Vortrag zum Download. - Netzwerk gegen Gewalt

netzwerk.gegen.gewalt.de

Vortrag zum Download. - Netzwerk gegen Gewalt

Die AnfängePädagogInnen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfeund Pflegeeltern suchen Antworten auf die zum Teil extremenVerhaltensweisen von traumatisierten Mädchen und Jungen,gerade im Kontext sexuelle Gewalt entstehen pädagogischeKonzepte zur Unterstützung der Traumabearbeitung.In Fachdiensten von Einrichtungen nutzen FachberaterInnenmit von ihnen entwickelten Konzepten die Erkenntnisse derPsychotraumatologie und anderer Bezugswissenschaften für dieeffizientere Unterstützung der lebensgeschichtlich belasteten Mädchen und Jungen.2008 wird auf Initiative von Martin Kühn und Wilma Weiß die BAG Traumapädagogikgegründet.© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Die Traumapädagogik als Bestandteil der TraumaarbeitEinen Hauptanteil derTraumaarbeit leistenPflegeeltern, und PädagogInnenin Erziehungsstellen undstationären und teilstationärenEinrichtungen der Kinder- undJugendhilfeDie Traumapädagogik istsowohl Teil der Pädagogikals auch Teil derPsychotraumatologie© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Die traumapädagogische Haltung• Die Verhaltensweisen der Mädchen sind normale Reaktionen auf eine extremeStressbelastung.• Sie haben für ihre Vorannahmen, Reaktionen und Verhaltensweisen einen gutenGrund.• Sie haben in ihrem Leben bislang viel überstanden und geleistet.• Wir unterstützen sie bei der Entwicklung eines guten Lebens durchSelbstbemächtigung.• Wir unterstützen sie bei der Akzeptanz gegenüber ihren Wunden, Schwierigkeitenund Beeinträchtigungen.• Wir stellen unser Fachwissen zur Verfügung (Profis), sie sind die Experten für ihrLeben.© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Die Pädagogik der Selbstbemächtigung- ein Kernstück der Traumaarbeit• Die Förderung des (kognitiven) Selbstverstehens• Die Unterstützung der Selbstakzeptanz• Die Förderung der Selbstregulation• Die Sensibilisierung für Körperempfindungen und Gefühle• Die Identifizierung von Trigger und Stimuli von Übererregung• Die Förderung von Körperwahrnehmung, Selbstwirksamkeit undSelbstausdruck• Geschlechtsreflektierende Pädagogik• Die Förderung eines selbstbewussten Frauenbildes• Die Entwicklung einer selbstbestimmten Sexualität• Die Befreiung von Rollenzwängen© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


„Das Trauma liegt nicht im Ereignis; es istvielmehr so, dass sich das Trauma imNervensystem befindet.“Levine/Frederick (1998): Trauma-Heilung.Synthesis© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Die Handlungsmöglichkeiten Flucht oder Kampfstehen nicht zur VerfügungBedrohungFluchtKampfBeides nichtmöglichTraumaErstarrenFolge© ZTP November 2011Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


FolgeInnerhalb dieser Erstarrung, in Folge fehlender Handlungsmöglichkeiten nach außen, setztein nach innen gerichteter Schutzmechanismus, ein Überlebensmechanismus ein!HörenEs kommt zum Zerreißen derWahrnehmungRiechenSehenDer kontrollierte Zugang zu denabgespaltenen Teilen ist nichtmehr möglich, diese führen imOrganismus ein EigenlebenSpürenWahrnehmungSchmecken© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Was geschieht physiologisch bei Gefahr?• Im Reptiliengehirn wird bei Gefahr eine außergewöhnliche Menge an Energiebereitgestellt.• Die Hormone Adrenalin und Noradrenalin in die Blutbahn gepumpt und sozusätzliche Energiereserven mobilisiert. Der Puls steigt, das Herz klopft, dieMuskeln sind besonders aktiviert und die Aufmerksamkeit ist erhöht.• Der Blutstrom fließt in die große motorische Flucht- und Kampfmuskulatur, dieAtmung wird schneller und flacher.• Die Pupillen weiten sich. Die Blutgerinnung nimmt zu.• Das verbale Ausdrucksvermögen nimmt ab, das Denken ist ausgeschaltet.• Die Muskelfasern sind stark erregt, häufig bis zum Zittern.• Es wird Cortisol ausgeschüttet, dieses Stresshormon wirktentzündungshemmend und unterdrückt Fieber und Schmerzen. Bleibt derCortisolspiegel dauerhaft erhöht, wird das Immunsystem auf lange Zeitunterdrückt und dadurch ernsthaft geschwächt.© ZTP November 2011Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Über die Entstehung sekundärer Traumasymptome• Während des traumatischen Geschehens stellt der Körper Energie bereit, um zuflüchten oder zu kämpfen. Kinder können beides nicht. Mit der Zeit kommt es zueinem Energieüberschuss, der sich seinen Weg• Wenn überwältigende Ereignisse entweder außerordentlich intensiv sind, überlängere Zeit anhalten oder wiederholt auftreten, verändert das Gehirn seineFunktionsweise.• Es befindet sich in einem Zustand erhöhter Wachsamkeit. Diese erhöhteWachsamkeit verursacht auch dort die Wahrnehmung von Gefahren, wo keinesind. Normalerweise sendet die Amygdala zu höheren und niedrigenGehirnbereichen Warnmeldungen. Bei traumatisierten Kindern sendet das Gehirnkeine simultane duale Botschaften aus.• Nicht notwendige chemische Stoffe werden in Bewegung gesetzt.© • ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Das dreifältige GehirnNeokortexMittelhirn: AmygdalaUnteres Gehirn, Reptiliengehirn© ZTP November 2011Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de13


Körperliche Sekundäre TraumasymptomeSymptome der Verkörperung• Überaktivität• Kopfschmerzen• Magenschmerzen, Darmkrämpfe,• Verdauungsprobleme• Wenig Energie/leichtes Ermüden• Asthma• Haltungs- undKoordinationsprobleme• Verspannungen• Erschlaffen• Herzrasen• Hitze, KälteentwicklungSymptome der Entkörperung• Verändertes Zeitgefühl• Gefühl neben sich zu stehen• Verschwommenes Sehen• Unvollständiges Körperbild• Wahrnehmungsprobleme einzelnerKörperteile und Funktionen© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Dissoziation und Körper• Die Dissoziation ist eine Spaltung von Kopf und Körper.• Der Kopf wird als Ich, der Körper als Außen wahrgenommen.• Gestörtes Köperschema• Die Körperbewegungen• Starre und Unbeweglichkeit im Rumpf• Nur die Extremitäten bewegen• Wenig Raum einnehmende Bewegungen• Synchrone, monotone Bewegungen• Es fließt nicht durch den Körper hindurch, keine oder wenigVerbindung zwischen den Extremitäten und dem Rumpf• Keine Selbstvergessenheit• Luft anhalten, nicht atmen, nur im Brustkorb• Eingefrorene Mimik•© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Die Pädagogik der Selbstbemächtigung- ein Kernstück der Traumaarbeit• Die Förderung des (kognitiven) Selbstverstehens• Die Unterstützung der Selbstakzeptanz• Die Förderung der Selbstregulation• Die Sensibilisierung für Körperempfindungen und Gefühle• Die Identifizierung von Trigger und Stimuli von Übererregung• Die Förderung von Körperwahrnehmung, Selbstwirksamkeit undSelbstausdruck• Geschlechtsreflektierende Pädagogik• Die Förderung eines selbstbewussten Frauenbildes• Die Entwicklung einer selbstbestimmten Sexualität• Die Befreiung von Rollenzwängen© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Sich selbst verstehen bedeutet …… … zu wissen wie der Körper und der Kopf reagieren….. zu wissen, dass sexuelle Gewalt häufiger vorkommt.……zu wissen, dass die früheren Erfahrungen noch immer gültig sind.zu wissen was Dissoziation bedeutet.© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Das dreigliedrige Gehirn als drei KreiseDenkerWarnzentraleReptiliengehirn© ZTP November 2011Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Die Förderung der Selbstregulation• Energie- und Stressniveau wahrnehmen• Die Sensibilisierung für Körperempfinden und Gefühle erhöhen• Stimuli und Trigger identifizieren• Die Ableitung der eingefrorenen Energie• In dissoziativem Zustand eingreifen• Fähigkeiten der Beruhigung suchen• Die Fähigkeit, auszuruhen und es sich behaglich fördern• Sich wieder des Körpers bemächtigen© ZTP November 2011Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


… mit den Mädchen sammeln.Körperempfindungen und Gefühle …… in Körperumrisszeichnungen eintragen.© ZTP November 2011Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Selbstregulation neurophysiologisch• Wir übernehmen zeitweise die Funktion des Frontalhirn (Denken) und helfen, eszu reanimieren, mit ihm in Kontakt zu kommen.• Wir fördern die Zusammenarbeit von Denken (Frontalhirn) und Wahrnehmender Körperempfindungen und Fühlen (Amygdala).• Wir fördern die Sensibilisierung für Körperempfindungen und dieUnterscheidung von Gefühlen, Empfindungen und Handlungsimpulsen.© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


„Der Körper ist Spiegel derSeele“Gefühle, Emotionen undgeistiges Verfassungbestimmen denKörperausdruck„Die Seele ist derSpiegel des Körpers“Der Körperausdruckbestimmt umgekehrtKognition undEmotion© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Ziele der Körperarbeit• Körperliche und geistige Erholung• Lockerung von Muskelverspannungen• Grounding• Form der Selbstkontrolle• Gefühl von persönlichem Raum/ innerem Halt zu unterstützen• Zentrierung• Neuetablierung von Grenzen• Erhöhung des Muskeltonus• Körperliche Wahrnehmung erweitern (Körpergewahrsein)• Präsenz• Tätigkeit ist selbst gewählt, unterliegt der eigenen Kontrolle und ist mit einigerAnstrengung auch zu meistern• Selbstvertrauen• Körper wieder als Ort des Lebens und nicht nur des Überlebens erfahren© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welleev.dewww.ztp.welle-ev.de


Die Arbeit mit dem Körper•Den Körper beobachten – Haltung, Anspannung, Bewegungsablauf, …•Die Sprache des Körpers lernen – Knoten, kribbeln, ziehen, ….•Den Körper dort abholen, wo er steht – Muskeltonus aufnehmen , erhöhenoder verringern, Von der Anspannung zur Entspannung, …•Den Körper pflegen – Gesundheit, Hygiene, Nahrung, Bewegung, …•Übungen und Aktivitäten zur Erhöhung der Serotoninausschüttung•Den Körper aufbauen – Skelettmuskulatur stärken•Selbstbehauptungstraining: die Körperkraft spüren© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welleev.dewww.ztp.welle-ev.de


Veränderung des Körperschemas• Den Körper über die Sinne spüren• Die Gefühle hierzu vorsichtig erforschen• Die Kognition zu Hilfe nehmen• Körper ausschütteln (entspannt)• Körper ausstreichen© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Zentrum für Traumapädagogikwww.welle-ev.de/trauma© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de© 2009 Zentrum für Traumapädagogik Hanau


„!Komplex traumatisierte Kinder müssen darin unterstützt werden,ihre Aufmerksamkeit auf Beschäftigungen zu lenken, die sie11. nicht an traumabezogene Trigger erinnern und2. Ihnen ein Gefühl von Freude und Beherrschung…geben.“Bessel van der Kolk….© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Geschlechtsreflektierende Pädagogik• Die Förderung eines selbstbewussten Frauenbildes• Die Entwicklung einer selbstbestimmten Sexualität• Die Befreiung von Rollenzwängen unter Berücksichtigung derbiografischen Erfahrungen© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogik info@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


„Selbstbemächtigung als Kernstück der Traumapädagogikbedeutet, dass die Mädchen mit Unterstützung ihrerBezugspersonen Stück für Stück das Gefühl für sich selbstwiederfinden, sich, ihre Gefühle und Empfindungenwahrnehmen lernen, ihren Körper und ihre Selbstregulationzurückerobern, eine selbststärkende Geschlechtsrolleentwickeln, Subjekt ihres Lebens werden.“© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de


Literatur und KontaktZentrum für TraumapädagogikUlanenplatz 663452 Hanau© ZTP November 2011 Zentrum für Traumapädagogikinfo@ztp.welle-ev.de www.ztp.welle-ev.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine