Pfarrbrief - St. Martin, Bilk

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Pfarrbrief - St. Martin, Bilk

Editorialritualisierte Formel, sondern verbindlicheZustimmung, will sagen:Ich als Person, - nicht „wir“ oder gar„man“, sondern: Ich-selbst sprechemein „Ja und Amen“.Dabei hat das Amen durchaus unterschiedlicheKlangfarben: manchmal ist es ein Ausrufezeichen,eine zustimmende Bestätigung; manchmal ist es ein Punkt, eineabschließende Versicherung; manchmal ist es auch ein Doppelpunkt,ein fanfarenartigerHinweis, so etwa, wenn Jesussagt: Amen! Amen! Ich sageeuch“. (kommt 54 mal in der Bibelvor)Im Blick auf Gott bekommt dasAmen schließlich einen letztgültigenKlang. Wir können es sagen, weilein anderer es längst und immerschon gesagt hat.Im altehrwürdigen Wort der Schriftbegegnet uns der Eine, der sich amsechsten Schöpfungstag alles ansahund sagte: „Amen! Sehr gut istes!“ (Gen 1,31)Ist dies nicht ein unglaublichesWort?Fast ein Zynismus, wenn wir unserekaputte Welt, die kleine wie die große,anschauen?Auf das Jahrtausend geschaut, sehenwir: die blutigen Spuren der Inquisition; die brutale Eroberung und AusbeutungLateinamerikas; den mörderischen DreißigjährigenKrieg; die Opfer der großen Seuchen,-Pocken und Cholera.Auf das Jahrhundert geschaut, sehenwir: zwei Weltkriege, von deutschemBoden ausgehend; die menschenverachtenden Ideologiendes Faschismus und Stalinismus,die uns Ausschwitz undden Archipel Gulag brachten; den Wahnsinn der Atombombenauf Hiroshima und Nagasaki undder Napalmgranaten in Vietnam; die Opfer sexuellen Missbrauchsauch in kirchlichen Einrichtungen.Auf das Jahrzehnt geschaut, sehenwir: die Opfer der großen Naturkatastrophen,- das Erdbeben inHaiti und der Tsunami an derKüste Thailands; die Terroropfer religiöser Fanatikerim Nahen Osten, Irland undAmerika; die Kraftwerkskatastrophe vonFukushima und die Strahlungsfolgen;Auf das Jahr geschaut, wissen wir: um den plötzlichen Tod naherMenschen; um eine über Nacht aufgebrocheneKrankheit; das abrupte Ende von Beziehungen.7

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