Informationen zu: Streptokokken der Gruppe B (GBS)

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Informationen zu: Streptokokken der Gruppe B (GBS)

Epidemiologie

Informationen zu: Streptokokken der

Gruppe B (GBS)

10 – 15% aller jungen Frauen weisen eine vaginale

Streptokokken-Kolonisation auf. Bei etwa 1 / 3

der Trägerinnen ist die Besiedlung des Urogenitaltraktes

während der gesamten Schwangerschaft

nachzuweisen, bei den anderen ist die

Kolonisierung vorübergehend oder intermittierend.

Etwa 50 – 60% der Neugeborenen werden

mit B-Streptokokken kolonisiert.

Erregerbezeichnung

Streptokokken der Gruppe B sind grampositive

Kokken, bei denen 4 verschiedene Serotypen

und Subtypen unterschieden werden.

Übertragung

Das Neugeborene infiziert sich beim Durchtritt

durch den Geburtskanal der Streptokokken-besiedelten

Mutter aber auch prä- und antepartal

teilweise bei noch erhaltener Fruchtblase.

Die postpartale Infektion ist als nosokomiale

Infektion zu bewerten.

Klinik

Die Streptokokken-Infektion in der Schwangerschaft

geht häufig mit einer vorzeitigen Wehentätigkeit

einher und führt zu septischen Aborten,

zum Amnioninfektionssyndrom sowie zur

asymptomatischen GBS-Bakteriurie. Nach der

Geburt bewirken Streptokokken B-Infektionen

Sepsis, Puerperalinfektionen, Endometritis und

Harnwegsinfektionen. Die Erkrankung der Neugeborenen

verläuft meist sehr schwer in zwei

Verlaufsformen:

Die Frühform (early onset) beginnt vorwiegend

am 1. Lebenstag bis 5 Tage danach. Es bestehen

Zeichen einer Sepsis mit Atemnotsyndrom und

Schock., außerdem Meningitis und seltener eine

Pneumonie. Der Verlauf ist meistens foudroyant.

Die Mortalität liegt bei 50 – 60%.

Die späte Form (late onset) beginnt zwischen der

1. Lebenswoche und dem 3. Lebensmonat. Als

Krankheitserscheinung manifestiert sich meist

eine Meningitis mit relativ guter Prognose.

Diagnose

Der Schwerpunkt der Labordiagnostik liegt in

der kulturellen Erregeranzucht mit nachfolgender

serologischer Gruppenbestimmung. Schnellteste

zum Nachweis einer GBS-Besiedlung sind

auf Grund der niedrigen Trefferquote derzeit

nicht zu empfehlen. Bei der Schwangeren steht

im Vordergrund das generelle GBS-Screening

zwischen der 35. und 37. SSW. Abstriche vom

Anorektum und Introitus ergeben zu diesem

Zeitpunkt mit hinreichender Sicherheit eine Aussage

über den vermutlichen GBS-Kolonisierungsstatus

am errechneten Termin.


Intrapartuale Chemoprophylaxe zur Vermeidung der frühen Form der Neugeborenensepsis durch

B-Streptokokken und Vorgehen beim Neugeborenen (Leitlinie der DGGG, Stand September 2004)

Klinische Situation: Empfehlung:

� Positives GBS-Screening 35.-37. Woche

� Zustand nach Geburt eines Kindes mit

GBS-Infektion

GBS-Bakteriurie während dieser Schwangerschaft

GBS-Status unbekannt und einer der folgenden

Risikofaktoren:

� Drohende Frühgeburt < 37 vollendete

Wochen

� Mütterliches Fieber ≥ 38°C unter der

Geburt

� Dauer des Blasensprunges

≥ 18 Stunden

Aktuelle Informationen finden Sie auf unserer Internetseite www.endokrinologikum.com

© ENDOKRINOLOGIKUM Stand: August 2011


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LABORE HAMBURG

Kundenbetreuung

Lornsenstraße 4-6 · 22767 Hamburg

Intrapartuale Chemoprophylaxe mit Penicillin

G (Mittel der Wahl) i.v. einmalig 5 Mio.

E., anschließend 2,5 Mio. E. alle 4 Stunden

bis zur Entbindung.

Alternativen: z.B. Cefazolin 2 g i.v. einmalig,

anschließend 1 g alle 8 Stunden, Ampicillin

i.v. einmalig 2 g, anschließend 1 g alle

4 Stunden, Clindamycin 900 mg i.v. alle 8

Stunden.

Unabhängig vom GBS-Kulturergebnis kann auf eine Chemoprophylaxe bei einer primären Schnittentbindung

(ohne Wehen und Blasensprung) verzichtet werden.

Wenn das GBS-Screening innerhalb von 5 Wochen vor der Geburt ein negatives Ergebnis erbrachte,

dann kann unabhängig von den 3 oben genannten intrapartualen Risikofaktoren auf eine diesbezügliche

Chemoprophylaxe verzichtet werden

Vorgehen beim Neugeborenen (vorausgesetzt, die Mutter hat mindestens 2 Dosen der antibiotischen

Prophylaxe erhalten):

� Kind mit Zeichen einer Infektion:

� Unverzügliche Verlegung in Kinderklinik und Therapie der Infektion

� Kind asymptomatisch, Mutter hat aber o.g. Risikofaktoren und/oder Zeichen einer Chorioamnionitis:

� Diagnostik wie bei Sepsis veranlassen

� Empirische antibiotische Therapie bei Frühgeburt < 32 Wochen

� Bei älteren Kindern engmaschige klinische Kontrolle

� Kind asymptomatisch und > 35 Wochen, Mutter ohne Risikofaktoren aber mit GBS-Nachweis:

� Engmaschige klinische Kontrolle für 72 Stunden

� Alle 4 Stunden dokumentierte Zustandsbeschreibung durch erfahrene Pflegekraft

Info-Telefon (kostenfrei) 0800-834 32 30

E-Mail: labor@endokrinologikum.com

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