ESG2010 - Freundeskreis des Edith-Stein-Gymnasiums in Bretten

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ESG2010 - Freundeskreis des Edith-Stein-Gymnasiums in Bretten

Entwicklungsplan ESG 2010

Ideen, Konzepte und Projekte

für eine Ganztagesschule

in offener Angebotsform

© Edith-Stein-Gymnasium

Breitenbachweg 25

75015 Bretten,

Tel: 07252/ 95 18 - 0,

Fax: 07252/ 95 18 50


esg 2010 entwicklung 07 07 21 (Version 1.0 Schuljahr 2006/2007)


Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkung 5

2 Entwicklungsstand 7

2.1 Bildungspolitik 7

2.2 Der Bildungsauftrag des Gymnasiums 7

2.3 Pädagogisches Konzept des Edith-Stein-Gymnasiums 8

2.4 Schulportfolio des Edith-Stein-Gymnasiums 9

2.5 Schülerzahlen 11

2.6 Handlungsbedarf 12

3 Projektideen und Beteiligte 13

3.1 Planungsschwerpunkte (allgemein) 13

3.2 Projektthemen 14

3.2.1 Erweiterung durch Anbau 14

3.2.2 Erweiterung auf Baumarktgelände 14

3.2.3 Umbau des Pausenhofes 14

3.2.4 Gelände jenseits der Weissach 15

3.3 Projektbeteiligte 15

4 Erweiterung durch Anbau 16

4.1 Projektbeschreibung 16

4.2 Geleistete Vorarbeiten 16

4.3 Besonderheiten 16

4.4 Bewertung 17

4.5 Abbildungen 18

5 Erweiterung auf Baumarktgelände 25

5.1 Projektbeschreibung 25

5.2 Geleistete Vorarbeiten 25

5.3 Besonderheiten 25

5.4 Bewertung 26

5.5 Abbildungen 27

6 Umbau des Pausenhofes 28

6.1 Projektbeschreibung 28

6.2 Geleistete Vorarbeiten 29

6.3 Besonderheiten 29

6.4 Bewertung 30

6.5 Abbildung 31

7 Gelände jenseits der Weissach 32

7.1 Projektbeschreibung 32

7.2 Geleistete Vorarbeiten 32

7.3 Besonderheiten 32

7.4 Bewertung 33

8 Finanzierungsmodelle 34

9 Themen zur Schulentwicklung in tabellarischer Form 35

10 Adressen, Quellen und Verzeichnisse 37

10.1 Adressen von Ansprechpartnern 37

10.2 Quellen 37

10.3 Abbildungsverzeichnis 38


ESG 2010 Vorbemerkung

1 Vorbemerkung

Seit der Gründung des Edith-Stein-Gymnasiums in Bretten im Jahre 1998 haben sich die

Rahmenbedingungen in der Bildungslandschaft in Baden Württemberg hinlänglich ge-

ändert.

Das deutsche Schulsystem steht nach Veröffentlichung der Pisa-Studie im Rampenlicht.

Es wird nach Wegen und Konzepten hin zu einem modernen und effektiven Bildungs-

system gesucht.

Neben Visionen und langfristigen Zielen darf dabei das tägliche Leben nicht in Verges-

senheit geraten. Große Ziele sind letztendlich auch nur in kleinen Schritten zu erreichen.

Das Edith-Stein-Gymnasium hat den Status einer Ganztagesschule in offener Angebots-

form. Im Europäischen Ausland hat diese Form des Bildungsangebots bereits erfolgreich

Früchte getragen. Die Beispiele für ein pädagogisches und didaktisches Konzept finden

sich vor allem in Nordeuropa.

Das Edith-Stein-Gymnasium hat eine Visionsgruppe ins Leben gerufen, welche sich mit

den vielfältigen Möglichkeiten der Schulentwicklung befasst.

Bereits in der Vergangenheit hat diese Gruppe, bestehend aus Schulleitung, Lehrern, El-

tern, Schülern und dem Freundeskreis ESG, in Planungen und Umsetzungen gezeigt,

dass sich zum Wohl unserer Kinder nachhaltig Verbesserungen erreichen lassen.

Ein wichtiger Baustein ist in diesem Zusammenhang die Leistung der Stadt Bretten, die

sich ebenfalls einer positiven Entwicklung der Schulen verschrieben hat. Das gemein-

same Ziel wird also von der Schulgemeinde und der Stadt Bretten getragen.

Die Schritte des Entwicklungsplans leiten sich aus folgenden Aspekten ab:

� Leitbild 1 des ESG

� ESG als UNESCO Projektschule 2

� Anspruch der Stadt Bretten als Schulstadt

� Bildungs- und Erziehungsauftrag des Landes Baden Württemberg

Das Edith-Stein-Gymnasium versteht sich als ein Lebensraum, in dem die Lern- und

Lehrprozesse gefördert werden und soziales Miteinander gestaltet wird.

Als UNESCO Projektschule hat sich das Edith-Stein-Gymnasium eine Position in der Bil-

dungslandschaft von Bretten und Baden Württemberg erarbeitet, die es auch zukünftig

zu erhalten und zu stärken gilt.

Alle Beteiligten im Bildungsprozess identifizieren sich mit dem gemeinsamen Ziel, das

Edith-Stein-Gymnasium auch in Zukunft zu einem attraktiven Ort aktiven Lernens zu

entwickeln und die dafür notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

1 /Leitbild 2003/ Das Leitbild des Edith-Stein-Gymnasiums in der Fassung vom Mai 2003

2 Zuerkennung im Oktober 2005

5


Vorbemerkung ESG 2010

6

Die Bildung unserer Kinder ist eine Investition in die Zukunft!

Der Zuschnitt der Projektideen ist so gestaltet, dass keine Abhängigkeiten untereinan-

der entstehen. Es wurden in der Planung keine finanziellen Verbindlichkeiten eingegan-

gen. Die Projekte sind so gestaltet, dass Planung und Finanzierung in Teilen möglich

sind, die Projektgröße erlaubt schulinterne Projekte bis hin zu Maßnahmen städtebauli-

chen Charakters.


ESG 2010 Entwicklungsstand

2 Entwicklungsstand

Um die Schüler des Edith-Stein-Gymnasiums in dem oben beschriebenen Verständnis

optimal ausbilden und fördern zu können, sieht die Schulgemeinde dringenden Hand-

lungsbedarf. Dieser begründet sich in den hier beschriebenen Kernthemen.

2.1 Bildungspolitik

Die Bildungsinstitutionen in der Bundesrepublik Deutschland und im Land Baden Würt-

temberg befinden sich in einem umfassenden Reformprozess. Finanzielles Engagement

und Investitionen in Bildung stoßen sowohl auf der kommunalen als auch auf Länder-

und Bundesebene an Grenzen. Die finanziellen Verpflichtungen der öffentlichen Haus-

halte sind breit gefächert, dadurch entsteht jedes Jahr aufs Neue ein Kampf um die

vorhandenen Mittel.

Investition in die Bildung ist Investition in die Zukunft. Ein “Return on Investment“ ent-

steht erst nach vielen Jahren, und dieser fließt nie unmittelbar in die öffentlichen Kas-

sen zurück. Dennoch ist diese Investition unerlässlich, wenn man die Verantwortung

gegenüber zukünftigen Generationen ernst nimmt. Gerade das Land Baden Württem-

berg ist Vorreiter in Sachen Forschung, Entwicklung und Ingenieurleistung. Diese Rolle

gilt es zu festigen und weiterzuentwickeln. Dazu ist eine solide Bildungslandschaft der

Grundstein.

2.2 Der Bildungsauftrag des Gymnasiums

Nach dem Bildungsplan von Baden-Württemberg von 2004 besteht der Bildungsauftrag

für alle Schulen in Folgendem:

„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Erziehung und Bildung. Die öffentliche

Schule schuldet ihm jede nötige Hilfe, unabhängig von Herkunft, Geschlecht,

wirtschaftlicher Lage. Kein Kind darf fallengelassen werden. Kein Schüler

sollte die Schule verlassen, ohne wenigstens die Ausbildungsfähigkeit erreicht zu

haben. Die Schule ist zu angemessener Förderung und Motivation auf allen

Stufen und in allen Schularten verpflichtet.“

(Zitat aus Vorwort zum Bildungsplan 2004/ Hartmut von Hentig)

Der Bildungsauftrag des allgemein bildenden Gymnasiums lässt sich wie folgt darstel-

len:

7


Entwicklungsstand ESG 2010

Abbildung 1: Der Bildungsauftrag der Gymnasien in Baden-Württemberg 3

2.3 Pädagogisches Konzept des Edith-Stein-Gymnasiums

8

Das pädagogische Konzept des Edith-Stein-Gymnasiums beinhaltet mehrere Komponen-

ten und zielt, dem Leitbild vom Mai 2003 folgend, auf die Förderung

� der personalen Kompetenz:

Das Edith-Stein-Gymnasium versteht sich als Lebensraum, in dem die Persön-

lichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler gefördert wird

� der sozialen Kompetenz:

Das Edith-Stein-Gymnasium versteht sich als gesellschaftlicher Raum, in dem

soziale Kompetenz erworben und erprobt werden kann. Dieses Selbstverständnis

schließt eine engagierte Teilnahme an den gesellschaftlichen Prozessen außer-

halb der Schule ein.

� der kognitiven Kompetenz:

Das Edith-Stein-Gymnasium versteht sich als Lernort , an dem auf dem Weg zur

allgemeinen Hochschulreife die Kompetenz vermittelt wird, Wissen zu erwerben

und anzuwenden.

3 /SPEK – 2007/ Spektrum Schule


ESG 2010 Entwicklungsstand

2.4 Schulportfolio des Edith-Stein-Gymnasiums

Das Edith-Stein-Gymnasium versteht sich als Beispiel für das Zusammenwirken aller am

Bildungsprozess Beteiligten.

Die Lehrerschaft stellt sich als innovatives und kreatives Kollegium dar, in dem der Bil-

dungsauftrag sehr ernst genommen wird. Engagement weit über das normale Maß hin-

aus wird geleistet, um die knappen finanziellen und personellen Ressourcen zu kom-

pensieren.

Die Eltern übernehmen am Edith-Stein-Gymnasium eine Rolle, ohne die der tägliche

Schulbetrieb und die Ganztagesorganisation nicht zu leisten wären. Als Beispiel dient

das Projekt EMIL (ehrenamtliche Mitarbeit im Lehrbetrieb). Dies ist Garant für die Mit-

tagsverpflegung und -betreuung an der Schule.

Ein weiterer entscheidender Teil der Verantwortung am Edith-Stein-Gymnasium wird

durch ein von Eltern organisiertes Gremium getragen, dem ESG Freundeskreis. Ohne

die finanzielle Zuarbeit dieses Vereins wären viele Maßnahmen der Schule nicht zu reali-

sieren. Zudem unterstützt der Freundeskreis Eltern, die sich die Schulbildung ihrer Kin-

der an einem Gymnasium nur bedingt leisten können. Dadurch dienen die hier enga-

gierten Eltern in erheblichem Maße einer sozialen Gerechtigkeit.

Die Stadt Bretten als Träger des Edith-Stein-Gymnasiums hat sich in den letzten Jahren

immer als wertvoller Partner der Schulgemeinde erwiesen. Sie hatte für die Belange der

Schule immer ein offenes Ohr und macht damit deutlich, dass sie den gesetzlichen Auf-

trag ernst nimmt.

Nur als Gesamtes kann die Gemeinschaft aus Lehrern, Eltern und Schulträger weiterhin

erfolgreich die Bildung unserer Kinder und damit die Schaffung einer Zukunft für unsere

Kinder gestalten.

Im Folgenden werden die Arbeitsbereiche des ESG im Überblick dargestellt:

9


Entwicklungsstand ESG 2010

Außenbeziehungen

Allgemeine Profile Besondere Profilmerkmale Ganztagesschule in offener

Angebotsform

Kooperation mit Unternehmen der

Region

• Praktika zur Berufsorientierung

am Gymnasium/ BOGY Kl. 9

und 11

• Studientag Kl. 12/ BOGY

• Kooperation mit Lafarge

(KURS), Bischoff, Neff, E.G.O,

Blanco, SEW u.a.

• StartUp-Wettbewerb mit Sparkasse

Organisation

• Bistro unter der Trägerschaft

des Freundeskreises

(4 Teilzeitkräfte)

• Bistro-AG (L, S)

• Mittagsversorgung Mo – Fr

in Kooperation mit EMIL-

Eltern (ca. 40 Eltern)

• Mittagsbetreuung durch

Praktikantinnen des Berufskollegs

Sozialwesen und

EMIL-Eltern

• Schulbibliothek (1 Teilzeitkraft/

Freundeskreis)

UNESCO-Projektschule

• UNESCO-Ausschuss (E, L, S)

• UNESCO-AG

• Patenschaft: Schule in Peru

• UNESCO-Veranstaltungen

(z.B. Model United Nations)

Bildende Kunst – Profil

Kl. 5-10

• Ausstellungen

• Denkmalprojekte

• Kooperation mit Eduard-

Spranger-Schule

Schule auf Umweltkurs

• Umweltausschuss (E, L, S,

Schulträger)

• Schülerumweltmentoren

• Umwelt-AG) z.B. Altpapiersammlung)

• Solar-AG: Photovoltaikanlage

• Umwelttag Kl. 5-11

• Projekttag Nachhaltigkeit

Naturwissenschaftliches Profil

Kl. 8-10

• Praktikumswoche im LSZU

Adelsheim

• Teamteaching im Kernfach

Naturwissenschaft und Technik

• Kooperation mit Wirtschaft

und Hochschule

Kooperation mit Hochschulen und

Forschungsinstituten

• Universität und Fachhochschule

Karlsruhe, FH Pforzheim, FH

Mannheim,

FH Heilbronn

• TheoPrax-Projekte mit Fraunhofer-Institut

ICT

• Forschungszentrum KA

Kooperation mit Institutionen in

der Stadt Bretten

• Kooperation mit Eduard-

Spranger-Schule

• Kooperation mit Berufskolleg

Sozialwesen Bretten

• Kooperation mit VHS, Stadtbibliothek,

Kirchen, Altenheimen,

Sportvereinen, Jugendmusikschule,

Theater

Pädagogisches Konzept

• Bewegungsangebote in der

Mittagspause

• AG-Angebote von EMIL-

Eltern und Lehrern z.B. Werken,

Tanzen, Chor, Theater

• Anleitung zum selbständigen

Lernen Kl. 5 und 6

(Schülertutoren, EMIL-Eltern

und Lehrer)

• Zusätzlicher Förderunterricht

in Kleingruppen für Schüler/innen

der Mittelstufe

(Mathematik und Fremdsprachen)

• Förderung selbstorganisierten

Lernens (SOL) durch eine

Medienbibliothek (Projekt

für Schulzentrum Ost)

Soziales Lernen (sL) Kl. 5-10

• Curriculum sL Kl. 5-7

• Wahlpflichtfach sL Kl. 8-10

z.B. Dienst in Altenheimen

• Schülermentorenprogramm

z.B. Paten Kl. 10/5,

Streitschlichter

• Sozialpädagogisches Programm

zur Gewaltprävention

u. Drogenprophylaxe Kl. 7-12

Sprachliches Profil

Kl. 8-10

• Englisch, Latein, Französisch,

Spanisch

• Interkulturelles Lernen durch

Schüleraustausche mit Dänemark,

England, Frankreich,

Portugal, Rumänien, Spanien,

Tschechien

Nachhaltiges Lernen in fächerübergreifenden

Projekten u.a.

• Geo-Wirtschaft-Gem.kunde

• Musisches Projekt Kl. 8

Musik, BK, Theater, Sport

• Gesundheitsprojekt Kl. 7

Biologie-Sport

Methodencurriculum für alle

Profile Kl. 5-10

Abbildung 2: Das Schulportfolio des Edith-Stein-Gymnasiums in Bretten

10


ESG 2010 Entwicklungsstand

2.5 Schülerzahlen

Die Entwicklung der Schülerzahlen ist ein gewichtiges Argument für eine räumliche Er-

weiterung.

Abbildung 3: Die Entwicklung der Schülerzahlen des ESG von 1998 bis 2007 4

Nur 4 von 15 Klassen der Jahrgangsstufen 5-9 haben ein eigenes Klassenzimmer, in

das nicht hineingewandert wird. Alle anderen 11 Klassenzimmer werden durch Fachun-

terricht anderer Klassen (6-11) und Oberstufenkurse fremd belegt. So muss zum Bei-

spiel Fremdsprachenunterricht teilweise im Chemiehörsaal stattfinden. Zeitweise stehen

während des Vormittagsunterrichts außer der Aula und dem Informatikraum keine Aus-

weichräume für selbstorganisiertes Lernen und Lernen in Kleingruppen zur Verfügung.

4 Schülerzahlen 2007/08 nach einer Hochrechnung im April 2007

11


Entwicklungsstand ESG 2010

12

In den Klassen 10-13 arbeitet das Edith-Stein-Gymnasium nach dem Fachraumprin-

zip, d.h. die Schüler suchen außer den herkömmlichen Fachräumen auch für die Spra-

chen, Gesellschaftswissenschaften und Mathematik Fachräume auf, die mit fachspezifi-

schen Unterrichtsmaterialien ausgestattet sind. Dies ist eine Voraussetzung für das

handlungsorientierte und eigenverantwortliche Lernen, wie es der neue Bildungsplan

fordert. Da die vorhandene Zahl dieser Fachräume (6) jedoch weit unter der eigentlich

benötigten (circa 12) liegt, müssen auch diese Räume fremd belegt werden.

Ein weiteres Problem ist die Klassenzimmergröße. 12 Klassen der Jahrgänge 5-11

haben seit dem Schuljahr 2005 eine Klassenstärke von 30 bis 34 Schülern. Das ESG ver-

fügt jedoch nur für 8 Klassen über einen Klassenraum mit einer annähernd angemesse-

nen Größe für diese Klassenstärke (mindestens 63 m², d.h. 2,1 m² pro Schüler)

2.6 Handlungsbedarf

Für eine aktive und engagierte Schulgemeinde sind Entwicklungen einzuleiten und fort-

zuschreiben. Die Bildungssituation der Kinder ist zu verbessern, Chancen bestehen und

werden nachfolgend beschrieben.


ESG 2010 Projektideen und Beteiligte

3 Projektideen und Beteiligte

Die Motivation der Schulgemeinde, sich den Veränderungsprozessen einer modernen

Gesellschaft zu stellen und die Schülerinnen und Schüler durch eine optimale Ausbil-

dung vorzubereiten, ist beschrieben.

Die unbestrittene Flexibilität, die sich Lehrer und Schüler für die Bewältigung der Zu-

kunftsaufgaben abzufordern haben, benötigt Raum. Dieser sollte im Gegensatz zu den

heutigen Ressourcen flexibler, gestaltbarer und in größerem Maße verfügbar sein. Unter

diesen Rahmenbedingungen machte sich die Schulgemeinde daran, Wege zu eruieren,

Räume für die Schüler zu schaffen.

Unter dem Motto „wenn Architektur und Pädagogik ‚heiraten’, kann Wunderbares pas-

sieren“ fokussieren sich Pläne und Projekte vor allem auf bauliche und gestalterische

Themen 5 .

3.1 Planungsschwerpunkte (allgemein)

„Kindern Mauern vorzusetzen, heißt, Ihre Phantasie einzusperren“ (Roland Dorn, Archi-

tekt) 4 .

Auch wenn das Edith-Stein-Gymnasium von der Schulgemeinde bei weitem nicht als

trister Schulzweckbau empfunden wird, so besteht unbestritten Raumnot. Zur Verbesse-

rung der derzeitigen Lernsituation soll deshalb Raum für

� unterschiedliche Lernformen

� Bewegung

� Begegnung

geschaffen werden.

Eine Baumaßnahme für das ESG bietet dem Schulträger die Möglichkeit sich zum Vorrei-

ter eines in Zeiten des Klimawandels notwendigen Umdenkens im öffentlichen Bau zu

machen. Energiesparendes Bauen und umweltbewusstes Verhalten der Schulgemeinde,

die sich als UNESCO Projektschule auch dem Schutz der notwendigen Voraussetzungen

für Leben künftiger Generationen verschrieben hat, könnten eine fruchtbare Verbindung

darstellen. Ein öffentlicher Schulbau, orientiert an den Kriterien der lokalen Agenda 21,

wäre somit ein eindrucksvoller Beitrag einer Kommune zu allseits geforderten Umden-

ken im Sinne der Nachhaltigkeit.

5 /GEW-2007/ Willkommen in der Schule, Erziehung und Wissenschaft 2/2007

13


Projektideen und Beteiligte ESG 2010

3.2 Projektthemen

14

Die Visionsgruppe des Edith-Stein-Gymnasiums hat sich mit vier Themen der möglichen

Entwicklung konkret beschäftigt und diese ausgearbeitet. Sie werden zunächst kurz er-

läutert und in dem nächsten Kapitel detailliert beschrieben.

3.2.1 Erweiterung durch Anbau

Die Erweiterung durch einen Anbau (detaillierte Beschreibung Kapitel 4) löst einen Teil

der Raumprobleme des Edith-Stein-Gymnasiums, bietet aber keine umfassende Lösung,

da der Raumgewinn durch den Anbau in der Summe nur etwa 300 qm beträgt.

3.2.2 Erweiterung auf Baumarktgelände

Diese Erweiterung, die in einem ersten Schritt durch die Anmietung eines Kunstraumes

dank der Unterstützung des Schulträgers bereits ermöglicht wurde, böte vielfältigste

Möglichkeiten in schulischer und städteplanerischer Hinsicht:

� Zugewinn an Klassen- und Fachräumen für das Edith-Stein-Gymnasium

� Gelände für Bewegungsangebote im Ganztagesbetrieb

� Erweiterte Schulkantine für den Ganztagesbetrieb

� Kooperationsräume für unterschiedliche Schultypen im Schulzentrum Ost

� Ein Zentrum der Lern- und Ausbildungsstadt Bretten.

In den Chancen zur Gestaltung von Freiflächen und überbauten Bereichen im Kontext

einer modernen Stadtentwicklung zeigt sich der besondere Reiz dieses Projektes.

3.2.3 Umbau des Pausenhofes

Der Umbau des Pausenhofs (Seite 28 ff.) könnte Lern- und Aufenthaltsräume schaffen.

Die Veränderung der Freifläche stellt nicht nur gestalterische, sondern auch pädagogi-

sche Fragen zu einem neuen Umgang mit dem Schulhof 6 .

Unterschiedliche Themenschwerpunkte können im Schulhof platziert werden:

� Versammlungsort für die Schule (Amphitheater)

� Sportbereiche für Bewegung in Freizeit und Pausen

� Leise Zonen für Entspannung und Erholung

Die Umgestaltung des Schulhofes nach diesen Gesichtspunkten könnte nach durchgän-

giger Planung in einem partnerschaftlichen Arbeitsprojekt von Mitgliedern der Schulge-

meinde abgewickelt werden.

6 /Umwelt – F2006/ Umweltlernen Frankfurt, Freiflächen und Schulhofgestaltung


ESG 2010 Projektideen und Beteiligte

3.2.4 Gelände jenseits der Weissach

Natur erfahren und Natur gestalten (32 ff.) bedarf freier Flächen und Bereiche. Projekte

wie Nutzgartengestaltung, Streuobstwiesen und Biotopvernetzung könnten in diesem

schulnahen Bereich einfach und schnell umgesetzt werden.

Der finanzielle Aufwand eines solchen Projektes ist überschaubar, das Wachsen des

Projektes ist in einem sehr hohen Maße von Schülern, Eltern und Lehrern zu beeinflus-

sen.

3.3 Projektbeteiligte

An den verschieden Projekten ist die gesamte Schulgemeinde beteiligt. Jede der am

Prozess der Schulentwicklung beteiligten Gruppen

� Lehrer

� Schüler

� Eltern und

� Stadt Bretten

wird zu den einzelnen Teilprojekten in erheblichem Maße beitragen.

Die Realisierung aller Pläne ist aber ohne ein Zutun der Stadt Bretten, als Schulträger

und Entwicklungspartner, undenkbar. Dies kann aber, dafür ist das Edith-Stein-

Gymnasium lebendiger Beweis, durch die tatkräftige Unterstützung der Lehrer, Schüler

und Eltern auf ein für die Kommune leistbares Maß reduziert werden.

Die Schulprojekte werden darüber hinaus mit einer gewissen Öffentlichkeit durchzufüh-

ren sein und haben damit Auswirkungen auf das Image der Stadt Bretten und deren

Verständnis für eine Entwicklung zu einem Lern- und Bildungsstandort.

15


Erweiterung durch Anbau ESG 2010

4 Erweiterung durch Anbau

16

Die dem Edith-Stein-Gymnasium zur Verfügung stehende Fläche ist für einen moder-

nen, zukunftsweisenden Unterricht zu klein. Als eine Sofortmaßnahme wurde vom

Schulträger die Anmietung von Räumen auf dem Baumarktgelände ermöglicht. Dies un-

terstützt die Ausgestaltung des Kunstprofils in einem erheblichen Maße. Für Kunst vor-

gesehene Räumlichkeiten im Schulanbau könnten somit für andere zukunftsweisende

Fächer wie ITG oder NwT (weiterer Computerraum, technischer Mehrzweckraum) ge-

nutzt werden.

4.1 Projektbeschreibung

Die noch bebaubare Fläche auf dem Grundstück des Edith-Stein-Gymnasiums ist durch

die Situation vor Ort sehr eingeschränkt. Dennoch gibt es Möglichkeiten, den Schulraum

auf dem Grundstück in einem gewissen Maße zu erweitern.

Geplant sind Fach-, Besprechungs-, Lern-, Seminar- und Klassenräume, welche in ei-

nem in das Schulensemble architektonisch und organisatorisch integrierten Anbau an-

gesiedelt werden.

4.2 Geleistete Vorarbeiten

Das Architekturbüro Alexander Ketzel lieferte eine unverbindliche Vorplanung mit erster

Kostenabschätzung, um den möglichen Spielraum sowohl finanziell, als auch räumlich

zu bewerten.

Es wurde ein Anbau entworfen, der ein Teil des Schulhofgeländes umbauen würde. Die

Arbeit ist in den Abbildung 4 ff. dokumentiert.

4.3 Besonderheiten

Die Planung bietet

� Fachraum für Bildende Kunst

� Praktikumsraum (NwT 7 )

� Studierzimmer für SOL (Schülerarbeitsraum)

� Elternsprechzimmer

� Lernmittelraum

� Trainingsraum für soziales Lernen

Der Anbau wäre eine vorläufige Entlastung für die Raumsituation, ersetzte aber nicht

die notwendige Planung für eine längerfristige Schulentwicklung im Hinblick auf die Not-

wendigkeiten eines Ganztages-Schulbetriebs. Wie oben bemerkt, wäre der Kunstarbeits-

7 Naturwissenschaft und Technik


ESG 2010 Erweiterung durch Anbau

raum als notwendige Reservefläche zu verstehen, solange die im Baumarkt angemiete-

ten Räumlichkeiten genutzt werden können.

4.4 Bewertung

Die vorgeschlagene Schaffung von Schulraum in einem Anbau würde mit Kosten von

ca. 1,2 Mio. EURO zu Buche schlagen. Das Projekt ist eng mit der geplanten Ausgestal-

tung des Schulhofgeländes verbunden und bildet mit diesem eine architektonische Ein-

heit.

Von den pädagogischen Ansätzen des Edith-Stein-Gymnasiums für einen Ganztagesbe-

trieb können durch dieses Raumangebot jedoch nur Teile umgesetzt werden.

17


Erweiterung durch Anbau ESG 2010

4.5 Abbildungen

Abbildung 4: Anbau zur Raumgewinnungen, Außenansicht

18


ESG 2010 Erweiterung durch Anbau

Abbildung 5: Anbau zur Raumgewinnungen, Außenansicht

19


Erweiterung durch Anbau ESG 2010

Abbildung 6: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im Erdgeschoss

20


ESG 2010 Erweiterung durch Anbau

Abbildung 7: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im ersten OG

21


Erweiterung durch Anbau ESG 2010

Abbildung 8: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im zweiten OG

22


ESG 2010 Erweiterung durch Anbau

Abbildung 9: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im dritten OG

23


Erweiterung durch Anbau ESG 2010

Abbildung 10: Anbau, Kostenschätzung

24


ESG 2010 Erweiterung auf Baumarktgelände

5 Erweiterung auf Baumarktgelände

Eine sich fortentwickelnde Schule spielt nach Ansicht der Autoren in einer längerfristi-

gen Entwicklungsplanung der politischen Gemeinde eine große Rolle. Das Schulzentrum

Ost der Stadt Bretten ist, nicht zuletzt dank seiner idealen Verkehrsanbindung, ein Ort,

um den sich Stadtentwicklung gestalten kann. Diese wäre auf dem angrenzenden Bau-

marktgelände, welches heute nicht mehr unbedingt in einem inneren Bereich einer Ge-

meinde anzusiedeln wäre, möglich.

5.1 Projektbeschreibung

Westlich des Edith-Stein-Gymnasiums befindet sich ein Baumarkt mit dazugehörender

Freifläche und Parkplätzen.

Die Stadt Bretten hat beim Besitzer des Baumarkts bereits einen Raum zu Unterrichts-

zwecken angemietet. Ein Erwerb des Baumarktes und des Geländes durch den Schul-

träger des Edith-Stein-Gymnasiums schaffte Raum für das Schulzentrum Bretten auf ein

zukunftsfähiges Maß. Das direkt angrenzende Baumarktgelände stellt sich somit als ide-

aler Entwicklungsraum für das Edith-Stein-Gymnasium dar.

Ein Teilaspekt dieser Lösung ist eine attraktive Außenanlage, die sich positiv in das

Brettener Stadtbild einfügen wird.

5.2 Geleistete Vorarbeiten

Die Raumsituation wurde im Rahmen der Anmietung der Klassenräume durch die Schul-

leitung begutachtet. Das Grundstück mit der Flurnummer 5936/2 hat eine Größe von

ca. 3.500 qm, dabei umfasst der Baumarkt auf zwei Stockwerken jeweils 600 qm Flä-

che. Der Parkplatz misst circa 500 qm und ist teilweise unterkellert.

5.3 Besonderheiten

Aufgrund der Größe des Grundstücks und des Gebäudes und der Lage am Rande des

Schulzentrums Brettens stellt dieses Objekt eine besondere Entwicklungsmöglichkeit

dar. Dringend benötigter Platz im nahen Umfeld des Edith-Stein-Gymnasiums wäre in

erheblichem Maße verfügbar.

Eine Zusammenarbeit mit der Max Planck Realschule durch teilweise gemeinsame Nut-

zung, zum Beispiel im Aufbau einer Medienbibliothek und der Nutzung eines Technik-

raums, ist möglich und steigert die Attraktivität der Schulstadt Bretten erheblich.

Darüber hinaus bietet die Gestaltung des Geländes durch Schüler im Rahmen von Pro-

jekten eine wertvolle pädagogische Perspektive. Für die Stadt Bretten kann aus einem

sanierungsbedürftigen Gelände ein ansehnliches und wegweisendes Areal entstehen.

25


Erweiterung auf Baumarktgelände ESG 2010

26

In diesem Bauprojekt wären alle notwendigen räumlichen Voraussetzungen für eine

Ganztagesschule in offener Angebotsform realisierbar:

5.4 Bewertung

� Weitere Klassenzimmer (ca. 5) und Fachräume (ca. 6)

� Arbeitsräume für differenzierten Unterricht in Kleingruppen

� Ein Hörsaal bzw. Aula gestaltbar durch flexible Raumteiler

� 2 Räume für Mittagsbetreuung durch Praktikantinnen / Praktikanten des

Berufskollegs Sozialwesen und EMIL-Eltern (2 x 60 qm)

� Raum für selbstständiges Lernen von Schülern in einer Media-Bibliothek

(ca. 300 qm), Kooperation mit Max Planck Realschule

� Räume für Bewegungsangebote in der Mittagspause (in Kooperation mit

Sportverein) (2x60 qm)

� eine der Schülerzahl angepasste Kantine

Im Bereich des Brettener Schulzentrums würde sich die Erweiterung nach Westen posi-

tiv auf die gesamte Infrastruktur auswirken. Eine gemeinsame Nutzung mit der Max

Planck Realschule stellt ein wegweisendes Modell der Zusammenarbeit zwischen einzel-

nen Schulen dar.

Diese Kooperation ist im Hinblick auf die verstärkte Förderung und Integration von

Migrantenkindern von besonderer Bedeutung.

Die städtische Entwicklung zu einer modernen Schulstadt wäre durch den Ankauf des

Baumarktes mit dem dazugehörenden Grundstück gewährleistet. Auf dem Grundstück

könnte neben der schulischen Nutzung auch Naherholungsraum für die Anwohner in

diesem Bereich geschaffen werden. Die Einbindung eines geplanten Weissach-

Uferweges rundet dieses Erscheinungsbild ab. Eine Geländevernetzung von Wohn-, Le-

bens- und Lernraum wäre somit möglich.


ESG 2010 Erweiterung auf Baumarktgelände

5.5 Abbildungen

Abbildung 11: Freiflächen im Baumarktgelände

27


Umbau des Pausenhofes ESG 2010

6 Umbau des Pausenhofes

28

„Im Kontext der Schulentwicklungsdiskussion bietet es sich an, Schulentwicklung auch

von der Freiflächenentwicklung her zu denken. Die Umgestaltung und Pflege von Schul-

höfen eröffnet Perspektiven zur Erprobung von Eigenverantwortlichkeit der Schulen.

Der Schwerpunkt der Schulhofprojekte liegt in der schrittweisen nutzerorientierten und

ökologischen Umgestaltung. Eine prozessorientierte Planung unter Einbeziehung aller

Beteiligten und eine Realisierung mit "Hand, Kopf und Herz" ermöglicht soziales und

ökologisches Lernen. Sie vermittelt Handlungskompetenz und kann so zu einem Bau-

stein einer Bildung für eine nachhaltige Entwicklung werden. 8 “

Schulhofprojekte sind in dem pädagogischen Konzept vieler Schulen aller Schultypen

erwähnt und werden fast immer als Chance empfunden Lernen praktisch erlebbar zu

gestalten. Es sind Projekte, die exakter Vorplanung bedürfen und die Schüler in vielen

Bereichen fordern und fördern können und lebendige, beständige, vorzeigbare Ergeb-

nisse hinterlassen.

6.1 Projektbeschreibung

Der Gestaltung des Schulhofgeländes soll, nach gründlicher ganzheitlicher Planung, in

kleinen Losen, in Eigenarbeit durchführbar sein. Das Gelände wird planerisch in kleinere

Zonen aufgeteilt, welche den Bedürfnissen

� Versammlung und Unterricht in unterschiedlicher Gruppengröße

� Sport, Bewegung, Pausenspiele

� Ruhe und Entspannung

Rechnung tragen. Unterschiedliche Aufenthalts- und Erlebnisräume gewährleisten den

Schülern die Möglichkeit einer aktiven Gestaltung von Pausen, Lern- und Freistunden.

Den Lehrern bietet sich die Möglichkeit unterschiedliche Gruppengrößen zu betreuen.

Ein großer Versammlungsbereich, vor der Unterführung des Bahndamms eingerichtet,

im Stil eines Amphitheaters gestaltet, bietet Platz für mehrere Hundert Personen. Thea-

terspielen, Unterricht, Versammlungen aber auch Ausruhen und Arbeit in kleineren

Gruppen ist hier möglich. Das Amphitheater schafft Raum für eine außergewöhnliche

Lernumgebung. Eine mögliche, auch nur teilweise Überdachung würde eine Nutzung

auch an trüben und regnerischen Tagen ermöglichen. Nicht nur im Bereich des natur-

wissenschaftlichen Unterrichts und der Kunsterziehung wird dieses grüne Klassenzim-

mer den Lernerfolg positiv beeinflussen.

8 /Umwelt-F/ Umweltlernen – Frankfurt, Schulhöfe


ESG 2010 Umbau des Pausenhofes

Ein „Wandelgang“ entlang des Bahndamms würde, neben Bepflanzung und kleinen Tro-

ckenbiotopen Plätze zum Verweilen, Gespräch in kleinen Gruppen und auch zum Ausru-

hen schaffen.

Überdachte Flächen direkt am Schulhaus bieten die Möglichkeit, Sportgeräte zu instal-

lieren, die auch bei schlechterer Witterung benutzt werden könnten. Die Erfahrungen

mit den Reckstangen im heutigen Pausenbereich zeigen, dass diese Form der sportli-

chen Pausebetätigung wichtig, weil akzeptiert und stark genutzt, ist.

6.2 Geleistete Vorarbeiten

In einem Vorentwurf wurde eine Erweiterung des Pausenhofs einer näheren Betrach-

tung unterzogen. Kernpunkt ist die Schaffung eines grünen Klassenzimmers und ver-

schiedener Erlebnisräume im Freien.

Ein vom Freundeskreis beauftragtes Büro für Freiraumplanung unterbreitete Vorschläge

zu einer Gestaltung des Schulhofes. Verlässliche Kostenschätzungen liegen noch nicht

vor, diese werden nach Verabschiedung der Wünsche, nach Einarbeitung weiterer

Ideen und nach Klärung der Rahmenbedingungen möglich.

6.3 Besonderheiten

Wie die Erfahrungen anderer Schulen zeigen (siehe Quellen), sind Schulhofprojekte Auf-

gaben, an denen sich die gesamte Schulgemeinde beteiligen kann. Sie leben zu einem

großen Teil vom Erleben des Umbaus, vom Gestalten und Formen und durch den Wert

der eigenen Hände Arbeit. Dieses Erfahren ist – in unterschiedlichen Lern- und Arbeits-

ebenen – über das gesamte Projekt hin möglich und auch im Rahmen der Ausbildung

der Schüler einsetzbar:

� Ideensammlung und Integration in die Planung

� Modellbau und Planspiele

� Projektplan und Projektorganisation

� Erleben des Bauens

� Ausschreibung, Vergabe und Abrechung

Die Vorteile kleiner Lose und, bis auf Maurer- und Betonarbeiten, in der Regel einfache-

rer Arbeitseinheiten, ermöglichen auch ein Vorgehen, welches sich am Zufluss der Res-

sourcen orientiert. Beispiele, wie Malerarbeiten, unter Elternmithilfe durchgeführt, zei-

gen die grundsätzliche Machbarkeit solcher Aktionen. Gleichwohl ist sicherzustellen,

dass der Atem vorhanden ist, ein Projekt über viele Monate durchzuziehen und nicht

aufzugeben. Dies kann durch professionelle Vorplanung, ein definiertes Budget und ver-

lässliches Fundraising sichergestellt werden.

Das Schulhofprojekt ist ein Projekt, welches im Gegensatz zu Projekt 5 (Erweiterung auf

Baumarktgelände), weniger Außenwirkung entwickelt. Es kann aber auch notwendig

29


Umbau des Pausenhofes ESG 2010

30

werden, um den Bereich vor Vandalismus zu schützen, dass Tore zukünftig außerhalb

der Schulöffnungszeiten geschlossen gehalten werden müssen.

6.4 Bewertung

Das Projekt Schulhofumgestaltung ist in dieser Form bei einer Entscheidung gegen Pro-

jekt 4 (Erweiterung durch Anbau) realisierbar.

Das Projekt ist kein „low budget project“, kann aber nach den Finanzierungserfahrun-

gen des Bistros als durchaus machbar bezeichnet werden. Ähnlich dem dort vorhande-

nen business plan wird nach Verabschiedung ein Finanzierungsmodell erarbeitet und

vorgelegt werden.

Das Projekt sollte mit hoher Priorität angegangen werden. Ein Startschuss seitens der

Schulgemeinde und des Schulträgers könnte in einem Schulfest „10 Jahre Edith-Stein-

Gymnasium“ gebührend erfolgen.


ESG 2010

6.5 Abbildung

Abbildung 12: Vorentwurf für die Gestaltung des Pausenhofes

31


Gelände jenseits der Weissach ESG 2010

7 Gelände jenseits der Weissach

32

Naturgartenplanungen im Umfeld der Schule bieten einfache Gestaltungsmöglichkeiten

und realisieren gegebenenfalls schnell die Erfolgserlebnisse. Handelt es sich hierbei um

ein hinreichend großes Gelände, welches gepachtet oder erworben werden kann, sind

der Nutzungsdauer angepasste Vorplanungen notwendig, die bei weitem nicht die der

oben genannten Projekte umfassen.

7.1 Projektbeschreibung

Das Gelände jenseits der Weissach wäre für Lehrfächer wie Biologie ebenso einsetzbar,

wie für facherübergreifenden Unterricht. Ökologie und Ökonomie sind in einem Natur-

garten erfahrbar. 9

Mit Blick auf die Naturwissenschaft wäre dies ein einzigartiges Projekt und überträgt

den Schülern eine neue Form der Verantwortung. Die Themen, welche auf diesem Ge-

lände bearbeitet werden könnten, sind zum Beispiel

� Pflege kultivierter Landschaftsräume (Gartenbau)

� Vernetzung von Biotopen (Wasser, Wiese, Garten)

� Pflege von Streuobstbäumen (Schnitt, Ernte, Verwertung)

� Gestaltung von Räumen durch Hecken und Sträucher

� Nutzung des Raumes für Unterricht (Kunst, Biologie).

Je nach zu erwartender Nutzungsdauer sind Investitionen wie Gartenhaus, Laube,

Blockhaus möglich. Eine gewisse Flexibilität ist gegeben, Experimente in der Anlage, mit

guten oder schlechtem Ausgang, wären möglich und werden das Projekt nicht behin-

dern.

7.2 Geleistete Vorarbeiten

Jenseits der Weissach befindet sich eine geeignetes Gelände, heute als Streuobstwiese

von den Eigentümern – eine Erbengemeinschaft - kaum genutzt. Die Schulgemeinde

des Edith-Stein-Gymnasiums versucht, in Gesprächen mit Mitgliedern der Erbengemein-

schaft diese zu überzeugen, einer Nutzung des Geländes durch das Edith-Stein-

Gymnasium zuzustimmen.

7.3 Besonderheiten

Das Gartengelände liegt für die Schule in idealer Nähe und doch soweit entfernt, dass

laute Gartenarbeit einer Klasse den Unterricht anderer Klassen nicht stören würde. Na-

turgartenanlagen sind auch in einem freigewordenen Baumarktgelände möglich, die Of-

fenheit dieser Räume macht diese aber anfällig für Vandalismus und Zerstörung. Eine

9 siehe hierzu /Witt-2006/ und /Naturgarten-2006/


ESG 2010 Gelände jenseits der Weissach

Einfriedung des Baumarkgeländes widerspräche der Nutzungsidee im Sinne eines Ge-

ländes für Kooperation im Brettener Schulzentrum Ost. Für das Gelände der Weissach

wäre eine angeschlossene Gartenanlage denkbar.

7.4 Bewertung

Dieses Projekt kann als „low budget project“ abgewickelt werden. Der Charakter eines

Nutzgartens darf etwas permanent Provisorisches ausstrahlen. Der Raum für schadlose

Experimente, angeleitet durch die Lehrer, ist vorhanden und sollte, wenn möglich um-

gehend genutzt werden. Als einzig zwingend erscheinende Sofortmassnahmen sind ein

Einfriedung des Geländes und die Verfügbarkeit eines Material- und Werkzeuglagers zu

sehen.

Eine Gartenbau AG kann gegründet werden, sobald Klarheit über Besitz- und Eigen-

tumsverhältnisse geschaffen ist. Die sollte die Schirmherrschaft über das Projekt über-

nehmen und das Projekt hinsichtlich Zeit, Themen und Mittel planen.

33


Finanzierungsmodelle ESG 2010

8 Finanzierungsmodelle

34

Seitens der Schulgemeinde werden alle Möglichkeiten der Finanzierung in Betracht ge-

zogen, diese sind beispielsweise

� Quellen der Schulverwaltung und Etatmittel der Schulträger

� Aktivitäten der Schule (Schulfeste, Bausteine, Anteilscheine, Tombola)

� Fundraising (Projekte)

� Beiträge (Förderverein Schulbau, Freundeskreis).

Hier sei auf die Aktivitäten des Elternbeirates und des Freundeskreises des Edith-Stein-

Gymnasiums verwiesen. Im Zusammenhang mit dem Bistro am ESG wurde ein Potential

aufgezeigt, welches in Zusammenarbeit mit dem Schulträger Bemerkenswertes ermög-

licht.

Der Aspekt der Mittelbeschaffung durch Fundraising ist im Edith-Stein-Gymnasium be-

kannt. In einem samstäglichen Seminar stellte die Beauftragte der Evangelischen Lan-

deskirche Baden Konzepte und Eckpunkte für ein erfolgreiches Fundraising vor.

Im Bewusstsein der Schulgemeinde, dass hinsichtlich der Finanzierung von Bildung ein

tiefgreifender Paradigmenwechsel ansteht, sind Fundraisingprojekte erfolgversprechen-

de Maßnahmen zur Beteiligung von Wirtschaft und Verwaltung an der Schulentwick-

lung.

Hier werden Schwerpunkte auf die Gewinnung von Spendern und Gönnern zu legen

sein, welche auch an kontinuierlicher, längerfristiger Unterstützung interessiert sind. Die

Arbeitsgruppe „Fundraising für das Edith-Stein-Gymnasium“ wird, nach Konkretisierung

und Verabschiedung des Entwicklungsplanes ihre Arbeit wieder aufnehmen.

Wie das Solarstromprojekt des ESG bewiesen hat, sind Projekte, die über den Verkauf

von Schüleraktien finanziert werden, akzeptiert. Auch einfache Beiträge, wie die des

Freundeskreises des Edith-Stein-Gymnasiums wären eine Quelle.


ESG 2010 Themen zur Schulentwicklung in tabellarischer Form

9 Themen zur Schulentwicklung in tabellarischer Form

Schulentwicklung als Ganztagesschule mit offenem Angebot

Schaffung

kultureller

Räume in

der Schule

Differenzierung

und

Förderung

Projektorientierter

Unterricht

UNESCO

Projektschule

Kooperation

mit Partnerschulen

Schule als

Raum für

soziales

Lernen

Kooperation

mit

University of

Southern

Queensland

(USQ)

Kooperation

der Schulen

in der Stadt

Bretten

Stadtentwicklung

und

Stadtplanung

Seminarangebote

für

Sek. II

Projekte mit

Schulpartnern

Ganztägiges

Arbeiten mit

Schülern

Seminarraum

für größere

Gruppen

Schulfeste

Stadtteilveranstaltungen

Seminarraum mit Teeküche

40 bis 50 Personen mit

passender Medienausstattung

1

Theater

und Konzerte

Training für

Lernform der

Hochschulen

Zusätzliche

Hörer (Schule,

USQ und BA)

Veranstaltungen

der Schulen

Audimax (Hörsaal für

mehrere Klassen)

2

Meditation,

Gottesdienste

Gespräche

Ganzheitliches

Lernen

Raum der Ruhe und der

Entspannung

3

Mischung

Lernen, Üben,Bewegen

Ganzheitliches

Lernen

Schule und Verein

Raum für Bewegung und

„Workout“

4

TheoPraxund

StartUp-

Projekte

GEPA-Laden

als Schülerfirma

Raum für Schülerladen

(Beispiel: GEPA Produkte,

eine Welt Laden)

5

Fläche für

Ausstellungen

und

Theater

Arbeit in

Kleingruppen

UNESCO-

Projekte

Veranstaltungen

für USQ,

UNI und Hochschulen

6 Flexible Saalkonstruktionen Kleinkunstbühne

im Schulzentrum

Werkstatt für

Fahrräder

Naturwissenschaftliches

Arbeiten

(NwT)

Gemeinsame

Nutzung mit

der Realschule

Technikraum und Werkraum

7

35


Themen zur Schulentwicklung in tabellarischer Form ESG 2010

Schulentwicklung als Ganztagesschule mit offenem Angebot

Schaffung

kultureller

Räume in

der Schule

Differenzierung

und

Förderung

Projektorientierter

Unterricht

UNESCO

Projektschule

Kooperation

mit Partnerschulen

Schule als

Raum für

soziales

Lernen

Kooperation

mit

University of

Southern

Queensland

(USQ)

Kooperation

der Schulen

in der Stadt

Bretten

Stadtentwicklung

und

Stadtplanung

SOL in der

Bibliothek

SelbständigesRecherchieren

Gemeinsame

Nutzung mit

der Realschule

8 Media Bibliothek

ITG, Zukunftstechnologien,

Informatik-

InformationsundKommunikationstechnik

- Verbund

Stadt Bretten und

moderne Technologien

IT Lernen und Experimentieren

(Computerraum)

9

Lerngruppen

variieren;

Hausaufgabenbetreu-

SelbstorganisiertesLernen

Bedarfsgerechte

Aufenthalts- und Lernräume

(Bewegung, Lernen) siehe

1

0

Fair Trade

Products

Rhythmisierung

des

Schultages;

Schulklima

Kantine für

USQ und BA

Kantine für

Schulzentrum

Ost

Bewirtung bei

Festen

Kantine und Küche

1

1

Kommunikation

mit Eltern

Schülermentoren

und

Streitschlichter

Beratungstage

(BIZ-Mobil)

Kommunikationsräume und

Gesprächsbereiche

1

2

Schule und

Vereine

Schule und

Vereine

BK-Projekte

Kooperation Schule

und Verein

Sport, Kunst und

Bewegungsbereiche

1

3

Berufsberatung

durch

Praktika

TheoPraxund

StartUp-

Projekte

AGENDA 21

Projekte

Made in Germanypraktiziert

Schaffung von PPP

Beziehungen

Kooperation mit örtlichen

Firmen

1

4

Gestaltungsraum

für BK

Umweltprojekte

Patenschaft

der Schule

für Naturgelände

Schulwege und

Radwege in

das Schulzentrum

Städtebauliche

Verbindungsachse

Boulevard entlang der

Weissach

1

5

BK-Profil

Profil Umweltschutz

Wahlpflichtfach

soziales

Lernen

Profilschwerpunkte der

Schulen

1

6

36


ESG 2010 Adressen, Quellen und Verzeichnisse

10 Adressen, Quellen und Verzeichnisse

10.1 Adressen von Ansprechpartnern

Schullleitung

http://www.esg-bretten.de/schulorga/schulleitung/schulleitung.htm

Elternbeirat Die Elternvertretung am ESG Bretten

http://www.esg-bretten.de/schulgem/elternbeirat/elternbeirat.htm

Freundeskreis Der Freundeskreis des Edith-Stein-Gymnasiums Bretten

10.2 Quellen

http://www.esg-freundeskreis.de/Vorstand.html

Der Plangarten Thomas Krieg Ing. grad.

Freier Garten- und Landschaftsarchitekt

Eisinger Landstrasse 56

75177 Pforzheim

http://www.der-plangarten.de

/Eberdingen-2000/ Vaihinger Kreiszeit

Pläne für Naturnahe Erlebniszonen

07. Oktober 2000

http://www.ghwrseberdingen.lb.schule-bw.de/schulhof/artikel.htm

Stand 20.02.07

/Futurum 1997/ Raum für mehr freie Lernorte

Futurum Skola und IT - Gymnasiet Kista in Schweden

Website: Ein Projekt von Schulen ans Netz e.V.

http://www.freie-lernorte.de/schulenvorort/internationalekooperationen/futurum.php

Stand: 20.02.07

/GEW-2007/ Erziehung und Wissenschaft; Architektur des Lernens

Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GWW, 2/2007

/Leitbild 2003/ Das Leitbild des Edith Stein Gymnasiums in Bretten

in der Fassung vom Mai 2003, siehe

http://www.esg-bretten.de/paed/leitbild/Leitbild_V6.pdf

Stand: 20.02.07

/Naturgarten-2006/ Natur-Erlebnis-Schulhof Dietenhofen

http://www.naturgarten.org/presse/naturerlebnisraeume/schulhoefe/ner_d

ietenhofen/

Stand 23.02.07

37


Adressen, Quellen und Verzeichnisse ESG 2010

38

/SPEK – 2007/ Spektrum Schule

Bildungswege in Baden-Württemberg

Kultusministerium

Schuljahr 2006/2007

/Umwelt – F2006/ Umweltlernen Frankfurt

Schulhöfe im Wandel

http://www.umweltlernen-frankfurt.de/Freiflaechen/index.htm#Anchor-49575

Stand 20.02.07

/Witt-2006/ Naturnahe Grünplanung

10.3 Abbildungsverzeichnis

Dr. Reinhard Witt

http://www.reinhard-witt.de/professionelle_betreuung_naturgarten.html

Abbildung 1: Der Bildungsauftrag der Gymnasien in Baden-Württemberg 8

Abbildung 2: Das Schulportfolio des Edith-Stein-Gymnasiums in Bretten 10

Abbildung 3: Die Entwicklung der Schülerzahlen des ESG von 1998 bis 2007 11

Abbildung 4: Anbau zur Raumgewinnungen, Außenansicht 18

Abbildung 5: Anbau zur Raumgewinnungen, Außenansicht 19

Abbildung 6: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im Erdgeschoss 20

Abbildung 7: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im ersten OG 21

Abbildung 8: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im zweiten OG 22

Abbildung 9: Anbau, Nutzungsmöglichkeit im dritten OG 23

Abbildung 10: Anbau, Kostenschätzung 24

Abbildung 11: Freiflächen im Baumarktgelände 27

Abbildung 12: Vorentwurf für die Gestaltung des Pausenhofes 31

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