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dens1020125. OktoberMitteilungsblatt der Zahnärztekammer undder Kassenzahnärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern


EditorialSelbstbestimmt und selbstbewusst handeln!Das höchste Gremium der KassenzahnärztlichenVereinigungMecklenburg-Vorpommern, dieVertreterversammlung, beschäftigtesich im Frühjahr auf zwei Sitzungenintensiv mit den Auswirkungen desVersorgungsstrukturgesetzes.Dr. Peter Schletter, Vorsitzenderder Vertreterversammlung der KassenzahnärztlichenVereinigung undPräsident des Landesverbandes derFreien Berufe Mecklenburg-VorpommernSeit Jahren hatten wir uns darangewöhnt, Gesundheitsreformendaraufhin zu beleuchten, welcheFolgen die se für unsere täglichezahnärztliche Arbeit haben würden,welchen Einfluss sie künftig auf unserediagnostische, prophylaktischeund kurative Arbeit nehmen könnteund wie sind sie umzusetzen ohneden bürokratischen Aufwand weiterzu mehren?Dabei kann jedoch sehr schnellübersehen werden, dass in Gesetzesänderungenauch Chancenliegen können, so man sie erkenntund nutzt.So gab es innerhalb der Vertreterversammlungund im Dialog mitvielen Kolleginnen und Kollegenaus der Vertragszahnärzteschaft vorOrt einen lebhaften und auch streitbarenMeinungsaustausch zu denChancen und Risiken, die sich ausder Neuformulierung des § 85 (3)SGB V durch das VStG ergeben.Es heißt dort jetzt im Rahmender Vereinbarung des Gesamtvertrageszwischen den KVs, KZVsund Krankenkassen, dass die Veränderungder Gesamtvergütungunter Berücksichtigung der Zahlund Struktur der Versicherten, „derMorbiditätsentwicklung, der Kosten-und Versorgungsstruktur, der… Arbeitszeit ….“ zu erfolgen hat.Sehr schnell wurde deutlich, dassunser bisheriger HVM mit seinenstringenten Budgetgrenzen insbesondereder objektiven Beurteilungeiner Morbiditätsentwicklung/-veränderungentgegenstehen würde.Hier galt es Änderungen vorzunehmen.Da dies nach wie vor unter dieBeachtung der Notwendigkeit derWahrung der Beitragssatzstabilitätgestellt ist, bedürfte es aus der Sichteiner klaren Mehrheit der VV-Delegierteneiner Erklärung und Darstellungunserer neuen Möglichkeitender Einflussnahme bei der aktivenGestaltung der Gesamtvergütunggegenüber der gesamten Vertragszahnärzteschaftunseres Landes.So hat, wie schon im dens berichtet,nach umfassender Diskussionmit der Basis die Mehrheit derVV beschlossen, in freiberuflicherSelbstverantwortung die Regelungendes HVM so anzupassen, dass einerealistische, nicht vom „eisernen“IPOG-Budgetrahmen behinderte,Realisierung der Patientenversorgungbesser ermöglicht wird, umgegenüber den Vertragspartnern derGKV deutlich darstellen zu können,was von den GKV-Versicherten antatsächlichem Behandlungsbedarfin unseren Praxen abgefordert wird.Des Weiteren sollten wir, auch unterBeachtung bereits formulierterForderungen von Rechtsexpertender GKV, in der Lage sein, die Entwicklungunserer Kostenstrukturenbelegbar darzustellen. Dazu genügendie Darstellungen des, durchausbei den Vertragspartnern anerkannten,KZBV-Jahrbuches nicht,da die Vergütungen in den Regionenunter Wichtung der dortigen Gegebenheitenzu verhandeln sind.Deshalb hat die VV einen Ausschuss„Betriebswirtschaft undKos tenanalyse“ gebildet, der sichbereits auf zwei Sitzungen denProblemen der Ermittlung der Praxiskostenin MV gewidmet hat undgemeinsam mit dem Vorstandvorsitzendender KZV, Diplom-BetriebswirtWolfgang Abeln ein Raster entwickelt,mit dem wir an Sie, liebeKolleginnen und Kollegen Vertragszahnärzte,heran treten werden mitder Bitte um möglichst breite Teilhabeund Unterstützung. Mit der,selbstverständlich anonymisierten,Zusammenfassung Ihrer Angabenzu den Kosten des Praxisbetriebeskönnen Sie einen wichtigen Beitragleisten im Interesse der gesamtenVertragszahnärzteschaft zur Untersetzungunserer Verhandlungspositionen.Ein dritter wichtiger Schritt, umdie Chancen, die sich aus dem VStGfür uns Zahnärzte ergeben, auchnutzen zu können, ist die Darstellungder tatsächlichen Morbilitätsentwicklung.Hier hat sich die KZVM-V auch auf Bitte der KZBV bereiterklärt, auf der Basis der bereitsvor etlichen Jahren durchgeführtenSHIP-Studie eine neuerliche Erhebungzu unterstützen.Damit wäre die Gewähr gegeben,eine Morbiditätsentwicklung wissenschaftlichfundiert und statistischsicher darzustellen.Auf der Herbst-VV werden wiruns folgerichtig u. a. auch mit demThema „Morbiditätsentwicklung“zu beschäftigen haben. Waren anfänglichbeim Thema HVM nochviele kritische Stimmen vernehmbar,so ist jetzt mit der geplantenUmsetzung des dritten Schrittes dasumfängliche Konzept erkennbar,mit dem der Vorstand, gemeinsammit der Vertreterversammlung undden genannten Gremien gewillt ist,sich den Herausforderungen ausdem VStG zu stellen.Ich bitte Sie, die Vertragszahnärzteschaftunseres schönen Bundeslandes,um Ihre aktive Teilnahme ander Diskussion, der Schaffung entsprechenderUnterlagen und Weiterentwicklungunserer Rahmenbedingungenzur möglichst gutenVersorgung der GKV-Versicherten.Mit freundlichen kollegialen Grüßen,Ihr Peter Schletter,Vorsitzender der Vertreterversammlungder KZV MV und Präsident des LFB MVdens 10/2012 1


ZahnärztekammerZahnärzte mitten in der GesellschaftZahnärztetag stieß auf großes MedieninteresseDie Journalisten machen es vor:Nur ein Mann war unter den Medienvertreternauf der Pressekonferenzzum Auftakt des Zahnärztetages.Sonst dominierten die Frauen – passendzum Thema, denn der Vorstandder Zahnärztekammer stellte die Umfrageunter den Zahnärztinnen vor.Frauen sind schon lange auf demVormarsch in Mecklenburg-Vorpommern.Während im Jahr 2017 dieHälfte aller Zahnärzte in Deutschlandweiblich sein wird, beträgt der Anteilvon Zahnärztinnen in M-V seit Jahrenca. 60 Prozent. „Zahnärztinnen sindbedingt durch die wirtschaftlich eigenständigefreiberufliche Niederlassungbesonders auf die Vereinbarkeitvon Beruf und Familie angewiesen.Zwar gibt es im gesamten zahnmedizinischenBereich, insbesonderebei jüngeren Zahnärzten, einenTrend zu Anstellungsverhältnissenoder Kooperationen von mehrerenZahnärztinnen und Zahnärzten, aberdie vorwiegende Berufsausübungsformbleibt die selbstständige Einzel-Niederlassung. Aufgrund der Altersstrukturunserer Zahnärztinnen sindbesondere Herausforderungen durchdie notwendige Pflege von Angehörigenfestzustellen“, sagte der Präsidentder Zahnärztekammer Meck lenburg-Vorpommern und Vizepräsident derBundeszahnärztekammer, Prof. Dr.Dietmar Oesterreich. „Vor dem Hintergrundder Ergebnisse der Umfrage,insbesondere den tendenziellsinkenden Behandlungszeiten mitzunehmendem Lebensalter von Zahnärztinnen,bedarf es einer besonderenBeobachtung der Entwicklungsprozesseder zahnmedizinischen Versorgungim ländlichen Raum“, betonteder Zahnarzt. Die vorliegenden Ergebnisseder Umfrage seien ein Handlungsauftragan die zahnärztlicheSelbstverwaltung. „Wir wollen aberebenso erreichen, dass die Zahnmedizinim Rahmen gesellschaftlicher undpolitischer Entwicklungsprozesse inunserem Bundesland entsprechendwahrgenommen und eingebundenwird. So gilt es, die Zusammenarbeitmit Städten und Kommunen zuintensivieren, um z. B. gute Voraussetzungenfür die familiären Rahmenbedingungenvon Zahnärzten zu erreichen.Gleichzeitig will ich aber auchfeststellen, dass die Vereinbarkeit vonBeruf und Familie nicht ausschließlichnur für unsere Kolleginnen eineHerausforderung ist. So wird aus anderenAnalysen deutlich, dass auchdie männlichen Zahnärzte vor diesemHintergrund verstärkt Anstellungsverhältnisseoder Kooperationen beiDie Dentalausstellung lockte nicht nur Zahnärzte in das Hotel Neptun. AuchTeilnehmer der Fortbildungstagung für ZAH/ZFA kamen mit regem Interesse.Professor Dr. Reiner Biffar. Vorsitzender der ZMK M-V (l.) sowie der Präsidentder Zahnärztekammer M-V Prof. Dr. Dietmar Oesterreich eröffneten den Zahnärztetag2012, an dem rund 600 Interessierte teilnahmen.der zahnärztlichen Berufsausübungwählen“, so Prof. Oesterreich.„Fast 75 Prozent der Zahnärztinnensind mit ihrer beruflichen Situationsehr zufrieden oder zufrieden“, freutesich die Referentin für Prävention,Alters- und Behindertenzahnheilkundeim Vorstand der ZahnärztekammerM-V, Dr. Angela Löw. Über 60Prozent der Zahnärztinnen arbeitenin einer Einzelpraxis, 16 Prozent inBerufsausübungsgemeinschaften undnur 6,6 Prozent sind angestellt tätig.Der Berufsalltag ist von einer hohenArbeitsbelastung geprägt. Der mittlereZeitaufwand beträgt wöchentlich42,2 Stunden. Viele Zahnärztinnensind zusätzlich für die Pflege vonAngehörigen zuständig bzw. habenKinder. 87 Prozent der Befragten bejahengrundsätzlich die Frage nachVereinbarkeit von Beruf und Familie.Über 80 Prozent schätzen jedoch dieBelastungssituation als sehr hoch ein.So werden unter anderem eine Anpassungder Öffnungszeiten der Kindertagesstättenund die Möglichkeitender Ganztagsbetreuung von Schulkindernvon jungen Müttern gefordert.Während der gesetzlichen Mutterschutzfristenwaren ein Drittel derZahnärztinnen weiterhin berufstätig.Besonders kritisch hinterfragt wurdedas gesetzliche Beschäftigungsverbotfür schwangere angestellte Zahnärztinnen.„Dies stellt Berufsanfängerinnenoft vor das Problem, eine Stellezu finden“, kritisierte Dr. Löw.Fast 46 Prozent der Befragten klagenüber berufsbedingte gesundheitlicheEinschränkungen. Dies sind inerster Linie Beschwerden der Wir-4 dens 10/2012


ZahnärztekammerAuch Vorstandsmitglied Dr. AngelaLöw nahm viele Informationen derDentalausstellung mit Freude auf.belsäule, insbesondere der Halswirbelsäuleund der Schulter. Für einViertel der Zahnärztinnen stellt derNotdienst ein Problem dar. Sie schildern,Angst vor Übergriffen zu habenoder haben Probleme bei der Betreuungihrer eigenen Kinder währendder Notdienstzeiten. „Der 24-StundenBereitschaftsdienst und die teilweisesehr langen Notdienstabschnitteüber eine ganze Woche sind schwervereinbar mit dem Familienleben“,sagte das Vorstandsmitglied. Fast 90Prozent der Zahnärztinnen sind nichtberufspolitisch aktiv. „Hier sind nochgroße Potenziale ungenutzt. Nur wennFrauen sich aktiv in die Berufspolitikeinbringen, können sie auch ihre spezifischenInteressen vertreten“, appellierteDr. Angela Löw an ihre Kolleginnen.Bei der Eröffnung des Zahnärztetagesunterstrich Prof. Oesterreich,dass die Zahnärzte mitten in der Gesellschaftstünden und plädierte fürdie ethische Verantwortung der Zahnärzte:„Wir wollen keinen Wettbewerbzur Vernichtung des Ansehens unseresBerufsstandes.“ Dabei zeichnen immerwieder einige wenige Kollegenein negatives Bild und fielen beispielsweisedurch mangelnde Durchführungdes Notfallbereitschaftsdienstes oderfehlerhafte Abrechnungen auf. Demwerde man entgegenwirken.Ein Jahr seit Bestehen der GOZkons tatierte der Präsident, dass vielesmit „heißer Nadel“ gestrickt sei. „Esist ein politischer Kompromiss, da gibtes nichts schönzureden.“ Im Vergleichzu den Ärzten sei man aber noch gutweggekommen. Er dankte dem Vizepräsidentenund GOZ-ReferentenDipl.-Stom. Andreas Wegener für dieunermüdliche Arbeit zur Umsetzungund Information der GOZ.2013 erwartet die Teilnehmer des Zahnärztetages wieder ein breites Angebotan Ausstellern. Vom 6. bis 7. September findet der kommende Zahnärztetagstatt. Fotos: Steffen Klatt (5)„Die Praxisgebühr ist präventionsfeindlichund trotz geltender Befreiungsregelungenunsozial. Daherfordern wir die Abschaffung“, sagteProf. Oesterreich. „Insbesondere fürPatienten in sozial schwierigen Lebenslagenstellt die Praxisgebühr einHindernis dar, den Zahnarzt regelmäßigund rechtzeitig aufzusuchen. Genauin diesen Bevölkerungsgruppenliegt das höchste Erkrankungsrisiko,dem nur durch einen niedrigschwelligenZugang zu zahnmedizinischenDienstleistungen begegnet werdenkann.“ Mit der Praxisgebühr sei eineHemmschwelle geschaffen worden,mit der neben den möglichen gesundheitlichenFolgen für den Patientenauch gesundheitsökonomischeNachteile verbunden seien. Manifesteund ausgeprägte Erkrankungen erforderteneinen höheren und umfangreichenRessourceneinsatz, betonteder Präsident. Zudem seien Steuerungseffektein der Zahnmedizin vonuntergeordneter Bedeutung. „Es gibteine hohe Zahnarzt-Patientenbindung.Wir haben kein Doctor-Hopping!“, soOesterreich. Außerdem bedeute diePraxisgebühr einen hohen Verwaltungsaufwand,der mit dem allseitsangestrebten Bürokratieabbau nichtvereinbar sei. Bei allem Verständnisfür ordnungspolitische Ansätze derPatientenbeteiligung an den Kostenim Gesundheitswesen und dem Ansinnen,die Beitragseinnahmen in derGKV stabil zu halten, müsse richtigerweisedieses Geld daher über die Beiträgeeingezogen werden und nicht dieArzt-/Zahnarztpraxis als Beitragseinnahmestellemissbraucht werden.Der Präsident betonte, dass mansich einmischen werde in die politischenKonzepte zum „GesundheitslandMecklenburg-Vorpommern“. Inder Zahnmedizin stecke viel präventivesPotenzial.Der Präsident der Mecklenburg-VorpommerschenGesellschaft für Zahn-,Mund- und Kieferheilkunde an denUniversitäten Greifswald und Rostocke. V., Prof. Dr. Reiner Biffar, bekräftigte,dass in diesem Bundeslandwissenschaftlich am meisten passierein Sachen Prävention. „Zahnärzte sindnach den Pädiatern diejenigen, die einenMenschen als erstes sehen. Diesist eine besondere Verantwortung, diewir wahrnehmen sollten.“ Mit Freudeerklärte er Prof. Dr. Wolfgang Sümnigzum Ehrenmitglied. Er stehe für„echtes wissenschaftliches Leben“,das er seit 30 Jahren durch die Organisationvieler Kongresse mit Lebenfülle.Am 21. Zahnärztetag der ZahnärztekammerMecklenburg-Vorpommernund der 63. Jahrestagung derMecklenburg-Vorpommerschen Gesellschaftfür Zahn-, Mund und Kieferheilkundean den UniversitätenRostock und Greifswald vom 31.August bis 2. September in Rostock-Warnemünde nahmen rund 600 Interessierteteil. Zur 20. Fortbildungstagungfür Zahnarzthelferinnen undZahnmedizinische Fachangestelltekamen 300 Teilnehmer. Damit wareine Rekordbeteiligung erreicht. Dernächste Zahnärztetag findet am 6.und 7. September 2013 wiederum inWarnemünde statt und widmet sichder „Ästhetischen ZahnMedizin“.Renate Heusch-Lahldens 10/2012 5


zahnärztekammerZum 21. Zahnärztetag lagen 600 Anmeldungen für die Veranstaltung vor, was das große Interesse an diesem Themabeweist, denn die Endodontie gehört zur täglichen Routine des Zahnarztes.Interessantes Wochenende rund um die Endodontie600 Anmeldungen zeigten großes Interesse für gewähltes ThemaVom 31. August bis zum 2. Septemberfanden der 21. Zahnärztetag derZÄK M-V und die 63. Jahrestagungder Mecklenburg-VorpommerschenGesellschaft für ZMK an den UniversitätenGreifswald und Rostocke. V. traditionell im Hotel Neptun inWarnemünde statt.Das diesjährige Programm zumThema „Endodontie aktuell“ wurdevon Praktikern und Hochschullehrerngestaltet und bot eine Reise quer durchdie endodontische Therapie – von derVitalerhaltung über die Aufbereitung,Desinfektion bis hin zum Problemmanagementund zu Alternativen.600 Anmeldungen lagen für dieVeranstaltung vor, was das großeInteresse an diesem Thema beweist,denn die Endodontie gehört zur täglichenRoutine des Zahnarztes. 60Firmenvertreter, so viele wie nochnie, konnten in regen Austausch mitden Kollegen/-innen treten und überaktuelle Entwicklungen informieren.Die Tagung wurde durch den KammerpräsidentenProf. Dr. DietmarOesterreich eröffnet. Prof. Dr. ReinerBiffar als Vorsitzender der M-VGesellschaft stellte in seiner wissenschaftlichenEinführung Mecklenburg-Vorpommernals ein führendesBundesland in der Prävention heraus.Prof. Dr. Wolfgang Sümnig wurdeaufgrund seiner langjährigen aktivenMitarbeit in der Mecklenburg-VorpommerschenGesellschaft die Ehrenmitgliedschaftangetragen.Priv.-Doz. Dr. Dieter Pahnckeführte in die Thematik der Endodontieein und empfahl den Teilnehmern derTagung u. a., sie zur Entscheidungsfindungfür die tägliche Indikationsstellungund Therapie zu nutzen.Im ersten wissenschaftlichen Referatberichtete Prof. Dr. Michael Hülsmannaus Göttingen über die Zusammenhängezwischen endodontischenInfektionen und der Allgemeingesundheit.Er gab einen Überblick überdie einschlägige Literatur und stellteeindrucksvoll die Wechselwirkungenzwischen Allgemeingesundheit desPatienten und der apikalen Parodontitisdar. Der Zahn mit seinen Erkrankungenund den Wechselwirkungenauf den Organismus im „vitalen SystemMensch“ findet zunehmend Beachtungin Diagnostik und Therapie,wobei es bisher keinen signifikantenNachweis gibt, dass einzelne apikaleLäsionen den Patienten nachhaltigschädigen können. Allerdings giltdie Wirkung auf den Körper – in derSummation mit anderen Infektionen –als erwiesen.Nach einer kurzen Pause ging esmit Priv.-Doz. Dr. Till Dammaschkeaus Münster über die Vitalerhaltungder Pulpa weiter. Er stellte neueMaterialien wie z. B. Biodentine alsÜberkappungsmaterial im Vergleichzu dem bekannten Calciumhydroxidheraus. Zur Desinfektion der Eröffnungsstelleempfahl er 2,5-prozentigesNaOCl und verwies darauf, dassdie Größe der Eröffnungsstelle unddas Alter des Patienten keine Rollefür den Erfolg spielen, sondern dieexakte Blutstillung vor Überkappungund die sofortige dichte definitiveFüllung.Im Anschluss referierte mit Witzund Esprit Prof. Dr. Edgar Schäfer,ebenfalls aus Münster, in seinemVortrag über die neuesten Aufbereitungsmethoden.Er kam mit einem„entschiedenen fast“ zu dem Schluss,dass eine einzige reziproke Feile i. d.R. für die Aufbereitung des gesamtenWurzelkanalsystems ausreichend sei,wenn die dadurch eingesparte Zeit fürdie Desinfektion genutzt wird.Am Samstag erwartete die Teilnehmerim voll ausgebuchten Saal6 dens 10/2012


zahnärztekammerProf. Dr. Michael Hülsmann zumThema Endodontie und Allgemeingesundheit. Fotos: Steffen Klatt (3)die Fortsetzung des interessantenProgrammes. Priv.-Doz. Dr. DieterPahncke aus Rostock stellte in seinemeindrucksvoll animierten Vortragdie Wichtigkeit der Desinfektion desWurzelkanalsystems dar. Er zeigteviele neue technische Verbesserungen,wie den Bakterien und dem Biofilmim Wurzelkanal effektiv beizukommenist, wobei die Spülmittel NaOCl,EDTA und CHX 2-prozentig als Spülmedienweiterhin Goldstandard sind.OA Dr. Volker Hingst von der Radiologieder Universität Rostock gingin seiner anschließenden Präsentationauf die bildgebenden Verfahren in derEndodontie ein, wobei er die digitaleFolientechnik und die Verwendungeines entsprechenden Endofilmhaltersempfiehlt. Das DVT sollte nur beikomplexen anatomischen Fällen undetwaigen Komplikationen zum Einsatzkommen.Nach der Pause sprach Holger Thunaus Schwerin über die Indikationenzur Wurzelspitzenresektion und wiesauf eine exakte Diagnostik und Indikationsstellungim Vorfeld hin. DieWurzelspitzenresektion sollte erstdurchgeführt werden, wenn die Möglichkeitender Revision voll ausgeschöpftsind.Christa Haas, vielen u. a. bekannt vonden Sportnews des ZDF, referierte fürdie ZAH/ZFA.Dr. Frank C. Setzer (Msc.), anerkannterEndodontologe der AmerikanischenGesellschaft für Endodontieund Ausbilder an der Universitätvon Pennsylvania, hatte die weitesteAnreise aus Philadelphia/USA. SeinVortrag beschäftigte sich einerseitsmit den neuesten Methoden der Pulpa-Regenerationals zukünftige Therapiemöglichkeitund der weitauspraktikableren Revaskularisation, dievon jedem Behandler bei Zähnen mitnichtabgeschlossenem Wurzelwachstumproblemlos schon heute durchgeführtwerden kann.Am traditionellen „HamburgerNachmittag – aus der Praxis für diePraxis“ fanden zwei aufeinanderabgestimmte Vorträge von jungenKollegen zum Thema des akutenZahnschmerzes statt. So referierteDr. Martin Brüsehaber über die Entstehungder Schmerzen und zeigtedie Probleme in der Diagnostik fürden Zahnarzt auf. Dr. Johannes Cujeging dann auf die praktische Seite ein,wobei er als Notfalltherapie zunächsteine Vitalamputation und die kompletteAufbereitung des Zahnes zueinem späteren, möglichst zeitnahen,Termin empfiehlt.Die Nachfrage nach den im Anschlussangebotenen Hands-on-Kursen über verschiedene neue Aufbereitungssystemewar sehr hoch. Zweider vier Seminare waren schon imVorfeld ausgebucht. Wie erwartet, warder Andrang auf den VDW-Kurs mitden Reziproc-Feilen am größten. Aberauch die Kurse von Coltene mit denHyflex CM- und von Gebr. Brasselermit den AlphaKite-System sowie dengerade auf den Markt gekommenenF360-Feilen fanden großes Interesse.In diesen Kursen stand das praktischeExperimentieren mit den neuen Feilenim Vordergrund, so dass sich die theoretischenAusführungen in den meistenFällen in Grenzen hielten. In demvon der KZV veranstalteten Kurs profitiertendie Anwesenden von reichlichenInformationen zur Rolle derDokumentation in der zahnärztlichenPraxis, die von Dr. Manfred Krohnund Katja Millies vermittelt wurden.Am Abschlusstag stellte Priv.-Doz.Dr. Torsten Mundt, Oberarzt der prothetischenAbteilung der GreifswalderZahnklinik, sehr differenziert die Zusammenhängezwischen endodontischbehandelten Zähnen und deren Verwendbarkeitfür die Einbeziehung inprothetische Konstruktionen dar. Nebeneiner adäquaten Wurzelfüllung istdie verbliebene Zahnhartsubstanz unddas Ferrule-Design eine wichtige Voraussetzungfür die prothetische Wertigkeit.Er forderte, dass endodontischbehandelte Zähne in Doppelkronenprothesenmöglichst nur als Stütz- undnicht als Halteelement wirken. Beifehlender koronaler Zahnhartsubstanzist die Verwendung endodontisch behandelterZähne als Pfeiler für Doppelkronen,Extensionsbrücken undzahn-implantatgetragenen Verbundbrückenmöglichst zu vermeiden.OÄ Dr. Heike Steffen, sowohl inder Greifswalder Klinik als auch inder Praxis tätig, zeigte in ihrem Vortrag„Management endodontischerProblemfälle“ anhand von vielen klinischenBeispielen, wie schwierigeanatomische und technische Problemepraktisch gelöst werden können. Siebetonte, dass es aufgrund der sehrunterschiedlichen anatomischen Variantenim Zahn nicht möglich ist, mitnur einer Feile alle Probleme lösen zuwollen.Abschließend schlug Prof. Dr. MichaelHülsmann den Bogen von derEndodontie zur Implantologie. Erbetonte, dass Implantate eine gute Alternativefür fehlende Zähne sind undunterstützte mit seinen Aussagen eine„friedliche Koexistenz“.Ein wirklich interessantes Wochenenderund um die Endodontie! DieTagung wurde wieder einmal zumPodium des Wiedersehens, der Weiterbildungund der kollegialen Fachgespräche.Unser Dank geht an alle Referenten,Organisatoren, Firmen und natürlichan unsere vielen interessierten Teilnehmer.OÄ Dr. Heike SteffenPriv.-Doz. Dr. Dieter Pahnckedens 10/2012 7


Kassenzahnärztliche VereinigungVertreterversammlung am 20. OktoberAnkündigung der Herbst-Vertreterversammlung im pentahotelRostock, Schwaansche Straße 6, 18055 Rostock. Beginn:9.30 Uhr.Vorläufige Tagesordnung1. Begrüßung und Feststellung der satzungsmäßigenEinberufung2. Feststellung der Beschlussfähigkeit3. Bestellung des Protokollführers, des Führers der Rednerlisteund von mindestens zwei Personen zur Stimmenzählung4. Bekanntgabe der endgültigen Tagesordnung und dergestellten Anträge5. Feststellung der Öffentlichkeit der Vertreterversammlung6. Bericht des Vorsitzenden der Vertreterversammlung7. Bericht des Vorstandes mit anschließender Diskussiona) – Geschäftsbereich Ib) – Geschäftsbereich II8. Bericht des Koordinationsgremiums mit anschließenderDiskussion9. Fragestunde10. Beschlussfassung über eingereichte Anträge11. Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses undEntlastung des Vorstandes für das Jahr 2011 mitanschließender Aussprache12. Verabschiedung des Haushaltsplanes für das Jahr 2013- Bericht des Haushalts- und Finanzausschusses- Vorstellung des Haushaltsplanes für das Jahr201313. Anpassung des § 13 Abs. 1 der Satzung der KZVM-V14. Anpassung des § 4 der Verfahrensordnung der Widerspruchsstelleder KZV M-V15. Wahl von zahnärztlichen Mitgliedern in den Landesausschussfür die Legislaturperiode 1.1.2013 bis31.12.201616. Wahl von zahnärztlichen Mitgliedern für das Landesschiedsamtfür die Legislaturperiode 1.1.2013 bis31.12.201617. VerschiedenesKZVEntsprechend § 14 Abs. 8 der Satzung der KZV M-V sind dieSitzungen der Vertreterversammlung für die Mitglieder derKZV M-V öffentlich, soweit sie sich nicht mit personellenAngelegenheiten oder Grundstücksgeschäften befassen.8 dens 10/2012


ZahnärztekammerKoordinierungskonferenz in EisenachÖffentlichkeitsarbeit für Zahnärzte und Patienten – verschiedene Sichtweisen, ein Ziel?Die Bundeszahnärztekammer unddie Zahnärztekammer Thüringenluden vom 14. bis 15. September indas geschichtsträchtige Eisenach. DieSpuren von Martin Luther, JohannSebastian Bach, Johann Wolfgangvon Goethe, Fritz Reuter und RichardWagner begleiteten dabei die Koordinierungskonferenzder Öffentlichkeitsbeauftragtenzahnärztlicher Körperschaften.Am Fuße der Wartburg stand beider zweitägigen Veranstaltung dasSpannungsfeld zwischen Politik, Versichertenund öffentlicher Wahrnehmungim Fokus.Am ersten Tagungstag wurden vorwiegenddie Sichtweisen von Privaterund Gesetzlicher Krankenversicherungvon deren Vertretern aufgeführt.So sprach sich der Verband der PrivatenKrankenversicherung deutlichgegen eine Bürgerversicherung aus.Ein einheitliches Kassensystem, wiein fast allen europäischen Ländern,schütze den Patienten nicht vor einerZwei-Klassen-Versorgung, so Dr.Timm Genett.Die Vertreterin der VerbraucherzentraleBerlin, Dörte Elß, schilderteumfangreich die gängigsten Problemfällevon Patienten mit deren zahnmedizinischenBehandlungen. Dabeistellte sich heraus, dass viele Fälledurch mangelhafte Kommunikationzwischen Zahnarzt und Patient entstanden.Aber auch Liquidationenstellen den Patienten sehr häufig vorProbleme. Manche notwendigen(Vor-)Behandlungen könne ein Patientbei unzureichender Aufklärungnicht nachvollziehen und sehe sichgezwungen, eine externe Meinungund eventuell auch Hilfe bei den Verbraucherzentraleneinzuholen. Hierkann eine effektivere Kommunikationzwischen Zahnarzt und Patient Abhilfeschaffen und Unmut vorbeugen.Sven Tschoepe von der Bundeszahnärztekammerergänzte dieses Themaund berichtete über die professionsgeführtenPatientenberatungen aufBundes- und Landesebene.Der zweite Tag stand im Zeichender Öffentlichkeitsarbeit der zahnärztlichenKörperschaften. Dr. PeterEngel, Präsident der Bundeszahnärztekammerinformierte das Auditoriumüber die vorliegenden Ergebnissejuristischer Gutachten im Zusammenhangeiner eventuellen Verfassungsklagezur novellierten Gebührenordnungfür Zahnärzte (GOZ) sowiedem aktuellen Stand der laufendenVerhandlungen einer Neufassung derGebührenordnung für Ärzte (GOÄ).Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsidentder BZÄK und Präsidentder ZÄK M-V stellte in seinen Ausführungendie gesellschaftliche Verantwortungdes Berufsstandes heraus,welche in der öffentlichen Wahrnehmungdurch die tägliche Arbeitder Öffentlichkeitsbeauftragten derLandeszahnärztekammern geprägtsei. Dabei stärke ein einheitlichesAuftreten auf Bundes-, Landes- undKreisebene zu aktuellen Themen dasAnsehen des Berufsstandes. Nur einegleichgesinnte Meinungsdarstellungführe in der öffentlichen Wahrnehmungzu einer Glaubwürdigkeit derZahnärzteschaft. Die Zahnmedizinmit ihrem gesellschaftlichen Engagementund der besonderen Verantwortungweiter in der Gesellschaft zupräsentieren und zu platzieren, müsseauf der Agenda eine höchste Prioritäteinnehmen.„Zahnärztliche Öffentlichkeitsarbeitunter der gesundheitspolitischenAgenda ab 2013“ war der Beitragvom Vorsitzenden der KassenzahnärztlichenBundesvereinigung. Dr.Jürgen Fedderwitz gab einen Ausblickauf sich verändernde gesundheitspolitischeRahmenbedingungen.Zum Abschluss wurde das gemeinsameProjekt der Deutschen Knochenspenderdatei(DKMS) und derBundeszahnärztekammer „Mund aufgegen Leukämie“ vorgestellt. NähereInformationen hierzu in einer derkommenden Ausgaben.Steffen KlattReferat ÖffentlichkeitsarbeitIm Vorfeld der Koordinierungskonferenztrafen sich die Verantwortlichender Landeszahnärztekammernzur regelmäßigen ZahnRat-Sitzung.Hier werden Meinungen zu denAusgaben ausgetauscht und Ideenfür kommende Auflagen gesammelt.Dipl.-Stom. Gerald Flemming berichtetevon der Gestaltung desZahnRat 75, welcher von der ZahnärztekammerM-V entworfen wurde.Foto:Jana Zadow-DorrMV-Mannschaft: Steffen Klatt, Dipl.-Stom. Gerald Flemming, Dr. ManfredKrohn und Kerstin Abeln (v.l.n.r.)Foto: Gerd Eisentrautdens 10/2012 9


Deutschland / ZÄKHIV-Ärztedürfen versorgenKlare EmpfehlungenDie Deutsche Vereinigung zur Bekämpfungder Viruskrankheiten empfiehlt:Übertragungen der Aids-Erregervon Ärzten oder Pflegern auf Patientensind extrem selten. Deshalbdürfen HIV-Positive auch Patientenbehandeln und versorgen. Das ist allerdingsan bestimmte Bedingungengebunden.Beschäftigte im Gesundheitswesen,die sich mit dem Aids-ErregerHIV infiziert haben, können unterbestimmten Bedingungen weiterhinambulante oder stationäre Patientenversorgen. Klare Empfehlungen fürHIV-Infizierte im Gesundheitswesenhaben die Deutsche Vereinigung zurBekämpfung der Viruskrankheitenund die Gesellschaft für Virologie(DVV) vorgelegt. Sofern die HIV-Menge im Blut anhaltend unter 50HIV-RNA-Kopien pro Milliliterliegt, können „alle operativen undinvasiven Tätigkeiten“ durch die Infiziertenvorgenommen werden. Diessetzt allerdings umsichtiges Verhaltender Infizierten voraus. Dazu gehört,dass bei solchen Tätigkeiten doppelteHandschuhe getragen werden.Operationen sind verbotenDie Betroffenen dürfen keine Operationenoder Tätigkeiten vornehmen,bei denen das Virus leicht übertragenwird oder man sich leicht verletzenkann, also etwa Mikroverletzungenbeim Knoten oder Nähen. Außerdemmüssen die Betroffenen den Empfehlungenzufolge regelmäßig arbeitsmedizinischbetreut werden und dieVirusmenge im Blut mindestens alledrei Monate bestimmen lassen. Zudemsollen sich die HIV-Infiziertenkontinuierlich von einem erfahrenenHIV-Therapeuten betreuen lassen.Damit die Virusmenge konstant niedrigbleibt – und damit die Infektiosität– ist die strikte Einhaltung der antiretroviralenTherapie unerlässlich.Bisher ist in Deutschland keine HIV-Übertragung durch einen Mitarbeiterim Gesundheitswesen dokumentiert,weltweit sind es vier Fälle.Im Internet: www.dvv-ev.deDVVMit drei Klicks zum NotdienstNeuer Internetauftritt der Zahnärztekammer M-VMit dem Relaunch der Homepageder Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern im August kamen einigeneue Anwendungen und Funktionalitätenauf die Anwender zu. So wurdeu. a. eine neue Notdienstsuche für Patientenintegriert, welche es im Notfallermöglicht, mit wenigen Klicks dennotdiensthabenden Zahnarzt für denheutigen Tag in der Nähe zu finden. DieUmstellung auf diesen Service bewirktfür den Patienten ein schnelles Suchenund Finden im Notfall, ohne lange eineListe durchsehen zu müssen.Auf vielfachen Wunsch aus denZahnarztpraxen werden zudem dievorliegenden Gesamtlisten der Notfalldienstein unserem Land, z. B. für denAushang an den Praxen, zur Verfügunggestellt. Es wird darauf hingewiesen,dass diese in der eingereichten Fassung,also unbearbeitet, ohne Formatierungund Kontrolle auf Richtigkeit,gesondert zum Download bereitstehen.Tagesaktuelle Änderungen werden indiesen Listen nicht eingearbeitet, sindaber auf der Notfalldienstkarte unter„Patienten“ ersichtlich.Entsprechend der Berufsordnung istbei geplanten Praxisschließungen, z. B.Urlaub, eine Praxisvertretung zu benennen.Ein Hinweis auf den zahnärztlichenNotfalldienst ist nicht ausreichend.Eine kurzfristige Änderung des Notdienstesmuss ebenfalls der Zahnärztekammermitgeteilt werden.Für Rückfragen steht das Referat Öffentlichkeitsarbeitunter 0385 59108-27oder s.klatt@zaekmv.de zur Verfügung.Steffen Klatt, Referat ÖffentlichkeitsarbeitMit nur drei Klicks können Zahnarztpraxen nun die vorliegenden Gesamtlistender Notfalldienste abrufen.Auf einer separaten Seite stehen die Listen übersichtlich zum Abruf bereit.10 dens 10/2012


ZahnärztekammerNorddeutsches Fortbildungsinstitut HamburgDemografische Entwicklung macht besonders Mecklenburg-Vorpommern zu schaffenAm 5. September 2012 tagte derBeirat des Norddeutschen Fortbildungsinstitutesin Hamburg. Einzentrales Thema der Sitzung war dieVerbreitung von Fortbildungsangebotenund aktuellen Informationenüber das Internet. Hierbei spieltenneue Medien, u. a. Facebook einezentrale Rolle. Das NFI, welchesseine Zielgruppe seit Ende Augustdiesen Jahres mit einem Facebook-Auftritt anspricht und u. a. Informationenzu Fortbildungen über diesesMedium verbreitet, konnte bislangausschließlich positives Feedbackvernehmen.Der NFI-Beirat tagte in Hamburg (v.l.n.r.): Dr. Thomas Einfeldt, AndreasBösch, Dr. Christoph Hartmann, Zahnarzt Mario Schreen.Mund auf gegen LeukämieNun gilt es zu prüfen, ob auch dieeinzelnen Landeszahnärztekammernihr Internetangebot auf die Dienstevon Facebook erweitern sollten.Somit könnte gerade die wichtigeZielgruppe der jungen Leute erreichtwerden, um für Fortbildungsangeboteund das Berufsbild der ZFA zuwerben. Alle vier im NFI beteiligtenKammern klagen über die immergeringer werdenden Ausbildungszahlen.Vor allem Mecklenburg-Vorpommernkämpft besonders mit derdemografischen Entwicklung. Alleinin 2012 kamen hier auf 12 000 gemeldeteAusbildungsstellen nur 6000Bewerber.Weiterhin wurden Überlegungenangestellt, einen Kurs für die Seniorenprophylaxeins Leben zu rufen.Alle Teilnehmer bekräftigten dieSinnhaftigkeit einer solchen Fortbildung,da gerade in diesem Bereichein gewisser Nachholbedarf besteht.Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) macht sich für die Lebensspende starkund ruft ab 2013 ihre Mitglieder dazu auf, die Deutsche Knochenmarkspenderdatei(DKMS) zu unterstützen. Ab Frühjahr 2013 sind Zahnärzte dazu aufgefordert,ihren Patienten nicht nur in Sachen Mundhygiene auf den Zahn zu fühlen,sondern sie zusätzlich über die Wichtigkeit der Lebensspende zu informieren.„Mund auf gegen Leukämie“ lautet das Motto und möchte die Menschen dazueinladen, die Botschaft über die Möglichkeit der Stammzellspende weiterzusagenund bestenfalls selber aktiv zu werden und sich als potenzieller Spenderin die Datei aufnehmen zu lassen. Gemeinsames Ziel der Zusammenarbeit vonBZÄK und DKMS: so viele Personen wie möglich motivieren, sich registrierenzu lassen, um noch mehr Leukämiepatienten helfen zu können. Mehr dazu imnächsten Heft.Das NFI Hamburg bietet zudem imkommenden Jahr eine Aufstiegsfortbildungzur Dentalhygienikerin an.Für die wissenschaftliche Leitungkonnte Prof. Dr. Christof Dörfer(Direktor Zahnerhaltungskunde undParodontologie des UniversitätsklinikumsSchleswig-Holstein) gewonnenwerden. Erfahrene Dozenten ausdem In- und Ausland gewährleisteneine praxisnahe umfangreiche Wissensvermittlungauf hohem Niveau.Mehr Informationen gibt es unter:www.zahnaerzte-hh.de/zahnarztteam/praxisteam/3-dh-kurs-2013.html.Mario Schreendens 10/2012 11


deutschlandapoBankStabiler JahresüberschussBundestagswahl 2013Akteure im Gesundheitswesen treffen VorbereitungenDie Deutsche Apotheker- und Ärztebank(apoBank) hat das erste Halbjahr2012 mit einem Jahresüberschuss inHöhe von 23,5 Millionen Euro abgeschlossenund damit das Vorjahresniveauerreicht. Dem liegen zwei zentraleEntwicklungen zugrunde: DasKerngeschäft der Bank – d. h. dasunmittelbare Geschäft mit den Heilberufsangehörigenund ihren Organisationen– ist insgesamt weiter gewachsen;überlagert wurden die Zuwächse vonden letztmaligen Aufwendungen fürdie im Frühjahr 2012 vollzogene IT-Migration sowie durch Investitionenin das Zukunftsprogramm VorWERTs,mit dem die Bank ihre Marktpositionausbauen und ihre Leistungsfähigkeitsteigern will. Erwartungsgemäß bliebdas operative Ergebnis, d. h. das Teilbetriebsergebnisvor Risikovorsorge,mit 132,8 Millionen Euro unter demVorjahreswert (30. Juni 2011: 160,2Millionen Euro).Herbert Pfennig, Vorstandssprecherder apoBank: „Trotz des intensivenWettbewerbs um unsere Klientel habenwir in den ersten sechs Monatenneue Kunden und Mitglieder für dieBank gewonnen.“AusblickFür die zweite Hälfte des Geschäftsjahreserwartet die apoBank auf Basisdes Wachstums im Kerngeschäft eineFortsetzung der Geschäfts- und Ergebnisentwicklungdes ersten Halbjahres.Damit plant die Bank einen Jahresüberschussauf dem Niveau von 2011.Dieser ermöglicht es der Bank, ihreMitglieder am Gewinn zu beteiligenund eine satzungsgemäße Rücklagendotierungvorzunehmen.Das Zukunftsprogramm VorWERTswird die Bank im zweiten Halbjahrweiter vorantreiben. Im Mittelpunktsteht dabei die Umsetzung des neuen,zielgruppenspezifischen Betreuungskonzepts.„Unsere unverwechselbareStärke ist die Spezialisierung auf dieHeilberufler. Hier kennen wir uns wiekeine zweite Bank aus. Diesen Vorteilwollen wir nutzen, um unsere Marktpositionauszubauen und weiter zuwachsen. Deshalb haben wir im Rahmenvon VorWERTs ein neues Betreuungskonzeptentwickelt, mit demwir die Heilberufler noch besser undindividueller begleiten können“, soPfennig.apoBankDie Zeichen stehen auf „Wahlvorbereitung“.Parteien und Akteurelandes- und bundesweit machen ihreHausaufgaben und sind bemüht ihreVorstellungen einer demokratischenGesellschaft und die eigene Ausrichtungdarin zu formulieren. Rechtzeitig sollbekannt sein, worauf Bürger aber auchVersicherte und Patienten sich einstellenmüssen. So verabschiedet nicht nurdie FDP ihr 12-Punkte-Papier anlässlichihrer Klausurtagung Anfang Septemberin Mainz und gibt damit schon mal dieRichtung vor, nämlich die Garantie-Erklärungfür Freiheit, sondern auch dieInnungskrankenkassen legen als ersteKassenart ihr Positionspapier für diezukünftige Gesundheitspolitik nach derBundestagswahl 2013 vor.Standhaft für Wahlfreiheit inder SozialversicherungEine Garantie-Erklärung für die Freiheitnennt die Freie DemokratischePartei (FDP) ihr 12-Punkt-Papier zurSicherung von Wohlstand, Bürgerrechtenund Eigentum. Darin heißt es:„Existenzielle Risiken kann niemandallein tragen. Wir bekennen uns zurBürgerverantwortung und dass Risiken,die den Einzelnen im Eintrittsfall überfordernwürden, über die Bürgergesellschaftabgesichert werden. Wir stehenfür Wahlfreiheit zu Art und Umfangder Absicherung. Der demographischeWandel verändert die Bevölkerungsstrukturin Deutschland und führt zuwachsenden älteren Generationen.Dies stellt die umlagefinanzierten Sozialversicherungssystemevor immenseProbleme. Liberale kämpfen deshalbfür die Ausweitung kapitalgedeckterFinanzierungssysteme als sinnvolleErgänzung, weil sie eine sichere Vorsorgefür die Zukunft gewährleisten.Jeder Mensch ist anders und hat einanderes Sicherheitsbedürfnis. Es musseine vielfältige Bandbreite von der erforderlichenGrund- bis hin zu einerumfangreicheren Versorgung möglichsein. Ein Einheitssystem gewährleistetdies nicht. Wir bekennen uns daherausdrücklich zu einer starken privatenKranken- und Pflegeversicherung undzum Aufbau von privater Vorsorge fürdas Alter und die Pflege. Wir garantierendie Versorgungswerke der FreienBerufe. Einen Zwang zur Einheitsversicherunglehnen wir ab.“Statt Prämienzahlungen – Rückkehrzur Beitragssatzautonomieund mehr WettbewerbDer IKK e.V. – die Interessenvertretungder Innungskrankenkassenist Stimme und Dienstleister von Innungskrankenkassenauf Bundesebene– legt im Hinblick auf die kommendeBundestagswahl im Jahr 2013 seinHauptaugenmerk auf eine nachhaltiggesicherte Finanzierung der GKV undformuliert die dafür notwendigen Voraussetzungen:Die Innungskrankenkassen fordern,den GKV-Einheitsbeitrag abzuschaffenund die Beitragssatzautonomie wiederherzustellen.Sie bekennen sich zumWettbewerb. Kritisch sehen die Innungskrankenkassendie jetzige Praxisgebühr,die die intendierte Steuerungswirkungnicht entfaltet hat. Die Forderungen derInnungskrankenkassen:• Finanzierungsbasis verbreitern – Verschiebebahnhöfebeenden• Morbi-RSA: Akzeptanz erhalten –Präventionsanreize erhöhen - Manipulationsanfälligkeitsenken• Wettbewerb stärken – Vielfalt erhalten• Effizienzreserven heben – Versorgungoptimieren – Qualität verbessern• Prävention ausbauen – Krankheitenvermeiden – Betriebliche Gesundheitsförderungstärken• Innovationen fördern und als Investitionbegreifen• Pflege stärken – demografische Herausforderungenannehmen – Pflegebedürftigkeitsbegriffumsetzen• Patientenrechte und Patientensouveränitätstärken• Selbstverwaltung stärken – Sozialwahlenaufrechterhalten• Fehlverhalten im Gesundheitswesen:Korruption und Manipulationenstrafrechtlich verfolgen• Systemkonstrukt GKV-PKV: Märktedefinieren – Handlungsrahmen abgrenzen• Europa: Autonomie wahren – Chancennutzen12 dens 10/2012


KZV / DeutschlandHEK verzichtet auf KassengebührHanseatische Krankenkasse entlastet ihre Mitglieder beim ZahnarztbesuchDie Hanseatische Krankenkasse(HEK) schafft im Rahmen ihres Bonusprogrammsfür ihre 400 000 Versichertendie Kassengebühr beim Zahnarztab, und zwar rückwirkend zum1. Januar 2012. Die Meldung schlugAnfang Juli ein wie eine Bombe. Zeitungenund Online-Medien berichteten.Während Ärzte und Zahnärzte bereitsvor Einführung der Kassengebührim Jahr 2004 gegen diese demonstriertenund Politiker nun überlegen, obes ratsam wäre, bei jedem Arzt- undZahnarztbesuch eine Gebühr von z.B. fünf Euro zu erheben, schafft dieHamburger Krankenkasse Fakten undverzichtet nach eigenen Angaben auf2,5 Millionen Euro. Begründet hatder HEK-VerwaltungsratsvorsitzendeHorst Wittrin das folgendermaßen:„Die Praxisgebühr hat keine Steuerungsfunktionund verursacht unnötigeBürokratiekosten.“Das haben vor der HEK bereits andereKrankenkassen erkannt. Auf derWebseite der IKK Nord heißt es: „Bereitsseit 2004 werden Versicherte derIKK Nord im Rahmen des Bonusprogrammsvon der gesamten Praxisgebührbefreit und sparen bis zu 160Euro. Das gilt für den Arzt und Zahnarzt.Die Teilnehmenden können überdieswählen, ob sie einen Zuschuss zurProfessionellen Zahnreinigung odereine Gesundheitsprämie als Zuschussfür einen Wahltarif oder eine privateKrankenversicherung nutzen wollen.“Auch die Techniker Krankenkasse,die DAK, die KKH Allianz, BarmerGEK und die AOK versprechen überihre Bonusprogramme Geld- undSachpreise.Den Vorstoß der HEK sehen dieanderen Krankenkassenpartner eherskeptisch. Akute Mitgliederwerbungund Populismus werfen sie den Hamburgernvor. Denn wäre es der KrankenkasseErnst, so würde der Wegfallder Kassengebühr nicht auf den zahnärztlichenBereich begrenzt werden,lautet der Vorwurf. Die TechnikerKrankenkasse hatte sich bereits einenTag vor der Ankündigung der HEKals erste gesetzliche Krankenkasse imHamburger Abendblatt für eine generelleAbschaffung der Praxisgebührausgesprochen. TK-VorstandschefJens Baas forderte eine politische Entscheidungfür alle Krankenkassen, genausowie Sozialministerin ManuelaSchwesig.Für die Zahnärzte ändert sich durchdie Abschaffung der Kassengebühr beider HEK gar nichts. Während die KasseBürokratiekosten anprangert, rüstetsie dennoch in diesem Bereich weiterauf. In den Zahnarztpraxen fällt nachwie vor die Kassengebühr an und mussvon den Patienten bezahlt werden. Diekönnen sich dann von der HEK unterVorlage einer Kopie des Bonusheftes,der Quittung über die Kassengebührund der Angabe der Bankverbindungunter Beilegung eines frankierten undan das Bonusteam der HEK andressiertenBriefumschlags die Kassengebührzurückzahlen lassen.Zu beachten ist, dass die Krankenkassennach Einführung der Praxisgebührdieses Geld als nicht unerheblichenAnteil der GKV-Einnahmenverbuchen. Wie soll dieser Einnahmenausfallkünftig kompensiert werden?Kerstin AbelnKrankenkassen auch weiterhin im PlusFinanzen der gesetzlichen Krankenversicherung im 1. HalbjahrDie gesetzlichen Krankenkassenhaben nach den vorläufigen Finanzergebnissendes 1. Halbjahres 2012 einenÜberschuss von rund 2,7 MilliardenEuro erzielt. Einnahmen in Höhe vonrund 94,82 Milliarden Euro standenAusgaben in Höhe von rund 92,13Milliarden Euro gegenüber. Die Einnahmender Kassen erhöhten sich imVorjahresvergleich um 3,1 MilliardenEuro, die Ausgaben sind um 2,8 MilliardenEuro gestiegen.Bundesgesundheitsminister DanielBahr schreibt sich den Erfolg auf seineFahnen und mahnt gleichzeitig dieKrankenkassen zur Umverteilung derÜberschüsse: „Das ist das Ergebnisder guten Konjunkturentwicklung undunserer erfolgreichen Arbeit der letztenzwei Jahre. Keine Regierung zuvor hatso spürbar die Arzneiausgaben senkenkönnen. Die Überschüsse sind das Geldder Versicherten und Patienten. Sie sollenprofitieren durch Leistungsverbesserungenund Entlastungen. Krankenkassensind keine Sparkassen.“Die nach wie vor günstige Finanzentwicklungbei den Krankenkassenist vor allem geprägt durch die bislangpositive konjunkturelle Entwicklung,Beschäftigungszuwächse und spürbareAnstiege der Löhne und Renten.Dadurch sind die Beitragseinnahmender gesetzlichen Krankenversicherungdeutlich gestiegen.Spielraum für PrämienzahlungenVon der derzeit positiven Finanzentwicklungprofitieren alle Krankenkassen– auch diejenigen, die bis imvergangenen Jahr noch über unzureichendeBetriebsmittel und Rücklagenverfügten. Zugleich steigt die Zahl derKassen, deren Finanzreserven z. T. erheblichüber die zulässige Obergrenzevon 1,5 Monatsausgaben hinausgehen.Diese Kassen, unter denen sich auchgroße Versicherungsträger befinden,haben ihre Reserven im 2. Quartalnochmals deutlich aufstocken können.Bei den wenigen Krankenkassen, diegegenwärtig Prämienauszahlungen vornehmen,handelt es sich überwiegendum kleinere Kassen mit insgesamt rund700 000 Versicherten. Damit profitierengerade einmal 1 Prozent der über 70Millionen Versicherten in der GKV vonPrämienauszahlungen..Perspektive 2012 und 2013Trotz der konjunkturellen Risikenin der Euro-Zone zeichnet sich bereitsjetzt ab, dass die gesetzliche Krankenversicherungauch Ende 2012 auf einersoliden Finanzgrundlage stehen wird.Konkretere Prognosen zur Finanzentwicklungder GKV im laufenden undim Folgejahr wird Mitte Oktober dergemeinsame Schätzerkreis von BVA,BMG und GKV-Spitzenverband vornehmen.BMG/KZVdens 10/2012 13


deutschlandMehr als 1900 Aussteller in Köln erwartetIDS 2013 nimmt bereits jetzt Fahrt aufErst in gut einem Jahr wird dienächs te IDS vom 12. bis 16. März2013 in Köln ihre Tore öffnen. Dochbereits jetzt nehmen die Vorbereitungenfür die 35. InternationaleDental-Schau bereits deutlich Fahrtauf. Mitte Januar haben die GFDI Gesellschaftzur Förderung der Dental-Industrie mbH, Wirtschaftsunternehmendes Verbandes der DeutschenDental-Industrie e.V. (VDDI), unddie Koelnmesse mit dem Versand derAnmeldeunterlagen für die nächsteAuflage der weltweit größten Messefür Zahnmedizin und Zahntechnikden offiziellen Startschuss für dieVeranstaltung im kommenden Jahrgegeben. Schon zuvor erreichten dieKoelnmesse zahlreiche Anfragennach Standflächen. Nicht nur deshalbrechnen die Veranstalter nachdem Rekordergebnis der IDS 2011mit 1 954 Anbietern aus 58 Ländernund rund 118 000 Fachbesuchern aus149 Ländern auch für 2013 mit einemähnlich großen Interesse der gesamtenDentalwelt.Katharina C. Hamma, Geschäftsführerinder Koelnmesse: „Wieschon in der Vergangenheit werdenwir Aussteller und Fachbesucher mitvielfältigen Dienstleistungen undServiceangeboten für eine erfolgreicheMesseteilnahme unterstützen.“Auch im kommenden Jahr wird diebewährte Regelung beibehalten, dasssich der erste Messetag, also der 12.März 2013, als so genannter „Dealer’sDay“ auf den Dental-Fachhandel unddie Importeure konzentriert, um dieMöglichkeit zu ungestörten Verkaufsverhandlungenan den Ständen derAussteller zu bieten.Wie zuletzt belegt die InternationaleDental-Schau eine Ausstellungsflächevon 145 000 m². Die Organisatorender IDS erwarten mehr als 1900Aussteller.Dabei rechnen Koelnmesse undGFDI erneut nicht nur mit sehr großemInteresse deutscher Anbieter, sondernauch mit einer starken internationalenPräsenz. Schon jetzt liegen viele Anfragenpotentieller Neuaussteller ausdem Ausland vor. Außerdem werdenderzeit wieder zwölf ausländischeGruppenbeteiligungen erwartet.Köln ist immer eine Reise wert, spätestens im kommenden Frühjahr zur IDS.Bestnoten von Ausstellern undBesuchern für die IDS 2011Die unbestrittene Stellung der IDSals Weltleitmesse der Dentalbranchewird auch durch die Ergebnisseeiner unabhängigen Aussteller- undBesucherbefragung zur IDS 2011eindrucksvoll unterstrichen. Der Reportzur IDS 2011 mit umfangreichenZahlen, Daten und Fakten steht im Internetunter www.ids-cologne.de zumDownload bereit. Koelnmesse (gekürzt)Aktionsgemeinschaft: Dentists for Africa e.V.Dentists for Africa lädt alle Interessiertenzur Jahreshauptversammlung amSamstag, dem 3. November nach Tübingenein.Es soll über den Stand unsererHilfsprojekte und die Möglichkeiten direkterHilfe im Rahmen eines Einsatzesin Kenia informiert und folgende Zielstellungenweiter entwickelt werden:• Verbesserung der zahnmedizinischenVersorgung der mittellosen BevölkerungAfrikas in eingerichteten Zahnarztpraxenund der Organisation vonHilfseinsätzen;• Intensivierung der Ausbildung einheimischerZahnmedizinstudenten, OralHealth Officers, Zahntechniker undMedical Engineers;• Ausbau der zahnmedizinischen Aufklärung,Reihenuntersuchungen undanschließende Behandlung von Schulkindern;• Sicherung und Verbesserung des Waisenprojektsund des Witwendorfs St.Monica-Village.Die Jahreshauptversammlung findet amVormittag statt. Weitere Informationenfinden Sie auf unserer Website www.dentists-for-africa.org.Dr. Hans- Joachim Schinkel(1. Vorsitzender)14 dens 10/2012


kzv / deutschlandImmer mehr Zahnärzte in DeutschlandWeniger Niedergelassene, mehr AngestellteDie Zahl der an der vertragszahnärztlichenVersorgung teilnehmendenZahnärzte im gesamten Bundesgebietbetrug im IV. Quartal 2011 53 992.Damit ging die Zahl der Vertragszahnärztegegenüber dem entsprechendenVorjahresquartal um 0,5 Prozent zurück,und zwar im Westen um 0,4 Prozentund im Osten um 0,8 Prozent.Dieser Rückgang stellt allerdingskeine Verschlechterung der vertragszahnärztlichenVersorgung dar, sonderner muss vor dem Hintergrund desInkrafttretens des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes(VÄndG) Anfang2007 gesehen werden. Im Quartalsverlaufab I/2007, insbesondere ab demIII. Quartal 2007, war ein deutlicherAnstieg der Zahl der bei den Vertragszahnärztenangestellten Zahnärzte festzustellen.Ende des IV. Quartals 2010belief sich die Zahl der angestelltenZahnärzte in Deutschland auf 5006,Ende des IV. Quartals 2011 auf 5962.Das ist ein Plus von 19,1 Prozent.Die Gesamtzahl der Vertragszahnärzteund der bei ihnen angestelltenZahnärzte stieg im gleichen Zeitraumvon 59 251 auf 59.954, also um 1,2Prozent. Somit ist der Grad der vertragszahnärztlichenVersorgung trotzRückgangs der Zahl der Vertragszahnärztebei annähernd unveränderterZahl der Versicherten in der GKV sogargestiegen.Die Zahl der nur an der kieferorthopädischenVersorgung teilnehmendenZahnärzte belief sich in IV/2011 auf3012 im gesamten Bundesgebiet undsank damit um 0,2 Prozent gegenüberIV/2010 (West: 0,0 Prozent, Ost: - 1,9Prozent).KZVUnterkiefer-ImplantatEstes individuellesImplantat entwickeltWissenschaftler aus Dresden habennach eigenen Angaben das weltweiterste individuelle Unterkiefer-Implantatentwickelt. Daran seien Ingenieureund Mediziner beteiligt gewesen,teilte die Technische UniversitätDresden am Freitag mit. Bereits imFrühjahr habe ein erster Patient amUniklinikum Dresden erfolgreich mitdem neuen Implantat aus Titan versorgtwerden können.Bislang wurden Knochendefekteim Kieferbereich nach Angaben derUniversität mit konfektionierten Plattenbehandelt. Dies führe in vielenFällen aber bereits nach kurzer Zeitzu Komplikationen, hieß es.ändAnerkennung für ein junges Thema:Geschlechterspezifische Zahnmedizin bei der EUROPERIODiese Einladung hatte PD Dr. Dr.Christiane Gleissner, Mainz, Präsidentinder jungen Deutschen Gesellschaftfür geschlechterspezifischeZahn-, Mund- und Kieferheilkunde(DGGZ), besonders gefreut: Nachdem sehr erfolgreichen Lunch-Symposiumzur Thematik anlässlich desletztjährigen Deutschen Zahnärztetageserging eine Einladung der WissenschaftlichenLeiter der EUROPE-RIO zur Gestaltung einer Session mitKurzvorträgen zu Gender-Aspekten inder Parodontologie. „Es ist ganz ohneZweifel eine hohe Ehrung für dasThema, in diesem anspruchsvollenProgramm anerkannt zu werden“, soDr. Gleissner, „aber auch eine großepersönliche Freude, denn die Universitätin der Tagungsstadt Wien istihrerseits in Europa vorbildlich, wasdie Erforschung geschlechterspezifischerAspekte in der Zahnmedizinbetrifft. Es war auch ein Wiedersehenmit hochgeschätzten Kolleginnen undKollegen, mit denen wir seitens derDGGZ in engem Kontakt stehen.“Ergebnisse eigener Forschungsarbeitenstellten Referentinnen undReferenten aus Finnland, Deutschlandund Österreich vor. Dr. Gleissnererläuterte in ihrem Eröffnungsvortragdie Begriffe „Sex“ und „Gender“ undbetonte, dass diese ursprünglich differenzierendenTermini internationalmittlerweile in dem Begriff „Gender“aufgegangen seien, eine Entwicklung,der man sich anschließe. Es gehe demFach keinesfalls um „Frauengesundheit“,sondern um die Erforschungder Bedeutung des Geschlechts fürdie Mundgesundheit. So wies sie beispielsweiseauf die höhere Parodontitisprävalenzbei Männern hin undfragte: „Ist das männliche Geschlechtan sich ein Risikofaktor – oder nur einRisiko-Marker?“ Frauen wiederumdens 10/2012 15


deutschlandneigten, trotz besserer Mundhygiene,zu mehr Karies und Zahnverlust.Bemerkenswert sei, dass Tierversuchedie Erkenntnisse aus epidemiologischenStudien mit Menschenstützten: „Es heißt oft: Die bei Männernintensivere Parodontitis hängtmit höheren Raucherquoten bei Männernzusammen – aber Tiere rauchennicht.“ Ihr Fazit zum derzeitigen Wissensstand:„Was wir heute wissen,lässt weitere Forschung als dringendgeboten erscheinen !“„Ist das Geschlecht ein eigenerRisikofaktor?“Dr. Vicky Ehlers, Universität Mainz,stellte eine Studie mit Schwangerenvor, die herauszufinden suchte, obspezielle Marker früher als bisher dasRisiko von schweren Hyperplasienidentifizieren könnten. Auch größereTaschentiefen seien bei einem Vergleichvon Schwangeren und einerKontrollgruppe doppelt so oft bei dererstgenannten Gruppe gefunden worden.Ein spezielles Enzym sei bei entzündlichenVeränderungen erhöht undweise auf das erhöhte Risiko einerSchwangerschaftsgingivitis hin. AuchDr. Ehlers sah vertiefende Forschungals notwendig an: „Die bakteriellenUnterschiede zu prüfen, wäre besondersinteressant!“Sehr spannend war der Vortragvon Dr. Rudolf Seemann, UniversitätWien, zu geschlechterspezifischenAspekten bei der Periimplantitis: „Istdas Geschlecht ein eigener Risiko-Faktor?“ An der Wiener Universitäterhielten fast doppelt so viele Frauenwie Männer Implantate – und zeigtenauch das größere Risiko: „Frauen verlierennicht nur mehr Zähne, sondernauch mehr Implantate. Wir müssenprüfen, ob sich das über augmentativeVerfahren reduzieren lässt.“ Zu beachtensei insbesondere das Lebensalterder Patienten – und die geschlechterspezifischoft andere Medikation sowieder jeweilige Allgemeingesundheitszustand.Dr. Oleh Andrukhov, UniversitätWien, untersuchte verschiedene, fürkardiovaskuläre Erkrankungen relevanteEntzündungsmediatoren undden Serumspiegel von Lipoproteinenund NO-Metaboliten bei Männernund Frauen mit Parodontitis. Die Ergebnissezeigen, dass eine Parodontitisüber ein geschlechterspezifischesRisikoprofil bei Männern die Entstehungkardiovaskulärer Erkrankungenerhöht. Diese Erkenntnisse müsstendurch weitergehende Untersuchungenabgestützt werden.Einen anderen Ansatz verfolgteDr. Ines Willershausen, Mainz, diein ihrer Studie mit dem Mundhygieneverhaltenund Rauchgewohnheitentypische Lifestylefaktoren bei Frauenuntersuchte. Sie berichtete von einemerhöhten PA-Risiko bei berufstätigenFrauen im Vergleich zu gleichaltrigenHausfrauen, obwohl das Berufslebeneinen erhöhten Anspruch an gesundeund attraktive Zähne auslöse und dieMundhygiene daher optimiert gewesensei. Da berufstätige Frauen auchhäufiger geraucht hätten, spreche vieldafür, dass Stress bei der Entstehungschwer therapierbarer parodontalerEntzündungen eine wichtige Rollespiele.Aus Finnland kam DDS Kaija Komulainenund ergänzte die Thematikmit dem Blick auf Personen über 75Jahre. Auch in Finnland leiden Männerhäufiger unter Parodontitis. Mithilfevon Interviews zu Lebensführung undLebensumständen sowie klinischenUntersuchungen stellte man fest, dassneben einer eingeschränkten Funktionbei der Verrichtung alltäglicher Dingevor allem das Geschlecht für die höherenParodontalschäden verantwortlichzeichnete.Zu klären seien weitere Unterschiedeim Lebensalltag, darunterauch der Faktor Ernährung, allerdingsseien die Unterschiede bei C-reaktivenProteinen sehr deutlich, was fürbiologische Faktoren spreche.In Meetings im Anschluss an dieSession wurde an die DGGZ herangetragen,die Strukturen der Gesellschaftzu internationalisieren und dieForschung zu vernetzen. Dies ist derzeitin Vorbereitung.Pressekontakt: Birgit Dohlus,dental relations, T: 030 / 3082 4682info@zahndienst.deKZBV sieht Zahnkosten-Optimierer kritischHeil- und Kostenpläne auf Auktionsportalen navigieren PatientenDie Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung(KZBV) warnt vorder Praxis einzelner Anbieter vonZahnzusatzversicherungen, HeilundKostenpläne von Patienten anAuktionsportale im Internet weiterzugeben.Der Vorstandsvorsitzende derKZBV, Dr. Jürgen Fedderwitz, erklärtedazu: „Es ist an sich gut undrichtig, wenn Menschen über Zusatzversicherungenfür ihre Zahngesundheitvorsorgen. Es kann abernicht angehen, wenn UnternehmenPatienten an Auktionsportale fürmedizinische Leistungen navigieren.Das ist eine paradoxe Situation.Die Patienten schließen eineZusatzversicherung ab, weil sieeine hochwertige Versorgung habenwollen. Die Versicherung schicktsie aber Richtung Billigmedizin, umihre Ausgaben zu minimieren.“ Beiden Portalen, so Fedderwitz weiter,würden keine Befundunterlageneingereicht. Die Indikation zur vorgeschlagenenTherapie werde nichtüberprüft. Es gehe nur um den Preis,die medizinische Komponente fehlekomplett.Wenn diese Praxis Schule mache,gebe es einen Qualitätsverfall in derVersorgung.Kritisch bewertete der KZBV-Vorsitzende auch das Akquiseverhaltender Versicherer: „Wir sehen,dass Versicherungsanbieter in Fernsehspotsauch nicht bei ihnen versichertePatienten auffordern, HeilundKostenpläne nebst persönlichenDaten zuzuschicken, um sie anAuktionsportale weiterzureichen.Das geht definitiv zu weit. Was hiervordergründig als Service deklariertwird, ist in Wahrheit ein aggressiverVersuch, an neue Kunden zu kommen– und zwar an solche, die mananhand des frei Haus geliefertenzahnmedizinischen Risikoprofils selektierenkann.“16 dens 10/2012


zahnärztekammerFortbildung im Monat November 20127. November4 PunkteGOZ 2012 – Kons., Chirurgie, PAR,ZESandra Bartke14–17 UhrZahnärztekammerWismarsche Straße 30419055 SchwerinSeminar Nr. 21Seminargebühr: 80 €7. NovemberAktualisierungskurs Kenntnisse imStrahlenschutz (für StomatologischeSchwestern, ZAH, ZFA)Prof. Dr. Uwe Rother,Dr. Christian Lucas15–18 UhrTrihotel am Schweizer WaldTessiner Straße 10318055 RostockSeminar Nr. 41Seminargebühr: 40 €14. November7 PunkteAktueller Stand der Endodontie mitLive-DemonstrationPriv.-Doz. Dr. Dieter Pahncke15–20 UhrKlinik und Polikliniken für ZMK„Hans Moral“Strempelstraße 1318957 RostockSeminar Nr. 22Seminargebühr: 160 €17. November *6 PunkteKomplikationen und Notfälle in derzahnärztlichen PraxisDr. Dr. Jan-Hendrik Lenz,Dr. Anja Mehlhose9–13 UhrKlinik und Polikliniken für ZMK„Hans Moral“Strempelstraße 1318057 RostockSeminar Nr. 19Seminargebühr: 220 €(1 ZA, 1 ZAH/ZFA)17. November9 PunkteStress aktiv begegnen – Burnout adéManfred Just9–16.30 UhrZahnärztekammerWismarsche Straße 30419055 SchwerinSeminar Nr. 25Seminargebühr: 280 €21. November5 PunkteHalitosis Upgrade 2012 für Zahnärzteund ZMF/ZMP/ZFADr. med. dent. Stefan Koch15–18.30 UhrZahnärztekammerWismarsche Straße 30419055 SchwerinSeminar Nr. 26Seminargebühr: 110 €21. November9 PunkteAktualisierungskurs Fachkunde imStrahlenschutzProf. Dr. Uwe Rother,Priv.-Doz. Dr. Peter Machinek14.30–20.30 UhrZentrum für ZMKW.-Rathenau-Straße 42a17475 GreifswaldSeminar Nr. 27Seminargebühr: 90 €21. November *4 PunkteGOZ 2012 – Kons., Chirurgie, PAR,ZESandra Bartke14–17 UhrTrihotel am Schweizer WaldTessiner Straße 10318055 RostockSeminar Nr. 8Seminargebühr: 80 €24. November9 PunkteProfessionelle DentalfotografieErhard J. Scherpf9–18 UhrTrihotel am Schweizer WaldTessiner Straße 10318055 RostockSeminar Nr. 28Seminargebühr: 500 €Seminar 29 und Seminar 30Paketpreis 430 €24. November9 PunkteKlinische Funktionsanalyse – essentiellin der CMD-Diagnostik und relevantvor definitiver Therapie(Demonstrations- und Arbeitskurs)Prof. Dr. Peter Ottl9–18 UhrKlinik und Polikliniken für ZMK„Hans Moral“Strempelstraße 1318057 RostockSeminar Nr. 29Seminargebühr: 340 €28. November7 PunkteOkklusionsschienen zur Präventionund Therapie von kraniomanibulärenDysfunktionen.Theoretische Grundlagen, klinischesund labortechnisches VorgehenProf. Dr. Peter Ottl15–20 UhrKlinik und Polikliniken für ZMK„Hans Moral“Strempelstraße 1318057 RostockSeminar Nr. 30Seminargebühr: 140 €28. NovemberSchmerztherapie im Zahn-, Mund-.Kiefer-Gesichtsbereich zur 5 PunkteDifferenzialdiagnostik des GesichtsschmerzesDoz. Dr. Dr. Volker Thieme14–18 UhrZentrum für ZMKW.-Rathenau-Straße 42a17489 GreifswaldSeminar Nr. 31Seminargebühr: 150 €Das Referat Fortbildung ist unter Telefon:0 385-5 91 08 13 undFax: 0 385-5 91 08 23 zu erreichenBitte beachten Sie: Weitere Seminare,die planmäßig stattfinden, jedochbereits ausgebucht sind, werdenan dieser Stelle nicht mehr aufgeführt(siehe dazu im Internet unter www.zaekmv.de).ZÄKBitte beachten Sie dieTerminänderungenDas Seminar Nr. 8 „GOZ 2012 –Kons., Chirurgie, PAR, ZE“ mitder Referentin Sandra Bartke, geplantam 10. Oktober in Rostock,wird auf den 21. November verlegt.* Das Seminar findet am 21. Novembervon 14–17 Uhr im Trihotelam Schweizer Wald, Tessiner Straße103 in Rostock statt.* Das Seminar Nr. 19 „Komplikationenund Notfälle in der zahnärztlichenPraxis“ mit den ReferentenDr. Dr. Jan-Hendrik Lenz und Dr.Anja Mehlhose, geplant am 3. Novemberin Rostock, wird auf den17. November verlegt.Das Seminar findet am 17. Novembervon 9–13 Uhr in Klinikund Polikliniken für ZMK „HansMoral“ Strempelstraße 13 in Rostockstatt.18 dens 10/2012


kassenzahnärztliche vereinigungService der KZV rund um die NiederlassungNachfolger gesuchtGesucht wird ab Januar 2013 einNachfolger für eine allgemeinzahnärztlichePraxis im PlanungsbereichGreifswald. Der die Praxis abgebendeZahnarzt bleibt zunächst anonym.Interessenten können Näheres beider KZV M-V erfahren (Tel.: 0385-5 49 21 30 bzw. E-Mail: mitgliederwesen@kzvmv.de).Sitzungstermine desZulassungsausschussesDie nächsten Sitzungen des Zulassungsausschussesfür Zahnärzte findenam 28. November (Annahmestopp: 7.November) sowie am 23. Januar 2013(Annahmestopp: 8. Januar) statt.Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen,dass Anträge an den Zulassungsausschussrechtzeitig, d. h. mindestensdrei Wochen vor der Sitzung des Zulassungsausschusses,bei der KZVM-V, Geschäftsstelle des Zulassungsausschussesin 19055 Schwerin, WismarscheStraße 304, einzureichen sind.Für die Bearbeitung und Prüfung dereingereichten Anträge und Unterlagenwird von der Geschäftsstelle des Zulassungsausschussesdieser Zeitraum vorder Sitzung des Zulassungsausschussesbenötigt. Diese Frist dürfte auch imInteresse des Antragstellers sein, dafehlende Unterlagen noch rechtzeitigangefordert und nachgereicht werdenkönnen. Der Zulassungsausschuss beschließtüber Anträge gemäß der §§18, 26-32b der Zulassungsverordnungfür Vertragszahnärzte grundsätzlichnur bei Vollständigkeit der Antragsunterlagen.Anträge mit unvollständigenUnterlagen, nichtgezahlter Antragsgebühroder verspätet eingereich teAnträge werden dem Zulassungsausschussnicht vorgelegt und demnachauch nicht entschieden.Nachstehend aufgeführte Anträge/Mitteilungen erfordern die Beschlussfassungdes Zulassungsausschusses:Zulassung, Teilzulassung, Ermächtigung,Ruhen der Zulassung, Beschäftigungeines angestellten Zahnarztes,Verlegung des Vertragszahnarztsitzes(auch innerhalb des Ortes), Führungeiner Berufsausübungsgemeinschaft(Genehmigung nur zum Quartalsanfang),Verzicht auf die ZulassungEnde der NiederlassungDipl.-Med. Monika Slatnow, niedergelassenals Zahnärztin seit dem 1.April 1991 in 17036 Neubrandenburg,Koszaliner Straße 1, beendete am 30.September ihre vertragszahnärztlicheTätigkeit.Marianne Beck, niedergelassen alsZahnärztin seit dem 1. Februar 1991 in19258 Boizenburg, Eichenweg 25, beendeteam 30. Juni ihre vertragszahnärztlicheTätigkeit.Birka Schmidt, niedergelassen alsZahnärztin seit dem 1. Juli 1998, beendetam 15. Oktober ihre vertragszahnärztlicheTätigkeit am Vertragszahnarztsitzin 18445 Stralsund, GrünhuferBogen 15. Die Praxis wird ab 1. Novembervon Dr. med. dent. AndreaSchwemm weitergeführt.Dipl.-Med. Rosemarie Döppe, niedergelassenals Zahnärztin seit dem1. März 1992 in 18581 Putbus, Bahnhofstraße4, beendete am 30. Septemberihr vertragszahnärztliche Tätigkeit.Die Praxis wird von Anja Treichelweitergeführt.Dipl.-Med. Susanne Fuhlbrügge, niedergelassenals Zahnärztin seit dem 1.April 1991 in 18586 Sellin, Hermannstraße5, beendete am 30. Septemberihre vertragszahnärztliche Tätigkeit.Die Praxis wird von Birka Schmidtweitergeführt.Beschäftigung eines angestelltenZahnarztesDr. med. dent. Andreas Riedel, niedergelassenin 17489 Greifswald, Marienstraße33, beschäftigt seit dem 17.September Dr. med. dent. GabrieleBössenrodt als halbtags angestellteZahnärztin.Dr. med. dent. Stefan Müller, niedergelassenin 23970 Wismar, KlußerDamm 80a, beschäftigt seit dem 13.September Andreas Frost als ganztagsangestellten Zahnarzt.Mario Schreen, niedergelassen in19205 Gadebusch, Mühlenstraße 38,beschäftigt ab dem 15. Oktober Dr.med. dent. Gesine Manuela Mietko alsdreivierteltags angestellte Zahnärztin.Melanie Christine Hanisch als ganztagsangestellte Zahnärztin.Elisabeth Heller, niedergelassen in18057 Rostock, Patriotischer Weg 13,beschäftigt seit dem 1. Oktober KonstanzeSchröder als ganztags angestellteZahnärztin.Dr. med. Marlies Limbach, niedergelassenin 19417 Warin, WismarscheStraße 56, beschäftigt seit dem 1. OktoberGritt Göldenitz als dreivierteltagsangestellte Zahnärztin.Die BerufsausübungsgemeinschaftDr. (UdeC) Viviana Ebbecke undStephanie Kunkel, niedergelassen in19053 Schwerin, Graf-Schack-Allee20, beschäftigt ab 15. Oktober MarionSchmidt als ganztags angestellteZahnärztin.Klaudiusz Orlik beschäftigt seit dem1. Oktober an seinem Vertragszahnarztsitzin Crivitz und am Sitz derZweigpraxis in Pinnow Carsta Steppatals halbtags angestellte Zahnärztin.Die Halbtagsanstellung von CarstaSteppat in der Praxis Dr. med. MarlisLimbach in 19417 Warin, WismarscheStraße 56, endete am 30. September.Die Halbtagsanstellung von SilkeHinzpeter-Rusche in der ZweigpraxisKlaudiusz Orlik in 19065 Pinnow, ZumPetersberg 45, endete am 31. August.Die Anstellung von Korinna Prill inder Praxis Alexandra Kuklinski in18055 Rostock, Graf-Schack-Str. 7,endete am 22. SeptemberRuhen der ZulassungDie Zulassung von Marianna Gradke,zugelassen für den Vertragszahnarztsitz18507 Grimmen, Buddeliner Straße7, ruht für den Zeitraum 1. Juli 2012bis zum 30. Juni 2014.Verlegung des VertragszahnarztsitzesAb 15. Oktober lautet die neue Praxisanschriftvon Sabine Reinhardt Timmermannstrat6 in 18055 Rostock.Ab 1. Oktober 2012 lautet die Praxisanschriftvon Dr. med. Jörg KunkelBurgdamm 8 in 19370 Parchim.Zulassung zum 1. OktoberSebastian Händel, Zahnarzt, Schmiedeweg4a, 18196 DummerstorfAlexandra Kuklinski, niedergelassenin 18055 Rostock, Graf-Schack-Str.7, beschäftigt seit dem 17. SeptemberAb 1. Oktober 2012 lautet die Praxisanschriftvon Frau Annegret NeubertBlaue Wiese 4, 18356 Barth. KZVdens 10/2012 19


kassenzahnärztliche VereinigungAktuelle Fortbildungsangebote der KZVPC-SchulungenReferent: Andreas Holz, KZV M-VWo: KZV M-V, Wismarsche Str. 304,19055 SchwerinPunkte: 3Für jeden Teilnehmer steht ein PC zurVerfügung.Gebühr: 60 Euro für Zahnärzte, 30 Eurofür Vorbereitungsassistenten und Mitarbeiterdes Praxisteams.Einrichtung einer PraxishomepageInhalt: Pflichtinhalte lt. Telemediengesetz;freie Inhalte (Interessantes für Patienten);Praxisphilosophie; Gestaltung(Corporate Design); freie Programme zurErstellung der eigenen Homepage; einfacheHomepage selbst gestaltenWann: 10. Oktober, 16–19 Uhr, Schwerin,14. November, 16–19 UhrTextverarbeitung mit Word 2007Inhalt: Texte eingeben und verändern;Grafiken einfügen aus ClipArt oder Datei;Tabellen einfügen und bearbeiten; Vorlagenerstellen; Funktion SerienbriefWann: 5. Dezember, 16–19 Uhr,SchwerinZahnarztpraxis onlineInhalt: Grundlagen der Netzwerktechnik/Internet; Sicherheitsfragen bzw. -strategien;gängige Internetdienste sowie vonKZV angebotene Dienste vorstellen (speziellOnlineabrechnung und BKV Download);alle notwendigen Schritte für dieOnlineabrechnung; Vorstellung der Inhalteund mögliche Funktionen unter www.kzvmv.de(Online-Formularbestellung, Service-und Abrechnungsportal, Download,Rundbriefe, Dens etc.)AnzeigeWann: 7. November, 15–18 Uhr,SchwerinGebühr: 30 € für Zahnärzte, 0 € für ein-Praxismitglied und jedes weitere 15 €Bei diesem Seminar wird den Teilnehmernkein PC zur Verfügung stehen.Der Zahnarzt in der WirtschaftlichkeitsprüfungReferenten: Dr. Hans-Jürgen Koch, Mitgliedim Koordinationsgremium der KZVM-V, Hans Salow, stellv. Vorsitzender derVertreterversammlung der KZV M-V, AndreaMauritz, Abteilungsleiterin Kons./Chir. KZV M-VInhalt: Gesetzliche und vertraglicheGrundlagen für die Wirtschaftlichkeitsprüfung,Stellung der KZV innerhalb derGKV, Die neue Prüfvereinbarung nach §106 SGB V in M-V, Darstellung der anzuwendendenPrüfarten (Zufälligkeitsprüfung,Einzelfallprüfung auf Antrag),Hilfestellung für Zahnärztinnen undZahnärzte, die von Wirtschaftlichkeitsprüfungsverfahrenbetroffen sind, z. B.Vorbereitung auf eine Wirtschaftlichkeitsprüfungdurch professionelle Dokumentation;Wirtschaftlichkeitsprüfung optimalvorbereiten und erfolgreich abwickeln.Wann: 17. Oktober, 15–19 Uhr, NeubrandenburgGebühr: 150 Euro für Zahnärzte, 75 Eurofür Vorbereitungsassistenten und ein PraxismitgliedKZV M-V, Wismarsche Str. 304, 19055Schwerin; Ansprechpartnerin: Antje Peters,E-Mail: mitgliederwesen@kzvmv.de, Telefon: 0385-54 92 131,Fax: 0385-54 92 498Ich melde mich an zum Seminar:q Einrichtung einer Praxishomepage am 10. Oktober, 16 bis 19 Uhr, Schwerinq Der Zahnarzt in der Wirtschaftlichkeitsprüfung am 17. Oktober, 15 bis 19 Uhr,Neubrandenburgq Zahnarztpraxis online am 7. November, 15 bis 18 Uhr, Schwerinq Einrichtung einer Praxishomepage am 14. November, 16 bis 19 Uhr, Schwerinq Textverarbeitung mit Word 2007 am 5. Dezember, 16 bis 19 Uhr, SchwerinDatum/Seminar Name, Vorname Abr.-Nr. ZA/Zahnarzthelferin/Vorb.-AssistetUnterschrift, DatumStempel#20 dens 10/2012


kassenzahnärztliche vereinigungUnternehmensberatung: Zuschuss vom StaatGrundlage: Förderprogramm des BundeswirtschaftsministeriumsEine Zahnarztpraxis zu führen, beinhaltetlängst nicht mehr nur die reinzahnmedizinische Tätigkeit. „Nebenbei”ist jede Praxis auch ein Unternehmen.Und als Unternehmer müssenÄrzte und Zahnärzte neben ihremFachgebiet mit vielen Themen – zumBeispiel Organisation, Verwaltung,Mitarbeiterführung – vertraut sein.Eine Unternehmensberatung kannda in manchen Fällen hilfreich sein.Die dafür entstandenen Kosten bezuschusstunter bestimmten Voraussetzungender Staat.Grundlage ist ein Förderprogramm,das das Bundesamt für Wirtschaftund Ausfuhrkontrolle im Auftrag desBundeswirtschaftsministeriums betreut.Seit dem Jahr 2005 wird dasFörderprogramm nicht nur aus demBundeshaushalt, sondern auch ausMitteln des Europäischen Sozialfondsder EU finanziert. Ziel ist es,durch Unternehmensberatung dieLeistungs- und Wettbewerbsfähigkeitkleiner und mittlerer Betriebe sowiefreier Berufe zu steigern und die Anpassungan veränderte wirtschaftlicheRahmenbedingungen zu erleichtern.Am 1. Januar 2012 sind dafür neueExtrem sauber?Da hatte wohl jemand ein extremesReinlichkeitsbedürfnis?Nur die Süßigkeiten passennicht so richtig ins Bild.Richtlinien in Kraft getreten, die eineLaufzeit bis zum 31. Dezember 2014haben.Gefördert werden:• Allgemeine Beratungen (zum Beispielzu allen wirtschaftlichen,finanziellen, personellen und organisatorischenFragen der Unternehmensführung)• Spezielle und besondere Beratungen(für die Zahnarztpraxis interessantkönnten hier beispielsweise Kooperationsberatungen,Beratungenzur Vorbereitung der Praxisübergabeoder die spezielle Beratung vonÄrztinnen sein)Höhe der ZuwendungBemessungsgrundlage des Zuschussessind die entstandenen Beratungskosten.Dazu können neben demHonorar auch die Auslagen und Reisekostendes Beraters, nicht aber dieUmsatzsteuer gehören.Der Zuschuss beträgt pro Beratungfür Antragsteller aus den alten Bundesländerneinschließlich Berlin 50Prozent, in den neuen Bundesländernund im Regierungsbezirk Lüneburg75 Prozent der Beratungskosten, maximaljedoch 1500 Euro.Für jede einzelne Beratungskategorie(allgemeine, spezielle und besondereBeratung) können Zuschüsse biszu einem Höchstbetrag von 3000 Euroausgezahlt werden. Eine Praxis kannalso mehrere Beratungen gefördertbekommen. Voraussetzung hierfür ist,dass die einzelnen Beratungen in sichabgeschlossen sind und sich die Thematikeneindeutig voneinander unterscheiden.Die nachfolgende Beratungdarf mit der vorherigen inhaltlichnicht in Zusammenhang stehen oderdie Schlussfolgerungen aus der erstenBeratung zum Gegenstand haben.Voraussetzungen für eineFörderung• Die Praxis muss seit mindestenseinem Jahr bestehen.• Die Mitarbeiter- und Umsatzgrenzedürfte kaum eine deutsche ArztoderZahnarztpraxis treffen: DiePraxis (und ein eventuell mit ihrverbundenes Unternehmen) darfinsgesamt höchstens 250 Mitarbeiterbeschäftigen und muss unter derUmsatzgrenze von 50 MillionenEuro liegen. Problematisch könntees allenfalls werden, wenn an einerPraxis oder einem MVZ ein Krankenhausbeteiligt ist.• Die Beratung muss zwischen dem1. Januar 2012 und dem 31. Dezember2014 begonnen und bis zum 30.Juni 2015 beendet werden.• Die Antragstellung muss in einemOnline-Verfahren innerhalb vondrei Monaten nach Abschluss derBeratung erfolgen.Auf die Gewährung der Zuwendungenbesteht kein Rechtsanspruch.Die Bewillungsbehörde entscheidet„aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessensunter dem Vorbehalt der Verfügbarkeitder veranschlagten Haushaltsmittel.“Weitere Informationen zum Förderprogrammsind unter der Adressewww.beratungsfoerderung.info erhältlich.Unter dieser Adresse erfolgtauch die Antragstellung.Kirsten BehrendtMit freundlicher Genehmigung ausZahnärzteblatt Schleswig-Holstein7/8 2012AnzeigeQuelle: Schweriner Volkszeitungvom 20. Augustdens 10/2012 21


Kassenzahnärztliche VereinigungBegutachtungsverfahren PrimärkassenbereichVerfahren ZE PAR KFO ImplantologieRechtsgrundlage§ 2 Abs. 3 BMV-Z Anlage 12zum BMV-Z (Vereinbarungüber das Gutachterverfahren)§ 2 Abs. 3 BMV-ZAnlage 9 zum BMV-Z§ 2 Abs. 3 BMV-ZAnlage 6 zum BMV-Z§ 28 Abs. 2 S. 9SGB VAnlage 14 zumBMV-ZGutachtendurch Gutachter der KZV M-V:Planungsgutachten (§ 3der Anlage 12 zum BMV-Z)Mängelgutachten (§ 4 derAnlage 12 zum BMV-Z)seit 01.01.2007: auch bei andersartigenVersorgungen o.Mischfällen in begründetenFällen binnen 36 Monaten nachdefinitver Eingliederungdurch Gutachter derKZV M-V (§ 3 derAnlage 9 zumBMV-Z)durch Gutachter derKZV M-V (§ 3 derAnlage 6 zumBMV-Z)durch Gutachterder KZV M-V (AbschnittA der Anlage14 zum BMV-Z)Kostenträger: grundsätzlich KK grundsätzlich KK grundsätzlich KK,Ausn.: Zahnarzt,wenn er Gutachtenbeantragt u. GA Auffassungdes Zahnarztesnicht folgtgrundsätzlich KKObergutachten durch Prothetik-Einigungsausschuss(PEA)(§ 5 der Anlage 12 zumBMV-Z)durch ObergutachterKZBV(§ 4 der Anlage 9 zumBMV-Z)durch ObergutachterKZBV(§ 4 der Anlage 6 zumBMV-Z)durch ObergutachterKZBV (Abschnitt Bder Anlage 14 zumBMV-Z)Einspruch durch:Wo:Form(einzureichendeUnterlagen):ZA oder KKbeim PEA bei derKZV M-Vschriftl. Begründung des Einspruchs;Kopie Gutachten u.HKP; Kopie der Karteikarte,Rö-Aufnahmen, Modelle(soweit vorhanden)ZA oder KKbei KZBV (Universitätsstr. 73, 50931 Köln, Tel. 0221-4 00 10)schriftl. Begründung des Einspruchs; u. a. mitKopie Gutachten u. BehandlungsplanEinspruchsfrist: keine 2 Monate nach Zugangdes ErstgutachtenskeineKostenträger: bei Planungsgutachten:grundsätzlich KKbei Mängelgutachten: Entscheidungdurch PEA/Prothetik-Widerspruchsausschuss(PWA)grundsätzlich KK;ZA, wenn Einspruch erfolglosgrundsätzlichAntragstellerGeltendmachungMängelansprüchebeim PEA innerhalb von24 Monaten nach definitverEingliederung; zunächst Einigungsverhandlung,beimScheitern Beschlussfassung,dagegen Widerspruch zumPWA möglich; Hemmungder Frist durch Anrufungdes GA22 dens 10/2012


Kassenzahnärztliche VereinigungBegutachtungsverfahren ErsatzkassenbereichVerfahren ZE PAR KFO ImplantologieRechtsgrundlage§§ 22 und 25 EKV-Z(Vereinbarung über das Gutachterverfahren)§§ 22 und 24 EKV-Z §§ 22 und 23 EKV-Z § 28 Abs. 2 S. 9SGB V§ 26 EKV-ZAnlage 5 zum EKV-ZGutachtendurch Gutachter der KZV M-V:Planungsgutachten (§ 3der Anlage 12 zum BMV-Z)Mängelgutachten (§ 4 derAnlage 12 zum BMV-Z)seit 01.01.2007: auch bei andersartigenVersorgungen o.Mischfällen in begründetenFällen binnen 36 Monatennach definitver Eingliederungdurch Gutachter derKZV M-V(§ 24 EKV-Z)durch Gutachterder KZV M-V(§ 23 EKV-Z)durch Gutachter KZBV(Abschnitt A der Anlage5 zum EKV-Z)Kostenträger: grundsätzlich KK KK KK grundsätzlich KKdurch ObergutachterKZBV(§ 24 Abs. 4 EKV-Z)Obergutachten durch Obergutachter derKZV M-V(§ 6 der Gutachtervereinbarung)durch ObergutachterKZBV(§ 23 Abs. 4 EKV-Z)durch ObergutachterKZBV(Abschnitt B derAnlage 5zum EKV-Z)Einspruch durch:Wo:ZA oder KKbei KZV M-VZA oder KKbei KZBV (Universitätsstr. 73, 50931 Köln, Tel. 0221-4 00 10)Form(einzureichendeUnterlagen):schriftl. Begründung desEinspruchs mit Kopie desGutachtens u. HKPschriftl. Begründung des Einspruchs, u.a. mit KopienGutachten u. BehandlungsplanEinspruchsfrist:1 Monat nach Zugang desErstgutachtens1 Monat nach Zugangdes ErstgutachtenskeineKostenträger: bei Planungsgutachten:grundsätzlich KK, Ausn.:ZA, wenn nach den Umständengerechtfertigtbei Mängelgutachten:grundsätzlich KK, Ausn.:ZA, wenn er Mängel zuvertreten hatgrundsätzlich KK;ZA, wenn Einspruch erfolglosgrundsätzlichAntragstellerGeltendmachungMängelansprüche§ 21 Abs. 2 EKV-Z: Ansprücheder KK bei ZE-Mängelverfahrenbei der KZV M-Vinnerhalb von 24 Monatennach definitver Eingliederung§ 21 Abs. 2 EKV-Z:Ansprüche der KKbei der KZV M-Vnach Abschluss derKFO-BehandlungBei Rückfragen zu den Begutachtungsverfahren stehen die Mitarbeiterinnen des Gutachterwesens unter den Rufnummern0385-54 92-203 oder -171 zur Verfügung.dens 10/2012 23


wissenschaftTherapieansatz zur Lösung der Problematikdes Knochenabbaus bei einer ParodontitisVon Dr. Ronald Möbius, MSc Parodontologie, BrüelEinleitung undProblemdarstellungSeit Jahren sind das Biofilmmanagement,die professionelle Zahnreinigungund die ständigen Bemühungen zur Motivationeiner effektiveren häuslichenMundpflege im stetigen Aufwärtstrend.Getragen von der Aus- und Weiterbildung,der Fachpresse, der Forschung,der Entwicklung und der Industrie habenwir ständig bessere Grundlagen,Möglichkeiten und technische Voraussetzungen,in der Zahnreinigung undim Biofilmmanagement wirksam zuwerden. Die Motivation und Aufklärungder Patienten hat heute einen niegekannten Höchststand erreicht. Dassdieser Trend Früchte trägt, zeigt dieaktuelle Statistik der Bundeszahnärztekammerin Bezug auf Kariesrückgang.Die Bereitschaft der Patienten, mehrGeld für Mundpflegeartikel und professionelleZahnreinigung auszugeben,steigt kontinuierlich Jahr für Jahr. ImKariesrückgang konnten beachtlicheErfolge erreicht werden.Oberhalb des 30. Lebensjahres sindParodontalerkrankungen die Hauptursachefür den Zahnverlust. Was habenwir hier in den Jahren erreichen können?Der Vergleich der großen StudienDMS III (1997) und DMS IV (2005)zeigt in Abbildung 1 eine Zunahme desAttachmentverlustes von 3,4 zu 4,1 mmund in Abbildung 2 eine Zunahme desPapillenblutungsindex von 0,9 zu 2,1und eine Verschlechterung des CPI von2,2 zu 2,8.In den großen IDZ Studien Reich(1993), Glockmann und Köhler (1998),und Glockmann (2007) wurden die Ursachenfür Zahverlust analysiert, Abbildung3. Auch der Vergleich dieserStudien zeigt einen deutlichen Trendzur Zahnerhaltung, außer bei den Parodontalerkrankungen.Seit 1993 haben wir eine ständigeZunahme des Zahnverlustes aus parodontologischerUrsache. Die Autorender DMS Studie Michaelis und Schiffnerkamen 2006 in Auswertung dieserStudien zu den Schlussfolgerungen:• es besteht eine sehr junge Prävalenzvöllig entzündungsfreier Gebisse• drei Viertel aller Probanden habeneine höhere Parodontitisprävalenz• Die Maßnahmen der Parodontitisprophylaxegreifen nicht• Der Schweregrad der parodontalenDestruktion nimmt zuDer neue TherapieansatzDurch die großen Verbesserungenim Mundpflegeverhalten der Patienten,durch ihre veränderten Ess- und Trinkgewohnheitenund ganz entscheidenddurch unsere sehr viel effektiverenzahnärztlichen Behandlungsmöglichkeitenin der Parodontologie könnenwir heute wesentlich effektiver dieVirulenz der parodontalpathogenenKeime reduzieren.Aber Bakterien machen keinen Knochenabbau.Knochenabbau entstehtdurch körpereigene Prozesse. Durch dieverringerte Virulenz der Keime verringertsich das parodontale Entzündungsgeschehen.Ob sich der parodontaleKnochenabbau, das Boneremodellingvon alleine wieder normalisiert, bleibtfraglich. Bei einem parodontalen Risikopatientenist das Boneremodelling zuUngunsten des Knochenaufbaues verschoben,es nutzt folglich wenig, nur dieVirulenz der Keime zu reduzieren. Beidiesen Patienten muss zur lebenslangenZahnerhaltung direkt eine Therapie desBoneremodelling erfolgen.In Abbildung 4 ist das Problem schematischdargestellt. Plaque, pathogeneMikroorganismen, Biofilm führen zueiner entzündlichen Wirtsantwort unddiese wiederum hat Einfluss auf dieMikroorganismen und den gesamtenBiofilm. Alle uns bekannten parodontalenTherapievarianten einschließlichverbesserter Mundhygiene, professionellesBiofilmmanagement, Antiseptika,Antibiotika, Laser, Ozon, und photodynamischeTherapien greifen andieser Stelle in den Prozess ein. Abermit den bisher bekannten Therapievariantenhaben wir keinen Einfluss aufgenetische und nicht genetische Faktoren.Für einen parodontalen Risikopatienten,der seine individuelle Ursacheim Ungleichgewicht seines Boneremodellingin einem genetischen oder nichtgenetischen Faktor hat, ist selbst mitvöllig entzündungsfreier Situation dasBoneremodelling nicht wesentlich zubeeinflussen.Wie die Abbildung 4 zeigt, ist beieinem PA Risikopatienten, selbst inentzündungsfreier Situation, weitererparodontaler Knochenabbau durch diebekannten Therapiemaßnahmen nichtzu verhindern.Abbildung 1TherapieDie komplette Entfernung des Biofilmsist nicht möglich und nicht sinnvoll,der Biofilm ist nur zu managen(Bachmann 2005). Nimmt die Bakterienfloraeinen parodontalpathogenenCharakter an, kommt es zu Entzündungenund zu spezifischen Immunreaktionen(Heidemann et. al. 2005).Bakterien sind der Auslöser, nicht dieUrsache der Parodontitis. Die parodontaleDestruktion erfolgt durch die24 dens 10/2012


wissenschaftAbbildung 2Abbildung 3Wirtsantwort auf die Mikroorganismenund ihre Bestandteile. Unser Wissenauf diesem Gebiet ist enorm gestiegen.Aber der effektive Nutzen für unsereparodontal erkrankten Patienten entsprichtimmer noch nicht unseren Erwartungenin der täglichen Arbeit. Esist schwierig, in der gesamten Gruppeder parodontalen Risikopatienten, ohnedrastisch einschneidende Maßnahmen,sichere vorausschauende Zahnerhaltungzu betreiben. Die gesamte Forschungund Wissenschaft dreht sich umeine „gesunde Mundflora“. Wie gesundmuss die Mundflora bei dem einzelnenPatienten sein, um keine parodontaldestruktiveWirtsreaktion auszulösen?Und selbst wenn diagnostische Markerzur Reduzierung bestimmter parodontalpathogenerKeime raten, ist die therapeutischeKonsequenz PZR, Taschenreinigung,verbesserte Mundpflege,Antiseptika, Antibiotika. Dieses führtzu einer Veränderung der Mundflorazusammensetzung.Die Qualität undQuantität der Bakterien in der Mundflorawird sich ändern, aber Bakterien werdenbleiben. Die Forschung und Wissenschaftbemüht sich, über die qualitativeund quantitativ veränderte Mundfloraweniger Wirtsreaktionen auszulösen.Indirekt durch verminderte parodontalimmunologische Reaktionen wird derDestruktionsprozess verlangsamt. Aberin der parodontalen Risikogruppe wirdes dennoch zum Zahnverlust kommen.Die immunologischen Abläufe, die zumKnochenabbau führen, sind genetischdeterminiert, aber beeinflussbar. Das erklärt,warum wir Patienten mit parodontalpathogenenKeimen ohne wesentlicheParodontitiszeichen kennen, und warumPatienten, trotz effektiver Zahnpflegeund professioneller Unterstützung, mitweiterem Knochenabbau, Zahnlockerungund Zahnverlust rechnen müssen.Wie in Abbildung 5 zu sehen, ist dasHerausfiltern der entsprechenden Risikopatientenvon entscheidender Bedeutung.Patienten ohne parodontales Risikosprechen sehr gut auf die bekanntenTherapiemöglichkeiten an. Da wir inder Regel keine Restitutio ad integrum,sondern lediglich eine Defektheilungerreichen und da sehr oft selbst nacherfolgreicher Motivation der Patient insein altes Verhaltensmuster zurückgeht,ist ein individuelles Recall genausowichtig, wie die eigentliche Therapie. Jenachdem, wie weit die Vorschädigungbereits erfolgt ist, ist nach der Therapiedie Eingliederung in ein halb- odervierteljährliches Recall erforderlich. Beikonsequenter Durchführung ist die Prognosehier sehr gut.Bei parodontalen Risikopatientenhingegen bleibt ohne direkte Therapiedes Boneremodelling für die Zähnedie Prognose infaust. Bei diesen Patientenreichen die bislang praktiziertenparodontalen Therapien nicht aus, umeine lebenslange Zahnerhaltung zu erreichen,weil alle bislang praktiziertenTherapievarianten über eine Verringerungder Virulenz der Keime, über eineEntzündungsreduktion das erkrankteParodontium therapieren. Beim parodontalenRisikopatienten ist aber dieimmunentzündliche Wirtsantwort nichtdie einzige Ursache für die Verschiebungim Boneremodelling. Selbst wennder Patient parodontal entzündungsfreiist, wird sich das Boneremodelling nichtvon alleine normalisieren.Für den parodontalen Risikopatientenist das Biofilmmanagement inklusiveTherapie der Entzündungen der ersteTeil der Behandlung. Nachfolgend istunbedingt die Therapie des Boneremodellingerforderlich.Direkte Therapie desBoneremodellingGute Mundhygiene und selbst professionelleZahnpflege können die Folgenund Schwächen der natürlichen Abwehrmechanismennur in begrenztemMaße ausgleichen. Dafür benötigen wirdens 10/2012 25


wissenschafteinen direkten therapeutischen Eingriffin das parodontale Boneremodelling.Während direkte MMP-Inhibitoren undProbiotics zurzeit erforscht werden, stehtuns lokales Doxycyclin zur Anwendungzur Verfügung. Alle anderen bekanntenMaßnahmen, wie Mundhygiene PZR,Laser, Ozon, Photodynamische Therapie,Antiseptika und Antibiotika habennur einen indirekten Einfluss auf denparodontalen Knochenabbau. Über eineverringerte Wirtsreaktion erhofft mansich bei dieser Therapie indirekt, durchVerbesserung der klinischen Situation,eine Normalisierung des Boneremodelling.Tetraxycline hemmen reversibelden parodontalen Knochenabbau undgreifen so direkt in den Knochenumbauprozessein, wobei das Doxycyclin daswirksamste Tetracyclin ist. Bei allenanderen Tetracyclinen steht die antibiotischeWirkung im Vordergrund.Doxycyclin hat eine bis zu 70-prozentigekollagenolytische Aktivität und istso für die direkte Therapie des aus demGleichgewicht geratenen Boneremodellingprozessesbesonders geeignet.Doxycyclin ist ein Mitglied derTetracyclingruppe und hat pharmakokinetischeine Plasmahalbwertzeitvon 18 bis 22 Stunden, und somit dielängste Halbwertzeit der Tetracycline.Doxycyclin wirkt bakteriostatisch, vermehrungshemmend.Die Wirkung istreversibel und in die Immunabwehr eingreifend.Der Wirkmechanismus erfolgtmit direktem Eingriff in die Proteinsynthese,durch Hemmung der t – RNA –Bindung. Es erfolgt eine Bindung ander 30S – Untereinheit. Dieses führt zurreversiblen Blockade der Akzeptorstelle(Naber 2004). Aufgrund der hohen Lipophiliepenetriert Doxycyclin in dasparodontale Gewebe sehr gut und wirdaußerdem aktiv von Wirtszellen aufgenommen.Deshalb wirkt es auch aufim Intrazellularraum von Wirtszellenbefindliche Bakterien wie A. actinomycetemcomitansund P. gingivalis (Wachter2005). Doxycyclin hat eine sehrhohe Affinität zum Bindegewebe. Vorallem in der lokalen Anwendung stelltes das Mittel der Wahl dar (Puschmann2003). Doxycyclin hat für uns in derParodontologie zwei unterschiedlicheWirkungsrichtungen, zum einen ist Doxycyclinein Breitbandantibiotikum mitdem von uns benötigten Wirkungsspektrum,zum anderen hat Doxycyclin dieFähigkeit die Kollagenaseaktivität zuhemmen (Golub et al. 1985a, Weineret al. 1979). In-vitro – wie auch bei Invivo-Versuchen– konnte diese spezifischedirekte Hemmung der Kollagenaseaktivitätdurch Tetracycline bewiesenAbbildung 4werden (Sorsa et al. 1995, Weiner et al.1979). Diese Eigenschaft haben nur dieTetracycline und keine anderen Antibiotika.Golub et al. (1985b) wiesen daraufhin, diese Eigenschaft der Tetracyclineunbedingt in der Therapie von Parodontalerkrankungenzu nutzen. Tetracyclinereduzieren in-vivo wie auch in-vitrodie Aktivität der kollagenolytischenEnzyme um mehr als 70 Prozent, unabhängigvon der antimikrobiellen Effektivitätder Antibiotika (Golub et al.1985b). Dieser Effekt ist besonders beiDoxycyclinapplikationen ausgeprägt.Ratka-Krüger et al. (2005) zeigten ineiner Multicenterstudie, dass drei Monatenach einer 15 Prozent Doxycyclintherapieimmer noch ein deutlicherUnterschied zur Placebogruppe besteht.Kim et al. (2004) konnten in einem klinischenVergleich von zwei Doxycyclin– Gels feststellen, dass selbst nachKonzentrationsabfall von anfänglichen1400 auf 200 µg/ml der antibiotischeEffekt vorhanden ist. Doxycyclin hat inder Parodontaltherapie Vorteile in derAnwendung. Es handelt sich um einTetracyclinderivat mit einer besonderenAffinität zur Gingivalflüssigkeit underreicht hier eine sehr hohe Konzentration(Gordon et al. 1981, Pallenstein-Heldermann 1984). Doxycyclin ist einBreitbandantibiotikum. Im Gegensatzzu anderen parodontal eingesetzten Antibiotika,wie z. B. Metronidazol miteinem sehr engen Wirkungsspektrum(Köhler et al. 2001). Kommt es zu einerParodontitis, dann proliferieren diegramnegativen Keime (Newmann & Socransky1977). Die von den gramneagativenKeimen stammenden Endotoxinestimulieren die Kollagenaseaktivität derFibroblasten und der Makrophagen, indemsie Proteasen erzeugen, die latenteFormen von Säugetierkollagenasen aktivieren.Da mit einer Verringerung dergramnegativen Keime an der gesamtenMikroflora auch eine Abnahme derEndotoxinkonzentration verbunden ist,kann die antimikrobielle Wirksamkeitder Tetracycline als ein Mechanismusbei der Hemmung der Kollagenaseaktivitätangesehen werden (Sorsa etal.1992, Sorsa et al. 1995). Das Grosder Kollagenaseaktivität in der Gingivalflüssigkeitentspringt endogen ausdem erkrankten Gewebe, in den periodontalenTaschen und nur in sehr geringemUmfang exogen aus subgingivalenMikroorganismen (Golub et al. 1985b,Puschmann 2003). Im Tierexperimentkonnten Golub et al. (1983) zeigen, dassdie kollagenolytische Aktivität auch unabhängigvon der Endotoxinkonzentrationin der Sulkusflüssigkeit durch Tetracyclinbehandlungreduziert wird. Ineinem Versuch mit Ratten, in denen dieKollagenolyse durch einen künstlichinduzierten Diabetes mellitus ausgelöstwurde, konnte unter keimfreien Bedingungendie Aktivität der Kollagenaseum zwei Drittel gesenkt werden. Ebenfallsim Tierexperiment konnten Golubet al. (1985a) zeigen, dass Tetracyclinedie Kollagenase-Aktivität der polymorphonuklearenLeukozyten inhibiert. Dieantikollagenolytische Wirksamkeit derTetracycline wird auf die Chelat–Wirkungdieser Antibiotika zurückgeführt.Kollagenase, wie auch andere kollagenolytischemetall-neutrale Proteasen,sind kationabhängige Enzyme. Kalziumund Zink sind für die aktive Konformationund die hydrolytische Aktivität26 dens 10/2012


wissenschaftAbbildung 5notwendig (McCartney & Tschesche1981). Die Möglichkeit der Tetracycline,diese Metallionen reversibel zubinden, scheint die antikollagenolytischeWirkung zu erklären. Tatsächlichhebt ein Überschuss an Kalzium–Ionenden Antikollagenase-Effekt der Tetracyclinevollständig wieder auf (Golubet al. 1985a, Golub et al. 1983, Golubet al. 1985b). Dieser Antikolagenase-Effekt der Tetracycline hat unterschiedlichenicht antimikrobielle Wirkmechanismen(Golub et.al. 1998). Tetracyclinehemmen die Kollagenasen. Durch eineeinmalige Doxycyclinapplikation erhöhtsich auch die Anzahl der Osteoblasten.Bei einer längeren Applikationvon Doxycyclin ändert sich der Aktivierungsstandder Osteoblasten (Gomes& Fernandes 2006). Zetner & Stoian(2005) zeigten in ihren Tierversucheneine beschleunigte Regeneration desKieferknochens durch eine einmaligeDoxycyclinapplikation in die Knochentaschen.Eickholz et al. (2002) führtenklinische Studien mit einem 15% Doxycyclin-Geldurch und kamen zu dem Resultat,dass mit diesem Doxycyclin-Gelauch tiefe Taschen erfolgreich behandeltwerden können und die Indikationfür die chirurgische Parodontaltherapiein Richtung tiefer Taschen verschobenwerden kann. Der positive Begleiteffektder parallelen Tetracyclintherapie, dersich mit einem Stopp des weiteren Fortschreitensder Taschentiefen und desAlveolarknochens äußert, konnte vonzahlreichen Autoren bestätigt werden.Genco et al. (1978), Lindhe et al. (1983)und Slots & Rosling (1983) kommen mitder Tetracyclinparalletherapie zu demResultat der Verringerung der Taschentiefen.Pallenstein – Heldermann (1984)kam durch seine klinische Studie zu derSchlussfolgerung, dass eine chirurgischeMethode zur Ausrottung der Bakterien,die bereits die Bindegewebsschrankeüberschritten haben, denselben Effektbringt, wie eine konventionelle Behandlungmit Tetracyclin-Paralleltherapie.NachsorgeEin parodonaler Risikopatient wirdimmer erhöht anfällig bleiben und mussnach der Therapie in ein für ihn individuellesRecallsystem integriert werden.Eine einmal durchgeführte Therapiemit Tetracyclinen reduziert die kollagenolytischeAktivität bis zu fünf Wochennach dem Abschluss der Tetracyclintherapie.Bei Doxycyclin hält dieserEffekt bis zu zwei Monate an. Bis zurvollständigen Aktivitätsanpassung derKollagenasen vergeht bis zu einem Jahr(Golub et al. 1985b, Caton et. al. 2001).In unseren Studien mit 1488 Patientenüber fünf Jahre, veröffentlicht im DentalBarometer 3/2010, konnten wir zeigen,dass eine regelmäßige lokale Applikationvon Doxycyclin nach erfolgtem Biofilmmanagementin alle Taschen tieferals drei mm ausreichend ist, um auch beiparodontalen Risikopatienten Zahnverlustund Knochenabbau zu verhindern.Der maximal mögliche Recall-Abstandfür den parodontalen Risikopatientensollte drei Monate nicht übersteigen.ZusammenfassungBakterien machen keinen parodontalenKnochenabbau. Dieser entsteht durchkörpereigene Prozesse. Ein parodontalerRisikopatient hat ein zu Ungunstendes Knochenaufbaues verschobenesGleichgewicht im Boneremodelling. InFolge dieses Ungleichgewichts kommtes ständig zu vermehrtem parodontalenKnochenabbau. Die Ursache liegt nichtnur in Biofilm, Mikroorganismen undWirtsreaktion, sondern ist auch genetisch,nicht genetisch bedingt. Für denparodontalen Risikopatienten ist eineauf Biofilmmanagement ausgerichteteTherapie unzureichend. Diese Patientenbenötigen zusätzlich eine direkte Therapiedes Boneremodelling mit lokalemDoxycyclin.Doxycyclin hat eine reversible knochenabbauhemmendeWirkung, und beiwiederholter Gabe eine Knochenaufbaufördernde Wirkung. Bedingt durch diereversible Hemmung der Osteoklastenfunktion,werden die destruktiven Knochenabbauprozesseunterbrochen unddie Parodontose schreitet nicht weiterfort. Diese Eigenschaft besteht losgelöstvon der antimikrobiellen Wirksamkeit.Von allen Antibiotika dominierendie Tetracycline mit 66 Prozent Resistenzentwicklung.Dadurch wird dieantibiotische Wirksamkeit sehr eingeschränkt.Die kollagenolytische Aktivitätist eine rein chemische Reaktionund völlig losgelöst von dieser Resistenzentwicklung.Aufgrund dieser hohen Resistenzentwicklungzählen heute Tetracyclineals Antibiotika der zweiten Wahl. ImFazit heißt dies für unsere Parodontaltherapie,sich nicht zu sehr auf die antibiotischeWirksamkeit von Doxycyclinzu verlassen. Wir kennen in der Parodontologiesehr gute klinisch erprobteTherapien zur Entzündungsreduktion.Dazu gehören alle Maßnahmen des Biofilmmanagementsund der verbessertenhäuslichen Mundhygiene, Antiseptika,Laser, Ozon, photodynamische Therapien.Alle diese Maßnahmen reduzierendie gingivalen und parodontalen Entzündungen,haben aber keinen direktenEinfluss auf das Boneremodelling. Dafürbenötigen wir zusätzlich das lokaleDoxycyclin nach dem Biofilmmanagement.In unseren Studien konnten wir sehen,dass auch für den parodontalen RisikopatientenZahnverlust und parodontalerKnochenabbau zu verhindern ist, wennder Patient in ein individuelles Recallmit Biofilmmanagement, Entzündungsreduktionund direkter Therapie des Boneremodellingintegriert wurde.Weitere Informationen rund um dasDoxycyclin, einschließlich Therapieund Bezug einer lokalen Doxycyclinsalbe,können beim Autor erfragt werden.E-Mail: info@moebius-dental.de, Fax:038483-31539)Literatur beim Verfasserdens 10/2012 27


wissenschaftProfessionelle Zahnreinigung sehr gefragtJameda ist ein Bewertungsportalim Internet, auf dem Versicherte ihreMeinungen zum Arzt-, Zahnarztbesuchaber auch zu ihrer Krankenkasseabgeben können. Im Dschungel derNavigatoren und Suchfunktionen gehörtjameda dabei zu den Angeboten,die Seriösität vermissen lassen. Dievom Ärztlichen Zentrum für Qualitätin der Medizin (ÄZQ) erarbeitetenQualitätskriterien für Arztbewertungsportalefinden so gut wie keineBeachtung. Neben Freitextfeldern fürSchmähkritik kommt bei jameda jedeBewertung zur Veröffentlichung. Sokann es passieren, dass eine Bewertungden Zahnarzt direkt ins schlechteLicht rückt oder an eine Spitzenpositionkatapultiert. Von Objektivitätkeine Spur. Zudem ist es ein kommerziellesPortal und damit denkbarschlecht geeignet für eine Meldung indens. Sie soll hier dennoch wiedergegebenwerden. Denn, die professionelleZahnreinigung ist wichtig undals Vorbeugung in den Köpfen derPatienten fest verankert. Schön, dassauch jameda das weiß.Laut einer Umfrage von jamedanimmt die Mehrheit der Deutschendie professionelle Zahnreinigung alswichtige Vorsorgeleistung an. ZurFrage „Gehen Sie zur professionellenZahnreinigung?“ gaben 72 Prozentder Befragten an, dieses Angebot anzunehmen.29 Prozent haben dieseArt der Zahnprophylaxe bisher nochnicht wahrgenommen. An der Befragungnahmen insgesamt 1384 Teilnehmerteil.Für rund ein Fünftel der Befragtenkommt eine professionelle Zahnreinigungnicht in Frage. Aber nur vierProzent dieser Gruppe halten diesezahnärztliche Zusatzleistung tatsächlichfür unnötig. Das meistgenannteMotiv, auf eine Zahnreinigung zu verzichten,sind die hohen Kosten. ElfProzent der Umfrageteilnehmer nutzendiese Zahnprophylaxe-Maßnahmeaus finanziellen Gründen nicht.Oft wird daher bei den Befragten auchdie Forderung nach einer Kostenübernahmedurch die Kassen laut.Die Angst vorm Zahnarzt ist nur fürwenige ein Grund, sich nicht professionelldie Zähne reinigen zu lassen.Nur vier Prozent der Umfrageteilnehmergeben an, den Zahnarzt ganzallgemein zu meiden und daher auchnicht zur Zahnreinigung zu gehen.Bei den Motiven, zur professionellenZahnreinigung zu gehen, stehenGesundheit und Sauberkeit derZähne ganz klar im Vordergrund (67Prozent). Für lediglich fünf Prozentder Befragten ist die Verschönerungder Zähne das wichtigste Motiv.jamedaDigitale Volumentomographie in der ZahnmedizinNach der Etablierung der digitalenVolumentomographie (DVT) im Bereichder zahnärztlichen Diagnostikist auch in Thüringen der Trendzu verzeichnen, diese Geräte in derZahnarztpraxis zu nutzen. Im Vergleichzur konventionellen Röntgentechnikbietet die DVT-Bildgebungerhebliche Vorteile für die röntgenologischeDifferenzialdiagnostik.Mit der dreidimensionalen digitalenBildverarbeitung lässt sich dieAnatomie des Patienten aus jederPerspektive professionell darstellen.So ist es möglich, anatomische Einzelheitenund Zusammenhänge genauzu erkennen und auszuwerten. Derdigitale Volumentomograph besitzteine um 360 Grad rotierbare Röntgenröhremit einem dreidimensionalenNutzstrahlbündel. Der Detektorist ein Bildverstärker, die Bilderfassungerfolgt mittels CCD-Chips. Beider Bilderstellung rotieren Röntgenröhreund Bildverstärker um den Patienten.Dabei werden pro Grad einEinzelschnittbild erstellt und alle 360Bilder zu einem dreidimensionalenRohdatensatz („Volumen“) durch gerätespezifischeSoftware zusammengerechnet.Aus den Axialschichtender primären Rekonstruktion werden,je nach Bedarf, weitere sekundäreRekonstruktionen errechnet. Im Volumenfindet eine isometrische Auflösungder favorisierten Hartgewebe(Knochen, Zähne) statt. Dabei istdas Spektrum der zu untersuchendenStrukturen auf den Kopfbereich begrenzt.Grundsätzlich unterscheidet manGeräte, die speziell für die 3D-Diagnostikentwickelt wurden, undPanorama-Geräte, die über einezusätzliche 3D-Funktion verfügen(Dual-Use-Sys tem). Der Vorteil vonDual-Use-Geräten besteht darin, dasssie neben der 3D-Bildgebung einkonventionelles Panoramabild erzeugenkönnen. Allerdings ist die 3D-Funktion eingeschränkt, indem dieseGeräte nur einen begrenzten Bereichder anatomischen Strukturen erfassen.Daraus ergibt sich, dass für dieDiagnostik entfernter Bereiche (z. B.Beurteilung der unteren Weisheitszähne)Mehrfachuntersuchungen notwendigsind. Gleichzeitig ist aufgrunddes verwendeten Flatpanel-Detektorsdie Strahlenexposition vergleichsweisehoch, da die Signale nicht verstärktwerden können (Scherer et al.). Aufgrunddieser Tatsache sind Dual-Use-Geräte für die 3D-Diagnostik nur ineinem eingeschränkten Indikationsbereicheinsetzbar.Die speziell für 3D-Anwendungenentwickelten Geräte bilden große Voluminaab, woraus sich ein breites Anwendungsspektrummit diagnostischenVorteilen für oral- und mund-, kiefer-,gesichtschirurgische aber auch kieferorthopädischeAnwendungen ergibt. Aufgrunddes Einsatzes von Bildverstärkernist die Strahlenbelas tung bei diesenGeräten deutlich geringer als bei denDual-Use-Geräten. Eine Errechnungzweidimensionaler Bilder (Panoramaaufnahme,Einzelzahnaufnahmen, Fernröntgenseitenaufnahme)ist aufgrundder vergleichsweise hohen Strahlendosenim Vergleich zur herkömmlichenRöntgendiagnostik nicht zulässig.Bezüglich der Strahlenexpositiondurch DVT-Untersuchungen sind derzeitnur begrenzt Aussagen möglich. Dieeffektive Dosis schwankt zwischen deneinzelnen Geräten beträchtlich, sie liegtzwischen 13μSv und 1073μSv (Panoramaschichtaufnahme:zwischen 10μSvund 20μSv). Im Vergleich zur herkömmlichenComputertomographie ist die effektiveDosis erheblich reduziert.Generell gilt, dass die rechtfertigendeIndikation unbedingt einzuhalten ist,das heißt, der diagnostische Nutzenmuss gegenüber dem Strahlenrisiko28 dens 10/2012


wissenschaftRäumliche Darstellung einer Zyste mittels digitalem Computersystem Fotos: Wiegnerüberwiegen. Insbesondere bei Kindernund Jugendlichen besteht ein erheblicherhöhtes Risiko von Folgeschädennach einer Exposition mit ionisierenderStrahlung, weswegen bei ihnen einebesonders sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung zu erfolgen hat. In der Leitlinieder DGZMK „Digitale Volumentomographie(DVT) – S 1-Empfehlung“werden Indikationsempfehlungen imBereich der Zahnmedizin definiert. DasIndikationsspektrum umfasst grundsätzlichalle Bereiche der Zahnheilkunde.Konservierende Zahnheilkunde• Diagnostik an ungefüllten Zähnen• ungeeignet bei Zähnen mit Metallrestaurationendurch das Auftretenvon Metallartefakten oder Artefaktendurch Überlagerungen der Zahnhartsubstanz.Daher ist die DVT zur Kariesdiagnostik,insbesondere von approximalen Läsionen,kaum geeignet.Endodontie• apikale Veränderungen bei Vorliegenklinischer Auffälligkeiten, wenn dieseauf zweidimensionalen Aufnahmennicht darstellbar sind• Wurzelfrakturen• Wurzelresorptionen zum Beispielnach ZahntraumaParodontologie• Visualisierung der knöchernen Parodontalsituation,da die dreidimensionaleparodontale Morphologie gutabgebildet wirdZahnärztliche ProthetikIn der zahnärztlichen Prothetik bietet dieDVT zusätzliche Möglichkeiten in derDiagnostik und in der Therapieplanung.Zukünftig könnten die DVT-Daten inKombination mit digitalen Daten intraoralerScanner durch Integration in einePlanungssoftware zusätzliche Möglichkeitenin der Therapieplanung im Sinneeines virtuellen Set-Ups bereitstellen.Derzeit sind die folgenden Indikationsgebietefür die zahnärztliche Prothetikerkennbar, bei denen eine DVT-Untersuchungerfolgen kann:• zusätzliche Informationen zur Diagnostikder Pfeilerwertigkeit (z. B.Wurzeloberfläche, Furkationsbefunde)• Visualisierung des quantitativen undqualitativen Knochenangebotes (implantatgestützterZahnersatz, herausnehmbareProthetik)• Darstellung von Nervenaustrittspunkten(implantatgestützter Zahnersatz,herausnehmbare Prothetik)• Diagnostik von knöchernen Erkrankungendes Kiefergelenks• virtuelle Planung von implantatprothetischenVersorgungen• Verknüpfung der 3D-Daten mit derKonstruktions-Software von CAD/CAM-Systemen (zum Beispiel fürCAD/CAM-gefertigte Bohrschablonen,Langzeitprovisorien oder definitivenZahnersatz)Funktionsdiagnostik und -therapieIn der Diagnostik und Therapie craniomandibulärerDysfunktionen ergänzenbildgebende Verfahren die klinischenund instrumentellen diagnostischen Verfahren.Tomographische Röntgenverfahrensind dabei grundsätzlich nur zurDarstellung knöcherner Veränderungenin der Kiefergelenkregion zielführend.Für die Darstellung von Knorpelstrukturenbleibt die Magnetresonanztomo-dens 10/2012 29


wissenschaftgraphie das Verfahren der Wahl, zumalhier die knöchernen Konturen ebenfallsin dreidimensionalen Schnittbildern zurDarstellung kommen.Derzeit erkennbare Hauptindikationen,für welche eine DVT zur Kiefergelenksdiagnostikherangezogen werdenkann, sind:• Ausschluss primärer Kiefergelenkerkrankungen• Erfassung differenzialtherapeutischrelevanter Befunde (Ausmaß erosiverProzesse der Kondylen, Sklerosierungen,Position der Kondylen, Fehlstellungendes Kondylus in der Fossamandibularis)Chirurgische ZahnheilkundeIn der zahnärztlichen Chirurgie dient dieDVT überwiegend zur Diagnostik vonknöchernen (pathologischen) Befundenbeziehungsweise räumlichen Verhältnissen,die teilweise bereits unter denanderen Fachgebieten beschrieben wurden.Es zeichnen sich zusätzlich dazuderzeit die folgenden Einsatzmöglichkeiteninnerhalb des Fachgebietes ab, indenen die DVT zur röntgenologischenDiagnostik Verwendung finden kann:• Wurzelfrakturen (wobei es jedoch Hinweisegibt, dass die Sensitivität für frischeWurzelfrakturen unmittelbar nachdem Trauma reduziert sein kann)• Alveolarfortsatzfrakturen• intraossäre pathologische Veränderungenwie odontogene Tumorenoder größere periapikale knöcherneLäsionen• Lageanomalien von Zähnen• präoperative Schnittbilddiagnostik beider geplanten operativen Entfernungvon (teil-)retinierten Weisheitszähnen.Hier kann ein Einsatzgebiet fürdie DVT gegeben sein, wenn auf bereitsvorhandenen, konventionellenRöntgenaufnahmen die räumlicheLagebeziehung zwischen Mandibularkanalund dem Weisheitszahnnicht ausreichend sicher interpretiertwerden kann oder als kritisch einzuschätzenist. Aufgrund des geringenEffektes, bezogen auf den therapeutischenNutzen, sollte hingegen aufeinen routinemäßigen Einsatz vorWeisheitszahnentfernung verzichtetwerden.ImplantologieIn der Implantologie dient die DVT vorwiegendzur Therapieplanung, zur Visualisierungund Vermessung der knöchernenAusgangssituation sowie zurVisualisierung implantatprothetischerBehandlungsplanungen im dreidimensionalenPatientenkontext (Planungsschablonen).Hierbei sind metrischeMessungen notwendig, deren Genauigkeitvon der tatsächlich erreichtenOrtsauflösung, der Kontrastauflösungund dem Signal-Rauschverhältnisabhängig ist. Eine computergestütztePlanung auf der Basis dreidimensionalerRöntgenverfahren sollte mithilfeder DVT durchgeführt werden.Auf der Basis dieser Aufnahmenkönnen geplante Implantate, Aufbauten,Augmentationen, Schnittführungen,Zahnersatzrestaurationensoftwarebasiert simuliert und evaluiertwerden. Die dabei ermitteltenWerte und Erkenntnisse können dazuverwendet werden, eine möglichstexakte, prothetisch orientierte Positionierungder Implantate unter bestmöglicherAusnutzung des Knochenangebotszu planen. Zudem könnenDefizite im vorhandenen Gewebeangebotdetektiert und die Notwendigkeitvon Augmentationen/Distraktionen/implantatbettvorbereitendenMaßnahmen vorausschauend erkanntsowie gegebenenfalls entsprechendeMaßnahmen geplant werden. DieÜbertragung der räumlichen Informationaus dem Planungssystem in dieOP-Realität kann über computerunterstütztgefertigte Übertragungs- beziehungsweiseBohrschablonen odermithilfe der direkten Instrumentennavigationerfolgen.Da, bedingt durch die hohe Absorptioneines Titanimplantats, im weiterenStrahlengang Aufhärtungsartefakteentstehen, ist die Evaluation derunmittelbar periimplantären Regionsowie der Region zwischen Implantatenin Strahlengangsrichtung nursehr eingeschränkt möglich.Mund-, Kiefer- undGesichtschirurgieZusätzlich zu den bereits genanntenchirurgischen Indikationsgebietender zahnärztlichen Chirurgie und derImplantologie kann die DVT in derMund-, Kiefer- und Gesichtschirurgiebeispielsweise für die folgenden Indikationeneingesetzt werden:• odontogene Tumoren• Knochenpathologie und -strukturanomalieninsbesondere bei Ostitis,Osteomyelitis und Osteoporose• Kieferhöhlenerkrankungen• Speichelsteine• (knöcherne) Kiefergelenkerkrankungen• Kiefer- und Gesichtstraumatologie• Darstellung des räumlichen Verlaufsintraossärer Strukturen (knöcherneNerven-, Gefäßkanäle)• Diagnostik und Operationsplanungbei komplexen FehlbildungenKieferorthopädieKinder haben ein generell erhöhtes Risiko,in der Folge einer ionisierendenStrahlenexposition einen Folgeschadenzu erleiden. Diese Tatsache ist auch inder Kieferorthopädie grundsätzlich undsicher verstärkt zu berücksichtigen, dieIndikationsstellung muss entsprechendangepasst werden. Durch DVT-Untersuchungenist eine deutliche Erhöhungder Strahlen exposition der jungen Patientenzu erwarten, eine ausreichendeEvidenz für einen erhöhten Nutzen liegtderzeit nicht vor. Trotz der derzeit aufrelativ niedrigem Evidenzniveau basierendenErkenntnisse zeichnen sich derzeitdie folgenden kieferorthopädischenIndikationen ab, bei denen eine DVTbasierteDiagnostik sinnvoll sein kann:• Diagnostik von Anomalien des Zahnbestandes• Diagnostik von Anomalien und Dysplasiender Zahnwurzeln• differenzialdiagnostische Bewertungvon Zahndurchbruchsstörungen• Darstellung des peridentalen Knochenangebotszur prognostischen Bewertunggeplanter Zahnbewegungen• Diagnostik craniofazialer FehlbildungenZusammenfassend ist zu bemerken,dass mit der digitalen Volumentomographiedem Zahnarzt ein weiteres Instrumentzur Diagnostik zur Verfügungsteht, das insbesondere der dreidimensionalenOrientierung im Hartgewebedient und zukünftig Untersuchungenmittels Computertomographie ersetzenwird. Dabei nehmen die Dual-Use-Geräte eine Sonderstellung ein. DemVorteil, der Erstellung von Panorama-Aufnahmen, stehen erhebliche Einschränkungenbei der 3D- Darstellungund vergleichsweise hohe Strahlendosengegenüber.DVT-Geräte mit hohen Voluminazeigen eine gute dreidimensionale Darstellung.Eine Nutzung zur Erstellungvon Panoramaschichtaufnahmen ist ausStrahlenschutzgründen allerdings nichtzulässig.Dr. Matthias SeyffarthNachdruck mit freundlicher Genehmigungder LandeszahnärztekammerThüringen aus Thüringer Zahnärzteblatt(tzb) Nr. 2/2010.Literatur: Scherer et al.: Indikationenfür die digitale Volumentomografie; zm98, Nr. 6, 16. März 2008Leitlinie der DGZMK Dentale Volumentomographie(DVT) - S1-Empfehlung;zm 99, Nr. 17, 1. September 200930 dens 10/2012


echtBefristung von ArbeitsverhältnissenRechtsanwalt Peter IhleBei der Einstellung einer Mitarbeiterinoder eines Mitarbeiters stelltsich für die Zahnärztin oder denZahnarzt die Frage, zunächst ein befristetesoder aber ein unbefristetesArbeitsverhältnis abzuschließen.Ein befristetes Arbeitsverhältnisendet anders als ein unbefristeterVertrag durch Zeitablauf. Zur Beendigungbedarf es also keiner Kündigung.Eine Befristung ist nach dem Teilzeit-und Befristungsgesetz vom21. Dezember 2000 nur dann zulässig,wenn eine Neueinstellung vorliegtoder sie durch einen sachlichenGrund gerechtfertigt ist.Bei einer Neueinstellung darf einArbeitsvertrag maximal bis zur Dauervon zwei Jahren befristet werden,ohne dass es hierzu einer sachlichenRechtfertigung der Befristung bedarf.Bis zu dieser Gesamtdauer ist einedreimalige Verlängerung der Befristungzulässig. Beispiel: Arbeitsbeginnam 1. Oktober 2012, zunächstBefristung bis zum 30. April 2013,weitere Befristungen bis zum 30.September 2013, 30. April 2014 und30. September 2014. Eine Befris tungohne Sachgrund ist nicht zulässig,wenn mit demselben Arbeitgeber bereitsvorher ein Arbeitsverhältnis bestand.Es ist also nicht möglich, miteinem bisher unbefristet beschäftigtenMitarbeiter einen befris tetenArbeitsvertrag abzuschließen, so-fern dafür kein besondererSachgrund vorliegt. EinBerufsausbildungsverhältnisgilt allerdings nichtals Arbeitsverhältnis. Miteiner Mitarbeiterin, die inder eigenen Praxis die Berufsausbildungabsolvierthat, kann also auch ohneSachgrund ein befristeterAnstellungsvertrag abgeschlossenwerden. In einerneu gegründeten Praxis istes möglich, Arbeitnehmerbis zu einer Gesamtdauervon vier Jahren ohneSachgrund befristet zubeschäftigen, wobei auchhier mehrmalige Verlängerungeninnerhalb derzulässigen Gesamtdauererfolgen können.Darüber hinaus ist eineBefristung nur zulässig,wenn sie durch einensachlichen Grund gerechtfertigt ist.Das Teilzeit- und Befristungsgesetznennt als Beispiele sachlicher Gründe,• einen vorübergehenden betrieblichenBedarf an der Arbeitsleistung• die Einstellung eines Mitarbeiterszur Vertretung eines anderen (z. B.Krankheits- oder Schwangerschaftsvertretung)• die Einstellung zur Erprobung fürmaximal sechs Monate u. a.Die Befristung eines Anstellungsvertragesist nur wirksam, wenn derVertrag schriftlich abgeschlossenwurde. Es sollte darauf geachtet werden,dass sowohl Arbeitnehmer alsauch Arbeitgeber den befristeten Vertragunterzeichnen, bevor die Arbeitaufgenommen wird. Die Mitarbeiterin,die ihre Arbeit beginnt, ohne dassbereits ein schriftlicher Arbeitsvertraggeschlossen wurde, befindet sich ineinem unbefristeten Anstellungsverhältnis.Mit ihr kann im Nachhineinkein befristeter Vertrag ohne Sachgrundgeschlossen werden, da es sichdann nicht mehr um eine Neueinstellunghandelt. Stellt sich heraus, dasseine Befristung unzulässig war, weileine der o. g. Voraussetzungen nichtvorliegt, gilt das Arbeitsverhältnisals auf unbefristete Zeit abgeschlossen.Gleiches gilt, wenn das Arbeitsverhältnisvon beiden Parteien überdas Ende der Befristung hinaus stillschweigendfortgesetzt wird, ohnedass eine schriftliche Vereinbarungzur weiteren Befristung getroffenwurde. Die Verlängerung der Befristungmuss daher ebenfalls vor Ablaufder zu verlängernden befristetenBeschäftigung schriftlich vereinbartwerden, da anderenfalls ein unbefristetesArbeitsverhältnis entsteht.Da das Bürgerliche Gesetzbuchfestlegt, dass ein Arbeitsverhältnisentweder durch Zeitablauf oderdurch Kündigung endet, kann einbefristetes Arbeitsverhältnis nur auswichtigem Grund vor Ablauf der Befristunggekündigt werden, sofernnicht ausdrücklich die Möglichkeitordentlicher Kündigungen trotz derBefristung vereinbart wird. Es empfiehltsich daher, in jeden befristetenArbeitsvertrag die Regelung aufzunehmen,dass das Arbeitsverhältnisunter Beachtung der gesetzlichenKündigungsfristen bereits vor Zeitablaufordentlich kündbar ist.Rechtsanwalt Peter IhleHauptgeschäftsführerAnzeigedens 10/2012 31


echtUnfallbedingter Einnahmeausfall beieiner GemeinschaftspraxisEs kann einen Zahnarzt jederzeittreffen: Er wird z. B. bei einem Autounfallverletzt, den ein andererverursacht hat. Wegen der Verletzungkann er seinem Beruf nichtnachgehen und hat deshalb auchkeine Einnahmen. Seine Praxiskostenlaufen jedoch weiter. Kurz: Erhat – abgesehen von den Schmerzen– einen erheblichen finanziellenNachteil. Dieser ist vom Unfallgegnerbzw. dessen Haftpflichtversicherungzu ersetzen, sofern dieserdie alleinige Schuld trägt.Allerdings muss der verletzteZahnarzt den ihm entstandenenSchaden der Höhe nach darlegenund ggf. beweisen. Dies ist nichteinfach und wird oft bei einemStreit vor Gericht unzureichendgemacht. Es kann passieren, dassdann kein oder nur ein stark geminderterSchadensersatz gezahlt wird.Ein typischer Fall wurde vom OberlandesgerichtKoblenz entschieden(Az. 5 U 547/11).Es ging darum, dass ein Partnereiner ärztlichen Gemeinschaftspraxiswegen eines von einem Drittenverursachten Unfalls 70 Tage arbeitsunfähigwar. Er trug vor, dasser täglich einen Reingewinn von800 Euro erwirtschafte. Da er 70Tage arbeitsunfähig war, forderteer 56 000 Euro (70 x 800 Euro).Außerdem erhalte er monatlich vonder Gemeinschafts praxis eine „Entnahme“von 12 000 Euro, also 400AnzeigeDr. med. dent. Wieland SchinnenburgRechtsanwaltEuro kalendertäglich. Er fügte hinzu,dass es „offenkundig“ sei, dassein arbeitender Selbstständiger Einkünfteerziele.Beide Instanzen, das Landgerichtund das Oberlandesgericht (OLG),wiesen die Klage ab, d. h. der Arztbekam kein Geld.Das OLG hielt den gesamten Vortragdes Arztes für unzureichend. Essei schon offensichtlich falsch, dassder angebliche Reingewinn von 800Euro auch an Samstagen und Sonntagenentstehe, an denen der Arztnicht arbeite. Weiter besage die„Entnahme“ von 12 000 Euro nicht,dass der Arzt während der 70 Tagediese Summe erwirtschaftet hätte,wenn er nicht arbeitsunfähig gewesenwäre. Schließlich sei es nicht„offenkundig“, dass ein arbeitenderSelbstständiger immer Einkünfteerziele. Hinzu kam, dass der Steuerberaterder Gemeinschaftspraxismitteilte, dass eine Aufstellung dervon jedem der drei Partner der Gemeinschaftspraxisin den Monatenvor dem Unfall erzielten Umsätzenicht möglich sei.Man mag die völlige Abweisungder Klage für unverständlich halten.Jedenfalls wird deutlich, dassnur ein detaillierter Sachvortrageinschließlich der Vorlage vonBelegen zu einer Schadensersatzzahlungführt. Es reichen keineallgemeinen Ausführungen. Dergeschädigte Arzt muss konkret darlegen,welche Umsätze er gemachthätte, wenn er nicht arbeitsunfähiggewesen wäre. Dazu hilft z. B. einegenaue Aufstellung, welche Umsätzein den Monaten vorher konstant(!) erzielt wurden und ob nicht dieFehlzeit nach jahrelanger Erfahrungin eine Zeit fiel, in der üblicherweiseweniger Umsatz gemachtwird, z. B. in der Urlaubszeit. Beieiner Gemeinschaftspraxis ist esnoch schwieriger: Regelmäßig behauptendie Schädiger bzw. derenHaftpflichtversicherung, dass dieArbeit des ausgefallenen Arztesvon den verbliebenen Ärzten übernommenworden ist, so dass derGemeinschaftspraxis kein Schadenentstanden ist.Quelle: Newsletter Dr. SchinnenburgDr. med. dent. Wieland SchinnenburgRechtsanwaltFachanwalt für MedizinrechtLerchenfeld 3, 22081 HamburgTel.: 040-2507202www.rechtsanwalt-schinnenburg.deMit freundlicher Genehmigung aus demNiedersächsischen Zahnärzteblatt Juli/August201232 dens 10/2012


echtBleaching ist Sache des ZahnarztesNeue Kosmetik-Verordnung stellt Anwendung für Bleichmittel klarDer Gesetzgeber hat nunmehr dieÄnderung der Kosmetik-Richtlinie fürZahnbleichmittel umgesetzt. Danachist der Text der europäischen Vorgabe1:1 übernommen worden. In Zukunftwird ausschließlich die Zweckbestimmungeines Zahnbleichmittels vonBedeutung für dessen Eingruppierungsein. Das heißt: Ist die Zweckbestimmungeines Zahnbleichmittels medizinisch,dann unterliegt es der Medizinprodukte-Richtlinieund kann auch inKonzentrationen über sechs ProzentH 2 O 2 angeboten werden. Mittel mitrein kosmetischer Zweckbestimmunggelten als Kosmetika und sind aufmax. sechs Prozent H 2 O 2 -Konzentrationbegrenzt. Allerdings gab und gibtes unterschiedliche Interpretationeninnerhalb der EU-Mitglieder zu deram 29. Oktober 2011 veröffentlichtenÄnderungsrichtlinie zur Anpassungdes Anhangs III der Richtlinie 76/768/EWG über kosmetische Mittel (Kosmetikrichtlinie).Sachverhalt:Gemäß der Neufassung von AnhangIII Teil 1 Nummer 12 der Kosmetikrichtlinieist aus Gründen des Patientenschutzeskünftig die erste Anwendungvon Zahnbleichmitteln bzw.Zahnaufhellern auf der Basis von Wasserstoffperoxidund von wasserstoffperoxidfreisetzendenVerbindungenoder Gemischen wie Carbamidperoxidund Zinkperoxid in einer Konzentrationvon 0,1 Prozent bis sechs Prozentstets einem Zahnarzt im Sinne der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie vorbehaltenoder muss unter dessen direkterAufsicht erfolgen.Nach der ersten Anwendung kanndas Mittel dann dem Verbraucher überlassenwerden. Eine Abgabe an Minderjährigeist verboten. Diese Anordnunggilt erneut für jeden einzelnen Anwendungszyklus.Produkte mit einer Wasserstoffperoxidkonzentrationvon unter0,1 Prozent sind weiterhin freiverkäuflich.In all diesen Punkten besteht Konsensinnerhalb der der EU-Mitglieder.H 2 O 2 -Konzentration vonüber sechs ProzentZu Produkten mit einer H 2 O 2 -Konzentrationvon über sechs Prozent werdenin der Richtlinie keine explizitenAussagen getroffen. Die EU-Kommissionlegt diesen Sachverhalt sehr strengaus und zieht das Fazit, dass jene Mit-tel verboten wären und schon immerillegal verwendet worden seien.Diese Ansicht wird in Deutschland sonicht geteilt. Zahnbleichprodukte miteiner H 2 O 2 -Konzentration von übersechs Prozent unterliegen aus Sicht derBZÄK in Distribution und Anwendungebenfalls dem Zahnarztvorbehalt, wobeialle Anwendungszyklen in der Praxisdurchzuführen sind. Ein Großteildieser Produkte ist in Deutschland seitJahren als Medizinprodukt zugelassenund dürfte damit nicht der Kosmetikrichtlinieunterliegen.Diese Ansicht teilen neben Deutschlandauch Italien und Portugal. Produkteunter sechs Prozent H 2 O 2 sindfür internes Bleichen nicht effektiv.Gleichwohl sieht die EU-Kommissiondiese Zahnbleichmittel künftig alsverboten an; das CED plant ein Informationsschreibenfür seine Mitglieder,das von der deutschen Interpretationabweichen wird.Bindungsklausel an einDentallabor nichtigDie vertragliche Verpflichtung einesZahnarztes, zahntechnische Arbeitennur bei einem bestimmten Dentallaboranfertigen zu lassen, verstößt gegen dasWettbewerbsrecht, gegen das BürgerlicheGesetzbuch und gegen die zahnärztlicheBerufsordnung.Dies stellte der Bundesgerichtshof(BGH) in einer jetzt veröffentlichtenEntscheidung (Az: I ZR 231/10, Urteilvom 23. Februar 2012) fest, meldet derNachrichtendienst „adp“. In den Leitsätzendes Urteils heißt es: „Es stellteine unangemessene unsachliche Einflussnahmeauf die zahnärztliche Diagnose-und Therapiefreiheit dar, wennsich Zahnärzte vertraglich verpflichten,ein von einer GmbH betriebenes Dentallabormit sämtlichen bei der Behandlungihrer Patienten anfallenden Dentallaborleistungenzu beauftragen unddie Zahnärzte durch eine gesellschaftsrechtlicheKonstruktion am GewinnWas gilt?Festzuhalten ist bislang vor allemFolgendes:1. Es ändert sich nichts Wesentlichesim Vergleich zum status quo, außer2. dass nunmehr alle Zahnweißproduktemit einer H 2 O 2 -Konzentrationüber 0,1 Prozent nur über den Zahnarztabgegeben und im ersten Therapiezyklusauch nur in der Praxis angewendetwerden dürfen. Bleachingist also ausschließlich Sache desZahnarztes geworden, was positivzu bewerten ist.3. Die Delegationsmöglichkeiten bleibenin der Praxis davon unberührt.Zahnweißprodukte mit einer H 2 O 2 -Konzentration unter 0,1 Prozent sindfrei verkäuflich und können zu Hauseangewandt werden.4. Zu über sechsprozentigen Produktenwerden in der Richtlinie keine Aussagengetroffen. Sie sind nicht verboten,unterliegen aber den Kautelenwie unter Punkt 2, wobei alleAnwendungszyklen in der Praxisdurchzuführen sind. Ein Großteildieser Produkte ist in Deutschlandals Medizinprodukte zugelassen undvon der Kosmetik-Richtlinie nichtbetroffen.5. Zahnweißprodukte mit einer H 2 O 2 -Konzentration über sechs Prozentsind für das interne Bleichen implizitvon der Medizinprodukte-Richtlinieabgedeckt (Klasse 2a-Produkte).BZÄKdieser GmbH partizipieren können.“Zudem heißt es in dem Urteil: „Dieauf eine solche unangemessene unsachlicheEinflussnahme gerichteteVertragsbestimmung ist gemäß § 134BGB in Verbindung mit dem zahnärztlichenBerufsrecht sowie §§ 3, 4 Nr. 1UWG nichtig.“ Und schließlich: „Dadas Verbot der unsachlichen Einflussnahmeauf die ärztliche Behandlungstätigkeitverhindern soll, dass Ärzteund Zahnärzte ihre Pflichten aus demBehandlungsvertrag und dem Berufsrechtnicht allein im Sinne des Patienteninteresseswahrnehmen, ist es denvom Dentallabor auf Erfüllung der Verpflichtungzur Auftragserteilung in Anspruchgenommenen Zahnärzten nichtnach Treu und Glauben verwehrt, sichauf die Nichtigkeit der entsprechendenVertragsklausel zu berufen.“ Volltextzur BGH-Entscheidung: http://www.bundesgerichtshof.de zm-onlinedens 10/2012 33


mecklenburg-vorpommern / bücherNachruf für Prof. Dr. Alfred GerberKurz nach seinem 92. Geburtstag,den er im Kreise seiner Familieund im Beisein von Freundenbegehen konnte, ist ObermedizinalratProfessor Dr. Alfred Gerberam 22. August 2012 unerwartetverstorben.Seine Kollegen und die Mitarbeiterder ehemaligen Bezirkspoliklinikfür Stomatologie Schwerintrauern um ihren langjährigenChef.Alfred Gerber begann das Studiumder Zahnheilkunde an derUniversität Königsberg (Ostpreußen).Unterbrochen durch Kriegsdienstund Verwundung im zweitenWeltkrieg beendete er seinStudium 1947 an der UniversitätGreifswald mit der ZahnärztlichenApprobation und der Promotion.Es folgten berufliche Stationenals Assistenzzahnarzt an der dortigenUniversitätsklinik sowie alsleitender Zahnarzt im Gesundheitswesenin Greifswald, Neubrandenburgund Parchim. Im Jahre1951 übernahm er die Leitungder Zahnmedizinischen Abteilungder Poliklinik Schwerin.In den folgenden Jahren wurdenhier die Grundlagen für dieim Jahre 1964 erfolgte Gründungder Bezirkspoliklinik für StomatologieSchwerin gelegt, deren ÄrztlicherDirektor Prof. Gerber bis zuseinem Eintritt in den Ruhestandim Jahre 1986 blieb.Schwerin war somit 35 Jahreder Mittelpunkt seines beruflichenSchaffens für die Zahnheilkundeim Gesundheitswesen der ehemaligenDDR.Die Vielfalt und Breite diesesWirkens ist in „dens“ mehrfachgewürdigt worden.Auch im Ruhestand ist Prof. Gerberaktiv geblieben. Er beschäftigtesich vor allem mit der Geschichteder Zahnheilkunde. SeineVeröffentlichungen in „dens“ inden Jahren 2000 bis 2003 unterdem Gesamttitel „Die Zahnheilkundeim Wandel der Zeit“ fandenstets Beachtung.Nun hat ein erfülltes Leben seinEnde gefunden. Die Erinnerungan eine Persönlichkeit als Arzt,Wissenschaftler und Klinikleiter,als Streiter und Kämpfer, als Lehrenderund Förderer, als Mensch,der Liebenswürdigkeit und Strenge,Lebensfreude und Pflichterfüllungin Würde vereinte, bleibt.Prof. Dr. Gert SeefeldDr. Hans-Ulrich KossowDr. Ernst ZschunkeDr. Harald MöhlerDr. Holger GarlingMundtrockenheit – Ursachen, Diagnose, TherapieNeues Fachbuch von Sebastian HahnelSpitta Verlag, im August 2012; Broschur;176 Seiten; 31 Abbildungenund Tabellen; 39,80 Euro; ISBN 978-3-943996-00-5; versandkostenfreiDie demographische Entwicklungund die sich kontinuierlich entwickelndenTherapien von schwerenErkrankungen bewirken, dass dieZahl der Patienten mit subjektiverXerostomie und objektiver Hyposalivationdeutlich zunimmt. Das neueFachbuch von Sebastian Hahnelvereinigt umfangreiches Wissenund fasst Ursachen, Diagnostik undTherapien des Krankheitsbildes fürZahnärzte, Mediziner und Pflegepersonallogisch und strukturiert zusammen.Von Autoimmunerkrankungenüber Infektionen oder Tumore bishin zu Nebenwirkungen von Medikamenten– es gibt viele Ursachenfür das Symp tom Mundtrockenheit.Und Mundtrockenheit ist häufig:Etwa jeder fünfte Erwachsene leidetdaran. Für Deutschland bedeutetdies, dass mehr als zehn MillionenErwachsene Mundtrockenheit haben.Und das Risiko steigt stark mitzunehmendem Alter und der Zahl aneingenommenen Medikamenten.Bis heute herrscht vielfach Unsicherheit,wie mit dem KrankheitsbildXerostomie oder Hyposalivationumzugehen ist. Hier setztdas neue Fachbuch von SebastianHahnel an. Ausgehend von der Zusammensetzungund den Funktionendes Speichels, erläutert der Autor dievielfältigen Ursachen, die zu Mundtrockenheitführen können, und teiltsie in krankheitsbedingte Symptomesowie als Nebenwirkungen von Therapienein. Er gibt praktische Tippszur Diagnostik und präsentiert dieverschiedenen therapeutischen Strategienwie kausale Therapien, Speichel-Stimulationund unterstützendeTherapien. Da die Behandlung häufigeine interdisziplinäre Herangehensweiseerfordert, richtet sich dasBuch nicht nur an Zahnärzte, sondernauch an Kollegen der InnerenMedizin, Psychiatrie, Geriatrie undanderer Fachgebiete sowie an Pflegefachkräfte. Verlagsangaben34 dens 10/2012


ücherBusinessplänefür Ärzte undZahnärzteVon Benjamin FeindtDieses Buch klärt die Fragen derPraxisgründung für Ärzte und derenBerater und unterstützt bei den Verhandlungenmit Praxisverkäufernund Banken. Steuerberater könnenihren Mandanten so strukturiert imGründungsprozess zur Seite stehen.Der Schritt in die Selbstständigkeitbringt viele Fragen mit sich.Dieses Buch hilft Ärzten und derenBeratern auf dem Weg zur eigenenPraxis, in dem es die Möglichkeitender Selbstständigkeit strukturiertund leicht verständlich beschreibt.Die relevanten Vorgründungsentscheidungenwerden anschaulich beschrieben.Jeder Gründer stellt sichim Rahmen seiner Überlegungen dieFrage nach dem ärztlichen Einkommen.Letztlich determinieren Umsätze,Kosten, Investitionen, Finanzierungenund Steuern den Betrag, derdem Arzt am Monatsende für privateAusgaben zu Verfügung steht. DasBuch beschreibt Möglichkeiten zurPlanung dieser Größen, wobei derSchwerpunkt auf dem konkretenPraxisnutzen liegt – eben eine Hilfeaus der Praxis für die Praxis.“Zielgruppen des Buches sindArzt- und Zahnarztpraxen und derenBerater wie Banken, Steuerberater,Rechtsanwälte, Unternehmensberater,Fachanwälte für Steuerrecht,Wirtschaftsprüfer.VerlagsangabenBusinessplänefür Ärzteund ZahnärzteKompakt;praktischeHilfenfür Ärzte undZahnärztein Gründungs-undUmbruchphasen;Unterstützungbei Verhandlungen mit Praxiskäufernund Banken; HDS-Verlag 2012; 128Seiten; kartoniert; Inhalt zweifarbig;49,90 Euro;ISBN 978-3-941480-52-0ErfolgreicheFührung derPraxisVon Hans-Peter Held/Christian StoffelChecklis ten zur Praxisführung fürArzt- und Zahnarztpraxen Kompakt;HDS-Verlag2012;128 Seiten;kartoniert:Inhaltzweifarbig;39,90Euro;ISBN 978-3-941480-33-9Der Erfolg ist gekrönt vom Blickfür das Wesentliche. Weniger istmehr. Qualität und nicht Quantitätsichert den Erfolg für die (eigene)Praxis.Die wichtigsten Bausteine erfolgreicherPraxisführung werden indiesem Buch kurz und prägnant mitLösungsoptionen dargestellt. Erprobteund in der Praxis langjährigbewährte Checklis ten zur professionellen,kompetenten und effizientenFührung von Arzt- und Zahnarztpraxenkönnen hier genutzt werden.Eine ideale Zusammenfassung derwichtigsten Bausteine erfolgreicherPraxen in Checklistenform für denArzt und dessen steuerliche, rechtlicheund betriebswirtschaftlicheBerater.In diesem Buch werden folgendeThemen dargestellt: Betriebsprüfung,Steuerplanung, Umsatzsteuer,Finanzierung, Personalplanung undPersonalkalkulation, Praxisbewertung/Praxisverträge,Vermögensaufbauund -sicherung, Vor- und Gründungsphase,Vorsorgevollmacht,Betreuungsverfügung, Patientenverfügung.Zielgruppen des Buches sindArzt- und Zahnarztpraxen und derenBerater wie Banken, Steuerberater,Rechtsanwälte, Unternehmensberater,Fachanwälte für Steuerrecht,Wirtschaftsprüfer.VerlagsangabenBesteuerungVon Hans-Peter Held/Christian StoffelDas Buch soll praktische Hilfe bei dersteuerlichen Beratung von Zahnärztengeben. So begleiten die folgenden Fragenden Zahnarzt sowie dessen steuerlichenBerater während der gesamtenberuflichen Tätigkeit: Wie wird die beruflicheTätigkeit ausgeübt? Wie wirddie Niederlassung optimal vorbereitet?Wie funktioniert eine Kooperationund welche Alternativen stehen zurVerfügung? Was ist eine Praxis wert?Welche Steuererklärungen fordert dasFinanzamt? Was bedeutet die Betriebsprüfung?Diese und viele Fragen mehr werdensowohl aus der Sicht des Zahnarztes alsauch dessen Berater gestellt, die Antwortenorientieren sich an beider Sichtweise.Die Beförderung des Dialogszwischen Zahnarzt und Berater kann soprofessionell, kompetent und effizientgeführt und gefördert werden.Das Buch stellt die steuerlichen Aspekteder Zahnärzte aktuell und praxisbezogendar. Unter Verwendung vonÜbersichten, Beispielen und Tipps,sowie Checklisten wird eine konkreteHandlungsanweisung gegeben. Dabeiwerden die wichtigen Probleme desSteuerrechts mit den Bereichen Gewerbetreibenderoder Freiberufler, Der angestellteZahnarzt, Arztvertreter, Einzelpraxis,Berufsausübungsgemeinschaft,Praxis- oder Kostengemeinschaft, Praxiserwerbdurch Erbschaft oder innerhalbder Familie, Besonderheiten undFallen bei Kooperationen, Finanzierungsfragen,Betriebsausgaben/Privatausgaben,Optimalstruktur der Bankkonten,Steuerklassen und Steuertarif,Erbschaft-/Schenkungsteuer, Gewerbesteuer,Umsatzsteuer des Zahnarztes,UnterschiedlicheBesteuerung inAbhängigkeitder Rechtsform,Optimale Gestaltung,Prüfungendurch Behördendargestellt.ZielgruppenDie Besteuerungder Zahnärzte Kompakt;HDS-Verlag2012; 152 Seiten;kartoniert; Inhaltzweifarbig; 39,90Euro; ISBN 978-3-941480-14-8sind Zahnärzteund deren Beraterwie Steuerberater,Rechtsanwälte,Unternehmensberater,Fachanwältefür Steuerrecht,Wirtschaftsprüfer. Verlagsangabendens 10/2012 35


glückwünsche / anzeigendas 80. LebensjahrDr. Nanna Gil (Demmin)am 1. Oktober,das 75. LebensjahrDr. Walter Beyer (Löcknitz)am 17. Oktober,das 70. LebensjahrDr. Rüdiger Pohl(Carwitz)am 5. November,Zahnarzt Winfried Bock(Greifswald)am 6. November,Wir gratulieren zum GeburtstagIm Oktober und November vollendendas 65. LebensjahrZahnärztin Karin Paul(Jördenstorf)am 27. Oktober,Zahnärztin Brigitte Schulz(Charlottenthal)am 31. Oktober,das 60. LebensjahrDr. Sylvia Schmidtmann (Wiek)am 9. Oktober,Zahnärztin Burghild Scheunemann(Demmin)am 30. Oktober,Dr. Bärbel Pangerl (Demmin)am 5. November,Wir gratulieren herzlich und wünschen Gesundheit und Schaffenskraft.das 50. LebensjahrDr. Manuela Brück (Greifswald)am 16. Oktober,Zahnarzt Christian Blohm (Penzlin)am 17. Oktober,Dr. Petra Schleifer (Rostock)am 26. Oktober,Zahnärztin Susanne Hofmann(Grevesmühlen)am 6. November undZahnarzt Torsten Perlberg(Richtenberg)am 6. NovemberHinweis zur Veröffentlichung der Geburtsdaten: Es wird gebeten, dass diejenigen Kammermitglieder, die eine Veröffentlichung ihrer Geburtsdaten nichtwünschen, dies rechtzeitig (mindestens zwei Monate vor dem Jubiläum) dem Referat Mitgliederwesen der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern,Jana Voigt, Tel. 0385/59108-17, mitteilen.Zahnarztausweise ungültigHiermit werden der Verlust des ZahnarztausweisesNr. 791 der ZahnärztinUte Dehn-Hamm, Graal-Müritz, sowiedes Zahnarztausweises Nr. 134der Zahnärztin Dr. Dagmar Kaiser,Wismar, bekannt gegeben.Diese Zahnarztausweise werden hiermitfür ungültig erklärt.ZÄKAnzeigenWir trauern umMR Dr. Lothar Hahn,Lübzgeb. 17. April 1940gest. 1. August 2012Wir werden ihm ein ehrendesAndenken bewahren.ZahnärztekammerMecklenburg-VorpommernKassenzahnärztliche VereinigungMecklenburg-VorpommernSchweiz willunabhängiger werdenDie Schweiz will künftig mehrÄrzte ausbilden und sich somit unabhängigermachen von deutschen undanderen ausländischen Ärzten. Dasberichtet der Schweizer „Tagesanzeiger“.In einer gemeinsamen Absichtserklärunghätten sich die Präsidentender kantonalen Gesundheits- und Erziehungsdirektoren,der Universitätskonferenzsowie der Unirektorenkonferenzdarauf verständigt, zusätzlicheÄrzte auszubilden.Das Ziel seien 400 zusätzliche Ärztepro Jahr, meldet die Zeitung. Voraussetzungsei eine Lockerung des Numerusclausus’ an den deutsch-schweizerUniversitäten. Die medizinischen Fakultätenin der Westschweiz, die keineZulassungsbeschränkung haben,sollten bei der ersten Prüfung nachzwei Jahren weniger stark selektieren.Nach Angaben der Zeitung schließenin der Schweiz bislang im Schnitt 700Frauen und Männer jährlich ihr Medizinstudiumab.Die längerfristigen Ausgaben fürdie Initiative würden auf 180 MillionenFranken (ca. 150 Millionen Euro)geschätzt, schreibt der „Tagesanzeiger“.Hinzu kämen die Kosten für dennotwendigen Ausbau der Infrastruktur,zum Beispiel mehr Laborplätze.änd36 dens 10/2012

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