Zeitschrift für physikalische Therapie • LICHTTHERAPIE ... - vdms

vdms.ch

Zeitschrift für physikalische Therapie • LICHTTHERAPIE ... - vdms

Reflexe

verband der medizinischen masseure der schweiz

vdms

Licht

Zeitschrift für physikalische Therapie

LICHTTHERAPIE

…nicht nur bei

Winterdepression

AUGEN ERKRANKUNG

Altersbedingte

Makula-Degeneration

INTERVIEW

«Ich sehe mit

meinen Händen»

ASTRONOMIE

Blitzender

Kometenschmutz

WEITERBILDUNG

Farb-Akupunktur

bei Narbenstörfeldern

RÜCKBLICK KURS

Souverän referieren:

Teilnehmer berichten

VERBAND

MÄRZ 2009

VERBAND P R A X I S

THEMA


REFLEXE MÄRZ ? 2009 VERBAND

INHALT

2

4 LICHT

Physikalische Betrachtungsweise

Reflexe März 2009

THEMA PRAXIS VERBAND

von Dr. Georges C. Spring

8 LICHTTHERAPIE

Lichttherapie – nicht nur bei

Winterdepression

von Prof. Dr. Anna Wirz-Justice

und Prof. Dr. Jürgen Staedt

11 SEHBEHINDERUNG

Leben ohne Augenlicht

von Nadja Blanchard

14 AUGEN ERKRANKUNG

Altersbedingte Makula-

Degeneration

von Dr. med. Bernard Erdtracht

Thema:

Licht

SEHBEHINDERUNG

LEBEN OHNE

AUGENLICHT

Haben Sie schon einmal versucht zu zählen,

wie viele Menschen heute Brillenträger

sind? Sehbehinderungen reichen von leichten

Sehkraftschwächen bis hin zur wirklichen

Erblindung. Wie davon betroffene

Menschen damit umgehen, versuchen wir

mit unseren Beiträgen zu beleuchten.

› Mehr ab S. 11

16 INTERVIEW

Ich sehe mit meinen Händen!

18 BERICHT EINES PILOTEN

Wenn der Tag dreissig Stunden hat

20 FORSCHUNG

UV-Licht: in hohen Dosen tödlich

– in niederen lebenswichtig

22 WIRKUNG VON LICHT

Licht – ein grandioser Vitalfaktor

25 GESUNDHEIT

Lichtallergie

26 PFLANZEN UND LICHT

Ganz ohne Licht kann keine grüne

Pflanze sein

27 ERNÄHRUNG

Heilkräuter im Frühling

28 ASTRONOMIE

Blitzender Kometenschutz

31 SCHLAFWANDLER

Mondsüchtig

32 THEMA

Folgen der Lichtverschmutzung

EXTREMBERUF

WENN DER TAG

DREISSIG STUNDEN HAT

Es muss nicht immer nur der Traumberuf

Pilot sein. Extremberufe kennen wir alle

aus unserem Alltag: Krankenschwester,

Schichtarbeiter, Ärzte, Mütter usw. Unser

Pilot zeigt uns die Möglichkeiten auf, wie

mit zeitlichen Verschiebungen und unregel–

mässigen Schlafrhythmen umgegangen

werden kann. › Mehr ab S. 18

Titelbild: Im Regenbogen finden wir das ganze Farbspektrum. © fotolia.com

33 WEITERBILDUNG

Neue Kurse 2. Quartal 2009:

Farb-Akupunktur bei Narbenstörfeldern

Viszerale Osteopathie – (VOOB)

Behandlung des Schultergürtels,

Ortho-Bionomy®

Dynamische Wirbelsäulentherapie

nach Popp

Touch for Health-Kinesiologie

Den Dreh raus... und den

«Turn around» geschafft

36 RÜCKBLICK

Schulbesuche des vdms

Souverän referieren mit Jo Marty

37 DIVERSES

BeBo-Kurs: Herzliche Gratulation!

Portraits: Unsere neuen Dozenten

38 vdms INTERN

Einladung Generalversammlung

Lichtblick am vdms-Finanzhimmel

Vorschau Juni: Beiträge gesucht

39 AGENDA

Fort- & Weiterbildungen 2009

WEITERBILDUNG

TOUCH FOR HEALTH-

KINESIOLOGIE

Auch im 2009 hat die Weiterbildungsverantwortliche

des Verbandes, Heidi Kirchhofer,

wiederum spannende, lehrreiche

und neue Themen für Sie ausgewählt.

Zögern Sie nicht und melden Sie sich frühzeitig

an. Die Kurse sind nämlich schnell

ausgebucht. › Mehr ab S. 33

VORSCHAU Juni 2009

THEMA: Kinder


Licht – der wichtigste Taktgeber der Gefühle

IMPRESSUM

◗ Jo Marty, Präsident,

für den Vorstand und

das Sekretariat des

vdms

Aktuelle Ausgabe: März 2009

Nr. 136, 30. Jahrgang

Auflage: 1500 Exemplare

Erscheinung: 4mal jährlich

Herausgeber

Verband der medizinischen Masseure der

Schweiz vdms

Schachenallee 29

CH-5000 Aarau

Telefon 062 823 02 70

Fax 062 823 06 22

info@vdms.ch; www.vdms.ch

Redaktion

Verena Biedermann (vb), Leitung

Heidi Kirchhofer (hk)

Beatrice Widmer (bw), Inseratewesen

Johannes Weiss (we)

Preise Abonnement

Inland: Fr. 50.– pro Jahr, inkl. Porto

Ausland: auf Anfrage

Insertionspreise 2009

siehe: www.vdms.ch

Insertionsschluss

Ausgabe Juni 2009: 30. April

Gestaltung

grafik & design, Stäfa

Druck

Druckerei Fasler, Aarau

Schon im 19. Jahrhundert schrieb

Frederick Cook in sein Expeditionsbuch,

dass das Licht wohl der wichtigste Taktgeber

der Gefühle sei. Zu dieser Aussage

führten ihn Beobachtungen über das

Verhalten seiner Expetitionsteilnehmer

bei längerer Dunkelheit und vor allem

dann, als das Licht wieder kam. Jedoch

schon lange Zeit vor den Schilderungen

Cooks wurde bereits über den enormen

Einfluss des Lichtes auf Stimmung und

Moral des Menschen berichtet.

Das Licht kontrolliert unzählige Funktionen

des Gehirns und des gesamten Organismus.

So steuert Licht den grössten

Teil der lebensnotwendigen Vorgänge und

Instinkte sowie Reflexe: Temperaturanpassung,

zahlreiche Immunmodulatoren, sogar

Neugier, Interesse, Freude, Kreativität

und die Gesamtheit der endokrinen Systeme

und die Vigilanz. Licht beeinflusst auch

Appetit, Schlafzyklen, Fettstoffwechsel.

Seit der Erfindung des elektrischen

Lichts hat sich diese Kontrollfunktion jedoch

verändert. Das künstliche Licht ist

bis zu zwanzigmal schwächer als Tageslicht

an einem grauen Tag mit Hochnebel

und Regen. Und wenn es zutrifft, was das

Institut für Lichtbiologie in Heidelberg

an Erkenntnis zu der neuen Generation

von Lichtquellen wie die viel gerühmten

Stromsparlampen gewann, dann wird

Licht immer mehr auch zum Problem. Leider

bestätigen andere Forscher sowie die

eigenen ausführlichen Untersuchungen

der Zeitschrift Öko-Test die Ergebnisse der

Heidelberger-Gruppe: Nämlich, dass zum

Beispiel die Energiesparlampen das Kontrastsehen

um ein Vielfaches verringern

und es zu Flimmern, Schwindel, Kopfschmerzen

und Hormonbeeinflussungen

kommen kann.

Ebenso belegen die Öko-Tester, dass die

so genannten Sparlampen erstens niemals

die Helligkeit einer ganz normalen Glühbirne

von 60 Watt erreichen, zweitens weit

weniger Energieersparnis bringen als von

den Herstellern versprochen wird, drittens

innert 1500 Betriebsstunden zwischen 10

und 60 Prozent ihrer Leuchtkraft verlieren

sowie viertens lange vor der angepriesenen

Lebensdauer kaputt gehen. Im Weite-

ren stinken die neuen Lichtspender durch

Ausdünstung verschiedener Gifte (Quecksilber,

Phenol, Barium etc.). Nimmt man

die «Energiekette» von der Produktion bis

zur Entsorgung (Sondermüll), dann wird

angeblich mehr Energie aufgewendet als

durch den vermiedenen Strombedarf der

so genannten Sparlampe gegenüber der

Glühbirne eingespart werden kann. Die

Kritikliste könnte fortgesetzt werden.

Lichtquellen sind heute längst nicht

nur für den Umweltengagierten, der seit

längerem von der grassierenden «Lichtverschmutzung»

(Leuchtreklamen, beleuchtete

Gebäude, Wege, Gärten etc) spricht,

ein Thema, sondern es betrifft jeden von

uns. Soll man nun noch alle Glühbirnen

zusammenhamstern oder doch besser viel

effizienter Strom und Energie sparen? Beispielsweise

indem der Computer mutig

ausgeschaltet wird, der TV-Konsum auf

unter den Schweizer-Durchschnittswert

von 2.5 Std. täglich auf vielleicht 45 Min.

reduziert, die Mikrowelle entsorgt wird

und wir raus gehen – ans Tageslicht? An

die Quelle aller Naturoszillatoren, an die

höchste Energievermittlung, an die Verbindung

all dessen was Natur, Schöpfung

und Leben verbindet: ans LICHT.

Wir Menschen sind mit unserer Haut,

unseren Nerven exakt auf den höchsten,

stärksten Abstrahlungsbereich der Sonne

(18.5µm) eingestellt. Das kann kein Zufall

sein, sondern ist wohl Massgabe dafür:

Mensch, geh ans Licht oder wie

heisst das letzte Wort,

das vom grössten

Natur-, Farbenund

Lichtforscher

des 18. Jahrhunderts,

Johann

Wolfgang von

Goethe, noch vernommen

wurde?

«Mehr Licht», soll er

gesagt haben bevor er

verstarb.

Mehr Licht, gesundes

Licht das wünsche ich Ihnen

für das angebrochene

Jahr 2009.

Jo Marty l

März 2009 Reflexe

MEDIZIN LICHT & GESCHICHTE EDITORIAL

VERBAND

3


PHYSIKALISCHES LICHT THEMA

4

Wer ist nicht fasziniert wenn er

nachts von einer Anhöhe auf das

Lichtermeer einer Stadt herab-

schaut? Wer ist nicht ergriffen von

der Schönheit eines Sonnenauf-

gangs oder wenn Sonnenlicht

durch Wolken bricht? Wer kann sich

schon den freudvollen Gefühlen

beim Betrachten eines prachtvollen

an den Himmel gezauberten Feuer-

werks erwehren? Und schliesslich:

wen berührt nicht das kleine Licht

einer brennenden Kerze? Wohl uns

alle – denn Licht ist ein inhärenter

Teil unsers Seins – Licht ist Leben

◗ Dr. Georges C. Spring

Licht ist Energie

Doch was ist es dieses Licht? Woher

kommt es? Fragen mit denen sich grosse

Denker, Philosophen und Naturwissenschafter

seit jeher befassten hin bis in die

heutigen Tage. Heute wissen wir zwar was

Licht ist und kennen seine verschiedensten

Quellen. Trotzdem ist es nach wie vor

eines der wesentlichsten Phänomene der

Forschung, denn Licht ist Energie und von

ihr können wir nicht genug haben. Zudem

könnten sich völlig neue technologische

Aspekte auftun wie z.B. in der Antriebstechnik,

wo mittels Licht-Segel unsere

Flugzeuge und Raumschiffe sich bewegen

liessen. Im Moment vielleicht noch eine

völlig futuristische Idee, die aber durchaus

in nicht allzu ferner Zukunft umsetzungsreif

werden könnte. Denn Licht erzeugt

auch Druck – und warum das? Weil es wellenförmig

ist, ähnlich Schallwellen oder

gar zu vergleichen mit Wasserwellen.

Reflexe März 2009

Licht – physikalische

Betrachtungsweise

Bis jedoch all dieses Wissen über die

Eigenschaften des Lichts in Erfahrung gebracht

werden konnte, vergingen nahezu

3000 Jahre.

Licht sind Wellen

Es war Euklid, der Vater der «euklidschen

Geometrie», der in seinem Werk

«Optica» als erster konkret von der Wellen–

eigenschaft des Lichtes sprach. Er war es

auch, der die Gesetzmässigkeit entdeckte,

dass Lichtstrahlen oder eben Lichtwellen

im selben Winkel reflektiert werden wie

sie auf dem Objekt auftreffen.

Bild 1: Photonen- kohärenter Strahl eines Lasers Bild 2: Lichtwellen

Bilder 3 u. 4:

Lichtstrahlen

werden auf der

Erdoberfläche

reflektiert

Richtungen

in alle

zerstreut

reflektierte Strahlen


Es gelang ihm sogar dies mathematisch

zu beweisen. Eine beachtliche Leistung.

Euklid war zwar lediglich ein Glied in der

Kette der vielen Köpfe, die dem Geheim-

nis des Lichtes hinterher waren; angefangen

bei den altindischen philosophischen

Schulen der Sankys und Vaisheshika rund

2500 v. Chr. bis hin zu den griechischen

Denkern der Antike. Darauf folgten, um

nur ein paar wenige Namen zu nennen,

Ibn al Haythan (965-1040), Galileo Galilei

(1564-1642), René Descartes (1596-

1650), Christiaan Huygens (1629-1695)

und Isaac Newton (1643-1727), die den

Wellencharakter durch ihre Forschungsarbeiten

untermauerten. Durch astronomische

Beobachtungen gelang es dabb Ole

Romer (1644-1710) die Lichtgeschwindigkeit

zu ermitteln, die aufgrund heutiger

Messmöglichkeiten 299’792,458 Kilometer

pro Sekunde beträgt. Er kam damals

auf 300 000 Kilometer pro Sekunde. Übrigens,

durch seine Beobachtungen wurde

eindeutig klar, dass Licht nicht aus stehenden

Wellen im Raum besteht, sondern sich

mit enorm hoher Geschwindigkeit von der

Lichtquelle her ausbreitet.

Überlappende Lichtwellen bilden

Muster

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts machte

man Lichterscheinungen aus, die einzig

und alleine durch die Wellentheorie Huygens

zu erklären waren. Dabei handelte

es sich um die Interferenz, die Refraktion

und die Diffraktion. Unter dem Begriff Interferenz

ist die Überlagerung zweier oder

mehreren Wellen an der gleichen Stelle

des Raumes zu verstehen. Jeder der schon

mal zwei Steine nahe nebeneinander in einen

stillen Weiher geworfen hat, konnte

beobachten, wie sich die konzentrischen

Wellenkreise überlappten und somit ein

interferierendes Muster bilden.

Bild 6: Interferenz erzeugt durch zwei schwimmende

Enten, deren Wellen sich überlagern

Diffraktion ist dann, wenn Licht auf

ein Hindernis stösst.

Refraktierendes Licht hingegen ändert

Richtung und Geschwindigkeit und das

meistens, wenn es von einem Medium

in ein anderes übergeht z.B. von Luft ins

Wasser.

Bilder 9 und 10:

Refraktion

Bilder 7 und 8: Diffraktion

Licht ist...

Nun so schön so gut. Alle diese Kenntnisse

sind zwar äusserst interessant und

aufschlussreich, sagen einiges aus über

die verschiedenen Eigenschaften des Lichtes,

beantwortet aber nach wie vor nicht,

was Licht tatsächlich ist. Dazu bedurfte es

des genialen schottischen Physikers James

Clerk Maxwell (1831 - 1879). Er brachte

es auf den Punkt: Des Lichtes wahres

Wesen sind elektromagnetische Wellen.

Also elektrische und magnetische Felder

ineinander zu einer Art Kette verbunden.

Noch heutzutage ist die maxwellsche For-

mel bezüglich elektromagnetischer Wellen

und deren Gesetze ein Markstein der

klassischen Physik. Und wer kennt nicht

den maxwellschen Regenbogen, nämlich,

dass Licht, lässt man es durch ein Prisma

scheinen, sich in den sieben Spektralfarben

zeigt.

Bild 12: Spektralfarben im Prisma

Licht geht jedoch weit über jene Frequenzen

hinaus, die unser Auge in der

Lage ist, wahrzunehmen. Zeitlich leicht

verschoben entdeckte nämlich Heinrich

Hertz (1857-1894) die Radiowellen, die

ebenfalls nichts anderes sind als elektromagnetische

Wellen. Sie unterscheiden

sich lediglich in der Wellenlänge. Die

Frequenz fängt bei den Langwellen an

und führt über die ganze Skala bis hin

zu den Röntgenstrahlen und schliesslich


γ

kurzwelliges

Licht

Bild 12: Photoeffekt

Z


Bild 13:

Feynman

Diagramm

den Gammastrahlen. Er war es auch, der

den Photoeffekt entdeckte, der dann sei-

nerseits etwas später Einstein verhalf die

Korpuskel-Wellen-Theorie festzulegen.

Der Ursprung des Quantenmodelles

Er beobachtete mehr zufällig als gewollt,

dass, wenn man Metallflächen mit

ultraviolettem Licht bestrahlt, Elektronen

abgehen. Es war praktisch der erste Gongschlag,

der das Quantenmodell einzuläuten

begann. Dazu fehlten zwar noch ein

paar Kleinigkeiten – Kleinigkeiten ironisch

gemeint. Denn es ging noch eine ganze

Weile, bis Max Planck (1858-1947) diese

März 2009 Reflexe

PHYSIKALISCHES LICHT THEMA

5


PHYSIKALISCHES LICHT THEMA

6

Lücke zu füllen vermochte. Die Wellentheorie

hatte so ihre Tücken, widersprach sie

doch den Grundgesetzen der Wärmelehre

und des Elektromagentismus. Wärmestrahlen

sind nämlich ebenfalls elektromagnetische

Wellen. Aber da war eben dieser

Konflikt, den es zu lösen galt. Und genau

das gelang Planck. Er brachte auf geniale

Weise diesen anscheinend unlösbaren Widerspruch

unter einen Hut. Seine Antwort

darauf: Die Atome eines strahlenden Körpers

geben ihre Strahlungsenergie in ganz

bestimmten Energiepaketen ab, die man

als Energiequanten oder auch als Photonen

bezeichnet. Seine Formel lautete:

Die Konstante h wird als Planck-Konstante

bezeichnet.

Ein Elektronenvolt ist jene Grösse, d.h.

jene Energie, die einem Elektron zugeführt

werden muss, damit es sich mit Hilfe einer

elektrischen Spannung von 1 Volt im leeren

Raum bewegt.

Albert Einstein verfeinert

Man sieht, das Phänomen Licht wird

mehr und mehr zu einer äusserst komplexen

Angelegenheit der Quantentheorie

und in der Folge zur Quantenmechanik,

der, «ends» aller «ends», die Quantenelektrodynamik

folgte. Es war keine geringerer

als Albert Einstein (1879-1955), der dem

Ganzen oben noch was draufsetzte. Er

übertrug seine Vorstellung der atomistischen

Struktur der Materie auch auf alle

Arten von Strahlungen. Das hiess, dass

nicht nur die Abgabe und Aufnahme von

Strahlungsenergie in Form von Quanten

Reflexe März 2009

Bild 14: Photozelle

erfolgt, sondern dass wir es auch bei der

Strahlung selbst nicht mit einem kontinuierlichen

Energiefluss zu tun haben. Vielmehr

besteht der ganze Energiefluss aus

real existierenden Energiepaketen (Quanten).

Einstein erweckte hiermit die Korpuskelvorstellung

(lat. Corpusculum =

Körperchen) des Lichtes, wie sie ja früher

schon mal bestand, zu neuem Leben. Und

so lässt sich sagen, auch wenn die Frequenzen

der Quanten eine Welleneigenschaft

haben, bleibt ihre Individualität und

ihre genau definierte Energie ein Merkmal

der Teilchen und diese Feststellung bekam

einen Namen Quantenmechanik.

Auf Grund dessen sind Photonen als

kleine elektromagnetische Wellenpakete

zu betrachten, die einerseits Wellen- und

anderseits Korpuskeleigenschaften haben.

Der letzte Beweis dafür erbrachte

die Quantenelektrodynamik. Richard

Feynman (1918-1988) und eine Reihe anderer

begnadeter Physiker lieferten durch

ihre Quantenelektrodynamik das mathematische

Werkzeug, mit dessen Hilfe alle

Probleme des Lichtes und der Strahlung

Quantenenergie = Konstante ✕ Strahlenenergie – E = h·v

h = 0,000 000 000 000 00414 Elektronenvolt ✕ Sekunde

allgemein korrekt und extrem genau ermittelt

werden können. Mittels ihr wurde es

auch möglich, das Wellenmodell (Interferenzen/Beugung)

sowie das Quantenmodell

(Wärmestrahlung und Photoeffekt)

als Grenzfälle des mathematischen Formalismuses

zu erfassen. Diese Grundlagenkenntnisse

sind in der Fernmeldetechnik

und der Optik nicht mehr wegzudenken.

Selbstverständlich wird die exakte Aussage

der Quantenelektrodynamik wie auch alle

anderen Bereiche der Physik erst durch die

Sprache der Mathematik präzise und aussagekräftig.

Ist das Licht entmystifiziert?

Der Mensch mit seinem Ingenium (Fähigkeit/Begabung)

ist dem Licht hinters

Licht gekommen – hat es entmystifiziert.

Hat er das wirklich? Beantwortet man die-

AUTOR

Das menschliche Auge

nimmt nur einen engen

Sequenzbereich allen

Lichtes auf.

se Frage aus naturwissenschaftlicher Perspektive,

so lautet die Antwort ganz sicher

ja. Ganz abgesehen von all den technischen

Errungenschaften, die dadurch erst

möglich wurden. Unser tägliches Leben

ist voll davon: Computer-, TV-, Navigations-,

Photo-, Druck-, Chemie- und Medizinaltechnik.

Elektromagnetische Wellen

– Licht – sind allgegenwärtig. Wie schon

kurz erwähnt, nimmt das menschliche

Auge nur einen engen Sequenzbereich allen

Lichtes wahr. Die Sonne ist zwar eine

der dominantesten Quellen des Lichtes,

doch andererseits sind wir umgeben von

Radio- und TV-Signalen (Wellen), Mikrowellen,

Radar- und Telefonsysteme sowie

elektromagnetischen Wellen, die von

unseren Glühbirnen, der Hitze eines Automotors

ausgehen oder von Blitzen und

vergrabenem radioaktivem Material. Unser

Lebensraum ist voll gepackt mit Lichtwellen.

Und um nochmals auf die zuvor gestellte

Frage zurückzukommen: «Haben

wir das Licht wirklich entmystifiziert?»

Hierzu muss man ehrlich sagen: «Wohl

kaum!» Denn dazu müssten wir in der

Lage sein, die ultimative Antwort auf die

Schöpfung selbst zu geben. l

Dr. Georges C. Spring

Physiker, Pilot und Managementtrainer,

lebt und arbeitet u.a. in Zürich


Nur 10 Minuten braucht

das neue Global Diagnostics

für die präzise Messung

und Auswertung von über

540 verschiedenen Messobjekten

des Körpers.

Die Vorteile einer gründlichen

energetischen Messung stehen

Ihnen nun innerhalb kürzester Zeit

zur Verfügung. Sie erhalten eine

solide Grundlage für Ihre weitere

therapeutische Vorgehensweise.

Alle Messergebnisse (Systeme,

Funktionen, Organe usw.) werden

sofort bildlich auf dem Computer

dargestellt.

Der Messvorgang ist einfach durchzuführen

– er kann auch Ihrem

Praxispersonal übertragen werden.

Die Messung mit Global Diagnostics

erfolgt auf exakter wissenschaftlicher

Grundlage. Nach automatischer

E-Smog-Messung, um äußere Störeinflüsse

auszuschliessen, folgen

mehr als 100 Mio Einzelmessungen

des Körpers – anschließend werden

alle Messungen wiederholt, um die

Füsse sagen mehr als

tausend Worte – wenn

sie am

angeschlossen sind.

Global Diagnostics

Ergebnisse zu verifizieren. Zusätzlich

kann die energetische Reaktion auf

Substanzen (Allergene, Nosoden,

Allopathika usw.) erfasst und dokumentiert

werden.

Das Global Diagnostics ist gemäss

dem Medizinproduktegesetz zugelassen

(CE-zertifiziert).

Die Zeit ist reif für einen neuen

Weg in Diagnose und Therapie.

Bei Patienten macht sich eine gewisse

„Pharmamüdigkeit“ bemerkbar

– viele beginnen sich eigenverantwortlich

nach neuen Therapien

umzusehen.

Zusammen mit der Kostenexplosion

im allgemeinen Gesundheitswesen

ergeben sich daraus vermehrte

Chancen für die ganzheitliche Medizin.

Das Global Diagnostics ist die

Antwort auf diese Entwicklung.

Genaue Messungen sind die

Grundlage einer sicheren Diagnose

und führen zu einer erfolgreichen

Therapie. Zufriedene Patienten sprechen

über ihre Erfahrungen und empfehlen

Sie gerne weiter.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie das

Global Diagnostics erfolgreich in

Ihrer Praxis einsetzen können.

Sprechen Sie mit uns.

Rufen Sie uns an oder senden

Sie ein Fax bzw. eine E-Mail.

VITATEC

Medizintechnik GmbH

Zugerstrasse 70, CH-6340 Baar

Tel: ++41(0)41 / 766 01 70

Fax: ++41(0)41 / 766 01 74

schweiz@vitatec.com

www.vitatec.com


LICHTTHERAPIE THEMA

8

Geburt

1 Mo.

3 Mo.

6 Mo.

Lichttherapie –

nicht nur bei Winterdepression

2 J.

6 J.

10 J.

14 J.

18 J.

20 J.

30 J.

40 J.

50 J.

60 J.

70 J.

80 J.

Steigende Anzahl von Indikationen rückt Lichttherapie immer mehr in den Blickpunkt

Bereits vor 25 Jahren wurde die Lichttherapie als Behandlung jahres-

zeitlich bedingter Depressionen (seasonal affective disorder, SAD),

auch «Winterdepression» genannt, erforscht. In der Schweiz wie auch in

Deutschland stand man dieser scheinbar «alternativen» Behandlungsme-

thode anfangs sehr skeptisch gegenüber.

◗ Prof. Dr. Anna Wirz-Justice und Prof. Dr. Jürgen Staedt

12:00 24:00 12:00

Reflexe März 2009

Licht und die innere Uhr

Neben psychosozialen Zeitgebern (Ab-

bildung 1) ist der durch die Erdrotation

bedingte Tag-Nachtrhythmus ein wichtiger

Faktor für die energetische Optimierung

und Koordination von physiologischen

Prozessen im menschlichen Körper.

Hierbei spielt der Einfluss des Tageslichtes

eine entscheidende Rolle bei der Synchronisation

von biologischen oszillierenden

Prozessen auf zellulärer Ebene. Beim Menschen

wird die übergeordnete lichtvermittelte

Synchronisation über zwei Systeme

gesichert. Denn neben den für die Verarbeitung

von visuellen Reizen zuständigen

Stäbchen und Zapfenrezeptoren gibt es in

der Netzhaut noch einen kleinen Anteil

von Ganglienzellen, die ebenfalls Fotorezeptoren

aufweisen und direkt zum Nucleus

suprachiasmaticus (unserer «inneren

Uhr») eine «lichtvermittelte Information»

weiterleiten. Tagsüber bewirken diese

«Lichtimpulse» indirekt über unsere «innere

Uhr» eine GABAerge Hemmung und

nachts eine GLUTAMATerge Stimulation

Mithilfe der Eltern und Umwelt

den zirkadianen Rhythmus «lernen»

Schule

«Party»

Arbeitsbedingtes

Frühaufstehen

der Melatoninsynthese beziehungsweise

Freisetzung.

Melatonin seinerseits «informiert» die

Nervenzellenverbände unseres Gehirns

über den Tag-Nacht-Rhythmus. Da die aktivierende,

den Rhythmus beeinflussende

Wirkung von Licht mit einer Hemmung

der Melatoninfreisetzung einhergeht, lag

es wissenschaftlich nahe, sich mit dem

Einfluss von Lichttherapie auf die Stimmung

und unter anderem auch auf die

Melatoninspiegel bei depressiven Patienten

zu beschäftigen.

Pensionierung: verringerte psychosoziale

Zeitgeber, mangelnde Bewegung,

demenzbedingte Abschwächung der

zirkadianen Rhythmik, sedierende Medikamente

Abb. 1: Entwicklungen und Synchronisierung des Schlafmusters durch

Zeitgeber (mit freundlicher Genehmigung des Kohlhammer Verlags)

Abgesehen vom Licht wird der Schlaf-

Wach-Rhythmus über das Leben durch

verschiedene Zeitgeber beeinflusst, die in

der schematischen Abbildung 1 skizziert

sind. Die schwarzen Balken markieren die

Schlafphasen.

Obwohl die einer SAD zugrunde liegenden

Mechanismen noch nicht in allen

Einzelheiten verstanden werden, können

v.-Zerssen-Depressionsskala

besser schlechter

Sep

Sep

Okt

Okt

Nov

Dez

Jan

Feb

Nov

Dez

Jan

Feb

Jahr 1

unbehandelte

Winterdepression

Licht

März

Apr

März

Apr

wir zumindest zwei Faktoren für die antidepressive

Wirkung von Licht benennen:

l Eine Phasenverzögerung im Tagesrhythmus

im Winter kann durch eine

Lichtexposition am Morgen korrigiert

werden.

l Licht beeinflusst die serotonergen

Funktionen des ZNS; mehr Licht führt

zu mehr Serotonin-Umsatz.

Im Zeitalter der evidenzbasierten Medizin

bedürfen natürlich auch Studien zur

Lichttherapie wie bei jedem neuen Medikament

Doppelblind- und Placebobedingungen.

Über die Jahre konnte so die Wirksamkeit

von hellem Licht im Vergleich zu

Mai

Juni

Mai

Juni

Juli

Aug

Jahr 3

Juli

Aug

Sep

Sep

Okt

Nov

Okt

Nov

Dez

Jan

Dez

Jan

Licht

Feb

Licht

Feb

März

Apr

März

Apr

Jahr 2

Mai

Juni

Juli

Aug

Jahr 4

Mai

Juni

Juli

Aug

Abb. 2: Vier Jahre wöchentliche Depressionsselbstratings (von Zerssen

Befindlichkeitsskala) bei einer Patientin mit SAD (Wirz-Justice, unveröff.)


Abb. 4:

Gruppentherapie

unter 10.000 lux

im Vivantes Klinikum

Spandau,

www.vivantes.de

verschiedenen «Placebos»

(z.B. gedimmtes Rotlicht

oder inaktivierte negative

Ionen) nachgewiesen werden.

Auch sind Dosis-Wirkungs-Beziehungengefunden

worden (Tabelle 1).

Lichttherapie ist heute als

Mittel der Wahl bei einer

Winterdepression weithin

anerkannt. Dazu kommt,

dass ein Grossteil der Patienten

diese Therapieform

aufgrund der nur sehr

geringen unerwünschten

Wirkungen einer medikamentösen

Behandlung vorzieht. Allerdings

muss die Lichtapplikation in Analogie zu

einer Antidepressivaverordnung auch kontinuierlich

täglich über die Wintermonate

erfolgen. Unserer Erfahrung nach wird

dies im Alltag oft nicht eingehalten. Deshalb

zur Verdeutlichung noch ein Fallbeispiel

einer über 4 Jahre behandelten Patientin

mit SAD. Die Depressivität wurde

von der Patientin wöchentlich mit einem

Selbstrating dokumentiert und zeigt die

phasenhafte Regelmässigkeit der Winterdepression

und den schnellen Wirkeintritt

der Lichttherapie, aber auch die rasche

Stimmungsverschlechterung nach dem zu

zeitigen Absetzen der Lichttherapie (Abbildung

2).

Daten zur Lichtexposition bei SAD

Lichtintensität: 2.500 - 10.000 Lux

Expositionsdauer: 30 - 60 Minuten

Wellenlänge des Lichts: UV-gefiltert

Wirksamkeit in Abhängigkeit von der Tageszeit der Behandlung

(% der Patienten mit voller Remission):

Morgendämmerung 80 %

späte Morgenstunden 40 %

am Abend 30 %

Placebo 15 %

Je früher das Morgenlicht, desto besser der Behandlungserfolg

Licht ist eine chronobiologische Therapie

– es kommt auf das «Timing» an. Je

nach Tageszeit können die Unterschiede

im Ansprechen auf eine Lichttherapie erheblich

sein: Extrem positive, hohe Remissionsraten

findet man in den ganz frühen

Morgenstunden verglichen mit dem Rest

des Tages. Allerdings ist die Wirksamkeit

zu jeder Tageszeit höher als der Placeboeffekt

(Abbildung 3).

Lichttherapie sollte unbedingt sorgfältig

auf die individuelle «innere Uhr»-Zeit (mittels

Chronotyp-Fragebögen) abgestimmt

werden und nicht auf die Tageszeit.

Wie lässt sich die «innere Uhr»

praxisgerecht bestimmen?

Das von der Zirbeldrüse während der

Nachtstunden produzierte Melatonin ist

der beste Marker für die biologische Uhr

des Menschen. Bis jetzt ist die Bestimmung

der rhythmisch schwankenden

Melatoninwerte noch kein festes Diagnosewerkzeug,

allerdings sind fertige «Kits»

für diesen Zweck bereits in Entwicklung.

Eine indirekte, aber schnelle Möglichkeit,

um das innere circadiane Timing zu bestimmen,

sind Fragebögen bezüglich des

Chronotyps des Betreffenden, also ob es

sich bei der Person eher um einen Frühaufsteher

oder um einen Morgenmuffel

handelt. Bei Gesunden wie auch bei SAD-

Patienten besteht eine gute Korrelation

zwischen dem Chronotyp und den gemessenen

Melatoninspiegeln, welche wiederum

zur Entwicklung eines Algorithmus

geführt hat, der den optimalen Zeitpunkt

für eine Lichttherapie feststellen lässt. Der

Chronotyp lässt sich mittels der MEQ Fra-

Tabelle 1

Zung-Depressionsskala

60

55

50

45

a

Plazebo +

Citalopram

(n = 12)

Grünes Licht +

Citalopram (n = 18)

0 1 2 3 4

Woche

gebogen und Auswertungstabelle auf der

website www.cet.org feststellen.

Die Entwicklung geht weiter

Das Einsatzgebiet der Lichttherapie ist

nicht nur auf die SAD beschränkt. Nachfolgend

daher ein kurzer Überblick über

die weltweit stattfindenden Forschungen,

welche die therapeutischen Möglichkeiten

dieses «einfachen» Verfahrens erheblich

ausweiten.

An vorderster Stelle sei die Schlafmedizin

erwähnt, welche die «circadian rhythm

sleep-wake cycle disorders» (=circadiane

Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen) als eigenes

Krankheitsbild klassifiziert. Weltweit

bekannt ist die Möglichkeit, mittels

zeitlich gesteuerter Lichtexposition die

Schlaf- und Wachphasen zu verschieben:

Lichttherapie am Morgen verlegt eine

verspätete Schlafphase zeitlich vor, Lichttherapie

am Abend verschiebt eine verfrühte

Schlafphase zeitlich nach hinten.

Eine einfache Methode, um meist älteren

Menschen mit einer sogenannten «senilen

Bettflucht» zu helfen, ist also, die Intensität

des Abendlichts in den Wohnräumen

der Betroffenen zu erhöhen, oder beim

Abendessen (z.B. in Seniorenheimen) eine

indirekte (Deckenlampen) Lichttherapie

einzusetzen.

Neueste erfolgversprechende Forschungen

legen den Einsatz von Lichttherapie

auch bei einer nichtsaisonalen Major

Depression, bei bipolaren Störungen sowie

bei Patienten nahe, die auf Medikamente

und/oder elektrokonvulsive Therapie

nicht oder nicht ausreichend ansprechen.

«Für alle praktisch tätigen Psychiater soll-

Hamilton Depressionsskala (17-item)

25

20

15

10

b

Helles Licht +

Sertraline

(n = 48)

Plazebo Licht

+ Sertralin

(n = 54)

0 1 2 3 4 5

Woche

Abb. 3: Plazebokontrollierte Studien zur Lichttherapie als

Adjuvans zu SSRI bei nichtsaisonaler Major Depression

März 2009 Reflexe

LICHTTHERAPIE MARKT

9


LICHTTHERAPIE THEMA

10

Reflexe März 2009

BUCHTIPP

Mehr praktische Informationen zu

Chronotherapien:

Chronotherapeutics for Affective Disorders

A Clinician’s Manual for

Light and Wake Therapy.

Autoren: A. Wirz-Justice,

F. Benedetti, M. Terman.

S. Karger Verlag, Basel

Preis: ca. Fr. 59.–

ISBN-987-3-8055-9120-1

Erscheint Ende März ’09

ten die Fallbeispiele von bis dato behandlungsresistenten

Kranken mit chronisch

wiederkehrenden Depressionen, welche

aber positiv auf zusätzliche Lichttherapie

reagieren, ein Hoffnungsschimmer sein,

dass auch noch viele weiteren Patienten

mit solch einem kombinierten medikamentösen

wie auch nicht-medikamentösen

Behandlungsregime zukünftig geholfen

werden kann».

Ob das für die SAD-Behandlung etablierte

«Modell» der Lichttherapie auch auf

andere psychiatrische Erkrankungen ausgeweitet

werden kann, ist bis jetzt nicht

wissenschaftlich abschliessend geklärt.

Alzheimer-Patienten beispielsweise zeigen

oft von der Norm abweichende Schlafgewohnheiten.

Folglich wurde in Pflegeheimen

versuchsweise die Lichtintensität in

den Räumen erhöht, in denen sich die älteren

Menschen meist aufhalten. Es hat sich

gezeigt, dass dadurch nicht nur Vigilanz,

Kognition und Stimmung verbessert wurden,

sondern auch der Nachtschlaf. Bei an

ADHS leidenden Erwachsenen konnte eine

verbesserte Kognition durch Lichttherapie

erreicht werden. Ebenso haben sich parallel

zum antidepressiven Effekt auch die

motorischen Funktionen von Parkinson-

Patienten durch diese Therapieform verbessert.

Derzeit laufende Untersuchungen

an der UPK Basel bei stationären Patienten

mit abnormalen Schlaf-Wach-Rhythmen

zeigen, dass die Regelmässigkeit dieser

Rhythmen mit den kognitiven Funktionen

bei schizophrenen Patienten, sowie auch

mit dem Grad der Selbstverletzungen bei

Borderline-Patienten korreliert.

Psychiater in Italien ganz vorne

mit dabei

Eine bekannte Klinik in Mailand hat

mit dem Einsatz der Lichttherapie nicht

auf Meta-Analysen oder Leitlinien der

psychiatrischen Gesellschaften gewartet.

Seit mehr als 10 Jahren setzen Benedetti

und Kollegen in ihrer psychiatrischen Abteilung

auf nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeiten:

Schlafentzug, Schlafphasenverschiebung

sowie Licht- und

Dunkeltherapie. Die Ergebnisse ihrer Abteilung

bestätigen kontinuierlich die Wirksamkeit,

den schnellen Behandlungserfolg

sowie die fehlenden Nebenwirkungen

dieser Therapiemethoden. Die (nur) vorübergehende

Besserung nach Schlafentzug

konnte stabilisiert werden, indem sie

die verschiedenen chronotherapeutischen

Möglichkeiten kombinierten. So werden

von ihnen Remissionsraten erreicht, die

auch noch 9 Monate nach Therapiebeginn

vergleichbar mit denen einer Langzeitbehandlung

mit Antidepressiva sind.

Schlafentzug hat sich als bestmögliche

Behandlung bei Patienten herausgestellt,

die an einer therapieresistenten bipolaren

Depression leiden. Diese Meinung vertreten

nicht nur die oben genannten Psychiater,

sondern auch die Gesundheitsbehörden

in der Lombardei. Sollten nicht auch

Krankenversicherungsgesellschaften an einer

Methode interessiert sein, welche den

Zustand chronisch-depressiver Patienten

schnell bessert?

Die Kombination von Schlafentzug

und Lichttherapie ist nachweislich eine

überzeugende und kostengünstige First-

Line-Methode zur Behandlung einer Major

Depression.

Lichttherapie in vielen Indikationen

wirksam

Auch aus psychoedukativer beziehungsweise

psychotherapeutischer Sicht

kann der Einsatz von Lichttherapie in der

Psychiatrie sinnvoll sein. Wir wissen, dass

psychosoziale Zeitgeber sehr wichtig für

unser Entrainment sind (Abbildung 1).

Aber gerade damit haben unsere psychiatrischen

Patienten oft erkrankungsbedingt

grosse Schwierigkeiten. Sie meiden häufig

Kontakte und ziehen sich sozial zurück.

Damit fördern sie indirekt eine Desynchronisation

ihres Rhythmus, die wiederum

durch Schlafphasen am Tage ihre soziale

Reintegration zusätzlich erschwert, oder -

wie bei Borderlinie Patienten gezeigt – deren

selbstverletzendes Verhalten fördern

kann. Hier kann durch den Einsatz von indirekter

Lichttherapie auf einfache Weise

das Entrainment gefördert werden.

In Berlin haben wir die Renovierung

unserer psychiatrischen Abteilung dafür

genutzt, um in allen Räumen therapeutische

Lichtquellen fest zu installieren, die

verstärkt im circadian besonders wirksamen

Spektrum um 450 nm Licht emittieren.

So wachen die Patienten auf unserer

Demenzstation zum Zeitpunkt der

simulierten Morgendämmerung auf (in

kontrollierten Studien nachgewiesen antidepressiv

wirksam). Auf allen Stationen

kann das Frühstück mit indirekter Lichttherapie

(ca. 6000 Lux in Augenhöhe) eingenommen

werden. Alternativ sind diese

Räumlichkeiten natürlich auch für Gruppentherapien

zu nutzen. Ergänzt wird das

Lichtkonzept durch eine Basisbeleuchtung

von mindestens 500 Lux auf Augenhöhe

auf allen unseren Fluren. Alle Patienten

und diagnostischen Gruppen werden so

während ihres gesamten Klinikaufenthalts

mittels Licht behandelt ohne sich vor die

bekannten Lichtboxen setzen zu müssen.

Positiver Nebeneffekt: Auch die Ärzte und

das Krankenpersonal erhalten Lichttherapie!

Es gibt eine grosse Anzahl verschiedener

Störungen der Schlafarchitektur, von

denen wir nicht einmal die Hälfte richtig

kennen. Lichttherapie in all ihren Anwendungsformen

(Lichtboxen, Morgendämmerungs-Simulatoren,

besondere bauliche

Beleuchtungsmodelle, gestärktes Bewusstsein

für einen vermehrten Aufenthalt im

Sonnenlicht in freier Natur) ist auf dem

besten Weg zu einem First-Line-Therapeutikum

nicht «nur» bei SAD. l

Mehr Information für PatientInnen und

AerztInnen über Lichttherapie findet sich

auf der «non-profit» Website:

www.cet.org

Angaben über weitergehende Literatur sind

bei der Redaktion erhältlich.

A U T O R E N

Prof. Dr. Anna Wirz-Justice

Zentrum für Chronobiologie, Universitäre

Psychiatrische Kliniken, 4025 Basel

Prof. Dr. Jürgen Staedt

Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und

Psychosomatik - Memory Clinic,

Vivantes Klinikum Spandau,

Neue Bergstrasse 6, DE-13585 Berlin


Leben ohne Augenlicht

Es ist eine voreilige und zudem falsche

Aussage, von mit’ oder ‚ohne’ Augenlicht zu

sprechen. Die Arten der Sehbehinderung sind

vielfältig und ihr individuelles Erleben macht

jede Behinderung einzigartig.

◗ Nadja Blanchard

Welche Arten von Sehbehinderungen

gibt es?

Eine Sehbehinderung oder Blindheit

kann von Geburt an präsent sein, sich im

Verlauf des Lebens verändern oder erst

später eintreten. Die häufigsten Augenerkrankungen

sind die folgenden:

Beim Grauen Star oder Katarakt handelt

es sich um eine Eintrübung der Augenlinse

mit fortschreitendem Verlust der

Sehkraft. Die Trübungen treten mit zunehmendem

Alter auf und werden beispielsweise

durch UV-Strahlen gefördert.

Der Grüne Star ist in der Schweiz und

weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen.

Im Allgemeinen kommt es zu

einer schmerzlosen, langsam fortschreitenden

Schädigung des Sehvermögens, welche

oft nicht bemerkt wird. Das periphere Sehen

wird zuerst beeinträchtigt, kann jedoch

durch das andere Auge über lange Zeit

kompensiert werden. Das zentrale Sehen,

d.h. der Geradeausblick oder das Lesen,

wird erst im Endstadium betroffen.

Veränderungen der Netzhaut: Die

Netzhaut enthält über 100 Millionen Sinneszellen

(Photorezeptoren), mit der wir

Bilder unserer Umwelt wahrnehmen können.

Sie gehört zu den am höchsten differenzierten

Geweben des Körpers. Viele

Erkrankungen können dieses empfindliche

Organ betreffen und die Sehfähigkeit

bedrohen.

Wenn in der Netzhaut Löcher oder

Risse entstehen, besteht die Gefahr, dass

Flüssigkeit unter die Netzhaut gelangt,

und sich die Netzhaut ablöst. Daher sollten

Netzhautlöcher durch eine Laserbehandlung

mit der Unterlage «verschweisst»

werden.

Hat sich die Netzhaut abgelöst, so

kann sie nicht mehr durch die darunterliegende

Aderhaut ernährt werden. Eine

unbehandelte Netzhautablösung führt zur

Erblindung. Mit modernen Operationstechniken

lässt sich die Netzhaut aber in

den meisten Fällen wieder anlegen und

die Sehfähigkeit erhalten.

Beim Diabetes (Zuckerkrankheit)

kommt es zu Durchblutungsstörungen,

Blutungen und Schwellungen der Netzhaut,

die zu schweren Sehstörungen

führen können. Eine frühzeitige gute Zuckereinstellung

kann diese Augenveränderungen

in vielen Fällen verhindern. Sind

dennoch Netzhautveränderungen aufgetreten,

so muss die Netzhaut mit dem Laser

behandelt werden, um die Sehkraft zu

erhalten.

Altersbedingte Makuladegeneration

(AMD): AMD ist eine Erkrankung der

Netzhaut. Häufig wird ein Schatten oder

verschwommenes Sehen im Zentrum festgestellt.

Diese Sehstörungen werden genau

an jener Stelle wahrgenommen, an

der man etwas genau fixieren will. AMD

führt aber nicht zu Blindheit. Das äussere

Gesichtsfeld bleibt weiterhin erhalten. Nur

die zentrale Stelle des schärfsten Sehens

ist betroffen. Die AMD ist grundsätzlich

Der Grüne Star ist in der

Schweiz und weltweit eine

der häufigsten Erblindungs-

ursachen.

aber ein fortschreitender Prozess und es

kann im Verlauf zur starken Sehminderung

kommen, welche z.B. das Zeitungslesen

verunmöglicht.

Retinitis Pigmentosa (RP) ist eine

erbliche Netzhautdegeneration, welche die

ganze Netzhaut erfasst. Diese Erkrankung

kann schon im Kindesalter, im frühen

Erwachsenenalter oder erst im mittleren

Alter diagnostiziert werden und schreitet

langsam fort.

Die beschriebenen Krankheiten führen

zu verschiedenen Seheinschränkungen

wie z.B. …

…dem sogenannte Röhrenoder

Tunnelblick (Bild unten)…

(Renitis Pigmentosa)

März 2009 Reflexe

SEHBEHINDERUNG THEMA

11


SEHBEHINDERUNG THEMA

12

PUBLI-REPORTAGE

INSERAT

Reflexe März 2009

…einem zentralen Sehausfall…

(Zentralskotom)

…oder einer Farbenblindheit.

(Achromatopsie)

Die Folgen eines grünen Stars

können das Sehfeld auch

sehr stark beeinflussen.

(Glaukom)

Mit normaler Sehkraft

sieht das Bild

folgendermassen aus:

Sind alle Augenkrankheiten

heilbar?

Viele Augenkrankheiten sind vor allem

auf Armut und Mangelernährung zurück

zu führen und treten in den Industrieländern

kaum noch auf (wie Kinderblindheit,

Trachoma). Generell kann man sie verhüten

bzw. ihnen entgegenwirken. Leider

besitzen die betroffenen Länder aber nicht

die Mittel dazu.

Andere Augenkrankheiten lassen sie

operativ beheben, wenn sie diagnostiziert

werden (wie z.B. der graue Star). Menschen,

die von Geburt an blind sind oder durch die

Medizin noch nicht verstandene Krankheiten

haben (z.B. Retinitis Pigmentosa) müssen

lernen, mit ihrer Behinderung zu leben.

Doch auch blind sein bedeutet nicht für alle

betroffene Menschen dasselbe. Blind sein

darf nicht mit schwarz oder dunkel gleich

gestellt werden, denn jeder hat eine individuelle

Wahrnehmungen in Bezug auf hell

oder dunkel. Zudem wird diese Wahrnehmung

durch ein sehr genaues Tasten und

Hören ergänzt und gibt ein anderes Bild.

Leben mit vier Sinnen

Viele Untersuchungen zeigen, dass der

Sehsinn für den Menschen essenziell ist.

Alles wird in letzter Instanz mit den Augen

überprüft. Ist dieser Sinn nun eingeschränkt

oder sogar verloren, verliert der Mensch

nicht nur diese Prüfinstanz, sondern auch

die visuelle Orientierung. ‚Da’ ‚hier’ und

‚dort drüben’ werden zu nichts sagenden

Bemerkungen. Der Einkauf wird zum

Hindernislauf, da sich eine Dose Tomaten

kaum von einer Dose Pfirsichen unterscheidet.

Informationen werden nicht gesehen

und/oder können nicht gelesen werden.

Leben mit einer Sehbehinderung oder

Blindheit erfordert Mut. Es ist nicht nur der

Mut, seinen Alltag zu meistern, es ist auch

der Mut, in einer Leistungsgesellschaft zu

bestehen, für die eine Behinderung eine

Leistungseinschränkung darstellt und

blinde und sehbehinderte Menschen oft

deklassiert.

Frau Geiger-Gassmann hat seit ihrer

Kindheit Retinitis Pigmentosa und ist

mittlerweile erblindet. Sie arbeitet seit

mehreren Jahren als selbstständige Masseurin.

Bei der Wahl ihres Berufes war

sie durch ihre Behinderung bereits einge-

schränkt. Ihren ersten Berufswunsch, Sozialarbeiterin,

musste sie aufgeben, da es

ihr unmöglich war, mit dem Auto mobil

zu sein. Ihre Ausbildung zur Masseurin

hat Frau Geiger-Gassmann in Deutschland

absolviert, da in der Schweiz dazumal

kein Ausbildungsort blinde Menschen

aufgenommen hat. Bei ihrem Praktikum

in einem Kurhaus waren einige Patienten

ganz erstaunt darüber, dass ihre Tätigkeit

tatsächlich zu einer Ausbildung gehörte

und nicht einfach eine Art Beschäftigungstherapie

war. Sie arbeitet heute weitgehend

alleine, braucht nur Unterstützung

für die Rechnungsstellung und bei einiger

Büroarbeit. Weiterbildungen absolviert sie

beim Verein Physioblind, die speziell Kurse

für blinde und sehbehinderte Menschen

anbietet. Eine Teilnahme an den Kursen

anderer Anbieter wird ihr zwar nicht untersagt,

leider wird aber nicht auf ihre spezifischen

Bedürfnisse eingegangen. Heute

geniesst Frau Geiger-Gassman das volle

Vertrauen ihrer Patienten. Ihre Behinderung

ist ein Bestandteil ihrer Persönlichkeit,

nicht aber das entscheidende Kriteri-


um in der Begegnung mit ihr als Mensch

oder in der Bewertung ihrer Kompetenzen

als Masseurin.

Ähnlich geht es Herrn Vasta, ehemaliger

Kaufmann, heute ebenfalls Masseur.

Auch er ist von Retinitis Pigmentosa betroffen,

besitzt zurzeit aber noch einen

Sehrest. Beide Masseure sehen ihre Behinderung

nicht als eine Einschränkung in der

Ausübung ihres Berufes. Die Sehbehinderung

erlaubt ihnen einen unvoreingenommenen

Umgang mit den Patienten, denn

die erste optische Bewertung fällt weg.

Patienten bestätigen ihre Annahme, dass

die Sehbehinderung eine Hemmschwelle

überwinden kann, wenn sich Patienten

beispielsweise nicht gerne für die Behandlung

ausziehen. Oft besteht auch bei den

Patienten die Annahme, dass betroffene

Personen besser tasten und fühlen und daher

besser massieren.

Als aktive, betroffene Person wirken die

Masseure auch zu Gunsten der Integration

behinderter Menschen in die Gesellschaft.

Bei den Patienten wird eine Hemmschwelle

im Umgang mit betroffenen Personen

abgebaut, man lernt viel über Hilfsmittel

für blinde- und sehbehinderte Menschen

und man wird bezüglich Zugänglichkeit

sensibilisiert.

Wo liegt der Unterschied zwischen

mit und ohne Augenlicht?

Als betroffene Personen ist es den

beiden Masseuren nicht möglich, einen

Vergleich zwischen ‚mit’ und ‚ohne’ Sehbehinderung

zu ziehen, denn die Behinderung

begleitet sie seit der Geburt. Sie ist ein

Bestandteil ihres Lebens. Sie finden sich

zurecht. Wichtig sind Regelmässigkeit und

Gewohnheit, Gegenstände werden immer

am selben Ort verräumt. Betroffene Personen

können (fast) alles lernen und tun wie

sehende Menschen auch. Nur braucht es

ab und zu Unterstützung durch sehende

Menschen und ein wenig mehr Zeit.

Anders sieht es aus bei Menschen, die

erst später erblinden. Sie müssen das Le-

ben mit der Sehbehinderung erst selber

lernen, Familie und Bekanntenkreis müssen

sich daran gewöhnen und oft ist damit

auch die Aufgabe des ursprünglichen Berufs

verbunden und eine Umschulung ist

nicht immer möglich.

Leben mit Augenlicht

Es bleibt ein wunderbares Geschenk,

ohne jegliche Einschränkung sehen zu

können. Dieser Fähigkeit sollte man Rechnung

tragen, den Sehsinn schützen (z.B.

mit Sonnenbrillen) und Menschen mit einer

Sehbehinderung vollen Respekt entgegenbringen

und sie so weit wie möglich

unterstützen. l

© Copyright der Bilder: Schweiz.

Zentralverein für das Blindenwesen SZB

AUTORIN

Nadja Blanchard

Schweizerischer Blinden- und Sehbehindertenverband

(SBV)

Gutenbergstrasse 40b, 3011 Bern

www.sbv-fsa.ch

März 2009 Reflexe

SEHBEHINDERUNG THEMA

13


AUGEN ERKRANKUNG THEMA

14

Altersbedingte Makula-

Degeneration (AMD)

Die MAKULA ist das Zentrum der Netzhaut – diejenige Stelle, mit

welcher wir die Dinge, die wir direkt anschauen scharf sehen.

Auf diese winzige Fläche von etwa 1mm 2 werden die Lichtstrahlen

des angeblickten Objektes gebündelt. Hier besteht die Netzhaut

ausschliesslich aus den Sinneszellen – den sog. Zapfen – in der

dichtesten Konzentration, deshalb ist die Makula (macula lutea) die

Stelle des schärfsten Sehens und des besten Farbensehens.

◗ Dr. med. Bernard Erdtracht

Die «Degeneration» der Makula geschieht

sekundär aufgrund von krankhaften Veränderungen

unter der Netzhaut, nämlich

in der Schicht des Pigmentepithels und der

Aderhaut des Auges. Als ALTERSBEDINGT

bezeichnet man solche Veränderungen,

die erst etwa ab dem fünften bis sechsten

Lebensjahrzehnt auftreten und mit zunehmendem

Lebensalter immer häufiger und/

oder ausgeprägter vorkommen und fortschreiten.

Wie wirkt «Altern» auf die Makula?

Während des gesamten Lebens wirkt

Licht mit seiner hohen Energie auf diese

winzige aber ungeheuer stoffwechselaktive

Netzhautstelle ein. Das Licht führt zum

Zerfall der Sehstoffe in den Sinneszellen,

daraus entsteht ein elektrisches Signal,

das zum Gehirn weitergeleitet wird. Die

dabei entstehenden Abfallprodukte müssen

umgehend beseitigt werden und neue

Seh-Stoffe hergestellt werden, damit ohne

Unterbrechung gesehen werden kann.

Es verwundert nicht, dass diese enorme

«Arbeitsbelastung» des Gewebes nicht für

unbegrenzte Zeit spurlos am Gewebe und

seinen Zellen vorübergehen kann. Zumal

die beteiligten Sinneszellen der Netzhaut

und des darunter liegenden Pigmentepithels

sich nicht erneuern. Wir sehen das

ganze Leben über mit denselben Zellen.

Dieser Umstand macht die Seh- und Pigmentzellen

der Makula für Alterseinflüsse

besonders empfänglich. Im Laufe der Jahre

sammeln sich fettartige Stoffe an (Drusen).

Das sind Überbleibsel des Stoffwechsels,

die von den Pigmentepithelzellen nicht

schnell genug wieder beseitigt werden

konnten. Die Drusen beeinträchtigen die

Reflexe März 2009

Pigmentepithelzellen und die Sehzellen

in ihrer Funktion und führen schliesslich

zu deren Untergang. So kommt es, vereinfacht

dargestellt, zu der häufigeren trockenen

Makuladegenerations-Formen. Bei der

selteneren aber dramatischer ablaufenden

feuchten Makuladegeneration wachsen

von der Aderhaut Blutgefässe unter die

Netzhaut und führen dort zu Blutungen

und Ödembildung. Die feuchte Verlaufsform

schreitet innerhalb weniger Wochen

fort und ist für den Patienten rascher spürbar

als Sehverschlechterung und verzerrt

sehen. Beide Augen können sich dabei

mehr oder weniger in gleicher Weise entwickeln.

Das muss aber keineswegs immer

so sein: Alle Grade der Unterschiedlichkeit

im Zeitpunkt des Auftretens, bzw. in der

Ausprägung zwischen den beiden Augen

können vorkommen.

Wer kriegt eine AMD und wann?

Aus dem dargestellten Mechanismus

heraus wird klar: Wenn man nur alt genug

wird, wird grundsätzlich bei fast jedermann

eine AMD auftreten. Allerdings sind

der Zeitpunkt des Auftretens, die Art und

Ausprägung der AMD und der Zeitablauf

des Fortschreitens unter den Menschen

ausserordentlich unterschiedlich: So gibt

es auf der einen Seite Patienten, die bereits

im fünften Lebensjahrzehnt deutliche

Veränderungen haben, die vergleichsweise

rasch fortschreiten, während andere Patienten

noch mit mehr als neunzig Jahren

nur geringe Veränderungen und keine

oder kaum messbare Sehverschlechterung

aufweisen. Beides ist jedoch selten – die

Regel liegt, wie meist, irgendwo dazwischen.

Ob der einzelne Mensch je zu seinen

Lebzeiten eine AMD bekommt, wann das

gegebenenfalls der Fall sein wird und wie

ausgeprägt – bzw. welche Form – dies sein

wird, lässt sich im Einzelfall nicht vorhersagen.

Dabei spielen auch genetische Faktoren,

wie familiäre Häufung, eine Rolle.

Bekannte Risikofaktoren für das Auftreten

einer AMD sind: – Häufung von AMD in

der unmittelbaren Familie – Rauchen – Erhöhte

Blutfette – Bluthochdruck – Diabetes

…um nur die wichtigsten zu nennen.

Insgesamt ist die AMD also eine multifaktoriell

bedingte Erkrankung. Dabei spielt

das Altern sicher die Hauptrolle, dann genetische

Disposition, danach äussere Einwirkungen

wie Licht oder Risikofaktoren.

Die multifaktorielle Genese macht auch

die Erforschung und Behandlung besonders

schwierig.

Bild: Häufigste Form: Trockene AMD

Welche Formen der AMD gibt es?

Von einer TROCKENEN AMD spricht

man, wenn die Veränderungen in der Makula

– Einlagerung von Stoffwechsel-Abfallprodukten,

Zellschädigung und Zelluntergang

– nicht mit einer Ausschwitzung

von Gewebsflüssigkeit in die umgebende

Netzhaut einhergehen. Die trockene AMD

ist die bei weitem häufigere der beiden

Formen (etwa 80%) und auch diejenige,

die weniger rasch fortschreitet und in aller

Regel auch die weniger ausgeprägte Funktionseinbusse

mit sich bringt.


Eine FEUCHTE AMD entsteht dadurch,

dass der Organismus neue Blutgefässe un-

ter der Makula bildet: Die Ablagerungen

und die Zellschädigungen können nämlich

zur Bildung von Botenstoffen führen, die

ihrerseits wieder zum Wachstum neuer

feiner Blutgefässe führen Dieses eigentlich

grundsätzlich durchaus sinnvolle biologische

Prinzip – die neuen Blutgefässe sollen

den Abtransport der liegen gebliebenen

Abfallprodukte beschleunigen und neue

Nahrungsstoffe für den Seh-Stoffwechsel

heranschaffen – bewirkt gerade an dieser

winzigen Stelle aber mehr Schaden als

Nutzen: Die aus den neuen Blutgefässen,

die nicht so ausgereift und dicht sind, wie

die ursprünglichen Blutgefässe, austretende

Gewebsflüssigkeit dringt unter die

Netzhaut und/oder zwischen ihre Schichten

und richtet so zusätzlichen Schaden

an. Die begleitende Bindegewebsbildung

ebenso wie komplizierende Drusen aus

den Gefässneubildungen wirken als Isolierschicht

zwischen der versorgenden

Aderhaut und der Makula. Schliesslich resultieren

grossflächige Vernarbungen mit

Zerstörung der Makula. Glücklicherweise

macht die feuchte Form «nur» etwa 10%

aller Makuladegenerationen aus; aus dem

Gesagten wird aber auch verständlich, dass

in dieser Gruppe die meisten der schwereren

Funktionsverluste zu finden sind.

Welche Untersuchungen werden

bei der AMD durchgeführt?

1. Die normale Augenuntersuchung

Die wesentlichen Untersuchungen

sind Bestandteil des üblichen Untersuchungsganges:

Sehschärfe, Augendruck,

Untersuchung der vorderen Abschnitte

des Auges und – hier am wichtigsten – die

Spiegelung und stereomikroskopische Untersuchung

des Augenhintergrundes bei

erweiterter Pupille.

2. Die Untersuchung des zentralen

Gesichtsfeldes (Amsler-Karte)

Sie geschieht mit einem speziellen Gittermuster.

Der zentrale Punkt wird – je

Auge getrennt – mit der richtigen Brille für

die Nähe fixiert; dabei beobachtet man das

umgebende Gittermuster. Verzerrungen,

Wellungen, Flecken oder Ausfälle werden

registriert.

3. Die Fluoreszenzangiographie

Nach Injektion eines Farbstoffes in

eine Armvene werden vom Augenhinter-

grund bei erweiterter Pupille in rascher

Folge Serienaufnahmen fotografiert. Diese

Untersuchung lässt Durchblutungsstörungen,

Flüssigkeitsaustritte und neu

gebildete Blutgefässe erkennen. Diese Untersuchung

ist eine unerlässliche Voraussetzung,

um zu erkennen, ob und ggf. wie

man behandeln kann.

Vorbeugende Massnahmen

Aufhören zu Rauchen, Fettstoffwechsel,

Bluthochdruck und Diabetes optimal

einstellen sind «Basismassnahmen», deren

Sinnhaftigkeit nicht eigens betont werden

muss.

1. Nahrungsergänzungsstoffe

Eine Reihe von Erkenntnissen spricht

dafür, dass die regelmässige Zufuhr bestimmter

Vitamine und Spurenelemente

Auftreten und Verlauf einer AMD günstig

beeinflussen kann. Dies wird ihrer Fähigkeit

zugeschrieben (Antioxidantien),

aggressive, schädigende chemische Stoffe

unschädlich zu machen, die beim Sehstoffwechsel

entstehen (freie Radikale).

Die wissenschaftliche Diskussion darüber,

welche Nahrungsmittel besonders

empfehlenswert sind oder wie genau entsprechende

Präparate am besten zusammengestellt

sein sollen, ist noch nicht abgeschlossen.

2. Lichtschutzstoffe

Die Makula enthält natürliche Lichtschutzstoffe,

die die schädigende Wirkung

von Licht, insbesondere seiner besonders

energiereichen blauen Anteile, mindert.

Diese gelblichen Farbstoffe haben der

Makula auch ihren Namen gegeben. Die

Fortschreiten der AMD

in 3 Stufen:

Normale Netzhaut hier im

«Fundusbild»

Stadium 1:

Verdickung und

Einlagerung von Drusen

Stadium 2 (ohne Bild):

Einwachsen von defekten

Blutgefässen durch das

Pigmentepithel

Stadium 3:

Einblutung und Zerstörung

des Sinneszellen (Nabenstadium)

Quelle:

www.augenaerzte-konstanz.de

Abnahme dieser schützenden Farbstoffe

Lutein und Zeaxanthin mit zunehmendem

Lebensalter lässt sich durch Zufuhr

dieser Stoffe in der Nahrung wieder wettmachen.

3. Lichtschutz

Den gleichen Zweck, nämlich den

Schutz der Makula vor den schädigenden

Einflüssen insbesondere des energiereichen

blauen Anteils im Tageslicht, besonders

unter intensiven Lichtbedingungen,

verfolgen spezielle Licht-/ Sonnenschutzgläser,

welche genau diesen Anteil aus

dem Tageslicht herausfiltern. Während die

natürliche Augenlinse dies automatisch

tut, weil sie mit zunehmendem Lebensalter

immer «gelber» wird, ist solcher Sonnenschutz

insbesondere den Menschen

anzuraten, die sich einer Staroperation

unterzogen haben.

4. Durchblutungsfördernde

Medikamente

Sie sind leider sinnlos. Zwar üben arteriosklerotische

Durchblutungsstörungen

bei der AMD sicher in vielen Fällen eine

zusätzlich einen negativen Einfluss aus,

wirksame durchblutungsfördernde Mittel

gibt es aber nicht – trotz aller suggestiven

Bezeichnungen und Behauptungen. Die so

bezeichneten Mittel fördern – jedenfalls

bei der AMD – ausschliesslich den Umsatz

des Herstellers. l

AUTOR

Dr. med. Bernard Erdtracht

Praxisklinik, Rheopherese Zentrum

DE-50674 Köln

www.rheopherese-zentrum.de

März 2009 Reflexe

AUGEN ERKRANKUNG THEMA

15


INTERVIEW PRAXIS

16

«Ich sehe mit meinen Händen!»

Interview mit Angelika Solèr, blinde Physiotherapeutin

An einem wunderschönen sonnigen, jedoch bitter kalten, Wintertag genoss ich

meine Fahrt nach Bad Ragaz, wo ich Frau Solèr in ihrer eigenen physikalischen

Praxis mit EMR-Zulassung besuchen durfte. Bei Frau Solèr wurde die Erbkrank-

heit Retinitis Pigmentosa (RP) im Alter von 13 Jahren diagnostiziert, die

dann vor rund 20 Jahren zur vollständigen Erblindung führte.

Verena Biedermann: Sie gehören zu

den wenigen blinden Therapeuten in der

Schweiz. Gibt es bei Ihrer täglichen Arbeit

einige wichtige oder sogar unentbehrliche

Hilfsmittel? Oder wo sind Sie auf personelle

Hilfe angewiesen?

Angelika Solèr: Mein wichtigstes Hilfsmittel

ist der Computer mit Sprachausgabe.

Dieser bringt mir eine grosse Unabhän-

Reflexe März 2009

KURZPORTRAIT

Angelika Solèr schloss 1971 mit dem

Staatsexamen ihre medizinische Ausbildung

in Deutschland ab. Zwischen 1974

und 1996 arbeitete sie in der Rheumaund

Rehabilitationsklinik Valens sowie im

Medizinischen Zentrum Bad Ragaz. Seit

1986 – im Alter von 35 Jahren – ist sie

vollständig erblindet. Vor 12 Jahren entschied

sich Frau Solèr für die Selbständigkeit

und ihr Therapieangebot umfasst:

Akupunkturmassage, Bindegewebs-, Fussreflexzonen-

und klassische Medizinische

Massagen, manuelle Lymphdrainage,

Trigger-Point- und Kälte-/Wärmebehandlung

sowie Ultraschalltherapie.

Angelika Solèr, Physikalische Therapie,

Elestastrasse 5, 7310 Bad Ragaz

Tel. 081-302 81 24

angelika.soler@bluewin.ch

gigkeit und zwar ermöglicht

er mir die Terminplanung,

beim Erstellen von Rechnungen

und das «Lesen»

von Zeitungen und der täglichen

Post. Heute stehen

den Sehbehinderten neu

Hilfsmittel zur Verfügung,

die es erlauben im Alltag

noch selbständiger zu sein.

In meiner Praxis und auch

im Haushalt komme ich mit

Ausnahme der wöchentlichen

Putzfrau sehr gut ohne fremde Hilfe

zurecht. Dank dem, dass ich ordnungsliebend

bin, hat alles seinen festen Platz, so

dass ich nie suchen muss. In der Küche

beispielsweise habe ich eine sprechende

Haushaltwaage und meine Dosen sind mit

Klebern versehen, die unterschiedliche

Formen oder Oberflächen haben. Zucker

und Salz beim Backen zu verwechseln ist

nämlich mehr als nur ärgerlich!

Ihre erblich bedingte Netzhauterkrankung

wurde diagnostiziert als Sie 13 Jahre alt

waren. War es für Sie schwierig mit dieser

Diagnose zu leben?

Nein, da der Krankheitsverlauf aus

medizinischer Sicht nicht voraussehbar

war. Durch die schleichende Verschlechterung

des Sehvermögens orientierte und

organisierte ich mich immer wieder neu.

Ich fand auch Tricks, um die zunehmende

Sehschwäche zu vertuschen. So merkte

ich mir beispielsweise Häuser, Bäume oder

Hügel, die mir die Richtung anzeigten. Ein

wichtiger Ankerpunkt für mich war zudem,

dass ich nach der vollständigen Erblindung

ohne Umschulung in meinem erlernten

Beruf tätig sein konnte. In meiner

Selbständigkeit unterstützt wurde ich stets

auch von meinem Mann. Ein wichtiger

Begleiter ist seit mehr als 10 Jahren mein

Blindenführhund Zitt. Er führt mich sicher

über Strassen, durch den Verkehr oder

auf die täglichen langen Spaziergänge am

Rhein entlang. Über meine Füsse nehme

ich die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit

wahr. Dies gibt mir zusätzliche Sicherheit

und Orientierung im Alltag.

Seit fast 35 Jahren arbeiten Sie als Therapeutin.

Was ist Ihrer Meinung nach das

Besondere, das Sie zu Gunsten Ihrer Patienten

einsetzen können?

Ich werde nicht visuell beeinflusst

oder irritiert. Die Stimme des Patienten

verrät mir die aktuelle Verfassung. Dazu

gehört auch der Gang (hinkend, schleppend

etc.) bis zum Behandlungsraum oder

die Art und Weise wie die Kleider abgelegt

werden. Meine Patienten wissen alle, dass

ich blind bin. Dies ist mir wichtig damit

der Patient sich auf mich einstellen kann

und die Voraussetzungen geklärt sind. Die

Befundaufnahme erfolgt direkt über die

Hände. Bei der Palpation mach ich mir ein

Bild über die Temperatur der Haut, den

Zustand des Gewebes und der Muskulatur.

Mit welchen beruflichen/privaten Hürden

haben Sie umzugehen gelernt?

In meiner gewohnten Umgebung

(Wohnung und Praxis) bin ich selbständig

und habe eigentlich keine Hürden zu


überwinden. Den Haushalt sowie die Arbeiten

im Zusammenhang mit meiner Praxis

bewältige ich selbständig. Sobald ich

nach draussen gehe, begleitet mich mein

Blindenführhund Zitt. Durch ihn hat sich

meine Mobilität und Bewegungsradius wesentlich

vergrössert.

Sie sind Mitglied im Verein Physioblind.

Was bedeutet Ihnen diese Mitgliedschaft?

Blinde und sehbehinderte Physiotherapeuten

treffen sich jährlich jeweils zu

hoch stehenden Fortbildungen mit qualifizierten,

nicht blinden Referenten. Für

diese stellen die Kurse meist eine grosse

Herausforderung dar, da nur das Verbale

und nichts Visuelles aufgenommen werden

kann. Physioblind ist für mich jedoch

auch wie eine grosse Familie, wo wir uns

austauschen und auch schöne gemütliche

Stunden miteinander verbringen können.

Wenn Sie an einen Frühlingstag denken,

was kommt Ihnen da spontan in den

Sinn?

Sonne, Wärme, Blumen, blühende

Kirschbäume, spezielle Gerüche. Ja, meine

übrigen Sinnesorgane haben sich über

die Jahre sensibilisiert.

Meine letzte Frage: Welche Wünsche oder

Träume haben Sie?

Eigentlich keine besonderen. Ich bin

glücklich und zufrieden, denn ich kann

mich selbständig bewegen und bin nicht

allzu stark auf Hilfe angewiesen. Mei-

«Blinde sehen mit

den Händen»

ne täglichen Spaziergänge mit meinem

Hund Zitt bedeuten mir sehr viel. Ich bin

mir nicht sicher, ob ich die in Diskussion

stehenden Operationsmöglichkeiten, die

Sehfähigkeit teilweise zurückbringen sollen,

je nützen werde. Im Moment möchte

ich mich nur operieren lassen, wenn ich

danach das gross Gedruckte wiederum

lesen kann. Auch bin ich mir gar nicht

so sicher, ob ich von meiner Umwelt nicht

enttäuscht wäre, wenn ich plötzlich wieder

sehen könnte. Vielleicht wäre ich auch

enttäuscht, da sich vieles gegenüber meiner

heutigen Vorstellung verändert hat.

Liebe Frau Solèr, für das spannende Gespräch

mit Ihnen möchte ich mich nochmals

ganz herzlich bedanken. Besonders

bedanke ich mich bei Ihnen, für alles was

ich an diesem Nachmittag bei Ihnen erfahren

und lernen durfte. Unser Zusammensein

hat mich tief beeindruckt!

Das Interview führte Verena Biedermann l

KURZPORTRAIT

Verein Physioblind.ch

Der Verein Physioblind.ch wurde am 25.

Oktober 2006 in Saanen gegründet. Er löste

die ständige Kommission blinder und

sehbehinderter Physiotherapeuten (KSP)

innerhalb des Schweiz. Physiotherapieverbandes

(fisio) ab. Physioblind

l vertritt die Interessen seiner sehbehinderten

und blinden Mitglieder

gegenüber Organisationen, Verbänden

und der Öffentlichkeit.

l informiert über die speziellen Fähigkeiten

blinder Physiotherapeuten.

l ist ein Netzwerk kompetenter Physiotherapeuten

mit speziellen Qualitäten.

l setzt sich ein, dass die Ausbildung

sehbehinderter Personen zum Dipl.

Physiotherapeuten HF in der Schweiz

auch in Zukunft möglich ist.

In der Schweiz gibt es 36 blinde Physiotherapeutinnen

und Physiotherapeuten,

die selbständig oder als Angestellte, allein

oder zusammen mit sehenden Kolleginnen

und Kollegen arbeiten. Der Beruf

des Physiotherapeuten ist einer der wenigen

Berufe, in denen Blinde trotz ihrer

Behinderung uneingeschränkt arbeiten

können. In vielen therapietechnischen Bereichen

ist es sogar ein Vorteil, wenn die

durch die Blindheit gesteigerte Sensibilität

in den Händen der blinden Physiotherapeutinnen

und Physiotherapeuten zum

Wohle der Patientinnen und Patienten

eingesetzt werden kann.

www.physioblind.ch

Aus- und Weiterbildung in Massage,

Fussreflezonenmassage und

Naturheilkunde.

vom Tageskurs für den Hausgebrauch, bis zum

Diplomabschluss als Berufseinstieg

Filialen in Thun, Aarau und Rapperswil

sowie acht Standorte in der Deutschschweiz

Zentrum Bodyfeet, 24

22 Jahre Erfahrung die verpflichtet.

www.bodyfeet.ch

Aarestrasse 30

3600 Thun

033 225 44 22

Bahnhofstrasse 94

5000 Aarau

062 823 83 83

Tiefenaustrasse 2

8640 Rapperswil

055 210 36 56

März 2009 Reflexe

INTERVIEW PRAXIS

17

INSERATE


BERICHT EINES PILOTEN PRAXIS

18

Wenn der Tag dreissig

Stunden dauert

Wenn der Tag über dreissig Stunden lang sein kann oder die Dunkelheit weit über das Mass einer Winternacht

dauert, wird der Einfluss von Licht sehr schnell auffällig. Es ist eine der Eigenheiten des Piloten-Berufes, dass

wir mit einer Vielzahl von Veränderungen im Tagesablauf konfrontiert sind und lernen müssen, wie man damit

umgeht.

◗ Steve Rösli

Die Einflüsse sind am deutlichsten auf

Langstreckenflügen spürbar, wenn im

Winter die Sonne schon am Nachmittag

um drei untergehen kann und dafür gegen

Mitternacht wieder aufgeht. Dabei kann

das Licht sowohl hilfreich wie auch hinderlich

sein, je nachdem ob man gerade

versucht, wach zu bleiben oder daran ist,

einzuschlafen.

Erste Erfahrungen

Nach der Umschulung auf die Langstrecke

musste ich erkennen, dass es keine

allgemein gültige Lösung für den Umgang

mit Zeitverschiebung und Nachtflügen

gibt. Jeder Pilot muss aus der Vielzahl der

Möglichkeiten diejenige finden, welche

für ihn zum besten Resultat führt. Dabei

hat das Licht sowohl bei der Arbeit als

auch während der Erholung auf das Befinden

und die Schlafqualität einen grossen

Einfluss. Dazu kommen die unterschiedlichen

Verschiebungen in östlicher oder

westlicher Richtung mit den daraus resultierenden

längeren oder kürzeren Tagen

und Nächten. Ich möchte in diesem Artikel

darstellen, was meine Erfahrungen im

Umgang mit dem Licht während meiner

Arbeit sind.

Richtung und Dauer massgebend

Das erste Beispiel ist ein relativer kurzer

Flug von Zürich an die Ostküste Amerikas.

Die Abflugzeit liegt am späteren

Nachmittag, die Ankunft ist für den Abend

amerikanische Ortszeit vorgesehen.

Reflexe März 2009

Im Sommer hat man vom Start bis

zur Landung die ganze Zeit Tageslicht

und somit ist die Verlängerung des Tages

um sechs Stunden ziemlich gut ertragbar.

Ganz anders im Winter. Schon der Start

findet in der Abenddämmerung oder gegen

Ende des Jahres bei schlechter Witterung

im Dunkeln statt. Und das leichte

Abendrot, das sich auf der Reiseflughöhe

am Horizont zu Beginn des Fluges noch

zeigt, ist weder hell noch von langer Dauer.

Dadurch wird der Flug in dieser Jahreszeit

von den Lichtverhältnissen her zu

einer Nachtschicht. Diesen Unterschied

merke ich persönlich deutlich. Im Gegensatz

zur Tagesvariante im Sommer werde

ich im Winter viel früher müde und die

Zeit scheint auch langsamer zu vergehen.

Schon dieser kurze Flug über den Atlantik

mit einer Dauer von rund acht Stunden

bietet somit, abhängig von der Jahreszeit,

ganz unterschiedliche Bedingungen.

Etwas anders präsentiert sich ein Flug

Richtung Osten. Während sich die Lokalzeit

in Richtung Westen so quasi im

Zeitlupentempo verändert, läuft sie hier

fast im Zeitraffer ab. Nach einem Start in

Zürich kurz nach Mittag macht sich der

Erdschatten schon bald bemerkbar und

man kann förmlich zusehen, wie es Nacht

wird. Somit wird es schon dunkel, wenn

der Körper das Gefühl hat, dass der Nachmittag

erst begonnen hat. Auch hier stelle

ich jeweils fest, dass ich früher müde werde.

Dafür ist die Nacht auch entsprechend

kürzer und die Sonne taucht früher, als

der Körper sie erwartet, wieder am Horizont

auf. Dies hilft bei der Überwindung

der Müdigkeit, da auch der Körper mit der

aufgehenden Sonne seine Funktionen wieder

hochzufahren beginnt.

Es lässt sich somit erkennen, dass sowohl

ein Flug mit, wie auch entgegen dem

Lauf, der Sonne Probleme mit sich bringt.

Wie geht man nun am besten damit um?

Ein Flug im Dunkeln lässt sich dadurch etwas

erträglicher gestalten, als dass die Innenbeleuchtung

des Cockpits eingeschaltet

ist und somit ein etwas helleres Umfeld

erzeugt. Obwohl diese Beleuchtung nicht

an die Ausleuchtung eines modern eingerichteten

Büros oder der Passagierkabine

ein paar Meter weiter hinten herankommt,

ist der Unterschied zur Arbeit in einem

nur durch die Instrumente beleuchteten

Cockpit deutlich spürbar. Eine andere

Möglichkeit hat man als Pilot während der

Arbeit leider nicht.

Aber auch die Zeit ausserhalb der eigentlichen

Arbeit bedarf einer gewissen

Planung. Ich selbst versuche, vor jedem

Nachtflug so etwas wie einen verlängerten

Mittagsschlaf einzuplanen. Der Zeitpunkt

ist davon abhängig, wann der Arbeitsbeginn

ist. Das kann bei einem Nachtflug

ab Zürich am späteren Nachmittag sein.

Beim Vorschlafen übernimmt das Licht allerdings

die Rolle des Spielverderbers. Da

in dieser Phase ein möglichst tiefer und

erholsamer Schlaf erwünscht ist, sollte die

Umgebung dementsprechend dunkel sein.


Das kann aber an einem Tag mit schönem

Wetter sowohl vom Gefühl her wie auch

rein technisch gesehen zum Problem werden.

Wenn der Drang, die Sonne geniessen

zu wollen, endlich überwunden ist, steht

man oft vor dem Problem, dass sich das

Licht nicht wirklich aussperren lässt und

zwischen den dunklen Vorhängen noch

genug Helligkeit ins Zimmer gelangt, um

das Einschlafen zur Geduldsprobe werden

zu lassen. Dann hilft nur der Griff zur Augenbinde.

Etwas einfacher sieht die Situation am

Morgen direkt nach einem Flug aus, wenn

die Müdigkeit gross genug ist, um einschlafen

zu können und ein wenig Licht

nicht zu stören vermag. Um durchschlafen

zu können, sollte es indes möglichst dunkel

sein. Der ideale Tag wäre jener mit tief

hängenden Wolken und Landregen.

Dass Licht auch eine ziemlich unangenehme

Seite haben kann, stellt jeder Pilot

fest, der auf einem Nachtflug in Richtung

Osten unterwegs ist und den Sonnenaufgang

in der Höhe miterlebt. Dabei beginnt

es zwar jeweils sehr malerisch, mit einem

Übergang vom Dunkel der Nacht zu einem

immer heller werdenden Blau, das langsam

von Orange und Gelb abgelöst wird.

Die Freude an diesem Schauspiel wird allerdings

sehr schnell getrübt, wenn dann

die Sonne erst einmal über dem Horizont

steht und in flachem Winkel direkt ins

Cockpit und unsere müden Augen scheint.

Dann helfen auch die besten Sonnenbrillen

und die Lichtschütze an den Fenstern wenig,

um diese Lichtlawine von den Augen

fernzuhalten. Ich habe festgestellt, dass

während dieser Zeit die meisten Kollegen

ihre Sitzposition so verändern, dass die

Sonne von der Flugzeugstruktur verdeckt

wird. Dies ist of die einzige Möglichkeit,

die Augen etwas zu schonen.

Diese Erkenntnisse beschränken sich

allerdings nicht auf die Fliegerei. Welchen

Einfluss Licht auf unser Befinden haben

kann, habe ich nämlich am eindrücklichsten

während einer Sonnenfinsternis erlebt.

Dass die Sonne dabei leider von einer geschlossenen

Wolkendecke verdeckt wurde,

war schade, aber trotzdem konnte man

den rasch herannahenden Mondschatten

sehr deutlich erkennen. Als dieser unsere

Position passiert hatte, fiel mir auf, dass

die Vögel verstummt waren. Dann musste

ich plötzlich feststellen dass ich müde

wurde, obwohl ich ein paar Minuten früher

davon noch gar nichts gespürt hatte.

Das war für mich das erste Mal, dass ich

dies so deutlich zu spüren vermochte. Dies

hat mich dazu bewogen, die Zusammenhänge

zwischen meinem Befinden und

dem Vorhandensein von Licht genauer zu

beobachten.

Von der wissenschaftlichen Seite her

betrachtet, gibt es mit der Lichttherapie

einen Ansatz dieses Thema anzugehen.

Dabei sollte man abhängig von der An-

zahl überquerter Zeitzonen das Licht zu

bestimmten Zeiten suchen respektive meiden.

Die Tabelle oben von Dr. Christian

Cajochen von der psychiatrischen Universitätsklinik

Basel stellt dies dar.

Für den schon beschriebenen Flug an

die Ostküste der USA wäre somit das Licht

vor elf Uhr morgens zu meiden und danach

zu suchen. Dabei ist zu beachten,

dass diese Angaben nur gelten, wenn man

gut synchronisiert aus der ursprünglichen

in die neue Zeitzone ankommt. Nach ein

bis zwei Tagen kann man dann zum normalen

Rhythmus übergehen.

Licht und Schatten

Wenn der Körper dazu gezwungen

wird, sich über längere Dauer immer wieder

an neue Zeitzonen zu gewöhnen, wird

der Einfluss des Lichts sowohl auf das Befinden

wie auch auf den Schlaf deutlich.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Artikel ein

wenig aufzeigen konnte, mit welchen Themen

man bei unserer Art von Schichtarbeit

konfrontiert ist. Dabei kann das Licht sowohl

hilfreich sein wie auch ein Problem

darstellen, je nachdem ob man versucht

wach zu bleiben oder einzuschlafen.

AUTOR

Überquerte Ortszeit am

Zeitzonen Flugziel

Steve Rösli

Senior First Officer A330/340, Mitglied Flugsicherheitskommission

SwissALPA/Aeropers,

Ewiges Wegli 10, 8302 Kloten

steve.roesli@aeropers.ch

2 OST Licht vermeiden vor 07:00 Licht suchen nach

3 OST Licht vermeiden vor 08:00 Licht suchen nach

4 OST Licht vermeiden vor 09:00 Licht suchen nach

5 OST Licht vermeiden vor 10:00 Licht suchen nach

6 OST Licht vermeiden vor 11:00 Licht suchen nach

7 OST Licht vermeiden vor 12:00 Licht suchen nach

8 OST Licht vermeiden vor 13:00 Licht suchen nach

9 OST Licht vermeiden vor 14:00 Licht suchen nach

10 OST Licht vermeiden vor 15:00 Licht suchen nach

11 OST Licht suchen vor 16:00 Licht vermeiden nach

12 OST/WEST Licht suchen vor 17:00 Licht vermeiden nach

11 WEST Licht suchen vor 18:00 Licht vermeiden nach

10 WEST Licht suchen vor 19:00 Licht vermeiden nach

9 WEST Licht suchen vor 20:00 Licht vermeiden nach

8 WEST Licht suchen vor 21:00 Licht vermeiden nach

7 WEST Licht suchen vor 22:00 Licht vermeiden nach

6 WEST Licht suchen vor 23:00 Licht vermeiden nach

5 WEST Licht suchen vor 00:00 Licht vermeiden nach

4 WEST Licht suchen vor 01:00 Licht vermeiden nach

3 WEST Licht suchen vor 02:00 Licht vermeiden nach

2 WEST Licht suchen vor 03:00 Licht vermeiden nach

Quelle: Zentrum für Chronobiologie (Uni Basel)

März 2009 Reflexe

BERICHT EINES PILOTEN PRAXIS

19


FORSCHUNG PRAXIS

20

UV-Licht in hohen Dosen tödlich –

UV-Bestrahlung in niederen lebenswichtig!

Es gibt einen äusserst wichtigen Aspekt in der Geschichte der Lichtthera-

pie, der bisher niemals voll gewürdigt wurde. Die meisten Menschen wis-

sen gar nicht, dass UV-Licht von ungeheueren Nutzen für die Gesundheit

sein kann. Hier einige Fakten: UV-Licht aktiviert die Vitamin-D-Synthese.

vb. Sie ist die Voraussetzung für die Resorption

von Kalzium und anderen Mineralien

aus der Nahrung. Robert M. Neer

und seine Mitarbeiter haben eine Studie

an älteren Kriegsveteranen durchgeführt,

um zu prüfen, ob zusätzliche Sonnenbestrahlung

ihre Fähigkeit zur Resorption

von Kalzium aus der Nahrung verbessern

würde. Im Untersuchungszeitraum erhielten

sämtliche Männer täglich etwa 200

Einheiten Vitamin D über die Nahrung.

Die Wohnungen der ersten Gruppe wurden

mit UV-haltigem Vollspektrumlicht

beleuchtet, die Wohnungen der anderen

Gruppe waren mit normalen Lampen ohne

UV-Anteil ausgestattet. Bei der Gruppe,

die keine UV-Strahlen erhielt, wurde ein

25prozentiger Abfall der Kalziumresorption

beobachtet, bei der Gruppe, die UV-

Licht erhielt, dagegen ein 15prozentiger

Anstieg. Mit anderen Worten: Die Gruppe,

die UV-Licht erhielt, konnte das Kalzium

aus der Nahrung 40 Prozent besser absorbieren

als die Vergleichsgruppe, der die

UV-Strahlung fehlte.

UV-Licht senkt den Blutdruck

Zu Beginn dieses Jahrhunderts stellte

man zum ersten Mal fest, dass die UV-

Strahlung der Sonne den Blutdruck bei

gesunden Menschen und bei Personen

mit erhöhtem Blutdruck senkt. Eine

Untersuchung ergab, dass schon eine

einzige UV-Behandlung genügt, um

einen deutlichen Rückgang des Blutdrucks

zu bewirken, der fünf bis

sechs Tage anhält.

Reflexe März 2009

UV-Licht erhöht die Herzleistung

In den dreissiger Jahren behandelte Dr.

Raymond Johnsen von der Tulane School

of Medicine 20 Personen mit ultraviolettem

Licht. Bei 18 der 20 Testpersonen

erhöhte sich die Herzleistung darauf um

durchschnittlich 39 Prozent! Ihre Herzmuskeln

wurden stärker, und die Pumpleistung

nahm zu.

Zudem verbessert UV-Licht EKG-Werte

und Blutwerte von Personen mit Arteriosklerose

(Gefässwandverhärtung).

Nachdem man 169 russische Patienten

mit zerebraler Arteriosklerose mit UV-Licht

behandelt hatte, konnte man ein Jahr später

feststellen, dass sich

die Gehirndurchblutung

bei allen

verbessert hatte

und die Patien-

mit Mass im Solarium und

extreme UV-Strahlung in Australien (rechts).

ten durchwegs wieder ihrer Arbeit nachgingen

und sich besser fühlten. Andere

Untersuchungen kommen zu ähnlichen

Ergebnissen.

UV-Licht senkt die Cholesterinwerte

Eine Studie, bei der Patienten mit Bluthochdruck

und verwandten Kreislaufproblemen

mit UV-Licht behandelt wurden,

ergab, dass, zwei Stunden nach der ersten

Bestrahlung die Serum-Cholesterinwerte

bei 97 Prozent der Patienten um fast

13 Prozent gesunken waren. Bei

Zu Beginn dieses

Jahrhunderts stellte

man zum ersten

Mal fest, dass die

UV-Strahlung der

Sonne den Blut-

druck bei gesun-

den Menschen und

bei Personen mit er-

höhtem Blutdruck senkt.


86 Prozent der Gruppe fand man auch 24

Stunden später noch dieselben niedrigen

Werte. Auch andere Fettarten (Fettsäuren,

Mono-, Di-, und Triglyzeride), die oft mit

Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung

gebracht werden, reagierten positiv

auf die UV-Bestrahlung. Dies ist wahrscheinlich

darauf zurückzuführen, dass

der Körper zum Abbau von Cholesterin

UV-Licht braucht.

UV-Licht hilft beim Abnehmen

Vieh, das auf der Weide gehalten

wird, wird nicht so leicht

fett wie Tiere, die nur im

Stall leben. Diese Erfahrungstatsache

wird durch

Studien bestätigt, denen

zufolge Tiere abnehmen,

wenn sie mit UV-Licht bestrahlt

werden. Man führt

das darauf zurück, dass

UV-Licht die Schilddrüse

anregt, wodurch der

Stoffwechsel beschleunigt

und die Kalorienverbrennung

gesteigert wird.

In den dreissiger Jahren

des letzten Jahrhunderts

fanden Sonnentherapeuten

bei ihren Patienten

gut entwickelte Muskeln, aber wenig Fett,

obwohl sie sich seit Monaten nicht mehr

körperlich betätigt hatten. Zu ähnlichen

Schlüssen kommt auch Zane Kime in seinem

Buch Sonnenlicht und Gesundheit.

UV-Licht wirkt gegen Psoriasis

Berichte der National Psorias Foundation

lassen vermuten, dass 80 Prozent der

von dieser Hautkrankheit Betroffenen Besserung

erfahren, wenn Sie mit UV-Licht

bestrahlt werden.

UV-Licht wirkt auch bei vielen

anderen Krankheiten

UV-Licht hat sich als wirksames Mittel

zur Abtötung von Infektionserregern erwiesen,

darunter verschiedene Tuberkulosebakterien.

1933 zählte F. H. Krudsen in

seinem Buch Light Therapy ungefähr 165

verschiedene Krankheiten auf, die erfolgreich

mit UV-Licht behandelt wurden. In

Russland und Deutschland wird UV-Licht

routinemässig zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten

in der Schule und am

Arbeitsplatz eingesetzt. So zum Beispiel

gegen Bergarbeiterlunge: Die russischen

Ärzte sind der Meinung, dass UV-Licht

dem Kreislauf hilft, den Staub aus der

Lunge der Arbeiter zu entfernen. Bei anderen

Untersuchungen konnten Patienten

mit starken asthmatischen Beschwerden

nach Behandlung mit UV-Strahlen wieder

frei atmen.

UV-Licht hat sich als

wirksames Mittel zur

Abtötung von Infekti-

onserregern erwiesen,

darunter verschiedene

Tuberkulosebakterien.

UV-Licht fördert die Produktion

von Geschlechtshormonen

In einer Studie am Boston State Hospital

stellte Dr. Abraham Myers fest, dass

ultraviolettes Licht die männlichen Geschlechtshormonwerte

um 120 Prozent

ansteigen lässt. Ebenso erhöht ultraviolettes

Licht die Menge der weiblichen Geschlechtshormone.

In einem anderen Labor

fand man, dass Östrogen mit Abstand

am besten resorbiert wird, wenn Menschen

mit UV-Licht einer bestimmten Wellenlänge

(290nm) bestrahlt werden. Viele

behaupten, diese Frequenz sei schädlich

und überflüssig. Die Laborergebnisse deuten

jedoch darauf hin, dass Östrogen dann

am wirksamsten ist, wenn Frauen mit UV-

Licht bestrahlt werden.

UV-Licht aktiviert ein wichtiges

Hauthormon

Forscher von der University of North

Carolina haben gezeigt, dass Solitrol (ein

Hauthormon) zusammen mit dem Epiphysenhormon

Melatonin die Reaktionen des

Körpers auf Sonnenlicht und Dunkelheit

reguliert. Solitrol gilt als eine Form des

Vitamin D und steuert in antagonistischer

Kooperation mit Melatonin Stimmungsveränderungen,

zirkadiane (24stündige)

Rhythmen und jahreszeitabhängiges Fortpflanzungsverhalten.

Das Hormon entsteht

unter Einwirkung von UV-Licht und beeinflusst

viele Steuerzentren des Organismus

sowie das Immunsystem. Die Ergebnisse

dieser Forscher könnten zur Klärung der

Zusammenhänge zwischen Sonnenlicht

und menschlicher Gesundheit beitragen. l

Quelle: Jakob Liberman

«Die heilende Kraft des Lichts»

März 2009 Reflexe

FORSCHUNG PRAXIS

21


WIRKUNG VON LICHT PRAXIS

22

Licht –

ein grandioser

Vitalfaktor

Licht – Sonne – Schutz sind gerade im Frühling und

Sommer wieder hoch aktuelle Themen. In verschie-

denen Bereichen der Naturwissenschaft wird seit über

100 Jahren die Wirkung von Licht auf den menschlichen

Organismus erforscht. Es spielt eine weitaus grössere

Rolle auf eine kaum zu beziffernde Anzahl metabo-

lischer, immunologischer und hormoneller Prozesse als

bisher angenommen.

Strahlung – Licht – Hautzellen

vb. In der Entwicklungsbiologie des

Menschen ist längst bewiesen, dass die

bodennahe spektrale Energieverteilung

der Sonne ein äusserst wichtiger Evolutionsaspekt

darstellt. Die für Menschen

wahrnehmbare Strahlung (Licht) liegt

nicht zufällig im grössten Kraftbereich

der Sonne. Lichtenergie wird in unseren

Hautzellen aufgenommen und direkt in

chemisch-physikalische Zellenergie umformuliert.

Diese durch Licht entstehende

Energie leistet einen vielfältigen Beitrag

für zahlreiche Gewebefunktionen.

Reflexe März 2009

SONNEN-TIPPS

Keine Angst vor Sonne!

l Gemeint ist nicht unvernünftiges Sonnenbaden

über längere Zeit. Hautreizungen,

Rötungen, Spannungen etc.

sind gute Indikatoren, wenn man mit

Sonnenlicht übertrieben hat.

l Licht ist ein unabdingbarer Vital- und

Gesundheitsfaktor mit den vielfältigsten

Aufgaben.

l Tagespflege (und selbstverständlich

Nachtpflege) sollte keine Lichtschutzfilter

enthalten.

l Sonnenschutzmittel mit natürlichen

Substanzen verwenden, die die Haut

auffordern, sich schützend zu bräunen.

l Nach dem Sonnentanken die Haut

mit einen Sauerstofföl und Mineralien

pflegen.

Zusammenhang

von Licht –

Augen – Haut

Die Sonne gibt zur Erde eine Strahlung

ab im Bereich von 290nm bis 18,5m.

Jede Wellenlänge enthält einen ganz eigenen,

spezifischen Energiegehalt. Alle

Organismen auf der Erde sind exakt so

entwickelt worden, dass diese Universal-

Energie-Quelle direkt angezapft werden

kann. Dazu hat jedes Lebewesen seine eigenen

«Antennen» (bei Menschen sind es

die Pigmente), die eine Energieabsorption

ermöglichen. Um diese «Antennen» herum

Alle Organismen auf der Erde

sind exakt so entwickelt worden,

dass die Universal-Energie-Quelle der

Sonne direkt angezapft werden kann.

haben sich sinnvolle Systeme entwickelt,

um die aufgefangene Energie nicht verpuffen

zu lassen. So nimmt beispielsweise das

menschliche Augenpigment einen Lichtbereich

zwischen 390nm und 740nm auf.

Jedoch reicht das über die Augen aufgenommene

Licht keineswegs aus, um alle

Phänomene zu verstehen, die beim Menschen

direkt von Licht abhängig sind. So

wirkt Licht über die Augen aufgenommen

auf ganz bestimmte Hirnzellen, wie die


Zirbeldrüse, die Hypophyse, den Hypotha-

lamus oder das gesamte limbische System.

Fast alle Hormone, die in diesen Zentren

gebildet werden, sind lichtabhängig. Deshalb

gilt im Alltag: Sonnenbrille weglegen,

damit die Haut sich über die Augen auf

Licht (sprich Sonne) einstellen kann.

Andere Hormone wirken durch Licht,

das über die Haut aufgenommen wird

oder werden dadurch gesteuert. Denn

Licht wirkt in erster Linie auch über die

Haut. Zum Beispiel das von Licht (über

die Haut) abhängige Vitamin D, das durch

Lichtinduktion in Cholecalciferol (D3) umgewandelt

wird. Ist zu wenig Licht vorhanden,

das in der Haut wirken kann, können

sich eine Reihe von Funktionsstörungen

ergeben. Dazu gehören: Haarausfall,

Schlafstörungen, Hypernervosität, Heisshunger

auf Süssigkeiten, beschleunigter

Alterungsprozess, Bluthochdruck, Ödeme,

Stoffwechselstörungen, Libidoverlust, erhöhte

Infektionsgefahr, Depressionen und

so fort. Die Ursachen liegen nicht allein

am fehlenden Vitamin D3, sondern auch

an der Wirkung des durch die Haut aufgenommene

Lichtes auf Biotin, Vitamin A,

die Hormone und eine ganze Reihe von

Enzymen, resp. eben am Lichtmangel!

Durch Licht, das direkt über die Haut

wirkt – über die Keimschicht der Haut und

den darunter liegenden Lederhautbuchtungen

und dem Lymphe-Blutweg –, wird

auch die Ausscheidung von Körpergiften,

die Reduktion von karzinogenen Stoffen,

die Bildung von Antikörpern und die Senkung

von Cholesterinwerten sehr günstig

beeinflusst. Die oben genannten Lederhautbuchtungen

ergäben auseinandergefaltet

eine riesige Oberfläche; durch die

Buchtungen sind sie jedoch wunderbare

Schattenspender für die Zellen.

Licht fördert die Bildung von

Melanin

Die Bräunung der Haut fördert auch

das Bereitstellen der einzigartigen Substanz

Melanin. Diese Substanz ist im Gehörsystem,

in den Nerven, dem Hirn,

dem Herzen, den Drüsen, der Leber, den

Muskeln etc. vorhanden. Stets ist Melanin

eng mit Licht, das durch die Haut aufgenommen

wird, verbunden und seine Bewegung

wird in mechanisch-akustische

Energie umgewandelt. Es leistet unter

vielem anderem einen enormen Beitrag

als Antioxydant. Das ist mit ein Grund,

weshalb ganz moderne Therapien gegen

Hautkrebs vorab in Australien mit Licht

(Sonne) arbeiten. Das bringt die besten

Behandlungsresultate. So scheint es heute

beinahe gesichert, dass Hautkrebs auch

auf zu wenig Sonnenlicht (zuviel Schutz

durch falsche eingesetzte Sonnenmittel/

ständiges benutzen von Produkten mit

Lichtschutzfaktoren) zurückgeführt werden

kann. Verschiedene, breit angelegte

Studien zeigen dies bereits seit Jahren

SONNENSCHUTZ

Der richtige Sonnenschutz

l muss min. 33 % UVA- und UVB-Filter

(LSF Angabe) haben

l LSF (Lichtschutzfaktor) muss Hauttyp

gerecht sein

l muss Wärme und Licht stabil sein d.h.

l Sonnenallergie Tauglichkeit

l Wasserfestigkeit

l Schwitzfestigkeit

l ohne Parfum-, Farb- und Konservierungsstoffe

l Filter nicht im Mikropigment-Bereich

SONNENBRAND

Tipps zur Vermeidung von

Sonnenbrand

l für längere Aufenthalte im Freien:

Sonnencrème (UVA-/UVB-Schutz)

l Sonnencrème frühzeitig auftragen

l Heikle Stellen (Kopfhaut, Lippen,

Nacken, Hautstellen am Kleidersaum,

Ohren, Fussrücken etc.) besonders gut

schützen

l Mittagssonne meiden

l Textilien bieten einen guten «Teilschutz»

l Schattige Plätze vor praller Sonne

vorziehen

Wenn bereits Anzeichen von

Sonnenbrand da, nützt keine

Sonnencrème mehr!

Nach dem Sonnenbad duschen und die

Haut mit einer Feuchtigkeit spendenden

Lotion eincrèmen (Produkte mit Sauerstoff

und Mineralien angereichert, pflegen

die Haut besonders gut).

März 2009 Reflexe

WIRKUNG VON LICHT PRAXIS

23


WIRKUNG VON LICHT PRAXIS

24

INSERAT

Aus biologischer und ge-

samtphysiologischer Optik

ist es fraglich, ob der mo-

derne Mensch nicht ein zu

viel an Sonnenschutz mit-

tels chemischen Filtern tut.

auf. Eigentlich erstaunlich und interessant

zugleich, da man gerade in der Dermatologie

den Konsumenten seit zwanzig Jahren

mantraartig wiederholt hat, Sonne sei

schädlich.

Reflexe März 2009

DER RICHTIGE LICHTSCHUTZFILTER

Jedes Jahr treffen wir auf die gleichen Diskussionspunkte in Bezug auf die Lichtschutzfilter. Die

nachfolgende Aufstellung soll zur Aufklärung und damit zur eigenen Meinungsbildung dienen.

Chemisch

l schützen gut, wenn nicht in Kontakt mit

lebenden Zellen

l können photochemische Reaktion

auslösen (DNA-Schäden)

l können Hormon ähnliche Wirkung

haben (Studienmässig nicht erhärtet)

Bekannte chemische Filter:

l PABA ist ein schonender chemischer

Filter (Bestandteil der Folsäure) 4-MBC,

OMC, Bp-3 sind zu vermeidende chemische

Filter

NEU NOUVEAU NEU NOUVEAU NEU

Prä Pa r at e f ü r

Physiotherapie

Healthcare

Wellness

Sport

Fitness

Solarium

Synthetische Lichtschutzfaktoren

in der täglichen Pflege

Aufgrund der vorgängig erläuterten

Erkenntnisse der Forschung und Therapie

sowie den vielfältigen Aufgaben, die durch

Licht erfüllt werden, ist es sehr bedenklich,

dass heutzutage in beinahe allen Kosmetikprodukten

synthetische Lichtschutzfaktoren

eingebaut sind. Überhaupt ist es aus

biologischer und gesamtphysiologischer

Optik fraglich, ob der moderne Mensch

nicht ein zu viel an Sonnenschutz mittels

Filtern tut. Denn, wie oben erwähnt, sind

wir absolut auf Licht angewiesen. Die chemischen

wie auch die mineralischen Filter

verhindern die Aufnahme von Licht oder

reduzieren sie stark. Bei der Tageskosmetik

Mineralisch (physikalisch)

l werfen Sonnenlicht zurück

l winzige Partikel (z.B. Zinkoxid, Titandioxid)

streuen Licht

l dringen in die Zellen ein und sind dort

nachweisbar als Toxine (GIFT)

l LSF >20 weisse Schicht auf der Haut;

lassen sich mechanisch abreiben

(Schwitzen, Wasser, Abtrocknen)

l lockern das Bindegewebe

Bekannte mineralische Filter:

Zinkoxid, Titandioxid

Ab Lager lieferbar! Verlangen

sie unseren Gratiskatalog.

Demandez notre

catalogue gratuit.

Avenue Ruchonned 2 bis

CH-1003 Lausanne

Tel.: 021 312 15 15

Fax: 021 320 50 68

(inkl. Haarspray) ist es aus den genannten

Gründen empfehlenswert, Produkte ohne

Lichtschutzfilter zu wählen. Vorab dort,

wo die Kosmetik über alle Jahreszeiten

und auch nachts eingesetzt wird. Jedoch

ist klar und wohl selbstverständlich, dass

die Haut beim Sonnenbaden, am Strand

oder auf Bergtouren vor zuviel Sonneneinwirkung

zu schützen ist. Als Sonnenmittel

sollte dringend ein Produkt ausgesucht

werden, das die Haut stimuliert, körpereigenes

Melanin freizusetzen. Dadurch

könnte auf einen grossen Teil synthetischer

resp. chemischer Sonnen-/Lichtfilter

verzichtet werden. Die Melaninbildung

kann beispielsweise mit einer Mischung

aus Sauerstofföl und einer Pflanzen basierenden

Formulierung von Vitamin Folsäure

erreicht werden. Zurzeit ist jedoch nur

ein Sonnenschutzmittel bekannt, das diese

physiologischen und hautchemischen

Anforderungen erfüllt.

Nach dem Sonnenbad oder längerer

Lichteinwirkung auf die Haut empfiehlt

sich ebenfalls eine Pflege mit Sauerstoff

und Mineralien. l

Mit freundlicher Genehmigung:

Goloy GmbH, 8610 Uster, www.goloy33.com

KLEINE STRAHLENKUNDE

UVA = lange Wellen

kurzfristige Bräune; Strahlen gelangen bis

in die Lederhaut; verursachen dort nicht

sicht-/ spürbare Schäden

Abnahme kollagene und elastine Fasern,

stören Zellregeneration (Melanom-Risiko)

UVB = kurze Wellen

durch Hornschicht der Haut grösstenteils

abgeblockt; verursachen Bräunung der

Oberhaut; verantwortlich für Sonnenbrand

UVB-Strahlung hat Vitamin-Charakter; ist

lebensnotwendig; wirkt gegen Hautkrebs

UVC = sehr kurze Wellen

wird meist an der Hautoberfläche (Verhornung)

abgeblockt; Forschungseinsatz zur

Inaktivierung von Viren/Bakterien

Wird durch geschädigte Ozonschicht

immer relevanter (Äquatorbereich)

Empfehlung guter Sonnenschutzprodukte:

Ausgewiesener UVB-Filter sowie min.

33 % UVA-Filter.


Lichtallergie

Licht kann schon in kleinen Mengen zu Hautreaktionen führen. Hautverän-

derungen und Juckreiz, die nach einer Sonnenbestrahlung auftreten, werden

allgemein als Sonnenallergie oder Lichtallergie bezeichnet. Genauer betrach-

tet verbergen sich aber verschiedene Erkrankungen hinter den Beschwerden.

vb. Die Beschwerden können durch licht-

allergische Reaktionen hervorgerufen werden.

Sie können aber auch die Folge einer

toxischen Schädigung sein die bei Lichteinwirkung

in Zusammenhang mit bestimmten

Substanzen auftritt. Diese Substanzen

können von aussen mit der Haut Kontakt

haben (Salben, Crèmes, Kosmetika, Pflanzen)

oder von innen kommen (Medikamente,

Nahrungsmittel). Ein Beispiel für

eine toxische Photoreaktion (Lichtreaktionen)

ist die Wiesengräserdermatitis.

Sonnenallergie ist nicht bei jedem

gleich

Hinter einer «Sonnenallergie» können

sich z. B. folgende Erkrankungen verbergen:

l photoallergische Kontaktekzeme,

l

schwerste Form Sonnen-Utrikaria

Mallorca-Akne (Im Bereich der Körperhaare

bilden sich kleine, juckende

Knötchen. Diese Form ist selten.)

l Lichtdermatosen (Juckende Quaddeln

und Knötchen nach der Sonnenbestrahlung,

meistens im oberen Brustbereich,

an den Armen und im Gesicht.)

l Porphyrie: Bei dieser seltenen Erkrankung

handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit,

bei der aufgrund

eines Enzymdefekts die Bildung des

roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin)

nicht richtig abläuft. Insbesondere die

chronische Form der Porphyrie ist mit

einer erhöhten und oft sehr schmerzhaften

Form der Lichtempfindlichkeit

verbunden, bei der die Haut zu Blasen-

und Narbenbildung neigt.

Bis zu 20 Prozent der Bevölkerung

sind betroffen

Von Lichtdermatosen, die bei stärkerer

Sonnenbestrahlung auftreten, sind etwa

10 bis 20 Prozent der Bevölkerung betroffen.

Die eigentliche Ursache ist bis heute

unbekannt. Auch, ob es sich wirklich

um eine Allergie handelt, wird kontrovers

diskutiert. Betroffene können aber vorbeu-

gen: Therapeutische Bestrahlung in einer

Arztpraxis, die Zufuhr von Beta-Karotin

und/oder Calcium werden empfohlen. Ausserdem

sollte man sich langsam an die

Sonne gewöhnen und bedeckende Kleidung

bevorzugen. Kurzzeitig angewandte

Cortison-Salben oder -Crèmes und/oder

Antihistaminika helfen bei auftretenden

Beschwerden. Bei extremen Beschwerden

kann die systemische Gabe von Cortison

notwendig sein.

Notruf 117 oder 144

Der anaphylaktische Schock ist die

stärkste allergische Reaktion vom Soforttyp.

Ein anaphylaktischer Schock führt zu

einem lebensbedrohenden Versagen des

Herz-Kreislauf-Systems. Die Betroffenen

müssen sofort ins Krankenhaus. Solche

Folgen eine Sonnenallergie treten allerdings

nur extrem selten auf. Diese Form

nennt sich Sonnen-Utrikaria und ist eine

durch Sonnenlicht ausgelöste Form der

Nesselsucht.

Kosmetika & Co.

Kosmetika, Sonnenschutzmittel, Medikamente

und Pflanzen (Wiesengräserdermatitis)

können bei Sonnenbestrahlung

allergische Reaktionen hervorrufen. Die

Auslöser für eine Sonnenallergie, die im

Zusammenhang mit anderen Stoffen auftritt,

sind nicht immer leicht zu identifizieren.

Definition von Lichtallergie

Lichtallergie, auch Sonnenallergie oder

Photoallergie, ist eine umgangssprachliche

Sammelbezeichnung für verschiedenste

durch UV-Licht provozierte Dermatosen.

Im engeren Sinn handelt es sich dabei um

Lichtdermatosen, die auf einer Intoleranzreaktion

beruhen und nur in speziellen

Fällen durch allergische Reaktionen verursacht

werden. Im weiteren Sinne werden

umgangssprachlich auch einige Autoimmunerkrankungen,Stoffwechselerkrankungen

sowie Erbkrankheiten als Licht–

allergie bezeichnet. l

LICHTALLERGIE

Auslöser von Lichtallergien

Folgende Lichtdermatosen, Autoimmunkrankheiten,

Stoffwechselkrankheiten

und Genodermatosen werden umgangssprachlich

als Lichtallergien bezeichnet:

l Polymorphe Lichtdermatose (Lichtdermatose)

l Mallorca-Akne (Lichtdermatose)

l Photoallergisches Kontaktekzem

(Lichtdermatose)

l Phototoxisches Kontaktekzem (Lichtdermatose)

l Lichturtikaria (Lichtdermatose)

l Lupus erythematodes (Autoimmunkrankheit)

l Dermatomyositis (Autoimmunkrankheit)

l Kutane Porphyrien (Stoffwechselkrankheit)

l Xeroderma pigmentosum (Genodermatose)

SONNENALLERGIE

Sonnenallergie

Symptome:

Kleine, juckende Knötchen an den

Austrittsstellen der Körperhaare. Juckende

Quaddeln und Knötchen nach

der Sonnenbestrahlung, meistens im

oberen Brustbereich, an den Armen und

im Gesicht. Bei Sonnen-Utrikaria anaphylaktischer

Schock als schwerste Folge

möglich.

Therapie:

Kurzzeitig Cortison-Salben oder -Creme,

Antihistaminika. Bei extremen Beschwerden

systemisch Cortison. Antibiotika bei

Infektionsgefahr. Bei Schock sofort ins

Krankenhaus!

Vorbeugung:

Therapeutische Bestrahlung, Calcium,

Beta-Karotin, langsame Gewöhnung an

die Sonne, bedeckende Kleidung.

März 2009 Reflexe

GESUNDHEIT PRAXIS

25


PFLANZEN UND LICHT PRAXIS

26

Ganz ohne

Licht kann

keine grüne

Pflanze

Bärlauch im leben

Frühlingswald

vb. Belaubte Buchenwälder lassen wenig

Licht durch. Die Bodenflora ist spärlich.

Bei dichtwachsenden Buchen und Eichen

erreicht gerade noch ein Prozent des

Sonnenlichts den Boden. Dort brauchen

die blühenden Pflanzen in der Regel das

meiste Licht. Pflanzen wie der Hasenlattich,

die Knoblauchsrauke oder der Lerchensporn

dagegen bekämen bei zu viel

Sonneneinstrahlung sogar Probleme mit

ihrem eigenen Wasserhaushalt. Deshalb

gedeihen diese Pflanzen auch nur im

Schatten oder auch im Halbschatten der

Hochwälder. Farne wachsen auch im Halbdunkel.

Moose begnügen sich mit noch

weniger Licht. Etwas Licht brauchen aber

alle grünen Pflanzen – für die Photosynthese.

Dabei wird unter dem Einfluss des

Lichtes das Kohlendioxid aus der Luft und

Kohlenhydrate aus dem Wasser aufgebaut:

die Pflanze gibt dabei Sauerstoff ab.

An lichten Stellen jedoch wächst

eine sehr üppige Vegetation

Neben den grundlegenden Standortfaktoren

Wärme, Wasser, Licht und Boden

gibt es noch andere Einflüsse, die das

Biotop prägen können oder an die sich die

Bewohner der Biotope in irgendeiner Form

anpassen müssen. Da ist zum Beispiel der

Wind. Die Wälder brauchen ihn zu ihrer

Erhaltung, denn der Blütenstaub der meisten

Baumarten wird nicht durch Insekten

(wie bei vielen anderen Pflanzen), sondern

durch den Wind transportiert. Dazu

sind Pollen von Kiefern, Fichten und Tannen

mit Luftsäckchen ausgerüstet, die als

Schwebeapparate dienen. Manche Laubbäume

– wie Birke oder Eiche – blühen,

bevor sie Blätter treiben, damit der Wind

ungehindert den Blütenstaub forttragen

kann. Der Wind transportiert auch flugfähige

Samen oder Früchte.

Reflexe März 2009

Jeder Faktor, der genannt wurde –

Boden, Wärme, Wasser, Licht und Wind

– spezialisiert nach dem Grad seiner Ausprägung

das Biotop Wald. Ändert sich

ein Faktor, dann ändern sich das Biotop

und damit die Zusammensetzung seiner

Bewohner. Solche Änderungen können

natürlicher Art oder vom Menschen herbeigeführt

sein. Ändert sich beispielsweise

auch nur kurzfristig das Klima, so ändert

sich auch das Biotop. Ein typisches

Beispiel menschlichen Eingriffs sind die

Flussbegradigungen: Sie führen oft dazu,

dass der Grundwasserspiegel sinkt. Schon

eine kleine Absenkung kann bewirken,

dass sich in den Auwäldern (die in direkter

Nachbarschaft des Flusses wachsen) die

Zusammensetzung der Tier- und Pflanzenwelt

ändert. Ändern sich die Faktoren zum

Ungünstigen, wird das Biotop artenärmer

und damit weniger stabil.

Wird ein Gebiet trockener (was durchaus

auch natürliche Gründe haben kann),

so «rücken» die Pflanzen und Tiere in

die Nähe von Flüssen oder Seen oder sie

wechseln auf eine Bodenart, die Feuchtigkeit

besser und länger speichern kann.

Damit wechseln sie das Biotop. Mit solchem

Biotopwechsel zeigen die Arten an,

dass sie auf bestimmte Standortfaktoren

unverzichtbar angewiesen sind. Der Biologe

nennt dies das Gesetz der relativen

Standortkonstanz. Relativ deshalb, weil

die Biotopbewohner nicht an einem bestimmten

lokalisierten Raum festhalten,

sondern auf einen Raum mit bestimmten

Ausstattungsmerkmalen angewiesen sind.

Dieser durch seine Ausstattung bestimmte

Raum kann auch in Zonen liegen, die dafür

keineswegs typisch sind. So lässt sich

beispielsweise für Bäume keine allgemein

geltende Höhengrenze festlegen. Bäume,

die für Mittel- und Nordeuropa typisch

sind und dort bis zu Höhen von 1000,

vielleicht 2000 Metern vorkommen, klettern

in Sizilien auf beinahe 3000 Meter.

In tropischen Gebirgen findet man Bäume

ähnlicher Art noch in 4000 Metern Höhe.

Bäume, die in unserem feuchten Klima auf

tonigen oder lehmigen Böden wachsen,

gedeihen in trockeneren Gebieten eher

auf sandigen Böden, weil dort der Oberflächenabfluss

nicht so stark ist und das

spärliche Wasser wenigstens in den Boden

eindringt.

Je gravierender ein Wechsel der Faktoren

ist und je krasser das neue Biotop sich

vom ursprünglichen unterscheidet, umso

weniger Mitglieder der Lebensgemeinschaft

werden den Wechsel mitmachen.

Und desto grösser ist die Konkurrenz zwischen

den verschiedenen Arten beim Streben

nach Licht, Wärme, Feuchtigkeit und

Ausdehnung.

Luftwurzeln

Verschiedene Pflanzen benutzen die

Bäume als Leitern, an denen sie zum Licht

emporwachsen. Sie umschlingen den

Stamm des Baumes dabei mit Ihren Luftwurzeln.

Alle pflanzlichen und tierischen Mitglieder

der Lebensgemeinschaft Wald

haben untereinander mittelbare oder unmittelbare

Beziehungen. Symbiosen oder

Gemeinschaften zwischen Wirt und Parasit

sind dabei noch einfache Wechselbeziehungen.

Die Wurzeln der Waldbäume sind

für die Hälfte aller Pilze Nahrungslieferanten:

Vom Blätterwerk der Bäume erhalten

diese Pilze über die Wurzel die Kohlehydrate,

die sie brauchen. Die Pilze wiederum

verarbeiten schwerlösliche Humusstoffe

und Nährsalze um diese den Bäumen über

die Wurzeln zuzuführen. Viele Pilze haben

sich so dauerhaft auf eine Baumart spezialisiert,

dass der erfahrene Pilzsammler

nur noch nach den Bäumen schaut, um zu


finden, was er sucht. Vom Fichtenreizker

weiss er, dass er bei den Fichten steht, den

Goldröhrling vermutet er korrekt in Lärchenwäldern

und auch beim Birkenpilz

sagt ihm der Name, wo er suchen muss.

Andere Pilze gehören jedoch zu den

Schmarotzern. Sie profitieren von ihrem

Wirt, dem Baum, nützen ihm aber nichts,

ja schädigen ihn sogar zum Teil. Manche

Waldpflanzen wie der Efeu benützen die

Bäume als Aufstiegshilfen, um rasch an genügend

Licht zur Photosynthese zu kommen.

Neben diesen zweiseitigen Beziehungen

gibt es in der Lebensgemeinschaft

Wald Gruppen von Pflanzen und Tieren,

Heilkräuter im Frühling

Tees und Extrakte

Tausendgüldenkraut (Centaurii herba)

Steigert die Speichel- und Magensaftbildung.

Durch die Bitterstoffe werden

praktisch alle an der Verdauung beteiligten

Drüsen und Organe stimuliert und der

Appetit angeregt. Daneben wirkt das Tausendgüldenkraut

entzündungshemmend

(äusserliche Wundbehandlung) und fiebersenkend.

Zubereitung als Tee: Auf ¼ lt heisses

Wasser 1-2 TL; als Kaltansatz 8-10 Std. ziehen

lassen.

Schachtelhalm (Equiseti herba)

Schwach aquaretisch wirksam und

Bindegewebe festigend (Kieselsäure/Flavonoide).

Der harntreibende Effekt ist auf

die Flavonoide zurückzuführen. Ebenfalls

wurden antioxidative und leberschützende

Wirkungen nachgewiesen (Bild unten).

die in vielfacher Wechselbeziehung stehen.

So lassen sich die Bewohner eines Biotops

in drei Gruppen einteilen: Produzenten,

Destruenten (oder Zersetzer) und Konsumenten.

Grüne Pflanzen, allen voran die

Bäume, gehören zu den Produzenten. Sie

liefern Nahrung für die Tiere (die ihnen

gegenüber als Konsumenten auftreten)

und Material für die Destruenten. Diese

zerlegen abgestorbene Pflanzen und tote

Tiere in Stoffe, die über die Humusschicht

wieder den Produzenten zugute kommen.

Die Lebensgemeinschaft zwischen Tieren

und Pflanzen ist im Wald besonders

eng. Bäume und Sträucher, Gräser und

Zubereitung als Tee dient der

Schachtelhalm zur Ausschwemmung von

Ödemen, als harntreibendes Mittel bei

rheumatischen Beschwerden (Blutreinigungsmittel),

bei brüchigen Fingernägeln

und Haaren, bei rauer Haut und bei chronischem

Husten (Arzt).

Als Bad regt der Schachtelhalm die

Stoffwechseltätigkeit der Haut an. Er dient

auch hervorragend beim Putzen von Zinn

(volkstümlicher Name=Zinnkraut) und

Kochgeschirr aus Metall.

Rotklee (Trifolium pratense L.)

Die Blüten wirken im Sinne der Volksmedizin

«blutreinigend» und sollen durch

die Isoflavone und ihre Metabolite östrogenartige

Wirkungen (Phyto-Östrogene)

besitzen. Isoflavone wirken zudem antioxidativ

und schützen damit die Blutgefässe

(Bild unten).

Kräuter dienen den Tieren als Nahrung,

als Schutz, Nistplatz, Wohnung und Versteck.

Insekten sorgen nicht nur für den

Abbau organischer Stoffe und die Zufuhr

für die Pflanzen. Viele von ihnen haben

durch das Bestäuben auch eine wichtige

Funktion bei deren Arterhaltung übernommen.

Tiere transportieren Samen und

Früchte von Waldpflanzen – allen voran

Ameisen und Vögel, aber auch Säugetiere.

Besonders einfallsreich ist dabei die Klette

ausgestattet, die sich im Haarkleid der Tiere

festsetzt und sich so einfach wegtragen

lässt. l

Quelle: http://wald.lauftext.de

Als Tee wirkt der Rotklee gegen Wechseljahresbeschwerden

und soll eine vorbeugende

Wirkung gegen Osteoporose

und andere Erkrankungen haben, die auf

den sinkenden Östrogenspiegel zurückzuführen

sind.

Äusserlich als Extrakt angewendet

sorgt er für schöne Haut und das Haar

(angeblich aufgrund der östrogenartigen

Wirkstoffe).

Wildgemüse in der Küche

Brunnenkresse

(Nasturtium officinale)

Wird vor allem zu Frühlingskuren verwendet,

da sie blutreinigend, stoffwechsel-

und wassertreibend ist.

Die vor dem Blühen gesammelten

Triebspitzen fein schneiden mit Butter, Salz

mischen. Diese vorzügliche Kräuterbutter

eignet sich zu Bratkartoffeln, gekochten

Eiern oder als Brotaufstrich. Brunnenkresse

dem Salat beigemischt, ergibt die nötige

Würze in jedem Frühlingssalat. ❱❱❱

März 2009 Reflexe

ERNÄHRUNG PRAXIS

27


ASTRONOMIE PRAXIS

28

Blitzender Kometenschmutz

Mit etwas Geduld sieht man in jeder klaren Nacht Stern-

schnuppen aufblitzen und in Sekundenbruchteilen über

das Firmament huschen. Manchmal kommen sie sogar

zuhauf daher. Die Erde kreuzt dann einen «Sternschnup-

penstrom».

◗ Christian Pinter

Zum Thema «Sternschnuppen» wissen

alte Legenden höchst unterschiedliches zu

berichten. In den einen sind es Männer, die

über das Firmament zu ihren Frauen hasten;

in anderen bloss Ausscheidungen von

Sternen. Auch bei uns galten sie mitunter

als himmlischer Putzrest: verglich man sie

doch mit dem Ende eines Kerzendochts,

das beim Lichtputzen fortgeschnitten wurde.

Diese «Snuppe» schenkte den flüchtigen

Himmelslichtern ihren deutschen Namen.

Entfernte Orte

In Thessalien glaubte man, im August

öffne sich der Himmel. Durch schmale,

flüchtige Ritzen liesse sich dann ins himm-

❱❱❱ Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Als Salat genossen hat Löwenzahn vor

allem eine harntreibende Wirkung. Der

Reflexe März 2009

lische Licht schauen.

Andernorts blickten die

Götter selbst vom Firmament

herab, wobei

sie versehentlich einen

Stern loslösten. In Russland

trachteten Dämonen,

als Sterne getarnt,

Einlass in das Himmelreich

zu erlangen. Engel

warfen sie wieder hinaus.

Ähnlich erfolglos

versuchten die Seelen

von Trinkern nach einer philippinischen

Erzählung, Ruhe im Himmel zu finden. Ihr

Aufstieg endete stets mit dem Fall.

In Europa meinte man, jeder Mensch

hätte seinen eigenen Stern. Beim Tod stür-

Tee wird für Leber- und Nierenleiden

und gegen Rheuma benutzt. Als frischer

Presssaft eignet er sich bei chronischen

Arthrosen und degenerativen Erkrankungen

der Wirbelsäule.

Die noch jungen Blätter können jedem

Frühlingssalat beigemischt werden.

Die jungen, noch harten Blütenknospen

ergeben – in Estragonessig eingelegt –

eine ganz spezielle Art von Kapern. Der

zwar aromatische bittere Geschmack

kann vermindert werden, wenn die

Stängelansätze kurz mit heissem Wasser

abgespült werden.

Sauerampfer (Rumex acetosa)

Die Blätter des Sauerampfers werden

hauptsächlich für blutreinigende Frühjahreskuren

eingesetzt (Vorsicht bei Diät

und Anlage zu Sodbrennen, Bild links).

Eignet sich hervorragend als Beigabe

in den Salat, in die Suppe oder über das

Gemüse. Die fein geschnittenen Blätter

ergeben einen angenehm säuerlichen

Geschmack. Sehr gut schmeckt Sauerampfer

mit Spinat gemischt.

Die Redaktion wünscht Ihnen viel freudiges

und spannendes Experimentieren! l

Bild 1: Komet Hale Bopp, Aufnahme von 1997

ze das Gestirn herab. Andererseits galten

Sternschnuppen als Seelen von Sündern,

die sich, nach Reinigung im Fegefeuer,

auf den Weg in den Himmel machten.

Gebete und gute Wünsche sollten ihnen

die Pforte öffnen. Vielleicht entstand so

der Glaube, wonach beim Anblick einer

Sternschnuppe auch ein Wunsch in Erfüllung

ginge.

Die alten Griechen betrachteten den

Kosmos als idealen, ewigen und unveränderlichen

Ort. Alles Kurzlebige konnte

demnach nur Bestandteil der irdischen,

vergänglichen Sphäre sein. Sternschnuppen

wurden als Ausdünstungen der Erde

angesehen, die sich hoch droben in der

Bild 2: Erscheint hier der Komet Halley in einem Bild von


Luft entzünden sollten. Entsprechend

taufte man die Lichtblitze «Meteore»

(griechisch «in der Luft schwebend»).

Geschichte der Meteorastronomie

Der deutsche Vortragsreisende Ernst

Florens Chladni widersprach 1794 entschieden.

Während seine Zeitgenossen

den Raum zwischen den Planeten und Kometen

noch für vollkommen leer hielten,

füllte er ihn mit Kleinkörpern. Diese sollten

manchmal die Erdatmosphäre streifen,

dort einen Augenblick lang in Brand geraten,

als Sternschnuppen aufblitzen und

dann wieder in den Kosmos entfliehen.

Um Flughöhe und Bahn eines Meteors zu

berechnen, schlug Chladni die gleichzeitige

Beobachtung von «etwas voneinander

entfernten Orten» aus vor. Dabei mussten

sich nahe Objekte vor unterschiedlichem

Sternenhintergrund zeigen. Je näher der

Meteor, desto stärker die perspektivische

Verschiebung.

Vier Jahre später griffen Heinrich Brandes

und Johann Benzenberg die Anregung

auf. Sie beobachteten 400 Sternschnuppen,

davon 22 gleichzeitig. Allerdings betrug

der Abstand der deutschen Studenten

zueinander nur 15 km – sehr wenig

für wirklich sichere Resultate. Sie kamen

bei den Flughöhen auf Extremwerte von

11 und 226 km, wobei zwei Meteore sogar

aufwärts zu eilen schienen. Das wurde

rasch als Beweis für die alte These aufsteigender,

entzündlicher Gase gewertet.

Die wahre Geburtsstunde der Meteorastronomie

schlug somit erst sechs Jahre

nach Chladnis Tod. Am 13. November

der Geburt Christi, gemalt von Giotto di Bondone um 1305?

1833 ging ein gewaltiger Meteorschauer

über Nordamerika nieder. Sternschnuppen

fielen halb so zahlreich wie Flocken

eines Schneesturms, schwärmten Augenzeugen.

Wie der US-amerikanische Mathematikprofessor

Denison Olmsted bemerkte,

schienen alle von einem Punkt im

Löwen auszustrahlen. Dieser bewegte sich

mit, als das Sternbild im Lauf der zweiten

Nachthälfte höher kletterte. Die Spur ins

All war damit endgültig gelegt.

Späte Antwort

Nun traten auch Astronomen auf

den Plan. Sie durchforsteten alte Chroniken

nach ähnlichen Berichten oder teilten

Freunde, Verwandte und Studenten

zur Meteorwache ein. Dabei fielen ihnen

Sternschnuppennächte mit der höchsten

Konzentration im Dezember, April und

August auf. Für diese Meteore wurden

Ausstrahlungspunkte in den Sternbildern

Zwillinge, Leier und Perseus ermittelt.

Zwar waren die drei Ströme bei weitem

nicht so spektakulär wie der Schauer vom

November 1833 – dafür kehrten sie aber

jedes Jahr verlässlich wieder.

Vor allem die hellen August-Meteore

faszinierten Wissenschaftler. Im Volksmund

waren sie längst als «Laurentius-

Tränen» bekannt; stellten sie sich doch

immer in den Nächten um das Fest des

heiligen Laurentius ein. Der frühchristliche

Märtyrer war am 10. August 258 auf

Befehl Kaiser Valerians getötet worden.

Bei diesen Sternschnuppen zählte man

erstmals Fallraten in Stundenintervallen -

eine bis heute geübte Praxis.

Bild 3: Komet

beobachtet und

festgehalten um

1532 von Apian.

Bild 4: Kometenbeobachtung

von 1618.

1862 entdeckten der US-Amateur Lewis

Swift und der Berufsastronom Horace

Tuttle einen scheinbar neuen, bald prächtig

am Himmel thronenden Kometen. Man

taufte ihn später «Swift-Tuttle». Wenige

Jahre danach stöberte Tuttle mit Ernst

Tempel, Frankreich, noch einen Schweif–

stern auf: Tempel-Tuttle. In Italien war

inzwischen Giovanni Schiaparelli zum Direktor

der Mailänder Sternwarte ernannt

worden. Schon als Vierjähriger hatte er

seinen Vater gefragt, was Sternschnuppen

denn seien – und ein ratloses «Das weiss

nur der Schöpfer» zu hören bekommen.

Jetzt beantwortete sich der Italiener die

Frage selbst. Ab 1864 studierte er die August-Meteore,

die er nach ihrem Ausstrahlungspunkt

im Perseus «Perseiden» nannte.

Aus dem Anblick am Himmel versuchte

Schiaparelli dann, die Flugbahn ins All zurück

zu rechnen. Ganz offensichtlich waren

die Perseiden zuvor auf elliptischem Orbit

um die Sonne gezogen. Dieses ähnelte frappant

jenem des Kometen Swift-Tuttle.

Im November 1866 traten auch die

November-Meteore wieder grandios in Erscheinung.

Der neuen Bezeichnungsweise

folgend, sprach man von den «Leoniden»

– ihr Ausstrahlungspunkt lag ja im Löwen

(lateinisch leo). In Mailand kalkulierte

Schiaparelli die Raumbahn der Sternschnuppen,

während sich Theodor Ritter

von Oppolzer in Wien mit dem Orbit des

Kometen Tempel-Tuttle befasste. Wieder

Übereinstimmung. Offenbar stammten die

Perseiden von Swift-Tuttle, die Leoniden

von Tempel-Tuttle. Meteore waren als Auflösungsreste

von Kometen entlarvt.

März 2009 Reflexe

ASTRONOMIE PRAXIS

29


ASTRONOMIE PRAXIS

30

Reflexe März 2009

Metamorphose

Ein typischer Komet misst um die 10

km. Das Konglomerat aus Eis, Staub und

Gesteinstrümmern zieht auf lang gezogener

Ellipse um die Sonne. Nur in deren

Nähe geschieht eine bemerkenswerte Metamorphose.

Die Wärme verwandelt gefrorenen

Stickstoff, Kohlenmonoxid, Methan

und Wassereis im Inneren des kleinen

Himmelskörpers in Gas. Das dehnt sich

aus, schiesst durch Spalten in der Kruste

und reisst dabei Staub und Steinchen mit.

Gas und winzigste Staubpartikel bilden

Schweife mit beeindruckenden Längen

von vielen Millionen Kilometern. Teilchen

ab etwa einem Millimeter Durchmesser

verharren hingegen im Kometenorbit. Sie

«verschmutzen» es gleichsam.

Periodisch wiederkehrende Kometen

erdulden diese Verwandlung regelmässig;

Tempel-Tuttle alle 33 Jahre. Oft war er

bislang nicht im «Schwitzkasten». Seine

Partikel konzentrieren sich deshalb noch

deutlich in unmittelbarer Nachbarschaft

des Kometenkerns. Dort bilden sie schmale,

schlauchförmige Filamente. Jedes entstammt

einer anderen Visite des Schweifsterns

im inneren Sonnensystem.

Objekte von Stecknadel-

grösse reichen, um

auffallende Lichtblitze

in der Atmosphäre zu

provozieren.

Bild 5: Komet Hale Bopp und Aurora Borealis (Polarlicht).

Daher brüllt der Löwe auch nicht jeden

November: Leoniden-Schauer gibt

es höchstens in den wenigen Jahren vor

und nach dem Kometenbesuch. Nur dann

kann die Erde eines der kernnahen Filamente

treffen. Das bislang letzte Gastspiel

feierte Tempel-Tuttle 1998.

Anders Swift-Tuttle. Dessen Partikel

fanden schon Zeit genug, um sich entlang

des gesamten Kometenorbits zu verteilen.

Sie formen einen dicken, elliptischen

Staubring. Unser Planet kreuzt ihn alljährlich

im August. Im Sonnensystem existieren

etliche solche Gebilde, Hinterlassenschaften

verschiedener Kometen. Etwa

zwei Dutzend dieser Wolken werden von

der Erde im Jahreslauf durchflogen. Jede

Passage dauert einige Tage. Meist ist die

Teilchendichte aber zu gering, um uns reiche

Sternschnuppennächte zu bescheren.

256.000 km/h

Die einzelnen Ströme produzieren unterschiedlich

rasche Meteore. Beim Durchkreuzen

der kometaren Reste liegen die

Kollisionsgeschwindigkeiten zwischen 11

und 72 km/sec. Die Perseiden treffen unseren

Planeten mit 60 km/sec. Die Leoniden

kommen ihm sogar frontal entgegen.

Die Bewegungsenergie wächst quadratisch

mit der Geschwindigkeit: Mit 256.000

km/h setzt ein bloss ein Gramm leichtes

Silikatpartikel beim Eintritt in die Lufthülle

soviel Energie frei, wie ein Formel-1-Bolide,

der in voller Fahrt auf ein Hindernis

stösst. Objekte von Stecknadelkopfgrösse

reichen, um auffallende Lichtblitze in der

Atmosphäre zu provozieren. Selbst hinter

ungewöhnlich gleissenden Meteoren

steckt selten etwas, das grösser wäre als

eine Walnuss.

Die Geschosse komprimieren die dünne

Luft im Schusskanal, erhitzen sie in etwa

100 km Höhe enorm. Im heissen Gas bewegen

sich Atome flink, stossen häufig miteinander

zusammen. Elektronen geraten auf

höhere Bahnen um ihren Atomkern, stürzen

rasch wieder zurück. Licht wird dabei

ausgesandt. Auf einer Flugstrecke von zwei

bis drei Dutzend km Länge bilden unzählige

solcher Blitze jene Leuchterscheinung,

die wir als Meteor wahrnehmen.

Die grösseren oder besonders schnellen

Projektile ionisieren die Luft sogar.

Dann werden Elektronen ganz von ihren

Atomkernen weggerissen. Später vereinigen

sie sich mit anderen Atomen – wieder

ein Lichtblitz, diesmal mit Verzögerung.

So kommt es zum Nachleuchten der Flugbahn,

das Sekunden bis Minuten währt.

Das winzige Teilchen selbst existiert längst

nicht mehr. Es ist in der Hitze verdampft.

Mit dem freien Auge

Die Partikel einer bestimmten Wolke

schweben jeweils auf parallelen Bahnen

um die Sonne. Dennoch ziehen die resultierenden

Meteore von einem gemeinsamen

Himmelspunkt aus in alle Richtungen.

Das ist nur Spiel der Perspektive: Auch die

Schienen der Eisenbahn scheinen sich ja in

der Ferne zu treffen, obwohl man sie mit

Sicherheit parallel zueinander verlegt hat.

Durch den Kometenschutt bohrt sich

die Erde wie eine Sonde. Die Partikelverteilung

lässt sich über die Zahl der

aufblitzenden Meteore ermitteln. Das

blosse Auge genügt hier als Forschungsinstrument.

Weltweit haben sich Hunderte

Amateurastronomen dieser Arbeit

verschrieben. Jeder überblickt zwar nur

einen kleinen Ausschnitt des Geschehens -

doch die mittels standardisierter Verfahren

gewonnenen Einzelbeobachtungen fügen

sich letztlich zu einem wissenschaftlichen

Befund zusammen.

Viele Meteore erblickt nur, wer sich

bequem auf einer Liege ausstreckt, das

Blickfeld komplett mit Sternen füllt und

die Nachbarschaft der Stadt strikt meidet.

Dort hellt die Lichterflut das Firmament

arg auf. Ähnlich den Sternen sind auch die

meisten Meteore lichtschwach; sie «ertrinken»

im Himmelsgrau. l

Quelle: Wiener Zeitung, AT-1040 Wien


Mondsüchtig

Schon seit Jahrhunderten glaubt man, dass Schlafwandler «mondsüchtig»

sind. Vom Vollmond magisch angezogen und völlig wehrlos, setzen sie

sich in Bewegung. Wer einmal einen Schlafwandler in Aktion gesehen

hat, wird diese bizarre Erfahrung nie vergessen. Ein vertrauter Mensch,

der plötzlich nicht mehr ansprechbar ist, der umherwandert, als sei er von

einer unbekannten Kraft gesteuert. Wenn Schlafwandler nur ein wenig im

Zimmer auf und ab gehen würden, dann wäre das vielleicht nicht weiter

der Rede wert. Aber dabei bleibt es selten!

Was geschieht mit uns, wenn wir

schlafwandeln?

vb. Schlafwandler essen nachts ihren

Kühlschrank bis auf den letzten Krümel

leer. Sie verlassen ihr Haus oder ihre Wohnung

und finden sich halbnackt auf der

Strasse wieder – ohne Haustürschlüssel,

versteht sich. Sie stürzen sich aus Fenstern,

von Balkons und Klippen. Und einige

«Somnambule» standen bereits vor Gericht

– wegen Mordes.

Was geschieht mit uns, wenn wir

schlafwandeln? Wenn wir die Fähigkeit

verlieren, uns selbst bewusst zu kontrollieren?

Was steuert dann unseren Körper,

unser Hirn, unsere Gefühle?

Drei Schlafwandler im Schlaflabor

Thomas ist mit 15 Jahren aus dem

Fenster gesprungen und nimmt seitdem

Medikamente, die sein Schlafwandeln

unterdrücken. Sehr gering dosierte Antidepressiva

sorgen dafür, dass sein Schlaf

nicht zu tief ist. Wird sich sein Schlafprofil

wieder normalisieren, wenn die Tabletten

abgesetzt werden? Christina wandelt seit

drei Monaten praktisch jede Nacht. Wie

kann der Arzt diese Attacken stoppen,

die plötzlich aus dem Nichts auftauchten?

Lena stürzte mit 13 Jahren aus dem dritten

Stock und versuchte zehn Jahre lang, das

Thema «Schlafwandeln» zu verdrängen –

vergeblich. Jetzt stellt sie sich ihrem Problem

und sucht einen Experten auf.

Wie die Motte zum Licht

Der aktuelle Wissensstand zu diesem

Phänomen: Hinter dem Schlafwandeln

steckt eine Fehlsteuerung im Nervensystem.

Die Experten nehmen an, dass dem

Schlafwandeln ein gestörter Aufwachmechanismus

zugrunde liegt. Die genauen

Ursachen sind allerdings ungeklärt. Aus

dem Tiefschlaf heraus kommt es zu einer

unvollständigen Weckreaktion (sog. Arousal-Prozesses)

mit schlafwandlerischen

Handlungen als Folge. Die Diagnose kann

im Schlaflabor gestellt werden. Typisch

für Schlafwandler sind ungewöhnlich

ausgeprägte und starke Tiefschlafphasen.

Es könnte sein, dass Schlafwandeln ein

Reifungsphänomen des Gehirns ist, weil

es sehr viel häufiger bei Kindern auftritt.

Jedes dritte Kind wandelt gelegentlich im

Schlaf. Nach der Pubertät hört das Schlafwandeln

meist auf. Allerdings gibt es auch

einen genetischen Einfluss, denn Schlafwandeln

tritt in manchen Familien gehäuft

auf. Wohin Schlafwandler sich bewegen,

hängt übrigens von einer Lichtquelle ab.

Schlafwandler haben wie Motten das Bestreben,

auf ein Licht zuzugehen. Die

Schlafforscher betonen immer, wie fliessend

die Übergänge zwischen einzelnen

Bewusstseinszuständen sind und was für

ein beunruhigendes Doppelleben ein jeder

von uns in der Nacht führt.

Trance oder Schlafwandeln

In vielen Kulturen gehörte die Trance,

SCHLAFWANDELN

Somnabulismus

Der Somnambulismus (von lateinisch

somnus – der Schlaf und ambulare –

wandern) oder auch die Somnambulie,

auch als die Mondsucht (Lunatismus), das

Schlafwandeln oder Nachtwandeln bezeichnet,

ist ein Phänomen, bei dem der

Schlafende ohne aufzuwachen das Bett

verlässt, umhergeht und teilweise auch

Tätigkeiten verrichtet. Somnambulismus

ist eine Schlafstörung und gehört zu der

Untergruppe der Parasomnien. Der aktuelle

Forschungsstand, der Untersuchungen

in Schlaflabors berücksichtigt, geht davon

aus, dass es sich beim Schlafwandeln um

eine Störung des Aufwachmechanismus

handelt, der abweichend vom Verhalten

der meisten Schläfer zu nicht bewussten

psychomotorischen Aktivitäten und zum

Aufstehen führt. Bei anderen Menschen

führt kurzes Aufwachen während des

Schlafens nur dazu, dass der Betreffende

sich im Bett umdreht oder bewegt und

einfach weiterschläft. Somnambulismus

tritt nur in Tiefschlaf-Phasen auf, nicht

in den Traumphasen (REM-Schlaf). Der

jeweilige Vorfall dauert meist nur einige

Minuten. Ob jemand ein Schlafwandler

ist, kann in einem Schlaflabor mit Hilfe

eines so genannten Schlafentzugs-EEGs

festgestellt werden.

Über die Häufigkeit des Phänomens

liegen nur Schätzungen vor. Bei Erwachsenen

geht man von ein bis zwei Prozent

chronischen Schlafwandlern aus, bei

Kindern sind dagegen zwischen zehn

und 30 Prozent betroffen. Das kindliche

Schlafwandeln verliert sich in den meisten

Fällen in der Pubertät. Auch bei Erwachsenen

handelt es sich nicht immer um eine

andauernde Erscheinung, mitunter tritt sie

nur einmalig oder wenige Male auf.

eine Art künstlich herbeigeführtes Schlafwandeln,

zum religiösen Ritual. Dabei

erleben wir im Alltag schon viel mehr

Trance, als uns bewusst ist. Im 20. Jahrhundert

stürzten sich dann Psychoanalytiker,

Hypnotiseure und Surrealisten auf

diesen Grenzbereich von Bewusstem und

Unbewusstem. Viele verknüpften mit dem

Zugriff auf das Unbewusste die Hoffnung,

Zugang zu einer wie auch immer gearteten

Wahrheit des Menschen zu bekommen. l

März 2009 Reflexe

SCHLAFWANDELN PRAXIS

31


LICHTVERSCHMUTZUNG PRAXIS

32

Folgen der Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung beeinflusst

bestehende Ökosysteme. So wie

verschmutzte Meere, Böden oder

Lufträume für viele Spezies nicht

mehr bewohnbar sind, so hat auch

die Zerstörung der Nacht vielfältige

Folgen.

Wirkung auf lebende Organismen

vb. Pflanzen werden durch eine

künstlich aufgehellte Umgebung in ihrem

Wachstumszyklus beeinflusst: Was bei

Zuchtpflanzen in Gärtnereien durchaus

erwünscht ist, kann für empfindliche Naturpflanzen

zum Problem werden.

Die verbreiteten weissen Lichtquellen

mit hohem Blauanteil im Spektrum

stellen ein erhebliches Problem für die

Navigation oder Orientierung nachtaktiver

Insekten und auch für Zugvögel dar.

Untersuchungen aus dem Jahr 2000 zeigen,

dass in Deutschland in einer einzigen

Sommernacht an einer Strassenlaterne

durchschnittlich 150 Insekten zugrunde

gehen. Rechnet man das auf die ca. 6,8

Millionen Strassenlaternen auf deutschen

Strassen hoch, sind das jede Nacht über

eine Milliarde Insekten. Zahlreiche andere

Lichtquellen wie die Beleuchtung von

Gewerbe- und Industriegebieten, Werbe-

Reflexe März 2009

Lichtverschmutzung der Erde

aufgenommen aus dem Weltraum.

Oasen der Dunkelheit finden sich noch

in Afrika, Australien und Südamerika.

flächen oder Privathaushalten sind dabei

noch nicht berücksichtigt. Je grösser die

Wellenlänge des Lichts, desto geringer ist

die Lockwirkung auf Nachtfalter (Cleve

1964).

Die Auswirkungen auf die Chronobiologie

des menschlichen Organismus (wie

auch auf andere Tiere) sind noch nicht abschliessend

erforscht. Störungen im Hormonhaushalt

des Menschen (Tag-Nacht-

Zyklus, Menstruationszyklus der Frau)

sind jedoch bereits nachgewiesen bzw.

Gegenstand aktueller Forschung. Weitere

physiologische Störungen sind nicht

auszuschliessen. Postuliert wird auch ein

Beitrag der verlängerten Helligkeit zur

Akzeleration, dem früheren Einsetzen der

Pubertät beispielsweise bei Mädchen.

Soziale und kulturelle Folgen

Im Zuge der Erfindung der

künstlichen Beleuchtung hat sich

bei vielen Menschen der Tag-

Nacht-Rhythmus verschoben: Die

Menschen waren früher fast ausschliesslich

tags aktiv und ruhten

nachts. Durch die permanente

Verfügbarkeit von Licht hat sich

das verändert. Es ist umstritten,

welche Auswirkungen das auf den

Menschen hat.

Auch die Wahrnehmung von

Naturphänomenen, die nur bei

weitgehender oder sogar absoluter

Dunkelheit zu sehen sind, ist insbesondere

in Grossstädten und Ballungsräumen

durch die künstliche

Erhellung der Nacht stark eingeschränkt.

Hierzu zählen zum Beispiel

die Milchstrasse und andere

Deep-Sky-Objekte sowie bestimmte Tiere

wie die Nachteule oder Glühwürmchen.

Einschränkung der astronomischen

Beobachtung und Forschung

Die Abwesenheit eines wirklich dunklen

Nachthimmels beeinträchtigt im besonderen

Masse die astronomische Beobachtung

und Forschung. Über einer hell

erleuchteten Stadt sind mit blossem Auge

in der Regel nur noch wenige sehr helle

Sterne zu sehen. Ausgedehnte lichtschwächere

Objekte wie die Milchstrasse, die

Grosse und die Kleine Magellansche Wolke,

die Andromedagalaxie oder den berühmten

Grossen Orionnebel kennen viele

Menschen nur noch aus der Erzählung.

In einer Studie in der Schweiz wurde

bekannt gegeben, dass man Sterne nur

noch bis zu Grenzgrösse von 4 mag (Magnitude)

sieht, anstatt bis 6 mag.

Die Zahl der mit blossem Auge sichtbaren

Sterne liegt zumeist bei nur noch

200 bis 500, in Innenstädten sogar nur bei

einigen Dutzend, während sie früher generell

– heute nur noch in sehr dunklen

Gegenden – bei bis zu 2500 lag. Sternwarten,

die noch im letzten Jahrhundert in

manchen Grossstädten in Betrieb waren,

mussten mittlerweile den wissenschaftlichen

Betrieb einstellen oder an abgelegene

Orte verlagert werden.

Unnötiger Energieverbrauch

Aktuell gibt es noch keine Untersuchungen

darüber, wie viel Energie durch

die umstrittenen Lichtquellen und die Gebäudebeleuchtung

verbraucht wird. Einsparungen

von bis zu 20 % erscheinen

jedoch realistisch bei der Betrachtung folgender

Tatsachen:


l Die ganze Nachtzeit hindurch werden

unzählige Strassen, Wege, Parkanlagen

und vor allem Gebäudefassaden (Sehenswürdigkeiten)

oder auch Industriekomplexe

in voller Intensität beleuchtet

und in Szene gesetzt, obwohl

es vor allem in der Zeit zwischen 00:00

und 05:00 morgens so gut wie kein

oder nur geringes Verkehrsaufkommen

gibt und eine volle Beleuchtung somit

einen geringeren Nutzen erbringt.

l Fast 50 % des abgegebenen Lichts von

Strassenlaternen wird nach oben und

zu den Seiten abgestrahlt, wo es nicht

nur nutzlos wird, sondern in manchen

Fällen im Strassenverkehr gefährliche

Blendsituationen bewirken kann.

l Viele Lichtanlagen sind für ihren eigentlichen

Zweck um ein Vielfaches

überdimensioniert.

l Besonders in grösseren oder touristisch

orientierten Orten ist ein zunehmender

Trend zu das Stadtbild schmückenden

Beleuchtungen von Gebäuden oder

Plätzen zu beobachten.

Dem hohen oder teils zusätzlichen

Energieverbrauch durch Beleuchtungen im

öffentlichen Raum wird allerdings inzwischen

auch durch den verstärkten Einsatz

energieärmer arbeitender Leuchtkörper zu

begegnen versucht. l

Quelle: Wikipedia

JAHR DER ASTRONOMIE

Die Unesco feiert 2009 – genau 400

Jahre nach Galilei – das internationale

Jahr der Astronomie.

Die Behörde will deshalb das Problem der

Lichtverschmutzung zum Thema machen.

Neue Kurse 2. Quartal ’09

■ Mi. 22. April 2009

Farb-Akupunktur bei

Narbenstörfeldern

Störfelder durch Narben, die auf einem

Meridian liegen, sind oft der Grund, dass

jemandem über längere Zeit nie richtig

geholfen werden kann. Dies, obwohl gute

Therapien kompetent angewandt wurden.

Erfahrene Fachleute kennen solche Fälle,

um die sich eigentlich niemand mehr reissen

will.

Solche Patienten geraten leicht in den

Verdacht, psychische Schwierigkeiten zu

haben. Wenn wir aber bedenken, dass laut

Fachleuten aus der Psychologie/Psychiatrie

mehr oder weniger die meisten Leiden psychosomatisch

sind, muss man sich doch

fragen, warum sprechen dann die einen an

und die andern nicht?

Es ist sicher wahr, dass manchmal der

Zeitpunkt der Heilung noch nicht gekommen

ist oder, dass grosse psychische Widerstände

bestehen. Man sollte sich aber

hüten, allzu rasch solche oder andere Erklärungen

zu akzeptieren. Wir tun damit

vielen Patienten manchmal Unrecht. Dies

führt wiederum dazu, dass gerade sie immer

mehr an sich zweifeln und somit zusätzlich

auf den Selbstwert gedrückt wird, der

ja vielleicht ohnehin schon angeschlagen

ist. Dadurch verschlechtern sich die Aussichten

zusätzlich. Nun haben wir alle mal

gelernt: Vor allem nicht schaden. Manchmal

werden solche Patienten schliesslich

operiert, weil der Arzt ja auch versucht zu

helfen. Solch unnötige Eingriffe sollte man

verhindern, wenn es irgendwie geht. Damit

■ So bis Di, 19. – 21. April 2009

Viszerale Osteo–

pathie – Oberbauch

(VOOB)

Über das Erlernen der Viszeralen Osteopathie

haben Sie die Möglichkeit, zweigleisig

zu behandeln: Zum einen entwickeln Sie

damit Ihre Fertigkeit, Läsionen des Bewegungsapparats

«von innen her», also von

den Spannungszügen der Organe aus zu

ist nicht gemeint, dass man ohne Entstören

von Narben nicht auch gut behandeln

kann. Es handelt sich um eine von vielen

Möglichkeiten, aber um eine sehr gute.

Warum Pflanzenfarben zum Entstören?

In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Wirkung

ausserordentlich gut ist im Vergleich

zu andern Methoden der Entstörung! Die

meisten Patienten spüren nach ein paar Minuten

die ersten Reaktionen und manchmal

sogar eine spontane Heilung. Alle weiteren

Therapien verlaufen auf jeden Fall besser,

wenn das Störfeld behoben ist. l

Dozent: Rolf Henggi

behandeln – zum Anderen können Sie damit

ihre manuelle Feinfühligkeit in Richtung

Therapie der Organfunktionsstörungen

ausrichten, also z.B. Gallenspasmen

oder eine funktionelle Magenschleimhautentzündung

therapieren.

Sie erlernen in diesen ersten von vier

Kursen den Umgang mit den Spannungszügen

des Oberbauchs, dieser sowohl lokal

als auch in der Peripherie der Schultern

und des Nackens so wichtigen Zone.

Häufig ist es wie im Kino: die Projektion

– hier der Projektionsschmerz aus dem

gleichen neuronalen Segment – zeigt sich

März 2009 Reflexe

WEITERBILDUNG 2009 VERBAND

33


WEITERBILDUNG 2009 VERBAND

34

Neue Kurse im 2. Quartal 2009

auf der Leinwand der Schulter, während

der eigentliche Film in der Faszie z.B. der

Leber spielt, die dann auch untersucht

und behandelt werden sollte. Wir haben

es hier nicht mit Einzelfällen zu tun, sondern

mit einer Erweiterung unseres therapeutischen

Horizonts und unserer feinsten

palpatorischen Fähigkeiten.

Kursinhalt: Behandlung des Verdauungstrakts

mit dem oberen Rumpf, Schultern

und HWS. l

Dozentin: Dorothee Bartz

■ Dienstag - Mittwoch, 28. – 29. April 2009

Behandlung des Schultergürtels mit

weichen Techniken der Ortho-Bionomy ®

Schulter-Arm Syndrome stellen eine der

grossen therapeutischen Herausforderungen

in jeder Praxis dar. Selten lassen sich

die Beschwerden einer einzigen Ursache

zuordnen. Sind die Auslöser nicht eindimensional

zu definieren, kann folgerichtig

die Behandlung nicht monokausal angelegt

werden.

Der spezifisch ortho-bionomische

Therapieansatz wird den Teilnehmenden

zusätzlich zu dem bisherigen Behandlungsspektrum

eine neue Vorgehensweise

vermitteln: Lassen Sie sich vom Körper

des Patienten anleiten. Nutzen Sie die regulativen

Informationen, die sich in den

Symptomen ausdrücken zur Entwicklung

neuer therapeutischer Ansätze.

Mit der Teilnahme am Seminar lernen

Sie sicher neue Techniken kennen. Einige

Behandlungsmethoden mögen Ihnen

vertraut vorkommen – neu ist der andere

Einsatz des vertrauten Wissens. Ob es um

neurolymphatische Reflexpunkte, Muskel–

Reflexe März 2009

WEITERER KURS

Kurs «Unterbauch»:

Do - Sa, 17. – 19. Sept. 2009

Dozentin: Dorothee Bartz

Weitere Infos: www.vdms.ch

Sie erlernen in diesen ersten von vier Kursen den Umgang mit den Spannungszügen des Oberbauchs.

energietechniken, Positionierungen zur

Schmerzlinderung oder um Eigenübungen

geht, alle Techniken stellen ein Handwerkzeug

der therapeutischen Kommunikation

mit den Patienten dar. Und um eine sinnvolle,

für den Patienten bedeutsame Kommunikation

zu erreichen, steht im Mittelpunkt

der Ortho-Bionomy immer die Arbeit

mit dem Patienten und nicht am Patienten.

Folgerichtig definiert sich die Ortho-

Bionomy nicht so sehr über ihre spezifischen

Techniken als vielmehr über ihre

Behandlungsprinzipien. Diese Regeln werden

Sie im Schulterseminar kennen lernen

und üben. Der grosse Vorzug für Sie

selbst liegt darin, dass Sie alle funktionellen

Techniken, die Sie gerne in Ihrer Arbeit

anwenden unter dem Gesichtspunkt

dieser Regeln einsetzen können. Eigenes

Erleben und die Rückmeldungen unserer

Teilnehmer bekräftigen immer wieder unsere

gewachsene Erfahrung, dass die Arbeit

dadurch kreativer und effektiver wird.

Ein weiterer nicht hoch genug zu schätzender

Vorzug ergibt sich ganz natürlich:

Die Patienten lieben diese Behandlungen

und unsere Arbeit bleibt spannend. l

Dozenten: Michaela Wiese-Weber und

Klaus G. Weber

■ Freitag - Samstag, 1. – 2. Mai 2009

Dynamische

Wirbelsäulentherapie

nach Popp

Was fasziniert mich auch noch nach über

zehn Jahren an der DWP?

l Biomechanisch komplizierte Gelenke

(z.B. das ISG) sind einfach zu therapieren.

l Die Methode ist sanft, ganzheitlich

und effektiv.

l Befund und Behandlung fliessen ineinander.

l Das Feedback der Kursteilnehmer lässt

sich auf die kurze Aussage zusammenfassen:

«Einfach – genial!»

Deshalb freut es mich, ihnen die DWP

in einem Intensivkurs von zwei Tagen

komplett in die Hände geben zu können.


■ Montag - Dienstag, 4. – 5. Mai 2009

Touch for Health-Kinesiologie (TfH)

Es war einmal…

… ein amerikanischer Chiropraktiker, der

Anfang der sechziger Jahre eine revolutionäre

Beobachtung machte: Die Ursache für

Muskelverspannungen oder -schmerzen

liegt eher beim «schwachen» Gegenspieler,

der bewirkt, dass sein gegenüberliegender

normaler Muskel mit Verkrampfung reagiert.

Ist das der Grund, dass Verspannungen

nach einiger Zeit wieder auftreten

können? Seine Vermutungen wurden bestätigt

und durch Anwendung verschiedener

Reflexpunkte und anderen Techniken

beim «schwachen» Muskel erzielte er sensationelle

Ergebnisse.

So fand das neu erworbene Wissen,

das bisher nur Ärzten vorbehalten war,

seinen Weg in die Welt. Es wurde so vereinfacht,

dass es ohne Nebenwirkungen finden zu gestalten. Staunen Sie über das

für Profis und auch Laien anwendbar ist. «Wunderwerk Mensch» und kommen Sie

Die Erfolgsgeschichten des TfH können mit auf eine spannende Entdeckungsreise.

Bücher füllen. Heute, zu Beginn des 3. Mit diesem Basiswissen der Kinesiologie

Jahrtausends, benutzen unzählige Men- erhalten Sie ein zusätzliches Werkzeug zur

schen in über 100 Ländern diese Methode, sofortigen Anwendung in Ihre Hände. l

um ihr Leben mit Erfolg und in Wohlbe- Dozent: Richard Frank

Kursinhalte sind: die dreidimensionale

Beckenstatik; Korrektur der kompletten

Wirbelsäule über Muskelzug (Rotations-,

Flexions-, und Extensionskomponenten),

Atlas- und Occiputeinstellungen, Behandlung

des Schultergürtels (1. Rippe und

Clavicula).

Die DWP hat sich aus der Praxis für

die Praxis entwickelt. Deshalb besteht der

Kurs aus 80 % praktischer Arbeit, so dass

Sie in der Lage sein werden, die erlernten

Techniken sofort in Ihren Praxisalltag zu

integrieren. Die DWP lässt sich sehr gut

mit anderen Behandlungstechniken kombinieren,

so dass Sie nicht nur eine neue

Methode erlernen, sondern auch neue Impulse

und Ideen für ihr bisheriges Arbeiten

erhalten. l

Dozentin: Anke Rossocha

ZUSATZKURSE

Kurs «Dynamische Wirbelsäulentherapie

nach Popp»:

Do - Fr, 20. - 21. August 2009

Sa - So, 22. - 23. August 2009

Dozentin: Anke Rossocha

Zusatzkurse

Wir können Ihnen folgende Zusatzdaten

mit Topreferenten anbieten:

■ So – Mo, 14. – 15. Juni 2009

Dorn-Breuss Grundkurs mit Sven Koch

■ Di, 1. September 2009

Schlafstörungen: Ursachen

und Behandlung

mit Eva Birrer Strassfeld

■ Mo, 5. Oktober 2009

Biomechanik und Behandlung

Schulter mit Caius Schmid

■ Mo, 19. Oktober 2009

Biomechanik und Behandlung ISG

mit Caius Schmid

■ Mo, 9. November 2009

Farben beeinflussen unser Leben

mit Marianne von Weissenfluh

■ Sa, 14. November 2009

Dysfunktion des zervikothorakalen

Übergangs mit Birgitt Wilhelm

■ So – Mo, 29. – 30. November 2009

Mammakarzinom mit Peter Volk

Weitere Kurse

sind unter

www.vdms.ch

› Weiterbildung

abrufbar.

■ Freitag – Samstag, 5. – 6. Juni 2009

Den Dreh raus...

und den «Turn

around» geschafft

Im Anschluss an eine Fortbildung geht es

vielen Teilnehmenden so, dass man voll

bis «übervoll» mit neuem Wissen, neuen

Techniken und neuer Erfahrung nach Hause

geht und motiviert ist, das Erlernte in

die Praxis umzusetzen.

Nach diesen zwei Tagen werden Sie,

wenn es gut geht, «voll» und «leer» heimkehren.

Voll mit einer spannenden Methode,

einer neuen Sichtweise und einer

veränderten eigenen Körperlichkeit. Leer,

weil wir in eine neue Welt eintauchen, um

Neues am eigenen Körper erleben. Wir

fahren in diesen zwei Tagen «an die eigene

Tankstelle». Denn wir alle kennen es aus

dem beruflichen Alltag sicherlich auch,

dass wir selber «zu kurz» kommen.

Stress und Hektik können mannigfaltige

Reaktionen auch bei uns Therapierenden

hervorrufen. Unter anderem verkürzt

sich Muskulatur; wir werden eng, verspannt,

brennen schlimmstenfalls langsam

aus und arbeiten somit weit unter unserem

Potential.

Ich freue mich sehr auf diese zwei

«voll leeren» Tage und hoffe auf zahlreiche

«hungrige» Kolleginnen und Kollegen. l

Dozent: Reto Haag-Lamp

März 2009 Reflexe

WEITERBILDUNG 2009 VERBAND

35


RÜCKBLICK KURSE VERBAND

36

vdms stellt Verbandstätigkeiten vor

hk. Im Verlaufe des zweiten Halbjahres

2008 durften wir wiederum bei den Abschlussklassen

verschiedener Massagefachschulen

die vielseitigen Verbandstätigkeiten

vorstellen. Folgende Schulen

haben wir besucht:

l Massein Schule in Zürich

l St. Galler medizinische Fachschule in

St. Gallen

Reflexe März 2009

l Massagefachschule Dickerhof AG in

Emmenbrücke

Die Schulabsolventen erhalten vom

vdms kostenlos ein Jahresabonnement unserer

Zeitschrift REFLEXE sowie einen Geschenkgutschein

über Fr. 100.00, welcher

bei einer Mitgliedschaft oder bei einem

Weiterbildungskurs eingelöst werden kann.

Rückblick Weiterbildungen 2008

hk. Erfreulicherweise konnten die Kurstage

und die Teilnehmerzahlen im 2008

erneut gesteigert werden.

Der geplante Ayurveda-Lehrgang musste

aufgrund zu geringer Anmeldungen abgesagt

werden. Die neu ins Leben gerufenen

Impuls-Abende fanden ebenfalls nur

bedingt Interesse, weshalb wir auf diese

im Angebot 2009 verzichtet haben.

Damit ein solcher Erfolg möglich ist,

sind verschiedenste Bausteine nötig – und

Sie als Kursteilnehmer/in sind dabei ein

Souverän referieren – sicheres Auftreten in jeder Lage

hk. Am 10. und 11. November führten wir

den Kurs «Souverän referieren – sicheres

Auftreten in jeder Lage» zum ersten Mal

durch.

Gekonnt liessen wir uns vom Dozenten

Jo Marty in die Geheimnisse der Redeund

Vortragskunst einweihen.

Nachfolgend einige Rückmeldungen

von Teilnehmenden nach zwei Monaten.

Lassen auch Sie sich durch die Aussagen

begeistern:

Sehr guter praktischer Kurs mit vielen

umsetzbaren Tipps damit man sicherer,

ruhiger sprechen kann und bei den Leuten

klarer rüber kommt. Bereits habe ich sehr

gute Erfahrungen mit dem «letzten» Buchstaben

gemacht. Das Gelernte war sofort

umsetzbar. Es war klar der beste Kurs, den

ich im 2008 besucht habe! Keller Helen

Habe mich bemüht, im Gespräch Mund

offen zu lassen und nicht zu verschliessen.

Zudem habe ich auf meinen damit verbundenen

Redefluss geachtet. Meine Sprache

gewann klar an Deutlichkeit. In der Zwischenzeit

konnte ich beobachten, dass bei

gereizter Stimmung das Zwerchfell senken

wichtiger Träger! Wir schätzen Ihr Interesse

an unserem Angebot. Dieses ist für uns

eine grosse Genugtuung und Motivation

für alle künftigen Arbeiten im Weiterbildungsbereich.

Grafik:

Anzahl

Weiterbildungstage

2008:

Total: 1436

526

Mitglieder

910

Nichtmitglieder

Dozent Jo Marty

sehr beruhigend wirkt. Finde, dass durch

gezieltes Training viel verbessert werden

kann. Abschliessende Worte zum Kurs:

Super, sehr super! Peter Theresia

Ich achte bewusst auf die Aussprache

der Endungen. Atemtechnik abspannen

muss ich noch mehr üben. Ich mache mir

immer wieder Gedanken zur Pyramide

der Kritik und welche Kriterien veränderbar

sind. Den Aufbau einer Rede mit

gekonntem Anfang und Schluss finde ich

hilfreich. Seit dem Kurs setze ich meine

Stimme bewusster ein. Locher Rosmarie

Wir wünschen den zukünftigen Med.

Masseuren/innen einen guten Start ins Berufsleben

und grosse Genugtuung bei ihrer

Tätigkeit.

Ein herzliches Dankeschön gilt zudem

den Fachschulen, welche uns die Möglichkeit

geben, unsere Verbandstätigkeiten

vorzustellen und die Schüler/Innen über

aktuelle Berufsthemen zu informieren. l

Grafik: Anzahl WB-Tage zwischen 2002-2008

Ein herzliches Dankeschön, dass Sie

unsere Kurse besuchen und diese durch

Ihre Präsenz bereichern. l

Ich beobachtete bewusst wie meine

Söhne sprechen und empfahl ihnen den

Korken für eine deutliche Aussprache und

dem Tipp «Schlussworte zu betonen». Ich

selbst spüre mehr Sicherheit, betone mehr,

höre Gesprächen besser zu, versuche das

Gelernte im Gespräch mit dem Chef umzusetzen

– trotz Lampenfieber. Vom Kurs

und der menschlichen Qualität habe ich

sehr viel profitiert. Für diesen Kurs ist kein

Weg zu lang und kein Geld zu teuer.

Strukar Bozena

Seither arbeite ich aktiv mit Sprachübungen

(Kork, Homo-mugu-un). Der

Tipp Blickkontakt ist eins zu eins umsetzbar.

Der Kurs war eine sensationelle

Erfahrung und birgt Tiefgründigkeit. Die

Kombination des Stoffes mit dem Wissen

des Dozenten bildet eine Ganzheit.

Gutzwiller Astrid

Ich habe sehr viel profitiert und viele

Sachen erlernt, die in keinem Buch stehen.

Die Theorie – Praxis waren ausgeglichen.

Die Atemtechnik mit dem abspannen des

Zwerchfelles finde ich genial. Zudem habe

ich den Blickkontakt geübt. Der Dozent


Herzliche

Gratulation…

hk. …an Frau Ammann Ingrid, Kälin Sarah,

Klein Jessica und Näpflin Renate, welche

am 27. November 2008 den vdms-Kurs

Beckenbodentraining – Stabilität aus der

Mitte, mit Bravour abgeschlossen haben.

Die Kursleiterin war Frau Judith

Krucker-Manser. Sie bildet seit Jahren

Beckenboden-Kursleiterinnen nach dem

Bebo-Konzept mit Erfolg aus. Auch an sie

ein «herzliches Dankeschön» für Ihre wertvolle

Arbeit.

Die Beckenboden-Kursleiterinnen Ausbildung

umfasst insgesamt fünf Kurstage.

Mit dem Abschluss der Diplomausbildung

sind die Kursteilnehmenden befähigt, Beckenbodenkurse

nach dem BeBo-Konzept

zu leiten. Die Absolventen/Innen können

mit entsprechenden Zusatznachweisen in

der Schweiz die Krankenkassenanerkennung

(Qualitop) beantragen. l

Der nächste Kurs ist auf 2010 geplant.

lockte Stärken und Schwächen aus den

«Reserven» und motivierte mit individuellen

Übungen, welche mehr Mut, Sicherheit

und Vertrauen geben. Jede Minute in diesem

Kurs war wertvoll. Pius Mareischen

Der Kurs hat mir sehr gut gefallen.

Viele Sätze haben sich eingeprägt. Speziell

erwähnenswert finde ich: «Mich zur

Seite stellen als Reaktion auf Angriffe lassen

mich mental weniger aggressiv werden».

Wichtig für mich war: Sich trauen

etwas zu sagen heisst, dem Zuhörer etwas

schenken, z.B. die verschiedenen Resonanzen

der Stimme. Mit eigener Sprache

und Stimme erreiche ich andere Menschen.

Grossenbacher Corinne

Besten Dank an den Dozenten Jo Marty

für den bereichernden Kurs! l

NÄCHSTER KURS

Kurs «Souverän referieren»:

Mo - Di, 28. – 29. September 2009

Dozent: Jo Marty

Eine Fortsetzungsveranstaltung ist für 2010

geplant.

Unsere neuen Dozenten:

Wilhelm Birgitt,

Bachelor of

Physiotherapy,

Master of Musculosceletal

Studies

Kurs: Dysfunktionen

des zervikothorakalenÜbergangs

Henggi Rolf,

Heilpraktiker NVS

Kurs: Farb-Akupunktur

bei Narbenstörfeldern

Krenn Daniel,

dipl. Mentaltrainer

ILP, Eidg. Dipl.

Sozialversicherungsfachmann

Kurs: Mit Mentaltraining

zum

persönlichen

Erfolg

Frank Richard,

Kinesiologie-

Instruktor und

Heilpraktiker

Kurs: Touch for

Health (TfH)

– Kinesiologie

Grundkurs

Von Weissenfluh

Marianne,

dipl. Farbtherapeutin,Psychologin

Kurs: Farben beeinflussen

unser

Leben...

Wiese-Weber Michaela,

Dipl. Soz. Arb. und

Klaus G. Weber, Dr. med.,

sind Leiter des Deutschen Instituts

für Ortho-Bionomy

Kurs: Behandlung des Schultergürtels

mit weichen Techniken der

Ortho-Bionomy

Brunner Christina

dipl. Naturheilpraktikerin

TCM,

Erwachsenenbildnerin

SVEB1

Kurse: Augentraining

/ Baunscheidtieren

kombiniert mit

Gua Sha

Herzog Elena,

dipl. Qigong-

Lehrerin SGQT

Kurs: Qigong

Einführungskurs

Nicoletti Angelo,

Med. Masseur FA

Kurse: Stickmassage

mit dem

Deuserstäbchen

/ Trainingslehre,

Sportphysiologie

Rossocha Anke,

Physiotherapeutin,

Dipl. Pract.

Ortho-Bionomy,

Ausbilderin für

DWP

Kurs: Dynamische

Wirbelsäulentherapie

nach Popp

(DWP)

Bartz Dorothee,

Physiotherapeutin

Kurse: Viszerale

Osteopathie

– Oberbauch

(VOOB) / Viszerale

Osteopathie

– Unterbauch

(VOUB)

März 2009 Reflexe

NEUE DOZENTEN VERBAND

37


vdms INTERN VERBAND

38

■ Einladung zur Generalversammlung am Samstag, 28. März 2009

Antrag auf Senkung des Mitgliederbeitrages

Aufgrund des stabilen Geschäftsganges

stellt der Vorstand des vdms nach nur

zwei Jahren erneut den Antrag an die Mitgliederversammlung,

den Jahresbeitrag

ab 2010 zu senken. Wir erwarten eine

spannende Mitgliederversammlung.

Sind Sie noch nicht Mitglied? Möchten

Sie uns kennen lernen? Sie sind herzlich

eingeladen der Generalversammlung als

Gast beizuwohnen. Wir haben wiederum

einen spannenden Fachvortrag organisiert.

In diesem Jahr wird uns Herr Peter Fuchs,

Homöopath, Heilpraktiker und Physiker

mit einem Referat bereichern:

«Natürliche Heilmethoden heute

und morgen»

Der Erwartungshaltung der Patienten

und den Anforderungen der Zeit gerecht

zu werden, bedeutet für die alternativ tätigen

Therapeuten und Heilpraktiker eine

ständig neue Herausforderung. Dieser sind

sie nur gewachsen, wenn sie die Noxen

der heutigen Zeit erkennen, in die Therapie

einfliessen lassen und wenn sie alte,

bewährte Heilmethoden frei von jeglichen

Dogmen in die heutige Zeit übertragen

und offen für ganz neue Lösungen und

Therapieansätze sind.

Dabei noch allen gesetzlichen Bestimmungen

zu genügen, die Anforderungen der

Krankenkassen zu erfüllen und sich seinen

Lebensunterhalt zu verdienen, ist manchmal

fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Der Vorstand freut sich auf eine interessante

Generalversammlung, spannende

Begegnungen und angeregte Diskussionen

am Samstag, 28. März 2009, vdms, Schachenallee

29 in Aarau.

Am 8. Januar lud die Schweiz. Vereinigung

für Qualitäts- und Management-Systeme

SQS zu obiger Fachveranstaltung ein.

Die rund 100 Anwesenden bekamen in

den verschiedenen Referaten viele Einzelheiten

über die Faszination Qualität und

Zertifizierung von Herr Felix Müller, SQS,

präsentiert. Herr Dr. Charles Giroud, Di-

Reflexe März 2009

Programm

ab 10.00 Uhr Begrüssungskaffee für Mitglieder

und Gäste

ab 10.45 Uhr Referat Herr Peter Fuchs, Homöopath,

Heilpraktiker und Physiker

(Gäste sind herzlich willkommen)

ab 12.00 Uhr Apéro und anschliessende

Verabschiedung der Gäste

ab 12.45 Uhr Generalversammlung für Mitglieder

und die, die es werden wollen

Im Anschluss an die GV trifft man sich zu

einem lockeren Small Talk bei Kaffee

und Kuchen.

Ihre Anmeldung erreicht uns per

E-Mail unter info@vdms.ch oder per

Fax 062 823 06 22.

Wir freuen uns auf Sie!

Bereits 2007 machten sich die ersten Anzeichen

bemerkbar, dass sich die Finanzlage

unseres Verbandes langsam stabilisiert.

Nach der Aufgabe der Fachschule

für medizinische Massage im Jahr 2006

mussten wir verschiedene Optimierungen

vornehmen, um die über Jahre entstandenen

finanziellen Verluste aufzufangen.

Die nun vorliegende Jahresrechnung

2008 schliesst mit einem positiven Ergebnis

ab. Das nochmals stark ausgebaute

Weiterbildungsprogramm für Medizinische

Masseure hat im vergangenen Jahr

weit über tausend Berufsleute überzeugt,

im vdms-Weiterbildungszentrum eine

berufliche Fortbildung zu absolvieren.

Gleichzeitig fällt auch der Mitgliederzuwachs

auf. Dank den gesteigerten Ein-

Fachveranstaltung «Wie fit ist Ihre NPO?»

rektor BVM brachte detaillierte Bespiele

zu Erfolgsmessungen in Non Profit Organisationen

(NPO).

All diese Hinweise sind für uns von

grosser Wichtigkeit, und wir werden viele

Überlegungen und Tipps in unser Qualitätsdenken

und Handeln einfliessen lassen.

Spannend waren zudem die Noten

■ V O R S C H A U

Reflexe Juni 2009

BEITRÄGE GESUCHT

Schwerpunktthema

«Kinder & Jugendliche»

Berichten Sie uns über Ihre Erfahrungen,

Erlebnisse oder Therapieerfolge bei

Kindern & Jugendlichen. Bedeutet diese

Alterskategorie eine spezielle Herausforderung

in Ihrem Praxisalltag

oder haben Sie Erlebnisse über

die Sie die Leser teilhaben

möchten?

Auf Ihre Rückmeldung

freuen wir uns unter:

kind@vdms.ch

Die Redaktion dankt

im Voraus für Ihre

Beiträge.

Lichtblick am Finanzhimmel des vdms

nahmen konnte der Berufsverband allen

finanziellen Verpflichtungen problemlos

nachkommen. Die Hypothekarbelastung

bei der Bank wurde weiter reduziert und

die ordentliche Abschreibung des Stockwerkeigentums

konnte wieder vorgenommen

werden. Die im Jahr 2006 von treuen

Verbandsmitgliedern zur Verfügung gestellten

Darlehen sind anfangs 2009 vollumfänglich

zurückerstattet worden.

Der Vorstand freut sich, dass Dank dieser

deutlich verbesserten Finanzlage der

Generalversammlung vom 28. März 2009

eine weitere Senkung der Mitgliederbeiträge

per 1.1.2010 vorgeschlagen werden

kann. Somit dürfen alle Mitglieder vom

Lichtblick am Finanzhimmel profitieren.

Marcel Siegrist, Kassier l

und Maschen-Kanten-Ausführungen von

Dr. Hans Lichtsteiner, Direktor VMI, über

Netzwerke.

Bei einem abschliessenden Apéro wurde

mit anderen Schulen, Organisationen

rege über verschiedene Qualitätsarbeiten

und Entwicklungen diskutiert. Wir danken

der SQS für die Organisation der interessanten

Fachveranstaltung, welche ganz

im Zeichen der Qualität und Netzwerke

stand. l


Fort- & Weiterbildungen vdms ’09

■ 13. - 14. März

Triggerpunkt-Therapie (TP), Teil 1

(Grundkurs)

■ 20. - 22. März

Integrative Craniosacral Therapie

(Grundkurs)

■ 23. März

Biomechanik und Behandlung ISG

■ 27. März

Emotional Freedom Techniques (EFT)

■ 4. April

Progressive muskuläre Entspannung

nach Jacobsen

■ 4. - 5. April

Brügger-Therapieausbildungslehrgang

(Kursteil 6)

■ 18. April

Integrale Atem-und Bewegungsschulung

nach Klara Wolf (Einführung)

■ 19. - 21. April

Viszerale Osteopathie (VOOB)

■ 22. April

Farb-Akupunktur bei Narbenstörfeldern

■ 23. April

Moderne Wundbehandlung

■ 24. - 25. April

Triggerpunkt-Therapie (TP), Teil 2

■ 26.- 27. April

Wirbelsäulentherapie nach Dorn

und Breuss-Massage (Grundkurs)

■ 28. - 29. April

Behandlung des Schultergürtels mit

Ortho-Bionomy-Methode

■ 1. - 2. Mai

Dynamische Wirbelsäulentherapie

nach Popp

■ 4.- 5. Mai

Touch for Health (TfH) – Kinesiologie

(Grundkurs)

■ 8. - 9. Mai

Schädelakupunktur nach Yamamoto

■ 11. - 12. Mai

Raus aus dem Stimmungstief

mit Schüsslersalzen und mehr

■ 16. Mai

Mit Mentaltraining zum persönlichen

Erfolg

März 2009 Reflexe

■ 16. - 17. Mai

Ayurvedische Ganzkörpermassage

■ 5. - 6. Juni

«Den Dreh raus...»

und den «Turn

around» geschafft

■ 6. Juni

Röntgenbilder (Aufbaukurs)

■ 12. - 13. Juni

Triggerpunkt-Therapie (TP), Teil 3

■ 14. - 15. Juni

Wirbelsäulentherapie nach Dorn

und Breuss-Massage, Grundkurs

■ 19. - 21. Juni

Myofascial Release (Grundkurs)

■ 24. - 25. Juni

Spiraldynamik - Einführungskurs

«im Körper – bewusst – sein»

■ 26. Juni

Baunscheidtieren kombiniert

mit Gua Sha

■ 29. - 30. Juni

Physio-Tape (Grundkurs)

Links

Weitere Kurse unter

www.vdms.ch

Wissenswertes rund um das Licht

ist zu finden unter:

www.sbv-fsa.ch

www.rheopherese-zentrum.de

www.physioblind.ch

www.cet.org

www.isad.org.uk

WICHTIGE INFOS

Anmeldeschluss für sämtliche Kurse:

4 Wochen vor Kursbeginn. Die Anmeldungen

werden nach Anmeldeeingang berücksichtigt.

Die Detailbeschreibung ist für Sie in der

Weiterbildungsbroschüre 2009 und in der

vdms Website www.vdms.ch ersichtlich.

Kongresse & Co.

■ 28. März 2009

Generalversammlung des vdms

Details Seite 38!

■ 7. – 9. Mai 2009

REHAB International, 15. Internationale

Fachmesse für Rehabilitation,

Pflege, Prävention und Integration,

Karlsruhe

■ 24. – 28. August 2009

Pilates Grundkurs mit Zertifikat, Kursleitung:

Karolina Schmid.

Weitere Infos: www.physioblind.ch

Ich wünsche: Kostenlose Probenummer Reflexe Jahres-Abo Reflexe (Fr. 50.–)

Fort- und Weiterbildungsbroschüre 2009; Anzahl Expl. ____

Ich bin: Med. Masseur FA Physiotherapeut

Andere, nämlich _________________________________________________

Mitglied von _____________________________________________________

Ich wünsche die Insertionsbedingungen

Reflexe

Zeitschrift für physikalische Therapie

Jede Ausgabe widmet sich einem Schwerpunktthema.

Das Augenmerk liegt dabei auf

Themen, die für Medizinische Masseure, Physiotherapeuten,

Ärzte und im Gesundheitswesen

tätige Personen relevant und von Interesse sind.

l Fachartikel renommierter Autoren

l Berichte aus der Praxis

l Porträts verschiedener Therapiemethoden

und Institutionen

l berufspolitische Informationen

l Ihre Fragen und unsere Antworten zu den

Themen physikalische Therapie, Versicherungen

usw. JETZT BESTELLEN!

Ich bin an einer Mitgliedschaft interessiert. Bitte senden Sie mir Ihre Unterlagen:

Firma: _____________________________ Name, Vorname: _______________________________

Strasse: ____________________________ PLZ, Ort: ______________________________________

Telefon: ____________________________ Fax: ___________________________________________

E-Mail: ____________________________________________________________________________

Ort, Datum: __________________________________ Unterschrift: __________________________

Einsenden an: vdms, Schachenallee 29, 5000 Aarau; Faxen an: 062 823 06 22

AGENDA 2009 VERBAND

39


TALON


Keller-Kurse | für Berufsmasseure

Grundausbildungen | Mobilisation | Fussreflexzonen Massage | Sportmassage |

Express Sportmassage | Schröpfen | Organische Krankheitsbilder | Vegetative Dystonien |

Rheuma-Treatement mit Schröpfkopfmassage | Diverse Therapie Methoden | Rhytmische

Entspannungsmassage Impuls (Einführung/Refresh) | Tiefe Bindegewebsarbeit |

Funktionsmassage

Kursorte | Burgdorf und Dübendorf

Information | Anmeldung

Simon Keller AG | Lyssachstrasse 83 | 3400 Burgdorf | T 034 420 08 04 | F 034 420 08 01 | kurse@simonkeller.ch | www.simonkeller.ch

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine