Broschüre "Natur Vielfalt Schwaben" - Regierung von Schwaben ...

regierung.schwaben.bayern.de

Broschüre "Natur Vielfalt Schwaben" - Regierung von Schwaben ...

Natur. Vielfalt. Schwaben.


Liebe Leserin, lieber Leser,

die biologische Vielfalt, der Reichtum an Arten und

Lebensräumen unserer Heimat ist ein kostbares

Gut. Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorga nismen

reinigen Wasser und Luft, sorgen für fruchtbare

Böden und gesunde Lebensmittel. Sie sind die

Basis lebensrettender Medikamente und bahnbrechender

Erfindungen. Nicht zuletzt machen sie den

Reiz einer Landschaft aus. Damit prägen sie unsere

schwäbische Heimat und unser Lebensgefühl und

sind – zum Beispiel für den Tourismus – eine wichtige

wirtschaftliche Grundlage.

Diese Vielfalt ist bedroht. Seit Jahrzehnten wird die

Rote Liste der gefährdeten Arten immer länger.

Bayern und auch der Regierungsbezirk Schwaben

unternehmen deshalb große Anstrengungen zum

Schutz der Natur. Allein seit 2000 wurden in Schwaben

mehr als 25 Millio nen Euro investiert. 11 % der

Fläche des Regierungsbezirks sind für den Naturschutz

gesichert.

Auf der ersten UN-Umweltschutzkonferenz im

Jahr 1992 in Rio de Janeiro verpflichteten sich

190 Staaten nicht nur zum Klimaschutz, sondern

auch zum Schutz der Biodiversität. Seither ist der

Erhalt der biologischen Vielfalt nicht nur in Bayern

und Schwaben ein wichtiges Thema. Im Mai 2008

war Deutschland erstmals Gastgeber der Welt-

Naturschutzkonferenz; ein hervorragender Anlass,

um über das Thema zu sprechen.

Angesichts der großen Herausforderung zum Erhalt

der biologischen Vielfalt müssen wir keineswegs

resignieren. Seit vielen Jahren bemühen wir uns mit

Erfolg, durch größere Naturschutzprojekte in allen

schwäbischen Landschaftsräumen ein zusammenhängendes

Netz von Biotopen aufzubauen, um so

die gewachsene Vielfalt an Arten und Lebensräumen

nachhaltig und auf Dauer zu erhalten. Dabei

arbeiten Landnutzer, Fachbehörden, Kommunen

sowie Naturschutz- und Landschaftspflegeverbände

eng zusammen. Naturschutz wird so sichtbar und

erlebbar zu einer Gemeinschaftsaufgabe, die jeden

angeht.

Eine Auswahl von solchen Umsetzungsprojekten

im Regierungsbezirk Schwaben stellen wir in dieser

Broschüre vor. Es lohnt sich weiterhin, sich für die

Naturschätze vor unserer Haustür zu engagieren.

Machen Sie mit!

Augsburg, im Juni 2008

Ludwig Schmid

Regierungspräsident

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Biodiversität – Vielfalt des Lebens

Biodiversität – oder Biologische Vielfalt – ist

der Reichtum an Arten und Ökosystemen, aber

auch die genetische Vielfalt innerhalb einer Art.

Weltweit existieren schätzungsweise 10 Millionen

Arten. Biologische Vielfalt gibt es nicht

nur in tropischen Urwäldern oder Korallenriffen;

auch Mitteleuropa ist reich an Arten und

Lebensräumen. In Bayern kommen mindestens

77.000 Pflanzen-, Tier-, Pilz- und Flechtenarten

vor, in Schwaben sind es mehr als 50.000.

Jede Art hat ganz spezifische Ansprüche an

ihren Lebensraum. Die meisten Tiere und

Pflanzen sind deshalb an bestimmte naturnahe

Standorte gebunden. Von den Felsfluren, Bergwiesen

und -wäldern der Alpen über die Moore,

Streu- und Feuchtwiesen des Allgäu und die

Auwälder entlang der Donau bis zu den Magerrasen

der Frankenalb gibt es in Schwaben etwa

70 verschiedene Biotoptypen.


Doch die Vielfalt ist bedroht: Diese naturnahen,

besonders artenreichen Lebensräume gibt es

nur noch auf gut 7 % der Fläche Schwabens.

Kein Wunder, dass etwa 50 % der bayerischen

Pflanzen- und Tierarten gefährdet sind und

mindestens 1.500 der in Schwaben vorkommenden

Arten auf der Roten Liste stehen. Es

ist paradox: Einerseits sind viele Lebensräume

erst durch den Menschen entstanden, andererseits

ist „Homo sapiens“ der größte Natur- und

Umweltzerstörer. Vor allem der Landschaftsverbrauch

und die intensive Landnutzung sind

dafür verantwortlich. Auf den ersten Blick leben

wir mitten im Grünen, der zweite Blick verrät

aber: Die Artenzahl hat deutlich abgenommen

– kamen früher auf einer normalen Wirtschaftswiese

über 50 Pflanzenarten vor, sind es heute

kaum mehr als 10.

Auf der UN-Umweltkonferenz in Rio 1992

wur de der Schutz der Biodiversität zu einem

der wichtigsten Ziele erklärt. Zusammen mit

190 anderen Staaten hat Deutschland dieses

Abkommen ratifiziert. Auch Bayern hat im April

2008 eine Biodiversitätsstrategie verabschiedet.

Das wesentliche Ziel: Bis zum Jahr 2020 soll

sich die Gefährdungssituation für mehr als die

Hälfte der Rote-Liste-Arten verbessert haben.

Ein anspruchsvolles Ziel, für dessen Verwirklichung

die Unterstützung aller Bürgerinnen und

Bürger nötig ist.

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Gute Argumente für die Vielfalt

Biologische Vielfalt ist für das Überleben der

Menschen auf unserem Planeten unverzichtbar:

Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen sind

die Bausteine der Ökosysteme – sie geben uns

die Luft zum Atmen, reinigen Wasser und Luft,

sorgen für fruchtbare Böden und ein angenehmes

Klima.

Biologische Vielfalt rettet Menschenleben: Zahlreiche

Arten sind die Grundlage von Arzneimitteln;

so basiert etwa die Hälfte der in Deutschland

eingesetzten Medikamente auf den

Inhaltsstoffen verschiedener Heilpflanzen. Etwa

3.000 Pflanzenarten stehen auf dem Speiseplan

der Menschen. Das ist nicht nur abwechslungsreich,

sondern verhindert auch Hunger auf

der Welt: Fällt eine Sorte beispielsweise durch

Krankheiten aus, kann sie durch eine andere

ersetzt werden.

Die Natur ist auch Vorbild: vom Spinnennetz,

das Vorlage für das Münchner Olympiazeltdach

war, über den Schnabel des Wiedehopfs als

Ideengeber für die Entwicklung der Pinzette bis

zum Vogelflügel, ohne den es wohl nie Flugzeuge

gegeben hätte.

Wir stellen fest: Die Natur ist ihr Geld wert. So

leben viele Teile Schwabens vom Tourismus, der

ohne eine vielfältige Landschaft nicht denkbar

wäre. Etwa 4 Milliarden € geben die Touristen

pro Jahr im Regierungsbezirk aus. Der jährliche

Nutzen der gesamten Ökosysteme der Welt

beträgt nach vorsichtigen Schätzungen sogar

zwischen 10 und 50 Billionen €.


Biologische Vielfalt ist aber auch schön. Ob ein

Bild des Blauen Reiters, ein Altar von Riemenschneider

oder Schloss Neuschwanstein – die

Erhaltung von Kulturgütern um ihrer selbst

willen wird aus gutem Grund nicht ernsthaft in

Frage gestellt. Ähnlich ist es mit der Natur: Der

Flug eines Steinadlers, das nächtliche „Schlagen“

der Nachtigall, ein Frühlingsmorgen in den

Donauauwäldern und selbst der Anblick eines

alltäglichen Marienkäfers sind unvergleichliche

Naturschönheiten; sie zu verlieren wäre ein

ebenso unwiederbringlicher Verlust.

Die Beispiele machen es deutlich: allein aus

Vorsorge und der Verantwortung für unsere

Kinder und Kindeskinder müssen wir die biologische

Vielfalt erhalten und schützen. Nicht zuletzt

ist die biologische Vielfalt als Teil der Natur

auch um ihrer selbst Willen schützenswert.

Weitere Informationen:

www.natur.bayern.de

www.regierung.schwaben.bayern.de

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Netzwerk des Lebens

Schutzgebiete sind ein wichtiger Baustein zum

Schutz der biologischen Vielfalt. 4 % der Fläche

Schwabens sind Naturschutzgebiet und damit

besonders streng geschützt. 11% gehören zu

NATURA 2000, einem Netzwerk europäischer

Schutzgebiete.


Erfolgreich für die biologische Vielfalt

Naturschutz und damit auch der Schutz der

Biodiversität haben in Bayern eine lange

Tradition: 1984 wurde der Umweltschutz als

Staatsziel in die bayerische Verfassung aufgenommen.

Zur gleichen Zeit wurden die ersten

Förder programme aufgelegt, mit denen Landwirte

für besonders schonende Bewirtschaftungsformen

entlohnt werden. Vor allem zwei

Programme sind wichtig: Mit dem Vertragsnaturschutzprogramm

fördert der Freistaat Bayern

die naturschutzkonforme Bewirtschaftung von

Wiesen, Weiden, Streuobstbeständen, Teichen

und Äckern. Allein in Schwaben wurden von

2000 bis 2006 insgesamt 21,3 Millionen €

investiert. Im gleichen Zeitraum wurden über

die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinien

5,1 Millio nen € ausgezahlt. Mit diesem Programm

wird die Pflege und Neuschaffung von

Lebensräumen gefördert – von der Neuschaffung

von Feuchtbiotopen über die Entbuschung

von Magerrasen bis zur Renaturierung von

Mooren. Aber auch andere staatliche Programme

und der Bayerische Naturschutzfonds helfen

beim Arten- und Biotopschutz.

Für viele Arten ist es damit aber nicht getan:

Sie benötigen Maßnahmen, die ihren ganz besonderen

Ansprüchen gerecht werden. Deshalb

gibt es für zahlreiche Arten in Bayern eigene

Artenhilfsprogramme. Ebenfalls in den 1980er

Jahren begann man mit dem konzentrierten

Finanz- und Personaleinsatz im Rahmen größerer

Naturschutzprojekte. Inzwischen werden

unter dem Titel „BayernNetz Natur“ fast 350

Projekte in Bayern geführt.

Als höhere Naturschutzbehörde koordiniert

die Regierung von Schwaben die Arbeiten zur

Sicherung der biologischen Vielfalt: Sie verteilt

die staatlichen Fördermittel, setzt Schwerpunkte

und Prioritäten und ist „Motor“ vieler Projekte.

Nicht zuletzt berät sie auch die unteren Naturschutzbehörden

an den Landkreisen. Diese

kümmern sich – zusammen mit vielen anderen

Akteuren – schließlich um die konkrete

Umsetzung.

Weitere Informationen:

www.natur.bayern.de

www.regierung.schwaben.bayern.de

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BayernNetz Natur

BayernNetz Natur ist die Etablierung eines

landesweiten Biotopverbundsystems und die

Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie

im Rahmen größerer Naturschutzprojekte.

1991 wurde in Schwaben mit dem ersten

Projekt begonnen, inzwischen sind es 46 und

jährlich kommen zwei bis vier hinzu. In ganz

Bayern laufen derzeit 347 Projekte.

Freiwilligkeit und Kooperation sind die zwei

Grundprinzipien von BayernNetz Natur. Anstatt

auf hoheitliche Maßnahmen, zum Beispiel die

Ausweisung von Schutzgebieten, setzt man in

Bayern auf Freiwilligkeit. Auch die Erkenntnis,

dass es im Naturschutz oft miteinander besser

geht als gegeneinander, kann als „bayerische

Erfindung“ gelten. BayernNetz Natur stärkt zudem

die Eigenverantwortung der lokalen Akteure:

Verantwortlich ist nicht der Freistaat Bayern,

sondern der vor Ort tätige Projektträger.

BayernNetz Natur ist ein umfassender Naturschutz.

In den Projekten werden nicht nur

Lebensräume für Pflanzen und Tiere erhalten

und wiederhergestellt. Durch die Renaturierung

von Bächen und Flüssen und die Erhaltung von

Feuchtlebensräumen ist BayernNetz Natur Teil

des vorbeugenden Hochwasserschutzes. Zum

aktiven Klimaschutz tragen neben der Wiedervernässung

von Mooren auch der Erhalt und die

Wiederherstellung von naturnahen Wäldern bei.

Regionalvermarktungskonzepte sorgen dafür,

dass sich Naturschutz auch für Landwirte lohnt.

Nicht zuletzt bringt eine moderne Umweltpädagogik

den Menschen die Natur näher.

Die Federführung bei der Umsetzung von

BayernNetz Natur liegt beim Bayerischen

Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und

Verbraucherschutz. Die höhere Naturschutzbehörde

der Regierung von Schwaben spielt

auch hier eine zentrale Rolle, sie stößt Projekte

an, koordiniert sie und kümmert sich um die

Finanzierung. Den größten Teil der Kosten übernimmt

der Freistaat Bayern, unterstützt von der

EU, dem Bund oder dem Bayerischen Naturschutzfonds.

Ohne Verbände, Vereine, Kommunen, Behörden

und andere Institutionen wäre BayernNetz

Natur nicht denkbar. In ganz Bayern kümmern

sich engagierte Menschen um „ihre“ Projekte.

Sie sind Garant dafür, dass auch in Schwaben

ein erfolgreicher Naturschutz möglich ist.

Weitere Informationen:

www.bayernnetznatur.de

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Artenvielfalt auf der grünen Wiese

Mitten im Ries, gut 5 Kilometer nordöstlich von

Nördlingen, liegen die Pfäfflinger Wiesen. Sie

sind Lebensraum zahlreicher Vogelarten, die auf

offene, nicht zu intensiv genutzte und feuchte

Wiesenlandschaften angewiesen sind. Charaktervogel

unter diesen „Wiesenbrütern“ ist der

Große Brachvogel, eine inzwischen europaweit

gefährdete Art. Typisch sind darüber hinaus Kiebitz,

Grauammer und Wachtelkönig. Auch Weißstorch,

Rotmilan, Korn- und Rohrweihe suchen

hier ihre Nahrung. Zahlreiche Vögel – vom Alpenstrandläufer

bis zum Wanderfalken – nutzen

die Flächen als Rast- und Überwinterungsplatz.

Ein Gebiet mit bemerkenswerter Vielfalt: Fast

250 gefährdete Pflanzen- und Tierarten konnten

bisher nachgewiesen werden.

Das nördliche Schwaben ist für den Schutz dieser

Arten von besonderer Bedeutung. Mit bis zu

35 Brutpaaren des Großen Brachvogels brüten

allein in den Pfäfflinger Wiesen etwa 1 % des

deutschen und 6 % des bayerischen Bestandes.

In weiteren 57 schwäbischen Wiesenbrütergebieten

sind 22 % des bayerischen Bestandes zu

Hause.

Die Pfäfflinger Wiesen sind Beispiel für eine besondere

Beziehung zwischen Naturschutz und

Landwirtschaft: Einerseits hat die bäuerliche

Nutzung diese wertvolle Landschaft erst entstehen

lassen, andererseits wird sie von einer zu

intensiven Bewirtschaftung bedroht.

Seit vielen Jahren kümmern sich zwei engagierte

Naturschutzvereine um das Gebiet. Die

Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried und der

Rieser Naturschutzverein existieren schon seit

den 1970er Jahren und gehören damit zu den

traditionsreichsten lokalen Naturschutzverbänden

in Bayern. Mit Hilfe des Bayerischen Naturschutzfonds

und der Zoologischen Gesellschaft

Frankfurt konnten sie inzwischen mehr als

100 Hektar Flächen kaufen und beispielsweise

durch die Anlage von flachen Wiesentümpeln

die Nahrungsgrundlage für die Wiesenbrüter

entscheidend verbessern. Im Rahmen eines

BayernNetz Natur-Projekts arbeiten Landwirte,

Verbände, Kommunen und Behörden an einer

für alle Beteiligten tragfähigen Lösung. Inzwischen

sind die Pfäfflinger Wiesen auch Bestandteil

des Netzes NATURA 2000 und damit

europäisch bedeutsam.


Projekt: Pfäfflinger Wiesen

Projektdaten

Besonderheiten: Schwerpunkt Wiesenbrüterschutz,

großes Engagement

lokaler Verbände, seit Jahrzehnten

gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten

und Naturschützern

Größe: 553 Hektar

Laufzeit: 2003 –2008

Träger: Schutzgemeinschaft Wemdinger

Ried e. V., Rieser Naturschutzverein

e. V.

Projekterfolge: über 110 Hektar

Flächenankauf, ca. 45 Hektar Vertragsnaturschutzprogramm,

Stabilisierung

des Bestandes des Großen Brachvogels

und anderer Vogelarten,

Ansiedlung der Sumpfohreule

Weitere Informationen:

www.riesnatur.de

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Heideforum

Rund um das Nördlinger Ries liegt eine Kette

auffälliger Hügel, die wie Inseln aus der intensiv

genutzten Agrarlandschaft ragen. Sie sind Reste

der Gesteinsmassen, die nach einem Meteoriteneinschlag

vor 14 Millionen Jahren an den

Kraterrand gesprengt wurden. Während sich das

Ries nach der Eiszeit mit fruchtbaren Löß böden

füllte, blieben diese Kuppen kahl. Auf den

mageren Böden der Hügel entwickelten sich

durch Beweidung artenreiche Kalkmagerrasen.

Mit mehr als 300 Pflanzen-, 42 Tagfalter- und

23 Heuschreckenarten sind diese Kleinode

mehr als fünfmal so artenreich wie die umgebende

Landschaft. Tiere und Pflanzen sind

perfekt an das geringe Nährstoffangebot angepasst

und können so gegenüber konkurrenzkräftigeren

Arten bestehen.

Wesentlich ist aber noch ein weiterer Faktor: Nur

die Beweidung mit Schafen hält die Flächen offen.

Sie fördert zudem Arten, die von den Weidetieren

gemieden werden, zum Beispiel den

bitteren Frühlings-Enzian oder die stachelige

Silberdistel. Die Schafe ermöglichen schließlich

noch eine besondere Art des Biotopverbunds:

In Fell und Klauen transportieren sie Pflanzensamen

und kleine Tiere von Fläche zu Fläche

und ermöglichen so einen Austausch zwischen

den Biotopinseln.

Die Städte und Gemeinden im Ries sowie der

Landkreis Donau-Ries haben die Bedeutung

dieser Lebensräume erkannt. Im Rahmen der

EU-Initiative LEADER wurde mit einem Bayern-

Netz Natur-Projekt begonnen. Seitdem werden

alljährlich ehemalige Magerrasen, die zu verbuschen

drohen, wieder freigestellt. Aber ohne die

Schäfer ginge gar nichts: Sie sorgen mit ihren

Tieren dafür, dass die Magerrasen auch in Zukunft

nicht wieder zuwachsen. Im Juli 2007 veranstalteten

Landkreis, Gemeinden, Schäfer und

Naturschutzverbände ein Heideforum – Auftakt

für eine Weiterführung des Projekts auch in den

nächsten Jahren.


Projekt:

Heideforum Südlicher Riesrand

Projektdaten

Besonderheiten: sehr artenreiche

Kalkmagerrasen, Biotopverbund durch

Schafe

Größe: 82,4 km 2

Laufzeit: seit 1998

Träger: Landkreis Donau-Ries

Projekterfolge: ca. 250 Hektar

entbuschte Magerrasen, Sicherung

großer Kalkmagerrasen durch die

Beweidung

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Ein Projekt für Europa

Mit etwa 400 km 2 Größe ist das Donauried

zwischen Neu-Ulm und Donauwörth einer der

größten zusammenhängenden Landschaftsräume

Schwabens. Prägend sind nicht nur

die Donau mit ihren begleitenden Auwäldern,

sondern auch ausgedehnte Niedermoore und

Wiesenlandschaften. Mehr als 500 gefährdete

Pflanzen- und Tierarten machen das Donauried

zu einem Glanzlicht der Biodiversität.

Das Donauried ist aber noch mehr: Bei starkem

Hochwasser wird es flächig überschwemmt und

dient so als gigantischer Wasserrückhalteraum,

der dafür sorgt, dass Donauwörth, Ingolstadt,

Regensburg und Passau nicht in den Fluten

der Donau ertrinken. Die großen ebenen Auen

werden von Bauern als Wiese oder Acker genutzt,

unter denen mächtige Kiesschichten als

wertvolle Rohstoffquelle liegen. Nicht zuletzt ist

das Donauried ein wichtiger Erholungsraum für

Einheimische und Touristen.

Dies war Grund genug, mit dem Gesamtökologischen

Gutachten Donauried (GÖG) ein Konzept

zu entwickeln, in dem die verschiedenen

Interessen untereinander abgeglichen wurden.

Mit dem 1999 fertiggestellten GÖG gab es erstmals

in Bayern eine Planung, die den Betroffenen

nicht einfach „übergestülpt“, sondern in

einem offenen Prozess erarbeitet wurde.

Aus dem GÖG entwickelte sich eine Reihe

von Projekten. Zum Beispiel das „Ökokonzept

Blindheim/Gremheim“, in dem in Zusammenarbeit

mit den Gemeinden ein Biotopverbund

auf über 150 Hektar Fläche entwickelt wurde,

oder das Projekt „Mertinger Höll“. Hier haben

der Bund Naturschutz und der Landkreis

Donau-Ries inzwischen etwa 250 Hektar Fläche

gesichert. Auch die EU hat erkannt, dass das

Donauried etwas ganz Besonderes ist: Im

Rahmen des Förderprogramms LIFE+ fördert sie

den Schutz der Biodiversität mit insgesamt etwa

1 Million €. Das Projekt ist eines von nur 17 in

ganz Bayern. Alle drei betroffenen Landkreise

und 16 Städte und Gemeinden beteiligen sich

bei der Wiederherstellung von Streuwiesen, der

Sicherung von artenreichen Grünländern und

der Neuschaffung von Feuchtlebensräumen.


Projekt: LIFE-Natur-Projekt

Schwäbisches Donautal

Projektdaten

Besonderheiten: Gesamtökologisches

Gutachten Donauried,

LIFE-Projekt

Größe: 74 km 2

Laufzeit: 2006 –2011

Träger: Bayerisches Staatsministerium

für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Projekterfolge: mehr als 600 Hektar

neu geschaffene Lebensräume (Summe

über alle Projekte), Stabilisierung

der Bestände vieler bedrohter Arten

Weitere Informationen:

www.donautal-life-natur.de

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Im Moos ist was los

Im Nordwesten Schwabens – zwischen Günzburg

und der Grenze zu Baden-Württemberg

– erstreckt sich über 75 km 2 das Schwäbische

Donaumoos, einer der größten Niedermoorkomplexe

Süddeutschlands. Trotz gravierender

Eingriffe in den Wasserhaushalt konnten sich

im Leipheimer Moos und im benachbarten

Gundelfinger Moos Reste der ursprünglichen

Feuchtgebiete halten. In ehemaligen Niedermooren

und Streuwiesen, Torfstichen, Tümpeln

sowie Bruchwäldern leben 129 Vogel- und

zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten. Besonderheiten

sind zum Beispiel Zwergschnepfe,

Blaukehlchen und Wachtelkönig, Strauch-Birke,

Hummel-Ragwurz und Sibirische Schwertlilie,

oder der vom Aussterben bedrohte Quendel-

Bläuling. Selbst der in Bayern sehr seltene

Kranich ist hier ein regelmäßiger Gast.

Zum Schutz dieser wertvollen Lebensräume

wird viel getan. Beispielhaft sind vor allem die

Maßnahmen zur Wiedervernässung des Leipheimer

Mooses: Aus der nahe gelegenen Nau

wird über eine 3,7 Kilometer lange Rohrleitung

Wasser in das Moor zurückgeführt. Auch einige

Hauptentwässerungsgräben werden angestaut.

Dies war nur in enger Abstimmung mit den

betroffenen Landwirten, Anwohnern und Naturschützern

möglich. Die Stadt Leipheim hat etwa

50 Hektar in das Ökokonto eingebracht. Mit

hydrologischen Untersuchungen an über 170

Messstellen werden die Maßnahmen ständig

überwacht. Eine Beweidung mit Schafen sorgt

dafür, dass große Teile offen gehalten werden.

Motor des Projekts ist die Arbeitsgemeinschaft

Schwäbisches Donaumoos e. V. (ARGE Donaumoos).

In diesem Verein arbeiten Kommunen,

Landwirte und Naturschützer seit vielen Jahren

erfolgreich zusammen.


Projekt: Leipheimer Moos

Projektdaten

Besonderheit: größte Niedermoor-

Wiedervernässungsmaßnahme in

Bayern

Größe: 264 Hektar

Laufzeit: ab 1991

Träger: ARGE Donaumoos

Projekterfolge: Erhaltung und Entwicklung

von Niedermoor auf über

80 Hektar, Zunahme des Brutbestandes

der Bekassine und anderer Arten

Weitere Informationen:

www.arge-donaumoos.de

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Lebensraum Lechtal

Quer durch ganz Schwaben verbindet das Lechtal

über 170 Kilometer die Alpen mit der Frankenalb.

Während und nach der letzten Eiszeit

wurden gewaltige Schottermassen flussabwärts

transportiert. Auf diesen Flächen entwickelten

sich großflächige Kalkmagerrasen, die Lechheiden.

Ursprünglich entstanden durch die natürliche

Dynamik des Lechs immer wieder offene

Flächen, auf denen sich die Heiden ausbreiten

konnten. Später sorgte der Mensch durch die

Beweidung mit Rindern und Schafen dafür, dass

die Magerrasen nicht wieder zuwuchsen.

Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten konnten entlang

der „Florenbrücke Lechtal“ von den Alpen

in die nördlichen Mittelgebirge einwandern

– das Lechtal ist deshalb eine Biotopverbund-

achse von internationaler Bedeutung. Auch

heute noch sind sehr seltene Arten wie Schlingnatter,

Idas-Bläuling und Sumpf-Gladiole zu finden.

Spinnen-Ragwurz und Hundswurz – zwei

Orchideenarten – haben hier ihren bayerischen

Verbreitungsschwerpunkt, das Wanzen-Knabenkraut

das größte deutsche Vorkommen.

Im „Lebensraum Lechtal“, einem der größten

Naturschutzprojekte Bayerns, haben sich mit

Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds

Landkreise und Landschaftspflegeverbände

zusammengeschlossen. Im Zuge des

Projekts wurden zahlreiche Heideflächen wiederhergestellt

oder neu geschaffen. Vorbildlich

ist auch die Umweltbildungsarbeit: In jährlich

50 –100 Veranstaltungen wurde mehreren Tausend

Menschen das Lechtal näher gebracht;

im Rahmen von Projekttagen konnten jedes

Jahr 20 bis 40 Schulklassen die Natur am Lech

hautnah erfahren. Das Projekt endete offiziell

im Jahr 2005. Seither führt es der Verein

„ Lebensraum Lechtal“ weiter.

Wesentlich ist die Beweidung der Flächen. Um

die Schäfer zu unterstützen, werden in Gaststätten

und Metzgereien entlang des Lechtals

unter der Marke „Lechtal Lamm“ Produkte aus

Schaffleisch verkauft. Der Schäfer erhält dafür

einen etwas höheren Preis, der Verbraucher

die Garantie für ein natürliches, besonders

schmackhaftes Produkt aus der Region.


Projekt: Lebensraum Lechtal

Projektdaten

Besonderheiten: größtes Naturschutzprojekt

in Schwaben, international

bedeutsame Biotopverbundachse,

„Lechtal Lamm“

Größe: 750 km 2

Laufzeit: 1998 –2005

Träger: Deutscher Verband für Landschaftspflege

Projekterfolge: Erhaltung und

Entwicklung von mehr als 900 Hektar

Lechheiden

Weitere Informationen:

www.lebensraumlechtal.de

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Bürger für die Ecknach

Auch im Nordosten Schwabens wird viel für die

Natur getan. Ein Beispiel dafür ist das Ecknachtal

südlich von Aichach. Hier sind Quellen, Feuchtwiesen,

Sumpf- und Auwälder und naturnahe

Bachabschnitte zu einem Lebensraummosaik

verzahnt. Viele bemerkenswerte Arten kommen

vor: zum Beispiel Breitblättriges Knabenkraut

(eine Orchidee), Eisvogel, Blaukehlchen, Äsche

oder Kleiner Schillerfalter. Eine Besonderheit ist

die Grüne Keiljungfer, eine Libelle, die vor allem

saubere, naturnahe und sandige Bäche besiedelt.

Die Population in der Ecknach gehört zur

größten in Schwaben und zu einer der größten

Bayerns.

Nachahmenswert ist das BayernNetz Natur-

Projekt aber vor allem wegen der hervorragenden

Zusammenarbeit zwischen den Akteuren.

In kaum einem anderen Projekt bringen sich so

viele Bürgerinnen und Bürger ein – nicht nur

Behörden, Kommunen, Vereine und Verbände,

sondern viele engagierte Einzelpersonen –

Landwirte, Fischer, Jäger, Förster, Naturschützer

und interessierte Laien. Auch die Projektmanagerin

arbeitet rein ehrenamtlich. Sie alle haben

sich auf ein gemeinsames Leitbild geeinigt, das

die Grundlage für alle Maßnahmen ist. Jetzt wird

die Ecknach renaturiert, es werden Feuchtbiotope

neu geschaffen und gepflegt sowie Pufferstreifen

angelegt. Landwirte sichern wertvolle

Feucht- und Magerwiesen durch den Verzicht

auf Dünger und Pflanzenschutzmittel.


Projekt: Ecknachtal

Projektdaten

Besonderheit: vorbildliche Zusammenarbeit

zwischen den Akteuren

Größe: 621 Hektar

Laufzeit: seit 2000

Träger: Gemeinde Adelzhausen,

Stadt Aichach, Gemeinde Sielenbach

Projekterfolge: fast 23 Hektar neue

Biotope

Weitere Informationen:

www.ecknachtal.info

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Natur vor den Toren Augsburgs

Natur in der Stadt“ verbinden die Menschen in

Augsburg am ehesten mit dem Stadtwald oder

der Königsbrunner Heide. Die Wertachaue im

Südwesten der Stadt wird dabei gerne übersehen.

Dabei ist dieses Flusstal nicht nur eine

der „Regenrinnen“ Schwabens, das vor allem

während des Pfingsthochwassers 1999 negative

Schlagzeilen machte, sondern ein vielfältiger

Lebensraum. In Auenbächen leben Bachforelle

und Mühlkoppe, in den Auwäldern Märzenbecher,

Türkenbund-Lilie und Blaustern. Erst durch

die regelmäßige Holznutzung sind großflächige

Niederwälder entstanden. Typisch sind hier

lichtliebende, aber an Wälder gebundene Arten

wie das Wald-Wiesenvögelchen – kein Vogel,

sondern ein Schmetterling. In die Aue eingestreut

sind die Wertachheiden, Heimat zahlreicher

Orchideen- und Schmetterlingsarten.

Die Wertachauen sind nicht nur ein beliebtes

Naherholungsgebiet, auch sonst wird viel für

Natur und Umwelt getan. Im Rahmen des

Projektes „Wertach vital“ verbessert die Wasserwirtschaftsverwaltung

den Hochwasserschutz

und den ökologischen Wert des Flusses. Der

Landschaftspflegeverband ist im Landkreis

Augsburg besonders aktiv: Er pflegt die Heiden,

renaturiert Auenbäche und lässt die traditionelle

Niederwaldnutzung wieder aufleben. Ein besonders

gelungenes Beispiel ist der Herbrechtsgraben

bei Wehringen: Bis 2003 wurde er in ein

unterirdisches Rohr gezwängt, nun plätschert er

wieder frei durch den Auwald.


Projekt:

Biotopverbund Wertachauen

im Landkreis Augsburg

Projektdaten

Besonderheit: großflächige

Grauerlen-Niederwälder

Größe: 19,5 km 2

Laufzeit: seit 2003

Träger: Landschaftspflegeverband

Landkreis Augsburg

Projekterfolge: Sicherung und

Entwicklung der Wertachheiden,

Wiederaufnahme der Niederwaldnutzung

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Das längste Bachtal Bayerns

Zwischen Obergünzburg im Ostallgäu und

Günzburg im Donautal erstreckt sich auf über

92 Kilometer das Günztal – das längste Bachtal

Bayerns. Über drei Landkreise und 67 Gemeinden

verbindet es den Süden mit dem Norden

Schwabens und ist deshalb eine wichtige Bio -

topverbundachse in Bayern. Zahlreiche wertvolle

Lebensräume sind hier zu finden: Naturnahe

Quellen mit endemischen, nur in Bayern vor-

kommenden Arten wie die Bayerische Quellschnecke,

naturnahe Bäche, an denen Eisvogel

und Prachtlibelle zuhause sind, blütenreiche

Niedermoore und Feuchtwiesen sowie naturnahe

Wälder und Nagelfluh-Felsen, auf denen

Überbleibsel der letzten Eiszeit wie die Alpen-

Aurikel wachsen.

In mehreren BayernNetz Natur-Projekten wird

das Günztal zu einem Biotopverbund entwickelt:

Bäche werden renaturiert, Tümpel angelegt,

Feucht- und Streuwiesen gepflegt. Auch

die Umweltbildung spielt eine große Rolle – im

„Grünen Klassenzimmer“ erleben Jugendliche

die Natur der Günz, die „Biberkiste“ macht

Grundschulkinder mit dem Biber vertraut.

Zahlreiche Partner beteiligen sich an der Umsetzung:

von den Gemeinden über Wasserwirtschafts-

und Naturschutzverwaltung bis zu

Landschaftspflege- und Naturschutzverbänden

wie dem Bund Naturschutz oder dem Landesbund

für Vogelschutz.

Seit dem Jahr 2000 haben die Naturschutzinitiativen

ein eigenes Dach – die Stiftung Kulturlandschaft

Günztal. Das ist in Bayern einmalig.

Die Stiftung führt eigene Projekte durch, unterstützt

aber auch andere Projektträger. Über die

Stiftung können „Freunde des Günztals“ Spenden,

Zustiftungen oder sogar eigene Treuhandstiftungen

dem Schutz der biologischen Vielfalt

zugute kommen lassen.


Projekt: Günztal

Projektdaten

Besonderheiten: längstes Bachtal

Bayerns, eigene Naturschutz-Stiftung

Größe: 710 km 2

Laufzeit: seit 1996

Übergeordnete Organisation:

Stiftung Kulturlandschaft Günztal

Projekterfolge: Naturschutz-Management

auf über 400 Hektar Fläche

Weitere Informationen:

www.guenztal.de

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Insel der Vielfalt

Am Rand der Stadt Memmingen liegt das

Benninger Ried. Dieses mit 22 Hektar größte

Kalkquellmoor Bayerns hatte ursprünglich eine

Ausdehnung von über 130 Hektar. Heute um-

schließen bebaute und intensiv landwirtschaftlich

genutzte Flächen das Gebiet wie eine Insel.

Dennoch ist die Artenfülle noch immer enorm:

Ein international besetztes Team von Wissenschaftlern

fand hier über 1000 Tier- und Pflan-

zenarten. Darunter sind zahlreiche Besonderheiten,

zum Beispiel einige Relikte der letzten

Eiszeit wie Alpen-Maßliebchen oder Alpen-Fettkraut,

die außerhalb der Alpen nur noch sehr

selten vorkommen. Kleiner Blaupfeil und Helm-

Azurjungfer (zwei Libellen) und viele andere

Arten sind auf die konstanten Temperatur- und

Wasserverhältnisse natürlicher Quellmoore

angewiesen. Einmalig ist die Ried-Nelke: Diese

Pflanzenart kommt weltweit nur noch im

Benninger Ried vor.

Baumaßnahmen, Drainagen und Gräben haben

zu einer massiven Störung des Wasserhaushalts

geführt. Um diese Insel der Vielfalt zu retten,

wurde deshalb sieben Jahre lang ein von der EU

gefördertes LIFE-Projekt umgesetzt. Die übrigen

Kosten übernahmen die Stadt Memmingen,

der Landkreis Unterallgäu sowie der Bayerische

Naturschutzfonds. Durch den Rückbau entwässernder

Gräben und einen Anstau der Quellbäche

konnte die Situation entscheidend verbessert

werden. Fast 80 Hektar sind im Besitz der

öffentlichen Hand – nur so war eine so umfassende

Renaturierung des Quellmoores möglich.

Zahlreiche Feucht- und Nasswiesen werden von

Landwirten gepflegt.

Auch an den Tier- und Pflanzenarten sind inzwischen

erste Projekterfolge ablesbar. So haben

die Bestände von Riednelke, Helm-Azurjungfer

und anderen moortypischen Arten innerhalb

der renaturierten Bereiche wieder leicht zugenommen.


Projekt: Benninger Ried

Projektdaten

Besonderheiten: größtes Kalkquellmoor

Bayerns, LIFE-Projekt

Größe: 114 Hektar

Laufzeit: 1996 –2003

Träger: Stadt Memmingen,

Landkreis Unterallgäu

Projekterfolge: 51 Hektar angekaufte

oder gepachtete Flächen, 34 Hektar

Vertragsnaturschutzprogramm, Sicherung

der Bestände der Riednelke und

anderer Arten

Weitere Informationen:

www.life-natur.de/deutsch/ben1.html

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10

Allgäuer Moorallianz

Hochmoore sind in vielerlei Hinsicht ein besonderer

Lebensraum. Sie entstehen dort, wo

in sehr feuchtem Klima Torfmoose gedeihen

können. Während diese an der Mooroberfläche

wachsen, sterben die unteren Pflanzenteile ab

und werden zu Torf. Pro Jahr kommt etwa 1 mm

hinzu. In intakten Mooren binden die Moose

das klimaschädliche Treibhausgas CO 2 im Torf.

In den etwa 28.000 Hektar naturnahen Mooren

Bayerns werden so jährlich bis zu 15 Millionen

Tonnen Kohlenstoff gespeichert, das sind

mindestens 5 % der jährlichen Emissionen des

Freistaats.

Wegen der hohen Niederschläge und der geologischen

Vielfalt konnten sich im Allgäu über

verschiedene Höhenstufen hinweg die unterschiedlichsten

Moortypen entwickeln. Diese

Vielfalt gibt es nirgendwo sonst im Alpenraum.

Für den Erhalt der Allgäuer Moorlandschaft tragen

die Landkreise Ostallgäu, Oberallgäu und

Lindau also eine internationale Verantwortung.

Darum haben sie sich, zusammen mit der Stadt

Kempten, zu einer Allianz für die Allgäuer Moore

zusammengeschlossen. Diese Idee eines weiträumigen

Moor-Verbundes wurde bundesweit

ausgezeichnet: Im Wettbewerb idee.natur hatten

sich über 120 Initiativen aus ganz Deutschland

beworben. Die Allgäuer Moorallianz wurde

im Mai 2008 als einer von nur 10 Preisträgern

prämiert.

Ein Musterbeispiel einer Moor-Renaturierung

ist unter der Regie des Bundes Naturschutz im

Werdensteiner Moos nördlich Immenstadt gelungen.

In Zusammenarbeit mit dem Forstamt

Kempten bzw. den Bayerischen Staatsforsten

wurden mehr als 100 Dämme errichtet, um die

bestehenden Entwässerungsgräben aufzustauen.

Durch Ehrenamtliche, Zivildienstleistende

und Arbeitseinsätze als „Aktivurlaub im Werdensteiner

Moos“ des Deutschen Alpenvereins und

des Bergwaldprojekt e. V. wurden über 20.000

Arbeitsstunden investiert. Der Erfolg ist sehenswert:

Auf großer Fläche kann das Moor heute

wieder wachsen. Davon profitieren viele seltene

und gefährdete Arten, die an die extremen

Lebensverhältnisse angepasst sind – insbesondere

kälteliebende „Eiszeitrelikte“, die in Mooren

seit der letzten Eiszeit überdauern konnten.

Hochmoor-Mosaikjungfer, Hochmoor-Gelbling,

Große Moosjungfer – die Namen verraten es:

diese Arten kommen nur in Mooren vor und

sind entsprechend selten.


Projekt: Allgäuer Moorallianz

Projektdaten

Besonderheiten: großräumiger

Moorverbund über drei Landkreise

und eine kreisfreie Stadt, international

bedeutsame Vielfalt an Moortypen

Größe: rund 300 km 2

Laufzeit: Seit 2007

Träger: Landkreise Lindau, Oberallgäu,

Ostallgäu, Landschaftspflegeverbände

Oberallgäu und Ostallgäu,

Stadt Kempten

Projekterfolge: Preisträger im Wettbewerb

idee.natur

Weitere Informationen: Homepage

im Aufbau – www.moorallianz.de;

Infos zum Werdensteiner Moos unter

www.kempten.bund-naturschutz.de

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Vorbild für Bayern

Die Alpen sind weltweit einzigartig: Sie sind die

Heimat von etwa 43.000 Tier- und Pflanzenarten,

etwa 15 % der hier lebenden Pflanzenarten

kommen ausschließlich in dem europäischen

Hochgebirge vor. Auch in Schwaben bilden

die Alpen den größten zusammenhängenden

Lebensraum. Grund genug, darauf besonders

Rücksicht zu nehmen.

Viele Gemeinden haben den Wert dieser

„Biodiversitäts-Bank“ erkannt und wissen, dass

der Tourismus ansonsten keine Chance hätte.

Zum Beispiel die Gemeinde Bad Hindelang:

Schon in den 1980er Jahren wurde hier erstmals

für Deutschland der freiwillige, kooperative

Naturschutz, die Zusammenarbeit zwischen

Naturschützern und Landwirten erprobt. Im

Rahmen des „Ökomodell Hindelang“ beteiligten

sich 86 von 87 Bergbauern und sicherten so

die großen, für die Alpen typischen und artenreichen

Bergwiesen.

Die Natur in Bad Hindelang hat es in sich: Auf

den nicht gedüngten, gemähten oder beweideten

Buckel- und Bergwiesen leben Pflanzenarten

wie das Brand-Knabenkraut, in den angrenzenden

naturnahen Bergmischwäldern gibt

es den Frauenschuh, an den Wildflüssen den

Flussuferläufer und in den höchstgelegenen Regionen

typische alpine Arten wie das Birkhuhn.

Gerade in tieferen Lagen drohen die Wiesen

inzwischen wieder zu verbuschen, weil sich

die Bewirtschaftung für die Bauern kaum mehr

rentiert. Deshalb gibt es jetzt auch in Bad

Hindelang ein BayernNetz Natur-Projekt: Älpler,

Forstleute, Naturschützer und die Gemeinde

haben gemeinsam festgelegt, welche Bereiche

weiterhin naturschonend genutzt und welche

der Natur überlassen bleiben sollen. Förderprogramme

sorgen dafür, dass sich das auch lohnt.


Projekt:

Mager- und Trockenstandorte

Bad Hindelang

Projektdaten

Besonderheiten: Ökomodell Hindelang,

Zusammenarbeit zwischen

Älplern, Förstern und Naturschützern

Größe: 10,3 km 2

Laufzeit: seit 2007

Träger: Gemeinde Bad Hindelang

Projekterfolge: Scherung von über

500 Hektar Bergwiesen

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Natur-Mosaik

Der äußerste Südwesten Schwabens wird gern

übersehen, ist aber etwas ganz Besonderes:

Tiefe Tobel mit nahezu unberührten Schluchtwäldern,

Wiesen und Weiden, Streuwiesen und

Moore sowie Baumhecken bilden ein kleinräumiges

Mosaik unterschiedlicher Lebensräume.

Von dieser Vielfalt profitieren zahlreiche Arten:

zum Beispiel Lungen-Enzian und Fieberklee auf

den Streuwiesen und Niedermooren, Kies-Steinbrech

und Quelljungfern in den Tobeln sowie

das Moor-Wiesenvögelchen in den Mooren.

Auch Kuriositäten wie den Warzenbeißer gibt es

hier, eine große Heuschrecke mit beeindruckenden

Mundwerkzeugen, mit denen tatsächlich in

früheren Zeiten Warzen entfernt wurden. In den

Bächen lebt der seltene Schneider – weder eine

Figur aus Grimms Märchen noch ein lästiges

Insekt, sondern vielmehr ein Fisch, der auf

naturnahe, kiesige Bäche und Flüsse angewiesen

ist. Insgesamt wurden im Landschaftsraum

Weiler mehr als 200 Pflanzen-, 42 Tagfalter-,

14 Libellen- und 17 Heuschreckenarten nachgewiesen.

Seit 1994 werden die Streuwiesen wieder

gepflegt, Wiesen naturverträglich genutzt und

Moore renaturiert. Dank der Bereitschaft der

Landwirte und Grundeigentümer konnte so

das wertvolle Landschaftsmosaik und mit ihm

die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt erhalten

werden.


Projekt: Landschaftsraum Weiler

Projektdaten

Besonderheiten: naturnahe Tobel,

Mosaik aus verschiedensten Lebensräumen

Größe: 17,9 km 2

Laufzeit: seit 1994

Träger: Landkreis Lindau

Projekterfolge: ca. 50 Hektar Vertragsnaturschutzprogramm,

Zunahme

ausgewählter Tierarten

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Spezialeinsatz für gefährdete Arten

Artenhilfsprogramme sind spezielle Konzepte

für einzelne, besonders schutz- und pflegebedürftige

Arten. In Schwaben gibt es sie für

20 Pflanzenarten und 17 Tierarten bzw. Artengruppen.

Sie werden auf den folgenden Seiten

anhand von Beispielen vorgestellt.

Grundlage jedes Artenhilfsprogramms ist eine

genaue Dokumentation der noch vorhandenen

Bestände. Anschließend wird ein detailliertes

Konzept erstellt, in dem dargelegt wird, welche

Maßnahmen zum Schutz der jeweiligen

Art notwendig sind. Entscheidend ist dann die

Umsetzung dieser Vorschläge. Verantwortlich

ist zunächst das Bayerische Landesamt für

Umwelt, in Schwaben werden die Arbeiten von

der höheren Naturschutzbehörde koordiniert.

Natürlich braucht die Natur auch hier viele Verbündete:

Experten, die geeignete Maßnahmevorschläge

entwickeln können, sowie Behörden,

Kommunen und Verbände, die die Konzepte

dann umsetzen. Auch freiwillige Helfer können

entscheidend sein: So hätte der Wanderfalke

ohne den unermüdlichen Einsatz von mehr als

1000 Horstbewachern in Bayern möglicherweise

nicht überlebt. In den 1970er Jahren gab es

nur noch wenige Brutpaare, inzwischen sind es

mehr als 200.

Die Bestände müssen schließlich regelmäßig

überwacht werden. Beispielsweise werden

alljährlich die Kolonien einiger Fledermaus-Arten

gezählt. Bei seltenen Vogelarten wie dem Steinadler

wird sogar der Bruterfolg ermittelt. Nur so

sind die Erfolge auch von Dauer.

Die Umsetzung der Artenhilfsprogramme benötigt

einen langen Atem. Zwar konnten inzwischen

viele Arten dauerhaft gerettet werden, die

Hilfsprogramme vieler Pflanzen- und Tierarten

stehen jedoch erst am Anfang. Es gibt also noch

viel zu tun.

Artenhilfsprogramme

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Einmalige Schwaben

Einige Tier- und Pflanzenarten kommen weltweit nur in

Bayern oder sogar nur in Schwaben vor. Für die Erhaltung

dieser „Endemiten“ besteht also eine ganz besondere

Verantwortung.

Mindestens 54 Pflanzenarten zählen dazu. In Artenhilfsprogrammen

unterstützt die höhere Naturschutzbehörde der

Regierung von Schwaben Maßnahmen, die auf die Bedürfnisse

dieser Arten zugeschnitten sind.

Beispiel dafür ist das Augsburger Steppen-

Greiskraut, eine Pflanze, die ausschließlich auf

Lechheiden südlich von Augsburg vorkommt.

Durch eine gezielte Beweidung konnte der

Gesamtbestand auf über 1000 Individuen

stabilisiert werden.

Auch die Ried-Nelke, die weltweit nur im Benninger

Ried bei Mindelheim lebt, wurde durch

die Pflege und Wiedervernässung des Quellmoores

gerettet.


Das Bodensee-Vergissmeinnicht lebt in Strand

rasen des „Schwäbischen Meeres“, des Bodensees,

allerdings nicht nur in Bayern, sondern

auch an den Seeufern von Baden-Württemberg,

Österreich und der Schweiz. Extreme Treibholzmengen

und Trittschäden durch eine intensive

Freizeitnutzung haben dazu geführt, dass diese

schöne Blume an vielen Bodenseeufern inzwischen

verschwunden ist. Nur durch konsequenten

Schutz konnten die letzten Vorkommen

gerettet werden.

Weitere Informationen:

http://www.lfu.bayern.de/natur/fachinformationen/artenhilfsprogramm_pflanzen/index.htm

Ein weiterer bayerischer Ureinwohner ist das

Bayerische Löffelkraut, das in offenen Quellfluren

im Ost- und Unterallgäu vorkommt.

Diese Art wurde erst im Jahr 1985 entdeckt

und beschrieben. Unmittelbar danach wurde

mit einem Schutzprogramm begonnen: die

wertvollen Quellbereiche wurden gesichert und

freigestellt.

Artenhilfsprogramme

Pflanzen

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Außergewöhnliche Geschöpfe

Auch für einige Tierarten sind besondere Anstrengungen

nötig, um sie unserer Nachwelt zu

erhalten. Klassisches Beispiel ist der Weißstorch,

der auf Hausdächern brütet und vor allem in

feuchten Wiesen seine Nahrung sucht. Durch

Nisthilfen, die Sicherung von Feuchtwiesen und

die Anlage von Tümpeln hat sich der schwäbische

Bestand um den Faktor acht von 4 Brutpaaren

auf inzwischen 32 Paare erhöht.

Weitere Informationen:

http://www.lbv.de/artenschutz/voegel/weissstorch.html

http://www.lbv.de/artenschutz/voegel/wiesenweihe.html

http://www.lfu.bayern.de/natur/fachinformationen/fische_muscheln_krebse/muscheln/index.htm

Die Bachmuschel lebt in sauberen Bächen

und war früher in ganz Mitteleuropa so häufig,

dass sie an Schweine verfüttert wurde. Durch

die Verschmutzung der Gewässer nahmen die

Bestände dramatisch ab. In ganz Bayern gibt es

nur noch etwa 60 Vorkommen. Mit ca. 10.000

Individuen lebt eine der größten Populationen

im Nebel-, Kloster- und Brunnenbach bei Dillingen.

Vorsichtige Renaturierungsmaßnahmen

durch die Wasserwirtschaftsverwaltung und

die Verbesserung der Wasserqualität führten zu

einer Stabilisierung des Bestandes.


Auch einige auffällige Schmetterlinge stehen im

Fokus: Zum Beispiel der Hochmoor-Gelbling,

der ausschließlich in Hochmooren lebt – für

diesen Falter werden Moore wiedervernässt und

von Gehölzen befreit; oder der Blauschillernde

Feuerfalter, der an wenigen Orten in feuchten

Brachen in Mooren vorkommt.

Artenhilfsprogramme

Tiere

In Bayern lebt auch der größte Bestand der

Wiesenweihe in Mitteleuropa. Dieser Greifvogel

brütet vor allem in Wintergetreidefeldern

strukturreicher Ackerlagen. Das Nördlinger Ries

ist einer von drei bayerischen Verbreitungsschwerpunkten.

Freiwillige Vereinbarungen mit

Landwirten, die bei der Ernte den Raum um

die Nester von der Mahd verschonen, führten

dazu, dass der Bestand auf 13 Brutpaare angestiegen

ist.

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Vielfalt braucht Raum

Nur 7 % der Fläche Schwabens sind in der amtlichen

Biotopkartierung erfasst. Das ist eindeutig

zu wenig, denn die Arten brauchen Raum: Flächen,

die groß genug sind, dass Populationen

auch langfristig überleben, und einen Verbund,

der einen Austausch ermöglicht. Ein großräumiger

Biotopverbund aus ausreichend großen

Flächen, die nahe genug beieinander liegen

oder miteinander vernetzt sind, ist deshalb ein

wichtiges Ziel bayerischer Naturschutzpolitik.

Gebiete mit einem hohen Anteil an wertvollen

Gebieten sind besonders artenreich. Sie sind

die „Hot Spots“ der Biodiversität. In Schwaben

sind dies zum Beispiel die Alpen mit ihren

ausgedehnten Bergwäldern und -weiden, das

an Mooren besonders reiche Alpenvorland oder

das Donauried und die Frankenalb im Norden.

Andere Räume sind besonders wichtige Biotop-

verbundachsen, zum Beispiel das Lech-, Günz-

und Illertal, die die Alpen oder den Süden

Schwabens mit dem Norden verknüpfen.

International ist das Donautal herausragend:

über sieben Staaten verbindet es Mittel- und

Ost europa bis zum Schwarzen Meer.

Diese Gebiete brauchen besondere Aufmerksamkeit.

Deshalb werden hier häufig Bayern-

Netz Natur-Projekte umgesetzt. Teilweise – wie

im Gesamtökologischen Gutachten Donauried

und in der Allgäuer Moorallianz – werden weitreichende

Konzepte entwickelt.

Vermittler zur Natur

In den Allgäuer Alpen, am Bodensee, in den

Allgäuer Mooren und im Günztal fördert der

Bayerische Naturschutzfonds Betreuer, die sich

ausschließlich um diese Gebiete kümmern.

Mit ihrer Arbeit sind diese Gebietsbetreuer das

Bindeglied zwischen Naturschutzverwaltung

und Landnutzern. In Vorträgen, Führungen und

Einzelgesprächen sensibilisieren sie Besucher

und Grundeigentümer für die Schönheiten der

Natur und beraten zu einer naturverträglichen

Nutzung.

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Herausgeber: Regierung von Schwaben, Fronhof 10, 86152 Augsburg

www.regierung.schwaben.bayern.de

Text und Konzeption: PAN Planungsbüro für angewandten Naturschutz GmbH –

www.pan-gmbh.com

Layout und Gestaltung: Thomas Dürst, München – www.thomas-duerst.de

Fotos: Hubert Anwander, Werner Burkhart, Thomas Dürst, Holger

Duty/FotoNatur, Thomas Gretler, Peter Harsch, K. Heinze,

Susanne Hochwald, Otto v. Helversen, Martin Königsdorfer,

LBV-Archiv (A. Hartl, A. v. Lindeiner, E. Pfeuffer,

Z. Tunka, Tuschl), Klaus Leidorf, Luftbildverlag H. Bertram

GmbH, Ulrich Mäck, Christina Meindl, Klaus Möller, Erhard

Nerger/Bildermehr, Stefan Ott/FotoNatur, Herbert Partsch,

Stefan Pscherer, Günter Riegel, Jens Sachteleben, Herbert

Stadelmann, Stefan Tewinkel, Julia Wehnert, Henning

Werth, Andreas Zehm, Sven Zellner, Wolfgang Zerbst

Druck: Kessler Druck + Medien, Bobingen

Stand: Juni 2008

© Regierung von Schwaben, alle Rechte vorbehalten

Diese Broschüre wurde mit großer Sorgfalt zusammengestellt. Eine Gewähr für die

Richtigkeit und Vollständigkeit kann dennoch nicht übernommen werden. Für die

Inhalte fremder Internetangebote sind wir nicht verantwortlich.

Die Broschüre wurde mit Unterstützung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt,

Gesundheit und Verbraucherschutz sowie aus Mitteln der Europäischen Union

gefördert.

Foto-Hinweise:

S. 2: Krummenbachmoos

S. 4: Flussuferläufer, Samtfußrübling, artenreiche Blumenwiese, Becherflechte

S. 5: artenreiche Wiese, Landschaftsverbrauch durch Verkehr und Gewerbe

(Verkehrsknoten Gersthofen Nord und Gewerbegebiet)

S. 6: Wiedehopf, Netz einer Baldachinspinne, Olympiazeltdach München

S. 7: Pilz, Marienkäfer im Morgentau, Blumenwiese

S. 9: Landwirt bei Pflegearbeiten, Moorrenaturierung Werdensteiner Moos

S. 12: Kantenlauch, Kiebitz, Pfäfflinger Wiesen

S. 13: Großer Brachvogel

S. 14: Frühlings-Enzian, Kleines Knabenkraut, Silberdistel

S. 15: Heide am Rollenberg

S. 16: Blaukernauge, Rohrdommel, Vogel-Azurjungfer

S. 17: Donauried bei Blindheim

S. 18: Kranich, Laubfrosch, Sibirische Schwertlilie

S. 19: Leipheimer Moos

S. 20: Schafherde auf dem Lechfeld, Schlingnatter, Sumpf-Gladiole

S. 21: Lechheide mit Klebrigem Lein

S. 22: Grüne Keiljungfer, Breitblättriges Knabenkraut, Blaukehlchen

S. 23: Feuchtwiese an der Ecknach

S. 24: Wald-Wiesenvögelchen, Eschen-Auwald, Mühlkoppe

S. 25: bunte Blumenheide an der Wertach

S. 26: Eiszeitrelikt Alpen-Aurikel, Günz, Blauflügelige Prachtlibelle

S. 27: Eisvogel

S. 28: Kleiner Blaupfeil, Helm-Azurjungfer, Ried-Nelke

S. 29: Blick auf das Benninger Ried

S. 30: Hochmoor-Gelbling, Torfmoos, Alpen-Smaragdlibelle

S. 31: Schönleitenmoos

S. 32: Birkhahn, Brand-Knabenkraut, Frauenschuh

S. 33: Magerrasen und Hinterstein

S. 34: Lungenenzian, Fieberklee, Warzenbeißer

S. 35: Blick auf Weiler, Kesselbachschlucht, Feuchtwiese mit Trollblumen

im Wildrosenmoos

S. 37: Wanderfalke, Großes Mausohr, Steinadler

S. 38: Augsburger Steppen-Greiskraut, Ried-Nelke

S. 39: Bodensee-Vergissmeinnicht , Bayerisches Löffelkraut

S. 40: Weißstorch, Bachmuschel

S. 41: Blauschillernder Feuerfalter, Wiesenweihe

S. 43: im Donauried, Heide am Rollenberg, Allgäuer Hochalpen (Wildenmassiv

und Eisseen), Wildrosenmoos

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