Unfal von Tschernobil - Dr. Hussein Saado Portrait des GOSKs in ...

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Unfal von Tschernobil - Dr. Hussein Saado Portrait des GOSKs in ...

wissenschaftlich korrekt ist, spielt keine Rolle - ihr Leben bleibt durch Tschernobylgezeichnet.Vor einigen Jahren wollten wir diese sozialmedizinische Seite der Tschernobylfolgenzusammen mit einer weissrussischen Ärztin näher untersuchen, und sie war bereit, inihren jährlichen Nachuntersuchungen entsprechende Fragen zu stellen. Doch dieBehörden verweigerten im Rahmen ihres engen Gesundheitsverständnisses dieErlaubnis.Ähnlich unterschiedlich wird über die gesundheitlichen Folgen bei den Liquidatorenberichtet, das heisst den Hunderttausenden von Arbeitern und Soldaten, die zumLöschen des Feuers im Reaktor und zum Aufräumen der Explosionsschäden in undum Tschernobyl eingesetzt worden waren. Tausende von ihnen sind seithergestorben, viele davon an Krebs. Während die einen die Todesfälle der Bestrahlunganlasten, glauben die anderen, dass hier die Armut in der Folge der Auflösung derSowjetunion massgeblich beteiligt war. Es ist mir nicht bekannt, inwieweit zurzeitnoch Studien im Gange sind, in denen mit bestmöglicher Methodik versucht wird,diese Faktoren einzeln gegeneinander abzuwägen, doch darf gehofft werden, dass inden zum 20. Jahrestag von Tschernobyl organisierten wissenschaftlichen Tagungendarüber berichtet werden wird.Doch auch wenn weiterhin widersprüchliche Ergebnisse zur Tschernobyl-bezogenenSterblichkeit von Liquidatoren veröffentlicht werden sollten, steht doch fest, dasssich diese Hunderttausende von Männern ebenso wie die jungen Leute mitSchilddrüsenkrebs ein Leben lang Kontrolluntersuchungen unterziehen müssen, vonAngst vor einem negativen Befund geplagt.Lehren für die SchweizWas können wir bei uns von Tschernobyl lernen? Was tun wir damit, dass statistischgesicherte Häufungen von Schilddrüsenkrebs bei Kindern beobachtet wurden, dienach Westen wie auch nach Osten bis zu 300 Kilometer entfernt von Tschernobyllebten? Welche Gegenden in der Schweiz sind da noch sicher? Was tun wir damit,dass bei der Verursachung der Katastrophe von Tschernobyl menschliches Versagenund Alkohol eine entscheidende Rolle spielten? Wird der Faktor Mensch genügendberücksichtigt, wenn es um die Beurteilung der Sicherheit technischer Anlagen geht?Wie sollen wir überhaupt mit technischen Grossanlagen umgehen, bei denen Unfällekatastrophale Ausmasse annehmen können?Während diese Zeilen geschrieben werden, wütet nördlich von London ein immenserBrand in riesigen Treibstoffanlagen mit unvorstellbaren Folgen auf Klima undUmgebung. In unseren Bergen sollen zur Erhöhung der Stromproduktion Stauseenvergrössert werden mit dem Risiko der Bedrohung unserer Städte durchzerstörerische Flutwellen, sollte einmal - durch Naturkräfte, menschliches Versagenoder menschliche Bösartigkeit - eine Staumauer brechen.6

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