HP Hands-on-IVF-Bericht - Dragon IVF

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HP Hands-on-IVF-Bericht - Dragon IVF

Der (nächste Tag) Freitag begann sehr früh und stand zunächst ganz im Zeichen der Maus.Dr. Ursula Fünfschilling und MTA Nicole Weber aus dem Max-Planck-Institut fürExperimentelle Medizin Göttingen erläuterten zunächst den zeitlichen Ablauf der Fertilisationund Embryonalentwicklung beim Mäuse-IVF.Der natürliche Zyklus der Maus dauert nur 4-5Tage, die Blastozystenentwicklung 3,5 Tage. DieStimulation zur Superovulation für die IVF erfolgtmit PMSG (Pregnant Mare Serum Gonadotropin,equines Choriogonadotropin), dieOvulationsinduktion mit HCG. Die imCumulusverband aus der Ampulle ausgespültenEizellen werden anschließend mit kapazitiertenSpermien aus dem Nebenhoden der Mäuseböckeinseminiert. Nach drei Tagen erfolgt transabdominalAbb.3: Mauseizellen im Cumulusverband der Blastozysten-Transfer in das Uterushorn derAmmenmäuse.Bei einer Life-Demonstration unter Kamerakontrollekonnten wir die Gewinnung von Mäusegameten, Zygoten und verschiedenerEmbryonalstadien aus frischtoten Mäusen mit verfolgen, was bei den zarten Strukturen vielÜbung und große manuelle Geschicklichkeit erfordert. Die Embryonen wurden für dieDurchführung weiterer Labortechniken in Kulturgenommen, die Oozyten und Spermien von denTeilnehmerinnen für die IVF eingesetzt und amnächsten Tag unter der Stereolupe beurteilt. Ein Teil derOozyten wurde von uns denudiert und für den zweitenHöhepunkt des Tages, die Durchführung der ICSI,bereitgehalten.Die Firmen MTG, ZeissMicroimaging und Eppendorfhatten zwei ICSI-Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt.Nach Einrichtung der Mikromanipulatoren undAbb.4: Fr. Dr. Regina KloseJustierung wurde zunächst die Arbeitsweise derManipulatoren und Mikroinjektoren erläutert und dann die ICSI an den gewonnenen Oozytendemonstriert. Jede Teilnehmerin konnte ihr eigenes ICSI-Schälchen vorbereiten und dannunter kundiger Anleitung selbst die einzelnen Arbeitsschritte der ICSI einüben. Parallel dazubestand die Möglichkeit, assisted hatching mit dem OCTAX Laser Shot Systemdurchzuführen.Am Nachmittag ging es um die Grundlagen der Inkubationstechnik.Anke Martin von der Fa. Labotect erläuterte die Bedeutung von Temperatur, Luftfeuchtigkeitund CO 2 -Versorgung und die unterschiedlichen Bau- und Funktionsweisen gängigerInkubatoren. Nach dem wohlverdienten Abendessen fanden wir uns zur letzten Veranstaltungdes Tages, dem Vortrag der Biologin Dr. Penny Nayudu vom Deutschen PrimatenzentrumGöttingen zusammen. Zum Thema „Verbesserung der Baby-take-home-Rate in der IVF-Praxis: Am Anfang steht das gute Ei“ berichtete sie von ihren vergleichendenUntersuchungen an Marmoset-Affen aus dem Primatenzemtrum und in einer freilebendenKolonie in Brasilien. Die in Gefangenschaft gehaltenen Affen zeigen ovarielleVeränderungen, die zum Teil an ein PCO-Syndrom erinnern wie vergrößerte Ovarien, erhöhteantrale Follikelzahl, Atresie präantraler Follikel und in der zeitlich beschränkten Phase dererhöhten Ovarfunktion auch eine drastisch gesteigerte Mehrlingsrate. Dr. Nayudu vermutetdie Ursache in den nachteiligen Veränderungen des Lebensstils dieser Affen, der sie für die


ekannten Zivilisationskrankheiten wie Diabetesmellitus disponiert. Hier fällt es leicht, den Bogenzu schlagen zur Lebensrealität vieler unsererPatientinnen und neue Ansätze zur Verbesserungder Eizellqualität zu suchen.Am (nächsten Tag) Samstag konnten die erlerntenTechniken, besonders begeistert natürlich die ICSI,von uns nochmals ausprobiert werden. Danachwurden innovative mikroskopische Verfahren wiedie Spindel- und Zonaanalyse (OCTAXpolarAIDE) und IMSI – „intracytoplasmicmorphologically selected sperm injection“(OCTAX cytoScreen) vorgestellt.Abb.5: Blastomerenbiopsie am MausembryoHighlight des Tages war unbestritten die Durchführung von Blastomerenbiopsien an den tagszuvor kultivierten Mäuseembryonen, was erneutgroßes Fingerspitzengefühl erforderte.Nach diesem anspruchsvollen Tagesprogrammfolgten als ungewöhnliche Einlage eine Yogastundeund eine Klangmeditation. Mit Yoga hatten nahezualle von uns schon praktische Erfahrung gewonnen,die Klangschalensitzung mit Isabell Koller, die dieseTherapieform erfolgreich zum Lösen von Blockadenund Spannungszuständen des Körpers und damit zurStressbewältigung einsetzt, wirkte zunächstexotisch. Das Ergebnis der praktischen AnwendungAbb.6: v.l.n.r. Dr. A. Eder, Dr. C. Gassner,PD Dr. R. Popovici, Dr. A. Mempel, Dr. P.Faas-Fehervary, Prof. Dr. M. Bals-Pratschüberzeugte jedoch - diese begleitendeEntspannungstechnik könnte man sich durchausauch im Rahmen einer Kinderwunschbehandlungvorstellen.Nach so viel Entspannung klang der Abend noch sehr lebhaft auf dem „Ball des Pferdes“ inder Hardenbergschen Kornbrennerei aus. Am nächsten Tag hieß es leider schon Abschiednehmen. Vormittags setzten wir uns zur Abschlussbesprechung zusammen, um noch letzteVerständnisfragen zu klären. Der Workshop wurde von allen als rundum gelungen empfundenund wir hoffen, dass diese Veranstaltung auch in Zukunft angeboten werden kann. Neben derfachlichen Bereicherung ist es zu intensivem Erfahrungsaustausch und freundschaftlichenKontakten gekommen, die wir auch nach Rückkehr in unseren Berufsalltag aufrechterhaltenmöchten.

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