Gewinn- und Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter: Die Betriebe in ... - IAB

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Gewinn- und Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter: Die Betriebe in ... - IAB

IABKurzbericht Nr. 13/2006sind zwischen den einzelnen Branchenkaum Unterschiede festzustellen.Darüber hinaus lassen sich weitereKriterien feststellen, die Gewinnbeteiligungsbetriebeauszeichnen (vgl. Bellmann/Möller2005):‣ Je besser der Betrieb seine Ertragslageeinschätzt, desto wahrscheinlicherist, dass er Gewinnbeteiligungsmodelleeinsetzt.‣ Umgekehrt gibt es eine Reihe vonBetrieben, bei denen eine Sanierung undUmstrukturierung mit Hilfe von Beteiligungssystemenvorgenommen wurde.‣ Mitarbeiterbeteiligung ist auch ineinem Arbeitsumfeld mit komplexenund interdependenten Arbeitsaufgabenbesonders sinnvoll. Insofern ist in Betriebenmit hohen Anteilen qualifizierterKasten 1Die DatenbasisBeschäftigter die Verbreitung von Systemender Mitarbeiterbeteiligung höher.‣ Nicht nur aus diesem Grund sind dieseSysteme auch in jüngeren technologieorientiertenBetrieben zu finden, sondernauch weil in diesen die Geschäftstätigkeitnoch nicht stetig genug ist, um über dieZahlung höherer Löhne und Gehälter diequalifizierten Mitarbeiter an den Betriebbinden zu können.Deutsche Betriebe liegenim Mittelfeld der EU-LänderAktuelle Informationen zur Verbreitungvon Gewinn- und Kapitalbeteiligung imEU-Vergleich liegen nicht vor. Vor zehnJahren, also im Jahr 1996, wurde von derEuropäischen Stiftung zur Verbesserungder Lebens- und Arbeitsbedingungen dieBei dem IAB-Betriebspanel handelt es sich um eine jährliche Wiederholungsbefragungvon Arbeitgebern, die seit 1993 in den alten und seit 1996 in den neuen Bundesländerndurchgeführt wird. Grundgesamtheit sind Betriebe aller Wirtschaftszweige undBetriebsgrößen mit mindestens einem sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (vgl.als Überblick Bellmann 2002). Es werden mittlerweile jedes Jahr fast 16.000 Betriebepersönlich-mündlich befragt. Der Fragebogen umfasst neben betriebswirtschaftlichenKennziffern (Geschäftsvolumen, Ertragslage, Investitionen) detaillierte Angaben zumPersonalbestand und zu Personalbewegungen. Ausbildungsaktivitäten und Weiterbildungsmaßnahmenwerden ebenso erfasst wie Informationen zum Stand der technischenAusstattung, zu organisatorischen Innovationen, zur Arbeitszeitregelung und zur Inanspruchnahmeöffentlicher Fördermaßnahmen. Hinzu kommt ein jährlich wechselnderSchwerpunkt mit aktuellem politischem und wissenschaftlichem Bezug.So wurden die Betriebe bei der Erhebung im Jahr 2005 gebeten, Angaben über Beteiligungsmodellefür ihre Mitarbeiter zu machen. Dabei ging es um zwei Formen dermateriellen Mitarbeiterbeteiligung, die Gewinn- und die Kapitalbeteiligung:Bei der Gewinnbeteiligung erhalten Mitarbeiter zusätzlich zu Lohn und Gehalt eineerfolgsabhängige Zuwendung. Sie kann durch Ausschüttungs-, Unternehmens- undSubstanzgewinnbeteiligung erfolgen (Becker 1993).Bei der Kapitalbeteiligung stellen Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber finanzielle Mittelzur Verfügung (Backes-Gellner et al. 2002) und werden dadurch i.d.R. Miteigentümer.Beispiele dafür sind die Ausgabe von GmbH-Anteilen, Belegschaftsaktien oder vonKG-/Genossenschaftsanteilen.Die konkrete Frage im IAB-Betriebspanel 2005 lautete: Gibt es in Ihrem Betrieb zusätzlichefinanzielle Anreize für die Beschäftigten in Form einer Kapitalbeteiligung amUnternehmen oder in Form einer Gewinn- bzw. Erfolgsbeteiligung?Wenn ja: Bitte schätzen Sie, welcher Anteil der Beschäftigten in den Genuss derjeweiligen Leistung kommt.Kapitalbeteiligungam Unternehmen:Gewinn- bzw.Erfolgsbeteiligung:Ja……………Nein…………Ja……………Nein…………und zwar für ca.und zwar für ca.% der Beschäftigten% der BeschäftigtenMehr Informationen zum IAB-Betriebspanel finden Sie unter http://betriebspanel.iab.deso genannte EPOC-Studie („EmployeeParticipation in Organisational Change“)durchgeführt (Poutsma 2001). In zehneuropäischen Ländern wurde untersucht,wie viele Betriebe Gewinn- bzw. Kapitalbeteiligunghaben (vgl. Kasten 2 aufSeite 5). Demnach hat fast jeder vierteBetrieb in diesen Ländern Gewinnbeteiligung(23%) und fast jeder zehnteKapitalbeteiligung (9%, vgl. Tabelle 2).Vier Prozent der europäischen Betriebebeteiligen ihre Beschäftigten am Gewinnund zugleich am Kapital.Der in dieser Studie ermittelte Anteildeutscher Betriebe mit Gewinnbeteiligunglag mit 13 Prozent etwa zehnProzentpunkte unter dem Durchschnittswert.Auch die Beteiligung am Kapitalist in Deutschland unterdurchschnittlichverbreitet: mit vier Prozent liegt derdeutsche Wert fünf Prozentpunkte unterdem EU-Durchschnitt. Nur ein Prozentder deutschen Betriebe hat beide Formender finanziellen Beteiligung zugleich.Deutschland steht damit an fünfterStelle der untersuchten Länder, hinterFrankreich (57%/7%), Großbritannien(40%/23%), Schweden (20%/2%), Dänemark(10%/6%) Spanien (8%/10%)und den Niederlanden (14%/4%).Eine etwas jüngere Studie von 1999/2000ist unter dem Namen CRANET-Surveybekannt (Pendleton et al. 2001). Sie liefertInformationen über die Verbreitungvon Gewinn- bzw. Kapitalbeteiligungin Organisationen in 14 verschiedenenEU-Ländern. 2 Tabelle 2 ist zu entnehmen,dass im Durchschnitt fast jedersechste Betrieb in diesen Ländern eineForm von Kapitalbeteiligung hat (16%).Dabei steht Deutschland mit jedem zehntenBetrieb auch in dieser Studie hinterGroßbritannien (30%), Frankreich (23%),den Niederlanden (21%), Irland (16%),Dänemark und Finnland (jeweils 15%),Schweden (12%) sowie Belgien (11%) imMittelfeld (9. Platz unter 14 Ländern).2Obwohl in der Tabelle 2 nur die Ergebnisse fürdie „broad based schemes“ ausgewiesen sind,liegen die Anteilswerte von Gewinn- und Kapitalbeteiligungbei der CRANET-Studie wesentlichüber denen der EPOC-Studie. Diese Tatsache istunter anderem auf Unterschiede bzgl. der Grundgesamtheit,der Abgrenzung der Erhebungseinheit,des Erhebungsmodus und der Operationalisierungzurückzuführen (eine Gegenüberstellung derbeiden Studien vgl. Kasten 2, Seite 5). Die Zahlensind daher weder untereinander noch mit denendes IAB-Betriebspanels vergleichbar.


IABKurzbericht Nr. 13/2006Eine ähnliche Position nehmen die deutschenBetriebe auch bei der Verbreitungder Gewinnbeteiligung ein. Mit 18Prozent liegt Deutschland klar hinterFrankreich (84%), den Niederlanden(55%), Großbritannien (30%), Finnland(27%), Österreich (27%), Irland (24%)und Schweden (19%) auf Platz 8 unter14 Ländern, die in der Untersuchungberücksichtigt worden sind.Zusammenfassend kann gesagt werden,dass die finanzielle Partizipation derMitarbeiter am Ertrag und Vermögendes Betriebes, in dem sie beschäftigtsind, in großen Teilen Europas geringausfällt (Poutsma 2001, S. 35, Pendletonet al. 2001) und dass die Verbreitungvon Gewinn- und Kapitalbeteiligung indeutschen Betrieben in beiden Studienunterhalb des Durchschnitts der betrachtetenEU-Länder liegt. 3Die unterschiedliche Nutzung von Systemender Gewinn- und Kapitalbeteiligunglässt sich auch damit erklären, dass Betriebedie mit diesen Systemen verbundenenVorteile in unterschiedlicher Weisenutzen können. Insbesondere möglicheBeschäftigungseffekte (vgl. Weitzman1984) haben eine Reihe von Ländernveranlasst, Betriebe mit Gewinn- undKapitalbeteiligungen steuerlich zu fördern.In Frankreich ist die Einführungvon Gewinnbeteiligung in Unternehmenmit mehr als 50 Beschäftigten seit 1993sogar verpflichtend (Poutsma 2001).Da die Gestaltung der EntgeltsystemeBestandteil der in den einzelnen Ländernverwendeten Managementkonzeptionenist, dürfte sich eine stärkere oderschwächere Nutzung von Systemen derGewinn- und Kapitalbeteiligung auch aufin Deutschland ansässige Tochterunternehmenausländischer Organisationenauswirken.Außerdem ist es interessant zu wissen,ob ausländische Unternehmen ihre imHeimatland genutzten Systeme derMitarbeiterbeteiligung auch unter denRahmenbedingungen des deutschenWirtschafts-, Rechts- und Sozialsystemsverwenden. Insofern ist diese Analyse3Aus einer weiteren Datenquelle, einer Studie derOECD (Organisation for Economic Co-Operationand Development) aus dem Jahr 1995, lässt sichentnehmen, dass 16% der US-amerikanischenFirmen mit mehr als 100 Beschäftigten Gewinnbeteiligungsmodellehaben.Tabelle 1Betriebe mit Gewinn- und Kapitalbeteiligung in Deutschland 2005– alle Betriebe, nach Betriebsgröße und Branche –Gewinnbeteiligung KapitalbeteiligungBetriebsgrößeGesamt West Ost Gesamt West OstAnteile in %1 bis 49 Beschäftigte 8 8 8 2 2 150 bis 249 Beschäftigte 23 24 20 3 3 3250 bis 499 Beschäftigte 28 30 22 4 5 *500 Beschäftigte und mehr 34 36 21 7 8 *BrancheLand- und Forstwirtschaft 6 * 11 2 * *Bergbau, Energie- und Wasserversorgung 25 28 * * * *Verarbeitendes Gewerbe 10 10 10 2 2 1Verbrauchsgüterindustrie 6 6 7 2 2 *Grundstoffverarbeitung 13 14 10 3 3 *Investitionsgüterindustrie 12 12 12 2 2 *Baugewerbe 5 5 3 3 3 *Handel und Reparatur 11 12 9 2 2 1Verkehr und Nachrichtenübermittlung 10 10 12 1 1 *Kredit- und Versicherungsgewerbe 26 23 * 3 2 *Dienstleistungen überwiegend für Unternehmen 1 13 13 10 2 2 *Sonstige Dienstleistungen 2 5 4 5 1 1 *Gesamt 9 9 8 2 2 1Werte für „Organisationen ohne Erwerbscharakter/ Öffentliche Verwaltung“ werden aufgrund zugeringer Fallzahl nicht ausgewiesen (ebenso die mit * gekennzeichneten Zellen)1Datenverarbeitung, Forschung und Entwicklung, Rechts-, Steuer und Unternehmensberatung,Werbung, Marktforschung, Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen2Gaststätten, Beherbergungswesen, Erziehung und Unterricht, Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen,Entsorgung, Abwasser- und Abfallbeseitigung, Kultur, Sport, Unterhaltung und andereDienstleistungen wie Wäscherei, Reinigung, Friseurgewerbe, Kosmetik, Bestattungswesen,Bäder, Saunas, Solarien etc.Quelle: IAB-Betriebspanel 2005 (13. Welle West, 10. Welle Ost)Tabelle 2Betriebe mit Gewinn- und Kapitalbeteiligung im EU-VergleichEPOC* CRANET*Anteile in %Gewinnbeteiligung (in Deutschland) 13 18Durchschnitt aller untersuchten Länder 23 26Kapitalbeteiligung (in Deutschland) 4 10Durchschnitt aller untersuchten Länder 9 16Gewinn- und zugleich Kapitalbeteiligung (in Deutschland) 1 -Durchschnitt aller untersuchten Länder 4 -* Näheres zu den beiden Studien vgl. Kasten 2 auf Seite 5Quelle: Poutsma (2001), Pendleton et al. (2001)


IABKurzbericht Nr. 13/2006anwendungsbezogener als der Ländervergleichin der CRANET- und derEPOC-Studie.Nach Berechnungen auf der Basis desIAB-Betriebspanels 2005 betrug derAnteil der Betriebe in ausländischemBesitz an allen Betrieben in Deutschlanddrei Prozent.Sind Betriebe in ausländischemBesitz aktiver?Die Frage, ob diese ausländischen Betriebein Deutschland ihre Mitarbeiterhäufiger am Gewinn und Kapital beteiligenals deutsche Betriebe, wird ebenfallsmit Daten des IAB-Betriebspanelsuntersucht. 4 Betriebe, die mehrheitlichoder ausschließlich in ausländischemEigentum stehen, werden im Folgendenauch als „auslandskontrolliert“ oder„unter Auslandskontrolle“ bezeichnet.Dabei werden die beiden monetärenBeteiligungsformen (Gewinn- und Kapitalbeteiligung)zu Mitarbeiterbeteiligungzusammengefasst. Das bedeutet, dassein Betrieb, der seine Beschäftigtenentweder am Gewinn oder am Kapitaloder an beidem beteiligt, als Betrieb mitMitarbeiterbeteiligung gezählt wird.Aus Abbildung 1 ist zu ersehen, dassfast jeder dritte auslandskontrollierteBetrieb eine Mitarbeiterbeteiligung aufweist(31%), während dies nur für neunProzent der Betriebe in deutschem bzw.öffentlichem Eigentum zutrifft.Die Unterscheidung von Betrieben nachihrer Größe ist interessant, weil zumeinen die Verbreitung von Mitarbeiterbeteiligung,zum anderen auch dieWahrscheinlichkeit, dass ein Betriebauslandskontrolliert ist, mit der Betriebsgrößesteigt. Abbildung 1 zeigt,dass auslandskontrollierte Betriebe jederBetriebsgrößenklasse häufiger Mitarbeiterbeteiligunghaben als diejenigen, dienicht auslandskontrolliert sind. DiesesErgebnis widerlegt die Vermutung, dassder Zusammenhang von Mitarbeiterbeteiligungund Auslandskontrolle auf einenGrößeneffekt zurückzuführen sei. 5FazitEin Vergleich der Ergebnisse des IAB-Betriebspanels 2001 und 2005 zeigt,dass sich in den letzten vier Jahren dieVerbreitung von Gewinn- und Kapitalbeteiligungssystemenin Deutschlandkaum geändert hat. In beiden Jahrenweisen neun Prozent der Betriebe eineGewinnbeteiligung auf. Die Verbreitungvon Kapitalbeteiligung ist mit drei bzw.zwei Prozent aller Betriebe ebenfallsnahezu konstant geblieben.Die finanzielle Partizipation der Mitarbeiteram Ertrag und Vermögen desBetriebs, in dem sie beschäftigt sind, istAbbildung 1Betriebe in ausländischem Besitz beteiligen ihre Mitarbeiterhäufiger an Gewinn und Kapital als Betriebe in deutschem BesitzAnteil der Betriebe mit Beteiligungsmodellen in Deutschland 2005 nachEigentumsverhältnissen und nach Betriebsgröße - in Prozent65828234927500 und mehr BeschäftigteAnmerkung: t-Tests auf Mittelwertunterschiede sind in jeder Größenklasse signifikant.Quelle: IAB-Betriebspanel 2005 (13. Welle West, 10 Welle Ost)471 bis 49 50 bis 249 250 bis 49933AuslandskontrollekeineAuslandskontrolle931alle Betriebe© IABIABInfoSpezialMehr zum Thema Gewinn- und Kapitalbeteiligungder Mitarbeiter findenSie auf der Infoplattform des IAB imInternet (iab.de/infoplattform/mitarbeiterbeteiligung).Sie enthält Informationenzur Verbreitung sowie zu denProduktivitäts- und Beschäftigungseffektenvon Mitarbeiterbeteiligungen.Darüber hinaus werden die Positionender Akteure in der aktuellen Diskussionwiedergegeben.Hinweise auf Veröffentlichungen (vielfachmit Volltextzugriff), Forschungsprojekte,Institutionen sowie weiterführendeLinks ergänzen das Angebot.IABInfoSpezial ist ein kostenloserInternetservice des IAB, bei dem aktuelleArbeitsmarktthemen kurzfristigaufgegriffen und Informationen dazustrukturiert angeboten werden. Alle zurZeit verfügbaren Themen finden Sieunter iab.de/infoplattform.in einigen EU-Ländern höher, in anderenjedoch auch geringer. Frankreich undGroßbritannien stehen an der Spitzeder Beteiligungsländer. Dort bestehenallerdings gesetzliche Verpflichtungenbzw. steuerliche Vergünstigungen fürBetriebe mit Systemen der Mitarbeiterbeteiligung.In Deutschland ansässige Betriebe inausländischem Besitz haben wesentlichhäufiger Mitarbeiterbeteiligungssystemeals Betriebe in deutschem Eigentum.Dies gilt für alle untersuchten Betriebsgrößenklassen.Insofern wirkt sich diestärkere Verbreitung von Systemen derMitarbeiterbeteiligung in anderen Ländernauch auf Betriebe in ausländischemBesitz in Deutschland aus.Dieses Ergebnis ist wichtig, da eineEntlohnung in Abhängigkeit vom Gewinnoder Kapital häufig überdurch-4Im IAB-Betriebspanel 2005 wurden die Betriebenach ihren Eigentumsverhältnissen gefragt. Siekonnten angeben, ob sich der Betrieb „mehrheitlichoder ausschließlich“ in westdeutschem,ostdeutschem, ausländischem oder öffentlichemEigentum befindet, ob es keinen Mehrheitseigentümergibt oder ob die Eigentumsverhältnisse nichtbekannt sind.5In weitergehenden multivariaten Analysenbestätigt sich der positive Zusammenhang vonAuslandskontrolle und Mitarbeiterbeteiligung (vgl.Bellmann/Möller 2006).


IABKurzbericht Nr. 13/2006schnittlich produktive und begabteBewerber anspricht. Mit der Einführungvon Systemen der Gewinn- und Kapitalbeteiligungschaffen die BetriebeAnreize für mehr Leistung (Hübler1995). Die stärkere Identifikation derArbeitnehmer führt dazu, dass diesesich Gedanken über Verbesserungendes Arbeitsprozesses machen und ihreIdeen auch kommunizieren. Außerdemist eine sinkende Mitarbeiterfluktuationzu erwarten, verbunden mit geringerenRekrutierungs- und Einarbeitungskostensowie einer größeren Bereitschaft,Investitionen in firmenspezifischesHumankapital vorzunehmen.Insofern können Betriebe bei dem zu erwartendenFachkräftemangel durch eineverstärkte Nutzung von gewinnabhängigerund kapitalbasierter Entlohnungeinen Wettbewerbsvorteil erlangen.LiteraturBackes-Gellner, U./ Kay, R./ Schröer, S./Wolff, K. (2002): Mitarbeiterbeteiligungin kleinen und mittleren Unternehmen.Verbreitung, Effekte, Voraussetzungen,Wiesbaden.Becker, F. G. (1993): Strategische Ausrichtungvon Beteiligungssystemen.In: Weber, Wolfgang (Hrsg.): Entgeltsysteme.Lohn, Mitarbeiterbeteiligungund Zusatzleistungen. Festschrift zum65. Geburtstag von Eduard Gaugler,Stuttgart, S. 313-338.Bellmann, L. (2002): Das IAB-Betriebspanel– Konzeption und Anwendungsbereiche.In: Allgemeines StatistischesArchiv 86, 177-188.Bellmann, L./ Möller, I. (2006): Auslandskontrolleund Mitarbeiterbeteiligung(im Erscheinen).Bellmann, L./ Möller, I. (2005): Produktivität,Fluktuation und Gewinnbeteiligung.In: Bellmann, L./ Hübler,O./ Meyer, W./ Stephan, G. (Hrsg.):Institutionen, Löhne und Beschäftigung.Beiträge aus der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung294, 101-115.Hübler, O. (1995): Produktivitätssteigerungdurch Mitarbeiterbeteiligungin Partnerschaftsunternehmen? In:Mitteilungen aus der Arbeitsmarkt- undBerufsforschung 2, 214-223.Löhr, A./ Althaus, J./ Westkamp, H.(2002): Stock Options bei deutschenAktiengesellschaften. In: K.-R. Wagner(Hrsg.): Mitarbeiterbeteiligung – Visionenfür eine Gesellschaft von Teilhabern.Wiesbaden, 340-353.OECD (1995): Profit-Sharing in OECDCountries. In: Employment Outlook,Paris, 139-169.Pendleton, A./ Poutsma, E./ van Ommeren,J./ Brewster, C. (2001): EmployeeShare Ownership and Profit-Sharingin The European Union. European Foundationfor the Improvement of Livingand Working Conditions.Poutsma, E. (2001): Recent trends inemployee financial participation in theEuropean Union. European Foundationfor the Improvement of Living andWorking Conditions.Weitzman, M. L. (1984): The Share Economy,Cambridge (deutsch: Das Beteiligungsmodell.Vollbeschäftigung durchflexible Löhne), Frankfurt, New York.Kasten 2GrundgesamtheitErhebungseinheitKonzept derAbfrage vonGewinn- undKapitalbeteiligungAnzahl derBetriebeWichtige Unterschiede der EPOC- und CRANET-StudieEPOCBetriebe des privatenSektors mit mindestens50 Beschäftigten(ohne Landwirtschaft)BetriebEinführung von finanziellerPartizipation für die größteBerufsgruppeCRANETBetriebe des privatenSektors mit mindestens 200Beschäftigten(ohne Bildungseinrichtungen)allgemein „Organisation“(den Befragten wurde überlassen,die Erhebungseinheitabzugrenzen)4.603 Betriebe 2.506 BetriebeJahr der Erhebung 1996 1999/2000TeilnehmendeLänderDänemark, Deutschland,Frankreich, Großbritannien,Irland, Italien, Niederlande,Portugal, Spanien undSchwedenUnterscheidung von „narrowbased“ und „broad basedschemes“ (weniger bzw. mehrals 50% der Belegschaft sindeingebunden)Belgien, Dänemark, Deutschland,Finnland, Frankreich,Griechenland, Großbritannien,Irland, Italien, Niederlande,Österreich, Portugal, Spanienund Schweden


IABKurzbericht Nr. 13/2006IABKurzberichtNr. 13 / 5.9.2006RedaktionUlrich Möller, Elfriede SonntagGraphik & GestaltungMonika Pickel, Elisabeth StraußRechteNachdruck – auch auszugsweise – nurmit Genehmigung des IAB gestattetTechnische Herstellungpms Offsetdruck GmbH,WendelsteinRückfragen zum Inhalt anPD Dr. Lutz Bellmann, Tel. 0911/179-3046oder e-Mail: lutz.bellmann@iab.deISSN 0942-167XImpressumIAB im Internet: http://www.iab.deDort finden Sie unter anderem auch diesenKurzbericht im Volltext zum DownloadBezugsmöglichkeitIAB-Bestellservicec/o IBRo Versandservice GmbHKastanienweg 118184 RoggentinFax: 0180 5 00 38 66e-Mail: iab@ibro.de

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