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1Sie sah, wie sie sich zwischen den Bäumen bewegten. Sie warenfast unsichtbar, aber nicht ganz. Nicht für ihre Augen.Für diese feindlichen Drachen, die Eisendrachen, war es zu einerGewohnheit geworden, mindestens einmal wöchentlich den Versuchzu unternehmen, sich in das Lager zu stehlen. Sie konntees ihnen nicht verübeln. Nach fünf Jahren Kriegsstillstand indiesem Tal namens Euphrasia hatten beide Seiten die Lust verloren.Wann würden die andauernden, aber wirkungslosenScharmützel und die gelegentlichen Versuche enden, den Wasservorratdes Gegners zu vergiften? Wann würde dieser Kriegendlich zu einem Ereignis, über das man in der Vergangenheitsformsprach?Rhona die Furchtlose hatte keine Ahnung. Sie war bloß eineSoldatin in der Armee Ihrer Majestät. Sie erhielt ihre Befehle vonden Kommandanten und sorgte dafür, dass diese Befehle ausgeführtwurden. Sie tötete, wann immer es nötig war, und beschützteall jene, die es nötig hatten. Allerdings spielte sie niemalsdie Politikerin. Sie war nur an den Entscheidungen beteiligt, beidenen es um die allgemeine Sicherheit ihrer Truppe ging. AlsSergeant musste sie nicht für noch mehr verantwortlich sein, undin dem, was sie tat, war sie sehr gut.Schließlich war sie ein Mitglied des Cadwaladr-Clans. Er bestandaus Kriegerdrachen von niederer Geburt aus den Südländern,von denen viele behaupteten, sie seien zum Töten undVernichten geboren. Rhonas Mutter, Bradana die Verstümmlerin,sagte immer, dass das stimmte, und zum Beweis dieser Tatsacheerwartete sie, dass all ihre Nachkommen Elite-Drachenkriegerin der Armee Ihrer Majestät wurden. Fast alle Kinder Bradanashatten gehorcht – außer ihren jüngsten Drillingstöchtern, dienoch einige Jahre der Ausbildung im Kriegshandwerk vor sichhatten, sowie Bradanas Älteste. Rhona.Ah, es ging doch nichts darüber, in der Enttäuschung der eige-8

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