1) Bildungsideal von Wilhelm v. Humboldt - DieBurschenschaften.de

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1) Bildungsideal von Wilhelm v. Humboldt - DieBurschenschaften.de

Zirkel und Zahnrad –

Ingenieure im bürgerlichen Emanzipationskampf um

1900

Dr. Frank Grobe

Hannover, 16. November 2011


Agenda

1

2

3

4

Bildungsbürgertum versus Techniker

Soziale Herkunft des technischen Burschenschafters

Politische Positionierung als Kompensation und Katalysator

Der Dipl.-Ing. als Gütesiegel

© Dr. Frank Grobe 2


Geschichte des burschenschaftlichen Technikerverbands

Entstehung Krise Wachstum Zusammenschluß

› 1889: Gründung des

Niederwald Deputierten-

Convents

› Kein Maturitätszwang

› 1890: Gründung des

Organs „Deutscher

Burschenschafter”

› Höchstzahl:

16 Burschenschaften

› 1896: Stellung zur Matura

führt zur Auflösung

› November 1896:

Gründung des

Germania/Binger

Deputierten-Convents

› Maturitätszwang

› Höchstzahl:

9 Burschenschaften

1) RDC = Rüdesheimer Deputierten-Convent.

2) RVdB = Rüdesheimer Verband deutscher Burschenschaften.

› 1900: Gründung des

RDC 1) auf maturer

Grundlage

› 1900–1914 Leitverband in

der „Ausländerfrage”

› 1904: Aufnahme von

Univ.-Burschenschaften

› 1904–1908 Teilnahme

am „Akad. Kulturkampf”

› 1906: Umwandlung in

RVdB 2)

› 1908: Aufnahme von

tierärztl. Korporationen

› Erster Weltkrieg wirkt als

integrativer Faktor

› Höchstzahl:

37 Burschenschaften

› 1919: Fusion mit

Deutscher Burschenschaft

(DB) und Burschenschaft

der Ostmark zur DB

1889 1896 1900 1919

© Dr. Frank Grobe 3


Vorbildung entscheidet über Hochschulzulassung

Matura eines

Gymnasiums,

Realgymnasiums

oder Oberrealschule 1)

Fachschulen

Matura keine

Voraussetzung

Matura eines

Gymnasiums

Technische Hochschulen Universitäten

1) Ab 1899.

© Dr. Frank Grobe 4


Humboldts Bildungsideal propagiert Eigenverantwortung

„Hochschulen unterrichten –

Korporationen erziehen”

Erziehungskonzept u. a. von Friedrich Paulsen (1846-1908) 1)

Hochschule Student

› Einheit von Lehre

und Forschung

› Keine Erziehungsaufgabe

› Eigenverantwortung

Bildungsideal von Wilhelm v. Humboldt (1767-1835)

1) Paulsen, Friedrich, Die deutschen Universitäten und das Universitätsstudium, Berlin 1902, S. 474.

© Dr. Frank Grobe 5


Studentenverbindungen nehmen Erziehungsfunktion wahr

„Einen erziehenden Einfluß haben wir Professoren unmittelbar auf Sie [den Studenten, F. G.]

kaum oder gar nicht, die Disziplinargewalt werden wir hierfür nicht in Anspruch nehmen;

Sie sind sich selbstüberlassen, von der übrigen bürgerlichen Gesellschaft

losgelöst und haben somit lediglich sich selbst

zu erziehen. (...). Und so sehen es denn auch

alle studentischen Verbindungen als ihr Recht

und ihre Pflicht an, die Füchse

zu erziehen (...)“. 1)

Lehre

Erziehung

Humboldtsche

Lücke

Hochschulen Korporationen

1) Ziegler, Theobald, Der deutsche Student am Ende des 19. Jahrhunderts, Stuttgart 1895 (Nachdruck 2004), S. 104f.

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Faktoren, die einen Eintritt in Verbindungen fördern

Äußere Faktoren

› Farbenstudent vervollständigt Lokalkolorit

› Hohe Korporiertenfrequenz an Hochschulen

› „Rückgrat des Akademikertums“ bestimmt

innere Haltung der Oberschicht

› Integration in Gesellschaft

› Vorschule für öffentliches Leben

› Elitäres Auftreten

+

Innere Faktoren

› Verhinderung von Isolation

› Verkehr unter Gleichgesinnten

› Erwerb von sozialer Kompetenz und

Führungsqualifikation

› Demokratische Artikulation

› Netzwerkbildung und Protektion

Burschenschafter, obere Reihe von links nach rechts: Theodor Fliedner; Victor Adler; Heinrich v. Treitschke; Ferdinand Lassalle; Heinrich v. Gagern;

Friedrich Nietzsche; Robert Blum; Max Weber; Carl Schurz; Ferdinand Porsche; Robert Schumann; Heinrich Ritter v. Srbik; Ernst Heinrich Heinkel;

Otto Meißner; Wilhelm Hauff; Heinrich Hertz. Untere Reihe von links nach rechts: Otto Roquette; Rudolf Eucken; Fritz Reuter; Heinrich Heine;

Friedrich Meinecke; Konrad Duden; Theodor Storm; August Heinrich Hoffmann v. Fallersleben; Gustav Stresemann; Theodor Mommsen; Carl Bosch;

Wilhelm Oncken; Friedrich Paulsen; Mehmed Emin Pascha (Eduard Schnitzer); Karl Simrock; Joseph Victor v. Scheffel.

© Dr. Frank Grobe 7


Der akademische Habitus erleichtert den gesellschaftlichen

Aufstieg des Technikers

Studium

Korporationsmitgliedschaft

Reserveoffizierspatent

Sozialer

Aufstieg

© Dr. Frank Grobe 8


Agenda

1

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3

4

Bildungsbürgertum versus Techniker

Soziale Herkunft des technischen Burschenschafters

Politische Positionierung als Kompensation und Katalysator

Der Dipl.-Ing. als Gütesiegel

© Dr. Frank Grobe 9


TH-Studenten in Baden mit höherem Sozialstatus

Soziale Herkunft; Zeitraum 1869–1893

in %

Universität

Freiburg

Universität

Heidelberg

TH

Karlsruhe

15 14 6 19 5

23

10 8

Nied. Bedienste

13 24 12 12 8 10 12 9

Geistliche 1)

21 16 14 13 13 9 8 6

Staatsbeamte 1) Kaufleute Beamte 2) Handwerker Industrielle Rentner Landwirte Lehrer 2)

Quelle: Cron, Ludwig, Glaubensbekenntnis und höheres Studium. Aus den Akten der Universitäten Heidelberg und Freiburg und der TH Karlsruhe 1869–1893,

Heidelberg 1900, S. 74f.

1) Mit akademischer Bildung. 2) Ohne akademische Bildung.

© Dr. Frank Grobe 10


Ingenieure entstammen 1928 höheren Schichten

Soziale Herkunft der Studenten aller deutschen Hochschulen; SS 1928

in % der männlichen Studenten

Universitäten

(ohne Gießen)

Technische

Hochschulen

(ohne Darmstadt)

Tierärztliche

Hochschule

Bergakademien

33

39

31

39

obere

Klassen 1)

62

58

68

59

Mittelstand 2)

5

3

1

2

untere

Klassen 3)

Quelle: Graven, Gliederung, S. 318f. 1) Obere Klassen: höhere Beamte; Angehörige freier Berufe mit akademischer Bildung; Offiziere;

Großlandwirte; Besitzer und Direktoren von Fabriken; Direktoren von Aktiengesellschaften und GmbH; Privatangestellte in leitender Stellung.

2) Mittelstand: mittlere Beamte; Angehörige freier Berufe ohne akademische Bildung; sonstige Militärpersonen; Kleinlandwirte; sämtliche Handel- und

Gewerbetreibenden mit Ausnahme der vorher genannten Gruppen; Privatangestellte in nicht leitender Stellung. 3) Untere Klassen: Unterbeamte und Arbeiter.

© Dr. Frank Grobe 11


Agenda

1

2

3

4

Bildungsbürgertum versus Techniker

Soziale Herkunft des technischen Burschenschafters

Politische Positionierung als Kompensation

und Katalysator

Der Dipl.-Ing. als Gütesiegel

© Dr. Frank Grobe 12


Knüpfung von Netzwerken zur Hebung des Ansehens

Nationale und völkische Verbände

Mitgliedschaften, Spenden des Technikerverbands

› Allgemeiner Deutscher Schulverein (1892/1906)

› Alldeutscher Verband (1898/1906)

› Allgemeiner Deutscher Sprachverein (1907)

› Vaterländischer Schriftenverband (1908, initiiert

durch technische Burschenschafter 1906)

› Spenden: für Baltendeutsche, Bismarcksäulen,

Rosegger-Stiftung, Zeppelinspende usw.

› Einzelne Burschenschaften: Kolonialverein,

› Deutsches Haus Germania, Verein Südmark usw.

Gründe für den Beitritt zu völkischen Verbänden

› Eintreten für nationale Belange gilt als unpolitisch

und überparteiliche Pflicht

› Nationaler Gedanke wird als Inbegriff des

allgemeinen Fortschritts betrachtet

› Bildungsziele werden mit der „Sache der Nation“

verquickt, um so die Ansehenssteigerung des

Ingenieurs zu erreichen

!

Ingenieure versuchen aus Kompensationsgründen

Universitätsakademiker politisch

„rechts“ zu überholen

© Dr. Frank Grobe 13


„Akademischer Kulturkampf“ findet an den THen statt

Ultramontanismusstreit mündet im Akademischen

Kulturkampf

› Fortführung des Bismarck‘schen Kulturkampfes

› Katholischen Verbindungen wird „Reichsfeindlichkeit“

vorgeworfen

› Katholische Kirche belegt Duellanten mit der

Exkommunikation

› Preußisches Kultusministerium verweigert TH-

Studenten die „Akademische Freiheit“

› Hochschulen relegieren „nationale“ Studenten

Hauptaustragungsorte – Technische Hochschulen

Befürchtungen und Forderungen

› Konkurrenzangst durch katholische Verbindungen

› Gefahr des Mitgliederrückgangs

› Statusverlust der satisfaktionsgebenden

Verbindungen

Ergebnisse

!

Forderung: Verbot des Schläger- und

Farbentragens

Versenden von Denkschriften und Sympathieerklärungen

(Reich, Universität Innsbruck)

› Proteste der Studenten werden von Medien,

Politikern und Dozenten unterstützt

› Versendung von Denkschriften bringen den

„Dreibund ins Wanken“

› Hochschulen heben Disziplinarverfahren auf

Katholische Verbindungen werden nicht

Verboten und dürfen Farben und Schläger tragen

Technische Burschenschaften positionieren sich

als Verfechter nationaler Standpunkte

© Dr. Frank Grobe 14


Die SPD und der „Fall Geck“

SPD als „innerer Reichsfeind“

› Die SPD wird von der bürgerlichen Gesellschaft

nicht zur „nationale[n] Solidargemeinschaft des

Reiches“ gerechnet

› Aufhebung des Sozialistengesetzes 1890 und

Wahlerfolge der SPD führen zu ersten

Diskussionen innerhalb des Verbands

› Ernst Adolf Geck (Teutonia Karlsruhe) ist SPD-

Abgeordneter des Reichtags

› Ab 1893 werden Forderungen zum Ausschluß

von SPD- Mitgliedern erhoben

› 1906: Ablehnung des

› Nachtragsetats für

Deutsch-Südwestafrika

durch SPD und Zentrum

führen 1907 zur

„Hottentottenwahl“

› Technische

Burschenschaften

rufen zur Wahl „nationaler

Parteien“ auf !

Folgen und Ergebnisse

› Medien greifen Wahl Gecks auf und setzen

Verband unter Druck

› RVdB beschließt die Unvereinbarkeit zwischen

SPD und Burschenschaft. Damit erhofft sich der

Verband Gewinnung nationaler Reputation

› Einzelne Altherrenschaften sehen dies als

Eingriff in die Autonomie der Burschenschaften

› Meinungsverschiedenheiten innerhalb des

„Verbands Alter Burschenschafter“ führen zu

dessen Auflösung

Zur Beendigung interner Machtkämpfe wird

die Autonomie der Burschenschaften

wiederhergestellt; Geck bleibt Mitglied

Für Neumitglieder bleibt der

Unvereinbarkeitsbeschluß bestehen

Nationale Positionierung mißlingt

© Dr. Frank Grobe 15


Bei der Ausländerfrage werden Hochschulen zu Getriebenen

Ausländische Studenten an Hochschulen

in Prozent, 1907

32,6

Jahr: 1905; Bergakademie.

38,1

39,4

Dresden Darmstadt Karlsruhe

57

Freiberg 1)

Gründe, die zur „Ausländerfrage“ führen

› Konkurrenzangst

› Verdrängung deutscher Studenten bei Hiwi-

Stellen und Laboratorienplätzen

› Politische Betätigung bei russischen und

polnischen Studenten

› Angst vor Wirtschaftsspionage

Resultate der „Ausländerfrage“

› Einrichtung einer Auskunftsstelle zur

Information über Schulbildung der Ausländer

› Erstvergabe von Hiwi-Stellen und

Laboratorienplätze an Deutsche

› Erhöhung der Studiengebühren und der

Aufnahmekriterien

!

Technische Burschenschafter werden

zum politischen Akademiker-Leitverband

© Dr. Frank Grobe 16


Verstärkte Rekrutierung von Ingenieuren im Krieg

Rekrutierung nach Hochschulgattung

in Prozent, 1914–1918

78

88

Germania Hannover

90

TH1) Universität Bergakademie

92

Tierärztl.

Hochschule

Forstakademie

Krieg als Katalysator der Gleichberechtigung

› Bei Kriegsausbruch melden sich 50.000 Studenten

(75,5% aller Studenten) kriegsfreiwillig bzw.

werden eingezogen

› Die nicht-universitären und mit einem geringeren

Status versehenen Studenten finden die höchste

Verwendung im Militär

› Der Besuch der Technischen Hochschulen sinkt

auf insgesamt 3.000 Studenten

› Leistungen der Ingenieure werden mit Beginn des

Weltkriegs neu interpretiert

› Kriegswissenschaftliche Forschung dient u.a. zur

Hebung des Standes

Technische Burschenschafter sehen sich als

gleichberechtigter Teil der Akademikerschaft

1) Der Prozentsatz an Ingenieurstudenten im Weltkrieg entspricht dem der Studenten an Landwirtschaftlichen Hochschulen.

100

© Dr. Frank Grobe 17


Weltkriegsniederlage führt zu Einigung

Verschmelzung von DB und RVdB zur Deutschen Burschenschaft 1919

Quelle: Deutscher Burschenschafter,1919.

© Dr. Frank Grobe 18


Agenda

1

2

3

4

Bildungsbürgertum versus Techniker

Soziale Herkunft des technischen Burschenschafters

Politische Positionierung als Kompensation und Katalysator

Der Dipl.-Ing. als Gütesiegel

© Dr. Frank Grobe 19


Geschichte der deutschen Hochschulen 1)

14. Jahrhundert

› Universität

Prag (1348)

› Universität

Wien (1365)

› Universität

Heidelb. (1386)

› Universität

Köln (1388)

› Universität

Erfurt (1392)

15. Jahrhundert

› Universität

Würzb. (1402)

› Universität

Leipzig (1409)

› Universität

Rostock (1419)

› Universität

Greifsw. (1456)

› Universität

Freibg. (1457)

› Universität

Ingolstd. (1472)

› Universität

Trier (1473)

› Universität

Mainz (1476)

› Universität

Tübing. (1477)

› Universität

Frankf./O. (1498)

16. Jahrhundert

› Universität

Wittenb. (1502)

› Universität

Potsdam (1506)

› Universität

Marbg. (1527)

› Universität

Straßbg. (1538)

› Universität

Königsb. (1544)

› Universität

Dillingen (1553)

› Universität

Jena (1558)

› Universität

Brausnb. (1568)

› Universität

Helmst. (1575)

› Universität

Graz (1585)

17. Jahrhundert 1)

› Universität

Gießen (1607)

› Universität

Paderb. (1614)

› Universität

Straßb. (1621)

› Universität

Salzbg. (1625)

› Universität

Osnabr. (1629)

› Universität

Kassel (1633)

› Universität

Bambg. (1647)

› Universität

Duisbg (1654)

› Universität

Kiel (1665)

› Universität

Innsbr. (1668)

› Universität

Halle (1693)

19. Jahrhundert3) 18. Jahrhundert2) 20. Jahrhundert

› Universität

Breslau (1702)

› Universität

Fulda (1732)

› Universität

Götting. (1737)

› Universität

Erlang. (1742)

› Bergakademie

Freiberg (1765)

› Bergakademie

Berlin (1770)

› Bergakademie

Clausth. (1775)

› Tierärztliche H.

Hannover (1778)

› Universität

Münster (1780)

› Universität

Bonn (1784)

› Bauakademie

Berlin (1799)

› TH Prag (1806)

› Universität

Berlin (1810)

› TH Wien (1815)

› TH Karlsruhe

(1825)

› TH Dresden

(1828)

› TH Stuttgart

(1829)

› TH Hannover

(1831)

› TH Braunschweig

(1835)

› TH Darmstadt

(1836)

› TH München

(1868)

› TH Aachen

(1870)

› TH Danzig

(1904)

› TH Breslau

(1910)

› Universität:

› 1914: Frankfurt

› 1919: Hamburg,

Köln;

› 1948: FU Berlin,

Saarbr., Hildes.;

› ab 1967: 33

Universitäten

u.a.: Augsburg,

Bayr., Bielef.,

Bochum, D‘dorf

Konstanz., Ulm,

Osnab., Paderb.,

Siegen, Vechta

› TU Chemnitz,

Cottbus,

Dortmund, HH

Harburg,

Kaiserslautern

› 79 Private

Hochschulen

und Universitäten

(verstärkt

ab 1990er)

1) Altdorf (1623), Linz (1674) 2) Bützow (1760), Univ. Stuttgart (1781) 3) Universität Landshut (1800), TH Graz (1811), Gewerbeinstitut Berlin (1821), LH Hohenheim (1818), Univ. München (1826),

TH Brünn (1849), Montanhochschule Leoben (1840)

© Dr. Frank Grobe 20


Vermassung der Hochschulen steigert nicht die Qualität

Frequenz 1840―2010, Anzahl von Hochschulgründungen (20. Jahrhundert), Nobelpreise 1)

Studierende in Tsd.

12

12

2 Technische

Hochschulen

22

28

34

2 Technische

Hochschulen

3 Universitäten

55

87

52

Nobelpreise

28

Nobelpreise

Studentenzahlen allgemein

Quelle: Graven, Gliederung, S. 318f. Titze, Datenhandbuch, S. 28ff., Destatis.

1) Nur Chemie, Physik, Physiologie/Medizin, Wirtschaftswissenschaften (Friedensnobelpreise: 6, Literaturnobelpreise: 9), Zeitraum 1901–2010.

100

1860 1870 1880 1890 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010

100

3 Universitäten

120

200

410

5 Technische

Hochschulen

33 Universitäten

1.000

1.700

79 Private

Hochschulen

1.800

2.200

© Dr. Frank Grobe 21


1/3 aller Elitehochschulen sind ehemalige THs

Exzellenzinitiative: Förderentscheidungen 2006/2007

RWTH

Aachen

Ruprecht-Karls-

Universität

Heidelberg

Albert-Ludwigs-

Universität

Freiburg

Quelle: Academic, 2000-2010.

Karlsruhe

Institute of

Technology

Ludwig-Maximilians-

Universität München

Universität

Konstanz

Georg-August-

Universität

Göttingen

Freie

Universität

Berlin

Technische

Universität

München

Prämiert für das

Zukunftskonzept

(sogenannte Elite-

Universität)

Rheinisch-Westfälische TH Aachen

Freie Universität Berlin

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Ruprecht-Karls-Univ. Heidelberg

Georg-August-Universität Göttingen

Karlsruher Institut für Technologie

Universität Konstanz

Ludwig-Maximilians-Univ. München

Technische Universität München

© Dr. Frank Grobe 22


Das Gütesiegel „Diplom-Ingenieur“ steht seit 1899 für …

Hohe Reputation

im In- und Ausland

Tradition und

Fortschritt

Kompetenz

Weltweit anerkannten Studienabschluss

Qualität

Fundierte wissenschaftliche

Ingenieurausbildung

Innovationen

Wettbewerbsfähigkeit des

Standorts Deutschland

© Dr. Frank Grobe 23


Fazit

1

2

3

4

Die Erhöhung der Aufnahmekriterien und Bildungsabschlüsse (Matura,

Diplom, Dr.-Ing.) reichen für einen Aufstieg in die Sphären des

Bildungsbürgertums nicht aus

Der angehende Ingenieur entstammt überwiegend dem Bürgertum

Der Weltkrieg und der einigende Nationalismus stellen einen integrativen

Faktor dar, der Ventile öffnet und als Katalysator Ingenieur und

Universitätsabsolvent einander näherbringt

Um den Titel des Dipl.-Ing. als deutsches Gütesiegel nicht zu

verschleudern, muss Druck auf die Politik ausgeübt werden

© Dr. Frank Grobe 24

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