Ausgelernt – und nun? Studieren! - Hochschulinformationsbuero.de

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Ausgelernt und nun?Studieren!Tipps und Infos zum Studieneinstiegnach abgeschlossener Berufsausbildungwww.dgb-jugend.de/studium


InhaltAusgelernt und nun? Studieren! 3Warum überhaupt studieren? 3Das Studium 4Studieren ohne Abitur 4Zweiter Bildungsweg 5Hochschularten 6Auswahl des Studienganges 7Das richtige Studienfach 9Auswahl der Hochschule 12Studienzulassung 13Stolperfalle 14SfH 15Tipp: Studienplatztausch 15Zusatzinfo: Ausländische Hochschulreife 15Studienplanung 15Den Abschluss im Blick 15Praktika 16Auslandsstudium 16Die Studienfinanzierung 18Studiengebühren 19Finanzierungsmöglichkeiten 21Unterhalt von den Eltern 21BAföG 22Grundsätzliches zum BAföG 22Elternunabhängige Förderung 23Wohngeld 24Stipendien 25Hans-Böckler-Stiftung 26Studienkredite 27Job 28Zeitaufwand Studieren mit Kind 30Studienplanung 31Finanzielle Hilfen 32Rechte im Nebenjob 33Gewerkschaften an der Hochschule 342


Ausgelernt und nun? Studieren!Tipps und Infos zum Studieneinstiegnach abgeschlossener BerufsausbildungDen erlernten Beruf zu verlassen, um ein Studiumzu beginnen, ist eine Entscheidung, derzunächst viele Fragen vorausgehen:• Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es?• Welches Studium passt zu mir?• Kann ich mir ein Studium überhaupt leisten?Und nicht zuletzt: Was nützt mir ein Studiumüberhaupt?Diese Broschüre kann dir die Entscheidungnatürlich nicht abnehmen, möchte aber Hilfestellungengeben und kann als Leitfadenauf dem Weg an die Hochschule genutzt werden.Sie informiert über die Zugangsvoraussetzungenfür ein Studium und stellt die unterschiedlichenHochschularten und Abschlüssevor. Daneben finden sich Hilfestellungenbei der Suche nach deinem Studienfachund nach deiner Hochschule.Zusätzlich wird beschrieben, wie der Zulassungsprozessabläuft. Der zweite Teil konzentriertsich auf die Studienfinanzierung. Hiergibt es einen Überblick über die Kosten einesStudiums und Finanzierungsmöglichkeiten.Warum überhaupt studieren?Die Probleme eines Studiums liegen auf derHand: Ein Studium kostet Zeit und Geld. Mitder Entscheidung für ein Studium tauschst dueine vielleicht kurzfristig überschaubare undsichere Berufsperspektive gegen mehrereJahre finanzieller Abhängigkeit ein.Im Gegensatz dazu ist der Nutzen eines Studiumsnicht so einfach festzumachen undhängt von deinen eigenen Wünschen undVorstellungen ab. Ein Studium bietet keineGarantie auf einen Arbeitsplatz, dennochwächst, statistisch gesehen, der Bedarf anhochqualifizierten Arbeitskräften. Akademiker/innensind im Vergleich weniger von Arbeitslosigkeitbetroffen, und ihr Verdienst istin der Regel höher. Ein Studienabschluss ermöglichtflexiblere berufliche Einsatzmöglichkeitenund damit auch Alternativen, z.B.wenn ein Jobwechsel notwendig wird. Es bietetaber auch die Möglichkeit, das Wissen ausder Ausbildung theoretisch zu vertiefen. Invielen Bereichen wird diese Kombination ausTheorie und praktischer Erfahrung von Arbeitgeber/innengeschätzt. Möglicherweise hastdu sogar ein konkretes Berufsziel vor Augen,das nur über ein Studium zu erreichen ist.Doch die Vorteile eines Studiums reichen überdie handfesten Arbeitsmarktchancen hinaus.Das Interesse an der theoretischen Auseinandersetzungmit Problemstellungen innerhalbeines Studiengebietes spricht genauso dafür,ein Studium zu beginnen. Wenn du dich fürWissenschaft und Forschung interessierst,kann dir ein Studium Berufsfelder eröffnen,die diesen Neigungen entsprechen.Neben spezifischen Fachkenntnissen vermitteltein Studium auch ein hohes Maß an Allgemeinbildung,der Umgang mit wissenschaftlichenTexten und Fragestellungenschult Kritikfähigkeit und die Fähigkeit, deneigenen Standpunkt fundiert zu vertreten.Nebenbei gibt es vielfältige Möglichkeiten,sich auch über die Fachgrenzen hinaus politischoder kulturell zu betätigen, sei es in fächerübergreifendenLerngruppen, gewerkschaftlichenStudierendengruppen, den Gremiender studentischen Selbstverwaltungoder selbst im Hochschulchor.3


Das StudiumStudieren ohne AbiturDer Hochschulzugang erfordert je nach Hochschulartdie Allgemeine Hochschulreife (Abitur),die fachgebundene Hochschulreife oderdie Fachhochschulreife. Daneben bieten aberalle 16 Bundesländer beruflich qualifiziertenArbeitnehmer/innen die Möglichkeit,ohne Abitur zu studieren.Die Voraussetzungen sindsehr unterschiedlich, inder Regel werdenaber eine Berufsausbildung,mehrjährige Berufspraxis und/oder eine qualifizierte Weiterbildung, ein Mindestalteroder gute Abschlussnoten verlangt.Häufig sind Eignungsgespräche oder gar Zugangsprüfungenzu absolvieren. In einigenLändern ist ein Probestudium vorgesehen.Meist können nur Fächer studiert werden, innerhalbderer auf beruflichem Weg bereitseinschlägige Kenntnisse erworben wurden.Die einzelnen Regelungen sind in den Landeshochschulgesetzenverankert.Informationen kannst du dir bei den zuständigenLandesministerien besorgen. Einen aktuellenÜberblick zu den länderspezifischenRegelungen findest du unter www.uni-ohneabi.de,eine noch genauere Bewertung derAngebote der einzelnen Hochschulen gibt esunter www.igbce.de/portal/site/igbce/studieren_ohne_abitur.4 Das Studium


Zwei weitere eher ungewöhnliche Angebote,um ohne Abitur Zugang zu einem Hochschulstudiumzu erhalten, sind Ergebnis erfolgreichergewerkschaftlicher Politik:• Am Department für Politik und Wirtschaftan der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaftender Uni Hamburg ehemalsHWP wird der Studiengang Sozialökonomie(B.A.) speziell für Studierendeohne Abitur aber mit Berufsausbildungbzw. Berufserfahrung angeboten. AmAnfang steht eine Prüfung, am Ende einsolider Hochschulabschluss. Mehr dazuunter www.wiso.uni-hamburg.de/dwp.• An der Akademie der Arbeit inFrankfurt/Main kann, wer eine abgeschlosseneBerufsausbildung hat und die Aufnahmeprüfungbesteht, auch ohne Abitureine Hochschulzugangsberechtigung erwerben.Der Abschluss nach elf Monatenvollzeitschulischer Ausbildung u.U. mitgewerkschaftlichem Stipendium qualifiziertin Hessen und einigen anderen Bundesländernzu einem Hochschulstudiumder Rechtswissenschaften, Soziologie oderVolkswirtschaftslehre. Mehr dazu unterwww.akademie-der-arbeit.de.Zweiter BildungswegFür Heil- und Erziehungsberufe gibt es häufigSonderregelungen, die ein Studium an Fachhochschulenoder im Lehramt ermöglichen.Du kannst aber auch die erforderlichen schulischenAbschlüsse nachholen, die zu einemStudium berechtigen. Auch hier gibt es jenach Bundesland unterschiedliche Regelnund Wege. Generell gilt: Angebote zumNachholen von Schulabschlüssen gibt es sowohlin Teilzeit als auch in Vollzeit.Die Bildungsgänge dauern zwischen ein unddrei Jahren. Die Hans-Böckler-Stiftung fördertunter bestimmten Voraussetzungen auch Teilnehmer/innendes zweiten Bildungsweges.Außerdem besteht die Möglichkeit, BAföG zubeantragen (siehe Seite 23: ElternunabhängigeFörderung).!www.wege-ins-studium.dewww.abi.deInfos zum Hochschulzugang ohneAbitur: www.uni-ohne-abi.dewww.igbce.de/portal/site/igbce/studieren_ohne_abiturwww.wege-ins-studium.de/de/studiumaberwieundwas/studierenohneabitur.htmwww.kmk.org/wissenschaft-hochschule/studium-und-pruefung.htmlwww.arbeitsagentur.de (Veröffentlichungenp Themenhefte »Durchstarten«p Broschüre »Nachholenvon Schulabschlüssen und Studierenohne Abitur«)5


HochschulartenDie Hochschulen unterscheiden sich nicht nurdem Namen nach, sondern bieten auchunterschiedliche Schwerpunkte und Profilean.Universitäten bieten in der Regel eine wissenschaftlichbreit fundierte und theoretischanspruchsvolle Ausbildung, betreiben Grundlagenforschungund haben das Promotionsrecht.Dort lässt sich auch ein Doktortitel erwerben.Fachhochschulen sind eher praxisorientiertund bilden häufig in enger Kooperation mitUnternehmen aus, z.B. im Rahmen eines dualenStudiums (siehe S. 8). Die späteren Berufsfelderwerden frühzeitig in den Blick genommen.Auch die Forschung ist anwendungsorientiertund oft praxisnah.Berufsakademien verlangen einen Ausbildungsvertragmit einem Unternehmen als Voraussetzungfür das Studium. Während desStudiums, das sehr praxisnah ist, erhaltenStudierende wie auch in vielen dualen Studiengängen ein Gehalt. Die Anerkennungder Abschlüsse der Berufsakademien ist nichtbundesweit gesichert. Häufig gibt es Schwierigkeiten,wenn das Studium an einer Fachhochschuleoder Universität fortgesetzt werdensoll. Informiere dich daher genau, fallsdu nach dem Abschluss weiter studierenmöchtest. In Baden-Württemberg wurde dieBerufsakademie in die Duale HochschuleBaden-Württemberg (DHBW) umgewandeltund ist jetzt eine Hochschule neuen Typs. InBerlin wurde die Berufsakademie in die Fachhochschuleintegriert.In der Landschaft der Berufsakademien gibtes derzeit viel Dynamik. Die Gewerkschaftensetzen sich hier unter anderem dafür ein, dassBerufsakademie-Studierende und Studierendedualer Studiengänge in den Genuss von tarifvertraglichenLeistungen kommen und Verwaltungs-und Studiengebühren von den Ausbildungsbetriebenübernommen werden.Pädagogische Hochschulen sind in Baden-Württemberg für die Ausbildung vonLehrer/innen an Grund-, Haupt- und Realschulenzuständig. In den anderen Bundesländernsind die Lehramtsstudiengänge inder Regel an Universitäten angesiedelt.Die Unterschiede zwischen den Hochschulartenwerden durch die Einführung der Bachelor-/Masterstudiengängeimmer geringer. Füreine Entscheidung wird daher das Profil desjeweiligen Studiengangs, unabhängig vonder Hochschulart, immer wichtiger.6 Das Studium


Auswahl des Studienganges:Bologna-Prozess (Bachelor/Master)Im Rahmen des Bologna-Prozesses soll eineinheitlicher europäischer Hochschulraumgeschaffen werden, der die Mobilität der Studierendenfördert und die Vergleichbarkeitder Abschlüsse erhöht. Daher werden zurzeitalle Studiengänge neu geordnet und auf eingestuftes System von Bachelor- (sechs bisacht Semester) und Masterabschlüssen (zweibis vier weitere Semester) umgestellt, diestärker als in der Vergangenheit berufspraktischeAnteile in das Studium integrieren. Dietraditionellen Diplom-, Staatsexamens- undMagisterabschlüsse werden von vielen Hochschulenschon nicht mehr angeboten oderlaufen derzeit aus. Wenn du dich dennoch ineinen Studiengang mit Diplom- oder Magisterabschlusseinschreibst, informiere dichgenau über die Fristen, bis wann Pflichtveranstaltungenangeboten werden und wanndie letzte Prüfung in deinem Fach abgenommenwird.Der erste berufsqualifizierende Abschluss imneuen System ist der Bachelor. Darauf aufbauendkann direkt im Anschluss oder zueinem späteren Zeitpunkt nach einiger Zeit inder Berufspraxis ein Master-Studium angeschlossenwerden.Masterstudiengänge bauen entweder aufden Bachelor auf (konsekutiver Master) odersind als Weiterbildungs-Master (nicht-konsekutiv)konzipiert. Weiterbildungs-Master sindhäufig mit sehr hohen Studiengebühren verbundenund unter Umständen nicht nachdem BAföG förderungsfähig.Hinsichtlich der späteren Tätigkeitsfelder undTarifentgelte soll der Bachelor den traditionellenAbschlüssen gleichgestellt werden.Nicht bei allen Arbeitgebern ist die Akzeptanzvon sechssemestrigen Bachelor-Studiengängengleich hoch vorhanden. Die DGB-Gewerkschaftensetzen sich für eine faire Bezahlungder Absolvent/innen ein.Problematisch an den neuen Studiengängensind die straffen Studienpläne (»Verschulung«)und häufigen Prüfungen, die ein ehrenamtlichesEngagement oder eine Erwerbstätigkeitneben dem Studium erschweren. DerBlick über den Tellerrand des eigenen Studienfachswird dadurch immer seltener. Die (internationale)Mobilität hat sich entgegen derZielsetzung nicht vereinfacht, und ein Studienortwechselist in der Regel kompliziertergeworden.7


Die Gewerkschaften begleiten die Veränderungenkritisch und gestalten die neuen Studiengängemit. Das gewerkschaftliche Gutachternetzwerkhat Kriterien für gute Studiengängeentwickelt und schult gewerkschaftliche Gutachter/innen,die sich an den Zulassungs-/Akkreditierungsverfahrenzur Qualitätssicherungder neuen Studiengänge beteiligen.! www.gutachternetzwerk.deDuales StudiumDuale Studiengänge gibt es noch nicht sehrlange. Sie kombinieren die wissenschaftlicheAusbildung an einer Hochschule mit einer betriebspraktischenAusbildung in einem Unternehmenund werden vorwiegend im Ingenieurbereich,in Verbindung mit einem BWL-Studium oder für soziale Berufe angeboten.Wie Ausbildung und Studium kombiniert werden,ist von Hochschule zu Hochschule unterschiedlichgeregelt. Der Betrieb schließt aberimmer ein Abkommen mit der Hochschule,und für eine Studienaufnahme sind ein Vertragmit dem Betrieb und eine Zulassung ander Hochschule nötig. In den meisten Fällenzahlt der Betrieb ein Gehalt, ein Stipendiumoder Studiengeld. Aus diesem Entgelt bist duwie ein/e normale/r Auszubildende/r sozialversicherungspflichtig.Der Studierendenstatusin der Sozialversicherung gilt nicht imdualen Studium. Zu unterscheiden sind:• Praxisintegrierende Studiengänge, beidenen neben dem Studium an der Hochschuleregelmäßige Anwesenheit im Betriebvereinbart ist. Der Praxisanteil umfasstmehr als zwei Semester und hat Ausbildungscharaktermit Bezug zum Studiengang.Zugangsvoraussetzung ist i.d.R. dieFachhochschul- bzw. Allgemeine Hochschulreife.• Ausbildungsintegrierende Studiengänge,bei denen neben dem Hochschulabschlusszugleich ein anerkannter Berufsabschlusserworben wird. Die Studierenden lernenalso im Hörsaal, im Betrieb und auch ander Berufsschule. Zugangsvoraussetzungist i.d.R. die Fachhochschul- bzw. AllgemeineHochschulreife.• Berufsintegrierende Studiengänge werdenzusätzlich zu einer Teilzeitbeschäftigung(mit inhaltlichem Bezug zum Studienfach)absolviert. Es handelt sich also um eine ArtQualifikation im Beruf für Arbeitnehmer/innen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung,ggf. auch ohne Fachhochschul-bzw. Allgemeine Hochschulreife.• Berufsbegleitende Studiengänge sind Fernstudiengänge,die neben einer Vollzeitbe-8 Das Studium


schäftigung gemeistert werden. Der Kernist das Selbststudium, Begleitseminare findenhöchstens an einem Tag pro Wochestatt. Hier genügt i.d.R. eine abgeschlosseneBerufsausbildung, wenn keine Fachhochschulreifeoder Allgemeine Hochschulreifevorliegt.!Mehrzum Dualen Studium:www.ausbildungplus.deDas richtige StudienfachVielleicht weißt du schon genau, dass du einFach studieren möchtest, das im Zusammenhangmit deiner Ausbildung steht, vielleichtbist du aber auch eher ratlos. In beiden Fällenist die Suche nach dem Studienfach nicht einfach.Die Vielfalt der Fächer geht weit überdie bekannten Schulfächer hinaus und ist nahezuunüberschaubar.Vergleichbar groß ist die Flut an Informationen.Medienberichte weisen regelmäßig aufeinen zukünftigen Mangel an Aka de mi ker/innen in bestimmten Bereichen hin. Chancenauf dem Arbeitsmarkt sind zwar wichtig fürdie Entscheidung, doch sind Prognosen auchnicht überzubewerten der Arbeitsmarktkann sich schnell verändern, und zum Endedeines Studiums ist die Prognose möglicherweisehinfällig. Vielleicht schwärmen aberauch deine Freund/innen von ihren Studienfächern,oder deine Familie hat schon langegenaue Vorstellungen, was du studierensollst.In erster Linie sollten deine eigenen Wünscheund Ziele entscheidend sein. Anstatt deineEntscheidung von den Aussagen anderer abhängigzu machen, sollten deine eigenen Interessenund Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen.Zur Unterstützung gibt es zahlreiche Ratgeberzur Studienfachwahl in öffentlichen Bi-9


liotheken, und du kannst auf deine Erfahrungenin der Ausbildung zurückgreifen. Waskannst du besonders gut? Warum hat deineArbeit dir (keinen) Spaß gemacht, welcheTeile deiner Arbeit haben dir gefallen, welcheweniger? Auch deine Freizeitgestaltung kanngute Hinweise liefern: Liest und schreibst dugerne, tüftelst du lieber am Computer herumoder triffst du dich am liebsten mitFreund/innen? Zieheruhig alles in Betracht, was dir einfällt undüberlege, warum es dir wichtig ist. Es lohntsich, alle Ergebnisse aufzuschreiben unddiese nach ihrer Wichtigkeit zu ordnen.mAngelaVerse-Herrmann, Dieter Herrmann: Dergroße Studienwahltest, Eichborn, Berlin 2010Dieser Ratgeber ist besonders hilfreich zur Einschätzungder eigenen Interessen und Begabungen.10 Das Studium


Ziel deiner Überlegungen sollte es sein, eineStudienrichtung zu finden, in der deine eigenenInteressen und Fähigkeiten ihren Platzfinden. Mach dir keine Sorgen, wenn dichmehrere Bereiche interessieren, es schadetnicht, Alternativen zu haben, und oft sindauch Kombinationen möglich. Mit diesem»groben Filter« bist du gut ausgestattet, umdich auf die Suche nach einem konkretenFach zu machen.Lass dich dabei aber nicht von deinen Vorstellungenvon einzelnen Fächern verleiten,zusätzlich regelmäßig Studieninformationstagean. Wenn du dich vorab im Internet informierenmöchtest, ist die Internetdatenbankauf »Studis online« hilfreich: Dort erfährstdu, an welchen Hochschulen welcheFächer studiert werden können, und dukannst dich zu den Seiten der einzelnenHochschulen durchklicken. Deren Seiten sindsehr unterschiedlich, teilweise findest du dortsehr informative Beschreibungen inklusiveBerufsbildern zum Studiengang, teilweisemusst du dich durch trockene Studienordnungendurchbeißen.sondern informiere dich, welche konkretenInhalte sie haben. Informationen zu den einzelnenStudienfächern erhältst du in den Berufsinformationszentren(BIZ) der Agentur fürArbeit. Du kannst dort die unterschiedlichenBroschüren und Informationsblätter einsehenoder das Buch »Studien- und Berufswahl«mitnehmen. Es enthält für viele einzelne Studienfächereine kurze Beschreibung der Inhaltedes Studiengangs, Beschäftigungsmöglichkeiten,Hochschulen, die den Studienganganbieten und manches mehr. Für eine persönlicheBeratung musst du allerdings einenTermin vereinbaren.Persönliche Beratung kannst du auch in denAllgemeinen Studienberatungen der Hochschulenerhalten. Viele Hochschulen bietenWenn du erfahren willst, was Studierende überein bestimmtes Studienfach denken, kannst dudich an die Fachschaften wenden. Eine Fachschaftist ein Zusammenschluss ehrenamtlichengagierter Studierender an ihrem (und evtl.deinem zukünftigen) Fachbereich. Die Studierendensind sicherlich gern bereit, dir etwasüber ihr Studienfach zu erzählen. Manchmalhaben die Fachschaften eigene Internetauftritte;wenn nicht, erhältst du ihre Telefonnummeroder E-Mail-Adresse über die Verwaltungder Hochschule.!www.wege-ins-studium.dewww.studis-online.dewww.hochschulkompass.de11


Auswahl der HochschuleWenn du dich für ein Studienfach entschiedenhast, kann die Suche nach der Hochschuleunter Umständen sehr leicht fallen,weil das Fach nur an ein oder zwei Hochschulenangeboten wird. Bei weniger »exotischen«Fächern kann die Sache ganz andersaussehen: Du hast die Wahl von Flensburgbis Freiburg.Natürlich ist in diesem Fall die Qualität derHochschule ein wichtiges Entscheidungskriterium.Der allgemeine »gute Ruf« einerHochschule sagt jedoch wenig über die Qualitätder einzelnen Fachbereiche aus. InformiereDich zielgenau über die Studienbedingungenin deinem gewählten Studienfach.Besonders aussagekräftig ist die »Betreuungsrelation«:Wenn es viele Studierende,aber wenige Lehrende im Fachbereich gibt,weist dies auf überfüllte Vorlesungen undschlechte Einzelbetreuung hin. Auch eineausreichende Ausstattung des Fachbereichsmit Bibliotheken, Laborplätzen, Werkstättenetc. ist von Bedeutung für ein erfolgreichesStudium. Informationen dazu sind schwer zufinden, wende dich am besten direkt an dieFachschaft oder die Hochschule.Wenn du trotzdem einen Blick in die unterschiedlichenRankings in Zeitschriften und imInternet werfen möchtest, solltest du dichauch hier auf dein gewähltes Studienfachkonzentrieren. Schau dir auf jeden Fall an, obdas Ranking überhaupt noch aktuell ist, wiestark die Einschätzungen von StudierendenHochschulrankingsIn den letzten Jahren werden regelmäßigHochschulrankings in der Presse veröffentlicht.Die Rankings sind allerdings mit Vorsichtzu genießen: Dort wird nicht nur versucht,schwer Vergleichbares miteinanderzu vergleichen, die meisten sind auch vongeringer Qualität. Nicht umsonst rufen Studierendenvertretungenzum Boykott dieserRankings auf. Weiterführende Infos gibt esauf der folgenden Seite: www.studisonline.de/StudInfo/uniranking.phpberücksichtigt werden, nach welchen Kriteriengewertet wird und wie groß die Stichprobeist.Ein sehr wichtiges Kriterium ist die inhaltlicheAusrichtung des Fachbereichs. Ein Blick aufdie Internetseite des Instituts und in die Vorlesungsverzeichnisseder Hochschulen hilfthier weiter. Oft sind im Internet auch »kommentierteVorlesungsverzeichnisse« veröffentlicht,dort gibt es kurze Texte zum Inhalt derSeminare. Auch die Internetseiten der einzelnenLehrenden können Hinweise liefern, daman dort etwas über ihre Forschungsschwerpunkteerfahren kann. Dabei zeigen sich auchdie Grenzen der Vergleichbarkeit von Hochschulen,Qualität ist hier sehr subjektiv: Duwirst feststellen, dass du einige Angebotewesentlich interessanter findest als andere.Wenn du etwas über dein Fach erfahrenwillst, das nicht in den Hochglanzbroschürender Hochschulen steht, kannst du dich an dieFachschaft wenden. Die Studierenden setzensich hier politisch mit den Studienbedingun-12 Das Studium


gen in ihren Fächern auseinander, kennensich also bestens in ihrem Studiengang aus.Die beste Möglichkeit, etwas über deine zukünftigeHochschule zu erfahren, ist: einfachmal hinzufahren. Vor Ort kannst du einen Eindrucküber die Atmosphäre an der Hochschulegewinnen und das persönliche Gesprächmit der Fachschaft oder der Studienfachberatungsuchen. Außerdem kannst dudann gleich die Stadt genauer erkunden.Auch die Stadt ist wichtig für deine Lebensqualität,schließlich willst du einige Jahre dortverbringen. Bietet sie dir alles, was dubrauchst, um dich wohl zu fühlen? Sportvereine,Theater, Musikfestivals…?Ein letzter Hinweis noch dazu: Ob die Hochschuleund die Stadt einem wirklich zusagen,weiß man erst, wenn man einige Zeit dortstudiert hat. Da ist es tröstlich, zu wissen,dass du Stadt und Hochschule auch wechselnkannst. (Achtung: Ist damit ein Fachwechselnach dem 2. Semester verbunden, kannsbeim BAföG schwierig werden.)Die Zulassung zum StudiumIn einigen Fächern erfolgt die Zulassung undBewerbung zentral über die Stifung für Hochschulzulassung(SfH: www.hochschulstart.de,siehe S. 15). Ansonsten findet die Bewerbungdirekt an den Hochschulen statt. Meistensschriftlich oder online.Die Fristen sind unterschiedlich, aber alsFaustregel gilt: Existiert eine Zulassungsbeschränkungoder gar ein Aufnahmeverfahren,endet die Bewerbungsfrist lange vor Studienbeginn.Beispiel: Für den Studienbeginn imOktober endet bei SfH-Fächern die Frist i.d.R.Ende Mai. In zulassungsfreien Fächern kannman sich in der Nachfrist sogar bis Ende Septemberbewerben.Es ist daher wichtig, sich zu informieren, obein Auswahlverfahren existiert und wie esaussieht. Manchmal werden neue Verfahrenund Fristen eingeführt oder ein bisher zulassungsfreiesFach ist plötzlich zulassungsbeschränkt.Ob ein Auswahlverfahren für dein Fach existiert,musst du bei der Hochschule erfragen.Einheitliche Auswahlverfahren für Studienplatzbewerber/innenexistieren nicht. Sie reichenvon der Heranziehung der Abiturnotenbis zu schriftlichen Aufnahmetests (»Eignungsfeststellungsverfahren«).Bei letzteren steht esmanchen Hochschulen sogar frei, eine Gebührfür die Teilnahme zu verlangen. Mach dich alsonicht nur auf indirekte (Anfahrt und Übernachtungzum Aufnahmetest), sondern auch auf direkteKosten des Aufnahmetests gefasst.13


Die Zusagen für Studienplätze werden inmehreren Schritten vergeben: Nachdem dieersten Zusagen verschickt sind, wartet die Zulassungsstelleeine Weile, wer innerhalb einerkurzen Frist die Zusage bestätigt. (Wer im Urlaubist, hat Pech gehabt!) Sind dann nochStudienplätze frei, rücken entsprechend vieleBewerber/innen nach und erhalten ebenfallseine Zusage.Dieser Vorgang wird mehrmals wiederholt. Sokann es passieren, dass du erst sehr kurzfristigoder gar erst nach Semesterbeginn deineZusage erhältst. Falls du dich an mehrerenHochschulen bewirbst, stellt sich also dieFrage, wie lange du auf eine Zusage deinerfavorisierten Hochschulen wartest, bevor duwoanders zusagst. Eine klare Antwort darauflässt sich leider nicht geben.In manchen Studienfächern besteht die Möglichkeit,Berufserfahrung oder eine Ausbildungin das Auswahlverfahren einfließen zulassen, d.h., du kannst deine Chancen aufeinen Studienplatz steigern. Auch können sogenannte Vorpraktika, also praktische Erfahrungen,die zum Zeitpunkt des Studienbeginnserbracht sein müssen, über deine abgeschlosseneBerufsausbildung oder Berufserfahrungabgegolten sein. In den Merkblätternfür Studienbewerber/innen geben dieHochschulen darüber Auskunft, falls nicht,frage rechtzeitig nach.Stolperfalle: Oft liegen die Bewerbungsfristenfür Wohnheime im selben Zeitraum wie die Bewerbungsfristenfür den gewünschten Studiengang.Gleichzeitig wird bei der Bewerbungum den Wohnheimplatz nach deinem Studienfachgefragt, für das du ja noch gar keine ZuiTipp: Bei einem verpflichtendenVorpraktikum besteht die Möglichkeit,durch das BAföG gefördert zuwerden. Wende dich bei Fragen an dasBAföG-Amt deiner zukünftigen Hochschulebzw. (bei Mehrfachbewerbungen)an die favorisierte Hochschule.Wenn du eine Zusage zu einem Studienfacherhalten und diese auch bestätigt hast, dannziehe alle Bewerbungen an anderen Hochschulenoder zu anderen Fächern und ggf.auch Wohnheimen zurück, damit dein Platzschnell wieder besetzt werden kann. Mit derZulassung hast du eine der größten Hürdenzum Studium überwunden. Falls du zu einerEinführungswoche der Studierendenvertretungoder Hochschule eingeladen wirst,nimm unbedingt daran teil, denn sie erleichtertdir den Einstieg in das zukünftige Studienlebenenorm.14 Das Studium


sage hast. Gib in diesem Fall deine Favoritenam entsprechenden Studienstandort an.SfHDie Stiftung für Hochschulzulassung (SfH,vormals ZVS) verteilt bundesweit die Bewerber/innenfür einzelne Fächer, wie Medizinoder Pharmazie. Bewerber/innen werdenhauptsächlich aufgrund ihrer Abiturnote undihrer Wunschhochschulstandorte an dieHochschulen verteilt. Ob dein Wunschfachüber die SfH verteilt wird und wie das Bewerbungsverfahrenabläuft, kannst du der SfH-Website entnehmen: www.hochschulstart.de!Inder bundesweiten Studienplatzbörseder Hochschulrektorenkonferenzwerden tagesaktuell zahlreichefreigebliebene Studienplätze offeriert:http://www.hochschulkompass.de/studienplatzboerse.htmlTipp: StudienplatztauschNach der Zusage durch die SfH besteht nochdie Möglichkeit des Studienplatztauschs. Studierendeim selben Semester können mit jemandemaus einer anderen Stadt tauschen(A p B, B p A). Sogar Ringtausche sind möglich(A p B, B p C, C p A).!www.studienplatztausch.deisteine von Studierendenvertretungengetragene Tauschbörse mit automatischemTauschservice und auch vielenTipps und Tricks zum Tauschen von Studienplätzen.Zusatzinfo: Ausländische HochschulreifeNur mit einem deutschen Abitur wirst du dichproblemlos bewerben können, dabei ist deineStaatsangehörigkeit im Prinzip egal. Hast dueine ausländische Hochschulreife erlangt,dann musst du diese erst anerkennen lassen.Die Datenbank ANABIN (http://anabin.kmk.org)der Kultusministerien zeigt, ob und wie sieanerkannt wird. Je nachdem, wo und wie duaufgewachsen bist, musst du noch Sprachnachweiseliefern. Nähere Informationendazu gibt die Auslandsabteilung deinerWunschhochschule.StudienplanungStudienplanung bedeutet, den Studienverlaufbewusst zu gestalten. Je nach Studienganghast du dafür mehr oder weniger Freiheiten.Unter Umständen bekommst du zu Semesterbeginneinen verbindlichen Stundenplan, derdie Reihenfolge deiner Kurse und Seminarezeitlich festlegt. In anderen Studiengängenist Selbstständigkeit gefragt und du musst dirdeinen Stundenplan in jedem Semester selbstzusammenstellen. In vielen Studiengängenmuss man sich für Seminare und Kurse vorheranmelden. Du bist dabei selbst dafür verantwortlich,dich über Anmeldefristen zu informieren.Den Abschluss im BlickDie Grundvoraussetzung für eine zielgerichteteStudiengestaltung ist, dass du die Leistungsanforderungendeines Studiengangskennst. Bevor das erste Semester beginnt,solltest du dir beim Prüfungsamt deiner Hochschuleoder Fakultät die aktuelle Studien- und15


Prüfungsordnung deines Faches und Studiengangesbesorgen und gründlich lesen. Vieledieser Ordnungen stehen heute auch im Internetbereit. Dort ist rechtskräftig festgelegt,welche Leistungsnachweise und Prüfungen imLaufe des Studiums absolviert werden müssen.Keine Sorge, wenn du nicht alles sofortverstehst: In der Regel werden Studien- undPrüfungsordnung den »Erstsemestern« währendeiner Einführungswoche oder in »Ersti-Infos« allgemeinverständlich erläutert.Auch die Studienfachberatung und die Fachschaftenkönnen hier weiterhelfen.Falls du bereits genaue Vorstellungen vondeinem späteren Beruf hast, kannst du deinStudium inhaltlich nach diesen Anforderungenausrichten. Trotz aller Planung ist aberauch Flexibilität gefragt. Seminare könnenausfallen, Professor/innen können die Hochschulewechseln und auch deine Interessenkönnen sich im Laufe des Studiums ändern.PraktikaWenn in deiner Prüfungsordnung ein Praktikumvorgeschrieben ist, solltest du dich frühzeitig(ca. ein bis anderthalb Semester vor gewünschtemBeginn) um einen Praktikumsplatzbemühen, vor allem, wenn du genaueVorstellungen hast, wo du ein Praktikum machenwillst. Manche Praktikumsanbieter/innen erhalten viele Bewerbungen, und dieWartezeiten können sehr lang sein. Außerdemerhöhst du so deine Chancen auf ein bezahltesPraktikum.Ein Praktikum sollte vor allem deinem eigenenberuflichen Fortkommen dienen, d.h., essollte sich nicht, wie so häufig, im Kaffeekochen,Kopieren und dem Erledigen einfacher aber notwendiger Arbeiten erschöpfen.Solche Tätigkeiten entsprechen eher einer regulärenBeschäftigung als Aushilfskraft. Daskann für dich zwar bedeuten, dass du im AnschlussAnspruch auf eine Vergütung gemäßdeiner tatsächlichen Arbeit hast, lässt sichaber im Voraus vermeiden. Informiere dichüber den Betrieb und die Vorstellungen deinesPraktikumsanbieters/deiner Praktikums -anbieterin und schließe einen Praktikumsvertragab, in dem die Lernziele festgeschriebenwerden.Ausführliche Infos zum Thema Praktikumfindest du in der separaten Broschüreder DGB-Jugend »Rechte undPflichten im Praktikum« und unterwww.dgb-jugend.de/studium/praktika.Hier findest du auch eine Datenbank, inder Studierende ihre Praktika bewertethaben.AuslandsstudiumAuch für ein Auslandssemester ist eine frühzeitigePlanung wichtig. Du kannst damitrechnen, dass ein Auslandssemester bis zuanderthalb Jahre Vorbereitungszeit braucht.Beim Akademischen Auslandsamt deinerHochschule kannst du dich über das Verfahrenerkundigen. Dort erfährst du auch, ob esan deiner Hochschule spezielle Austauschprogrammefür dein Studienfach gibt und welcheZulassungsvoraussetzungen existieren. Für16 Das Studium


!DerDeutsche AkademischeAuslandsdienst (DAAD) bietetviele Informationen rund ums Auslandsstudiuman:www.daad.de/ausland/index.de.htmlIn der Rubrik »Studienmöglichkeiten«gibt es Informationen über die Studienbedingungenin jedem einzelnen Land,unter »Förderungsmöglichkeiten« gibt’skonkrete Tipps zu Auslandsstipendien.ein Auslandssemester werden häufig bestimmteStudienleistungen gefordert und inder Regel auch ein Sprachtest.Für ein Auslandssemester fallen viele zusätzlicheKosten an. Neben den Reisekosten könnenan der Hochschule im Ausland Studiengebührenverlangt werden, evtl. sind die Lebenshaltungskostenhöher etc. Daher ist essinnvoll, sich für ein Stipendium zu bewerben.Für ein Auslandssemester in Europa ist dasEU-Förderprogramm Erasmus eine guteAdresse (http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-programme/doc80_de.htm).Erkundige dich auch, ob du Auslands-BAföGbekommen kannst. Dafür sind spezielle Auslands-BAföG-Ämterzuständig.Ein Auslandssemester verzögert häufig dieStudiendauer vor allem, wenn Studienleistungendie an der Gasthochschule erbrachtwurden, zu Hause nicht anerkannt werden.Besser, du informierst dich rechtzeitig im Vorausüber die Bedingungen. Hilfreich sind hier»learning agreements«: Dies sind vertraglicheVereinbarungen zwischen den beiden Hochschulen,die die Anrechnung von Studienleistungensicherstellen sollen.!WeitereInfos dazu unter:www.fzs.de/themen/internationales/anerkennung_studienleistungen/index.html17


Die StudienfinanzierungStudienfinanzierungIn der 19. Sozialerhebung hat das DeutscheStudentenwerk die durchschnittlichen Kosteneiner/eines Studierenden für ausgewählte Lebensbereicheerhoben. 762 Euro betrugen dieAusgaben im Durchschnitt. Nicht dabei: allgemeineBeiträge und Gebühren (Semestergebühren,ggf. inkl. Semesterticket) und Studiengebühren(s.u.). Du solltest darum mitGesamtkosten zwischen 600 bis 800 Euro imMonat rechnen.Lebenshaltungskosten in Euro281 Miete und Mietnebenkosten159 Ernährung51 Kleidung33 Lernmittel (Bücher, Zeitschriften, Kopien)81 Mobilität59 Krankenversicherung/Medikamente35 Kommunikation(Telefon/Internet/Radio/TV)63 Freizeit, Kultur, Sport.18 Die Studienfinanzierung


Die Semestergebühren der Hochschulen unterscheidensich erheblich, insbesonderedann, wenn ein Semesterticket darin enthaltenist. Auch die Ausgaben für Lernmittel variierenje nach Studienfach. Zusätzliche Kostenkönnen für Exkursionen, Kopien oder dieTeilnahme an Kongressen und Seminaren anfallen.Die Miet- und Mietnebenkosten sindabhängig vom Studienort (Stadt-Land undWest-Ost-Gefälle), der Lage und Ausstattungdes Zimmers und natürlich von den eigenenAnsprüchen (eigene Wohnung, Wohngemeinschaftoder Wohnheim). Systematischsparen kannst du beim Wohnen (Wahl desWohnorts / Nutzung eines Wohnheims). Außerdemgibt es für Studierende viele kostengünstigeAngebote (Befreiung von der Rundfunkgebühr/GEZoder von Kontoführungsgebührenbei Banken, Studierendenabonnementsfür Zeitschriften und Zeitungen, spezielleVersicherungen oder Ermäßigungen imKino, Theater, Museum etc.).Bei langfristigen Verträgen lohnt es, sich darüberzu informieren, ob die Angebote tatsächlichgünstiger sind. Hinweise geben zumBeispiel die Verbraucherzentralen.BurschenschaftenAn vielen Hochschulstandorten bietenkonservative, nationalistische und rechtsextremeBurschenschaften oder Verbindungenaußerordentlich günstige Zimmeran. Vorsicht ist geboten, da die Zimmerlediglich als Lockmittel dienen, umneue Mitglieder zu gewinnen.www.dgb-jugend.de/neue_downloads/data/2011_zimmer-frei.pdfStudiengebührenSeit einigen Jahren gibt es in einzelnen Bundesländernwieder Studiengebühren. Diegängige Argumentation für Studiengebührenberuft sich auf ein erwartetes höheres Gehaltvon Hochschulabsolvent/innen. Studiengebührensollen als eine Investition in die eigeneZukunft gesehen werden, die nicht alleinaus Steuergeldern getragen werdendürfe. Polemisch verkürzt heißt es: »Soll dieArbeiterin am Fließband das Studium desArztsohnes finanzieren?« Real stellen Studiengebührenjedoch gerade für Studierendeaus Familien mit geringem Einkommen einefinanzielle Hürde dar und schrecken nachweislichvon der Aufnahme eines Studiumsab. Damit zementieren Studiengebühren dieEinkommensunterschiede: Studiengebührensind unsozial!Tipp: Gute Gründe gegen Studiengebührenkönnen auf der Internetseite des Aktionsbündnissesgegen Studiengebühren nachgelesenwerden (www.abs-bund.de). Dort erfährstdu auch Genaueres über die Höhe derStudiengebühren und über aktuelle Debattenin den einzelnen Bundesländern.Allgemeine Studiengebühren: AllgemeineStudiengebühren (rot) gelten für alle Studierendenab dem 1. Semester, sie betragen ca.500 Euro pro Semester.In Hamburg werden zum Sommersemester2012 zum letzten Mal »nachgelagerte Studiengebühren«erhoben. Diese Studiengebührenvon 375 Euro pro Semester müssen erst19


nach Studienabschluss gezahlt werden. Ausnahme:Wer die Regelstudienzeit überschreitet,muss die dann anfallenden Gebühren sofortentrichten. Ab dem Herbst 2012 sind dieStudiengebühren in Hamburg abgeschafft.Nordrhein-WestfalenRheinland-PfalzBremenHamburgNiedersachsenHessenThüringenSachsen-AnhaltVorpommernBerlinBrandenburgSachsenIm Saarland sind Zweitstudiengebühren nachdem Landesrecht zulässig, werden aber derzeitvon keiner Hochschule erhoben.SaarlandSchleswig-Holstein Mecklenburg-Baden-WürttembergBayernIn Baden-Württemberg wurden die Studiengebührenzum Sommersemester 2012 abgeschafft.In fast allen Bundesländern werden Verwaltungsgebührenoder Rückmeldegebühren, ca.50 Euro pro Semester, mit den Semesterbeiträgeneingefordert. Auch diese Gebührensind faktisch Studiengebühren. Die Semesterbeiträgehingegen sollten keinesfalls mit Studiengebührenverwechselt werden. Von ihnenwerden sinnvolle Projekte finanziert, z.B. dasÖPNV-Studierendenticket, der Hochschulsport,ein Anteil geht an Studentenwerke,und auch die Organe der verfassten Studierendenschaft(wo es sie gibt) finanzieren sichüber diese Beiträge.Langzeitgebühren: Langzeitgebühren (gelb)werden bei Überschreitung der Regelstudienzeit(häufig um vier Semester) erhoben. In derRegel betragen sie ca. 500 Euro. Zum Beginndes Studiums erscheinen Langzeitgebührenwenig bedrohlich. Doch insbesondere Studierende,die ihr Studium ganz oder teilweiseselbst finanzieren, geraten leicht in die »Gebührenfalle«:Sie müssen (noch mehr) arbeiten,um die Gebühren zahlen zu können Befreiungsmöglichkeiten: In den Bundesländernmit Langzeitgebühren gibt es »Härtefallregelungen«,d.h. Möglichkeiten, sichsemesterweise von den Gebühren befreien zulassen. Im Detail unterscheiden sich die Regelungenvon Bundesland zu Bundesland. Inder Regel werden eine akute finanzielle Notlage,die Erziehung eigener Kinder, ehrenamtlichesEngagement in den Gremien der Hochbiszu 500 Euro Studiengebührenkeine StudiengebührenGebühren für Langzeit- oder Zweitstudiumkeine Studiengebühren ab WS 2012/13und studieren dadurch noch länger. EinigeBundesländer haben ein so genanntes Studienkontenmodell.Faktisch erheben auch sieLangzeitgebühren: Ein Studienkonto ist eine»Gutschrift« von beispielsweise 200 Semesterwochenstunden.Pro Semester wird dorteine bestimmte, festgelegte Anzahl an Stunden»abgebucht«. Nach Überschreiten derRegelstudienzeit um ca. vier Semester ist dasGuthaben verbraucht und Studiengebührenwerden fällig.20 Die Studienfinanzierung


schule und chronische Krankheiten und Behinderungenals Befreiungsumstände akzeptiert.Auch in den Bundesländern mit allgemeinenStudiengebühren gibt es Befreiungsmöglichkeiten,die wesentlich stärker von einanderabweichen. In allen Bundesländernkönnen sich Studierende mit Kindern undStudierende mit körperlichen Beeinträchtigungenbefreien lassen. Überall gibt es aucheine Regelung für »besondere Härtefälle«, diejedoch nicht einheitlich definiert ist.FinanzierungsmöglichkeitenEine gesicherte Finanzierung des Studiums isteine entscheidende Grundlage für einen erfolgreichenAbschluss. Die meisten Studierendenkombinieren zwei oder mehrere der folgendenFinanzierungsmöglichkeiten:• Unterhalt von den Eltern• BAföG• Stipendium• Studienkredit• JobDa du bereits einen Beruf erlernt hast, sinddeine Ansprüche auf Elternunterhalt oder dasBAföG stark eingeschränkt. Vergewissere dichdaher sorgfältig im Voraus, welche Ansprüchedu gegenüber Staat und Eltern hast. AusführlicheHinweise zur Studienfinanzierungfindest du auf www.dgb-jugend.de/studium.Dort kannst du auch die Broschüre »Studium.BAföG.Job« herunterladen. Die Broschüreund persönliche Beratung erhältst du auch injedem Hochschulinformationsbüro oder CampusOffice der Gewerkschaften. Online kannstdu dich auf www.dgb- jugend.de/studium beratenlassen.Unterhalt von den ElternDie elterliche Unterhaltspflicht soll eine angemesseneBerufsausbildung gewährleisten.Eine Ausbildung gilt als angemessen, wennsie zu einem berufsqualifizierenden Abschlussführt und deinen Neigungen und Fähigkeitenentspricht. Wenn auf deine abgeschlosseneAusbildung diese Kriterien zutreffen, dannsind deine Eltern nicht mehr unterhaltspflichtig.Es gibt hier allerdings Ausnahmen:• Das Hochschulstudium ist eine Weiterbildung,das heißt, dass ein enger zeitlicherund sachlicher Zusammenhang zwischenAusbildung und Studium bestehen muss.Beide Ausbildungen sollten sich fachlichergänzen, z.B. ein Medizinstudium nacheiner Ausbildung als Krankenpfleger bzw.Krankenschwester. Ein enger zeitlicher Zusammenhangliegt in der Regel vor, wennzwischen Abschluss der Ausbildung undStudienbeginn nicht mehr als zwei Jahreliegen.• Du kannst aus körperlichen oder geistigenGründen nicht mehr im erlernten Beruf arbeiten(z.B. Allergien oder Folgen einesUnfalls).• Die Ausbildung beruhte auf einer deutlichenFehleinschätzung deiner Begabung.• Das Studium war vor Beginn der Ausbildungmit den Eltern verbindlich abgesprochen.i Rechtsinfo§§1601ff. Bürgerliches Gesetzbuch21


Der Umfang der Unterhaltspflicht ist vom Einkommendeiner Eltern abhängig. Allerdingsist zu der genauen Höhe keine generelle Auskunftmöglich, Unterhaltsfragen können nureinzelfallbezogen beantwortet werden. Orientierungbietet die so genannte DüsseldorferTabelle, die Unterhaltsansprüche einkommensbezogenauflistet: www.olg-duesseldorf.nrw.de/07service/07_ddorftab/index.phpWeigern sich deine Eltern trotz Verpflichtung,Unterhalt zu zahlen, kannst du den Unterhalteinklagen zu Lasten des Familienfriedens.Wenn du dir unsicher bist, ob und in welchemUmfang deine Eltern für deinen Unterhaltaufkommen müssen, ist es sinnvoll, eineRechtsauskunft einzuholen. Dabei können dirdie Sozialberater/innen der Studierendenvertretungen(AStA/StuRa) an vielen Hochschulen,die Mitarbeiter/innen des BAföG-Amtesoder die Rechtsberatung deiner Gewerkschaftkostenlos helfen.BAföGBAföG ist die Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz.Das BAföG regeltdie staatliche und finanzielle Unterstützungfür Studierende. Es wurde in den 1970er Jahrenals staatliche Ergänzungsleistung zur gesetzlichenUnterhaltspflicht eingeführt, umKindern aus einkommensschwachen Familienden Zugang zur Hochschule zu erleichtern.Unterhalt und BAföG sind daher aneinandergekoppelt. Wenn du nicht mehr unterhaltsberechtigtbist, dann kommt für dich nur elternunabhängigesBAföG in Frage. Eine betrieblicheAusbildung schließt BAföG-Leistungennicht grundsätzlich aus. Die KombinationenAbitur Ausbildung Studium oder Ausbildung Abitur Studium sind in der Regelförderungswürdig.Grundsätzliches zum BAföGDie BAföG-Förderung wird zur Hälfte als Zuschuss,zur anderen Hälfte als zinsloses Darlehengewährt. Die Höchstgrenze des zurückzuzahlendenBAföG-Betrages liegt bei 10.000Euro. Spätestens fünf Jahre nach Beendigungdeines Studiums beziehungsweise der Förderungshöchstdauermusst du mit der Tilgungbeginnen.Der BAföG-Höchstsatz wurde zuletzt 2010angehoben und beträgt jetzt 670 Euro proMonat. Große Sprünge kann man mit diesemBetrag trotzdem nicht machen im Durchschnittbrauchen Studierende jeden Monathundert bis 150 Euro mehr (vgl. S. 18).Wer als Student/in ausschließlich vom BAföGleben muss, gilt nach EU-Definition als arm,und das ist auch im Alltag spürbar. Viele Studierendearbeiten daher zusätzlich zumBAföG. Einkünfte aus einem Nebenjob solltenallerdings nicht höher als 400 Euro pro Monatsein, ansonsten wird die Förderung gekürzt.Das BAföG muss beim BAföG-Amt beantragtwerden. Bei einem Studium ist hierfür dasBAföG-Amt am Ort deiner Hochschule zumAusführlicheAuskunft erteilt dasHandbuch »BAföG 2010« derBildungsgewerkschaft GEW.22 Die Studienfinanzierung


ständig. Antragsberechtigt sind Deutsche,asylberechtigte Ausländer/innen, Kinder undEhegatt/innen/Lebenspartner/innen von deut -schen Staatsangehörigen sowie EU-Ausländer/innen,die das Freizügigkeitsrecht beanspruchenkönnen. Bei anderen Ausländer/in -nen ist die Antragsberechtigung an unterschiedlicheBedingungen gekoppelt. Solltestdu zu einer dieser Gruppen gehören, lassedich am besten beraten.Wenn du ein Vermögen von mehr als 5.200Euro hast, hat ein BAföG-Antrag erst danneinen Sinn, wenn diese Reserven in nächsterZeit bis zu diesem Betrag aufgebraucht seinwerden. Als Vermögen gelten auch Wertpapiere,zum Beispiel Aktien. Vorsicht, wenndeine Eltern, Tanten, Omas etc. Geld auf deinenNamen angelegt haben dies zählt natürlichebenfalls als dein Vermögen!i§ 11 | 1f. BAföG, Umfang derAusbildungsförderung:Ausbildungsförderung wird für den Lebensunterhaltund die Ausbildung geleistet(Bedarf). Auf den Bedarf sindnach Maßgabe der folgenden VorschriftenEinkommen und Vermögen des Auszubildendensowie Einkommen seinesEhegatten und seiner Eltern in dieserReihenfolge anzurechnen…!Eineungefähre Vorstellungvon deinem Anspruchkannst du mit Hilfe des BAföG-Rechners bekommen:www.bafoeg-rechner.de/rechnerAusführliche Informationen rundum das BAföG bietet auch dasBundesbildungsministerium unterwww.das-neue-bafoeg.de.BAföG wird in der Regel bis zum Ende der Regelstudienzeitgezahlt. Daher musst du in regelmäßigenAbständen (häufig nach vier Semestern)nachweisen, dass du mit deinemStudium zügig vorankommst. Ein Studiengangswechselist in den ersten beiden Semesternnahezu problemlos möglich. Beieinem Wechsel nach dem dritten Semesterverlierst du allerdings in der Regel deinenBAföG-Anspruch. Reagiere also rechtzeitig,wenn dein Studienfach dir nicht zusagt.Für BAföG-Leistungen gibt es eine Altersgrenze.Wenn du bei Studienbeginn älter als30 Jahre (fürs Masterstudium: 35 Jahre) bist,kommen für dich nur elternunabhängigeBAföG-Leistungen in Frage.Elternunabhängige FörderungBeim elternunabhängigen BAföG wird dasEinkommen und Vermögen deiner Elternnicht zur Berechnung der Förderungshöheherangezogen, sondern nur dein eigenes,bzw. bei Verheirateten/Verpartnerten auchdas Einkommen des Partners oder der Partnerin.Der zweite Bildungsweg über einAbendgymnasium oder Kolleg wird grundsätzlichelternunabhängig gefördert. Ein anschließendesHochschulstudium wird allerdingsnur dann elternunabhängig gefördert,wenn eine der weiteren Voraussetzungen vorliegt.Diese sind:23


• Überschreiten der Altersgrenze von 30 Jahrenzu Beginn des Studiums• Längere Zeiten der Erwerbstätigkeit (Ohneberufsqualifizierenden Abschluss müssenmindestens fünf Jahre Erwerbstätigkeitvorliegen. Auf eine mindestens dreijährigebetriebliche Ausbildung müssen drei weitereJahre Berufstätigkeit folgen. Bei kürzererAusbildungszeit müssen insgesamtmindestens sechs Jahre mit Ausbildungund Erwerbstätigkeit erreicht werden.Wichtig ist dabei, dass du genug verdienthaben musst, um für deinen Lebensunterhaltselbst zu sorgen.)Wer sein Abitur auf dem Zweiten Bildungswegerwirbt und die Altersgrenze fürs BAföG(30 Jahre) überschritten hat, bekommt dieFörderung nur dann, wenn er/sie unverzüglichein Studium aufnimmt oder Gründe angebenkann, die eine Verzögerung rechtfertigen.Das sind:• persönliche oder familiäre Gründe, dieeinen früheren Studienbeginn verhinderthaben, wie beispielsweise die Erziehungvon Kindern oder eine Krankheit. Wichtig:Nach Wegfall des Hinderungsgrundesmusst du unverzüglich mit dem Studiumbeginnen!• einschneidende Veränderungen der persönlichenVerhältnisse (z.B. Scheidungoder Tod des Ehegatten), in deren Folge dubedürftig geworden bist und noch keineBAföG-förderungsfähige Ausbildung abgeschlossenhast. Auch hier muss das Studiumunverzüglich begonnen werden.Wenn du die Berechtigung zum Hochschulstudiumüber die berufliche Qualifikation erworbenund die Altersgrenzeüberschritten hast (siehe Abschnitt»Studieren ohne Abitur«,Seite 4), kannst du ebenfallselternunabhängig gefördertwerden.Scheue dich nicht, dich vor der Antragstellungberaten zulassen. Bei der Sozialberatungder verfassten Studierendenschaft oder beiden Hochschulinformationsbüros oder CampusOffices der Gewerkschaften erhältst dueine qualifizierte Beratung. Einen BAföG-Antragsolltest du aber in jedem Fall stellen, daein Ablehnungsbescheid später bei anderenÄmtern hilfreich sein kann, z.B., wenn duWohngeld beantragen willst.WohngeldDas Wohngeld ist ein einkommensabhängigerstaatlicher Zuschuss zu deinen Mietkosten,den du beim kommunalen Wohngeldamtbeantragen musst. Wohngeldberechtigt sindnur Studierende, die nicht mehr »dem Grundenach« BAföG-berechtigt sind, d.h. all diejenigen,die zu alt sind (und kein elternunabhängigesBAföG bekommen) oder die Förderungshöchstdauerüberschritten haben oderauf Grund eines Fachwechsels nicht förderungswürdigsind.Ausnahme: Wenn du grundsätzlich BAföGberechtigtbist, kannst du ergänzend Wohngelderhalten, falls du in einem so genanntenMischhaushalt wohnst, d.h. einem Haushalt,in dem wohngeldberechtigte Familienmitgliederwohnen.24 Die Studienfinanzierung


StipendienDas Stipendium hat den Ruf, nur für »Streber«oder Leute mit Verbindungen interessant zusein. Das stimmt nicht. Zwar werden nur zweiProzent aller Studierenden so gefördert, dochwarum solltest du nicht dazugehören?sind. Wenn du ehrenamtlich aktiv bist,lohnt sich ein kleiner Check, ob es einStudienförderungswerk gibt, dasauf deiner politischen Linie liegt.Besonders begabte Studierendewerden von derStudienstiftung desDeutschen Volkesunterstützt.Es gibt verschiedeneStudienförderungswerke:Stiftungenvon Parteien und Kirchen, von Staat,Wirtschaft und Gewerkschaft.Sie fördern Studierende,die besondersgute Studienleistungenvorweisen könnenoder politisch odersozial engagiertDie Stiftung »Begabtenförderungswerk beruflicheBildung« fördert in ihrem Programm»Aufstiegsstipendium« das Studium von Menschen,die bereits berufstätig waren und inAusbildung und Beruf besondere Begabungbewiesen haben.! www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium.html25


!EineÜbersicht über die wichtigstenStudienstiftungen findestdu bei der Stiftung Warentest:www.finanztest.de/stipendienFür die eigene Recherche nach Stiftungenbieten sich auch die Stiftungsdatenbankdes Bundesverbands deutscherStiftungen und der Stipendienlotse derBundesregierung an:www.stiftungsindex.dewww.stipendienlotse.deHinzu kommt eine Vielzahl kleinerer und privaterStiftungen. Einige Stiftungen habensehr spezielle Förderungsprofile, vielleicht findestdu dich in einem davon genau wieder.Die Bewerbungsverfahren der Förderwerkesind recht unterschiedlich, bei einigen musstdu sogar vorgeschlagen werden. Das Stipendiumwird in vielen Fällen elternabhängig gezahlt,ähnlich wie beim BAföG, doch es mussnicht zurückgezahlt werden. Neben der materiellengibt es bei jedem Stipendium aucheine ideelle Förderung: Studierendengruppen,die sich gegenseitig unterstützen; einzielgruppengerechtes Bildungsprogramm;Tipps und Kontakte für den Berufseinstieg.Die Stiftung fördert das Studium in allen Studienfächernab dem ersten Semester an:• staatlichen bzw. staatlich anerkanntenUniversitäten, Gesamthochschulen, TechnischenHochschulen und PädagogischenHochschulen• dem Department Wirtschaft und Politik(DWP) der Universität Hamburg• Fachhochschulen• Instituten zur Erlangung der Hochschulreifesowie Abendgymnasien (ZBW).Die Höhe des Grundstipendiums orientiertsich am BAföG-Satz. Zusätzlich gibt es nochein »Büchergeld« von 150 Euro im Monat.Darüber hinaus werden Auslandsaufenthalteund Sprachkurse unterstützt. Die ideelle Förderungbesteht aus einem studienbegleitendenProgramm mit jährlich rund 100 Seminaren,Workshops und Tagungen. Bei vielen Se-Hans-Böckler-StiftungDer Hans-Böckler-Stiftung der Gewerkschaften(HBS) ist es ein Anliegen, insbesondereAbsolvent/innen des Zweiten Bildungswegsund Menschen, die bereits eine betrieblicheAusbildung abgeschlossen haben, zu fördern.Sie fördert Studierende, die gewerkschaftlichoder mit gewerkschaftsnahen Positionen politischengagiert sind; eine Gewerkschaftsmitgliedschaftwird nicht vorausgesetzt.26 Die Studienfinanzierung


minaren sind die Stipendiat/innen in die Entwicklung,Vorbereitung und Durchführungeinbezogen. Die HBS möchte mit diesen Seminarenanregen, sich über den Rand desFachstudiums hinaus aktiv an wissenschaftlichenund gesellschaftspolitischen Diskussionenzu beteiligen. Die eigene Entwicklungund die eigenen Ziele sollen reflektiert werden,um sich auf eine qualifizierte und vonsozialer Verantwortung geprägte künftige Berufstätigkeitvorzubereiten.! www.boeckler.de/4360.htmProgramm »Deutschlandstipendium«Seit 2011 gibt es auch noch das Deutschlandstipendien-Programmdes Bundes. Im Rahmendieses Programms vergeben die HochschulenStipendien in Höhe von 300 Euro monatlich,die zur Hälfte von privaten Geldgeber/innenfinanziert werden sollen wennsich genügend finden. Bei der Auswahl derStipen diat/in nen sollen Studienleistungen,gesellschaftliches Engagement und persönlicherWerdegang berücksichtigt werden. EinErfolg ist das neue Stipendium bisher nicht.2011 wurde mangels privater Gegenfinanzierungnur die Hälfte der bereitgestellten Bundesmittelabgerufen.StudienkrediteImmer wieder fallen Studierende durch dasRaster vom BAföG und Unterhaltsrecht; insbesonderemit abgeschlossener Berufsausbildungist dies leicht der Fall. Studienkrediteschließen daher eine Lücke, wälzen jedochdas Risiko vollständig auf die Einzelne/denEinzelnen ab. Es wird ähnlich betrachtet wieStudiengebühren: als »Investition in deinHumankapital«. Solche Kredite, die die Finanzierungdes Studiums absichern helfen sollen,werden heute von Privatbanken und von derbundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau(KfW) angeboten.Vor allem die Kredite der Privatbanken bergenfast immer ein Risiko: Meist wird spätestenszwei Jahre nach Studienende die ersteRückzahlungsrate fällig. Wer dann nichtgenug verdient, kann sogar in die Privatinsolvenzrutschen.Bei den Krediten der KfW übernimmt derBund gegenüber dem Kreditgeber eine Ausfallbürgschaft,daher spielen dein Einkommenund das Einkommen deiner Eltern beider Vergabe keine Rolle. Der Kredit umfasstbis zu 24 Monatsraten à 300 Euro zu relativgünstigen Konditionen und kann auch zusätzlichzum BAföG in Anspruch genommenwerden.!»StudisOnline« bietet eine stetsaktuelle Übersicht über Studienkredite:www.studienkredite.orgEine kompetente und unabhängige Beratungzu den Tücken bei Privatkreditengibt es bei der Verbraucherzentrale:www.verbraucherzentrale.de27


Bevor du überlegst, einen Kredit aufzunehmen,prüfe, ob es keine andere Möglichkeitgibt, die anfallenden Kosten zu tragen. In vielenFällen ist es günstiger, Ersparnisse aufzubrauchen,deine Familie anzupumpen (fallsdir das unangenehm ist, überlege dir, einenrechtlich verbindlichen Darlehensvertrag auszuhandeln)oder neben dem Studium zu jobben,als sich zu verschulden. Schließlichträgst du das Risiko allein: Wenn dein Studiumbeendet ist, bekommst du vielleichtnicht den erhofften gut bezahlten Job dannkann sich eine leichtfertige Kreditaufnahmerächen.Kommst du um einen Kredit nicht herum,suche auf jeden Fall eine Beratung bei deinerStudierendenvertretung oder beim Studentenwerkauf. Beachte aber bitte, dass vieleStudentenwerke an den KfW-Krediten beteiligtsind und natürlich ein finanzielles Interessehaben, dass du ihr eigenes Angebotwahrnimmst!JobWenn alle anderen Wege der Studienfinanzierungverbaut sind, ist der Nebenjob dieeinzige Alternative. Hier bietet es sich an, beideinen bisherigen Arbeitgebern nach einemNebenjob zu fragen, schließlich bist du für dieArbeit qualifiziert und kennst dich im Betriebgut aus. Das sollte sich dann auch in derLohnhöhe niederschlagen.Geld fürs Studieren gibt es in dualen Studiengängenoder an der Berufsakademie.Du schließt dabei einen Vertrag miteinem Unternehmen, absolvierst regelmäßigPraxisphasen im Betrieb und bekommstdafür jeden Monat Geld. Mehrdarüber oben (siehe S. 8).Ein studentischer Nebenjob wird bei der Sozialversicherungoftmals anders beurteilt alsdie bisherige Beschäftigung. Üblich sind Minijobs(Monatsverdienst bis 400 Euro), kurzfristigeBeschäftigungen oder ein studentischesBeschäftigungsverhältnis. Welches Beschäftigungsverhältnisdu mit deinem/deiner(neuen oder alten) Arbeitgeber/in eingehst,hängt dabei von den Vorstellungen der Beteiligtenab. Sie unterscheiden sich in ersterLinie in der Art der Besteuerung und im Umgangmit den Sozialabgaben. Arbeitsrechtlichändert sich in einem studentischen Beschäftigungsverhältnisnichts Grundsätzliches. Duhast ein Recht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall,Urlaub, Schutz vor Kündigung. AuchTarifverträge gelten für studentische Beschäftigungsverhältnisse.Wenn du gebeten wirst, Rechnungen zuschreiben, handelt es sich um eine selbständigeoder freiberufliche Tätigkeit und nichtum eine abhängige Beschäftigung. Dasselbegilt, wenn du für jede Leistung (Unterrichtsstunde,Text etc.) ein vertraglich vereinbartesHonorar erhältst. Von Vorteil ist dabei meist,dass du den Ort und die Zeit, in der du dieArbeit verrichten willst, selbst bestimmenkannst. (Ist das nicht der Fall, solltest duüberprüfen, ob es sich um Scheinselbständigkeithandelt und ggf. um einen Arbeitsvertragbitten.) Dort liegen aber auch die Nachteile:28 Die Studienfinanzierung


Um Steuern und Sozialversicherungen musstdu dich vollständig selbst kümmern. Ein/eSelbständige/r erhält keine Lohnfortzahlungim Krankheitsfall und Urlaub bedeutet Verdienstausfall.Ein gut bezahlter Nebenjob ist im Falle einesselbstfinanzierten Studiums außerordentlichhilfreich, denn neben den Seminaren viel arbeitenzu müssen, ist sehr anstrengend undmitverantwortlich für die vielen so genanntenLangzeitstudierenden. Mit der Einführungvon Bachelor-Studiengängen werden zudemdie Freiräume, die einen Nebenjob ermöglichen,deutlich geringer. Überlege dir dahergut, wie viel du neben deinem Studium arbeitenkannst. Eigne dir Methoden privaterArbeitsorganisation und Eigenkontrolle an(z.B. in Gewerkschaftsseminaren), die dir helfen,die Doppelbelastung zu bewältigen.Suche dir Unterstützung bei Kommiliton/innen, die ebenfalls jobben müssen; ihr könntMitschriften und Unterlagen austauschenund gemeinsam lernen. Auch studierendeMütter und Väter kommen dafür in Frage.Und, wenn möglich, wähle deine Seminareso, dass neben unliebsamen Pflichtveranstaltungenauch der Spaß am Studium nicht zukurz kommt.29


30 Zeitaufwand


ZeitaufwandStudieren mit KindWenn du Kinder hast oder überlegst, eine Familiezu gründen, hast du vielleicht Bedenken,ein Studium zu beginnen. Kinder zu erziehenund gleichzeitig ein Studium durchzuziehen,ist tatsächlich eine Herausforderung.Mit einer vorausschauenden Organisationdes Studienalltags und -verlaufs gelingt es jedochden meisten Studierenden mit Kindern,ihre Hochschulausbildung erfolgreich abzuschließen.StudienplanungVorlesungen und Seminare liegen auch außerhalbder Öffnungszeiten von Kindergärten.Um Studium und Familie gut in Einklangbringen zu können, hilft es enorm, die Kinderin der Vorlesungszeit gut betreut zu wissen.Erkundige dich bei der Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragtender Hochschule nachBetreuungsmöglichkeiten an der Hochschule,denn diese sind gut an die Bedürfnisse vonStudierenden angepasst. Praktika und die Erarbeitungvon Leistungsnachweisen erfordernzusätzlichen Einsatz an den Wochenendenoder Abendstunden. Eine gute Absprache mitdem Partner/der Partnerin und/ oder die Hilfevon Freund/innen und Eltern sind darum dringenderforderlich.Tipp: Scheue dich nicht, Lehrenden Schwierigkeiten(z.B. wenn dein Kind krank ist) mitzuteilen;evtl. können sie dir längere Fristenbei Abgabeterminen einräumen.UrlaubssemesterUrlaubsemester werden nicht auf die Fachsemesterzahlund die BAföG-Förderungshöchstdauerangerechnet. Oft können zwei Urlaubsemesterohne Begründung genommen werden;zur Betreuung des eigenen Kindes werdenweitere gewährt. Erkundige dich beimPrüfungsamt, wann deine Hochschule Urlaubssemestergewährt und welche Prüfungendu im Urlaubssemester ablegen darfst.Bei längeren Unterbrechungen solltest duauch nachfragen, ob Prüfungs- oder Studienordnungenauslaufen.Sobald du dein Studium länger als drei Monateunterbrechen musst, verlierst du deinenBAföG-Anspruch, bis du das Studium wiederaufnimmst. Informiere sofort das BAföG-Amt,wenn eine längere Pause absehbar ist, an-!Einzelheitenzu den Regelungendes BAföGs für Studierendemit Kindern hat das StudentenwerkOldenburg (www.studentenwerkoldenburg.de/finanzierung/bafoeg/studierende-mit-kindern.html)zusammengetragen.31


sonsten können BAföG-Leistungen zurückgefordertwerden. Während eines Urlaubssemestershaben Studierende einen vollen Anspruchauf Arbeitslosengeld II.Wenn du während des Grundstudiumsschwanger wirst, kannst du den Leistungsnachweisüber dein Grundstudium für dasBAföG ein Semester später erbringen. StudierendeEltern können auch über die Regelstudienzeithinaus Förderung erhalten. Sie wirdals Vollzuschuss bezahlt, muss also nicht zurückgezahltwerden. Du musst hierfür vor Ablaufder Förderungshöchstdauer einen Antragstellen, aber Achtung: Es darf auf keinen Fallder Eindruck entstehen, du hättest währendeines der geförderten Semester weniger alsdrei Monate wirklich studiert.Finanzielle HilfenFür Eltern mit geringem Einkommen gibt esneben dem Kindergeld (das erhältst dugrundsätzlich) weitere gesetzlich festgeschriebeneLeistungen. Welche dir davon zustehen,ist ohne eingehende Betrachtung deinerpersönlichen Situation nicht zu beantworten.Suche daher auf jeden Fall eine Beratungauf. Die Sozialberatungen der verfassten Studierendenschaft,örtliche Sozialberatungsstellenund die HiBs und Campus Offices der Gewerkschaftensind hierfür geeignete Anlaufstellen.Dort kann man dir auch bei der Antragstellunghelfen die richtige Formulierungkann nämlich entscheidend sein.Kindergeld/Kinderzuschlag: Als Mutter oderVater erhältst du zurzeit monatlich mindestens184 Euro Kindergeld pro Kind. Anträgegibt es bei der Kindergeldstelle des Arbeitsamtes.Eltern mit geringem Einkommen könneneinen monatlichen Zuschlag zum Kindergelderhalten.iRechtsinfo:Kinderbetreuungszuschlag: BAföG-geförderteStudierende mit Kindern (bis zehnJahre) erhalten auf Antrag einen monatlichenZuschuss. Für das erste Kind werden 113Euro, für jedes weitere 85 Euro zusätzlich gezahlt.Der Kinderbetreuungszuschlag wird proKind nur einmal gezahlt, auch wenn beide ElternteileBAföG-Empfänger sind. Dieser Zuschussmuss nicht zurückgezahlt werden.Elterngeld: Für Kinder, die ab 1. Januar 2007geboren werden, erhält ein Elternteil Elterngeld,wenn es einen großen Teil seiner Zeitfür die Betreuung eines Kindes aufwendet. Eskann für die ersten zwölf Monate nach derGeburt in Anspruch genommen werden. Alleinerziehendeund Paare, bei denen sichbeide Elternteile Zeit für die Betreuung nehmen,haben zwischen zwölf und 14 MonatenAnspruch. Die Höhe des Elterngeldes richtetsich nach dem Einkommen des betreuendenElternteiles und beträgt mindestens 300 Euroim Monat. Elterngeld kann gleich nach derGeburt oder bis zu drei Monate rückwirkendbeim Jugendamt beantragt werden.!Ausführliche§6a BundeskindergeldgesetzInformationen über dasElterngeld findest du in der GEW-Broschüre »Neues Elterngeld« (www.dgbjugend.de/mediabig/6145A.pdf).32 Zeitaufwand


Mehrbedarfszuschläge des ALG II: StudierendenEltern können die »Mehrbedarfe beimLebensunterhalt« zustehen. Auch pauschalfestgelegte Sonderleistungen, wie die Beihilfezur Schwangerschaftsbekleidung und einerBaby-Erstausstattung, können beantragt werden.i RechtsinfoZu den Mehrbedarfszuschlägen:§21 Abs. 2f. SGB II, und §23 Abs. 3 SGB IISozialgeld/Wohngeld: Auch dein Kind hatAnspruch auf Sozialleistungen. Studierendekönnen für ihr Kind bis zum Alter von 15 JahrenSozialgeld beantragen. Unabhängig vondeinem eigenen Anspruch (siehe Seite 24)kann für das Kind auch ein Wohngeldanspruchbestehen.i Rechtsinfo§ 28 SGB IIBetreuungskostenzuschuss: Das Jugendamtzahlt bei geringem Einkommen einen Zuschusszu den Kosten für die Kindertagesstätteoder für den Kindergarten.Bundesstiftung Mutter und Kind: Wenn diegesetzlichen Leistungen sich als nicht ausreichenderweisen, kann die BundesstiftungMutter und Kind ergänzende Hilfen bereitstellen auf diese Mittel besteht allerdingskein Rechtsanspruch.Schutzrechte im NebenjobDas Mutterschutzgesetz gilt auch für Teilzeitundgeringfügig Beschäftigte. Die Mutterschutzfristenregeln, dass eine Schwangeresechs Wochen vor der Geburt und acht Wochendanach nicht zu arbeiten braucht. BestimmteTätigkeiten dürfen auch schon frühernicht ausgeübt werden. Als Ausgleich für dasArbeitsentgelt erhältst du von deiner Krankenkassewährend dessen Mutterschaftsgeld.Voraussetzung ist jedoch, dass du selbst krankenversichertbist. Das Mutterschaftsgeld isteinkommensabhängig und kann bis zu 13Euro pro Tag betragen. Während der Schwangerschaftund innerhalb der ersten vier Monatenach der Geburt besteht Kündigungsschutz.Die Voraussetzung ist natürlich, dassder/die Arbeitgeber/in Kenntnis von derSchwangerschaft erhält. Wenn dein Kindnicht älter als zwölf Jahre ist und krank wird,kannst du zur Pflege des Kindes zu Hausebleiben. In der Regel gilt dies für zehn Tageim Jahr, Alleinerziehende haben einen Tage-Anspruch in doppelter Höhe.!AusführlichereInformationenerhältst du unter www.dgbjugend.de/studium/dein_geld/studieren_mit_kind33


Gewerkschaften an der HochschuleAngebote der DGB-GewerkschaftenDer DGB und seine Mitgliedsgewerkschaftenorganisieren Studierende und machen eineVielzahl von Beratungs-, Bildungs- und Informationsangeboten.Die DGB-Gewerkschafteneröffnen dir viele Möglichkeiten, Studierendeninteresseninnerhalb und außerhalb derGewerkschaften zu vertreten. Der Mitgliedsbeitragist reduziert und beinhaltet viele gewerkschaftlicheExtras. Informiere dich beideiner Gewerkschaft!Campus Offices und HiBs beraten an mehr als50 Hochschulstandorten erwerbstätige Studierendeund informieren Hochschulabsolvent/innen an der Schnittstelle zwischen Studiumund Beruf. Unsere Karte zeigt dir, in welchenStädten ein solches Beratungsbüro nahe derHochschule besteht. Genauere Infos findest duunter www.dgb-jugend.de/studium/hib.Aber auch außerhalb dieser Büros sind dieGewerkschaften an den Hochschulen aktiv:Die gewerkschaftlichen Kooperationsstellentragen Themen der Arbeitswelt in die Wissenschaftund organisieren den Dialog zwischenHochschulen und Gewerkschaften.Die Hans-Böckler-Stiftung (HBS) fördert Studierendeund unterstützt Forschungsvorhabenan Hochschulen.Gewerkschaftliche Studierendengruppen unddie Stipendiat/innengruppen der HBS ermöglichendir gewerkschaftspolitisches Engagementauch an den Hochschulen; BetriebsundPersonalräte an Forschungseinrichtungenund Hochschulen vertreten die Interessender dort Beschäftigten.Unser Leitbild ist eine demokratische und sozialeHochschule. Wir setzen uns deshalb fürdie soziale Öffnung der Hochschulen undgegen Studiengebühren, für mehr Durchlässigkeitfür beruflich Qualifizierte, eine Studienreformzur Verbesserung der Qualität vonLehre und Studium, neue Formen der Partizipationaller am Wissenschaftsprozess Beteiligten,eine sozial gerechte Studienfinanzierungund die Eigenständigkeit und gesellschaftlicheVerantwortungvon Forschungund Lehre in Bundund Ländern ein.! www.gutachternetzwerk.dewww.boeckler.dewww.kooperationsstellen.de34 Gewerkschaften an der Hochschule


PaderbornTrierSaarbrückenLandau! www.dgb-jugend.de/studium/hib35


IG Metall für StudierendeDiana KieseckerTel.: 069 / 66 93 23 08diana.kiesecker@igmetall.dewww.hochschulinformationsbuero.deImpressumHerausgeber:Deutscher GewerkschaftsbundBundesvorstand AbteilungJugend und JugendpolitikHenriette-Herz-Platz 210178 BerlinVerantwortlich: Ingrid SehrbrockRedaktion: Stefanie Geyer, Sabrina Klaus-Schelletter,Andreas SchackertText: Inge Kleemann, Daniele FrijiaGestaltung: Heiko von Schrenk / schrenkwerk.deDruck: PrintNetwork pN GmbHErscheinungsdatum: Februar 2012, 3. AuflageGefördert aus Mitteln des BMFSFJFotonachweis:photocase.com: Seite 1 + 7 (jameek), Seite 2 + 29 (luxuz::.), Seite 4 (giftgruen),Seite 5 (froodmat), Seite 6 (table), Seite 8 (NickDaVinci), Seite 9 (Peiler),Seite 10/11 (careaux mit o.), Seite 13, 31 + 34 (.marqs), Seite 14 (kallejipp),Seite 17 (Karla2101), Seite 24/25 (testfight), Seite 26 (zettberlin), Seite 30 (mathias the dread)

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