Unfal von Tschernobil - Dr. Hussein Saado Portrait des GOSKs in ...

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Unfal von Tschernobil - Dr. Hussein Saado Portrait des GOSKs in ...

Im Vergleich zur unmittelbar betroffenen Bevölkerung konnten wir in der Schweizund ganz allgemein in Westeuropa nach einigen Wochen weitgehend zurTagesordnung übergehen. Doch in der Ukraine, in Weissrussland und in denbenachbarten Gegenden von Russ-land ist die Tagesordnung auch heute, 20 Jahrespäter, noch immer nicht eingekehrt.Gesundheitliche Schäden: Zählen nur die Todesfälle?Vier Jahre nach der Tschernobylkatastrophe berichteten Ärzte in den am stärkstenbetroffenen Regionen, dass sie bei Kindern Schilddrüsenkrebs entdeckt hatten - ineinem Alter, in dem diese Krankheit sonst ausserordentlich selten ist. Diese Nachrichtwurde vorerst von zahlreichen Wissenschaftern als unwahrscheinlich abgetan. Uns istein Fall bekannt, wo eine sorgfältig durchgeführte statistische Übersicht über dieersten 160 in Weissruss-land diagnostizierten Fälle von einer international führendenmedizinischen Fachzeitschrift ohne nähere Überprüfung von der Veröffentlichungausgeschlossen wurde, weil - wie der Redaktor den Autoren schrieb - eineKrebsentstehung so wenige Jahre nach einer Bestrahlungseinwirkung nicht möglichsei. Dass eine noch nie dagewesene Katastrophe auch noch nie dageweseneAuswirkungen haben könnte, wurde nicht in Betracht gezogen. Ähnlich tönte es vonder Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) in Wien, deren Auftrag es ist, diefriedliche Nutzung der Atomenergie zu fördern. Vor zehn Jahren ging diese Agentur,die vor kurzem den Friedensnobelpreis erhalten hat, sogar so weit, die Publikationwissenschaftlicher Berichte über gesundheitliche Tschernobylfolgen zu verhindern,die bei der Weltgesundheitsorganisation bereits zum Druck bereitlagen.Nun stehen wir vor dem 20. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe, und nach wie vorhören wir sich widersprechende Einschätzungen der gesundheitlichen Schäden. Werdiese herunterspielen will, weist darauf hin, dass der Schilddrüsenkrebs nur seltenzum Tode führt und dass in der Folge von Tschernobyl weniger als 1 Prozent derFälle zum Tode geführt haben. Wer aber - wie heute in der Einschätzung vongesundheitlichen Schäden üblich - die verlorenen Jahre in guter Lebensqualitätbetrachtet, wird sehen, dass die meisten der nach Tschernobyl aufgetretenen 4000Schilddrüsenpatientinnen und -patienten nun lebenslänglich krank sind und sozialausgeschlossen werden. Bereits Anfang der 90er Jahre wurde festgestellt, dass beiüber 60 Prozent aller Kinder mit Schilddrüsenkrebs Ableger (Metastasen) in denLymphdrüsen vorhanden waren. Wurde ein Fall entdeckt, musste das betroffene Kindin einer meist weit entfernten Klinik genau untersucht werden und sich je nachBefund einer chirurgischen oder einer Strahlenbehandlung unterziehen. JährlicheKontrolluntersuchungen mit umständlichen Reisen ins medizinische Zentrum wurdennötig, und wenn die Schilddrüse entfernt werden musste, entstand einelebenslängliche Abhängigkeit von der regelmässigen Einnahme vonSchilddrüsenhormonen.Kommt dazu, dass junge Leute, bei denen Schilddrüsenkrebs festgestellt worden ist,als verseucht gelten und - teils auch bei der Partnerwahl - gemieden werden. Ob dieAnnahme einer andauernden radioaktiven Verseuchung dieser Menschen5

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