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Unsere Konzept-Broschüre „Ich nehme jeden Menschen ernst... ...weil ich die Würde und Einzigartigkeit eines jeden respektiere!“ Katharina Sasse Wiegand GmbH Auf der Hardt 15 51588 Nümbrecht Fon 02293. 816570 Fax 02293. 8165720 www.hausaufderhardt.de


„Who is who“ Wer oder was ist die Wiegand GmbH? Die Wiegand GmbH ist ein psychiatrisches Wohnheim für Menschen ab 18 Jahren, das nach dem Firmengründer benannt ist. Geschäftsführer unserer Einrichtung sind Frau Patricia Becker und Herr Kurt Wiegand. Unsere Einrichtung ist durch die Sozialhil- feträger anerkannt, und es besteht ein Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen. Wir sind eine Pflegeeinrichtung nach dem SGB XI, dessen ungeachtet besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Einzelfallhilfe Klienten der Eingliederungshilfe adäquat zu betreuen. Wir sind als privater Anbieter Mitglied im „BPA“ (Bundesverband privater Anbieter). „Da möchte ich hin!“ die Aufnahmemodalitäten Wann und für wen macht eine Aufnahme überhaupt Sinn? „Willkommen, wir sind für Sie da - Individuelle Betreuung ist unsere Überzeugung“ Grundsätzlich können Männer und Frauen ab 18 Jahren bei uns aufgenommen wer- den und wohnen. Indiziert ist eine Aufnahme dann, wenn andere, rehabilitativere Maßnahmen ge- scheitert oder nicht sinnvoll sind und die betroffene Person zumindest auf abseh- bare Zeit nicht ohne den Schutz eines psychiatrischen Wohnheims leben könnte. Falls notwendig, ist eine Aufnahme in den beschützten Bereich (fakultativ geschlos- sene Wohnbereiche) unseres Hauses möglich, wenn entsprechende betreu- ungsrechtliche Unterbringungsbeschlüsse vorliegen. Bei einer Aufnahme auf der Grundlage der Pflegeversicherung benötigen wir eine Er- forderlichkeitsbescheinigung für stationäre Pflege (Bescheinigung über die Pflegstufe, auch Pflegestufe 0). Bei Menschen, die Pflegestufe 0 haben, ist eine Pflegebe- ratung durch den Kostenträger (örtlicher Sozialhilfeträger) in der Regel im Vorfeld erforderlich. Bei Finanzierung im Rahmen der Einglie- derungshilfe (Einzelfallhilfe) ist im Vorfeld die schriftliche Kostenzusage des Kostenträgers (in der Regel der über- örtliche Sozialhilfeträger) beizubringen. Die Finanzierung der Einzelfallhilfe erfolgt nach individuellem Kostenvoranschlag durch uns ungeachtet der Pflegestufe. Dies geschieht anhand einer Fallpau- schale in der Regel analog der Gesamt- vergütungssätze der Pflegeklassen 1 oder 2 je nach Intensität der durch uns zu erbringenden Leistungen. Wir bieten auch Vor allem deshalb beraten wir vor potentiellen Aufnahmen sehr ausführlich und seriös. Wir kommen gerne und unverbindlich in Kliniken oder ins aktuelle Wohnumfeld und laden auch in unser Haus zu Vorabbesichtigungen ein. Bestandteil der Beratungen ist immer auch das genaue Abwägen von Qualität und Quantität des Hilfebedarfes und das Hinterfragen alternativer Lösungen. Es ist nie unser Bestreben und wir haben es nicht nötig, unsere Betten wahllos zu belegen, so dass unsere Kunden sich seriöser und intensiver Beratung sicher sein können. Wir freuen uns aufrichtig, wenn es gemeinsam gelingt, alternative Lösungen zum Wohnheimplatz zu erarbeiten oder Menschen zügig wieder in ambulantere Angebote zu vermitteln, und wir wissen, dass und gerade in diesem Sektor ein hervor- ragendes Preis – Leistungsverhältnis, das jedem Vergleich gut standhält. 4. Um einen potentiellen neuen Kunden „Wo ist die Tür?“ das Procedere vor und bei der Aufnahme anzumelden, kann sich der Mensch selbst, der gesetzliche Betreuer, die Angehörigen oder auch die Klinik an uns wenden. Die Fragen des Wohnens und des Wohn- umfeldes sind sehr bedeutend im mensch- lichen Leben und das Setting ist gerade für Menschen mit psychischen Erkrankungen von elementarer Bedeutung. Seite 9


diese unsere Haltung mittlerweile bekannt und geschätzt ist und zu immer weiteren Anfragen führt. Selbstverständlich unterstützen wir auch schon im Vorfeld in Fragen der Finanzie- rung des Wohnplatzes in unserem Haus. Gerade die Finanzierung ist häufig mit Fragen und Bürokratismus verbunden, wo wir unseren Kunden gerne, so weit dies machbar ist, weiterhelfen. Trotz allen Wollens unsererseits können wir leider nicht immer zeitnahe Aufnahmen er- möglichen, weil wir ganz einfach oft keinen Platz frei haben. Wir versichern Ihnen jedoch, immer zu versuchen, die Aufnahmen so zeitnah als möglich zu gestalten. Gerade weil es uns immer wieder gelingt, Kunden zu stabili- sieren und in ambulantere Hilfsangebote weiter zu vermitteln, haben sich die Warte- zeiten etwas verkürzt. In Fällen, wo die Kunden, die Angehörigen oder Betreuer nicht auf einen Platz bei uns warten können, vermitteln wir nach Möglichkeit gerne auch einen (vorüberge- henden) Platz in einer anderen Einrichtung, die zu solchen Kooperationen bereit ist. Bei Anmeldungen durch die Betreuer benötigen wir im Vorfeld eine Kopie der Bestellungsurkunde des Gerichtes. Bei Anmeldungen im Rahmen der Pflege- versicherung fügen Sie bitte eine Beschei- nigung über den Grad der Pflegebedürf- tigkeit des MDK bei. Scheuen Sie sich bitte nicht, uns im Vorfeld „Löcher in den Bauch“ zu fragen, wir bera- ten Sie gerne! Ihr Ansprechpartner für alle Anmeldungen ist der Leiter des Pflege- und Betreuungs- 5. dienstes, Herr Ingo Klein. „Wofür steht ihr?“ Das Pflegeleitbild „Die Würde des Menschen und die Einzigartigkeit des Lebens stehen im Zentrum allen pflegerischen Handelns“ (Ethische Grundsätze für die Pflege SBK) Kundinnen und Kunden: • werden ganzheitlich wahrge- nommen, fachlich kompetent und situationsgerecht gepflegt und betreut • werden angemessen unterstützt unter Berücksichtigung ihrer Biographie, ihrer Erkrankung, ihrer Lebensgewohnheiten und ihrer Autonomie unter Nutzung ihrer Ressourcen • haben Mitspracherecht an Pflege maßnahmen und werden informiert • werden auch in Krisensituationen begleitet, Grenzen werden akzeptiert • werden im Rahmen der Bezugspflege von festen Bezugspersonen betreut • wird gegebenenfalls ein Sterben in Würde ermöglicht Angehörige: • werden von den Mitarbeiter/innen ernst genommen • wissen, wer für die Pflege und Betreung zuständig ist • können Anregungen und Wünsche anbringen, die auf ihre Umsetzungs- möglichkeit geprüft werden • werden, soweit keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen, über Pfle- ge und Betreuung ihres Angehörigen informiert (zum Beispiel im Rahmen von Angehörigengesprächen) • werden gegebenenfalls in der Trauerarbeit unterstützt und haben die Möglichkeit, ihre Angehörigen in ruhiger Atmosphäre rund um die Uhr zu begleiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: • respektieren und achten jeden Kunden und sichern die optimale Pflege und Betreuung • nehmen einander ernst und arbeiten konstruktiv zusammen • thematisieren Konflikte und suchen gemeinsam nach Lösungen • pflegen und betreuen fachkompetent unter Berücksichtigung der wirtschaft lichen und ökologischen Aspekte • sind an Fortbildung interessiert • treffen Entscheidungen, setzen Prioritäten und begründen ihre Handlungen • erfassen Bedürfnisse und Veränderungen der Kunden, planen und dokumentieren ihre Pflege • wissen, dass Pflege und Betreuung von Menschen keine statischen Größen sind, sondern fortlaufende Prozesse mit Veränderungen und handeln so • identifizieren sich mit dem Haus und der Firmenphilosophie Lernende: • werden im Erreichen ihrer Ausbildungs- ziele unterstützt • werden ernst genommen und motiviert, offen am Teamgeschehen teilzunehmen • erhalten Zeit und Raum für Auswertungs- und Anleitungsgespräche • Anregungen werden akzeptiert und auf Umsetzungsmöglichkeiten überprüft • Lernsituationen werden von den Be- teiligten erkannt und genutzt Seite 11


Vorgesetzte: • sind für ein offenes Betriebsklima und eine fachkompetente Pfle- ge und Betreuung verantwortlich • nehmen Mitarbeiter/innen und ihre Kritik ernst und setzen sie ihren Fähigkeiten entsprechend ein • fördern und unterstützen die Kom- munikation und beteiligen sich aktiv an Konflikten • anerkennen und fördern Fähig- keiten im permanenten Alltagskon- takt und Mitarbeiterbesprechungen • informieren Mitarbeiter/innen über Veränderungen und ermöglichen interne und gegebenenfalls externe Weiterbildungen Wir arbeiten nach dem Pflegemodell des Chris Abderhalden (CH), der seinen Schwerpunkt neben der pflegerischen Grundversorgung ganz bewusst im psychosozialen Bereich sieht. Insbesondere ist es uns wichtig zu verstehen, dass psychiatrische Pflege nicht auf einen Problemlösungsprozess zu reduzieren ist, sondern dass die Voraussetzung hierfür im Beziehungsprozess zwischen Bezugspersonen und Kunden liegt. „WIR gemeinsam - für uns das beste Team!“ Nur mit unseren Kunden lassen sich die erfolgreichen Wege finden. 6. „Worauf baut das auf?“ Das Pflegemodell unserer Einrichtung Wenn man mit Menschen arbeiten möchte und deren Bedürfnissen angemessen begegnen möchte, so benötigt man eine Art Arbeitsfundament, auf dem die Arbeit basieren kann. Wir orientieren uns am Denkansatz des Chris Abderhalden (CH), der seinerseits auf verschiedenen Pflegemodellen aufbaut. Fundamental ist der Denkansatz der Hildegard Peplau, die die Bedeutung des Beziehungsprozesses für gelungene Pflege und Betreuung verdeutlicht hat. Basierend auf Abderhalden und Peplau sind auch wir der fachlichen Überzeugung, dass Kooperation und Wertschätzung der Beteiligten unabdingbar für das Gelingen aller Beziehungsprozesse ist. Nur auf der Basis gelingender Beziehungsprozesse sind in der psychiatrischen Arbeit effiziente Problemlösungsprozesse wirklich realisierbar (vgl. Kistner, Abderhalden et al). Diesem Grundgedanken folgend ist die Umsetzung konsequenter Bezugspflege und Bezugspersonenarbeit elementarer Bestandteil unserer Arbeit. Die verantwortlichen Bezugspersonen erarbeiten gemeinsam mit unseren Kunden die jeweiligen Pflege- und Betreuungsplanungen mit Hilfe einer Checkliste die Alltagskompetenzen und Sozialkompetenzen betreffend. Diese Checkliste ist im Qualitätshandbuch der Einrichtung hinterlegt. Die Planungen und Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden von den Bezugspersonen gemeinsam mit den Kunden bewertet, geprüft und ggf. überarbeitet. Als zusätzliche Prüfinstanz der Betreuungs- und Pflegequalität erfolgen bei allen Kunden regelhafte Pflegevisiten und psychiatrische Perspektivvisiten nach unserem jeweils aktuellen, dem Stand der psychiatrischen Pflegeforschung entsprechenden Hausstandard, der im Qualitätshandbuch hinterlegt ist. Durchgeführt werden die Pflegevisiten supervisorisch durch die Bereichsleitung des Nachbarbereiches in Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen. Die Perspektivvisiten werden ebenfalls supervisorisch durch die Leitung des Pflege- und Betreuungsdiens- Wir leisten nichts über unsere Kunden hinweg, aber eine ganze Menge mit ihnen zusammen! tes in Zusammenarbeit mit den Bezugspersonen durchgeführt. Auch in die Pflegevisiten und psychiatrischen Perspektivvisiten werden unsere Kundenund ggf. deren Angehörige natürlich mit einbezogen. Entgegen dem alten Institutionsdenken lautet einer unserer wichtigsten und konsequent befolgten Leitgedanken im Sinne unseres Pflegemodells: „Verhandeln statt Behandeln“, was sich als stabilisierend in psychiatrischen (Pflege-)Beziehungen erweist. Kunden psychiatrischer Dienstleistungsan- bieter sind oft zu Beginn und auch in späteren Phasen des Pflege- und Betreuungsprozesses nicht zufrieden mit ihrer Lebenssituation und erleben sich durch die Institutionsbedingungen bevormundet, eingeschränkt und isoliert. Umso wichtiger ist unser Ansatz der Stabilisierung über Beziehungsarbeit, was aber auch bedeutet, die Kunden nicht zu bevormunden, sondern stetig nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu suchen und den Alltag tatsächlich zu verhandeln. Eine weitere wichtige Erkenntnis psychiatrischer Pflege ist die Bedeutung des Faktors Zeit. Auch schwerst pflegebedürftige und schwerst kranke Kunden oder die Kunden, die einer beschützten Unterbringung bedürfen, haben Ressourcen, die mit der Zeit, klugen Alltagskon- Seite 13


zepten und gelingenden Beziehungen zu deutlichen Verbesserungen der Lebenssituation und damit der Lebensqualität der Kunden führen.Selbstverständlich fließen im Rahmen der allgemeinen pflegerischen Arbeit die nationalen Expertenstandards, die in allen Bereichen der Einrichtung genutzt werden, in den Pflegealltag ein. Uns ist sehr bewusst, dass auch psychisch kranke Menschen somatische Beschwerden haben und oft diesbezüglich besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, insbesondere wenn sie nicht die Resource haben, ihre Risiken selbst zu erkennen, zu benennen und entsprechend zu handeln. Auch für dieses Themenfeld sind wir sensibel und besprechen Themen wie Wunden, Ernährung, Inkontinenz, Sturzgefahren usw. ausführlich mit unseren Kunden und planen und handeln entsprechend. Wir folgen multiprofessionellen Arbeitsansätzen, ziehen unseren Psychiater ebenso regelhaft zu Rate wie unsere Kreativtherapeuten, Physiotherapeuten, Sporttrainer usw. Wir erstellen bereits vor den Aufnahmen im Rahmen der Vorabberatung ausführliche Anamnesen und die Bezugspersonen arbeiten im Rahmen des Pflege- und Betreuungsprozesses biographieorientiert. Für unseren Hauswirtschaftsbereich existiert ein eigenes Konzept, das im Qualitätshandbuch der Einrichtung hinterlegt ist und modernsten Erkenntnissen im Sinne der Kunden entspricht. Unter anderem bieten wir Wahlmenüs und individuelle Ernährungsberatung ergänzend zum Gesamtkonzept. Dass die Qualität unserer Speisen hochwertig und die Menükarte abwechslungsreich sind, versteht sich von selbst, werden die Speisen doch in unserer eigenen Küche von ausgebildeten und geschulten Köchen aus frischen Zutaten bereitet. Für die Qualität unserer Speisen bürgen auch unsere Kooperationspartner: • Bäckerei und Konditorei Ulbrich • Frischdienst Union GmbH • Fachgroßhandel Jäger GmbH und Co KG • Fleischwarengroßhandel Möllers GmbH und Co KG 7. „Ist Fachkraft gleich Fach- kraft?“ DAs Team und die Kooperationspartner Unser Mitarbeiterteam ist multiprofessionell. Verschiedene Blickwinkel helfen uns, unsere Dienstleistungen für unsere Kunden stetig zu optimieren. Fachkraft ist eben längst nicht gleich Fachkraft. Wir verlangen von uns und unserem gesamtem Team stetige Bereitschaft zu Fort- und Weiterbildung, um dem Anspruch der Premiummarke nicht nur heute, sondern auch langfristig zu entsprechen. Wir verfügten bereits 2009 über fünf Psychiatriefachpflegekräfte (1,5 bis 2 jährige Weiterbildungen), 2011 werden es acht sein! Die hohe Qualität, die wir im Bereich Pflege und Betreuung garantieren, mag man auch daran erkennen, dass drei unserer festangestellten Mitarbeiter/innen nebenberuflich als Dozenten in Fachseminaren und Schulen für Ergotherapeuten tätig sind (Bereiche: psychiatrische Pflege, Psychiatrie und Soziologie), ein weiterer Mitarbeiter bildet an Weiterbildungsstätten selbst Psychiatriefachkräfte aus. Kompetenz und Fachlichkeit sind Markenzeichen aller Berufsgruppen. Unsere Einrichtung verfügt neben den speziellen Psychiatriefachkräften auch über ausgebildete Leitungskräfte (Management, Bereichsleitungen), Praxisanleiter für Auszubildende, Qualitätsmanager, Pflegesachverständige, Ernährungsberater, Hygienefachkräfte, Bewegungstherapeuten und Arbeitstherapeuten. Sogar der Bereich der Haustechnik verfügt über eine entsprechend ausgebildete Fachkraft für Haustechnik. Den verhandelten Stellenschlüssel halten oder überbieten wir in allen Bereichen unseres Hauses bei einer weit überdurchschnittlichen Fachkraftquote. Die aktuellen Mitarbeiter nebst ihrer Qualifikationen sind den öffentlich aushängenden Dienstplänen zu entnehmen. Wir stellen ungeachtet der natürlich gesicherten freien Arztwahl sicher, dass ein Hausarzt und ein Psychiater regelhaft Visiten in unserem Haus durchführen. Der Hausarzt kommt 14 – tägig, der Psychiater monatlich sowie selbstverständlich jederzeit kurzfristig bei Bedarf. Auch Krankengymnasten, Zahnarzt, Urologe, Logopäde und Andere kommen ins Haus. Wo Hausbesuche nicht möglich sind, begleiten wir unsere Kunden wann immer möglich zu den Terminen. Wir kooperieren seit Jahren mit der Löwen- apotheke in Wiehl, die stets zeitnahe und korrekte medikamentöse Versorgung mit uns gemeinsam sicherstellt. unterstrom Seite Seite 13 315


Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit der Pharmafirma Lilly, die uns mit unserem BELA- Projekt (später im Konzept beschrieben) unterstützt. Zu unserem erweiterten Team zählen auch die Betreiber und Mitarbeiter des Gangpferdegestütes Tara in Marienheide, mit denen wir im Rahmen des Reitangebotes für sage und schreibe 20 unserer Kunden eng zusammenarbeiten. Ebenfalls zu unserem erweiterten Team sind die Mitarbeiter der Behindertenwerkstätten der BWO und der RAPS zu zählen. In beiden Werkstätten arbeiten nach entsprechendem Training und Vorbereitung durch uns einige unserer Kunden, und insofern pflegen wir regen fachlichen Austausch mit den Werkstätten. Im Bereich der Ausbildung kooperieren wir im Rahmen des Ausbildungsverbundes für Altenpflegeausbildung in Nümbrecht (AVAN) unter anderem mit der Theodor – Fliedner Stiftung (Engelsstift), dem Pflegedienst Edith Walter, der Ernst – Christoffel Mission und der neurologischen Rehabilitationsklinik Eckenhagen. Wir bilden in Zusammenarbeit mit dem Fachseminar in Waldbröl (Internationaler Bund) und in Gummersbach aus. Wir ermöglichen Lernenden gemäß unseres Leitbildes und unseres Ausbildungsauftrages die Arbeit in so genannten „Schülerbereichen“, wo die Auszubildenden erlernen, eigenständig Verantwortung im Sinne von Organisation und Arbeitsab- läufen sowie Kundenversorgung unter erstklassigen Anleitungsbedingungen zu übernehmen. Seit 2009 neu in unserem Angebot ist die Kooperation mit dem Verein zur Förderung von Gesundheit, Sport und Familie, deren aktiver Förderer unsere Einrichtung und insbesondere unsere Geschäftsführung ist. Unsere Kunden können jede Woche unter Anleitung einer Sporttherapeutin eine Sportgruppe des Vereins in der Sporthalle in Grötzenberg kostenlos besuchen und werden auch hier natürlich durch unsere Mitarbeiter begleitet und unterstützt. Organisatorisch laufen die meisten Fäden in unserem Empfang zusammen. Hier werden nicht nur alle für unsere Kunden wichtigen Termine organisiert, hier sitzt auch unsere „Hauskasse“, eine von unseren Kunden stark frequentierte und natürlich kostenlose Dienstleistung. Wenn Sie uns besuchen, so werden Sie hier freundlich in Empfang genommen, bekommen alle gewünschten Informationen oder werden an Ihren gewünschten 8. Gesprächspartner vermittelt oder auch gerne dorthin geleitet, wo Sie Ihren Besuch machen möchten. Die Einrichtung wird durch eine seit über einem Jahrzehnt erfolgreich aufeinander eingespielte und erfahrene Troika geleitet. Die Geschäftsführerin, Frau Patricia Becker, der Geschäftsführer und Firmengründer, Herr Kurt Wiegand, sowie der Leiter des Pflege- und Betreuungsdienstes, Herr Ingo Klein, sind für Ihre Belange ansprechbar und helfen Ihnen gerne weiter. Wir sind im Bundesverband der leitenden Pflegekräfte in der psychiatrischen Krankenpflege bundesweit vernetzt und pflegen exzellente Kontakte zu psychiatrischen Kliniken und komplementären Einrichtungen. „Was heißt denn hier Wohnqualität?“ die räumlichen Möglichkeiten der Wiegand GmbH Bis etwa März 2011 gleicht unsere Einrichtung einer Baustelle. Wir rüsten unser Haus komplett um, stellen uns auch baulich auf alle Anforderungen der Zukunft und unserer Kunden ein. Dafür gibt es leider etwas Baulärm, Baustellenambiente und viel Bewegung im Haus. Nach Abschluss der Baumaßnahme versprechen und bieten wir Ihnen aber auch eine absolute bauliche Premiummarke, die nichts mit althergebrachten klassischen psychiatrischen Heimen gemein hat! Auf einer Wohnfläche, wo 2009 noch 45 Menschen leben, werden es 2011 nach vollendetem Umbau im „Altbau“ nur noch 28 sein, die auf drei Etagen verteilt wohnen werden. Seite 17


Die übrigen 22 Plätze befinden sich im „Neubau“, ebenfalls auf drei Etagen verteilt. Bei dann weiterhin 50 Plätzen werden wir nur noch 12 Plätze in Doppelzimmern bieten. Die Doppelzimmer weisen durchschnittlich 28 Quadratmeter Wohnfläche zuzüglich eines großzügigen Badezimmers auf, die 38 Einzelzimmer weisen durchschnittlich 17,5 Quadratmeter auf. Zwischen jeweils zwei Einzelzimmern befindet sich ein nur für die Bewohner dieser Einzelzimmer zu nutzendes schönes Badezimmer. Die Raumaufteilung erinnert nicht an Wohnheime, sondern an schöne, kleine Wohngemeinschaften in familiärer Atmosphäre mit Top – Wohnqualität und Wohncharakter. Wir verfügen über ein mehr als großzügiges Angebot an Sitz- und Gemeinschaftsräumen sowie großzügige Terrassenflächen. Natürlich können unsere Kunden auf die Gestaltung aller Räumlichkeiten, vor allem der Gemeinschaftsräume, aktiv Einfluss nehmen! Wir verfügen weiterhin über einen Snoezelraum, der mit seinem Musikwasserbett optimale Entspannungsmöglichkeit bietet. Jedes Zimmer verfügt über einen eigenen Telefonanschluss mit der Option des kostenpflich-tigen eigenen Telefons und Internetzugangs. Der Altbau wird 28 beschützte Wohnplätze bieten, die 22 Plätze im Neubau sind fakultativ beschützt, das bedeutet, ein Kunde, der sich in einer schweren psychischen Krise befindet, kann zum Beispiel für einige Tage beschützte Wohnatmosphäre haben ohne gleich in einen beschützten Bereich „verlegt“ werden zu müssen. Unsere Außenwohngruppe mit sechs Plätzen wird nach Fertigstellung der Umbaumaßnahmen eingestellt. Die dort lebenden Kunden werden je nach ihren Ressourcen in den Neubau umziehen oder unser bis dahin geplantes BeWo – Angebot in Gummersbach nutzen können. Der Standort Gummersbach ist für BeWo angedacht, da dort optimale Strukturen zum ambulanten Wohnen und Arbeiten für unsere Kunden bestehen. Wir planen unseren Kunden auch im BeWo – Bereich Beziehungskontinuität als stabilisierenden Faktor anzubieten. Besonders hervorzuheben ist, dass in unserem Neubau ein eigenes Schulungszentrum im Verwaltungsgeschoss unter dem Dach besteht, das großzügige räumliche Möglichkeiten bietet. In diesem Konferenz- und Schulungszentrum sind wir in der Lage, hausintern unseren Mitarbeitern exzellente Fort- und Weiterbildungsoptionen zu bieten und Ergebnisse unserer eigenen psychiatrischen Pflegeforschung (zum Beispiel Aggressionsprävention, Suizidprophylaxe, Pflege- und Betreuungsstrate- gien) sowie der Emotionsforschung direkt mit unserer praktischen Arbeit zu vernetzen. Weiterhin bietet das Konferenz- und Schulungszentrum ein hervorragendes Setting für alle Fortbildungsveranstaltungen. Für unsere Kunden bieten wir über das ohnehin gehobene sanitäre Angebot in den Zimmern hinaus ein Bad mit Wohlfühlcharakter, um nicht zu sagen, eine Wellnessoase zur freien Verfügung. Im oberen Stockwerk des Altbaus bieten wir einen Freizeitraum nach klassischem Schweizer Vorbild. Eine Art „Kaffee – Pub“ mit Billardtisch und Kicker. Hier soll jeder Kunde relaxen und sich wohl fühlen dürfen und Spaß haben können. Wichtig ist uns auch der Hinweis, dass wir bewusst auf die Einrichtung klassischer Dienstzimmer verzichtet haben. Unser Team 9. steht unseren Kunden außerhalb der Pausenzeiten uneingeschränkt zur Verfügung, unsere Besprechungen sind auch für unsere Kunden transparent. Wir reden nicht über unsere Kunden, wir reden mit ihnen! „Bin ich hier richtig?“ Welche Einschränkungen/ Erkrankungen dürfen unsere Kunden mitbringen? Unsere Einrichtung ist ein psychiatrisches Wohnheim. Aufgrund des besonderen baulichen wie inhaltlichen Charakters sowie der Kompetenzen unseres Teams sind wir in der Lage, sehr verschiedene Kunden angemessen zu betreuen und zu begleiten und ihnen effiziente pflegerische und soziale Unterstützung zu gewähren. Unsere Kunden sind durch verschiedene psychiatrische Erkrankungen beeinträchtigt: • Persönlichkeitsstörungen (auch in Verbindung mit Abhängigkeitserkrankungen und / oder Psychosen) • Abhängigkeitserkrankungen • Psychosen • Depressionen Seite 19


• Korsakow – Syndrome • Wernecke – Encephalopathien • Angeborene oder erworbene geistige Behinderungen Spezialisiert haben wir uns im neurologischen Bereich auf die Betreuung von Kunden, die durch • Chorea Huntington • Hirnorganische Beeinträchtigungen als Folge zum Beispiel hypoxischer Hirnschädigungen beeinträchtigt sind und bieten auch hier überaus adäquate Unterstützung. Goethe hat dereinst den Satz „in der Grenze liegt die Meisterschaft“ geprägt. Da nämlich gute Einrichtungen wissen, was sie können, sehr gute aber eben auch benennen, was sie nicht so gut können, weisen wir gerne darauf hin, dass wir psychisch gesunde Seni- oren, die nur pflegebedürftig im körperlichen Sinne sind, bei uns nicht aufnehmen können (auch nicht bei Pflegstufe 3!), da es für diese Klientel mit den „Standardpflegeheimen“ bereits ein angemessenes Setting gibt. Auch der klassisch demente Kunde im Sinne einer Alzheimer – Demenz ist in einer klassischen Pflegeeinrichtung mit gutem Dementenbereich unseres Erachtens ebenso gut aufgehoben. Wir nehmen gleichfalls keine Kunden auf, bei denen ambulantere Angebote noch nicht versucht, wohl aber fachlich sinnvoll wären (Vorabberatung durch uns). Wir nehmen keine forensische Kundschaft auf, die in der Vorgeschichte Sexualstraftaten begangen hat. 10. „was „Was muss ich?“ Tagesabläufe und Wochenpläne Wer bei uns einen „festen Wochenplan“ erwartet, der wird enttäuscht sein oder hat womöglich unsere Philosophie nicht verstanden. Die Vorstellung, Menschen in feste Schemata zu pressen ist uns zuwider. Im Begriff „Wohnheim“ steckt eine Qualität, die bei uns nicht zum Wort verkommt: W o h n e n . Um zu wohnen, also zumindest für eine bestimmte Zeit „zu Hause“ zu sein, bedarf es der Möglichkeit, sich wohl und sicher zu fühlen. Das erfordert eben auch sehr individuelle Tagesabläufe, die sich an den Ressourcen des Einzelnen orientieren im Sinne aktivierender Pflege und Betreuung. Die wichtigste Aktivität als Bestandteil aller Tagesabläufe ist und bleibt die Beziehung, die menschliche Begegnung. Denn gelingende Beziehungen zwischen unseren Kunden und ihren Bezugspersonen sehen und erleben wir immer wieder als Basis oder Fundament einer positiven Entwicklung und des sich „sicher und wohl Fühlens“. Wir begreifen insofern den Beziehungsprozess als Grundlage für jeden erfolgreichen Problemlösungsprozess, was auch verdeutlichen mag, dass wir unsere Kunden nicht defizitorientiert betrachten sondern als ebenbürtige und gleichberechtigte Vertragspartner. Gerade bei psychisch kranken Menschen liegen in der Regel schwere Störungen der Beziehungsfähigkeit vor, so dass wir den Beziehungsprozess zwischen Kunden und Bezugspersonen als stabilisierenden Faktor nutzen. Damit dies effizient und nachhaltig der Fall ist, bieten wir unseren Kunden langfristige Beziehungskontinuität mit gleich bleibenden persönlichen Bezugspersonen. Der Grundsatz der „Normalität“ ist bei uns immer spürbar. Wir ermöglichen, fördern und fordern soweit eben machbar die Teilnahme am so genannten „normalen gesellschaftlichen Leben“. Hierzu zählen nicht nur unsere im Weiteren beschriebenen Angebote, sondern auch die Vielfalt der Abläufe im Haus. Wir akzeptieren bewusst sehr verschiedene Formen der Tagesgestaltung und wir bieten auch Angebote unseres Kreativteams (ehemals Beschäftigungs- oder Arbeitstherapie) dementsprechend von morgens bis abends. Der Verjüngung unserer Kundschaft sind wir mit der Anpassung unserer Angebote entgegen gekommen. Insbesondere die Bereiche elektronischer Medien und Bewegung haben bei uns althergebrachte„ Beschäftigungstherapiemaßnahmen“ längst abgelöst. 11. habe ich davon?“ Unser individuelles Betreuungskonzept Keiner unserer Kunden ist wie der andere, und wir tragen diesem Fakt Rechnung. Für jeden Kunden wird eine individueller Pflege- und Betreuungsplanung gemeinsam mit diesem erstellt. Und wir bieten unsere Kreativangebote in einer Weise, dass wirklich jeder partizipiert und die Angebote nicht auf eine elitäre Minderheit der Kunden beschränkt bleibt. Seite 21


„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“ (Albert Einstein) Um das sicher zu stellen, führen wir jedes Quartal ein so genanntes „Kreativteamgespräch“ durch. Hier partizipieren nicht nur die Kreativtherapeuten, sondern auch die Pflegenden und die Leitung des Pflege- und Betreuungsdienstes und erstellen eine Quartalsangebotsplanung für jeden einzelnen Kunden. Hier werden alle bisherigen Leistungen bewertet und dem Bedarf jedes einzelnen Kunden angepasst. Und in der Tat: nicht immer ist es entscheidend, was in der Vergangenheit war. Die Kunst besteht wohl eher darin, die Vergangenheit der Kunden zu kennen und doch den Schwerpunkt allen Arbeitens auf das Hier und Jetzt und auf das Morgen zu legen. Im Vordergrund steht beim Pflegebedürftigen wie beim Kunden der Eingliederungshilfe immer die Auftragsklärung, also die Klärung der geplanten mittelfristigen Lebensperspektive und dem Ableiten und Durchführen und wiederum Bewerten der hierzu erforderlichen Maßnahmen. So kann es bei körperlich schwer kranken Kunden in erster Linie darum gehen, ihnen einen würdigen und menschlichen Lebensabend zu ermöglichen, wobei für uns Menschenwürde weit mehr ist als satt, sauber und trocken zu sein. Uns ist wichtig, für die Leute da zu sein, Zeit für sie zu haben, ihnen zuhören zu können, ihnen als Person gegenüber zu stehen und ihnen möglichst eine vergleichbare „Normalität“ zuzugestehen wie sie Menschen außerhalb eines Wohnheimes leben. Bei den Menschen, bei denen die psychische Erkrankung im Vordergrund steht, spielt in aller Regel der Zeitfaktor eine sehr bedeutende Rolle. Oft müssen einfache lebenspraktische Fähigkeiten komplett neu eingeübt werden, etwa so, als wenn man nach einem schweren Unfall das Laufen neu erlernen muss. Hierbei sind wir bemüht, unseren Kunden das Selbstwertgefühl zu stärken, indem wir ihnen Aufgaben übertragen, die sie bewältigen können, sie jedoch andererseits nicht zu überfordern, um sie nicht wieder zurückzuwerfen. Wichtig ist uns auch, Kunden eine zumindest optionale Perspektive bieten zu können. So ist es ja durchaus denkbar, dass ein Kunde im beschützten Teil aufgenommen werden muss, es ihm jedoch im Laufe der Zeit besser geht, so dass er z.B. über einen Platz im offenen Bereich und später BeWo irgendwann wieder ohne die Hilfe Dritter leben kann. Gerade auch in diesem Zusammenhang kann unsere Zusammenarbeit mit den Behindertenwerkstätten RAPS und BWO von besonderer Bedeutung und Wichtigkeit sein. Für die Kunden, die dazu nicht in der Lage sind, gewinnt das soziale Angebot unseres Hauses an noch höherer Bedeutung (siehe hierzu auch Punkt 12). „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“ (H. Hesse) Insbesondere der Gedanke an BeWo oder gar völlige Selbständigkeit mag für viele als „Wolkenkuckucksheim“ erscheinen, wir können jedoch statistisch belegen, dass schon etliche unserer Kunden einen solchen zuvor für „unmöglich“ gehaltenen Weg erfolgreich gegangen sind, und das Vertrauen in die Möglichkeit solcher Entwicklungen treibt unser gesamtes Team immer und immer wieder an. Generell ist es unser Anspruch im Rahmen unserer Bezugsarbeit unseren Kunden eine Hilfe zu sein, Probleme im Zusammenhang mit den Lebensaktivitäten zu vermeiden, zu lösen, zu bewältigen oder zumindest zu lindern. „Ich habe Spaß ...Menschen zu helfen“ 12. „Was macht euch besonders?“ das soziale und besondere Angebot Dass wir unsere Kunden grundpflegerisch zu versorgen verstehen und dies auch tun, ist eine Selbstverständlichkeit. Aufgrund unserer personellen Ausstattung und Kompetenz ist es kein Problem, Menschen mit Pflegebedarf bis zur Pflegestufe 3 (einschließlich Härtefallregelungen) adäquat zu versorgen. Herzstück unserer Konzeption ist jedoch das soziale Angebot wie bereits aus den bisherigen Kapiteln zu entnehmen war. Wir bieten zum Beispiel Einzelbetreuungen durch entsprechend ausgebildete Mitarbeiter/innen zu verschiedenen, auf die jeweiligen Kunden zugeschnittenen Themenbereichen vom Wahrnehmungs- und Orientierungstraining über Körperarbeit und gezielte Arbeitsvorbereitung bis hin zur Entlassungsvorbereitung / Überleitung in selbständigere Wohnformen, an. Die Quantität der Einzelbetreuungen Seite 23


richtet sich zum einen nach den Bedürfnissen der Kunden und der Dringlichkeit, zum zweiten natürlich auch nach unseren Ressourcen (die Kunst des Machbaren). So erhalten manche Kunden tägliche Einzelbetreuungen, andere nur einmal wöchentlich oder sogar nur sporadisch. Die Einzelbetreuungen sind bei uns zeitlich befristet und dienen immer der Erreichung kurzfristiger Ziele (z.B. Arbeitsvorbereitung, Krisenintervention – Vermeidung von Krankenhausbehandlungen, Unterstützung in bestimmten Lebensbereichen im Sinne eines Trainings, Entlastung der Wohnbereiche usw.). Darüber hinaus bieten wir eine große Bandbreite an festen Gruppenangeboten. Unsere Gruppenangebote bestehen grundsätzlich nicht traditionell, sondern sind gewachsen aus Wünschen und entsprechenden Nachfragen unserer Kunden oder aus kreativen und phantasievollen Überlegungen unserer Teammitglieder sowohl aus dem therapeutischen als auch aus dem pflegerischen Bereich. Besonders schön ist es aus unserer Sicht, dass mehrere Angebote unseres Hauses als Ergebnis von Fachweiterbildungen unserer Mitarbeiter entstanden sind. Im Rahmen der Fachweiterbildungen entstanden Ideen und Phantasien bei unseren Teammitgliedern, die diese dann gemeinsam mit unseren Kunden in sehr fruchtbare Gruppenangebote geführt haben. Als Beispiele hierfür sollen das Nachtcafé, das Gruppenforum, die philosophische Gruppe Klönsnack und die Begleitung des Beirates genannt werden. Auch das in unserem Haus betriebene Medikamententraining mit Psychoedukation ist eine Einzelförderung, die im Rahmen einer Fachweiterbildung durch ein Teammitglied entstanden ist. Hier fließen wie in vielen anderen Bereichen internationale Einflüsse und Konzepte (hier: Schweiz) in unsere Arbeit gewinnbringend für unsere Kunden ein. Im Folgenden eine Kurzübersicht der festen Gruppenangebote: • das Nachtcafé Ein Angebot für in der Regel zehn Kunden, die sich zu gemeinsamer abendlicher Freizeitgestaltung treffen, vom Kinobesuch über den Racletteabend oder das gemütliche Beisammensein, ein Angebot, das unsere Kunden seit Jahren schätzen. • die heilpädagogische Bewegungsgruppe Eigentlich sind es zwei Gruppen, eine „starke“ und eine für die „Schwächeren“, hier geht es um positive Körperwahr- nehmung, Gemeinschaftsgefühl, Freude an der Bewegung aber auch zum Beispiel um Kontinenzerhalt. • Nintendo Wii Nicht alle Technik ist von Übel. Mit der Wii Sport, Wii Fit und Wii Active beweist Nintendo das Gegenteil. Unsere Kunden haben mehrmals wöchentlich Gelegenheit, moderne Technik und Bewegung mit Spaß und Freude zu verbinden. Ob beim Bowlen, Tennis, Boxen oder den Fitnessprogrammen, hier ist für fast jeden etwas dabei. • Sportgruppe Es gibt zwei Sportgruppen in Zusammenarbeit mit dem Sportverein GSF, eine für Männer und eine für Frauen. Hier geht es nicht nur um Körpergefühl sondern auch um sinnvollen Aggressionsabbau, und so richtig Sport im Sportverein ist auch gut fürs Selbstwertgefühl. • Reiten Nein, nicht alles ist Therapie und soll es auch gar nicht sein. Wir fahren mit 20 unserer Kunden zum Gangpferdegestüt Tara in Marienheide. Reiten ist ein tolles Freizeitvergnügen, und Beziehung zu einem Pferd zu entwickeln ist eine gute Übung für Beziehungsgestaltung überhaupt. Denn auch hier geht es neben dem Spaß auch um Vertrauen und Zuverlässigkeit. Reiten vermittelt ein positives Körper- und Lebensgefühl und bedeutet echte Lebensqualität. • Musik /Rhythmik Gerade auch schwer beeinträchtigte Kunden nutzen dieses Angebot, da sie sich über Musik selbst positiv erleben können. Musik vermittelt Körpergefühl, und die Gruppe fördert Ausdauer, Konzentration und Gemeinschaftssinn. • Walking Auch bei uns kommt man an dem Modesport nicht mehr vorbei. Wir bieten mehrere Walkinggruppen für alle die, die sich „richtig“ bewegen wollen, eine gesunde Ergänzung zum Alltag, die auch noch Spaß macht. • Handarbeitsgruppe Man mag es kaum glauben, aber es stimmt. Gerade junge Männer entdecken beim Seite 25


Handarbeiten ihre feinmotorischen Fähigkeiten. Die Gruppe vermittelt Gemeinschaftsgefühl und fördert Sozialverhalten, sie bietet Platz für Kreativität und Phantasie. Keine Sorge: Es nehmen natürlich auch Frauen gerne teil. • Schwimmbadbesuche Schwimmen gehen ist Feizeit- und Lebensqualität pur und eine Aktivität, die der Teilhabe am öffentlichen Leben dient. Viele unserer Kunden fahren gerne und regelmäßig mit ins Schwimmbad. Bewegung und Spaß, beides bietet dieses Angebot. • die 15 Minuten Aktivierung Ein tägliches Angebot für die am stärksten beeinträchtigten Kunden. Etwas gemeinsam tun und es genießen, miteinander lachen und Spaß haben, sich positiv und bewusst erleben, so sind die Aktivitäten angelegt. • Boxen am Sandsack / Fitnessgeräte Und wer viele Aggressionen oder viel Frust in sich trägt und dringend ein Ventil braucht, der geht unter Anleitung an den Boxsack oder an unsere Fitnessgeräte und verbindet körperliches Training mit gesundem Aggressionsabbau. • Einkaufsfahrten Eine sehr begehrte Aktivität. Die Bezugspersonen fahren mit ihren Kunden regelhaft zum Einkaufen. Einkaufen ist ein gutes Realitätstraining, es fördert Selbständigkeit und Selbstwertgefühl und bietet Teilhabe am öffentlichen Leben. Unsere Kunden haben die Auswahl, in welchen der Nachbarorte sie einkaufen fahren möchten, so dass die Einkaufsziele abwechslungsreich sind. • Spaziergänge Na klar, Bewegung ist wichtig. Spaziergänge bieten wir täglich und für jede Leistungsklasse, natürlich auch für die Kunden, die im beschützten Bereich leben. Bekanntlich ist Bewegung an der frischen Luft besser als fernsehen, rauchen und Kaffee trinken. • Gedächtnistraining In verschiedenen Leistungsgruppen. Es ist doch schön, wenn die grauen Zellen aktiviert werden, oder? • Ausflüge Wir fahren dreimal pro Jahr mit jeweils zwölf Kunden ins Phantasialand. Wir besuchen lokale Fußballspiele wie auch Bundesligaspiele der Fußball- und Handballbundesliga. Wir fahren ins Kino, zu Konzerten, in die Kirche, fahren an Talsperren usw. Die Ausflüge bieten gesellschaftliche Normalität und genussvolle Freizeit. • Urlaubsfahrten Wir bieten in der Regel zwei Urlaubsfahrten von je einer Woche für eine Gruppe von je fünf Kunden pro Jahr. Urlaub ist eine Abwechslung vom Alltag. Urlaub bietet Lebensqualität. Die Ziele sind wechselnd und orientieren sich an den teilnehmenden Kunden. • die themenbezogene Gesprächsgruppe In den Themen des Alltags fit sein, mitbekommen, was Sache ist. Gespräche über Aktuelles sind gut für Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration, fördern das Gruppengefühl und das Selbstwertgefühl. • Gruppenforum Ein Plenum für den kommunikativen Kern des beschützten Bereiches. Es trägt der Erkenntnis Rechnung, dass nicht die Mitarbeiter alleine das Milieu im Alltag herstellen. Eine therapeutische Gruppe, zu der sich die Kunden versammeln, die fähig sind, „öffentlich“ Probleme zu erörtern. „In der Gruppe zu kommunizieren... ...stärkt das Selbstbewußtsein und die Eigenveranwortung“ Das Gruppenforum erarbeitet sich eigene Themen und versucht aus der Mitte der im beschützten Bereich lebenden Kunden Einfluss zu nehmen auf Alltagskonflikte. Es geht hier nicht zuletzt um Training sozialer und moralischer Kompetenz. • Klönsnack Das wohltuend andere Angebot. Eine zunehmend größer werdende Gruppe, die sich beinahe philosophisch- intellektuell mit Fragen des Menschseins auseinandersetzt. Man hört Texte zu vorher festgelegten Themen und spricht darüber. Intellektueller Anspruch und chronisch psychisch krank geht nicht? So kann man irren! Die Teilnehmer genießen die Termine und zehren davon. • BELA Während in den klassischen Alten- und Pflegeeinrichtungen zunehmend das Untergewicht Seite Seite 15 27


der Kunden (und die nötigen Konsequenzen) Einfluss auf die Pflegeprozesse nehmen, ist es in den psychiatrischen Einrichtungen wohl eher umgekehrt. Viele unserer Kunden leiden (?) unter teilweise erheblichem Übergewicht, was nicht zuletzt auf die oft unvermeidliche Therapie mit Psychopharmaka zurückzuführen ist und mitunter auch somatische Komplikationen und Folgeerscheinungen mit sich bringt. Da dies kein exklusives Problem unserer Kunden darstellt, ist durch die Pharmaindustrie das BELA – Projekt zur Bekämpfung dieser Problematik ins Leben gerufen worden. BELA steht für Bewegung Ernährung Lernen Akzeptieren und bietet ein komplexes Programm für psychisch kranke Menschen, die sich der Thematik Übergewicht und Folgen stellen wollen oder müssen. Wir bieten unseren Kunden bereits seit 2006 nicht nur so genannte „Diättische“ bei den Mahlzeiten, sondern darüber hinaus ein gezieltes Gruppenangebot mit spezifischen Inhalten aus den Berei- chen Bewegung und Ernährung in Bezug auf psychische Erkrankungen unter Berücksichtigung der Problematiken der Psychopharmaka mit der Zielsetzung „Körpergefühl und Körpergewicht im Gleichgewicht“. Im Zusammenhang mit dieser Gruppenaktivität geht unserer besonderer Dank an die Lilly – Deutschland GmbH, mit der wir einen Kooperationsvertrag dahingehend geschlossen haben, dass sie unsere Mitarbeiter/innen diesbezüglich fortlaufend schult und berät und unserer Einrichtung die erforderlichen Materialien zur Verfügung stellt. Wir freuen uns besonders, mitteilen zu dürfen, dass wir die erste Pflegeeinrichtung Deutschlands sind, die dieses – ursprünglich nur für Kliniken konzipierte – für psychiatrische Klientel sehr sinnvolle Angebot erbringt und das schon seit drei Jahren und mit viel Erfolg und Freude für unsere Kunden, die hier auch ihre Gruppenfähigkeit und ihr Sozialverhalten verbessern. • Sommerfest Ein kalendarisches Highlight. Eine alkoholfreie Feier mit schönem Programm. Darüber hinaus bieten wir diverse Einzelangebote neben den alltäglichen Einzelaktivitäten der Bezugspersonen an. • die Wellnessgruppe Ein Special nur für Frauen; es geht um Pflege und Verwöhnen, um Style und um Förderung des Körpergefühls und Steigerung des Selbstwertgefühls. • kulturelle Events Je nach Anlass und Jahreszeit und von den Jahreszeiten gibt es im Rheinland bekanntlich 5 veranstalten wir in unserem Haus Konzertveranstaltungen, Aufführungen, Feiern oder ähnliches. Leben eben. Selbstverständlich ist auch und gerade hier die Mitbestimmung unserer Kunden gefragt. • Angehörigennachmittage Neben den ohnehin regelhaften Gesprächen mit Angehörigen veranstalten wir ein – zweimal pro Jahr so genannte Angehörigennachmittage. Man tauscht sich aus, das Miteinander wird gefördert und der Kontakt wird erhalten. Natürlich in nettem Ambiente. • das Medikamententraining / Psychoedukation (auch in Kleingruppen) Ein gestaffeltes Trainingsprogramm zum selbständigen und verantwortlichen Umgang mit Medikamenten basierend auf neuesten pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen. Psychoedukation: nur wer seine Erkrankung versteht, kann sie beherrschen lernen. • Ernährungsberatung Ja, das ist auch in Einrichtungen ein Thema. Wir haben auch hier die passenden Antworten, wenn unsere Kunden fragen oder Anleitung benötigen. • Snoezelen „Snuffelen“ und „doezelen“, Entspannung in der Krise. In den Niederlanden weiß man das schon lange, wir wissen es auch und arbeiten seit 2000 erfolgreich mit dieser Methode. So ein Musikwasserbett in einem Raum zum Wohlfühlen bei angenehmen Gerüchen und entspannter Atmosphäre ist aber auch wirklich etwas Feines. • Computerarbeitsplätze Arbeit, Konzentration, Ausdauer, Gedächtnis, Motorik und vieles mehr. Das Cog – Pack ist ein sehr taugliches und auch in den Werkstätten und Kliniken genutztes Trainingsprogramm. In Einzelarbeit fördern wir hier Kunden in der Arbeitsvorbereitung, aber trainieren auch Restfähigkeiten von Kunden, die große Defizite in den benannten Bereichen haben. Seite 29


• Massagen mit der oszillierenden Massageliege / Oszillierende Massage mit Infrarot – Tiefenwärme indiziert bei Verspannungen, Durchblutungsstörungen, Schmerzen, Stoffwechsel- störungen, Kopfschmerzen, Rückenbeschwerden, psychischer Belastung (Studie der Uni Wiesbaden vom August 2004) Entspannungsmassagen manueller Art können viele unserer Kunden nicht zulassen. Daher bieten wir diese zusätzliche Therapie- und Wellnessmöglichkeit auch und gerade für körperliches Wohlbefinden. Im Rahmen der Einzelbetreuungen werden bei Indikation auch Entspannungsmassagen (zum Beispiel der Hände oder Arme) manueller Art angeboten. Weitere Einzel- oder Gruppenaktivitäten finden regelhaft nach Absprache zwischen Kunden und Bezugspersonen statt. Für Außenaktivitäten stehen zwei Dienstfahrzeuge (jeweils 7 - Sitzer) zur Verfügung. Spezielle und individuelle „Specials“ gehen fast immer, gerade im Bereich der sozialen Betreuung verstehen wir uns als zuverlässige Partner unserer Kunden, eben so, wie es sich für eine Premiumadresse gehört. Die schlechte Nachricht: Hunde können wir leider nicht zulassen, da Hunde einige unserer Kunden stören und verängstigen und die Hunde selbst zum Beispiel im beschützten Wohnbereich keinen geeigneten Lebensraum haben, sorry. 13. Tierhaltung „Und mein bester Freund?“ Wir verstehen gut, wenn unsere Kunden sich auch bei Einzug in unser Haus nicht von ihren Haustieren trennen mögen. Die gute Nachricht: in der Regel müssen sie es auch nicht. Allerdings sind Haustiere nach vorheriger Rücksprache nur solange und insoweit gestattet, als dass der Besitzer sich auch angemessen und konsequent um sie kümmert und auch die tierärztliche Versorgung sicherstellt. 14. der Beirat „Hier rede ich mit!“ Im Rahmen seiner Fachweiterbildung schrieb einer unserer Mitarbeiter eine Facharbeit mit dem unheilschwangeren Titel „Der Beirat und seine Folgen“. Was dabei herauskam, ist eine beispielhafte Unterstützung unserer Kunden in der Wahrnehmung ihrer Wohn- und Lebensinteressen. Der Beirat ist ein sehr lebendiges Gremium, das unterstützt von zwei Teammitgliedern Anliegen der Bewohnerschaft herausarbeitet und in den monatlichen Sitzungen gegenüber der Geschäftsführung und der Leitung des Pflege- und Betreuungsdienstes vertritt. Der Beirat redet mit bei Neuanschaffungen, bei konzeptionellen Angeboten, entscheidet Fragen des Zusammenlebens und vieles mehr. Der Beirat schätzt seine Mitsprachemöglichkeiten und nutzt sie. Uns freut der kritische Beirat, und so fällt es auch der Geschäftsführung leicht, bei allen Sitzungen für ein Ambiente zu sorgen, dass nur gute Lösungen bringen kann. Allerdings ist das Ambiente der Sitzungen kontraproduktiv für BELA und Ernährungsberater... Dem Verfasser der benannten Facharbeit und seiner Kollegin verdanken wir auf jeden Fall den Beweis für aktive Mitbestimmung und Gestaltung durch einen Beirat in einem psychiatrischen Wohnheim. 15. „wenn ich nicht richtig zufrieden bin?“ unser Beschwerdemanagement Nichts ist so gut, als dass man es nicht stetig verbessern könnte. Dieser Erkenntnis folgend ermutigen wir unsere Kunden uns auch und gerade mit kritischem Feedback zu begegnen. In allen Pflege- und Perspektivvisiten wird die Kundenzufriedenheit ausdrücklich hinterfragt. Rückmeldungen unserer Kunden werden alle beantwortet, und wir sind sehr interessiert daran, unsere Qualität im Sinne unserer Kunden immer weiter zu optimieren. Auch jede kritische Rückmeldung von Angehörigen, Betreuern, Nachbarn, Kooperationspartnern und allen weiteren Beteiligten werden erfasst, besprochen und immer beantwortet, in der Regel sogar schriftlich. Jede kritische Rückmeldung fließt somit aktiv in unsere Arbeitsprozesse ein. Innovativ zu sein heißt aus unserer Sicht auch, sich den Wünschen, Anforderungen und Kritiken unserer Kunden und Partner konstruktiv und im besten Sinne zu stellen. Wir freuen uns also über alle Rückmeldungen und nutzen sie gerne. 16. „Ich bin ja nicht alleine“ Zusammenarbeit mit Angehörigen und gesetzlichen Betreuern Angehörige, soweit vorhanden, haben für unsere Kunden und schon deshalb auch für uns allerhöchste Wichtigkeit und Bedeutung. Seite 31


Gemeinsam Für jeden Weg bereit und offen Wir sind froh und dankbar, wenn Angehörige sich für die Kunden interessieren, sie besuchen und sich für sie engagieren. Wir unterstützen, wo immer möglich und sinnvoll erscheinend auch Besuche unserer Kunden bei ihren Angehörigen. Insofern unsere Kunden damit einverstanden sind, machen wir auch gerne Gesprächstermine mit Angehörigen. Kritik und Informationen von Angehörigen sind uns wichtig und willkommen. Wo immer der Kontakt zur eigenen Familie möglich und sinnvoll erscheint, hat Angehörigenarbeit für uns hohen Wert. Mitunter bitten wir Angehörige, uns bei der Biographiearbeit zu helfen. Dies erleichtert uns die Arbeit mit den Kunden, die selber keine biographisch relevanten Auskünfte mehr geben können. Hier sind wir den Angehörigen besonders dankbar für ihre Unterstützung. Wir haben in Gesprächen immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Angehörige für die Pflege- und Betreuungsprozesse mit unseren Kunden wichtige Eckpfeiler sein können. Nicht zuletzt zur Förderung und zum Erhalt eines guten Miteinanders bieten wir jedes Jahr die auch gut besuchten Angehörigennachmittage, wo die richtigen Ansprechpartner für alle Fragen rund um Versorgung und Betreuung zur Verfügung stehen. Wir stehen auch gerne für gemeinsame Gespräche zwischen unseren Kunden, deren Angehörigen und den gesetzlichen Betreuern zur Verfügung. 17. „Das reicht mit nicht“ Die Zusammenarbeit mit den beschützten Werkstätten Wie bereits erwähnt, ist es uns wichtig, unseren Kunden zumindest eine optionale Perspektive zu bieten. In Anbetracht der Tatsache, dass unsere Kunden immer jünger werden, ist dem Bereich Arbeit nunmehr eine noch höhere Bedeutung zugekommen. Wir arbeiten intensiv mit den Werkstätten RAPS und BWO zusammen, es haben sich regelmäßige und gute Absprache- und Informationsaustauschsmöglichkeiten zum Nutzen unserer Kunden etabliert. Kunden, die von uns aus in einer solchen Werkstatt arbeiten gehen, schaffen dies vor allem auch, weil sie an der Haustür abgeholt und auch wieder zur Haustür zurückgebracht werden. Besonders erfreulich ist, dass es zunehmend gelingt, auch Menschen, die „beschützt“ untergebracht sind, in Arbeitsprozesse zu integrieren. Hierzu durchlaufen sie ein aufwendiges Vorbereitungsprogramm innerhalb der Einrichtung. In dieses Vorbereitungsprogramm sind sowohl die pflegerischen als auch die beschäftigungstherapeutischen Mitarbeiter involviert und stimmen dies jeweils auf die individuellen Bedürfnisse ab. Sollte der Schritt vom Vorbereitungsprogramm zur Ganztagsbelastung (08.00 bis 15.30 Uhr) in der Werkstatt noch zu groß sein, so ermöglichen uns die Werkstätten so genannte „Vorpraktika“. Dies ist eine Werkstattvorbereitung in der Werkstatt selbst, bei der unsere Kunden aber noch nicht ganztägig sondern nur stundenweise (mit Steigerung bis zur Ganztagsmaßnahme) trainieren können. Auch im Rahmen der Vorpraktika werden unsere Kunden bei uns an der Haustüre abgeholt und auch wieder nach Hause gebracht. Weitere Belastungspraktika sind außerhalb unseres Hauses anstatt in der Werkstatt auch bei unserem Kooperationspartner, dem Gangpferdegestüt in Marienheide, unter beschützten Bedingungen möglich.Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, gerade im Bereich Arbeit für unsere Kunden ein erstklassig vernetztes und realistisches Angebot zu unterbreiten. 18. „Wie garantiert ihr die Qualität?“ Die Qualitätssicherung Unser Anspruch Premiumqualität zu fairen Preisen zu bieten ist hoch gesteckt. Zu Recht erwarten Kunden und Kostenträger, dass unsere Aussagen keine „Papiertiger“ sind, sondern auch im Alltag gelebt werden. Wie aber erreicht und sichert man diese Qualität auch langfristig? Hierzu bedarf es in allererster Linie erstklassiger und motivierter Mitarbeiterteams. Dass wir diese haben, verdanken wir neben unserem Topangebot an Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gezielter Mitarbeiterentwicklung. Beginnend mit Einarbeitungskonzepten, die neuen Mitarbeitern helfen, die Anforderungen und den „Spirit“ unseres Hauses zu verinnerlichen bieten, wir Zielvereinbarungsgespräche mit jedem einzelnen Teammitglied und intensives Coaching im Rahmen der Pflege- und Perspektivvisiten. Wir nutzen die Methoden systemischer Therapie in Fallbesprechungen. Wir nutzen die Ergebnisse aus Emotionsforschung und (psychiatrischer) Pflegeforschung, indem wir diese einzelfallbezogen in die täglichen Seite 33


„Wir werden immer besser... ...dass ist unser täglicher Anspruch“ Teambesprechungen (13.45 Uhr bis 14.30 Uhr) und die Pflege- und Perspektivvisiten integrieren und die Ergebnisse in die Pflege- und Betreuungsplanungen und damit in die tägliche Arbeit einfließen lassen. Eine fachweitergebildete Mitarbeiterin ist gleichzeitig ausgebildete Qualitätsbeauftragte und nimmt die Aufgaben der Qualitätsbeauftragten in enger Zusammenarbeit mit der Leitung des Pflege- und Betreuungsdienstes und der Geschäftsführung wahr. Bezüglich der Schnittstellenproblematik tagt im sechs wöchentlichen Rhythmus unser Qualitätszirkel, in dem alle Professionen unseres Hauses vertreten sind, und wo ohne große Dienstwege kurzfristige Anpassungen und Verbesserungen unserer Gesamtdienstleistungen beschlossen und umgesetzt werden. Wesentliche Regelungen unseres Hauses sind im Qualitätshandbuch hinterlegt, wobei es uns wichtig ist, das Handbuch „schlank“ zu halten, da Unser spezieller Dank geht an Frau Scherer vom „Projekt 3“ und Herrn Abderhalden von der Klinik Bern, ohne die wir den Mut zu dieser innovativen Konzepterweiterung im Bereich Forschung wohl nicht gehabt hätten. unserer Überzeugung nach Bürokratismus noch nie Qualität geschaffen hat. Auch unser Dokumentationssystem (Firma DAN und Eigenentwürfe) ist so ausgelegt, dass wir das Notwendige dokumentieren, uns aber nicht verzetteln. Wir sichern Zeit für unsere Kunden und dokumentieren dennoch transparent und qualifiziert. Zur besonderen Qualitätssicherung trägt natürlich auch unsere praxisnahe Forschungsarbeit bei und soll auch in diesem Bereich unseren Premiumanspruch dokumentieren. Wir sind im Bereich Ausbildung vernetzt im AVAN (Ausbildungsverbund für Altenpflege in Nümbrecht), sind aktives Mitglied im BFLK (Bundesverband für Leitungskräfte in der Psychiatrie), im BPA (Bundesverband privater Anbieter), nehmen an den PSAG (psychosozialen Arbeitsgemeinschaften) aktiv teil. Wir pflegen über die Leitung unseres Pflege- und Betreuungsdienstes enge Kontakte zu den psychiatrischen Kliniken im Rheinland und sind auch hier in Arbeitsgruppen involviert. Wir pflegen den aktiven Austausch mit Anbietern auch aus anderen Bundesländern und aus dem Ausland. Wir stehen in engem Kontakt zu Fachseminaren und Weiterbildungsstätten und informieren uns in diesem Rahmen stetig über neue pflege-, betreuungs- oder versorgungsrelevante Neuerungen. Über fachliche Neuerungen und Optionen informieren wir uns weiterhin auf allen führenden nationalen Fachmessen und damit verbundenen Fachvorträgen. 19. „Woher wisst Ihr, was ihr besser machen könnt?“ Forschungsarbeit Die ersten Forschungsthemen, zu denen wir über einem Jahr erheben sind Aggressionsprophylaxe, Suizidprophylaxe und Wirkung von Psychoedukation uner den Bedingungen eines psychiatrischen Wohnheimes. Forschung ist Arbeit und ist zeitaufwendig, ihr Nutzen ist jedoch für jeden Kunden im Alltag unmittelbar zu greifen, da die Ergebnisse in die direkte Arbeit einfließen, indem wir unsere Arbeit anpassen. Gerne sind wir also auch auf diesem Sektor Vorreiter. Neben der pflegerisch - betreuerischen Forschung, die wir selbst betreiben gilt unser Dank Herrn Dr. Wolf vom Zentrum für Emotionsforschung für die tägliche psychiatrische Arbeit sensibilisiert hat. Durch Erkenntnisse der Emotionsforschung sind wir heute in der Lage, Mimik und Verhaltensweisen psychisch kranker Menschen mit anderem Blick zu bewerten beziehungsweise zu verstehen. Seite 35


20. Ihre Ansprechpartner „Sonst noch was?“ Wenn Fragen offen sind oder Sie Anliegen an uns oder Rückmeldungen für uns haben, freuen wir uns. Sie erreichen uns per E – mail unter: info@hausaufderhardt.de www.hausaufderhardt.de Zentrale: Fax : 02293 | 8165720 Telefon : 02293 | 816570 Ihre Ansprechpartner sind: Frau Patricia Becker (Geschäftsführerin) Herr Kurt Wiegand (Geschäftsführer) Herr Ingo Klein (Leiter des Pflege- und Betreuungsdienstes) Frau Kerstin Voge (stellv. Leiterin des Pflege- und Betreu- ungsdienstes) Frau Katharina Sasse (Qualitätsmanagerin) Frau Elke Bender (Empfang) Frau Ella Obermüller (Hauswirtschaftsleiterin) „Das Außerordentliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichem Wege.” (Johann Wolfgang von Goethe) Sie erreichen uns montags bis freitags zu den üblichen Bürozeiten. Gesprächstermine mit uns können wir gerne auch außerhalb der Bürozeiten telefonisch vereinbaren. 21. Unsere Preise „Und was kostet das?“ Zugegeben, kostenlos sind unsere Leistungen nicht. Vergleichen Sie jedoch unser Preis – Leistungsverhältnis, so sind wir sicher, ein mehr als konkurrenzfähiges Paket für Sie geschnürt zu haben. Die Tagesgesamtkosten errechnen sich aus den Investititionskosten zuzüglich der Kosten für Unterkunft und Verpflegung und zuzüglich der zugrunde gelegten Pflegeklasse. Bitte sprechen Sie uns im Vorfeld auf die Preise an. Zu guter letzt gestatten Sie uns den Hinweis, dass wir der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber in unserer Konzeption in der Regel den maskulinen Begriff „Kunde“ oder „Mitarbeiter“ verwendet haben. Selbstverständlich sind hiermit in gleicher Weise Kundinnen und Mitarbeiterinnen angesprochen. Ob Rückfragen, Anfragen, Kritik, Rückmeldungen oder einfach Kontakt: „Wir freuen uns auf Sie und die Arbeit mit Ihnen“ Seite35


Soviel Halt wie nötig, mit soviel Kompetenz wie möglich. Impressum Herausgeber: Wiegand GmbH, Auf der Hardt 15, 51588 Nümbrecht TextRedaktion: Ingo Klein Geschäftsführer: Patricia Becker, Kurt Wiegand Herstellung: Oberberg Online GmbH, Alte Rathausstr. 2-4, 51643 Gummersbach Bilder: fotolia.de Urheber- und Verlagsrechte liegen bei der Wiegand GmbH, Gerichtsstand und Erfüllungsort ist Waldbröl Wiegand GmbH Auf der Hardt 15 51588 Nümbrecht Fon 02293. 816570 Fax 02293. 8165720 www.hausaufderhardt.de

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