Infos rund um Schwangerschaft - Stadt Wuppertal

wuppertal.de

Infos rund um Schwangerschaft - Stadt Wuppertal

Infos rund um

Schwangerschaft

GLEICH-

STELLUNGS-

STELLE

FÜR FRAU

UND MANN


Liebe Leserin,

lieber Leser,

die Schwangerschaft verändert das Leben einer Frau in vielerlei Hinsicht, aber auch

Väter müssen sich mit der veränderten Situation auseinandersetzen und neu orientieren.

Freude und Glück aber auch Ängste und Verzweiflung können Begleiter dieser neuen

Situation sein.

Wir haben Wissenswertes rund um das Thema Schwangerschaft zusammengestellt

und möchten Sie mit dieser Broschüre auf Ihrem Weg begleiten und Ihnen Fragen,

die in dieser Zeit entstehen, beantworten.

Individuelle Beratung erhalten Sie bei den aufgeführten Beratungsstellen und

Institutionen.

Wir hoffen sehr, dass diese Broschüre ein Wegweiser ist, um die für Sie wichtigen

Hinweise und Anlaufstellen zu finden.

Die Herausgeberinnen

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Inhalt

Schwangerschafts- und Geburtshilfe

Geburtsvorbereitung 6

Geburtsmöglichkeiten 6

Betreuung und Vorsorgeleistungen durch Ärzte/Ärztinnen und Hebammen 7

Häusliche Pflege nach der Entbindung 8

Pränataldiagnostik 8

Schwangerschaftskonfliktberatung 14

Mutterschutzgesetz

Geltungsbereich 16

Schutzfristen vor und nach der Geburt 17

Mitteilung gegenüber dem Arbeitgeber, der Arbeitgeberin 17

Kündigungsverbot 18

Eigene Kündigung 18

Aufhebungsverträge 18

Mutterschaftsgeld

Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung 19

Mutterschaftsgeld des Bundesversicherungsamtes 19

Mutterschutzlohn 20

Zusätzliche Hilfen

Bundesstiftung 21

Härtefonds der Evangelischen Kirche im Rheinland 21

Bischofsfond der katholischen Kirche 22

Elterngeld

Anspruch auf Elterngeld 23

Höhe des Elterngeldes 23

Berechnung des Elterngeldes 24

Geschwisterbonus 24

Mehrlingsgeburten 24

Antragstellung 24

Elternzeit 26

Staatliche Hilfen mit Rechtsanspruch

Arbeitslosengeld II 27

Leistungen nach SGB II 27

Einmalige Leistungen und Mehrbedarf 28

Mehrbedarf für Alleinerziehende 28

Kindergeld 29

Kinderzuschlag 29

Wohnen

Wohngeld 30

Wohnberechtigungsschein 30

Unterhalt

Unterhalt für das Kind 31

Unterhaltsvorschuss für Kinder 32

Betreuungsunterhalt für Nichtverheiratete 32

Rechte für unverheiratete Eltern

Elterliche Sorge 33

Beistandschaft 33

Namensrecht 33

Staatsangehörigkeitsrecht 34

Studentinnen und Auszubildende 35

Möglichkeiten der Kinderbetreuung 37

Frühe Hilfen 40

Schwangerschaft und AIDS 41

Lesben und Kinderwunsch 43

Adressen und Informationen 44

Impressum 45

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Schwangerschafts-

und Geburtshilfe

Geburtsvorbereitung

Um sich auf die kommenden Veränderungen durch Schwangerschaft und Geburt eines

Kindes besser vorbereiten zu können, haben Sie die Möglichkeit an Geburtsvorbereitungskursen

teilzunehmen. Das Angebot ist groß und die Gestaltungsmöglichkeiten

hierzu sind vielseitig. Sie erhalten Informationen zu allen Fragen rund um Schwangerschaft

und Geburt, bekommen hilfreiche Atem- und Entspannungsübungen vermittelt

oder erfahren mehr über Säuglingspflege. Die Kosten für einen Geburtsvorbereitungskurs

werden für die schwangeren Frauen von den gesetzlichen Krankenkassen

übernommen. Nehmen die werdenden Väter an Geburtsvorbereitungskursen teil, muss

der Partnerbeitrag selbst getragen werden.

Geburtsvorbereitungskurse werden von Hebammenpraxen, Familienbildungsstätten

und Entbindungskliniken angeboten. Nähere Informationen hierzu erhalten Sie im

Adressenteil dieser Broschüre.

Geburtsmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Entbindungsmöglichkeiten und wo Sie ihr Kind zur Welt bringen

möchten, hängt von vielen Faktoren ab. Sie können zwischen einer Klinikgeburt, einer

ambulanten Geburt, einer Geburt im Geburtshaus oder einer Hausgeburt wählen.

Geburt in einem Krankenhaus

Im Krankenhaus stehen Ihnen neben der Hebamme – bei Bedarf – immer eine Ärztin,

ein Arzt und meistens auch eine Kinderärztin, ein Kinderarzt zur Verfügung. Nach

der Entbindung verbringen Sie mit Ihrem Baby noch einige Tage auf der Wöchnerinnenstation.

Die meisten Kliniken bieten Rooming in an, so dass Sie die Möglichkeit

haben, Ihr Kind je nach Wunsch tagsüber oder auch nachts bei sich zu haben und zu

versorgen.

In Wuppertal können Sie im Bethesda Krankenhaus oder in den Kliniken St. Antonius

entbinden. Die Kliniken bieten Informationsabende an. Hier können Sie Fragen stellen,

die Räumlichkeiten ansehen und erfahren auch Wissenswertes über den möglichen

Geburtsablauf im Kreißsaal.

Ambulante Geburt

Die Ambulante Geburt meint, dass Sie in einer Klinik entbinden, dann aber, wenn keine

Komplikationen auftreten, das Krankenhaus mit Ihrem Baby nach einigen Stunden

verlassen und nach Hause gehen können. Wenn der Wunsch zu einer ambulanten

Geburt besteht, sollten Sie bereits im Vorfeld mit einer niedergelassenen Hebamme

Kontakt aufnehmen und die Weiterbetreuung besprechen.

Geburt im Geburtshaus

Geburtshäuser sind in der Regel von Hebammen geleitete Einrichtungen, in denen

Frauen in ruhiger und entspannter Atmosphäre ihre Kinder auf die Welt bringen können.

Dabei wird u. a. auch mit alternativen Heilmethoden gearbeitet. Bei jeder Geburt

sind zwei Hebammen anwesend, weil das Thema Sicherheit groß geschrieben wird.

Sollte es doch einmal zu Komplikationen während der Geburt kommen, wird eine

Verlegung in eine benachbarte Klinik veranlasst. Diese ist durch Kooperationsverträge

zwischen Geburtshaus und Klinik gesichert.

Hausgeburt

Falls Sie sich für eine Hausgeburt entscheiden, suchen Sie sich frühzeitig eine Hebamme

die diese durchführt. Die Hebamme wird Sie die ganze Schwangerschaft hindurch

betreuen, sie leistet Geburtshilfe, überwacht die Nachgeburtsphase und führt die

Erstversorgung des Kindes durch. Eine Hausgeburt erfordert sehr viel Vertrauen in sich

selbst, Vertrauen zur gewählten Hebamme und eine gute Vorbereitung.

Betreuung und Vorsorgeleistungen durch Ärzte/Ärztinnen

und Hebammen

Während der Schwangerschaft haben Sie sowohl Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen,

ärztliche Betreuung und Hebammenhilfe, als auch auf Versorgung mit

Arznei-, Verband- und Heilmitteln (bei Schwangerschaftsbeschwerden und im Zusammenhang

mit der Entbindung ohne Zuzahlung), Übernahme der Entbindungskosten

(ausgenommen zusätzliche Aufwendungen bei nicht stationären Geburten), sowie

häusliche Pflege und Haushaltshilfe.

Die gesetzlich vorgesehene Praxisgebühr muss für die Schwangerenvorsorge und die

Feststellung der Schwangerschaft nicht entrichtet werden.

In der Regel finden die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen alle vier Wochen statt,

ab der 32. Schwangerschaftswoche alle zwei Wochen. Bei akuten Problemen sind

natürlich auch zusätzliche Untersuchungstermine möglich. Sie erhalten den Mutterpass,

in dem sämtliche Vorsorgeergebnisse im Laufe der Schwangerschaft dokumentiert

werden. Insgesamt sind drei Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft

vorgesehen, für die die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten übernehmen.

Während der Schwangerschaft, sowie bei und nach der Entbindung, haben Schwangere

und Wöchnerinnen Anspruch auf Hilfe durch eine freiberufliche Hebamme. Die

Betreuung durch eine Hebamme steht Ihnen auf jeden Fall bis zum zehnten Tag nach

der Entbindung zu. Darüber hinaus können Sie bei Bedarf (z.B. bei Stillschwierigkeiten),

auch länger Hebammenhilfe in Anspruch nehmen. Es empfiehlt sich rechtzeitig,

während der Schwangerschaft, Kontakt mit einer freiberuflichen Hebamme oder

einer Hebammenpraxis aufzunehmen. Das Angebot der Hebammen finden Sie z. B.

unter www.hebammensuche.de.

Nähere Informationen hierzu erhalten Sie auch in den Schwangerenberatungsstellen,

bei Krankenkassen, den Entbindungskliniken, den niedergelassenen Gynäkologen/

innen, sowie in der Gleichstellungsstelle für Frau und Mann.

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Häusliche Pflege und Haushaltshilfe nach der Entbindung

Ist aufgrund von Schwangerschaftsbeschwerden – zum Beispiel bei drohender

Frühgeburt – oder nach der Geburt Unterstützung der täglichen Pflege (z. B. Hilfe bei

der Körperpflege) notwendig, besteht Anspruch auf die sogenannte häusliche Pflege.

Der Umfang hierfür reduziert sich allerdings, wenn eine andere im Haushalt lebende

Person die Pflege ganz oder teilweise übernehmen kann. In allen Fällen sollte die

Schwangere beziehungsweise Mutter vorab mit ihrer Krankenkasse besprechen, unter

welchen Voraussetzungen ein Anspruch besteht.

Wer nach der Geburt oder wegen Schwangerschaftsbeschwerden seinen Haushalt

nicht selbst weiterführen kann, hat Anspruch auf Haushaltshilfe bei seiner gesetzlichen

Krankenversicherung. Voraussetzung ist allerdings, dass im Haushalt keine andere

Person – z. B. Partner/in oder Großeltern – leben, die diese Aufgaben übernehmen

könnten.

Pränataldiagnostik:

Ultraschall:

Wie?

Die über einen Schallkopf ausgesendeten Schallwellen werden zurückgeworfen

und auf dem Monitor in ein Bild umgesetzt.

Ultraschall über die Bauchdecke: Der Schallkopf wird auf die Bauchdecke gesetzt.

Vaginaler Ultraschall: Der stabförmige Schallkopf wird in die Scheide eingeführt.

Warum?

Innerhalb der allgemeinen Schwangerschaftsvorsorge:

zur Feststellung einer Schwangerschaft und Bestimmung des Schwangerschaftsstadiums

zum Ausschluss einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft

zum Erkennen von Mehrlingen

zur Wachstumskontrolle des Ungeborenen

zur Kontrolle der Herztätigkeit des Ungeborenen

zur Entwicklung von Mutterkuchen und Ungeborenem

zur Bestimmung der Lage und Messung der Blutversorgung von Mutterkuchen und

Ungeborenem z.B. zur Abklärung einer frühzeitigen Geburtseinleitung bei einer

Mangelversorgung aber auch bei der Suche nach Fehlbildungen:

zur Vorbereitung/Überwachung von Fruchtwasserpunktionen und Chorionzottenbiopsie

zur sogenannten Nackenfaltenmessung

Wann?

Ultraschalluntersuchungen über die Bauchdecke sind in der gesamten Schwangerschaft

möglich.

Vaginaler Ultraschall im ersten Schwangerschaftsdrittel.

Nach Mutterpass sind drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen:

9. bis 12. Woche

19. bis 22. Woche

29. bis 32. Woche

Was erfahre ich?

wie lange die Schwangerschaft bereits besteht

wie das Wachstum des Ungeborenen verläuft

die Lage des Kindes und des Mutterkuchens zur Geburtsplanung

Aussagen über die Entwicklung und Funktion der Organe, z.B. bestätigt eine normal

gefüllte Harnblase, eine vorhandene Nierentätigkeit

Aussagen über die Körperform des Ungeborenen: Gliedmaßen, Wirbelsäule, Kopf,

Rumpf. So können z.B. Neuralrohrdefekte (sog. offener Rücken) gesehen werden.

die sog. Nackenfaltendicke als Hinweiszeichen z.B. auf ein Down-Syndrom

Was gibt es zu bedenken?

Gibt es Auffälligkeiten bei einer Ultraschalluntersuchung, werden Frauen verunsichert,

auch wenn sich die Verdachtsmomente nicht bestätigen.

Ultraschallergebnisse alleine reichen oft nicht aus; Auffälligkeiten führen zu weiteren

Untersuchungen: Ersttrimester-Test, Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie.

Fehlinterpretationen sind möglich je nach verwendeten Geräten und Erfahrung der

Anwenderinnen bzw. der Anwender.

Das Bild auf dem Monitor kann eigene Empfindungen und Erfahrungen verdrängen.

Nur in den ersten 12 Wochen kann der Geburtstermin relativ sicher bestimmt werden.

Genauere Untersuchungen der Organe sind in der Regel erst nach der 19. Woche

möglich.

Weist die Ultraschalluntersuchung auf eine mögliche Behinderung hin, gibt es in den

meisten Fällen keine Therapie; es kann sich die Frage nach einem Schwangerschaftsabbruch

stellen.

Doppler-Ultraschall:

Wie?

Spezialultraschall über die Bauchdecke

Warum?

zur Messung der Durchblutung in der Nabelschnur und wichtiger Blutgefäße des

Ungeborenen

Wann?

in der Regel nach der 20. Schwangerschaftswoche

Was erfahre ich?

ob das Kind optimal mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird, Aussagemöglichkeit

zur Entwicklung des Herzens

Was gibt es zu bedenken?

Beim Doppler-Ultraschall wird 10-fach höhere Energie als beim normalen Ultraschall

eingesetzt und sollte nicht in der Frühschwangerschaft angewendet werden.

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a) Nackentransparenz-Test

Wie?

Mit dem Ultraschall wird die sogenannte Nackenfalte beim Ungeborenen gemessen.

Wird dabei ein bestimmter Wert erreicht, erfolgt eine Überweisung an Spezialistinnen

oder Spezialisten. Diese errechnen eine statistische Risikoeinschätzung mithilfe eines

Computerprogramms. Das Alter der Frau, die genaue Schwangerschaftsdauer und die

Größe des Ungeborenen werden hinzugenommen.

Warum?

Alle Tests werden als Entscheidungsgrundlage über weitere Untersuchungen, wie die

Fruchtwasserpunktion oder Chorionzottenbiopsie, durchgeführt.

Wann?

12. bis 14. Woche

Was erfahre ich?

eine statistische Risikoeinschätzung über ein mögliches Down-Syndrom, eine

andere Chromosomenabweichung oder einen Herzfehler.

b) Ersttrimester-Test

Wie?

Blutentnahme bei der Frau und Bestimmung von Hormon- und Eiweißwerten (HCG;

PAPP-A). Für die Erstellung des statistischen Risikowertes mittels eines Computerprogramms

werden die sogenannte Nackenfaltenmessung und das Alter der Frau

hinzugenommen.

Warum?

Alle Tests werden als Entscheidungsgrundlage über weitere Untersuchungen,

wie die Fruchtwasserpunktion oder Chorionzottenbiopsie, durchgeführt.

Wann?

11. bis 13. Woche. Verbreitet ist die Anwendung des Ersttrimester-Tests, da der Triple-

Test wegen ungenauer Ergebnisse immer seltener angeboten wird.

Was erfahre ich?

Der Ersttrimester-Test bringt im Vergleich zum Triple-Test genauere Ergebnisse und wird

daher häufiger angeboten.

Was gibt es zu bedenken?

Eine statistische Risikoeinschätzung macht keine Aussagen über tatsächliche Sachverhalte,

sie ist eine Berechnung von Wahrscheinlichkeiten.

Auffällige Werte verunsichern Frauen.

Auffällige Werte führen zu weiteren Untersuchungen wie z.B. die Fruchtwasserpunktion,

die mit größeren Risiken verbunden sind; nur so können genauere Aussagen gemacht

werden.

Oftmals erweist sich ein Verdacht als falsch.

Ungenaue, falsche Anwendung und Auswertung (z.B. bei Unklarheiten über den Zeitpunkt

der Empfängnis; bei Zwillingen) führen zu falschen „auffälligen“ Werten.

Die Befunde sind abhängig vom eingesetzten Computerprogamm, von der Art/Dauer

der Durchführung und der Erfahrung der Anwenderinnen bzw. der Anwender.

c) Triple-Test

Wie?

Blutentnahme bei der Frau; Bestimmung von Hormonen (HCG; Östriol) und des

Alphafetoproteins (AFP). Aus diesen Werten, der genauen Schwangerschaftsdauer,

dem Alter und Gewicht der Frau erfolgt eine Risikoeinschätzung.

Warum?

Zusätzlich zur statistischen Risikoeinschätzung über ein

mögliches Down-Syndrom oder eine andere Chromosomenabweichung,

auch zur Suche nach Neuralrohrdefekten

(z.B. offener Rücken) beim Ungeborenen

Wann?

16. bis 18. Woche

Die Ergebnisse liegen innerhalb einer Woche vor.

Was erfahre ich?

Ein erhöhter AFP-Wert kann auf einen Neuralrohrdefekt beim Ungeborenen

(sog. offener Rücken) hinweisen.

Was gibt es zu bedenken?

Diese Verfahren werden als individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) angeboten und

müssen selbst bezahlt werden.

Die Krankenkasse zahlt lediglich die Leistungen, die medizinisch notwendig und sinnvoll

sind, z.B. die Folgeuntersuchung, wenn in einer regulären Vorsorgeuntersuchung

ein auffälliger Befund festgestellt wurde.

Chorionzottenbiopsie

Wie?

Einstich mit der Hohlnadel in den sich bildenden Mutterkuchen in der Regel durch die

Bauchdecke der Frau.

Chorionzottengewebe (hieraus bildet sich später der Mutterkuchen) wird entnommen.

Die gewonnenen Zellen werden im Labor auf ihren Chromosomensatz hin untersucht

(direkt und nach Kultivierung der Zellen), evtl. DNA-Analyse.

Warum?

zur Suche nach einer Chromosomenabweichung beim Ungeborenen

bei Verdacht auf eine Stoffwechselerkrankung

nach einem auffälligen Ultraschallergebnis

zur Suche nach einer vererbbaren Krankheit/Behinderung im Rahmen einer

genetischen Beratung

Wann?

10. bis 12. Woche

Die Ergebnisse liegen nach 1 bis 8 Tagen vor, nach einer Langzeitkultur nach ca.

2 Wochen.

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Was erfahre ich?

Chromosomenabweichungen beim Ungeborenen

Nach einer gezielten DNA-Analyse können vererbbare Krankheiten/Behinderungen,

z.B. Muskel- und Stoffwechselerkrankungen, festgestellt werden.

Was gibt es zu bedenken?

Bei Befunden gibt es in den meisten Fällen keine Therapie; es kann sich die Frage

nach einem Schwangerschaftsabbruch stellen.

Es besteht ein Fehlgeburtsrisiko von 0,5–2%.

Schmerzen und Blutungen nach dem Eingriff sind möglich.

Es gibt nur bedingt Aussagen über Schweregrad und Ausprägung der erhobenen

Befunde.

Werden mütterliche statt kindlicher Zellen entnommen, muss die Untersuchung wiederholt

werden.

Wenn nicht alle untersuchten Zellen den gleichen Befund haben (Mosaikbefund 1,5%),

muss die Untersuchung wiederholt oder eine Langzeitkultur angeschlossen werden.

Fehldiagnosen können vorkommen.

Fruchtwasseruntersuchung

Wie?

Einstich mit einer Hohlnadel in die Fruchtblase durch die Bauchdecke der Frau.

Ca. 15 bis 20 ml Fruchtwasser mit abgelösten Zellen des Ungeborenen werden

entnommen.

Die lebenden Zellen werden bis zur Zellteilung kultiviert, die Chromosomen auf Anzahl

und Struktur untersucht.

Weitere Untersuchungen sind möglich: DNA-Analyse, AFP-Bestimmung.

Warum?

zur Suche nach Chromosomenabweichungen beim Ungeborenen

bei Auffälligkeiten beim Ultraschall einschließlich des Nackentransparenz-,

Ersttrimester- oder Triple-Tests

bei vorausgegangenen Fehlgeburten mit Verdacht auf eine Chromosomenabweichung

bei Neuralrohrdefekten oder Chromosomenabweichung eines früheren Kindes

zur Suche nach diagnostizierbaren Erbkrankheiten im Rahmen einer genetischen

Beratung

bei hohen Antikörperwerten bei Rh-negativen Frauen

Wann?

14. bis 20. Woche

Die Ergebnisse liegen nach 2 Wochen vor.

Mit dem sogenannten Schnelltest sind Aussagen zur Anzahl der Chromosomen 13,

18, 21 und der Geschlechtschromosomen nach einem Tag möglich.

Diese Ergebnisse sollten immer überprüft werden.

Was erfahre ich?

Chromosomenabweichungen beim Ungeborenen

Neuralrohrdefekte, sogenannter offener Rücken

Nach einer gezielten DNA-Analyse können vererbbare Krankheiten/Behinderungen,

z.B. Muskel- und Stoffwechselerkrankungen, festgestellt werden. Hierfür wird stattdessen

in der Regel eine Chorionzottenbiopsie empfohlen.

Was gibt es zu bedenken?

Bei auffälligen Befunden gibt es in den meisten Fällen keine Therapie.

Es gibt ein Fehlgeburtsrisiko von 0,5 bis 1%: eine von 200 Frauen hat eine Fehlgeburt.

Es können Wehen und leichte Blutungen auftreten.

Die lange Wartezeit auf den Befund ist belastend.

Bei einem späten Schwangerschaftsabbruch wird ein Gebärvorgang eingeleitet.

Manchmal muss die Untersuchung wiederholt werden.

Es gibt nur bedingt Aussagen über Schweregrad und Ausprägung der erhobenen

Befunde.

Befunde zu seltenen Chromosomenveränderungen, die in ihren Auswirkungen nicht

bekannt sind, sind möglich.

Fehldiagnosen können vorkommen.

Nabelschnurpunktion

Wie?

Einstich durch die Bauchdecke der Frau.

Aus der Nabelschnur wird kindliches Blut entnommen.

Das Blut des Ungeborenen wird untersucht.

Warum?

Bei dem Verdacht auf eine Infektion des Ungeborenen z.B. mit Röteln.

Zur Suche nach diagnostizierbarer Erbkrankheit bei genetischer Beratung.

Bei einer Rhesus-Unverträglichkeit.

Um unklare Befunde nach einer Fruchtwasseruntersuchung zu überprüfen.

Wann?

ab der 16. Woche

Die Ergebnisse liegen nach 2 bis 4 Tagen vor.

Was erfahre ich?

Befunde wie nach einer Fruchtwasseruntersuchung sind möglich.

Bei Blutarmut des Kindes (Rhesus-Unverträglichkeit) ist eine Bluttransfusion möglich.

Bei Infektionen werden Medikamente zur Therapie des Ungeborenen in der Regel über

die Frau gegeben.

Was gibt es zu bedenken?

Es gibt ein Fehlgeburtsrisiko von 1 bis 3%.

Die Frage „Was mache ich bei einem auffälligen Befund?“ kann sich hier – wie bei

den anderen Untersuchungen auch – stellen.

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Schwangerschaftskonfliktberatung

Nicht immer ist die Feststellung einer Schwangerschaft ein freudiges Ereignis. Es gibt

viele Beweggründe, weshalb eine Schwangerschaft ungewollt sein kann und bei den

betroffenen Frauen und Paaren Konflikte auslöst. Die Entscheidung darüber, ob Sie

eine Schwangerschaft abbrechen lassen, liegt alleine bei Ihnen. Niemand kann und

darf diese für Sie treffen. In Ihrem Entscheidungsprozess haben Sie Anspruch auf

Unterstützung und Beratung. In den anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen

erhalten Sie neben dem Angebot offen über Ihre Gründe und Probleme sprechen

zu können, umfangreiche Informationen zu den rechtlichen und medizinischen

Rahmenbedingungen für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch in Deutschland.

Darüber hinaus erhalten Sie auf Wunsch Informationen über alle finanziellen und sozialen

Hilfen die in Betracht kommen, um Ihnen die Fortsetzung der Schwangerschaft zu

erleichtern und Perspektiven für ein Leben mit dem Kind zu eröffnen.

Nach den gesetzlichen Regelungen gibt es drei Möglichkeiten, nach denen ein

Schwangerschaftsabbruch in Deutschland straffrei möglich ist:

L

1. Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregel

Folgende gesetzliche Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

Seit der Befruchtung dürfen nicht mehr als 12 Wochen vergangen sein (bzw. sieben

Wochen bei einem medikamentösen Abbruch).

Sie benötigen die gesetzlich vorgeschriebene Beratung und die entsprechende Beratungsbescheinigung.

Der Abbruch darf frühestens am vierten Tag nach der Beratung vorgenommen werden

und er darf nur von einer Ärztin oder einem Arzt durchgeführt werden.

2. Schwangerschaftsabbruch mit medizinischer Indikation

Eine medizinische Indikation liegt vor, wenn durch die Fortsetzung der Schwangerschaft

das Leben bzw. die körperliche und seelische Gesundheit der Frau ernstlich

gefährdet ist. Die Indikationen müssen von einem Arzt oder einer Ärztin gestellt werden,

eine gesetzliche Beratungspflicht gibt es bei der medizinischen Indikation nicht.

Allerdings kann auch in diesem Fall eine Beratung in Anspruch genommen werden.

3. Schwangerschaftsabbruch mit kriminologischer Indikation

Eine kriminologische Indikation liegt vor, wenn die Schwangerschaft sehr wahrscheinlich

auf einer Sexualstraftat, beispielsweise auf einer Vergewaltigung beruht. Auch im

Fall einer kriminologischen Indikation erfolgt die Indikationsfeststellung durch eine Ärztin/einen

Arzt. Eine Beratungspflicht besteht nicht, selbstverständlich stehen aber die

Angebote der Beratungsstellen den betroffenen Frauen zur Verfügung. Der Abbruch

darf bei dieser Indikation nur bis zum Ende der zwölften Woche nach der Befruchtung

durchgeführt werden.

Die Kosten eines Schwangerschaftsabbruchs mit ärztlich festgestellter, medizinischer

oder kriminologischer Indikation werden von der gesetzlichen Krankenversicherung

vollständig übernommen. Die privaten Krankenkassen erstatten bisher in der Regel nur

die Kosten von Abbrüchen aufgrund medizinischer Indikation, ob sie diese auch bei

einer kriminologischen Indikation übernehmen, muss im Einzelfall geklärt werden.

Anders ist es bei den Kosten für einen Schwangerschaftsabbruch ohne Indikationsfeststellung

(Beratungsregel). Die Kosten für den eigentlichen Schwangerschaftsabbruch

werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Allerdings haben Sie die Möglichkeit,

bei geringem, eigenem Einkommen einen Antrag auf Kostenübernahme zu

stellen. Die Kosten werden von dem Bundesland, in dem Sie leben, übernommen. Den

Antrag müssen Sie jedoch bei Ihrer Krankenkasse noch vor dem Schwangerschaftsabbruch

stellen und sich schriftlich zusagen lassen.

Ausführliche Informationen zum Thema Schwangerschaftsabbruch, zu den rechtlichen

Vorraussetzungen, sowie zu Fristen und zur Durchführung erhalten Sie in den anerkannten

Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen. Die entsprechenden Adressen

hierzu finden Sie im Anhang der Broschüre.

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Mutterschutzgesetz

Geltungsbereich

Unabhängig von Staatsangehörigkeit und Familienstand hat jede schwangere Frau,

die in einem Arbeits- oder Berufsausbildungsverhältnis steht, Ansprüche nach dem

Mutterschutzgesetz, vorausgesetzt sie hat ihren Arbeitsplatz in der Bundesrepublik

Deutschland. Für Beamtinnen gibt es spezielle beamtenrechtliche Regelungen.

Das Gesetz gilt nicht für Selbstständige, Hausfrauen, Adoptivmütter und Studentinnen

die vorgeschriebene Praktika ableisten.

Schutzfristen vor der Geburt

Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor und endet in der Regel acht Wochen

nach der Geburt. Bei einer Entbindung vor dem errechneten Geburtstermin verlängert

sich diese um die Anzahl der Tage, die vor der Geburt nicht in Anspruch genommen

werden konnten.

Kommt das Kind also zwei Wochen vor dem errechneten Termin zur Welt, werden

diese zwei Wochen an die acht Wochen nach der Geburt angehängt. Außerdem

verlängert sich die Mutterschutzfrist bei Früh- oder Mehrlingsgeburten um weitere vier

Wochen.

Grundsätzlich dürfen Schwangere keine gesundheitsgefährdenden Arbeiten ausführen

und nicht mehr als 8,5 Stunden täglich, bzw. 90 Stunden in der Doppelwoche arbeiten.

Darüber hinaus besteht ein Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen und

zwischen 20.00 und 6.00 Uhr, wobei hier in einzelnen Gewerbebranchen Ausnahmen

möglich sind.

Insbesondere gilt ein generelles Beschäftigungsverbot für werdende Mütter:

bei Arbeiten, bei denen regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg Gewicht oder gelegentlich

Lasten von mehr als 10 kg Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand

gehoben, bewegt oder befördert werden,

nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft bei Arbeiten, bei denen sie

ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet,

bei Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken, beugen oder bei denen sie

dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen,

bei der Bedienung von Geräten und Maschinen aller Art mit hoher Fußbeanspruchung

die mit dem Schälen von Holz befasst sind,

bei Arbeiten, bei denen sie infolge ihrer Schwangerschaft in besonderem Maße der

Gefahr an einer Berufskrankheit zu erkranken ausgesetzt sind oder bei denen durch

das Risiko der Entstehung einer Berufskrankheit eine erhöhte Gefährdung für die werdende

Mutter oder eine Gefahr für das ungeborene Kind besteht,

nach Ablauf des dritten Monats der Schwangerschaft auf Beförderungsmitteln,

bei Arbeiten, bei denen sie erhöhten Unfallgefahren ausgesetzt sind.

Darüber hinaus darf die behandelnde Ärztin, der behandelnde Arzt bestimmte

Arbeiten verbieten oder einschränken, falls sich seiner Einschätzung nach eine Gefähr-

dung für die Gesundheit von Mutter und Kind ergeben könnte (Individuelles Beschäftigungsverbot).

Zusätzlich existieren Sonderregelungen bezüglich der Arbeitszeit- und länge, sowie für

einzelne Gewerbezweige.

Eine Übersicht hierzu hat die Bezirksregierung Düsseldorf unter:

http://www.brd.nrw.de/BezRegDdorf/hierarchie/aufgaben/Abteilung_5/Dezernat_56/Mutterschutz/Merkblaetter.php

zusammengestellt.

Schutzfristen nach der Geburt

Unmittelbar nach der Geburt besteht für die Mutter zunächst ein absolutes Beschäftigungsverbot.

Diese Schutzfrist beträgt im Normalfall acht Wochen, bei Mehrlings-

oder Frühgeburten sind es zwölf Wochen. In den ersten Monaten nach der Geburt

kann die Mutter gegebenenfalls nur beschränkt arbeitsfähig sein, wobei hierfür ein

entsprechendes ärztliches Attest vorzulegen ist. In diesem Fall darf sie nur entsprechend

ihrer Leistungsfähigkeit eingesetzt werden, z.B. durch verkürzte Arbeitszeiten

oder durch Ausübung leichterer Tätigkeiten (Individuelles teilweises Beschäftigungsverbot

nach der Entbindung).

Währenddessen hat die Mutter weiterhin Anspruch auf ihren bisherigen Durchschnittslohn.

Besonderen Schutz gibt es für stillende Mütter. Hinsichtlich der Gefährlichkeit der

Tätigkeit und Arbeitszeiten gelten für sie dieselben Bestimmungen wie während der

Schwangerschaft. Darüber hinaus sind der Mutter auf Verlangen Stillpausen zu gewähren

(mindestens zweimal täglich eine halbe Stunde oder einmal täglich eine ganze

Stunde). Diese dürfen nicht auf die Arbeitszeit angerechnet werden, bzw. zu keinem

Verdienstausfall führen.

Mitteilung gegenüber der Arbeitgeberin/dem Arbeitgeber

Die im Mutterschutzgesetz geregelten Vorschriften gelten, sobald die Arbeitgeberin/

der Arbeitgeber über die Schwangerschaft unterrichtet wird. Es empfiehlt sich daher,

das Unternehmen so früh wie möglich zu informieren. Die Arbeitgeberseite ist verpflichtet,

den zuständigen Aufsichtsbehörden (Staatliches Amt für Arbeitsschutz oder

Gewerbeaufsichtsämter) die Schwangerschaft mitzuteilen. Das Unternehmen darf die

Mitteilung der werdenden Mutter weiteren Personen oder Behörden gegenüber nur mit

ausdrücklicher Genehmigung der Mutter bekannt geben. Verlangt die Arbeitgeberin/

der Arbeitgeber eine schriftliche Bescheinigung über die Schwangerschaft, muss sie/

er die Kosten für die Bescheinigung selber tragen. Schwangere Frauen müssen für

alle nötigen ärztlichen Untersuchungen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge von der

Arbeit freigestellt werden, ohne dass dies Auswirkungen auf ihr Gehalt haben darf.

Bei einem Bewerbungsgespräch ist die Frage nach einer bestehenden oder geplanten

Schwangerschaft unzulässig, weil sie gegen das Diskriminierungsverbot verstößt. Die

Bewerberin muss sich dazu nicht äußern, kann aber wahrheitswidrig antworten, ohne

dass dies Auswirkungen auf die Gültigkeit ihres Arbeitsvertrages hat. Dies gilt auch

für befristete Arbeitsverhältnisse. Eine Ausnahme besteht dann, wenn die Tätigkeit

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mit einer bestehenden Schwangerschaft nicht zu vertreten ist. Dies ist immer dann

anzunehmen, wenn die Arbeit ein Gesundheitsrisiko für die werdende Mutter oder das

ungeborene Kind darstellt.

Merkblätter und Formulare hierzu finden Sie auf nachfolgendem Link der Bezirksregierung

Düsseldorf.

http://www.brd.nrw.de/BezRegDdorf/hierarchie/aufaben/Abteilung 5/Dezernat56/

Mutterschutz/Merkblaetter.php

Besonderes zum Kündigungsverbot

Eine Kündigung werdender Mütter ist während der Schwangerschaft und in den ersten

vier Monaten nach der Geburt grundsätzlich unzulässig, wenn der Arbeitgeberin/dem

Arbeitgeber zur Zeit der Kündigung die Schwangerschaft oder Entbindung bekannt

war oder innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach erfolgter Kündigung mitgeteilt

wurde. Nimmt die Mutter nach der Geburt des Kindes Elternzeit, so verlängert sich der

Kündigungsschutz über die Frist des Mutterschutzgesetzes hinaus bis zum Ablauf der

Elternzeit.

Bei befristeten Arbeitsverträgen wirkt sich der Kündigungsschutz nicht auf die Befristung

aus. Falls einer schwangeren Frau trotz eines bestehenden Kündigungsverbotes

gekündigt wird, sollte sie dieser unverzüglich mittels Einschreiben widersprechen, das

Amt für Arbeitsschutz informieren und ggf. einen/eine Fachanwalt/-anwältin aufsuchen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Bezirksregierung Düsseldorf, Außenstelle

Mönchengladbach Tel. 02161/815-0.

Ausnahmen vom Kündigungsverbot

Nur in Ausnahmefällen, z.B. bei Stilllegung des Betriebes oder besonders grober

Pflichtverletzung durch die Arbeitnehmerin, kann die Bezirksregierung einer Kündigung

zustimmen.

Eigene Kündigung

Eine Frau kann während der Schwangerschaft und innerhalb der Schutzfrist nach der

Entbindung fristlos kündigen. Soll die Kündigung zu einem früheren oder späteren

Zeitpunkt wirksam werden, müssen die Kündigungsfristen eingehalten werden.

Aufhebungsverträge

Auch Aufhebungsverträge sind grundsätzlich zulässig, da Frauen ihr Arbeitsverhältnis

während der Schwangerschaft freiwillig beenden können. Allerdings ist bei Eigenkündigungen

und Aufhebungsverträgen zu beachten, dass gegen die Arbeitgeberseite keinerlei

Ansprüche mehr bestehen und im Hinblick auf das Arbeitslosengeld eine Sperre

droht. Vor einer möglichen Entscheidung hinsichtlich einer Eigenkündigung oder eines

Aufhebungsvertrages sollten Sie sich unbedingt beraten lassen.

Mutterschaftsgeld

Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung

Mutterschaftsgeld von den gesetzlichen Krankenkassen erhalten Sie dann, wenn Sie

eigenständig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und zu Beginn der

Schutzfrist in einem Arbeits- oder Heimarbeitsverhältnis stehen oder Ihr Arbeitsverhältnis

während der Schwangerschaft vom Arbeitgeber zulässig aufgelöst wurde. Mutterschaftsgeld

wird von den gesetzlichen Krankenkassen während der Mutterschutzfristen

vor und nach der Entbindung, sowie für den Entbindungstag gezahlt.

Für die Zahlung von Mutterschaftsgeld ist ein vorheriger Antrag bei der Krankenkasse

erforderlich. Dieser Antrag kann frühestens sieben Wochen vor dem mutmaßlichen

Entbindungstermin gestellt werden und es muss eine aktuelle ärztliche Bescheinigung

über den errechneten Geburtstermin beigefügt werden.

Das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse beträgt max. 13,00 € pro Kalendertag (je

nach Kalendertagen des Monats max. 364,00 - 403,00 €). Auch geringfügig Beschäftigte,

die selbst Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse sind – z.B. Studentinnen –

erhalten Mutterschaftsgeld. Übersteigt der durchschnittliche Nettolohn diesen Betrag,

ist die Arbeitgeberseite verpflichtet die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld

zu zahlen.

Freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versicherte Frauen mit Anspruch auf Krankengeld

– z.B. Selbständige – erhalten Mutterschaftsgeld in Höhe des Krankengeldes.

Selbständige Frauen die privat krankenversichert sind, erhalten kein Mutterschaftsgeld.

Sie müssen sich bei ihrer Versicherung erkundigen, welche Leistungen sie aufgrund

ihres Versicherungsvertrages erhalten.

Mutterschaftgeld des Bundesversicherungsamtes

Arbeitnehmerinnen die nicht selbst in der gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied

sind, z.B. privat, oder familienversicherte Frauen, erhalten auf Antrag ein einmaliges

Mutterschaftsgeld von insgesamt höchstens 210 €.

Zuständig hierfür ist das

Bundesversicherungsamt (Mutterschaftsgeldstelle)

Friedrich-Ebert-Allee 38

53113 Bonn

Tel. 0228/619-1888

www.bva.de

Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber zahlt auch diesen Arbeitnehmerinnen den Unterschiedsbetrag

zwischen ihrem Nettoeinkommen und dem Betrag, den sie als Mutterschaftsgeld

von einer gesetzlichen Krankenkasse erhalten würden.

Arbeitslose Frauen, die bei Beginn der Schutzfrist gesetzlich krankenversichert sind

und Arbeitslosengeld I beziehen, erhalten Mutterschaftsgeld durch die gesetzliche

Krankenkasse.

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Die Höhe des Mutterschaftsgeldes entspricht dem Betrag des Arbeitslosengeldes.

Werdende Mütter die Arbeitslosengeld II beziehen, erhalten ab der 13. Schwangerschaftswoche

bis zum Entbindungstag zusätzlich einen Mehrbedarf in Höhe von 17%

der maßgebenden Regelleistung (z.B. für Alleinerziehende 60,00 €).

Mutterschutzlohn

Setzt eine schwangere Frau aufgrund eines allgemeinen oder individuellen Beschäftigungsverbotes

ganz oder teilweise mit der Arbeit aus oder setzt das Unternehmen

die werdende Mutter auf einen anderen Arbeitsplatz um, braucht sie trotzdem keine

finanziellen Nachteile zu befürchten. Nach § 11 des Mutterschutzgesetzes erhält sie

mindestens den Durchschnittsverdienst der letzten 13 Wochen oder der letzten drei

Monate vor Beginn der Schwangerschaft, der so genannte Mutterschutzlohn.

Zusätzliche Hilfen

Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen

Lebens“

Diese Stiftung ist eine Einrichtung der Bundesregierung. Sie unterstützt schwangere

Frauen, die sich in einer Notlage befinden, mit einmaligen Leistungen. Voraussetzungen

für die Antragstellung sind das Bestehen einer finanziellen Notsituation und

die Schwangere muss ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland

haben.

Die Hilfen werden unabhängig von Konfession und Staatsangehörigkeit vergeben,

eine Antragstellung ist notwendig.

Die Gewährung der finanziellen Unterstützung ist einkommensabhängig und die jeweilige

Zuteilung fällt, je nach individueller Notlage, unterschiedlich hoch aus.

Die Hilfen sind zweckgebunden, d.h. es können beispielsweise Leistungen zur

Babyausstattung, Schwangerschaftsbebekleidung und Kinderbetreuung beantragt

werden. Es ist zudem auch möglich, bei der Weiterführung des Haushalts und der

Einrichtung der Wohnung unterstützt zu werden.

Der Antrag auf diese einmalige Leistung sollte jedoch möglichst bis zur 20. Schwangerschaftswoche

gestellt werden. Es besteht allerdings kein Rechtsanspruch auf die

Leistungen.

Wenn Sie diese Hilfen in Anspruch nehmen möchten, können Sie sich an eine Schwangerschaftsberatungsstelle

an ihrem Wohnort wenden. Dort findet ein Beratungsgespräch

statt, bei dem gegebenenfalls ein Antrag auf Stiftungsmittel gestellt werden

kann. Die Beratung und Hilfestellung ist kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht.

Die Leistungen der Stiftung müssen nicht zurückgezahlt werden und werden auch auf

keine anderen Sozialleistungen (nach SGB II und SGB XII) oder BAföG angerechnet.

Wuppertal: donum vitae Wuppertal e.V., Tel. 0202/30996 -16/-15

Ev.Psychologisches Beratungszentrum, Tel. 0202/97444670

esperanza, Tel. 0202/28052-30/-31

Härtefonds der Evangelischen Kirche im Rheinland

Die Evangelische Kirche Rheinland bietet aus einem Hilfsfond einmalige finanzielle

Unterstützungsmöglichkeiten für schwangere Frauen die allein stehend, minderjährig

oder noch in der Ausbildung sind an.

Voraussetzung für eine Antragstellung ist, dass alle rechtlich zustehenden Ansprüche

und der staatliche Hilfsfond der „Mutter-Kind-Stiftung“ vorher angefragt wurden.

Nähere Informationen erhalten Sie im

Ev. Psychologischen Beratungszentrum der Diakonie Wuppertal/Schwangerenberatung

Zeughausstr 31, 42287 Wuppertal, Tel. 0202/97444670.

20 21


Bischofsfond der katholischen Kirche

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, finanzielle Hilfen aus einem Bischofsfond der

Katholischen Kirche zu erhalten. Die Voraussetzungen hierfür sind ähnlich des Hilfsfonds

der Evangelischen Kirche. Die Schwangere muss sich in einer außergewöhnlich

schwierigen Not- oder Konfliktsituation befinden, in der weder Leistungen nach dem

SGB II oder SGB XII, noch die Beihilfe aus der Bundesstiftung ausreichend sind.

Nähere Informationen erhalten Sie in der Schwangerenberatungsstelle

esperanza, Hünefeldstr. 54a, 42285 Wuppertal, Tel. 0202/28052-30/-31

Elterngeld

Anspruch auf Elterngeld

Anspruch auf Elterngeld haben grundsätzlich alle Eltern.

Elterngeld wird in den ersten 14 Monaten nach der Geburt des Kindes gewährt. Ein

Elternteil kann höchstens für 12 Monate Elterngeld beziehen. Der Zeitraum erhöht sich

um weitere 2 Monate, wenn der andere Elternteil die sogenannten Partnermonate in

Anspruch nimmt. Das bedeutet er/sie muss mindestens zwei Monate Elterngeld beziehen

und dafür auch die Arbeitszeit ganz oder teilweise reduzieren.

Auch Alleinerziehende können bis zu 14 Monate Elterngeld erhalten. Vorausgesetzt

wird, dass sie vor ihrer Elternzeit erwerbstätig waren, das Kind in Ihrer Wohnung lebt

und Ihnen die elterliche Sorge oder zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht alleine

zusteht.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Auszahlungszeitraum von Elterngeld auf

die doppelte Anzahl der Monate (24 oder 28 bei Inanspruchnahme der Partnermonate)

bei gleichem Budget zu verlängern.

Das Elterngeld erhalten alle Eltern, das heißt Arbeitnehmer/innen, Beamte/innen,

Selbständige, Hausfrauen/Hausmänner, erwerbslose Elternteile, Auszubildende und

Studierende.

Ausländische Eltern haben dann Anspruch auf Elterngeld, wenn ihr Aufenthalt in

Deutschland nach Art ihres Aufenthaltstitels und ihres Zugangs zum Arbeitsmarkt

voraussichtlich dauerhaft ist.

Voraussetzung für den Bezug von Elterngeld ist,

dass Mütter oder Väter ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen

nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind

mit ihren Kindern in einem Haushalt leben und

einen festen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Höhe des Elterngeldes

Das Elterngeld beträgt für erwerbstätige Eltern mindestes 67% des entfallenden Netto-

Einkommens, maximal jedoch 1800 € und wird nach dem Einkommen des Elternteis

berechnet, welcher die Kinderbetreuung übernimmt.

Das Mutterschaftsgeld, einschließlich des Arbeitgeberzuschusses, wird auf das Elterngeld

voll angerechnet.

Mütter und Väter ohne Einkommen, wie z.B. Studierende, Arbeitslosengeld II Empfänger/innen

oder Hausfrauen/Hausmänner erhalten ein vom Einkommen unabhängiges

Mindestelterngeld in Höhe von 300 €.

Für gering verdienende Elternteile sieht das Elterngeldgesetz noch eine Besonderheit

vor, sie erhalten dann ein erhöhtes Elterngeld, wenn ihr monatliches Einkommen im

Jahr vor der Geburt unter 1000 € lag (Geringverdienerbonus).

Dies bedeutet, je niedriger das Nettoeinkommen, um so höher ist der prozentuale

22 23


Ausgleich, denn bei einem Einkommen unter 1000 € erhöht sich der Prozentsatz von

67% um 1% je 20 € unterhalb von 1000 €. (Beispiel: Das monatliche Nettoeinkommen

beträgt vor der Geburt des Kindes 600 €, die Geringverdienergrenze liegt bei

1000 €, es ergibt sich eine Differenz von 400 €). Diese Differenz führt dazu, dass

das Elterngeld um 20 % von 67% auf 87 % erhöht wird.

Berechnung des Elterngeldes

Maßgeblich für die Berechnung des Elterngeldes bei erwerbstätigen Eltern ist das

durchschnittliche Nettoeinkommen – ohne Einmalzahlungen – der Antragsteller/in in

den 12 Monaten vor Geburt des Kindes bzw. vor Beginn der Mutterschutzfrist. Hatte

ein Elternteil in dieser Zeit aufgrund besonderer Umstände, z.B. eine schwangerschaftsbedingte

Erkrankung, Elterngeld für ein vorher geborenes Kind oder durch die

Ableistung von Wehr- oder Zivildienst Einkommenseinbußen, werden diese Monate bei

der Berechnung des Elterngeldes nicht mitgezählt und weiter zurückliegende Monate

zugrunde gelegt.

Es ist prinzipiell möglich, während des Bezugs von Elterngeld Teilzeit zu arbeiten, allerdings

nicht mehr als 30 Stunden in der Woche. Dabei ist zu bedenken, dass bei der

Berechnung des Elterngeldes das Einkommen aus Teilzeitarbeit Berücksichtigung findet.

Dies bedeutet für den betreuenden Elternteil, dass er 67% der Differenz zwischen dem

durchschnittlichen Einkommen vor der Geburt und dem erzielten Einkommen während

der Elternzeit erhält, also nur 67% des entfallenden Teileinkommens.

Geschwisterbonus

Eine weitere Besonderheit beim Elterngeld ist der Geschwisterbonus. Haben nach dem

1.1.2007 geborene Kinder ein älteres Geschwisterkind unter drei Jahren oder mehrere

Geschwister unter sechs Jahren, erhalten die Eltern einen Geschwisterbonus in Höhe

von 10% des Elterngeldes, mindestens aber 75 €.

Mehrlingsgeburten

Auch bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld. Zusätzlich zum errechneten

Elterngeld werden für jeden Mehrling 300,00 € gezahlt.

Antragstellung

Das Elterngeld muss schriftlich bei der zuständigen Elterngeldstelle beantragt und der

Antrag von beiden Elternteilen unterschrieben werden. Ist die Vaterschaft noch nicht

festgestellt, reicht die Unterschrift der Mutter. Elterngeld wird maximal drei Monate

rückwirkend gezahlt, verspätete Anträge mindern den Bezugszeitraum. Bei der Antragstellung

müssen die Eltern festlegen für welche Monate Elterngeld bezogen werden

soll und welcher Elternteil anspruchsberechtigt ist. Auch ein gleichzeitiger Bezug von

Elterngeld ist möglich. Seit Januar 2009 können Eltern flexibler planen, es ist ihnen

erlaubt, die Bezugsdauer des Elterngeldes einmalig ohne Begründung zu ändern.

Für die Beantragung von Elterngeld ist ein Antragsvordruck vorgeschrieben, der u. a.

im Internet unter www.wuppertal.de Suchwort „Elterngeld“ zu bekommen ist.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie bei der Elterngeldstelle der Stadt Wuppertal,

Friedrich-Engels-Allee 76, 42285 Wuppertal, Tel. 0202/563-2375.

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Elternzeit

Erwerbstätige Eltern, die ihr Kind selbst betreuen und erziehen, haben einen Rechtsanspruch

auf Elternzeit. Die Elternzeit kann in jedem Arbeitsverhältnis genommen

werden, also auch bei befristeten Verträgen, bei geringfügigen Beschäftigungen oder

in der Ausbildung.

Seit Januar 2009 erhalten auch Großeltern Anspruch auf Elternzeit, wenn ihre Kinder

minderjährig oder während der Schulzeit oder Ausbildung ein Kind bekommen haben.

Sie können dann die Elternzeit für ihr Enkelkind beantragen, wenn die grundsätzlichen

Voraussetzungen für den Elternzeitanspruch vorliegen (Leben in einem Haushalt), während

die Eltern weiterhin Anspruch auf Elterngeld haben.

Der Anspruch von Elternzeit besteht für jeden Elternteil, unabhängig voneinander bis

zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Mit Zustimmung der Arbeitgeberseite,

können bis zu zwölf Monate der Elternzeit auf die Zeit zwischen dem dritten und

dem achten Geburtstag des Kindes übertragen werden.

Die Anmeldefrist für die Elternzeit beträgt sieben Wochen. Bei dringenden Gründen

ist ausnahmsweise auch eine spätere Anmeldung möglich (z.B. bei Frühgeburten für

die Elternzeit des Vaters). Die Elternzeit muss schriftlich dem Arbeitgeber/der Arbeitgeberin

mitgeteilt werden. Die Mutterschutzfrist wird auf die Gesamtdauer der Elternzeit

angerechnet. Die Elternzeit des Vaters kann ab Geburt des Kindes bereits während der

Mutterschutzfrist für die Mutter beginnen.

Mit der Anmeldung der Elternzeit muss man sich gleichzeitig verbindlich festlegen, für

welche Zeiträume innerhalb von zwei Jahren die Elternzeit genommen werden soll. Erwerbstätige

Eltern können frei entscheiden, wer von ihnen die Elternzeit beansprucht.

Sie können diese auch gleichzeitig nehmen. Sollen die Partnermonate des Elterngeldes

in Anspruch genommen werden, muss die Anmeldung der damit verbundenen Elternzeit

bei der Arbeitgeberseite erst sieben Wochen vor deren Beginn erfolgen, auch

wenn im Rahmen des Elterngeldantrages bereits eine Festlegung getroffen wurde.

Während der Elternzeit ist eine Erwerbstätigkeit bis zu 30 Stunden zulässig. In

Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten besteht unter bestimmten Voraussetzungen

ein Anspruch auf Teilzeiterwerbstätigkeit zwischen 15 und 30 Wochenstunden, wenn

keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen. Außerdem kann mit Zustimmung der

Arbeitgeberin/des Arbeitgebers auch eine Teilzeittätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber

oder eine selbständige Tätigkeit ausgeübt werden.

Während der Elternzeit besteht Kündigungsschutz. Dieser beginnt mit der Anmeldung

der Elternzeit, frühestens jedoch acht Wochen vor deren Beginn und endet mit Ablauf

der Elternzeit.

Nach Ablauf der Elternzeit haben die Eltern einen Anspruch auf ihren oder auf einen

gleichwertigen Arbeitsplatz zurückzukehren. Eine Schlechterstellung desselben ist nicht

zulässig. Wurde die Arbeitszeit während der Elternzeit reduziert, gilt nach deren Ende

wieder die vorherige Arbeitszeit.

Staatliche Hilfen mit

Rechtsanspruch

Arbeitslosengeld II

Das „Arbeitslosengeld II“ (ALG II) ist die Zusammenlegung der früheren Sozial- und

Arbeitslosenhilfe. Anspruch auf diese Leistung zur Existenzsicherung hat, wer seinen

Bedarf durch Einkommen und/oder Vermögen nicht selbst sichern kann und wessen

Selbsthilfemöglichkeiten ausgeschöpft sind. Dies kann in der Schwangerschaft und/

oder in der Zeit nach der Geburt unter Umständen der Fall sein. Welche Hilfen konkret

gewährt werden können, entscheidet sich nach den Besonderheiten Ihrer persönlichen

Situation und den Anspruchsvoraussetzungen.

Anspruch auf ALG II hat, wer:

zwischen 15 und 65 Jahre alt ist (Kinder unter 15 Jahren erhalten Sozialgeld)

dem Grunde nach erwerbsfähig ist, d.h. mindestens 3 Stunden täglich arbeiten kann

hilfebedürftig ist, d.h. seinen Lebensunterhalt nicht ausreichend aus eigenen Kräften

sichern kann

ALG II ist eine nachrangige Leistung, d.h. alle anderen Leistungen wie z.B. Unterhalt,

Kindergeld oder Unterhaltsvorschuss müssen auch beantragt werden. Empfängerinnen

von ALG II haben Anspruch auf angemessene Leistungen für Unterkunft und Heizung,

ein gleichzeitiger Bezug von Wohngeld ist nicht möglich.

Bei hilfebedürftigen Schwangeren und Müttern die ein Kind bis zum 6. Lebensjahr

erziehen, darf Einkommen und Vermögen der eigenen Eltern keine Berücksichtigung

finden auch nicht bei Minderjährigen. Paare, die in eheähnlicher Gemeinschaft leben,

bilden wie Ehepaare eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft. Bei Beantragung von

ALG II wird hierbei in der Regel von einer gegenseitigen finanziellen Verantwortung

ausgegangen, vor allem dann, wenn zur Bedarfsgemeinschaft ein gemeinsames Kind

gehört. Zuständig für die schriftliche Beantragung von ALG II ist die ARGE Wuppertal

www.arge-wuppertal.de, dort erhalten Sie auch die erforderlichen Anträge.

Leistungen nach SGB II

Grundsätzlich besteht die Leistung – neben den angemessenen Kosten für Unterkunft

und Heizkosten – aus einer pauschalierten Regelleistung (ALG II und Sozialgeld).

Den in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen stehen unterschiedlich hohe

Regelleistungen zu. Seit dem 1. Juli 2009 gelten folgende Regelsätze:

Alleinstehende über 18 J. 100% 359 €

Volljährige Partner i.e. BG 90% 323 €

Kinder von 0 - 5 J. 60% 215 €

Kinder von 6 - 13 J. 70% 251 €

Kinder von 14 - 17 J. 80% 287 €

für unter 25 J. im Haushalt der Eltern 80% 287 €

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Einmalige Leistungen und Mehrbedarf

Neben den oben genannten Regelleistungen nach SGB II können Schwangere ab der

13. Schwangerschaftswoche einen schwangerschaftsbedingten Mehrbedarf beantragen.

Dieser beträgt 17 % des maßgebenden Regelsatzes, das sind zurzeit für alleinstehende

Schwangere 61,00 €.

Desweiteren besteht bei Bedürftigkeit ein Anspruch auf einmalige Beihilfen.

Diese sind

Erstausstattung für die Wohnung inklusive Haushaltsgeräten

Erstausstattung für Bekleidung und Erstausstattung bei Schwangerschaft und Geburt

mehrtägige Klassenfahrten im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen sowie

eine Schulpauschale in Höhe von 100 € am Beginn eines Schuljahres

Im Rahmen von Schwangerschaft und Geburt des Kindes

können folgende Beihilfen beantragt werden:

Erstausstattung für Bekleidung bei Schwangerschaft in Höhe einer Pauschale von

160 € ab der 15. SSW

Erstausstattung für Bekleidung anlässlich der Geburt des Kindes in Höhe einer Pauschale

von 120 € ab der 34. SSW

Kinderwagen in Höhe einer Pauschale von 80 € ab der 25. SSW

Erstausstattung/Hausrat anlässlich der Geburt des Kindes in Höhe einer Pauschale von

209 € ab der 25. SSW

Im Falle einer weiteren Schwangerschaft wird geprüft, ob ein erneuter Bedarf besteht

oder noch Babykleidung, Kinderwagen etc. vorhanden sind. ALG II Bezieherinnen

werden in der Regel bei Beantragung der entsprechenden Leistungen über eine

„Aufbewahrungspflicht“ informiert. Der Anspruch auf einmalige Leistungen kann auch

dann bestehen, wenn ALG II nicht regelmäßig bezogen wird aber kein ausreichendes

Einkommen zur Verfügung steht.

Mehrbedarf für Alleinerziehende

Alleinerziehende Mütter oder Väter erhalten zusätzlich zu ihrer Regelleistung einen

Mehrbedarf von 36 % des Regelsatzes in Höhe von129,00 €, wenn sie mit einem

Kind unter 7 Jahren oder mit zwei bis drei Kindern unter 16 Jahren zusammenleben.

Einen Mehrbedarfszuschlag von 12 % der Regelleistung in Höhe von 43,00 € erhalten

sie für jedes minderjährige Kind zwischen 8 und 17 Jahren, max.60 %.

Nähere Auskünfte zum Thema erhalten Sie bei der ARGE, in den Schwangerenberatungsstellen,

sowie bei dem Verein Tacheles e.V. in Wuppertal

Kindergeld

Das Kindergeld wird einkommensunabhängig gezahlt.

Kindergeld gibt es:

für alle Kinder bis zum 18. Lebensjahr

für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr

für arbeitslose Kinder bis zum 21. Lebensjahr

für behinderte Kinder ohne Altersbegrenzung.

Für das erste und zweite Kind erhalten Sie 184 €, für das dritte Kind 190 € und für

jedes weitere Kind 215 €. Ein Anspruch auf Kindergeld besteht grundsätzlich für

jeden Monat, in dem mindestens an einem Tag die Anspruchsvoraussetzungen bestanden

haben. Das Kindergeld entfällt für Kinder über 18 Jahren, wenn das Kindeseinkommen

mehr als 8004 € im Jahr beträgt.

Grundsätzlich bekommt der Elternteil das Kindergeld, in dessen Haushalt das Kind

lebt. Leben beide Eltern mit den Kindern gemeinsam in einem Haushalt und nicht dauernd

getrennt, können sie bestimmen, wer von ihnen das Kindergeld erhalten soll.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der

Familienkasse Agentur für Arbeit

Hünefeldstr. 10a

42285 Wuppertal

Tel. 0180/1546337

Kinderzuschlag

Eltern mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Kinderzuschlag von bis zu

140 € für ihre unverheirateten, unter 25 Jahre alten Kinder die in ihrem Haushalt

leben, wenn für diese Kinder Kindergeld bezogen wird, die monatlichen Einnahmen

der Eltern die Mindesteinkommensgrenze erreicht, das zu berücksichtigende Einkommen

und Vermögen die Höchsteinkommensgrenze nicht übersteigt, der Bedarf der

Familie durch die Zahlung von Kinderzuschlag gedeckt ist und deshalb kein Anspruch

auf Arbeitslosengeld II/Sozialgeld besteht.

Für Kinder, die eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen, erhalten Eltern

oder Alleinerziehende eine zusätzliche Leistung für die Schule in Höhe von 100 €,

wenn seit August 2009 ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht.

Nähere Informationen hierzu erhalten Sie bei der Familienkasse der Agentur für

Arbeit.

Agentur für Arbeit

Familienkasse

Hünefeldstr. 10a

42285 Wuppertal

Tel. 0180/1546337

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Wohnen

Wohngeld

Wohngeld wird einerseits als Mietzuschuss und andererseits für Eigentümer eines

Eigenheims bzw. einer Eigentumswohnung als Lastenzuschuss gewährt.

Ob Sie wohngeldberechtigt sind oder nicht, hängt vom Familieneinkommen, von der

Anzahl der im Haushalt lebenden Personen, von der monatlichen Miete oder Belastung

und vom Alter des Hauses ab.

Auf Wohngeld besteht ein Rechtsanspruch. Sie erhalten es auf Antrag nach Prüfung

der Voraussetzungen.

Zuständig sind die Wohngeldstellen

Ressort Bauen und Wohnen

Abt. Bauförderung und Wohnen

Winklerstr 1-3

42283 Wuppertal

Tel. 0202/563-6059

Wohnberechtigungsschein

Einen Wohnberechtigungsschein erhalten Familien oder Einzelpersonen mit geringem

Einkommen, um eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnung anmieten zu können.

Der von einer zuständigen Stelle in Nordrhein- Westfalen ausgestellte Wohnberechtigungsschein

gilt nur in Nordrhein- Westfalen und ist auf ein Jahr befristet.

Zur Antragstellung oder bei Fragen wenden Sie sich bitte an das

Ressort Bauen und Wohnen

Abt. Bauförderung und Wohnen

Winklerstr 1-3

42283 Wuppertal

Tel. 0202/563-2743

Unterhalt

Unterhalt für das Kind

Kinder, die sich noch nicht selbst versorgen können, steht Unterhalt zu. Bei minderjährigen

Kindern unterscheidet man zwei Möglichkeiten wie Eltern dieser Pflicht nachkommen

können:

Der Elternteil, der mit den Kindern zusammenlebt, erfüllt seine Unterhaltspflicht dadurch,

dass er die Kinder versorgt, betreut und erzieht, der so genannte Betreuungsunterhalt.

Der andere Elternteil muss seine Unterhaltspflicht durch Barleistungen erfüllen,

er muss also monatlich einen gewissen Geldbetrag dem anderen Elternteil für die

Kinder zur Verfügung stellen, der so genannte Barunterhalt.

Der Betreuungsunterhalt, der häufig von den Müttern erbracht wird, ist dem Barunterhalt

wirtschaftlich gleichwertig. Auch die Rechtsprechung erkennt also an, dass durch

die Betreuung und Erziehung eine Leistung erbracht wird, die nicht hinter dem zurücksteht,

was der andere Elternteil an Bargeld zahlt.

Um feststellen zu können, wie hoch der Barunterhalt ist, muss zunächst das Einkommen

desjenigen ermittelt werden der zahlungspflichtig ist.

Hierüber gibt die Düsseldorfer Tabelle Auskunft.

Außerdem hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass zusätzlich zum Unterhalt,

die Kosten für den Kindergarten oder die Kita geteilt werden müssen. Bislang musste

hierfür der allein erziehende Elternteil aufkommen.

Düsseldorfer Tabelle: Gültig ab: 1. Januar 2010

je Nettoeinkommen Alter des Kindes

des Barunterhalts- (§ 1612a Abs. 1 BGB)

pflichtigen

0-5 J. 6-11 J. 12-17 J. ab 18 Jahre

bis 1.500 Euro 317 364 462 488 Euro

1.501 - 1.900 333 383 448 513 Euro

1.901 - 2.300 349 401 469 537 Euro

2.301 - 2.700 365 419 490 561 Euro

2.701 - 3.100 381 437 512 587 Euro

3.101 - 3.500 406 466 546 626 Euro

3.501 - 3.900 432 496 580 664 Euro

3.901 - 4.300 457 525 614 703 Euro

4.301 - 4.700 482 554 648 742 Euro

4.701 - 5.100 508 583 682 781 Euro

ab 5.101 nach Umständen des Falles

Sollten Sie das alleinige Sorgerecht haben, können Sie sich in unterhaltsrechtlichen

Fragen durch das Jugendamt unterstützen und vertreten lassen.

Information: Ressort für Kinder, Jugend und Familie, Neumarkt 10, Tel. 0202/563-2178

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Unterhaltsvorschuss für Kinder

Um die Voraussetzungen für den Bezug von Unterhaltsvorschuss in Anspruch nehmen

zu können, müssen Sie allein erziehend sein. Bedingung ist, dass der andere Elternteil

nicht im gleichen Haushalt lebt und keinen bzw. unregelmäßigen Unterhalt leistet.

Unterhaltsvorschuss wird höchstens für 72 Monate innerhalb der ersten 12 Lebensjahre

eines Kindes bewilligt. Durch eine ( Wieder-) Heirat entfällt der Anspruch.

Informationen hierzu bekommen Sie beim

Ressort für Kinder, Jugend und Familie, Neumarkt 10, Tel. 0202/563-2177/-2495

Betreuungsunterhalt für Nichtverheiratete

Bei nicht verheirateten Eltern kommt ein Unterhaltsanspruch des betreuenden Elternteils

gegenüber dem anderen Elternteil von bis zu drei Jahren nach der Geburt des Kindes,

unter bestimmten Voraussetzungen auch länger, in Betracht. Maßgeblich sind dabei

die Belange des Kindes und die Möglichkeiten der Kinderbetreuung.

Das relativ neue geltende Unterhaltsrecht hat den Unterhaltsanspruch nicht verheirateter

Mütter und Väter verbessert.

Sie werden jetzt hinsichtlich der Dauer des Betreuungsunterhaltes ebenso behandelt,

wie Verheiratete bzw. Geschiedene.

Voraussetzung für einen Unterhaltsanspruch ist stets die Bedürftigkeit des unterhaltsberechtigten

Elternteils und die Leistungsfähigkeit des unterhaltsverpflichteten Elternteils.

Der Anspruch auf einen Selbstbehalt des unterhaltsverpflichteten Elternteils darf nicht

unterschritten werden.

Die Höhe des Unterhalts ist neben der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten

abhängig vom Lebensstandard des unterhaltsberechtigten Elternteils. Anhaltspunkt

hierfür ist das letzte Erwerbseinkommen.

Die Zahlung von Kindesunterhalt ist vorrangig vor dem Betreuungsunterhalt.

Wenn Sie Fragen zum Betreuungsunterhalt haben, können Sie sich beim Ressort für

Kinder, Jugend und Familie beraten lassen, bzw. beim Amtsgericht eine Rechtsberatung

in Anspruch nehmen.

Ressort für Kinder, Jugend und Familie, Neumarkt 10, Tel. 0202/563-2922

Amtsgericht Wuppertal, Eiland 4, Tel. 0202/498-0

Rechte für

unverheiratete Eltern

Elterliche Sorge

Die elterliche Sorge für Kinder von nicht verheirateten Eltern liegt zunächst bei der

Mutter.

Es besteht aber die Möglichkeit, mit einer Sorgeerklärung, die gemeinsame elterliche

Sorge zu beantragen. Diese muss entweder von einem Notar oder dem Jugendamt

(kostenfrei) beurkundet werden.

Sinnvoll ist dieser Schritt allerdings nur, wenn beide Eltern gemeinsam Pflichten übernehmen

und sich gemeinsam um das Kind kümmern wollen.

Eine einmal abgegebene Sorgeerklärung kann nicht einseitig rückgängig gemacht,

sondern müsste dann über eine Revision des Familiengerichts herbeigeführt werden.

Falls das Kind nur bei einem Elternteil lebt, liegt bei diesem das Alleinentscheidungrecht

in Angelegenheiten des täglichen Lebens, trotz der gemeinsamen elterlichen

Sorge.

Beistandschaft

Auf Antrag des betreuenden Elternteils können für die Feststellung der Vaterschaft und

die Geltendmachung und Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen Beistandschaften

beim Ressort für Kinder, Jugend und Familie beantragt werden. Das Recht der elterlichen

Sorge wird hierdurch nicht eingeschränkt. Die einmal eingerichtete Beistandschaft

endet mit entsprechender schriftlicher Erklärung des betreuenden Elternteils,

spätestens mit der Volljährigkeit des Kindes.

Informationen hierzu bekommen Sie beim

Ressort für Kinder, Jugend und Familie, Neumarkt 10, Tel. 0202/563-2815/-2183

Namensrecht

Hat die Mutter die alleinige elterliche Sorge für das Kind, erhält es den Familiennamen

den die Mutter zur Zeit der Geburt führt. Die Mutter kann jedoch dem Kind den Familiennamen

des nicht sorgeberechtigten Vaters erteilen. Die Namenserteilung bedarf der

Einwilligung des Vaters.

Steht den Eltern die Sorge für das Kind gemeinsam zu, bestimmen sie den Familiennamen

zum künftigen Geburtsnamen des Kindes, den die Mutter oder der Vater zur Zeit

der Erklärung führt. Diese Bestimmung gilt auch für ihre weiteren Kinder.

Wird die gemeinsame Sorge für das Kind erst nachträglich begründet, kann der

Name des Kindes innerhalb einer Frist von drei Monaten neu bestimmt werden.

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Staatsangehörigkeitsrecht

Durch die Geburt erwirbt ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil

am Tag der Geburt des Kindes die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt.

Zusätzlich gilt, dass in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern, die deutsche

Staatsangehörigkeit erhalten, wenn zumindest ein Elternteil sich seit 8 Jahren

dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland aufhält und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht

besitzt.

Diese Kinder, die nach dem Geburtsrecht die deutsche Staatsangehörigkeit und gleichzeitig

die ihrer Eltern erwerben, müssen sich zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr für

eine Staatsbürgerschaft entscheiden.

Kinder deren Eltern zu den Mitgliedsstaaten der EU gehören, können beide Staatsangehörigkeiten

behalten.

Studentinnen und

Auszubildende

Schwangerschaft, Geburt und Kinderbetreuung sind besondere Lebenslagen,

die von durchschnittlichen Ausbildungs- oder Studienbedingungen abweichen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Studium oder Ausbildung stellt die Betroffenen

häufig vor besondere Schwierigkeiten. Es besteht eine Reihe sozialer Leistungen und

Hilfsangebote, um diese Situationen zu erleichtern.

Wie allen anderen werdenden Müttern und Vätern, steht auch Studierenden und

Auszubildenden Elterngeld zu. Entweder erhalten sie den Mindestbetrag von 300 €

oder wenn sie erwerbstätig waren, erhalten sie 67 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens

der letzten zwölf Monate vor Geburt des Kindes bzw. vor Beginn des

Mutterschutzes.

Die jeweilige Ausbildung bzw. das Studium muss dafür nicht unterbrochen werden.

Anders als bei der Erwerbsarbeit kommt es auf die Zahl der Wochenstunden, die für

die Ausbildung bzw. das Studium aufgewendet werden, nicht an. Mehr zum Thema

„Elterngeld“ finden Sie in dieser Broschüre.

Studierende und Auszubildende haben in der Regel keinen Anspruch auf ALG II oder

Sozialhilfe nach SGB II und SGB XII, da sie im Bedarfsfall Bundesausbildungsförderung,

BaföG oder Ausbildungsbeihilfe erhalten können. Dies gilt nicht für Kinder von

Studierenden oder Auszubildenden, sie haben bei vorliegenden Voraussetzungen

einen eigenständigen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt.

Nur in besonderen Härtefällen kann für Studierende oder Auszubildende Hilfe zum

Lebensunterhalt u.a. in Form von Darlehen gewährt werden. Ein besonderer Härtefall

kann zum Beispiel vorliegen, wenn die Ausbildung oder das Studium auf Grund der

Geburt oder der Betreuung des Kindes ruht.

Auch wenn kein Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt vorliegt, besteht bei geringem

Einkommen die Möglichkeit als Studentin oder Auszubildende einen sog. „nichtausbildungsbedingten

Bedarf“ geltend zu machen.

Nach SGB II zählt zu diesem Bedarf:

Mehrbedarf auf Grund der Schwangerschaft ab der 13. SchwangerSchaftsoche in

Höhe von 17 % des maßgebenden Regelsatzes bis zu 60 €

Pauschale für Schwangerschaftskleidung in Höhe von 160 €, ab der 15. SSW

Pauschale für Babykleidung in Höhe von 120 €, ab der 34. SSW

Pauschale für Kinderwagen in Höhe von 80 €, ab der 25. SSW

Pauschale zur Hausratausstattung anlässlich der Geburt in Höhe von 209 € ab der

25. SSW

Die genannten Hilfen können nur in Anspruch genommen werden, wenn sie zuvor

schriftlich bei der zuständigen ARGE beantragt werden: www.arge-wuppertal.de.

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Für schwangere Studentinnen und studierende Eltern gibt es eine Reihe von Sonderleistungen

innerhalb des BAföG. Studierende Eltern können während der Ausbildung

einen Kinderbetreuungszuschlag zusätzlich zum BAföG erhalten. Er beträgt für das

erste Kind 113 € im Monat und für jedes weitere Kind 85 € monatlich. Der Zuschlag

wird pauschal als Vollzuschuss geleistet und muss nicht zurückgezahlt werden. Vorraussetzung

ist, dass das Kind im eigenen Haushalt lebt und noch keine 10 Jahre alt ist.

Möglich ist auch, das Studium kurzfristig (bis zu drei Monaten) schwangerschaftsbedingt

zu unterbrechen, ohne das die Förderung eingestellt wird. Darüber hinaus ist es

möglich, auf Grund der Schwangerschaft und Kindererziehung eine Verlängerung der

Förderungshöchstdauer zu beantragen.

Studierende haben auch einen Anspruch auf Urlaubssemester.

Ebenso können sich studierende Eltern bis zu vier Semester von den Studiengebühren

befreien lassen, die notwendigen Anträge sind auf der Homepage der Uni-Wuppertal

abrufbar: www.uni-wuppertal.de

Als Studentin der BUGH Wuppertal ist es möglich, vom Hochschulsozialwerk nach

der Geburt eines Kindes eine einmalige Summe von 150 € aus dem sog. Babyfonds

zu erhalten (Stand 2009). Zudem vergibt das Hochschulsozialwerk aus den Mitteln

des Sozialfonds zinslose Darlehen an Studierende, die sich in einer akuten Notlage

befinden. Ein Rechtsanspruch auf ein solches Darlehen besteht aber nicht.

Nähere Auskünfte hierzu

Hochschulsozialwerk

Max-Horkheimer-Straße 15, 42119 Wuppertal, Tel. 0202/439-3861/-2566

Amt für Ausbildungsförderung

Alexanderstraße 18, 42103 Wuppertal, Tel. 0202/563-2126

Gleichstellungsbüro der Bergischen Universität Wuppertal

Gebäude O-12.16/17/18, Gaußstraße 20, 42097 Wuppertal, Tel. 0202/4392308,

FAX 0202/439 33 17, gleichstellung@uni-wuppertal.de

Stud. Ansprechpartnerin der Gleichstellungsbeauftragten

Tina Schulz, Tel. 0202/4393032, studfrau@uni-wuppertal.de

Möglichkeiten

der Kinderbetreuung

Kinderbetreuung

In Wuppertal gibt es 179 Einrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft, wie z.B.

Kirche, Elterninitiative, Verein und Stadt, deshalb ist die Wahl der individuell richtigen

Einrichtung sicher nicht ganz einfach. Nachfolgende Aspekte könnten bei der Suche

nach der richtigen Kinderbetreuung wichtig sein.

Lage der Einrichtung

Soll die Einrichtung in der Nähe der Wohnung liegen oder doch lieber auf dem Weg

zur Arbeit, damit es keine Zeitprobleme beim Bringen und Abholen des Kindes gibt?

Wie ist die Verkehrsanbindung?

Betreuungsumfang/Öffnungszeiten

Welche Öffnungs- und Schließungszeiten hat die Einrichtung? Welcher Betreuungsumfang

wird benötigt? Kann bei Veränderung der beruflichen Situation die Betreuungszeit

ohne Aufwand und zeitnah angepasst werden? Ist eine warme Mittagsverpflegung

möglich? Wie hoch sind die Verpflegungskosten?

Aufnahme des Kindes

Ab welchem Alter kann das Kind in die Einrichtung aufgenommen werden? Nach

welchen Kriterien werden die Kinder aufgenommen? Gibt es freie Plätze? Zu welchem

Zeitpunkt können Kinder aufgenommen werden? Kann die Einrichtung besichtigt werden?

Gibt es ein Eingewöhnungskonzept? Wie wird die Eingewöhnung gestaltet?

Träger

Soll das Kind in einer kirchlichen Einrichtung, bei einer Elterninitiative, bei einem

Verein oder in einer städtischen Einrichtung untergebracht werden?

Pädagogische Konzeption

Soll das Kind nach einer speziellen pädagogischen Ausrichtung wie z.B. Montessori-

oder Walddorfpädagogik oder einer bestimmten pädagogischen Methode z.B. dem

situationsbezogenen Ansatz betreut werden? Gibt es bestimmte Schwerpunkte der

pädagogischen Arbeit wie z.B. Bewegungserziehung, Sprachförderung?

Haben Sie nach sorgfältiger Prüfung die Einrichtung heraus gefunden die Ihren Vorstellungen

entspricht, so sollten Sie möglichst umgehend an die Anmeldung Ihres Kindes

denken. In der Regel erfolgt diese bei der gewünschten Einrichtung. Hier können Sie

nach telefonischer Vereinbarung auch einen Erstkontakt zur Leitung der Einrichtung

herstellen. Für die städtischen Tageseinrichtungen nimmt der Beratungsservice im Stadtbetrieb

Tageseinrichtungen für Kinder die Anträge zentral entgegen.

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Nähere Auskünfte hierzu

Beratungsservice im Stadtbetrieb Tageseinrichtungen für Kinder, Neumarkt 10,

42103 Wuppertal, Tel. 0202/5638076, tfk.anmeldung@stadt.wuppertal.de

Sprechzeiten: Montag, Mittwoch, Freitag von 8.00 - 12.30 Uhr und nach telefonischer

Vereinbarung

Beim Beratungsservice erhalten Sie die Adressenlisten aller Wuppertaler Tageseinrichtungen

für Kinder, Spielgruppen sowie Auskunft zu freien Plätzen und zu weiteren

Betreuungsmöglichkeiten für Kinder bis zum Beginn der Schulpflicht.

Für die Betreuung von Kindern fordert die Stadt Wuppertal Elternbeiträge gemäß den

gesetzlichen Bestimmungen. Die aktuelle Satzung sowie die einzelnen Beiträge sind

unter www.wuppertal.de/Rathaus und Behörden/Kinder&Jugendliche/Tageseinrichtungen

für Kinder/Elternbeiträge, veröffentlicht.

Spielgruppen und andere Gruppen

Für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr bietet sich bis zur Aufnahme in eine Tageseinrichtung

auch die Betreuung in einer Spielgruppe oder anderen Gruppe an. Dort

werden die Kinder zwei- bis dreimal wöchentlich für maximal je 3 Stunden ohne

Eltern von 2 geeigneten Personen betreut. Die Gruppenstärke ist unterschiedlich und

richtet sich nach dem Alter der Kinder und der Raumsituation. In der Regel werden 8

bis 12 Kinder in einer Gruppe betreut, so dass die Gruppensituation für junge Kinder

überschaubar ist.

Die Spielgruppe bietet den Kindern erste Kontakte mit Gleichaltrigen und ermöglicht

eine behutsame Ablösung vom Elternhaus sowie die Eingewöhnung in eine kleine

Gruppe.

Die Höhe der Kosten kann jeder Träger selbst festlegen. Seit 1.8.2007 können Eltern

beim Stadtbetrieb Tageseinrichtungen für Kinder einen Zuschuss beantragen.

Kindertagespflege

Neben der Betreuung in einer Tageseinrichtung für Kinder, ist diese auch durch qualifizierte

Tagespflegepersonen möglich. Die Kinder werden im Rahmen individueller

Betreuungszeiten in der Wohnung der Tagespflegeperson oder in anderen geeigneten

umlichkeiten betreut.

Sie erhalten auf Nachfrage von den Mitarbeiterinnen im Beratungsservice die Anschriften

qualifizierter Tagespflegepersonen.

Beim Erstkontakt können folgende Fragen die Entscheidung erleichtern

Erziehungsvorstellungen

Betreuungszeiten (Stunden/Wochenzeiten)

Urlaubs- und Ferienzeiten

Essens- und Schlafgewohnheiten des Tageskindes

Gesundheitszustand des Tageskindes

Anzahl der weiteren Tageskinder

Haustiere

Nichtraucher-/Raucherhaushalt

umlichkeiten/Spielmöglichkeiten

Um eine zuverlässige und verbindliche Vereinbarung zwischen Ihnen und der Tagespflegeperson

zu treffen, wird empfohlen, einen schriftlichen Betreuungsvertrag

abzuschließen. Bei seiner Arbeit im Rahmen der Tagespflege wird der Stadtbetrieb

Tageseinrichtungen für Kinder von folgenden Kooperationspartnern unterstützt:

Sozialdienst Katholischer Frauen Wuppertal e.V., Evangelische Familienbildungsstätte,

Katholische Familienbildungsstätte, Berg. VHS/Städtische Familienbildungsstätte

Nähere Auskünfte hierzu

www.wuppertal.de/Rathaus und Behörden/Kinder & Jugendliche/Kindertagespflege.

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Frühe Hilfen

Die Geburt eines Kindes bringt viele Veränderungen und neue Anforderungen mit sich.

Der Alltag in der Familie muss neu strukturiert werden, das Leben mit dem Neugeborenen

wird von ganz unterschiedlichen Gefühlen begleitet.

Zusätzlich müssen eine Reihe von Formalitäten geklärt werden und/oder es entstehen

Schwierigkeiten in der Partnerschaft. In dieser Situation kann es hilfreich sein, sich

Unterstützung zu holen.

Schwangerenberatungsstellen

Beratung und individuelle Hilfen erhalten Sie auch nach der Geburt in den Schwangerenberatungsstellen

von donum vitae, esperanza, Ev. Psychologisches Beratungszentrum

und pro familia.

Darüber hinaus gibt es unterstützende Angebote durch die Stadt Wuppertal und die

Träger der Freien Wohlfahrtspflege.

„Start Hilfe für Eltern und Kinder“

Die Informationsstelle „Start Hilfe für Eltern und Kinder“ der Stadt Wuppertal unterstützt

Eltern von Kindern zwischen 0 und 3 Jahren durch Informationen über Hilfs- und Beratungsangebote

innerhalb Wuppertals, gibt Orientierungshilfen und vermittelt Kontakte

zu bestehenden Beratungseinrichtungen

Nähere Auskünfte hierzu

Heidemarie Etgeton, Tel. 0202/563-2724, Anett Ruppelt, Tel. 0202/563-2280

Projekt „Startklar“

Hilfen erhalten Sie auch über das Projekt „Startklar“ der Diakonie Wuppertal.

Hier wird in Kooperation mit der Geburtshilfe des Bethesda Krankenhauses Familien

mit Neugeborenen und Kleinkindern individuelle Beratung und Unterstützung im Alltag

angeboten.

Nähere Auskünfte hierzu

Beate Lampenscherf, Dipl.-Psychologin, Tel. 0202/97444-101

Kathleen Franzke, Kinderkrankenschwester, Tel. 0202/97444-103

Sibylle Reimer, Heilpädagogin, Tel. 0202/97444-103

Schwangerschaft und

AIDS

HIV und Schwangerschaft

Ein Thema für Paare mit Kinderwunsch

Sie wünschen sich ein Kind oder Sie sind bereits schwanger? Wenn Sie sich bislang

noch keine Gedanken zum Thema HIV gemacht haben, werden Sie spätestens im

Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen mit der Frage nach Ihren Risiken in Bezug auf

HIV konfrontiert.

Aufgrund guter Behandlungsmöglichkeiten, können HIV-infizierte Mütter gesunde

Kinder bekommen. Darum ist es gut, am besten schon vor der Schwangerschaft den

eigenen Infektionsstatus zu kennen.

Der HIV-Test in der Schwangerschaft

Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen ist Ihr behandelnder Arzt/

Ihre behandelnde Ärztin dazu verpflichtet, Ihnen einen HIV-Antikörpertest anzubieten.

Zum Test gehört immer auch eine Beratung. Vieles spricht dafür zu wissen, ob man

infiziert ist. So kann man selbst Zugang zu eventuell erforderlicher Behandlung erhalten

und das Risiko, dass sich das Kind bei der Mutter ansteckt, kann auf ein Minimum

reduziert werden. Dennoch: der Test ist immer freiwillig. Das Ergebnis des HIV-Tests

darf nicht in den Mutterpass eingetragen werden. Lediglich, ob ein Test durchgeführt

wurde oder nicht wird vermerkt.

Kinderwunsch und Schwangerschaft HIV-positiver Frauen

Aufgrund verbesserter Therapiemöglichkeiten und der längeren Lebenserwartung von

Menschen mit HIV und AIDS beschäftigen sich auch Frauen, die schon länger von

ihrer Infektion wissen, verstärkt mit ihrem Kinderwunsch. Wie kann ich schwanger werden,

ohne meinen Partner zu gefährden? Wie hoch ist das Risiko, dass sich mein Kind

ansteckt und was kann ich tun, um eine Infektion zu verhindern? Hat eine Schwangerschaft

negative Auswirkungen auf meinen Gesundheitszustand? Dies sind nur einige

der Fragen, mit denen sich HIV-positive Frauen auseinandersetzen. Frauen mit HIV

können Kinder bekommen! Die Behandlungsmöglichkeiten sind inzwischen so gut,

dass das Risiko einer Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind auf unter 2%

reduziert werden kann. Und auf die Gesundheit der Frau hat eine Schwangerschaft

keine negativen Auswirkungen.

Wenn der Partner HIV-positiv ist

Falls Ihr Partner HIV-positiv ist, gibt es Möglichkeiten schwanger zu werden, ohne sich

selbst einem Ansteckungsrisiko auszusetzen. Beispielsweise kann Sperma aufbereitet

und eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden.

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Beratung und Unterstützung

Die Fragen rund um HIV, Kinderwunsch und Schwangerschaft sind vielfältig und

komplex und das Wissen um HIV verändert sich stets. Die AIDS-Hilfe Wuppertal bietet

Ihnen kompetente Beratung zu allen Fragen rund um HIV und AIDS.

Nähere Auskünfte hierzu

Andrea Wetzchewald, AIDS-Hilfe Wuppertal e.V., Friedrich-Ebert Str.109-111,

42117 Wuppertal, Tel. 0202/450003, a.wetzchewald@aidshilfe.wtal.de

Lesben und Kinderwunsch

Ebenso wie bei heterosexuellen Paaren gibt es gleichgeschlechtliche Partnerschaften,

bei denen der Wunsch nach einem Kind besteht. Kinder in homosexuellen Lebensformen

sind Realität. Viele Paare haben beispielsweise Kinder aus einer heterosexuellen

Beziehung in der Vergangenheit. Bei dem Kinderwunsch in einer gleichgeschlechtlichen

Verbindung geht es um die rechtlichen Fragen. Dürfen gleichgeschlechtliche

Paare Kinder adoptieren und dürfen lesbische Frauen eine künstliche Befruchtung

durchführen lassen?

Die meisten lesbisch lebenden Frauen erfüllen sich ihren Kinderwunsch durch Befruchtung

mit Spendersamen. Einige suchen sich private Samenspender. Sie führen die

Befruchtung entweder selbst zu Hause durch oder nehmen dazu die Hilfe einer Ärztin

/eines Arztes in Anspruch. Andere beziehen den Samen aus Samenbanken. Die

Richtlinien zur Durchführung der assistierten Reproduktion verbieten die Befruchtung

mit Spendersamen bei lesbischen Frauen nicht explizit, aber es gibt in Deutschland nur

sehr wenige Ärzte und Ärztinnen, die diese Behandlung durchführen. Deshalb reisen

hierfür viele Frauen in die Niederlande oder nach Dänemark.

Prinzipiell dürfen auch Einzelpersonen Kinder adoptieren und in Einzelfällen haben

sogar Frauen, die in der Antragsstellung offen und selbstbewusst als lesbisch lebendes

Paar aufgetreten sind, von der verantwortlichen Stelle eine Adoptionserlaubnis erhalten.

Die Chance auf eine Vermittlung bleibt dennoch gering, da die Bewerberzahl für

jedes zur Adoption stehende Kind groß ist und sowohl die Adoptionsvermittlungsstellen

als auch die zustimmungspflichtigen biologischen Eltern bevorzugt in traditionelle

Lebensformen vermitteln.

Die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare ist in einigen europäischen Ländern

erlaubt und liberale Gesetzentwürfe werden in vielen Ländern diskutiert.

Gleichgeschlechtliche Paare haben bei Anerkennung der Eignung durch die Adoptionsvermittlungsstelle

am Wohnort die Möglichkeit der Auslandsadoption.

Weitere Informationen und Links zum Thema gleichgeschlechtliche Paare und Kinderwunsch

finden Sie in der pro familia-Broschüre „Unerfüllter Kinderwunsch“

Weitere Links:

Initiative lesbischer und schwuler Eltern: www.ilse.lsvd.de

Leskids: www.leskids.de

www.profamilia.de/article/show/7834.html

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Adressen und

Informationen

Beratungsstellen:

pro familia Beratungsstelle Wuppertal, Hofaue 21, Tel. 0202/431849

wuppertal@profamilia.de

esperanza Hünefeldstr. 54a, Tel. 0202/2805230

Beratungs- und Hilfenetz vor, während und nach einer Schwangerschaft

esperanza@caritas-wuppertal.de

donum Vitae Schwanenstr. 19, Tel. 0202/3099616

wuppertal@donumvitae.org

Evangelisch Psychologisches Beratungszentrum Zeughausstr. 31,

Tel. 0202/97444-670

epbz@diakonie-wuppertal.de

Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen:

pro familia Beratungsstelle Wuppertal, Hofaue 21, Tel. 0202/43 18 49

Beratungs- und Hilfenetz vor, während und nach einer Schwangerschaft

wuppertal@profamilia.de

Evangelisch Psychologisches Beratungszentrum Zeughausstr. 31,

Tel. 0202/97444-670

epbz@diakonie-wuppertal.de

donum Vitae Schwanenstr. 19, Tel. 0202/3099616

wuppertal@donumvitae.org

Geburtsvorbereitung:

ev. Familienbildungsstätte Zeughausstr. 31, Tel. 0202/97440-840

Geburtshaus e.V. Hainstraße 12, Tel. 0202/763676

Hebammenpraxis Ute Lange, Hauptstr. 61,Tel. 0202/47 11 51

kath. Familienbildungstätte Bernhard-Letterhaus-Straße 8,Tel. 0202/2550580

Kliniken St. Antonius Vogelsangstr. 106, Frauenklinik, Tel. 0202/2993000

Perinatalzentrum Tel. 0202/2993350

Krankenhaus Bethesda Hainstr. 35, Tel. 0202/290-0

Oase Geburtshaus Saarbrücker Str. 44b, Tel. 0202/553353

Bergische Volkshochschule (früher städt. Familienbildungsstädte),

Auer Schulstr. 20 Tel. 0202/5632607

Wuppertaler Hebammenpraxis Judith Kulesza, Rubensstr. 20a,

Tel. 0202/3098166

Hebammenzentrale, Bergischer Hebammenruf

Heidi Friese, Marion Droste, Tel. 0202/563-2298

Impressum

Herausgeben von:

Stadt Wuppertal

Gleichstellungsstelle für Frau und Mann

Johannes-Rau-Platz 1

42275 Wuppertal

Tel. 0202/ 563 51 98

gleichstellungsstelle@stadt.wuppertal.de

www.wuppertal.de/gleichstellungsstelle

pro familia Beratungsstelle Wuppertal

Hofaue 21

Tel. 0202/431849

wuppertal@profamilia.de

Diese Broschüre wurde von Ulrike Kirst, Gleichstellungsstelle für Frau und Mann und

Sigrid Dörpinghaus-Thiemann, pro familia, verfasst und zusammengestellt.

Den Text zu Pränataldiagnostik dürfen wir mit freundlicher Genehmigung

der Bundeszentrale für Gesundheit verwenden.

Design, Illustration, Layout und Produktion:

Ute Seifert, Medienzentrum, Stadt Wuppertal

3.000 Stück/ Mai 2010

Hinweis:

Alle Angaben gelten vorbehaltlich einer Änderung der Rechtslage

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