mary heilmann - Zeit Kunstverlag
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Ausgabe 91 / Heft 17 / 3. Quartal 2010<strong>mary</strong> <strong>heilmann</strong>georg imdahl
<strong>mary</strong> HeilmannMary Heilmann, 2006 fotografiert von Joe Gaffney„Jedes meiner Bilder kann als autobiographischer Markstein,als Zeichen betrachtet werden, mit dem ich einen Momentaus meiner Vergangenheit wieder entstehen lasse oder einvorgestelltes künftiges Erlebnis vorwegnehme.“1
Autobiographische AbstraktionGEORG IMDAHL Anspielungen auf die realeWelt, visuelle Wortspiele, überhaupt „Fremdreferenzen“ 1aller Art waren der konstruktivistischen, konkretenund minimalistischen Abstraktion suspekt, wenn nichtgar zuwider. Persönliche Themen widersprachen derideellen, erfahrungsbereinigten Sinnebene – wie Liebe,Liebeskummer und Weltschmerz, Erinnerung anFreunde, Kindheit, Kino, Kitsch, Werbung oder populäreMusik, Tagträumereien und vermeintlich banale Phantasien.Mary Heilmann, geboren 1940 in San Francisco, hat indieser Hinsicht wie keine andere Malerin ihrer <strong>Zeit</strong> Pionierarbeitgeleistet. Sie hat die Abstraktion um einenneuen Jargon, einen bis dato nicht gekannten Slang bereichert.Das Bekenntnis zum Narrativen und Gefühlsbeladenen,die Fähigkeit und das Begehren, sie glaubwürdigund mit Emphase zu formulieren, galten in derKunst um 1970 als Ausdruck künstlerischen Sektierertums– bevor der Einbezug des Privaten in den 80ernselbstverständlicher werden sollte.Das Anekdotische, Erzählerische und die biographischeInvolviertheit des Künstlers in sein eigenes Werk – zuvorals allzu lebensnahe Erscheinungen einer Kontingenzangesehen, die es zu überwinden galt – tauchen in HeilmannsMalerei mit einer unnachahmlichen Relaxtheitauf, die ihrerseits ein neues Licht auf den Modernismusund seine Bewertung in den 1970er Jahren werfen. BeiMary Heilmann kommt etwas zum Vorschein, was mannur selten trifft. Ihre Malerei ist ebenso reflektiert wieunbekümmert: Sie befördert eine Augenlust, die vomTrivialen ausgeht, um es mit Intellekt und Raffinementzu durchdringen und zu erhöhen.Das Lebensgefühl der kalifornischen Beat-Generationaus den 1960er Jahren, der sich Mary Heilmann seinerzeitanschloss, klingt auf der Leinwand an. Beispielhafterkundet ihr Werk die Lücken bzw. die ausgeblendetenLebensbereiche im Weltbild des Modernismus, indem siedessen Prämissen abklopft und auf den Prüfstand stellt:namentlich das Modell der idealtypischen, objektiviertenErfahrung, das Begehren, die alltägliche Welt zu übersteigen,die Reinheit gegenüber dem Lebensvollzug. 2 Dabeiarbeitet Heilmann keineswegs revisionistisch gegendiese Ideale, wohl aber unterzieht sie deren Geschichtlichkeitund kunsthistorische Bedingtheit einer konstruktivenReflexion, wenn sie das Ideal um das Faktischebereichert, dem Platonischen gleichsam einen realenKörper verleiht, dem idealen Lebensentwurf den erfahrungsgesättigtenLebensvollzug inkorporiert. Eben soteilt sich das Bild Little Mondrian (Abb. 10) aus dem Jahr1985 mit: Mondrians rechter Winkel bleibt gewahrt, aberdie Farbfelder in Rot, Blau und Gelb sind lasierend aufgetragen,eher lässig als dicht, eher transparent alsopak, die Kanten sind weniger akkurat gezogen als beiMondrian, und die schwarze Linie bildet kein kompositorischesGerüst, sie mäandriert als Figur zwischen undüber den Farbfeldern – dies ist mehr eine Erinnerung anein Ideal, nicht aber eine Verkörperung desselben.So wirft das frühe Werk Heilmanns für die Abstraktiongrundlegende Fragen auf: Wie lässt sich in ihr Erinnerungformulieren? Wie kann persönliche Geschichte insabstrakte Bild eingehen? Wie lässt sich eine autobiographischeAbstraktion begründen?D a s K ü n s t l e r b u c hThe All Night MovieWiederholt hat Mary Heilmann ihre eigene Biographieverbreitet, in knapper Darstellung oder als Künstlerbuch.Ihren Texten eignet ein lakonischer Charme desUnderstatements; in wenigen Absätzen zeichnet sie einedurchaus nicht ungewöhnliche, aber als vielschichtig erlebteKindheit und stimuliert Bilder im Kopf – so bereitsin „Biography“ von 1990, wo es heißt: „There was stilla lot of empty space in southern California. Hours andhours we spent with the family in the Chevy crisscrossingfrom Santa Monica to San Fernando, from Hollywoodto Long Beach, from Pasadena to Paso Robles. Thehuge, graphic, sexy movie billboards provided the scenariosfor the childhood games we played on the beachnear our house: Duel in the Sun, Flash Gordon, The Thiefof Bagdad, Sabu, King Solomon’s Mines.“ Die Autorinbringt „her whole life“ der Kindheit in wenigen Wortenauf den Punkt: „the movies, the library, the beach“. 3Ihr Künstlerbuch The All Night Movie von 1999 beginntmit einem Bekenntnis zur Biographie: „Jedes meiner Bilderkann als autobiographischer Markstein, als Zeichenbetrachtet werden, mit dem ich einen Moment aus meinerVergangenheit wieder entstehen lasse oder ein vorgestellteskünftiges Erlebnis vorwegnehme.“ 4 Das Designvon The All Night Movie stammt von ihr selbst und MarkMagill, in den sich die Künstlerin 1979 verliebt hatte – derBegegnung hatte sie eines ihrer berühmtesten Bilder gewidmet,das düster romantische Save the Last Dance forMe (1979). Die farbige Ausgestaltung der einzelnen Lebensphasenin The All Night Movie kommt einer Choreographiegleich, das Nebeneinander und Ineinander vonText, Fotografie und Abbildern synchronisiert Vita undMalerei. Die erste Doppelseite stellt dem Buchtitel aufgrauem Grund das melancholische Bild The End of theAll Night Movie aus dem Jahr 1978 zur Seite, womit einüppig-pathetischer Grundakkord angeschlagen wird;auf der folgenden Doppelseite (4–5) sind eine Danksagungder Malerin und das Inhaltsverzeichnis mit einemFoto-Ausschnitt sanft strömenden Wassers hinterlegt;es folgen eine Aufnahme aus dem Atelier mit einemKünstlerstatement („Looking at Pictures“) und der Beginnder Biographie mit dem plakativen Schriftzug„remember“, 1945.2 Mary <strong>heilmann</strong>
5Lifeline, 1989Öl auf Leinwand183 x 183 cmDie Verbindung von Bild und Text liefert mehrfach konkreteAnhaltspunkte für Erinnerungen, die in Gemäldeeingegangen sind und in abstrakte Malerei transformiertwerden: Ausführlich schildert Heilmann eingangsdie Begeisterung in ihrer Kindheit und Jugend für dasMeer, für einen Alltag, der ganz auf den Pazifikstrandausgerichtet war, für die lustvollen Angstgefühle beiWellenreiten und Surfen. „Weit draußen sah man die klarenLinien der Wellenkämme, zuerst ein glasklares Blau,dann saubere, kantenlose weiße Bänder, die schließlichden Strand überspülten“: solche topographischen Beobachtungenließen sich – vage und assoziativ – in einergrößeren Anzahl an Bildern wiedererkennen. Ein Bildtitelwie Glass Bottom Boat (1994) verweist auf ein Bootmit gläsernem Boden, das Heilmann beeindruckt hatte(„Man konnte wie durch ein Fenster ins Meer hinunterschauen“);5 dem Bild Sea Wall (1987) ist eine Fotografievon North Beach in San Francisco zur Seite gestellt, so3
dass man Fotografie und Gemälde unmittelbar aufeinanderbezieht. 6 Wesentlich ist hier nicht eine möglicheäußerliche Ähnlichkeit eines Sujets in der Fotografieund dem Gemälde, sondern eine Differenz, in der die beidenMedien koexistieren. „Not only should her works beseen in relation to other things in the world (and, morespecifically, to things in Mary’s world), they are placedthemselves as things in the world – secular, contingentobjects, as it were, rather than transcendental, autonomousones.“ 7„Bei Mary Heilmann kommt etwaszum Vorschein, was man nur seltentrifft. Ihre Malerei ist ebensoreflektiert wie unbekümmert.“Das Buch The All Night Movie ist in der Abfolge als Kaleidoskop,manchmal als veritabler Farbflash angelegt,vieles in der Gestaltung ist bildhaft komponiert. Zu deneindringlichen Momenten dieser Inszenierung zählen dieeinschneidenden Momente, die auf den Doppelseiten 54-55ff. wiedergegeben werden – mit dem Diptychon Chinatown(1976), dessen rote Tafeln vor farbigen Gründenschweben und als Trauerbild fungieren; diese Seiten geltendem Tod des Freundes Norman Fisher. Auf den nachfolgendenDoppelseiten 56-57/58-59 schildert Heilmanndie Krebserkrankung von Gordon Matta-Clark und denTod des befreundeten Künstlers im Jahr 1978; das GemäldeThe End (1979) ist unter einer Fotografie Matta-Clarks plaziert (S. 57), wobei die Fotografie und das Gemäldeauffällige kompositorische Gemeinsamkeitenaufweisen. Diese Affinitäten könnten zufällig, ebensoaber auch intendiert gewesen sein – möglicherweisediente das private Foto als Anreger, worüber das Buchallerdings keinen Aufschluss gibt. In der Tat diente dieFotografie als kompositorische Vorlage für The End. 8The End, so Heilmann, war „ein Requiem. Es war eineHommage an Norman und Gordon und all die anderenMenschen, die ich geliebt und verloren hatte. Es war eineHommage an meine Jugend.“ 9 Auf den Seiten 58-59 sinddie Gemälde Enchantment (1979) und Orbit (1978, Abb.4) als Passionsbilder eingerückt. Heilmann hat ihre biographischeKrise in den späten 70ern als Zäsur ihresWerks beschrieben. Mit den Bildern über den Tod derFreunde habe sie begonnen, aus neuen Quellen zu schöpfen.„Statt dem Gebot des modernen, ungegenständlichenFormalismus zu folgen, begann ich zu begreifen,dass die wesentlichen Entscheidungen während der Arbeitmehr und mehr inhaltlicher Natur waren. Die Modernewar zu Ende, und auch wenn die Nachricht noch nichtzu mir durchgedrungen war, wir standen am Anfang derPostmoderne. Es war ein großer Moment. Alles würdeanders sein.“ 10Im Katalog ihrer Einzelausstellung in der Wiener Secessionim Jahr 2003 erinnert Heilmann an die New YorkerGaleristen Pat Hearn und Colin de Land, die soeben frühgestorben waren und deren Tod sie als „profound lossand change“ bezeichnet. Auch in diesem Text geht Heilmannbis in die Kindheit zurück. „When I was growingup in San Francisco in the fifties, Catholic, middle class,kind of wild, always in trouble, I longed for a life thatwas different, strange, romantic, dangerous. An artist.” 11Ihre kurzes „Artist’s Statement“ vom Dezember 2006,verfasst anlässlich der Gruppenausstellung „High TimesHard Times. New York Painting 1967–1975“, widmetHeilmann der Erinnerung an ihre frühen Jahre in NewYork, wohin sie 1968 gegangen war. 12In dem Mitteilungsbedürfnis zur eigenen Vita und in derkonsequenten Parallelisierung von Text, Malerei und Fotografieweisen The All Night Movie und die anderenautobiographischen Mitteilungen die Ansicht zurück, dieIntegrität des Kunstwerks sei am besten gewahrt, wennes vom Urheber getrennt werde. Für das eigene Œuvrebehauptet Heilmann das Gegenteil; exemplarisch demonstriertsie dessen Einheit. 13Die Slide-ShowHer LifeDie Selbstbeschreibung in dem Künstlerbuch The AllNight Movie formalisiert Heilmann in ihrer 13-minütigenSlide-Show Her Life, mit der sie ansonsten ihrWerk bei Veranstaltungen mit Studenten präsentiert hatte.In der Ausstellung „To Be Someone“ zeigte HeilmannHer Life als eigenständiges Werk, unterlegt unter anderemmit Musik von Brian Eno („Here he comes“), einemMusiker, den sie sich in den späten 1970er Jahren zumVorbild genommen hatte, da sie „begriff, dass diese Musikauf einen früheren Musikstil anspielte und ihn zitierte“.14 Her Life ist eine Serie aus Bilderpaaren, in denenFotografie und Malerei als Motivvergleich, gelegentlichsogar zum Motivabgleich, offeriert werden. 15 DieMotivpaare bekunden, dass die Seherfahrungen, die sieaus ihrer Kindheit schildert, auch die Malerin nach wievor beschäftigen – Eindrücke, die aus dem Auto gewonnenwerden, die Buntheit der Reklame, aber auch Nachtclubs,der verführerische Reiz von Etablissements, diein eine Scheinwelt führen, zudem Aufsichten auf Parkplätzeund Straßen, die vom Hochhaus aufgenommenwurden, Blicke aus dem Flugzeug, in die Tiefe fluchtendeAutobahnen. In Her Life finden sich suggestive Bilder-4 Mary <strong>heilmann</strong>
6Robert¹s Garden, 1983Öl auf Leinwand152,5 x106,5 cm5
paare von Fotografien und Gemälden, mit denen – ähnlichwie bei der Zusammenstellung der Fotografie vonMatta-Clark und dem Bild The End in The All Night Movie– nicht eindeutig ausgewiesen wird, dass die Fotografieeine Kompositionsvorlage für die abstrakte Malereigewesen ist, wohl aber, dass sie es hätte sein können.So ist zum Beispiel nicht ausgemacht, dass die Aufnahmeder parkenden Limousinen in Her Life (S. 49) Vorbild fürdie Malerei gewesen ist, die Heilmann ihr zur Seite gestellthat. Aber selbst wenn sie es nicht gewesen seinsollte, ist mit dem Bilderpaar eine jederzeit mögliche Affinitätzwischen Abstraktion und alltäglicher Welt angedeutet,die auf die Rezeption des Gemäldes zurückwirktund zurückwirken soll. 16 Und vielleicht ist mit einemBildpaar wie diesem zudem auch angeregt, die beiläufigeWelt hin und wieder – im vollen Wortsinn – als Bild ihrerselbst wahrzunehmen, in ihren ikonischen ebenso wieihren metaphorischen Gehalten. In dieser Hinsicht bestehenParallelen zum frühen Werk Ellsworth Kellys.Insgesamt untergräbt Heilmanns Her Life systematischdie Idee der Autonomie und ersetzt sie durch den Hinweisauf eine vielfältige reziproke Beeinflussung empirischerund ideeller Form.Literarische,k o n t e x t u e l l e u n dstilistische MotiveMary Heilmann entwickelt ihr Werk vor allem in der Auseinandersetzungmit Positionen und Paradigmen dergeometrischen Abstraktion. Wie aber gelingt es ihr konkret,im Modus der Abstraktion einen Ton individuellerErinnerung anzuschlagen? Warum teilt sich in HeilmannsBildern eine Erinnerung mit, die wir, als Betrachter,auf uns selbst beziehen (können)?Eines der wirksamen Mittel besteht, wie dargelegt, erstensin der Mitteilung der eigenen Biographie zumal inForm des Künstlerbuchs, in dem Text, Malerei und Fotografiesynchronisiert sind. Ein weiteres Mittel besteht inder Wahl von Bildtiteln, welche die Phantasie per se beflügelnund Assoziations- und Erinnerungspotentialewachrufen. Pacific Ocean (Abb. 13), Malibu (Abb. 1), SeaWall, Winter Surf, San Francisco, Night Swim, TheBeach House, The Big Wave sind Titel, mit denen Heilmannauf Kindheits- und Jugenderinnerungen anspielt.Phoenix, Chinatown, Manhattan Shuffle, Heaven (Abb.15), Full Moon, Orbit (Abb. 4) bezeichnen Allusionenwörtlich wie auch Blues for Miles und Billy Preston oderAvalon Ballroom (Abb. 14), Woody’s Truck Stop undRobert’s Garden (Abb. 6); Looks like Music empfiehltnachgerade eine Assoziation. Andere Titel gehen aufSprichwörter zurück wie Islands in the Stream, Surfingon Acid ist ein Cocktail. Zahlreiche Titel nennen Songswie [All] Tomorrow’s Parties von Velvet Underground,My Heart is a Flower (King Missile; Abb. 11), Save theLast Dance for Me (Michael Buble) oder To Be Someonevon Paul Weller aus seinem Album „Fire and Skill: TheSongs from the Jam“. Der Text ist – einem Bekenntnisgleich – im Katalog von Heilmanns Ausstellung „To BeSomeone“ abgedruckt, die 2007/09 durch die VereinigtenStaaten wanderte. Der Bildtitel The End schließlichist existentiell motiviert, wie der Topos des Endes ohnehinvermuten lässt.Erinnerung ist im gesamten Werk Heilmanns vor allemaber durch das Zwiegespräch mit Werken und Stilprinzipiender Abstraktion seit der Klassischen Moderne begründet,die Heilmann in einen eigenen Standpunktüberführt. Von Beginn an sind Mary Heilmanns Bilderüppig und sinnlich, kontrastreich und kraftvoll farbig.Hervorgehoben wurde ihr gleichermaßen visueller undtaktiler Reiz. 17 Durchweg ist der formale, an den Ausgestaltungenvon De Stijl und Konstruktivismus sowie derMinimal Art orientierte Bildaufbau von einem vehementenmalerischen Gestus geprägt, womit Dinge gepaartwerden, die ursprünglich als widersprüchlich galten:Heilmann konfrontiert das Geplante mit dem Zufälligen,das Konstruktive mit dem Expressiven – in diesem„Mix“ 18 liegt die Sprachkraft einer Malerei, die ihre Vitaltitätaus dem Hybriden schöpft. So dürfen Farbtropfenund -spritzer in zahlreichen Bildern die monochromeFläche besprenkeln und deren Oberfläche mit widerspenstigem,gefühligem Geist aktivieren, oder das homogeneFarbfeld stellt sich per se als Feld strömenderFarbe dar. Höher als das zeitenthobene Modell stehen beiHeilmann die Individuation und ihre Geschichtlichkeit.SchlüsselwerkeZu ihren Schlüsselwerken zählen zwei frühe Gitterbilder,eines ohne Titel von 1972/73 und Little 9 x 9 von 1973,in denen Heilmann das Raster in individueller Handschriftzeichnet und ihm in den Abweichungen vom orthogonalenIdeal eine individuelle Gestalt verleiht. 19 Inden 1970er Jahren entsteht zudem eine Reihe kleiner undgroßer Gemälde mit den Primärfarben Rot, Gelb undBlau – jenen Farben, mit denen Barnett Newman 1969/70,kurz vor seinem Tod, sein Spätwerk krönte (Who’s Afraidof Red, Yellow and Blue). Die junge Mary Heilmanngreift sie auf und wendet sie ins Lakonische. Little Threefor Two: Red, Yellow & Blue von 1976 nennt die drei6 Mary <strong>heilmann</strong>
7Sea Wall, 1986Öl auf Leinwand152,4 x 106,6 cm7
8 Mary <strong>heilmann</strong>8Wawona, 1999Öl auf Leinwand190,5 x 127 cm
„Erinnerung ist im gesamten Werkvon Mary Heilmann durch dasZwiegespräch mit Werken undStilprinzipien der Abstraktionbegründet.“Farben im Titel, eine Redewendung für ein Sonderangebot:In dem Werk gibt es für drei Farben zwei Rechtecke.Deren breit gemalte Kanten fallen unregelmäßig aus, siebrechen aus der geometrischen Idealform aus und nähernsich einer anthropomorphen Gestalt an – anders alsin dem zwei Jahre später gemalten, fast identisch kleinenRosetta Stone II (Abb. 2): Hier sind die Kanten inderselben Farbkomposition wie mit dem Lineal gezogen.Eine Reihe von Bildern seit den 1970er Jahren (Tehachapi# 1, 1979; Tomorrow’s Parties, 1979/94, Abb. 3; Guitar,1979; Islands in the Stream, 1983) weist auf monochromemGrund jene schmale Vertikale auf, die Newmaneingeführt hatte („Zip“). Eine solche Vertikale in Pinkzwischen schwarzen Farbfeldern zu platzieren wäreNewman allerdings nicht in den Sinn gekommen; Heilmannstimuliert Vorstellungen von Nachtleben, Bar, Neonlicht,zugleich erinnert sie mit Newmans Chiffre andas Sublime.Mit unregelmäßigen Bildformaten ruft Mary Heilmanndie Geschichte des „shaped canvas“ von László Péri bisFrank Stella wach, wobei sie mit Positiv-Negativ-Formenund ihren Symmetrien spielt wie in dem Diptychon TheGreen Spiral (1988). Achsensymmetrisch ist die ArbeitLifeline (1989, Abb. 5) angelegt: Rechter Winkel und Diagonalekonkurrieren, steigende und fallende Linie,Symmetrie und Asymmetrie, Einheit und Dualität tretenkonfliktreich in Spannung. Actual fact und factual factder Umrissform – um mit Josef Albers zu sprechen 20 – stehenim Wettbewerb: Es gelingt einfach nicht, das Bildganzezugleich als Verschachtelung von zwei Quadratenund als Achteck zu erfassen. Dabei handelt es sich beiLifeline um eine regelmäßige und eigentlich leicht durchschaubareFarbform, die unmittelbar einleuchtet, sobaldman sie um 45 Grad im Uhrzeigersinn dreht.Räumliche Konflikte und Paradoxien der Wahrnehmungeröffnet auch Del Mar (1989) hinsichtlich von Ganzheitund Fragment – solche Dichotomien sind konkrete Malereipar excellence, nur tritt die Monochromie in Del Marals strömende, fließende Farbe auf, die – kontextfremd– an Morris Louis oder Joseph Marioni denken lässt.Wenn es ein durchgehendes Merkmal der Malerei MaryHeilmanns gibt, dann ist es eine bezwingende Verzahnungder Formen, wie sie in den 1920er Jahren WladislawStrzeminski mit seinen „Architektonischen Kompositionen“pionierhaft erprobt hat. In Heilmanns Bild„All diese Bilder sind Zeugnisseder Befreiung von Dogma undTheorienstrenge.“Ophelia (1983) lagert ein größeres Quadrat auf einemkleineren; beide sind durch eine Treppenform verbunden,mit der ein Figur-Grund-Verhältnis angedeutet ist,das sich in der Betrachtung ständig umkehrt. DiesesChangieren einfacher Formrelationen ist eine der stärkstenPointen im Werk Heilmanns.Blue Room, Sultana (1993, Abb. 12) und The Blues forMiles (1991) basieren auf einem Schachbrett-Muster, dasin der Klassischen Moderne bei Klee auftaucht; Klee hatseinerseits die Erinnerung an die empirische Welt aufsubtile Weise wachgehalten. Der informelle Gestus inRosebud (1983), ein Bild, in dem Heilmann „allein undeinsam“ Wunden malte, „meine Wunden“ 21 , korrespondiertmit dem Pathos eines Cy Twombly.Besonders ergiebig ist Heilmanns Zwiesprache mit demWerk Ellsworth Kellys; auch Kelly hatte die empirischeWelt ausdrücklich in die Formfindung einbezogen. 22 Andersals dem frühen Kelly, der 1951 eine Grammatik derFormen und Farben zu entwickeln suchte, 23 ist Heilmannjedoch niemals an systematischer Entfaltung eines ungegenständlichenKanons, also an Objektivierung interessiertgewesen. Wenn sie sich kompositorisch mit einerReihe von Bildern auffallend nahe an Kellys Collagen„Nine Colors on White“ und „Nine Colors on Black“ von1953/54 orientiert, geht es auch ihr um die vielschichtigen,nicht vorhersehbaren Erscheinungen, welche inder Struktur angelegt sind. Man vergleiche allein Kellys„Nine Colors on White I“ von 1953 und Heilmanns Wawonavon 1999 (Abb. 8): Das Vor- und Zurückspringender Farben und ihrer hellen Rahmung, der Wettbewerbum den Vordergrund, das Schweben der Farbfelder, dieAnsprüche des Gitterwerks, seinerseits als Farbe gesehenzu werden, sodann die Frage nach dem Ausschnitteines Ganzen, der sich über die Bildgrenzen hinaus erstreckenkönnte – in all diesen Aspekten gleicht HeilmannsStruktur exakt jener Kellys. Doch verleiht sie dereinzelnen Form eine individuelle Unregelmäßigkeit, sielässt jeden Quadratzentimeter anders aussehen und damitKontingenz ins Bild einströmen. So bereits in demDiptychon L. A. Pair (1976): Heilmann unterläuft hierdie akkurate Homogenität und Flächigkeit der monochromenFarbfelder, bei denen darunterliegende Farbendurchschimmern, wodurch Räume entstehen. Sie gestehtdem Farbauftrag jene Kontingenzen und eine Erkennbarkeitdes malerischen Prozesses zu, also auchdes Autors, die Kelly (und weite Teile der Farbfeldmalerei)ihm untersagt hatten.9
All diese Bilder sind von einer bittersüßen Schönheit,Zeugnisse der Befreiung von Dogma und Theorienstrenge;zugleich sind sie Ausdruck einer historischen Reflektiertheit,die das Geschichtliche wiederholt und für dieGegenwart neu auslegt. Mit den Anspielungen auf frühereWerke anderer Maler ist Heilmanns Bildern eine kunsthistorischeErinnerung eingeschrieben, welche die Betrachterals je eigene Rückbesinnung auf eben jeneWerke bzw. Stilmerkmale erfahren, die durch HeilmannsWerke hindurch scheinen – und durch die persönlicheHandschrift Mary Heilmanns wiederum als persönlicheErinnerung der Malerin ausformuliert ist. Das Wiedererkennbareder Vorbilder erhält bei Heilmann so eine klardefinierte Funktion. Sie stiftet Erinnerung auf einer formalenEbene und wendet sie durch die Malerei ins Individuelle.Der systematische Bezug auf die modernistische Malerei,die konstruktivistische, konkrete und minimalistischeKunst ist gewiss kein Alleinstellungsmerkmal desWerks von Mary Heilmann. Man denke unter vielen anderenallein an Peter Halley, die Künstler der AppropriationArt oder, in Europa, an Günther Förg und ImiKnoebel, die den Formalismus elaborieren, die Matrixder Moderne weiterstricken oder, mit den Mitteln ihrerselbst, Kritik daran üben. Anders bei Mary Heilmann. Ihrgeht es nicht um die Fortschreibung eines Essentialismus,sondern um den Widerschein konkreter Emotion.Georg ImdahlGeboren 1961 in Münster, lebt als Kunstkritiker in Düsseldorf.1991-1994 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für dasStudium fundamentale der Privaten Universität Witten/Herdecke,dort bei Franco Volpi Promotion über das FrühwerkMartin Heideggers (Das Leben verstehen. Heideggers formalanzeigende Hermeneutik, Würzburg 1997). 1995/96 Studienaufenthaltein Florenz und Rom. Zahlreiche Lehraufträge überzeitgenössische Kunst und Kunstkritik in Essen, Konstanz,Köln, Leipzig. 2009 und 2010 Gastprofessur für Kunst und Öffentlichkeit an derKunstakademie Münster. Seit 1990 tätig für Tageszeitungen, Magazine und Kataloge.2006 Kurator der Gruppenausstellung „Faszination Fußball“ in der PfalzgalerieKaiserslautern.Anmerkungen1 Konrad Bitterli, Little 9 x 9 (1973) / Blue Room (1997), Köln2000, S. 19.2 Vgl. dazu Mark A. Cheetham, The Rhetoric of Purity, EssentialistTheory and the Advent of Abstract Painting, Cambridge2009.3 Mary Heilmann, Biography, in: Mary Heilmann: A Survey, Boston1990, o. P.4 Mary Heilmann, The All Night Movie, Designed by Mark Magill& Mary Heilmann, Zürich 1999, S. 7.5 A.a.O., S. 10.6 A.a.O., S. 28.7 Johanna Burton, Mountain Wave. Mary Heilmann’s „Mary HeilmannPhase”, in: Mary Heilmann, To Be Someone, Ausst.-Kat.Newport Beach, California, 2007, S. 46-87, S. 82.8 Dies bestätigte Mary Heilmann dem Verfasser in einer E-Mailvom 23. September 2008.9 Mary Heilmann, The All Night Movie, S. 61.10 Ebd.11 Mary Heilmann, Swan Song, in: Mary Heilmann. AllTomorrow’s Parties, Köln 2003, S. 4-11, S. 4.12 Katy Siegel (Hg.), High Times Hard Times, New York 2006,S. 45.13 Damit sei nicht behauptet, dass eine solche Autonomie eineFiktion wäre. Es gibt zahlreiche autobiographische Texte vonKünstlerinnen und Künstlern des 20. Jahrhunderts, die eigeneErinnerungen schildern und diese eng an ein durchaus autonomesWerk koppeln. Vgl. Richard Serras Erinnerungen anden Stapellauf eines Schiffs in San Francisco als Vierjähriger, in:Neue Skulpturen in Europa, Bochum 1988, S. 78-82.14 The All Night Movie, a.a.O., S. 61.15 Vgl. Johanna Burton, Mountain Wave (wie Anm. 7).16 Tatsächlich besteht auch hier eine direkte Verbindung (E-Mailder Malerin an den Verfasser vom 23. September 2008).17 Vgl. John Yau, Mary Heilmann, Farbe und Lust, Ostfildern-Ruit1997, S. 15 und 20.18 Vgl. Jutta Koether, Painting and All That. . . in Flight, Mix? – IhrMix! Die Malerei von Mary Heilmann, in: The All Night Movie(wie Anm. 4), S. 76-94.19 Vgl. David Joselit, Mary Heilmann’s Embodied Grids, in: MaryHeilmann: A Survey, Boston 1990, o. P.20 Josef Albers, Interaction of Color. Grundlegung einer Didaktikdes Sehens, Köln 1997, S. 96.21 The All Night Movie, S. 67.22 Vgl. Yve-Alain Bois, Kelly’s Trouvailles: Findings in France, in:Ellsworth Kelly, The Early Drawings, 1948-1955, Ausst.-Kat.Harvard und Winterthur, Düsseldorf 1999.23 Vgl. Ellsworth Kelly, Line Form Color, Harvard UniversityMuseum, 1999.FotonachweisAbbildungenAbb. 16Courtesy of the artist,303 Gallery, New York,und Hauser & Wirth, ZürichJens Ziehe10 Mary <strong>heilmann</strong>
9Cup Drawing, 1983glasierte Keramik30,5 x 48,5 cmErscheint viermal jährlich mit insgesamt28 Künstlermonografien auf über 500 TextundBild-Seiten und kostet im Jahresabonnementeinschl. Sammelordner und Schuber 148,–,im Ausland 158,–, frei Haus.www.weltkunst.dePostanschrift für Verlag und RedaktionZEIT <strong>Kunstverlag</strong> GmbH & Co. KGBalanstraße 73, Gebäude 8D-81541 MünchenTel. 0 89/12 69 90-0 / Fax 0 89/12 69 90-11Bankkonto: Commerzbank StuttgartKonto-Nr. 525 55 34, BLZ 600 400 71GründungsherausgeberDr. Detlef BluemlerProf. Lothar Romain †RedaktionHans-Joachim MüllerGeschäftsführerGerhard FeiglMatthias WeidlingGrafikMichael MüllerGestaltungskonzeptBureau Mirko BorscheAbonnement und LeserserviceZEITKUNSTVERLAG GmbH & Co. KGBalanstraße 73, Gebäude 8D-81541 München / Tel. 0 89/12 69 90-0›Künstler‹ ist auch über denBuchhandel erhältlichPrepressFranzis print & media GmbH, MünchenDruckF&W Mediencenter GmbH, KienbergDie Publikation und alle in ihr enthaltenenBeiträge und Abbildungen sind urheberrechtlichgeschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklichvom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarfder vorherigen Zustimmung des Verlages. Dies giltinsbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen,Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherungund Verarbeitung in elektronischen Systemen.© ZEIT <strong>Kunstverlag</strong> GmbH & Co. KG, München 2010ISSN 0934-173011
Mary HeilmannBiografie1940 geboren in San Francisco1959 Studium der Literatur an der-1962 University of California in Santa Barbara, B.A.1963 Studium „poetry and ceramics“ an der SanFrancisco State University1963 Studium „ceramics and sculpture“-1967 an der University of California in Berkeley,M.A.lebt und arbeitet in New YorkAusstellungenEinzelausstellungen (Auswahl)2010 Galerie Barbara Weiss, Home Sweet Home. ASweet American Song, Berlin; Museum Ludwig,Mary Heilmann. Drawings and Prints, Köln2009 303 Gallery, New York2008 Zwirner & Wirth, Some Pretty Colors, NewYork; New Museum of Contemporary Art,Mary Heilmann: To Be Someone, New York;Wexner Center for the Arts, Mary Heilmann:To Be Someone, Columbus, Ohio2007 Orange County Museum, Mary Heilmann: ToBe Someone, Newport Beach CA; CAMH- Contemporary Art Museum, Mary Heilmann:To Be Someone, Houston2006 Hauser & Wirth, Saturday Night Kiss, Zürich;Crown Point Gallery, Mary Heilmann: NewEtchings, San Francisco2005 303 Gallery, Mary Heilmann. Heaven & Hell,New York2004 Hauser & Wirth, London2003 Secession, Mary Heilmann. All Tomorrow‘sParties, Wien; Douglas Hyde Gallery, TrinityCollege, Mary Heilmann. The Architecture ofHeaven, Dublin2002 American Fine Arts, New York; Kenny SchachterGallery, Mary Heilmann: Home, New York2001 Hauser & Wirth, Zürich; Galerie Meyer Kainer,Wien; Camden Arts Centre, London2000 Oldenburger Kunstverein, Mary Heilmann.Malerei, Oldenburg; Galleria Marabini,Bologna; Kunstmuseum St. Gallen, Mary Heilmann- Jessica Stockholder, St. Gallen; GalerieVera Munro, Hamburg1999 Hauser & Wirth Zürich, Mary Heilmann. TheAll Night Movie, Zürich1998 Pat Hearn Gallery, Mary Heilmann. Paintings,New York; Johnson County Community College,Selected Works, 1978-1998, OverlandPark1997 Richard Telles Gallery, Los Angeles; CAStiftung für konstruktive und konkrete Kunst,Mary Heilmann. This and That, Zürich; Hauser& Wirth, Mary Heilmann. Paintings 1973-1997,Zürich; Wolfgang Häusler, Modern Art: Paintingsand Papers, München; Galerie Stadtpark,Krems1995 Pat Hearn Gallery, New York; Zeno X Gallery,Antwerpen1994 Beaver College Art Gallery, Mary Heilmann:Paintings, Drawings, Ceramics, Glenside; MBochum Kunstvermittlung, Works 1971-1994,Bochum; Pat Hearn Gallery, Greatest Hits,New York; San Francisco Art Institute / WalterMcBean Gallery, San Francisco1993 Pat Hearn Gallery, New York1991 Pat Hearn Gallery, New York; Green Gallery,Bay Harbor Islands1990 Galerie Isabella Kacprzak, Mary Heilmann undJessica Stockholder, Köln; Institute of ContemporaryArt, Mary Heilmann: A Survey, Boston;Fuller Gross Gallery, San Francisco; RobbinLockett Gallery, Chicago1989 Pat Hearn Gallery, New York1988 Gallery Mukai, Tokyo1981 Holly Solomon Gallery, New YorkGruppenausstellungen (Auswahl)2010 Nyehaus, Swell: Arte 1950-2010, New York;Metro Pictures, Swell, New York; KunstmuseumSt.Gallen, AMBIGU - Malerei im Zwischenbereich/Paintingbetween Abstraction andNarration, St.Gallen; Artpace, On the Road,San Antonio; De Markten, For Your EyesOnly, Brüssel; Zurcher Studio, Devotion, NewYork; Nicole Klagsbrun Gallery, Lean, NewYork; Bemis Center for Contemporary Art,Borderland Abstraction, Omaha; Vera Munro,High Ideals & Crazy Dreams, Hamburg2009 The Parrish Art Museum, Mixed Greens:Artists Choose Artists on the East End,Southampton; Oud Vliegveld, The Art of theReal, Ostende2008 Hammer Museum, Oranges and Sardines: Conversationson Abstract Painting, Los Angeles;Whitney Museum of American Art, WhitneyBiennial 2008, New York; P.S.1 ContemporaryArt Center, WACK! Art and the FeministRevolution, Long Island; ZKM - Zentrum fürKunst und Medientechnologie, High Times,Hard Times. New York Painting 1967-1975,Karlsruhe2007 Galerie Thomas Flor, Short Distance ToNow, Düsseldorf; Kunstraum Innsbruck,Franz West, Soufflé - eine Massenausstellung,Innsbruck; Honor Fraser, Hovering Over theUniverse? (cur. by Kristin Calabrese), VeniceCA; Museum of Contemporary Art, WACK!Art and the Feminist Revolution, Los Angeles(auch National Museum of Women in theArts, Washington und Vancouver Art Gallery,Vancouver; National Academy Museum,High Times, Hard Times. New York Painting1967-1975, New York (auch Museo TamayoArte Contemporaneo, Mexico City, und NeueGalerie am Landesmuseum Joanneum, Graz2006 Weatherspoon Art Museum, High Times,Hard Times. New York Painting 1967-1975,Greensboro2005 P. S. 1 MoMA, The Painted World, Long Island;Art Gallery of Ontario, The Shape of Colour:Excursions in Colour Field Art, Toronto2003 Galerie Renos Xippas, ON, Athen; MeyerRiegger Galerie, There‘s no land but theland (up there is just a sea of possibilities),Karlsruhe2002 Hauser & Wirth Collection, House of Fiction.Sammlung (3), St.Gallen;2001 Greengrassi Gallery, Mary Heilmann - JoanneGreenbaum, London2000 Galerie Nächst St. Stephan RosemarieSchwarzwälder, The Artist as Curator: HelmutFederle, Georgia O‘Keeffe, Myron Stout, MarciaHafif, Mary Heilmann, Haken Rehenberg,Robert Mangold, Blinky Palermo, HowardHodgkin, Wien1997 Kunsthaus Bregenz, KünstlerInnen: 50 Positionenzeitgenössischer internationaler Kunst(cur. Edelbert Köb), Bregenz1995 Aargauer Kunsthaus, Karo Dame. Konstruktive,Konkrete und Radikale Konzepte vonFrauen von 1914 bis heute (cur. Beat Wismer),Aarau;Bibliografie (Auswahl)Schriften der Künstlerin:2007 Signs and Wonders, in: Art Forum, New York,November 2007, p. 3142004 What is the Object?, in: Frieze, London, Nr.82, April 2004, p. 681999 Mary Heilmann. The All Night Movie [Text vonJutta Koether und Mary Heilmann, hrsg. vonGalerie Hauser & Wirth], Zürich: Offizin-Verlag,1999, ill. (exh.cat.)1993 Cherchez La Femme. Peintre (inquiry), in: Parkett,Zürich: Parkett-Verlag, Nr. 37, September1993, pp. 127-128, 138-139; First Day, Roguevol. XX, Juni 1993, p. 111992 Does Gender Make a Difference in ContemporaryArt, in: Tema Celeste, Syracuse/IT, Nr.37-38, Special Issue, Herbst 1992, p. 63, ill.12 Mary <strong>heilmann</strong>
1Malibu, 1970Acrylgel auf ungestraffter Leinwand163 x 140 cmCoverThe Black Hand, 1983, glasierte Keramik, 66,5 x 48,5 cm
232The Rosetta Stone II, 1978Acryl auf Leinwand30,5 x 61 cm3Tomorrow’s Parties, 1979/1994Diptychon, Acryl auf Leinwand122,5 x 183,5 cm4Orbit, 1978Acryl und Latex auf Leinwand61 x 61 cm
10Little Mondrian, 1985Acryl und Aquarellfarben auf Leinwand76 x 56 cm11My Heart is a Flower, 1992Diptychon, Öl auf Leinwand180,5 x 155 cm12Sultana, 1993Öl auf Leinwand183 x 183 cm13Pacific Ocean, 1998Triptychon, Öl auf Leinwand137 x 274 cm14Avalon Ballroom, 2002Öl auf Leinwand127 x 101,5 cm101112
H<strong>mary</strong> <strong>heilmann</strong>1314
H<strong>mary</strong> <strong>heilmann</strong>15Heaven, 2004Öl auf Leinwand190,5 x 152,5 cm
16Ausstellungsansicht„Home Sweet Home“Galerie Barbara Weiss, Berlin, 2010