Delta Arkhturus - Hagia Chora Journal

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Delta Arkhturus - Hagia Chora Journal

○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○Delta ArkhturusEnergetischer Brückenkopfzwischen zwei LändernSiegfried PrumbachIn der finnischen Stadt Torniorealisierte Siegfried Prumbachein Erdheilungsprojekt inForm einer megalithischenSkulptur. Sie bildet einen„Brückenpfeiler“ dicht an derGrenze zwischen Schwedenund Finnland und sorgt füreine energetische Verbindungder beiden Länder. SeineWahrnehmung der energetischenMatrix des Ortes sowiedie schamanische TraditionLapplands bildeten die Grundlagefür Prumbachs geomantisch-künstlerischeArbeit.30G E O M A N T I E D E R S T A D T Hagia Chora 2 | 1999


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Um das Ganzeist ein Spiralweg angelegt. Auf schwarzemSand gelangt der Besucher in die grüneMitte. Menschen berichten, daß sie dort,inmitten der stehenden Steine, eine seltsameWärme und tiefe Stille empfinden.Eine grenzüberschreitende SkulpturAls deutscher Teilnehmer wurde ich 1993zum „Shaman Summer“, der erstenKunsttriennale Lapplands eingeladen. Ichfreute mich auf eine Begegnung mit denschamanischen Kraftorten Lapplands. DieGrundlage der geomantischen Weltsichtist die Vierteilung des Raumes in Osten,Süden, Westen und Norden, die in innigerVerbindung mit den Säulen der Weltsteht: den Urelementen Wasser, Luft, Feuerund Erde. Die Verbindung von Geomantie,Kunst und der schamanischenTradition Lapplands war für mich naheliegend:Auch für Schamanen sind die Himmelsrichtungender Zugang in eine verborgeneWelt; auf der Schamanentrommelsind die Götter der Himmelsrichtungenebenso angegeben wie in der LandschaftLapplands in Form von heiligen Bergen,Seen und Steinen. Auf Gletschermoränenfindet man angelegte Steinhügel als Zeugniseiner alten Verehrung.Beim Besuch eines Kultplatzes mitpentagonalem Grundriß und einigerSteinlabyrinthe jüngeren Datums konnteich dort aufschlußreiche geomantischeBezüge zur energetischen Matrix vondreieckigen Gitterstrukturen feststellen.Meine geomantische Skulptur sollte mitden noch erhaltenen alten Energiemusternin Beziehung treten und zu einem Feld einesneuen, grenzüberschreitenden Gleichgewichtsintegriert werden. Wie die Fügunges wollte, stellte mir die Stadt Tornioeinen Bereich zur Installation meiner Arbeitan der äußersten Südspitze der Inselzur Verfügung, einen sehr sensiblenPunkt. Allerdings war es schwierig, die altenStrukturen des Gebiets wiederzufinden,denn eine jahrzehntelange, rege Bautätigkeithatte vieles verändert. Aus demFluß war Land gewonnen worden, undDelta ArkhturusKircheKirchewährend auf der westlichen Seite der Inselein stiller See entstanden war, wurde derganze Fluß nun auf der östlichen Seitevorbeigeleitet. Zudem hatte man hier auchdas neue Zollgebäude für die Grenzkontrollegebaut, der größten Grenzstationzwischen Schweden und Finnland. DieSüdspitze war zu einem modernen Brükkenpfeilerzwischen den zwei Nationenausgebaut worden. Die „Brücke“ kann jedochnoch weiter geschlagen werden:Lappland ist über eine Energielinie mitTurkus (Südfinnland), Danzig (Polen),Brno (Tschechien), Wien (Österreich) undweiter mit dem Vulkan Ätna auf Sizilienverbunden – ein spannungsgeladenesKräftefeld zwischen dem Eis und WasserLapplands und dem Feuer Siziliens undzugleich die Linie eines Jahrhunderte altenOst-West-Konflikts.Wer sich öffnet, kehrt reichund beschenkt in dieWelt zurückIch wollte den Versuch unternehmen,den energetischen Brückenpfeiler wiederzu installieren. Nach einigen Tagen konnteich die Energiedreiecke im angrenzendenZollpark ausmachen. Sie besaßen eineSeitenlänge von 33 Metern und wiesenmit ihren Spitzen in nördliche bzw. südlicheRichtung, während ihre Basislinienost-westlich verliefen. Ich wählte für dieSkulptur ein Dreieck aus, das zusätzlichvon einem unterirdischen Wasserlauf vonNordwest nach Südost durchzogen wurde.Die Realisierung der ArbeitLabyrinthFür meine Arbeit standen über 20 Tonnenweißen Granits zur Verfügung, monolithischeBlöcke bis zu 4,50 m Länge, dieschon vor mehr als hundert Jahren in dennördlichen Steinbrüchen gebrochen wordenwaren. Ich wählte für die Skulpturdrei ungefähr 4 m hohe Monolithe aus,die auf mächtigen Granitkreuzen zu stehenkamen, die über 2 m tief in die Erdereichten. Zum einen sollten die Fundamenteunterhalb der Frostgrenze gegründetsein und zum anderen als Sammlertellurischer Energien dienen. Ihre Anordnungim Dreieck bewirkte zweierlei:Schutz und Vitalisierung, die Qualitäten○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○der kosmischen Matrix, die Entsprechungder Zahlen 4 und 3. In der ganzen Skulpturgibt es vielfältige Bezüge zu diesenZahlenschlüsseln. Die 7, 9, 12, 17, 18, 19,24, 27, 36, 48, 64 und die 81 als Schlüsselder Materie bilden dabei die energetischenKnotenpunkte. Sie sind zu einer Ganzheitverwoben und entsprechen einer Zahlenwirklichkeit,die das ganze Universumdurchdringt.Als Kunstschmied erkannte ich schonfrüh, daß mein Arbeitsmaterial Eisen vonder Kraft der Drei bewohnt ist. Die Drei istverknüpft mit dem Element der Bewegung.Sie ist das Magnetische schlechthin,Wirbel, Drehung, Bögen entsprechen ihrwie auch dem Eisen. So entschied ich, dieMonolithen durch je 12 parallel eingesteckteEisenbögen mit den Fundamentkreuzenzu verbinden. Sie transportierendie in den Granitkreuzen gespeicherte tellurischeEnergie hinauf zu den Spitzen derSteine, und natürlich leiten sie auch umgekehrtdie Kräfte des Himmels hinein indie Erde. Während das Eisen der Wirkkraftder Drei entspricht, repräsentiert der statischeGranit das Wesen der Vier. Um dieSkulptur legte ich eine Steinspirale aufschwarzem Sand an. Sie hat 19 MeterDurchmesser und paßt damit genau in dasenergetische Lichtdreieck von 33 MeternSeitenlänge. In sieben Windungen führtdie Spirale den Besucher in die Mitte. 272Meter legt er dabei zurück, bevor er diekreisrunde, grüne Insel der Monolithenbetritt. Wer sich öffnet, kehrt reich beschenktin die Welt zurück.Arcturus, der Hüter der WeisheitAls ich eines Nachts aus einer Meditationan meinem Kunstwerk zurückkehrte, wurdedie Spitze des nordwestlichen Monolithenvon einem Stern berührt. Es warArcturus, ein Fixstern aus dem Sternbilddes Bootes, der mich begrüßte. Man nenntihn den Hirten, Hüter der Weisheit unddes Lichts. So kamen die Steine zu ihremNamen: Delta Arkhturus, die drei Steinedes Lichts. Arcturus war offensichtlichauch der Hüter dieser Arbeit. Denn esmüssen wohl kosmische Kräfte gewesensein, die so viele Menschen zusammenkommenließen, um diese Arbeit zu verwirklichen:meine Frau, das unermüdlicheTeam des Aine Art Museums, Freunde,Handwerker, Kollegen und Sponsoren bildeteneine Unterstützung, wie ich sie bishernoch nicht erlebt hatte. Nach nur 33Tagen war das Werk – von der ersten Ideebis zur Ausführung – vollendet. Seitdemarbeitet Delta Arkhturus als ein megalithischerKraft- und Akupunkturpunkt aufder schwedisch-finnischen Grenze. DasMonument belebt die alte schamanischeVorstellung der Heiligen Steine, derSeitas, wieder, die in früheren Jahrhundertenvon den Saamen so sehr verehrtwurden, und bildet einen neuen Knotenim Netzwerk des Lichts. 7Hagia Chora 2 | 1999 G E O M A N T I E D E R S T A D T31

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