Woche der Demenz - Alzheimer Gesellschaft Hattingen und ...

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Woche der Demenz - Alzheimer Gesellschaft Hattingen und ...

Woche der Demenz

Auf dem Weg

zu einer demenzfreundlichen Kommune

4.-10. Oktober 2009

Hattingen und Sprockhövel

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Liebe Leserin, lieber Leser,

Demenzerkrankungen im eigenen Umfeld machen zunächst viele

Angehörige hilflos. Nicht selten kommt es zu Problemen und Reibereien

im Zusammenleben. Aufklärung und Unterstützung für die

Angehörigen sowie krankheitsgerechte Angebote für die Erkrankten

sind daher notwendige Antworten unserer Gesellschaft auf diese

Art von Krankheit.

Ich begrüße daher die Durchführung einer „Woche der Demenz“ in

Hattingen und Sprockhövel. Das anspruchsvolle Programm dieser

Woche lässt hoffen, dass hier ein wichtiger Schritt „auf dem Weg

zur demenzfreundlichen Kommune“ gegangen wird.

Mit freundlichem Gruß

Ihr

Dr. Klaus Walterscheid

Bürgermeister der Stadt Sprockhövel

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Sehr geehrte Damen und Herren,

die Demenz gehört zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.

Daher hat es sich das KompetenzNetzwerkDemenz seit 2008 zur Aufgabe gemacht, in den beiden

Städten Hattingen und Sprockhövel dazu beizutragen, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen

und Antworten zu finden. Menschen mit einer dementiellen Erkrankung sind Bürger/innen unserer

Städte und so sollte ihnen Teilhabe ermöglicht werden. Dazu braucht es Aufklärung, Information

und mehr Sensibilisierung im öffentlichen Leben.

Menschen mit einer Demenzerkrankung sollten von uns nicht vergessen werden, auch wenn sie

vergesslich sind!

Die Beschäftigung mit der Krankheit und ihren Folgen ist ein erster Schritt. Auf ganz unterschiedliche,

vor allem künstlerische Art und Weise möchten wir das oft noch tabuisierte und ängstigende

Thema zu Ihnen bringen und zur Auseinandersetzung damit einladen.

Das KompetenzNetzwerkDemenz ist vom Ennepe-Ruhr-Kreis gemeinsam mit der Kontakt- und Informationsstelle

für Selbsthilfe in Hattingen und Sprockhövel initiiert worden. Finanziert wird die

Arbeit mit Mitteln des Ennepe-Ruhr-Kreises. Engagiert sind u.a. Vertreter der beiden Kommunen,

ambulante und stationäre Einrichtungen, Vertreter der Wohlfahrtsverbände und gemeinnütziger

Vereine sowie interessierte BürgerInnen.

Die „Mitmacher“ im KompetenzNetzwerkDemenz freuen sich, mit diesem bunten Strauß der Angebote

auf dem Weg zu einer demenzfreundlichen Kommune in den beiden Städten einen großen

Schritt weiterzukommen.

Maria-Elisabeth Warnecke

Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe Hattingen und Sprockhövel

in Trägerschaft des Diakonischen Werkes Ennepe-Ruhr/Hagen

Elke Zeller

Fachbereich Soziales und Gesundheit des Ennepe-Ruhr-Kreises

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Programm

Sonntag, 4. Oktober 2009

I. Ausstellungseröffnung || „Blaue Tage und graue Tage“ von Claudia Thoelen/Hamburg

11 Uhr || Stadtmuseum Hattingen || Marktplatz 1-3 || 45527 Hattingen-Blankenstein ||

Öffnungszeiten: Di-Mi 11-18 Uhr | Do 15-20 Uhr | Fr-So 11-18 Uhr

Eröffnung der Ausstellung: Petra Kamburg, Museumsleiterin |

Grußworte: Dr. Dagmar Goch, Bürgermeisterin der Stadt Hattingen, Dirk

B. Bobe, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Ennepe-Ruhr/Hagen |

Musikalische Begleitung: Chor „Musikal“ der Musikschule Hattingen, Ltg.

Christiane Büscher

„Die Ausstellung zeigt Fotos von Demenzkranken und ihren Angehörigen

in ihrer häuslichen Umgebung. Menschen in ihrer gewohnten Umgebung,

in ihrem Alltag – verändert durch das Leben mit der Krankheit

– wie die Bilder eindrucksvoll darstellen. Dieser Alltag kann ganz normal

sein, aber auch gedankenvoll, freudvoll oder leidvoll sein. Die Biographie

der Kranken spiegelt sich in den flüchtigen Bildern, denn die

gelebten Jahre prägen und hinterlassen ihre Spuren in den Gesichtern.“

(Heike von Lützau-Hohlbein, Deutsche Alzheimer Gesellschaft)

„Diese Ausstellung beschreibt die Geschichte einer Vision. Der Vision,

‚verwirrten’ Menschen einen Lebensraum zu schaffen, in dem sie, akzeptiert

in ihrer Verwirrtheit, wertgeschätzt als Individuen, aufgehoben

und eingehüllt in ein flexibles Milieu ihre verwirrte Lebensphase durchleben

und dann in Frieden sterben können. (…) Diese Ausstellung ist

eine Aufforderung, die Lebensbedingungen von Demenzkranken in

Pflegeheimen an deren Bedürfnisse anzupassen und nicht, wie üblich,

die Menschen an die Bedingungen der Organisation.“ (Mechthild Lärm)

Ausstellung im Treppenhaus des Stadtmuseums; Eintritt frei

II. Gottesdienst || für Menschen mit einer dementiellen Erkrankung und ihre Angehörigen

17 Uhr || Paul-Gerhardt-Haus || Marxstr. 23 || 45527 Hattingen-Welper

Kooperation: Beate Achtelik, Ambulanter Hospizdienst Witten-Hattingen e.V., Katharina Arnoldi,

Erwachsenenbildung Ennepe-Ruhr | Diakonin: Ulla Sauer

Dieser Gottesdienst richtet sich ganz besonders an Erkrankte und deren veränderte religiöse Bedürfnisse.

Mit ihren Angehörigen wollen wir andere, geeignetere Wege gehen, Begegnung untereinander

und mit Gott ermöglichen. Menschen mit Demenz haben ein großes Gespür für Atmosphäre

– insbesondere für Spiritualität. Sie haben ein Gespür für das „Heilige“. Der Rahmen eines

Gottesdienstes mit seinen Symbolen gibt dem „Heiligen“ Raum. Denn obwohl „Demenz“ wörtlich

„ohne Geist“ bedeutet, scheint der heilige Geist an dieser Stelle besonders aktiv und lebendig zu

wirken. (aus: Menschen mit Demenz feiern Gottesdienst)

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Montag, 5. Oktober 2009

I. Sinneserfahrungen || zur Unterstützung der Wahrnehmung

16-17.30 Uhr || Altenheim „Haus am Quell“ || Dellwig 6 || 45549 Sprockhövel

Einrichtungsleiter: Dipl. theol. Christoph Ruthenbeck

Im „Haus am Quell“ gehört es zu unseren Zielen, die Angebote für dementiell veränderte Menschen

strukturell stärker auf die Anregung und Nutzung der Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner

auszurichten. Mit diesem Konzept unterscheiden wir uns auch von anderen Anbietern in der

stationären Altenpflege. Damit erreichen wir u.a. bei unseren Bewohnerinnen und Bewohnern:

• eine aktive Unterstützung der Wahrnehmung unter Berücksichtigung individueller Ressourcen,

hierbei werden biografische Vorlieben und Interessen berücksichtigt;

• eine höhere Zufriedenheit der im „Haus am Quell“ lebenden Menschen;

• eine Förderung der Beweglichkeit.

Das Haus bietet die Möglichkeit, diese Wege zum Verständnis von Bewohnern nicht nur theoretisch,

sondern auch ganz handfest, also zum Anfassen kennen zu lernen.

II. Was hilft denen, die helfen?

18.30-20 Uhr || Altenheim „Haus der Diakonie“ || Augustastr. 11 || 45525 Hattingen

Selbsthilfegruppe „Hoffnung“ | Gesprächskreis für Angehörige von Demenzerkrankten |

Alzheimer Gesellschaft Hattingen und Sprockhövel e.V.

Der Arzt und Supervisor Alexander Neidhard war lange Jahre im Vorstand der Alzheimer Gesellschaften

in Hattingen und Sprockhövel e.V. und in Bochum tätig.

Angehörige, die sich verantwortlich um einen Menschen mit einer Demenzerkrankung kümmern,

kommen statistisch gesehen nach etwa einem Jahr an ihre Grenzen. Dazu gehören bei vielen

Schuldgefühle, Versagensängste. Aber auch das Aushalten der eigenen Hilflosigkeit oder unterschiedliche

Sichtweisen der Situation bei anderen Angehörigen.

Der Erhalt der eigenen psychischen und auch physischen Fähigkeiten ist Schwerpunktthema des

heutigen Abends. Hierbei kann das Erfahrungswissen anderer hilfreich sein, aber auch die Praxisbeispiele

des Referenten können Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Dienstag, 6. Oktober 2009

I. Wohnberatung || Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) der Evangelischen

Stiftung Volmarstein | Seniorenbüro und Pflegeberatung der Stadt Hattingen

14-16 Uhr || Rathaus der Stadt Hattingen || Rathausplatz 1 || 45525 Hattingen ||

kleiner Sitzungssaal || 2. Obergeschoss

Die Wohnberatungsstelle des Forschungsinstituts Technologie und Behinderung (FTB) der Evangelischen

Stiftung Volmarstein bietet Bürgerinnen und Bürgern der Städte Wetter, Hattingen, Herdecke,

Sprockhövel und Witten qualifizierte und unabhängige Unterstützung bei allen Fragen zur

Wohnraumanpassung.

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Ziel der Beratung ist, die selbstständige Lebensführung von älteren, behinderten oder erkrankten

Menschen in ihrer vertrauten Umgebung so lange wie möglich zu erhalten.

In der senioren-/ behindertengerechten Musterwohnung und der ständigen Hilfsmittelausstellung

des FTB können Lösungsmöglichkeiten für unterschiedliche Problembereiche demonstriert und

vielfältige Hilfsmittel von Ratsuchenden und Interessenten ausprobiert werden.

Die FTB-Wohnberatung ist eine Initiative im Rahmen des Projektes „Wohnberatung für Bürgerinnen

und Bürger in NRW insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“

und wird durch den Ennepe-Ruhr-Kreis und die Pflegekassen gefördert.

II. Demenz und Sterben

18-20 Uhr || Ev. Gemeindezentrum || Augustastr. 11 || 45525 Hattingen

Hospizliche Begleitung demenzkranker Menschen in der letzten Lebensphase |

Ambulanter Hospizdienst

Ist die Sterbebegleitung von dementen Menschen eine andere als diejenige, die Sterbende erfahren,

die nicht an Demenz erkrankt sind? Demenzkranke können, besonders in ihrer letzten Lebensphase,

ihre Befindlichkeit, ihre Bedürfnisse nur sehr eingeschränkt oder gar nicht mitteilen.

Hospizliche Begleitung orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Sterbenden und erfordert

immer eine sensibilisierte Wahrnehmung. Für die Sterbebegleitung von Menschen, dementen

und nicht dementen, ist eine Haltung zu lernen – keine Methode, keine Technik.

Informationen über den Umgang mit Kommunikationsunfähigkeit, nonverbaler Kommunikation

und Übungen zur Wahrnehmungsschulung bieten einen Zugang zur Erlebenswelt (dementer)

Sterbender, der „… nur über Interpretation, Intuition, Empathie und Kreativität möglich ist“

(M. Kutzner: Was wir noch tun können!).

Zu einem Informationsabend mit Beispielen, Übungen und Erfahrungsaustausch sind Pflegekräfte,

pflegende Angehörige und Interessierte herzlich eingeladen.

Mittwoch, 7. Oktober 2009

I. Demenz aus medizinischer Sicht || Diagnose und Therapie

17 Uhr || Ev. Gemeindezentrum Winz-Baak || Schützstr. 4 || 45529 Hattingen

Alzheimer Gesellschaft Hattingen und Sprockhövel e.V. | Volkshochschule Hattingen |

ev. Kirchengemeinde Winz-Baak

Vortrag: Dr. Thorsten Lauter, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie

Laut einer Umfrage kennen fast 100 % der Bundesbürger das Wort „Alzheimerund verbinden damit

Vergesslichkeit. Werden wir denn nicht alle im Alter zunehmend vergesslicher? Oder steckt doch

noch was anderes dahinter? Was aber ist eine Demenz? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage ist

nicht einfach und es fehlen oft auch konkrete Kenntnisse. Im Vortrag werden die medizinischen Zusammenhänge

beschrieben, die das Bild einer Alzheimer-Krankheit ausmachen. Dazu gehört nicht

nur die Vergesslichkeit, sondern auch Veränderungen der Persönlichkeit sind oft Kennzeichen dieser

Erkrankung. Die verschiedenen Untersuchungsmethoden zur genauen Diagnoseerstellung und auch

Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung werden vorgestellt. Obwohl eine Heilung bisher

nicht möglich ist, gibt es Medikamente, die die Symptome der Erkrankung abmildern können. Zusätzliche

therapeutische Ansätze, wie z.B. die Ergotherapie, können helfen, Fähigkeiten zu erhalten.

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Donnerstag, 8. Oktober 2009

I. Wohnberatung || Forschungsinstitut Technologie und Behinderung (FTB) der Evangelischen

Stiftung Volmarstein | Seniorenbüro der Stadt Sprockhövel, Pflegeberatung

10-12 Uhr || auf dem Wochenmarkt/Rathausplatz (vor dem Rathaus) ||

45549 Sprockhövel-Haßlinghausen

Die Wohnberatungsstelle des Forschungsinstituts Technologie und Behinderung (FTB) der Evangelischen

Stiftung Volmarstein bietet Bürgerinnen und Bürgern der Städte Wetter, Hattingen, Herdecke,

Sprockhövel und Witten qualifizierte und unabhängige Unterstützung bei allen Fragen zur

Wohnraumanpassung.

Ziel der Beratung ist, die selbstständige Lebensführung von älteren, behinderten oder erkrankten

Menschen in ihrer vertrauten Umgebung so lange wie möglich zu erhalten.

In der senioren-/ behindertengerechten Musterwohnung und der ständigen Hilfsmittelausstellung

des FTB können Lösungsmöglichkeiten für unterschiedliche Problembereiche demonstriert und

vielfältige Hilfsmittel von Ratsuchenden und Interessenten ausprobiert werden.

Die FTB-Wohnberatung ist eine Initiative im Rahmen des Projektes „Wohnberatung für Bürgerinnen

und Bürger in NRW insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz“ und wird

durch den Ennepe-Ruhr-Kreis und die Pflegekassen gefördert.

Herr Albers und Frau Junge sind Mitarbeiter im Seniorenbüro der Stadt Sprockhövel.

Sie stehen ebenfalls im Rahmen der Pflegeberatung als Ansprechpartner zur Verfügung.

II. DESI Demenzsimulator || Sehen, Hören, Denken und Fühlen wie ein Demenzerkrankter

14-16 Uhr || St. Elisabeth-Krankenhaus Niederwenigern || Aula des Krankenhauses ||

Essener Str. 31 || 45529 Hattingen

Referentin: Bettina Dietsch/Fa. Merz

In der Woche der Demenz werden viele Themen zur Entstehung, Symptomatik und Behandlung der

Demenz angeboten.

Wir möchten uns mit der Frage beschäftigen, wie ein Demenzerkrankter seine Umwelt wahrnimmt

und aus dieser Wahrnehmung heraus reagiert. Die Firma Merz entwickelte dazu ein Computersimulationsprogramm.

Gemeinsam mit der Referentin, Frau Bettina Dietsch, möchten wir Sie herzlich zu

einem interaktiven Seminar in die Räume unserer Klinik einladen, in dem Sie durch eine Computeranimation

selbst erfahren können, wie es ist, wenn sich die Wahrnehmung verändert und verlangsamt.

Viele Menschen haben sich schon gefragt, was in einem Alzheimer- Patienten vorgeht. Wie

verändert sich die Wahrnehmung seiner Umwelt? Mit dem Demenz-Simulator soll gesunden Menschen

die Erlebnis- und Symptomwelt eines Alzheimer- Patienten näher gebracht werden.

Mit dem Demenz-Simulator kann man Erfahrungen bzw. Eindrücke sammeln, um ein besseres Verständnis

entwickeln zu können, welche Auswirkungen die Demenz-Erkrankung bereits in der frühen

Phase auch auf die Persönlichkeit der Betroffenen haben kann. Unser Angebot richtet sich an Angehörige

Demenzerkrankter, denen so der Umgang mit ihren Familienmitgliedern erleichtert werden

soll und an alle Interessierten.

Wir übernehmen die Betreuung Ihrer Angehörigen in der Zeit des Seminars durch unsere Ergotherapeuten

und Krankenschwestern/-pfleger, und lassen den Nachmittag mit einem gemeinsamen

Kaffeetrinken ausklingen.

Um Voranmeldung wird gebeten (30 Plätze). Voranmeldung über KISS

(Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe) T 02324-954979 | 02324-954911.

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III. „Mein kleiner grüner Kaktus …“

17-18.30 Uhr || Seniorenzentrum „Emmy-Kruppke-Haus“ || AWO Café ||

Thingstr.18 || 45527 Hattingen- Welper

Musik: Prof. Neugebauer, Musiktherapeut aus Witten

Wir laden Sie ein, Musik als eine gemeinschaftsbildende Kraft zu erleben.

Menschen mit einer Demenz haben zwar Einschränkungen in ihrer kognitiven Kompetenz, ihre

emotionalen Fähigkeiten bleiben aber lange erhalten.

Musikalische Angebote sind wichtige Zugänge zum Kontakt und zum Verständnis der Bedürfnisse

von Menschen mit Demenz.

Alle, die Interesse an musikbezogener Arbeit mit Demenzerkrankten haben, sind herzlich zum musikalischen

Erlebnis eingeladen.

Pflegende Angehörige mit ihren Demenzerkrankten, die Freude an der Musik haben, sind eingeladen,

Musik als Sprache auch ohne Worte zu erleben.

An diesem Nachmittag werden wir mit Hilfe von Prof. Neugebauer Musik als Weg aus dem Gefühl

der Isolation erleben.

IV. Lesung mit Tilman Jens: „Demenz. Abschied von meinem Vater“.

19.30 Uhr || Stadtbibliothek im Reschop Carré (Lesecafé) ||

Reschop Carré-Platz 1 || 45525 Hattingen

Stadtbibliothek Hattingen | Buchhandlung Thalia

Eintritt: 7 Euro / 5 Euro

Im März 2009 ist er 86 Jahre alt geworden, aber er weiß es nicht…Walter Jens, Rhetorikprofessor,

Vorzeigeintellektueller und gefürchteter Literaturkritiker ist dement.

Jens‘ Sohn Tilman schildert in seinem Buch „Demenz. Abschied von meinem Vater“ diese

persönliche Familientragödie mit schmerzhafter Offenheit. Ob er den richtigen Ton gefunden hat,

um dem Zustand zwischen geistigem und physischem Verlöschen seines Vaters gerecht zu werden,

bleibt umstritten. Das Schicksal von Walter Jens und seiner Familie verweist auf eine Herausforderung,

der sich immer mehr Menschen in unserer alternden Gesellschaft stellen müssen.

Freitag, 9. Oktober 2009

Filmvorführung || „An ihrer Seite (Away from her)“ | Kanada, 2006, 110 Minuten

17 Uhr || Forum der Grundschule Börgersbruch || Dresdner Str. 43 || 45549 Sprockhövel

Regie: Sarah Polley | Darsteller: Julie Christie, Gordon Pinsent, Olympia Dukakis, Michael Murphy

Veranstalter: Seniorenbüro der Stadt Sprockhövel

Der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley ist mit ihrem Regiedebüt ein ergreifender und gefühlvoll

erzählter Liebesfilm gelungen. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte „Der Bär kletterte

über den Berg“ von Alice Munro und handelt von zwei Menschen, die ein ganzes Leben geteilt haben

und nun mit der Notwendigkeit des Loslassens konfrontiert werden.

Seit 44 Jahren sind Fiona (Julie Christie) und Grant (Gordon Pinsent) verheiratet. Bis Fiona immer

stärker unter Gedächtnisverlust leidet und man Alzheimer bei ihr diagnostiziert. Schon bald darauf

beschließt sie, sich selbst in ein Pflegeheim einzuweisen. Eine Aufnahmebestimmung des Pflege-

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heims sieht vor, dass in den ersten 30 Tagen des Aufenthalts kein Angehöriger die Patienten besuchen

darf, damit diese sich ungestört einleben können. Als Grant seine Frau danach erstmals

wieder sieht, stellt er fest, dass ihre Zuneigung jetzt Aubrey (Michael Murphy), einem anderen

Heimbewohner, gehört. Ihn erkennt sie nicht wieder. Grant muss lernen, mit diesem Verlust zu leben

und das Glück der kranken Partnerin über seine eigenen Ansprüche zu stellen.

Eintritt frei

Sonnabend, 10. Oktober 2009

Szenische Lesung des Theaterstücks „Die Akte Auguste D.“

19 Uhr || Veranstaltungsraum im Stadtmuseum Hattingen ||

Marktplatz 1-3 || 45527 Hattingen-Blankenstein

Eintritt: 3,50 Euro

Die Beobachtungen von Dr. Alois Alzheimer

an der ersten Alzheimer Patientin

von Konrad und Ulrike Maurer

in einer Fassung für zwei Schauspieler.

Es lesen: Ulrike Hofmann (Dramaturgin und Autorin, Berlin)

und Basil Dorn (Schauspieler und Regisseur, Berlin) |

Veranstalter: Kulturbüro Hattingen

1901 legte der Arzt und Hirnforscher Alois Alzheimer eine Krankenakte über einen medizinischen

Fall an, der seine Neugierde und seinen Forschergeist weckte. Seine Patientin Auguste Deter zeigt

Symptome, die er vorher noch nie beobachtet hat. Weder in Untersuchungen noch in langen Gesprächen

kommt er der Krankheit auf die Spur. Erst nach ihrem Tod gewinnt er Sicherheit über die

bis dahin rätselhafte Krankheit, die seinen Namen erhalten wird.

In einer Pressekritik hieß es: „Alzheimer im Theater (…) die Autoren haben es geschafft, in dem

Stück vier Aspekte der Geschichte um Alzheimer und Deter geschickt miteinander zu verweben.

So wird anhand des weltweit ersten beschriebenen Falles der Alzheimer-Krankheit diese nicht nur

in allen Facetten beleuchtet. Die Zuschauer werfen zugleich einen Blick auf die Person Alzheimers,

seine Menschlichkeit und seinen Humor.“

Ulrike Hofmann ist die Autorin der Bühnenfassung von „Die Akte Auguste D.“ Sie studierte Germanistik,

Anglistik, Theaterwissenschaften, arbeitete als Dramaturgin am GRIPS Theater und als Regisseurin

in Berlin, Dessau und Zürich. Zurzeit ist sie als Autorin, Übersetzerin und Verlegerin tätig

und lebt in Berlin.

Basil Dorn besuchte die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Graz und die Neue Münchner

Schauspielschule. Er blickt auf eine langjährige Erfahrung auf der Bühne und in der Kulturarbeit

zurück. So realisierte er z.B. Theaterprojekte mit Jugendlichen, Senioren und Migranten. Heute

arbeitet er als Schauspieler, Theaterpädagoge, Regisseur und lebt in Berlin.

Ulrike Hofmann und Basil Dorn bieten an,

im Anschluss mit ihnen über das Stück zu sprechen und zu diskutieren.

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Unterstützungsangebote

für Menschen mit Demenz und pflegende Angehörige

in Hattingen und Sprockhövel

Ansprechpartner / Adresse Angebot(e)

Stadt Hattingen • Beratung und Begleitung

Seniorenbüro • Vermittlung von Hilfen

Hüttenstr. 45 • zentrale Informationsstelle

45527 Hattingen

Tel. 02324 / 204-5520, -5519, -5511

Sozialpsychiatrischer Dienst • Individuelle Beratungsgespräche

des Ennepe-Ruhr-Kreises • Beratung zu unterstützenden Angeboten

Bahnhofstr. 37

45525 Hattingen

Tel. 02324 / 9236-27, - 29

Alzheimer Gesellschaft • Beratung zum Krankheitsbild und -verlauf

Hattingen und Sprockhövel e.V. • Beratung zum Umgang

Bredenscheider Str. 58 mit demenzkranken Menschen

45525 Hattingen • Beratung zu unterstützenden Angeboten

Tel. 02324 / 685620 • stundenweise Betreuung zu Hause

Mobil 0157 / 71357575 und in Gruppen

Stadt Sprockhövel • Beratung und Begleitung

Seniorenbüro • Vermittlung von Hilfen

Rathausplatz 4 • zentrale Informationsstelle

45549 Sprockhövel

Tel. 02334 / 917-311

BEAS e.V. • Beratung zum Umgang

Verein für niedrigschwellige Betreuungsangebote mit demenzerkrankten Menschen

Goethestr. 23 • Beratung zum Umgang

45549 Sprockhövel mit unterstützenden Angeboten

Tel. 0151 / 22 83 47 95 • Individuelle Beratungsgespräche

• Gesprächsgruppe für pflegende Angehörige

• Betreuung in Gruppen

Neurologische/r Facharzt/Fachärztin • Persönliche Beratung

Beratung im Büro der KISS • ohne Anmeldung

Kirchplatz 19 • ohne Überweisung

45525 Hattingen • keine Praxisgebühr

Tel. 02324 / 954979

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Im Menschen ist nicht allein Gedächtnis,

sondern Erinnerung.

Thomas von Aquin

Die Erinnerung ist das einzige Paradies,

woraus wir nicht vertrieben werden können.

Jean Paul

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