Light Pollution - c-hertz.ch

c.hertz.ch

Light Pollution - c-hertz.ch

Light Pollution Cyril Hertz, 20052.0Abb. 3: Karte des Magnitudenverlustes der Schweiz (die Stufen entsprechen dem Magnitudenverlust) [17]1.3 Zusammenhang zwischen Licht- und LuftverschmutzungTeilchen streuen das Licht, darum sehen wir unter anderem auch unsere Atmosphäre blau. Jekürzer die Wellenlänge des Lichtes ist, desto stärker wird es gestreut. Ein weiteres Merkmaldes Lichtes ist die Abhängigkeit zwischen Teilchendichte und Streuung: Je mehr Teilchen ineinem Raum vorhanden sind, umso grösser ist die gesamte Streuung des Lichtes.Vulkane verursachen durch heftige Staub- und Ascheausstösse die weitaus grösste Menge anPartikeln, die natürlicherweise in die Luft gelangen kann. Diese bewirken, dass das einfallendeSonnenlicht für Monate bis zu 3% abgeschcht wird [19]. Aufgewirbelte und über tausendevon Kilometern transportierte Feinpartikel von Sandstürmen tragen ebenfalls zur Luft-Seite 6


Light Pollution Cyril Hertz, 2005verschmutzung bei. Die Grundlast des Patikelausstosses bilden indes nicht dieseereignisorientierten Fälle, sondern sie summiert sich aus Teilchen verschiedener Herkunft.Nebst Wassertröpfchen in Nebel, Dunst und Wolken sind die häufigsten Teilchen Schmutzpartikelvon der Industrie, vom Verkehr und von der Landwirtschaft. Besonders über Grossstädtenbilden sich tagsüber hohe Konzentrationen dieser Partikel, welche in die Atmosphäreemporsteigen. Speziell in der Nacht wird die Streuung von künstlichem, städtischem Licht anden Schadstoffen sichtbar. Dadurch wird in der verschmutzten Atmosphäre diffuses Streulichterzeugt, das den Himmel aufhellt.1.4 AuswirkungenDie Folgen der Lichtverschmutzung zeigen sich deutlich in der Astronomie, in der Flora undFauna und in der menschlichen Gesundheit.Die Astronomen werden meistens durch das Licht gestört, das aufwärts projiziert und gestreutwird und dann zurück zur Oberfläche gelangt [19]. Dieses gefürchtete Phänomen nennt manSkyglow, was zu Deutsch „Himmelsglühen“ heisst. Zu einem grossen Teil resultiert Skyglowaus schlecht konzipierter oder falschjustierter Beleuchtung. Ein wichtigerBeitrag kommt aber auch vom Licht, dasauf Objekte gerichtet und anschliessendreflektiert wird. Ein Beispiel dafür lieferteder Künstler Gerry Hofstetter, der den 50Meter hohen Urania-Sternwarteturm ineinen riesigen „Leuchtturm“ verwandelte.Vom 4. bis zum 8. Oktober leuchtete dieSternwarte jeweils von 19:30 bis 23:00 Uhrund erhellte so die Zürcher Cityzusätzlich.Abb. 4: Die Zürcher Sternwarte Urania alsLeuchtturm [20]Seite 7


Light Pollution Cyril Hertz, 20053. Methoden3.1 FragebogenIm Fragebogen wurden Fragen über die Bedeutung des Begriffs „Lichtverschmutzung“, dieAuswirkungen und mögliche Massnahmen gestellt. Es wurden fünfzig Frauen und ebenso vieleMänner am Bahnhof Winterthur über einen Zeitraum von drei Wochen befragt. MitAusnahme der Frage bezüglich Massnahmen, wurden die Fragen in Form eines Multiple-Choice-Fragebogens gestellt. Der vollständige Fragebogen ist im Anhang I zu finden.3.2 MessmethodenFür die Messung der nächtlichen Helligkeit, sind nur wenige Verfahren aussagekräftig. Diefolgenden drei wurden im Voraus näher geprüft.1. Bei einer aus der Astronomie stammenden Methode wird mit dem menschlichen Augefestgestellt, wie gut weniger helle Sterne noch zu erkennen sind. Je kleiner dieLichtverschmutzung ist, desto höher ist der Kontrast zwischen dem Stern und demHimmel und umso weniger hell kann ein bestimmter Stern sein. Eine künstlicheAufhellung des Himmels hat zur Folge, dass sich der Kontrast verschlechtert. DieNachteile dieser Methode liegen darin, dass mehrere Personen die Beobachtungendurchführen müssen, damit eine statistisch zuverlässige Aussage gemacht werden kann.Zudem kann sich das menschliche optische Wahrnehmungsvermögen täuschen undsomit die Ergebnisse verfälschen. Ein weiteres Problem stellt die Umrechnung derBeobachtungen in eine physikalische Einheit dar. Diese Methode basiert nicht aufMessungen, sondern auf individuellen Beobachtungen. Daher ist sie von der Auswahlausgeschlossen.2. Eine weitere Messmethode basiert auf einem unvorstellbar empfindlichen Sensor, derdie auftreffenden Photonen in elektrische Impulse umwandelt, die dann durch einMessgerät angezeigt werden können. Nachteilig wirkt sich der Lichteinfall von Sternenaus, welcher ebenfalls vom Gerät gemessen wird und somit ein zu helles Messresultatliefert. Diese Methode stellt hohe Anforderungen an die elektronischen Bauteile. Einprofessionelles Gerät kostet mehr als 50'000 Franken und ist deshalb im Rahmen einerMaturitätsarbeit nicht anwendbar.Seite 10


Light Pollution Cyril Hertz, 20053. Die Messmethode, die mir im Zusammenhang mit der Maturitätsarbeit amvernünftigsten schien, basiert auf den Ideen von René L. Kobler, der mich mit dieserneuartigen, noch unbekannten Messart vertraut gemacht hat [22]:Von einer horizontalen Ebene ausgehend, wird aus Distanz unter dem definiertenWinkel von 45° die Helligkeit einer Stadt mittels einer Kamera gemessen. Die Distanzzur Stadt ist relevant, da die Lichtintensität mit zunehmender Distanz quadratischabnimmt (vgl. Kap. 3.3). Die Richtung der Kamera verläuft durch den Schwerpunkt derStadt. Mit Hilfe eines mit der jeweiligen Stadtkarte bedruckten Kartons, aus welchemdie Stadt ausgeschnitten, dieser Teil anschliessend mit einer Nadel durchstochen und inRotation versetzt wurde, konnte der Schwerpunkt der Stadt gefunden werden, da einzigim Schwerpunkt keine Unwucht des Kartons verursacht wird.Wenn eine quantitative Aussage über die Helligkeit gemacht werden soll, muss dafürgesorgt werden, dass die Bilder die Helligkeit wahrheitsgetreu wiedergeben (vgl. Kap.4.3).45°Abb. 5: Schematische Darstellung der MessanordnungSeite 11


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Ein Lux ist gleich der Beleuchtungsstärke (E), die auf einer Fläche herrscht, wenn auf einemQuadratmeter Fläche verteilt, senkrecht ein Lichtstrom (") von einem Lumen fällt. DieBeleuchtungsstärke (E) mit Hilfe der Lichtstärke (I) ausgedrückt, lautet:!E = " A = I # $ I # AA = r 2AAus dieser Formel ist ersichtlich, dass die Beleuchtungsstärke (E) bei zunehmender Entfernungquadratisch mit dem Abstand ! abnimmt. Dies ist auch anhand folgender Figur ersichtlich: Gehtein Lichtstrom von einer punktförmigen Lichtquelle aus, so trifft er Flächen, deren Grössenquadratisch mit dem Abstand zunehmen.= Ir 2IrE12rE2Abb. 7: Quadratische Abnahme der Beleuchtungsstärke gegenüber dem AbstandUm die Grössenordnungen der Helligkeit des Nachthimmels im Vergleich zum Tageslicht zusehen, dient die folgende Tabelle der typischen Beleuchtungsstärken in Lux:Heller Sonnentag 130'000Bedeckter Sommertag 20'000Im Schatten, Sommer 10'000Beleuchtung TV-Studio 1'000Bürobeleuchtung 500Flurbeleuchtung 100Strassenbeleuchtung 10Vollmondlicht 0.25Viertelmondlicht 0.01Sternklarer Nachthimmel 0.0003Bewölkter Nachthimmel ohne Fremdlichter 0.0001Tab. 1: Typische Beleuchtungsstärken (Richtwerte) [23]Seite 13


Light Pollution Cyril Hertz, 20054. ExperimentellesEine quantitative Aussage über die Lichtverschmutzung der beiden Städte Winterthur undFrauenfeld zu machen, setzt voraus, dass ein Experiment durchgeführt wird. DieExperimentalbedingungen müssen so gewählt werden, dass für beide Orte die gleichenBedingungen vorliegen, so dass vergleichbare Messresultate entstehen.Dafür muss sichergestellt sein, dass die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden [20]:a. Der Himmel ist wolkenfrei.b. Die Luftfeuchtigkeit beträgt unter 85%.c. Die Wiederholungsmessungen werden am gleichen Ort gemacht.d. Für alle Messungen werden die gleichen Geräte verwendet.e. Die Abfolge der Messungen an den verschiedenen Messorten wird zeitlich vertauscht.f. Die Sonne ist mehr als 18° unter dem Horizont.g. Der Mond ist mehr als 18° unter dem Horizont oder es ist Neumond.h. Der Himmel wird unter einem Winkel von 45° gegenüber der Horizontalebenegemessen.i. Die Distanz zwischen den Messungsorten und dem Schwerpunkt der jeweiligen Stadtist gleich.j. Zwischen den Messorten und der Stadt und hinter der Stadt dürfen keine intensiveLichtquellen vorhanden sein.Seite 14


Light Pollution Cyril Hertz, 20054.1 MessorteDie Messorte wurden sogewählt, dass sich in derMessrichtung vor undhinter der Stadt keinestörenden Lichtquellenbefinden. Der Abstand zuden nächstliegendenHäusern betrug mindestenszweihundert Meter.Zur Zeit der Messungenbefanden sich keine Autosauf den umliegendenStrassen und keinesichtbare Flugzeuge imMessbild.Abb. 8: Messorte und -richtungEs ist naheliegend, dass der Messort für Winterthur möglichst nah von Zuhause gewähltwurde. Da die Messrichtung ebenfalls optimal ist wurde in Desibach bei derKirschbaumplantage neben der Grütstrasse gemessen.Für die Messung von Frauenfeld wurde auf einer Karte um den Schwerpunkt der Stadt einenKreis gezeichnet, der ungefähr dem Radius der Distanz Desibach – Winterthur entspricht. DieWahl der Messrichtung war wegen dem Helligkeitseinfluss anderer Städte rund um Frauenfeldsehr eingeschränkt. Es anerbot sich die Kreuzung Studenackerstrasse/Hüftenbergstrasse inEschenz als ruhige Verkehrslage mit freier Sicht auf den Himmel. Da aber der Abstand vomMessort zur Stadt in der ersten Messreihe zuwenig berücksichtigt worden ist, wurde derMessort von Eschenz in der zweiten Messreihe nach Nussbaumen auf dem Eppenberg um ca.300 Meter in südlich-südwestliche Richtung verschoben, was aber nur einen geringfügigenEinfluss auf die Messresultate hatte (vgl. Kap. 5.3.1). Die folgenden Karten verdeutlichen dieMessrichtung sowie den genauen Standort.Seite 15


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Abb. 9: Karte Desibach – Winterthur(Massstab: Kilometerkoordinatennetz = 1km)Ein Einfluss von Neftenbach kann ausgeschlossen werden, da die Abbildungen in Kap. 5.3.2keinen Anstieg der arbiträren Pixelhelligkeit auf der rechten Bildhälfte aufweisen.Seite 16


Light Pollution Cyril Hertz, 20054.2 Benutzte GeräteFür das Feldexperiment wurden folgende Geräte verwendet:a. Die Fotos wurden mit der Spiegelreflexkamera EOS 20D von Canon aufgenommen.- Die CMOS-Sensorplatte wurde vorher mit 99.999% staubfreien Mikrofasertücherngereinigt.- Die Empfindlichkeit wurde willkürlich auf 1600 ISO festgesetzt.b. Als Objektiv diente ein EF 24-85mm 1:3.5-4.5 USM Zoomobjektiv von Canon.- Die Brennweite betrug bei den Aufnahmen genau 24mm.- Die Schärfeeinstellung war auf unendlich eingestellt.c. Um Verwackelungen und Erschütterungen des Stativs während den Aufnahmen zuverhindern wurde der Fernauslöser TC-80N3 von Canon verwendet, der unter anderemüber einen einstellbaren Selbstauslöser und eine Verschlusssteuerung verfügt.- Der Selbstauslöser wurde auf 3 Sekunden programmiert, um den Fernauslöserablegen zu können und damit Verwackelungen auszuschliessen.- Die Verschlusszeiten waren auf 15 – 75 Sekunden in Einheiten von 15 Sekundeneingestellt.d. Als Dreibeinstativ diente das Manfrotto 055Pro B.e. Für die Bestimmung der Richtung zum Schwerpunkt der Stadt wurde ein Kompassbenutzt.f. Zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur dienten Sensoren von Pasco,die mit dem ScienceWorkshop-500-Interface in den Computer gelesen wurden. DieGenauigkeit des Luftfeuchtigkeitmessers war nach Angaben des Herstellers ± 5%, dieder beiden Temperatursensoren ± 5%.g. Für die quantitative Bestimmung der Lichtverschmutzung wurde das Luxmeter LX-1108 von Voltcraft mit ±3% Genauigkeit benutzt. Es wurde vorher mit der speziellenEichtaste nach Anleitung des Herstellers geeicht.Seite 18


Light Pollution Cyril Hertz, 2005In diesem Programm ist ebenfalls eine Slice-Funktion eingebaut, welche die Helligkeit dieserinnersten hundert Pixel graphisch darstellt oder auch numerische Werte exportiert. DieKamera kann maximal 4095 unterschiedliche Helligkeiten registrieren. Die exportierten Wertesind willkürlich skaliert. In den Graphiken wird immer der Begriff „arbiträre Pixelhelligkeit 6 “verwendet.6 Unter der einheitslosen arbiträrer Pixelhelligkeit wird, der von der Kamera zwischen 0 und 4095 bestimmteHelligkeitswert verstandenSeite 20


Light Pollution Cyril Hertz, 20055. Resultate5.1 Ergebnis der UmfrageDie Umfrage ist als nicht statistisch repräsentativ angelegt, zeigt aber gewisse Tendenzen auf.Die Leute wurden am Bahnhof Winterthur beim Stadttor befragt, da dort am ehesten einegleichmässige Mischung der Bevölkerung zu erwarten ist. Es wurde versucht, die Geschlechterund Altersklassen gleichmässig zu verteilen. Durchschnittlich war jede vierte Person bereit,den Fragebogen zu beantworten, Frauen waren eher dazu bereit sich Zeit zu nehmen alsMänner. Am schwierigsten war es Männer und Frauen zwischen 40 und 60 Jahren dazu zubewegen. Die Detailergebnisse befinden sich im Anhang 10.2.Im Folgenden sind sie Antworten auf die einzelnen Multiple-Choice-Fragen dargestellt:Was stellen Sie sich unter dem Begriff Lichtverschmutzung am ehesten vor?Abb. 12: Vorstellung der LichtverschmutzungIst Lichtverschmutzung schädlich?Abb. 13: SchädlichkeitSeite 21


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Betreiben Sie Astronomie?Abb. 14: Betreiben von AstronomieWie viele Sterne können sie schätzungsweise in der Nähe ihres Wohnortes erkennen?(Es sind maximal 5000 Sterne erkennbar [15].)Abb. 15: Anzahl der sichtbaren SterneGeben Sie bitte ihr Alter an:Abb. 16: Befragte Personen in AltersgruppenSeite 22


Light Pollution Cyril Hertz, 2005In welcher Region wohnen Sie?Abb. 17: Einteilung in RegionenHaben Sie im letzten halben Jahr in den Medien etwas über Lichtverschmutzung gehört?Abb. 18: Bekanntheit durch MedienSeite 23


Light Pollution Cyril Hertz, 20055.2 VorexperimenteUm Messungen gezielt durchführen und mögliche Fehlerquellen ausschliessen zu können,sowie die Messmethodik im Detail lernen zu können, wurden verschiedene Vorexperimentedurchgeführt.5.2.1 Thermisches BildrauschenZiel dieses Vorexperimentes war, herauszufinden wie hoch das thermische Rauschen imVergleich zu den Werten des Messbildes ist und wie dieser Einfluss zu korrigierten ist.Abb. 19: Einfluss des thermischen Rauschens auf das MessresultatDie Abb. 19 zeigt ein typisches Bild (hier: Desibach am 26.11.05), welches verdeutlicht, dassein Belichtungsbild alleine nicht genügt, um eine quantitative Aussage über die Helligkeit zumachen. Das thermische Rauschen macht hier bei 75 Sekunden Belichtungszeit über einenViertel der Helligkeit des Belichtungsbildes aus. In der Folge wurden sämtliche Bilder um dasDunkelbild korrigiert.Seite 24


Light Pollution Cyril Hertz, 20055.2.2 Optimale BelichtungszeitDas Ziel dieses Vorexperimentes war es herauszufinden, welches die optimale Belichtungszeitist. Zu diesem Zweck wurde eine Reihe von Belichtungszeiten zwischen 15 – 75 Sekunden inWinterthur am 30.10.05 durchgeführt. Pro Messbild wurde die arbiträre Pixelhelligkeit derhundert zentralsten Pixel ausgewählt und deren Standardabweichung bestimmt.Abb. 20: Linearer Zusammenhang zwischen Belichtungszeit und arbiträrer PixelhelligkeitDie Abb. 20 zeigt die arbiträre Pixelhelligkeit in Abhängigkeit der Belichtungszeit. Je längerbelichtet wird desto deutlicher wird die nächtliche Helligkeit auf dem Foto sichtbar. Derlineare Graph geht durch den Nullpunkt, da bei fehlender Belichtung auch keine Helligkeit aufden Sensor gebracht wird, wenn das thermische Rauschen abgezogen wird.Die absolute Streuung wird mit zunehmender Belichtungszeit grösser, die relative Streuung bleibtgleich. Es werden nur die längsten beiden Belichtungszeiten ausgewertet, da dadurch dieUnterschiede der nächtlichen Helligkeit deutlicher in Erscheinung treten. Die logische Folgeaus der Belichtungsreihe in Abb. 19 wäre, dass möglichst lange belichtet wird. Es muss abersichergestellt sein, dass kein Stern oder andere bewegte Lichtquellen, wie zum BeispielFlugzeuge, das Bild verfälschen könnten. Beim Vorexperiment mit 75 SekundenBelichtungszeit wurden zu keinem Zeitpunkt Störungen dieser Art beobachtet und daherwurde die Belichtungszeit von 75 Sekunden festgesetzt. Zudem macht aus praktischenGründen eine noch längere Belichtungszeit nicht viel Sinn, da am gleichen Abend mehrereMessungen an verschiedenen Messorten durchgeführt werden müssen.Seite 25


Light Pollution Cyril Hertz, 20055.2.3 Störung durch SterneSterne stellen einen sehr grossen Störfaktor bezüglich der Auswertung der Daten dar.Abb. 21: Slice durch SternIn der Abb. 21 ist ein sehr heller Stern zu sehen. SolcheSterne sind gut von Auge sichtbar. Um diesen Stern sindnoch zahlreiche kleinere und dunklere, zum Teil fastAbb. 22: Peakunsichtbare Sterne zu sehen. Da bei der Messung der nächtlichen Helligkeit der Bereich derPixel die „herausgeschnitten“ werden laut Definition genau in der Mitte des Bildes liegenmuss, werden sicherheitshalber zwei Fotos in zeitlichem Abstand angefertigt. Da sich dieSterne während dieser Zeit verschieben, ist dadurch sichergestellt, dass nur jene Bilderausgewertet werden, die nicht durch Sterne gestört sind.Den störenden Effekt verdeutlicht die Abb. 22, bei der ein Slice durch den Stern der Abb. 21gelegt wurde. Dieser Stern wurde überbelichtet, da der Peak bei der maximalen Auflösung von4095 Helligkeitsunterschieden der Kamera abgeschnitten ist. Die Abb. 22 verdeutlichtebenfalls, in welchen Bereichen sich die nächtliche Helligkeit verglichen mit einem Sternbewegt: Die Pixel 0 – 80 und 120 – 200 entsprechen der nächtlichen Helligkeit des Himmels.Seite 26


Light Pollution Cyril Hertz, 20055.2.4 Umrechnung der Helligkeitswerte in LuxUm die erhaltenen Helligkeitswerte in Lux umrechnen zu können wurde eine Eichungdurchgeführt. Über eine Zeitspanne von zehn Minuten wurden 200 Messresultate desLuxmeters aufgenommen.2196(extrapolierter Wert)Steigung = 2196" arbiträre Pixelhelligkeit%$'# Sekunde &!Abb. 23: Pixelhelligkeit bei einer Beleuchtungsstärke von 1.087 LuxDa das Luxmeter nur bis minimal 0.1 Luxmessen kann, wurde ein weisses Papier beihelleren Verhältnissen als bei den Feldexperimentenfotografiert.Aus der Abb. 23 kann ermittelt werden, dass beieiner Beleuchtungsstärke von 1.09 Lux ± 0.1Lux, bei einer Belichtungszeit von einer Sekundedie arbiträre Pixelhelligkeit 2196 beträgt.1 Lux = 2020 ±184 arbiträre Pixelhelligkeiten!Abb. 24: Schematischer Aufbau derVersuchanordnungSeite 27


Light Pollution Cyril Hertz, 20055.3 Messreihen von Winterthur und Frauenfeld5.3.1 Durchgeführte MessungenDie Experimente wurden unter den folgenden Bedingungen durchgeführt:Messung Ort Datum Zeit Temperatur Luftfeuchtigkeit Richtung1 Eschenz 30.10.05 22:00 – 22:20 7°C ± 1°C 82% ± 3% 165°N2 Desibach 30.10.05 23:15 – 23:35 6°C ± 1°C 82% ± 3% 135°N3 Desibach 26.11.05 22:00 – 22:20 -9°C ± 1°C 67% ± 3% 135°N4 Nussbaumen 26.11.05 23:15 – 23:35 -9°C ± 1°C 66% ± 3% 162°NTab. 2: Messbedingungena. Die Kamera und das Messgerät wurden sofort ausgepackt, um sicherzugehen, dass sichdie Geräte auf die tiefe Temperatur und auf die hohe Luftfeuchtigkeit (vor allem derLuftfeuchtigkeitssensor) einstellen konnten.b. Die Messgeräte registrierten über die gesamte Messdauer jede Sekunde die aktuellenWerte. Es war kein Drift festzustellen.c. Durch die tiefe Temperatur der beiden letzten Messungen verminderte sich dasthermische Rauschen der Kamera.Die in Kapitel 4.1 gestellten Rahmenbedingungen sind alle bis auf Punkt c. erfüllt worden: DieMessortverschiebung um ca. 300 Meter von Eschenz nach Nussbaumen hatte keinen grossenEinfluss auf das Messresultat. Dies ist auch nicht zu erwarten. Beim Distanzunterschied von300 Meter (8500m bzw. 8800m vom Zentrum von Frauenfeld entfernt) ist im Maximum eineDifferenz von 7% zu erwarten, entsprechend einer maximalen Differenz von zehn arbiträrenPixelhelligkeiten.!!E Eschenz=E Nussbaumen=I2r EschenzI2r NussbaumenE Eschenz!E Eschenz= (8500)2E Nussbaumen(8800) =1.072= r Nussbaumen2E Nussbaumen2r Eschenz!!r Eschenz= 8800mr Nussbaumen= 8500m!Seite 28


Light Pollution Cyril Hertz, 20055.3.2 MessresultateAuf Grund der Folgerungen aus Kap. 5.2.2 werden nur die während 60 Sekunden und diewährend 75 Sekunden belichteten Fotos ausgewertet. Der jeweils letzte Datenpunkt in derGraphik ist der Mittelwert mit doppelter Standardabweichung.Winterthur (von Desibach)Abb. 27: 30.10.2005, 60 Sekunden BelichtungszeitAbb. 28: 26.11.2005, 60 Sekunden BelichtungszeitAbb. 29: 30.10.2005, 75 Sekunden BelichtungszeitAbb. 30: 26.11.2005, 75 Sekunden BelichtungszeitSeite 29


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Frauenfeld (von Eschenz bzw. Nussbaumen)Abb. 31: Eschenz, 30.10.2005, 60 SekundenBelichtungszeitAbb. 32: Nussbaumen, 26.11.2005, 60 SekundenBelichtungszeitAbb. 33: Eschenz, 30.10.2005, 75 SekundenBelichtungszeitAbb. 34: Nussbaumen, 26.11.2005, 75 SekundenBelichtungszeitSeite 30


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Die folgenden zwei Bilder illustrieren die Lichtverschmutzung der beiden Städte Winterthurund Frauenfeld optisch. Es ist deutlich sichtbar, dass Winterthur heller ist als Frauenfeld.Abb. 25: Lichtverschmutzung in Frauenfeld (24mm, f3.5, 15s, ISO 1600, 21.12.2005, 21:45)Abb. 26: Lichtverschmutzung in Winterthur (36mm, f4.5, 15s, ISO 1600, 21.12.2005, 22:45)Seite 31


Light Pollution Cyril Hertz, 20056. Diskussion6.1 FragebogenDie Auswertung der Umfrage hat gezeigt, dass die in der Einleitung postulierte Annahmestimmt, dass die Mehrheit der Bevölkerung das Phänomen „Lichtverschmutzung“ nichtwahrnimmt. Fast zwei Drittel der Befragten kennen das Phänomen nicht. Offenbar ist derAnteil Männer, die sich für das Thema interessieren deutlich höher als derjenige der Frauen,fast doppelt so viele können den Begriff richtig interpretieren. Interessant ist, dass auchPersonen, von denen man annehmen würde, dass sie direkt von den Auswirkungen betroffensind die Lichtverschmutzung nicht kennen. Von den sieben Befragten, die sich selber mitAstronomie beschäftigen, wussten nur drei was darunter zu verstehen ist (Abb. 35).Während die 20-40-Jährigen mehrheitlich mit dem Begriff etwas anfangen konnten, hatten dieunter 20-Jährigen und die über 40-Jährigen überwiegend keine Vorstellung.Begriff „Lichtverschmutzung“Abb. 35: Anteil Personen, denen der Begriff „Lichtverschmutzung“ bekannt ist; aufgeteilt nach KategorienObwohl in der Tagespresse mehrere Artikel zum Thema Lichtverschmutzung erschienen sind,(vgl. Kap. 1.2) hat eine weit überwiegende Mehrheit der Befragten (83%) diese Informationennicht wahrgenommen. Möglicherweise ist die Medienpräsenz des Themas zu gering oder aberdie Sensibilität der Bevölkerung für das Thema fehlt. Dem widerspricht, dass insgesamt über60% der Befragten die Lichtverschmutzung für schädlich halten und dies, obwohl viele vonihnen den Begriff nicht einmal kennen. Das ist möglicherweise zurückzuführen auf den Begriff„Verschmutzung“, welcher immer als schädlich impliziert wird. Die Abb. 36 zeigt dass eineMehrheit der Frauen das Phänomen für schädlich hält, obwohl der überwiegende Anteil garSeite 32


Light Pollution Cyril Hertz, 2005nicht weiss, worum es geht (Abb. 35), während demgegenüber sogar sieben Männer, die einekorrekte Definition des Begriffes geben konnten, die Lichtverschmutzung für unschädlichhalten. Dies lässt sich möglicherweise durch eine allgemein höhere „Risikobereitschaft“ derMänner erklären.Lichtverschmutzung schädlichAbb. 36: Anteil Personen, die Lichtverschmutzung für schädlich halten; aufgeteilt nach KategorienDie Frage nach den möglichen Massnahmen gegen die Lichtverschmutzung wurde sehrunterschiedlich beantwortet. Rund 30 der Befragten hatten eine realistische Idee, was mangegen die Lichtverschmutzung unternehmen könnte. Es wurden verschiedenste Massnahmenzur Reduktion der Lichtemissionen vorgeschlagen.Anzahl PersonenVorschläge9 Weniger Strassenbeleuchtung8 Weniger Gebäude- oder Weihnachtsbeleuchtung7 Politische Massnahmen4 Verbot von Skybeamern3 Sparen mit elektrischer EnergieTab. 3: Vorschläge für die Reduktion der LichtverschmutzungAm häufigsten wurde die Reduktion der Strassenbeleuchtung verlangt, gefolgt vom Verzicht aufBeleuchtungen von öffentlichen Gebäuden bis zum Verbot von Skybeamern undDiscobeleuchtungen. Sieben Personen forderten ein Handeln der Politik in diesem Bereich. Derweit überwiegende Teil der Vorschläge stammte von Personen, welche imstande waren, dierichtige Definition der Lichtverschmutzung zu geben. Dies ist ein klarer Hinweis darauf, dasserst die Kenntnis eines Problems zu Lösungsvorschlägen führen kann.Fünf Antworten deuten darauf hin, dass die Befragten das Wesen der Lichtverschmutzungnicht verstanden haben oder die Zusammenhänge nicht überblicken konnten.Seite 33


Light Pollution Cyril Hertz, 20056.2 Möglichkeiten und Grenzen der gewählten MessmethodeIm Rahmen der Vorexperimente (Kap. 5.2) wurde die Messmethode ausführlich getestet. Eszeigte sich, dass die Differenz zwischen dem Dunkelbild und dem Messbild genügend gross warum aussagekräftige Resultate zu erhalten (vgl. Abb. 19). Auch die Linearität der Messungenbezüglich Belichtungszeit war hervorragend. Auch konnte gezeigt werden, dass irrtümlich imMessbild erfasste Sterne in jedem Fall erkennbar sind, da sie in der Intensität die Messwerteeiner „normalen“ Messung weit überragen. Um zu prüfen, ob Unterschiede zwischenOrtschaften mit vermuteter unterschiedlicher Lichtverschmutzung mit der gewähltenMessmethode wirklich festgestellt werden können (und um diese Unterschiede auchquantitativ zu erfassen) wurden die in Kap. 5.3.1 beschriebenen Messungen durchgeführt.Abb.36 zeigt die erhaltenen Messwerte im Vergleich.Abb. 37: Helligkeit von Winterthur und Frauenfeld im VergleichSeite 34


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Daraus wird klar ersichtlich, dass in allen Fällen eine lineare Beziehung zwischenBelichtungszeit und arbiträrer Pixelhelligkeit besteht. Die Geraden verlaufen alle durch denNullpunkt, was einen systematischen additiven Fehler ausschliesst. Die Steigungen derGeraden unterscheiden sich grundsätzlich entsprechend den Erwartungen. In beiden Fällensind die Steigungen für Winterthur grösser als für Frauenfeld.Ebenfalls ist festzustellen, dass die beiden Geraden für Frauenfeld gut übereinstimmen. DieAbweichungen liegen innerhalb der Fehlergrenzen, die durch die Standardabweichungen dereinzelnen Messwerte dargestellt sind.Unsicherheiten sind bei den Messungen in Winterthur festzustellen. Während die zweiteMessung vom 26.11.2005 den eigentlich erwarteten deutlichen Unterschied zur Messung fürFrauenfeld zeigt, unterscheidet sich die Messung in Winterthur vom 30.10.2005 zwar deutlichaber nicht im erwarteten Mass von der Messung in Frauenfeld. Mit den zur Zeit vorliegendenMessresultaten kann dieser Unterschied nicht ausreichend erklärt werden. Aus dengespeicherten Kameradaten kann aber ausgeschlossen werden, dass es sich dabei um einenEinstellungsfehler der Kamera gehandelt hat, auch ein Auswertungsfehler konnteausgeschlossen werden. Auch der zeitliche Unterschied (vgl. Tab. 2) zwischen den beidenMessungen am 30.10.2005 und am 26.11.2005 von maximal zwei Stunden erklärt dieUnterschiede nicht. Nur mehrere, wiederholte Messserien könnten Aufschluss über dieReproduzierbarkeit der Messungen geben. Die Zeit um diese auszuführen war leider bishernicht vorhanden.Da bei der zweiten Messserie die Erfahrung in der Anwendung der Methode schon wesentlichhöher war, die Wetterbedingungen (Sicht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit) weniger Störungenvermuten liessen und die gewonnen Unterschiede gut mit den optischen Eindrücken derbeiden Städte übereinstimmen (Bilder in Kap. 5.3.1), wurden für den quantitativen Vergleichzwischen Winterthur und Frauenfeld die Daten vom 26.11.2005 verwendet.Seite 35


Light Pollution Cyril Hertz, 20056.3 Winterthur und Frauenfeld im VergleichIn Tab. 4 wird das Verhältnis der arbiträren Pixelhelligkeiten mit Daten der betroffenen Städteverglichen, die möglicherweise mit der gemessenen Lichtverschmutzung in Zusammenhangstehen.ArbiträrePixelhelligkeitbei 75sBevölkerungFläche(km 2 )Bevölkerungsdichte(Einwohner/km 2 )Energieverbrauch(Mio. kWh)Energieverbrauchpro Fläche(Mio. kWh/km 2 )Winterthur 340.08 ± 21.00 95'482 67.9 1405.5 548.1 8.1Frauenfeld 185.88 ± 12.28 21'965 27.4 801.6 134.4 4.9Verhältnis(W/F)1.83 ± 0.01 4.34 2.48 1.75 4.08 1.65Tab. 4: Verhältnisse, Stand 2003 [24] – [27]Während die absolute Bevölkerungszahl und der absolute Energieverbrauch nicht mit derLichtverschmutzung zusammenhängen, ist das Verhältnis der Pixelhelligkeiten (1.83), d.h. derLichtverschmutzungen sehr nahe beim Verhältnis der Bevölkerungsdichten (1.75) bzw. derEnergieverbrauchsdichten (1.63). Dies ist auch einleuchtend, da letztlich die wahrnehmbareLichtverschmutzung ebenfalls pro Raumwinkel bzw. pro Fläche beobachtet wird.Interessant ist auch der Vergleich der in Lux umgerechneten effektiven Helligkeit mit dentypischen Beleuchtungsstärken für einen klaren Nachthimmel gemäss Tab. 1. Aus dem in Kap.5.2.5 beschriebenen Vorexperiment resultierte ein Umrechnungsfaktor von 2020 arbiträrenPixelhelligkeiten pro Lux. Daraus kann die effektive Helligkeit in Lux ermittelt werden:Effektive Helligkeit in Lux =Arbiträre Pixelhelligkeit der KameraBelichtungszeit der Messung" Eichfaktor 2020Berechnung!des absoluten Wertes von Winterthur (26.11.2005) in Lux bei 75s Belichtungszeit:340= 0.0022 Lux ± 0.0001 Lux75 " 2020Berechnung des absoluten ! Wertes von Frauenfeld (26.11.2005) in Lux bei 75s Belichtungszeit:186= 0.0012 Lux ± 0.0001 Lux75 " 2020!Seite 36


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Nach P. Cinzano [19] liegt die Helligkeit des natürlichen Nachthimmels bei 0.25 mLux, daSterne auch Licht abgeben. Das muss natürlich von den ermittelten Werten abgezogenwerden. Die Lichtverschmutzung betrug demnach am 26.11.2005 inWinterthur: 1.95 mLux ± 0.14 mLux - fast das Achtfache gegenüber dem sternenklarenNachthimmel (gemäss Cinzano [19]) am MessortFrauenfeld: 0.98 mLux ± 0.08 mLux - fast das Fünffache gegenüber dem sternenklarenNachthimmel (gemäss Cinzano [19]) am MessortAbb. 38: Graphische und optische Darstellung der ermittelten HelligkeitenSeite 37


Light Pollution Cyril Hertz, 20057. SchlusswortDie Arbeit ermöglichte mir einen vertieften Eindruck in das Thema Lichtverschmutzung. Ichkonnte feststellen, dass die Lichtverschmutzung auch in Kleinstädten wie Winterthur undFrauenfeld deutlich messbar ist und dass die Helligkeit des Nachthimmels auch in mehr als 8Kilometer Distanz vom Stadtzentrum noch ein Mehrfaches eines natürlichen Sternenhimmelsbeträgt. Die verwendete Messmethode ist einfach genug, dass sie von Laien im Feldangewendet werden kann, wenn auch noch Unsicherheiten bestehen, die in weiterenExperimenten geklärt werden müssen. Dennoch ist der Aufwand für die Durchführung derExperimente hoch. Es galt zuerst die Methode und deren Eichung zu finden, sie dannauszutesten und sie zum geeigneten Zeitpunkt auch anzuwenden. Es ist in der Schweiz nichtsehr häufig, dass die nötigen meteorologischen Rahmenbedingen für eine Messung erfüllt sindund dann auch noch die Zeit und die Infrastruktur zur Verfügung steht. Dennoch fand ichauch die Durchführung der Experimente sehr interessant und lehrreich. Obwohl ich es bereitsvermutet hatte, erstaunte es mich dennoch, dass das Thema Lichtverschmutzung bei derBevölkerung so wenig bekannt ist. Ich glaube, dass das Thema in Zukunft an Bedeutunggewinnen wird, insbesondere dann, wenn man sie mit praxisorientierte Daten aus der Regionillustrieren kann.Seite 38


Light Pollution Cyril Hertz, 20058. Literaturverzeichnis[1] NASA. Welt bei Nacht. (2005).http://veimages.gsfc.nasa.gov//1438/earth_lights.gif (10.12.2005).[2] Bachmann, Stefan. (2005). Lichtverschmutzung: Die Nacht zum Tag gemacht. Zeitschrift„Naturschutz in der Gemeinde“. (Nr. 2/Juni). S. 14 – 16.[3] Berger, Almut. (2005). Todesfalle Licht. Wochenzeitung „Migros-Magazin“. (Nr.41/11.10.). S. 5.[4] Schweizerische Depeschenagentur. (2005). Immer mehr Licht in der Nacht stresst Zugvögel.Zeitung „Der Landbote“. (12.11.). S. 40.[5] vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich. (2005). Wie viel Licht braucht der Mensch, umleben zu können, und wie viel Dunkelheit?. Prospekt. (Nr. 701 15/Dezember).[6] Bühlmann, Beat. (2005). Die Lichtverschmutzung ist so gross, dass uns die Sterne abhandenkommen. Zeitung „Tages-Anzeiger“. (20.09.). S. 10.[7] Steiger, Urs. (2005). Die Alpennacht der 1970er Jahre. Das Schweizer Forschungsmagazin„Horizonte“. (Nr. 67/Dezember). S. 7.[8] Malenovic, Tamara. (2005). Künstlich aufgehellter Himmel. Zeitung „Tagblatt der StadtZürich“. (3.10). S. 16.[9] Schweizerische Depeschenagentur. (2005). Zu viel Licht in der Nacht stört Tiere. Zeitung„Tages-Anzeiger“ (23.12.).[10] Lüssi, Marco. (2005). Dark Sky: Üetzgi-Lichter verwirren. Zeitung „20minuten“. (7.12.).[11] Zumoberhaus, Daniel. (2005). Lichtkünstler Hofstetter zauberte ohne Bewilligung. Zeitung„Tages-Anzeiger“. (5.10.). S.15.[12] DEK-Verlags AG. (2005). Projekt gegen Lichtverschmutzung. Zeitschrift „UmwelttechnikSchweiz“. (Nr. 4/September). S. 29.[13] Klett, Stefano. (2005). Lichtverschmutzung in der Schweiz. Zeitschrift für Amateur-Astronomie „Orion“. 330. (Nr. 5/Oktober). S. 2-3.[14] Lob, Gerhard. (2006). Die Nächte werden immer heller. Zeitung „Basler Zeitung“. (05.01.).[15] Amt für Umweltschutz Schwyz. (2005). Es werde Licht – und die Nacht wird zum Tag.Umwelt-News. (Nr. 18/Dezember)Seite 39


Light Pollution Cyril Hertz, 2005[16] Klaus, Georg, Kägi, Bruno, Kobler, René, Maus, Katja und Righetti Antonio. 2005.Empfehlungen zur Vermeidung von Lichtemissionen. Vollzug Umwelt. Bundesamt fürUmwelt, Wald und Landschaft (BUWAL). Bern.[17] Cinzano, Pierantonio und Falchi, Fabio und Elvidge, Christopher. (2005). Neue SchweizerLichtverschmutzungskarte.http://www.darksky.ch/medien/downloads/ch/CH-IL-no-title-100.pdf (27.09.2005)[18] Sternwarte Stuttgart. (1999). Das Verschwinden der Sterne am Nachthimmel.http://www.sternwarte.de/verein/infoblatt/detail.asp?ID=41 (12.09.2005).[19] Narisada, Kohei, Scheuder, Duco. „Light Pollution Handbook“. 2004. Springer-Verlag.Dordrecht (NL).[20] Coraya. (2005). Sternwarte Urania.http://www.presseportal.ch/showbin.htx?id=100003744&type=hires&action=download&attname=B004958L.JPG (13.12.2005)[21] (2005). Melatonin. http://de.wikipedia.org/wiki/Melatonin[22] Persönliche Mitteilung Herr René L. Kobler[23] Micron Technology, Inc. (2005). Lux and Light - Illumination, Exposure, and Sensitivity.http://www.micron.com/products/imaging/technology/lux.html?print=yes(03.08.2005).[24] Departement Bau Stadtplanungsamt Winterthur. (2004). Winterthur in Zahlen 2004.http://www.stadt.winterthur.ch/upload/file/Winterthur in Zahlen 2004.pdf(10.12.2005).[25] (2005). Winterthur (Stadt). http://de.wikipedia.org/wiki/Winterthur_%28Stadt%29(10.12.2005).[26] Hochbauamt Stadt Frauenfeld. (2004). Frauenfeld in Zahlen 2004.http://www.frauenfeld.ch/documents/fiz_2004_basisdaten.pdf (10.12.2005).[27] (2005). Frauenfeld. http://de.wikipedia.org/wiki/Frauenfeld (10.12.2005).Seite 40


Light Pollution Cyril Hertz, 20059. DankMein herzlicher Dank für die Betreuung geht an Herrn Markus Berta. Er stand mir jederzeitberatend und leitend zur Seite, organisierte Treffen und betreute mich, so dass ich trotz derselbständigen Arbeit nie in eine folgeschwere Sackgasse geraten bin.Natürlich danke ich sehr Herrn René L. Kobler, der mir die neuartige Messtechnik anvertrauteund bei technisch Problemen stets beistand. Dank ihm ist der praktische Teil derMaturitätsarbeit überhaupt möglich geworden.Ein herzlicher Dank geht an meine Eltern, Jürg und Therese Hertz-Frauenfelder, die mir ihrAuto jederzeit zu Verfügung stellten, so dass ich bequem meine Ausrüstung, auch zur spätenStunde, transportieren konnte. Ein herzliches Dankenschön auch Jürg und Marion Hertz fürdie kritische Durchsicht meiner Arbeit. Schliesslich danke ich noch für das Übernehmen allerentstandenen Kosten in Zusammenhang mit der Maturitätsarbeit wie Benzin, Papier undDruckerfarbe.Weiter geht ein herzlicher Dank an die SIA. Sie haben grosszügigerweise die Kosten desEintrittsbillettes für die Ausstellung „Inspiration Licht“ in Bern erlassen.Ebenfalls grosser Dank an Dr. Jürg Alean für den aussergewöhnlich schnellen Einsatz aneinem Sonntagnachmittag. Er hat sich sehr viel Zeit genommen, um mir die astronomischeMessmethode näher zu bringen.Herzlichen Dank an Björn Kopp und Michael Ritter. Sie erklärten mir den detailliertenAufbau des Luxmetersensors.Schliesslich danke ich allen hundert Personen, welche an der Umfrage teilgenommen haben.Seite 41


Light Pollution Cyril Hertz, 200510. Anhang10.1 FragebogenWas stellen Sie sich unter dem Begriff Lichtverschmutzung am ehesten vor?Schmutz im LichtSchmutz bei TageslichtWas ist das?Aufhellung der NachtUmweltverschmutzungIst Lichtverschmutzung schädlich?JaNeinKeine AhnungNur für LebewesenNur für PflanzenBetreiben sie Astronomie?JaWas ist das?NeinWie viele Sterne können sie schätzungsweise in der Nähe ihres Wohnortes erkennen?0-2000 Mehr2001-5000 Keine Ahnung5001-10000Haben Sie im letzten halben Jahr in den Medien etwas über Lichtverschmutzung gehört?JaNeinWas würden Sie konkret gegen die Lichtverschmutzung unternehmen?...................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................Seite 42


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Geben Sie bitte ihr Alter an:Unter 10 41-5010-20 51-6021-30 61-7031-40 Über 70Geben Sie bitte ihr Geschlecht anWeiblichMännlichWo wohnen Sie?Region ZürichRegion WinterthurRegion FrauenfeldRegion SchaffhausenAndere RegionSeite 43


Light Pollution Cyril Hertz, 200510.2 Resultate der UmfragePerson Begriff SchädlichkeitSchmutzim LichtSchmutz beiTageslichtkeineAhnungAufhellungder NachtUmweltverschmutzungJaNeinkeineAhnungnurLebewesennurPflanzenBetreiben vonWie viele Sterne sichtbarAstronomiekeineJa Nein0-2000 2001-5000 5001-10000 mehr keine AhnungAhnung1 1 1 1 12 1 1 1 13 1 1 1 14 1 1 1 15 1 1 1 16 1 1 1 17 1 1 1 18 1 1 1 19 1 1 1 110 1 1 1 111 1 1 1 112 1 1 1 113 1 1 1 114 1 1 1 115 1 1 1 116 1 1 1 117 1 1 1 118 1 1 1 119 1 1 1 120 1 1 1 121 1 1 1 122 1 1 1 123 1 1 1 124 1 1 1 125 1 1 1 126 1 1 1 127 1 1 1 128 1 1 1 129 1 1 1 130 1 1 1 131 1 1 1 132 1 1 1 133 1 1 1 134 1 1 1 135 1 1 1 136 1 1 1 137 1 1 1 138 1 1 1 139 1 1 1 140 1 1 1 141 1 1 1 142 1 1 1 143 1 1 1 144 1 1 1 145 1 1 1 146 1 1 1 147 1 1 1 148 1 1 1 149 1 1 1 150 1 1 1 1Seite 44


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Person Begriff SchädlichkeitSchmutzim LichtSchmutz beiTageslichtkeineAhnungAufhellungder NachtUmweltverschmutzungJaNeinkeineAhnungnurLebewesennurPflanzenBetreiben vonWie viele Sterne sichtbarAstronomiekeineJa Nein0-2000 2001-5000 5001-10000 mehr keine AhnungAhnung51 1 1 1 152 1 1 1 153 1 1 1 154 1 1 1 155 1 1 1 156 1 1 1 157 1 1 1 158 1 1 1 159 1 1 1 160 1 1 1 161 1 1 1 162 1 1 1 163 1 1 1 164 1 1 1 165 1 1 1 166 1 1 1 167 1 1 1 168 1 1 1 169 1 1 1 170 1 1 1 171 1 1 1 172 1 1 1 173 1 1 1 174 1 1 1 175 1 1 1 176 1 1 1 177 1 1 1 178 1 1 1 179 1 1 1 180 1 1 1 181 1 1 1 182 1 1 1 183 1 1 1 184 1 1 1 185 1 1 1 186 1 1 1 187 1 1 1 188 1 1 1 189 1 1 1 190 1 1 1 191 1 1 1 192 1 1 1 193 1 1 1 194 1 1 1 195 1 1 1 196 1 1 1 197 1 1 1 198 1 1 1 199 1 1 1 1100 1 1 1 1Summe 8 6 20 42 24 50 10 28 5 7 7 90 3 30 19 11 14 26Seite 45


Light Pollution Cyril Hertz, 2005Person Alter Medien Geschlecht Wohnregion Vorschlagbis 20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70über70ja nein weiblich männlich Zürich Winterthur Frauenfeld Schaffhausen Andere1 1 1 1 12 1 1 1 1Lichtquellen während der Nachtminimieren, um Zugvögel nicht zu irritierenWeniger Scheinwerfer nach oben,Reklamenbeleuchtung diskreter3 1 1 1 1 Strom für öffentliche Hand verteuern4 1 1 1 1 Strompreis verzehnfachen5 1 1 1 16 1 1 1 17 1 1 1 1 Keine Strassenlaternen mehr ab 22:00 Uhr8 1 1 1 1 Politische Massnahmen9 1 1 1 110 1 1 1 111 1 1 1 1Was für eine Bedingung muss erfüllt sein,damit das Licht Masse erhält? Hilfe sieheE=mc 212 1 1 1 113 1 1 1 1 Mehr für die Umwelt tun!14 1 1 1 115 1 1 1 1Müsste mich erst informieren, was es genauist und was man dagegen tun kann!16 1 1 1 1 Unnötige Bahnhofbeleuchtung abschalten!17 1 1 1 118 1 1 1 119 1 1 1 120 1 1 1 1Die Verschmutzung der Atmosphäre durchTreibhausgase21 1 1 1 1 Weniger Licht in der Nacht22 1 1 1 123 1 1 1 124 1 1 1 125 1 1 1 1 Nicht alles beleuchten (z.B. Disco)26 1 1 1 127 1 1 1 128 1 1 1 129 1 1 1 1 Licht abstellen30 1 1 1 1 Kein Auto fahren31 1 1 1 1 Kein überflüssiges Licht32 1 1 1 1 Nichts33 1 1 1 1 Ich würde wieder in die Anden ziehen34 1 1 1 135 1 1 1 136 1 1 1 1 Keine Ahnung37 1 1 1 138 1 1 1 1 Weniger Licht verwenden39 1 1 1 1 Politik40 1 1 1 141 1 1 1 142 1 1 1 1Politik sollte handeln, keine Skybeameraufstellen43 1 1 1 1 -44 1 1 1 1 Sparen mit Licht und Energie45 1 1 1 146 1 1 1 147 1 1 1 148 1 1 1 149 1 1 1 150 1 1 1 1Seite 46


1Light Pollution Cyril Hertz, 2005Person Alter Medien Geschlecht Wohnregion Vorschlagbis 20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70über70ja nein weiblich männlich Zürich Winterthur Frauenfeld Schaffhausen Andere51 1 1 1 152 1 1 1 153 1 1 1 154 1 1 1 155 1 1 1 156 1 1 1 1 In meinem Umfeld kontrollieren57 1 1 1 158 1 1 1 159 1 1 1 160 1 1 1 161 1 1 1 1Aussenbeleuchtung anpassen,Bewegungsmelder, nach oben verdunkeln,allg. weniger "Lichtkitsch"62 1 1 1 163 1 1 1 164 1 1 1 165 1 1 1 1 Keine AhnungNachts nur Licht, das wirklich nötig ist(Keine Unnötige Beleuchtungen z.B.Weihnachtsbeleuchtung)66 1 1 1 1 Keine Ahnung, was das ist67 1 1 1 168 1 1 1 169 1 1 1 170 1 1 1 1Weniger Grossbeleuchtungen, allgemeinSparen mit Strom71 1 1 1 172 1 1 1 173 1 1 1 174 1 1 1 1 -75 1 1 1 1 Keine Ahnung76 1 1 1 1Weniger Weihnachtsbeleuchtung undStrassenbeleuchtung77 1 1 1 1 Verbote gegen übermässige Beleuchtung78 1 1 1 1 Weniger Strassenlampen79 1 1 1 1 Strom abschalten80 1 1 1 181 1 1 1 1 Keine Ahnung82 1 1 1 1 Keine Ahnung83 1 1 1 184 1 1 1 1 Kein CO2 brauchenLampen die nicht in den Himmel strahlenschaffen, keine Skybeamer (Discos),Gesetzesgrundlagen schaffen85 1 1 1 1 Weniger den Lichtschalter betätigen86 1 1 1 1 Weniger Beleuchtung87 1 1 1 1 Strassenlampen und Skybeamer abschalten88 1 1 1 1Rollläden runterlassen, Strassenlaternen inNebenstrassen nachts ab 1:00 Uhrabschalten89 1 1 1 1 Wissenschaft soll sich was einfallen lassen90 1 1 1 191 1 1 1 1 Kein CO292 1 1 1 1 -93 1 1 1 1 Säubere Luft94 1 1 1 195 1 1 1 1An die Veränderlichkeit glaube ich nichtmehr!96 1 1 1 1 In den Urlaub fahren97 1 1 1 1 Keine Gebäude unnötig beleuchten98 1 1 1 199 1 1 1 1 ?100 1 1 1 1Summe 42 15 13 7 8 7 8 27 73 50 50 14 60 2 8 16Dem Nachbarn der tonnenweiseWeihnachtsbeleuchtung im Garten hat, dieSicherung rausdrehen. Order einfachsparsam mit dem Licht umgehen.Seite 47

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine