Schule des geistigen Seitensprungs

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Schule des geistigen Seitensprungs

zugespitzttop themainhalt4Beschränkt, verschränkt,… sonst noch etwas?top themaschule des geistigenseitensprungsVon Mag. Dr. Eckehard Quin48Wieder einmal wogt die Diskussion um ganztägige Schulformen,die heutzutage nicht zuletzt durch die Berufstätigkeitzahlreicher Eltern verstärkt nachgefragt werden.Sehr viele wünschen sich, aus einem breiten Angebotflexibler Modelle mit einer qualitativ hochwertigenBetreuung am Nachmittag wählen zu können, währendandere dem Verschränken von Unterricht und Freizeitdas Wort reden. Ob letztere Form – ganz zu schweigenvon der fehlenden Infrastruktur in den meisten Schulen– mit dem Zwang zur ganztägigen Anwesenheit demstets beschworenen Ziel einer Individualisierung bessergerecht wird, mag dahingestellt bleiben. Schließlich istauch bei Kindern die Leistungskurve während des Tagesunterschiedlich ausgeprägt.Jedenfalls bedarf die Einführung einer solchen Schulformder Zweidrittelmehrheit in jeder Kurie des Schulgemeinschaftsausschusses.Daher treten jetzt die „Beschränker“auf den Plan. Sie ertragen es nicht, dass die Entscheidungüber eine derartige Schulform im zuständigenGremium am Schulstandort getroffen wird, und meinen,Lehrer- und Schülerrechte sollten beschränkt werden,die Entscheidungsbefugnis müsse allein bei den Elternliegen. Das beginnt bei der Ressortchefin und spinnt sichleider in manchen Kreisen fort.Was ist bloß aus der vor fast 40 Jahren etablierten undals Meilenstein gepriesenen Schulpartnerschaft geworden?Sie sollte doch auch der Zielvorstellung entsprechen,„alle Lebensbereiche mit Demokratie zu durchfluten“(© Bruno Kreisky).Doch selbst der Tiroler „Bildungsrebell“ kann sich einederartige Beschränkung als letzte Konsequenz vorstellen.Und hat etwa seine Vorliebe für die Gesamtschuleauch mit einer Beschränkung zu tun, nämlich mit seinemeingeschränkten Blick auf Südtirol? Warum richtet der„Spätzünder“ (Eigendefinition in der ORF-Pressestunde,18.11.2012) eigentlich nicht einen uneingeschränktenBlick auf das bildungspolitisch erfolgreichere benachbarteBayern? Aber vielleicht kommt es noch zu einerspäten Zündung.Und wenn der Zünder versagt? Wie heißt das dochgleich? Irgendetwas mit „blind…“?MPgut zu wissenein jahr pause – abernach welchemdienstrechtlichenmodell? (teil 2)Von Mag. Peter FriebelWerbungskosten (teil 1)Von Mag. Herbert WeißBildungsförderungsbeitragneuVon Mag. Verena Nägelelandesleitung aktivTag des gymnasiums inniederösterreichVon Mag. Eva TeimelPressekonferenz derschulpartner in tirolVon Mag. Verena Nägeleinhalt 2012filmwettbewerbfacts statt fakesVon Mag. Gerhard RieglermenschenAuszeichnungen undernennungenserviceaktuelle seiteDemokratieverständnislosigkeitVon Mag. Dr. Eckehard Quinnachgeschlagen8101314151618202122232414152 gymnasium


weder einem Zufallsprinzip noch dem Diktat einer aktuellenVerwertbarkeit gehorchten. […] Bildung stellt so immer eineVermittlungsarbeit zwischen den je individuellen Entfaltungsmöglichkeitenund den Anforderungen des Allgemeinendar.“ 3Für Wilhelm von Humboldt war Bildung überhaupt die„letzte Aufgabe unsres Daseyns“, die er so definierte: „demBegrif der Menschheit in unsrer Person, sowohl während derZeit unsres Lebens, als auch noch über dasselbe hinaus,durch die Spuren des lebendigen Wirkens, die wir zurücklassen,einen so grossen Inhalt, als möglich, zu verschaffen,diese Aufgabe löst sich allein durch die Verknüpfung unsresIchs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten undfreiesten Wechselwirkung.“ 4 Bildung im Sinne Humboldts– und das kann gar nicht oft genug betont werden– entsteht weder im noch für den Elfenbeinturm.Sie ist nicht weltabgewandt, sondern ganz imGegenteil: Bildung bedeutet Welt erkennen, sichaneignen und geistig durchdringen. „Zu dieserBildung ist Freiheit die erste und unerlässlicheBedingung“, schreibt Humboldt 1792 in seinen„Ideen zu einem Versuch, die Grenzender Wirksamkeit des Staates zu bestimmen“.Die „Endabsicht“ von Bildung in diesem Sinnist „Selbsterkenntnis und Selbstgestaltung inund durch Freiheit“. 5 Gerade diese subjektiveSeite von Bildung muss sehr um Anerkennungkämpfen, denn sie ist nicht messbar.Bildung im Sinne einer breiten Allgemeinbildung,die zu einer generellen und nicht aufbestimmte Fächer begrenzten Studierfähigkeitführt, ist auch in einer Zeit argumentierbar,die ihr Augenmerk stark auf unmittelbar Verwertbareslegt. „Weitgehend unabhängig vomLeistungsniveau einer Klasse insgesamt erhaltendie Besten die Note ‚sehr gut‘, die Schwächstendagegen die Note ‚mangelhaft‘. Dies führtdann in der Tat dazu, dass dieselbe Note für ganzunterschiedliche Leistungen stehen kann. Umso verblüffenderist der vielfach replizierte Befund, dassdie durchschnittliche Abiturnote eines der bestenEinzelmaße zur Prognose des Studienerfolgs ist: Jebesser die mittlere Abiturnote, desto höher die Leistungenin Universitätsprüfungen. Dies gilt im Übrigenauch für andere Länder wie die USA…“ 6 . Offensichtlicherzeugt eine breit angelegte Beschäftigung mitunterschiedlichen Fächern und deren unterschiedlicherMethodik ein flexibles geistiges Repertoire.Wert des Wissens„Mitunter hat man […] den Eindruck, dass nichtsso sehr in der Wissensgesellschaft verachtet wirdwie der Erwerb von Wissen“ 7 , diagnostiziert KonradPaul Liessmann. Das ist wohl die Folge der5


Bildungskonzept ist prinzipiell subversiv. Es enthältzum einen die Forderung nach Emanzipation „vonden erzieherischen, sozialisatorischen und sogar politischenFaktoren, die das eigene Leben im Alltagbestimmen. […] Indem aber die Aufklärung über dieWelt dem tatsächlich gelebten Leben Alternativen,andere Möglichkeiten an die Seite stellt, relativiert sieauch Loyalitäten – zu Politikern, Priestern, aber auchEltern und Lehrern“ 10 . Zum anderen ist die Aneignungvon Bildung selbst, bei der es entscheidend auf diesubjektive Wertung ankommt, ein Prozess, der sicheinem erzieherischen Ansinnen entziehen kann bzw.dem Schüler erlaubt, einem solchen mit innerem Vorbehaltzu begegnen.Was soll und kann Schule?Wilhelm von Humboldt legte 1809 den Königsbergerund den Litauischen Schulplan vor. Humboldt sah vereinfachtgesagt nur drei Arten von Schule: eine Schule,in der gelernt wird, was man zum Lernen braucht; eineSchule, in der, nachdem man gelernt hat, was manzum Lernen braucht, belehrt werden kann; und eineSchule, in der man, nachdem man belehrt worden ist,weiß, was und wie man auch weiterhin selbständig lernenkann und lernen will.Tatsächlich ist Schule damit umfassend beschriebenals Grundschule, in der die Kulturtechniken vermitteltwerden, die das Aneignen von Wissen in einem umfassenderenSinn ermöglichen, als mittlere Schule, in derSchüler unter entsprechender Anleitung in die verschiedenenFächer eingeführt werden, und als hohe Schule,in der Menschen lernen, sich selbst Wissen anzueignenund solches hervorzubringen.Friedrich Nietzsche schrieb einmal kritisch über Schulen,er „kenne nur einen wahren Gegensatz, Anstaltender Bildung und Anstalten der Lebensnoth: zu derzweiten Gattung gehören alle vorhandenen“. 11 Dasklingt negativer, als es ist. Nietzsche hält durchaus mitAnerkennung fest, dass er diese Stätten ehre, „andenen man ordentlich rechnen lernt, wo man sich derVerkehrssprachen bemächtigt, die Geographie ernstnimmt und sich mit den erstaunlichen Erkenntnissen derNaturwissenschaft bewaffnet.“ 12 Aber solche Schulensind eben keine Bildungsanstalten im aufklärerischenSinn von Bildung, sondern Stätten der Ausbildung.„Bildung ist etwas, das Menschen mit sich und für sichmachen: Man bildet sich. Ausbilden können uns andere,bilden kann sich jeder nur selbst. Eine Ausbildungdurchlaufen wir mit dem Ziel, etwas zu können. Wennwir uns dagegen bilden, arbeiten wir daran, etwas zuwerden – wir streben danach, auf eine bestimmte Artund Weise in der Welt zu sein.“ 13Rolle des GymnasiumsAus dem eben Gesagten folgt, dass sich im strengenSinn nur Ausbildungsprozesse organisieren und kontrollierenlassen. Überprüfbar ist, was jemand kann, also dasErgebnis von Ausbildung, und nicht, wie er in der Weltist, also das Ergebnis von Bildung. In einer Zeit, in der„Qualitätsmanagement“ und „Evaluation“ fast schonden Charakter von Ersatzreligionen annehmen, liegtdie Umwandlung von Stätten der Bildung in solche derAusbildung auf der Hand. Der Glaube, Bildung, die indiesem Sinn nur konsequent vom Subjekt her gedachtwerden kann, messen zu können, ist selbst Ausdruckeiner fundamentalen Unbildung. „Die Bildungsidee istdie einzige wirklich moderne pädagogische Idee füreine Gesellschaft, deren Zukunft offen ist und die vonsolchen Menschen gestaltet werden muss, deren geistigerHorizont über den unmittelbaren ökonomischenVerwertungszusammenhang hinausreicht, ohne diesenzu verleugnen. Das Gymnasium ist dazu da, diese pädagogischeIdee wieder zeitgemäß zu rekonstruieren, sieumzusetzen und durch sein Vorbild dazu beizutragen,dass sie auch das übrige Bildungswesen von der Grundschulean wieder befruchtet.“ 14Man muss sich allerdings dessen bewusst sein, dass dasGelingen von Bildungsprozessen weder extern evaluiertnoch an irgendwelchen Erfolgsquoten gemessen werdenkann. Ob Bildung in der Schule eine Chance hat,lässt sich am besten am Spielraum ablesen, den manihr neben einer sinnvollen und notwendigen Ausbildunglässt. „Die Qualität von Bildungseinrichtungen wäreauch danach zu beurteilen, wie viel Freiheit, wie viel Risiko,wie viel Neugier, wie viel Wissen, wie viel ästhetischeErfahrung, wie viel Nutzloses, ja wie viele – geistige –Seitensprünge sie erlauben. Daran wird eine Schule derZukunft zu messen sein, nicht an einem vermeintlichenQualitätsmanagement, einer hochtrabenden Organisationsterminologie,kompetenzorientierten Curriculaund fadenscheinigen Testergebnissen.“ 15Ziel des Gymnasiums in all seinen Formen muss es nachwie vor sein, für möglichst viele Schüler tatsächlich eine„Anstalt der Bildung“ im Sinne Nietzsches bzw. hoheSchule im Sinne Humboldts zu sein.8 a. a. O.9 Liessmann, Schule.10 Hermann Giesecke, Wozu ist das Gymnasium (heute) da? In: Theo Kemper et al.(Hrsg.), 175 Jahre Abitur am Gymnasium Petrinum Recklinghausen 1829-2004 (Recklinghausen2004, S. 27-33), S. 32. Giesecke ist Erziehungswissenschaftler, der bis zuseiner Emeritierung an der Universität Göttingen lehrte.11 Friedrich Nietzsche, Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten. Vortrag gehaltenam 5. März 1872.12 a. a. O.13 Peter Bieri, Bildung beginnt mit Neugierde. In: Zeit Online vom 2. September 2008.Bieri ist Schweizer Schriftsteller und Philosoph, der am Ende seiner akademischen Karriereden Lehrstuhl für Sprachphilosophie an der Freien Universität Berlin innehatte.14 Giesecke, Wozu Gymnasium?, S. 33.15 Liessmann, Schule.top thema7


der Durchrechnung dadurch vermeiden) und dassdieses Jahr für die Vorrückung und für andere zeitabhängigeRechte angerechnet wird.Den Vorteil, dass auch das Freijahr für die Vorrückungangerechnet wird, sollte man nicht unterschätzen.Dadurch erfolgt nach einem Sabbatical jede Vorrückungum ein Jahr früher als nach einem einjährigenKarenzurlaub ohne besonderen Anlass, undfalls man danach noch nicht knapp vor der Pensionsteht, summiert sich der Unterschied in der Lebensverdienstsummeauf viele tausend Euro.BildungskarenzVertragsbedienstete, die seit mindestens sechsMonaten beim selben Arbeitgeber (für Bundeslehrerinnenund Bundeslehrer bedeutet das: im Bundesdienst)beschäftigt sind, können Bildungskarenz inAnspruch nehmen. Da es sich dabei um eine finanzielleLeistung des Arbeitsmarktservice (AMS) handeltund Beamtinnen und Beamte keine Beiträge zurArbeitslosenversicherung bezahlen, ist die Bildungskarenzfür Beamtinnen und Beamte nicht möglich.Während der Bildungskarenz bekommt man vomAMS „Weiterbildungsgeld“ in jener Höhe, in der manim Fall von Arbeitslosigkeit Arbeitslosengeld bekäme.Dafür muss man Weiterbildungsmaßnahmenim Ausmaß von 20 Wochenstunden (einschließlichglaubhafter, vom Weiterbildungsinstitut bestätigterLernzeiten; bei Eltern mit Betreuungspflichten fürKinder bis zum 7. Lebensjahr, für die keine geeigneteBetreuungsmöglichkeit besteht, genügen 16 Stunden)nachweisen. Voraussetzung für eine Bildungskarenzist, dass es im Vorhinein zu einer Vereinbarungzwischen Arbeitnehmerin bzw. Arbeitnehmer, Dienstgeber(LSR bzw. SSR) und AMS kommt. Dabei wirdauch abgeklärt, welche Weiterbildungsmaßnahmendas AMS anerkennt.Während der Bildungskarenz darf man höchstensgeringfügig dazuverdienen. Grundsätzlich kann eineBildungskarenz zwei bis zwölf Monate dauern, aberähnlich wie bei Karenzurlauben ohne besonderenAnlass werden Bildungskarenzen für Lehrerinnen undLehrer vom LSR bzw. SSR meistens nur für ein ganzesSchuljahr genehmigt.Da man während der Bildungskarenz Weiterbildungsgeldvom AMS bezieht, ist man krankenversichert,und die Zeit wird für die Pension angerechnet. DieZeit wird aber nicht für die Vorrückung und nicht fürandere zeitabhängige Rechte angerechnet.gut zu wissenFoto: coldwaterman - Fotolia.com9


gut zu wissenMag. Herbert WeiSS,Vorsitzender-Stellvertreterund Besoldungsreferentherbert.weiss@goed.atWerbungskostenTeil 1: AllgemeinesWerbungskosten sind für den Arbeitnehmer 1 besondersinteressant, da sie in jeder beliebigen Höhe geltend gemachtwerden können.Fotos: bourger / wrangler - Fotolia.comBestimmte Werbungskosten wie z. B. Pflichtversicherungsbeiträge, der Wohnbauförderungsbeitragoder das Serviceentgelt für die E-Card werden vomArbeitgeber bei der Lohnsteuerberechnung automatisch berücksichtigt. Diesteuerwirksamen Werbungskosten reduzieren die Einkommensteuer in Höhe desjeweiligen Grenzsteuersatzes. Das Pendlerpauschale kann durch eine Erklärungmit dem Formular L 34 geltend gemacht werden und wird dann ebenfalls beider Lohnverrechnung berücksichtigt. Sollten Sie dies versäumt haben, könnenSie es jederzeit bei der Arbeitnehmerveranlagung nachholen.1 Personenbezogene Bezeichnungenumfassen gleichermaßen Personenweiblichen und männlichenGeschlechts.Ich möchte mich den Werbungskosten widmen, die nur nachträglich beimFinanzamt im Wege der Arbeitnehmerveranlagung oder der Einkommensteuererklärunggeltend gemacht werden können.Werbungskosten eines Arbeitnehmers sind Aufwendungen oder Ausgaben, dieberuflich veranlasst sind. Eine berufliche Veranlassung ist gegeben, wenn dieAufwendungen oder Ausgaben• objektiv im Zusammenhang mit einer nichtselbständigen Tätigkeit stehenund• subjektiv zur Erwerbung, Sicherung oder Erhaltung der Einnahmen geleistetwerden oder den Steuerpflichtigen unfreiwillig treffen und• nicht unter ein steuerliches Abzugsverbot fallen.Pensionisten müssen keinerlei Ausgaben tätigen, um ihr Einkommen zu sichern,und können daher keine Werbungskosten geltend machen. Werbungskostenkönnen allerdings bereits vor der Erzielung von Einnahmen aus nichtselbständigerArbeit anfallen, wenn Umstände vorliegen, die über die bloße Absichtserklärungzur künftigen Einnahmenerzielung hinausgehen und klar und eindeutignach außen in Erscheinung treten, beispielsweise Aufwendungen durch Vor-10 gymnasium


stellungsreisen oder Aufwendungen zur Arbeitsplatzvermittlung.Werbungskosten können auch nach Beendigung dernichtselbständigen Tätigkeiten anfallen, wenn einerkennbarer Zusammenhang mit den erzielten Einnahmenbesteht, beispielsweise Schadenersatzleistungenan den ehemaligen Arbeitgeber.Für die Beurteilung von Aufwendungen eines Abgabenpflichtigenals Werbungskosten ist zwischen seinerTätigkeit im Rahmen eines Dienstverhältnisses und seinerTätigkeit im Rahmen einer Vereinigung, die denwirtschaftlichen und beruflichen Interessen von Arbeitnehmerneiner bestimmten Fachrichtung (Berufsgruppe)förderlich ist, zu unterscheiden. Aufwendungen imZusammenhang mit einer Funktion bei einer solchenVereinigung führen nicht zu Werbungskosten bei denEinkünften aus dem Dienstverhältnis, sind aber, wenndie Funktionsausübung für sich zu Einkünften führt, beidiesen zu berücksichtigen. Erfolgt die Ausübung derFunktion unentgeltlich, stellt diese Betätigung keineEinkunftsquelle dar, sodass die durch die Funktionsausübungbedingten Aufwendungen keine einkommensteuerrechtlicheBerücksichtigung finden können.Eine berufliche Veranlassung durch das Dienstverhältnisist bei Reisekosten oder sonstigen Aufwendungen (Ausgaben),die im Zusammenhang mit einer Funktion alsPersonalvertreter, als Gewerkschafter oder als Betriebsratstehen, nicht gegeben.Erhält der Steuerpflichtige vom Arbeitgeber für seineTätigkeit als Personalvertreter, Betriebsrat, Gewerkschafteroder Funktionär der Richtervereinigung und dgl.lohnsteuerpflichtige Ersätze, so sind Reisekosten oderandere durch diese Funktion veranlasste Ausgaben(Aufwendungen) bis zur Höhe dieser Ersätze als Werbungskostenzu berücksichtigen.Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführungsind nicht als Werbungskosten abzugsfähig, selbst wennsie sich aus der wirtschaftlichen oder gesellschaftlichenStellung des Steuerpflichtigen ergeben und sie zurFörderung des Berufes des Steuerpflichtigen erfolgen.Aufwendungen oder Ausgaben, die sowohl durch dieBerufsausübung als auch durch die Lebensführung veranlasstsind, stellen grundsätzlich keine Werbungskostendar (Aufteilungsverbot). Dies gilt insbesondere fürAufwendungen und Ausgaben im Zusammenhang mitWirtschaftsgütern, die typischerweise der Befriedigungprivater Bedürfnisse dienen. Eine Aufspaltung in einenberuflichen und einen privaten Teil ist auch im Schätzungswegnicht zulässig.Aufwendungen oder Ausgaben im Zusammenhangmit der Anschaffung von Wirtschaftsgütern, die nichttypischerweise der Befriedigung privater Bedürfnisse11


gut zu wissenMag. Verena Nägele,Pressereferentin derAHS Gewerkschaftverena.naegele@goed.atFoto: IckeT - Fotolia.comBildungsförderungsbeitragNEUMit 1. Juni 2012 haben sich die Richtlinienfür die Vergabe des Bildungsförderungsbeitragesgeändert.Ein Bildungsförderungsbeitrag wird gewährt für Dienstprüfungensowie Kurse und Ausbildungen ohneDienstauftrag im engeren beruflichen Sinn. Wichtig istdabei, dass sämtliche dazugehörigen Module für dieGewährung abgeschlossen sein müssen.Voraussetzungen für die Gewährung sind eine einjährigeGÖD-Mitgliedschaft zum Zeitpunkt des Kurs- bzw.Ausbildungsabschlusses sowie Beitragswahrheit.Anträge müssen mittels Formblatt beantragt werden.Dieses steht unter dem Link http://www.goed.at/documents/bildungsfoerderungsbeitrag_formular_2012.pdfzum Download bereit.Anträge können bis zu einem Jahr nach Abschlussgestellt werden!Höhe des BildungsförderungsbeitragsDie Höhe des Bildungsförderungsbeitrags ist nach Ausbildungsdauerbzw. ECTS gestaffelt:2 Tage bis 2 Wochen 30 Euromehr als 2 Wochen bis 6 Monate/bis zu 30 ECTSmehr als 6 Monate bis 1 Jahr/bis zu 60 ECTSmehr als 1 Jahr bis 3 Jahre/bis zu 180 ECTSmehr als 3 Jahre/über 180 ECTS45 Euro60 Euro75 Euro180 EuroDie Aus- und Fortbildungsdauer wird wie folgtberechnet:• Bei Modulen oder geblockten Kursen zählt dieGesamtsumme der Kurstage.• Bei Kurs- und Fortbildungsabschlüssen nach derECTS-Norm (European Credit Transfer System) zähltdie Anzahl der Credits.• Bei Abschlüssen ohne vorgegebene Ausbildungsdauer,wie z. B. Computerführerschein, Studienberechtigungsprüfungetc., zählt die entsprechendedurchschnittliche Ausbildungsdauer.DeckelungWerden innerhalb eines Jahres mehrere Kurse oderAusbildungen absolviert, so beträgt der Bildungsförderungsbeitragmaximal 75 Euro. Bei Abschluss einermehr als drei Jahre dauernden bzw. mehr als 180 ECTSzählenden Ausbildung beträgt die maximale Förderunginnerhalb eines Jahres 180 Euro.SonderbestimmungenFür Lehrlinge, SchülerInnen von Krankenpflegeschulensowie StudentInnen der Pädagogischen Hochschulebeträgt der Bildungsförderungsbeitrag für den jeweiligenAbschluss einheitlich 45 Euro. PensionistInnenerhalten pro Jahr einheitlich 30 Euro.Für sie gibt es ein eigenes Formblatt, welches unterhttp://www.goed.at/documents/bildungsfoerderungsbeitrag_pensionisten_formular_2012.pdfheruntergeladenwerden kann.13


landesleitungaktiv© Michaela KrieghoferMag. Eva Teimel,Vorsitzende der LandesleitungNiederösterreicheva.teimel@goed.atTag des Gymnasiumsin NiederösterreichAm 9. November 2012 fand in Niederösterreichder Tag des Gymnasiums statt, an demalle 58 Standorte die Besonderheit dieserSchulart mit all ihren Schwerpunktsetzungeneiner breiten Öffentlichkeit näher brachten.Vorangegangen war diesem Tag ein vom niederösterreichischenDirektorenverband unter der Leitungvon Dir. HR Mag. Franz Spiesmeier, Dir. Mag. EvaZillinger und Dir. Mag. Isabella Zins initiierter Entwicklungsprozess,aus dem die „Marke Gymnasium“ miteinem eigenen Logo und einer gemeinsamen Website(www.gymnasium-noe.at) hervorgegangen war.1. Reihe v.l.n.r.: HR Mag. Rainer Ristl, Mag. Isabella Zins, Vertreterder Stadtgemeinde St. Pölten, HR Mag. Johann Angerer2. Reihe v.l.n.r.: Vea Kaiser, Mag. Eva Teimel, Mag. Karl Wilfing,HR Hermann HelmDie AHS-Gewerkschaft war in der Schlussphase eingebundenund zeichnete für die Organisation undDurchführung der Pressekonferenz unter dem Titel„Gymnasium – Schule fürs Leben!“ in St. Pölten verantwortlich.Nach einem schwungvollen Einleitungsmusikstückunterstrich Bildungslandesrat Mag. Karl Wilfingdie Wichtigkeit, auf die Stärken des Gymnasiums ineiner Art „Leistungsschau“ hinzuweisen und Bilanzzu ziehen. Der amtsführende Präsident des Landesschulratesfür NÖ, HR Hermann Helm, verstärkte dieseAussage und betonte, dass die Potenziale unterschiedlicherBegabungen und Talente nur durch einvielfältiges Angebot an Bildungswegen ausgeschöpftwerden können. Landesschulinspektor HR Mag. RainerRistl untermauerte die Bedeutung des Slogans„Wir fördern Talente“ mit einschlägigen Fakten ausden Ergebnissen der PISA-Studie 2009 und wies aufdie steigenden Schülerzahlen in den niederösterreichischenGymnasien hin. Mag. Isabella Zins gabals Direktorenvertreterin in der AHS-Gewerkschaft NÖeinen Einblick in den Markenentwicklungsprozess. VeaKaiser, erfolgreiche junge Autorin und Gymnasial-Absolventin, hob die Bedeutung der Allgemeinbildungfür ihr eigenes Leben auf sehr persönliche Weisehervor: Sie schätze am Gymnasium vor allem dieErziehung zum kritischen Denken und die Freiheit derSchülerInnen, dort ihr Potenzial und ihre Kreativität zuentwickeln. Am Schluss betonte die Vorsitzende derAHS-Gewerkschaft NÖ, Mag. Eva Teimel, die Bedeutungdieser Initiative. Die Gewerkschaft hat am „Tagdes Gymnasiums“ alle Gymnasien ideell und finanziellunterstützt, u. a. mit 5400 Stück Zotter-Schokoladen,deren Banderole das Gymnasium-Logo ziert, ganznach dem Motto „Das Gymnasium schmeckt!“14 gymnasium


landesleitungaktivPressekonferenzder Schulpartner in TirolMag. Verena Nägele,Pressereferentin derAHS Gewerkschaftverena.naegele@goed.atv.l.n.r.: Ing. Peter Retter,Florian Lang,Mag. Dr. Karl DigruberAm 22. Oktober 2012 fand in Tiroleine Premiere statt: eine gemeinsamePressekonferenz der Schulpartner.Bei seinen wiederholten Ausritten in fachfremdesTerrain, die Bildungslandschaft, vergaloppierte sichder Tiroler Landeshauptmann Günter Platter gleichmehrfach. In einer gemeinsamen Pressekonferenzstellten die wahren Bildungsexperten, die Tiroler Schulpartner,nicht nur die Platter’sche und Palfrader’sche„Expertise“ richtig, sondern auch unmissverständlichdie gemeinsame Position der Schulpartner dar: JAzum Erfolgsmodell Gymnasium und damit JA zu einemqualitativ hochwertigen, differenzierten Schulsystem.Am Podium saßen Mag. Dr. Karl Digruber, Lehrervertreterund Landesvorsitzender der AHS Gewerkschaft,Ing. Peter Retter, Obmann der Elternvereine Tirols,sowie Florian Lang, Obmann der Schülerunion Tirol.Hier die wichtigsten Aussagen:Dass Südtirol nicht das PISA-Wunder ist, als das esmanche aus Unwissenheit oder wider besseres Wissenimmer noch verkaufen wollen, war eine wesentlicheBotschaft der Schulpartner. Man sollte lieber nachBayern und Baden-Württemberg schauen, denenSüdtirols Gesamtschüler etwa um ein halbes Lernjahrhinterherhinken, betonte Digruber.Digruber warnte davor, dass mit der Einführung einergemeinsamen Schule ein finanziell differenzierendesPrivatschulwesen gefördert werde, welches nichtsmehr mit unserem konfessionellen Privatschulsystemzu tun habe. Eine Differenzierung beginne schon inder Volksschule, wenn Eltern bis zu 1000 Euro im Monatinvestieren. Lang, Obmann der Schülerunion, sieht ineiner gemeinsamen Schule alle in einen Topf geworfenund damit die Förderung von Talenten gefährdet.In Wirklichkeit schaffe eine gemeinsame Schule eineZweiklassengesellschaft.Eine innere Differenzierung, wie es sich der Landeshauptmannerträume, sprenge den finanziellen Rahmenund spiele sich „in der Fantasie ab, nicht in derRealität“, stellte Digruber klar.Elternvertreter Retter plädierte für einen punktuellenRessourceneinsatz dort, wo er notwendig sei, nämlichan den Volksschulen. Das Geld käme nicht an, wo esgebraucht werde, nämlich in den Klassen. Man kennedie Problemschulen, an denen man ansetzen müsse– in den Vor- und Volksschulen. Es gebe Brennpunktschulenv. a. in Innsbruck und in den Bezirksstädten,wo gehandelt werden müsse, anstatt im Gießkannen-Prinzip Ressourcen zu verteilen: „Den Gaul quasi vonhinten aufzuzäumen, das kann es ja wohl nicht sein.“Wer die gut funktionierenden Hauptschulen am Landmit denen im städtischen Ballungsraum vergleicht, hatdas Problem nicht verstanden. „Wo ist da die Kompetenzvon unseren Bildungsexperten im Land?“, fragteDigruber sich. Denn man könne Tirol weder als Wien,noch als einziges Tal sehen.Dass derzeit 24 % der Tiroler PflichtschülerInnen eineAHS Unterstufe besuchen, zeige, dass die Einführungder Gesamtschule der falsche Weg sei. Und auchElternvertreter Retter fand klare Worte: „Bitte nicht dieAHS kaputt machen!“15


inhalt2012Foto: Torbz - Fotolia.comTOP THEMAModulare Oberstufe – was nun wirklich kommt Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 3/2012, S. 4Mythos und Realität Mag. Michael Zahradnik AHS 1/2012, S. 4Was kann eine gute Schule leisten Mag. Herbert Weiß AHS 4/2012, S. 4Wie Österreichs Schule noch besser wird Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 2/2012, S. 4Zentralmatura Teil 1: Allgemeines, Vorprüfung,vorwissenschaftliche ArbeitMag. Dr. Eckehard Quin AHS 5/2012, S. 4Zentralmatura Teil 2 Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 6/2012, S. 4EditGlosseMag. Dr. Eckehard QuinAHS 1/2012, S. 2AHS 2/2012, S. 2AHS 3/2012, S. 2AHS 4/2012, S. 2AHS 5/2012, S. 2AHS 6/2012, S. 2Noten – wozu? AHS 2/2012, S. 3Primat – neu interpretiert? AHS 1/2012, S. 3Schuldfrage AHS 3/2012, S. 3Vergleiche AHS 4/2012, S. 3Wo sind sie alle? AHS 5/2012, S. 3Aus den LandesleitungenBerichte aus Kärnten und SalzburgBerichte aus Tirol und OberösterreichMag. Manfred Jantscher,Mag. Claudia DörrichMag. Dr. Karl Digruber,Mag. Franz AndexlingerAHS 3/2012, S. 19AHS 2/2012, S. 19Bericht aus Niederösterreich Mag. Eva Teimel AHS 5/2012, S. 19Bericht aus der Steiermark Mag. Christa Pospischil AHS 6/2012, S. 22Aus der BundesleitungDer Gehaltsabschluss für 2012 Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 1/2012, S. 14Familienunterstützung 2012 Mag. Verena Nägele AHS 2/2012, S. 15Frühjahrstagung der Erweiterten Bundesleitung Mag. Verena Nägele AHS 4/2012, S. 10Im Zeichen der Verantwortung –Bericht vom 16. GÖD-BundeskongressMag. Verena Nägele AHS 1/2012, S. 8Kinderbetreuungsgeld – ein Überblick Mag. Andrea Meiser AHS 2/2012, S. 11Klassenwiederholungen während der Pflichtschulzeit inEuropa – Teil 3: Klassenwiederholung in derSekundarstufe 1Mag. Matthias Hofer AHS 2/2012, S. 16Sprechstunden der Bundesleitung 2012 AHS 6/2012, S. 20Südkorea – Ein Musterschüler der OECD Mag. Gerhard Riegler AHS 6/2012, S. 18Unsere SchülerInnen mögen die Schule Mag. Gerhard Riegler AHS 5/2012, S. 15„Wehleidigkeit kann man sich in der politischen Arbeitnicht leisten“ – GÖD-Vorsitzender Fritz Neugebauer imInterviewMag. Matthias Hofer AHS 1/2012, S. 12Zuschuss für Bildungsfahrten Mag. Verena Nägele AHS 2/2012, S. 1516 gymnasium


RechtAbgeltungen für Schulveranstaltungen/Abgeltung für die ReifeprüfungDie Rolle der Personalvertretung bei derLehrfächerverteilungEin Jahr Pause – aber nach welchem dienstrechtlichenModell? (Teil 1)Mag. Herbert Weiß AHS 5/2012, S. 13Mag. Peter Friebel AHS 4/2012, S. 8Mag. Peter Friebel AHS 6/2012, S. 13Fahrtkostenzuschuss und Pendlerpauschale Mag. Herbert Weiß AHS 6/2012, S. 10Mehrdienstleistung – aber ohne Bezahlung?(Teil 1, Teil 2, Teil 3)Mag. Herbert WeißAHS 1/2012, S. 18AHS 2/2012, S. 9AHS 3/2012, S. 9Pensionsberechnung für beamtete LehrerInnen Mag. Herbert Weiß AHS 3/2012, S. 12PersonaliaGastkommentarBrauchen Offenheit nach oben, nicht Nivellierungnach untenAHS 1/2012, S. 21AHS 3/2012, S. 21AHS 4/2012, S. 20AHS 5/2012, S. 20AHS 6/2012, S. 15BM o. Univ.-Prof. Dr. Karlheinz Töchterle AHS 5/2012, S. 10Das Elend der „Bildungsexperten“ Mag. Dr. Rudolf Öller AHS 4/2012, S. 16Die neue PädagogInnenbildung – Eckpfeiler undHerausforderungenEigenlob? Befangenheit? Werbung? - Oder: Wie sollman solche Meinungen eigentlich nennen?ServiceUniv.-Prof. MMag. DDr. Erwin Rauscher AHS 6/2012, S. 16Mag. Wolfgang Schüpany AHS 3/2012, S. 14Aktuelles vom „Konsument“ Mag. Verena Nägele AHS 3/2012, S. 22Archäologie auf Zeit Mag. Verena Nägele AHS 4/2012, S. 22Ausschreibung der Leitung des öffentlichen Gymnasiumsder Stiftung „Theresianische Akademie“AHS 1/2012, S. 22Gratisurlaub AHS 3/2012, S. 22Offenlegung gemäß Mediengesetz § 25 AHS 1/2012, S. 22Weißbuch „Begabungs- und Exzellenzförderung“ AHS 2/2012, S. 21Facts statt FakesAktuelle SeiteDie Mittelschule kommt, das Gymnasium bleibt – aberwo bleiben die Ressourcen?Mag. Gerhard RieglerAHS 2/2012, S. 22AHS 4/2012, S. 15AHS 5/2012, S. 22AHS 6/2012, S. 21Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 1/2012, S. 23Die Stunde der Dilettanten Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 6/2012, S. 23Land der Hämmer Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 2/2012, S. 23PISA 2012 – Die Ergebnisse Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 4/2012, S. 23Verlässlichkeit und Vielfalt Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 3/2012, S. 23Wo wären wir ohne „Österreich“? Mag. Dr. Eckehard Quin AHS 5/2012, S. 23NachgeschlagenMag. Dr. Eckehard QuinAHS 2/2012, S. 24AHS 3/2012, S. 24AHS 4/2012, S. 24AHS 5/2012, S. 24AHS 6/2012, S. 2417


inhalt2012Von Mag. Peter Friebel,Dienstrechtsreferent derAHS-Gewerkschafte-mail: peter.friebel@goed.at1818 gymnasium


factsstatt fakesDas sagt Tirols „Experte“ mit dem Blick nach Italien:Es sei „eine Frage der Vernunft, die Gemeinsame Schule offensiv anzugehen“.(LH Günther Platter, Vorarlberger Nachrichten vom 5. September 2012)Mag. Gerhard Riegler,Mitglied der Bundesleitunggerhard.riegler@goed.atfakt ist…Anteil der SchülerInnen und Schüler, die frei finanzierte Schulen besuchen (Stand: 2010)Als „frei finanzierte Schulen“ gelten Schulen,in denen die öffentliche Hand weniger als dieHälfte der Schulkosten trägt. Portugal, Griechenland,Italien und Spanien haben staatlicheGesamtschulen, wie sie mancher für Österreichwünscht. Obwohl es in Österreich erste „freifinanzierte Schulen“ gibt (z. B. in St. Gilgen),werden sie von weniger als einem halbenPromille der SchülerInnen besucht, währendes EU-weit schon über 3 Prozent und in Italienüber 5 Prozent sind.PrimarstufeSekundarstufeISekundarstufeIIPortugal: 8,4 % 12,7 % 18,6 %Griechenland: 7,2 % 5,1 % 4,5 %Italien: 6,8 % 4,1 % 5,1 %Spanien: 3,8 % 3,2 % 9,7 %EU 21-Mittelwert: 2,8 % 2,7 % 4,3 %Österreich: 0,0 % 0,0 % 0,0 %OECD, „Education at a Glance 2012 – OECD Indicators“ (2012), Seite 333fakt ist…Rückstand der SchülerInnen und Schüler mit Migrationshintergrund bei der Lesekompetenznach Berücksichtigung ihres sozioökonomischen Backgrounds (Stand: 2009)602728 303336374053Wie diese Ergebnisse zeigen,gelingt es Gesamtschulsystemenkeineswegs besser,den Kompetenzrückstand vonMigrantInnen besser auszugleichen.In Italien und Finnlandist er sogar besonders groß, inDeutschland nicht einmal halbso groß wie in Finnland.38 PISA-Punkte werden von derOECD einem Lernjahr gleichgesetzt.fakt ist…Abhängigkeit eines tertiären Bildungsabschlusses vom Bildungsniveaudes Vaters530650(Erklärung: um … % steigen die Chancenvon 25- bis 34-Jährigen auf einentertiären Bildungsabschluss, wennder Vater über einen tertiären Bildungsabschlussverfügt.)50120140210230260360Österreich liegt, was die Abhängigkeitder Bildungslaufbahnvom familiären Backgroundanlangt, im Mittelfeld der EU-Staaten. Besonders groß ist dieserZusammenhang u. a. in Italien,dessen Bildungssystem derösterreichischen Bevölkerungtrotzdem von einigen „ExpertInnen“als „sozial gerecht“ angepriesenwird. Ob aus Ahnungslosigkeit,sei dahingestellt!20 gymnasium


menschenAuszeichnungen und ErnennungenDer Bundespräsident hat verliehen:DEN TITEL HOFRAT:Mag. Johann AngererMag. Franz BauerMag. Friedrich MalliMag. Josef RumpfMag. Günther VormayrMag. Rupert ZeitlhoferDirektor am BRG/BORG St. Pölten, SchulringDirektor am BORG Bad LeonfeldenDirektor am BORG DeutschlandsbergDirektor am BRG Graz, PetersgasseLSI für AHS im Amtsbereich des LSR für OÖDirektor am BG/BRG St. Pölten, JosefstraßeDEN TITEL OBERSTUDIENRÄTIN / OBERSTUDIENRAT:Mag. Ewald AuerMag. Carlo BoschiMag. Dorothea DemalMag. Herbert KerschbaumerMag. Doris PollhammerMag. Johann SchillerMag. Marianne SchneiderMag. Gerhard StockingerProf. am BORG ScheibbsProf. am BG/BRG KöflachProf. am BORG und BHAS für Leistungssportler St. Pölten, Bimbo-Binder-PromenadeProf. am BRG Wien V, Reinprechtsdorfer StraßeProf. am BG/BRG Wien X, PichelmayergasseProf. am BG/BRG Waidhofen an der ThayaProf. am BG/BRG Waidhofen an der ThayaProf. am Sport-RG, Musischen RG und Schulsportmodell Salzburg, AkademiestraßeDER BUNDESPRÄSIDENT HAT WEITERS VERLIEHEN:DAS SILBERNE EHRENZEICHEN FÜR VERDIENSTE UM DIE REPUBLIK ÖSTERREICH:OStR Mag. Elisabeth Eidler-KraftProf. am BG/BRG SchwechatAUF EINE PLANSTELLE EINES LANDESSCHULINSPEKTORS IM BEREICH DES SSR:Mag. Werner BajliczDirektor beim SSRfWDie Bundesleitung gratuliert ihren Mitgliedern!21


serviceNeues aus der BVA:ab 1. Oktober 2012 Zuschuss zur MundhygieneMag. Verena Nägele,Pressereferentin derAHS Gewerkschaftverena.naegele@goed.atService für unsere MitgliederHaben Sie Fragen?Brauchen Sie Hilfe?Tel.: 01/405 61 48Fax: 01/403 94 88E-Mail: office.ahs@goed.atIn allen dienst- und besoldungsrechtlichenAngelegenheitenberaten wir Siegern oder suchen für Sie eineLösung! Anfragen können nurunter Angabe der Mitgliedsnummerbehandelt werden!Adresse: AHS-GewerkschaftLackierergasse 71090 WienBitte geben Siezur Erhaltung IhrerAnsprücheÄnderungen IhrerAdresse,Ihres Namensoder Karenzurlaubemöglichst rasch unseremBüro bekannt.Adresse: AHS-GewerkschaftLackierergasse 71090 WienAls wesentlichen Beitrag zur Zahngesundheit hat der Vorstand der BVAbeschlossen, einen Kostenzuschuss zur Mundhygiene zu leisten. Der Zuschussbeträgt EUR 35,- pro Mundhygienesitzung und wird für maximal 2 Behandlungenim Kalenderjahr übernommen. Die neue Leistung ist für alle Versichertensowie für anspruchsberechtigte Angehörige ab dem 12. Lebensjahr vorgesehenund wird für Behandlungen ab dem 1.10.2012 gewährt.Wie bei jedem anderen Antrag auf Kostenersatz muss die Honorarnote Ihres Zahnarztessowie die Zahlungsbestätigung im Original an Ihre Landes- oder Außenstelle übermitteltwerden. Vergessen Sie dabei auch nicht die Angabe Ihrer Bankverbindung!Kulturtipp: „Metamorphosen“ –weltgrößte Egon Schiele SammlungDas Leopold Museum in Wienverfügt mit 41 Ölgemälden undrund 180 Aquarellen und Zeichnungenüber die weltweit größteund bedeutendste Sammlungan Werken von Egon Schiele. Esbeherbergt mehr Ölgemälde diesesKünstlers als alle Museen derWelt zusammen, darunter auchdiejenigen, die heute als die originärsteLeistung Schieles begriffenwerden, nämlich die Arbeiten ausden Jahren 1910 bis 1915. In dieserPeriode stand Schiele auf demHöhepunkt seiner Schaffenskraft,die ihn zu einem Hauptmeisterdes Expressionismus werden ließ.Es ist das unbestrittene Verdienstvon Rudolf Leopold, Schieles Bilder nicht nur zu einer großartigen Sammlung zusammengefügtzu haben, sondern vor allem auch Schieles expressive Kunst internationalbekannt gemacht zu haben.„Metamorphosen“, im Leopold Museum, Museumsquartier Wientäglich außer Dienstag: 10 – 18 Uhr, Donnerstag 10 – 21 UhrFoto: Leopold Museum, WienBei Karenzurlauben bittenwir um Angabe der Art(bezahlt oder unbezahlt),der voraussichtlichen Dauerund des voraussichtlichenGeburts termines.OFFENLEGUNG GEMÄSS MEDIENGESETZ § 25Wirtschaftsbetriebe Ges. m. b. H. der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, 1010 Wien, Teinfaltstraße 7. Unternehmens gegenstand:Herstellung und Verbreitung literarischer Werke aller Art. Geschäftsführung: Otto Aiglsperger. Einziger Gesellschafter: Bildungs- undPresseverein der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Sitz: Wien. Betriebsgegenstand: Herstellung und Verarbeitung sowie Verlagliterarischer Werke aller Art. Die Blattlinie entspricht jenen Grundsätzen, die in den Statuten und der Geschäftsordnung der GewerkschaftÖffentlicher Dienst (Fassung gemäß Beschluss durch den 16. Gewerkschaftstag der GÖD) festgehalten sind.22 gymnasium


aktuelle seiteMag. Dr. Eckehard Quin,Vorsitzender derAHS-Gewerkschafteckehard.quin@goed.atDemokratieverständnislosigkeitDer Präsident des Gemeindebunds, quasi der OberbürgermeisterÖsterreichs, und BM Schmied sind einHerz und eine Seele, wenn es um die Beschneidungschulpartnerschaftlicher Mitbestimmung geht. KeineAngst, die Schulforen und Schulgemeinschaftsausschüssesollen nicht abgeschafft werden. Mödlhammerund Schmied wollen nur ein wenig mitbestimmen,wer in Zukunft weniger mitbestimmen darf – nämlichwir Lehrer 1 .Das Thema Ganztagsschule vereint die rote Unterrichtsministerinund den schwarzen Bürgermeister imBestreben, endlich mit der lästigen schulischen Basisdemokratieaufzuräumen. Wo kommen wir denn hin,wenn Kleinigkeiten wie eine fehlende Schulküche,nicht existente Freizeit- und/oder Sportinfrastrukturetc. daran hindern, eine Schule per Dekret zur Ganztagsschulezu erklären? Kreative Geister wie Schmiedund Mödlhammer haben die Patentlösung parat:Sie wollen den lästigen Lehrern, die auf Ausbauder Infrastruktur vor Einführung des Ganztagsbetriebsbestehen, ganz einfach das Mitbestimmungsrechtentziehen. Wer ein solches Demokratieverständnis anden Tag legt, hat KEIN Verständnis für Demokratie.Dieser Ansatz ist natürlich auch auf außerschulischeBelange anwendbar: Schluss mit der Anrainereinbeziehungbei Bauprojekten! Wie schnell ließen sich daKläranlagen und Autobahnen genehmigen, müssteman nicht die Meinung der unmittelbar Betroffeneneinholen. Und auch die grüne VizebürgermeisterinWiens ließe sich wohl ins Boot holen, könnte sie sichdoch in Zukunft bei der weiteren Vergrößerung vonParkpickerlzonen die lästige Diskussion mit den Bürgernersparen. Bürgerbeteiligung und Basisdemokratiestehen offenbar nur dann im Parteiprogramm,wenn man nicht in der Regierung ist: Selbst die ausdem Jahr 2010 stammende notariell beglaubigteVereinbarung mit der ÖVP und der FPÖ, unabhängigvon der Regierungskonstellation nach der Wahl eineWahlrechtsreform in Wien zu initiieren, betrachten dieWiener Grünen, in die Stadtregierung eingebunden,nicht mehr als bindend. 2Aber zurück zu BM Schmied. Ihre Genialität gehtnoch weit über die Mödlhammers hinaus: „Nicht jedeSchule benötigt ein Konferenzzimmer im klassischenSinn. Eine Konferenz lässt sich auch in der Aula oderim Gemeindesaal abhalten“, ließ sie uns in einem„Presse“-Interview wissen. 3 Ob sie diesen Vorschlagmit ihrem neuen Freund Mödlhammer abgestimmthat, ist nicht überliefert. Vielleicht hat sie ihm ja angeboten,dass er seinen Gemeinderat in ihrem feudalenBüro am Minoritenplatz versammeln darf, wenn seinGemeindesaal durch eine Lehrerkonferenz besetzt ist.Und eines muss ich BM Schmied zugestehen: Wennsie ihr neues Lehrerdienstrecht so durchbringt, wie esder Entwurf vorsieht, über den wir seit Mai verhandeln,werden wir in Zukunft so viel unterrichten, dass wirohnehin kein Konferenzzimmer benötigen …Eine winzige Kleinigkeit haben allerdings beide übersehen:Verantwortungsbewusste Eltern würden ihreKinder niemals den ganzen Tag in Gebäuden miteiner Infrastruktur einsperren, die man in Österreichnicht einmal Gewaltverbrechern zumutet. „Durchschnittlichstehen einem Gefangenen in Österreich7,7 Quadratmeter Haftraum zur Verfügung.“ 4 Und alsLehrervertreter darf ich mir wohl erwarten, dass dieRepublik Pädagogen nicht schlechter behandelt alsPädophile.Erst Infrastruktur ausbauen, dann Ganztagsschulenanbieten! An diesem Weg führt kein Abschneider vorbei,nicht einmal ein autoritärer.1 Personenbezogene Bezeichnungen umfassen gleichermaßen Personen männlichenund weiblichen Geschlechts.2 Siehe dazu Christine Imlinger, Wahlversprechen: Wiener Grüne relativieren. In:Presse Online vom 9. August 2012.3 Christoph Schwarz, Schmied: „Nicht jede Schule braucht ein Konferenzzimmer“.In: Presse Online vom 13. November 2012.4 Veronika Hofinger, Alexander Neumann, Arno Pilgram, Wolfgang Stangl, Pilotberichtüber den Strafvollzug 2008 (Wien 2009), S. 110.23


„Laut Schulorganisationsgesetz müssendafür [Anm.: Einführung derGanztagsschule mit verschränktemUnterricht] die Erziehungsberechtigtenvon zwei Dritteln der betroffenen Schülersowie zwei Drittel der betroffenen Lehrereinverstanden sein. Diese Hürden willUnterrichtsministerin Schmied (SPÖ) mitihrem jüngsten Vorschlag senken: Künftigsollen nur noch die Eltern entscheiden.“Presse Online am 14. November 2012„Ich möchte einen Ausbau [Anm.: derGanztagsschule] – und am liebsten mitverschränktem Unterricht – auf insgesamt100 Prozent.“Bundeskanzler Werner Faymann, PresseOnline am 12. November 2012nachgeschlagen„Ich halte es für einen Skandal, dieGruppe, die für die pädagogischenMaßnahmen zuständig ist, von derEntscheidung auszuschließen.“HR Dir. Mag. Wilhelm Zillner,Vorsitzender des Dachverbandesder Vereine und Arbeitsgemeinschaftender AHS-Direktorinnen undDirektoren Österreichs,ORF Online am 14. November 2012Fotos: Andres Rodriguez / mast3r Serhiy Kobyakov - Fotolia.com„Sollte er von den Wählern dementsprechendausgestattet sein, kann sichFaymann vorstellen, die Ganztagsschulein allfälligen Koalitionsverhandlungenmit der ÖVP auch zur Bedingung zumachen.“Standard Online am 9. November 2012„Bildungspolitiker wird man dann,wenn man von der Sache, von derkaum einer etwas versteht, absolutnichts versteht.“Univ.-Prof. Dr. Alfred Schirlbauer,Ultimatives Wörterbuch derPädagogik (Wien 2012), Seite 16P. b. b. ■ Erscheinungsort Wien ■ Verlagspostamt 1010 Wien ■ GZ 03Z035306MEin Ersuchen an den Briefträger: Falls Sie diese Zeitschriftnicht zustellen können, teilen Sie uns bitte hier den Grund undgegebenenfalls die neue oder richtige Anschrift mit.NameStraße/Nr.Postleitzahl/OrtBesten Dank

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