesuitenmission.deSpendenkonto: 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00IBAN: DE61750903000005115582SWIFT: GENODEF1M05Name, VornameStraße, Nr.PLZ, OrtE­Mail (falls vorhanden)AntwortAn dieJesuitenmissionRedaktion weltweitKönigstraße 6490402 NürnbergGeburtsdatum (freiwillige Angabe)weltweit 35

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