Werkstatt für die Zukunft von Industrieregionen

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Werkstatt für die Zukunft von Industrieregionen

46Praxis Geographie 10/1999SpecialWerkstatt für die Zukunft von IndustrieregionenDie Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park im nördlichen RuhrgebietMartina FuchsAls der französische KomponistMaurice Ravel 1905 den Rhein herauffuhr,notierte er beim Anblickder Duisburger Industriekulisse Folgendes:„Was ich gestern gesehen habe, wird in denWinkel des Auges eingeschrieben bleiben …Nach einem schlammigen Tag auf einemsehr breiten Fluß …, entdeckt man eineStadt von Schloten, von Domen, die flammen,und rötliche oder blaue Raketen ausspeien.… Wie soll ich Ihnen den Eindruckdieser Schlösser aus flüssigem Metall, dieserglühenden Kathedralen, der wunderbarenSymphonie von Transmissionen, vonPfiffen, von furchtbaren Hammerschlägenschildern, der uns umhüllt. Überall ein roter,düsterer, brennender Himmel … Wiemusikalisch das alles ist.“ (zitiert nach Heidu. a. 1996, S. 199 f.).Das Bild hat sich mittlerweile verändert.Seit mehr als drei Jahrzehnten sind nichtnur in Duisburg, sondern auch in anderenRuhrgebietsstädten immer mehr „Kathedralen“der Montanindustrie geschlossen worden.Durch internationale Konkurrenz undpolitische Deregulierungen gerieten diezentralen Montansektoren des Ruhrgebiets,Steinkohlenbergbau und Stahlproduktion,in Probleme. Die betroffenen Kommunensahen sich – zusätzlich zu den Umweltbelastungender Region – wirtschaftlichen undsozialen Problemen, insbesondere hoherArbeitslosigkeit, gegenübergestellt.„Der Pott kocht“ behaupteteine Kampagne für dasRuhrgebiet, die u. a. für dieInternationale Bauausstellung(IBA) Emscher Park wirbt.Für den Schulunterrichtlohnt es sich, einen Blickin den „Pott“ zu werfen,da sich hier Beispiele füreinen handlungsorientiertenUnterricht zeigen.Die Bewohner des Ruhrgebiets könnenauf unverwechselbare Silhouetten blicken,wie auf die Anlagen von Propser Hanielin Bottrop. Dass man sich mit diesenebenso identifizieren kann wie die Kölnermit ihrem Dom oder die Hamburger mitihrem Hafen, soll in Zukunft auchTouristen verständlich gemacht werden.Foto: D. FalkDie Internationale Bauausstellung (IBA)Emscher ParkMit der IBA Emscher Park wollen zentraleAkteure des Ruhrgebiets zeigen, dass eineRegion, der im Allgemeinen ein wenig innovativesMilieu zugeschrieben wird, einenästhetischen, ökologischen und sozialenUmbau vollziehen kann. Mittlerweile wirddas Ruhrgebiet zu den „Highlights desDeutschland-Tourismus“ (Noack 1999, S. 58)gezählt und die IBA als „Siebzig KilometerHoffnung“ angesehen (Sack 1999).Die IBA ist ein auf zehn Jahre angelegtesStrukturprogamm des Landes Nordrhein-Westfalen für das nördliche Ruhrgebiet, eineindustrialisierte Region mit 17 Städten.Die IBA ist in sieben Leitthemen gegliedert:1. den Wiederaufbau von Landschaft, 2. dieökologische Verbesserung des Emscher-Systems,3. die Erschaffung des Rhein-Herne-Kanals als Erlebnisraum, 4. den Erhalt vonIndustriedenkmälern, 5. die Realisierungvon „Arbeiten im Park“, 6. die Anlage neuerWohnformen und Wohnungen, 7. die Schaffungvon Angeboten für soziale, kulturelleund sportliche Tätigkeiten (vgl. Danielzyk1998, S. 361). Im Rahmen der IBA gibt esrund 120 Projekte, die zu städtebaulichen,landschaftsgestalterischen, gewerblichen,sozialen und kulturellen Themen modellhafteLösungen darstellen. Es geht alsonicht darum, die Wirtschaft direkt zu fördernund unmittelbar eine große Zahl vonArbeitsplätzen zu schaffen, sondern es gehtdarum, das Image der Region zu verbessern– sowohl nach außen als auch nach innenfür seine Bewohner. Auf dem indirektenWege, durch die Imagesteigerung, sindzwar regionalökonomische Effekte und Arbeitsmarktwirkungendurchaus beabsichtigt,doch stellen sie nicht das primäre Zielder IBA dar. Deshalb wäre es auch nicht angemessen,die IBA an diesen Kriterien zumessen.


SpecialPraxis Geographie 10/1999 47Die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Parknach: IBA 1999, Entwurf: M. Fuchs, Kartografie: K. MassoudDie IBA versteht sich als „Werkstatt fürdie Zukunft von Industrieregionen“ (IBAEmscher Park 1996). Die Projekte wurdenvon Städten, örtlichen Initiativen oder privatwirtschaftlichenAkteuren vorgeschlagenund nach den Qualitatätsstandards derIBA ausgewählt. Die vielfältigen Projektewerden im Laufe des Jahres 1999 vorgestellt.Die „Route der Industriekultur“ verbindetdabei verschiedene, herausragendeAttraktionen.Als Bauausstellung knüpft sie an die InternationaleBauausstellung in Berlin 1987an, die Neuerungen von Altbaubeständenund die Integration neuer in alte Baubeständezum Thema hatte. Bezüge gibt es auch zuden Bauausstellungen des 19. Jahrhunderts,in denen die baulichen und anderen technischenInnovationen in Weltausstellungenpräsentiert wurden. Allerdings geht es derIBA nicht nur um architektonisch neue Akzente,sondern auch um ökologische Verbesserungensowie um Impulse für die Sozial-und Wirtschaftsstruktur der Region.Vom Land Nordrhein-Westfalen wurdeeine IBA-GmbH eingerichtet, die als selbstständigeEntwicklungsagentur die Projektebei der Planung unterstützt, inhaltlich berätund öffentlich präsentiert. Die IBA-GmbHverfügt weder über eigene Investitionsmittelnoch über besondere Kompetenzen. Dennochkann sie indirekt beträchtliche Machtmittelmobilisieren, denn die Aufnahme einesProjektes in eine Internationale Bauausstellungverleiht Prestige und Aufmerksamkeitdurch die Medien, eine Belohnung, diesich in einer Region, die als „altindustriell“bezeichnet wird, als ausgesprochen wertvollerweist (Mayer, Siebel 1998, S. 6, 9).Als Vorteil der IBA gilt, dass sie dezentralin einer Vielzahl kleiner, eigenständigerProjekte aufgeteilt ist. Die IBA organisiertsomit einen Erneuerungsprozess, dessenAusgang offen ist. Die IBA betreibe, so Mayerund Siebel (1998, S. 9), „Pointillismus.Sie setzt auf Nadelstiche in die Region undhofft auf die Selbstheilungskräfte, die dadurchausgelöst werden. (…) Die IBA ist eineweiche Strategie. Sie interveniert nicht vonoben, nicht von unten, eher von der Seite.(…) Die IBA bewegt sich damit unterhalb derEbene programmatischer Auseinandersetzungenzwischen organisierten Interessen.(…) Dieses Ausweichen-Können, das Herauspickender Rosinen, die Konzentration aufdie erfolgversprechenden Vorhaben ist einGeheimnis ihres Erfolges.“Die IBA knüpft mit ihrem dezentralenAnsatz an die ruhrgebietstypischen Siedlungsstrukturenan. Außerdem ergibt sichdie räumliche Dezentralität aus dem Grundstücksmarkt.Durch die Schließungen vonIndustriebetrieben waren in innerstädtischenLagen brachgefallene Flächen vorhanden,die überwiegend durch einen vom LandNordrhein-Westfalen gegründeten Grundstücksfondserworben worden waren, sodasssich ein großer Teil der späteren IBA-Flächen in Händen des Landes befand. Dadurchwurden innerstädtische Flächen verfügbar,die nun zu einem weitgehenden Verbundvon Grünflächen zusammengefügtworden sind (vgl. Karte oben). Eine solcheneu entstandene großflächige Grünzone imStadtgebiet repräsentiert das folgende IBA-Projekt, das zugleich einen „Ankerpunkt“auf der „Route der Industriekultur“ darstellt.Landschaftspark Duisburg-NordDer Landschaftspark Duisburg-Nord, gelegenauf einer Fläche von rund 200 ha zwischenden Stadtteilen Hamborn, Meiderichund Neumühl, verbindet das „alte Eisen“ einesehemaligen Stahlwerks mit dem „jungenGrün“ eines neu angelegten Parks (IBAEmscher Park 1998). Das Duisburger Hüttenwerkhatte hier 1908 den Betrieb aufgenommen.Obwohl dieser Standort – im Besitzder Thyssen Stahl AG – ein modernesWerk bildete, das hauptsächlich Spezialstahlfür Schiffe herstellte, musste das Werk1985 seine Tore schließen, als die EuropäischeGemeinschaft die Stahlquoten für ihreMitgliedsländer revidierte. Ohnehin konzentriertesich der Thyssen-Konzern auf andereGeschäftsfelder, vor allem im BereichEDV-gestützter Produkte.Im Rahmen eines internationalen Planungsverfahrenswaren fünf Teams mit derErstellung eines Rahmenkonzepts zur Gestaltungdes Landschaftsparks beauftragtworden. In diesem für die Bürger offenenVerfahren hatten die Planergruppen sechsMonate lang ihre Entwürfe vor Ort bearbeitet.Ein zentrales Thema war ein behutsa-


48Praxis Geographie 10/1999SpecialFast ein Jahrhundert war es tabu, jetzt istes erwünscht: Die Hochöfen des stillgelegtenThyssen-Hüttenwerks im LandschaftsparkDuisburg-Nord sollen von Besuchernbesichtigt werden.Foto: M. FuchsAlpinisten, Taucher,Fernsehteamsmer Umgang mit dem Bestand, in dem dievorhandenen Potenziale aufgegriffen wurden.Die Anlage des Stahlwerks wurde erhaltenund in einen Park integriert. Der Bauund die Pflege des Landschaftsparkes sindmit Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmenfür Langzeitarbeitslose verbunden.Ausbildungszentren des Bauhandwerks,des Stahlbaus, des Gartenbaus undder Dachdeckerinnung wurden hier ansässig(Habrich, Hoppe 1999, S. 134)Das ehemalige Hüttenwerk wurde alsIndustriemuseum der Öffentlichkeit zugänglichgemacht. Die Besucher können aufdas Gebäude steigen und anhand vonSchautafeln an den originalen Orten Eindrückeüber die Funktionsweise des Stahlwerkesund die ehemaligen Arbeitsbedingungenin dem Stahlwerk erhalten.Neben den musealen Zugängen wirddas ehemalige Hüttenwerk auch für andereFreizeitaktivitäten genutzt. An den Mauernalter „Bunker“, den früheren Lagern für Erzeund Zuschlagstoffe, klettern Alpinisten,Taucher steigen in die „Bunker“, die mittlerweilemit Regenwasser vollgelaufen sind,oder tauchen in einem ausgedienten Gasometerin die Unterwasserwelt. Theater- undMusikgruppen nutzen den Ort als Bühneund Fernsehteams suchen den Ort als Filmkulisseauf. Zahlreiche Aktivitäten gehenauch von der Duisburger InteressengemeinschaftNordpark aus, in der eine Vielzahlvon Vereinen und Personen zusammengeschlossenist. Industriegeschichtliche undnaturkundliche Führungen dieser Gruppenvermitteln den Besuchern einen Eindruckvom Gelände. Der britische Lichtkünstler JonathanPark inszeniert eine spektakuläreLicht- und Farbdarstellung, die das Gewirrvon Stahlgerüsten in Szene setzt und die anvielen Abenden besichtigt werden kann.Auf Grund seiner Lage innerhalb desVerbundsystems von Grünflächen kommtdem Landschaftspark Duisburg-Nord aucheine wichtige Funktion im Gefüge des regionalenBiotopverbundes zu. Allerdings, sokritisiert Meßer 1999, werden diese ökologischenFunktionen zum Teil durch die Nutzungfür Freizeitgestaltung beeinträchtigt,sodass der Landschaftspark nicht als „Kernlebensraum“anzusehen ist, der den TierundPflanzenarten ein dauerhaftes Überlebensichert, sondern nur in einigen Bereichenals „Trittstein“, der den Tieren undPflanzen als Refugium entlang den Verbindungswegenzwischen anderen Kerngebietendient. Doch insgesamt kann die Artenvielfaltals relativ hoch angesehen werden,was mit den zahlreichen Biotopvariationenim Landschaftspark Duisburg-Nord zu erklärenist (Barteit 1999).Die IBA stellt – bei aller Vielfalt der Projekte– eine Auswahl dar und sie setzt Prioritätenzu Gunsten bestimmter Projekte.Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist einesder bedeutendsten Objekte. Andere Projektewerden bei der Präsentation etwas inden Hintergrund gerückt. So wurden nochzu Beginn der IBA, als „Ausläufer“ der Regionalpolitikder 1980er Jahre, TechnologieundGründerzentren in die IBA aufgenommen.Immerhin wurden zwölf solcher Zentrenim Rahmen der IBA geschaffen. In ihnenbefinden sich gegenwärtig rund 280 Betriebe,davon 180 Neugründungen und esentstanden dort rund 2 100 Arbeitsplätze,davon knapp 1 000 neu geschaffene (IBAEmscher Park 1999, S. 100–105). Doch stehendiese Ergebnisse bei dem großen IBA-Finale 1999 im Hintergrund der Öffentlichkeitsarbeit.Es geht vielmehr um ästhetischeLandmarken, um ökologische Fortschritte,um soziale Projekte. Beachtenswertsind in diesem Zusammenhang auchdie Wohnprojekte der IBA.„Einfach und selber Bauen“,Taunusstraße/Duisburg-HagenshofIm Rahmen der IBA wurde eine Projektreihe„Einfach und selber Bauen“ durchgeführt,in der rund 250 Wohnunterkünfte insieben Projekten geschaffen wurden. Derbesondere Anspruch lag darin, Familien mitgeringeren Einkommen die Wohnform einesEinzelhauses, eines Doppel- oder Reihenhausesmit Garten zu ermöglichen. DerKernpunkt war die Förderung von Selbsthilfeleistungender Bauwilligen als so genannter„Muskelhypothek“ zur Reduzierungder Kosten. Durch detaillierte Überprüfungvon Bau-, Konstruktions- und Ausstattungsstandardsauf die Selbsthilfeeignungsind im Ergebnis geringere Baukostenals im sonstigen Hausbau erreicht worden.Die reinen Baukosten pro m 2 lagen bei 1 600DM bis 1 900 DM brutto (IBA Emscher Park1999, S. 507).Ein Beispiel aus der Projektreihe „Einfachund selber Bauen“ bildet die SiedlungDuisburg-Hagenshof, Taunusstraße, die imDuisburger Norden liegt. Das Projekt wurdein einem Gutachterverfahren aus drei Arbeitenausgewählt und realisiert. Gefördertwurde das Gutachterverfahren als Modellförderungdurch das Ministerium für Bauenund Wohnen des Landes Nordrhein-Westfalen.Auf dem 1,5 ha großen Gelände entstandenvon 1994 bis 1996 in Gruppenselbsthilfe52 Einfamilienhäuser und sechs Eigentumswohnungen.Auf Grund einer flexiblen Entwurfsplanungkonnten die Grundrisse der Häuser individuellgestaltet werden, wobei auch Ausbau-und Erweiterungsmöglichkeiten berücksichtigtwurden. Die Häuser sind durchdie Ausrichtung der Gebäude und derenBauweise Niedrigenergiehäuser. Außerdemerfolgt eine ökologische Regenwasserbe-


wirtschaftung. Das Wasser wird von denbegrünten Dächern aufgenommen und dadurchvorgereinigt, bevor es versickert; dasrestliche Regenwasser wird auf dem Grundstückoder auf den übrigen Grünflächen inRinnen, Mulden und Schächten versickert(Danielzik, Leuchter, Londong 1999, S. 142f.).Diese Regenwasserbewirtschaftung wirdauch in vielen anderen IBA-Projekten realisiert.Die Ziele der neuen Systeme zur Wasserbewirtschaftungliegen darin, das Regenwasserdurch Versickerung dem Grundwasserzuzuführen, statt es in die Kanalisationeinzuleiten. Dadurch vermindert sich dasSchmutzwasser, das die Klärwerke zu bewältigenhaben. Außerdem werden dieHoch- und Niedrigwasserstände auf Grundder Dauer, die die Versickerung in Anspruchnimmt, etwas ausgeglichen.PerspektivenZwar wird es wohl noch, um „die gesamteRuhrgebietsregion zu verändern …, drei Generationenbeanspruchen“, so Karl Ganser,der Initiator und Leiter der IBA (zitiert nachNoack 1999, S. 57). Zudem ist zu berücksichtigen,dass mit der IBA keineswegs das gesamteSpektrum an Projekten zum Strukturwandelerfasst worden ist. Doch dürften vieleim Rahmen der IBA entwickelte ProjekteVorbildcharakter auch für andere „altindustrielle“Gebiete besitzen. Mit ihrem Ansatz,Taunusstraße, Duisburg/Hagenshof: WieHäuser ökologisch funktionieren können,zeigt die Dachbegrünung im Vordergrund.Wie Häuser heute nicht mehr gebaut werdensollten, zeigt die Bebauung der 60er und70er Jahre im Hintergrund.Foto: M. FuchsSpecialaus den Resultaten von Krisensituationen,wie der „Stahlkrise“ und der „Kohlekrise“, einenGewinn für die Region zu machen, derden Freizeit-, Wohn- und Arbeitswert desRuhrgebiets erhöht, stellt die IBA ein interessantesFeld für den Schulunterricht dar: AusKrisen werden Gestaltungspotenziale entwickelt,Nachteile (wie Industriebrachen),werden zu Vorteilen (wie Grünflächen).Der Zugang für jeden Betrachter der IBAerfolgt über die Auswahl der Projekte. DieProjekte der IBA sind so vielfältig, dass esschwer möglich ist, ein Gesamtbild zu präsentieren.Vielmehr puzzelt sich jeder Besuchervon IBA-Projekten seine eigene IBA zusammen.Und entsprechend können bei derBehandlung konkreter Reformprojekte imUnterricht die Schüler lernen, eigene, jeweilsspezifische Gestaltungsideen zu entwickeln.Insofern kann ein fachübergreifenderund handlungsorientierter Unterricht anaußerschulischen Lernorten anhand ungewöhnlicher,Denkanstöße liefernder Projekterealisiert werden. Beispielsweise lädt derLandschaftspark Duisburg-Nord dazu ein,neben Geographie auch Biologie zu betreiben,etwa die spontane Pionierflora und ihreVeränderungen im Laufe der Zeit mit denSchülern zu diskutieren. Die IBA lohnt somitnicht nur die medial vermittelte Beschäftigung,sondern vor allem einen Besuch aufKlassenreisen oder -ausflügen. ■Praxis Geographie 10/1999 49LiteraturBarteit, P.: Die Avifauna im Landschaftspark Duisburg-Nord. In: Hoppe, W. und Kronsbein, S. (Hrsg.): LandschaftsparkDuisburg-Nord (Niederrheinische Landeskunde,Schriften zur Geschichte des Niederrheins, 12).Duisburg 1999, S. 68–74Danielzik, K.-H., Leuchter, R. und Londong D.: Die Beispiele.Technische Lösungen und gestalterische Wege.„Einfach und selber bauen“, Taunusstraße/Duisburg-Hagenshof.In: Londong, D. und Nothnagel, A. (Hrsg.): Bauenmit dem Regenwasser. Aus der Praxis von Projekten,München, Wien 1999, S. 142 f.Danielzyk, R.: Zur Neuorientierung der Regionalforschung(Wahrnehmungsgeographische Studien zur Regionalentwicklung,17). Oldenburg 1998Habrich, W. und Hoppe, W.: Der Landschaftspark Duisburg-Nord.Stützpunkt einer Lokalen Agenda 21 imDuisburger Norden. In: Hoppe, W. und Kronsbein, S.(Hrsg.): Landschaftspark Duisburg-Nord (NiederrheinischeLandeskunde, Schriften zur Geschichte des Niederrheins,12). Duisburg 1999, S. 130–135Heid, L. u. a.: Kleine Geschichte der Stadt Duisburg. Duisburg1996IBA Emscher Park (Hrsg.): Werkstatt für die Zukunft vonIndustrieregionen. Gelsenkirchen 1996IBA Emscher Park (Hrsg.): Projekte im Rahmen der InternationalenBauausstellung Emscher Park. Projekte inDuisburg. Gelsenkirchen 1998IBA Emscher Park (Hrsg.): Katalog der Projekte. Gelsenkirchen1999Mayer, H.-N. und Siebel, W.: Neue Formen politischer Planung.IBA Emscher Park und Expo 2000 Hannover. Disp(Dokumente und Informationen zur Schweizerischen Orts-,Regional- und Landesplanung) 34 (1998) H. 134, S. 4–11Meßer, J.: Der Landschaftspark Duisburg-Nord im regionalenBiotopverbund. In: Hoppe, W. und Kronsbein, S.(Hrsg.): Landschaftspark Duisburg-Nord (NiederrheinischeLandeskunde, Schriften zur Geschichte des Niederrheins,12). Duisburg 1999, S. 57–67Noack, R.: Kunst statt Kohle. In: Die Zeit, Nr. 9 vom25.2.1999, S. 57 f.Sack, M.: Siebzig Kilometer Hoffnung. Die IBA EmscherPark. Erneuerung eines Industriegebietes. Stuttgart 1999InformationenInternationale Bauausstellung Emscher Park GmbH,Leithestr. 35, 45886 GelsenkirchenTel.: 02 09/14 75-412, oder -413, Fax: 02 09/14 75-414Internetwww.derpottkocht.de (Ruhrgebiet-Imagekampagne)www.kvr.de (Kommunalverband Ruhrgebiet mit Linkszu allen Städten und Kreisen des Verbandes)www.route-industriekultur.de (Informationen zur Routeder Industriekultur)www.tour-de-ruhr.de (Tourismus im Ruhrgebiet)

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