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Herbst 2014weltweitDas Magazin der Jesuitenmission


EditorialLiebe Freundinnen und Freundeunserer Missionare und Partner weltweit!Seit mehreren Monaten haben wir keine Nachrichten von Pater Alexis PremKumar. Der 47-jährige indische Jesuit wurde am 2. Juni in Afghanistan entführt.Eigentlich wollte sein Mitbruder Stan Fernandes, Regionaldirektor desFlüchtlingsdienstes der Jesuiten (JRS) in Südasien, uns genau in dieser Wochein Nürnberg besuchen. Wegen der Entführung von Prem sagte er die Reise abund alle JRS-Projekte in Afghanistan wurden vorübergehend geschlossen. DieEntführung von Prem ist ein Schock für alle: für die afghanischen Mitarbeiterbeim JRS, für Freunde und Familienangehörige in Indien, für seine Mitbrüderüberall auf der Welt.Prems Entführung ist auch ein harter Schlag für die kleine Schule in Sohadatnahe der afghanischen Stadt Herat. Mädchen lernen hier genauso wie Jungenund die Schule wird von einer afghanischen Direktorin geleitet. Es könnte sein,dass die Förderung von Mädchen und Frauen einigen Gruppierungen in Afghanistanein Dorn im Auge war. Prem, der die JRS-Projekte in Afghanistanleitet, wurde bei einem Besuch der Schule von einer Gruppe bewaffneter Männerentführt. Seit 2008 begleitet der Flüchtlingsdienst der Jesuiten zurückgekehrteFlüchtlinge in Afghanistan. Vor allem Schulbildung sowie technischeund universitäre Ausbildung gehören zu den Schwerpunkten der Projekte inBamiyan, Kabul und Herat.Während die Schule in Sohadat bis zur Freilassung von Prem geschlossenbleibt, haben die anderen JRS-Projekte in Afghanistan ihre Arbeit mittlerweilewieder aufgenommen. Es ist ein Gefühl tiefster Hilflosigkeit und größter Sorge,nicht zu wissen, wo Prem ist und wie es ihm geht. Der Einsatz in Krisengebietenkann gefährlich sein. Und trotz des Vertrauens, dass nicht alles allein inmenschlicher Hand liegt, bleibt die Angst um diejenigen, die dort arbeiten. Dasbegleitende Gebet aus der Ferne, um das ich Sie für Prem und alle Mitbrüder inKrisengebieten bitte, ist nicht nur ein ermutigendes Zeichen, sondern schenktKraft. Das höre ich immer wieder und darauf vertrauen wir.Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung,IhrKlaus Väthröder SJMissionsprokurator2 weltweit


Hilfe für Ostafrika InhaltDer Geist der Liebe ➜ 4Die Arbeit der Gefängnisseelsorge in ThailandZum ersten Mal im Gefängnis ➜ 8Kathrin Prinzing berichtet von ihren EindrückenUnsere Spendenbitte ➜ 11Helfen Sie den Häftlingen und ihren Familien!Was tut ein Missionar? ➜ 12Eine Antwort aus der Türkei von Stefan Hengst SJTitel Laos:Motsom kennt ihre Mutter, dieinhaftiert ist, nur über Briefe.Rücktitel Kongo:Flüchtlinge lernen noch in hohemAlter Lesen und Schreiben.Vorfreude auf Mweso ➜ 16Felix Polten SJ wird kongolesische Flüchtlinge begleitenKind einer neuen Zeit ➜ 18Eine Meditation von Joe Übelmesser SJWeite Wege und kalte Winter ➜ 20Stephan Lipke SJ fühlt sich in Russland zu HauseVon Rumänien nach Taizé ➜ 23Zwei Freiwillige organisieren eine erstaunliche PilgerfahrtWie sehen wir Afrika? ➜ 26Hinweise von Achille Bundangandu SJ und Rodrigue Naortangar SJDie Würde des Leidenden ➜ 30Gedanken und Erfahrungen von Peter Balleis SJweltweit notiert ➜ 32Aus der Jesuitenmission: Nachrichten und Termineweltweit 3


KongoKhao Bin Gefängnisin Thailand: Singenmit dem Team derGefängnisseelsorge.Der Geist der LiebeNopparut Ruankool ist ein junger thailändischer Jesuit, der im Team der Gefängnisseelsorgein Bangkok mitarbeitet und uns einen Einblick in die Welthinter Gittern gibt.Ngen Indawong aus Laos wolltedas Beste für ihr Baby. DerVater ihres Kindes, ein Soldat,hatte Ngen schon vor der Geburt vonMotsom verlassen. Und so suchte sienach einem Weg, um für sich und ihreTochter ein Auskommen zu verdienen.Eine Reise nach Thailand klang verheißungsvoll.Sie ließ die kleine Motsom inder Obhut ihrer Eltern und nahm dasAngebot an. Ein schwerer Fehler, wiesich herausstellen sollte. Ngen wurdein Thailand sofort verhaftet und wegenDrogenbesitzes zu 50 Jahren Gefängnisverurteilt. Das war 2008 und Motsomwar gerade erst ein Jahr alt.Verdiente StrafeEs gibt nicht viele Untersuchungen,wie Leute über Häftlinge denken.Wenn wir jedoch das Thema beiläufiganschneiden, sagen uns die meistenThailänder, dass die Gefangenen ihreStrafe verdienen. Das mag kein Problemsein, wenn wir über Gerechtigkeitreden. Aber diese Haltung wirftSchwierigkeiten auf, wenn sie unsdaran hindert, für Inhaftierte zu sorgenund ihnen eine zweite Chance zugeben. Ohne dass wir es merken, zerstörenunsere Vorurteile die Hoffnungder Gefangenen, ihr Leben zu ändernund bessere Menschen zu werden.4 weltweit


ThailandRecht auf ReueDurch unsere Arbeit in der Gefängnisseelsorgewollen wir klarmachen,dass jeder Häftling seine menschlicheWürde behält. Die Verurteilten mögenin der Vergangenheit Fehler gemachthaben, aber jeder und jede einzelnehat das Recht, zu bereuen undeine neue Chance auf Rückkehr indie Gesellschaft zu bekommen. Wirwollen zeigen, dass sie es wert sind,von anderen respektiert und geliebt zuwerden. Dieser Gedanke war der Samen,den der französische Jesuit OlivierMorin gesät hat, als er vor überzwanzig Jahren mit der Gefangenenseelsorgein Bangkok begonnen hat.Einsitzen in der FremdeIm Jahr 1991 bat die französischeBotschaft Pater Olivier, einen afrikanischenGefangenen zu besuchen, derwegen Drogenschmuggels angeklagtworden war. Die Strafe für Drogendelikteist in Thailand sehr hoch.Der Besuch von Pater Olivier beeindruckteviele Inhaftierte und sie batendarum, dass er sie ebenfalls besuchendürfe. Das brachte Pater Olivier aufdie Idee, einen Besuchsdienst für ausländischeHäftlinge zu starten, die inthailändischen Gefängnissen fernabihrer Heimat einsitzen und nur in denseltensten Fällen Besuch von Familienangehörigenbekommen.Glücklich über jeden BesuchDie Gefangenenseelsorge trägt dazu bei,dass Insassen neuen Mut fassen. Dabeihelfen die verschiedenen Aktivitäten wiedas Teilen eigener Erfahrungen, das Erzählenvon Geschichten, das gemeinsameSpielen und Singen, der Besuch derKranken und das Mitbringen von Kleinigkeiten,die im Gefängnis nur schwererhältlich sind. Ein ehemaliger Häftlingschrieb über seine Begegnung mit PaterOlivier: „Er brachte uns immer Kekse,Shampoo, Seife und Zahnpasta mit.Seine sanfte Stimme, sein Gesicht, seineAugen und seine Berührungen sagtensehr viel über seine Liebe und sein Mitgefühlfür uns. Die Gefangenen warenzweifellos über jeden Besuch glücklich.Oft war das einzige Wort, das gesprochenwurde: Danke! Aber es war, alswürden sein Lächeln und seine freudigleuchtenden Augen offenbaren, was eruns aus tiefstem Herzen sagen wollte.“Übergabe an KepIm Jahr 2009 übergab Pater Olivierdie Leitung der Gefangenenseelsorgean Vilaiwan Phokthavi, die von allenKep genannt wird. Sie war zuvorzwanzig Jahre beim Flüchtlingsdienstder Jesuiten (JRS) und ist dem OrdenFrauengefängnis in derProvinz Ratchaburi:Ein gemeinsames Spielbringt alle zum Lachen.weltweit 5


ThailandSangs Eltern wusstenzwölf Jahre lang nicht,ob ihr Sohn noch lebt.Pater Olivier (unten)fährt schwer bepacktins Gefängnis.sehr verbunden. Zwei ihrer Brüdersind Jesuiten. Mit ihrer Erfahrung insozialer Arbeit und Administrationsowie ihrer ignatianischen Spiritualitätführt sie die Gefängnisseelsorgeim Geist von Pater Olivier weiter undpasst sie aktuellen Herausforderungenan. Neben Kep sind wir sechs hauptamtlicheMitarbeiter, alle mit sehrunterschiedlichen Hintergründen undAusbildungen, aber mit einem gemeinsamenZiel: den Gefangenen zuhelfen und für sie da zu sein.Krank im GefängnisMomentan besuchen wir Inhaftiertein elf Gefängnissen, fünf in Bangkokund sechs in anderen Provinzen. Esgibt mehr als 1000 ausländische Insassenaus mehr als 40 Ländern. ImGefängnis zu leben, ist schon schwieriggenug. Aber wirklich furchtbarwird die Situation für Häftlinge, diekrank werden und niemanden haben,der sich um sie sorgt. Einmal besuchteKep gemeinsam mit Pater Oliviereinen Patienten, der einen entsetzlichangeschwollenen Bauch hatte. Sie versuchtewegzuschauen, aber Pater Olivierergriff ihre Hand und die Handdes kranken Gefangenen. So standensie eine Weile ganz still. Der Mannbegann zu weinen und gleichzeitig zulächeln. Dieser Moment gab Kep denMut, den Gefangenen ohne Angst zubegegnen.Familienbesuche in LaosIn den vergangenen Jahren habenwir auch die Vernetzungsarbeit mitRechtsanwälten und Organisationenwie Amnesty International gestärktund einen Austausch mit der von Jesuitengetragenen Gefängnisseelsorgein anderen Ländern aufgebaut. Einweiteres, wichtiges Arbeitsfeld ist derKontakt zu den Familien. Es gibtnichts, was Gefangene glücklichermacht, als Neuigkeiten von ihren Familienzu hören. Da viele aus armenFamilien und entlegenen Orten inLaos und Nepal stammen, ist es nichteinfach, in Verbindung zu bleiben.So haben wir begonnen, mit einigenTeammitgliedern nach Laos und Nepalzu reisen, um Briefe, Fotos undNachrichten zu überbringen. Die Jesuitenvor Ort unterstützen uns dabeisehr. Auf unserer letzten Tour habenwir 22 Familien in Laos besucht.Zwölf Jahre ohne LebenszeichenAuf der Suche nach Sangs Familie, der2002 wegen Drogendelikten zu lebenslangerHaft verurteilt wurde, wiesenuns Passanten in Viengkam denWeg zu einem kleinen Marktstand.Dort fanden wir die Eltern. Als wirihnen seinen Brief und ein Foto vonihm gaben, waren sie überglücklich,obwohl ihre tiefe Traurigkeit niemalsganz verschwand. Sie erzählten uns,6 weltweit


Thailanddass Sang als Jugendlicher schwierigund wild war, immer mit Freundenunterwegs und oft nicht nach Hausekam. Als er aber ganz verschwandund jahrelang nicht mehr auftauchte,machten sie sich große Sorgen. Siegingen zu Wahrsagern, um etwas überdas Schicksal ihres Sohnes zu erfahren.Einige sagten, er sei schon tot, anderesagten, er würde noch leben. Die Ungewissheitbrach ihnen das Herz. Mitunserem Besuch erhielten sie zum erstenMal in all den Jahren ein Lebenszeichenvon ihrem Sohn.„Wir lieben und vermissen sie!“Hong Fueng sitzt ebenfalls in lebenslangerHaft. Auch ihre Familie hatteseit über zehn Jahren nichts mehr vonihr gehört. Ihr Ehemann hat vor zweiJahren wieder geheiratet, da er dachte,Hong sei schon lange tot. Einer ihrerdrei Söhne ist mittlerweile gestorben.Der zweite Sohn ist buddhistischerMönch geworden. Der dritte musstesein Studium aufgeben und arbeitetnun auf dem Markt an der Grenzezwischen Laos und Thailand. HongsEhemann gab uns einen Brief für siemit und sagte uns zum Abschied: „Bitteerzählt ihr nicht, dass einer unsererSöhne gestorben ist und dass ich neugeheiratet habe. Sagt ihr, dass es allengut geht und dass wir sie lieben undvermissen!“Motsom ohne MutterSehr nahe ging uns die Begegnungmit Motsom, der kleinen Tochter vonNgen Indawong, die zu 50 Jahren verurteiltwurde und Motsom als Babyin Laos zurückgelassen hat. Es ist sotraurig, dass Ngen keine Möglichkeithat, zu erleben, wie ihr Baby zu einemhübschen und wissbegierigen Mädchenherangewachsen ist. Motsom istjetzt sieben Jahre alt und lernt eifrig inder Schule. Mit den Jesuiten in Laoshaben wir vereinbart, dass sie sich umdie Familie und die Schulbildung vonMotsom kümmern werden. Das ist füruns und vor allem auch für ihre MutterNgen eine große Erleichterung. Ngenist im Gefängnis gelandet, weil sieetwas Illegales getan hat. Sie hat sichdarauf eingelassen, weil sie das Bestefür ihre Tochter wollte. Die Trennungvon Motsom ist für beide eine Strafe.„Du bist größer als deine Fehler“In unserer Arbeit begegnen wir allenInhaftierten im Geist der Liebe. Wirglauben, dass diese Liebe das Lebenund die Überzeugungen der Gefangenenmehr ändern wird als strikte Strafen.Pater Olivier sagte immer: „Dubist größer als deine Fehler.“ DieserGlaube an die menschliche Größe undan die Kraft der Liebe ist das Fundamentunserer Arbeit.Nopparut Ruankool SJMotsom, deren Mutterim Gefängnis ist, zeigtstolz ihr Schulheft.Die Familien in Laosfreuen sich über denBesuch von Kep (unten)und ihrem Team.weltweit 7


ThailandZum ersten Malim GefängnisKathrin Prinzing, die in der Jesuitenmission für die Spenderbetreuung zuständigist, hat das Team der Gefängnisseelsorge in Bangkok begleitet undberichtet von ihren Eindrücken.Bist du aufgeregt?“, fragt michBee am ersten Morgen inBangkok auf dem Weg zumAuto. Bee heißt eigentlich NopparutRuankool. Der junge Jesuit gehörtzum Team der Gefängnisseelsorge.Ja, ich bin aufgeregt. Nicht nur, dassich noch nie zuvor in einem Gefängniswar, vor allem war ich noch inkeinem thailändischen Gefängnis. ImAuto warten schon Kep, die Leiterinder Gefängnisseelsorge, und Sam, einweiterer Mitarbeiter. Wir sind auf demWeg in das Gefängnis Pattumtani.Ungewissheit in überfüllten ZellenKep gibt mir im Auto eine Einführungdarüber, was es bedeutet, Gefängnisinsassein Thailand zu sein. Für diemeisten heißt das ein Leben in Ungewissheit,überfüllte Zellen und mangelhafteVersorgung. In Pattumtaniteilen sich 20 bis 40 Mann eine Zellevon 9 x 4 Metern. Niemand mussHunger leiden, aber der Speiseplan istsehr einseitig mit Reis und Gemüseoder Curry. Um etwas anderes zu bekommen,müssen Angehörige extrabezahlen. Auch an Hygieneartikeln8 weltweit


Thailandfehlt es oft. In unserem Kofferraumbefinden sich deshalb große Plastiktütenvoller Seife, Shampoo, Zahnpasta,Zahnbürsten, Keksen und Fertignudelpackungen.Kep erzählt, dass vieleGefangene aus dem Ausland keinWort Thailändisch sprechen und wederdie Anklage noch die Verurteilungverstehen. Sam erinnert sich an einenBauern aus Laos, der wegen Drogenhandelszu Lebenslänglich verurteiltworden war. Er versuchte dem Mannzu erklären, weshalb er im Gefängnissei, doch die Reaktion war fassungslosesUnverständnis. Er habe doch nuretwas verkauft und weder gestohlennoch jemandem Gewalt angetan. Weshalbalso sollte er seine Frau und seineKinder nicht mehr wiedersehen undstattdessen in diesem fremden Land ineiner Zelle sein Leben verbringen?Viel Wissen über DeutschlandUnd dann sind wir da. Das Gefängnisist ein großes graues Gebäude. Im Besuchsraumkönnen wir mit insgesamt14 Gefangenen sprechen – getrenntdurch eine Glasscheibe und über Telefon.Mein Gegenüber ist ein Mannmittleren Alters aus Myanmar, seinName ist Asok Wie Yee. Verurteiltwurde er wegen Drogenbesitzes undDrogenhandels. Ob er wusste, dass ereine Straftat begeht, als er von den Polizistenaufgegriffen wurde? Ich trauemich nicht, es zu fragen. Asok WieYee ist sehr aufgeschlossen und schnellentwickelt sich ein Gespräch. Es gehtum Deutschland, das Klima dort, Politikund Wirtschaft. Fragen über dieBerliner Mauer und ihren Fall. ÜberHitler und was die Deutschen heuteüber die NS-Zeit denken. Ich binüberrascht über so viel Wissen undüberlege im Stillen, wie viel wohl derdurchschnittliche Deutsche über dieGeschichte Myanmars weiß. Nach 30Minuten ist Wechsel.Begegnung mit GottWin Fu Lee aus China ist mein nächsterGesprächspartner. Wir finden irgendwiekeinen Draht zueinander undhaben auch sprachliche Schwierigkeiten,so dass sehr schnell Thiem Janya,ebenfalls aus Myanmar, übernimmt.Er erzählt von seiner Wandlung, vonseiner Begegnung mit Gott im Gefängnis,von der neuen Kraft, die erhier gefunden hat. Die erste Zeit nachseiner Verurteilung sei er sehr verzweifeltgewesen, erfahre ich. Das Teamder Gefängnisseelsorge habe ihm geholfen,wieder Lebenswillen zu finden.Momentan studiert er. Er hofft, dasssein Name bald auf der Liste für dieGeneralbegnadigung durch den Königstehen wird. Eigentlich dachte ich, ichwürde den Gefangenen Ermutigungschenken, aber auf einmal ist es genauanders herum. Thiem Janya zeigt mir,dass auch in ausweglosen Situationenimmer Hoffnung steckt, und ichhabe das Gefühl, gestärkt aus unsererBegegnung herauszugehen. Beim Verlassendes Gebäudes sehe ich, dass vordem Eingang ein kleiner Spielplatz istfür die Kinder der Gefangenen. Außerdemgibt es einen Laden für dieFamilienangehörigen, da in vielen Gefängnissenkeine Geschenke von außenmitgebracht werden dürfen.Musik, Gesang, FreudeWie wichtig unsere Besuche sind, spüreich besonders beim Besuch im Frauengefängnisin Bangkok am Nachmittag.Die Atmosphäre ist herzlich, auchweltweit 9


ThailandKep stellt den Frauen imGefängnis die Besucherinaus Deutschland vor.von Seiten des Gefängnispersonals.150 Frauen warten auf uns. Alle tragenblaue Uniformen und sitzen amBoden im Schneidersitz. Einmal imMonat kommt das Team von Kephierher und bereitet den Frauen einenNachmittag voller Musik, Gesang undFreude. Am Ende verteilen wir diemitgebrachten Toilettenartikel, Kekseund Nudeln an die Frauen. Dochmehr wert als alle Gegenstände ist unserBesuch. Das ist deutlich zu spüren.Schatten hinter PlexiglasAm nächsten Tag besuchen wir einweiteres Frauengefängnis. Ich werdeDoris Williams und Fatuomata Lisseaus Ghana kennenlernen. Nach überzwei Stunden Wartezeit geht es aufeinmal ganz schnell. Ich muss durcheine Schleuse gehen und komme dannin eine kleine Kabine. Wieder sprecheich per Telefon, doch diesmal ist dieVerbindung furchtbar schlecht. Ichverstehe die Frauen kaum. Doris undFatuomata sind gleichzeitig hinterder Scheibe. Zumindest sehe ich verschwommenzwei menschliche Schatten,mehr ist durch das milchige undzerkratzte Plexiglas nicht zu erkennen.Ich stelle mir vor, es wäre meine Mutterhinter dieser Scheibe und dieses Telefonat,das mehr Knacken als Wortlautist, mein einziger Kontakt zu ihrfür 30 Jahre. Doris Williams hat nichteinmal diesen Kontakt zu ihren Kindern.Von Bee erfahre ich, dass DorisWilliams Familie lange nicht wusste,wo sie war und ob sie überhaupt nochlebte. Kep hat den Kontakt zur Familieaufgebaut, so dass nun zumindestein gelegentlicher Briefaustausch möglichist.Absage per HandyAuf dem Weg zum Männergefängnisklingelt Keps Handy. Unser Besuchwird kurzfristig abgesagt. Kep ist sichtlichgeknickt. Die Gefangenen müssennun bis zum nächsten Monat auf denBesuch und die Briefe warten, diewir für sie dabei haben. „Daran kannich mich nicht gewöhnen“, sagt Bee.„Gespräche durch Plexiglasscheiben,Durchsuchungen an der Schleuse,langes Warten, all das ist schon Alltag,aber dass willkürlich unsere Besucheabgesagt werden und die Gefangenenso im Ungewissen bleiben, stimmtmich jedes Mal traurig.“ Ein paarTage später sitze ich im Flugzeug nachFrankfurt. Über den Wolken muss dieFreiheit wohl grenzenlos sein – für diemeisten, die ich in den vergangenenTagen hinter Gittern kennengelernthabe, wird das für immer eine Sehnsuchtbleiben.Kathrin Prinzing10 weltweit


SpendenbitteUnsere Bitte für Häftlinge und ihre FamilienLiebe Leserin, lieber Leser!Seit vielen Jahren unterstützen wir die Gefängnisseelsorge in Bangkok. Jetzt bitteich um Ihre Mithilfe, damit wir die Familienbesuche in Laos und Nepal ausbauenund die Schulbildung und Versorgung von Kindern wie Motsom fördernkönnen. Das kostet pro Kind und Monat etwa 25 Euro. Auch für die Gefängnisbesuchebitten wir um Unterstützung. Für die Begleitung kranker Häftlingebraucht das Team von Kep rund 200 Euro im Monat.Kranke und Gefangene zu besuchen zählt in der Bibel zu den Werken der Nächstenliebe.„Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihrmir getan“, sagt Jesus. Das Team der Gefängnisseelsorge leistet diesen Dienstaus Überzeugung und Liebe. Und diese Liebe berührt und verändert Menschen– nicht nur die Gefangenen, sondern auch Familienangehörige wie die kleineMotsom und ihre Großeltern in Laos, die Sie auf dem Foto gemeinsam mit Kepund den Teammitgliedern Sam, Bee und Thom sehen.Für Ihre Hilfe danke ich Ihnen von Herzen!Klaus Väthröder SJ,MissionsprokuratorJesuitenmissionSpendenkonto5 115 582Liga BankBLZ 750 903 00Stichwort:X31143Gefängnisseelsorgeweltweit 11


Was tut einMissionar?Lebensmittelhilfe fürsyrische Flüchtlinge:Ein Junge passt aufzwei Säcke Mehl auf.Früher war es üblich, als Jesuit in ein anderes Land zu gehen und dort als Missionarzu wirken. Auch heute gibt es noch junge Jesuiten aus Deutschland, diesich für einen Dienst im Ausland entscheiden. Pater Stefan Hengst (42), derin der Türkei syrischen Flüchtlingen hilft, ist einer von ihnen.Je länger ich als Jesuit im Auslandbin, umso klarer wird mir, dass ichnicht als Missionar arbeite, sondernMissionar bin. Ein Missionar zusein, ist das Leben und das verbindetmich sicherlich mit einer langen Reihevon Missionaren, die vor mir ausgezogensind.Großartig und befremdlichNach zwei Jahren in Uganda habe ichTheologie in Nairobi studiert undhatte dort das Glück, die frühe Missionsgeschichtevon Chishawasha imheutigen Simbabwe ins Englische zuübersetzen; eine großartige Geschichtemit Brüchen, mit großartigen Jesuiten,die aber auch für heutige Lesersehr unverständliche Ansichtenhatten. Sie beschreiben, wie sie einegroße Farm aufbauten, die sie dannim Bürgerkrieg verlassen mussten. Siekonnten mit Sicherheit davon ausgehen,dass sie geplündert und verwüstetwürde. Aber das einzige, was sie mitnahmen,war eine Herz-Jesu-Fahne.Zum Missionar sein gehört es, fest aufGott zu vertrauen und wie Hiob ausseiner Hand das Gute wie das Schlechtegeduldig anzunehmen.Eine Sendung annehmenIch bin im Juli 2013 nach Antakyanahe der türkisch-syrischen Grenzegekommen, um als Landesdirektor dieArbeit des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten(JRS) in der Türkei zu leiten.Unsere Arbeit befand sich im Aufblühenund brauchte ein wenig mehr anStrukturen. Man fand, dass ich dafür12 weltweit


Türkeigeeignet sein könnte und schicktemich in diese Mission. Dieser Aspektist sehr wichtig für mich. Der Missionarist gesandt in eine Aufgabe und aneinen Ort. Der Sendende hat das Vertrauen,dass es gut gehen wird und derGesandte nimmt die Herausforderungmutig an.Sechs Tote im TeamSo wurde ich Missionar in der Türkei,will aber diesen Begriff vermeiden, daMission in der Türkei nicht erlaubtist. Ich bin also überzeugter Christ imManagement des JRS. Das funktioniert,denn manche stellen tatsächlicheinen anderen Stil bei mir fest. Einermeiner Freunde brachte es gegenübereinem Kollegen auf den Punkt: „Vergissnicht, dass er Priester ist.“ Wirhaben eine tolle Arbeit gemacht, dievielen Menschen zugutekam. Wirsind zu einer wirklich funktionierendenEinheit zusammengewachsen, dieauch schwere Stunden durchhält. Ineinem einzigen Jahr sind sechs unsererMitarbeiter gestorben und jeder hatnoch weitere Freunde und Verwandtezu beklagen, die im Krieg umgekommensind. Hier war es der Missionar,der selbst erst einmal getröstet werdenmusste. Aber dann konnte er durchseine Fragen helfen, den Tod vonFreunden nicht nur mit Abwehrmechanismenzu verdrängen.Im vollen Lauf gestopptAber jetzt ist Schluss, wie bei den Mitbrüdernin Chishawasha. Die größerePolitik und Sicherheitsbedenkensowie eine ganz konkrete Bedrohungzwingen uns, unsere Arbeit in Antakyaeinzustellen. Im vollen Lauf gestoppt.Nach dem Aufbau kommt das Abwickeln.Alles in 13 Monaten. Das tutweh. Der Missionar kann weiterziehen,aber was wird aus den Menschen,die er zurücklässt? Wir haben Glückgehabt für die Menschen, denen wirhelfen und für unsere Mitarbeiter,weil andere Organisationen da weitermachen werden, wo wir aufhörenmüssen.Willi will helfenUnd mitten in diese Enttäuschunghinein kommt der Besuch von Williund seinem Bruder Manuel. Der ausder Kindersendung „Willi wills wissen“bekannte Reporter, Moderatorund Welterforscher hat eine Hilfsaktionfür syrische Flüchtlingskindergestartet (williwillhelfen.de). Sie bringenneue Energie und ein Teil unsererArbeit kann weitergehen. Und dannkommt auf einmal eine Spende vomanderen Ende der Welt, von der australischenMissionsprokur. Wir freuenuns unglaublich, denn dadurchkönnen wir etwas Neues in Ankarabeginnen. Wir werden uns verstärktDie Säcke werden perLastwagen transportiertund an bedürftigeFamilien verteilt.weltweit 13


TürkeiWilli Weitzel und seinBruder Manuel bringenmit ihrem BesuchHilfsgüter, Spenden undneue Energie ins Kinderhausin Antakya.um die Schulbildung von Flüchtlingskindernin der türkischen Hauptstadtkümmern. Wie es dazu kommt?Durch unsere Freunde beim JRS inBerlin. Sie haben uns auf eine Demonstrationvon syrischen Flüchtlingen inAnkara hingewiesen. Wir sind da hin,haben mit den Menschen gesprochenund vor allem haben wir zugehört.Schulprojekt in AnkaraEine der drängendsten Sorgen der syrischenFlüchtlinge ist die Bildung ihrerKinder, die schon viel zu lange aufkeiner Schule mehr waren. Wir habendie Familien besucht und wissen nun,wie viele Kinder da sind und welchenschulischen Hintergrund sie haben.Auch ausgebildete Lehrer haben wirschon gefunden. Mit dem Curriculumsind wir ebenfalls schon sehrweit, obwohl das nicht ganz einfachist. Nimmt man ein Schulbuch auseinem bestimmten arabischen Land,so stimmt man automatisch der jeweiligenPropaganda zu. Wir werden einenMittelweg finden und die syrischeExilregierung bitten, unsere Zeugnissezu bestätigen.Vertrauen und VernetzungWir vertrauen, dass Gott uns denrichtigen Weg weist. An einer Stellemüssen wir aufhören und an eineranderen ergibt sich etwas Neues. DasNeue wird aus dem Glauben geboren,dass es das ist, wozu uns Gottruft und daher steht nicht das Geldam Anfang, sondern die Unterscheidung.Wo ist die größere Not, wiekönnen wir darauf reagieren, wie wirddie Gemeinschaft der Flüchtlinge miteingebunden? Wir sind nicht blauäugig,aber wir investieren erst einmal.Zum Glück wissen wir auch, wo wirmit einer guten Idee hingehen und14 weltweit


Türkeium Unterstützung bitten können. DerMissionar zu allen Zeiten war und istgut vernetzt. Waren es früher Briefeund Jahresberichte, so sind es heuteEmails und soziale Netzwerke. Aberauch der persönliche Kontakt von Angesichtzu Angesicht und die guten altenSpendenreisen in die Heimat sindnicht überholt. Hier sehe ich eine ganzwichtige Funktion des Missionars. Sosehr er auch in der Fremde ein greifbaresAbbild Jesu ist, so wichtig ist dochdas Erzählen daheim. Vielleicht erzielter seine größten Missionserfolge inder Heimat. Ich durfte meinen deutschenMitbrüdern über unsere Arbeitin Antakya berichten. Es hat bei vieleneinen Nerv getroffen.Gebet und GemeinschaftUnd woher nimmt der Missionar dieKraft? Denn vieles ist sehr mühseligund die Sternstunden sind nichtüberreich gesät. Für mich ist es dasVertrauen in Gott, das Gebet, die heiligeMesse, das Gesandtsein und dieGemeinschaft. Gott hat mich durchmeine Oberen gesandt und ich tuedas Meine, damit es gelingt. Aber esmuss nicht klappen um jeden Preis.Ich bin Teil einer Gemeinschaft, diejemand anderen schicken kann, wennes mit mir nicht funktioniert oderwenn ich erschöpft bin oder wenn esmir nicht mehr gut geht. Ich kreisenicht um den persönlichen Erfolg,sondern um die Sache, um derentwillenich gesandt bin. Messe und Gebetgeben die Ausrichtung. Was machtnun ein Priester, der allein in der Türkeiwohnt? Er feiert allein die täglicheMesse. Mir war das eingebläut wordenvon zwei Freunden und ich bin ihnendafür dankbar. In der Messe finde ichjeden Tag, was ich brauche; sei es dasSchauen auf das Opfer Jesu; unsereErlösung; der Umgang Jesu mit denMenschen; die Geschichte Gottes mitseinem Volk. Inzwischen erkenne ichauch die Psalmisten als enge Freunde,die aus der Fülle der Erfahrungmit Gott und der Welt gebetet haben.Wenn der Missionar allein lebt wieich, dann muss das nicht schlecht sein,weil er das Beten lernt. Damit er abernicht komisch wird, kehrt er regelmäßigzurück zu seinen Mitbrüdern.Die Mischung macht‘s und auch dasAushalten, wenn das Pendel einmal zueiner Seite ausschlägt.Eröffnung im HerbstDiesen Herbst werden wir unsereSchule für arabisch sprechende Kinderin Ankara eröffnen. Das Gebäudeist mit einer Monatsmiete von 3.000Euro leider sehr teuer. Aber es entsprichtgenau unseren Bedürfnissen,weil die Kinder zu Fuß zur Schulekommen können. Unser Ziel ist es,Menschen für Menschen zu bilden.Dass das keine einfache Aufgabe ist,kann man an einer kleinen Geschichtesehen. Andrea, der Leiterin unseresSozialzentrums in Antakya, fielen zweiMädchen auf. Wie aus heiterem Himmelfingen sie an, sich zu schlagen.Ihre Erklärung dafür war so einfachwie schockierend. Beide Mädchenhatten zu Hause gelernt, dass sie alsErste zuschlagen müssen, sobald siedas Gefühl haben, dass die andereanfangen könnte. Wir gehen hier mitden Jungen und Mädchen wirklich einenlangen Weg. Aber wir haben aucheinen langen Atem.Stefan Hengst SJPater Stefan Hengstfreut sich über jedeUnterstützung für dieArbeit in der Türkei.Spendencode:X42580 P. Hengst SJweltweit 15


Vorfreude auf MwesoIn Mweso in derkongolesischen ProvinzNord-Kivu hilft derJRS Flüchtlingen, dieoft schon mehrmalsvertrieben wurden.Frater Felix Polten (31) bereitet sich auf einen Einsatz in Mweso im Nordostendes Kongo vor. Er wird beim Flüchtlingsdienst der Jesuiten mitarbeitenund eine Ausbildung in humanitärer Hilfe absolvieren.Seit den Tagen der ersten Gefährtenum Ignatius von Loyola undder Ordensgründung 1540 inRom sind die Jesuiten ein weltweiterOrden. Und seit ihren Ursprüngensetzen sie sich für Glaube und Gerechtigkeitein. Beides, die internationaleAusrichtung sowie die Verbindungvon Glaube und Gerechtigkeit, erlebteich noch vor meinem Ordenseintrittwährend eines Auslandsjahres in Caracas,der Hauptstadt Venezuelas.Erfahrungen in VenezuelaDort lebte ich im Studienjahr 2005/06und war untergebracht in einem Projektder venezolanischen Jesuiten. DasProjekt ermöglichte es jungen Venezolanern,an der jesuitischen UniversidadCatolica Andres Bello zu studieren.Die Studenten lebten in kleinenWohngemeinschaften in den Elendsviertelnder Stadt und neben dem Studiumwidmeten sie sich pastoraler undsozialer Arbeit in der Nachbarschaft.Eine Erfahrung, die mich nachhaltigbeeindruckte und die nicht unerheblichwar für den Entschluss, Jesuit zuwerden und im Orden die Richtungdes sozialen Apostolates einzuschlagen.Der Weg zu den FlüchtlingenNach dem Eintritt ins Noviziat 2010,den Gelübden 2012 und der Mitarbeitam Canisius-Kolleg in Berlinführt mich diese Richtung nun zumJesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS). Gegründetwurde er 1980 vom dama-16 weltweit


Kongoligen Generaloberen Pedro Arrupeangesichts der Not vietnamesischerBootsflüchtlinge. Seither leben undarbeiten die Mitarbeiter des JRS, Jesuitenwie Nichtjesuiten, für und mitden Flüchtlingen weltweit. Zur Zeitvon Pedro Arrupe waren das etwa 16Millionen Menschen. Heute liegt dieZahl bei über 50 Millionen. Über 50Millionen Männer, Frauen und Kinderauf der Flucht. Über 50 Millionenindividuelle Schicksale.Gott ruft uns durch sieDer Nordosten der DemokratischenRepublik Kongo ist seit Jahrzehntenvon Flucht und Vertreibung betroffen.Eine Million Menschen sind dortFlüchtlinge im eigenen Land. Die beidenKivu-Provinzen an der Grenze zuUganda, Ruanda und Burundi sindOrte des Ringens um Land, Bodenschätzeund Einfluss zwischen den benachbartenStaaten, einer Vielzahl anMilizen- und Rebellengruppen, internationalenGroßkonzernen und weltweitenInteressen. Die Leidtragendensind die Menschen, die dort leben.Für sie gilt, was Pedro Arrupe über dievietnamesischen Boatpeople sagte: Sieverdienen es schlicht und ergreifend,dass wir zu ihnen gehen und Gott ruftuns durch sie.Dankbarkeit und VorfreudeFür die nächsten drei Jahre werde ichmit dem JRS dort in einem Ausbildungsprogramm,das ein Studium imBereich Entwicklungszusammenarbeiteinschließt, leben und arbeiten. DieseSendung löst, wenn ich davon erzähle,die Frage nach dem Warum aus. Dieeinzige Antwort, die ich geben kann,ist Jesus Christus. Ignatius lädt uns ein,Gott in allem zu suchen und zu finden.Im Besonderen geschieht diese Gottesbegegnungim Nächsten und nochmalsin tieferer Art und Weise im Nächsten,der arm ist. „Was ihr einem meiner geringstenBrüder getan habt, das habtihr mir getan“, lädt uns Jesus ein, ihmzu begegnen. Dieser Einladung folgendverstehe ich Mission als Handlungender Nächstenliebe, frei von jeglichemBekehrungszwang und unabhängigvom Gegenüber. Mission ist Verkündigungdes Evangeliums durch das eigeneLeben. Mich auf das Kommendevorzubereiten in dem Vertrauen, dassmich Jesus ruft, löst tiefe Dankbarkeitin mir aus. Und Vorfreude. Das lässtbei allem Realismus ob der Situationim Nordosten des Kongo keinen Raumfür Angst oder Bedenken. Und so wünscheich mir das, was mir eine Schülerinder sechsten Jahrgangsstufe mit auf denWeg gab: „Ich wünsche Ihnen, dass SieJesus in Ihrem Herzen behalten.“ Dasin Verbindung mit dem Wunsch, ihnerfahrbar zu machen.Felix Polten SJFrater Felix Polten wirdfür drei Jahre in Mwesomitarbeiten und humanitäreHilfe studieren.Spendencode:X36419 Felix Polten SJweltweit 17


Kind einer neuen ZeitNach all den vielen Bildernvon Armut und Armseligkeit,uns lange schon vertraut,aus Ländern, wo noch viele Menschennicht lesen und nicht schreiben können:Woher auf einmal dieses neue Bild?Buchstaben,von der Tafel an der Wand genommenund auf eine Tastatur gelegt:das ganze Alphabet und Einmaleins.Worte und Gedankenzaubert sie auf einen Bildschirm,so sicher, selbstbewusst und ernst.Und alles Wissen unserer Zeitgelangt in allerletzte Dörferund geht hinaus in alle Welt.Du glücklicheBeherrscherin der Tasten;Kind einer neuen Zeit!Joe Übelmesser SJ18 weltweit


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Weite Wege und kalte WinterPater Stephan Lipke (38) arbeitet als Lehrer und Seelsorger im sibirischen Tomskund fühlt sich in Russland mittlerweile mehr zu Hause als in Deutschland.Pater Stephan Lipkemachen die kaltenWinter in Tomsk mitmonatelang verschneiterKirche und Schule(oben) nichts mehr aus.Bereits im Noviziat habe ich mirvorstellen können, auf Dauerins Ausland zu gehen. Gedachthabe ich damals vor allem anSimbabwe, denn die Erzählungen vonMitbrüdern von dort haben mich fasziniert.Ich war also davon überzeugt,dass ich wahrscheinlich in einer heißenWeltgegend landen würde.Not am MannDann jedoch kam es anders. ImHerbst 2008 wurden zwei Mitbrüderin Moskau ermordet. Daraufhin habeich meine Bereitschaft erklärt, nachRussland zu gehen, wenn dort „Notam Mann“ herrscht. Die Oberen imOrden haben meine Bereitschaftserklärungmit Wohlwollen aufgenommen,mich jedoch gebeten, zunächstnoch meine seelsorgliche Arbeit inMünchen weiterzuführen, dabei aberdie russische Sprache zu lernen undauch zu verschiedenen Praktika in dierussische Region zu reisen.Was bedeutet Inkulturation?Im Herbst 2011 bin ich nach Nowosibirskgegangen, um als Spiritual imVorseminar der russischen Bistümerzu arbeiten. Außerdem habe ich inunserem Kulturzentrum „Inigo“ mitgearbeitet.In dieser Zeit ist mir klargeworden, wie komplex das ThemaInkulturation ist. Die einheimischenKatholiken sind ganz froh, dass sieihren eigenen Stil haben und sichvon den Orthodoxen unterscheiden.Viele Russen lieben westlichen Stil inArchitektur, Malerei und Musik. Esist also gar nicht so klar, wie nun Inkulturationaussehen sollte, zumal dierussische Kultur ja nicht statisch ist,sondern seit 350 Jahren ununterbrochenauf der Suche nach ihrem Platzin der Welt.20 weltweit


RusslandRiesige EntfernungenDie Entfernungen in Russland sindriesig. Natürlich kann man vieles auchhier über Skype machen, wenn denndas Internet funktioniert. Dennoch istmanchmal der unmittelbare Kontaktnötig, und das kann durchaus zehn biszwanzig Stunden mit dem Zug oderBus bedeuten. Das ist zwar einerseitsmühsam. Andererseits aber sind dieLeute sehr herzlich, sie erzählen vielvon sich, von ihrer Einstellung zumLeben und zur Religion. Insgesamt istRussland ein sehr säkularisiertes Landmit ganz geringen religiösen Kenntnissen,und die Leute neigen stark dazu,sich ihre Religion aus allen möglichenFrömmigkeitsformen zusammenzumischen;auch viel Aberglaube undEsoterik ist dabei.Kälte im WinterDie größten Herausforderungen nebenden Entfernungen sind die keineswegsleichte Sprache und im Winterdie Kälte. Bei minus 40 Grad ist esschwer, den Alltag aufrecht zu erhalten;und trotzdem: es geht und das öffentlicheLeben ist darauf eingestellt.Der Bustransport etwa kommt erst beideutlich unter 40 Grad Frost zum Erliegen.Und es macht übrigens durchausFreude, sich bei minus 25 Gradein Eis zu kaufen und damit durch dieStadt zu schlendern.Umzug nach TomskIm Sommer 2012 bin ich von Nowosibirsknach Tomsk, etwa 250 Kilometernordöstlich, versetzt worden.Tomsk ist eine typische Universitätsstadtmit etwa 600.000 Einwohnern.Hier war es in den letzten zwei Jahrenmeine Hauptaufgabe, ein Aufbaustudiumin russischer Literatur zu absolvierenund den Boden zu bereitenfür die Arbeit, die wir ab dem neuenSchuljahr 2014/15 übernommen haben.In Tomsk gibt es seit 1993 wiedereine kleine katholische Schule. DiePfarrei hatte sie nach der Auflösungder Sowjetunion und der Gewährungder Religionsfreiheit neu eröffnet.Ursprünglich war die Pfarrschule inTomsk 1815 von Jesuiten gegründetwurden, aber sie mussten 1820 diePfarrei verlassen und 1917 wurde dieSchule im Zuge der Russischen Revolutionganz geschlossen. Auf Bittender Pfarrei und des Bistums tragen wirOrthodoxe Basilius-Kathedrale in Moskau:Was bedeutet inRussland Inkulturationfür die Katholiken?weltweit 21


Hilfe für OstafrikaZwei Schülerinnen inTomsk. Pater Lipkefreut sich über jedeUnterstützung fürdie Schule in Tomsk.Spendencode:X83040 P. Lipke SJnun die Verantwortung für diese Schuleund sollen sie weiterentwickeln. Dasist ein Pilotprojekt, denn es ist das einzigekatholische Gymnasium in ganzRussland, das alle Klassenstufen bis zurHochschulreife umfasst. Die Mehrzahlder Schüler ist orthodox getauft, manchesind Muslime oder konfessionslos,Katholiken stellen knapp 20 Prozentder insgesamt 110 Schülerinnen undSchüler.Schüler im MittelpunktDie Schule hat vor kurzem die Akkreditierungdurch den Staat erhalten,sie bekommt also einen kleinenstaatlichen Zuschuss und darf Abschlusszeugnisseausstellen. Das ist einwichtiger Schritt. Dennoch bleibt vielzu tun. Es ist unverzichtbar, die Schuleattraktiver zu machen, vor allem durchguten Fremdsprachenunterricht unddurch Kontakte zum Ausland. Nochwichtiger ist, dass wir uns um einenganzheitlichen Ansatz bemühen. Daviele Kinder tagsüber sich selbst überlassensind, streben wir an, die Nachmittagsbetreuungauszubauen; es sollHausaufgabenhilfe geben, aber ebensoSport, Musik und Theater. Auch hates sich als nötig erwiesen, wenigstensstundenweise einen Schulpsychologenzu beschäftigen. So haben zu Neujahr2014 gleich zwei Väter von Schülernden Tod durch übermäßigen Alkoholkonsumgefunden. Erschreckend istin der Tat, wie viel Alkohol, Gewaltund Gleichgültigkeit zum Leben vielerMenschen dazugehören. In diesemKontext, scheint mir, ist unsere Schulenotwendig, weil in ihr der einzelneSchüler mehr als nur eine Nummerist. Wenn es Konflikte gibt, wird daranwirklich gearbeitet. Wenn jemand zuHause nicht lernen kann, weil es dieLebensumstände nicht zulassen, wirdeine Lösung gesucht. Alles das ist inRussland die absolute Ausnahme.Bescheidenes BudgetDas Jahresbudget der Schule ist mitdeutlich unter 300.000 Euro recht bescheiden.Trotzdem sind wir auf Unterstützungangewiesen, da die Schulgebührenund staatlichen Zuschüssenicht die Kosten decken. Daher freutes mich immer wieder, wie viele Spendergerade auch aus Deutschland bereitsind, die Schule zu unterstützenoder auch einen Schüler zu „adoptieren“.Das kann zwar nur anonym geschehen,weil wir kein Recht haben,Schülerdaten weiterzugeben, aber esist für uns immer eine große Hilfe.Zu Hause in RusslandInsgesamt bin ich gerne in Russlandund habe fast jeden Tag Freude anmeiner Aufgabe und dem Leben hier.So gerne ich Deutschland besuche, sosehr bin ich doch in Russland zu Hauseund in Deutschland zu Besuch.Stephan Lipke SJ22 weltweit


Von Rumänien nach TaizéElisabeth Langner (27) und Peter Fendel (29) waren als Jesuit Volunteers inRumänien und sind am Ende ihres Freiwilligenjahres mit Jugendlichen nachTaizé gefahren. Ein Bericht über eine erstaunliche Pilgerfahrt.Im Rahmen unseres Freiwilligendienstesin einem Frauenhaus undeinem Hospiz haben wir auch einigeJugendliche aus dem Kinderheim derCaritas in Timisoara kennengelernt. SeitAnfang des Jahres haben wir mit ihnenkleine Taizégebete organisiert. Im Zugedessen kam die Idee auf, im Sommer gemeinsamnach Taizé zu fahren. Im Februar2014 starteten wir einen Spendenaufrufund es kamen insgesamt mehr als8.000 Euro zusammen. Unglaublich!Der Verlauf der Spendenaktion warfür uns ein ermutigendes Zeichen derSolidarität und am 11. Juli konntenwir mit einer bunten Gruppe von über30 Personen von Rumänien nach Taizéaufbrechen.Eine bunte TruppeUnter den Teilnehmern waren fünfJugendliche aus dem Kinderheim inTimisoara, sechs Mädchen aus einemKinderheim in der rumänischen ProvinzMoldau, einige Jugendliche undJunggebliebene aus unserem Umfeldin Timisoara, eine Frau aus dem Frauenhausder Caritas, ein junger Mann imRollstuhl mit seinem Begleiter, sowie einBruder und eine Schwester der Salvatorianer.Es fällt schwer, die Fülle dieserWoche in wenige Worte zu fassen. Aufganz unterschiedlichen Ebenen habenunsere Jugendlichen prägende Erfahrungengesammelt, die bereichernd undbeglückend, aber auch schwierig undherausfordernd waren.Die Atmosphäre undSpiritualität in Taizéziehen Tausende vonJugendlichen aus ganzEuropa an.weltweit 23


Jesuit VolunteersGesprächsrunde beieiner Tasse Tee mitBruder Kilian.Zum ersten Mal im AuslandEinige unserer Jugendlichen hattennoch nie zuvor Rumänien verlassen.In Taizé sind sie auf 2.000 Jugendlicheaus 70 Nationen getroffen, habenderen Sprachen gehört, Unterschiedewahrgenommen, sich mit Händenund Füßen verständigt. Für uns beidewar es eine besondere Erfahrung,als „Rumänen“ in Taizé zu sein unddiesen Ort einmal vom Rande Europasher zu erleben. Wir haben dabeiam eigenen Leib erfahren, warum esso wichtig ist, dass in der Kirche vonTaizé die Texte in möglichst vielenSprachen gelesen werden. Es bedeutetunendlich viel, wenn plötzlich die eigeneSprache durch den Lautsprecherhallt! Da klingt Zugehörigkeit undWillkommensein mit, ein Gefühl vonechter Gemeinschaft.Welten prallen aufeinanderDen geschützten Rahmen ihres Kinderheimesverlassen „unsere“ Jugendlichensonst eher selten. In dieser Wochehatten sie die Chance, Teil einer echtenPilgergruppe zu sein. Und tatsächlichwurde aus unserem „bunten Haufen“langsam eine kleine Gemeinschaft!Diese Gruppenerfahrung war ein wesentlicherBestandteil des ganzen Projekts.In Taizé ging es natürlich außerdemdarum, mit anderen Jugendlichenin Kontakt zu treten. Das war nichtimmer leicht. Kein Wunder, denn natürlichprallen da Welten aufeinander:hier die – überspitzt gesagt – behütetenDeutschen oder Schweden, die nachder Woche in Taizé vielleicht zu ihremAuslandsjahr in Neuseeland aufbrechen,denen die Welt offen steht, dievor Lebensfreude und Optimismus nurso strotzen und sicherlich weniger existenzielleSorgen mit sich herumtragen.Auf der anderen Seite „unsere Schützlinge“mit ihren schwierigen Familienhintergründenund mageren Zukunftsaussichten,ihren wackeligen Gemüternund ihrem schlichten Bedürfnis nachAufmerksamkeit, Anerkennung undZuwendung.Herausforderung für alleDie Begegnungen waren untermStrich aber trotzdem bereichernd undschön. Eine Herausforderung war dasnicht nur für unsere Jugendlichen,sondern auch für die „Mehrheitskultur“in Taizé: Wie weit reichen Toleranzund Integrationsbereitschaftdenen gegenüber, die sich vielleichtnicht in die gängigen Schemata vonZugehörigkeit, Anerkennung undCoolness einfügen können? Das Themavon Taizé „Auf dem Pilgerweg derSolidarität“ bekam vor diesem Hintergrundfür uns eine ganz neue, sehrkonkrete Bedeutung.24 weltweit


Jesuit VolunteersWohlfühlen in der KircheBeeindruckt haben uns nicht zuletzt diereligiösen Erfahrungen. Dass Glaube etwasBefreiendes ist oder dass man sichin einer Kirche wohlfühlen darf, dassman auch anders als nur in klassischenFormen beten kann, dass Glaube etwasist, zu dem jeder und jede etwas zu sagenhat, all das war für unsere Jugendlichenziemlich neu und unerwartet, zumTeil auch irritierend. Umso mehr habenwir uns gefreut, dass für die meisten dieGebete in der Kirche der Ort waren, andem sie sich am wohlsten gefühlt haben!Pilgerweg des VertrauensAll diese Grenzüberschreitungen wareneine echte „Zu-MUTung“ und teilweisehaben wir uns gefragt, ob das Ganzeeine gute Idee war. Wäre es nicht bessergewesen, die Jugendlichen in ihrer Weltzu belassen, in der sie sich sicher fühlen?Eine Welt, in der sie sich eingerichtetund ihren Platz haben? In Taizé ist häufigdie Rede von einem „Pilgerweg desVertrauens“, auf dem wir gemeinsamunterwegs sind. Bisher wussten wir nieso richtig, was damit eigentlich gemeintist. Spätestens mit dieser Reise habenwir es erfahren. Auf ganz verschiedenenEbenen war es eine Erfahrung, die ohneVertrauen nicht möglich gewesen wäre:das Vertrauen auf die Führung Gottes,das Vertrauen in unsere Jugendlichen,das Vertrauen innerhalb der Gruppe,das Vertrauen auf die heilsame und integrativeKraft des Ortes Taizé. Einesder Hauptprobleme Rumäniens ist einMangel an Vertrauen, der die ganze Gesellschaftdurchzieht. Wenn wir in dieserRichtung ein Zeichen setzen und einepositive Erfahrung stiften konnten, hatsich das Projekt gelohnt!Danke für die SolidaritätDie Fahrt wurde zum großen Teil überSpendengelder aus Deutschland finanziert.Die Jugendlichen haben durchden Verkauf von selbst hergestellten Basteleienin den Monaten vor der Fahrt soviel Geld zusammenbekommen, dass sieihren Teilnehmerbeitrag in Taizé selberbezahlen konnten. Aber ohne die überwältigendeSolidarität in Deutschlandwäre diese Fahrt nicht möglich gewesenund wir möchten allen Spenderinnenund Spendern im Namen der ganzenGruppe noch ganz herzlich danken!Elisabeth Langner / Peter FendelFreude, Begeisterung,aber auch Herausforderungen:ElisabethLangner (links) mitrumänischen Jugendlichenin Taizé.weltweit 25


Hilfe für OstafrikaWelche Afrikabilder zeigen wir in unserem Magazin? Pater Rodrigue Naortangar hat einige Beispieleherausgesucht. Dürre und Hunger 2009 in Simbabwe: Ambuya Sende liegt vor Hunger entkräftet aufdem Boden ihrer Hütte, ihr Enkel sitzt hilflos daneben. „Über dieses Foto waren wir empört“, meintPater Naortangar. Ein Bild aus dem Elendsviertel Kibera illustrierte einen Artikel über „Gewalt inKenia“: „Das ist eine Verallgemeinerung, Kibera kann nicht mit Kenia gleichgesetzt werden.“Wie sehen wir Afrika?Vor einigen Monaten trafen sich in der Jesuitenmission junge internationale Jesuiten, die zurzeitin Deutschland oder Österreich studieren. Bei der Vorstellung unserer Arbeit entwickelte sich einelebhafte Diskussion über das Afrikabild, das westliche Hilfswerke vermitteln. Achille BundanganduSJ und Rodrigue Naortangar SJ geben Hinweise aus afrikanischer Sicht.Afrikaner im Westen brauchennicht lange, um es festzustellen:Das Afrikabild imWesten ist das eines Katastrophenkontinents.Vor allem dieMedien verbreiten schrecklicheStereotype: Der Alltagder Afrikaner scheint nur vonBürgerkriegen, Korruption,Menschenrechtsverletzungen,Vergewaltigungen, Hungersnöten,Wassermangel, Krankheitenwie HIV/Aids und Malaria,Analphabetismus, Kriminalitätund Armut bestimmt zu sein.Geschätzt wird der Kontinentbestenfalls für die Lebensfreudeseiner Menschen und für seineparadiesische Natur. Dies wiederumist ein allzu idealisiertesund exotisches Afrikabild. Bilderund Filmaufnahmen sindnicht neutral, sondern verratensehr viel über die bewusste oderunbewusste Wahrnehmung ihresAutors.Gute Nachrichten fehlenVon den positiven politischen,wirtschaftlichen und sozialenErrungenschaften, die es in Afrikagibt, von hoffnungsvollenZeichen, etwa die Zivilcourageund das Sozialengagement vielerentschlossener Jugendlicher,kommt kaum etwas in der medialenÖffentlichkeit des Westensvor. Das Thema Afrika wird alsein schlimmer Sonderfall behandelt,dem dann Aufmerksamkeitgeschenkt wird, wenn esschlechte Nachrichten gibt.Klischees für mehr MitleidNicht selten sind auch internationaleHilfsorganisationenin diesem klischeehaften Afrikabildgefangen. Bewusst oderunbewusst machen sie Gebrauchvom Katastrophenbilddes afrikanischen Kontinents,26 weltweit


Hilfe für OstafrikaHier zwei Fotos, von denen Pater Naortangar findet, dass sie Afrika in einem positiven Licht zeigen.„Das Foto eines Kindes, das Versteck spielt, erzeugt zwar kein großes Mitleid, aber trotzdem Mitgefühlund irgendwie Mitverantwortung.“ Daneben simbabwische Schülerinnen am Computer, die mitGleichaltrigen aus Deutschland chatten: „Das Bild fördert Beziehungen auf Augenhöhe, trotz desärmeren Zustandes dieser Schülerinnen im Vergleich zu ihren deutschen Freunden.“um Spenden für ihre Projektezu sammeln. Dabei wird Mitleiderzeugt, um an die Großzügigkeitder Menschen zuappellieren. Hilfswerk-Plakate,auf denen abgemagerte unddreckige – gelegentlich lächelnde– schwarze oder ausländischaussehende Kinder bzw. bedürftigeMenschen in einem widerlichenArmutszustand gezeigtwerden, sind keine Seltenheitin westeuropäischen Städten.Vergleicht man diese Hilfswerk-Plakatemit denen, die fürheimische Spendenaktionen inafrikanischen Ländern verwendetwerden, so stellt man denUnterschied fest: Ungern stelltman die eigenen Landsleute ineinem schlechten Licht dar. DieGrenzen zwischen Klischeesund dem ernsthaften Willen zuhelfen sind allerdings fließend:eine objektive Darstellung derNotlage, die es tatsächlich zulindern gilt, kommt häufig mitdem Gebrauch von stereotypenKlischees zustande.Afrika als eine PrioritätNun ist es allen bewusst, dasses sich gehört, dieses letztendlichbeleidigende Afrikabild zubekämpfen. Es gibt kaum einesäkulare oder religiöse Einrichtung,die sich nicht für einekorrekte und realitätsgerechteDarstellung der ärmeren Länderund Kontinente aussprechenwürde. Dies nahm sichbeispielsweise der Jesuitenordenin seinen beiden letzten Generalversammlungenausdrücklichals Aufgabe vor und erklärteAfrika zu einer der Prioritätendes Ordens. So kritisierte die34. Generalversammlung imJahr 1995 die exzessive medialeDominanz und Selbstbezogenheitder westlichen Länderund forderte die gesamteGesellschaft Jesu auf, „alles ihrMögliche zu tun, um internationaleEinstellungen und VerhaltensweisenAfrika gegenüberzu verändern“ (34. GK, Dekret3, Nr. 12). Die 35. Generalversammlungim Jahr 2008 fügtehinzu: „Im Wissen um die kulturellen,gesellschaftlichen undwirtschaftlichen Unterschiedezwischen den verschiedenenLändern von Afrika und Madagaskar,aber im Bewusstseinum die großen Möglichkeiten,weltweit 27


Hilfe für OstafrikaEin Foto, das im Rahmen einer Exposure-Reise in Sambia entstand: „Der Fotograf scheint mehr Wertauf den Schmutz zu legen als auf das Kind. Was bei den Leuten sicher ankommt: Kinder in Afrikamüssen im Dreck spielen.“ Und ein Foto, mit dem ein Bericht über einen Freiwilligeneinsatz in Nairobiendete: „Die Absicht war vielleicht, die hässliche Seite Kenias zu zeigen, um Mitleid zu erzeugen. Dererste Eindruck, der solch ein Foto auf die Leser macht: Kenia ist dreckig!“Herausforderungen und dieVielfalt jesuitischer Dienstebestätigen wir die Aufgabe derGesellschaft, eine ganzheitlichereund menschlichere Visionfür diesen Erdteil zu bieten.“(35. GK, Dekret 3, Nr. 39)Das kollektive BewusstseinWas mögen wohl die Ursachenfür das unkorrekte undungerechte Afrikabild sein?Mangelnde Kenntnis überAfrika und fehlendes Interessean diesem Kontinent sindsicher nicht zu unterschätzen,wie Afrikaner im Alltag unterder normalen Bevölkerung inEuropa gelegentlich feststellenkönnen. Aber von entscheidenderBedeutung scheinenGründe zu sein, die im kollektivenBewusstsein des Westensbeheimatet sind. Das heutigeAfrikabild im Westen stehtunvermeidlich im Zusammenhangmit dem des 19. Jahrhunderts.Damals herrschtenKolonialisierungsideologien,die Afrika und Afrikaner lediglichals Mittel betrachteten,um das Verlangen desWestens nach Exotik, nachWissenschaft, nach Wirtschaftsaufschwungund nachder Beherrschung der Weltzu stillen. Diese Ideologienförderten zugleich Überlegenheitsgefühle,die sich inder „zivilisatorischen Mission“des Westens ausdrückten,zu der leider auch Missionareunkritisch beitrugen. Manging davon aus, dass Afrikanerprimitive und kulturloseMenschen seien, die dankbarsein müssten, von den Hochkulturendes Westens undvom Christentum profitierenzu dürfen, selbst unter demütigendenUmständen. Dieseund andere von Rassismusund Diskriminierung geprägtenDenk- und Verhaltensweisenhaben auch bei Afrikanerndramatische Folgen hinterlassen,nicht zuletzt Minderwertigkeitsgefühle.Auch wennsich diese Situation längst geänderthat, so sind doch nochRestspuren der Überlegenheitsgefühleim westlichen kollektivenBewusstsein zu finden, zumaldie wirtschaftliche – undin mancher Hinsicht auch diepolitische – Abhängigkeit afrikanischerLänder gegenüberdem Westen auch heute nochgleichberechtigte Beziehungenauf Augenhöhe verhindert.Privatsphäre und NotlageWie können Hilfsorganisationenauch in der Spendenwerbungdazu beitragen, ein korrektesund gerechtes Afrikabildzu vermitteln? Eine konkreteAntwort steht eigentlich den28 weltweit


Hilfe für OstafrikaUnd noch zwei positive Beispiele. Frauen in Simbabwe beim Dreschen der Ernte: „Das Bild spornt an,sie mit Spenden zu unterstützen und verbreitet zutreffend die Ansicht, dass Frauen um die Zukunftihrer Familien kämpfen.“ Junge Männer und Frauen bei ihrer Diplomfeier im Flüchtlingslager Kakuma:„Hier ist es eindeutig, dass die Spenden an den Flüchtlingsdienst der Jesuiten jungen Leuten einebessere Zukunft ermöglichen. Dafür was es nicht nötig, eine extreme Notlage zu zeigen.“Insidern zu, die die Richtlinienihrer Hilfsorganisation entwerfenund den Kontext ihrerArbeit besser kennen. Die Befolgungvon ethischen Kodizesund internationalen Gesetzenist sicher von großer Hilfe.Hierzu eignet sich beispielsweiseArtikel 12 der AllgemeinenErklärung der Menschenrechte,der einen rechtlichen Schutzder Privatsphäre und des Rufesdarstellt. Dieses und andereGesetze verhindern schon mal,dass Nachrichten, Fotos oderFilmaufnahmen in den Medientechnisch manipuliert werden,also die Realität zu einemunausgesprochenen Zweck verfälschen.Die Wirklichkeit zeigtjedoch, dass Menschen, die sichin einer großen Notlage befinden,in die Veröffentlichungvon persönlichen Daten undBildern, die ihnen später unangenehmoder schädlich seinkönnen, oft einwilligen undmanchmal sogar fordern, selbstwenn sie ihre Rechte kennen.Die Vorgehensweise mancherkorrupter Regierungen, nämlichdie Notlage ihres Volkes systematischzu verschleiern, umden Schein zu wahren, ist natürlichebenso wenig eine Lösung.Die Würde schützenBei aller Komplexität, die einkonkreter Kontext mit sichbringt, kann die Beachtungder guten alten goldenen Regelhelfen: „Behandle andereso, wie du von ihnen behandeltwerden willst.“ Eine philosophischausformulierte Versionlässt sich bei Immanuel Kantfinden: „Handle so, dass du dieMenschheit, sowohl in deinerPerson als in der Person einesjeden anderen, jederzeit zugleichals Zweck, niemals bloßals Mittel brauchst.“ Das Wohlwollenund Engagement fürMitmenschen, insbesonderefür Bedürftige, sind nicht nurKernbestände des christlichenGebots der Nächstenliebe,sondern fundamentale Prinzipiender Menschlichkeit, dasie die Würde des Menschenschützen und befördern. Erkennendie Mitarbeiter derHilfsorganisationen, insbesonderedie Berichterstatter,Fotografen und Medienbeauftragtendie Grenzen, überdie hinaus sie selber nicht dargestelltwerden möchten, sowerden sie auch die Grenzenerkennen, die beim Afrikabildim Westen überschrittenwerden. Das Entscheidende istdie Weise der Darstellung, dieRücksicht auf die Würde derBetroffenen nimmt.Achille Bundangandu SJ /Rodrigue Naortangar SJweltweit 29


SpenderaktionDie Würde des LeidendenPater Peter Balleis kennt als internationaler Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) vieleLänder Afrikas sehr gut und ist auch als Fotograf ein Gewinn für unser welweit-Magazin.Im letzten weltweit-Heft vomSommer 2014 hat die Jesuitenmissioneinige meiner Bilderveröffentlicht. Ich erinneremich an jedes Bild, wann undwo, und vor allem warum iches gemacht habe. Da ist das Titelbildmit den Universitätsstudentenbei ihrer Graduierungsfeierin einem Flüchtlingslager.Man sieht ihre Freude und ihreHoffnung. Es sind Flüchtlingeaus Somalia, Äthiopien undRuanda. Da ist das Foto einerälteren Frau auf der Titelseitedes Rechenschaftsberichtes. Ichhabe es Anfang dieses Jahres inunserem Alphabetisierungsprojektim ostkongolesischenMasisi gemacht. Als Flüchtlingund im hohen Alter lerntsie noch Lesen und Schreiben.Unter dem Applaus ihrer Mitschülerhat sie alles fehlerfrei andie Tafel geschrieben. Welcheine Würde und Freude!Ungelenke BuchstabenIch habe auch ihre Hand fotografiert,mit der sie wie einErstklässler große ungelenkeBuchstaben in ihr Heftschreibt. Man könnte das Bildauch so interpretieren, dass esein schlechtes Licht auf Afrikawirft, weil dort Menschenerst im hohen Alter Lesen undSchreiben lernen – wenn überhaupt.Bedienen die Fotos alsoein falsches Afrikabild? Eigentlichhätte die abgebildetealte Dame schon vor mehr als50 Jahren als SchulmädchenLesen und Schreiben lernensollen. Das hat sie aber nicht,weil sie in einem der afrikanischenLänder lebt, die zu denärmsten dieser Welt zählen,mit niedrigem Bildungsniveau,geringer Lebenserwartungund minimalem Pro-Kopf-Einkommen. Es bestehtein Zusammenhang zwischenniedriger Bildung und hohemKonfliktpotenzial, sprichKriegen.Gesichter, die bewegenVieles ist eine Frage der Perspektive,warum ich ein Fotomache und wie ein Betrachteres sieht oder sehen will. Aus derSicht eines humanitären Helfersund Laienfotografen möchteich einige Gedanken und Erfahrungenteilen. Ich habe vieleFotos von Menschen gemacht,nachdem ich sie vorher gefragthabe, weil mich ihre Würdeund Schönheit, aber auch ihrLeiden, das in ihren Gesichternzu sehen ist, innerlich bewegte.Durch die Fotos erinnere ichmich an ihr Gesicht und ihreGeschichte. Das, was mich bewegtbeim Anblick eines Menschen,das bewegt vielleichtauch andere, die das Foto sehenund die Geschichte lesen.30 weltweit


SpenderaktionVon meinem Meister, demamerikanischen Fotografen undJesuiten Don Doll, habe ich gelernt,dass jedes Motiv in einenRahmen gesetzt werden muss,um zu wirken. Das Drumherumbei einer Aufnahme ist sehrwichtig, also der Kontext, dasUmfeld. Im Falle von Flüchtlingenist es eben das Flüchtlingslagerund nicht ein schönesHotel. Die Würde derPersonen spricht dann nocheinmal viel deutlicher, weil sieim Kontrast zu der menschenunwürdigenSituation steht, inder sich Flüchtlinge befinden.Kein Motiv ohne KontextDer Kontext, der Rahmen,auch wenn er noch so elend ist,kann nicht weggelassen werden.Mein Meister lehrte michauch, dass Fotos mehrereSchichten haben, da ist einmalder Vordergrund und dann gibtes mehrere Schichten des Hintergrunds.Die Realität vonMenschen ist immer vielschichtig,dazu gehört Schönheit undhässliche Dinge, Würde undunwürdige Umstände.Die Natur von HilfswerkenEs liegt in der Natur der Aufgabevon Hilfswerken, dass siefür Menschen in Not da sind.Daraus ergibt sich von allein,dass ihre Bilder nicht ein BusinessCenter in Johannesburg,eine Hotellounge mit schöngekleideten und erfolgreichenMenschen darstellen können.Es sind die Bilder der Menschen,denen sie mit ihrer Arbeitzu neuer Würde zu verhelfensuchen.Die Welt muss hinschauenMenschen, die unschuldig leiden,deren Leben durch die Gierund Machtsucht von Eliten unddie daraus folgenden Kriege zerstörtwird, die von zu Hausevertrieben werden, nun in einemFlüchtlingslager leben oder ineinem Armenviertel einer Stadt,diese Menschen haben ein Rechtdarauf, dass ihr Leid bekanntund anerkannt wird. Wir hörenvon Menschen in Syrien, diefurchtbar leiden, dass die Welt sievergessen hat. Per Facebook undTwitter machen sie die Weltauf die neusten Gräuel tatenaufmerksam. Im Jahr 2009habe ich täglich während desKrieges in Sri Lanka furchtbareBilder von Leid und Tod per E-Mail erhalten. Es war den Menschenin der Kriegszone, in der300.000 zusammengetriebenwaren und von Flugzeugen undArtillerie beschossen wurden,wichtig, dass ihr Leiden bekanntwird. Es ist schon genug,wenn die Menschen leiden, aberwenn ihnen noch das Rechtauf Anerkennung ihres Leidensabgesprochen wird, wenn dieWelt so tut, als bestünde diesesLeid nicht, nur weil es nichtdie schönen Bilder von smartenBankern und erfolgreichen jungenLeuten sind, dann nimmtman ihnen ihre letzte Würde,die Würde des Leidenden. Nurwenn man dem Leidenden,den traumatisierten Menschenins Gesicht schaut und denmenschenunwürdigen Kontextsieht, werden wir als Menschenzum Mit-leiden und zur Hilfebewegt, die dieses Leid mindernund diese Realität ändern kann.Peter Balleis SJweltweit 31


NachrichtenDanke für dein Engagement!Jürgen Helm hat 50 Jahre lang die Jesuitenmission geprägtJürgen Helm wurdefeierlich verabschiedet.Dreimal im Jahr trifft sich der ehrenamtliche Beirat der Jesuitenmission, um überProjektanträge zu entscheiden und dem Missionsprokurator auch in vielen anderenFragen beratend zur Seite zu stehen. Nach der letzten Beiratssitzung im Juli wurdeder langjährige Vorsitzende Jürgen Helm, der bereits seit Jugendzeiten der Jesuitenmissionfreundschaftlich verbunden ist, feierlich verabschiedet. „In den 50 JahrenIhres ehrenamtlichen Dienstes waren Sie nicht selten die treibende Kraft hinter einerReihe notwendiger Veränderungen, die aus der Missionsprokur Nürnberg ein internationalvernetztes Werk gemacht haben, das für den Jesuitenorden sehr wichtig ist“,würdigte der Brief des Generaloberen aus Rom den Einsatz von Jürgen Helm. VonHerzen danken wir ihm und seiner ganzen Familie für die tatkräftige Unterstützungder Jesuitenmission in all den Jahren.Als neues Beiratsmitglied begrüßen wir Hermann Diel. Er ist Reporter beimHessischen Rundfunk in Fulda, leidenschaftlicher Hobbymusiker und über den„Freundeskreis Pfarrer Dietz“ seit langem in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeitaktiv.Zwei Jubiläen in SimbabweMakumbi wird 90 und St. Rupert’s 50Festgottesdienst undTorten in St. Rupert'sGleich zwei große Jubiläen gab es in den vergangenen Monaten in Simbabwe.Vom 17. bis 19. Juli 2014 feierte das Bistum Chinhoyi das 50-jährige Bestehender Missionsstation St. Rupert Mayer. Während des Festgottesdienstes wurdebesonders der 1978 in St. Rupert’s ermordeten Jesuiten Gregor Richert undBernhard Lisson gedacht. Erst nach Ende des Bürgerkrieges konnten Pfarrei,Schule und Klinik wieder eröffnet werden. Dass die Mission trotz aller Höhenund Tiefen 50 Jahre alt geworden ist, das allein sei schon ein Grund zum Feiern,waren sich P. Karl Herrmann SJ und die rund tausend Festgäste einig.Am 1. Juni 2014 wurde der 90. Geburtstag der Missionsstation Makumbi gefeiert.„Das große Geschenk zum Jubiläum: Cephas Shambare aus unserer Gemeindewurde zum Priester geweiht“, freute sich P. Heribert Müller SJ, der seit2006 in Makumbi ist und die Leitung jetzt an P. Admire Nhika SJ übergibt.Pater Müller wird ab September in Mosambik die Zusammenarbeit innerhalbder südafrikanischen Region der Jesuiten stärken. „Ich danke allen Freunden derMakumbi Mission für die wunderbare Hilfe über die vergangenen Jahre. Bittebleiben Sie den Kindern von Makumbi auch in Zukunft treu!“32 weltweit


NachrichtenSchwitzen gegen das Flüchtlingselend150 Achtklässler erzielen Rekordergebnis beim Bruckner-LaufWenn 150 Achtklässler einenganzen Vormittag lang im Laufschrittihr Schulhaus umrunden,dann ist Bruckner-Lauf.Seit vielen Jahren unterstützt dasAnton-Bruckner-Gymnasiumin Straubing mit der BenefizveranstaltungEntwicklungshilfe-Projekte. Die stolze Bilanz indiesem Jahr: Schüler und Lehrerbewältigten eine Strecke von zusammengerechnetetwa 2.000Kilometern und erliefen damitrund 7.000 Euro für syrischeFlüchtlinge und eine Schule imkolumbianischen Cali.Möchten Sie in Ihrer Schule,Pfarrgemeinde oder Gruppeeine Spendenaktion durchführenund suchen noch einProjekt oder Unterstützung?Unsere SpenderbetreuerinKathrin Prinzing hilft Ihnengerne: 0911 2346155 oderprinzing@jesuitenmission.deMit Bildern von syrischem Flüchtlingselend sowie dem immer noch gefährlichenAlltag am Rande der zweitgrößten Stadt Kolumbiens zwischen Korruptionund Jugendgangs stimmte Judith Behnen von der Jesuitenmission die 13- und14-jährigen Jugendlichen auf den Lauf ein. Am schlimmsten seien für die Menschen,die in Syrien auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg seien, die ständige Angstum das eigene Leben, die Sorge um Familienangehörige und die Ungewissheit,was der nächste Tag bringen werde.Jetzt bewerben: Ein Jahr anders lebenDer Freiwilligendienst für WeltbegeisterteSich auf den Weg machen, in eine neue Kultur eintauchen, ineinem Sozialprojekt der Jesuiten mitarbeiten, sich für mehr Gerechtigkeitin unserer Einen Welt einsetzen – all das bietet einFreiwilligenjahr als Jesuit Volunteer. Unser internationaler Freiwilligendienstrichtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren. Wer imnächsten Jahr nach dem Abitur, während des Studiums, als Sabbatjahroder nach der aktiven Berufsphase einen Freiwilligeneinsatzin Osteuropa, Afrika, Asien oder Lateinamerika machen möchte,kann sich noch bis zum 15. Oktober 2014 bewerben.Infos und Bewerbungsunterlagen: www.jesuit-volunteers.orgweltweit 33


TermineFaszinierendes Reich der WidersprücheEinblicke in die Arbeit der Jesuiten in ChinaDas Reich der Mitte ist ein faszinierendes und widersprüchlichesLand. China wird nach wie vor von der kommunistischen Parteiregiert, ist zugleich ein aggressiv-kapitalistischer Global Playerauf dem Weltmarkt und zeichnet sich durch vielfältige Formenreligiösen Lebens aus. Wie passt das zusammen? Der chinesischeProvinzial Pater John Lee Hua SJ wird Einblicke in die aktuelleSituation sowie die sozialen Projekte der Jesuiten vor Ort geben.Wir laden Sie herzlich ein zum Vortrag von P. John Lee Hua SJam Dienstag, 23. September, 19 Uhr in der Akademie CPH,Königstr. 64, 90402 NürnbergNice to meet you!Messe und Gesprächsrunde an jedem 2. Freitag im MonatRegelmäßig besuchen uns Projektpartner in Nürnberg und auf Projektreisen erlebenMitarbeiter der Jesuitenmission hautnah die Wirklichkeit in anderen Regionender Welt. Mit einer festen Terminreihe wollen wir Freunden, Förderernund Interessierten die Gelegenheit geben, stärker daran teilzuhaben. Jeden zweitenFreitag im Monat werden wir die Abendmesse um 17.45 Uhr in St. Klara gestaltenund laden Sie anschließend in die Jesuitenmission ein, um von Projektpartnernund Mitarbeitern Spannendes aus der Einen Welt zu erfahren.Termine: 12. September, 10. Oktober, 14. November, 12. Dezember,9. Januar, 13. FebruarOrt: Offene Kirche St. Klara, Königstr. 64, 90402 NürnbergThemen: www. jesuitenmission.de/Termine34 weltweit


ImpressumHerausgeber: Klaus Väthröder SJRedaktion: Judith BehnenGestaltung: Katja Pelzner, dialogDruck auf zertifiziertem Papier aus nachhaltigerForstwirtschaft: EOS St. OttilienISSN 1860-1057, erscheint vierteljährlichAusgabe: 3/2014 – Herbstweltweit – die JesuitenmissionÜberall auf der Welt leben Jesuiten mit den Armen,teilen ihre Not, setzen sich für Gerechtigkeit undGlaube ein. Über dieses weltweite Netzwerk fördertdie Jesuitenmission dank Ihrer Spenden rund 600Projekte in mehr als 50 Ländern. Sie leistet Unterstützungin den Bereichen Armutsbekämpfung,Flüchtlingshilfe, Bildung, Gesundheit, Ökologie,Menschenrechte und Pastoralarbeit.weltweit – das Magazingibt viermal im Jahr einen Einblick in das Leben unddie Arbeit unserer Missionare, Partner und Freiwilligen.✂Ja, schicken Sie mir weltweit – das Magazinder Jesuitenmission ab der nächsten Ausgabebitte kostenlos zu. (Für neue Abonnenten)Bildnachweise:Prison Ministry Thailand (Titel,S.4-7,S.11),Noack (S.2), Prinzing (S.8-10), Hengst SJ(S.12-13,S.15), Strothjohann (S.14), Balleis SJ(S.16,S.21,S.26,S.29,S.30-31,Rücktitel),Polten SJ (S.17), Ender (S.18-19,S.27,S.29,S.34-35),Lipke SJ (S.20), SJ-Bild (S.20), Reiswich (S.22),Archiv (S.23), Langner/Fendel (S.24-25), Behnen (S.26),Lauer (S.27), Grillmeyer (S.28), Birkle (S.28),Helm(S.32), Rwodzi (S.32), ABG (S.33), Wider (S.34)Leserbriefe bitte an:Redaktion weltweitKönigstraße 64, 90402 NürnbergTel. 0911 23 46-160, Fax -161weltweit@jesuitenmission.dewww.jesuitenmission.deSpendenkonto: 5 115 582Liga Bank, BLZ 750 903 00IBAN: DE61 7509 0300 0005 1155 82SWIFT: GENO DEF1 M05Vorname, NameStraße, Nr.PLZ, OrtE-Mail (falls vorhanden)Geburtsdatum (freiwillige Angabe)An dieJesuitenmissionRedaktion weltweitKönigstraße 6490402 Nürnbergweltweit 35


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