Leseprobe - Piper-Fantasy.de

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PrologDas Mädchen schlief. Aber nicht tief. Sie hatte keinen tiefenSchlaf mehr und schlief nie ohne Waffe. Zu oft hatte es mittenin der Nacht Angriffe auf das Lager gegeben. Zu oft hatte sie dieeigenen Soldaten dabei erwischt, wie sie in ihr Bett schlüpfenund von ihr das bekommen wollten, was sie sich bei den Lagermädchennicht leisten konnten. Diejenigen Soldaten, die denVersuch überlebt hatten, wurden für gewöhnlich nach Hause geschickt– nicht wegen dem, was sie getan hatten, sondern weilwegen der eingebüßten Körperteile in einer Schlacht nicht mehrviel von ihnen zu erwarten war.Doch sie hatte keine Ahnung, ob es der leichte Schlaf oderihre geschärften Instinkte waren, die ihr befahlen, aufzuwachenund sich zu erheben. Leise schlich sie an den anderen schlafendenKnappen vorbei, trat hinaus in die Nacht und folgte demWeg, den ihre Instinkte ihr wiesen, bis zu einem kleinen Wäldchenrechts vor dem Lager. Dort fand sie die Frau. Sie stahl sichgerade ohne ihre Wachen aus dem Lager, ohne Truppen undPferd, hatte nur einen Reisesack dabei und sich zwei Schwerterauf den Rücken gebunden. Sie ging allein, denn sie war tapfer.Und sie war verzweifelt. Und selbst wenn sie einen guten Taghatte, war sie mehr als nur ein wenig verrückt.Ohne ein Wort zu sagen, rannte das Mädchen zurück zu seinemZelt, holte sein eigenes Reisegepäck, das Schwert und dieStreitaxt sowie seine wärmsten Stiefel und den Umhang. Lächelndkehrte sie an die Seite der Frau zurück.»Du hast doch nicht geglaubt, ich lasse dich ohne mich davonziehen,oder? Mein Platz ist an deiner Seite.«»Du wirst vermutlich deinen Tod an meiner Seite finden,wenn du mich begleitest. Das kann ich nicht erlauben.«5

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