Mit Volldampf voraus

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Mit Volldampf voraus

D2 Ingenieurs-BlattChronikAchema-SonderausgabeWIEN (ap). Nicht in einer Garage,sondern in der „Stahlbaubaracke“auf dem Werksgelände der VÖESTentstand Pörner. 1972 wagte KurtThomas Pörner den mutigenSchritt und gründete mit fünfMann sein Technisches Büro.Die Firma mit Sitz in Wien entwickeltesich gut. Schon ein Jahrnach Gründung wurde in Linz einZweigbüro eröffnet. Erste Großaufträgewaren Detailplanungenfür die Raffinerien Kongo undMauretanien, die eine gewaltigeWeiterentwicklung brachten. InWien etablierte sich das jungeTeam als Engineering-Partnersowohl für die Raffinerien ÖMV(heute OMV) Schwechat undMobil Kagran, als auch für Kraftwerksbauer(SGP, Waagner Biro,Elin) und für viele andere Industriekunden(z.B. Papier, Alkohol,Schokolade). Der kleine österreichischeMarkt zwang Pörner, sehrvielseitig zu sein.Nach einer arbeitsreichen Anlaufphasewurde das Biturox ® -Verfahren zu einem weltweitenRenner. So kam es, dass man beimzehnjährigen Jubiläum bereitsstolz auf 100 Mitarbeitern blickenkonnte.Dynamische Entwicklungin schwierigem UmfeldUnmittelbar nach der Wende inDeutschland nutzte Pörner dieGunst der Stunde und gründete1992 in Grimma bei Leipzig eineNiederlassung. In den euphorischenJahren nach der Wendewurden zwei Megaprojekte vonGrimma abgewickelt: das StärkewerkBarbie für Cerestar und eineWasserstoffsuperoxid-Anlage inBitterfeld. In den darauf folgenden,wirtschaftlich schwierigeren, Jahrenkonnte sich Pörner Grimma alsselbständige Ingenieurgesellschaftund Spezialist für Spezialchemie,Formaldehyd und Harzanlagenprofilieren.Während in ganz Europa großeAnlagenbauunternehmen geschlossenwurden, konnte Pörnerals mittelständisch geprägte Firmadurch Qualität zu günstigen Kostenin den 90er Jahren mächtigzulegen.1998 öffnete das Büro in Kundlseine Pforten, mit Fokus auf diePharma-Industrie. Die TirolerTruppe erwirbt große Kompetenzbeim Bau von Versuchs- undKleinproduktionsanlagen, beiReinraumtechnik und Anlagenzertifizierung.Der Standort Linz entwickeltsich währenddessen zumKompetenz-Center für Planungvon Anlagen der Stahlindustrie.In Zentraleuropa erweiterte diePörner-Gruppe ihren Markt auf dieNachbarländer. 2002 übernahmman die ungarische Tecnimont Rt.mit Sitz in Budapest und im vergangenenJahr wurde die Mehrheitan dem ukrainischen Gas-Engineering-SpezialistenGazintek Ltd.,ansässig in Kiew, erworben.Ein Meilenstein der Unternehmensentwicklungwar 2003 dieÜbernahme der Leipziger EDL.WIE ALLES BEGANNDie Entwicklung der Pörner-GruppeDie Pörner-Gruppe ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte.Damit wurde mit einem Schlag dieIngenieurskapazität verdoppelt unddie verfahrenstechnische Kompetenzentscheidend verstärkt.Heute besteht die Pörner-Gruppeaus fünf Firmen an siebenStandorten: Wien, Linz, Kundl,Leipzig, Grimma, Budapest undKiew. Die mittlerweile 350 Ingenieureund Spezialisten stellen nichtnur eine große Planungskapazität,sondern auch einen großen Pool anExperten dar. Es entwickelte sicheine eigene Unternehmenskultur,in der die Stärken jedes Standortesgefördert werden.Als Unternehmens-Gruppe mitweltweiter Exporterfahrung undüber 1.000 abgewickelten Projektenist Pörner in Zentraleuropaheute sehr gut positioniert.Wie geht es weiterPörner will sich nicht mit dem Erreichtenzufrieden geben. Geradein Zeiten mit einem Auftragsstand,der höchste Auslastung fürdie nächsten zwei Jahre bringt,kann in Ruhe für die Zukunft geplantwerden.Die Weiterentwicklung wird aufzwei strategischen Elementen beruhen:Erstens: das europäische Ingenieurdienstleistungs-Netzwerkwirdweiter ausgebaut. Pörner und EDLwollen auch in Zukunft klassischeIngenieurdienstleistungen fürdie Verfahrensindustrie erbringen– mit starker Fokussierungauf proaktive Verfahrenstechnik,zeitgemäße Automatisierung undKUNDLCLIENTSLEIPZIGLINZGRIMMAPARTNERSPARTNERSVENDORSVIENNALAGOSmoderne Engineering-Methoden.Die Zusammenarbeit mit Raffineriekundenwird vermehrt auf derBasis von langfristigen Vereinbarungenlaufen.Weitere lokale Ingenieurbürosmit 20 bis 40 Mitarbeitern jeStandort in den neuen EU-Ländernwerden gegründet, um nachbewährten Standards mit lokalerPräsenz, Projekte zu bearbeiten.Bereits dieses Jahr wird ein weiteresIngenieurbüro in Rumäniengegründet. Darüber hinaus werdendie bestehenden Kapazitätendurch Partnerschaften und Beteiligungenmit und bei bestehendenIngenieurunternehmen laufenderweitert.Zweitens: die internationale Vermarktungvon Gesamtanlagen aufder Basis eigener Technologien wirdausgebaut. Schon bisher hat der internationaleAnlagenbau bei Pörnerüber 50% des Umsatzes bei gutenErträgen ausgemacht. Daher sollenneben Bitumen und Formaldehyd/Harzen weitere Verfahren durchBeteiligung an kleineren oder mittlerenTechnologiefirmen akquiriertund mittels Lieferprojekten durchdas eigene Netzwerk umgesetztwerden.Dabei ist daran gedacht, eigeneFinanzierungs- und Beteiligungsmodellezu entwickeln, die einenaktiven Verkauf solcher Anlagen erleichtern.Mit der Mehrfachnutzungweiterer Technologien kann sich dieWertschöpfung je Ingenieurstundebei Pörner wesentlich erhöhen.Arbeit im Netzwerk schafft Synergienund kombiniert die Stärkenund Spezialisierungen der Einzelnen.Das Pörner-Netzwerk umfasstnicht nur die Pörner-Unternehmen,sondern auch die Kunden, Allianzpartnerund Lieferanten aus derganzen Welt.Durch ihre fraktale Struktursoll der Pörner-Gruppe, auchwenn sie weiter wächst und nochinternationaler wird, ihre mittelständischeUnternehmenskulturerhalten bleiben. Hierarchienmüssen flach und Informationswegekurz bleiben, der Verwaltungs-Overheadgering.VENDORSCLIENTSVENDORSMOSCOWCLIENTSBUDAPESTKIEVTEHRANCLIENTSFACTSHEET:DIE PÖRNER-GRUPPEKontakt:Pörner Ingenieurgesellschaft mbHHamburgerstraße 9A-1050 Wien, ÖsterreichTel.: +43 (1) 589 90-0, Fax: +43 (1) 589 90-99Email: vienna@poerner.eu, Web: http://www.poerner.euGeschäftsführer:DI Andreas Pörner, DI Peter SchlossnikelNiederlassungen:1972 Gründung durch K. Th. Pörner in Wien1973 Eröffnung des Büros in Linz1998 Eröffnung Büro in KundlBeteiligungen:1992 Pörner Ingenieurgesellschaft mbH (100%)sitz: Grimma, Deutschland2002 Pörner Engineers and Contractors Ltd. (100%)sitz: Budapest, Ungarn2003 EDL ANLAGENBAU GESELLSCHAFT MBH (100%)sitz: Leipzig, Deutschland2005 Gazintek Ltd. (70%)sitz: Kiew, UkrainePartnerschaft:Pörner + Partner Ziviltechniker-GmbH, WienLeistungen:• Vorprojekte und Wirtschaftlichkeitsstudien• Projektmanagement• Behörden-Engineering• Umweltverträglichkeitsprüfungen• Ausführungspläne für alle Gewerke bis zur Detailplanung; Verfahrenstechnik,Layout, Verrohrungsplanung, Maschinen und Apparate,Förderanlagen, Logistik, elektrische Anlagen, Instrumentierung undAutomatisierung (MSR), Architektur (Entwurfs- und Polierplanung),Bautechnik (Betonbau, Stahlbau, Ausbau), Haustechnik• Beschaffung von Lieferungen und Leistungen• Koordinierung und Terminverfolgung• Kostenkontrolle• Bauleitung• Claim-Management• Inbetriebnahme• EnddokumentationBereiche:• Raffinerie und Petrochemie• Energieerzeugung• Umwelttechnik• Industrielle Produktionsanlagen• Lebensmittelindustrie• PharmaindustrieMitarbeiter: 350Umsatz 2005:35,9 Mio. EuroGesamtkapazität: 480.000 Ingenieurstunden/JahrDas PoerNet – die Summedes Ganzen ist mehr als dieeinzelnen TeileCLIENTSVENDORSBEIJINGCLIENTSPARTNERSSINGAPOREFazitWir denken, dass sich diePörner-Gruppe bis zum Endedieses Jahrzehnts zu einemAnlagenbauer der gehobenenMittelklasse mit circa 500Mitarbeitern weiterentwickelnkann.Dabei möchten wir den bestenIngenieuren der Branchein unserem Unternehmen eineWirkungsstätte geben undgrößtmögliche Eigenverantwortlichkeitübertragen. UnserAnspruch ist es, unserenKunden so gut wie die Bestender Welt zur Seite zu stehen.Flexibel, schnell, kostengünstig,innovativ und offenfür neue Aufgaben, Ideen undKooperationen zu sein, dafürstehen Pörner und EDL heuteund in Zukunft - nehmen Sieuns beim Wort!


Achema-SonderausgabeChronikIngenieurs-Blatt D3EDL ANLAGENBAU GESELLSCHAFT MBHAnlagenbau aus Leipzig mit TraditionDie Wandlung von einem Staatsbetrieb der DDR zu einem hochspezialisierten AnlagenbauerLEIPZIG (wk). Der Chemieanlagenbauhatte in Leipzig schonimmer eine große Tradition.So war in Leipzig das ChemieanlagenbaukombinatLeipzig/Grimma (CLG), als die Ingenieurfirmader ehemaligen DDRmit über 2.500 Ingenieuren ansässig.Mit der politischen Wende1989 kam auch der Umbruchin der gesamten Wirtschaft derDDR; bisherige Märkte brachenweg, einheimische und auchKunden im ehemaligen RGW-Gebiet reduzierten ihre Investitionstätigkeit.Die Unternehmenmussten reagieren.Gründung der EDELEANU GmbHLeipzigAm 1. September 1991 erfolgtedie Bildung der EDELEANUGmbH Leipzig als Tochtergesellschaftder EDELEANUGESELLSCHAFT mbH Alzenaudurch Herauslösen einesUnternehmensbereiches ausdem CLG-Rechtsnachfolger.Ziel der Firmenausgründungwar es, mit einem hochqualifiziertenMitarbeiterstamm dasGeschäftsfeld der chemischenIndustrie zu erweitern und dievorhandenen Beziehungen undKontakte nach Osteuropa zunutzen und auszubauen.Die Anfangszeit gestaltetesich aufgrund politischer undwirtschaftlicher Schwierig-bauprojekte.Neben den Raffinerie-Aktivitätenforcierte EDL auchwieder die Akquisition auf demSektor der klassischen Chemie,vor allem auf dem heimischenMarkt im mitteldeutschen Chemiedreieck.Besonders beimNeubau von Chemieanlagenkonnte EDL mit ihrer komplettenStruktur, d.h. mit allenerforderlichen Engineering-Disziplinen und eigenem Projektmanagement,Erfolge einfahren.1998 erfolgte die Verschmelzungder EDELEANU GmbHLeipzig auf die EDELEANU GE-SELLSCHAFT mbH Alzenau.Weitere Umstrukturierungen,der Verkauf der Mutterfirmain Alzenau an einen deutschenGroßanlagenbauer sowie dieUmfirmierung in die EDL AN-LAGENBAU GESELLSCHAFTMBH Leipzig folgten.EDL in der Pörner-GruppeIm Jahre 2003 wurde der entscheidendeMeilenstein gesetzt.Die Pörner IngenieurgesellschaftmbH in Wien erwarb diegesamten Anteile der EDL vomRWE-Konzern. Seit dem 1. Jänner2003 ist die EDL nunmehreine 100%-ige Tochter der PörnerIngenieurgesellschaft.Die bereits vorher begonnenenRestrukturierungsmaßnahmenin der EDL trugen Früchte. Alsauch verstärkt Augenmerk aufden internationalen Anlagenbaugelegt. Innerhalb des Pörner-Netzwerkswurden globaleProjekte unter Nutzung dertechnischen und lokalen Stärkengemeinsam durchgeführt.Auf dieser Grundlage konntedie Geschäftstätigkeit derEDL in letzter Zeit erheblichausgeweitet werden. Eine Vielzahlvon Referenzprojekten fürnamhafte nationale und internationaleKunden beweist, dassdie EDL ihren Platz auf demAnlagenbaumarkt gefundenhat: als verlässlicher Partnerfür Kunden im Bereich der Chemieund Raffinerie, aber auchfür die vielen Zulieferbetriebeund Montagefirmen.Ziele für die ZukunftUm den gestiegenen Anforderungenim Anlagenbau gerechtzu werden und sich den ständigändernden Bedingungenam Markt anzupassen, wirddie EDL innerhalb der Pörner-Gruppe auch weiterhin denKunden als klassischer Ingenieur-Dienstleisterin allenPhasen des Projektgeschäftszur Verfügung stehen. Darüberhinaus wird die Fokussierungauf Verfahrenskompetenz undweltweit vermarktbare Technologienverstärkt.Mit einer weiteren Vergrößerungder ingenieurtechnischenIngeniumausLeipzig:Die EDLANLAGENBAUGESELLSCHAFTMBH40353025201510503503002502001501005001984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005Die Entwicklung des Umsatzes sowie derMitarbeiterzahlen spiegelt die Erfolgsgeschichteder Pörner-Gruppe wider.PörnerFACTSHEET:EDL ANLAGENBAU GESELLSCHAFT MBHKontakt:EDL ANLAGENBAU GESELLSCHAFT MBHLindenthaler Hauptstraße 145D-04158 Leipzig, DeutschlandTel.: +49 (341) 46 64-400Fax: +49 (341) 46 64-409Email: gf@edl.poerner.deWeb: http://www.edl.poerner.deLeistungen:• Gutachten und Prüfberichte• Feasibility-Studien• Budget-Ermittlungen• Sicherheitsanalysen und -berichte• Behörden-Engineering• Basic-Engineering• Detail-Engineering• Lieferung von Ausrüstungen/Materialien• Projektmanagement• Bau- und Montageüberwachung• Inbetriebnahme• Turnkey-AnlagenbauEDL1972 1974 1976 1978 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004keiten im Osten Deutschlandsund in Osteuropa kompliziert.Doch begünstigt durcheine sehr gute Auftragslage imRaffineriesektor begann dieEDELEANU GmbH Leipzig(EDL) im Gefolge der Muttergesellschaftin Alzenau, in denRaffinerien Deutschlands Fußzu fassen und anspruchsvolleGroßprojekte auszuführen.Im Laufe der Jahre gelang eszunehmend, große Projektteileam Standort Leipzig selbstständigzu planen und abzuwickeln.EDL erwarb sich so in den Raffinerieneinen guten Ruf alskompetenter und verlässlicherPartner für komplexe Anlagen-unabhängiges, mittelständischausgerichtetes Unternehmen,gelang es in nur zwei Jahrendie Anzahl der Kunden zu vervielfachen.Mit dem Ausbau derverfahrenstechnischen Kompetenzund dem Aufbau einereigenen Vertriebsabteilungkonnte EDL nunmehr selbständigihr gesamtes Geschäftsfeldbearbeiten.Es gelang den Mitarbeitern,sich vor allem am deutschsprachigenMarkt einen sehr gutenNamen als kompetenter undleistungsfähiger Partner imAnlagenbau zu machen.Durch die Zugehörigkeit zurPörner-Gruppe wurde nunKapazität in allen Fachdisziplinenwird EDL auch seiner Verantwortunggerecht, als einerder größeren Arbeitgeber inder Region hochwertige undsichere Arbeitsplätze zur Verfügungzu stellen. Die Organisationsstrukturwird so angepasst,dass eine möglichst große Kundennäheerhalten bleibt.Die EDL fühlt sich in diesemSinne auch der langen Anlagenbautraditionam StandortLeipzig verpflichtet. Ziel istes, den Leipziger Anlagenbauals Begriff für Qualität undZuverlässigkeit zu etablieren;führend in Deutschland undZentraleuropa.Bereiche:• Petrochemie/Raffinerietechnik, z.B.• Entschwefelungsanlagen• Alkylierungsanlagen• Destillationsanlagen• Leichtbenzin-Isomerierung• FCC-Anlagen• Chemie, z.B. Herstellung von• synthetischen Harzen• Faserprodukten• Spezialkunststoffen• Spezialchemikalien• Produkten der Siliziumchemie• Spezialtechnologien, z.B.• Compounding-Anlagen• Tanklager (einschließlich Be- und Entladestationen)• Batchanlagen• Bio-Diesel• KraftstoffzusätzeMitarbeiter: 104Umsatz 2005:11 Mio. EuroGesamtkapazität: 210.000 Ingenieurstunden/Jahr


D6 Ingenieurs-BlattKunststoffeAchema-SonderausgabeKERAMISCHE WERKSTOFFENeue Technikumsanlagefür dasFraunhofer Institutin WürzburgWÜRZBURG (ps). Das FraunhoferInstitut für Silicatforschung(ISC) in Würzburg befasst sichunter anderem mit der Entwicklungneuer keramischerWerkstoffe für Hochtemperaturanwendungen.Dabei spielenkeramische Fasern einebedeutende Rolle. Ähnlichwie bei GFK-Bauteilen werdenaus keramischen Materialienfaserverstärkte, schadenstolerantereVerbundteile hergestellt.Völlig neuartig ist dieSiBN 3C-Hochleistungsfaser,die bei geringeren Fertigungskostenin vieler Hinsicht bessereMaterialeigenschaften alsSiC aufweist. Ihre Anwendungfindet die Weltneuheit überalldort, wo Temperaturen über1.400°C und/oder aggressiveUmgebungsbedingungen herrschen:in Luft- und Raumfahrt,Energietechnik, Fahrzeug- undChemieanlagenbau.Ziel des Fraunhofer ISC istdie Etablierung eines neuenFasertyps in reproduzierbarenund technisch verwertbarenMengen (kg-Maßstab). Daraussoll eine zuverlässige Aussagezum Leistungsprofil der Fasernim Anwendungsfall gewonnenwerden können. Liegen dieseDaten vor, sollen Polymer undKeramikfaser kommerziellumgesetzt werden. Um diesesZiel zu erreichen, wurden amStandort Würzburg eine Polymer-Pilotfertigungund eineFaser-Pilotfertigung aufgebaut.EDL gewann im Dezember2004 den Vertrag über dasDetail-Engineering sowie Lieferungund Errichtung derAusrüstungen. Beim Projektkonnte die Vielseitigkeit in derPörner-Gruppe vorteilhaft genutztwerden: Pörner Kundl,der Standort mit den größtenErfahrungen im Technikumsmaßstab,wurde mit dem Detail-Engineeringfür die Ausrüstungen,Aufstellungs- undMontageplanung sowie Montageüberwachungbetraut.Die Anlage wurde planmäßigim Dezember 2005 fertiggestellt,die Inbetriebnahme imMärz diesen Jahres zur Zufriedenheitdes Betreibers abgeschlossen.Nun soll das neuartigePolymer in ausreichendenMengen zur Verfügung gestelltwerden, um die Anwenderindustriemit Mustermengenversorgen zu können.Die Technikumsanlagein WürzburgNIENBURG (mh). Flexsys VerkaufGmbH liefert Chemikalien fürdie internationale Gummi- undReifenindustrie. Im deutschenFlexsys Werk wird seit 1960der polymere Schwefel mit demNamen Crystex ® hergestellt.Dieses hochwertige Produktbleibt in der Gummimischungauch bei längerer Lagerzeitgleichmäßig verteilt und sorgtdafür, dass Reifen durch dasVulkanisieren ihre Form undFestigkeit behalten.Für die Erweiterung derProduktion setzte sich 2004Nienburg gegen andere internationaleProduktionsstättendurch. Flexsys-GeschäftsführerJ. Wnuck hierzu nicht ohneStolz: „Den Ausschlag geben diewirtschaftlichen Kennzahlenunseres Werkes. Mit dieser Investitionerhält Nienburg modernsteProduktionsanlagenund erweiterte Lagerkapazitäten.Herzstück der Modernisierungist die neue Verfahrensanlagemit einer Höhe vonüber 40 Meter, die unser Unternehmenund den Industrieparkweithin sichtbar machen.“Im März 2005 beauftragteFlexsys Verkauf GmbH die EDLmit dem Detail-Engineeringund der Bau- und Montageüberwachungfür diese Kapazitätserweiterung.Gemeinsam mitKEMATEN (dm). Im niederösterreichischenKematen entstanddie europaweit erste Anlagezur Gewinnung von sortenreinenKunststoff-Granulatenaus Altstoffen. Pörner war derIngenieurpartner für die Verwirklichungdieser zukunftsträchtigenGroßanlage.Müller Guttenbrun – Recyclingspezialistaus Amstetten –und MBA-Polymers – Verfahrensgeberaus Richmond/USA- realisieren diese bisher fürundenkbar gehaltene Technologie.Elektronik-Schrott undAbfälle aus der Autoverwertungwerden zu hochwertigemRohstoff für neue Kunststoffprodukte.Aus 40.000 TonnenCHEMIECrystex ® -Anlage fürPolymeren Schwefel bei Flexsysdem Kunden wurden in kurzerZeit die finanziellen, organisatorischenund technischen Voraussetzungenfür das Projektgeschaffen. Ein Projektteamdirekt vor Ort - eine Notwendigkeitbei einem derartigenUmbau - wurde als Task-Forcegebildet, wo neben Mitarbeiternvon EDL auch Fachleutedes Kunden und die Bauabteilungvon Pörner Grimma eingebundensind. EDL-ProjektleiterHaring: „Die Zusammenarbeitwar von Beginn an sehr effektivund vertrauensvoll. Alle Beteiligtensind hoch motiviert, undstets bereit, Probleme zeitnahzu lösen.“Das Detail-Engineering wirdim Frühjahr 2006 abgeschlossensein, die Montagensind bis zum Frühjahr 2007geplant. Die maschinellenAusrüstungen, zum Teil spezielleKonstruktionen für dasHandling von Pulver, sindeine besondere Herausforderung.Spezifikation und Bestellungenwerden in engerKooperation mit dem Kundendurchgeführt. Die Aufstellungund die Planung derRohrleitungen erfolgt im 3D-PDS-Modell. Diese Anschaulichkeitbewährt sich täglichbei der Abstimmung speziellerDetails. Die gesamteTechnik der Anlage wird denhohen Anforderungen desExplosionsschutzes gerecht.Medienbedingt sind sehrRECYCLINGAus Alt mach NeuSortenreiner Kunststoff aus Altstoffenhohe Temperaturklassen, d.h.niedrigste Zündtemperaturenzu beachten, was die Lieferantenauswahleinschränkt.Die bautechnischen Lösungenwerden durch den Untergrundaus Schwemmsand mitTorfeinlagerungen geprägt,dessen an sich schon geringeFestigkeit sich bei Vibrationennoch weiter verringert.Seit Anfang September 2005sind Baumaßnahmen im Gange.Durch geeignete Winterbaumaßnahmenkonnte durchgängiggebaut werden. Somitwurden die Voraussetzungengeschaffen, schon Anfang2006 mit Stahlbaumontagenzu beginnen. Die Bau- undMontageleistungen zwischenAnlagen, die sich in Betriebbefinden, erfordern ein hohesMaß an Koordination undein besonderes Sicherheitsbewusstsein.Teilabschnitte des Projekteswerden ab Frühsommer 2006fertiggestellt sein und schrittweisein Betrieb gehen. In engerZusammenarbeit mit demBetreiber wird dafür gesorgt,dass die laufende Produktiongesichert ist. Aus den Erfahrungender letzten Monatekann auf eine termin- undbudgetgerechte Übergabe geschlossenwerden.Abfällen pro Jahr können nunbis zu 30.000 Tonnen pro JahrKunststoffe wie ABS, HIPS undspäter auch Polypropylen gewonnenwerden.Das großzügige Werks- undVerwaltungsgebäude mit einerNutzfläche von mehr als 9.000Quadratmeter wurde von Pörnerin der rekordverdächtigenZeit von nur 22 Wochen gebaut.Die maschinentechnische Ausrüstungwurde durch die Pörner-NiederlassungLinz abgewickelt.Am 22. März 2006 wurdedie Recyclinganlage durch denLandeshauptmann Erwin Pröllfeierlich eröffnet.links: Außenansicht inKematenunten: Das Kernstück derRecycling-Anlage


Achema-SonderausgabeChemieIngenieurs-Blatt D7FORTSETZUNG VON SEITE 1Mit Volldampf vorausIngenieurfirmen mit über 100Mitarbeitern, die komplexere Anlagenbauvorhabenabwickeln undrealisieren können. Die Vielzahlkleinerer Ingenieurbüros hat sichauf bestimmte Verfahren spezialisiertoder ist nur in Einzeldisziplinentätig.In der aktuellen Situationfehlen also mindestens zwanziguniverselle KMU-Ingenieurunternehmenmit circa 200 Ingenieurenin Deutschland undÖsterreich.Die Pörner-Gruppe mit selbstcirca 350 Mitarbeitern beschäftigtz.B. dauernd über 120 Ingenieurein sub. Man könnte derzeitca. dreimal so viel Arbeit vomMarkt bekommen als Kapazitätvorhanden ist.Es ist sehr schwer, dem Bedarfentsprechend die Unternehmenskapazitätaufzustocken: Am Arbeitsmarktist eine riesige Lückeentstanden: an Fachpersonalgrundsätzlich, weil nur wenigeLeute im letzten Jahrzehnt denIngenieurberuf mit Hinblick aufVerfahrensanlagenbau gelernthaben – und weil erfahrene Generalisten(Projektleiter, Verfahrensspezialistenund Senior-Ingenieurein den Kerndisziplinen)sehr rar sind. Die Leistung vonÜberstunden gibt ein zusätzlichesPotenzial, das aber nicht überstrapaziertwerden darf. Subvergabenan kleinere Ingenieurfirmen werdenpraktiziert – jedoch sind alleFirmen im gesamten zentraleuropäischenRaum voll ausgelastet.Bleibt nichts über, als Aufträgeabzulehnen - was besonders beilangjährigen, guten Kundenbeziehungensehr weh tut. Schließlichmüssen aber auch in Zeitender Voll- oder Überauslastung imIngenieurbüro die Qualitätsstandardssichergestellt werden.... und den Herstellern,Zulieferern und AusführendenÄhnlich wie bei den Ingenieurfirmenkam es bei den Herstellernder Ausrüstungen zu wesentlichenMarkt- und Strukturänderungen.Hatte in den 60er bis 80er Jahrennoch jedes Land für fast alle Bestandteile(z.B. jede Art von Pumpen)eigene Produzenten, kam esin den 90ern zu immer größererSpezialisierung der Herstellerund damit zu einem globalenWettbewerbsmarkt, in dem nurdie Besten in ihrer Kernkompetenzüberleben konnten.In vielen Fällen ist eine Monopolsituationbei den Anbietern entstanden.Der Vorteil dieser Entwicklungist allerdings, dass dieEnergien (Erfahrung, Fachkompetenz,technische Ausstattung)der kleinen Unternehmen gebündeltwurden und ihnen Kapitalfür Weiterentwicklung zur Verfügungsteht: die wenigen am Marktauftretenden Lieferanten bietendafür technisch erstklassige Lösungenund Ausrüstungen undsind weltweit präsent mit Serviceund Garantien.FazitDie Situation der letzten zwanzigJahre hat den EuropäischenAnlagenbau gezwungen, starkzu rationalisieren. In der Planungdurch bestes Projektmanagement,Normierung understklassige EDV-Tools. Bei denHerstellern durch Nischenstrategien,Konzentration der Produktionenund weltweite Präsenz.Beim Bau durch perfekteLieferlogistik, präzise geplanteMontageabläufe, den Einsatzvon spezialisierten Montagepartnern,und durch eine funktionierendeQualitätssicherung.Von der Organisation, der Expertiseund der Leistungsfähigkeither, sind die Anlagenbauererstklassig aufgestellt. Sie könnenihre Funktion als Motor derWirtschaft bestens erfüllen.Der neue Boom im Verfahrensanlagenbaufordert die Branchejedoch heraus, plötzlichviel, vielmehr zu leisten als das,worauf sie aufgrund der letztenJahre kapazitiv vorbereitet ist.EDL und LEUNA-Harze GmbHHARZE.LEIPZIG (rb). Mit Recht kann EDLdarauf verweisen, dass auf Grundder guten Qualität und Termintreueder realisierten Leistungensich mit mehreren Kundenzwischenzeitlich eine langjährigePartnerschaft etabliert hat.Ein Paradebeispiel dafür ist dieZusammenarbeit mit der FirmaLEUNA-Harze GmbH, die 1996begann und sich jetzt auch aufdie Tochtergesellschaft LEUNA-Epilox erstreckt.Zusammenarbeit seit zehn JahrenEDL kann sich glücklich schätzen,seit 1996 nahezulückenlos für dieRealisierung vonverschiedenen Projektenvon diesemKunden beauftragtworden zu sein.Die Zusammenarbeitbegann mitder Planung undErrichtung einesProjektes zur Konzentrationder Harzproduktionin dreiBauabschnitten miteinem Projektwertvon insgesamt 36 Mio. Euro, welches1998 fertiggestellt wurde.2001: „Leuna Harze 2“Aufgrund der guten Erfahrungenin der Zusammenarbeit wurdeEDL dann im Jahr 2001 mitder Planung und Errichtung desVorhabens „Leuna-Harze 2“ beauftragt.Diese Anlage zur Produktionvon Epoxidharzen miteiner Kapazität von knapp 15.000Tonnen wurde Ende 2002 fertiggestelltund hat einen Projektwertvon circa 25 Mio. Euro.Mit dieser Erweiterung wurdedie jährliche Produktion von Spezialharzenmehr als verdoppeltund überstieg 30.000 Tonnen proJahr bei gleichzeitig verbesserterQualität.Langjährige Partnerschaft zumgegenseitigen VorteilDiese Menge setzt sich zusammenaus Standardharzen, modifiziertenEpoxidharzsystemen,Spezialharzen, Reaktivverdünnern,Epoxidharzhärtern undKetonharzen, die weltweit vermarktetwerden.2004: Bisphenol-AnlageDamit nicht genug, die kontinuierlichpositive Entwicklung vonLeuna-Harze und die Qualitätder bisherigen Zusammenarbeitführten dazu, dass an EDL imJahre 2004 ein dritter Großauftragerteilt wurde. Dieser betrafdie Planung und Errichtung einerAnlage zur Produktion vonSpezialbisphenolen im Zeitraumbis Ende 2005 und mit einemAnlagenpreis von circa elf Mio.Euro. Mit der Errichtung dieserAnlage - einem Unikat in Europa- konnte der Kunde sein Produktprofilweiter ergänzen undsomit den Anforderungen seinerAbnehmer noch besser gerechtwerden.In dieser Anlage wird aus Phenolund Formalin über einenspeziellen Katalysator, der diespäteren Produkteigenschaftendes Endproduktes bestimmt, dasBisphenol hergestellt, welcheswiederum Ausgangsprodukt zurHerstellung von Epoxidharzenfür spezielle Anwendungen ist.Das Verfahren, welches in Fortführungfrüherer Forschungstätigkeitauf den Erfahrungen vonLeuna-Harze beruht, wurde mitdieser Anlage weiterentwickelt.Besonders hervorzuheben isthier, dass zwischen Auftragserteilungund Fertigstellung füreine Spezialanlage mit komplettneuer Technologie nur zwölf Monatelagen.2005: Epoxidharz-AnlageDer vorläufig letzte Höhepunktder Zusammenarbeit beider Unternehmenstellt die Vergabe einesAuftrages für eineweitere Anlage zurProduktion von Epoxidharzen,ähnlichdem zweiten Projekt,dar. Für diesenAuftrag erfolgengegenwärtig diePlanungsarbeiten,die Fertigstellungist für Mitte 2007geplant.Am Rande sei erwähnt,dass „nebenbei“einige kleinereVorhaben, so z.B.die Erweiterung eines Harzlagersund der Glycid-Ether-Produktionzur Ausführung gelangten.EDL im Dienste von Leuna:always on-timeBei all diesen Projekten war EDLverantwortlich für das Engineering,die Beschaffung von Lieferungenund Leistungen im Namen/aufRechnung des Kundenund das Baustellenmanagement.Die Planungen wurden unter Verwendungmodernster Softwareausgeführt. Dadurch war es möglich,für alle Projekte den vorgegebenenZeitplan einzuhalten.Wir sind sicher, dass sich EDLauch bei weiteren geplanten Ausbauphasenberechtigte Chancenauf neue Aufträge machen kann.KUNSTSTOFFKunststoffe für die moderne ZeitPörner baut Polyesterharzanlage für SpolchemieUSTI NAD LABEM (kk). Im Herbst2004 entschloss sich Spolchemie,ein bedeutender Chemiebetrieb inUsti nad Labem, Tschechische Republik,in eine neue Anlage zur Herstellungvon bis zu 35.000 Tonnenpro Jahr ungesättigten Polyesternund Alkydharzen zu investieren.Pörner Grimma erhielt zunächstgemeinsam mit dem VerfahrensgeberRHE Händel GmbH & CoKG den Auftrag für ein Basic-Engineeringund in der Folge denEPCM-Auftrag für die Lieferungder Verfahrensanlage. Baubeginnwar März 2005.„Dies ist ein weiterer Schritt fürSpolchemie, um bei den modernstenChemiebetrieben Europas dabeizu sein“, sagte GeschäftsführerMartin Procházka, bei der EröffnungMitte Februar 2006. „Dankdieser neuen Harzproduktion mitTop-Technologien können wir einbedeutender Player am Weltmarktfür Harzspezialitäten werden. Polyesterharzesind die Kunststoffeder Zukunft. Sie werden in vielenBereichen traditionelle Werkstoffe,Metalle und sogar Stahl ersetzen.“Die Anlage ist hinsichtlich Technologie,Sicherheit und Umweltfreundlichkeitdie modernste undbeste auf dem Markt. Sie wurdemit den besten Sicherheits- undSteuersystemen ausgerüstet. Emissionenchemischer Substanzen ausdem Prozess werden kontrolliertentfernt.Die Verfahrensanlage beinhaltetzwei Reaktoren mit je 25Kubikmeter und fünf Verdünnungsapparatemit bis zu 50 KubikmeterVolumen. 480 Rohrleitungenmit insgesamt 15 kmRohrlängen wurden verbaut. DasInvestitionsvolumen betrug circa14 Mio. Euro.Das Projekt ist ein Beispielfür gelungene Kooperation vontechnologie-orientierten Unternehmenwie RHE Händel (JosefMeissner Gruppe), Pörner undnicht zuletzt dem Kunden Spolchemie:so entstehen effizient Anlagenmit hoher Wertschöpfung.


D8 Ingenieurs-BlattRaffinerieAchema-SonderausgabeDie Biturox ® -StoryBITUMEN. Eine weltweite Erfolgsgeschichte mit Ursprung in ÖsterreichWIEN (ap). Bis in das 20. Jahrhundertwar das Bitumenblasendie einzig bekannte Möglichkeitzur Herstellung vonBitumen mit hohem Penetrationsindex,also hochviskosenBitumensorten („IndustrialGrades“), die unter anderemfür Dach- und Isolierbahnenverwendet werden. Bitumenblasenin alter Technologie warmit einem wesentlichen Problembehaftet: Koks. Diesermacht die Masse inhomogen,die Klebekraft, sicherlich diewesentlichste Bitumeneigenschaft,wird stark beeinträchtigt.Koks wird auch immervon oxidativen Schadstoffenbegleitet, welche die Alterungdes Bitumens stark beschleunigen.Bitumen aus vielen RohölenIn Europa wird die Weiterentwicklungder Bitumenblasetechnologieerst zum Thema,als in den 50er Jahren einungeheurer Bedarf an neuenStraßen offenbar wurde. Daserforderliche Bitumen konnteaber aus den bisher dafür verwendetenasphaltenbasischenRohölen aus Venezuela oderLaguna nicht in ausreichenderMenge hergestelltwerden. So warman nun in Österreichgezwungen,Rohöle ausdem eigenen Land(Matzen) sowieder GUS und demNahen Osten zuverwenden. MatzenerRohöl istnaphthenbasischund sehr paraffinarm,die Öleaus der GUS unddem Nahen Ostensind Mischtypen.Sie enthalten einenmerklichenGehalt an Paraffinen,aber zu wenigAsphaltene.K o n t r o l l i e r t e sBlasen ist die besteMethode, Asphaltene herzustellen.Erfunden in der OMVSo wurde Anfang der 60er-Jahrevon der OMV in Schwechatbei Wien mit der Entwicklungeines modernen Bitumenblaseverfahrensbegonnen. Ziel wardie Herstellung von Straßenbaubitumenim Penetrationsbereichvon B 120 (Asphalt) bisB 10 (Gußasphalt). Voraussetzungenwaren: wenig oder keinKoks und kürzere Blasezeiten.Als Versuchsreaktor diente einePilotblase mit fünf KilogrammEinsatz. Um die Reaktionstemperaturzu steuern war es bisherüblich, Wasser auf die Bitumenoberflächeaufzusprühen. Dieerste innovative Neuerung wardie Idee, das Kühlwasser miteinem Rohr durch das Bitumenhindurch an den Reaktorbodenzu führen und dort austretenzu lassen. Die Lufteintragungerfolgte zunächst konventionellüber Spider, später wesentlichverbessert, über ein dünnesRohr. Um die Luft in die erforderlichenkleinen Bläschen zuzerteilen (Vergrößerung der Reaktionsoberfläche)wurde überdem Luftaustritt ein Blattrührerangeordnet.Die Ergebnisse waren beachtlich.Die Reaktionszeiten warenkurz, die Prozesstemperaturkonnte exakt kontrolliert werdenund tatsächlich waren dieBitumen koksfrei. Die Ergebnissewurden in einer Patentschriftzusammengefasst undveröffentlicht: das Biturox ® -Verfahren war geboren.Biturox ® -Reaktor:effizient und doch schonendDer nächste Schritt war der Baueiner großtechnischen Bitumenoxidation.Nach einer erstenBlase mit 15 Tonnen Inhaltwurde ein 40 Tonnen Schlaufenreaktormit Innenzirkulationgebaut. Dieser enthielt einmehrstufiges Rührwerk aufder zentral angeordneten Antriebswelle.Diese Biturox ® -Reaktorenwurden etwa 15 Jahrelang für die Herstellung verschiedenerBitumensorten verwendet.Mitte der 70er-Jahre wurdenWünsche laut, den Blaseprozessneuerlich zu beschleunigen.Es wurden neue Versuche imLabor aufgenommen. Die Ideewar Oxidation unter mäßig erhöhtemDruck. Die Ergebnissewaren überaus zufrieden stellend.Die Blasezeiten konntendeutlich verringert werden unddamit wird die Bitumenqualitätdurch schonendere Verarbeitungbei kleinerem Reaktorvolumenverbessert.Weltweite Vermarktungdurch PörnerGenau in dieser Phase, Anfangder 70er-Jahre, wurde dasneue Verfahren an K. Th. Pörner,dem Gründer des IngenieurbürosPörner zur Vermarktungaußerhalb Österreichsherangetragen und ein Kooperationsvertraggeschlossen. Esgelang bald, eine erste Lizenzan Mobil Wörth, Deutschlandzu vergeben. Pörner konnte zunächstim Nahen Osten und inAustralien Erfolge verbuchen.War man anfangs sehr auf diemechanische Ausrüstung (Reaktor)fixiert, entwickelte sichmit den Jahren bei Pörner einbedeutendes Know-how in derBitumenchemie: insbesonderebei der Auswahl der richtigenRohstoffe, ihrer Mischung undVerarbeitung, um die besten Bitumenkostengünstig herzustellen.Die Entwicklungsarbeitenam Biturox ® -Verfahren wurdenseit den Tagen der erstenErfindungen bis heute laufendfortgesetzt. Das Bitumenlaborwurde um eine kontinuierlicheLaboranlage ergänzt sowiedie Forschung auf untypischeRückstände aus Raffinerien inder ganzen Welt erweitert.Weltweit Nr. 1in der BitumenoxidationDie Anzahl der weltweit errichtetenAnlagen nach demBiturox ® -Verfahrenist bis heuteauf mehr als 30gestiegen. DieMehrzahl derführenden ÖlkonzernebetreibenBiturox ® -Anlagen.Der Zuwachs anneuen Anlagenwar in den letztenfünf Jahren besondershoch, dadie Erdölverarbeiteranstreben, denRohöleinkauf inRichtung schwefelarmeTreibstoffezu optimieren.S c h w e f e l a r m eRohöle haben üblicherweiseeinengeringen Anteilan natürlichenAsphaltenen. Genau hier setztBiturox ® an, da auch die Rückstände,die nach gängigemVerständnis als nicht “bitumenfähig”gelten, zu qualitativhochwertigen Straßen- undIndustriebitumen verarbeitetwerden können.Heute werden etwa fünfProzent der Straßenbitumen-Weltproduktion von 100 Mio.Tonnen pro Jahr mit Biturox ®hergestellt, der Rest wird immernoch mit Direktdestillationerzeugt. Es herrscht ein enormerBedarf an Bitumen, daviel zu wenig angeboten werdenkann. Mit dem intelligenten Biturox® -Verfahren kann Pörnerdazu beitragen, dass künftigweltweit mehr und besseres Bitumenfür den volkswirtschaftlichso bedeutenden Straßenbauzur Verfügung steht.Teamwork in der Praxis:Pörner baut Biturox ® -Anlage für MBWDie vorerst letzte und gleichzeitig modernste Biturox ® -Anlage wurdeim Oktober 2005 in Webau, Sachsen-Anhalt in Betrieb genommen.Die Mitteldeutsche Bitumenwerk GmbH (MBW) investierte circa 4,2Mio. Euro für die Oxidationsbitumen-Anlage mit einer Kapazität von60.000 Tonnen pro Jahr. Sie ist die modernste in ganz Westeuropa.Die Anlage zeichnet sich durch hohe Produktivität (kontinuierlichesVerfahren, geringe Wartungszeiten), gleichmäßige,stabile Bitumenqualität und Erfüllung der DIN EN ISO 9001:2000 Normen für eine umweltgerechte Produktion aus.Der größte Bitumen-Produzent in Deutschland, die TOTAL BitumenDeutschland GmbH wird den Vertrieb der Produkte übernehmen.Die Anlage wurde in enger Zusammenarbeit mit der WienerBitumengruppe und Pörner Grimma mit Intergraph PDSgeplant und zwar in „virtueller“ Zusammenarbeit der Standorteüber Internet bzw. E-Mail. Dies zeigt, dass bei guter Ausstattungund dem Willen aller Beteiligten nicht immer eine„Entsendungskarawane“ von einem Standort zum anderen geschicktwerden muss, um erfolgreich zusammenzuarbeiten.Erfolgreiche Partnerschaft vonEDL mit der TOTALRaffinerie MitteldeutschlandWEBAU (al). Nachdem EDL bereitsverschiedene Aufträge für diesenwichtigen Kunden erfolgreich ausgeführthatte, erfolgte im Oktober2005 die Unterzeichnung einesRahmenvertrages über die Erbringungvon Ingenieurleistungenzwischen EDL und der TOTALRaffinerie in Leuna/Spergau. DieseLeistungen betreffen z.B. Studien,Basic- und Detail-Engineering,Beschaffungsleistungen sowieBau- und Montageüberwachung.Mit Abschluss des Rahmenvertragesist es beiden Partnernmöglich, in einem vereinfachtenVerfahren Leistungen anzubietenund zu beauftragen, d.h. auch dieVerkaufs- bzw. Einkaufsabläufeeffizienter zu gestalten.Zwischenzeitlich konnten beideSeiten erste Erfahrungen in derRealisierung von Rahmenvertragsaufträgensammeln.So wurden bereits Leistungenfür elf Vorhaben angeboten, wovonbisher sieben zu Aufträgenführten. Davon sind für vier dievereinbarten Leistungen schonerbracht. Weitere Projekte sind inVorbereitung.Die beauftragten Leistungenbetreffen Verbesserungen undEngpassbeseitigungen z.B. in derPOX-Methanolanlage, im Tanklagerund der Verladung. Aber aucheine Studie zum gesamten Fackelsystemder Raffinerie ist in Arbeit.Beide Seiten haben nach Vertragsunterzeichnungschnell undunkompliziert die notwendigenDetailabsprachen für die Angebotslegung,Beauftragung undAusführung von Leistungen vereinbartund damit eine effektiveZusammenarbeit etabliert. Dazugehören auch regelmäßige Besprechungenzwischen den Projektverantwortlichen.Natürlich erfolgtunter Nutzung der Erfahrungenaus ausgeführten Aufträgen einekontinuierliche Verbesserung derZusammenarbeit. Zu Ende desJahres 2006 ist eine Bewertungder bisherigen Zusammenarbeitvorgesehen.


Achema-SonderausgabeFeuilletonIngenieurs-Blatt D9Kaffeehäuser in Wien und LeipzigWIEN/LEIPZIG (lb). Was machteigentlich einen Kaffeehausbesuchso besonders?Das Rascheln der Zeitungen,die hitzigen Debatten, derfreundliche Ober oder der köstlicheDuft frischen Kaffees?Diese Frage ist nicht einfachzu beantworten – viele DetailsEin sinnliches Erlebnisspielen eine Rolle, damit ausdem Kaffeehausbesuch ein sinnlichesErlebnis wird.Da ist zum einen die gemütlicheAtmosphäre: Mit den Spiegelwändenund Plüschnischen, in denenman vertraulich plaudern kann,mit Zeitungen aus aller Welt undmit klassischen Süßspeisen, ist esoft ein Ort für politische Disputeoder schüchterne Verliebtheiten.In beiden Städten: Leipzig undWien ist die Tradition der Kaffeehäuserlang, ist Kaffee eines derLieblingsgetränke der Menschen.Machen Sie mit uns einen Abstecherin Leipziger und Wiener Kaffee-Geschichten!KAFFEE IST NICHT GLEICH KAFFEE:DIE QUAL DER WAHLWie Wien zum Kaffee kamAls Wien im Jahr 1683 von denTürken belagert wurde, hätte sichwohl keiner der bedrängten Einwohnervorstellen können, dassdies den Beginn eines wichtigenStücks Wiener Tradition markierenwürde. Der Legende nach solles nämlich damals dem DolmetscherGeorg Franz Kolschitzkygelungen sein, verkleidet durchdie feindlichen Linien zu gelangen,um so Hilfe für die Belagertenherbeizuholen. Nach dem Siegüber die Türken durfte sich derRetter Wiens als Erster etwas ausder Kriegsbeute aussuchen – docher wählte lediglich einige Säckebrauner Bohnen, welche der Halsüber Kopf flüchtende Feind zurückgelassenhatten. Kolschitzky,dem im Gegensatz zu den Wienerndie Bedeutung der dubiosenBohnen aufgrund seiner Türkeireisenwohlbekannt war, witterteeine Geschäftsidee und eröffneteschließlich im Jahre 1686 eines derersten Kaffeehäuser in Wien.1685 das erste Wiener Kaffeehausurkundlich erwähntObwohl diese Gründungslegende„Der Coffe Baum“KAFFEEKULTUR. In Leipzig steht derzweitälteste Kaffeetempel EuropasLEIPZIG (uf). Im historischenStadtkern von Leipzig, nichtweit vom Alten Rathaus entfernt,befindet sich eines derältesten Kaffeehäuser Europas,das Café und Restaurant „ZumArabischen Coffe Baum“, so dervolle Name, oder kurz der „Kaffeebaum“.In dem im Originalbau erhaltenenKaffeetempel wird seitdem Jahr 1720 Kaffee ausgeschänkt.Die Gaststätte ist nachdem Café Procope in Paris dieälteste, bis heute durchgängigbetriebene Kaffeeschänke Europas.Der Name dieses berühmtenCafés geht auf das über der Eingangstürangebrachte Hauszeichenzurück. Dieses war der Legendenach ein Geschenk Augustdes Starken an die damalige Besitzerindes Hauses, Johanna E.Lehmann, mit der er eine Liaisongehabt haben soll. Das Hauszeichenzeigt einen unter einemKaffeebaum liegenden Türken,rechts daneben steht ein kleinerEngel. Der reicht dem Türkeneine Tasse, beide berühren sichmit der Hand. Symbolisiert werdensoll dadurch die Berührungzwischen Orient und Okzident.In seiner fast 300-jährigenGeschichte ging eine illustreGesellschaft in diesem Hausein und aus. Man lebte, liebte,arbeitete, feierte, ass und trankin seinen Mauern. Zeitweise warenes bis zu 80 Personen, unterihnen Schriftsteller, Poeten undKomponisten. Genannt seienGeorg Franz Kolschitzkyvermutlich nicht ganz der Wahrheitentspricht, wird doch indieser Zeit das erste Wiener Kaffeehausurkundlich erwähnt: Danachhat im Jahr 1685 ein Griechenamens Johannes Diodato in seinemWohnhaus an der heutigenRotenturmstrasse das erste WienerKaffeehaus eröffnet.Anfangs stieß das dunkle Heißgetränkbei den Wienern noch aufwenig Gegenliebe. Als man aberdann bemerkte, dass sich derGeschmack des Kaffees durchZugabe von Milch und Zuckererheblich verbessern ließ, warnur einige: Schiller, Liszt, Wagner,Schumann; auch Napoleonwar hier Gast.Nach umfangreicher Restaurierungwurde das Kaffeehaus1998 wieder eröffnet und lädtseitdem Besucher aus aller Weltzum Verweilen ein. Neben einemRestaurant stehen drei Caféstubenin unterschiedlichem Stilzur Auswahl. Da darf das „WienerCafé“ mit Wiener Atmosphäreund wienerischen Kaffeespezialitätenwie z.B. „Einspänner“nicht fehlen. Orientalisch gehtes im „Arabischen Café“ zu, woman sich beim Rauchen derWasserpfeife in Geschichtenvon 1001 Nacht entführen lassenkann. Das „Café francais“verbreitet eine typisch französischeBistro-Atmosphäre.Ein Besuch lohnt sich!Für Interessierte hiernoch die Adresse: Kleine Fleischergasse4.GESCHICHTE. Wie aus dem Kaffeehaus eineWiener Institution wurdeder Siegeszug des Wiener Kaffeehausesnicht mehr aufzuhalten.Gab es im Jahr 1714 noch elfkonzessionierte Kaffeehäuser, sowaren es zur Blütezeit Ende des19. Jahrhunderts bereits 600.Die Wiener KaffeehausliteraturDamals wie heute war das Kaffeehausviel mehr als nur ein Kaffeeausschank.Vielmehr dientees den Besuchern zugleich alsWohnzimmer und Freizeitclub.Man konnte stundenlang jedeMenge ausliegender Zeitungendurchschmökern oder in geselligerRunde Billard oder Karten spielen.Viele Künstler und Denker verfasstenihre Werke im Kaffeehaus undverbrachten darüber hinaus einengroßen Teil ihrer Zeit hier - derBegriff „Kaffeehausliteratur“ entstand.Arthur Schnitzler, TheodorHerzl und Leo Trotzki waren nureinige der prominenten Besucher.Die Arbeit im Kaffeehaus ermöglichteein Werken an den eigenenTexten, ohne sich einsam undallein zu fühlen. Verließ einen dieMuse, konnte man mit Kollegendebattieren. Außerdem konnteman sich im Kaffeehaus anrufenIn Wien bestellt man keinen simplen Kaffee oder kein „KännchenKaffee“. Man sollte sich daher vor einem Kaffeehausbesuch mitden verschiedenen Kaffee-Zubereitungsarten vertraut machen. Infrüheren Zeiten hatte es da ein Gast noch einfacher: Damalswurde eine Farbpalette gereicht, welche von schwarz bis milchig-weißreichte. Der Gast bestellte den Kaffee einfach durchNennung der gewünschten Farbe. Heute wird in Wiener Kaffeehäusernein spezielles Vokabular benötigt, möchte man seinenWunsch präzise erfüllt haben.Hier eine Auswahl der gängigsten Kaffeevariationen:Kleiner und großer Schwarzer : Schwarzer nennt manin Wien schwarzen Kaffee, der wie ein Espresso mit heißemWasser unter Druck extrahiert wird. In doppelter Menge wirder als großer Schwarzer angeboten. Durch eine lange Extraktionszeitlösen sich die schädlichen Gerbstoffe aus dem Kaffee,die in einem kurz zubereiteten Espresso nicht enthalten sind.Das Ergebnis ist ein dünner und bitter schmeckender Kaffee.Brauner: Brauner ist die Bezeichnung für einen kleinen Schwarzen,der zusätzlich mit Obers (Sahne) serviert wird. Das Oberssollte traditionell in einem winzigen Porzellankännchen serviertwerden, damit der Gast selbst das Mischungsverhältnis bestimmenkann.Verlängerter: Ein Verlängerter ist ein kleiner Brauner mit Wasserverdünnt.Schale Gold: Eine Schale Gold ähnelt dem Braunen, sie wirdjedoch mit ein wenig mehr Obers zu goldbrauner Farbe komponiertund ist damit heller als der Braune.Melange: Eine Melange ist ein Verlängerter mit heißer Milch zugleichen Teilen, meist mit Milchschaum.Franziskaner: Der Franziskaner ist eine Melange mit Schlagobersstatt der Milchschaumhaube.Milchkaffee: Der Milchkaffee (wobei das “il” wie “üh” gesprochenwird) besteht aus viel Milch mit wenig Kaffee. Serviert wird einegroße Schale aufgeschäumte Milch mit einem kleinen KännchenMokka zusammen mit Zucker und einem Glas Wasser auf einemSilbertablett.Einspänner: Der Einspänner ist ein großer Schwarzer im Glasmit sehr viel Schlagobers, serviert mit einem extra Staubzucker-Streuer am Tablett.Kapuziner: Der Kapuziner ist ein kleiner Mokka mit wenigenTropfen Schlagobers, sodass der Kaffee die Farbe einer Kapuzinerkutteannimmt.lassen. Ein eigenes Telefon war fürdie chronisch geldknappen Künstlerein unleistbarer Luxus. Aberauch der Vortrag von eigenen Werkenhat Tradition. Auch heute nochfinden in vielen Wiener KaffeehäusernLesungen statt.Kaffeehaussterben und BoomAb 1950 begann dann das „Kaffeehaussterben“:Aufgrund veränderterFreizeitgewohnheiten undzunehmender Konkurrenz durch„moderne“ Espresso-Bars musstenviele berühmte Kaffeehäuserschließen. Glücklicherweisekehrte sich dieser Trend Mitte der80er Jahre wieder um, so dass dieWiener Kaffeehäuser heutzutageeinen regelrechten Boom erleben.Die Gemütlichkeit ist den über1.000 Kaffeehäusern in Wiengeblieben. Für einen New Yorkermag selbstverständlich sein, dassnach dem letzten Schluck dieRechnung aufgedrängt wird, aberin Wien wäre solch ein „Rausschmiss“undenkbar!Mehr denn je sehnen sich dieLeute nach einer kleinen Verschnaufpausemit einer gemütlichenTasse Kaffee. Die einzigartigeAtmosphäre des Kaffeehausesstellt auch im neuen Jahrtausendein Grundbedürfnis für Menschenaller Altersgruppen dar.


D10 Ingenieurs-BlattPÖRNER INTERN„Wei Schiiiifoan is desleiwoandste, was ma sinur vurstelln kann!“HERMAGOR (hb). Zu Deutsch:„Schifahren vermittelt einenHochgenuss, der kaum zu übertreffenist“, wie Wolfgang Ambros,Austro-Popper treffend zum Ausdruckbringt!Für den diesjährigen Winterausklanghatte Pörner für seinentraditionellen Schiausflug die„Schiarena Nassfeld“ auserwählt.115 Kollegen und Kolleginnen nahmenbegeistert die Einladung an,außerhalb der täglichen Arbeitsroutinewieder einmal gemeinsamsportlich unterwegs zu sein.Für drei Tage schlug die Mannschaftihr Basislager in dem verträumtenKärntner Örtchen Hermagorauf. Bei hervorragenderKüche (unabdingbar für gesundes,EDL INTERNsportliches Leben) nützten alle dieGelegenheit, sich in zwangloserAtmosphäre näher kennen zu lernen.In der Hütte„Tresdorfer Alm“,auf 1.600m Seehöhe staunten dieKollegen aus Sachsen (EDL undPörner Grimma) nicht schlecht,als unsere „Tiroler Division“ ausKundl spontan und aus vollemHalse Lieder anstimmten, wobeisie von der „urkärntner Wanderkapelle“mit „Quetschn“ (Akkordeonund Teufelsgeige als landesüblichesVielzweckinstrument)kräftig begleitet wurden.Es ist auch Events wie diesemzu verdanken, dass die Pörner-Firmenkultur nicht nur auf demPapier steht.Das EDL-SommerfestLEIPZIG (rb). Nach Belantis(2003) und Zoo Leipzig (2004)verbrachten die EDL‘er dasdritte Sommerfest mit einemBesuch im Porschewerk vonLeipzig.Dieser 11. Juli 2005 gestaltetesich wie ein mehrgängigesMenü, mit den ZutatenBesichtigen, Fahren und Feiern.Und das Menü war gutgelungen.Zunächst konnte sich dieBelegschaft bei der Werksbesichtigungein Bild von derMontage des „Cayenne“ machen.Die hohe Kunst des Autobaueswurde hier deutlichund gab einen Einblick ineine völlig andere Betriebswelt.Im zweiten Teil des Nachmittagskonnten die Mitarbeiterdie FahreigenschaftenEine kleine Traditiondes „Cayenne“ testen – wennauch nur passiv. Auf derhauseigenen Rennstreckekonnten mit professionellenTestfahrern einige Rundengedreht werden. Da dieseStrecke keine öffentlicheStraße ist, galt auch keineHöchstgeschwindigkeit.Das „Rennen“ kam so gutan, dass einige einschlägigbekannte Mitarbeitersich mehrmals mit Höchstgeschwindigkeitdurch dieKurven jagen ließen.Nach diesem Highlight warder Abend schnell gekommenund alle nahmen im großenAuditorium zum abendlichenFeiern Platz. Bei Musik und gutenGetränken stärkte man sicham Büffet „Cayenne“ und verbrachtebei Musik den Abendmit Gesprächen und Tanz.FeuilletonLEBENSART.Achema-SonderausgabeKaffeehausgeschichtenWarum heißt Kaffee Kaffee?Das Wort Kaffee leitet sichnicht, wie man leicht denkenkönnte von der Provinz „Kaffa“im Hochland von Äthiopienab, wo die Urheimat des Kaffeebaumesliegt; sondern vomaltarabischen Wort “qahwah”.Gemeint war damit der Wein,der gläubigen Moslems verbotenwar. Der Kaffee wurde wegender anregenden und leichtberauschenden Wirkung anStelle des Traubensaftes “Weindes Islams” genannt.Legenden über die EntdeckungWar es Allah selbst der unsdiese Droge bescherte? Nachder islamischen Legende sollder Erzengel Gabriel dem ProphetenMohammed mit demGebräu von einer schwerenSchlafsucht geheilt haben.Schon nach einigen Schluckenerstarkte Mohammed derart,Warum der Kaffee der eigentliche Vorreiterder Globalisierung istdass er sogleich 40 Reiter ausdem Sattel hob und in einerNacht 40 Jungfrauen in die Liebeeinweihte.Etwas weniger aufregend istdie Geschichte von der Ziegenherdeund dem Hirten Kaldi imJemen. Dieser wunderte sichüber seine Tiere, welche auch inder Nacht fröhlich herumsprangen,nachdem sie die Früchtedes Kaffeestrauches gefressenhatten und ihn um seinenSchlaf brachten. Gemeinsammit den Mönchen fand er dieUrsache. Die Mönche trocknetendie Beeren, zerstießen sie zueinem Pulver und schütteten esin heißes Wasser. Sie kostetenden Sud und kamen als erstesin den Genuss des belebendenGetränkes.„Herr Ober, zahlen bitte!“Im Wiener Kaffeehaus heißt derKellner nicht Kellner, sondernWillkommen in LeipzigLeipzig – eine Stadt, die in derGunst der Touristen ganz weitoben steht. Eine Stadt, deren Einwohnermit ihren „Montagsdemos“die größte friedliche Revolutionin der deutschen Geschichtemitbewirkten. Eine Stadt, die seitJahrhunderten zu den führendenZentren des Welthandels zählt.Eine Stadt, die auch in Wissenschaft,Kunst und Kultur von sichreden machte und immer nochmacht. Eine Stadt mit über 840-jähriger Geschichte. Besuchen Siemit uns das „Klein-Paris“, wie bereitsGoethe feststellte!Universitätsstadt und Stadtder Wissenschaften„Alma mater Lipsiensis“ – Ausdruckvon Wissenschaft und Bildung.Die Universität Leipzig giltals eine der ältesten Universitätenin Deutschland. Im Jahre 1409gegründet, begeht sieim Jahr 2009 ihr 600-jähriges Jubiläum.Leipzig als Standortder Wissenschaft,wird belegt durch dieTatsache, dass sich eineganze Reihe von Forschungsinstituten,wiez. B. das UFZ – Umweltforschungszentrumoder das Max-Planck-Institut, hier angesiedelthaben.MessestadtAm Kreuzungspunkt bedeutenderHandelsstraßen – der Via regia(Königsstraße) und der Via imperii(Reichsstraße) – gelegen, erhieltLeipzig im Jahre 1497 das Messeprivilegdurch Kaiser MaximilianI. und gilt damit als älteste Messeder Welt.Im Laufe der Jahrhunderte entwickeltesich die Stadt zu einem bedeutendenHandelsplatz, vor allemim Ost-West-Handel.Seit 1996 setzt sich die Messetraditionunter dem Motto „Messennach Maß“ in einem neuen, modernenMesseareal im Norden derStadt fort.Kultur- und KunststadtLeipzig mit seinen Sehenswürdigkeitenund seinem vielfältigenkulturellen Angebot ist immereine Reise wert. Egal, ob man sichfür Museen, Musik, Theater oderKabarett interessiert. HistorischeEreignisse und Persönlichkeitenhaben die Entwicklung der Stadtund das Stadtbild maßgeblich beeinflusstund ihre Spuren hinterlassen:Völkerschlachtdenkmal,Gewandhaus mit Gewandhausorchester,Johann Sebastian Bachals Thomaskantor, der Thomanerchor,Goethe und AuerbachsKeller, das Schillerhaus, in demSchiller seine „Ode an die Freude“schrieb.Kulturelle Höhepunkte gibtes zu jeder Zeit, sei es im Frühjahrdas Bach-Fest (27. Mai bis05. Juni 2006), im Sommer dasHonky Tonk ® als größtes KneipenfestivalEuropas, im Herbstdie Leipziger Jazztage, das Kabarettfestival„Lachmesse“,oder im Winter der Besuch desLeipziger Weihnachtsmarktes,der als einer der schönstenDeutschlands gilt – in Leipzigist immer etwas los.Herr Ober. Eigentlich war diesfrüher nur die Bezeichnung fürden Zahlkellner. Meist wurdefrüher von untergeordnetemPersonal serviert, kassiert abernur vom Herrn Ober. Heuteist diese Unterscheidung nichtmehr üblich. Ein Wiener Kaffeehauskellner,der mit Kellnerangesprochen wird, könnteaber immer noch durchaus ungehaltenreagieren.Warum das Glas Wasserzum Kaffee?Der ursprüngliche Sinn undZweck des Wassers ist beinahein Vergessenheit geraten: früher,als der Genuss von Kaffee Adeligenvorbehalten war, wäre esunschicklich gewesen, den Löffeleinfach abzulecken oder aufdie Untertasse zurückzulegen.Daher wurde ein Glas Leitungswassermitserviert, in dem derLöffel abgelegt werden konnte.SPORTFußball-WMLEIPZIG (rb). Abdem 9. Junischaut dieSportwelt aufDeutschland,denn an diesemTage beginnt inMünchen mit dem EröffnungsspielDeutschland – Costa Ricadas Turnier 2006. Verteilt überzwölf Städte in Deutschlandspielen 32 Teams um die Kronedes Weltfußballs.Fünf WM-Spielein der Messestadt LeipzigAuch im rekonstruiertenLeipziger Zentralstadion findenfünf Spiele dieses Turniersstatt.Nicht mehr wie früher in einerriesigen, jedoch veraltetenArena mit fast 100.000 Plätzen,sondern in einem modernenFußballtempel mit 44.000überdachten Sitzplätzen werdenfolgende Spiele ausgetragen:11. Juni Serbien/Montenegro -Niederlande14. Juni Spanien – Ukraine18. Juni Frankreich – Südkorea21. Juni Iran – Angola24. Juni AchtelfinaleDie Leipziger richten ihre Innenstadtweltmeisterlich herund hoffen auf interessante undspannende Spiele im Sommer2006.Seien Sie zu Gast in Leipzig!

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