Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

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Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen

Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und KulturKunst im Stadtraum und am BauDenkmalfür die im Nationalsozialismusverfolgten Homosexuelleneingeladener Kunstwettbewerbim Auftrag derBundesrepublik Deutschlandvertreten durchDen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und MedienProtokoll der Preisgerichtssitzungam 24. und 25. Januar 2006Bericht der Vorprüfung


1Kunstwettbewerb Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten HomosexuellenErgebnisprotokoll der Sitzung des Preisgerichtsam 24. und 25. Januar 2006 imPlenarsaal der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 BerlinAnwesende siehe Listen im Anhang (Anlage 1)TOP 1Begrüßung durch den AusloberAm 24. Januar 2006 um 11.15 Uhr eröffnet Wolfgang Abramowski die Sitzung und begrüßt dieAnwesenden im Namen des Auslobers.TOP 2Konstituierung des PreisgerichtsDie Vollzähligkeit und somit Beschlussfähigkeit des Preisgerichts wird festgestellt.Das elfköpfige Preisgericht konstituiert sich in folgender Zusammensetzung:Dr. Eugen BlumeThomas EllerGünther DworekJudith HopfProf. Jörn MerkertProf. Norbert RadermacherNicolaus SchafhausenDr. Eva SchmidtDr. Bernhart SchwenkDr. Hans StimmannDr. Christoph Martin VogtherrWahl des PreisgerichtsvorsitzendenProf. Norbert Radermacher wird einstimmig bei einer Enthaltung zum Vorsitzenden des Preisgerichtsgewählt.Wahl der/des ständig anwesenden stellvertretenden Preisrichter/s/inDr. Stefanie Kreuzer wird einstimmig zur ständig anwesenden stellvertretenden Preisrichterin gewählt.Der Vorsitzende übernimmt die Leitung der Sitzung.Die Mitglieder des Preisgerichts versichern, dass sie keinen Meinungsaustausch mitWettbewerbsteilnehmern über die Aufgabe und deren Lösung geführt haben.TOP 3Bericht der VorprüfungDie Vorprüferin Dorothea Strube trägt den Bericht der Vorprüfung vor (siehe Anlage 2).Das Preisgericht stimmt einstimmig für die Kenntnisnahme der nachgereichten Entwurfsteile, da diesekeine inhaltlichen Änderungen an den fristgerecht eingegangenen Entwürfen beinhalten.Alle 17 eingereichten Arbeiten werden einstimmig zum Verfahren zugelassen.Die Vorprüfer Dorothea Strube und Ralf Sroka erläutern ausführlich die Entwürfe 1001 bis 1017 undbeantworten erste Verständnisfragen.


2(Mittagspause 13:30 Uhr bis 14.00 Uhr)TOP 4WertungsrundgängeDas Preisgericht würdigt die Bandbreite ästhetischer Setzungen. Es wird festgestellt, dass ganz unterschiedlichelandschaftsgestalterische Bezüge entwickelt wurden. Herkömmliche Ansätze derMemorialkunst – insbesondere der Einsatz von Namen der Opfer – finden kaum Anwendung.Vor dem ersten Wertungsrundgang wird betont, dass die Entwürfe grundsätzlich im Kontext derUmgebung beurteilt werden müssen.Erster WertungsrundgangEs folgt ein Meinungsaustausch (pro und kontra) für jede einzelne Arbeit in Verbindung mit demersten Wertungsrundgang. Das Preisgericht beschließt einstimmig, dass für den Verbleib imVerfahren eine festgestellte Ja-Stimme ausreichend ist.Die Ergebnisse der Diskussion sind im Folgenden zusammengefasst.1001: „Ein warmer See“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Von Teilen des Preisgerichts wird festgestellt, dass der Entwurf eine spezifische Zone schafft, die sichdurch ihre Vegetation als auffälliger Fremdkörper vom Umfeld abheben kann. Interessant erscheinedie sich über der Wasserfläche ergebende Nebelwirkung.Das Preisgericht wertet die Arbeit jedoch als eine thematisch zu unspezifische und architektonischrelativ willkürliche Setzung. Die thematische Verbindung von Architektur (rosa Winkel) und exotischerVegetation sei nicht überzeugend. Zudem erscheine die Anlage in ihrer Dimension eher als kleinflächigesBassin. Das Preisgericht befürchtet, dass die Biozone nur mit aufwendiger Pflege vor Verunreinigungzu schützen und im Ganzjahresbetrieb nur mit Hilfe einer Überdachung zu erhalten ist.1002: „Ort des lebendigen Zweifels“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Das ovalförmige Arrangement aus zehn grob behauenen Granitblöcken als Sitzelemente und Textträgerwird von den Jurymitgliedern als irritierende und provozierende Setzung gewürdigt.Von einzelnen Preisrichtern wird die absichtsvolle Kargheit der Anlage und die selbstreferenzielleHaltung der Verfasser/inen jedoch als unangemessen kritisiert.1003: (o.T.) / 1 Ja-StimmePositiv wird bewertet, dass der Entwurf einen gartenarchitektonischen Bezug sowohl zum historischenOrt der Verfolgung als auch zur Cruising-Area herstellt.Die skulpturale Wirkung der Anlage trete nicht in Konkurrenz zum Denkmal für die ermordeten JudenEuropas.Teilen des Preisgerichts erscheint die direkte Zuschreibung fiktiver Texte zu historisch belegtenNamen problematisch.1004: „Tag und Nacht“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Das Preisgericht stellt fest, dass dies der einzig figürliche Entwurfsansatz unter den eingereichtenBeiträgen ist.Kontrovers werden die Monumentalität und Materialität des Entwurfs beurteilt.Teilen des Preisgerichts erscheint die Arbeit als zu banal und in der tatsächlichen Wirkung als nichteindeutig zu beurteilen.1005: „Denk mal homosexuell...“ / 1 Ja-StimmeDas Preisgericht würdigt den konzeptuellen Ansatz als herausragend. Auch die Verwendung derSchriftart „Futura“ wird positiv gewertet.Teilen des Preisgerichts erscheint die Gestaltung der Freifläche durch das Ensemble aus Sitz undLiegebänken in Verbindung mit dem monumentalen Schriftzug als nicht überzeugend.1006: „Cui Bono?“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Das Environment aus gläsernem Pavillon, Informationsstelen und geschwungenen, unbegehbarenWegen bietet nach Meinung des Preisgerichts eine große Fülle von Eindrücken für die Betrachter,wirke in seiner Fragilität allerdings zu überladen.Das Lichtkonzept wird von Teilen des Preisgerichts als nicht überzeugend bewertet.


31007: „Der Liebe, die ihren Namen nicht zu nennen wagte“ / 1 Ja-StimmeDas Preisgericht beurteilt die Brücke als ansprechendes Zeichen, das auf unterschiedlichen Ebenenmit den Phantasien der Betrachter spielt. Positiv wird auch die Position und Ausrichtung im Geländegesehen.Teile des Preisgerichts empfinden das Objekt in seiner Wirkung als zu harmonisch.1008: (o.T.) / 1 Ja-StimmeNach Meinung von Teilen des Preisgerichts wirkt der Entwurf in seiner Abstraktheit und Brutalität aufpositive Weise irritierend. Dem Betrachter erkläre er sich erst durch die Inschrift am Bodenbereich.Die weiße Skulptur erscheine klinisch und provoziere eine Verletzung der Oberfläche.1009: „Der steinerne See“ / 1 Ja-StimmeDas Preisgericht wertet den Entwurf als originellen Ansatz. Es entstehen poetische Bilder, die vielschichtigeAssoziationen ermöglichen.Einzelnen Jurymitgliedern erscheinen die biographischen Bezüge und die Verinnerlichung vonKleinbürgerlichkeit im Konzept eher problematisch.1010: (o.T.) / 1 Ja-StimmeFestgestellt wird, dass die Anlage in ihrem Durchmesser dem geplanten Denkmal für die ermordetenSinti und Roma entspricht. Positiv werden der minimalistische Ansatz und das beeindruckende Raumerlebniswährend Dämmerung und Dunkelheit bewertet.Tagsüber fehle dem Ort allerdings eine aussagekräftige Wirkung.Der Gedenkort als bodenloser, lichterfüllter Abgrund erscheint Teilen des Preisgerichts alsproblematischer Ansatz.1011: (o.T.) / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Das Preisgericht wertet die Schrift als Fortsetzung des Weges im Innern des Glaskörpers als offenkundigenBezug zur Thematik.Interessant erscheinen Teilen des Preisgerichts die möglichen Spiegeleffekte des Körpers, wobeijedoch das Motiv der Spiegelung und die Bildsprache der Architektur der Aufgabenstellung nichtgerecht werden.1012: „365 Stühle und eine leere Mitte“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Positiv wertet das Preisgericht die Schaffung eines attraktiven Gedenkorts, der zugleich Potentialevon Geselligkeit einschließt. Hingewiesen wird auf formale Anknüpfungspunkte zum Denkmal für dieermordeten Juden Europas.Teile des Preisgerichts vermissen die Möglichkeit, die Ausrichtung der Stühle zu variieren.1013: (o.T.) / 1 Ja-StimmeDas Preisgericht stellt fest, dass in Ausführung und Lage des Baukörpers ein klarer Bezug zum Stelenfelddes Denkmals der ermordeten Juden Europas besteht.Das Objekt werde durch die Filmprojektion für den Betrachter überraschend neu besetzt undprovoziere damit eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Thema.Von entscheidender Bedeutung für die Wirkung des Entwurfs sei die Umsetzung des Videos.1014: „Vis-á-Vis“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Positiv wird der interaktive Ansatz des Entwurfs gewertet.Teilen des Preisgerichts erscheint das Konzept zu konstruiert und didaktisch. Der Entwurf sei eingroßer baulicher Eingriff in den Park.1015: „warm“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Das Preisgericht würdigt den vielschichtigen und kommunikativen Entwurfsansatz. Das geplante Bauwerksei insbesondere als Treffpunkt und Aufenthaltsort zu nutzen.Es wird jedoch von einzelnen Preisrichtern bezweifelt, dass die hier vorgeschlagene Nutzung sichtatsächlich einstellen werde.Manche Preisrichter empfinden das Konzept insgesamt als unangemessen.1016: „The Road Less Traveled“ / 1 Ja-StimmeDie Gestaltung des Gedenkorts wird als formal gelungen gelobt. Nachts ergebe sich eine faszinierendeWirkung.Jedoch könne der Verlauf des Weges nur aus der Vogelperspektive wahrgenommen werden.


4Teile des Preisgerichts schätzen die Verwendung des Motivs Irrgarten/Heckenlabyrinth als zu beliebigein.1017: „Die Teekanne“ / 1 Ja-StimmeDer Entwurf produziere ein eindrückliches, im Gedächtnis bleibendes Motiv.Teilen des Preisgerichts erscheint die Skulptur jedoch als banal, ohne zeitliche Verortung. Kritisiertwird die mangelnde Präzisierung der Entwurfsidee. Einzelne Mitglieder des Preisgerichts empfindenden Entwurf als Verhöhnung des Themas.Nach dem ersten Wertungsrundgang verbleiben folgende neun Arbeiten im Verfahren:100310051007100810091010101310161017Zweiter WertungsrundgangIm anschließenden zweiten Wertungsrundgang werden die verbliebenden Arbeiten in umgekehrterReihenfolge diskutiert. Das Preisgericht beschließt einstimmig, dass für den Verbleib im Verfahrenmindestens 5 Ja-Stimmen nötig sind.Die Ergebnisse der Diskussion sind im Folgenden zusammengefasst.1017: „Die Teekanne“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Von Teilen des Preisgerichts wird der Entwurf weiterhin als interessante und mutige Setzung verstanden.Positiv erscheine die surreale Wirkung, die sich nicht in vorhandene Denkmalsarchitektur einreihenlässt.Kontrovers diskutiert wird die beabsichtigte Assoziation der Architektur zu Wachtürmen und damit diethematische Verknüpfung mit dem Leid der Opfer in den Konzentrationslagern.Die Übernahme typisch schwul besetzter Begriffe in einem Gestaltungskonzept für ein Denkmal wirdkritisiert.Großen Teilen des Preisgerichts erscheint der Entwurf in der Wirkung zu clownesk.1016: „The Road Less Traveled“ / 0 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Die geschlungene Wegeführung als Ansatz zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema wird positivgewertet. Voraussetzung für die Wirkung der Gesamtanlage sei allerdings eine aufwendige Pflege, dierelativ hohe Folgekosten verursacht.Erneut wird bemängelt, dass die Wegeführung in ihrer Ästhetik nur aus der Vogelperspektivewahrzunehmen ist.1013: (o.T.) / 9 Ja-StimmenDer komplexe Umgang mit dem Thema wird durch das Preisgericht sehr positiv gewertet. Die Betonskulptursei eine starke Setzung. Ihr formaler Bezug zum Denkmal für die ermordeten Juden Europassei notwendiger Teil des Konzepts. Jedoch gehe dieser Bezug über einen kritisch provokanten Kommentarhinaus und könne somit nicht das alleinige Beurteilungskriterium für die Arbeit darstellen.Das Preisgericht stellt fest, dass die Skulptur die Schutzhülle für die Präsentation der Endlosschleifeeines Kusses zwischen zwei Männern bildet und dieses Bild nur in der Vereinzelung wahrgenommenwerden kann. Das Bild werde zum Zeichen eines Tabubruchs, der schockierend auf viele Betrachterwirken und vielfältige Reaktionen in der Öffentlichkeit auslösen könnte. Zugleich werde damit dieKommunikation Schwuler untereinander und mit der Gesellschaft sowohl im historischen als auch imheutigen Kontext thematisiert. Darüber hinaus werde der Ort zu einem Denkmal für die Schwulenemanzipation.Gefragt wird, wie lange ein solcher Tabubruch wirksam bleiben kann. Zu Bedenken gegeben wird,dass durch die Übernahme des Stelenmotivs der Begriff Holocaust auf das Schicksal der homosexuellenOpfer übertragen werden könnte.


51010: (o.T.) / 1 Ja-Stimme (ausgeschieden)Das Preisgericht bewertet die Anlage weiterhin als interessanten Eingriff. Jedoch bleibe die Gestaltungals Gedenkort qualitativ zu unspezifisch. Die Dimension des unterirdischen Baukörpers erscheintTeilen des Preisgerichts nicht nachvollziehbar.1009: „Der steinerne See“ / 3 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Der Entwurf thematisiere poetisch die Themen Verstecken, Cruising sowie sehr zurückgenommen denMoment des Verlustes. Die dem Entwurf inhärente Verletzlichkeit wird vom Preisgericht gewürdigt.Jedoch scheint der konzeptionelle Ansatz eines „Lebens hinter geschlossenen Vorhängen“ demPreisgericht als zu rückwärts gewandt.1008: (o.T.) / 4 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Der Entwurf wird kontrovers diskutiert. Teile des Preisgerichts werten die Arbeit als starke, sehr intelligenteund ironische Setzung, die sich architektonisch gut in das Umfeld einpasst.Jedoch wird die Aussagekraft des Objekts als Denkmal von der Mehrheit der Jurymitglieder alsunzureichend empfunden.1007: „Der Liebe, die ihren Namen nicht zu nennen wagte“ / 3 Ja-Stimmen (ausgeschieden)Im Entwurf finde eine kluge Überlagerung verschiedener Bilder statt. Der Titel der Arbeit sei voll poetischerKraft.Er wird jedoch in seiner Wirkung kontrovers diskutiert. Das Preisgericht stellt fest, dass das eigentlichsinnliche, dekorative und funktionslose Objekt sowie die Brücke als Metapher an den Eskapismus vorder NS-Zeit anknüpfen und auf eine Wahrnehmungsebene Bezug nehmen, die so nach dem Endedes Zweiten Weltkrieges in Deutschland nicht verankert sei. Der konzeptuelle Ansatz erscheint daherfür die Gestaltung des Gedenkortes problematisch.1005: „Denk mal homosexuell...“ / 6 Ja-StimmenDas Preisgericht stellt fest, dass im Entwurf der Großskulptur historische Tiefe und simple Provokationauf einleuchtende und zugleich irritierende Weise aufeinander treffen. Angeregt werde die bewussteWahrnehmung von Geschlechterrollen.Die Dauer der Provokation in ihrem Zeitverlauf wird von den Preisrichtern unterschiedlich eingeschätzt.Positiv wird bewertet, dass der Begriff „homosexuell“ international verständlich ist. Es wird darauf hingewiesen,dass der Begriff in den 30er Jahren als Selbstbezeichnung unter Schwulen aufgekommenist, aber auch von den Nationalsozialisten benutzt wurde. Seit längerer Zeit werde der Terminus allerdingsimmer zurückhaltender gebraucht.Von Teilen des Preisgerichts wird der Entwurf als zu eindeutig und zu selbstreflexiv bewertet. Es wirddie Frage gestellt, ob die Großskulptur nicht zu einem Label für Berlin als „schwule Stadt“ werdenkönne und ob eine solche Etikettierung gewollt und angemessen wäre.Die überzeugende Wegeführung und das Ensemble aus Sitz- und Liegebänken eröffne wechselndeBlickbezüge auf den Schriftzug. Die konkrete Ausführung der Sitzgelegenheiten wird hingegen alsnicht überzeugend beurteilt.1003: (o.T.) / 8 Ja-StimmenDer Entwurf wird als große skulpturale Geste und zugleich als gartenkünstlerische Intervention verstanden,die einen neuen Eingang zum Tiergarten bildet. In seiner strengen Axialität und Inszenierungwerde bei Tag und Nacht ein Aufenthaltsraum geschaffen, der vielschichtige Assoziationen ermöglicht.Von großen Teilen des Preisgerichts wird die poetische Dimension der Arbeit positiv hervorgehoben,die den Besuchern einen persönlichen und zugleich zutiefst menschlichen Zugang zum Themabietet. Das intendierte Verschwinden der ursprünglichen Ritzungen wird als interessanter konzeptionellerAnsatz gewertet.Das Preisgericht stellt fest, dass die Arbeit als einzige im Wettbewerbsverfahren mit den Namen derOpfer arbeitet. Wenn der Eindruck erweckt würde, es handle sich um historisch belegte Äußerungen,könne dies allerdings die Ernsthaftigkeit des Denkmals beschädigen.Nach dem zweiten Wertungsrundgang verbleiben folgende drei Entwürfe im Verfahren:100310051013Um 18.00 Uhr schließt der Vorsitzende die Sitzung.


6Fortsetzung der Preisgerichtssitzung am 25. Januar 2006, 14.00 bis 16.30 UhrTOP 5 Engere WahlDer Vorsitzende begrüßt die Anwesenden und fasst den vergangenen Sitzungstag zusammen.Die Vertreter der Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“ und des Lesben- undSchwulenverbands in Deutschland e. V. (LSVD) werden um eine Einschätzung der drei Entwürfe ausSicht der Betroffenenvertreter gebeten:Hingewiesen wird auf den Bundestagsbeschluss zur Errichtung des Denkmals, in dem neben derEhrung der Opfer und dem Wachhalten der Erinnerung an das Unrecht auch ein beständiges Zeichengegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gefordert wurde. Entstehen soll ein Ort derSelbstvergewisserung für Lesben und Schwule, an dem die Ereignisse der Vergangenheit und dasLeid während der NS-Verfolgung gegenwärtig sind, der aber zugleich auch eine angemesseneAufenthaltsqualität besitzt und von möglichst vielen Besuchern wahrgenommen werden kann.Es wird betont, dass alle drei Entwürfe der Engeren Wahl eine angemessene Auseinandersetzung mitder Thematik darstellen, wobei die Entwürfe 1005 und 1013 besonders positiv beurteilt werden.Für den Entwurf 1005 spreche die außerordentliche Eindeutigkeit des Konzepts und die zuerwartende breite Rezeption durch Nutzer und Passanten. Besonders faszinierend sei, dass der inden Raum gestellte Schriftzug zur Auseinandersetzung mit der historisch unterschiedlichenVerwendung des Begriffs „homosexuell“ im Verlauf des 20. Jahrhundert motiviert. Zugleich sei derStandort als Treffpunkt gestaltet, der auch zum Verweilen einlädt.Bei Entwurf 1013 wird hervorgehoben, dass unter allen Entwürfen diese Arbeit sich am deutlichstenmit dem gegenüberliegenden Stelenfeld auseinandergesetzt habe. Sie überzeuge als kritischerKommentar, aber auch als notwendige Ergänzung zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas.Der Entwurf nehme eindeutig Bezug auf die Verfolgung schwuler Männer. Die zu erwartende Wirkungvon Ästhetik und Raumqualität wird kontrovers – teils als eher trist, teils als attraktiv – beurteilt. Dassdas Denkmal von vielen Besuchern gleichzeitig rezipiert werden und ein Ort mit möglichst großerAufenthaltsqualität entstehen sollte, ist offensichtlich von den Verfassern/innen nicht beabsichtigt.Die Arbeit 1003 wird als der „leiseste“ Eingriff gewürdigt. Er überzeuge besonders durch dieGestaltung der Anlage, die auch Qualitäten für einen längeren Aufenthalt am Ort bietet. Unterstrichenwird, dass im Lauf der Zeit durch die Verwachsungen und Veränderungen der eingeritzten Worte eineweitere historische Schicht entstehen werde. Kritisiert wird, dass der Ansatz nostalgische Momenteenthalte und vor allem die Gefahr beinhalte, die Texte könnten als authentisch wahrgenommenwerden und damit zur Konstruktion historisch falscher Bezüge führen.Das Preisgericht beschließt einstimmig, vor einer Realisierungsempfehlung ein Meinungsbilddurchzuführen, bei dem die pro-Stimmen gezählt werden.Die Argumente der ausführlich geführten Meinungsbildungsdiskussion sind im Folgenden anhand dereinzelnen Arbeiten zusammengefasst. Wesentliche Diskussionsinhalte sind dabei die Beziehung zumstadträumlichen Kontext, insbesondere zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, dielandschaftsgestalterische Einbindung in den Park und die zu erwartende Aufenthaltsqualität desDenkmals.1003:Der Entwurf wird bis zum Schluss sehr kontrovers diskutiert. Hervorgehoben wird mehrfach, dass diebesondere Qualität der Arbeit in ihrer Stille und Subtilität liege. Gerade eine so leise Geste könne einebesondere Nachhaltigkeit entwickeln.Von Teilen des Preisgerichts wird diese Subtilität jedoch als Schwäche bewertet; es könnte sicherweisen, dass dieses Denkmal nicht stark genug sei, um sein Anliegen zu vertreten. Über dasArgument der „Stille“ wird kontrovers diskutiert, auch unter gartenarchitektonischem Aspekt. Manchesehen weniger die konstatierte Stille als vielmehr eine freundliche und selbstbewusstegartengestalterische Haltung, mit der ein eigener, unverwechselbarer Raum geschaffen werde, derzum Nachdenken anrege. Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch zur Wahl der Blutbuche alsBaumart und den damit verbundenen mythologischen Assoziationen.Besonders kontrovers wird allerdings weiterhin die Frage diskutiert, ob die hier geschaffene Intimitätmit zitierten, aber nicht historisch belegten („nicht authentischen“) Worten und Sätzen bei den


7Besuchern fragwürdige Gefühle von Sentimentalität und von Empathie am falschen Gegenstandhervorrufen. Befürchtet wird nach wie vor, dass der Eindruck eines „fake“ entstehen und damit dasganze Denkmalsprojekt diskreditiert werden könne.4 Ja- Stimmen im Meinungsbild1005:Der Entwurf erhält in diesem Diskussionsgang überwiegend kritische bis ablehnende Bewertungen.Hervorgehoben wird die Unmittelbarkeit der konfrontativen Wirkung. Dies sei eine Stärke der Arbeit,die aber möglicherweise gerade mit ihrer künstlerischen Schwäche zusammenhänge.Das Preisgericht stimmt darin überein, dass das Denkmal voraussichtlich als laut und groß empfundenwerde. Wie dies zu bewerten sei, wird unterschiedlich gesehen: Lautstärke und Fernwirkung durchBuchstaben-Größe als angemessene Form, dem lange verdrängten Anliegen des Denkmals Gehör zuverschaffen, oder als zwei der Werbung entlehnte, vordergründige Mittel, Aufmerksamkeit zuerreichen? Eingewendet wird, dass Lautstärke und Größe für das erwünschte Nachdenken eherhinderlich seien und von den Besuchern vor allem als belastend und als unangenehmwahrgenommen werden.Kontrovers beurteilt wird auch die absichtsvolle Beschränkung auf den Schriftzug „homosexuell“.Einerseits sei dieses Wort universell zu verstehen, und jeder Besucher könne die banale Setzung miteigenen Assoziationen füllen. Andererseits wirke der Entwurf dadurch kalt und unpersönlich underschwere einen vielschichtigen Denkmalsdiskurs.Die Verbindung von Schriftzug und Liegewiese wird als nicht überzeugend bewertet.Ein besonderes Problem sei außerdem die sich voraussichtlich bei den Besuchern beider Denkmälereinstellende Parallelität der Begriffe: Juden (Holocaust-Opfer) und Homosexuelle.3 Ja-Stimmen im Meinungsbild1013:Nach einigen kritischen Anmerkungen überwiegen in dieser Diskussionsrunde die positivenBewertungen.Als problematisch erscheint vor allem, dass die Besucher die Projektion, also den eigentlichen Inhaltdes Denkmals, nur einzeln betrachten können; bei größeren Besuchergruppen könne dies zuschwierigen Situationen führen. Bemängelt wird auch, dass im Umfeld der Skulptur keine besondersgestaltete Situation mit Aufenthaltsqualität vorgesehen sei.Große Teile des Preisgerichts loben die künstlerisch-ästhetischen Qualitäten der Arbeit, ihreVielschichtigkeit und Subtilität. Von allen Beiträgen sei sie formal am stimmigsten. Hervorgehobenwird, dass sie sich auf den inneren Prozess der Auseinandersetzung beziehe. Im Unterschied zuanderen Beiträgen schaffe sie für den Denkmalsstandort keine neue Situation der Ghettoisierung,sondern öffne sich allen Gruppen von Besuchern. Anknüpfend an den Bundestagsbeschluss sei beiihr am ehesten zu erwarten, dass sie auch in Zukunft die Diskussion um die Rolle der Homosexuellenin der Gesellschaft lebendig halten werde.Die formale Korrespondenz zu Eisenmans Stelen-Motiv wird von manchen Preisrichtern skeptischbeurteilt. Sie könne vorschnell zu einer gedanklichen Gleichsetzung von Holocaust und angeblichem„Homocaust“ führen, was der historischen Realität nicht entspricht. Darüber hinaus berge sie dieGefahr, dass der Eindruck entstünde, die Community wolle sich über das Holocaust-Denkmaldefinieren; dies sei kein Ausdruck von Stolz und Selbstbewusstsein. Die meisten Preisrichter sehenjedoch in der formalen Korrespondenz einen höchst intelligenten Kommentar zum Holocaust-Denkmal, zur Situation der Schwulen, zum Verhältnis der beiden Gruppen zueinander und zuUnterschieden und Parallelen in Ausgrenzung und Verfolgung. Erinnert wird daran, dass dieEntscheidung für das Holocaust-Denkmal ja auch der Ausgangspunkt für das jetzige Homosexuellen-Denkmal gewesen sei.Unterschiedliche Auffassungen gibt es über die Erscheinungsform des kubischen Objektes. Manchesehen in ihm nur eine „Kiste“ ohne ästhetischen Reiz. Andere unterstreichen seine Größe, die ihm imVergleich zu den Eisenmanschen Stelen einen eigenständigen Charakter verleihe, und loben seineskulpturalen Qualitäten und die durchdachte Innen-Außen-Konzeption; er stelle gewissermaßen dieSchutzhülle für einen Andachtsraum dar.Besonders positiv wird die zu erwartende Wirkung auf die Besucher beurteilt. Der Blick in den Kubusauf die Projektion sei vermutlich weitaus schockierender als beispielsweise die Begegnung mit demWort „homosexuell“.


8Zusammenfassend wird gelobt, dass in dieser Arbeit die Elemente von Kühle (siehe Entwurf 1005)und Wärme (siehe 1003) auf ideale Weise miteinander kombiniert seien.10 Ja-Stimmen im MeinungsbildTOP 6 RealisierungsempfehlungDas Preisgericht stimmt über die Realisierung des Entwurfs 1013 mit folgendem Ergebnis ab:Ja-Stimmen: 8Nein-Stimmen: 1Enthaltungen: 2Damit ist der Entwurf 1013 zur Realisierung empfohlen.Der Vorsitzende öffnet die Verfasserumschläge und verliest die Namen der Verfasserinnen undVerfasser mit den Tarnzahlen 1001 bis 1017.1001 Marcel Odenbach, KölnMitarbeit: Annabelle Selldorf, New York1002 Rudolf Herz, München1003 Katja Augustin, Jörg Prinz, Carsten Wiewiorra, BerlinMitarbeit: Johannes Krohne, Daniel Unger1004 Ueli Etter, Berlin1005 Holger Beisitzer, Berlin1006 Christin Lahr, Berlin1007 Raimund Kummer, Anna Gollwitzer, Berlin1008 Wolfgang Tilmans, London, Isa Genzken, Berlin1009 Piotr Nathan, Berlin1010 Stefan Sous, Düsseldorf, Jost Haberland, BerlinMitarbeit: Heinke Haberland, Dr. Stefan Rasche1011 Alexej M. Gross, BerlinMitarbeit: Steve Raschke1012 Walter Schütze, Berlin1013 Michael Elmgreen, Ingar Dragset, BerlinMitarbeit: Jörg Boettger, Eise Frederiksen1014 Esther Shalev-Gerz, ParisMitarbeit: Lüling Rau Architekten1015 Christian Philipp Müller, KölnMitarbeit: Peter Martin1016 Sabrina Cegla, Ingo Vetter, Amit Epstein, Berlin1017 Lukas Duwenhögger, IstanbulDer Vorsitzende entlastet die Vorprüfung und bedankt sich bei allen Sitzungsteilnehmern.Im Namen des Auslobers dankt auch Wolfgang Abramowski allen Beteiligten für die ernsthafte,vorurteilsfreie, sachliche aber höchst engagierte Diskussion, an deren Ende mit der eindeutigenEmpfehlung der Jury ein komplexes, vielschichtiges und für das Ansehen der Bundesregierung bedeutsamesVerfahren erfolgreich zu einem Abschluss gebracht wurde.Die Zustimmung des Bundes vorausgesetzt wird nun - gemäß der zwischen Bund und Land geschlossenenVerwaltungsvereinbarung - die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung den ausgewähltenEntwurf zügig realisieren.


Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und KulturKunst im Stadtraum und am BauDenkmalfür die im Nationalsozialismusverfolgten Homosexuelleneingeladener Kunstwettbewerbim Auftrag derBundesrepublik Deutschlandvertreten durchDen Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und MedienBericht der Vorprüfung


_______________________________________________________________________________________________________________KunstwettbewerbDenkmal für die im Nationalsozialismusverfolgten HomosexuellenBericht der Vorprüfungzur Sitzung des Preisgerichtsam 24. und 25 Januar 2006Grundlagen des eingeladenen Kunstwettbewerbs sind die Auslobung vom Juni2005, die Dokumentation des Auftaktkolloquiums vom 7. und 8. April 2005 sowiedas Protokoll des Rückfragenkolloquiums vom 27. Juni 2005.Einlieferung der Wettbewerbsarbeiten17 der 24 eingeladenen TeilnehmerInnen haben eine Wettbewerbsarbeitfristgerecht bis zum 2. Dezember 2005 persönlich abgegeben bzw. per Post/Kuriereingereicht.Die Kennziffern der VerfasserInnen wurden in allen Teilen der Wettbewerbsarbeitendurch laufende Tarnnummern anonymisiert.Die Verfassererklärungen wurden vom Auslober unter Verschluss genommen.Folgende Unterlagen wurden nachgereicht:Tarnnummer 1001: 1 Blatt ErläuterungsberichtTarnnummer 1007: Foto für Erläuterungsbericht/DokumentationTarnnummer 1009: ModellDie nachgereichten Unterlagen stellten keine inhaltliche Änderung der jeweiligenWettbewerbsbeiträge dar.Vollständigkeit der WettbewerbsarbeitenDie Arbeiten 1001 bis 1016 sind vollständig (siehe Punkt 1.10 „geforderteLeistungen“ der Auslobung) und prüfbar.Die Arbeit 1017 ist unvollständig: es fehlen Lageplan, Kostenzusammenstellung,Verzeichnis der eingereichten Unterlagen und Entwurfsfoto.Ablauf der VorprüfungDie Vorprüfung fand vom 12. Dezember 2005 bis 13. Januar 2006 in derSenatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur (Raum 76-79),Brunnenstraße 188 – 190, 10119 Berlin, statt.


_______________________________________________________________________________________________________________Jede Arbeit wurde nach folgendem Gliederungsschema auf 2 DIN A4 Seitenbeschrieben:Linke Seite:• Tarnnummer• Foto der VerfasserInnen• Titel der Arbeit (falls vorhanden)• Auszug (Zitat) aus dem Erläuterungsbericht der VerfasserInnen, der denEntwurfsansatz kurz beschreibtRechte Seite:• Vorschlag (konkrete Maßnahmen)• Standort / Wegeführung / Einbindung in den Park• Material und Konstruktion• Anmerkung der Vorprüfung• Kosten laut Angaben der VerfasserInnen mit Anmerkung der Vorprüfung• Folgekosten als Angaben der VorprüfungDie Angaben der VerfasserInnen zu den Kosten (Honorarkosten und Herstellungskosten)wurden von der Vorprüfung überprüft. Die Schätzungen der Kosten derVorprüfung wurden den Angaben der VerfasserInnen gegenüber gestellt und eineEinschätzung zur Realisierbarkeit innerhalb des Kostenrahmens abgegeben. DieAngaben der VerfasserInnen zum Künstlerhonorar wurden prozentual zu denangegebenen Gesamtkosten dargestellt. Auffällig sind hier große Unterschiede inden Honoraransätzen. Die Anteile an den Gesamtkosten reichen von 3% bis 40%.Die Folgekosten wurden von der Vorprüfung geschätzt und für ein Jahr angegeben.Neben den Verbrauchskosten (Strom/Wasser) sind hier Ansätze für technischenService und Überprüfung, Mehraufwendungen für Pflege und Reinigung und fürerwartete Graffitientfernung berücksichtigt.VorprüferInnen:Prof. Dr. Stefanie Endlich, Ralf Sroka, Dorothea Strube


17 Entwürfe


1001_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Ein warmer See“Entstehen soll kein skulpturales Mahnmal, sondern ein Ort, der mit einer bestimmtenStimmung verbunden ist. „Eigentlich sollen die Empfindung, das Gefühl und dieAtmosphäre das Mahnmal an sich sein.“Dass er sich von anderen Orten nur beim genauen Hinsehen unterscheidet, könnte denBlick der Passanten schärfen und sie für das Thema sensibilisieren. Der Gedenkort soll„ein dynamischer, sich verändernder Ort (sein)…, der vielleicht etwas Verträumtes,Romantisches, Verwunschenes hat… Ein schwüler Ort!“


1001__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• Anlage eines ständig warm gehaltenen Sees, bepflanzt mit tropischen Riesen-Seerosen• Fassung des Sees nach Nordwesten durch eine Treppenanlage, die zumNachdenken und Verweilen einlädt, in Form eines Winkels in rotem Sandstein• landschaftsplanerisches und botanisches Konzept als Hommage an Burle Marxund Oscar Niemeyer, den Landschaftsgestalter und den Architekten vonBrasilia („Symbol einer modernen, demokratischen und multikulturellenGesellschaft“)• Integration der Anlage in den Park durch organischen / botanischen Charakter• Positionierung im nordwestlichen Bereich der Lichtung in Orientierung auf dievorhandene Trampelpfad-Kreuzung• Öffnung der Anlage und Ausrichtung der Stufen zur Ebertstraße und zumgegenüberliegenden Denkmal für die ermordeten Juden Europas• Teichbecken 21 m x 21 m, zweiseitige Einfassung mit Treppenanlage(5 Sitzstufen), Höhe 0,90 m, Breite 1,60 m; rückseitige Zugangsrampen• Betonunterkonstruktion des Baukörpers der Rampen und Stufen undvollständige Sandsteinverkleidung (rot)• Bepflanzung des Beckens mit Victoria Amazonica (Königliche Riesenseerose)und Victoria Cruziana; beide aus Südamerika stammend, aber beiTemperierung auch in Deutschland überlebensfähig; Blatt der Riesenseerosebis zu 2 m breit, aufgebogener Rand, Unterseite und Kelchblätter purpurrot• konstante Erwärmung des Wassers durch Erdwärme auf 25°• Höhe der Oberkante Sitzstufen 90 cm; Absturzhöhe erfordert eventuell GeländerKosten Angabe VerfasserInnen: 455.000 €,laut Vorprüfung: ca. 450.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• keine Sicherheitsreserven; Kostenrisiko Teichbau (Teichtiefe nicht angegeben),Erdwärme• Ansatz Künstlerhonorar 9%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, Wasser, Strom ca. 3.600 € / Jahr


1002_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Ort des lebendigen Zweifels“Die im Zusammenhang mit der Denkmalsetzung hervorgerufenen Fragen sollen nichtbeantwortet, sondern „zum Gegenstand des Denkmals“ selbst und damit „öffentlich undproduktiv nutzbar“ gemacht werden.So könnte ein Ort des „Diskurses über Erinnerung“ entstehen, „der die Trennung vonästhetischem Denkmal, Erinnerungswünschen und geistiger Auseinandersetzungaufheben kann“.


1002__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• Ensemble von zehn grob behauenen Granitblöcken als Rechteckquader informaler Korrespondenz zu den Stelen des Denkmals für die ermordetenJuden Europas• absichtsvolle Öffnung des ovalförmigen Arrangements als Ausdruck vonBewegung und offenem Diskurs• Granitblöcke als Sitzelemente und Textträger• Textvorschläge mit kritischen Fragen zu Rolle und Möglichkeiten vonDenkmalskunst heute, zur getrennten Erinnerung an einzelneVerfolgtengruppen, zu Fragen von Macht und Repräsentation bei nationalenDenkmalssetzungen und zum Kontext der Entstehung dieses spezifischenDenkmals• Positionierung des Ensembles in der Mitte der Lichtung, orientiert aufvorhandene Trampelpfade• Öffnung und Ausrichtung der Teiloval-Formation nach Westen• 10 Granitblöcke, grau, grob behauen, Maße 1,0 m x 1,8 m x 0,45 m• Oberseite mit eingravierten Texten• Auflager der Blöcke auf Kiesbett, seitlich sichtbar• drei Straßenlampen mit Peitschenmasten als nächtliche Beleuchtung(keine)Kosten Angabe VerfasserInnen: 235.000 €,laut Vorprüfung: ca. 277.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven ca. 170.000 €; Kostenrisiko gering• Ansatz Künstlerhonorar 34%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, Strom ca. 2.100 € / Jahr


1003_______________________________________________________________________________________________________________Titel(O.T.)Grundidee ist ein „wachsendes, lebendes und sich wandelndes Denkmal“, dasIdentifikationsmöglichkeiten mit realen, damals verfolgten Menschen bietet.In Baumrinden eingeritzte Schwüre – „fiktive Hinterlassenschaften von sich liebendenhomosexuellen Menschen“ – können sich mit persönlichen romantischen Vorstellungen derPassanten verbinden.


1003__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• lange, gerade, in ihrer Linearität bewusst als Fremdkörper im Park konzipierteBlutbuchen-Reihe mit Einritzungen dokumentarisch belegter Namen undfiktiver Daten und Äußerungen von Liebe, Zuneigung und Trennungsschmerz• Veränderung der Einritzungen im Zeitverlauf durch Wachstum der Bäume undneu hinzugefügte (positive und negative) Ritzungen• Anordnung der Baumreihe in einem Graben, dessen beidseitige Einfassung alsSitzmöglichkeit und zur Beleuchtung des Bodens dient• Anordnung der Baumreihe auf einer fast am Lennéschen Baumsaalbeginnenden, nach Nordwesten in den Tiergarten hineinführenden Linie• befestigter Weg von der Ebertstraße zum Beginn der Baumreihe• bestehende Pfade sowie geplante Wege teils durchschnitten, teils durch neuenbegehbaren Graben miteinander verbunden• absichtsvoll widersprüchliche Wirkung der Blutbuchen-Reihe: vertraut durch roteBlätter (typischer Parkbaum), irritierend durch streng lineare Reihung• 100 m langer und 3,50 m breiter Weg als 50 cm tiefer Graben• Wegefläche des Grabens als wassergebundene Decke mit Einstreuung vonhellem reflektierendem Marmormehl• mittig auf der Wegefläche Pflanzung einer Reihe von 20 Blutbuchen(Atropunicea); anfänglicher Baumumfang ca. 50 cm• Einritzungen vor Ort nach Einpflanzung durch VerfasserInnen• beidseitige Einfassung des Grabens mit winkelförmigen Betonsockeln (Ortbeton,Oberfläche abgezogen), Oberkante bündig zur Geländeoberfläche• kontinuierliche beidseitige Linienleuchten unter überkragenden Sockeln;indirekte Beleuchtung der reflektierenden Wegefläche(keine)Kosten Angabe VerfasserInnen: 445.500 €,laut Vorprüfung: ca. 470.000 €• Überschreitung des Kostenrahmens; Schnitzungen, Aushub zu gering angesetzt• trotz Überschreitung des Kostenrahmens geringes Kostenrisiko• Ansatz Künstlerhonorar 6,5 %Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 4.700 € / Jahr


1004_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Tag und Nacht“„…das Fragment eines menschlichen Körpers, eine große, sanfte Form“ soll die Mitteeines neuen Platzes definieren und als „Eingangs- oder Torfigur zum Park“ wirken.Die „halb versunkene, halb auftauchende Gestalt“, „monolithisch und schwebendzugleich“, soll dazu anregen, über den „(homosexuellen) Körper… als Gegenstandvon Dämonisierung und Kontrolle, als Objekt von Verfolgung und Vernichtung“nachzudenken.Symbolische Bedeutung gewinnt das Denkmal „durch seine schiere Masse, die eswiderstandsfähig und praktisch unverrückbar macht“. Es soll auf „die neue Freiheit(verweisen)…, die erkämpft und verteidigt werden muss“, und an die Opfer diesesKampfes erinnern.


1004__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• Rücken, Hals und Kopf einer groß dimensionierten männlichen oder weiblichenFigur aus hellem Beton, das Gesicht in die Erde versenkt, auf doppeltemgoldenem Sockel ruhend und über diesen hinaus ragend• nächtliche Beleuchtung, die den Körper „auf einem Kissen aus goldenem Licht“schwebend erscheinen lassen soll• Schalungsnähte sichtbar belassen als Verweis auf Herstellung und Materialität• Schrifttafel am äußeren Platzrand: „Tag und Nacht / Denkmal für die imNationalsozialismus verfolgten Homosexuellen“• Bildung eines Platzrondells in der vorgesehenen Lichtung (Ø 17,5 m) inKorrespondenz zum Platz des Goethe-Denkmals• Angleichung des Bodenniveaus an das der beiden angrenzenden Baumgruppen• Anlage eines neuen Zuführungsweges von der Ebertstraße und eines neuenNord-Süd-Weges vom Goethe-Denkmal über das Platzrondell nach Süden• Einfügung in das teils geplante, teils vorhandene Wegenetz des Tiergartens• Vorschlag: Neupflanzung dreier Platanen zur ergänzenden Fassung desPlatzrondells im Osten• alternativer Standortvorschlag: südöstlich der Lichtung („im Sinne einergroßzügigeren Raumplanung“)• Figur 7,60 m lang, 6,80 m breit, 3 m hoch• Figur mit unterschnittenem Sockel als massives Betonobjekt• Herstellung: 1:1-Modell aus Styrodur-Hartschaum oder Holz; Fertigung derGussform als Abdruck (Kunststoff, gebräuchlich Silicon); Herstellung derFigurteile in Ortbeton in einer Baugrube vor Ort; nach Abbindung Drehung undPositionierung durch 2 Kräne; Oberflächenglättung und Anti-Graffiti-Beschichtung• Sichtbarlassen der Schalungsnähte an Kopf und Schulter• Vergoldung von Sockel und sichtbarer Unterseite des Sockels• Bodenleuchten unter dem Sockel als umlaufender Kranz mit automatischerNachtschaltung• massive Betonkonstruktion erfordert die Fertigung in Einzelteilen; dieErscheinung der Montagefugen kann nicht beurteilt werden• die Konstruktion erfordert aufgrund der Größe und der zu erwartendenSchwindung des Betons eine umfangreiche Bewehrung aus Betonstahl• die Herstellung vor Ort erfordert eine sorgfältige und nicht unaufwändigeOrganisation der Baustelle; eine Werksherstellung in Einzelteilen scheintsinnvoller zu sein (Fugen)Kosten Angabe VerfasserInnen: 413.000 €,laut Vorprüfung: ca. 455.000 €• geringe Überschreitung des Kostenrahmens; Betonguss, Unterkonstruktion zugering angesetzt• keine Sicherheitsreserven; Kostenrisiko von Oberfläche und Fugenanteilabhängig• Ansatz Künstlerhonorar 33%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 4.100 € / Jahr


1005_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Denk mal homosexuell…“„Ein riesiges Wort… Nichts weiter. Ein einziges Wort… Ein Wort mit Sprengkraft bis heute“.Das Wort „homosexuell“ – „sachlich, abstrakt, viel und doch auch nichts sagend“ –soll zur Auseinandersetzung mit dem Thema, zur Diskussion und zur bildhaften Reflexioneinladen.Es vermittelt „in seiner Größe und Schroffheit die Umgangsschwierigkeiten mitHomosexualität – damals wie heute“ und steht zugleich „für das gewachseneSelbstbewusstsein heutiger Homosexueller und ihren Stolz auf die eigene Sexualität“.


1005__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• raumgreifender Schriftzug in Form großer, massiver Edelstahl-Buchstaben vomLennéschen Baumsaal bis in die Tiefe der Lichtung• Wahl der 1927 entwickelten Schriftart Futura (fett, hier leicht abgewandelt) alsVerweis auf die Modernität Deutschlands vor der NS-Diktatur• erklärter Verzicht auf Versalschrift („von den Nazis, wie von allen Diktaturen,gern benutzt“)• Beleuchtung des Schriftzugs bei Dunkelheit bis Mitternacht• Gestaltung der Lichtung als auf den Schriftzug orientierte Liege- und Spielwiesemit lockerem Ensemble von Sitz- und Liegebänken• homogene Liegewiese• Einpassung des Denkmals in den Tiergarten durch schwache Spiegelung derUmgebung im Material Edelstahl• Fassung der Liegewiese durch Ergänzung des Baumbestandes an dennördlichen und südlichen Lichtungsrändern, Vergrößerung der Wiese durchEntfernung der Birken und der Baumgruppen am westlichen Lichtungsrand• Anlage eines schmalen, geschlängelten Weges durch Lichtung und Bänkehindurch, mit wechselnden Blickbezügen zum Denkmal• Länge des Schriftzugs 50 m• 3 m bis 4,50 m hohe, 40 cm tiefe Buchstaben, aus massiven Edelstahl-Platten inWasserstrahltechnik ausgeschnitten, Oberfläche gesandstrahlt, inFundamente eingespannt• Beleuchtung des Schriftzugs durch im Boden versenkte Strahler (Art und Ortnicht dargestellt)• Bänke: 1,80 x 1,80 m, 37 cm hoch, fest im Boden verankert; Edelstahlsockel,Teakholz-Beplankung, Hälfte der Bänke mit eingebauten, verstellbarenLehnen in Teakholz• ungeklärte Situation der „im Boden versenkten Strahler“, gleichmäßige und fürBesucher nicht störende Ausleuchtung fraglich• Größe und Gewicht der Buchstaben erfordern umfangreichere Fundament- undEinspannungsmaßnahmen als dargestellt• einzelne Buchstaben sind aufgrund der begrenzten Walzbreite (max. 2,5 m) auszwei Werkstücken zusammen zu setzenKosten Angabe VerfasserInnen: 310.000 €,laut Vorprüfung: ca. 411.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar; Fundamente, Materialpreis undVerarbeitung zu gering angesetzt• Sicherheitsreserven ca. 40.000 €; Kostenrisiko Materialhandling undVerarbeitung• Ansatz Künstlerhonorar 11%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 3.400 € / Jahr


1006_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Cui_Bono?“„Alle Menschen sind in ihrer Verschiedenartigkeit gleich und darin äquivalent“.Sinnbild dieses Satzes ist ein Environment mit symbolhaften Formen und Bezügen.Der vorgeschlagene Denkort mit einem prismatisch konzipierten „Liebespavillon“ imZentrum beinhaltet ein Wechselspiel der „Medien“ Glas und Licht, „weniger Monumentals vielmehr Licht- und Glas-Schauspiel“ und „assoziatives Gedankenfeld“. Er soll zumVerweilen und zum Nachdenken anregen und die Prinzipien und Strukturen derAusgrenzung „ans Licht bringen“. Der vieldeutig interpretierbare Pavillon soll „ein Gefühlder Unsicherheit“ und Erinnerungen an eigene Verletzungen vermitteln, zugleich aberauch Gefühle von Befreiung und Selbstbewusstsein.


1006__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort /Wegeführung /Einb. in ParkMaterial /KonstruktionAnmerkungenderVorprüfung• gläserner Pavillon auf sechseckigem Grundriss mit prismatischer Kuppel, errichtet aufdurchsichtigem Stufenpodest über einer Fläche aus Glas- und Spiegelscherben• gläserner, durch symbolhafte Glasscheibe in zwei Hälften geteilter Sitz- undMeditationsraum, konzentriert auf ein rundes Becken mit einem „Rosa Dreieck“ untergläsernem Fußboden• zwei Glasstelen auf dreieckigem Grundriss am nördlichen und südlichen Übergang desLennéschen Bausaals zur Lichtung; die eine Stele mit den verschiedenen Textfassungendes § 175 von seiner Einführung bis zur Gegenwart, die zweite mit einem Vorschlag zurNeuformulierung des Grundgesetzes (Einführung eines „Artikel Zero“ sowie Modifikationeinzelner Artikel; Vorschlag soll nach einem länderübergreifenden Diskussionsprozess alsÄnderungsantrag eingereicht werden)• ständige Licht- und Farbveränderungen als Wirkung der prismatischen Elemente desKristallglases angestrebt• zusätzliche Veränderungen der Farbigkeit durch Regler (Referenzfarbe: Rosa): tags derWinkel-Farben (Bezug zu den Farben der KZ-Embleme / „Ausgrenzungskriterien“), nachtsauch der Farbigkeit von Pavillon-Boden, Pavillon-Konturen und Umgebung („schwebendesLichtfeld“)• Wellenmuster im Becken durch Zufallsgenerator (optional: interaktive Website, Wellenmusterdurch Aktivitäten ausgelöst, Farbwahl als wachsender „virtueller Teppich“)• symbolhaftes „Wegezitat“ als Teil des Denkortes: zwei unbegehbare Wege in Reminiszenzan alte Trampelpfade, am Lennéschen Baumsaal beginnend, unter dem Pavillonzusammengeführt, nach Westen als Einschnitt zwischen den Baumgruppenhindurchgeführt, den Nord-Süd-Weg unterhöhlend, danach wieder getrennt• Gestaltung der Lichtung als „offener und freier Platz“ mit geschwungenen neuen Wegen, dieim absichtsvollen Abstand am Pavillon vorbeiführen sowie gepflegter Rasenfläche undSitzelementen• sechseckiger Pavillon mit Stufen, Sockel, Böden, Geländer und Bänken als Ganzglas-Konstruktion mit Einfassungen aus schmalen Edelstahlprofilen; Abmessungen Sockel mitallseitigen Treppenstufen 8,90/8,90 m, Pavillon (B/H) 2,60/4,15 m; innen eingestellteTrennscheibe und mittiges, mit Edelstahl ausgekleidetes Becken mit Flüssigkeit;Glasböden und -stufen rutschfest durch Siebdruck; Glassplitter und Glasbruchflächendeckend unter Glasböden; durchgängige Verwendung von Weißglas in hohenQualitäten als VSG und VSG aus ESG, vorgespannt und durchschusshemmend;Revisionsgang unter Gelände mit seitlichem Eingang zur Grundfläche des Pavillons• Technik und Beleuchtung Pavillon: ultrahelle dreifarbige LED-Panels auf Grundfläche desPavillons, individuelle Farbsteuerung über Berührungsinterface in den Bänken;Impulsgeber mit Zufallsgenerator für Wellenbewegungen im Becken, Flüssigkeit mitFrostschutz• 2 Glasstelen mit Dreiecks-Grundriss in baugleicher Konstruktion wie Pavillon, Höhe 3,23 m,Seitenlänge 1,30 m, Sockel aus Edelstahl, Gravur der Texte im Laserverfahren• begehbare Wege als wassergebundene Decke, Breite ca. 2,0 m, Gesamtlänge ca. 200 m• unbegehbare Wege als schollenartig geschichteter Granit-/Basaltbruch (150/300er Bruch),Breite ca. 0,80 m, Gesamtlänge ca. 220 m; Einschnitt in Hügel mit seitlichen Stützwändenaus Edelstahl und Glasgeländer; Unterführung des Parkweges mit Glasbrücken• Führung der Regenentwässerung des Pavillons unklar, Verschmutzungen der Glasbödenund der Seitenwände zu erwarten• vielfältige und daher aufwändige Technikverwendung• Standort der im Text erwähnten Sitzgelegenheiten aus Granit mit Holzauflage nichterkennbarKosten Angabe VerfasserInnen: 450.000 €, laut Vorprüfung: ca. 511.000 €• Überschreitung des Kostenrahmens, Glas und Verarbeitung zu gering angesetzt• Kostenrisiko Vielfalt und Umfang der Maßnahmen• Ansatz Künstlerhonorar 11%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 5.000 € / Jahr


1007__________________________________________________________________________________________________________________Titel„Der Liebe, die ihren Namen nicht zu nennen wagte”Das Motiv der Brücke erscheint als „Metapher für den Widerspruch von Ort… undPassage“.Die bestehende Parksituation wird insgesamt belassen, nur ein besonderer Eingriff (eine„Intervention“) soll dem Gedenkort Trauer, Zuversicht und Verlustgefühle, aber auchTheatralik und Schönheit verleihen. Er hat die vielfältig interpretierbare, metaphorischbedeutsame Form einer Brücke, gesäumt von „vereist erscheinenden Magnolienknospen“.


1007__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• Brücke als Nutz- und Betrachtungsobjekt zugleich, als etappenweiseFortführung des bestehenden Pfades, nicht jedoch zur Überbrückung einerUntiefe• beidseitige Säumung des Brückenrandes durch Sequenzen von gläserneingehüllten „Magnolienknospen“, einzeln eingerahmt durch ornamentaleBrückengeländerstreben• gläserne, leuchtende Widmungs-Inschrift „Der Liebe, die ihren Namen nicht zunennen wagte“ in die Auflagersockel der Brücke eingelassen• Spiegelung der Umgebung in den beiden seitlichen Brückenträgern• Überschreiten der Brücke als besonderes rhythmisches Erlebnis zurBewusstmachung von Zeit und Wahrnehmung• Positionierung der Brücke an der tiefsten Stelle der Senkung, am Punkt desZusammentreffens der beiden von Westen kommenden Pfade, ausgerichtetauf die beiden Baumgruppen• Brückenkonstruktion aus zweiseitigen Bogenträgern, Stahl, lackiert• Maße der Brücke L/B/H 10,00 m x 2,60 m x 0,80 m• Bodenbelag der Brücke Eichedielung• Außenträger der Brücke mit verspiegeltem VSG-Glas• Handläufe (H = 1,00 m) aus Edelstahl- oder Aluminiumguss in floralerFormgebung• jeweils 11 Stck. farbige Magnolienknospen aus Muranoglas, ca. 30-35 cm hoch,im Geländersockel gereiht• Brückenauflager als Sandsteinquader (3,20 m x 0,15 m x 0,40 m)• Inschrift auf den Sandsteinquadern als hinterleuchtete Glasbuchstaben (Höhe10 cm)• Kiesbett vor der Brücke aus SandsteinsplittkeineKosten Angabe VerfasserInnen: 417.000 €,laut Vorprüfung: ca. 428.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven ca. 20.000 €; Kostenrisiko gering• Ansatz Künstlerhonorar 31%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 2.600 € / Jahr


1008__________________________________________________________________________________________________________________Titel(O.T.)Grundidee ist die Verbindung einer „großen, unmissverständlichen Inschrift“ mit einerabstrakt-geometrischen, skulpturalen Form von „unpathetischer“, gleichwohl ästhetischeindringlicher Wirksamkeit.Die Großform könnte die unterschiedlichsten Assoziationen hervorrufen, an einaufgeschlagenes Buch oder an Mond und Sterne erinnern und auf die „offeneUnendlichkeit“ verweisen.


1008__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den Park• weiße Stahlskultur zweier wie ein Buch aufgeklappter hochformatiger Scheibenauf winkelförmigem Grundriss mit korrespondierenden kreisrundenAussparungen• gepflasterte Grundfläche im Kontrast zur landschaftlichen Umgebung• unübersehbare schwarze Schrift, im Pflaster eingelassen: „totgeschlagen /totgeschwiegen / Zum Gedenken der homosexuellen Opfer der deutschenGewaltherrschaft / 1933-1945 / und des Paragraphen 175 1933-1969“; dieersten beiden Worte identisch mit der Widmung der Gedenktafel „RosaWinkel“ am U-Bahnhof Nollendorfplatz mit deren Vorbild in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen und mit der Gedenktafel in der KZ-GedenkstätteSachsenhausen; der weitere Wortlaut hier verändert; neu der in kleinerenBuchstaben hinzugefügte Hinweis auf § 175 1933-1969• gepflasterte Fläche im vorderen Bereich der Lichtung ohne besondereWegeführung• Ausrichtung der Skulptur nach Südosten, Öffnung der Schenkel nachNordwestenMaterial / Konstruktion • Skulptur aus zwei verschweißten Edelstahlplatten (jeweils 4,00 m hoch und 2,93m breit), Materialstärke 7 cm, jeweils mit einem kreisrunden Loch (Ø 1,50 m)• Oberflächenbehandlung des Stahls als weißer (schiffsgleicher) Anstrich; sollfortlaufend überstreichbar sein• Standort der Skulptur auf gepflasterter Fläche (8,33 m x 13,43 m) mitGranitpflaster 17/15• Schrift mit Bronzebuchstaben bis 17 cm Höhe auf Pflaster verlegt, Größe desSchriftzuges 1,70 m x 4,34 m• nächtliche Beleuchtung durch im Boden bündig versenkte Lichtleiste, 5 cm breitAnmerkungen derVorprüfung• Lage und Beleuchtungseffekt der Lichtleiste nicht eindeutigKosten Angabe VerfasserInnen: 241.000 €,laut Vorprüfung: ca. 221.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven ca. 230.000 €; Kostenrisiko gering• Ansatz Künstlerhonorar 36%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 2.000 € / Jahr


1009_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Der steinerne See“Ausgangspunkt des Entwurfes ist das durch Schwulenfeindlichkeit und Anpassungsdruckerzwungene Leben „hinter geschlossenen Vorhängen“.Als Metapher hierfür wird die in Deutschland gebräuchliche Gardine mit ihremDoppelcharakter von privater Zufriedenheit und kleinbürgerlicher Konformität gesehen. DasMotiv der Gardine wird durch Übertragung in die große Dimension verfremdet und in dasEnsemble eines Irrgartens auf einer Bühne transformiert.Mit dieser „Gartenarchitektur“ soll zugleich dem „Cruising“ ein Denkmal gesetzt werden,dem Besuch geheimer Orte im Freien.


1009__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• als Irrgarten zusammengestelltes Ensemble von sechs farbigen, geknickten,schmale Durchgänge lassenden Stahlwänden mit zaunartigem Charakter• florales Gardinenmuster als Sinnbild für „Feminisierung“ der metallischen Härte• Anzahl der Zaun-Elemente in Korrespondenz zur Zahl (nicht zur Farbigkeit) desRegenbogen-Motivs• Plattform als blaue, durch drei Treppen erhöhte, amorphe Form, die dievergrößerte Nachzeichnung der Umrisslinien eines Urinflecks auf einerMatratze darstellt, Sinnbild für Leben, Tod und Sexualität• Plattform im Lichtungsbereich, eingepasst in Mulde und Erhebungen• Rampenverlauf auf vorhandenen Pfaden• 6 Wände aus gemustertem Stahlblech, jeweils einmal geknickt; Gesamtlängeder Wände zwischen 5,50 m und 11,00 m, Höhe der Wände zwischen 2,50 mund 3,75 m, Materialstärke 10 mm oder 16 mm, Abstände untereinander von0,75 m bis 1,50 m• Einarbeitung der unterschiedlichen floralen Muster über rechnergesteuerteLaser- oder Schweißtechnik; unterschiedlich farbige Oberflächenbehandlungder Wände in Pulverbeschichtung oder Lackierung• Standort der Wände auf amorph geformtem Podest aus blau eingefärbtemBeton als WU-Beton, Fläche ca. 170 qm, in die Bestandstopographieeingeschoben; allseits begehbar über bis zu drei Stufen und zweiseitiganschließende Rampen, behindertengerecht• auf dem Podest ist eine Oberflächenentwässerung mit entsprechendem Gefällezu berücksichtigenKosten Angabe VerfasserInnen: 427.000 €,laut Vorprüfung: ca. 400.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven ca. 50.000 €; Kostenrisiko gering• Ansatz Künstlerhonorar 10%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung ca. 2.900 € / Jahr


1010_______________________________________________________________________________________________________________Titel(o.T.)Vorgeschlagen wird ein “zeitloser Ort von kontemplativer Atmosphäre” als Stätte derBegegnung, der Erinnerung und der Reflexion.Durch Licht und Architektur soll ein auf alle Sinne wirkendes „verdichtetes, assoziativesRaum-Erlebnis“ entstehen, ein „Gedächtnisraum“, der wie eine „Membran zwischenverschiedenen Zeiten und Sphären“ angelegt ist und den Eindruck erweckt, man befindesich über einem „bodenlosen, lichterfüllten Abgrund“.


1010__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• begehbarer, erleuchteter „Tiefenraum“ in Form einer versenkten, dreifachgestuften Rotunde mit Stufen als Sitzbereiche• Beleuchtung der Rotunde und Erzeugung einer sich darüber wölbendenleuchtenden Kuppel durch Lichtquellen, die in einem unterirdischen Raumangeordnet sind und durch verglaste Stufenfronten hindurch in denAußenraum strahlen• Dimension, Konstruktion und Lichttechnik des unterirdischen Raums für denPassanten unsichtbar• künstlerisch gestaltete, perforierte runde Platte im Zentrum des Rotunden-Beckens• Umfeld als wesentlicher „Wirkraum“ der Anlage (Bewegung der Besucher,Wahrnehmung, Annäherung, wechselnde Sitz- undBegegnungskonstellationen)• Rotunde im vorderen Bereich der Lichtung, ohne spezielle Wegeführung vonallen Seiten her betretbar• Durchmesser der Rotunde 12 m• Baukörper des unterirdischen Raums 6 m tief aus weiß eingefärbtemSichtbeton, Konstruktion des Baukörpers als wasserundurchlässige „WeißeWanne“• Stufen, Auflagerbalken und Bodenplatten aus Betonfertigteilen, anthrazytfarbeneOberfläche der Stufen und Bodenplatten durch Einfärbung mitEisenoxydzuschlägen• Trittstufen im Unterschnitt aus Sicherheitsglas zum unterirdischen Baukörper• Beleuchtung des unterirdischen Raums durch umlaufendes Band aus 72 vertikalmontierten Langfeldleuchten entlang der inneren Wand; Reflexion an weißenBetonwänden (Lenkung des Lichts nach oben)• Entwässerung über minimal geneigte Stufen nach Innen• mittige runde und mit gestalteten Öffnungen versehene Bronzeplatte alsRegenwasser-Abflussdeckel und Einstiegsluke zum Revisionsgang(bewegliche Leiter zum unterirdischen Raum)• Entwässerungsführung nicht eindeutig geklärt, Leitungen müssten durch denunterirdischen Raum geführt oder unmittelbar unter dem Abflussdeckel eintiefer versickerungsfähiger Schacht innerhalb des Bauwerks errichtet werden• geplante Bauwerkstiefe erfordert aufwändige Baustelleneinrichtung• Abdichtung gegen Grund- oder Schichtenwasser in Ausführung als „WeißeWanne“ in Sichtbeton aufwändig; sichtbare vertikale Dehnfugen erforderlich;alternative Ausführung denkbarKosten Angabe VerfasserInnen: 450.000 €,laut Vorprüfung: ca. 441.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven keine; Kostenrisiko Grundwassersituation,Abwasserführung• Ansatz Künstlerhonorar 7 %Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 3.700 € / Jahr


1011_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Das Prisma“Das Prinzip des Prismas wird als „Metapher für unseren Kopf“ begriffen.Darüber hinaus sollen im Konzept des hier vorgeschlagenen begehbaren prismatischenObjekts unterschiedliche „Reflexionsebenen“ die Empfindungen der Besucher prägen:die Ebene der Opfer (eingegrenzt sein und von der Umgebung abgetrennt), die der Täter(Durchsichtigkeit der gläsernen Hülle), die der Meditation (Besinnung, Erinnerung,Andacht, Gedenken) und die der gefühlsmäßigen Identifikation (Bewegungsschwierigkeitendurch schrägen Boden).


1011__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• Glaskörper in Form eines geraden, vierseitigen Prismas bzw. Kubus, durch zweiÖffnungen betretbar und durchschreitbar, leicht gekippt, daher Boden leichtangeschrägt• nachts beleuchtet• ständig wechselndes Binnenklima mit „metaphorischer“ Bedeutung• in den Boden eingelassene Schrift zur Verfolgung der Homosexuellen imNationalsozialismus und zur Widmung des Denkmals• Wahl des Materials Glas als bewusster Kontrast zum Beton des Denkmals fürdie ermordeten Juden Europas• Positionierung des „Prismas“ auf einem bandförmigen Weg, der vomLennéschen Baumsaal durch den Glaskörper hindurch nach Westen führt,jedoch leicht zum Weg versetzt• Schrift als Fortsetzung des Weges im Inneren des Glaskörpers• Überbrückung des Höhenunterschiedes zwischen Weg und Glaskörper mittelsTreppe und Rampe• Glaskörper (Acrylglas, Wände und Dach jeweils 5 cm stark) mit den Maßen 6 x6 x 6 m• Herstellung in acht Fertigteilsegmenten, vor Ort montiert und selbsttragend• Betonfundament, aufgeteilt in vier Segmente, mit Gefälle von 4-5%, aus demBoden 15 bis 45 cm herausragend, mit weißem Natursteinvorsatz (Werkstein)in rauer Oberfläche• Inschrift als 5 cm hohe, in den Werkstein bündig eingelassene Buchstaben ausEdelstahl• Beleuchtung im Innenraum durch bodenbündige Leuchtdioden, im Außenraumdurch auf die Bäume gerichtete Bodenleuchten, deren Licht im Acrylglasreflektiert wird• Klimaführung gegen Beschlagen der Glasflächen erwähnt, aber nicht erläutert• Acrylglas nach Angaben der Verfasser „pflegeleicht“, zusätzlicher Kratzschutzdurch Folie möglich• Treppe, Rampe und Betonband des Weges von dunkelgrauer Farbe, Sockel desGlaskörpers mit weißen Natursteinvorsatz (Werkstein)• Rampe für Rollstuhlfahrer mit Hilfe befahrbar• Acrylglasplatten in den Maßen 6 m x 6 m x 5 cm sind nicht als Standardwarenlieferbar, max. lieferbares Maß 2 m x 3 m• „selbsttragende Konstruktion“ erfordert in den Fugen der Acrylglasfertigteilejeweils (sichtbare) Fixierungen und Sicherungen• Führung des Regenwassers von der Dachfläche unklar; schnelleVerschmutzungen der Dachfläche und der Seitenflächen zu erwarten• langfristige Einwirkung von UV-Licht führt zur Mattierung des Acrylglases• bodenbündige Beleuchtung kann die Inschrift nicht beleuchten• Länge und Zielpunkt des Weges unklar• widersprüchliche Aussage in Text und Bild, an welcher Seite des Glaskörpersdie Treppe angeordnet ist und an welcher die RampeKosten Angabe VerfasserInnen: 519.000 €,laut Vorprüfung: ca. 512.000 €• Kostenüberschreitung um 62.000 €• Kostenrisiko Konstruktionsart, Materialstärke und Verarbeitung• Ansatz Künstlerhonorar 3 %Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 3.700 € / Jahr


1012_______________________________________________________________________________________________________________Titel„365 Stühle und eine leere Mitte“Der Denkmalsentwurf hat zwei Leitmotive: Erstens den Verlust, den die Gesellschaftdurch die Verfolgung und Ermordung der Homosexuellen erlitten hat, die „schmerzvollhinterlassene Lücke“. Zweitens den Schutz, der notwendig ist für das „Angedenken derunsrigen und… der anderen Opfer“.Sinnbild für Verlust und Schutz ist ein Ensemble von 365 um eine leere Mitte gruppiertenStühlen. In der Zahl 365 soll das Jahrhunderte alte „zyklische Wesen von Homophobie“zum Ausdruck kommen, aber auch der nachdrückliche Satz: „Wir sind da, und wir sindviele.“


1012__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• rostrote, relativ kleine Stahlplatte im Zentrum der Denkmalsanlage• ringsherum 365 rostrote Stühle, in deren lockerer Gruppierung undunterschiedlicher Ausrichtung ein „öffentliches Bild einer schwullesbischenGesprächskultur“ zum Ausdruck kommen soll• Positionierung der meisten Stühle auf einer rötlich gepflasterten Fläche, die sichwie ein „Steg“ vom Straßenrand in den Park hinein erstreckt• Stahlplatte in der Mitte der Lichtung• Ausrichtung des gepflasterten, parallelogrammförmigen Streifens auf den schonlange bestehenden Schwulen-Treffpunkt im Inneren des Tiergartens• Vorschlag: befestigter Weg als Anschluss des Denkmals-Standortes an dasWegenetz des Parks und zu dessen Aufwertung „als markantes Nadelöhrzwischen Stadt und Park“• Stühle aus verschweißter Stahlrohrkonstruktion (35/35 mm), rostig, klar-mattlackiert mit Sitz- und Rückenflächen als eingelegte Natursteinplatten(cremefarben), im Boden verankert• mittig in der Gesamtfläche bodengleiche, rostig belassene Stahlplatte 3 m x 3 m• Befestigung der Gesamtfläche 21 m x 56 m in Granitpflaster ca. 12 m x 20 m• Größe der Gesamtfläche ca. 1000 qm• Befestigung der 365 Stühle in Granitpflaster (Bohrung, Dübelung, Verklebung)aufwändigKosten Angabe VerfasserInnen: 450.000 €,Kosten laut Vorprüfung: ca. 443.000• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven keine; Kostenrisiko Montage der Stühle• Ansatz Künstlerhonorar 4,5%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung ca. 4.100 € / Jahr


1013_______________________________________________________________________________________________________________Titel(O.T.)Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass trotz aller Fortschritte im Bereich derGesetzgebung und zunehmend toleranter gesellschaftlicher Umgangsformen diebildhafte Darstellung der homosexuellen Liebe nach wie vor auf größte Vorbehalte stößt.Die Verfasser schlagen daher vor, Homosexualität inmitten des – heterosexuell besetzten– öffentlichen Raums unmittelbar sichtbar zu machen und auf diese Weise zurIdentitätsbildung und zur Aneignung des Stadtraums beizutragen.Hierfür wählen sie die Darstellung eines Kusses, eines fragilen und unschuldigen Aktes,zugleich ein positives Bild, mit dem sich jeder identifizieren könne („the fragile andinnocent act of a kiss… a positiv homosexual imagery… that everyone can identify with“).


1013__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• einzeln stehender Baukörper, der sich in Material, Form und Proportionen an dieStelen des Denkmals für die ermordeten Juden Europas anlehnt, jedochgrößer dimensioniert und mit schrägen Wände und geneigtem Dach• im perspektivisch verengten, unbetretbaren Innenraum dreiminütige Schwarz-Weiß-Video-Loop-Projektion zweier junger Männer, versunken in einen endlosscheinenden Kuss• seitliches Glasfenster als einzige Öffnung des Baukörpers undEinblicksmöglichkeit auf den Video-Loop• Betonkörper als Schutzraum für die Darstellung des schwierigenSpannungsverhältnisses von öffentlich und privat• Positionierung des Baukörpers im vorderen Bereich der Lichtung am Rand desLennéschen Baumsaals, in Sichtbeziehung zum Stelenfeld des Denkmals fürdie ermordeten Juden Europas• Baukörper in den Maßen (L/B/H) 4,76 m x 1,90 m x 3,64 m als Stahlbetonkörperin glattem, anthrazit eingefärbtem Sichtbeton in monolithischer Erscheinung,Oberflächenbehandlung mit Tiefengrund und Graffitischutz• Öffnung für Einblick in Innenraum mit innen liegender VSG-Scheibe 40 x 40 cm,unsichtbar befestigt• Öffnung für Projektorrevision im Dachbereich• innere Auskleidung mit Holz-Spanplatten trichterförmig auf Projektionsflächeführend, Anstrich in Farbton Beton• Projektion des Videoloops (Endlosschleife) auf Projektionsfläche überMultimediaprojektor (Beamer) mit unsichtbarer Montage über Einblicköffnung,verdeckte Kabelführung• Innenraum benötigt ausreichende und effektiv angeordnete Belüftungsöffnungenzur Vermeidung von Feuchtigkeitsstau und übermäßiger Wärmeentwicklung• Herstellung des Betonkörpers als Werk-Fertigteil aufgrund hoher Anforderungenan Oberfläche, Materialerscheinung und Farbigkeit empfehlenswertKosten Angabe VerfasserInnen: 298.000 €,laut Vorprüfung: ca. 320.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven ca. 130.000 €• Ansatz Künstlerhonorar 40 %Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 3.700 € / Jahr


1014__________________________________________________________________________________________________________________Titel„Vis-à-Vis“Nur wenn die Komplexität des Themas verstanden werde, könne eine öffentlicheDiskussion zustande kommen.Um dieses Verständnis zu fördern, steht im Zentrum dieses Entwurfs die Vermittlunghistorischer Fakten, Geschichten und Deutungen. Dies soll in „labyrinthischer Form“geschehen – Labyrinth als „Sinnbild für Gehirnwindungen, also für das Denken selbst,und für die Ohrschnecke, also das Zuhören“; Labyrinth allerdings nicht als Ort derSuche und des Versteckens, sondern als Ort der Begegnung und des Dialogs.


1014__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• labyrinthische Architektur als Komposition dreier halbhoher, weißerSpiralformen, auf dreieckiger Grundfläche mit zentraler Dreiecksform imInneren• Spiralformen als Textträger und als Sitzangebote• Sitzmöglichkeiten („Vis-à-Vis-Sitze“) nach Vorbild des „Confident“ bzw. derRecamiere (Dialog-Situation) in die Spiralformen integriert• Textangebote auf drei Ebenen: historisch-dokumentarisch, biographisch,literarisch (auf homosexuellen Kontext bezogene Gedichte)• dreiecksförmige Grundfläche im Inneren der Lichtung• Denkort als Verbindung zwischen Ebertstraße und Parkinnenbereich• Korrespondenz der weißgrauen Farbigkeit zu anderen Denkmälern imTiergarten• 3 identische ineinander greifende Spiralkörper mit jeweils 24 eingelassenenhalbrunden Sitzflächen, 90 cm hoch, 70 cm tief, Länge jeweils 50 m, Abstandzueinander 1,80 m; Weißbeton mit reflektierenden Zuschlagstoffen,Sitzflächen mit schwarz gebeiztem Robinienholz belegt• dreiecksförmige Grundfläche mit abgerundeten Seiten, Größe ca. 590 qm,Seitenlänge 28 m; wassergebunde Decke; ca. 30 cm zur Umgebungangehoben, begrenzende Einfassung aus Flachstahl• dreieckige rosafarbene Glasplatte im Zentrum, Seitenlänge 2 m, in den Bodeneingelassen, hinterleuchtet• Texte in verschiedenen Schriftgrößen in schwarzen Buchstaben als Siebdruckauf Glas, seitlich und auf Oberseite bündig in die Betonoberfläche eingelassenund durch Matten aus Lichtleitfasern hinterleuchtet• Hinterleuchtung der zentralen Glasplatte nicht eindeutigKosten Angabe VerfasserInnen 441.000 €,Kosten laut Vorprüfung: ca. 392.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven ca. 55.000 €; Kostenrisiko Anzahl und Art der Anbringungder Schrifttafeln• Ansatz Künstlerhonorar 3,3%Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 2.700 € / Jahr


1015__________________________________________________________________________________________________________________Titel„warm“Das Projekt soll dazu beitragen, den negativ besetzten Begriff „warmer Bruder“, mit demHomosexuelle abfällig bezeichnet werden, in einen positiven Begriff zu verwandeln.Hierfür soll – in „Umkehrung des klassischen Denkmals“ – ein lebendiger, kommunikativerOrt entstehen, der als Bühne und „Speaker’s Corner“ genutzt werden kann, physische undfarbliche Wärme ausstrahlt und dokumentarische Tonaufnahmen zum Thema wiedergibt.Besucher und Publikum sollen den Denkort gemeinsam bespielen und sich „in Szenesetzen“: „Jeder ist sein eigenes Denkmal!“


1015__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• Denkmal in Form eines leuchtend orangefarbenen, betret- und bespielbarenObjektes auf Dreiecksgrundriss mit zwei gestaffelten höheren Ebenen,Aussichts- und Rednerplattform, Sitz- und Liegemöglichkeiten, akustischerInstallation und Lautsprecher• dokumentarische Tonaufnahmen in Korrespondenz zu den Eigenäußerungender Denkmalsbesucher („symbolischer Dialog“)• durch Strom erzeugter Eindruck von Körperwärme („positiveEnergieübertragung“) an acht Stellen des Objekts (Symbol für die„Abwesenheit der im KZ ermordeten Homosexuellen“)• helle, warme orangene Farbigkeit als bewusster Kontrast zur Umgebung(„Anderssein, Schrillsein“)• eindrucksvolle nächtliche Lichtwirkung durch Bestrahlen der Baumgruppen imHintergrund• später vorgesehene Beschriftung noch nicht konkretisiert• Positionierung des Objekts auf der Lichtung, Orientierung der Spitze desObjektes zur Ebertstraße; hintere Baumgruppen als Abschluss des Denkortes• Zugänglichkeit von allen Seiten• Nutzung der umgebenden Grünflächen als Liegewiese für das Publikum der aufdem Objekt präsentierten Darbietungen und Reden• Grundform des Objekts als spitzes Dreieck (8 m / 13 m); Höhe 2,42 m; oberePlattform ca. 4,5 qm, mit 70 cm hoher Brüstung, Umgang auf Zwischenhöhe(H = 43cm)• Treppe mit 12 Stufen von der Schmalseite auf die Plattform• Material Naturstein; beschrieben wird die Ausführung als „solide“, demnachmassive Natursteinausführung; farbig in hellem, warmem Orange übermalt,Graffitischutz; Stufen, Ränge und Plattform in unbehandeltem Naturstein• akustische Installation mit eingelassenem Lautsprecher im Bug des Denkmals• Heizflächen an acht Sitzstellen des Objektes• Rückwärtig eingebaute Scheinwerfer auf Baumgruppen gerichtet• bei der Konstruktion aus massivem Naturstein ist bzgl. der Steinqualität und derFugenausbildung der Frostschutz zu beachten; das Eindringen von Wasser istdauerhaft zu verhindernKosten Angabe VerfasserInnen 450.000 €,laut Vorprüfung: ca. 440.000 €• innerhalb des Kostenrahmens realisierbar• Sicherheitsreserven von ca. 10.000 € gering; Kostenrisiko Verarbeitung,Montage des massiven Natursteins• Ansatz Künstlerhonorar 13 %Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 4.500 € / Jahr


1016__________________________________________________________________________________________________________________Titel„The Road Less Traveled“Ausgangspunkt ist die Verankerung des homosexuellen Lebens in der Gesellschafteinst und heute.Im Tiergarten, in dem wie in einem „Quilt“ die unterschiedlichen Aspekte deutscherGeschichte, Kultur und Politik zusammengefügt sind, soll auch die Rolle der homolesbischenCommunity zum Ausdruck kommen, wie ein in den Park eingebranntesMonogramm.Ausgangspunkt ist die dreidimensionale Form eines Irrgartens („The Maze“), die voneinem zweidimensionalen, den Buchstaben „H“ nachzeichnenden Weg („The Gay Way“)durchdrungen und in die Tiefe des Parks hinein erweitert wird, um das integrativeMoment zu unterstreichen.


1016__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfung• Irrgarten als symbolhafter Ausdruck von Freiheitsbeschränkungen und Suchenach dem (Aus-)Weg• Entwurf eines artifiziellen, zivilisierten Labyrinths mit gewissermaßenweihevollem Charakter, in bewusstem Kontrast zur „unmoralischen“historischen Rolle des Heckenlabyrinths der französischen Barockgärten• Irrgarten als nach Norden hin im Park versinkende Hainbuchen-Heckenstrukturmit Kieswegen, die in der Nacht im Abschnitt der Deckung mit dem in dieLabyrinthkorridore eingefädelten „H-Weg“ von der Seite her beleuchtet sind• „The Gay Way“ als ebenfalls nächtlich beleuchteter, geheimnisvoll in den Parkhinein schimmernder Weg in Nachzeichnung eines schwungvollen, teilsbreiter, teils schmaler werdenden handschriftlichen „H“• Labyrinth etwa im Bereich der Lichtung, H-Weg nach allen Seiten, vor allemnach Norden um das Goethedenkmal herum ausgreifend• hohes Labyrinth im südöstlichen, niedriges im nordwestlichen Bereich• Überschneidung des H-Weges mit vorhandenem Wegesystem• partielle Anhebung der inneren Bereiche des H-Schriftzugs• H-Weg insgesamt 620 m lang, der Schrifttype folgend zwischen 0,6 und 3 mbreit; Aufbau als 15 cm verdichtete Kiesschicht, 6 cm Asphaltschicht und 3 cmAsphalt-Deckschicht mit reflektierenden Zuschlagsstoffen; 1% Gefälle zurEntwässerung• Einfassung des H-Weges mit einseitigem Metallband und einseitigerbegleitender Mauer aus Betonfertigteilen in Sichtbetonqualität, L-förmig(B/H/T) 0,4 x 0,4 x 0,1 m, den inneren Radien folgend und beiWegekreuzungen unterbrochen; topographische Anhebung der angrenzendenRasenflächen bis zur Oberkante der Mauer• kontinuierliche Beleuchtung des H-Weges; in den Überhang der Mauerintegrierte Langfeldleuchten mit fluoreszierenden Leuchtmitteln• Heckenlabyrinth aus Weißbuchen (Carpinius Betulus, auch Hainbuche), 1,8 mbreit, dicht bepflanzt, mit 1,8 m breiten Zwischenräumen für die Wege;regelmäßiger seitlicher Beschnitt der Hecken, unbeschnittener obererAbschluss, Anstieg der Heckenhöhen von Nord-West nach Süd-Ost von 2,0auf 3,5 m (Pflanzhöhen von 0,5 bis 2,2 m)• Wege im Labyrinth 1,8 m breit als wassergebundene Kiesdecke, in Fortführungdes H-Weges mit zusätzlicher 60 cm breiter Asphaltdecke und den seitlichenBetonmauern mit Wegebeleuchtung• Bearbeitung der Topographie und Anhebung der Rasenfläche bis Oberkante derbegleitenden Mauereinfassung außerhalb der Innenradien ungeklärt• Montage der Linienleuchten in den Bereichen der engen Radien problematisch• gekreuzte Wege im Park existieren noch nichtKosten Angabe VerfasserInnen: 450.000 €,laut Vorprüfung: ca. 460.000 €• leichte Überschreitung des Kostenrahmens• Kostenrisiko Größe der Bearbeitungsfläche, Form und Länge derBetoneinfassung• Ansatz Künstlerhonorar 9 %Folgekostenfür Reinigung, Graffitientfernung, techn. Service, Strom ca. 8.000 € / Jahr


1017_______________________________________________________________________________________________________________Titel„Die Teekanne“Im Unterschied zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas und zum geplantenDenkmal für die ermordeten Sinti und Roma soll sich dieses Denkmal nicht „in die Erdegraben…, sondern vom Boden lösen“ und „dem Licht entgegenkommen“.Angelegt ist es als „Hybrid“ zweier assoziationsreicher Formen: zum einen eine„Ingenieurs-Architektur“, die „nicht nur graziös (ist), sondern auch an Funktionen derKontrolle und Bewachung (gemahnt), nicht nur innerhalb der Lager“; zum anderen eine„gegenständliche Skulptur“, die sich absichtsvoll auf klischeehafte Vorstellungen einer„typisch schwulen … Pose oder Geste“ bezieht.


1017__________________________________________________________________________________________________________________VorschlagStandort / Wegeführung /Einbindung in den ParkMaterial / KonstruktionAnmerkungen derVorprüfungKostenFolgekosten• haushohes Objekt einer überdimensionierten Teekanne auf begehbarer weißerTurmkonstruktion mit Treppenleitern und Aussichtsplattform• Teekannen-Skulptur in bauchiger, verschnörkelter Gestaltung mit Schnabel undHenkel in Form zweier Hände (Hinweis auf „effeminierte“ Gestik)• Plattform als Bodenaufsatz der Teekanne und als Aussichtsmöglichkeit auf denTiergarten• Treppen nach oben als Angebot, von einem festen Platz wegzukommen und„auszureißen“• Objekt auf Lichtung platziert• Gesamthöhe des Objektes 17 m• Teekannen-Skulptur 6 m hoch, mit Kupferblech beschlagene Stahlkonstruktion• Turm als Stahlfachwerk-Mast, 11 m hoch, weiß lackiert; Boden aufüberkragender Plattform aus Hartholz; doppelte Treppenführung um dasGerüst(keine)Angabe VerfasserInnen: k. A.,laut Vorprüfung: ca. 460.000 €• Überschreitung des Kostenrahmens• Kostenrisiko zu geringe Aussagen über Materialverarbeitung und Konstruktion• Ansatz Künstlerhonorar k. A.für Reinigung, Graffitientfernung ca. 4.000 € / Jahr


__________________________________________________________________________________________________________________ImpressumHerausgeberGesamtkoordinationOrganisation undDurchführungFotosSenatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und KulturBrunnenstraße 188 – 19010119 BerlinKunst im Stadtraum und am BauDörthe GreschikDorothea Strube, KunstvermittlungDie KünstlerInnenBerlin, Januar 2006

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