Arbeits- und Gesundheitsschutz in Landwirtschaftsunternehmen

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Arbeits- und Gesundheitsschutz in Landwirtschaftsunternehmen

Freistaat ThüringenSCHWERPUNKTAKTION 1999Arbeits- und Gesundheitsschutzin Landwirtschaftsunternehmen- Lehrausbildung und Großtierhaltung -Landesamt fürArbeitsschutz undArbeitsmedizin ThüringenLandwirtschaftlicheBerufsgenossenschaftBerlin


Alle überprüften Gewächshäuser entsprachen den Anforderungen. Bei der Überprüfungder Gruben und Kanäle zeigten sich lediglich in 1 % der Fälle sicherheitsrelevanteMängel.In 7 % der Betriebe standen die sozialen und sanitären Einrichtungen nicht inausreichender Menge bzw. nicht in einem bestimmungsgemäßen Zustand zur Verfügung.2.2.3 Maschinen und AnlagenDie Maschinen und Anlagen entsprachen in allen Betrieben überwiegend denBestimmungen der Maschinenverordnung, der Arbeitsmittelbenutzerverordnung bzw. deneinschlägigen UVV. Dieser relativ gute Zustand der technischen Arbeitsmittel ist in ersterLinie darauf zurückzuführen, dass in den letzten Jahren verstärkt neue Technikangeschafft wurde und die Alttechnik durch die noch vorhandene eigeneWerkstattkapazität planmäßig instand gehalten wird. Ein generelles Sicherheitsproblemstellen die sehr störanfälligen Gelenkwellenschutzeinrichtungen dar.2.2.4 GefahrstoffeIn 69 % der überprüften Betriebe konnte ein Verzeichnis der eingesetzten Gefahrstoffevorgelegt werden (Abb. 2).nicht erforderlich9%nicht vorhanden22%69%vorhandenAbb. 2:Vorliegen von Gefahrstoffverzeichnissen in LehrbetriebenDer Umgang mit Gefahrstoffen im eigenen Betrieb war in 80 % der kontrollierten Betriebedurch Betriebsanweisungen geregelt worden (Abb. 3).


Jeder 5. Betrieb hatte die Möglichkeit allerdings versäumt, seine Beschäftigten beimFüttern und Tränken der Tiere aus dem Gefahrenbereich der Weideflächen zu nehmen,indem zumindest diese Arbeiten von außerhalb erfolgen. Da beim Aufenthalt innerhalbder Weide, speziell bei Mutterkuhherden mit frei laufendem Bullen, ein sehr hohesUnfallrisiko besteht, muss darauf hingearbeitet werden, diesen Aufenthalt auf dasunbedingt erforderliche Mindestmaß zu reduzieren.Nicht immer waren die notwendigen Fang- und Behandlungsstände vorhanden. D. h. infast allen Betrieben gibt es zwar diese Einrichtungen, aber nur auf einem Teil derWeiden. Erheblicher Nachholbedarf besteht auch in ca. jedem 2. Betrieb bezüglich dertechnisch/technologischen Einrichtungen zum gefahrlosen Arbeiten bei derKennzeichnung der Kälber. Die Notwendigkeit solcher Einrichtungen hat sich durch dieKennzeichnungspflicht der Kälber mit 2 Ohrmarken noch wesentlich erhöht.In fast allen Betrieben (98 %) wurden den Beschäftigten ausreichend PersönlicheSchutzausrüstungen (z. B. Sicherheitsschuhe bzw. -Stiefel) zur Verfügung gestellt unddiese wurden durch die Beschäftigten auch getragen.Nur in 71 % der Betriebe war eine ausreichende Warnung Betriebsfremder (z. B.Wanderer, Pilzsucher) vor den Gefahren durch Großtiere auf der Weide gewährleistet.2.3.2 StallhaltungWährend bei der Milchviehhaltung in 92 % der Anlagen ausreichend Treibwege bzw.Vorwartehöfe vorhanden waren, fehlten diese in jedem 2. Mastbetrieb.Positiv kann vermerkt werden, dass die technisch/technologischen Voraussetzungen zumsicheren Umgang mit den Tieren in Stallanlagen stark verbessert wurden (Abb. 4).Betriebe100%80%88%92%82%60%40%20%0%Fix E vorhanden Fluchtwege vorhanden TBS vorhandenFix E - Fixiereinrichtungen zum Aussondern und zur EinzeltierbehandlungTBS - Tierbehandlungs- und -sprungständeAbb. 4:Vorhandensein von technisch/technologische Einrichtungen zum sicherenUmgang mit Tieren


In allen Betrieben waren vorhandene Gruben und Kanäle sicher abgedeckt. DenBeschäftigten standen in 92 % der Stallanlagen ausreichend Hilfsmittel, wieBullenführstab, Zaumzeug, Treibhilfen, zur Verfügung.100%Betriebe98% 98% 100%80%60%40%20%0%Abb. 5:PSA vorhanden PS getragen Unterweisung erfolgtVerhalten der Beschäftigten in AusbildungsbetriebenDie Ausrüstung mit PSA und das Verhalten der Beschäftigten im Umgang mit diesenzeigt, dass sie sich ihrer Verantwortung gegenüber den Azubi bewusst sind (Abb. 5).3. SchlussfolgerungenIm Bereich der theoretischen Ausbildung zeigte sich eine hohe Bereitschaft der an derAusbildung Beteiligten (Lehrplangestalter, Lehrer, Lehrausbilder) dem Arbeits- undGesundheitsschutz verstärkte Aufmerksamkeit zu widmen. Noch bestehende Defizitewurden erkannt und sollen im Rahmen der Möglichkeiten abgebaut werden.In den untersuchten Lehrbetrieben ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz weitgehendintegrierter Bestandteil der Leitungs- und Führungstätigkeit.Die Arbeitsstätten befinden sich in den untersuchten Lehrbetrieben in einem relativ gutenZustand. Handlungsbedarf besteht jedoch in der Gewährleistung der Absturzsicherheit anDurchfahrtsilos und in noch teilweise erforderlichen Verbesserungen von Sozial- undSanitäranlagen.Die Maschinen und Anlagen konnten im Allgemeinen positiv beurteilt werden. Einallgemein verbreitetes Problem stellen jedoch störanfällige und in der Wartung schwierigeGelenkwellenschutzeinrichtungen dar. Hier sind auch Qualitätsforderungen an dieHersteller zu richten.


Defizite bestehen bei Anwendung von Gefahrstoffen noch in teilweise fehlendenGefahrstoffverzeichnissen und Betriebsanweisungen.Beim sicheren Umgang mit Großvieh sind weiterhin Verbesserungen bei der räumlichenTrennung der Beschäftigten von den Tieren möglich und notwendig. Das betrifft in derFreilandhaltung vorwiegend das Füttern und Tränken von außerhalb des Weidezaunes.In der Stallhaltung müssen vor allem in den Mastställen verstärkt sichere Arbeitswegeund Arbeitsplätze beim Umgang mit den Großtieren geschaffen werden.Diese 2. gemeinsame Aktion der Thüringer Arbeitsschutzbehörden und derLandwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Berlin widerspiegelt zwar nicht die Situationdes Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der gesamten Landwirtschaft, aber sie zeigt,dass sich die Lehrbetriebe ihrer besonderen Verantwortung gegenüber denAuszubildenden bewusst sind. Außerdem wirken sich diese Betriebe günstig auf dieübrigen Betriebe in der Landwirtschaft aus.

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