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KUNST-SPECIAL FRÜHJAHR 2014ART COLOGNE: PREISTRÄGER, NEUIGKEITEN,GALERIE-EMPFEHLUNGENKUNSTSTIFTUNG ALS KUNST-SPENDIERERDAS AUSSTELLUNGSPROGRAMM DER MUSEEN


4 | KUNST SPECIAL»MICH INTERESSIERENAUKTIONSREKORDE WENIG«INTERVIEW: STEFANIE STADELIm Nu hat Daniel Hug die Messe aus dem Tief geholt. K.WEST spricht mit dem hochgelobtenArt-Cologne-Chef über das in sechs Jahren Erreichte und seine Ziele für die Zukunft. Übergefährliche Spekulanten und spektakuläre Auktionsrekorde. Über die Bedeutung des deutschenMarktes und die Internationalität der Messe. Und auch über Hugs Vorlieben beim Kunstkauf.Art Director Daniel Hug. Foto: KoelnmesseK.WEST: Seit Sie die Art Cologne leiten, erntet die Messe allenthalben Lob.Sind Sie angekommen, wo Sie hinwollten? Oder gibt es noch Dinge, die Siesich für die Zukunft vorgenommen haben?HUG: Ich liebe die Messe, wie sie ist. Wir haben alle wichtigen Galerienund sind gut aufgestellt. Die Art Cologne spiegelt den deutschen Kunstmarktwie auch den internationalen. Ich würde sagen, es fehlen keineKünstler, die bei anderen Messen vertreten sind – also von den namhaften,wichtigen. Das gilt auch für die jungen, trendy, Cutting-edge-Künstler.Was man in Basel, bei der Pariser Fiac oder auf der Frieze in London sieht,das gibt es auch in Köln.K.WEST: Ihre Vorgänger haben immer größtmögliche Internationalitätangestrebt. Sie dagegen sehen die Art Cologne als deutsche Messe undwollen sie als solche profilieren. Welche Bedeutung haben für Sie danninternationale Teilnehmer? Sind sie Ihnen weniger wichtig?HUG: Das Entscheidende ist die Qualität, weniger das Herkunftsland derGalerie. Aber es stimmt schon – die wichtigsten deutschen Galerien müssendabei sein – darauf legen wir großen Wert. Contemporary Fine Artsund Sprüth Magers aus Berlin etwa, Gisela Capitain, Michael Werner,Karsten Greve, und Hans Mayer, Konrad Fischer oder auch die GalerieThomas aus München. Im Übrigen kommt knapp die Hälfte unserer Ausstelleraus dem Ausland. Wir sind also durchaus international aufgestellt.K.WEST: Und bei den Besuchern – wie sieht es da mit der Internationalitätaus?HUG: Da würde ich mir allerdings etwas mehr wünschen. Wir haben ungefähr75 Prozent Besucher aus dem Inland.K.WEST: Wie wollen Sie Gäste und Sammler aus dem Ausland für dieMesse gewinnen?HUG: Wir setzten in diesem Jahr erstmals Art-Ambassadors ein, Kunstbotschafter,die Kontakte für uns knüpfen zu wichtigen Kuratoren undSammlern in Belgien, Frankreich, im Mittleren Osten und Israel. Auchfür Süd- und Zentralamerika haben wir einen solchen Botschafter. Unddas funktioniert bisher sehr gut.K.WEST: Wie sehen Sie die Messe derzeit aufgestellt – auch im Vergleichzu den anderen wichtigen Kunstmessen?HUG: Die Art Cologne kann man nicht so einfach vergleichen. Nehmenwir zum Beispiel die Art Basel – die war von Anfang an internationalaufgestellt. Weil es in der Schweiz einfach nicht genug Galerien für einegute Kunstmesse gibt. Die Art Cologne wurde vor fast 50 Jahren alleinvon und für deutsche Galerien ins Leben gerufen. Zurzeit haben wir inDeutschland bei 80 Millionen Einwohnern in etwa genauso viele Galerienwie in den USA, wo 313 Millionen Menschen leben. Wir haben hier mehrMuseen – also gute Kunstmuseen. Das Interesse an Kunst ist in Deutschlandriesig. Und es ist schon etwas ganz besonderes, dass die Art Cologneso gut funktioniert, obwohl fast nur deutsche Sammler hierherkommen.Andere Messen müssen sich viel stärker international aufstellen.K.WEST: Ihr Erfolgsrezept der letzten Jahre hieß ja: weniger Aussteller,dafür mehr Qualität. Ist es nicht schwierig, angesichts der zunehmendenZahl guter Bewerber den Rahmen von rund 200 Galerien zu halten?HUG: Doch, das ist schwierig. Zumal es mir auch wichtig ist, alte, treueGalerien, die seit vielen Jahren dabei sind, zu halten. Es ist keine einfacheAufgabe für den Zulassungsausschuss.K.WEST: Gibt es wieder interessante Neuzugänge?HUG: Ja, ganz wichtig die Victoria Miro Gallery aus London, darübersind wir ganz begeistert. Außerdem die Galerie Greta Meert aus Brüssel– die wichtigste belgische Galerie, würde ich sagen. Auch gibt es in diesemJahr mehr Franzosen als sonst, darunter die Galerie Laurent Godinoder Anne de Villepoix aus Paris.K.WEST: Sie setzen weiter auf Kunst der vergangenen rund 120 Jahre.Wäre es angesichts der vielen guten Kandidaten nicht vielleicht sinnvoll,sich stärker zu konzentrieren – zum Beispiel auf zeitgenössische Kunst?HUG: Es gibt verschiedene Gründe, die unsere Mischung sinnvoll erscheinenlassen. In der Kunst ist es ähnlich wie in der Literatur. GuteLiteratur aus dem frühen 20. Jahrhundert ist immer noch, sagen wireinmal, »zeitgenössisch«. In der Bildenden Kunst hat sich nicht so sehrviel geändert seit der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Die KlassischeModerne ist weiterhin relevant. Der andere Grund: Durch dieKombination gewinnt man ein größeres Publikum. Es gibt Sammler, diewegen der Klassischen Moderne nach Köln kommen und dort zum Beispielwie zufällig einen jungen Zeitgenossen entdecken.K.WEST: Für die ganz aktuelle Sparte haben Sie sich vor zwei Jahren dieNew Art Dealers Alliance (NADA) ins Haus geholt – als Messe in derMesse. Waren sie mit den Auftritten zufrieden?HUG: Ja, sehr! Wollte man immer informiert sein über das, was jetztin New York stattfindet, was dort in den jungen Galerien passiert, dannwäre das ein Fulltimejob. Durch die NADA haben wir einen sehr gutenZugang zu dieser Szene.K.WEST: Wenn Sie zufrieden waren, warum gibt es dann dieses Jahreine Änderung? Warum wird die NADA nun eingegliedert in die neueSektion der »Collaborations«?HUG: Anfangs war die NADA etwas unsicher, was die Zusammenarbeitmit der Art Cologne betrifft – diese weltweit älteste Kunstmesse, derenImage in den letzten Jahren doch ein wenig angestaubt ist. Die NADAwar zwar interessiert, wollte aber zunächst ihr eigenes Ding machen. Inzwischenhaben die NADA-Aussteller gesehen, was abgeht auf der ArtCologne, und der Wunsch kam auf, stärker integriert zu werden.K.WEST: Wie beurteilen Sie die Situation in diesem sehr jungen Marktsegment,wo der Hype ja ebenfalls um sich greift?HUG: Wenn im Bereich der Klassischen Moderne oder der NachkriegskunstPreise plötzlich stark anziehen, dann kann man relativ sicher sein,dass sie sich auch auf diesem hohen Level halten werden. Bei zeitgenössischenKünstlern ist der Markt dagegen sehr spekulativ. Wenn ein jungerKünstler heute sehr hohe Preise erzielt, dann heißt das nicht, dasser auch in die Kunstgeschichte eingeht. Ganz im Gegenteil – die hohenPreise können dem sogar im Wege stehen, weil weniger Leute Zugangzu so kostspieligen Stücken haben. Mich interessieren die Auktionsrekordewenig, sie sagen auch nicht viel aus. Denn es braucht nur zweiSpekulanten, die unbedingt das gleiche Werk haben wollen – und schongeht jedes Maß verloren. Ein Zeitgenosse ist deshalb nicht unbedingt gutaufgehoben bei einer Auktion.K.WEST: Besser bei der Art Cologne.HUG: Besser bei einem guten Händler, der seine Künstler mit Bedachtaufbaut. Und davon gibt es ja jede Menge bei der Art Cologne.K.WEST: Kaufen Sie selbst auch Kunst auf der Messe?HUG: Ja, jedes Jahr. 2013 waren es ein größeres Schwarzweiß-Foto vonErwin Kneihsl für 3500 Euro und eine wunderbare Collagearbeit derAustralierin Elizabeth Newman für 1000 Euro. Beide Künstler gehörennicht in den spekulativen Markt, dafür sind sie schon zu alt.K.WEST: Gibt es Künstler, für die Sie sich besonders interessieren?HUG: Viele. Ich bin ein großer Bauhaus-Fan. Lyonel Feininger ist großartig.Und das Tolle auf der Art Cologne ist, dass man dort immer wiederetwas entdecken kann – Neues und Altes.ÜBERDASMORGENHINAUSDas Festival derBildenden Kunst5. April – 10. August 2014Videos und aktuelle Beiträge aufwww.quadriennale-duesseldorf.deEin Projekt der Landeshauptstadt


12 | KUNST SPECIAL12/200TEXTE: ALEXANDRA WACHK.WEST-EMPFEHLUNGEN FÜR DEN RUNDGANGAUF DER ART COLOGNE#1Galerie BuchholzVor bald dreißig Jahren eröffnete Daniel Buchholz seineGalerie in Köln. Inzwischen gibt es auch einen Ableger inBerlin Charlottenburg. Und seit 2000 führt Buchholz dieGalerie gemeinsam mit Christopher Müller. Im Programmfinden sich viele heimische Künstler: Kai Althoff etwa, Cosimavon Bonin und Carsten Höller. Auch ging bei Buchholzdie erste Ausstellung von Wolfgang Tillmans über die Bühne.Seit 1987 arbeitet er mit Isa Genzken zusammen. Beidesind auf der Art Cologne dabei. Tillmans mit seinen neuestenabstrakten Fotografien und Genzken mit einem »Weltempfänger«von 2013. Eine Hommage auf die erste gemeinsameSchau? 1987 zeigte Buchholz die brutalistischen Betonklötzebereits in einer Musikalienhandlung.Ebenfalls dabei auf der Art Cologne ist der junge NeuseeländerSimon Denny – mit seinem selbst gebastelten Start-Up-Arbeitsplatz bewegt er sich auf den Spuren der digitalen Revolution.Bei so viel Medienreflexion lüftet die KalifornierinLutz Bacher durch. Sie jongliert seit 40 Jahren mit verschiedenenStilen, Genres und Haltungen. Ihre Objekte changierenzwischen Readymade und objet trouvé. Für die Pyramide»Lamas« mussten nicht etwa die besagten Tiere, sondernMillionen Klebestreifen herhalten.#2Contemporary Fine Arts (CFA)Bruno Brunnet, Nicole Hackert und Philipp Haverkampfbewegen sich mit ihrer CFA-Galerie in der ersten Ligader Händler von Gegenwartskunst. Das Trio residiert inBerlin-Mitte gegenüber der Museumsinsel im Bau desbritischen Architekten David Chipperfield. Auf 700 Quadratmeternvertreten sie angesagte Künstler wie Peter Doig,Jonathan Meese oder Daniel Richter. Ein märchenhafterAufstieg, bedenkt man, dass die drei 1992 in einer ehemaligenBackstube angefangen haben. Brunnet lernte seinHandwerk in Köln bei Michael Werner. Die Kölnerin Hackertzog Anfang der 90er an die Spree. Den Kontakt zumRheinland halten sie aufrecht.Ihren Auftritt bei der Art Cologne bestreiten sie mit Gertund Uwe Tobias. Die Kölner Zwillinge sind mit atelierfrischenHolzschnitten vertreten. Den zweiten Stand bespieltder israelisch-dänische Künstler TAL R, Inhaber einerMalerei-Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie. Diefür ihn typischen knallbunten Abfall-Skulpturen, Mode,Collagen und Installationen fehlen. Dafür ist mit reichlichneuen Gemälden zu rechnen, mal abstrakt-ornamental, malnaiv-figurativ – ein perfekter Einstieg in sein labyrinthischverzweigtes Universum.Simon Denny: Berlin Startup Case Mod: rebuy, 2014. Courtesy Galerie Buchholz, Berlin/CologneGert & Uwe Tobias: Ohne Titel, 2014.Courtesy CFA Berlin. Foto: Alistair Overbruck.


26 | KUNST SPECIALK.WEST 04/2014 | 27BONNLWL-IndustriemuseumWestfälisches Landesmuseum für IndustriekulturBUNDESKUNSTHALLEKasimir Malewitsch und die russische AvantgardeBis 22.6.2014»Mühselig und voller Qualen« sei sein Weg in die Abstraktiongewesen, bemerkt Kasimir Malewitsch. Doch bewältigteer ihn in beachtlichem Tempo, streifte dabei diverse Stile derfrühen Moderne und entwickelte im Kreise der russischenAvantgarde Neoprimitivismus und Kubofuturismus. Mit 37Jahren erreichte der Maler 1915 schließlich, wofür er allenthalbenbekannt ist: Die totale Gegenstandslosigkeit, »denNullpunkt der Malerei«, das »Schwarze Quadrat«, den Siegüber alle Ismen im Suprematismus. In der Bundeskunsthallewird das alles nun noch einmal rekapituliert: Der Weg,das quadratische Ziel und auch die vieldiskutierte Rückkehrzu gegenständlichen Bauern und Arbeiterinnen, die in denspäten 1920er Jahren erneut auftauchen und in MalewitschsBildern bleiben werden bis zum Tod des Malers 1935. Umdie 300 Werke kommen dazu in Bonn zusammen – Gemälde,Grafiken, Skulpturen aus allen Schaffensphasen.www.bundeskunsthalle.deGlashütte Gernheim | PetershagenL‘ arte del vetroGlas des 19. Jahrhunderts aus Murano13. April bis 12. Oktober 2014Nathalie Djurberg & Hans Berg, Studio. Foto: Petter CohenDOCK.ONE»Kölner Liste – die Entdeckermessefür zeitgenössische Kunst«10.4. bis 13.4.2014In der Hauptstadt hat sie sich längst etabliert. Dort gehtdie »Berliner Liste« mit junger Kunst kommenden Herbstbereits in die elfte Runde. In Köln bekommt sie jetzt einenkleinen Ableger. Parallel zur Art Cologne startet dortdie »Kölner Liste« – »als kleines feines Forum für frische,zeitgenössische Kunst«, wie die Macher es formulieren.Vertreten sind 34 Galerien und Projekträume aus zehnLändern. Der Fokus liege auf ausgewählten Arbeiten aufstrebenderNachwuchskünstler, die noch zu günstigenPreisen zu haben sind. Wie in Berlin so legt man auch inKöln besonderen Wert auf den stilvollen Schauplatz: Dieerste Ausgabe der »Kölner Liste« geht im »Dock.one«, einergut 150 Jahre alten Industriehalle am Mülheimer Hafenüber die Bühne.www.kölner-liste.orgKÖLNISCHER KUNSTVEREINNathalie Djurberg & Hans Berg9.4. bis 1.6.2014Mit Knetmännchen ist das Künstlerduo bekannt geworden.Drollige Figürchen – eigentlich. In den abgründigenTrickfilmen von Nathalie Djurberg und Hans Berg bewegensie sich jedoch zuweilen in echten Albtraum-Welten. Undsie kennen keine Tabus. So etwa 2009 bei der VenedigBiennale: Im Keller des Ausstellungspavillons hatten dieKünstler mit glänzenden Gewächsen und knalligen Kunstblumeneinen widerwärtigen Paradiesgarten angelegt unddazwischen Monitore arrangiert, die das teuflische Treibenin diesem falschen Garten Eden lebendig werden ließen.Da sah man dicke Kardinäle, wie sie sich nackte Frauenunter ihre bauschigen Soutanen schoben. Das Werk brachtedem aus Schweden stammenden und in Berlin lebendenKünstlerpaar einen Silbernen Löwen – und den Durchbruch.Im Kölnischen Kunstverein zeigen Djurberg undBerg (beide Jahrgang 1978) nun eine Auswahl von Filmen.Im Zentrum steht »The Black Pot«, wo ausnahmsweisekeine Figuren auftreten. Der auf Zeichnungen basierendeAnimationsfilm ist quasi abstrakt und handelt vomsich stetig wiederholenden Prozess der Entstehung, Veränderungund Auflösung von Formen. Die elektronischeBegleitmusik stammt wie immer von Hans Berg. Ergänztwerden die bewegten Bilder in Köln von riesigen DonutundEiskulpturen.www.koelnischerkunstverein.deKUNSTMUSEUM BONN»Tatiana Trouvé. I tempi doppi«Bis 4.5.2014Kupferrohre wachsen aus der Wand und wandern durchsNichts. Es tropft aus großen Tüten, die unter der Decke hängen.Anderswo ziehen sich tiefe Furchen durch den Putz. Undzu Bündeln geschnürte Verpackungspappen geben sich beinäherer Betrachtung als schwere Beton-Objekte zu erkennen.Nichts ist wie es scheint, aber alles scheint irgendwierätselhaft im Bonner Kunstmuseum. Wochenlang hat TatianaTrouvé an dieser Schau gebastelt. Das Ergebnis erinnertzuweilen an eine Baustelle. An etwas Unfertiges, Vorübergehendes.Auch der Titel spielt auf den temporären Aspekt an:»I tempi doppi«, »Die doppelten Zeiten« heißt die Ausstellung.Es ist Trouvés erstes großes Solo in einem deutschenMuseum – was einen durchaus verwundern könnte. Denndie 1968 im italienischen Cosenza geborene, in Dakar aufgewachseneund seit langem in Paris lebende Künstlerin istkeine Unbekannte auf dem Kunstparkett. Seit einigen Jahrenzeigt Trouvé Präsenz – zuerst 2007 auf der Biennale inVenedig, wo sie in die Hallen des Arsenale einen Fahrstuhlschachteingebaut hatte.www.kunstmuseum-bonn.deDÜSSELDORFQuadriennale»Über das Morgen hinaus«5.4. – 10.8.2014Düsseldorf steht für die kommenden Monate ganz im Zeichender Quadriennale mit Ausstellungen in 13 Institutionenund mit einem Programm, das weit über die Museumsmauernhinaus in die Stadt wirkt. Nähere Informationengibt es in der gesonderten Übersicht zur Quadriennale.www.lwl-industriemuseum.deSKULPTUREN-PARKWALDFRIEDENin WUPPERTALJaume Plensa12.04. – 29.06.2014Stephan Balkenhol12.07.– 19.10.2014skulpturenpark-waldfrieden.deHirschstraße 12 · 42285 Wuppertal · 0202 47898120


28 | KUNST SPECIALK.WEST 04/2014 | 29BRÜHLMAX ERNST MUSEUM»Seine Augen trinken alles. Max Ernst und dieZeit um den Ersten Weltkrieg«Bis 29.6.2014Seine »Augen trinken alles.« Das schrieb Max Ernst über sichselbst und kennzeichnete damit den Beginn der eigenen Künstlerlaufbahnin den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Allerhandstürmte damals ein auf den jungen Mann – und der stellte seineSinne auf Empfang. Die Inkubationszeit des Jahrhundertkünstlersist Thema der Ausstellung im Max Ernst-Museum.Sie richtet das Augenmerk auf die Studienzeit in Bonn. Währendder neun Semester an der Universität dort beschäftigtMax Ernst sich mit Philosophie, Psychologie, Kunstgeschichte.Und am Rande reizte ihn noch viel mehr: Expressionismus,Futurismus, Kubismus. Der werdende Künstler sah Werke vonvan Gogh und schloss Freundschaft mit August Macke. NebenMax Ernsts Frühwerken versammelt die Schau einiges ausseinem Umfeld. Stücke, die der Student gesehen hat, die ihmgefielen oder auch missfielen. Künstler, die er sich zum Vorbildnahm. Es wird deutlich, wie Max Ernst sich das Neue zu Eigenmacht – aber nicht einfach so. Immer wird es abgewandelt,umgemünzt, neu interpretiert. Doch im Sommer 1914 endetjene inspirierende Zeit – der Künstler meldet sich freiwillig alsSoldat. Nach dem Krieg wird er dann eigene Wege beschreiten:zu Dada und zum Surrealismus.www.maxernstmuseum.lvr.deLEVERKUSENHelgi Þorgils Friðjónsson: Spiegelung des Nordens, 1989, Galerie Nemo, EckernfördeSAGAWenn Bilder erzählenKunst aus IslandKunstausstellung der Ruhrfestspiele Recklinghausen 2014Kunsthalle Recklinghausen4. Mai bis 6. Juli 2014www.kunst-re.des SparkasseVest RecklinghausenDie neue Ausstellung in BochumBerta Fischer: Akaki, 2013. © Berta Fischer. Courtesy Galerie Barbara Weiss, Berlin.Foto: Bernd BorchardtKREFELDMUSEUM HAUS LANGE UNDMUSEUM HAUS ESTERS»Living In The Material World«6.4. bis 10.8.2014Holz, Keramik, Papier? Beton, Kohle, Kunststoff? Oder vielleichtdoch lieber Lippenstift, Nagellack und ein bisschenLidschatten? Auch aufs Material kommt es an. Dabei liegtimmer wieder die eine Frage in der Luft: Aus welchen Gründenentscheidet sich der Künstler für den einen oder für denanderen Werkstoff? Die Krefelder Schau stellt nun »die Materialitätin der zeitgenössischen Kunst« zur Diskussion. Seiteinigen Jahren hätten sie wieder an Gewicht gewonnen, soeine These der Gruppen-Ausstellung, die dort beide Museumsvillenvon Mies van Rohe mit aktuellen Arbeiten voneinem runden Dutzend jüngerer Künstler bespielt. Daruntersind Berta Fischer mit ihren wunderbar bunten Acrylglas-Arbeitenund Karla Black, bekannt für ihre federleichtflüchtigen Objekte und Installationen, in denen nicht seltendiverse Kosmetika zum Einsatz kommen. Ebenfalls dabei istOscar Tuazon, der zuletzt auch im Kölner Museum Ludwigbohrend und sägend aktiv geworden ist.www.kunstmuseenkrefeld.deMUSEUM MORSBROICH»Propaganda für die Wirklichkeit«Bis 4.5.2014Die Glasvasen auf dem Foto sehen so echt aus, dass man sieanfassen will. Aber der hyperrealistische Schein trügt – nichtsvon dem, was Oliver Cieslik und Barbara Schenk in Szenesetzen, ist wirklich. Alles ist virtuell, per Computer. Was istwirklich, was nur Schein? Wie verhalten sich Realität undAbbild zueinander, und welche Rolle spielt die Kunst beimVerschleiern der Wirklichkeit? Es sind uralte Fragen derKunst, denen sich das Museum Morsbroich in dieser Ausstellungwidmet. Ein schier unendliches Thema, das hier inden Arbeiten von 24 zeitgenössischen Künstlern ohne großentheoretischen Ehrgeiz angeschnitten wird. Zum Beispiel beiThomas Ruff, der aus dem Datenmaterial von Erkundungender Marsoberfläche neuen Bildlandschaften bastelt. Auch inden Schwarzweiß-Fotos des niederländischen KünstlerduosDe Rijke/de Rooij: Sie zeigen kaukasische Wandteppiche, indenen Bildpixel und Knüpfknoten schwer auseinanderzuhaltensind. Oder bei Paul Pfeiffer, wenn er in seiner VideoinstallationSonnenaufgang und -untergang so übereinanderblendet,dass die Sonne als Lichtpunkt fest an einem Ortverharrt, während der Horizont sich auf und ab bewegt. Einirritierendes Bild. Entspricht es doch der Wirklichkeit – abernicht unserer Wahrnehmung.www.museum-morsbroich.de17.04. -05.10.14Die Krieger des 1. Kaisers von Chinaerobern in einer sensationellenAusstellung Europa.Die größte archäologischeEntdeckung des 20. Jahrhunderts.Meisterhafte, originalgetreueRepliken der legendärenSoldaten und Kriegerder Terrakotta Armee.www.terrakottaarmee.deBOCHUMHermannshöhe 42NÄHE HAUPTBAHNHOFMittwoch bis Sonntag: 10 - 18 UhrAuch geöffnet am Ostersonntag / -montag und Pfingstmontag


30 | KUNST SPECIALK.WEST 04/2014 | 31AUS DEM GARTENINS MUSEUM –DIE QUADRIENNALEIM ÜBERBLICKTEXT: Stefanie StadelKUNSTSAMMLUNG NORDRHEIN-WESTFALEN K20»Kandinsky, Malewitsch, Mondrian. Der weiSSeAbgrund Unendlichkeit«Die Ausstellung widmet sich der Farbe Weiß in der Kunstund anderswo. Als Protagonisten glänzen hier WassilyKandinsky, Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian, weilalle drei zu Beginn des 20. Jahrhunderts das künstlerischePotenzial der »Nichtfarbe« ausgetestet haben. Ausgehendvon Hauptwerken des Klassiker-Trios geht die Schau erstmalsden weißen Flächen nach – nicht nur in der BildendenKunst. Auch Philosophie, Parareligion und Naturwissenschaften,Literatur und Populärkultur werden in den Blickgenommen.KUNSTSAMMLUNG NORDRHEIN-WESTFALEN K21»Unter der Erde – Von Kafka bis Kippenberger«Im Ständehaus geht es um das Thema des Unterirdischen inder Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Besucher ist zum Abtaucheneingeladen – zu Gregor Schneiders Installation namens»Kinderzimmer«, die durch ein Abflussrohr erreichbarist. Zu Thomas Schütte, der ein Bunkermodell gebauthat, zu Thomas Demands Grotte aus Papier. Oder zu JeffWalls Fotomontage aus einem gefluteten Grab: Seesterne,Polypen und Seeanemonen tummeln sich dort. Eine echteAquakultur, die der kanadische Künstler eigens von Meeresbiologenhat anlegen lassen.KUNSTVEREIN FÜR DIE RHEINLANDEUND WESTFALEN»Zukunftsperspektiven – Zum BeispielLes Immatériaux«Lässt sich die schwierige Frage, wie die Zukunft der Informationsgesellschaftaussehen würde, in einer Ausstellungbeantworten? Der französische Philosoph Jean FrançoisLyotard hat genau das versucht. Das Ergebnis präsentierteer 1985 unter dem Titel »Les Immatériaux« im PariserMuseum Centre Pompidou – und erntete damit viel Unverständnis.Der Düsseldorfer Kunstverein betrachtet LyotardsKult-Ausstellung aus der heutigen Perspektive. Eine zentraleFrage ist dabei: Wie hat sich in den vergangenen dreiJahrzehnten der Umgang mit Informationen verändert?KUNSTHALLE DÜSSELDORF»Smart New World«Auch in der Kunsthalle soll es um Zukunftsperspektivengehen. Die Schau dort vereint 13 künstlerische Positionenund will in Dialog treten mit der Ausstellung im benachbartenKunstverein. Auf der Künstlerliste stehen etwa SimonDenny, Omer Fast und Trevor Paglen, Santiago Sierra undTaryn Simon.KIT – KUNST IM TUNNEL»Pauline M’barek – Der berührte Rand«Im KIT hat die Kölnerin Pauline M’Barek ihren großenAuftritt: In ihrer eigens für den Tunnel konzipierten Installationwill die 34-jährige Künstlerin der Frage nachgehen,wie wir Kunst in Zukunft erleben könnten. Lichtprojektionensollen etwa Raum- und Blickachsen verschieben, Wändeverschwinden lassen und den ganzen Ausstellungsraumin eine Art Schwebezustand versetzten.SKY LEI, Waikiki Sky Event, Kapiolani Park, Honolulu, Hawaii, USA, 19. September 1970, Foto: Nan RosenthalDer Frühling ist gekommen, es sprießt das Gemüse. Auchin »Elisabeths Garten« – Bohnen, Möhren, Zucchini... Aberwas hat das mit Kunst zu tun? Bei dieser Frage kommt manschnell auf die letzte Documenta mit ihrer Forderung nachmehr Aufmerksamkeit für Erdbeere und Tomate. Spätestenssie hat uns gelehrt, die Dinge nicht mehr so eng zu sehen. DieQuadriennale liegt also ganz im Trend, wenn sie sich in ihreraktuellen Ausgabe aus alten Kategorien und festgefügtenMauern befreit.Überall in der Stadt setzt sie bunte, laute oder eben wüchsigeZeichen – mit lila Plakaten, mit Expeditionsteams, die aufsilbernen Fahrrädern die Kunststadt erkunden. Mit eigenskomponierter Fanfaren-Musik, die zur Eröffnung des Festivalsvon den Museumsdächern erklingen soll. »ElisabethsGarten« passt gut ins Konzept: Im Rahmen des Projektslegen das Museum für europäische Gartenkunst und dasNaturkundemuseum der Stiftung Schloss und Park Benrathvier Gemüsegärten in Benrath und an drei weiteren Ortenin Düsseldorf an. Jeder ist eingeladen zum Mitgärtnern inden transportablen Hochbeeten.Mit den vielfältigen Aktionen vor den Museumstüren wirdman sicher auch kunstfernere Kreise für die Quadriennalegewinnen und sie vielleicht zum vergleichsweise konventionellenTeil des Festivals in die Häuser locken können. Es lohntsich. Denn die sechs beteiligten Museen haben Spannendes zubieten. Nicht weniger reizvoll klingen die Ausstellungen dersieben Partnerinstitutionen. Allen gemein ist das zukunftsweisendeQuadriennale-Motto »Über das Morgen hinaus«.Wie präsentiere und erkläre ich meine KunstProfessionalisierung für Bildende Künstler_innen Als aktive_r Künstler_in steht man heute vielfachin der Öffentlichkeit, sei es bei Ausstellungseröffnungen, sei es bei Kunstdiskussionen oder Vorträgen. DerWorkshop konzentriert sich darauf, Formen der Präsentation der eigenen Kunst auszuprobieren. Vertiefend geht esdarum, wie man die eigene Kunst für verschiedene Zielgruppen erklären kann und sollte. Die Dozentin Dr. AnneMarie Freybourg, hat seit 1984 als unabhängige Ausstellungsmacherin und Theoretikerin in den Feldern BildendeKunst, Film und Museologie gearbeitet und an Kunstakademien und Kunstuniversitäten gelehrt. 1988/89 gründetesie das »Goldrausch Künstlerinnenprojekt« und leitete es bis 2001. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. eine Studieüber die sozialen Bedingungen von Künstlerinnen in der Bundesrepublik Deutschland. Mehr Informationenerhalten Sie unter: www.bundesakademie.de/programm/bildende-kunst/do/veranstaltung_details/bk09-14/Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel www.bundesakademie.depost@bundesakademie.de Folgen Sie uns auf facebook und bei twitterAnzeige K_West Apr2014.indd 1 11.03.2014 12:00:45


32 | KUNST SPECIALK.WEST 04/2014 | 33MUSEUM KUNSTPALAST»Kunst und Alchemie – Das Geheimnis derVerwandlung«In die Zeit von Rubens und Rembrandt führt das MuseumKunstpalast. Im vormodernen Teil der Quadriennale-Schaudort begegnet einem etwa Adriaen Ostade mit seinem gemaltenBlick ins Labor eines gescheiterten Alchemisten, derumgeben ist von Totenschädel und erloschener Kerze. InteressanteAkzente setzt hier auch Wenzel Janmnitzer – vorbald 500 Jahren verstörte er sein Publikum mit ungeheuerlebensechten Abformungen von Eidechsen und anderemGetier. Eine so exakte Wiedergabe der Natur grenzte damalsan Gotteslästerung. Der zweite Ausstellungs-Teil spieltim 20. und 21. Jahrhundert und will zeigen, welche Faszinationdie Alchemie auf die Künstler der Moderne und aufZeitgenossen ausübt. Max Ernst und Joseph Beuys sind hiervertreten. Außerdem Rebecca Horn und Anish Kapoor, fürden »jede Skulptur, jede Zeichnung, jedes Gemälde eine ArtChemie; eine Art Alchemie« ist.FILMMUSEUM»Visionen und Alpträume - Die Stadt derZukunft im Film«Die Ausstellung verfolgt den Blick in die Zukunft und dessenWandlung im Film, dabei spannt sie den Bogen von den1920er Jahren bis heute. Weil es in den eigenen vier Wändenzu eng ist, nutzt das Filmmuseum dazu erstmals dieRäume des NRW-Forums am Ehrenhof, wo es genug Platzfindet für Großprojektionen diverser Filmausschnitte, aberauch für Modelle tatsächlicher Filmsets.AKADEMIE GALERIE»Auf der Spur der Erfindung – Bildhauer zeichnen«In der Akademie Galerie werden zur Quadriennale Bildhauer-Zeichnungen gezeigt, die zur Vorbereitung und Planung vonSkulpturen dienen.INTER MEDIA ART INSTITUTE (IMAI)»The Invisible Force Behind«Auch das IMAI zieht zur Quadriennale ins NRW-Forum,um in seiner Ausstellung dort die Materialität in der Medienkunstzu untersuchen. Es geht dabei um das heutige Phänomendes zunehmenden Verlusts von körperhafter Substanzdurch Digitalisierung – etwa wenn sich meterlangeFilmarchive auf audiovisuelle Datenbanken reduzieren.HETJENS MUSEUM»Ton. Ein Aufruf«Keramik beschäftigt die Schau im Hetjens Museum – präsentiertwerden sowohl künstlerische Arbeiten als auch Baukeramikaus der Zeit zwischen 1910 und 1930.JULIA STOSCHEK COLLECTION»Number Eight: Sturtevant«Die Julia Stoschek Collection trumpft zur Quadriennale aufmit einer Einzelschau der 1924 in den USA geborenen, inParis lebenden Künstlerin Sturtevant. Seit den 60er Jahrenwiederholt sie Kunstwerke und Konzepte anderer Künstlerund hinterfragt damit Autonomie und Autorenschaft vonKunst.KAI 10/Arthena Foundation»Backdoor Fantasies«Im KAI 10 wird der Medienhafen zum Bezugspunkt einerGruppenausstellung. Seit den 1980er Jahren wurde das alteHafengebiet durch Sanierungen und neue Architekturenfit gemacht für das nächste Jahrtausend. Ausgehend vomHafenspeicher der 1950er-Jahre, in dem KAI 10/ArthenaFoundation seine Räume hat, lädt die Schau auch zur Erkundungder Nachbarschaft.LANGEN FOUNDATIONOtto PieneMit dem Zero-Künstler tritt die Quadriennale vor die ToreDüsseldorfs – die Langen Foundation in Neuss widmetdem ZERO-Künstler eine Ausstellung und rückt dabei großeaufblasbare Skulpturen ins Zentrum, die Piene seit den60er Jahren produziert. Am 15. Juni will die Quadriennaledamit abheben – beim »Sky Event« werden die dann mitHelium gefüllten Skulpturen in den Himmel aufsteigen.K.WEST PARTNERART COLOGNE 2014www.kurzfilmtage.dewww.klavierfestival.deBESUCHENSIE UNSAUF DERart colognEIN Halle 11.3www.quadriennale-duesseldorf.deINFODie Quadriennale Düsseldorf 2014 findetvom 5. April bis 10. August 2014 stattwww.lvr.dewww.netz-kult.dewww.bundesakademie.dewww.quadriennale.deGrafik: wonderlabz © Stiftung Schloß und Park Benrath


38 | KUNST SPECIALZUCKERBERGTEXT: VOLKER K. BELGHAUSDer Hartware MedienKunstVerein zeigt mit »Worldof Matter« eine künstlerische Bestandsaufnahme derglobalen Ökologien von Rohstoffen.Wasser. Coltan. Kohle. Erdöl. Luft. Lithium. Fisch. Reis. E-Waste. Boden.Gold. Plastik. Baumwolle. Tantal. So unterschiedlich diese Rohstoffe sind,so begehrt sind sie auch. Der Abbau, ihre Ernte und der Handel dieserRohstoffe verändern die Welt grundlegender, als sich der umweltbewussteMitteleuropäer das vorstellen mag. Hier geht es nicht um falsch einsortierteJoghurtbecher, sondern um massiven Raubbau an der Natur undEingriffe in soziale Systeme, um an die begehrten Rohstoffe zu kommen.Das internationale Forschungs-, Ausstellungs- und Webprojekt »World ofMatter« wurde von einer Gruppe aus Künstlern, Fotojournalisten und Theoretikerninitiiert, die den öffentlichen Diskurs über Rohstoffe und globaleRessourcen erweitern wollen. Die Ausstellung widmet sich dem Thema mitästhetischen und ethischen Positionen und stellt die anthropozentrischePerspektive in Frage, nach der die Rohstoffe vorrangig für den Menschenbestimmt sind. Die Arbeiten im Hartware MedienKunstVerein (HMKV)sind das Ergebnis gründlicher Feldforschung an Orten wie den GoldminenAusstellungen desMuSeuM füR ARchitektuRund ingenieuRkunSt NRWFrühjahr 2014Mies van der Rohe-Preis 201325. april biS 29. mai 2014Produktive Stadtlandschaften15. mai biS 29. jUNi 2014Beide Ausstellungen werden auf dem UNESCO-WEltErbE ZOllvErEiN,KammgEbäUdE KOKErEi, hEiNriCh-imig-StraSSE, ESSEN gezeigt.ÖFFNUNgSZEitEN: mi – SO 10 – 18 Uhrwww.mai.nrw.de | www.facebook.com/mai.nrwLonnie van Brummelen & Siebren de Haan: Monument of Sugar, 2007,Courtesy of Motive Galleryin Brasilien, Ölsande in Kanada, Reis- und Baumwollanbaugebiete in Südostasien,Landgewinnung in Ägypten, Fischerei in der Nordsee, Kohleförderungim Ruhrgebiet und Zuckerhandel in Nigeria.Man sollte beim Besuch von »World of Matter« schon etwas Zeit mitbringen,um sich in die komplexe Thematik vorzuarbeiten. Doch dannentdeckt man Bemerkenswertes und Unbekanntes – wie in der Rauminstallation»Mineral Invisibility« der brasilianischen Künstlerin MabeBethônico, die sich mit dem ausufernden Bergbau in ihrer Heimat auseinandersetzt.Dort hängt ein Foto einer Gruppe Frauen in Partylaune,das man so in jedem Club aufnehmen könnte. Der Blick auf den Monitordaneben zeigt, dass diese Frauen im Alltag Bergarbeiterinnen sind, die dieriesigen Maschinen und Kipplaster des Tagebaus steuern.Oder das 3,1 Tonnen schwere »Monument of Sugar« von Lonnie vanBrummelen und Siebren de Haan – zwei Felder aus 304 überdimensioniertenZuckerwürfeln vermitteln eindrucksvoll die Auswüchse desglobalisierten Handels. Die eine Hälfte des Feldes funkelt in gewohntemWeiß, die anderen Würfel sind bräunlich verfärbt und zerbröckeln bereits.Dieser Zucker hat einen langen Weg hinter sich; ein 16-mm-Filmserzählt vom Zuckerüberschuss der EU. Die süße Überproduktion wird inLänder außerhalb der EU, z.B. nach Nigeria, exportiert, und macht dortdie Preise kaputt. Kein Einheimischer könnte zu diesem günstigen Kursproduzieren, weshalb Nigeria hohe Zölle auf den EU-Zucker erhebt, imGegenzug aber Zucker aus Brasilien einführen lässt. Die beiden Künstlerreisten nach Nigeria, um den Zucker vor Ort in die verfärbten Quaderpressen und diese nach Europa zu verschiffen. Das erwies sich schwierig,schließlich mussten die Quader als Kunstwerk deklariert werden, um dieEU-Handelsschranke für Zucker zu umgehen.Nicht ganz so weit gehen die »Expeditionen« und der Audioguide der Künstlerinund Kunsthistorikerin Emily Eliza Scott. Sie bleiben in der Ausstellung,erweitern aber den Blick von den Installationen auf die Welt dahinter; indiesem Fall auf eine Säule des Dortmunder U – welche Rohstoffe wurdenhier eigentlich verbaut, und woher kommen diese? Diesen gesamtheitlichenBlick könnte sich Scott aus ihrer Vergangenheit bewahrt haben, schließlichhat sie damals als U.S. Nationalpark Service Ranger gearbeitet.INFO»World of Matter«. Über die globalen Ökologien von Rohstoff1. März bis 22. Juni 2014 HMKV im Dortmunder Uwww.worldofmatter.net / www.hmkv.deÜBERALLIM GUTENBUCHHANDELERHÄLTLICHDER SCHÖNE SCHEINIn den vergangenen Jahrtausenden habenKünstler Bilder und Skulpturen geschaffen,die uns die unterschiedlichen Schönheitsvorstellungensichtbar machen, die dieMenschen der verschiedenen Epochen undKulturen hatten.Diese Werke zeigen uns: Schönheit kannstrahlend, harmonisch, schlicht, graziös,elegant, kostbar, prachtvoll, heroisch sein,aber auch entfesselt, erschütternd, verzweifelt,verträumt, phantastisch, verspielt,verführerisch.150 diese Kunstschätze, die sich heute inverschiedenen Museen der Welt befinden,zeigt der opulent ausgestattete Bildband zurAusstellung „Der schöne Schein“ in eindrucksvollenFotografien.G A S o M E t E R o B E R h A U S E N G M B h ( h G . )Ein weiteres Kapitel des Buches widmet sichdem multimedialen Raumerlebnis „320°Licht“, der Künstlergruppe URBANSCREEN,welches den gesamten monumentalen Innenraumdes Gasometers auf bisher ungeseheneund ungehörte Weise in eines dergrößten multimedialen Kunstwerke verwandelt.In einem Radius von 320 Grad wachsenund verändern sich auf der 100 Meter hohenWand des Gasometers faszinierende grafischeMuster, die die Form des Gasometersständig verändern und ein Wechselspiel zwischenrealem und virtuellem Raumerlebenerzeugen.➜ 192 Seiten, zahlr. farb. Abb.,Festeinband, Großformat, 19,95 €,ISBN 978-3-8375-1128-4www.klartext-verlag.de


25 internationale Künstlerinnen und Künstler in 25 Museen in NRWLudwig Forum für Internationale Kunst, Aachen •Kunsthalle Bielefeld • Kunstmuseum Bochum •Kunstmuseum Bonn • Josef Albers Museum,Bottrop • Museum Ostwall im Dortmunder U •Lehmbruck Museum, Duisburg • Leopold-Hoesch-Museum, Düren • Museum Kunstpalast,Düsseldorf • Museum Folkwang, Essen •Kunstmuseum Gelsenkirchen • Museum Goch •Museum Kurhaus Kleve • Museum Ludwig, Köln •Kunstmuseen Krefeld • Museum Morsbroich,Leverkusen • Städtische Galerie Lüdenscheid •Skulpturenmuseum Glaskasten Marl • MuseumAbteiberg, Mönchengladbach • LWL-Museumfür Kunst und Kultur, Münster • Clemens-Sels-Museum Neuss • Kunsthalle Recklinghausen •Museum für Gegenwartskunst Siegen •Märkisches Museum Witten • Von der Heydt-Museum, WuppertalEin Projekt zum 25-jährigen Jubiläum der Kunststiftung NRW

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