Die Psychologie des vorderen Knieschmerzes - Vinzenz Gruppe

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Die Psychologie des vorderen Knieschmerzes - Vinzenz Gruppe

Inhalt1. Welche psychologischen Modelle zum Schmerzgibt es und können sie auch für den Knieschmerzgültig sein?2. Wie ist Befund- und Forschungslage?


1. Psychologische Modelle‣ Patienten mit PFPS unterscheiden sich nichtwesentlich von anderen chronischenSchmerzpatientenThomee,P., Thomee, R., Karlsson, J. Patellofemoral pain syndrome: pain, copingstrategies and degree of well-being. Scand J Med Sci Sports 2002: 12: 276-281.


1. Psychologische Modelle‣ Übereinstimmungen zwischen Patienten mit PFPSund anderen chronischen Schmerzpatienten in denpsychologisch relevanten Bereichen:• Schmerzwahrnehmung• Copingstrategien• Allgemeines WohlbefindenThomee,P., Thomee, R., Karlsson, J. Patellofemoral pain syndrome: pain, copingstrategies and degree of well-being. Scand J Med Sci Sports 2002: 12: 276-281.


1. Psychologische Modelle‣ Höhere Ausprägungsgrade• Copingstil „Katastrophisieren“• AngstThomee,P., Thomee, R., Karlsson, J. Patellofemoral pain syndrome: pain, copingstrategies and degree of well-being. Scand J Med Sci Sports 2002: 12: 276-281.


1. Psychologische ModelleEinflussfaktoren auf den Chronifizierungsprozess:• Emotionale Stimmung• Schmerzbezogene Kognitionen• Verhaltensbezogene Schmerzbewältigung/ Copingstil


1. Psychologische ModelleEmotionale Stimmung• depressive Stimmungslage = signifikanter Risikofaktorfür den Chronifizierungsprozess• über 80% der Patienten mit depressiv getönterStimmungslage profitieren nicht von einer alleinigenmedizinischen Behandlung


1. Psychologische ModelleSchmerzbezogene Kognitionen• momentbezogene Selbstverbalisationen• krankheitsbezogene Metakognitionen


1. Psychologische ModelleSchmerzbezogene Kognitionenmomentbezogene Selbstverbalisationen• Überbewertung der Schmerzerfahrung(Katastrophisieren, Hilf- und Hoffnungslosigkeit)• Unterbewertung (Bagatellisieren)


1. Psychologische ModelleSchmerzbezogene Kognitionenkrankheitsbezogene Metakognitionen„fear-avoidance beliefs“:Überzeugungshaltungen mit Verhaltenskonsequenzen,wonach das persönliche Schmerzleiden einenungünstigen Verlauf nehmen wird und nicht mit einerWiederherstellung der ursprünglichenFunktionskapazität gerechnet wird.


1. Psychologische ModelleSchmerzbezogene Kognitionenungünstigstes kognitiv-affektives Muster:Durchhalteappelle & depressive Stimmungslage‣ höhere Schmerzintensität‣ höhere Immobilität‣ geringere Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreicheberufliche Rehabilitation


1. Psychologische ModelleVerhaltensbezogene Schmerzbewältigung/ Copingstil‣ Vermeidungsverhalten‣ Durchhaltestrategien


1. Psychologische ModelleCopingstil: Vermeidungsverhalten• geringes Ausmaß an körperlicher und sozialer Aktivität• oftmaliges Äußern körperlicher Beschwerden• vermehrter Medikamentengebrauch• hohe Inanspruchnahme von Behandlungen• häufig in Kombination mit dem ungünstigen kognitivenSchema des „Katastrophisieren“


1. Psychologische ModelleAngstreduktionAktivitätPositiveKonsequenzenVermeidungRückzugKatastrophisierenDepressio


1. Psychologische ModelleFear-Avoidance BeliefsMaladaptiveÜberzeugung:„Bewegungführt zu Schmerz“VermeidungsverhaltenSchonverhalten


1. Psychologische ModelleFear-Avoidance BeliefsMaladaptiveÜberzeugung:„Bewegungführt zu Schmerz“VermeidungsverhaltenSchonverhalten


1. Psychologische ModelleCopingstil: Durchhalteappelle• Überforderung trotz stärkster Schmerzen• Mangelnde Bereitschaft, schmerzbedingte Pausen zumachen• Bemühen um ausgesprochen positive Stimmungslage


1. Psychologische ModelleCopingstil: DurchhalteappellePsychologische Behandlung:• Verbesserung der Selbstwahrnehmung• Regulation des Aktivitätsniveaus• Entspannungstraining• Kognitive Umstrukturierung


2. Befund- und ForschungslagePiva SR et al. 2009: Associates of physical function and pain inpatients with patellofemoral pain syndrome. Arch Phys MedRehabil 2009 Feb; 90(2): 285-95.‣ Angst und „fear-avoidance beliefs“ sind assoziiert mitder körperlichen Funktionskapazität‣ „fear-avoidance beliefs“ sind assoziiert mitSchmerzempfinden


2. Befund- und ForschungslagePiva SR et al. 2009: Predictors of pain and function outcomeafter rehabilitation in patients with patellofemoral painsyndrome. J Rehabil Med 2009 Jul; 41(8): 604-12.‣ Veränderungen in „fear-avoidance beliefs“ stellten denbesten Prädiktor für das Outcome hinsichtlich Funktionund Schmerz dar‣ Patienten, die ihre „fear-avoidance beliefs“ verringernkonnten, verbesserten sich bei der Funktionskapazitätund reduzierten Schmerzempfinden


2. Befund- und ForschungslageBailey KM et al. 2010: Treatments addressing pain-related fearand axiety in patients with chronic musculoskeletal pain: apreliminary review. Cogn. Behav Ther 2010 Mar; 39(1): 46-63.‣ Beste Ergebnisse in der Behandlung von „fearavoidancebeliefs“ bei Patienten mit chronischenmuskuloskelettalen Schmerzen durch:• Graduierte Exposition in vivo• Akzeptanz- und Commitment-Therapie ACT


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