Bestellen? - Winkler & Richard AG

gartenland.ch

Bestellen? - Winkler & Richard AG

Das ist eine neue Ausgabe von Quicklebendig Nr. 3 August 2008

Gartenzeit

Eine Typenfrage

Welche Zwiebelblume für

welchen Typ? Seite 4/5

Ach, du Schreck!

Ein Wühlmaussschreck

kann helfen, die gefrässigen

Nager los zu werden. Seite 5

Schneiders Geld

Ganz schön teuer so ein

Garten! Steven Schneider

kalkuliert scharf. Seite 8

Blumenzwiebeln

Jetzt bestellen, im Herbst setzen

und sich im Frühling an farbiger

Blumenpracht erfreuen! Seite 2

100 x Blumenglück

Beachten Sie unseren Katalog

mit hundert Zwiebelsorten

zum bestellen!


Jetzt Blumenzwiebeln bestellen!

Wer gewinnen

will, muss

einsetzen

Im August kommen frische

Blumenzwiebeln auf den

Markt. Das bedeutet:

Heute besorgen, morgen

setzen und im nächsten

Frühjahr die farbenfrohste

Blumenpracht geniessen.

Text: Gabriela Bonin

Man setzt sie zu Hunderten, besser

noch zu Tausenden, dann wartet

man geduldig, denn sie sind Zeitbomben

der positiven Art: Nach Monaten

in dunkler, frostiger Erde explodieren sie

im Frühling mit einer Blütenpracht, die

jeden Winterverdruss vertreibt und das

Herz des Naturfreundes höher schlagen

lässt. Kaum etwas im Garten symbolisiert

die Hoffnung auf wärmere, lichtere Zeiten

mehr, als ein farbiger Reigen aus Schneeglöckchen,

Krokussen und Blausternchen –

oft haben sie sich schon mühsam den Weg

durch den letzten Schnee gebahnt und lassen

keinen Zweifel mehr offen: «Frühling,

Frühling, wird es nun bald...!» Ihnen folgen

die Wildtulpen in mannigfaltigen Farben

und die wohlduftenden Traubenhyazinthen

und Narzissen. Wer einmal in einer Dichternarzissenwiese

gelegen hat und ihrem

betörendem Duft verfallen ist, der wird

diese sinnliche Erfahrung jedes Frühjahr

von neuem begehren.

Es lohnt sich also, in den kommenden

Wochen vorzusorgen und frische Blumenzwiebeln

zu bestellen. Sie müssen im September,

spätestens im Oktober, in die Erde,

damit sie im nächsten Frühling mit aller

Kraft hervorbrechen können. Zur richtigen

Zeit bietet die Winkler & Richard AG nun

wieder ein reichhaltiges Angebot an Blu-

So blüht es im Frühling, wenn man im Herbst rechtzeitig die Blumenzwiebeln setzt: Marjoletti Tulpen (links), Dichter narzissen (l.o.) und Iranlauch.

menzwiebeln an. Kaufen Sie lieber möglichst

viele von einer Sorte – das ist kein

Werbe-Slogan von Profi tgeiern sondern

ein gut gemeinter Rat von uns Gartenprofi

s: Denn erst in überbordender Fülle

können Zwiebelblumen ihre volle Pracht

entfalten. Einzelblüten sind in der Regel

zu unauffällig, verschwinden rasch oder

gehen unter. Abgesehen von grossen Blüten

wie etwa jenen der Lilien, empfi ehlt es

sich daher, die ausgewählten Blumenzwiebeln

in grossen Stückzahlen zu setzen.

Das Gute daran: Im Laufe der Zeit werden

viele der Blumenzwiebeln auswildern

und ihren Bestand stetig vergrössern.

Durch Aussaat und Brutzwiebeln bilden

Den betörenden Duft

einer Dichternarzisse

wird man immer

wieder neu begehren

sie über die Jahre hinweg ausgedehnte

Farbfl ächen im Garten. Gerade die vielen

Kleinblumenzwiebeln sind oft pfl egeleichter

und effektvoller als ihre grossen Verwandten.

Insbesondere vor ganz grossen

Knollen mit zweifelhafter Herkunft sei

gewarnt (z.B. grosse Cyclamen-Knollen)

Es kann sein, dass sie von Sammlern in

der Türkei, im Kaukasus oder anderen

Gegenden von Vorderasien an Naturstandorten

ausgegraben wurden. Das ist

fatal für die dortigen Bestände, weil es sie

nachhaltig schwächt oder zerstört.

Prüfen Sie vor dem Kauf die Herkunft

der Knollen. Die Winkler & Richard AG

verkauft ausschliesslich Blumenzwiebeln

aus Zuchtproduktion, wovon fast alle

aus Holland stammen, weil dort ideale

Klima- und Bodenverhältnisse für die Vermehrung

von Blumenzwiebeln herrschen:

Sandiger, leichter Boden und gemässigte

Temperaturen. Aber auch in unseren

Breitengraden, wo die Böden in der Regel

schwerer und feuchter sind, gedeihen

viele Zwiebelblumen problemlos. Sind

die Knollen erst mal in der Erde, braucht

man nicht mehr viel zu tun. Bewässern

ist überfl üssig, oft sogar kontraproduktiv,

weil die Zwiebeln fäulnisanfällig sind.

Wie man die Knollen korrekt einsetzt,

lesen Sie auf Seite 4 in dieser «Gartenzeit».

Wie man sich vor gefrässigen Wühlmäusen

schützt, steht in der Rubrik «Grüner

Daumen» auf Seite 5. Weitere Pfl egetipps

sowie Vorschläge für die ideale

Kombination von Blumenzwiebeln und

deren optimale Standorte fi nden Sie im

beigelegten Blumenzwiebel-Katalog. Details

über Blütezeit, Lebensraum und Besonderheiten

jeder einzelnen Blume sind

im «Gartenshop» auf der Website von

Winkler & Richard www.gartenland.ch

aufgeführt. Dort können Sie übrigens

auch bequem via Internet bestellen.

Egal, ob Sie das W&R-Angebot im Katalog

oder auf der Website studieren:

kommt beim Anblick der vielen Blütenbilder

nicht bereits erste Vorfreude auf?

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mit hundert Zwiebelsorten

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Für´s Glück vorsorgen

In dieser Gartenzeit liegt unser

Zwiebelkatalog bei. Wir haben

unser Sortiment erweitert und

zeigen Ihnen neu jede Zwiebel mit

Bild. Damit möchte ich Sie einmal

mehr anregen, Frühlingsblüher im

Garten zu pfl anzen. Es ist jedes

Jahr von neuem ein Glücksgefühl,

wenn nach einem langen Winter

die ersten Krokusse oder Zwergiris

ihre Köpfe aus dem kalten Boden

strecken. Einige Zwiebelarten

müssen nach zwei bis drei Jahren

erneuert werden.

In meinem Garten werden

ich im kommenden Herbst die

Wildtulpen nachpfl anzen. Da die

Blumenzwiebeln der W&R ausschliesslich

aus Kulturen stammen

und nicht etwa an Wildstandorten

geerntet wurden (wo man sie für

immer vernichtet würde), sind

einzelne Arten nach einigen Jahren

erschöpft und müssen erneuert

werden. Ein weiterer Grund, warum

Blumenzwiebeln neu gesetzt

werden müssen, sind Mäuse. Sie

haben sich auch in meinem Garten

hinter die Zwiebeln gemacht. In

diesem Fall hilft ein solarbetriebener

Maulswurfschreck. Dieses Jahr

werde ich das Gerät gleich mit den

Zwiebelblumen «einpfl anzen».

Übrigens: Blumenzwiebeln gedeihen

auch in Töpfen und verwandeln

jeden noch so kleinen Balkon

in einen farbigen Frühlingsgarten.

Herzlich, Ihr Peter Richard

2 Gartenzeit Gartenzeit 3

Foto: W&R Archiv

Hilfreiches Werkzeug

Sie sind klein und unscheinbar,

zeigen aber grosse Wirkung. Die

unten aufgeführten Werkzeuge

und Hilfsmittel erleichtern das

Setzen der Blumenzwiebeln.

1. Setzholz: Damit gräbt man

gleichmässig grosse Löcher in die

Erde, um die Knollen anschliessend

einzusetzen. Fr. 8.50.-

2. Jätdolch: Mit ihm kann man

nicht nur gezielt jäten, er eignet

sich auch hervorragend zum Vergraben

kleiner Blumenzwiebeln

wie etwa Krokus oder Schneestolz.

Fr. 22.-

3. Zwiebelautomat: Er dient

zum Setzen grösserer Zwiebeln

wie Tulpen und Narzissen. Aus

FSC-Holz, mit T-Griff und Stahlspitze

für Fr. 9.50

4. Kniematte: Sie hilft gegen

Schmerzen in den Knien, schützt

vor Feuchtigkeit und Schmutz.

Fr. 64.50

Achtung: Da die Blumenzwiebeln

in ihren Schalen allergene

Stoffe enthalten können, empfehlen

wir, die Pfl anzung immer mit

Handschuhen vorzunehmen!

Alle Utensilien kann man zzgl.

Portokosten bei Winkler & Richard

betsellen, Tel. 052 378 21 84 oder

im Shop von www.gartenland.ch.

Foto: Irja Fortmann

Editorial

Foto: Irja Fortmann


Foto: Irja Fortmann

Gartenglück Tipps & Tricks für den lustvollen Umgang mit der Natur

Für Sie unterwegs

Mitarbeiter

von W&R

Stefan

Kessler

Bereichsleiter Planung

und Administration,

38 Jahre alt,

verheiratet, Vater

von zwei Kindern

«Eigentlich wollte ich als junger Maturand

bloss ein Praktikum machen

und nun bin ich bereits 17 Jahre bei

W&R. Ich hatte ursprünglich vor,

Landschaftsarchitekt zu werden, liess

mich von Andi Winkler aber davon

überzeugen, dass eine verkürzte,

zweijährige Gärtnerlehre mir eine

gute Berufsgrundlage schaffen würde.

Nach der Lehre blieb ich als Gärtner

im Betrieb, wurde Vorarbeiter und

wechselte schliesslich ins Büro. Seit

drei Jahren bin ich Bereichsleiter und

seit einem halben Jahr beschäftige

ich mich auch mit Planungsarbeiten.

Ich kümmere mich aber auch um die

Einsatzpläne unserer Mitarbeiter, das

Bestellwesen, den W&R-Internetauftritt

und vieles mehr.

Wenn meine Zeitpläne gut funktionieren,

ist das eine Freude, es gibt

indes auch Tage, an denen ich mich

ärgere, weil ich die Planung drei, vier

mal umstellen muss. Ich schätze die

Büroarbeit und die Beziehungen zu

den Kunden, aber es gibt schon Momente,

wo ich den direkten Kontakt

zu den Pfl anzen vermisse. Immerhin

komme ich in der Freizeit dazu, in

meinem eigenen Garten die Natur

zu geniessen. Ebenso gerne liege ich

aber auch in der Hängematte und

lese einen guten Roman. »

Zwiebeltypen

Welche

Zwiebel

passt?

Text: Gabriela Bonin

Die einen mögens gestylt, die nächsten

romantisch und wild. Ein Garten sagt

viel über seinen Besitzer aus, schliesslich

spiegeln Anordung und Pfl anzenwahl

seine persönlichen Präferenzen. Wir haben

uns - was die Wahl der Blumenzwiebeln betrifft

- hier auf fünf Typen beschränkt. Schauen

Sie doch mal, welcher Typ Ihnen zusagt!

Für Romantiker: Wer gerne in einer duftenden

Wiese liegt, dem seien Dichternarzissen

ans Herz gelegt. Sie blühen im Mai. Man

sollte mindestens 300 Stück Narcissus poeticus

recurvus auf 6 Quadratmeter setzen, um

in den vollen Genuss ihres Duftes zu kommen.

Für Skeptiker: Ob aus den kleinen, trockenen

Knöllchen der Schneeglöckchen je

was werden soll? Sie bezweifeln es? Machen

Sie den Test. Setzen Sie Galanthus nivalis und

warten Sie ab. Wir wetten darauf: Die gedeihen

in jedem guten Gartenboden und werden

Sie ab Februar mit ihren zarten, weissen

Blüten zu einem Optimisten verwandeln.

Für Liebhaber, die sich gerne etwas Besonderem

mit aller Hingabe widmen: Präriekerzen

wachsen nicht überall und brauchen

daher geduldige Zuwendung. Nur dann erstrahlen

die Camassia cusickii mit ihren stattlichen

Blütenkerzen im sonnigen Gartenbeet.

Für Grosszügige, die gerne zu Tausenden

setzen: Unter den Sträuchern im Sichtbereich

des Stubenfensters auf 20 m2 3000 Elfenkrokusse

setzen (Crocus tommasinianus) und so

Blumenzwiebeln setzen - einfacher geht`s nicht

Balkon- und Terrassenbesitzer dürfen sich

freuen: Es braucht nicht unbedingt einen Garten,

um das grosse Blumenzwiebel-Happening zu

veranstalten. Einige Töpfe reichen aus, um schon im

frühsten Frühling Farbe auf Fensterbänke oder die

Terrasse zu zaubern. Zwiebelpfl anzen lieben meist

einen durchlässigen, im Winter eher trockenen Boden.

Das sind Bedingungen, die man ideal in Töpfen

und Schalen schaffen kann. Auch fi ndet man solche

Standorte im Garten, dort, wo andere Blumen

nicht gedeihen: etwa an trockenen Flächen im

Kronentraufbereich von Bäumen und Sträuchern

und an extrem trockenen Standorten an der prallen

Sonne, beispielsweise entlang von Fassaden. Ob

im Topf oder im Garten – mit diesen Grundschritten

setzt man die Knollen korrekt ein.

Es riecht nach Vanille, Freiheit und Frühling: Wilde Narzissen in der Nähe von Montreux.

einen phantastischen Blütenteppich ausrollen.

Für Unersättliche, denen die frühjahrsblühenden

Blumenzwiebeln nicht reichen:

Setzen Sie Zwiebeln, die erst im Herbst

blühen, wie etwa die Herbstzeitlose (Colchicum

autumnale),

die am besten in

feuchten, lehmigen

Wiesen gedeiht.

«Der Duft der Narzissen

Ist herb im Grund und dennoch zart,

wenn er mit Erdgeruch gepaart,

vom lauen Mittagswind gefasst,

durch’s Fenster kommt als stiller Gast

»

Ich habe drüber nachgedacht –

Das ist’s was ihn so köstlich macht:

Dass er der Erstling jedes Jahr

Im Garten meiner Mutter war.

von Hermann Hesse

aus: Hermann Hesse, Sämtliche Werke, Band 10: Die Gedichte, © Suhrkamp

Verlag Frankfurt am Main 2002

1. Loch ausheben oder 2. Zwiebeln in lockeren 3. Nach dem Setzen die

stechen, mit Schaufel

Gruppen dicht beieinander Pfl anzlöcher locker mit

oder Jätdolch. Faustregel: setzen, lieber mehr als humosem Boden füllen und

Pfl anzentiefe ist gleich

weniger. Sie sollten sich nur leicht an-/zudrücken. Bei

doppelte Zwiebelgrösse. allerdings nicht berühren. lehmigen Böden lohnt es sich,

Eine Zwiebel von 3 cm

wird demnach 6 cm tief

eingesetzt.

Auf keinen Fall geometrische

Muster anlegen,

sie wirken extrem steif.

reichlich Sand und etwas

Kompost einzuarbeiten, bevor

die Zwiebeln gesetzt werden.

Unser Tipp: Setzen Sie

die Zwiebeln zwischen

Stauden, die im Winter

einziehen. So kommen

die Blüten im zeitigen

Frühjahr besser zur

Geltung und der Austrieb

der Stauden verdeckt

das welkende Laub der

Zwiebelgewächse.

Grüner Daumen

Der Mäuseschreck

Bei aller Tierliebe sei es doch einmal

gesagt: Wühlmäuse sind eine Plage! Sie

wühlen Tag und Nacht, fressen täglich

soviel Nahrung wie sie wiegen – und

das auch in unseren Gärten. Dabei verschmausen

sie alles: Von den Wurzeln

der Gemüsepfl anzen und Nadelbäume

über die Rinde von Obstbäumen, zu

Insekten, Amphibien und

unseren frisch gesetzten

Blumenzwiebeln. Die gängigen

Bekämpfungsmethoden

funktionieren nur bedingt.

Versuchen Sie es dennoch

mal mit einem Wühlmausschreck,

der mittels Solarkollektoren

Schallwellen ins

Gangsystem der Mäuse leitet

und sie damit stört. Oder:

Setzen Sie Wildnarzissen.

Diese enthalten verschiedene Alkaloide,

die für die meisten Säuger giftig sind.

Wenn alles nicht hilft: Den Tierchen Tribut

zollen und sich in Gleichmut üben!

Wühlmausschreck erhältlich für

Fr. 98.- zzgl. Versandkosten bei W&R,

Tel. 052 378 21 84, www.gartenland.ch.

Checkliste

Nicht verpassen! Das sollten

Sie jetzt im Garten tun:

Letzte Düngung von Balkonpfl

anzen Ende August damit die

Pfl anzen ausreifen können.

einmaliger Heckenschnitt Ende

August (ergibt weniger Zuwachs

im Folgejahr).

Muskatellersalbeiblüten schneiden,

mit fruchtigem Weisswein

und Sprudelwasser eine Bowle

ansetzen und geniessen.

Säuberungsschnitt bei Kirsche.

Rückschnitt Himbeeren nach der

Ernte (Herbstsorten).

Nachernteschnitt bei Pfi rsich,

Aprikose, Nektarine.

4 Gartenzeit Gartenzeit 5

Foto: Irja Fortmann

Foto: Edith Obrist/PIXELIO

Foto: Irja Fortmann


Produkte & Neuheiten Neues er lernen, erkennen, erstehen

6 Gartenzeit Gartenzeit 7

Für Sie getestet

AZ_KUL_1 49

zettel

CHRISTIAN BERZINS

Opera

buffa

«WO IST GIANNI?» Keine Fra-

ge wird von Scala-Habitués in

Mailand öfter gestellt. Gianni

heisst der Chef der Stehplatz-

liste, über ihn führt jeder

billige Weg in die Scala. Wer

mal auf der «lista» ist und die

Zwischenappelle durchge-

standen hat, kann kurz vor

Vorstellungsbeginn eine Karte

kaufen. Korrekt ist diese Liste

nicht zu führen. Kein Wun-

der, wurde vor zehn Jahren

versucht, Gianni zu entmach-

ten: Eine offizielle Organisa-

tion sollte die Liste überneh-

men. Sie tat es so schlecht,

dass Gianni bald eine Vorliste

führte und diese wenige Stun-

den vor der Vorstellung den

Offiziellen übergab. Alles

blieb also beim Alten.

Stand eine grosse Premiere

an, sorgte Gianni für Ruhe.

Kritik am «System Gianni»

gab es, aber keiner getraute

sich, seine Liste zu hinterfra-

gen, obwohl jeder wusste,

dass Gianni seine Macht aus-

nutzte. Dazu nur so viel: Auf

dem Schwarzmarkt kosten

«Traviata»-Stehplatz-Karten

schnell mal das Zwanzigfache

des normalen Preises.

Vor einem Monat ist Gianni

wieder einmal in die Wüste

geschickt worden. Die Offi-

ziellen gleichen die fehlende

Vorliste damit aus, dass sie

nun jeweils um 13 Uhr ihre

Arbeit beginnen. Allein schon

beim unpopulären «Trittico»

von Puccini war das Chaos

ohne Gianni gross, denn ein

Haufen Menschen kann nicht

korrekt um 13 Uhr auf eine

Liste übertragen werden. Ist

jener der Erste, der seit 9 Uhr

vor der Scala wartet? Oder

jener, der sich um 12.45 vor-

drängt? Und was, wenn bei

«Macbeth» im April die Mas-

sen um 13 Uhr auf die Liste

drängen? Spätestens dann

wird man fragen: «Dov’è

Gianni?» Und wetten, die

Antwort wird sein: «Eccolo!»

christian.berzins@azag.ch

Christian Berzins

ist Redaktor im Ressort Kultur.

Adrian Sieber,

Sänger

Der Sänger Adrian Sieber

startet am 4. April nach 14

Jahren bei den Lovebugs

seine erste Solo-Tournee. Er

ist unser Wochengast. Heute:

sein Kulturmenü. Seite 50

GADGET meine woche

FOYER

KULTUR&GESELLSCHAFT

KULTUR Fünfzig Jahre

Bossa nova

Joao Gilberto hat im März 1958 einen neuen

brasilianischen Musikstil geschaffen. Seite 51

KULTUR Hommage an die

New Yorker Klubszene

Auf seinem neuen Album «Last Night» kondensiert

Moby musikalisch eine Nacht im Big Apple. Seite 50

KULTUR Wahr oder nicht:

Das ist die Frage

Der Bildband «Frankie unsichtbar» thematisiert

kindgerecht Probleme der Unaufrichtigkeit. Seite 52

«Die Natur macht es schon recht»

GARTEN Der Naturgärtner Peter Richard im Gespräch über die «Kampfzone Garten»,

Auswirkungen der Globalisierung und mehr Musse und Gelassenheit im Grünraum

SILVIA SCHAUB

Herr Richard, wenn Sie einen

Garten voller Buchskugeln

und mit akkurat geschnittenem

Rasen sehen, was geht Ihnen

da durch den Kopf?

Peter Richard: Es tut mir leid,

wenn eine Fläche der Natur ent-

zogen wird, um darauf nur

Buchskugeln und Rasen zu

pflanzen. Grundsätzlich bin ich

aber der Meinung, dass jeder

den Garten haben soll, der für

ihn stimmt. Aber solche Gärten

lösen bei mir natürlich keine

Glücksgefühle aus.

Sie haben sich ganz den Natur-

gärten verschrieben und müs-

sen wohl immer noch gegen

das Image von alternativ und

Kraut und Rüben ankämpfen.

Richard: Ja, natürlich. Die Vor-

stellung, dass ein Naturgarten

ein wild wucherndes Chaos ist,

steckt immer noch in vielen

Köpfen. Doch ein Naturgarten

ist nicht ein Stück Erde, wo man

es einfach wachsen lässt und der

Mensch keine Möglichhkeit hat,

gestalterisch einzugreifen. Ein

Naturgarten ist auch kein Natur-

schutzgebiet, wo Raritäten und

Spezialitäten gehortet und alles

andere bekämpft wird. Es geht

vielmehr darum, dass der Gar-

ten kein fixes Bild ist, sondern

lebt und sich stetig weiterent-

wickelt.

Und das tun andere Gärten

nicht?

Richard: Heute werden viele Gär-

ten wie Bühnenbilder inszeniert

und als Showräume angeschaut.

Lassen wir uns zu fest von Life-

style-Magazinen beeinflussen?

Richard: Ja, ich denke, das ist so.

Vielleicht braucht es mehr Mut,

etwas anderes zu machen. Das

ist das eine. Das andere ist, dass

ich in der Schweiz einen wahn-

sinnigen Ordnungsfanatismus

feststelle. Jedes Pflänzchen muss

am richtigen Ort stehen.

In Ihrem neuen Buch schreiben

Sie vom Garten als Kriegs-

schauplatz.

Richard: Ich stelle immer wieder

fest, dass es eine Art von Gärten

gibt, die zum Kriegsschauplatz

werden, wo die Leute nichts an-

deres machen, als Unkräuter

und Schädlinge zu bekämpfen.

Das finde ich schade. Ich möchte

die Leute dazu ermuntern, der

Natur mit mehr Respekt und

Vertrauen zu begegnen. Dass sie

auch mal ein Blümchen oder ein

Tierchen sein lassen, bevor sie es

bekämpfen.

Sie sagen, die Natur mache es

schon richtig, nur entspreche

das Ergebnis nicht immer den

menschlichen Plänen.

Richard: Auch ich ärgere mich

darüber, wenn die Schnecken

über Nacht den Salat abgefressen

haben. Aber es löst in mir nicht

aus, dass ich sie sofort bekämp-

fen muss. Ich versuche, die Ursa-

chen zu finden. Ist es vielleicht

kein geeigneter Standort für die

Salate? Welche Schnecken sind

es? Man sollte nicht einfach blind

zu einem Mittel greifen und sie

bekämpfen.

Sie würden also nie zu einem

Gift greifen?

Richard: Nein, nie. Entweder su-

che ich nach anderen Mitteln,

um sie abzuhalten, wie etwa ei-

nem Schneckenzaun. Oder ich

verzichte im Extremfall auf diese

Pflanze und wähle eine andere.

Ein gutes Beispiel sind Rosen:

Dort gibt es Sorten, die robuster

sind als andere. Ich pflanze

grundsätzlich nur die robusten.

Die Auswahl ist inzwischen so

gross, dass man heute weder auf

Farben noch auf Sorten verzich-

ten muss.

Die Rinden- und Holzhäcksel-

Euphorie und die Globalisie-

rung im Garten dürften für Sie

demnach Reizworte sein.

Richard: Sie sind insofern Reiz-

worte für mich, weil ich so nicht

gärtnere. Man hat heute die

ganze Welt zur Verfügung: Stei-

ne aus Brasilien, Pflanzen aus

Asien – Hauptsache, billig oder

aber exklusiv. Ich verwende sol-

che Steine und Pflanzen prinzi-

piell nicht, weil es vor unserer

Haustür genügend andere gibt.

Die ganze Energieaufwendung,

um sie hierhin zu bringen, ist

völlig unnötig. Wenn ich eine

Pflanze irgendwoher hole, muss

ich damit rechnen, dass sie sich

in der Landschaft ausbreitet, wie

die Kanadische Goldrute oder

der Japanische Knöterich. Das

sind Pflanzen, die einst als Gar-

tenpflanzen eingeführt wurden

und sich nun überall ausbreiten.

Man muss wissen, dass eine Pla-

tane nie so vielen Insekten, Vö-

geln und Säugetieren einen Le-

bensraum bieten kann wie eine

einheimische Eiche. Auf ihr

könnten im Prinzip über 600

Tierarten leben.

Sie plädieren für mehr Musse

im Garten. Das geht so weit,

dass Sie behaupten, man solle

vom Gärtnern keinen Muskel-

kater erhalten.

Richard: Das meine ich vor allem

sinnbildlich. Es sollte nicht sein,

dass das Gärtnern zum Kampf

wird, der einen physisch und

psychisch belastet. Ich glaube,

dass es möglich ist, mit relativ

wenig Aufwand viel zu errei-

chen, wenn man die Arbeiten

zum richtigen Zeitpunkt macht,

die richtigen Werkzeuge und

das richtige Know-how hat. Man

muss sich aber von den Lifestyle-

Bildern wegbewegen und etwas

mehr Wildheit zulassen.

Wie schafft man es konkret,

die Arbeit im Garten als Lust

und nicht als Frust zu erleben?

Richard: Es beginnt schon beim

Konzept. Die Pflanzenauswahl

ist letztlich extrem entschei-

dend. Sie macht 70 Prozent aus.

Dann ist es wichtig, dass man

mit dem Herz gärtnert. Man

sollte eine gewisse Grosszügig-

keit mitbringen, eine gewisse

Dynamik zulassen können. Bei

so genannten Problemkräutern

wie Winden, Plaken, Baumtropf

oder Schnürgräsern muss man

Geduld zeigen. Je nach Kraut

gibt es verschiedene Strategien,

die nicht darauf abzielen, dass

man sie völlig ausrottet oder

bekämpft, sondern den Umgang

mit ihnen findet, sie aufnimmt,

integriert und mit anderem

kombiniert, sodass etwas Schö-

nes entstehen kann. Ich verglei-

che es gerne mit Aikido, wo es

darum geht, den Gegner nicht

zu vernichten, sondern die Kräf-

te des Gegners aufzunehmen

und sie positiv umzuformen.

Welche Funktion sollte heute

ein Gärtner im Garten haben?

Richard: Für mich gibt es die

Phase des Entstehens, dafür

sind die Gartengestalter zustän-

dig. Ihre Aufgabe ist es, dass sie

es fertig bringen, Träume und

Wünsche der Besitzer in ein

Konzept einzubringen und der

Garten trotzdem in sich harmo-

nisch ist. Nachher sehe ich den

Gärtner als Entwickler und Be-

gleiter. Es gibt für mich drei Pha-

sen: Babyphase, Pubertät und

Reifephase. Wie sich Kinder ent-

wickeln, entwickeln sich auch

die Gärten. Es ist nicht alles vor-

hersehbar, es geht nicht ohne

eine gewisse Grosszügigkeit,

braucht aber manchmal auch

Strenge und Konsequenz.

Giardina 2008 Messe für Garten

und Lifestyle mit Sonderschauen,

Showgärten und Living-Szenarien.

2. bis 6. April, Messe Zürich,

Mi, Do, Sa, 9–19 Uhr, Fr, 9–22 Uhr,

und So, 9–18 Uhr. www.giardina.ch

ZUR PERSON

Der 47-jährige Peter Richard aus

Adliswil ist einer der führenden

Naturgartenspezialisten im

deutschsprachigen Raum. Neben

seiner Tätigkeit als Gartengestal-

ter mit eigenem Unternehmen

in Wängi TG gibt er sein Wissen

in Kursen und Vorträgen weiter.

Anfang April erscheint sein Buch

«Gartenglück – die Kunst des

entspannten Gärtnerns» (Alata-

Verlag, Fr. 68.–.). Darin ruft er zu

mehr Gelassenheit und Musse

im Garten auf. (SC)

IRJA FORTMANN

Bio-Wunder

Effektive Mikroorganismen

helfen auf biologische Weise,

die mikrobielle Vielfalt zu

steigern. W&R testete das

auf Milchsäure basierende

Multimikrobenpräparat

«EM-1» von EMRO (www.

em-schweiz.ch) Resultat:

Hervorragend gegen Algenüber-

schuss in Natur-Pools. Mehr Infos

über EM: www.ig-em.ch. Zu bestellen

bei W&R für Fr. 53.- zzgl. Versandkosten.

052 378 21 84.

Samstag 30. August: Kinderfest,10 -17 Uhr:

Spiele und Attraktionen zum Lernen und Spass

haben im Schaugarten der Winkler & Richard AG in

Wängi TG. Eintritt gratis, Verpfl egung gegen Entgelt.

Freitag, 12. und Samstag, 13. September,

8.30 -17 Uhr, Trockenmauerkurs: Die Teilnehmer

bauen mit uns gemeinsam eine Trockenmauer, lernen

dabei die richtige Steinbearbeitung und erhalten

Einblicke in die Artenvielfalt, die in solchen Mauern

gedeiht. Ort: Wängi TG, Leitung: Peter Richard,

Naturgartengestalter, und Dipl. Ing. Fritz Hilgenstock,

Landschaftsarchitekt, Kosten: Fr. 280.-.

Samstag, 20. Sept., 14 - 18 Uhr: Herbst-

Exkursion: Ein Spaziergang durch herbstliche

Naturgärten. Die Teilnehmer erleben Farben und

Lichtstimmungen und sehen, wie Herbstfärbungen,

Wildfrüchte und letzte Wildstaudenblüten ein

besonderes Ambiente in die Gärten zaubern. Den

farbigen Rundgang schliessen wir im Schaugarten

mit heissen Maroni und einem Glas Rotwein

ab. Ort: Wängi TG, Leitung: Peter Richard,

Naturgartengestalter, und Dipl. Ing. Fritz Hilgenstock,

Landschaftsarchitekt, Kosten: Fr. 50.-.

ab 20. September: Blumenzwiebelversand.

Beachten Sie dazu den ausführlichen Zwiebel-

Katalog, der dieser Gartenzeit beiliegt.

Weitere Anlässe der W&R:

22. Nov., 10 - 17 Uhr: Baumspektakel-Winterschnitt

29. Nov., 9.30 - 16.00 Uhr: Rosengärten im Einklang

mit der Natur.

Agenda August - November 2008

Für Sie publiziert

Spass, Sinnlichkeit und Fortbildung

Kunden stehen

hoch im Kurs

Am Kinderfest wird gelacht, bis vor

Freude die Tränen fl iessen; im Tro-

ckenmauserkurs wird gehämmert,

bis die Steine fl iegen: Die Teilnehmer

geniessen es; und die W&R-Mitarbeiter

kommen gerne mit Ihren Kunden zu-

sammen. Deshalb veranstalten sie jedes

Jahr eine Reihe von freudigen Events.

Der nächste Termin, der ansteht (30.

August) ist ein fröhlicher Familientag,

nämlich das besagte jährliche Sommer-

Kinderfest, eine Gratisveranstaltung in

Wängi TG. An früheren Kinderfesten

traten jeweils Gaukler und Märchener-

zähler auf, es gab Wasser- und Kletter-

spiele, Kutschenfahrten, Tombola, und

natürlich Speis und Trank. Was die Fa-

milien dieses Jahr erleben, verraten wir

noch nicht. Nur soviel: das Fest steht

unter dem Motto «Wilder Westen».

Revolverhelden, Indianer und echte

Ladies sind herzlich willkommen!

Zwei Wochen nach dem Kinderfest

steht der Trockenmauerkurs an. Er fi n-

det am12. und 13. September in Wängi

statt. Dabei lernen die Teilnehmer unter

anderen, warum Mauern ohne Mörtel

vielen Insekten, Kleintieren und Amphibi-

en eine Lebensgrundlage bieten; sie stu-

dieren die unterschiedlichen Natursteine,

die man verwenden kann, erfahren alles

über Fundament, Mauerwerk, Binderstei-

ne und Mauerkrone – und dies in Theorie

und Praxis. Nach einer Einführung wird

also zu Schaufel, Schnurgerüst, Hammer

und Meissel gegriffen und im wahrsten

Sinn des Wortes zugeschlagen – eine lust-

volle Tätigkeit, die übrigens auch Frauen

Freude macht.

Weiter geht’s im W&R-Veranstaltungs-

kalender dann mit der Herbstexkursion

durch herbstliche Farben und Stimmun-

gen, verbunden mit Naturgärtner-Hinwei-

Impressum

Herausgeber: Winkler & Richard AG, Naturgärten, Frauenfelderstr. 27,

CH-9545 Wängi, Tel. 052 378 21 84, Fax 052 378 21 86, www.gartenland.ch

Redaktion: Gabriela Bonin/wwww.gabrielabonin.com (redaktionelle Leitung),

Peter Richard, Fritz Hilgenstock

Grafi k: Martina Mayer Müller

Fotos: Irja Fortmann, W&R-Bildarchiv

Druck: Genius Media AG. Gedruckt auf Papier mit dem Blauen Engel

Erscheinungsweise: vier Mal jährlich, Aufl age: 4‘000

Gartis-Abonnemente: Redaktion Gartenzeit, Frauenfelderstr. 27, 9545

Wängi, 052 378 21 84, Fax 052 378 21 86, mail: info@gartenland.ch

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der Regel diesem Heft beliegt.

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W&R im Pressespiegel

Dieser Frühling hatte es in sich: Die

W&R feierte grosse Auftritte, die

von der Presse dementsprechend ge-

würdigt wurden. Von «annabelle» bis

zum St. Galler Tagblatt, vom «Schwei-

zer Garten» bis zum Kundenmagazin

der Mercedes: Peter Richard und

sein Unternehmen

fanden allseits Aner-

kennung. Die «Schwei-

zer Familie» brachte

ein mehrseitiges

Porträt über Peter

Richard, die Tages-

schau interviewte ihn

an der «Giardina08»;

die «Schweizer Illus-

trierte» und das

«Migros Ma-

gazin» stellten

sein neues Buch

vor. Grund für

die gute Presse:

Der anhalten-

de Trend zu

Naturgärten und

Peter Richards

Pionierrolle, die

Buchtaufe von

«Gartenglück»

sowie der Gold

Award, den

W&R an der «Giardina08» gewann.

Schon darf man gespannt sein, mit

welchen Überraschungen die Wink-

ler & Richard die Journalisten als

nächstes überzeugen wird.

Die W&R bietet ihren Kunden

tolle Veranstaltungen: Vom Kinder-

fest über den Trockenmauerkurs

bis hin zur Herbstexkursion.

Glückliche Kinder,

vergnügte Eltern

und ein lustiger

Gaukler: Das letzt-

jährige Kinderfest

der W&R.

«Stimmt es, dass

Sommerfl ieder

Schmetterlinge nährt?»

Antwort: «Ja, bloss führt das in eine Sackgasse: Sommerfl ieder

lockt Schmetterlinge von weit her an, versorgt sie mit Nektar, bietet

aber den Raupen dieser Schmetterlinge keine Nahrung. Und noch

was: Er wurde vor 100 Jahren aus China eingeführt und ist so stark,

dass er einheimische Arten verdrängt. Wir fi nden, das ist Grund

genug, um seiner Schönheit bei der Pfl anzenwahl zu widerstehen!»

startet am 4. April nach 14

Jahren bei den Lovebugs

seine erste Solo-Tournee. Er

ist unser Wochengast. Heute:

aus, dass ich sie sofort bekämp-

fen muss. Ich versuche, die Ursa-

chen zu finden. Ist es vielleicht

kein geeigneter Standort für die

Salate? Welche Schnecken sind

es? Man sollte nicht einfach blind

zu einem Mittel greifen und sie

Die Auswahl ist inzwischen so

gross, dass man heute weder auf

Farben noch auf Sorten verzich-

Die ganze Energieaufwendung,

um sie hierhin zu bringen, ist

völlig unnötig. Wenn ich eine

Pflanze irgendwoher hole, muss

Giardina 2008 Messe für Garten

und Lifestyle mit Sonderschauen,

Showgärten und Living-Szenarien.

ist unser Wochengast. Heute:

kein geeigneter Standort für die

Salate? Welche Schnecken sind

es? Man sollte nicht einfach blind

zu einem Mittel greifen und sie

Pflanze irgendwoher hole, muss Showgärten und Living-Szenarien.

2. bis 6. April, Messe Zürich,

Reiseprogramm mit einzigartigen Höhepunkten: Zürich – Nizza (Frankreich) - Einschif-

fung – Rom (Italien) – Auf See – Alexandria (Ägypten) – Port Said (Ägypten) –

Suez-Kanal – Suez (Ägypten) – Hurghada (Ägypten) – Safaga (Ägypten) – Sharm-

El-Sheikh (Ägypten) - Aqaba (Jordanien) – Auf See – Hodeidah (Jemen) - Aden

(Jemen) - Auf See - Salalah (Oman) – Auf See – Muscat (Oman) – Dubai (VAE).

103

Migros-Magazin 17, 21. April 2008

Garten

Anzeige

Verglichen mit anderen Gär-

ten sieht meine Grünzone

unordentlich aus. Da gibt es

keine akkurat abgezirkelten

Beete, der Rasen ist eher

eine domestizierte Wiese,

zwischen den Trittsteinen

spriesst Löwenzahn, und

nicht einmal das dürre Laub

des letzten Herbstes habe

ich bis zum letzten Blättchen

zusammengewischt. Kurz:

ein Graus für all jene, denen

Ordnung und Reinlichkeit

oberstes Gebot sind und die

in jedem Wildwuchs gleich

den Beginn der Anarchie

wittern.

Zugegeben, auch mir gefal-

len gepflegte Gärten. Ich be-

staune Ton in Ton bepflanzte

Rabatten, sauber gerechte

und unkrautfreie Kiesplätze, perfekt in Form

geschnittene Buchskugeln und Gemüse-

beete, in denen die Salatköpfe wie stramme

Soldaten ausgerichtet in Linien stehen. Nur

wäre mir der Aufwand dafür zu gross. Nicht,

dass ich nicht Hand anlege, wenn die Natur

überbordet. Auch ich schneide meine He-

cken, bevor sie mir über den Kopf wachsen.

Aber ich freue mich auch über das geächte-

te Scharbockskraut, das gerade mit seinen

leuchtend gelben Blüten demonstriert, wie

schön ein Unkraut sein kann. Und ich lasse

viel Spielraum für Ungeplantes und Freiplät-

ze für Überraschendes.

Der Garten vieler Hobbygärtner und mancher

Fachleute sei ein Kampfplatz, auf dem Krieg

geführt werde, schreibt der Naturgartenpio-

nier Peter Richard in seinem

neuen Buch «Gartenglück.

Die Kunst des entspannten

Gärtnerns». Da werde mit

Strategien gegen Pilze und

Ungeziefer gekämpft, wür-

den chemische Waffen ein-

gesetzt und der Nahkampf

gegen das Unkraut tobe.

Peter Richard zeigt, wie es

auch anders geht, und lehnt

sich dafür eine Metapher aus

der fernöstlichen Kampf-

kunst Aikido aus: Man lenkt

die Kraft eines Angriffs um

oder lässt ihn ins Leere lau-

fen. Umgesetzt auf den Gar-

ten heisst das, robuste Sor-

ten wählen, standortgerecht

pflanzen, Schnecken mit an-

gewelkten Blättern von den

heiklen Setzlingen weglo-

cken und generell auf die Natur vertrauen.

Wer sich an diese einfachen Grundregeln

hält, könne sich öfters im Garten zurückleh-

nen und einen beträchtlichen Teil der Arbeit

der Natur überlassen, meint Richard. Ich

werde mich daran halten und freue mich auf

einen entspannten Gartensommer.

Buchtipp: Peter Richard: «Gartenglück», alataverlag,

Fr.68.–

Lust statt Last

Haia Müller

Garten-

kolumnistin

«Ein Graus für all jene, denen

Ordnung oberstes Gebot ist.»

n Garten

BILD ALATA VERLAG

Peter Richards

Pionierrolle, die

Buchtaufe von

cken, bevor sie mir über den Kopf wachsen.

Aber ich freue mich auch über das geächte-

te Scharbockskraut, das gerade mit seinen

leuchtend gelben Blüten demonstriert, wie

Spielraum Ungeplantes Freiplät-

ze für Überraschendes.

Der Garten vieler Hobbygärtner und mancher

Fachleute sei ein Kampfplatz, auf dem Krieg

geführt werde, schreibt der Naturgartenpio-

entspannten

Buchtipp: Peter Richard: «Gartenglück», alataverlag,

Fr.68.–

Bild aus: «Inselglück»

Publikation: tbhb Pagina: 28 Ist-Farben: cmyk

Ressort: tb-le Erscheinungstag: 8. 5. 2008 MPS-Planfarben: cmyk

Naturnähe

Entspanntes Gärtnern beginnt – wie

Aikido – im Herzen, sagt der Thurgauer

Naturgarten-Pionier Peter Richard. Sein

«Gartenglück» (Alata-Verlag, Fr. 78.–) ist

herrliches Bilderbuch und Nachschlage-

werk in einem: Wie kann man den Boden

verbessern, wie die

richtigen Pflanzen

wählen und sie

nach Lebensge-

meinschaften und

Standorten pfle-

gen? Mit Tabellen,

Tips, aber auch

philosophischen

Anregungen.

Harmonie

Stephanie Donaldson stellt in ihren

«Gärten in Harmonie» (DVA-Verlag,

Fr. 52.–) Orte der Entspannung vor. Mit

welchen Mitteln lässt sich ein Garten har-

monisch so gestalten, dass sich seine Be-

wohner wohl fühlen? Sie zeigt, wie sich

auch die Sinne

durch bewusste

Farbenwahl er-

holen können

und wie sich

Düfte und Ge-

räuschewohl- tuendinszenie- ren lassen. Zum

Tagträumen.

Gräserparadies

Einen Garten nur mit Gräsern gestalten?

Stefan Leppert porträtiert in «Zwischen

Gartengräsern» (DVA-Verlag, Fr. 70.–) den

Deutschen Wolfgang Oehme, der in den

USA grossartige Gärten anlegt und einen

eigenenStilentwickelthat:lebendeBilder

aus Tausenden

von Ziergräsern

und Stauden, die

nun in Europa

Anklang finden.

Lesenswerte Ge-

schichten, die

auch professio-

nelle Gestalter

ansprechen.

Detail-Liebe

Details machen den Garten zu einem be-

sonderen Ort. Und so ist Stafford Cliffs

«1000 Gartenideen» (Christian-Verlag,

Fr.52.–) eine FundgrubeundAugenweide

zugleich für alle,

die Gartentore,

Zäune, Wege, Sit-

ze und Bänke,

Fontänen, Brü-

cken, Pergolen

usw. schätzen.

Thematisch zu-

sammengestellte

Fotos inspirieren

zuKreativität.Ein

spezielles Buch.

Pflanzenschätze

Früher war ein GartenohneNelken,Rem-

brandt-Tulpen oder Alte Rosen undenk-

bar. Heute sind viele dieser Pflanzen aus

der Mode gekommen und aus dem

Standardsortiment verschwunden. Karin

Hochegger erinnert wieder an diese ver-

gessenenKost- barkeiten in

«Gartenschätze»

(AV-Buch-Verlag,

Fr. 35.90): Bau-

erngärten,Duft- und Zierpflanzen

usw. Zudem gibt

sie Tips, wo man

sie wieder findet.

www.tagblatt.ch/leben

DONNERSTAG, 8. MAI 2008 leben TAGBLATT 28


EM-KICK

Zwei Tickets für Schweiz – Portugal gefällig?

In dieser Rubrik haben wir schon

diverse EM-Angebote und -Pro-

dukte vorgestellt, die uns per Post

oder per Mail zugesandt worden

sind. Mal clevere, mal lustige, mal

auch etwas dämliche.

An eine Zustellung hatten wir

weniger gedacht: an zwei der so

raren Eintrittskarten für ein EM-

Spiel, in diesem Fall für das dritte

Gruppenspiel der Schweiz gegen

Portugal vom 15. Juni in Basel.

Zwei Karten für einen Gewinner

Die beiden Karten werden von

der Firma Castrol offeriert, ver-

bunden mit der Bitte, die Tickets

unter Lesern unserer Zeitung zu

verlosen. Dem kommen wir gerne

nach, möchten aber nicht einfach

als Postboten wirken, sondern

eine Hürde einbauen in Form

eines kleinen Wettbewerbs. Es gilt

den Namen eines Spielers der

Schweizer Nationalmannschaft

(siehe Kasten) herauszufinden.

Unter den richtigen Einsendun-

gen wird eine Person ausgelost,

welche beide Tickets erhält.

Eine weitere Gelegenheit ergibt

sich im Rahmen eines sogenann-

ten «Best 11»-Wettbewerbs. Hier

sind Eintrittskarten für das Final-

spiel vom 29. Juni in Wien zu ge-

winnen. Auf der Homepage

www.castrolindex.com kann je-

der seine Wunsch-Elf unter allen

Euro-Spielern der 16 Teams zu-

sammenstellen und mit ihr Punk-

te sammeln.

Die hiefür nötigen Informatio-

nen sind über den Castrol Perfor-

mance Index erhältlich, eine Da-

tenbank, wie sie bisher medialen

Profis vorbehalten war. Detaillier-

testatistischeDatenübereinzelne

Spiele, Spieler und Mannschaften

der Euro sind enthalten.

Daten-Fundgrube

Stimmt die Behauptung, dass

Luca Toni zumindest im Vorfeld

der gefährlichste Stürmer an der

EM-Endrunde ist? «Ja! Das zeigen

die Daten des Performance In-

dexes», schreibt der Betreiber. Es

handelt sich um ein Analyse-

Instrument, das der Schmiermit-

telhersteller und Uefa-Euro-

Sponsor Castrol speziell für die

Endrunde entwickeln liess. Lauf-

distanz, Sprinttempo, Fouls, er-

zielte Tore und vieles mehr sind

abzurufen. Ottmar Hitzfeld, der

künftige Trainer der Schweizer,

hat den Index getestet und ist von

ihm überzeugt: «Die Fans sind

jetzt noch näher am Geschehen,

denn wir machen ihnen Informa-

tionen zugänglich, die bislangden

Profis vorbehalten waren.» (th.)

www.castrolindex.ch

Teilnahmebedingungen Wettbewerb:

Mindestalter 18, Wohnsitz Schweiz.

Tickets nicht übertragbar und nicht

umtauschbar. Keine Barzahlung.

Gewinner wird benachrichtigt.

Mitarbeiter dieser Zeitung aus-

geschlossen, ebenso der Rechtsweg.

Keine Korrespondenz.

WETTBEWERB

Welcher Spieler der

Schweizer Nationalmann-

schaft hat bei einem

kleinen Quartierverein

namens FC Rotmonten das

Fussball-Abc gelernt?

Die Antwort senden Sie bitte

per Postkarte an die Adresse:

St.Galler Tagblatt, Postfach,

9001 St.Gallen, Ressort Leben.

Die Karte muss bis 13. Mai

2008 bei uns eingetroffen sein.

Neben der richtigen Antwort

muss sie enthalten: Name, Vor-

name, Strasse/Nummer, PLZ/

Ort und unbedingt E-Mail-

Adresse des Absenders.

Der Charme englischer Vorgärten

Was einem die Engländer so alles über den Zaun erzählen, vom Glück eines Naturgarten-Spezialisten,

Orte der Ruhe und Entspannung oder wie vergessene Kostbarkeiten wieder neu entdeckt werden.

Eine kleine Auswahl nicht alltäglicher Gartenbücher

Schliessen Sie bitte für einen Mo-

ment die Augen und stellen Sie sich

ein typisch englisches Haus vor…

Fertig? Nun, ich gehe wohl richtig

in der Annahme, dass Sie an ein

Reihenhaus gedacht haben? An

eines aus rotem Backstein? Und

natürlich hat dieses klassische

englische Reihenhaus, welches

nun vor Ihrem geistigen Auge da-

steht,einendieserherzigenkleinen

Vorgärten.

England – Insel der Gärtner

Mit obigen Zeilen beginnen

Richard Reichs köstliche Impres-

sionen über englische Vorgärten

und ihre Besitzer. Oder wie es

im Untertitel von «Inselgärten»

heisst: Was einem die Engländer

so alles über den Zaun erzählen.

Das Büchlein lässt den britischen

Humor zwischen den Zeilen her-

vorblitzen und eignet sich vorzüg-

lich für Mussestunden im Garten.

Denn was gibt es Anregenderes,

als sich mit Lektüre auf künftige

Gartenfreuden einzustimmen –

oder sich nach getaner Arbeit mit

schmerzendem Kreuz auf einem

bequemen Sessel zu erholen?

Und so fährt der Autor fort:

Front Garden» nennen die Briten

das meistens winzige Terrain, das

sich zwischen die Strasse und die

Haustüre quetscht. Auf den ersten

Blickscheintes,alsobmansichauf

diesem Flecken Erde kaum umdre-

hen könnte, doch merke: Kein Gar-

ten ist zu klein, ein kleines Wun-

derwerk zu sein! Spaziert man in

einer x-beliebigen englischen Pro-

vinzstadt durch die Aussenquar-

tiere, kommt es einem darum vor,

als ob man eine Parade abschrei-

tenwürde.Nurstehenstattschmu-

cken Soldaten hier die schönsten

Blumen und Stauden «habt acht».

Und selbst wenn der Raum, die

Erde kaum für mehr als ein ein-

sames Büschchen ausreichen – es

ist nicht irgendein Gewächs, das

hier Wurzeln schlägt oder gar

blüht. Sondern es ist genau die

Pflanze, mit welcher der Haus-

besitzer oder die Hausbesitzerin

sagen will: «Seht her, so bin ich!

Das ist meine Welt!

Die Welt von Keith und Penny

Mann in Kew Gardens zum Bei-

spiel. Denn ihre Prachtrosen er-

blühen bis über das Trottoir hin-

aus – die Nachbarschaft zu den

Königlichen Botanischen Gärten

verpflichtet eben.

Seit vierzig Jahren leben die

Manns im Stadtteil Kew, aber erst,

seit sie an der Kew Road 308 woh-

nen, haben sich die Rosen in ihrem

Vorgarten zu voller Pracht entfal-

tet. Dies obwohl sich Keith (unge-

achtet der Rosenschere, die er ge-

rade in der Hand hält) als Anti-

Gärtner bezeichnet. «Mein Vater,

der hatte noch eine Ahnung von

alledem!» Er macht eine ausladen-

de Geste, als ob sein Vorgärtlein ein

Stadtpark wäre. «Doch leider

überspringt die Gärtnerleiden-

schaftimmereineGeneration,und

ich bin die dazwischen…»

Keith hat, als er jung war, in

Cambridge alte Geschichte stu-

diert, doch weil davon «kein

Mensch leben kann», macht er

Marketing. «Ich war auf FMCG

spezialisiert», das bedeutet Fast

Moving Consumer Goods. Penny

ist ausgebildete Konzertpianistin,

«ich studierte bei Hiltbrunner in

Genf!», doch macht ihre rechte

Hand schon lange nicht mehr mit.

Sie leidet an einer heimtückischen

Krankheit, über die offenbar schon

Victor Hugo in «Les Misérables»

schrieb.

Inzwischen sind wir im Salon

der Manns.NervösziehtPennyuns

zu einer Glastür, die über eine steile

Treppe in ein zwischen zwei hohen

Mäuerchen vor sich hinträumen-

des Hinterhöfchen führt. Dort

steht mitten unter wucherndem

Grünzeug ein einsamer Terracot-

ta-Topf, in dem ein winziges

Pflänzchen tapfer ums Überleben

kämpft. «Isn’t she marvellous?!»,

ruft sie, «eine Passionsfrucht! Und

das in London!»

Parks und Schriftsteller-Oasen

Andreas Honegger, einst NZZ-

Redaktor und seit langem passio-

nierter Gärtner, berichtet seiner-

seits, wie der weite Landschafts-

garten mit seinen romantischen

Wegen, seinen Teichen und Bä-

chen, den Brücken und Treppen

zum Inbegriff des englischen Gar-

tens geworden ist. Oder macht

einen Streifzug durch südengli-

sche Paradiese oder die bekannte

Chelsea Flower Show. Und Gerda

Wurzenberger, die dritte im Bun-

de der Herausgeber, schildert,

welchen Stellenwert die Gärten

im Leben der Schriftstellerin Vir-

ginia Woolf einnahmen. In Monk’s

House hat sie ihre wichtigsten

Bücher geschrieben, hier wurden

auch die Urnen von ihr und Ehe-

mann Leonard beigesetzt.

Hinter der Buchreihe steht üb-

rigens die Ernst Meier AG in Tann-

Rüti ZH, seit über hundert Jahren

eine der ersten Adressen für

schweizerische Gartenkultur. Ihr

Gründer Erwin Meier wirdim letz-

ten Teil ebenso porträtiert wie ihr

vielgereister Gärtner Dieter Me-

ckel oder die Schweizerische Gar-

tenbauschule für Frauen in Nie-

derlenz. Überaus lesenswert –

und ein Geschenk für Freunde.

SybilJacoby

«Inselgärten», Reihe «Meiers Grüne

Lesebücher», Verlag Schweizerischer

Pflanzenfreund, Tann, 2008, Fr. 25.–

Rosenliebhaber Keith und Penny Mann: Als Nachbarn der Königlichen Botanischen Gärten in London haben sie ein grosses Vorbild.

LEBENJOURNAL

Bettwaren entsorgen

Halten die alten Bettwaren noch

ein Jahr? Oder wandern sie in den

Kehricht? Haben Duvets und

Kissen ihren Dienst getan, sollten

sie fachgerecht entsorgt werden.

Denn sie lassen sich noch gut

weiterverwenden. Als Sammel-

stelle empfiehlt sich Texaid, des-

sen Container-Standorte unter

www.texaid.ch aufgeführt sind.

Buchreihe zum Wandern

Der SAC-Verlag hat eine Reihe

zum Thema Wandern lanciert.

Allerdings sind es happige Aus-

flüge, denn der Titel der Serie lau-

tet: «Wanderziel Gipfel». Im ersten

Buch werden Ziele im Oberwallis

vorgestellt. (Fr. 46.–, 280 Seiten)

Anzeige

Bestellen?

Foto: Claudia Brefeld/PIXELIO

Foto: W&R Archiv

sen und anschliessendem Marroni-Essen.

So wird auch dieser Nachmittag (20.

September) zu einer Kombination von

Musse und Lernen. Diese Verbindung von

Beschaulichkeit und Knowhow sind die

Grundlage jeder W&R-Veranstaltung. Die

Kursleiter geben ihr Wissen mit Engage-

ment und sinnlich erfahrbaren Naturbe-

gegnungen weiter. Referenten sind meist

der Naturgartenpionier Peter Richard

oder der Gartenarchitekt Fritz Hilgen-

stock sowie weitere W&R-Mitarbeiter

und gelegentlich auch externe Fachleute.

Kleiner Trost für alle die nicht teilneh-

men können: sie können sich zumindest

die Theorie auch mit W&R-Büchern

aneignen: etwa mit «Lebendige Natur-

gärten» und «Gartenglück» von Peter

Richard oder mit dem «Naturgarten-Bau-

buch» von Fritz Hilgenstock. GB

Daten und Angebote siehe jeweils auf S.7 in

diesem Heft oder unter www.gartenland.ch.

Die Kurse

verbinden

Musse,

Leidenschaft

und Lernen

Sie erinnern sich: Die W&R engagiert

sich im Klimaschutz und will dieses

Jahr möglichst 400 Duschköpfe der

Aktion «Klimaschutz mit einem Dreh»

vergünstigt abgeben (siehe Gartenzeit

Nr. 2). Wer bereits bestellt hat, hat sich

vielleicht gewundert, dass vor der Liefe-

rung ein Fragebogen ausgefüllt werden

musste. Die Organisatoren der Aktion

wollen darin unter anderem wissen, wie

oft und wie lange Sie duschen, damit

sie berechnen können, wie viel C02 in

Ihrem Haushalt gespart wird. Wenn 400

W&R-Kunden mitmachen

ergeben sich allein in einem

Jahr folgende Einsparungen: 101

Tonnen CO2, 414‘000 kWh Energie,

10‘000 m3 Wasser- u. Abwasser sowie

Fr. 62‘000 Energie-, Wasser- u. Abwasser-

kosten (Sie könnten mit dem Duschkopf

also 155.- Fr. pro Jahr sparen). Machen

Sie darum bei unserer Aktion mit!

Bestellen Sie die «Klimadusche» für Fr.

22.50 (inkl. Versandkosten) statt Fr. 39.-

(zzgl. Versandkosten) bei W&R, Tel. 052 378

21 84. Mehr Infos: www.warmduschen.info.

Warmduscher, bitte Fragen beantworten

Für Sie

Bio-Wunder

Effektive Mikroorganismen

helfen auf biologische Weise,

die mikrobielle Vielfalt zu

steigern. W&R testete das

auf Milchsäure basierende

Multimikrobenpräparat

«EM-1» von EMRO (www.

em-schweiz.ch) Resultat:


Guter Rat

ist teuer

Steven Schneider hatte

gehofft, billig wegzukommen.

Vergeblich. Ein rechter

Garten kostet!

Die Zahl war imposant. Ich erinnerte

mich, dass mir Bekannte

zugeflüstert hatten, was deren

Bekannte für ihren neuen Garten bezahlt

hätten, und das waren derart imposante

Zahlen, dass ich mir dachte, die Bekannten

meiner Bekannten hätten bestimmt

eine kleine Parklandschaft erstellt.

Ich blickte wieder auf die Zahl, die unser

Gartenprofi als Preis für die Umgestaltung

unseres Gartens vorschlug. Und

obwohl wir ganz sicher keine Parklandschaft

um unser Haus herum erschaffen

wollten, so war das doch die Aussage, die

dieser Preis machte. Als Laie blieb mir

8 Gartenzeit

beim Anblick dieser Zahl nur ein Kommentar:

«Viel.» Selbstverständlich hätte

ich das nie laut ausgesprochen.

Im Gegenteil. «Ja, weisst du, “viel„ ist

doch relativ», antwortete ich, als meine

Frau spontan zur Offerte meinte: «Das

ist verdammt viel!» – «Wir kriegen dafür

auch eine Menge», warf ich ein. «Meinst

du?» - «Ganz bestimmt!», sagte ich und

hoffte inständig, dass dies so sein würde.

Immerhin war ich ja extra nach Wängi

gefahren, um mir die Höhe der Pflanzen

(hoch!), das Mauermaterial (spannend!)

und den Brunnen (spitze!) genauer anzusehen.

Jedenfalls wusste ich, dass ich meiner

Frau gegenüber nicht den geringsten

Zweifel aufkommen lassen durfte. Denn

zuerst war es ein hartes Stück Arbeit gewesen,

sie überhaupt davon zu überzeugen,

unseren Garten umzugestalten.

Nun lag sehr viel Arbeit vor mir, um

diese Investition in unserem Eheparlament

durchzubringen Du willst doch

immer unseren Planeten retten», begann

ich meine Argumentation, «und mit einem

Naturgarten schaffen wir Lebensraum

für Milliarden von Organismen;

natürlich auch für deine Lieblingstiere,

die Igel.» Meine Frau seufzte. Ich hoffte,

Schneiders Garten

Kolumnist Steven Schneider auf «Inspektion»: Wieviel

Garten erhält er für wieviel Geld? Um dies seiner Frau

beantworten zu können, fuhr er zu Peter Richard nach

Wängi und fotografierte für sie die Höhe der geplanten

Pflanzen und die Ansicht des Brunnens.

«Es lag viel Arbeit vor mir,

um diese Investition in

unserem Ehe-Parlament

durchzubringen.»

von Steven Schneider

dass ihr nicht in den Sinn käme, wie viele

Wale sie für dasselbe Geld retten könnte.

Meine Frau spendet nämlich gern für

WWF und Greenpeace, und ganz unter

uns gesagt: Die Rettung eines kurz vor

dem Aussterben befindlichen Belugas ist

deutlich spektakulärer, als einer Wildbiene

Unterschlupf zu gewähren – zumindest

in der öffentlichen Wahrnehmung.

«Was meinst du?», fragte ich. Sie schwieg,

dann sagte sie: «Also, ich sage mal nicht

jetzt schon kategorisch Nein.»

Gut, dachte ich. Das war ein Anfang.

Ich wusste aus Erfahrung: Kein kategorisches

Nein kann ich mit Taktik in ein

Ja verwandeln. Ich blickte noch einmal

auf die Zahl und dachte still und leise bei

mir: «Sorry, Greenpeace und WWF, aber

die nächsten paar Jahre kann euch meine

Frau einfach nicht dabei helfen, Wale

oder Regenwälder zur retten.

Dafür retten wir direkt vor der Haustüre

verdammt viele Wildbienen.

Ende September erscheint die

nächste Gartenzeit. Hier können Sie

das Heft gratis abonnieren: Tel. 052 378

21 84 oder via www.gartenland.ch.

Foto: Steven Schneider, W&R

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